Ladenburger Literaturtage 2019

infinityone

Eintritt frei !

vielerorts

Ladenburger

Literaturtage

2019

04. - 06. Juli 2019


vielerorts

Ladenburger

Literaturtage

2019

Wenn man Bücher liebt: Was gibt es da Schöneres, als sich Schriftstellerinnen und

Schriftsteller in die eigene Stadt einzuladen? Was kann man sich Besseres vorstellen, als mit

ihnen gemeinsam den Sog von Geschichten zu genießen, den Klang der Sprache, die Lust

am Versinken in einen Text? Dieses Privileg haben wir dank zahlreicher Sponsoren nun

zum dritten Mal für Ladenburg wahrnehmen dürfen - das macht uns froh und wir teilen

diese Freude und die Möglichkeit der Begegnung nur zu gerne mit Ihnen!

Erneut liegen viele Wochen des Vorbereitens hinter unserem Arbeitskreis, in denen wir uns

gefragt haben: Welche Autorinnen und Autoren hätten wir gerne vor Ort? Welche Bücher

lohnt es zu lesen, welche empfehlen wir Ihnen aufs Dringlichste weiter? Welche Orte der

bezaubernden Römerstadt sind wieder bereit, Tür und Tor für Sie zu öffnen? Wo werden Sie

erneut staunen, was Ladenburg an herrlichen und versteckten Räumen zu bieten hat? Aber

natürlich auch ganz prosaisch: Gibt es dort genügend Stühle, Licht und ja: auch Toiletten?


Nur zuletzt bangen müssen wir immer in Bezug auf das Wetter, das uns die letzten beiden Jahre hold war und unser

Literaturfestival zu einem Sommerereignis gemacht hat. Und auch: Wie viele Menschen werden dieses Mal in die

Gärten, Hinterhöfe und auf die Museumsterrasse passen? Bislang ging es zweimal genau auf. So hoffen wir auch

wieder in diesem Jahr!

Immer will man in einem Grußwort über die noch heute so wichtige Bedeutung des Buches, des Lesens, des

Schreibens sprechen, die jahrhundertealte Überlieferungstechnik preisen und den Zugang zu Informationen, die

sie ermöglicht. Lassen wir das weg! Und sagen rundheraus: Versenken wir unsere Nasen tief in die Druckerschwärze

hinein, sperren wir unsere Ohren weit auf für Worte und Sprache und lassen Sie uns gemeinsam einfach das

Erzählen von Geschichten genießen!

Der Arbeitskreis

Carolin Callies, Anne Glombitza, Antje Kietzmann, Thomas Nestler, Alexander Spangenberg,

Annette Weber-Wehrmke, Kristin Wolz und Rainer Ziegler


Lesen ist das bessere Fernsehen. Denn jedes Buch bietet dem Leser mithilfe seiner eigenen

Fantasie den Zugang zu einem grenzenlosen Kopfkino. Oder wie Marguerite Duras sagte:

»Ein Buch lesen – für mich ist das das Erforschen eines Universums.«

Ich lade Sie recht herzlich ein, vom 4. bis 6. Juli anlässlich der 3. Ladenburger Literaturtage

zahlreiche Universen zu erforschen, namenhafte Autorinnen und Autoren live zu erleben

und sie und ihre Werke kennenzulernen. Das Programm will Sie auf unterschiedliche Art

und Weise inspirieren, unterhalten und ganz praktisch zum Lesen anregen. Wie in den

letzten beiden Jahren bilden auch 2019 außergewöhnliche Orte in unserer Stadt die

besondere Kulisse sämtlicher, kostenloser Veranstaltungen.

Nur durch das Zusammenspiel von Menschen, die die Begeisterung für das Lesen vereint,

ist ein solch attraktives Literaturfestival möglich. Mein aufrichtiger Dank gilt daher den

verantwortlichen Lyrikerinnen Carolin Callies und Kristin Wolz, dem Verein der Freunde


und Förderer der Stadtbibliothek, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtbibliothek,

der Buchhandlung am Rathaus, zahlreichen Sponsoren, sowie allen Bürgerinnen

und Bürgern, die ihre Türen für Lesungen öffnen.

Ich wünsche allen Beteiligten, dass sie durch unvergessliche Begegnungen mit Autorinnen

und Autoren, kurzweiligen Lesungen und vielen glücklichen Besucherinnen und Besuchern

für ihre Mühe und ihr großes Engagement belohnt werden. Unseren Gästen aus Nah und

Fern wünsche ich viel Spaß, gute Unterhaltung und einen angenehmen Aufenthalt in

unserer Stadt.

Stefan Schmutz

Bürgermeister


Donnerstag, 4. Juli

Die Eröffnung der Ladenburger Literaturtage

mit Feridun Zaimoglu und Fiston Mwanza Mujila

Feridun Zaimoglu: »Die Geschichte der Frau«

Ein literarisches Abenteuer, ein großer Gesang, ein feministisches Manifest:

Feridun Zaimoglus neuer Roman ist ein unverfrorenes Bekenntnis zur

Notwendigkeit einer neuen Menschheitserzählung – aus der Sicht der Frau.

Dieses Buch erzählt eine unerhörte Geschichte. Es lässt zehn außerordentliche

Frauen zur Sprache kommen: angefangen mit Zipporah, der Gattin Moses,

über Antigone bis hin zur Trümmerfrau Hildrun Tilmanns. Es sind Menschen,

deren Sicht auf die Dinge nicht überliefert wurde. Doch nun sprechen die

Frauen – klar und laut, wie eine abgefeuerte Kugel. Feridun Zaimoglu zeigt

sich in seinem neuen Roman erneut als ein Meister der Vielstimmigkeit.

Kraftvoll, poetisch und subversiv.

»Ein großer Wurf«

(Berliner Zeitung)


Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit seinem

sechsten Lebensmonat in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin

in Kiel. Nach »Leyla«, »Liebesbrand« und »Siebentürmeviertel« erschien

zuletzt sein großer Luther-Roman »Evangelio«. Sein Werk wurde vielfach

ausgezeichnet: mit dem Hebbel-Preis (2002), dem Preis der Jury beim

Bachmann-Wettbewerb (2003), dem Adelbert-von Chamisso-Preis (2005) und

dem Preis der Literaturhäuser (2012).

Foto: © dpa

Beginn: 19.00 Uhr

Einlass: 18.30 Uhr

Ort: Im Jesuitenhof

Bei schlechtem Wetter:

Domhof, Hauptstr. 9

Moderation: Kristin Wolz

Es gibt 150 Plätze.

«

Feridun Zaimoglu ist in seinem Schreiben unglaublich vielfältig: Von »Kanak Sprak«, seinem Debüt 1995, bis

zu »Evangelio«, dem Luther-Roman aus dem Jahr 2017, nimmt er sich immer neuen Themen an und lotet sie

»Kristin Wolz:

sprachlich neu aus, wagt den Perspektivenwechsel und die Provokation. Dieses Mal nähert er sich so unterschiedlichen

Frauenfiguren - und schafft einen vielstimmigen Chor, der anders auf das große Weltgeschehen blickt.


Donnerstag, 4. Juli

Die Eröffnung der Ladenburger Literaturtage

mit Feridun Zaimoglu und Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila: »Tram 83«

Eine afrikanische Großstadt, ein legendärer Club: »Tram 83«. Wer hierher

kommt, hat ein Ziel: Geld zu machen, egal wie. Das »Tram 83« ist der einzige

Nachtclub der Stadt, ihr pulsierendes Zentrum. Verlierer und Gewinner,

Profiteure und Prostituierte, Ex-Kindersoldaten und Studenten, sie alle treffen

in dieser Höhle aufeinander, um sich zu vergessen. Hier, an diesem von

Kriegen, Korruption und Globalisierung gezeichneten Ort, sehen sich auch

zwei ungleiche Freunde wieder: Lucien, der Schriftsteller, und Requiem, der

sich durch das Leben gaunert. Rhythmisch und rau erzählt Mwanza Mujila

ihre Geschichte, mit einem Drive, der an die Musik von John Coltrane erinnert.

»Ein Wahnsinnsroman«

(ttt - titel, thesen, temperamente - ARD)


Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbashi / Demokratische Republik

Kongo geboren. Er lebt in Graz, schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und

unterrichtet afrikanische Literatur an der Universität Graz. »Tram 83« ist sein

erster Roman, für den er bereits zahlreiche Preise erhielt.

Foto: © Leonhard Hilzensauer/Paul Zsolnay Verlag

Beginn: 20.15 Uhr

Einlass: 18.30 Uhr

Ort: Im Jesuitenhof

Bei schlechtem Wetter:

Domhof, Hauptstr. 9

Moderation: Carolin Callies

Es gibt 150 Plätze.

»

Carolin Callies:

«

Ja, da kann man nur zustimmen: Fiston Mwanza Mujilas Debütroman »zieht Ihnen den Boden unter den Füßen

weg!«(Rolling Stone). Ein harter, ein starker, ein nie kalt lassender Text. Der Autor sagt selbst über sein Schreiben:

»Ich komponiere meine Texte wie ein Jazzmusiker, wie ein Saxofonist.« Und diese Musikalität, diesen Furor, diese

Sprachgewalt ist auch bei seiner Lesung zu spüren und zu erleben.


Freitag, 5. Juli

Sylvie Schenk: »Eine gewöhnliche Familie«

mit Heribert Leuchter am Saxofon

Die Geschwister Cardin sind zu viert. Als Tante Tamara und Onkel Simon

sterben, werden am Tag der Beerdigung jedoch nicht nur die feinen Trennlinien

zwischen den vier Geschwistern sichtbar, sondern die Gräben in der gesamten

Familie. Die beiden Verstorbenen waren es, die alle zusammenhielten. Nun

hinterlassen sie neben Uneinigkeit vor allem eine Auseinandersetzung um

das Erbe, die schon auf dem Weg zur Trauerhalle ihren Anfang nimmt. Die

gefühlte Ungerechtigkeit in der Verwandtschaft ist außergewöhnlich groß –

und genau darin ist diese französische Familie so ziemlich gewöhnlich. Die

Kammermusik von Heribert Leuchter am Saxofon, die heute zur Lesung zu

hören ist, wurde für diesen Roman extra komponiert.

»Es wird Zeit, die mitreißenden Romane

der Sylvie Schenk zu entdecken.«

(Stern)


Beginn: 15.00 Uhr

Einlass: 14.30 Uhr

Ort: Kavaliershäuschen,

In den Bellengärten

im Waldpark

Bei schlechtem Wetter:

Glashaus im Waldpark

Moderation: Thomas Nestler

Der BUND lädt ein zu Kaffee

und Kuchen.

Es gibt 60 Plätze.

Sylvie Schenk, geboren 1944 in Chambéry, Frankreich, studierte in

Lyon und lebt seit 1966 in Deutschland. Sie veröffentlichte Lyrik auf

Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch. Sie lebt bei Aachen

und in La Roche-de-Rame, Hautes-Alpes.

Heribert Leuchter, geboren 1954 in Aachen, studierte zunächst in

seiner Geburtsstadt Maschinenbau, später an die Musikhochschule Rheinland Saxofon. Seit 1982 arbeitet er

als Bandleader und Komponist, Arrangeur und Produzent für Film- und TV-Musik.

»

Thomas Nestler:

Tauchen Sie mit uns und Sylvie Schenk ein in das Drama einer Familie, ausgebreitet in einem verblüffend

«

schmalen Roman. Wie schon im Vorgänger »Schnell, dein Leben« blickt die Autorin in sehr genau beobachteten,

subtil beschriebenen Szenen auf biographische Verwerfungen, die die meisten wohl auch aus ihrem Leben oder

ihrer Familie kennen. Mit ihrem Esprit wird sie wohl auch im kleinen Gärtchen am Kavaliershäuschen ein stilles

aber großes Panorama entwerfen.

Foto: © Ales Vega


Familienlesung in der Hexenküche

Sybille Hein: »Luca und Ludmilla«

mit Ra‘fat Muhammad am Schlagzeug

Freitag, 5. Juli

Lucas Leben ist gerade alles andere als rosig. Sein Vater ist auf dem Sofa

gestrandet wie ein trauriges Walross, seine Mutter schreibt ihm nur noch

Postkarten aus ihrem neuen Leben, und sein größter Traum, Schlagzeuger

der Schulband zu werden, ist zerplatzt. Doch es braut sich noch größeres

Unheil zusammen: Ludmilla Zwickzwack, eine Hexe, die für ihre teuflischen

Zaubertränke berüchtigt ist, benötigt für ihren neuesten Trank das Blut eines

traurigen Kindes. Seit Monaten beobachtet sie Luca durch ihre Kristallkugel.

Doch kaum hat sie ihn in ihren Turm gelockt, kommt alles anders: Lucas

positive Energie stellt das Leben der Hexe gewaltig auf den Kopf. Aber kann

man eine Hexe zum Guten bekehren?


Beginn: 17.00 Uhr

Einlass: 16.30 Uhr

Ort: Sybil Stein

und Salih Kúcúkakyúz

Kandelbachweg 10

Für Kinder von 5 bis 10 Jahren

Moderation: Anne Glombitza

Es gibt 50 Plätze.

Sybille Hein, 1970 in Wolfenbüttel geboren, ist Autorin und Illustratorin,

daneben Kabarettistin und Modedesignerin. Seit 1999 illustriert und

schreibt sie Bilderbücher und Geschichten für Kinder und Erwachsene. Als

Illustratorin wurde Sybille Hein u.a. mit dem Österreichischen Kinder- und

Jugendbuchpreis und dem Kinderbuchpreis der Stadt Wien ausgezeichnet.

Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Berlin.

»

Ra‘fat Muhammad wurde in Kairo/Ägypten geboren. Er lernte Tabla [Darabouka] und studierte am

Konservatorium Kairo klassisches Schlagzeug mit besonderem Interesse an modernem Schlagzeug. Er spielt mit

zahlreichen internationalen Künstlern und tourte mit Fathy Salama, Dina El Wedidi, the Rami Attallah Group.

Ihn zeichnet eine Vielzahl von Stilen aus, wie Weltmusik, Jazz-Fusion, Funk, Hip-Hop, Soul, Reggae und Pop.

«

Carolin Callies:

Sybille Hein ist ein Tausendsassa - Sängerin, Kabarettistin, Illustratorin. Damit kann sie alles, was Kinder lieben:

großartige Geschichten voller Witz erzählen, davon singen - und mit ihrem Schlagzeuger die ganze Veranstaltung in

eine jauchzend-brodelnde Hexenküche verwandeln. Das sollte sich die ganze Familie nicht entgehen lassen!

Foto: © privat


Freitag, 5. Juli

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2018

Inger-Maria Mahlke: »Archipel«

Ein großer europäischer Familienroman von der Peripherie des Kontinents: der

Insel des ewigen Frühlings, Teneriffa. Inger-Maria Mahlke ist in nur wenigen

Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert

und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt.

In „Archipel“ führt sie rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und

Verwerfungen, großer Erwartungen und kleiner Siege. Es ist das Jahrhundert

von Julio, das der Familien Bautes und Bernadottes, der Wieses, der Moores

und González‘ – Familiennamen aus ganz Europa. Aber da sind auch die, die

keine Namen haben. Denn manchmal bestimmen Willkür, Laune, Zufall oder

schlicht: mitreißende Erzählkunst über das, was geht, und das, was kommt.

»Ein kühn konzipierter Roman,

der die Geschichte Teneriffas zu einem Lehrstück

über das 20. Jahrhundert formt, das fasziniert.«

(Neue Zürcher Zeitung)


Beginn: 18.00 Uhr

Einlass: 17.00 Uhr

Mit Sektempfang und der

Möglichkeit, das Museum zu

besichtigen

Ort: Automuseum Dr. Carl Benz,

Ilvesheimer Str. 26

Moderation: Alexander

Spangenberg

Es gibt 120 Plätze.

Inger-Maria Mahlke wuchs in Lübeck und auf Teneriffa auf, studierte

Rechtswissenschaften an der FU Berlin und arbeitete dort am Lehrstuhl für

Kriminologie. 2009 gewann sie den Berliner Open Mike. Ihr Debütroman

»Silberfischchen« wurde ein Jahr später mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis

ausgezeichnet. Für einen Auszug aus ihrem Roman »Rechnung offen« bekam sie

beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis den Ernst-Willner-Preis

zugesprochen.

»

Alexander Spangenberg:

Begleiten Sie Inger-Marie Mahlke mit ihrem »Archipel« auf eine Jahrhundertreise auf die Kanaren. Im Rückwärtsgang

von 2015 bis 1919 wird eine Familiengeschichte im Rahmen von politischen und gesellschaftlichen

«

Umwälzungen auf Teneriffa erzählt.»Das Kapital dieser Insel ist ihr Licht«, sagt Inger-Maria Mahlke, die einen Teil

ihrer Kindheit dort verbracht hat. Dieses faszinierende Stück Literatur brachte ihr mit Recht den Deutschen

Buchpreis 2018 ein. Ich habe es mit Begeisterung gelesen.

Foto: © Dagmar Morath


Freitag, 5. Juli

Ausstellungseröffnung und Lesung

»Das Gedicht und sein Double«

Die Lyrik ist das spannendste Feld der Gegenwartsliteratur: Nirgendwo sonst

wird mit so hohen Einsätzen gespielt – und nirgendwo sonst fallen Leben und

Schreiben so häufig in eins. »Das Gedicht & sein Double« gibt dem Genre ein

Gesicht. Oder besser: 100 Gesichter. Seit mehr als fünf Jahren porträtiert der

Fotograf Dirk Skiba Dichterinnen und Dichter. Die Lauten und die Flüsterer,

die Jungen und die nicht mehr ganz Jungen, die Etablierten und die noch

Unbekannten.

So entstand eine Sammlung, die ihresgleichen sucht: vielstimmig, lebendig

und widersprüchlich wie die Szene selbst. Die Ausstellung zeigt einige dieser

Porträts samt Gedichten – und in der Lyriknacht werden drei der in der

Anthologie enthaltenen Poetinnen und Poeten von ihnen lesen: Marcel Beyer,

Rike Scheffler und Hans Thill.

»Wunderbar: Gedichte lesen und den Schalk,

die tiefen Augenringe der Poeten im

Schwarz-Weiß-Porträt betrachten.«

(Iris Radisch, Die ZEIT)


Ausstellungseröffnung:

19.00 Uhr

mit dem Fotografen Dirk Skiba

Einlass: 18.30 Uhr

Beginn der Lesung: 20.00 Uhr

Mit Marcel Beyer, Rike Scheffler

und Hans Thill

Ort: Galerie Linde Hollinger,

Rheingaustr. 34

Moderation: Carolin Callies

Es gibt 50 Plätze.

Dirk Skiba, geboren 1963, Studium der Sinologie, der Germanistik und des

Deutschen als Fremdsprache in Berlin, seit 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter

am Institut für Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Autodidaktischer Fotograf mit den

Schwerpunkten Autorenporträts und Reisefotografie.

»Carolin Callies:

«

»Das Gedicht & sein Double« ist ein Kunstband, ein Schmökerband, etwas zum Sattschauen und zum Festlesen.

Autorinnen und Autoren, die schon bei den Ladenburger Literaturtagen waren (wie Nora Gomringer, Michael

Fehr oder Jan Wagner) sind dort genauso zu finden wie Gedichte, die Sie unbedingt entdecken sollten!

Foto: © Dirk Skiba


Freitag, 5. Juli

Marcel Beyer, geboren 1965, wurde schon mit

seinem Debüt »Flughunde« (1995) bekannt.

Zuletzt erschienen der Gedichtband »Graphit«

(2014) und sein Roman »Kaltenburg« (2008).

Der Autor erhielt zahlreiche Preise, darunter

den Georg-Büchner-Preis (2016) und zuletzt

den Lessing-Preis (2019).

Rike Scheffler, geboren 1985, arbeitet in

den Gebieten zwischen Sprache, Performance,

Installation und Musik und begreift Gedichte,

Songs und Soundskulpturen als begeh- und

erlebbare Interventionen. Scheffler studierte

Psychologie in Berlin und Literarisches

Schreiben in Leipzig. 2016 erhielt sie den

Orphil Debut-Preis für ihren Gedichtband »der

rest ist resonanz« (2014).

Hans Thill, geboren 1954, ist Mitbegründer

des Verlags Das Wunderhorn und

künstlerischer Leiter des Künstlerhaus

Edenkoben. Zuletzt erschienen seine beiden

Gedichtbände »Das Buch der Dörfer« (2014)

und »Ratgeber für Zeugleute« (2015).

Er erhielt 2004 den Peter-Huchel-Preis.

Fotos: © Dirk Skiba


Manja Präkels: »Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß«

Freitag, 5. Juli

Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen

Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur

und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen

der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Oliver

wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender

Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter

ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends … Manja Präkels erzählt in

ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen

Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von

Freundschaft und Wut.

»Verstörend – und sehr gelungen.«

(Missy Magazine)


Manja Präkels, 1974 in Zehdenick/Mark geboren, ist Sängerin der hochgelobten

Band »Der singende Tresen« und Autorin des Lyrikbandes

»Tresenlieder«. Sie wurde für »Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß« mit dem

Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2018 und dem Deutschen Jugendliteraturpreis

2018 ausgezeichnet. Zudem erhält die Autorin für dieses Buch den

Anna-Seghers-Preis 2018.

Foto: © Nane Diehl

Einlass: 20.30 Uhr

Beginn: 21.00 Uhr

Ort: Jugendzentrum Die Kiste,

Wallstadterstr. 36-38

Moderation: Thomas Nestler

und Anne Glombitza

Es gibt 50 Plätze.

»

Anne Glombitza:

«

Atmosphärisch dicht und mit sprachlicher Direktheit und Wucht baut sie eine bedrückende Stimmung auf, die

von Misstrauen, rechter Gewalt und ständiger Angst geprägt ist. Ich fühlte mich in den Text hineingezogen,

erlebte die Angst der Protagonistin, der »linken Zecke Mimi«, fast körperlich mit, zog die Schultern hoch und

war froh, in der Zeit in NRW gelebt und keine Angst vor anderen Jugendlichen gehabt zu haben.


In Ilvesheim:

Samstag, 6. Juli

Sylvie Schenk: »Eine gewöhnliche Familie«

mit Heribert Leuchter am Saxofon

Die Geschwister Cardin sind zu viert. Als Tante Tamara und Onkel Simon

sterben, werden am Tag der Beerdigung jedoch nicht nur die feinen Trennlinien

zwischen den vier Geschwistern sichtbar, sondern die Gräben in der gesamten

Familie. Die beiden Verstorbenen waren es, die alle zusammenhielten. Nun

hinterlassen sie neben Uneinigkeit vor allem eine Auseinandersetzung um

das Erbe, die schon auf dem Weg zur Trauerhalle ihren Anfang nimmt. Die

gefühlte Ungerechtigkeit in der Verwandtschaft ist außergewöhnlich groß –

und genau darin ist diese französische Familie so ziemlich gewöhnlich. Die

Kammermusik von Heribert Leuchter am Saxofon wurde für diesen Roman

extra komponiert.

»Es wird Zeit, die mitreißenden Romane

der Sylvie Schenk zu entdecken.«

(Stern)


Beginn: 10.30 Uhr

Einlass: 10.00 Uhr mit

Sektempfang

Ort: Im Park der

Heinrich-Vetter-Stiftung,

Goethestr. 11, Ilvesheim

Bei schlechtem Wetter:

in den Räumen der Heinrich-

Vetter-Stiftung

Moderation: Antje Geiter

Es gibt 80 Plätze.

Nach der Lesung bietet die

Vetter-Stiftung einen kleinen

Mittagssnack an.

Sylvie Schenk, geboren 1944 in Chambéry, Frankreich, studierte in

Lyon und lebt seit 1966 in Deutschland. Sie veröffentlichte Lyrik auf

Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch. Sie lebt bei Aachen

und in La Roche-de-Rame, Hautes-Alpes.

Heribert Leuchter, geboren 1954 in Aachen, studierte zunächst in

seiner Geburtsstadt Maschinenbau, später an die Musikhochschule Rheinland Saxofon. Seit 1982 arbeitet er

als Bandleader und Komponist, Arrangeur und Produzent für Film- und TV-Musik.

»

Thomas Nestler:

Tauchen Sie mit uns und Sylvie Schenk ein in das Drama einer Familie, ausgebreitet in einem verblüffend

«

schmalen Roman. Wie schon im Vorgänger »Schnell, dein Leben« blickt die Autorin in sehr genau beobachteten,

subtil beschriebenen Szenen, auf biographische Verwerfungen, die die meisten wohl auch aus ihrem Leben oder

ihrer Familie kennen. Mit ihrem Esprit wird sie wohl auch im Park der Heinrich-Vetter-Stiftung ein stilles aber

großes Panorama entwerfen.

Foto: © Ales Vega


Kristin Wolz und Wolfram Sauer:

Lyrik-Matinee »Ladenburg en passant«

Fotos – Lesung – Musik

Samstag, 6. Juli

Momentaufnahmen aus dem Ladenburger Alltag, – en passant – mit dem

Smartphone gemacht, werden zu Wortminiaturen und-mosaiksteinchen am

Schreibtisch von Kristin Wolz. Verfeinert werden die Fotos durch Herbert

Wolz, der sie am Computer verfremdet. So wird eine Melange aus gebeamten

Bildern und Gedichten, sowie Improvisationen am Klavier von Wolfram Sauer

an diesem Morgen in der Martinsschule serviert.


Wolfram Sauer studierte Schulmusik, Mathematik und Musikwissenschaft

in Mannheim und Heidelberg. Seit 1984 im Schuldienst des Landes Baden-

Württemberg. Künstlerisch tätig als Organist, Chor- und Orchesterleiter;

zahlreiche Klavierabende runden seine Aktivitäten ab.

Beginn: 11.00 Uhr

Einlass: 10.30 Uhr

Ort: Martinsschule, Foyer

Hirschberger Allee 2

Moderation: Rainer Ziegler

Die Fruchtcocktail-Bar wird

geöffnet.

Es gibt 50 Plätze.

Kristin Wolz studierte Deutsch und Englisch in Göttingen. Literatur ist

Alltagskost für sie, das Schreiben Salz in der Suppe. Veröffentlichungen:

»Logenplatz für mich«. Gedichte. Verlag Kleine Schritte.2017; »I miei pensieri

volano«. Gedichte. LuoghInteriori. März 2019

»Rainer Ziegler:

Flanieren lässt es sich wunderbar in Ladenburg, ob durch die zauberhaften Gässchen, in den heimeligen

«

Winkeln,

über Plätze der bebauten Stadt sowie entlang der Naturräume vor ihren Toren. Folgen Sie mit Ihren Blicke im

Vorbeigehen der Perspektiven, die Kristin Wolz mit ihren lyrischen Gedanken zu den gewonnenen Eindrücken

und Herbert Wolz mit seiner trefflichen fotografischen Pointierung eröffnen. Szenisch perfekt ergänzt wird das

literarisch-künstlerische Wolz-Duett durch Wolfram Sauers musikalische Begleitung.

Foto: © Judith Völker-Menz


Donnerstag, 4. Juli

Eröffnung

Feridun Zaimoglu: »Die Geschichte der Frau«

Beginn: 19.00 Uhr

Jesuitenhof

Fiston Mwanza Mujila: »Tram 83«

Beginn: 20.15 Uhr

Jesuitenhof

Freitag, 5. Juli

Sylvie Schenk: »Eine gewöhnliche Familie«

Beginn: 15.00 Uhr

Kavaliershäuschen, In den Bellengärten im Waldpark

Familienlesung: Sybille Hein: »Luca und Ludmilla«

Beginn: 17.00 Uhr

Sibyl Stein und Salih Kúcúkakyúz, Kandelbachweg 10

Inger-Maria Mahlke: »Archipel«

Beginn: 18.00 Uhr

Automuseum Dr. Carl Benz, Ilvesheimer Str. 26

Ausstellungseröffnung: »Das Gedicht und sein Double«

mit dem Fotografen Dirk Skiba

Beginn: 19.00 Uhr

Galerie Linde Hollinger, Rheingaustr. 34

Lange Lyriknacht mit Marcel Beyer, Rike Scheffler und Hans Thill

Beginn: 20.00 Uhr

Galerie Linde Hollinger, Rheingaustr. 34

Manja Präkels: »Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß«

Beginn: 21.00 Uhr

Jugendzentrum Die Kiste, Wallstadterstr. 36-38


Samstag, 6. Juli

Sylvie Schenk: »Eine gewöhnliche Familie«

Beginn: 10.30 Uhr

Im Park Heinrich-Vetter-Stiftung, Goethestr. 11, Ilvesheim

Kristin Wolz: »Ladenburg en passant«

Beginn: 11.00 Uhr

Martinsschule, Hirschberger Allee 2

Christoph Simon: »Spaziergänger Zbinden«

Beginn: 15.00 Uhr

Michael Paschkowski, Nagelschmiedgasse 3

Kai Wieland: »Amerika«

Beginn: 17.00 Uhr

Im Garten von Sabine Nettelbladt, Am Neckardamm 14

Philipp Weiss: »Am Weltenrand sitzen die Menschen

und lachen«

Beginn: 19.00 Uhr

Im Garten von Familie Pfeuffer, Friedrich-Ebert-Str. 14

Anselm Oelze »Wallace«

Beginn: 19.00 Uhr

Lobdengau-Museum, Amtshof 1, Zwinger

Alexa Hennig von Lange: »Kampfsterne«

Beginn: 21.00 Uhr

Sandra und Marcus Gärtner,

Zehntscheune, Zehntstr. 26

Eintritt frei !


Christoph Simon: »Spaziergänger Zbinden«

Samstag, 6. Juli

Gestatten: Lukas Zbinden – Spaziergänger und Liebender. Christoph

Simons kluger Roman ist eine hinreißende Liebesgeschichte. Am Arm des

Zivildienstleistenden Kâzim begibt sich der 87-jährige Lukas Zbinden auf

seine Weltenreise durchs Betagtenheim. Treppe um Treppe, Stockwerk um

Stockwerk zieht es ihn hinaus auf die Wege, auf denen er ein Leben lang

an der Seite seiner Emilie dem Sinn des Lebens nachgespürt hat. Nach und

nach lernen wir einen sanftmütigen und geistreichen Mann kennen, der

glaubt, seinem Begleiter die Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens

anzuvertrauen, in Wahrheit aber die stille, herzbewegende Geschichte der

Liebe zu seiner verstorbenen Emilie erzählt.

»Hätte ich nicht vom Dasein dieses Romans erfahren,

wäre ich jetzt ärmer dran. Denn er ist reich,

er ist bezaubernd, wärmend, wunderbar.«

(Markus Werner)


Christoph Simon (*1972) ist Schriftsteller, Kabarettist und Slam-Poet.

Er ist zweifacher Schweizermeister im Poetry-Slam und wurde zweimal

mit dem Literaturpreis des Kantons Bern sowie mit dem Prix Trouvaille

ausgezeichnet. Christoph Simon ist Preisträger des Salzburger Stiers 2018, dem

renommiertesten Kleinkunstpreis im deutschen Sprachraum. Er lebt in Bern.

Zuletzt erschienen: »Viel Gutes zum kleinen Preis« (Bilger Verlag 2011).

Foto: © Unionsverlag

Beginn: 15.00 Uhr

Einlass: 14.30 Uhr

Ort: Michael Paschkowski,

Nagelschmiedgasse 3

Moderation: Carolin Callies

Es gibt 80 Plätze.

»Carolin Callies:

»Wozu leben wir, Kâzim?« fragt Zbinden seinen Begleiter. Christoph Simon schlüpft in seiner Lese-Performance

«

in die Rollen seiner Figuren. Er erzählt eine Lebensgeschichte als Monolog - lebensklug und berührend. Über die

»betörende Präsenz« von Christoph Simon auf der Bühne schwärmte schon »Die Zeit« und die »Neue Zürcher

Zeitung« schrieb: »Ein Buch über das Leben, die Liebe, das Altern und die Einsamkeit. Ein Buch voller Erinnerungen

und Lebensweisheit. Ein geschliffener Diamant.«


Kai Wieland: »Amerika«

Samstag, 6. Juli

In Rillingsbach geht es gemächlich zu. Das weiß keiner besser als Wirtin

Martha, die im örtlichen Gasthaus das Zepter fest in der Hand hält. Doch

als sich ein junger Chronist unter die Stammgäste mischt und die Ordnung

im Dorf auf den Kopf stellt, drängen tief vergrabene Erinnerungen an die

Oberfläche, die bis zur amerikanischen Besatzungszeit zurückreichen. Im

Schippen, dem einzigen Gasthaus im schwäbischen Rillingsbach, hocken sie

beisammen und lassen sich von Boiznerin Martha die Krüge füllen. Übles tritt

zutage, Verdecktes wird enthüllt, und die sonst so friedlichen Gemüter geraten

in Rage. Und der Chronist? Der sitzt mit am Tisch und notiert, was notiert

werden muss.

»Ein eigener Ton, eine eigene Weltsicht,

ein schwäbischer William Faulkner,

der zur Entdeckung einlädt.«

(Denis Scheck)


Beginn: 17.00 Uhr

Einlass: 16.30 Uhr

Ort: Im Garten von

Sabine Nettelbladt,

Am Neckardamm 14

Bei schlechtem Wetter:

Daimler und Benz Stiftung,

Dr.-Carl-Benz-Platz 2

Moderation: Kristin Wolz

Es gibt 40 Plätze.

Kai Wieland, geboren 1989 in Backnang. Nach dem Abitur absolvierte er eine

Ausbildung zum Medienkaufmann, studierte anschließend Buchwissenschaft

an der LMU in München und arbeitet seit 2016 für ein Verlagsbüro in Stuttgart.

Mit seinem Debüt »Amerika« wurde er Finalist beim Blogbuster, dem Preis der

Literaturblogger und gewann 2018 den Thaddäus-Troll-Preis.

»

Kristin Wolz:

Kai Wielands Debütroman »Amerika« wurde 2017 mit dem Blogbuster-Preis, dem etwas anderen

«

Literaturwettbewerb auf der Suche nach Nachwuchstalenten, ausgezeichnet. »Mit »Amerika« ist den digitalen

Scouts ein kapitaler Fang ins Netz gegangen«, heißt es in den Stuttgarter Nachrichten. Das bestätigt die Vergabe

des Thaddäus-Troll-Preises 2018 an Kai Wieland. Freuen wir uns auf einen Roman, der eine Fülle an

Überraschungen bereithält!

Foto: © Marijan Murat


Philipp Weiss: »Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen«

Samstag, 6. Juli

1000 Seiten, fünf Bände – ein Roman. Und auch noch ein Debüt! Wer wagt

so etwas? In »Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen« erzählt

Philipp Weiss zwischen Frankreich und Japan, zwischen dem 19. und

dem 21. Jahrhundert, in Form von Enzyklopädie, Erzählung, Notizheft,

Audiotranskription und Comic und entwirft mit diesem kühnen Roman

ein Panoptikum unserer fliehenden Wirklichkeit. Um nur eines der Bücher

und Handlungsstränge anzureißen: Die siebzehnjährige Paulette erlebt im

Jahr 1871 den Aufstand der Pariser Kommune, bereist als eine der ersten

europäischen Frauen das Japan der Meiji-Ära und liegt über hundertdreißig

Jahre im Eis der französischen Alpen geborgen.

»Dieser Tausendseiter ist ein beeindruckendes Debüt.«

(Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung)


Philipp Weiss, geboren 1982 in Wien, studierte Germanistik und Philosophie.

Er schreibt Prosa und Theaterstücke, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde.

2009 nahm er mit seinem Text »Blätterliebe« am Ingeborg-Bachmann-Preis teil.

»Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen« ist sein Romandebüt – dafür

erhielt er den Rauriser Literaturpreis 2019, den Klaus-Michael-KÜhne-Preis

2018 und den Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2018.

Foto: © Lackinger/Suhrkamp Verlag

Beginn: 19.00 Uhr

Einlass: 18.30 Uhr

Ort: Familie Pfeuffer,

Friedrich-Ebert-Str. 14

Moderation: Anne Glombitza

Es gibt 80 Plätze.

»

Anne Glombitza:

«

Philipp Weiss gelingt es in seinen »Weltenrand«-Bänden den Leser zu einem nahen Begleiter der unterschiedlichen

Protagonisten zu machen. Mit ihnen nimmt man teil an der Fragilität der menschlichen Existenz und alle

sind miteinander verwoben. Besonders berührend für mich: Die Transkription der Tonbandaufnahmen eines

9-Jährigen, der die Fukushima-Katastrophe erlebt und aus naiv-kindlicher Sicht schildert.


Samstag, 6. Juli

Historischer Roman

Anselm Oelze: »Wallace«

Ein philosophischer Abenteuerroman im Frühjahr 1858: Ein Brief verlässt

eine kleine Insel in den Molukken. Sein Ziel ist Südengland, sein Inhalt: ein

Aufsatz über den Ursprung der Arten. Kaum ein Jahr später sorgt die Schrift

für Aufsehen und wird bekannt als Theorie der Evolution. Doch nicht der

Verfasser des Briefes, der Artensammler Alfred Russel Wallace, erntet den

Ruhm dafür, sondern sein Empfänger, der Naturforscher Charles Darwin.

Einhundertfünfzig Jahre später stößt der Museumsnachtwächter Albrecht

Bromberg auf das Schicksal des vergessenen Wallace. Er begibt sich auf seine

Spuren und je länger er mit Wallace unterwegs ist, desto mehr zweifelt er an,

ob alles so bleiben muss, wie es ist.

»Oelzes wissensdurstiges Buch hebt ab zu einem schön

schwindlig machenden Höhenflug der Fantasie.«

(Denis Scheck)


Anselm Oelze, geboren 1986 in Erfurt, studierte Philosophie, Politikwissenschaft

und Philosophical Theology in Freiburg und Oxford. Nach seiner Promotion

an der Humboldt-Universität zu Berlin forschte er an der Universität Helsinki.

Derzeit lehrt er an der LMU München und lebt mit seiner Familie in Leipzig.

»Wallace« ist sein erster Roman.

Foto: © Iona Dutz c/o Schöffling & Co.

Beginn: 19.00 Uhr

Einlass: 18.30 Uhr

Ort: Lobdengau-Museum,

Amtshof 1, Zwinger

Moderation: Thomas Nestler

Es gibt 50 Plätze.

»

Thomas Nestler:

Stolpern wir gemeinsam mit Museumswächter Bromberg auf den Spuren von Alfred Russel Wallace über

«

einen

Wissenschaftsskandal unglaublichen Ausmaßes - oder doch nicht? In seinem Romandebüt wirft Anselm Oelze

viele Fragen auf: Wem gebührt der Ruhm in der Nachwelt, wer oder was entscheidet über unser Bild von der

Geschichte - lässt sie sich gar »korrigieren«? Den Korrekturversuch durchleben wir mit Bromberg, das Abenteuer

Forschung im 19. Jahrhundert mit Wallace - zwei vergnügliche Reisen, die sich lohnen.


Samstag, 6. Juli

Alexa Hennig von Lange: »Kampfsterne«

1985 - Es ist ein verrückter, heißer Sommer, in dem Boris Becker Wimbledon

gewinnt, vier Passagierflugzeuge innerhalb eines Monats abstürzen und in

einer Siedlung am Rand der Stadt drei Familien zu zerbrechen drohen. Ulla

und Rainer. Rita und Georg. Ella und Bernhard. Drei Paare. Mütter und

Väter. Sie wohnen in dänischem Design, fahren nach Südfrankreich in den

Urlaub, schicken ihre Kinder zum Cello-Unterricht und zum Intelligenztest.

Sie versuchen, sich als aufgeklärte und interessierte Menschen zu beweisen,

die das richtige Leben führen. Wo wäre das leichter als in den sorgenfreien

Achtzigerjahren der Bundesrepublik? Und warum funktioniert es trotzdem

nicht?

»Als Leser wird mir schwindelig, und angst und bange

und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.«

(ZDF heute Journal)

»Ein grandioser Roman!« (Markus Lanz, ZDF)


Beginn: 21.00 Uhr

Einlass: 20.30 Uhr

Ort: Sandra und Marcus Gärtner,

Zehntscheune, Zehntstr. 26

Moderation: Carolin Callies

Es gibt 60 Plätze.

Alexa Hennig von Lange, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman

»Relax« 1997 zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Es folgten

zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Jugendbücher.

Bei DuMont erschienen die Romane »Risiko« (2007) und »Peace« (2009).

2002 wurde Alexa Hennig von Lange mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis

ausgezeichnet. Die Schriftstellerin lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern

in Berlin.

»

Antje Kietzmann:

Wer beim Lesen des Romans mit einem Mittelschichtsidyll einer westdeutschen Kleinstadtsiedlung in den

«

80er-Jahren rechnet, wird enttäuscht. Hinter einer heilen bildungsbürgerlichen Fassade tun sich Abgründe auf,

die Alexa Henning von Lange bitterböse und versiert zugleich offenbart. Nicht nur fassungslos, sondern auch

amüsiert las ich das Werk einer scharfsinnigen Beobachterin, die zurecht seit vielen Jahren als Autorin von

Kinder- Jugend- und Erwachsenenliteratur erfolgreich ist.

Foto: © Marie Haefner





Veranstaltungsorte








Außerhalb des Plans: Martinsschule (Hirschberger Allee 2),

Automuseum Dr. Carl Benz (Ilvesheimer Str. 26) und Heinrich-Vetter-Stiftung (Ilvesheim)


➊ ➋ ➌ ➍ ➎

Kavaliershäuschen

In den Bellengärten

im Waldpark

Jugendzentrum

Die Kiste

Wallstadter Str. 36-38

Lobdengau-Museum

Amtshof 1, Römerkeller

Michael Paschkowski

Nagelschmiedgasse 3

Zehntscheuer

Zehntstr. 26

Automuseum

Dr. Carl Benz

Ilvesheimer Str. 26

Galerie Linde Hollinger

Rheingaustr. 34

Familie Pfeuffer

Friedrich-Ebert-Str. 14

Sabine Nettelbladt

Am Neckardamm 14

Jesuitenhof

Sybil Stein

Kandelbachweg 10

Martinsschule

Hirschberger Allee 2






Schullesungen

Schul

Lesung

Freitag, 5. Juli

Abenteuer! Maja Nielsen erzählt.

»Titanic - Entdeckung

auf dem Meeresgrund«

8.15 Uhr:

alle 5. Klassen der Merian-Realschule

10.00 Uhr:

alle 6. Klassen der Merian-Realschule

und die 5. Klasse der Werkrealschule

Unterer Neckar

Lesung im Domhof, Hauptstraße 9


Genau 100 Jahre ist es her, dass die Titanic unterging und mehr als 1000 Menschen in den Tod riss. Auch heute noch

bewegt die wohl berühmteste Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt uns in besonderer Weise. Welche dramatischen

Umstände führten zum Untergang des schwimmenden Grandhotels? Maja Nielsen erzählt in diesem Band packend, was

in der Nacht des 14. April 1912 geschah. Und sie berichtet, wie es gelang, das legendäre Schiff, das jahrzehntelang

verschollen war, schließlich doch zu finden. Hier berichtet der Franzose zum ersten Mal von der spannenden Suche und

dem ergreifenden Moment, als die Titanic im Dunkel des Meeres vor dem Expeditionsteam auftauchte.

Foto: © privat

Maja Nielsen, geboren 1964, schreibt Abenteuergeschichten, die als Bücher, Hörbücher und Rundfunkreportagen erschienen sind. Sie absolvierte ihr

Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater, Hamburg. 2013 zeichnete der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Maja Nielsen als

»Lesekünstlerin des Jahres 2013« aus. In der Reihe »Abenteuer!« erschienen zuletzt die Bänder über Fußballhelden, Kolumbus und Vulkane.


Schullesung

Schul

Lesung

Freitag,

Freitag, 5. Juli

Manja Präkels:

»Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß«

9.55 Uhr

Carl-Benz-Gymnasium, alle 9. Klassen

Lesung im Carl-Benz-Gymnasium,

Realschulstr. 4


Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball

miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der

Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der

Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle.

Dann eskaliert die Situation vollends … Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in

einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut.

Foto: © Nane Diehl

Manja Präkels, 1974 in Zehdenick/Mark geboren, ist Sängerin der hochgelobten Band »Der singende Tresen« und Autorin des Lyrikbandes

»Tresenlieder«. Sie wurde für »Als ich mit Hitler Schnapskirchen aß« mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2018 und dem Deutschen

Jugendliteraturpreis 2018 ausgezeichnet. Zudem erhält die Autorin für dieses Buch den Anna-Seghers-Preis 2018.


Schullesung

Schul

Freitag, Lesung

Freitag, 5. Juli

Sybille Hein:

»Luca und Ludmilla«

Musik:

Ra‘fat Muhammad am Schlagzeug

10.00 Uhr und um 11.00 Uhr

2. Klassen der

Dalberg-Grundschule und

Astrid-Lindgren-Grundschule

Lesung im Glashaus im Waldpark


Lucas Leben ist gerade alles andere als rosig. Sein Vater ist auf dem Sofa gestrandet wie ein trauriges Walross,

seine Mutter schreibt ihm nur noch Postkarten aus ihrem neuen Leben, und sein größter Traum, Schlagzeuger der

Schulband zu werden, ist zerplatzt. Doch es braut sich noch größeres Unheil zusammen: Ludmilla Zwickzwack,

eine Hexe, die für ihre teuflischen Zaubertränke berüchtigt ist, benötigt für ihren neuesten Trank das Blut eines

traurigen Kindes. Seit Monaten beobachtet sie Luca durch ihre Kristallkugel. Doch kaum hat sie ihn in ihren Turm

gelockt, kommt alles anders: Lucas positive Energie stellt das Leben der Hexe gewaltig auf den Kopf. Aber kann

man eine Hexe zum Guten bekehren?

Foto: © privat

Sybille Hein, 1970 in Wolfenbüttel geboren, ist Autorin und Illustratorin, daneben Kabarettistin und Modedesignerin. Seit 1999 illustriert und

schreibt sie Bilderbücher und Geschichten für Kinder und Erwachsene. Als Illustratorin wurde Sybille Hein u.a. mit dem Österreichischen Kinder- und

Jugendbuchpreis und dem Kinderbuchpreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Berlin.

Ra‘fat Muhammad wurde in Kairo/Ägypten geboren. Er lernte Tabla [Darabouka] und studierte am Konservatorium Kairo klassisches Schlagzeug mit

besonderem Interesse an modernem Schlagzeug. Er spielt mit zahlreichen internationalen Künstlern und tourte mit Fathy Salama, Dina El Wedidi, the

Rami Attallah Group. Ihn zeichnet eine Vielzahl von Stilen aus, wie Weltmusik, Jazz-Fusion, Funk, Hip-Hop, Soul, Reggae und Pop.


Wir danken unseren Sponsoren:


Wir danken unseren Kooperationspartnern:

Wir danken unseren Spendern:

Karin & Carl-Heinrich Esser Stiftung

Lotto Baden-Württemberg

Heinrich Vetter Stiftung

Witteler & Burkhardt Grosswäscherei GmbH

Bärbel Luppe


Veranstalter:

Foto: ©Herbert Wolz

Der Arbeitskreis

Vorne v.l.: Antje Kietzmann, Carolin Callies, Anne Glombitza, Thomas Nestler

Hinten v.l.: Rainer Ziegler, Annette Weber-Wehrmke, Alexander Spangenberg,

Kristin Wolz


Der Eintritt bei allen Lesungen ist frei, Spenden sind an allen Veranstaltungsorten willkommen. Geraden an privaten Orten kann

nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen bereit gestellt werden. Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn öffnen sich die Türen und

Tore. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur die genannte Anzahl an Personen hineinlassen können.

Mehr Informationen unter: www.ladenburger-literaturtage.de

Impressum:

Freunde und Förderer der Stadbibliothek Ladenburg e.V.

Martin Schaub

Breslauer Str. 29

68526 Ladenburg

Redaktion des Programmheftes: Carolin Callies und Kristin Wolz

Email: info@ladenburger-literaturtage.de

Eintritt frei !


« «

Pressestimmen zu den Ladenburger Literaturtagen:

»Ladenburg ist nicht mehr, wie es mal war«

(Rhein-Neckar-Zeitung)

»Tage voller Inspiration«

(Mannheimer Morgen) »Vier Tage geballter Literatur-Genuss«

(Rhein-Neckar-Zeitung)

Bisherige Gäste bei »vielerorts«:

» «

«

»Es war faszinierend vielseitig: »vielerorts« hat an drei Tagen viele Besucher angelockt

und begeistert. Umstritten schien am Ende allenfalls die Frage: Wo war es am schönsten?«

(Mannheimer Morgen)

Ruth Johanna Benrath, Meinrad Braun, Carolin Callies, Christian Dobirr, Nava Ebrahimi, Michael Fehr, Nora Gomringer, Margarita Kinstner,

Michael Landgraf, Ijoma Mangold, Dalibor Marković, Jochen Metzger, Klaus Modick, Markus Orths, Nele Pollatschek, Marion Poschmann,

Tilmann Rammstedt, Stefanie Sargnagel, Frank Sommer, Arnold Stadler, Arnim Tölpel, Jan Wagner, Kristin Wolz und Joachim Zelter


Gewinnspiel !

Sie mögen nächstes Jahr auch Gastgeberin oder Gastgeber

sein? Sie hätten Wünsche an uns, wer in Ladenburg 2020

lesen soll? Teilen Sie es uns hier gerne mit.

So erreicht man mich im Falle eines Gewinnes:

Name

Im Rahmen von »vielerorts 2019« verlost die Buchhandlung

am Rathaus signierte Bücher von teilnehmenden Autorinnen

und Autoren.

Um an der Verlosung teilzunehmen, werfen Sie diese Seite

mit der richtigen Antwort auf folgende Frage bitte bis Mittwoch,

10. Juli 2019, in die Losbox in der Buchhandlung am

Rathaus Ladenburg (Domhofgasse 3):

Wo liest bei »vielerorts 2019« die Gewinnerin

des Deutschen Buchpreises 2018?

Lösung

Anschrift

E-Mail

❏ Ich bin damit einverstanden, weitere Veranstaltungs-Informationen per Post oder E-Mail durch den Arbeitskreis

vielerorts oder die Buchhandlung am Rathaus zu erhalten.

Wir werden Ihre Daten nicht für andere Zwecke als die oben genannten verwenden und insbesondere nicht weitergeben.

Pro Person nimmt nur 1 Coupon an der Verlosung teil. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Smartphone-App

»Ladenburg Audioguide«

kostenlos für Android u. iOS

Download

vielerorts

Ladenburger

Literaturtage

2019

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine