The Jaguar NR 05/2019 - DE

tinakrug
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ROAD TEST

JAGUAR XE 300 SPORT

Ein feuriger Anblick in Caldera

Red: der XE 300 Sport auf dem

Weg in die Hügel über Palermo.

Mit einem breiten Lächeln lässt

der Journalist Henry Catchpole

die 221 kW (300 PS) seiner

Limousine von der Leine

Beim ersten kann man sich noch leicht sagen, Pech

gehabt, übersehen. Beim zweiten darf man auch

noch nachsichtig sein. Und aller guten Dinge sind …

drei. Aber nach einer Viertelstunde Fahrt auf aufgesprungenem

Asphalt, durchzogen von Rissen, Schlaglöchern

und natürlichen Bremshügeln, dämmert selbst mir, dass

dieser Straßenzustand auf Sizilien nicht den größten Seltenheitswert

besitzt. An manchen Stellen sieht der Belag aus

wie ein tobendes Meer, das vom Wind aufgepeitscht und

dann von Medusa zu Stein erstarrt wurde.

Doch was mein Auge sieht und was mein Körper spürt,

sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, etwa wenn ich mir

die Senke ansehe, auf die ich gerade zufahre. Ohne

abzubremsen oder den Gang herauszunehmen, müsste ich

zur Vorbereitung auf den Aufschlag eigentlich instinktiv

zusammenzucken. Aber dann fährt der Krater unter meinem

Jaguar XE 300 SPORT 1 einfach vorbei, und im Wagen spüre

ich davon nur einen Hauch. Beeindruckend.

Kein Ruck geht durch die Hände, kein Quetschen der

Wirbelsäule, nur ein leises „tadamm“, als sich kurz die Räder

anheben und die Aufhängung den Schlag absorbiert. Und

das nicht nur einmal. Dieses „tadamm“ ertönt dermaßen oft,

dass David Guetta den leicht unregelmäßigen Beat sampeln

und gleich nächste Woche auf Ibiza spielen könnte. Das

Zusammenzucken jedenfalls habe ich mir schnell abgewöhnt.

Ich befinde mich zwischen Palermo im Norden Siziliens

und Catania, das an der Ostküste der italienischen Insel liegt.

Heute früh durfte ich bereits die süditalienische Rushhour

miterleben. Hinter der Digitalanzeige und dem Lenkrad mit

den gelben Nähten fühlte ich mich im ruhigen, kühlen Innenraum

des Jaguars wie eingehüllt, beschützt vor dem Gewühl.

Fast meinte ich, einen immersiven Film zu sehen, während

die anderen Autos um mich herum im Millimeterabstand

überholten oder die Spur wechselten. Kein Wunder, dass

die meisten Wagen hier Kampfspuren tragen, obwohl ich

vermute, dass die Blinkerhebel fabrikneu sind.

THE JAGUAR 23

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