VERITAS_26.2019

oberkircher

Aromen, die unter

die Haut gehen

NEUE BADISCHE KÜCHE:

RONNY MARZIN KOCHT IM LANDGLÜCK EINFACH ANDERS UND SEHR FEIN

So ein Landglück aber auch! „Das ist mein Laden!“, sagt Ronny

Marzin (34) stolz wie Bolle über sein Restaurant Landglück

in Nesselried. Beim Anblick der grünen Landschaft freut er

sich riesig, ebenso beim Ausblick auf viele Gäste. „Ich bin

aus Oberkirch“, grinst der in der Ortenau bestens bekannte

Ronny Marzin. „Ich bin gebürtiger Sachse.“ Man hört’s raus,

woher er kommt, und man sieht es ihm an, was er ist.

Seine Arme sprechen Bände. Brandwunden, Narben und als

Tattoo seine Lieblingsgewürze: Vanille, Knoblauch, Sternanis

... Bei ihm geht der gute Geschmack unter die Haut.

Zum Beruf und zur Leidenschaft kam der aus Dippoldiswalde

im Erzgebirge (Sachsen) stammende Ronny Marzin

über seinen Vater, der einen Imbiss hatte. Ronny blieb die Wahl

nicht, also ging er auf eine überbetriebliche Hotelfachschule

in Pirna und wurde à la carte und in der Kantinenküche

firm. Drei große Praktika sollten ihn prägen. Das erste war

600 km weit weg im Westen, da war er der Ossi und bekam

eins auf den Deckel. Die nächsten Praktika waren besser

und die Stelle als Jungkoch bei Ulrich Hinkfuß auf der Insel

Sylt wurde zum Besten, was ihm passieren konnte. Dahin

hatte ihn sein Vater geschubst. Dieser hatte die glorreiche

Idee, beim Arbeitsamt in Flensburg anzurufen und für

seinen Sohn eine Stelle zu suchen. „Du, der mag dich“, sagte der

Vater und so wurde ihm eine ganz neue kulinarische Welt eröffnet.

Ronny Marzins Augen werden fast feucht, wenn er von

diesem „Künstler in seinem Reich“ erzählt und dessen Kunst

der Aromabilder. Nach ein paar Stationen (unter anderem

Köhlerstube, Traube Tonbach) landete Ronny Marzin in

Oberkirch. Mit einer kleinen Kochschule mit Fingerfood-

Service fing es vor acht Jahren in Oberkirch ganz klein an.

Nach und nach sprach es sich herum, aus Gästen wurden

Stammgäste und aus einerkleinen Kochschule wurde eine

richtige Firma, die auch Events mit 500, ja sogar 1.000

Leckermäulern aufs Feinste verköstigt. Ohne Freunde und

seine Frau hätte er es nicht geschafft. Merke: Ein Start-up

ist kein Ponyhof. Seit März hat er in Nesselried sein eigenes

Restaurant. Im Landglück will er „ganz einfach“ badische

Küche kochen. Natürlich kocht er feine Küche, so wie man

es von Ronny Marzin und seinem Motto „Einfach anders“

erwartet. Der Kartoffelsalat ist warm und mit etwas Trüffelöl

abgeschmeckt und dank seinem Kräuterwissen und ein

paar Tricks bringt er den Gaumen seiner Gäste auf den

Geschmack. Ronny Marzin, der sächsische Oberkircher,

würde es einfacher sagen: Es muss rund sein!

Ronny Marzins Kochschule | Bahnhofstraße 16 | 77704 Oberkirch |

www.ronnymarzin.de | Restaurant Landglück | Nußbacher Straße 8A |

77767 Appenweier-Nesselried

Ronnys „Variationen

vom Landglück“

SCHNITZELCHEN MIT KARTOFFELSALAT UND

ZITRONENGRASSUPPE (FÜR 4 PERSONEN):

Fleisch: 4 panierte Schnitzelchen (Reh oder Kalb).

Kartoffelsalat: 1 kg festkochende Kartoffeln, 1 TL Kümmel, 4 Lorbeerblätter,

50 g Salz, 500 ml Brühe (Geflügel oder Kalb), 150 ml guter

Balsamessig, ca. 50 g Salz, Lorbeer / Rosmarin / Thymian / 1 Knoblauchzehe

/ Ronnys Gewürzsalz No. 1 Bürkle / 5 Scheiben Ingwer

Zum Abschmecken: Gewürzsalz, Pfeffer, Muskatnuss frisch,

Curry-Anapurna, Petersilie oder Schnittlauch

ZUBEREITUNG:

Zum Kochwasser reichlich Salz geben, ein bisschen Kümmel und Lorbeer.

Gewaschene Kartoffeln mit der Schale ca. 25 Minuten darin kochen.

Brühe mit Essig, Kräutern und Ingwer in einem Topf auf kochen,

ca. 10 Minuten ziehen lassen. Die warmen Kartoffeln pellen und sofort

hobeln oder in sehr dünne Scheiben schneiden. Die heiße Brühe-Essig-

Mischung absieben und in die Kartoffeln geben, 10 Minuten richtig gut

durch schwenken. Mit Gewürzen und Kräutern abschmecken.

Tipp: Je nach Jahres zeit mit Pilzen oder Spargel sowie ein paar

Tropfen Trüffelöl verfeinern.

Zitronengrassuppe: 2 Liter Geflügelfond (oder Hühnerbrühe), 5 Stängel

Zitronengras geschnitten, Ingwerknolle ca. 100 g; 6 Blätter Kaffir-

Limette, 2 Knoblauchzehen, ca. 2 TL Kurkuma (echter Indischer),

200 ml Sahne, 200 g Kokosmilch (ungesüßt), etwas Stärke, Sesamöl,

Purple Curry.

ZUBEREITUNG:

Fond, Zitronengras, Ingwer, Limette, Knoblauch und Kurkuma in einem

Topf aufkochen und auf ein Drittel einkochen. Mixen und absieben.

Sahne und Kokosmilch dazugeben und aufkochen. Abschmecken, mit

Curry-Anapurna und frischem Zitronengras abrunden, mit Stärke abbinden.

Tipp: Einen Spritzer Sesamöl dazugeben und mit Purple Curry dekorieren.

SEKTEMPFEHLUNG:

Oberkircher Winzer, Sekt, Cuvée Royal Brut Nature

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