Magazin Wallis - Ausgabe 9 - Mai 2019

valais

AUSGABE 9 10. MAI 2019

WALLIS

INS HERZ GEMEISSELT

Spazieren mit den Barrys Magischer

Pfynwald Per E-Bike das Wallis erkunden

So entsteht Raclette du Valais AOP

Musikdorf Ernen Sommer-Specials


Mit dem BLS Autoverlad

ins Wallis

Fahrplananpassungen wegen

Sanierungsarbeiten:

bls.ch/neue-fahrbahn


Streicheln erlaubt,

reinbeissen erwünscht

Lassen Sie die Hand durch sein weiches Fell gleiten und fühlen

Sie die Wärme des Bernhardiners. Auf dem Grossen-Sankt-Bernhard-Pass

können Sie die stolzen Hunde im Sommer ganz nah

erleben und mit ihnen spazieren gehen. Schier unmöglich, sich

nicht in die zutraulichen Vierbeiner zu verlieben. Ein Ausflug auf

die verschiedenen Walliser Passhöhen lohnt sich allerdings allein

schon der Anfahrt wegen. Bestes Trainingsterrain für angefressene

Velofahrer und perfektes Ausflugsziel auch für diejenigen,

die es gemütlicher nehmen – denn unsere Alpenpässe locken

mit schmackhaften Spezia litäten auf der Höhe. Unterwegs

können Sie sich an herrlichen Berglandschaften sattsehen und

der Stille lauschen. Wenn dann wunderschöne Barockklänge

die Bergstille durchdringen, findet in Ernen, an den Toren zum

Binntal, das Festival Musikdorf Ernen statt, vom Kanton Wallis

mit dem Preis für Kultur und Wirtschaft ausgezeichnet.

Seien Sie versichert, im Wallis werden alle Ihre Sinne angesprochen.

Die Natur verwöhnt Sie bei einer Wanderung im Naturpark

Pfyn-Finges oder einem E-Bike-Ausflug, die Gastgeber beim

Entspannen in einem Walliser Hotel der Extraklasse wie etwa

dem eleganten Historic Hotel Bella Tola in Saint-Luc im Val

d’Anniviers. Und das Savoir-faire der Bauern erlaubt kulinarische

Höhenflüge – genüsslich ins zarte Fruchtfleisch einer Walliser

Aprikose beissen, Beeren und Gemüse aus dem Sonnenkanton

geniessen sowie schmackhaften Käse von der Alp degustieren.

Erleben Sie den Walliser Sommer mit all Ihren Sinnen!

Haben Sie eine besonders

schöne Erinnerung an

den Sommer im Wallis?

Teilen Sie diese auf

Instagram mit dem Hashtag

#MeinSommerimWallis

EDITO

Damian Constantin, Direktor Valais/Wallis Promotion

impressum

Titel Marco Schnyder

«Wallis» erscheint als Beilage

der Schweizer Illustrierten am 10. Mai 2019

Redaktion | «Wallis», Schweizer Illustrierte,

Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,

Tel. 058 269 26 26, Fax 058 269 26 40,

info@schweizer-illustrierte.ch Leitung Wallis |

Urs Heller Leiter Publikumszeitschriften |

Stefan Regez Redaktionsleitung | Monique Ryser

Bildchefin | Nicole Spiess Textchef | Jan Morgenthaler

Layout / Produktion | Simona Guarino,

Tim Brühlmann Mitar beiter dieser Ausgabe |

Manuela Lavanchy, Anita Lehmeier, Thomas

Kutschera, Thomas Renggli Fotografie | David

Carlier, Pascal Gertschen, Sedrik Nemeth, Janine

und Dan Patitucci, Christian Pfammatter, Marco

Schnyder Bildredaktion | Fabienne Hubler Designkonzept

| Beling Thoenen Design Korrektorat |

Barbara Siegrist Bildbearbeitung | Ringier Redaktions-Services

Leiter Content- & Marketing-Partnerschaften

| Thomas Passen Vermarktung |

Admeira SA, Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,

Tel. +41 58 909 99 62, E-Mail: salesservices@admeira.ch

Anzeigenpreise und AGB | www.admeira.ch

Chief Executive Officer | Bertrand Jungo

Business Unit Director Print & Digital | Beniamino

Esposito Sales Director | Roger Knabenhans

Media Service Print | Esther Staub Verlag |

Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich, Tel. 058 269

20 00 Produktionsleiter | Nicolas Kutsomanolakis

Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen

3


50 74

Raclette du

Valais AOP von der

Alp de Mille. Besuch

bei Senn und Käser.

Sommer im Wallis:

Für Kinder gibts

Schatzsuchen am

kühlenden Nass.

INHALT

16

12

Saftig, knackig,

aromatisch: Unter

der Sonne des Wallis

gedeihen nicht nur

Aprikosen.

Mit der Via Valais

haben jetzt auch

Trailrunner ihre

Haute Route

Verbier–Zermatt.

Fotos Sedrik Nemeth (3), Pascal Gertschen / Wallis Promotion, Patitucci Photo, HO

6

STARTER

#MeinSommerimWallis

Das Gewinnerbild des Wettbewerbs.

12

TRAILRUNNING

Via Valais

Berge kann man erklettern, erwandern

oder aber rennend erobern.

Die Via Valais ist der ultimative Kick

für Trailrunner.

16

LANDWIRTSCHAFT

Ikonische Früchte und Gemüse

Aprikosen, Spargeln, Birnen,

Tomaten – so fein, so sonnenverwöhnt.

21

GETREIDE

Alte Sorten

Tests mit altem Getreide

für mehr Vielfalt auf Feld und Tisch.

22

NATURPARK PFYN-FINGES

Magisch und lebendig

Einmalige Landschaften, seltene

Pflanzen, sorgsame Bewohnerinnen

und Bewohner.

26

PORTFOLIO

Spazieren mit den Barrys

Die Bernhardiner verbringen den Sommer

auf dem Grossen Sankt Bernhard.

38

ALPENPÄSSE

Hoch hinaus

Die Restaurants auf der Passhöhe

von sieben Alpenübergängen.

42

VOLKSMUSIK

Crans-Montana wird zur Festhütte

Das Eidgenössische Volksmusikfest

steht unter dem Motto

«So klingt das Herz der Schweiz».

43

MOUNTAINBIKE

Marathon-WM

Der Tross der Besten macht

halt in Grächen.

4


09

Inhalt

62 44

Eintreten in eine

Welt der Schönheit

und der Gastfreundschaft:

das «Bella

Tola» in Saint-Luc.

Das Musikdorf

Ernen ist einmalig.

Und zieht

Klassik-Stars aus

aller Welt an.

44

MUSIKDORF ERNEN

Klein und fein und hochklassig

Kein Glamour und kein Starkult –

hier steht die Musik im Zentrum.

50

VON SENNEN UND KÄSERN

Leben auf der Alp

Auf der Alp de Mille entsteht

Raclette du Valais AOP – an langen

Tagen und mit viel Handarbeit.

56

TREND

Mit dem E-Bike durchs Wallis

Auch Steve Morabito und

Florian Golay fahren elektrisch.

60

TANZ

Wille und Arbeit

Der Tänzer Michel Briand hat

seinen Traum verwirklicht.

62

HOTEL BELLA TOLA

Ein eigener Kosmos

Im Sternendorf Saint-Luc haben

Anne-Françoise und Claude Buchs

ein Paradies geschaffen.

71

WIRTSCHAFT

News

Wasserkraft für Elektro-Tankstellen,

InnoPeaks und Bankkompetenz.

5

72

GESCHICHTE

Erste Frau auf dem Matterhorn

Die Gipfelbesteigung von Lucy Walker

bei den Freilichtspielen Zermatt.

74

SOMMER-SPECIALS

Schatzsuche, Weinreisen und mehr

Das Wallis ist reich an Erlebnissen für

Familien, Geniesser und Sportliche.

Diese Angebote begeistern.

82

AGENDA

Immer etwas los

Hier wird niemandem langweilig –

und es gibt immer Gründe hinzufahren.


13 STERNE

Mein Sommer im Wallis

Raphaël Dupertuis hat mit dem Bild aus dem Val Ferret den

Fotowettbewerb #MeinSommerimWallis 2018 gewonnen.

Val Ferret | Raphaël Dupertuis war in

den frühen Morgenstunden auf einer

Wanderung Richtung Petit Col Ferret,

als die ersten Sonnenstrahlen plötzlich

durch die Wolkendecke brachen. «Die

Szene könnte direkt aus dem ‹Herrn der

Ringe› stammen», kommentiert der Fotograf,

der in Morges eine eigene Agentur

für Fotografie und Webauftritte hat.

Unter dem Hashtag #MeinSommerim­

Wallis werden täglich Bilder gepostet:

blaue Bergseen, mystische Landschaften,

steile Kletterstege, typische schwarz

gebrannte Walliser Chalets. Aber auch

Familienbilder von Abenteuern, die man

zusammen erlebt hat, oder Tierbeobachtungen,

die bei einsamen Wanderungen

frühmorgens entstanden sind. Jede und

6

jeder hat einen eigenen Lieblingsort im

Wallis – und noch nie war es so einfach,

andere da ran teilhaben zu lassen.

Machen auch Sie mit beim grossen Fotowettbewerb

#MeinSommerimWallis und

posten Sie Ihre Wallis-Bilder auf Instagram.

Zu gewinnen gibt es einen Aufenthalt

im Wallis.

www.wallis.ch/meinSommerimWallis


Gartenpreis

für Schule

Exklusive Degustationen

in den Weinkellern des Wallis.

Weinpass

für Liebhaber

Sion | Die Primarschule Châteauneuf in

Sion hat für ihren Biotop-Garten den

Garten- und Landschaftspreis des Kantons

Wallis und Jardin Suisse Valais erhalten.

Ziel des Preises ist es, Öffentlichkeit

und Politik für qualitativ hochwertige

und nachhaltige Umgebungsarbeiten

zu sensibilisieren. Das Biotop hinter

der Schule erlaube, dass sich Natur und

Stadt näherkämen, und ermögliche den

Schülerinnen und Schülern, die lokale

Fauna und Flora zu beobachten. Sion

nimmt an einem Pilotprojekt des Bundes

teil, sich auf heissere Sommer vorzubereiten.

Germaine Cousin-Zermatten trägt

das Wissen der Kräuter weiter.

Rezepte der

Grossmütter

Fotos: Raphël Dupertuis, David Carlier, HO, Sedrik Nemeth

Sierre | Als Gemeinschaft für alle Weinliebhaber

ermöglicht Vinum Montis dank

seinen zahlreichen erstklassigen Partnern,

die weintouristischen Reichtümer

des Wallis zu entdecken. Fendant,

Johannisberg, Petite Arvine, Pinot noir,

Syrah, Cornalin – das Wallis ist reich an

Rebsorten von höchster Qualität. Mit

dem Valais Wine Pass wird Weinliebhabern

nun ermöglicht, entlang des Rhonetals

die typischen Walliser Weine zu

entdecken. Der Pass umfasst die folgenden

Leistungen: 10 Gutscheine zur Degustation

von 10 Gläsern verschiedener

Walliser Weine (1 dl pro Coupon) mit

detaillierter Vorstellung des servierten

Weins. Einzulösen sind sie bei 27 Degustationspartnern

im Wallis, ganz nach individueller

Wahl. Jeder Inhaber des Valais

Wine Passes, der Weine bei drei unterschiedlichen

Partnern degustiert hat,

kann am Gewinnspiel teilnehmen und

eins von 20 Paketen mit drei prämierten

Weinen gewinnen. Der Weinpass kostet

49 Franken. Eine Übersicht der Degustationspartner

und praktische Informationen

(Öffnungszeiten und Standorte):

www.wallis.ch/winepass

Das Biotop hinter der Schule

Châteauneuf in Sion.

Für nachhaltige

Umgebungsarbeiten

sensibilisieren

Kräuter | «Guten Tag, ich heisse Germaine

und bin 93 Jahre alt.» So begrüsst

Germaine Cousin-Zermatten die Besucherinnen

und Besucher ihrer Website.

Ja, ihrer Website. Die Dame aus Saint-

Martin hat mehrere Bücher über altes

Kräuterwissen geschrieben und tritt das

ganze Jahr über in der Schweiz und in

Frankreich für Vorträge oder Workshops

auf. Ihr Sohn Raymond habe sie motiviert,

ihr Wissen an die Öffentlichkeit zu

bringen, sagt Germaine. Die Kräutermischungen

und Rezepte für die Küche

und den Apothekerschrank hat sie vor

rund vierzig Jahren im ganzen Wallis bei

älteren Menschen gesammelt, um sie

bewahren zu können. Germaine betont,

dass die Vorsorge wichtig sei. «Wir haben

verlernt, uns präventiv zu schützen.

Aber das ist das Geheimnis guter Gesundheit,

immer vorsorgen.» Selber ist

sie fit, sehr fit. «Logisch, ich mache zweimal

pro Jahr eine Kur: Im Frühling, also

zwischen März und Juni, müssen wir uns

reinigen, im Herbst, zwischen September

und November, stärken. Die Kuren

gibts trinkbereit – von Germaine zusammengestellt.

www.germainecousin.ch

7


Ein Marathon

der Genüsse

13 STERNE

Sion – Salgesch | Einen halben Marathon

rennen und dabei erst noch feinste Walliser

Spezialitäten geniessen: Das ist am

19. Oktober erstmals möglich. Der Genussmarathon

führt durch die malerischen

Weinberge zwischen Sion und

Salgesch und umfasst eine Strecke von

21 Kilometern. Gestartet wird einzeln

oder in Gruppen innerhalb eines Zeitfensters.

Die Zeit wird nicht gemessen,

denn der Parcours soll vor allem Spass

machen. Einziges Muss: Die Läuferinnen

und Läufer sollen an allen Degustationsposten

anhalten. Statt isotonischer Getränke

gibt es dort aber Spezialitäten

aus dem Wallis: Fruchtsäfte, Gemüse,

Trockenfleisch- und Käsespezialitäten

und natürlich Wein – nicht vergessen,

Ziel ist nicht die schnellste Zeit, sondern

ein Maximum an Genuss. Der Anlass ist

auf 300 Läuferinnen und Läufer ausgerichtet,

die Kosten betragen 98 Franken

pro Person. Neben den Degustationen

ist im Preis auch eine Tasche mit regionalen

Walliser Produkten inbegriffen.

www.genuss-marathon.ch

Stars singen

für kranke Kinder

Das Festival für das Terre-des-hommes-Haus lockt

Stars und Tausende von Zuschauern an.

Einmalige Landschaft

und Speis und Trank.

Kinderhilfe | Seit fast sechzig Jahren

werden von Terre des hommes Valais in

einer ehemaligen Klinik in Massongex

jährlich über 200 Kinder mit Herzproblemen

gepflegt. Die Kinder zwischen

2 und 16 Jahren kommen vor allem aus

Westafrika und werden von Terre des

hommes Lausanne für Operationen in

Unispitäler der Schweiz gebracht. Das

Walliser Hilfswerk kümmert sich mit

Fachpersonal um Vor- und Nachsorge.

Vom 30. August bis 1. September findet

das traditionelle Musikfestival statt: Stars,

wie letztes Jahr Cali und Pegasus, treten

gratis auf, die Ticket-Einnahmen sind

willkommene Spenden. Wer das Terredes-hommes-Haus

unterstützen will:

PC 19-9340-7 www.tdh-valais.ch

8


Anschluss

zum Jakobsweg

Die bearbeiteten Fotografien von

Wenhuan Shao – wie Gemälde.

Chinesische

Sicht aufs Wallis

Wallis | Der Pilgerweg vom Kloster Disentis

im Bündnerland bis zur Abtei

Saint-Maurice im Unterwallis ist erst seit

letztem Jahr signalisiert. Der Weg ist

240 Kilometer lang und ein Anschluss

zum Jakobsweg. Der Walliser Wanderführer

und Geschichtenerzähler Peter

Salzmann (man kann mit ihm wandern

gehen: www.alpevents.ch) hat mit Fotograf

Thomas Andenmatten den hilfreichen

«Pilgerführer Rhein-Reuss-Rhone»

herausgegeben, der jede Station erklärt,

bebildert und mit viel Wissenswertem

ergänzt.

www.jakobsweg.ch

Die Schwalbennestorgel in

der Basilika Valère.

Orgelmusik

in der Basilika

Fotos: Sedrik Nemeth, Wenhuan Shao, Thomas Andenmatten, HO (2)

Sion | Ein chinesischer Fotograf und Uniprofessor

im Wallis: Das Programm

SMArt hat seit 2014 bereits an die zwanzig

Künstlerinnen und Künstler eingeladen.

Wenhuan Shao aus Hangzhou

konnte so drei Monate in Monthey als

Resident des Théâtre du Crochetan verbringen.

In dieser Zeit entstanden Bilder

von hoher Komplexität: Seine Fotografien

bearbeitet er durch Aufrauen, Reibung,

mit Collagen und dem Zufügen

oder Entfernen von Farbe. So entstehen

Werke, die an die romantische Malerei

des 19. Jahrhunderts erinnern. Wen huan

Shao hat durch seine Bergbilder die

Macht der Berge den Eingriffen der

Menschen in die Natur gegenübergestellt.

Das Programm SMArt ist nur ein

Teil der Stiftung für nachhaltige Entwicklung

der Bergregionen (FDDM), die vom

Kanton Wallis und der Stadt Sion getragen

wird. So organisiert sie zum Beispiel

den SlowUp Wallis, eine Publikumsveranstaltung

für den Langsamverkehr,

oder unterstützt die Agenda 2030 des

Kantons Wallis, die den Kanton in eine

nachhaltige Zukunft führen soll.

www.fddm.ch

Die Muttergotteskappelle im

Ritzinger Feld in Goms.

In St-Maurice

warten in

der Abtei

1500 Jahre

Geschichte

Sion | Das Internationale Orgelfestival in

der Basilika Valère in Sion hat eine lange

Tradition: Bereits 1969 fand es das erste

Mal statt. Die Schwalbennestorgel ist

aber auch einmalig: Es ist die älteste

noch spielbare Orgel der Welt. Sie wurde

höchstwahrscheinlich zwischen 1435

und 1437 erbaut. Der linke Türflügel zeigt

die mystische Heirat der Heiligen Catherine,

der Patronin von Valère und des

Wallis. Auf dem rechten Türflügel ist zu

sehen, wie Jesus der Maria-Magdalena

erscheint. Grosse Künstler haben schon

auf der Orgel gespielt und schafften es,

das 600-jährige Instrument zum Leben

zu erwecken. Die Konzerte finden jeweils

an Samstagnachmittagen statt, das

genaue Programm ist auf der Website

des Festivals ersichtlich. Das 50-Jahr-Jubiläum

wird zwischen dem 13. Juli und

dem 24. August begangen. Die Billette

kosten 25 Franken für Erwachsene, für

AHV-Bezüger und Studenten gibt es Ermässigungen.

Die Tickets können über

die Website bestellt oder aber am Tag

des Konzerts direkt an der Kasse gekauft

werden.

www.orgueancien-valere.ch

9


13 STERNE

Bannerträgerin des Wallis

Die 21-jährige Line Dorsaz ist die offizielle Vertreterin

des Kantons Wallis an der Fête des Vignerons in Vevey.

Fully | Diese Frau hat Energie: Mit 21 Jahren

ist Line Dorsaz gelernte Winzerin,

hat bei den Schweizer Berufsmeisterschaften

SwissSkills eine Bronzemedaille

geholt, und seit 2017 ist sie Mitglied

des Gemeindeparlaments von Fully.

Und: Sie wurde zur Bannerträgerin und

Botschafterin des Wallis für die Fête des

Vignerons bestimmt. Das legendäre Fest

in Vevey findet nur einmal pro Generation

statt. «Es ist eine Ehre, dass ich das

Wallis vertreten darf,» sagt Line Dorsaz.

Und ja, sie sei schon ein bisschen stolz

darauf. Ihren Arbeitsplatz in der Domaine

du Mont d’Or in Sion wird sie – gemäss

der Tradition – während der Festivitäten

vom 18. Juli bis 11. August 2019 gegen

einen Betrieb im Lavaux tauschen. Der

10

offizielle Tag des Wallis ist der 26. Juli, an

dem der Kanton unter dem Motto «Das

Wallis versetzt die Berge nach Vevey»

auftreten wird. Line Dorsaz wird als Bannerträgerin

die 350 Walliserinnen und

Walliser am Umzug anführen. Das Kostüm

für die Fête konnte sie schon anprobieren,

aber noch ist es geheim!

www.wallis.ch/fevi2019


CHARTA

SAINT-

THÉODULE

50 Jahre

freiwillige

Charta

Wenn Steine

singen

Soundwalks | Thierry Basset ist Geologe

und Vulkanologe. Und er will anderen

seine Faszination für Gestein und Geröll

weitergeben. An drei Veranstaltungen

(Mauvoisin, Illgraben, Vallon de la Tièche)

bringt er zusammen mit der Musikartistin

Emilie Vuissoz, dem Schlagzeuger

Didier Métrailler und dem Toningenieur

Yves Métry die Steine zum Tönen. Die

Teilnehmer tragen Kopfhörer und sind

so wie in einer Wolke. Basset erklärt in

drei Interventionen, die zwei Musiker

setzen das Gesagte mit Tönen aus der

Natur und ihrer Inspiration um.

www.thierrybasset.ch (Soundwalks)

Der Cube ist diesen Sommer

auf der Alp Mandelon stationiert.

Bewohnbarer

Cube auf Reisen

Fotos: Sedrik Nemeth, HO (3)

Wein | Zu Beginn der 1960er-Jahre kellerten

im Wallis erst ganz wenige unabhängige

Weinbauern und Traubenproduzenten

ihre eigenen Weine ein. 1968

schlossen sich diverse Winzer zusammen,

um die Berufsorganisation Saint-

Théodule zu gründen. Ziel war nicht nur,

sich besser behaupten zu können, sondern

auch für eine bessere Weinqualität

zu kämpfen. Erste Massnahme war

eine freiwillige und einschneidende Beschränkung

der Traubenernte, die für

hochwertigen Wein sorgen sollte. Nach

der Fusion mit dem Verband der Selbsteinkellerer

repräsentiert die Gemeinschaft

nun 25 Prozent der Walliser Weinproduktion.

Die Charta Saint-Théodule

fordert unter anderem, dass die Winzer

nach Richtlinien der integrierten Produktion

arbeiten und dass sie damit einverstanden

sind, jederzeit für eine Kontrolldegustation

ihrer Weine besucht zu

werden. Auch dürfen die Selbtskelterer

nicht in der Weinbranche als Händler tätig

sein. Was vor fünfzig Jahren begann,

setzt sich immer mehr durch. Die Selbsteinkelterer

findet man unter:

www.vignerons-encaveurs-valais.ch

Emilie Vuissoz beim letztjährigen

Soundwalk im Illgraben.

Hörbare Steine

aus Tönen

der Natur und

der Inspiration

der Musiker

Hérémence | Vor vier Jahren feierte das

Wallis sein 200-Jahr-Jubiläum als Mitglied

der Eidgenossenschaft. Der Walliser

Arbeitgeberverband schenkte dem

Kanton für die Festivitäten einen bewohnbaren,

mit allen technischen Finessen

ausgestatteten Kubus in der Grösse

eines halben Schiffscontainers. Während

31 Wochen reiste der Cube durch

den Kanton und beherbergte ausgewählte

Gäste. Der Cube war so beliebt, dass

er seitdem jeden Sommer auf einer anderen

Alp stationiert ist. Ab dem 15. Juni

bis zum 15. Oktober steht er auf der Alp

Mandelon auf Gemeindegebiet von Hérémence

im Val d’Hérens. Dort kann man

Kühe der Eringerrasse beobachten und

dem Senn bei der Arbeit unter die Arme

greifen. Oder zuschauen, wie aus Milch

Käse gemacht wird. Für Ausflüge stehen

zwei Mountainbikes zur Verfügung – mit

Elektroantrieb, versteht sich. Lohnend

ist ein Besuch der Grande Dixence, der

höchsten Gewichtsstaumauer der Welt,

wo sich Mutige mit einer Seilrutsche ins

Leere werfen können. Reservationen ab

1. Mai unter:

www.cube365.ch

11


TRAIL

Auf Berge

rennen

Was Skitourengänger bereits haben,

bekommen nun auch die Trailrunner:

Die Via Valais ist die Haute Route des

Sommersports, verteilt auf neun Etappen.

Text: Monique Ryser Fotos: Janine & Dan Patitucci

12


13

Die Etappe 7 der Via Valais von der

Turtmannhütte nach Randa hinunter.

Im Hintergrund der Dom.


TRAIL

Ein bisschen crazy sind sie schon, Janine

und Dan Patitucci. Ihre Leidenschaft

sind die Berge und die

Fotografie, beides machen sie am liebsten

rennend. Seit über zwanzig Jahren.

Damals lernten sie sich an einer Fotoschule

in Santa Barbara, Kalifornien, kennen.

Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs.

Mit leichtem Gepäck und meistens

hoch hinaus. Letztes Jahr veröffentlichten

sie den Führer «Run the Alps Switzerland».

Sie listen darin detailliert dreissig

Must-do-Trails in den Schweizer Bergen

auf. «Nach den unzähligen Trails, die wir

in Patagonien, Nepal, Island, den Dolomiten,

den Rocky Mountains und an vielen

anderen Orten gerannt sind, kamen wir

zum Schluss: Die schönsten Routen sind

ja hier, in unserer engeren Heimat – im

Wallis», erklärt Ja nine, die sich zusammen

mit Dan nach fünf Jahren in den Dolomiten

in Interlaken BE niedergelassen hat.

Ihnen fiel vor allem auf: «Skitourenfahrer

haben die Haute Route, Wanderer die

Mont-Blanc-Tour, aber für Trailrunner

fehlt so ein Paradestück.»

2

1


1 Die Via Valais, hier der Abstieg nach Arolla,

umfasst 225 Kilometer und über 14 000 Höhenmeter.

2 Begegnung mit Schwarznasenschafen

auf einem Weg oberhalb von Zermatt. 3 Janine

und Kim füllen an der Cabane d’Essertze ihre

Wasserflaschen für den zweiten Tag der Route.

4 Traverse des Schölligletschers.

3 4

«Die Via

Valais soll

Spass

machen

und nicht

nur ein

Krampf sein»

Zusammen mit Kim Strom, Mitglied des

Alpsinsight-Kollektivs, rannten sie los:

Zwi schen Verbier und Zermatt erkundeten

sie Täler und Berge, suchten nach

Übernachtungsmöglichkeiten, testeten

den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen

Strecke, stopp ten die Zeit. Entstanden ist

die Via Valais – eine neuntägige Trailrunningtour

von Verbier nach Zermatt. «Wir

schicken die Runners aber nicht einfach

auf die Berge rauf, sondern haben auch

die Täler einbezogen, folgen der Kontur

der Landschaft und haben so mehr flache

Passagen eingebaut», so Janine Patitucci.

An jedem Etappenort gibt es entweder

eine Hütte, oder aber es ist ein Dorf mit

Hotel, sodass die Sportler gut schlafen

und sich verpflegen können. Zwei Drittel

der Strecken hätten sie schon gekannt,

das letzte Drittel haben sie eigens erkundet

und minutiös dokumentiert. «Die Via

Valais soll Spass machen und nicht nur ein

Krampf sein», beschreibt Janine das Ziel.

Manchmal waren sich die drei aber auch

nicht einig: Auf diesen Gipfel rauf wäre

doch noch schön, meinte etwa Janine,

15

doch Dan und Kim fanden, nein, das sei zu

viel. Also gibt es bei den beschriebenen

Routen immer auch noch einen Gipfel als

Zugabe – für diejenigen, die Lust auf mehr

haben. Und damit man sich bestens vorbereiten

kann, gibts Tipps fürs Gepäck

und Freunde von ihnen haben ein 16-Wochen-Vorbereitungstraining

zusammengestellt.

Denn: «Steigungen in den Bergen

sind wirklich hart, das darf man nicht unterschätzen.»

Klar können auch Wanderer

die Via Valais geniessen, die Zeiten

würden einfach länger. «Die Route ist auf

Trailrunner ausgelegt und kann auch als

einzelne Etappe gemacht werden.»

Info

Via Valais von Verbier nach Zermatt

Verbier – Cabane d’Essertze –

Cabane des Aiguilles Rouges – Cabane

Becs de Bosson – Cabane de Moiry –

Zinal – Turtmannhütte – Randa –

Mountain Lodge Ze Seewjinu – Zermatt

elevation.alpsinsight.com

www.wallis.ch/trail


GENUSS

Aprikosen

Wer Schweizer Aprikosen sagt,

sagt Walliser Aprikosen: 97 Prozent

der einheimischen Produktion

stammen von hier. Lange war

die Walliser Luizet alleinige Herrscherin,

seit 1990 gibt es etwa

dreissig neue Aprikosensorten, die

für eine längere Erntezeit sorgen.

Das Wallis kann so die Schweiz

von Juni bis September mit der

Sommerfrucht beliefern.

16


DAS GUTE

LIEGT SO NAH

Saftig, knackig, sinnlich: In eine Frucht oder

ein Gemüse zu beissen, sonnengereift und

frisch gepflückt, das ist wahrer Genuss.

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

Die sandigen Böden des Rhonetals

und der angrenzenden Südhänge

sind ideal, um Früchte

und Gemüse zu produzieren. Dazu kommen

das milde Klima und die vielen Sonnentage.

Vom Pfynwald bis zum Cha blais

wachsen und gedeihen vom frühen Frühling

bis weit in den Herbst Produkte der

Extraklasse. Dass sich Weintrauben hier

wohlfühlen, ist wohlbekannt, ist der Kanton

Wallis doch grösster Weinbauproduzent

der Schweiz. Doch hier wächst noch

viel mehr: Auf insgesamt 2213 Hektaren

werden Früchte, auf weiteren 252 Hektaren

wird Gemüse angepflanzt. «Das

Wallis ist ideal für diese Kulturen», sagt

Olivier Borgeat, Generalsekretär der

Branchenorganisation Walliser Obst und

Gemüse (IFELV). Durch die guten äusseren

Bedingungen müssten weniger

Hilfsmittel wie Dünger oder Schädlingsbekämpfung

eingesetzt werden. Zudem:

«Durch die Nähe zur eidgenössischen

Forschungsanstalt Agroscope in Conthey

sind wir auch immer als Erste dabei, wenn

es darum geht, neue nach haltige Anbaumethoden

zu testen und neue, resistentere

Sorten anzubauen», so Borgeat.

Um den 225 Früchte- und Gemüseproduzenten

auf dem Markt bei der Positionierung

zu helfen, gibt es das Label

Marke Wallis. Die Kriterien für die Vergabe

der Marke sind streng: Neben der

Walliser Herkunft muss ein spezifisches

Pflichtenheft befolgt werden und sich

der Betrieb verpflichten, die Werte der

Marke und der nachhaltigen Entwicklung

einzuhalten. Das Label kann nicht nur für

Früchte und Gemüse erworben werden,

sondern auch für die daraus verarbeiteten

Produkte. Die Walliser wissen auch,

wie man die Delikatessen verarbeitet:

Der Apfelsaft der Marke Wallis, La Pépite

von Fruits de Martigny, gewann die

Goldmedaille von Swissfruit. Und auch

der Aprikosennektar von Colline de Daval

holte Gold.

Birnen

Sonne satt und fruchtbarer Boden:

Die Williamsbirne hat im Wallis ihre

ideale Heimat gefunden. Über

siebzig Prozent der verkauften

Früchte werden hier angepflanzt.

Aber die Walliser sind auch

innovativ. So wird neu auch die von

Agroscope gezüchtete Birne FRED

gehegt und gepflegt. Sie ist saftig,

geschmackvoll, leicht säuerlich

und hat ein festes und knackiges

Fruchtfleisch.

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GENUSS

Tomaten

Einen idealeren Anbauort als

das Wallis mit seinen vielen

Sonnentagen und dem milden

Klima können Tomaten nicht haben.

War der Kanton lange Hauptproduzent

der Schweiz, ist der

Tomatenanbau heute viel geringer.

Unvergessen, wie die Walliser

Bauern in den Fünfzigerjahren

150 Tonnen Tomaten in die Rhone

schütteten, um gegen billige

Importe zu protestieren.

18


19

Spargeln

Rund 15 Prozent der Schweizer

Spargeln kommen aus dem Wallis.

Auf insgesamt sechzig Hektaren

werden weisse und grüne Spargeln

angebaut. Sie wachsen im Tal

der Rhone zwischen dem Mittelwallis

und Chablais. Zehn Jahre

Anbau sind nötig, um während

acht Jahren ernten zu können.

Allein das aufwendige Ausstechen

der Spargeln ist für die Hälfte

des Preises verantwortlich.


GENUSS

Beeren

Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren,

Heidelbeeren, Erdbeeren –

im Wallis werden mehr und mehr

Bio-Beeren angebaut. Die frischen,

aromatischen, süssen oder

säuerlichen Beerenfrüchte der

Marke Wallis lassen sich in Form

von Säften, Früchtekuchen, Sirups,

Sorbets oder Konfitüren geniessen.

In Riddes wachsen seit über

200 Jahren sogar Goji-Beeren, die

als Superfood bekannt sind.

20


Unser täglich Brot in

grösserer Vielfalt

Eine Gruppe von Freiwilligen will alte

Getreidesorten wieder ins Wallis bringen.

Getreide | Bäcker Stéphane Marguet

aus Hérémence steht am Anfang einer

Bewegung: Er hat sich dem Brotbacken

mit alten Getreidesorten und nach traditioneller

Methode verschrieben. Doch

dafür braucht er Rohstoffe – die leider

rar sind. Zwar hat das Wallis bereits sein

Roggenbrot und baut dafür auch Walliser

Roggen an. Das Ursprungszertifikat

AOP (Appellation d’origine protégée)

honoriert diese Bemühungen.

Doch der Getreide gibt es noch viel

mehr: So hat sich die Co-é-Sion, eine

Kooperative von Konsumentinnen und

Konsumenten, die sich für nachhaltige

und regionale Produktion einsetzen, des

Themas angenommen. «Wir möchten den

Anbau alter Getreidesorten im Wallis

fördern», erklärt Brigitte Elling mit Bäcker

Marguet und weiteren freiwil ligen

Co-Initianten des Projekts. Die Diensstelle

für Landwirtschaft des Kantons

hat ein Testgelände zur Verfügung gestellt,

Bio-Valais engagiert sich ebenfalls.

Ziel ist, den Bauern Getreidesorten zu

empfehlen, die auch einen entsprechenden

Ertrag liefern. Zudem möchte die

Gruppe bis 2021 ein Brot der Marke Wallis

einführen können: aus Dinkel, Emmer

und Einkorn.

21

Bäcker

Stéphane Marguet

mit Brigitte Elling (l.) und

Marianne Genoud in der Bäckerei

«Le pain que j’aime» in Hérémence.

Erste Ernte Auf einem Terrain in Conthey

konnten Freiwillige alte Getreidesorten

anbauen, um zu testen, ob sie

hier gedeihen. Über zwanzig

Sorten werden dieses

Jahr getestet.


N A T U R P A R K P F Y N – F I N G E S

Wälder, Steppen,

Auen – ein Fest

für die Sinne

NATUR

Eine ganze Welt in einem Park: Der Regionale

Naturpark Pfyn-Finges erlaubt magische Reisen

in urtümliche Landschaften, die daran erinnern,

dass es sich lohnt, der Natur Sorge zu tragen.

Text: Monique Ryser Fotos: Christian Pfammatter

1

Biodiversität – welch technisches

Wort. Natur – wie trocken tönt

das, wenn man beschreiben will,

wie grandios, geheimnisvoll, ja vollendet

die Welt in ihrem Ursprung ist. Wo Worte

nicht reichen, da müssen die anderen

Sinne helfen: den harzigen Duft der Bäume

riechen, das Knacken von altem Holz

hören, die Weichheit des Waldbodens

unter den Füssen spüren, sehen, wie

das Licht der Sonne die Umgebung gestaltet.

Und staunen darüber, umgeben

zu sein von Bäumen und Pflanzen, die

schon da waren, als es die Menschen

noch nicht gab.

Der Pfynwald ist ein Ort, wo all dies möglich

ist. Und ein Ort, der demütig macht:

dschungelartige Auenwälder, Sandstrände

und Steppen im Wechsel mit malerischen

Teichen und blumenreichen Wiesen.

So sieht es aus, wenn die Natur Vortritt

hat und der Mensch seine Eingriffe

freiwillig beschränkt. Er steht deshalb

unter Schutz und bildet das Kernstück

des Naturparks Pfyn-Finges. Bereits

1963 wurde er ins Inventar der zu erhaltenden

Landschaften und Naturdenkmäler

von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Der Pfynwald ist nicht nur einer der

grössten zusammenhängenden Föhrenwälder

der Alpen, er beheimatet auch

eines der bedeutendsten Auenschutzgebiete

der Schweiz und ist ein Amphibienlaichgebiet

von nationaler Bedeutung.

Die Rhone, dieser stolze Fluss,

kann hier als wildes Gewässer frei mäandern,

die Pflanzen- und die Tierwelt

sind einzigartig und erlauben, Biodiversität

hautnah zu erleben.

Doch der Regionale Naturpark Pfyn­

Finges ist noch weit mehr: Er erstreckt

sich im Mittelwallis zwischen Gampel

und Sierre von 500 bis 4100 Meter über

Meer. Und er bezieht die Menschen, die

hier leben, mit ein – denn ein Naturpark

besteht nur dann längerfristig, wenn die

Menschen ihn mittragen.

22

1 Magisch: Der Pfynwald

ist einer der

grössten zusammenhängenden

Föhrenwälder

der Alpen.

Früher war der Wald

gefürchtet, weil hier

Räuber ihr Unwesen

trieben. 2 Im Naturpark

Pfyn-Finges gibt

es Wälder, Steppen,

Auen, Teiche, Wiesen.

Er erstreckt sich übers

Mittelwallis vom Tal

bis in die Berge.


Sierre

Leuk

Gampel

Visp

2

Naturpark

Pfyn-Finges

23


1 Nebelschwaden

wabern um eine steile

Felswand. Der Naturpark

geht bis auf über

4000 Meter hoch.

2 Ein Scheckenfalter

bei seinem Tagwerk.

3 Auch die Landwirtschaft

hat hier Platz.

4 Die Bhutanbrücke

über den Illgraben

wurde in Zusammenarbeit

mit dem

Königreich Bhutan

erbaut.

1

Einige Tipps zum Entdecken dieser magischen

Welt:

NATUR

Grosse Durchquerung des Pfynwaldes

Wer wissen will, wie der Walliser Talboden

vor Jahrtausenden ausgesehen hat,

der macht sich auf zur grossen Durchquerung

des Pfynwaldes zwischen Leuk

und Sierre. Neben dem riesigen Schuttkegel

des Illgrabens schlängelt sich die

wilde Rhone durch die Hügel, die von

einem Erdrutsch Ende der letzten Gletscherperiode

stammen. Malerische Teiche

und die von Föhren bewachsenen

Hügel bieten Pflanzen, Libellen, Schlangen,

Fröschen und Wasservögeln einen

einzigartigen Lebensraum. Distanz: 11 km

2

4

Illgraben – Bhutanbrücke

Die Rundwanderung mit Start und Ziel

Bahnhof Leuk folgt dem Illgraben, einem

der aktivsten Murgänge der Schweiz, bis

zur Bhutanbrücke. Die 134 Meter lange

Hängebrücke wurde gemeinsam mit

dem Königreich Bhutan errichtet. Nach

der Überquerung geht es durch den

Pfynwald Richtung Abschlacht. Dieser

Name bezeichnet Orte, an denen das in

den Suonen fliessende Wasser für die

Bewässerung der Felder geteilt wurde.

Distanz: 7 km

3

Bärenpfad

Im Turtmanntal, zwischen Unterems und

Oberems, liegt der Bärenpfad. Eine Tatze

des letzten Bären hängt noch heute

24


am Gemeindehaus von Oberems! Auf

der Wanderung durch Waldpassagen,

urchige Weiler und über den Bärensteg

gibt es alle wichtigen Bären-Infos. Eine

spektakuläre Seilbahnfahrt rundet das

Erlebnis ab. Wer länger verweilen will,

besucht die «Berginsel», einen agrotouristischen

Familienbetrieb, oder das Hotel

Restaurant Emshorn. Distanz: 6 km

Gletscherpfad Lämmeren

Bergbach, Bergsee und Gletscher machen

diese Wanderung zu einem starken

Naturerlebnis. Der Themenweg bietet

Informationen bio- und geologischer Art.

Die Strecke mit ihren zehn Stationen

kann auch in zwei Tagen zurückgelegt

werden. Tipp für Familien: Ab der Bergstation

Gemmi erreicht man leicht den

Lämmerenboden mit seinen unzähligen

Wasserläufen. Diese laden zum Spiel,

Spass und Stauen ein. Distanz: 10 km

Egguweg im Kräuterdorf Albinen

Der Egguweg führt zu 17 interessanten

Ecken («Eggu»). Von Mitte Mai bis Ende

Oktober gibts Wissenwertes über Kräuter

und Kultur zu erfahren und zu erleben.

Die Heilkräuterschule Albinen bietet

Führungen an. Distanz: 2,8 km

Sortengarten Erschmatt

Bekannte Kulturpflanzen wie Walliser

Roggen, Gerste oder Ackerbohnen sind

ebenso vertreten wie Hirse und Buchweizen,

Nahrungspflanzen, die früher in

der Schweiz angebaut wurden. Für Kinder

spannend: dreschen, wannen, mahlen

– so entsteht aus den Ähren Mehl!

Infos zu allen Erlebnissen:

www.pfyn-finges.ch

Die Bhutanbrücke über

den Illgraben ist mit

Gebetsfahnen geschmückt

25


Treuherziger Blick:

Bernhardiner-Hunde sind

von Natur aus gelassen,

gutherzig und kinderlieb.

PORTFOLIO

26


IM BARRYLAND

Rumtollen, die Gegend erschnüffeln,

mit Besuchern wandern und zeigen, wer hier

die Chefs sind: 15 Bernhardiner verbringen

den Sommer auf dem Grossen Sankt Bernhard.

Fotos: Marco Schnyder

Rüde Patsch am

Lago del Gran San

Bernardo, hinten das

Hospiz. Die Tasche

mit Hundeguetsli und

Notfallset hat er bei

den Wanderungen

dabei.

27


Patsch und Djanga (l.)

spurten durch blühende

Wiesen. In diesem

Gebiet oberhalb der

Passhöhe sind sie bei

den Wanderungen mit

Gästen unterwegs.

PORTFOLIO

28


29


PORTFOLIO

Bella Italia! Patsch

und Replay (l.)

schauen Richtung

Süden: Die Gebäude

stehen auf der

italienischen Seite

der Passhöhe.

30


Djanga mit Schnapsfässli.

Diese tragen

die Bernhardiner

nur bei speziellen

Fototerminen.

31


PORTFOLIO

32


33

Hinter Patsch (r.)

die Statue des

heiligen Bernhard,

Schutzpatron der

Alpinisten. Fotograf

Marco Schnyder:

«Die Hunde posieren,

als würden sie das

Bild vor sich sehen.»


Replay, 1, und

Djanga am Seeufer.

Sie wissen genau,

wie man den

Menschen das Herz

öffnet.

PORTFOLIO

34


Replay mit Tierpflegerin

Mélanie

Scheidegger beim

Eingang des Hundezwingers.

Für das

Jungtier ist es noch

nicht gesund,

Treppen zu steigen.

Seht her, meine

schönen Pfoten! Die

Vorderpfoten eines

ausgewachsenen

Bernhardiners neben

der Bergwanderweg­

Markierung.

35


Replay geniesst

sein Hundeleben in der

freien Natur des

Grossen St. Bernhard.

PORTFOLIO

36


Barrys haben Freude am

Kontakt mit Menschen

Text: Thomas Kutschera

Wuff! Auch diesen Sommer gehören

sie zu den beliebtesten

Fotosujets auf dem Grossen

Sankt Bernhard: die Bernhardiner­

Hunde der Fondation Barry du Grand-

St-Bernard. Vergangenen Herbst war gar

ein BBC-Team vor Ort, um einen Dok-

Film über die Schweizer Nationalhunde

zu drehen. Heuer gehts am 23. Juni los!

Dann wandern 15 Barrys mit einem öffentlichen

Alpaufzug (ohne Kühe) von

Bourg-St-Pierre VS auf die auf 2473 Metern

gelegene Passhöhe. Bis zum Alpabzug

Ende September leben die Bernhardiner

dann beim Hospiz, betreut von vier

Tierpflegern der Stiftung.

2005 hatte die Fondation Barry die

Zuchtstätte von den Augustiner-Chorherren

vom Grossen Sankt Bernhard

übernommen – sie befindet sich nun

samt Barry-Museum in Martigny VS.

Dort, in der weltweit bedeutendsten

Bernhardiner-Zuchtstätte, leben die

meist kurzhaarigen Vierbeiner während

der übrigen Zeit des Jahres. 25 Welpen

mit Stammbaum kommen jährlich zur

Welt, ein zwölfwöchiges Jungtier kostet

2600 Franken, und wer eines adoptieren

will, muss strenge Kriterien erfüllen

– den Hunden soll es gut gehen.

«Bernhardiner haben Freude am Kontakt

mit Menschen und an der Bewegung»,

sagt Stiftungsdirektor Claudio

Rossetti. Deshalb werden im Juli und August

täglich zwei Spaziergänge mit Barrys

angeboten, Dauer 2,5 Stunden. Gutes

Schuhwerk und ein bisschen Kondition

sind nötig, um mitzuhalten. Vom

Hospiz gehts los, in einer Gruppe von

zehn Personen (samt Betreuer) mit drei

bis vier Hunden. Gäste haben die Gelegenheit,

die Barrys an der Leine zu

führen. Keine Angst! Die bis zu 85 Kilogramm

schweren Tiere (Risthöhe bis

90 Zentimeter) sind gut erzogen.

Auf einer Ebene mit ein paar kleinen

Seen tollen die Hunde dann herum, sie

trinken und baden. Ein wunderbares Vergnügen

– für die Hunde und die Mitwandernden!

Die Ausflüge sind begehrt, vor

allem bei Familien. Deshalb empfiehlt

sich die frühzeitige Anmeldung.

Schnapsfässli tragen die Hunde bei den

Wanderungen nicht um den Hals. Rossetti:

«Das würde sie beim Herumspringen

stören.» – «Nie», sagte übrigens einmal

ein Geistlicher des Hospizes, «haben

unsere Hunde Schnapsfässli getragen.»

Keine Legende hingegen ist, dass der legendäre,

1814 verstorbene Lawinen hund

Barry vierzig Menschen vor dem Tod bewahrte.

Ein Bernhardiner spürt, wenn ein

Verschütteter noch lebt – und gräbt sofort.

Andernfalls bleibt er reglos stehen.

Auch ohne Wanderung können die Barrys

beim Hospiz im Gehege bei ihren

Zwingern bestaunt und gestreichelt werden.

Dort stellen Tierpfleger die Hunde

vor, zeigen, wie sie ihnen das Fell bürsten,

die Pfoten kontrollieren, und erzählen

Wissenswertes: dass Bernhardiner

früher erschöpfte Skitourenfahrer zum

Hospiz schleppten und im Tal Milchwägeli

zur Käserei zogen. Im Hospiz des

Grossen Sankt Bernhard erhält ein Barry

täglich zweimal bis zu 400 Gramm Trockenfutter.

Plus einen Knochen, zur Beschäftigung

und Zahnpflege. 2,5 Liter

Wasser trinkt ein Bernhardiner am Tag.

Barrys sind auch als Sozialhunde in

Altersheimen und psychiatrischen Kliniken

im Einsatz. Streicheleinheiten lassen

sie stoisch über sich ergehen. Rossettis

Tipp: sich auf Augenhöhe niederknien

und kurz warten. «Am liebsten werden

sie hinter den Ohren und am Rücken gestreichelt.»

Und: «Die meisten wissen genau,

wie man als Barry bei einem Selfie

in die Kamera schaut.»

www.fondation-barry.ch

37

«Dem Blick

eines Barrys

kann niemand

widerstehen»

Fotograf Marco

Schnyder

Einmalige Verständigung mit Tieren:

Der Walliser Fotograf Marco Schnyder, 21,

mit Djanga. «Nach ein paar Berührungen

war ich vollständig in ihrem Bann.»


HOCH, HÖHER,

PASSHÖHE

Allein die Fahrt auf die grossen Walliser Alpenpässe

ist ein grandioses Erlebnis. Gastronomisch

wartet der Höhepunkt aber erst zuoberst.

Text: Thomas Renggli Fotos: Sedrik Nemeth

PÄSSE

Forclaz

Eine der schönsten Passstrassen

des Landes: Lange Geraden, weitläufige Serpentinen

– und eine Sicht, die an schönen

Tagen bis zum Aletschgletscher reicht. Zu

einem Erlebnis der Extraklasse wird auch der

Besuch des Hotels Col de la Forclaz. Wer

hier den Apfelkuchen von Sophie Gay-Crosier

geniesst, kommt garantiert wieder.

www.coldelaforclaz.ch

38


Grimsel

Ein Highlight der Alpen!

Die Strasse ist auf beiden Seiten

des Passes zweispurig, sehr gut

ausgebaut und für sämtliche Verkehrsteilnehmer

bestens geeignet.

Die Anfahrt lohnt sich allein aus

gastronomischen Gründen. Denn

nach sieben Jahren Unterbruch

ist das Hotel auf der Passhöhe

wieder geöffnet. Die Crew um die

jugendliche Wirtin Tamara Brog

erhält für Kost, Logis und

Gastfreundschaft Bestnoten.

www.hotel-grimselpass.ch

Grosser

Sankt Bernhard

Auch der dritthöchste Pass der

Schweiz ist ein lohnendes Ausflugsziel.

Besonders schön für Passstrassen-Liebhaber:

die kurvenreichen

Zufahrtsstrassen von

Martigny her via Col des Planches

(1411 m ü. M.) oder Col de Champex

(1490 m ü. M.). Wer sich nicht vor

Schotterpisten fürchtet, kann

die Route aus dem Wallis über den

Col du Lein (1658 m ü. M.) wählen.

Und zuoberst empfangen die

charmanten Gastgeber Séverine

und Didier Biselx in der legendären

Auberge de l’Hospice: Das Raclette

und die Rindsschulter garantieren

hier kulinarische Höhenflüge.

www.aubergehospice.ch

Das Wallis setzt touristisch Massstäbe.

Es verfügt über den längsten

Gletscher der Alpen, den

schönsten Berg der Welt und – laut dem

Dichter Rainer Maria Rilke – über die

hübschesten Mädchen der Schweiz. Und

das Wallis ist Ausgangspunkt einiger der

spektakulärsten Passfahrten. Die gewaltige

Furka, der wildromantische Grimselpass,

der Grosse Sankt Bernhard mit

seinen legendären vierbeinigen Bewohnern,

der Nufenen, der fast bis in den

Himmel reicht, oder die mystische Moosalp

bieten eine Kulisse, die unser Land

von seiner schönsten Seite zeigt. Für den

ambitionierten Velofahrer lässt sich die

sportliche Herausforderung mit dem intensivsten

Naturerlebnis verbinden, der

Töfffahrer findet in den Kurvenkombinationen

ein anforderungsreiches wie

spektakuläres Terrain. Der Schweizer

GP-Pilot Dominique Aegerter sagt: «Das

grossartige Freiheitsgefühl auf dem Motorrad

lässt sich in der Schweiz wohl nirgends

besser erleben als auf unseren

majestätischen Alpenpässen: Fahrtwind,

Tempogefühl und Kurventechnik sind

auf diesen Strecken ähnlich intensiv wie

im Rennen.» Aber auch die gemütliche

Autofahrt wird in dieser grandiosen Umgebung

zum atemberaubenden Vergnügen.

Und das Beste kommt beim Anstieg

zuletzt. Denn überall warten auf der

Passhöhe wunderbare Gaststätten, die

von der Geschichte der grossen Schweizer

Pioniere erzählen und mitten in der

rauen Bergwelt ein Stück kulinarische

Heimat vermitteln.

www.wallis.ch

Fotos Sedrik Nemeth

39


Nufenen

Der höchste komplett in der

Schweiz gelegene Pass hat viele

Facetten. Hier dauert die Wintersperre

in der Regel länger –

und noch im Frühsommer säumen

teilweise spektakuläre Schneemauern

die Strasse. Für Radfahrer

lohnt sich der Kraftakt ganz

besonders. Sie werden im Restaurant

Nufenenpass mit besonders

grossen Portionen verwöhnt.

www.hri.ch/de/3988-nufenenpass

PÄSSE

Fotos Sedrik Nemeth

Moosalp

Der Geheimtipp! Eine enge,

kurvige Strasse – mit zum Teil

ruppigen Rampen. Doch der

Einsatz lohnt sich. Auf der Abfahrt

wartet der grandiose Ausblick ins

Matter- und Saastal. Im Restaurant

Moosalp von Carmen und Amadé

Kalbermatten haben die Cremeschnitten

einen legendären Ruf,

im Restaurant Dorbia verwöhnt

Gustav Gattlen die Gäste

mit Cordon bleu.

www.moosalp.ch / www.dorbia.ch

40


Simplon

Die Verbindung zwischen Wallis

und Italien gehört zu den attraktivsten

Alpentraversierungen –

egal, ob man mit Velo, Motorrad

oder Automobil unterwegs ist.

Das Hotel Monte Leone vereint

die Vorzüge der Nachbarn

auf gastronomische Weise. Und

vom Restaurant Simplon-Blick

hat man direkten Blickkontakt

mit dem Simplon-Adler.

www.hotelmonteleone.ch /

www.hotel-simplon-blick.ch

Furka

Von Realp aus fordert der

Furkapass (2429 m) vom Radfahrer

Kampfgeist und Schweissarbeit.

Aber nach den ersten Kehren

nimmt die Steigung ab. Die letzten

Kilometer sind vergleichsweise

leicht zu bewältigen. Die Rast im

Hotel Furkablick ist Pflicht:

Janis Osolin hat mit der hausgemachten

Tomatensuppe die

richtige Stärkung.

www.obergoms.ch

41


1500

Musikantinnen

und Musikanten

kommen ans Eidgenössische

Volksmusikfest, auch

internationale Gastformationen.

Erwartet werden 80 000 Besucherinnen

und Besucher. Crans-Montana ist per

ÖV gut erreichbar, ab Sierre per

Standseilbahn und Bus. Anfahrt

ab Zürich rund

3 Std., ab Genf

2,5 Std.

So klingt das Herz

der Schweiz

Crans-Montana ist Gastort des Eidgenössischen

Volksmusikfestes vom 19. bis 22. September 2019.

ANLÄSSE

In Crans-Montana, hoch über dem

Rhonetal, treffen sich die Volksmusikfreunde.

Der Ort ist ideal für

Wanderungen auf die umliegenden

Alpen, entlang der Suone Tsittoret

oder für Spaziergänge im Dorf.

Junge Teilnehmer: Les Amis de la

Pointe de l’Au mit Jérôme, Frédéric,

und Loïc (v.l.) aus dem Val-d’Illiez.

Ebenfalls am Fest sind «BerGex», fünf

Junge zwischen 16 und 21 Jahren.

Crans-Montana | Es rührt ihn zu Tränen,

wenn er Musik von Ländlerkapellen hört.

«Die Volksmusik kann grössten Herzschmerz

ausdrücken, aber auch so viel

Fröhlichkeit vermitteln, dass man gleich

das Tanzbein schwingen will», schwärmt

Guy Dubosson. Er ist Präsident der Sektion

französischsprachiges Wallis des

Verbandes der Schweizer Volksmusik.

Deshalb ist es für ihn eine besondere

Freude, dass das Eidgenössische Volksmusikfest

dieses Jahr in Crans-Montana

stattfindet. Dubosson hat in der Ländlerkapelle

Les Rhodos gespielt, sein Instrument

ist das Schwyzerörgeli. Selber

hat er an sieben Eidgenössischen teilgenommen,

«es sind immer inspirierende

und wunderbare Feste». Volksmusik sei

einmalig. «Sie schafft eine Ambiance,

welche die Herzen öffnet und die Menschen

zusammenbringt», sagt Dubosson.

Er beneide die Deutschschweiz ein bisschen,

da Volksmusik dort viel stärker gelebt

werde als in der Westschweiz. Deshalb

ist er besonders stolz, dass Gruppen

aus dem Unterwallis mit jungen

Musikantinnen und Musikanten am Fest

teilnehmen werden.

Wie der Verband der Volksmusik betont,

gibt es «die» Schweizer Volksmusik nicht.

Vielmehr müsse von «verschiedenen

Volksmusiken» gesprochen werden, da

sie praktisch in jeder Region anders sei.

Die heute bekannte Volksmusik hat

sich aus der ländlichen Tanzmusik des

19. Jahrhunderts entwickelt, die Handorgel,

darunter das Schwyzerörgeli, hat

sich als stilprägend durchgesetzt.

In Crans-Montana stehen von Freitagnachmittag

bis Sonntag sechs Konzertlokale

zur Verfügung, in denen jede Formation

ihre ganz persönliche Volksmusik

vortragen kann. Es besteht die Wahl

zwischen einem freien Vortrag und einem

Vortrag mit konstruktivem Expertenbericht.

Am Samstag findet ein grosser

Galaabend statt, am Sonntag eine

ökumenische Feier auf der Alp und ein

Umzug mit bundesrätlicher Beteiligung.

www.cransmontana2019.ch

42


Lukas Flückiger freut sich

auf die Marathon-WM in Grächen.

Eine Medaille in

Grächen ist das Ziel

Im September finden in Grächen die

UCI-MTB-Marathon-Weltmeisterschaften statt.

Bike| Lukas Flückiger ist einer der besten

Schweizer Cross-Country-Fahrer und

Teamleader des BMC-Pro-Teams. Für ihn

ist klar: «Da die Marathon-WM in der

Schweiz stattfindet, ist eine Medaille das

Ziel.» Lukas Flückigers Fokus liegt zwar

weiterhin auf den internationalen Cross-

Country-Rennen, aber eben auch auf der

Marathon-Disziplin an der WM in Grächen

und dem Grand-Raid-BCVS, der im

August in Verbier stattfindet. Auch sein

Bruder Mathias (Thömus RN Swiss Bike

Team) wird in Grächen am Start sein.

Auf die Herren wartet ein Rundkurs

von 90,25 Kilometern mit 3454 Metern

Höhendifferenz. Die Damen bewältigen

69,64 Kilometer mit 3507 Höhenmetern.

Nebst den UCI-MTB-Marathon-Weltmeis

terschaften findet auch eine Pumptrack

Kids Trophy statt. Dafür steht in

Grächen den Sommer über ein Pumptrack

für Qua lifikationsrennen bereit.

Für geübte Hobby-Biker gibts die E-MTB

Challenge, die Elemente aus Enduro-,

Trial- und Orientierungsrennen mit elektrischem

Rücken wind verbindet. Damit

auch die Kleinsten etwas davon haben,

wird ein Mini-Race organisiert. Die WM

findet vom 20. bis 22. September statt.

www.bike-graechen.ch

E-Bike

Der grösste

E-Bike-Event der

Welt findet in Verbier

statt: Vom 15. bis 18. August

treffen sich vom Einsteiger bis

zum Profi alle, die sich dem E-Bike

verschrieben haben. Downhill,

Strasse und Crosscountry,

Touren und Kids-Rennen.

www.verbierebike

festival.com

Fotos Sedrik Nemeth, Pascal Gertschen / Wallis Promotion,

Olivier Maire / photo-genic.ch, Gian Ehrenzeller / Keystone, HO (2)

43


Musikdorf Ernen: 1974 fanden in der

Kirche St. Georg die ersten klassischen

Konzerte statt, heute kommen Stars

aus aller Welt hierher.

KULTUR

Foto Benjamin Hadad

44


KLEINES DORF

GANZ GROSS

Die Einwohnerzahl liegt bei knapp 500,

doch im Kulturkalender kommt das Dorf weit

vorn: Nun erhält das Musikdorf Ernen den

Kultur- und Wirtschaftspreis 2019 des Wallis.

Text: Monique Ryser

45


KULTUR

Haben Sie vor Kurzem auch gehört,

wie ihr Nachbar erzählte, er habe

«die Hurtigruten gemacht»? Und

das befreundete Paar «machte Südostasien

und Hongkong, nächstes Jahr ist

dann Costa Rica dran». Man stellt sich

die Weltkarte der Betreffenden vor, mit

Stecknadeln an allen Orten, die sie schon

abhaken konnten auf ihrer Tour durch die

Welt. Und durchs Leben.

Man kann aber auch nach Ernen reisen.

Dazu braucht es etwas Mut – denn dieses

Dorf kann man nicht «machen». In Ernen

kommt man an.

Biegt man von der Hauptstrasse durchs

Goms zwischen Lax und Fiesch scharf gegen

Süden ab, fährt man rund drei Kilometer

durch eine idyllische Landschaft.

Die Strasse wird eng, und plötzlich, nach

einer letzten Biegung, ist man mittendrin,

auf dem Dorfplatz, von dem enge Gassen

in das verwinkelte Dorf mit den schwarz

verbrannten Häusern führen. Gepflegte

Bauerngärten, eine Katze, die sich in der

Sonne räkelt. Fast aus der Welt gefallen,

herrscht hier eine Stimmung aus Ruhe

und Beständigkeit, eben ganz so, als habe

man endlich eine Heimat gefunden.

So erging es auch dem ungarischen

Konzertpianisten und Klavierpädagogen

Györ gy Sebök. Der Weitgereiste, mit einer

Professur in Indiana USA, kam in den

Siebzigerjahren erstmals nach Ernen. Der

begnadete Lehrer erkannte die einmalige

Atmosphäre des Dorfes und gründete,

nach einem Gespräch mit dem Dorfpfarrer,

1974 die Sommerakademie für junge

Musikerinnen und Musiker. Die Klaviere

mussten von Genf ins Oberwallis transportiert

werden, das Pfarrhaus diente

den dreissig Musikern ebenso als Übungsraum

wie das am Dorfplatz gelegene

Tellenhaus. Zum Abschluss fanden in der

unter Denkmalschutz stehenden Barockkirche

St. Georg erste Konzerte statt.

«Das ist mein Dank an Ernen», begründete

der grosse Künstler Sebök. Denn:

Kultur hat nichts mit Grossstadt zu tun,

Kultur gehört überallhin.

Niemand hätte damals gedacht, dass aus

dieser Initiative dereinst das Musikdorf

Ernen werden würde, das heute weltbe­

1 Das Festivalorchester

in der Barockkirche

St. Georg in Ernen. Hier

fanden die ersten Aufführungen

statt, die der

Grundstein des Musikdorfs

Ernen waren. 2 Die

Pianisten Alasdair Beatson

und Paolo Giacometti

treten diesen Sommer

wieder in Ernen auf.

Am 3. und am 5. August

gemeinsam. 3 Kunstwerk:

eine Barockvioline.

1

2

3

«Eigene Magie: Wer

einmal in Ernen war, kommt

immer wieder zurück»

46


kannte Musiker aus aller Welt während

des Sommers ins Oberwallis lockt. Auch

György Sebök konnte nicht voraussehen,

dass ihn das Dorf Ernen 1986 zum Ehrenbürger

ernennen, der Kanton Wallis ihm

1995 den Kulturpreis verleihen und dass

eine damalige Schülerin von ihm heute für

die Barockkonzerte zuständig sein würde.

Der Ungar war das Herz und die Seele der

Musikakademie, die sich zum Festival der

Zukunft und schliesslich zum Musikfestival

entwickelte. Gross war die Trauer, als

er 1999 starb. Auf seinen Wunsch wurden

seine Asche und die seiner 2010 verstorbenen

Frau Eva in Mühlebach bei Ernen,

ihrer Herzensheimat, verstreut.

«Wer das Festival Musikdorf Ernen begreifen

will, muss György Sebök begreifen.

Er ist immer noch unser Leitstern»,

stellt Francesco Walter klar. Auch er, der

Kulturmanager, ist vor Jahren hier angekommen.

Heute ist er Intendant des Festivals,

Vorstandsmitglied des Vereins

Musikdorf Ernen, aber auch Vizegemeindepräsident

von Ernen, Walliser Grossrat

und Präsident der kantonalen Kulturkommission.

Er hat dem Festival Struktur

gegeben, indem heute Konzerte aus den

Bereichen Barock, Klavier, Kammermusik,

Orgel und Jazz stattfinden. Ihm zur Seite

stehen Musikerinnen und Musiker aus den

verschiedenen Bereichen als Programmverantwortliche.

So auch Ada Pesch, die

als junge Frau an einem Meisterkurs von

Sebök in Ernen teilgenommen hat und

heute Konzertmeisterin des Orchesters

des Opernhauses Zürich ist. Auch für sie

ist Ernen zur zweiten Heimat geworden,

in der sie während der Konzertsaison

tagsüber mit Vorliebe das Binn tal erkundet.

Und nicht nur das: Sie war es auch,

die ihre Freundin, die Schriftstellerin

Donna Leon, für die Literaturse minare in

Ernen begeistern konnte. Auch dieses

Donna Leon hat sich in Ernen verliebt:

Sie gibt jedes Jahr Schreibseminare.

Und: Als Barockliebhaberin ist sie

auch Programmgestalterin.

Fotos Frederike van der Straeten (2), Bernard Brand, HO

47


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Ihren Wünschen organisiert.

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Walliser Weinweg zu Fuss

Durch die malerischen Weinberge der Rhoneebene

Entdecken Sie auf dieser 4-tägigen Reise

in die Welt des Weins Trockenmauern, sonnengereifte

Trauben, Weinkeller, Önotheken und

Weinbergterrassen zwischen Martigny und Leuk.

Angebot: 3 Übernachtungen, Gepäcktransport

und detaillierte Reiseunterlagen.

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1 2

Jahr kommt die Bestsellerautorin der Brunetti-Romane

nach Ernen und leitet mit

der kanadischen Schriftstellerin Judith

Flanders Schreibseminare. Sie ist aber

auch an der Gestaltung der Barockkonzerte

beteiligt, einer grossen Leidenschaft

der Amerikanerin. Sie schafft es, Stars zu

verpflichten, oder hilft mit, jungen Talenten

eine Chance zu geben. «Wer einmal

in Ernen war, kommt immer zurück, das

gilt für die Musiker und die Besucher.

Höchstes musikalisches Können in familiärer

Atmosphäre – das ist einmalig», so

Donna Leon.

Beweis für den Spezialfall Ernen ist, dass

die Musikerinnen und Musiker für bescheidene

Gagen kommen. Nicht einmal,

sondern immer wieder. Auch das Publikum

ist treu: Das Dorf hat nicht die Infrastruktur,

die pro Saison mehr als 6000 angereisten

Zuschauerinnen und Zuschauer zu

beherbergen. Also sind die umliegenden

Hotels involviert, und mit Bussen wird ein

Shuttleservice sichergestellt. Die Finanzierung

läuft teils über Zuwendungen,

teils über Beiträge der Mitglieder des

Vereins Musikdorf Ernen. «Unser Budget

ist aber stark limitiert», erklärt Francesco

Walter.

Der Intendant war es, der den jährlichen

Aufführungen ein Motto vorangestellt hat.

«Zweisamkeiten» ist der Leitsatz dieses

Jahres. Das ist stimmig: Brauchte es doch

auch beim Gründer György Sebök dessen

Frau Eva, die nach einer ersten Reise

nach Ernen ihren Mann dazu brachte, mit

nach Ernen zu kommen.

Festival

Festival Musikdorf Ernen |

28. Juni – 15. September 2019

46. Konzertsaison unter

dem Motto «Zweisamkeiten»

Kammermusik kompakt | 28. – 30. Juni

mit dem Trio Gaon

Klavier | 6. – 12. Juli

mit dem Duo Maki Namekawa/Dennis

Russell Davies sowie Claire Huangci,

Sergey Tanin und Pietro De Maria

Barock | 14. – 25. Juli

mit dem Ensemble Aernen Barock

Jazz | 21. – 22. Juli

mit dem Charl du Plessis Trio und

der Sopranistin Rachel Harnisch

Kammermusik plus | 28. Juli – 10. August

u. a. mit Alasdair Beatson und

Paolo Giacometti

Klavier kompakt | 23. – 25. August

mit Oliver Schnyder

Newcomers | 14. – 15. September

mit dem Duo Percussion CYTi,

dem Kebyart Ensemble, dem Duo

Valmore und dem Opalio Trio

Weitere Veranstaltungen:

Literaturseminar | 13. – 19. Juli 2019

mit Donna Leon und Judith Flanders

Queerlesen | 20. – 21. Juli

mit Donat Blum, Gianni Jovanovic,

Madame Nielsen, moderiert von

Bettina Böttinger

Infos und Tickets:

+41 27 971 10 00

www.musikdorf.ch

www.ernen.ch

1 Verwinkelt: Ernen

erhielt 1979 den Wakkerpreis

für sein gut erhaltenes

Dorfbild. Bis heute

hat sich an der Sorgfalt

für die Dorfgestaltung

nichts geändert.

2 Das Barockensemble

Ernen bei den Proben.

3 Francesco Walter ist

Intendant des Festivals

Musikdorf Ernen.

Der Kanton Wallis ehrte

das Musikdorf mit dem

Kultur-und Wirtschaftspreis

2019.

3

Fotos Maximilian König (2), Benjamin Hadad

49


RACLETTE

Der Lohn

eines Sommers

Weit oben, auf den Alpen des Wallis,

entsteht mit viel Handarbeit der Raclette du

Valais AOP. Während der Sömmerung der

Kühe wird die Rohmilch verkäst. Besuch auf

der Alp de Mille oberhalb des Bagnes-Tals.

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

50


51

Käser Christophe Prodanu mit

den Laiben frischen Raclettes, die

er im Käsekeller auf der Alp de

Mille mit einer Salzlösung pflegt.


1

RACLETTE

Zweimal pro Tag stauen sich vor

der Käserei auf der Alp de Mille

die Milchkannen. Sie enthalten

die Milch der rund 250 Kühe, die hier

den Sommer verbringen. Noch lauwarm

ist das weisse Gold, wenn es ins kupferne

Käsekessi geschüttet wird. Dann zündet

Christophe Prodanu den Gasbrenner,

um die Milch auf 32 Grad zu erwärmen,

bevor er das Lab beifügt. «Es

braucht gute Milch, einen Käser, der sein

Handwerk versteht, und die richtige

Temperatur», lässt sich Prodanu entlocken.

Das tönt einfacher, als es ist: Denn

hier entsteht Walliser Raclette AOP, und

die Alp de Mille ist nur eine von knapp

50 Alpkäsereien und 25 Talkäsereien im

Kanton, die ihn nach alter Tradition und

strengem Regelwerk herstellen.

Erst seit ein paar Jahren wird hier oben

wieder gekäst. Vorher musste die Milch

während zwanzig Jahren ins Tal gebracht

werden. Pächter der Alp de Mille waren

in den letzten sieben Jahren Catherine

und Pierre-Alain Michellod. Sie besitzen

einen Betrieb in Versegères im Val de

2

1800 Käselaibe wurden

im letzten Sommer auf der

Alp de Mille produziert

52


1 «Ich könnte nie in einem Büro arbeiten», sagt

Christophe Prodanu, Käser auf der Alp de Mille.

2 Morgens und spätnachmittags wird die Milch

der gesömmerten Kühe zur Käserei gebracht.

3 Christophe Prodanu packt einen perfekt

gereiften Käse ein. 4 Catherine und Pierre-Alain

Michellod haben langjährige Alperfahrung.

3 4

53

Bagnes, «aber mein Mann will im Sommer

auf die Alp. Er liebt die Ruhe hier

oben und die Arbeit mit den Kühen.

Den Alpsommer kann man ihm nicht

wegnehmen», sagt Catherine, um anzufügen,

dass es harte, sehr harte Arbeit

sei. Auch für sie. Sie ist dafür besorgt,

dass Pierre-Alain, die acht Mitarbeiter,

Käser Christophe und seine Frau Carmen

nicht nur immer genug zu essen haben,

sondern auch, dass die Produkte

der harten Arbeit ins Tal zu Affineuren

und in die Läden kommen. Das heisst

konkret: hin- und herfahren mit dem

Auto, Bestellungen aufnehmen, einkaufen,

den Betrieb im Tal führen, den Überblick

behalten, sehr viel telefonieren,

viel Papierkram. 1800 Käse wurden im

letzten Sommer produziert. Dafür nötig

waren rund 85 Tonnen Milch. Das meiste

wurde zu Raclette verkäst, ein Teil als

Tommes. Aus der Molke, die übrig bleibt,

nachdem der Frischkäse entfernt worden

ist, wird Ziger hergestellt, der dann

frisch im Tal verkauft wird.

Eine Alp zu betreiben, ist Schwerstarbeit.

Die Tage sind lang. Für Pächter Pierre-

Alain Michellod beginnen sie gegen vier

Uhr morgens. Dann steht er auf, nimmt

den Melkstuhl und das Melkkessi und

geht zu seinen vierzig Eringerkühen auf

die eingezäunte Weide. Er melkt sie von

Hand, «so geben sie mehr Milch». Neben

den eigenen Eringern sömmern Michellods

noch Simmentaler, die mit einer mobilen

Melkmaschine und von seinen Mitarbeitern

gemolken werden. Nach dem

Melken gibt es Frühstück, dann werden

die Kühe zum Weiden wieder freigelassen

und wenn nötig weiter hoch auf die

Alp getrieben. Zwischen dem Alpaufzug

Anfang Juni und dem Alpabzug im September

weiden die Tiere auf vier Alpen,

im August sind sie auf dem höchsten

Punkt, danach geht es stufenweise wieder

zurück. «Je nach Kräutern und Gras,

das sie fressen, ändert sich die Milch»,

erklärt Michellod. Und das führe zu verschiedenen

Geschmacksausprägungen

des Käses. «Das gibt ihm die Identität»,

beschreibt es Catherine Michellod. Das

Gras auf dem höchsten Punkt ist weniger

saftig und nahrhaft als weiter unten,

und auch die Milchleistung der Kühe

nimmt im Verlauf des Sommers ab.

Pierre-Alain ist gerne bei seinen Kühen,

schaut, dass sie genügend zu fressen haben,

und hört dank den Kuhglocken

auch, wenn eine auf Abwege gerät. Er

muss alles im Blick behalten, genau beobachten,

denn die Kühe sind über grosse

Flächen verteilt.

Zum Mittagessen treffen sich die Sennen

in der Hütte und können einen kurzen

Moment ausruhen. Danach ist bald

schon wieder Zeit zum zweiten Mal Melken

am Tag. Je nach Weideort der Herde

müssen Milchkannen und die mobile


RACLETTE

Melkmaschine über grosse Distanzen

transportiert werden. Nicht immer ist

das Wetter gut, in den Bergen gibt es

schnelle Wetterwechsel, der Wind hat

Kraft, und der Regen fällt sturmartig.

«Mich stört das nicht. Auch wenn wir mal

Nebel haben, finde ich das schön», ist

Pierre-Alains Kommentar dazu.

Gegen fünf Uhr abends muss auch

Christophe Prodanu den Gasbrenner

erneut anfeuern und mit sicherer Hand

die zweite Tagesportion Milch verarbeiten.

Michellods haben den Käser aus

dem französischen Jura entdeckt und

angestellt. Er sei ein aussergewöhnlicher

Käser, lobt Catherine. Und weit gereist:

Er verbringt den Winter schon mal in

Chewton in Australien, wo er in einem

Betrieb namens «Holy Goat» Käse aus

Bio-Ziegenmilch herstellt. Und zu Vorträgen

eingeladen wird, um von seinem Leben

auf der Alp zu erzählen. «Ich brauche

die Natur um mich, nie könnte ich in

einem Büro arbeiten», sagt er. «Ich fühle

mich wirklich privilegiert, hier oben zu

arbeiten.» Nicht nur die Qualitätsmilch

macht ihm Freude, sondern auch die Käserei

und vor allem der Käsekeller, in

dem die Laibe gelagert werden. «Er ist

immer ein bisschen feucht und hat so

das perfekte Klima für die Reifung.»

Bei jedem Laib Raclette du Valais AOP

wird die regionale Herkunftsbezeichnung

wie «Bagnes», «Gomser», «Wallis 65» und

so weiter in die Käserinde geprägt. So

lässt sich die Herkunft jederzeit überprüfen.

Beim Käse von der Alp de Mille ist

«Bagnes- Mille» eingeprägt. Auch muss

der Raclette du Valais AOP mindestens

drei Monate reifen. Letztes Jahr wurden

von allen angeschlos senen Käsereien

insgesamt 1916 Tonnen auf den Markt gebracht.

Die Sorten organisation kontrolliert

die Betriebe regelmässig.

1

2

Käser Christophe:

«Ich fühle mich privilegiert,

hier oben zu arbeiten»

54


3

Vor zehn Uhr abends ist nie Schluss auf

der Alp de Mille. Und dies, obwohl die

Tage schon um vier Uhr begannen. «Ja,

es ist hart. Aber wenn man es liebt …»,

meint Pierre-Alain.

Jetzt sollte es ein bisschen leichter werden,

denn der Sohn habe nun den Betrieb

im Tal übernommen, erzählt Catherine.

Die drei Töchter würden ebenfalls

mithelfen, wenn zusätzliche Hände benötigt

würden. Ab diesem Sommer wird

das auf einer anderen Alp sein: Michellods

und Käser Prodanu werden künftig

auf der Alp du Lein Kuhherden sömmern.

Auch dort werden sie wieder Raclette

du Valais AOP produzieren – diesmal

mit dem Stempel «Le Lein».

Raclette du Valais AOP gibt es in gut

sortierten Käsegeschäften oder online:

www.raclette-du-valais.ch/

raclettegenuss

4

1 Pierre-Alain Michellod melkt die Eringerkühe

immer von Hand und auf der Wiese.

2 Käser Christophe Prodanu reinigt

das kupferne Käsekessi. 3 Raclette du

Valais AOP, Tommes und Ziger entstehen

hier auf der Alp. 4 Die ausgewaschenen

Milchkannen vor der Alpkäserei.

55


1

BIKE

2

56


F Ü R P R O F I S U N D A M A T E U R E

Bikerglück

im Wunderland

Rollendes Vergnügen vor grandioser Kulisse:

Die Walliser Berge bieten das perfekte Terrain.

Und das E-Mountainbike öffnet die Tür für

ein breites Publikum. Die Radcracks Florian Golay

und Steve Morabito zeigen den richtigen Weg.

Text: Thomas Renggli Fotos: David Carlier

Saint-Luc im Val d’Anniviers: Hier

ist man dem Himmel nahe. Das

hochmoderne Observatorium

lässt den Blick in ferne Galaxien zu – und

auf dem Planetenweg bis hinauf auf

2500 Meter über Meer wandelt man von

Himmelskörper zu Himmelskörper. Irdische

Glücksgefühle erleben Mountainbiker

in dieser alpinen Umgebung. Die

Region um das malerische Dörfchen

Chandolin, einer der höchsten ganzjährig

bewohnten Siedlungen der Schweiz,

bietet ihnen das ideale Terrain. Und dank

den E-Mountainbikes können Fahrerinnen

und Fahrer unterschiedlichsten

Formstandes das grandiose Ambiente

Rad an Rad geniessen.

«Die E-Moutainbikes öffnen unseren

Sport für eine neue Kundschaft. Selbst

Leute, die zuvor Jahrzehnte auf keinem

Velo mehr gesessen sind, finden sofort

wieder den Anschluss», sagt Florian Golay.

Der 41-jährige Romand hätte eine

elektrische Unterstützung ebenso wenig

nötig wie sein 36-jähriger Kollege Steve

Morabito. Golay gehörte zu den weltbesten

Mountainbikern in der Enduro-

Klasse, der Walliser Morabito fährt seit

2006 als Profi Strassenrennen. Gleich in

seinem Premierejahr gewann er eine

Etappe der Tour de Suisse, 2018 durfte

er sich das Trikot des Schweizer Meisters

überziehen. Heute nimmt er als Präsident

des Walliser Radsportverbands

auch politisch eine wichtige Rolle ein.

Dass er nun gelegentlich mit einem

E-Mountainbike unterwegs ist, erklärt er

schmunzelnd: «Das Vorurteil, dass ein

E-Bike vor allem für ältere und schwächliche

Fahrer gedacht ist, stimmt überhaupt

nicht. Ich selber benutze ein solches

Velo seit drei Jahren. Damit lassen

sich schwierigere und längere Touren

auch auf niedrigerer Intensitätsstufe be-

57

3

1 + 2 + 3 Florian Golay und

Steve Morabito mit den E-Bikes

unterwegs im Val d’Anniviers.

Die besten E-Bike-Routen

durchs Wallis sind:

Stoneman Glaciara, 127 km

Albinen – Leuk – Albinen, 19 km

Val d’Anniviers Bike Planet Tour, 25 km

Crans-Montana Bike Marathon, 50 km

Barrage de Cleuson Bike, 31 km


1 + 3 + 4 Enge Singletrails, planierte

Waldwege, gut ausgeschilderte

Routen für alle Stärkeklassen. Das

Wallis bietet die besten Bedingungen

für Mountainbike-Ausflüge.

2 Auch die Verpflegung kommt nie

zu kurz: Steve Morabito (l.) und

Florian Golay gönnen sich zwischen

zwei Touren eine kleine Pause.

1 2

BIKE

Heimspiel für Morabito

Steve Morabito holt sich die Kraft für

seine sportlichen Grosstaten auf Strassen

und Pisten seiner Heimat. «Ich trainiere

jeweils drei Tage aneinander mit hoher

Intensität – dann einen Tag im niederen

Frequenzbereich. An diesen Zwischentagen

benutze ich oft das E-Bike.» Die

Rechnung geht auf. Im vergangenen Juli

feierte er mit dem Gewinn des Schweizer

Meistertitels einen prestigeträchtigen

Sieg: «Ich habe lange dafür gearbeitet,

umso schöner war dieser Erfolg.» Auch

deshalb verlängerte der 36-Jährige den

Vertrag mit der französischen Equipe

Groupama-FDJ um ein Jahr. Sein Ziel ist

die Tour de Suisse im Juni. Dabei kann er

auf den Heimvorteil setzen. Die beiden

letzten Etappen – ein Einzelzeitfahren und

ein Alpen-Circuit – finden mit Start und

Ziel im Goms statt. Für Morabito ein

hervor ragendes Omen: Seinen ersten

grossen Triumph feierte er 2006 bei der

Tour-de-Suisse-Etappe nach Leuk.

wältigen.» Gesagt, getan: Auf ihren

E-Bikes schlängeln sich die beiden

Cracks mit Leichtigkeit schmale Singletrails

hoch, um sich dann wieder tollkühn

den nächsten Abhang hinunterzustürzen.

Golay sagt: «Diese Vielseitigkeit ist

typisch für das Wallis. Wir haben Strecken

in allen Landschaftstypen und auf

sämtlichen Schwierigkeitsstufen.»

Golays häufigstes Trainingsterrain sind

die Berge und Hügel um Verbier. Die

Region mit allen Facetten der alpinen

Schönheiten ist einer der Hotspots in

der Schweiz. Die ausgeschilderten Routen

gehen vom einfachen Kurs über

11 Kilometer bis zur Grand Tour über

38 Kilometer. «Hier findet jeder den für

ihn richtigen Parcours.»

Golay ist einer der Vorreiter der neuen

Szene. In Martigny führt er zusammen

mit Freeski-Pionier Phil Meier den Bikeshop

«Cross Road Cycles». Das Geschäft

58

gilt als Mittelpunkt der boomenden Szene.

Hier wird geschraubt, montiert und

gewerkelt. Und überall sind Insignien der

Erfolgskarrieren der beiden Protagonisten

zu sehen. Wer sich die Youtube-Filme

von Golay anschaut, erhält eine Vorstellung,

auf welch schmalem Grat er

sich bei seinem Sport oft bewegte: wilde

Sprünge, filigrane Steuerkünste, atemberaubende

Abfahrten zwischen Himmel

und Erde. Er war ein Pionier als

E-Enduro-Athlet und gewann dreimal

das «Epic Enduro». Und noch immer ist

er Teil des Teams Lapierre.

Höchstleistungen sind das, für ihn ist es

aber vor allem eine Freude. Seit sich Golay

von der Bühne des Spitzensports verabschiedet

hat, lässt er es als Familienvater

ruhiger angehen: «Die Motorenleistung

des E-Mountainbikes ist auf

25 Kilometer pro Stunde limitiert. Das

erhöht die Sicherheit.» Seine Lieblings-


3

4

route befinde sich am Col de la Forclaz

zwischen Martigny und Le Châtelard,

sagt er – um sich dann sofort zu korrigieren:

«Momentan führt meine bevorzugte

Strecke durchs Kinderzimmer.»

Auf der Fahrt vorbei an den wunderschönen

Holzhäusern in Chandolin will

man ihm diese Aussage nicht wirklich

abnehmen. Denn das Wallis zeigt sich

von seiner schönsten Seite. Die Sonne

scheint von stahlblauem Himmel, der

laue Wind verschafft angenehme Kühlung.

Morabito sagt: «Wer ins Wallis zum

Biken kommt, lernt unsere wunderbare

Region von einer neuen Seite kennen.»

Und als Entschädigung für den sportlichen

Effort wartet eine gastronomische

Belohnung. «Bei Raclette und Wein ist

unser Kanton besonders schön», sagt

Morabito, schwingt sich auf sein E-Bike

und fährt fast schwebend davon. Es ist,

als wäre er von einer Muse geküsst.

«Diese Vielseitigkeit ist

typisch für das Wallis. Wir

haben hier Routen durch

alle Landschaftstypen»

59


1

Der Traum-

Tänzer

Aus dem Wallis auf die Bretter der Welt.

Der 26-jährige Michel Briand aus Naters etabliert

sich nach langjähriger Ausbildung als Tänzer. Vom

Kanton Wallis erhielt er dafür einen Förderpreis.

Text: Monique Ryser

TALENT

Fotos Nicolas Bazo, HO

Als seine Kollegen sich auf dem

Fussballplatz tummelten, packte

der achtjährige Michel sein Turnsäckli

und ging in die Tanzschule Artichoc

in Brig. Klar war er dabei nicht das

einzige Kind, aber der einzige Knabe.

Doch für ihn war schon damals klar: «Ich

will Tänzer werden.» Nie habe es Zweifel

gegeben, seit er denken könne, habe

er nur diesen Traum gehabt. Er sagt es

mit sanfter, freundlicher Stimme, die verschleiert,

dass die Tanzausbildung für

Körper und Geist eine tägliche Herausforderung

ist, bei der es nicht einmal

reicht, ans Limit zu gehen. Ziel ist,

Grenzen zu überwinden – Grenzen der

Schwerkraft, der körperlichen Möglichkeiten,

der Schmerzen, der Müdigkeit.

Als Teenager trainierte er mehrmals pro

Woche, samstags reiste er nach Zürich,

um noch mehr zu lernen. Mit 17 Jahren

begann er, Hip-Hop zu unterrichten und

erarbeitete seine ersten Choreografien.

«Meine Eltern haben mich immer unterstützt.

Sie haben nie an mir oder meinem

Wunsch gezweifelt», erinnert er sich.

Nur eines forderten sie – das, was alle

Eltern fordern, wenn ihre Kinder etwas

Künstlerisches als Berufswunsch angeben:

Er solle doch noch etwas «Rechtes»

lernen. «Also absolvierte ich die Handelsschule

OMS in Brig und machte meinen

Abschluss», sagt Michel. Er sagt aber

auch: «Ich bin meinen Eltern sehr dankbar

für ihre Unterstützung.»

Nach dem Pre-Bachelor of Arts in Tanz an

der Hochschule der Künste in Zürich

suchte er eine Schule, um seine Berufung

in einen Beruf wandeln zu können. Fündig

wurde er in Salzburg. «Per Internet suchte

ich Schulen, fand die Salzburg Experimental

Academy of Dance und bewarb

mich.» Beim Vortanzen habe er sicher einige

Unsicherheiten gezeigt, technisch

war er weniger weit als andere, aber er

habe alles gegeben. «Sie haben mich aufgenommen»,

sagt er nicht ohne Stolz. Die

Aufnahmekommission sah den unbedingten

Willen und die Leidenschaft des Wallisers

und erkannte, dass er das, was noch

2

60


Mit acht ging er in

die Tanzschule, schon

damals wusste er:

«Tanz ist mein Leben»

1 Zeitgenössischer

Tanz ist seine

Leidenschaft. Hier in

einer eigenen Choreografie.

2 Michel Briand wurde vom Kanton

Wallis letztes Jahr einer der Förderpreise

für junge Künstler verliehen. «Das hat

mich sehr gefreut: Dass meine

Heimat anerkennt, was ich

mir erarbeitet habe,

berührt mich

sehr.»

fehlte, mit aller Kraft nachholen wür de.

Nach vier Jahren in Salzburg schloss er

mit dem Titel Artist in Process in Contemporary

Dance ab. «Der Zeitgenössische

Tanz ist genau das, was mir entspricht und

was ich liebe», sagt Michel Briand. Und

was er nun ausleben kann: Fürs Opernhaus

Zürich trat er in dieser Saison sowohl

in «Tannhäuser» als auch in «Hänsel und

Gretel» als Tänzer auf. Zudem unterrichtet

er an drei Tanzschulen in Zürich, macht

Choreografien und eigene Projekte.

Der Broterwerb als unabhängiger Artist

ist kein leichtes Unterfangen. «Ich lebe

in einer WG und bescheiden. Aber das

stört mich nicht, denn ich lebe meinen

61

Traum.» Auch Weiterbildungen gehören

zu seinem Leben, so war er in New York

(Tisch School of the Arts) und London

(London Contemporary Dance School).

«Ich schätze das Tanzen unter Führung

eines Choreografen, aber auch eigene

Projekte. Vorlieben für das eine oder das

andere habe ich im Moment nicht.» Kontakte

wolle er nun aufbauen, Möglichkeiten

sehen und sie ergreifen.

Das Leben als Tänzer liegt vor ihm – er

kann stolz sein. Ist er das? Er zögert. «Ja,

doch. Ich bin stolz darauf, dass ich nie

aufgegeben habe, dass ich es bis hierher

geschafft habe. Aus dem Wallis auf die

Tanzbühne. Ja, darauf bin ich stolz.»


Die Sterne

von Saint-Luc

HISTORISCH

1

1 Wohin das Auge

blickt, es trifft auf

liebevolle Details.

2 Ganzjährig

heitere Aussicht

aufs Deckengemälde

von

Raphael Ritz, dem

Neffen von Hotelpionier

César.

Das «Bella Tola», die Grande Dame unter

den historischen Hotels, hält Rückschau auf

160 Jahre und blickt in die Zukunft.

Text: Anita Lehmeier Fotos: Sedrik Nemeth

62


2

63


«Der Mix aus

Natur und

Kultur, Historie

und Moderne

stimmt»

2

1

HISTORISCH

Zeitsprünge und Sternenreisen

sind heute schon möglich. Da

muss man nicht auf Elon Musks

Privatraketen oder den nächsten Einstein

warten. Man kann gleich losreisen,

die Abschussrampe ist nicht weit: Sie

befindet sich oben im Val d’Anniviers,

1655 Meter und 27 Haarnadelkurven

hoch über dem Alltag, in Saint-Luc. Das

340-Seelen-Dorf hat sich komplett den

Sternen verschrieben: Von hier startet

ein Planeten-Wanderweg. Im Ort verbreiten

Infotafeln das Weltwissen übers

All. An einer Hausecke grüsst E. T., über

allem thront die Sternwarte François-

Xavier Bagnoud, ein hochmodernes

Institut, das auch Laien-Sternguckern zugänglich

ist. Zur Star-City wird Saint-Luc

so richtig bei Nacht, wenn die Sonne, die

den Flecken an der steilen Bergflanke

derart grosszügig verwöhnt, Feierabend

macht. Die Dunkelheit öffnet einem erst

die Augen. Weitab von Luft- und Lichtverschmutzung

offenbart sich hier weit

64

oben ein Sternenhimmel der Wow-Klasse.

Ein Firmament wie ein Samttuch, auf

dem Zillionen Diamanten um die Wette

funkeln. Ein Anblick, der auf die Bucket

List muss!

Um die schönsten vier Sterne von Saint-

Luc zu sehen, muss man aber nicht himmelwärts

gucken. Die prangen gleich bei

der Dorfeinfahrt, an der mächtigen Fassade

des Grandhotels Bella Tola. Unter

diesen vier guten Sternen lädt das Haus

zur Zeit reise der Extraklasse. Mit seinen


1 Die 31 Zimmer und Suiten

sind individuell gestaltet.

Ein Touch Moderne ist immer

dabei, hier mit China-Tapeten

und Seidenlampen. 2 Vierzig

Angestellte kümmern sich um

die Gäste und das Haus.

3 Im historischen Ambiente

geben warmes Holz und edle

Textilien den Ton an.

4 Die Gastgeber Anne-

Françoise und Claude Buchs

bringen seit 23 Jahren Leben,

Stil und Zukunft ins Haus.

3

160 Jahren in den Balken geht der Trip

natürlich zuerst nach hinten los. In die

guten alten Zeiten der alpinen Kur- und

Grandhotels voller Luxus, Plüsch und

Lokalkolorit. Im «Bella Tola» erzählt jeder

Salon, jedes Zimmer, jeder Winkel

mit Originalstücken von dieser schönen,

grossen Zeit. Rückwärts ist aber nur eine

Richtung, in die man im Historic Hotel

schaut. Der viel spannendere Blick geht

in die Zukunft. Dass das historische Haus

eine solche hat, dafür sorgen allen vo ran

zwei gute, dauerpräsente Hausgeister:

Anne-Françoise und Claude Buchs-

Favre. Und das tun sie als Besitzer, Masterminds

und Gastgeber seit nunmehr

23 Jahren. Zeit genug für das Paar, aus

dem Haus ein Schmuckstück zu machen,

ihr persönliches Universum zu schaffen.

Heute trägt jedes winzige Detail genauso

wie das grosse Ganze die Handschrift

der Buchs, eines Paares mit Auftreten

und Star-Appeal, wie man es so weit weg

vom Glanz der Städte nicht erwartet.

«Ich hatte mein Herz schon lange vor unserem

Einzug hier ans ‹Bella Tola› verloren»,

erzählt Anne-Françoise Buchs. «Ich

kannte das Haus schon als Kind, meine

Mutter stammt aus Saint-Luc. Mit zwanzig

habe ich dann erstmals hier im Hotel

gearbeitet. Schon da war ich schockverliebt.»

Die nächste Schockverliebtheit

galt dann Claude aus Sion, der dieselbe

Hotelfachschule in Lausanne besuchte.

Sie beruhte auf Gegenseitigkeit. Nach

der Schule gingen beide auf Tour durch

die Hotelwelt, erst getrennt, dann zusammen.

Sie heirateten 1990 und beschlossen,

sesshaft zu werden – und ihre

65

eigenen Chefs im eigenen Hotel. Bei der

nächstbesten Gelegenheit. Die ergab sich

1996. Der vierten Generation der Ponts,

der Besitzerfamilie des «Bella Tola», waren

die Lust und der Schnauf ausgegangen,

das einstige Grandhotel stand zum

Verkauf. Die Buchs gingen zur Bank, griffen

zu, zogen ein, packten an. Tag für Tag,

Zimmer für Zimmer, Schritt um Schritt.

Die viele Arbeit, die Ideen, das Herzblut,

der Touch of Stardust – all das kann sich

heute sehen und ablesen lassen.

«Kurz nach unserem Einzug hier beschlich

mich manchmal das Gefühl, auf

der ‹Titanic› eingecheckt zu haben», erinnert

sich Madame der Anfänge. An Ele-

4


1

HISTORISCH

66


«Das ‹Bella Tola› ist

ein Work in progress»

2

1 Ein Bade-Zimmer, das seinen

Namen verdient: mit antiker

Löwenfüsse-Wanne, Triptychon-

Spiegel, Tücherheizung. 2 Opulente

Spiegel vervielfachen den

Mix aus modernem und antikem

Mobiliar im Salon 1900. 3 Dauergäste:

Maria und Barbara.

ganz kann es das Bijou von Hotel inzwischen

mit dem Luxusliner aufnehmen,

nur nicht an Tragik. Im Gegenteil: Das

Hotel schwamm bald auf einer Erfolgswelle.

Schon 2001 wurde es zum «Historischen

Hotel des Jahres» gekürt, das

Engagement der Buchs belohnt. «Das

machte uns schnell weitherum bekannt,

zog neues Publikum an. Da gings richtig

los», erzählt die stolze Hausherrin. Heute

sind gut drei Dutzend Leute im Haus angestellt,

es herrscht Sommer- und Winterbetrieb,

siebzig Prozent der Gäste

sind Stammgäste. Weil das «Bella Tola»

ein Work in progress ist, treffen auch

Returners stets auf Neues. Spa. Renovierte

Zimmer. Zweithotel. Maiensässe.

Boutique. Neue Sessel. Neue Stoffe. Und

täglich gibts ein Blumenmeer, Kerzenlichtzauber

und Cheminéefeuer; Rituale,

die Madame eigenhändig pflegt.

Chefsache sind auch das tägliche Angebot

an Ausflügen in die Natur und zur

Kultur. Diesen Sommer führt die vielsprachige

Frau Buchs Gäste durch Feld

und Wald zu Pilzen, Vögeln und Bäumen,

zusammen mit Fachleuten (detailliertes

Programm auf der Web site). Für Hipster

gibts Mindfulness- und Anti-Stress-Angebote,

jeden Mittwoch finden Hauskonzerte

statt. Das Highlight der Woche: die

Hausführung zur blauen Stunde durch

Madame. Dann fegt sie wie ein Komet

durch Gänge, Treppenhäuser, Salons

und backstage, weist auf all die Kuriositäten,

Antiquitäten und Neuheiten hin,

die das «Bella Tola» so einzigartig machen.

Eine Sternstunde!

67

3


1

1 Signature Dish: Filet vom

einheimischen Rind mit

Morcheln. 2 Seit acht

Jahren der Chef im «Bella

Tola»: der Bretone Goulven

Tourmel, mit Felchen aus

Raron. 3 Ein Blick ins Reich

des Wahl-Wallisers.

Der Bretone im Bauch

des «Bella Tola»

2

HISTORISCH

Hinter der eleganten Kulisse, tief unten

im Bauch des Hotels, befindet sich das

Reich von Goulven Tourmel, dem Chefkoch

des Hauses, mit zwei Restaurants,

dem rustikalen «Le Tzambron» («kleines

Zimmer») mit Walliser Spezialitäten und

dem À-la-carte-Restaurant Chez Ida, seit

zwei Jahren mit 13 GaultMillau-Punkten

3

ausgezeichnet. Zusammen mit vier Gehilfen

sorgt der Bretone für das leibliche

Wohl der Gäste. Seine Wanderjahre

führten ihn unter anderem ins berühmte

«Le Gavroche» in London. «Zwei harte

Jahre», erinnert sich Tourmel, «aber eine

Erfahrung, die ich nicht missen möchte.»

Hier habe er Präzision und das Bestehen

auf Top-Qualität der Produkte gelernt.

Nach einer grossen Reise durch Australien

verschlug es ihn dann ins Val

d’Anniviers. Mit den hohen Bergen und

den sattgrünen, steilen Hängen das komplette

Gegenteil seiner Heimat. «Ich war

fasziniert von der Landschaft und bin

es nach Jahren immer noch», schwärmt

der Chef. «Und was hier im Wallis an hervorragenden

Produkten zu haben ist –

ein Paradies für einen Koch!» Ganz besonders

angetan ist der Mann vom Meer

– was Wunder? – von den Felchen aus

Raron. «Ein Geschenk der Natur: Das

saubere Wasser aus dem Ökoprojekt

Valperca gibt den Felchen ihren unvergleichlichen

Geschmack und den feinen

Biss.» Sie stehen im «Bella Tola» immer

auf der Karte. Er brät die eingemehlten

Filetstücke erst in Olivenöl, dann in Butter

an und serviert sie in Kombination

mit einer Meeresfrüchtesauce, «eine

schöne Partnerschaft», findet Tourmel.

Finden wir auch.

Ein weiterer Signature Dish des Hauses

ist das Rindsfilet, das Tourmel gern in

Wacholder räuchert und mit einer Weinsauce

serviert. Im Laufe der acht Jahre

hat der umtriebige Chef ein Netz an

lokalen Produzenten aufgebaut, denen

sein Vertrauen gilt und die die Rückverfolgbarkeit

der Rohstoffe garantieren.

«Ein Rentnerpaar, das aus Leidenschaft

Schafe hält, liefert uns Lammfleisch in

einmaliger Qualität», erzählt Tourmel.

Für das Raclette, einem weiteren festen

Programmpunkt im «Bella Tola», kauft

Tourmel zweierlei Käse ein, darunter den

von der Alp de Roi, um den Gästen die

Vielfalt der Walliser Käsespezialitäten

aufzuzeigen. «Ich liebe Käse, auch wenn

ich ihn spät entdeckt habe. Ein Tag ohne

Käse – undenkbar!»

www.bellatola.ch

68


SO NAH!

Näher, als man denkt: Die Walliser Berge sind von einem grossen

Teil der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn

durch den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am

Lötschberg. Wer auf Genuss setzt, nimmt den «Lötschberger» der

BLS und fährt über die alte, landschaftlich spektakuläre Strecke.

Ovronnaz

Zürich 3:45 h 3:10 h

Bern 2:40 h 2:00 h

Luzern 3:50 h 3:00 h

Basel 3:50 h 3:00 h

Genf 2:40 h 2:10 h

Lausanne 2:00 h 1:30 h

Neuchâtel 2:45 h 2:10 h

Crans-

Montana

Zürich 3:10 h 3:15 h

Bern 2:05 h 2:05 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:05 h

Genf 2:40 h 2:15 h

Lausanne 1:50 h 1:35 h

Neuchâtel 2:40 h 2:20 h

Leukerbad

Zürich 3:05 h 3:30 h

Bern 2:00 h 2:20 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:20 h

Genf 3:05 h 2:20 h

Lausanne 2:20 h 1:40 h

Neuchâtel 3:05 h 2:25 h

Champéry

Zürich 3:50 h 2:40 h

Bern 2:45 h 1:30 h

Luzern 4:20 h 2:30 h

Basel 3:50 h 2:30 h

Genf 2:20 h 1:35 h

Lausanne 1:30 h 1:15 h

Neuchâtel 2:45 h 1:30 h

Riederalp

Zürich 2:50 h 2:40 h

Bern 1:40 h 2:20 h

Luzern 2:50 h 2:25 h

Basel 2:50 h 3:20 h

Genf 3:10 h 2:40 h

Lausanne 2:30 h 2:00 h

Neuchâtel 2:50 h 2:45 h

Infografik Laura Bendixen, Simona Guarino

Verbier Zermatt Saas-Fee

Zürich 3:30 h 3:15 h

Bern 2:30 h 2:05 h

Luzern 4:05 h 3:10 h

Basel 3:35 h 3:05 h

Genf 2:30 h 2:15 h

Lausanne 1:45 h 1:35 h

Neuchâtel 2:25 h 2:20 h

Zürich 3:10 h 3:45 h

Bern 2:05 h 2:30 h

Luzern 3:10 h 3:15 h

Basel 3:15 h 3:30 h

Genf 3:40 h 2:55 h

Lausanne 2:50 h 2:15 h

Neuchâtel 3:10 h 3:00 h

Zürich 2:50 h 3:45 h

Bern 1:50 h 2:30 h

Luzern 3:05 h 3:15 h

Basel 3:05 h 3:30 h

Genf 3:30 h 2:55 h

Lausanne 2:45 h 2:15 h

Neuchâtel 3:05 h 3:00 h

69


Der Klub der Unternehmen Wallis fördert die intersektorielle Promotion eines innovativen und leistungsstarken

Wallis. Die Mitgliederunternehmen leisten mit ihrem Engagement einen Beitrag zur Entwicklung

des positiven Images des Wallis und dessen Positionierung als bedeutender Wirtschaftsstandort.

Mitglieder des Klubs der Unternehmen Wallis


In Zusammenarbeit mit dem Klub der Unternehmen

Wasserkraftstrom

fürs Auto

Sion | Strom aus Wasserkraft für eine

nachhaltige Elektromobilität. Deshalb engagiert

sich die FMV – sie ist insbesondere

in der Stromproduktion aus Wasserkraft

tätig – als Gründungsmitglied bei der

evpass AG. evpass ist bereits das grösste

öffentliche Ladenetz der Schweiz. Das Unternehmen

will weiter wachsen, und die

Beteiligung der FMV hilft ihm dabei. Mut

und Zukunftsglaube – das ist es, was die

Partnerschaft der FMV und der evpass AG

ausmacht, erklären die Verantwortlichen.

Denn: Es wäre absurd, wenn der für die

Elektromobilität nötige Strom von dreckigen

Kohlekraftwerken im Ausland kommen

würde. Deshalb wird die FMV den vollständigen

Strombedarf der evpass-Ladesäulen

gleichzeitig in ihren Wasserkraftwerken

erzeugen. «Wir leisten damit unseren

Beitrag an die Infrastruktur an Elektroladestationen

und garantieren, dass

der nötige Strom aus einheimischer, sauberer

und erneuerbarer Energie kommt»,

erklärt Paul Michellod, Direktor der FMV.

www.evpass.ch / www.fmv.ch

Eine globale und lokale Bank

Banking | Mit einem Netz aus 25 Geschäftsstellen

im Wallis – unter anderem

in Zermatt, Verbier und Crans-Montana

– hat UBS eine starke lokale Verankerung.

Und das in allen Kantonen. Damit

fördert sie die Nähe zu ihren gewerblichen

und privaten Kunden und kann

gleichzeitig ihr internationales Netz als

weltweite Nummer 1 der Vermögensverwaltung

zur Verfügung stellen – verfügt

sie doch über Spezialisten in rund fünfzig

Ländern. So kann UBS Dienstleistungen

auf lokaler Ebene anbieten und,

wenn nötig, intern weltweites Spezial-

wissen anfordern. Im Wallis bedienen

die 320 Angestellten rund 150 000 Kundinnen

und Kunden. Sie verwalten ein

Geschäftsvolumen von zwanzig Milliarden

Schweizer Franken. Bis 2021 investiert

UBS rund 500 Millionen Franken in

E-Banking und Mobile-Banking. Zwei

Beispiele für die digitalen Lösungen:

Ab jetzt ist es möglich, ein Bankkonto

online zu eröffnen. Und im Mobile-Banking

können die Kundinnen und Kunden

mit dem Smartphone sicher Börsenaufträge

auslösen oder Zahlungen tätigen.

www.ubs.ch

WIRTSCHAFT

Förderung von Tech-Start-ups

Fotos HO

Innovation | Die Groupe Mutuel Versicherungen

investieren in die Zukunft: Sie unterstützen

Start-ups im Bereich Healthtech,

Fintech und Insuretech mit einem

Drei-Monats-Programm. InnoPeaks funktioniert

wie ein Inkubator und hilft innovativen

Jungunternehmen mit Mentoring,

einem Netzwerk, Co-Working-Spaces,

Kontakten zu Industrie und Investoren,

Masterclasses und Kostenübernahme für

den Aufenthalt. Die ersten elf Start-ups

konnten bereits vom Angebot im Forschungsinstitut

IDIAP in Martigny profitieren.

Die Mission von Groupe Mutuel Versicherungen

ist, die weltweit vielversprechendsten

Start-ups in den genannten Bereichen

zu identifizieren und zu fördern.

www.innopeaks.ch

71


Lucy Walker (gespielt von

Corinne Thalmann) war die

erste Frau auf dem Matterhorn.

Programm und Tickets:

www.freilichtspiele-zermatt.ch

FRAUEN

1 Gabrielle Nanchen wurde 1971 nach Einführung

des Frauenstimmrechts als eine

der ersten zehn Frauen in den Nationalrat

gewählt. 2 Iris von Roten schrieb mit

«Frauen im Laufgitter» 1958 ein feministisches

Manifest, das noch heute erschreckend

aktuell ist. Sie war, wie Nanchen,

durch Heirat ins Wallis gekommen. 3 Viola

Amherd wurde als erste Frau aus dem Wallis

in den Bundesrat gewählt und ist die

erste Verteidigungs ministerin der Schweiz.

Lucy Walker war Vorsitzende

des Ladies Alpine Club.

«Die Natur auf dem Riffelberg ist

die Kulisse» so Regisseurin Livia

Anne Richard, hier bei den Proben.

72


Jetzt sind

die Ladies dran

Die Freilichtspiele Zermatt stellen auf

dem Riffelberg von Juli bis August die erste Frau

auf dem Matterhorn ins Zentrum. Nicht nur

Bergsteigerinnen schrieben im Wallis Geschichte.

Text: Monique Ryser

1

2

3

Regisseurin Livia Anne Richard

musste tief in die Archive steigen

– und trotzdem fand sie nur Fragmente

zur Geschichte der Lucy Walker,

die 1871 als erste Frau den Gipfel des

Matterhorns bestieg. «Es war frappant:

Über die Erstbesteigung von Edward

Whymper, dessen Geschichte wir vor

vier Jahren aufgeführt haben, gab es

Material im Übermass. Über die Erstbesteigung

der ersten Frau ist fast nichts

dokumentiert.» So fasste sie den Entschluss,

das Stück «Matterhorn: No

Ladies please!» mit einer eigenen Geschichte

anzureichern, die aus der adligen

Britin Lucy Walker die Förderin einer

jungen Zermatterin macht. «Ich war

nie feministisch unterwegs, aber der Vergleich

der Geschichtsschreibung über

Männer und Frauen hat mich motiviert,

hier ein bisschen Gegensteuer zu geben»,

so Richard.

Von Lucy Walker ist bekannt, dass sie

vor dem Matterhorn bereits Balmhorn,

Wetterhorn, Liskamm und Piz Bernina

bestiegen hatte. «In Zermatt traf sie auf

viel Widerstand. Erst als Konkurrentin

Meta Brevoort auf dem Weg war, konnte

sie dank des Wettbewerbsgeistes die

Männer motivieren, mit ihr aufzubrechen»,

so Richard.

Während Frauen aus dem Ausland bei den

Gipfelstürmerinnen vorneweg gingen, war

es die im Wallis wohnhafte Frauenrechtlerin

Iris von Roten, die 1958 mit ihrem

Buch «Frauen im Laufgitter» einen Skandal

auslöste. Die Walliser Gemeinde Unterbäch

war es auch, die 1957 als Erste

Frauen auf Gemeindebene abstimmen

liess. Heute stellt der Kanton mit Viola

Amherd die erste Verteidigungsministerin.

«Sie wird sicher eine grosse Staatsfrau»,

ist Gabrielle Nanchen überzeugt. Die Walliserin

gehörte nach Einführung des Frauenstimm-

und Wahlrechts in der Schweiz

zu den ersten zehn Nationalrätinnen. Nanchen

erinnert sich, dass ihr Vorgänger Karl

Dellberg ihr das Buch von Iris von Roten

geschenkt hat, «als Stabsübergabe». Sie

selber kam, wie von Roten, der Liebe wegen

ins Wallis. «Als ich den Film über Iris

von Roten sah, sah ich auch die Geschichte

meines Mannes Maurice und mir. Nicht

nur wir Frauen brauchten Mut, auch unsere

Männer mussten es wagen, sich über

Konventionen hinwegzusetzen, um durchzusetzen,

dass Frauen und Männer die

gleichen Rechte haben», so Nanchen.

Fotos z-arts.ch (2), Alpine Club Photo Library, London, Nicolas Righetti / Lundi13, RDB, Kurt Reichenbach

73


SOMMER-

SPECIALS

ANGEBOTE

Der Sommer im Wallis vereint

Familienzeit, Genuss, Sport und Natur pur.

Erleben Sie es selbst!

Foto Pascal Gertschen

74


75


SCHATZSUCHE

MIT DER FAMILIE

wallis.ch/schatzsuche

ANGEBOTE

Begeben Sie sich auf Schatzsuche

mit der ganzen Familie. Die Walliser

Familiendestinationen bieten ihren

Gästen adaptierte Routen mit

spannenden Posten und Aufgaben.

Im Tourismusbüro vor Ort erhalten

Sie die nötigen Unterlagen für diese

Familienaktivität. Jede der sieben

Schatzsuchen ist anders und originell.

Mithilfe einer Schatzkarte

werden Sie gelotst. Sie suchen nach

Hinweisen und rätseln gemeinsam.

Ein aktives Erlebnis draussen in

der Natur, das bei den Kindern das

Wandern auf spielerische Art

beliebter macht und gemeinsame

Erinnerungen schafft.

wallis.ch/schatzsuche

Crans-Montana

Nendaz

Belalp

Grächen

Zermatt

Saas-Fee

Bellwald

Aletsch Arena

Sieben neue Schatzsuchen

zum Thema Wasser

Gehen Sie mit Ihrer Familie auf Schatzsuche.

Die Walliser Familiendestinationen

haben eigens für ihre grossen und

kleinen Gäste Wege angelegt, die mit allerlei

spannenden Rätseln und kniffligen

Aufgaben zum Thema Wasser ausgesteckt

sind. Die sieben Routen (Bellwald,

Belalp, Aletsch Arena, Grächen, Nendaz,

Saas-Fee und Zermatt) beinhalten das

Thema Wasser und lassen die Schatzsuchenden

alle Facetten des «blauen Goldes»

in den Bergferienorten entdecken.

Mithilfe einer Schatzkarte spüren Sie

sämtlichen Hinweisen nach, um schliesslich

das Rätsel zu lösen. Ein aufregendes

Erlebnis in der Natur, das den Kindern

das Wandern auf spielerische Weise näherbringt

und ihnen in Erinnerung bleiben

wird. Jedes Familienmitglied hilft auf

seine Art bei der Schatzsuche mit.

Grächen

Vom Suonenportal Chilcheri gehts zum

Grächner See, wo der Kneippgarten

«Zum See» die Füsse kühlt.

Saas-Fee

Entlang der Feevispa gelangt man auf

den Suonenweg. Unterwegs warten ein

Abenteuerpark und eine Kneippanlage.

Zermatt

Entlang der Mattervispa geht es Richtung

Findeln mit Sicht auf den Viadukt

der Gornergratbahn bis hinauf zu den

Gleisen.

Nendaz

Mit dem Sessellift nach Tortin – mit Blick

auf den Staudamm von Cleuson – mit

Ziel Japanischer Garten.

Aletsch Arena

Der Legende nach lebten im Oberwallis

einst arbeitssame Zwerge, die sogenannten

«Gogwärgini». Ihren Spuren folgt man

und lernt den Wysswasserbach kennen.

Blatten-Belalp-Naters

Die Heimat der kleinen Hexe Vero führt

mit der Bahn auf die Belalp und dann

zum Kelchbach.

Bellwald

Auf dieser Wanderung kannst du sehen,

in welchen Häusern die Menschen früher

lebten – und dich auf Spielplätzen

austoben.

Fotos Pascal Gertschen / Wallis Promotion, HO

76


77

Kinderspass

Die Schatzsuchen

bieten auf Kinder ausgerichtete

Wanderungen, wie hier

zum Japanischen Garten in Nendaz.

Das Beantworten der Fragen sorgt für

Unterhaltung, und die Freude auf die

Schatztruhe, die am Ende der

Route geöffnet werden

kann, lässt die Zeit

rasch vergehen.


WEIN- & GASTRONOMIE-

AUSFLÜGE

wallis.ch/oeno-angebote

ANGEBOTE

Mit einer Rebfläche von 5000 Hektaren

ist das Wallis die grösste

Weinbauregion der Schweiz. Grossartige

Landschaften mit aussergewöhnlich

sonnigen Hanglagen, über

fünfzig AOC-Rebsorten, aus denen

eine Vielzahl grosser Weine hervorgeht,

und Traditionen, die ihnen

Charakter und Identität verleihen.

Feine Aromen, intensiv schmeckende

Früchte, seltene Gewürze und goldenes

Getreide sind das Ergebnis

Tausender Sonnenstunden, die das

Wallis in einen Garten voller Köstlichkeiten

verwandeln und zur

Quelle der Inspiration für Gourmetköche

im ganzen Land machen.

wallis.ch/oeno-angebote

Fully – auf den Spuren

der Petite Arvine

Der Start der Weinreise erfolgt in der

Vinothek Fol’terres, wo Sie bei einer

kommentierten Degustation einige

Walliser Weine und dazu passende

Regionalprodukte geniessen können.

Anschliessend folgen Sie dem Weinlehrpfad

«Die Weine und seine Weinhäuschen»

bis nach Fully, der Heimat

der Petite Arvine. Dort angekommen

empfangen die Gastgeber des Restaurants

Fully Sie im Herzen des Weindorfs

zum Mittagessen. Und schliesslich

können Sie den ereignisreichen

Tag in den Thermalbädern von Saillon

entspannt ausklingen lassen.

Preis pro Person: CHF 79.50

Chamoson – Heimat des Johannisbergs

Die Wanderung in die Weinberge von

Chamoson beginnt mit der persönlichen

Überreichung eines Apéro-Pakets.

Bereits beim Einstieg in den Wanderweg

erwartet Sie ein erstes kulturelles

Highlight: die romanische Kirche von

Saint-Pierre-de-Clages. Anschliessend

geniessen Sie auf dem höchsten Punkt

des Weinlehrpfads ein Mittagessen, bei

dem Sie Ihren Blick über das Rhonetal

und die eindrücklichen Weinberge von

Chamoson schweifen lassen können.

Eine kommentierte Degustation und

der Besuch eines Weinkellers in der

Heimat des Johannisbergs runden

dieses exklusive Erlebnis ab.

Preis pro Person: CHF 60.–

Fotos David Carlier / Wallis Promotion, Frederic Huber / Wallis Promotion

Sion – Weinvielfalt in

historischer Umgebung

Historische Bauwerke, Kunst und

Kultur zeichnen das Bild der Walliser

Hauptstadt. Inmitten dieser eindrücklichen

Szenerie lernen Sie in Begleitung

eines einheimischen Führers die

Vielfalt der Walliser Weine kennen.

Während der Degustation an exklusiven

Orten erhalten Sie zudem Einblicke

in die über 7000-jährige Geschichte

von Sion. Nach einem reichhaltigen

Mittagessen in der charmanten

Altstadt wählen Sie zwischen dem

Besuch der ältesten Orgel im Schloss

Valeria und einer Wanderung entlang

der Suone von Clavau, die einen

einmaligen Ausblick über das Rhonetal

bietet.

Preis pro Person: CHF 89.–

78


Siders/Salgesch –

eine Reise der Sinne

Nach einem kurzen Spaziergang durch

das Städtchen Siders erreichen Sie

das Schloss Château de Villa. Im Patrizierhaus

wartet eine Auswahl an Walliser

Weinen auf Sie, die Ihnen während

einer kommentierten Degustation präsentiert

wird. Anschliessend geniessen

Sie Raclettes aus fünf verschiedenen

Käsesorten. Nach diesem kulinarischen

Highlight begeben Sie sich auf den

Weinweg von Siders nach Salgesch.

Die Reise endet mit einem Besuch

des Weinmuseums.

Preis pro Person: CHF 75.–

Visperterminen –

höchster Weinberg Europas

Das Postauto bringt Sie zum Einstieg

in den Weinlehrpfad. Entlang der historischen

Walliser Trockensteinmauern

steigen Sie hoch zur St. Jodern Kellerei

und erfahren während der Wanderung

Spannendes über die lokale Weinkultur.

Bei der anschliessenden Degustation

in der Kellerei lernen Sie einheimische

Weine wie zum Beispiel den Heida

kennen. Die edlen Tropfen werden begleitet

von kulinarischen Spezialitäten.

Im Anschluss an die Degustation fährt

Sie das Postauto nach Visperterminen.

Das Mittagessen und die anschliessende

Rundwanderung entlang der Suone

Beitra mit Ausblick auf das Bietschund

das Matterhorn bieten den idealen

Tagesabschluss.

Preis pro Person: CHF 57.50

79

Genuss Wandern

durch die Weinberge

und sich mit lokalen

Spezialitäten verwöhnen lassen.

Die Wein- und Gastronomie-Ausflüge

sprechen alle Sinne an und sind

kulinarische Erlebnisse: Walliser Teller

mit Walliser Raclette AOP,

Walliser Roggenbrot AOP,

Walliser Trockenfleischprodukte

IGP.


DAS WALLIS

DER VELOFAHRER

wallis.ch/velo-angebote

ANGEBOTE

Fotos Pascal Gertschen / Wallis Promotion (2)

Die Walliser Berglandschaft ist

ein wahres Paradies für Aktivferien

und der perfekte Rahmen, um Ihre

sportlichen Leistungen unter

Beweis zu stellen – oder einfach

die fantastischen Bedingungen zu

geniessen. Markierte Fahrradwege,

grandiose Passrouten und

Aufstiege mit traumhaften Aussichten

lassen Puls und Herzen

der Radsportler höherschlagen.

wallis.ch/velo-angebote

Wallis Velo Tour:

Entdeckungstour Oberwallis

Aussichtsreiche Passstrassen und sonnige

Talflanken machen das Wallis zu

einem perfekten Gebiet für eine Rennradreise.

Sie erklimmen Gotthard,

Nufenen und Grimselpass und besuchen

sodann die verträumten Seitentäler

des Rhonetals.

Angebot: 7 Nächte in 3*-Hotels gemäss

Programm / Frühstück / Gepäcktransfer

/ bestens ausgearbeitete Routenführung

/ ausführliche Reiseunterlagen

mit GPS-Daten

Etappen: Tag 1: Anreise nach Sion,

Sion – Crans-Montana Tag 2: Crans-

Montana – Leukerbad Tag 3: Leukerbad

– Oberwald Tag 4: Rundtour Alpenpässe

Tag 5: Oberwald – Binntal – Brig

Tag 6: Brig – St. Luc Tag 7: St. Luc – Sion

Preis: Ab CHF 1115.–

Die Schätze des Oberwallis mit

dem Rennvelo

Mit dem Rennvelo fahren Sie zu den

versteckten Schätzen des Oberwallis

und entdecken dabei beeindruckende

Staumauern, atemberaubende Pässe

und idyllische Walliser Dörfer, umgeben

von den schönsten und höchsten

Gipfeln der Schweizer Alpen.

Angebot: 6 Nächte in 3*-Hotels gemäss

Programm / Frühstück / Gepäcktransfer

/ bestens ausgearbeitete Routenführung

/ ausführliche Reiseunterlagen

mit GPS-Daten

Etappen: Tag 1: Anreise nach Leuk und

Rundtour ins Turtmanntal Tag 2: Leuk –

Moosalp – Brig Tag 3: Rundtour Stausee

Gibidum Tag 4: Brig – Grimselpass –

Oberwald Tag 5: Rundtour Alpenpässe

Tag 6: Oberwald – Binntal – Leuk

Preis: Ab CHF 799.– pro Person

Walliser Weinweg mit dem Velo

Auf der Sonnenseite des Rhonetals

reifen einige der besten Weine der

Schweiz. Die Rebberge säumen den

Weg auf Ihrer Fahrt Richtung Osten,

vorbei an den Kirchen und Schlössern

von Martigny bis hin zum Marktplatz

von Leuk. Unterwegs bieten sich Ihnen

der atemberaubende Ausblick auf

die Walliser Berge und eine Vielzahl an

kulinarischen Leckerbissen.

Angebot: 2 Übernachtungen in Hotels /

Frühstück / Gepäcktransfer von Hotel

zu Hotel / Weindegustation am ersten

Tag / Walliser Picknickkorb / Eintrittskarten

in die Weinmuseen Sierre

und Salgesch / Ausführliche Reiseunterlagen

inkl. GPS-Daten

Etappen: Tag 1: Anreise nach Martigny,

Martigny – Sion. Tag 2: Sion – Leuk

Tag 3: Abreise oder Verlängerung

Gültigkeit: 1. Mai – 12. Oktober 2019

Preis: Ab CHF 399.– pro Person

80


Velotouren

Das Wallis bietet

Velofans alles, was sie

wollen: gemütlich durchs

Rhonetal und die Weinberge gondeln

oder sich mit Kraft und viel Lungenkapazität

die Berge raufkämpfen.

Schöne Aussichten und feine

Kraftnahrung in Form

eines Walliser Plättlis

inklusive.

81


Kultur, Sport & Brauchtum

Im Wallis ist immer etwas los. Eine Übersicht über

die vielfältigen Veranstaltungen und Events.

www.wallis.ch/events

AGENDA

Mai

Palp Festival

11. Mai bis 13. September, Wallis.

Konzerte, Ausstellungen, Spaziergänge,

Ateliers.

www.palpfestival.ch

Offene Weinkeller im Wallis

30. Mai bis 1. Juni, Wallis. Degustieren,

lernen und Winzer kennenlernen.

www.lesvinsduvalais.ch

Juni

Critérium du Dauphiné

16. Juni, Champéry. Etappenort

des Critérium du Dauphiné.

www.regiondentsdumidi.ch

Raid Evolénard

16. Juni, Val d’Hérens. 62, 35, 24 Kilometer

lange Trails und Kids-Cup.

www.raidevolenard.ch

Tour de Suisse im Goms

22. und 23. Juni, Goms. Einzelzeitfahren

und Alpenpässe-Circuit.

wwww.obergoms.ch/

tour-de-suisse-2019

Juli

Sion sous les étoiles

11. bis 14. Juli, Sion. Internationale

Musiker und Stars von morgen.

www.sionsouslesetoiles.ch

Freilichtspiele Zermatt

13. Juli bis 1. September, Zermatt.

Aufführungen «Matterhorn: No Ladies

please».

www.freilichtspiele-zermatt.ch

Verbier Festival

18. Juli bis 3. August, Verbier. Symphonie-Meisterwerke,

Solokonzerte.

www.verbierfestival.com

August

Cyclosportive der Walliser Weine

1. August, Sion. Mit Velo und Walliser

Bikeprofis die Weinberge entdecken.

www.lacyclosportivevalaisanne.ch

Le Tour des Stations

8. bis 11. August, Wallis. Ausdauerrennen

mit drei Schwierigkeitsstufen.

www.tourdesstations.ch

Verbier E-Bike-Festival

15. bis 18. August, Verbier.

Verschiedene Rennen für E-Bike-Fans.

www.verbier-ebikefestival.com

Omega European Masters

29. August bis 1. September,

Crans-Montana. Das Golfturnier mit

Weltklassebeteiligung.

www.omegaeuropeanmasters.com

September

Swisspeaks Trail

1. bis 8. September, Wallis. Zwischen

Gletschern und Genfersee.

www.swisspeaks.ch

Mittelalterfest in Saillon

4. bis 8. September, Saillon. Ritterspiele

mit dem Motto Orient und Abendland.

www.bayardine.ch

Vinea Le Salon

6. und 7. September, Sierre / Salgesch.

Der Treffpunkt für Weinliebhaber.

www.vinea.ch

TRAILLOVE Festival

18. bis 22. September, Zermatt. Enduro

Helveti’cup und Etappe World Series.

www.traillove.bike

Eidgenössisches Volksmusikfest

19. bis 22. September, Crans-Montana.

Rund 1500 Musiker feiern Brauchtum.

www.cransmontana2019.ch

Trail Verbier – St-Bernard

6. und 7. Juli, Verbier. Schweizer

Meisterschaften im Trailrunning.

www.trailvsb.ch

Berglauf-Europameisterschaften

7. Juli, Zermatt. Rennen für selektionierte

Läufer. Öffentlicher Lauf: 6. Juli.

www.zermatt.ch

Open Air Gampel

15. bis 18. August, Gampel. Eins der

eindrücklichsten Open Airs in Europa.

www.openairgampel.ch/2019

Grand Raid BCVs

23. bis 24. August, Verbier – Grimentz.

Mountainbike-Rennen im Hochgebirge.

www.grand-raid-bcvs.ch

UCI Mountainbike-Marathon-WM

20. bis 22. September, Grächen.

300 Teilnehmer aus 35 Nationen

kämpfen um den Weltmeistertitel.

www.bike-graechen.ch

Am Puls der Ernte

21. September, Wallis. Weinlese hautnah.

www.ampulsderernte.ch

82


wallis.ch

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