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Facetten November 2018

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Ausgabe 35 • November 2018

Sozialgruppe Kassel

Mai 2018 | Facetten 34 1


ASB Regionalverband

Kassel-Nordhessen

Es gibt viele Möglichkeiten,

wie Sie Ihren Alltag gestalten –

wir unterstützen Sie dabei!

Hausnotruf

Sich Zuhause sicher fühlen

Tagespflege

Den Tag gemeinsam

verbringen

Menüservice

Gesunde Mahlzeit –

nach Hause geliefert

Mehrgenerationenhaus

Begegnungsstätte

für Jung und Alt

Ambulanter Pflegedienst

Unterstützung im Alltag

KOMFORT FÜR SIE:

elektrische Antriebe für Türen,

Garagentore und Einfahrten

SICHERHEIT FÜR SIE:

Rauchwarnmelder für Wohnung

und Industriebauten

KOMPETENZ FÜR SIE:

Ihr Fachbetrieb:

lopri.com

Informieren Sie sich unter

www.asb-nordhessen.de

oder rufen Sie uns an und

lassen sich beraten:

Tel. 0561-728000

Wir helfen

hier und jetzt.

Miramstraße 74 (im Hagen-Park)

34123 Kassel

Fon (05 61) 57 02 70 Fax 57 99 525

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Ihr Dienstleistungsunternehmen

für die Beförderung von

Menschen mit Behinderungen

wünscht stets

eine gute, angenehme

und vor allem sichere Mitfahrt.

Köhler-Transfer GmbH & Co. KG

Flinschstraße 57a, 60388 Frankfurt

Tel. 069-50696611

www.koehlertransfer.de


Sozialgruppe Kassel

Gastbeitrag

Gemeinsame Ziele – unterschiedliche Wege

Inklusion als Ziel unserer gesamtgesellschaftlichen

Aufgabe zeigt sich immer wieder als

Herausforderung. Wege, die dorthin führen,

sind so vielfältig, wie es die Anforderungen

und unterschiedlichen Lebenslagen der Menschen

sind. Oft stellen sich die unkonventionellen

und neuen Wege als zielführend heraus.

Wir möchten bei dem Thema Inklusion

zum Ziel kommen, und deshalb gehen wir

lösungsorientiert daran.

Neue Wege gehen, ist nicht immer ein einfaches

Unterfangen, doch auch in Kassel machen

wir uns auf den Weg. Als eine von 18

hessischen Städten erhält die Stadt Kassel als

„Modellregion Inklusion“ zur Umsetzung der

UN-Behindertenrechtskonvention zusätzliche

Mittel des Landes Hessen. Durch dieses

Programm werden regionale Vorhaben und

Planungen zur Integration von Menschen

mit Behinderungen ausdrücklich gefördert.

Wir wollen hier als ersten Schritt gemeinsam

mit lokalen Partnern und interessierten

Akteuren – insbesondere der Menschen mit

Behinderung – im Rahmen von „Ein sportlich

bewegtes Kassel für ALLE“ Projekte entwickeln,

die eine Ausweitung der inklusiven

Bewegungsangebote in der Stadt Realität

werden lassen. Ein spannendes Ziel, und die

Wege, die uns hinführen werden, gestalten

sich bereits zu Beginn der Arbeit als vielfältig,

und wir freuen uns auf das Ergebnis.

Auch die Sozialgruppe Kassel geht vielfältige

Wege in ihrer Arbeit. Seit mittlerweile 80

Jahren begleitet sie Menschen mit Einschränkungen

in einer herausragenden menschlichen

Art und Weise. Auch wenn ich meine,

dass eine Stadtgesellschaft immer auf

gleichberechtigte Teilhabe und sozialen Zusammenhalt

ausgerichtet sein muss, ist ein

solches Engagement, sind die Wege, die hier

gegangen werden, nicht selbstverständlich.

Mein Dank gilt daher allen Verantwortlichen

und denen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Schön, dass hier auch weiterhin viele

Menschen die Chance erhalten, im Rahmen

ihrer individuellen Möglichkeiten am gesellschaftlichen

Leben

teilzuhaben. Damit

gestalten wir unsere

Stadt weiter gemeinsam

lebenswert.

Ilona Friedrich

(Bürgermeisterin

und Dezernentin für

Bürger angelegenheiten

und Soziales

der Stadt Kassel)

Intro

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht kennen Sie das Folgende: „Weißt du noch, was

Bilbo immer gesagt hat? Es ist eine gefährliche Sache,

Frodo, aus deiner Haustür hinauszugehen. Du betrittst

die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst,

kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ An dieses

Zitat aus Tolkiens Buch Der Herr der Ringe muss ich

immer denken, wenn es um Ziele und Wege geht. So viel

steckt in diesem Satz. Nicht immer kennt man das Ziel

oder den Weg dahin. Gefährlich wird es in der Regel

aber nicht, wenn man wie in diesem Buch auf Gefährten

trifft, die den richtigen Weg aufzeigen oder ans Ziel helfen.

Durch die Tätigkeit bei der Sozialgruppe Kassel sind

wir mit den uns anvertrauten Menschen verbunden. Wir

begleiten sie ein Stück auf ihrem Weg, erreichen gemeinsam

mit ihnen ein Ziel, einen neuen oder den letzten

Lebensabschnitt. Es ist unser professioneller Weg, dabei

immer etwas Abstand zu wahren und den Menschen

den Freiraum zu lassen, den sie für ihre eigenen Wege

und Ziele benötigen. Das Bundesteil habegesetz hat diesen

Ansatz aufgenommen. Hoffen wir, dass wir bei der

Sozialgruppe Kassel genügend Freiraum erhalten, um

individuelle Wege begleiten zu können. Ich wünsche viel

Spaß beim Lesen der neuen Facetten mit dem Schwerpunktthema

Wege und Ziele.

Mike Alband-Nau

(Einrichtungsleitung bei der Sozialgruppe Kassel)

Mai 2018 | Facetten 34 3


Kasseler Werkstatt

55 Jahre Kasseler Werkstatt

Eine kurze Reise durch die Geschichte

In diesem Jahr feiert die Kasseler Werkstatt

55-jähriges Bestehen. Nehmen wir uns Zeit,

eine kurze Reise durch die Geschichte zu machen:

1963 Gründung der Kasseler Werkstatt

(KSW) im Haus der Jugend. Es werden

Plätze für 24 Personen geboten.

1970 Umzug in den Herwigsmühlenweg.

Die KSW wird auf 80 Plätze erweitert.

1972 Umzug in die Mündener Straße. Die

KSW ist bereits mit 128 Plätzen belegt.

1974 Einrichtung einer Gruppe für

schwerstmehrfach behinderte Menschen.

Hieraus entwickelt sich die

Tagesförderstätte.

1988 25-jähriges Jubiläum der KSW. Der

Gartenbaubereich in Kaufungen-

Papierfabrik wird eröffnet. Der Eltern-

und Förderverein der KSW wird

gegründet.

1997 Eröffnung eines weiteren Standortes

in der Werner-Heisenberg-Straße.

Die KSW bietet mittlerweile 460 Plätze

für Menschen mit Behinderung.

2007 Umzug des Gartenbaubereich der

KSW von Kaufungen nach Kassel-

Oberzwehren.

2008 Fertigstellung einer neuen Halle in

der Werner-Heisenberg-Straße. Mit

dieser Erweiterung bietet die KSW

500 Plätze für Menschen mit Behinderung.

2013 Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen.

In der documenta-Halle findet

ein großer Festakt statt.

2018 Stolzer Rückblick auf 55 Jahre Geschichte.

Die KSW ist ein frisches,

modernes Sozialunternehmen und

bietet Menschen mit Behinderung

angepasste Angebote zur Teilhabe

am Arbeitsleben.

Christian Lehnert (Einrichtungsleitung KSW)

4 Facetten 34 | Mai 2018


Kasseler Werkstatt

Schon ,Inventar’

38 Jahre in der Kasseler Werkstatt

Ich heiße Uta Winkler und bin 56 Jahre alt.

Ich arbeite in der Kasseler Werkstatt schon

seit über 38 Jahren. Das ist eine sehr lange

Zeit, und manche sagen, dass ich schon zum

,Inventar’ gehöre. Ich habe schon so einige

Stationen der Werkstatt durch, wie z. B. in der

KSW 1 habe ich Verpackung von Wundertüten

gemacht und in der KSW 2 in der Küche

gearbeitet; ich war auch eine Zeitlang in der

Wäscherei im Renthof.

Jetzt arbeite ich schon seit längerer Zeit im

Gartenbau in Oberzwehren. Dort hatte ich

öfter Probleme mit dem Rücken wegen Unkrautentfernen.

Als vor acht Jahren ein Platz

in der Küche des Gartenbaus frei wurde, entschied

ich mich nach einem zweiwöchigen

Praktikum, ganz in der Küche zu bleiben.

Dort gefällt es mir sehr gut, auch wenn es

jetzt mit dem Alter ein wenig schwerer geht.

Ich komme morgens zur Arbeit und koche

Kaffee und belege Brötchen und spüle und

putze. Donnerstags bin ich den ganzen Tag

in der KSW 1 in der Küche und bediene im

Kiosk während der Pausen. Das macht mir

sehr viel Spaß.

Ich arbeite gerne in Kasseler Werkstatt, weil

ich dann was zu tun habe und Leute um mich

rum habe. Außerdem bietet mir die Werkstatt

viele Bildungsangebote, an denen ich auch

schon teilgenommen habe, wie z. B. Entspannungskurs,

VW-Besichtigung, Schwimmen,

Tischtennis, HNA-Besichtigung, Herbstmesse,

Siebenbergen-Tagesausflug, Tanznachmittag.

Das ist schon toll, dass die Werkstatt

so ein weites Angebot macht. Bis 60 werde

ich noch weiter Vollzeit arbeiten, und dann

werde ich kürzer treten und nur noch bis mittags

arbeiten.

Protokoll: Carsten Ott

(Gruppenleiter Gartenbau)

Mai 2018 | Facetten 34 5


Kasseler Werkstatt

Übergang Schule – Beruf

Mehr Selbstbestimmung ermöglichen

Der Wechsel von der Schule in

den Beruf hat sich in den letzten

Jahren auch für Menschen mit

Hilfebedarf verändert. So passiert

es z. B. nicht mehr, dass ein Schüler

von einer Schule für Lernhilfe

in die Kasseler Werkstatt (KSW)

wechselt, nur weil sie die nächste

Einrichtung ist. Das Bundesteilhabegesetz,

das am 1. Januar 2017

in Kraft trat, will die Wahlmöglichkeiten

für SchulabgängerInnen

verbessern, die Selbstbestimmung

rückt stärker in den Fokus.

Bereits seit einigen Jahren kommen

immer mehr Menschen mit

Behinderung nicht wie früher

quasi ,automatisch’ in den Berufsbildungsbereich,

sondern informieren

sich vorab über die verschiedenen

Angebote, die es in der

Region gibt. Auch die Agentur für

Arbeit als Leistungsträger informiert

die SchülerInnen detailliert

über ihre Möglichkeiten.

Die KSW präsentiert sich auf verschiedenen

Veranstaltungen mit

ihren Angeboten und kommt dort

mit den SchülerInnen und ihren

Angehörigen ins Gespräch. Und

diese fragen sehr genau nach, was

die KSW oder auch die Pro Dokument

anzubieten hat, um herauszufinden,

ob das den eigenen Zielvorstellungen

entspricht.

Im Folgenden berichten zwei Mitarbeiter

aus dem Berufsbildungsbereich

von ihrem Übergang aus

der Schule in den Beruf.

Markus Grote

(Leitung Zentrales

Bildungsreferat KSW)

Er will lernen

Collin Wicke zum Übergang Schule – Beruf

Collin Wicke an

seinem Arbeitsplatz

im Berufsbildungsbereich

in der KSW 2.

Collin Wicke arbeitet seit September 2018

in der Kasseler Werkstatt (KSW). „Ich hatte

eigentlich immer etwas Anderes vor zu arbeiten“,

sagt der 19-Jährige. Er ist aufgrund

einer Stoffwechselerkrankung auf den Rollstuhl

angewiesen und kann deshalb nicht

so einfach dort arbeiten, wo sein Herz ihn

hinzieht: in eine Autowerkstatt oder ins Tierheim.

Das hat er in Praktika herausgefunden,

von denen er in den letzten zwei Jahren

seiner Schulzeit sechs absolviert hat, davon

auch zwei in der KSW.

Jetzt probiert er erst einmal aus, wie es ihm

mit der Arbeit in der KSW geht. Im Berufsbildungsbereich

hat er zwei ehemalige KlassenkameradInnen

und einen Buskollegen wiedergetroffen,

sodass es ihm sozial wirklich

gut geht und er Selbstbewusstsein entwickeln

kann. Aber die Arbeit ...

Collin Wicke will lernen! Und die Herausforderung

in der Verpackung der KSW 2

reicht ihm oft nicht. „Meine Kollegin und ich

arbeiten manchmal in der Pause weiter oder

sind einfach sehr schnell fertig und gucken,

dass wir dann eine neue Aufgabe kriegen.“

Auch in der Berufsschule wünscht er sich,

mehr Berufsspezifisches zu lernen.

Auf jeden Fall behält er sein Ziel, es auf

den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen, fest im

Auge. Unterstützt wird der ehrgeizige junge

Mann von seiner Gruppenleiterin Silvia

Hartdegen und von seiner Mutter.

Kirsten Alers

6 Facetten 34 | Mai 2018


Kasseler Werkstatt

„Ich habe Ziele“

Maike Hölscher zum Übergang Schule – Beruf

Maike Hölscher arbeitet seit Anfang Juli

2018 im Berufsbildungsbereich Hauswirtschaft

der Kasseler Werkstatt (KSW), wo sie

sich in ihrem vierwöchigen Eingangsverfahren

befindet. Ihr Übergang von der Schule in

den Beruf war lang und mit einigen Umwegen

verbunden.

Nachdem sie 2015 die Paul-Moor-Schule in

Reichensachsen verlassen hatte, hat sie verschiedene

berufsvorbereitende Maßnahmen

durchlaufen. Zwischendurch war sie auch

mal wieder für längere Zeit zuhause, weil

„das nicht so richtig geklappt hat“, wie sie selber

sagt. Sie fügt hinzu: „Ich habe mich von

offizieller Seite nicht gut beraten gefühlt.“

Nachdem ihr immer wieder das Gefühl vermittelt

worden war, sie sei nicht schnell genug,

hat sie sich letztendlich für die KSW entschieden.

Auch ihre Eltern haben sich über

diese Entscheidung gefreut, da Kassel insgesamt

mehr Möglichkeiten zur beruflichen

Lebensgestaltung bietet.

„Ich habe Ziele“, sagt Maike Hölscher. Ihre

Bildungsbegleiterin in der KSW, Annette Finis,

wird sie gerne dabei unterstützen, ihre

Ziele zu verwirklichen.

Markus Grote

(Leitung Zentrales Bildungsreferat)

Herzli chen Glückwunsch

zum 50. Geburtstag

Richard Meier, 6. 11.

zum 60. Geburtstag

Klaus Schäfer, 28. 7.

Gabriele Gallistl, 30. 7.

Joachim Mika, 15. 8.

Vladimir Borger, 18. 9.

Klaus-Dieter Urff, 1. 10.

Ralf Hampel, 20. 10.

Siegfried Buckert, 24. 10.

zu 25 Jahren Werkstattzugehörigkeit

Dirk Heinzemann, 1. 8.

Martin Schill, 1. 9.

Agnieszka Dub, 1. 9.

Alexandra Schiron, 1. 9.

Thorsten Urff, 1. 9.

zu 40 Jahren Werkstattzugehörigkeit

Dorothee Jahnz, 24. 10.

Mai 2018 | Facetten 34 7


Kasseler Werkstatt

Pflücken, Kochen, Freuen

Erdbeermarmelade: in der KSW selbst hergestellt

Sommer, Sonne, Erdbeerzeit! Dieter Bitter,

Bereichsleiter der Hauswirtschaft, hatte die

Idee, die MitarbeiterInnen in der Kasseler

Werkstatt 2 könnten selbst Marmelade produzieren.

Dafür ging es am sonnigen 12. Juni

hinaus auf ein Erdbeerfeld in Kaufungen.

Mit dabei waren Günther Rode, Robert Schirjack,

Lisa Bauer, Regina Döpke, Rita Sennhenn

und Steve Vornachen. Einige von ihnen

waren noch nie auf einem Erdbeerfeld gewesen,

daher war die Vorfreude entsprechend

groß. Mit leeren Eimern warteten alle auf die

Öffnung des Feldes. Dann ging es los. Voller

Fleiß und mit guter Laune wurden zwölf

10-Liter-Eimer mit Erdbeeren gefüllt. Hin und

wieder musste von den süßen Früchten natürlich

auch genascht werden.

Zurück in der Kasseler Werkstatt ging es

an die Herstellung der Marmelade. Zunächst

mussten die Erdbeeren geputzt und gewaschen

werden. Dann wurden sie püriert, sodass

ein leuchtend roter Erdbeerbrei entstand.

Dieser wurde mit 2:1-Gelierzucker vermengt

und zu wunderbarer Erdbeermarmelade verkocht.

Schnell wurde schließlich die Marmelade

in saubere Gläser gefüllt, die verschlossen

und auf den Kopf gestellt abkühlen mussten.

Die selbst hergestellte Marmelade haben

wir zu guter Letzt im Speisesaal zum Kauf angeboten.

Viel zu schnell war sie ausverkauft.

Viel Arbeit war es schon, diese hat jedoch

viel Spaß gemacht. Die MitarbeiterInnen

sind stolz auf ihr Werk. Immer wieder kamen

die Gespräche auf die Aktion zurück. Am

liebsten hätten einige gleich wieder Erdbeermarmelade

gekocht. Die Erdbeerzeit ist leider

vorbei. Aber auf nächstes Jahr Juni können

wir uns ja schon einmal freuen.

Irene Ignatze

(Gruppenfachkraft Hauswirtschaft)

8 Facetten 34 | Mai 2018


Kasseler Werkstatt

Pizza, Schnitzel und Marmelade

Die Kochgruppe in der Kasseler Werkstatt

Jeden Dienstag

kochen mit

Klaus-Peter

Mohr (rechts):

Agnieszka

Dub, Angelika

Kepper, Thomas

Rommel und

Christina Kittler.

Jeden Dienstag Kochen mit Klaus. Zuerst

haben wir einen Film angeschaut. In diesem

wurde uns gezeigt, was Ordnung und Sauberkeit

bedeuten und worauf man achten

muss, z. B vor dem Kochen immer gründlich

die Hände zu waschen. Die Kochgruppe findet

jeden Dienstag von 10.00 bis 12.30 Uhr in

der Küche des Berufsbildungsbereichs in der

KSW 2 statt. Das Bildungsangebot wird von

Klaus Mohr geleitet, der auch als Gruppenleiter

im Arbeitsbereich 2 beschäftigt ist.

Wir haben gekocht – Nudel-Omelett mit

Erbsen und Möhren. Und Kartoffelpuffer und

als Nachtisch Apfelmus, natürlich auch selber

zubereitet. Dann haben wir mal drei verschiedene

Pizzen selbst gemacht, mit Salami,

mit Pilzen, Ananas und Schinken. Die dritte

haben wir mit Zwiebeln und Thunfisch belegt.

Ein anderes Mal kochten wir Spaghetti Bolognese,

was lecker war. In der letzten Woche

– Highlight – haben wir ein Schnitzel mit angebratenen

Zwiebeln und Spiegelei auf ein in

der Pfanne angebratenes Brot gelegt und wie

alle Gerichte davor mit Genuss aufgegessen.

Die Kochgruppe ist am 8. Mai zur SB Union

(ein Großhandels-Supermarkt) gefahren, wir

schauten uns alles an. Dort gab es eine große

Auswahl an Lebensmitteln und Gastronomie-Zubehör.

Für unsere Zwecke haben wir

gleich dort eingekauft.

Als Übung für unsere Kochgruppe haben

wir das Grillen für über 20 Personen übernommen:

Christina, Agnes, Angelika und

Thomas für die Gruppe von Klaus Mohr und

Jolanda Mnich. Gegrillt haben wir und die

Essenausgabe gemacht: Salate, Getränke

und Nachtisch. Anschließend haben wir alles

schön sauber gemacht.

Auch Marmelade haben wir selbst gekocht

und jeder hat zwei Gläschen mitgenommen.

Das in der Kochgruppe Erlernte können wir

gut in unserer eigenen Wohnung zuhause

nachkochen. Jedes Gekochte bekommen wir

von Klaus mit Bildchen und Kochbeschreibung

für unsere Mappe mit heim. Es ist

dann gar nicht so schwer, ein schönes Essen

mit weniger Kalorien selbst zu machen. Auch

Marmelade geht, wenn man es mal gemacht

hat, gar nicht schwer.

Angelika Kepper (Mitarbeiterin im AB 2)

Mai 2018 | Facetten 34 9


Kasseler Werkstatt

Erfolgreich im Fußball und Tischtennis

Gold- und Silbermedaillen für die Sportler der Kasseler Werkstatt

Silber für die

Fußballer bei

den Special

Olympics

Deutschland:

(v.l.n.r.) Andreas

Januzi,

Abdullah Bas,

Dennis Rudolph,

Bekir

Adamcil, Riccardo

Carciola,

Aaziz Konay,

Ferdi Kartop,

Dimitri Kloster

und Andre

Marquardt.

Fußballer und Tischtennisspieler blicken

auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Anstrengende

Tage, unzählige Spiele, große Hitze,

Regen sowie einige Höhen und Tiefen liegen

hinter den Fußballern der Kasseler Werkstatt

(KSW) und deren Betreuern, die letztlich mit

drei Medaillen belohnt wurden. Das Team

der KSW zeichnete sich hierbei insbesondere

durch mannschaftliche Geschlossenheit und

hohe Einsatzbereitschaft aus.

Bei den diesjährigen Special Olympics

Deutschland im Mai konnten die Fußballer

nach großem Kampf eine wohlverdiente

Silbermedaille erringen und so für einen gelungenen

Abschluss des fünftägigen Aufenthalts

in Kiel sorgen. Mit einer Goldmedaille

für Muharem Vural Tarhan und einer Silbermedaille

für Olaf Harbusch wurden auch die

guten Leistungen der beiden Teilnehmer im

Tischtennis ausgezeichnet. Zwei Tage, 180

TischtennisspielerInnen an 25 Tischen und

fast 30 Grad Hitze in der Halle verlangten

den SportlerInnen alles ab.

Trotz des erfolgreichen Wirkens auf dem

Fußballplatz und in der Tischtennishalle

blieb genug Zeit für gemeinschaftliche

außer sportliche Aktivitäten wie der Besichtigung

des Marine-Ehrenmals und des U-Boots

U-995 in Laboe.

Auch bei den Integrations-Fußballturnieren

in Eschwege und Landau konnte unser Team

seine ganze Klasse unter Beweis stellen und

zwei weitere Silbermedaillen zur bereits üppigen

Trophäensammlung hinzufügen. Wäh-

10 Facetten 34 | Mai 2018


Kasseler Werkstatt

Muharem

Vural Tarhan

(rotes Trikot)

erkämpfte wieder

einmal eine

Goldmedaille.

rend in Eschwege lediglich das Abschneiden

der Partnermannschaft SG Werraland die

Goldmedaille verhinderte, scheiterte man in

Landau denkbar knapp im Elfmeterschießen

an der BSG Neckarsulm, dem diesjährigen

Sieger der Special Olympics in Kiel.

Auch in diesem Jahr wurde das Team vom

langjährigen Coach Heiko Fischer (Gruppenleiter)

angeführt, der abwechselnd von Mike

Alband-Nau (Einrichtungsleitung), Fred

Winkel (Bereichsleiter) und mir unterstützt

wurde. Heiko Fischer führt insbesondere die

konstant hohe Trainingsbeteiligung und die

entsprechend hohe Motivation der Fußballer

als Gründe für das erfolgreiche Abschneiden

im Jahr 2018 an.

Julian Jäckel

(Gruppenleiter)

Olaf Harbusch

(rotes Trikot)

gewann Silber.

Mai 2018 | Facetten 34 11


Kasseler Werkstatt

Ziel: Profi werden

Sascha Gaurun lernt die Schauspielerei

Sascha Gaurun

(links) als

Bräutigam beim

Dreh in Köln

mit einem

Kollegen.

„Ich kann mir nichts Anderes mehr vorstellen.

Die Schauspielerei ist einfach in mir!“ Sascha

Gaurun richtet sich auf, als er das sagt.

Seit September 2017 absolviert der 24-Jährige

eine Schauspielausbildung an der Schule für

darstellende Künste Kassel. „Es ist sehr bewegend,

dass ich den Platz bekommen habe.“

Und alles Andere als gewöhnlich zudem.

Schon als Jugendlicher war er gern in andere

Charaktere geschlüpft und hatte Bühnenerfahrung

beim Kaufunger Kindertheater

gesammelt, so war es eine klare Sache, 2016

mit 15 weiteren MitarbeiterInnen am Schauspielprojekt

in der Kasseler Werkstatt teilzunehmen.

Und dann bekam er die Chance

zu der dreijährigen Ausbildung. Die will er

nutzen. Einfach ist das nicht. In seiner Klasse

gibt es drei MitschülerInnen mit einem Handicap.

An seiner Konzentration und Körperspannung

müsse er arbeiten, gesteht er freimütig.

Aber neben dem Vollzeitprogramm

mit Schauspiel, Stimmbildung, Arbeit mit der

Kamera, Tanzen usw. hat er sich auch noch

um seine beiden Kinder zu kümmern.

Mit Unterstützung wird er es schaffen, ist

sich Andreas Schuller sicher. Er begleitet Sascha

Gaurun auf seinem Weg. „Als Sascha

noch in der Verpackung gearbeitet hat, war

er oft unglücklich, wenn er schauspielern

darf, strahlt er richtig!“, berichtet der Sozialarbeiter.

„Meine Stärke ist mein Wille“, sagt er und

erzählt von einem Casting in Köln, das ihm

bereits seine erste Fernsehrolle verschafft hat.

Am 3. September war er in der Doku-Soap

Meine Geschichte, mein Leben auf RTL zu sehen.

Überzeugend mimte er in dem Drama

Hochzeit mit Hindernissen einen Bräutigam,

der dem Kleinkrieg zwischen seiner Braut

und ihrer Schwester hilflos gegenüber steht.

Sein Fokus liegt eindeutig auf dem Ziel, Profi

zu werden. Und privat wünscht sich Sascha

Gaurun Harmonie und den Freiraum, seinen

beruflichen Traum zu verwirklichen. Unterstützt

wird er dabei auch von seiner ehemaligen

Pflegefamilie in Kaufungen.

Kirsten Alers

Betriebintegrierte

Beschäftigung

Der Bereich der Kasseler Werkstatt, der

geeigneten MitarbeiterInnen ermöglicht,

sich auf einem betriebsintegrierten Beschäftigungsplatz

auf dem 1. Arbeitsmarkt

zu bewähren, wird von Andreas

Schuller geleitet. Die Schule für darstellende

Künste Kassel hat für drei MitarbeiterInnen

einen solchen Platz eingerichtet.

Weiterhin bietet sie den MitarbeiterInnen

in der KSW im Bildungsprogramm einen

regelmäßigen Schauspielworkshop an.

12 Facetten 34 | Mai 2018


Kasseler Werkstatt

Zwischen EDV und Pforte

Christian Prahl liebt die Herausforderung

Christian Prahl

arbeitet seit gut

einem Jahr an

der Pforte der

KSW 2.

„Ich habe viele Ziele und ich kämpfe“, sagt

Christian Prahl. Der Ton, der gerade Blick –

es gibt keinen Grund zu zweifeln, dass der

26-Jährige das nicht nur sagt, sondern auch

meint. Seit 2011 ist er Mitarbeiter der Kasseler

Werkstatt (KSW). Nach der Ausbildungszeit

im Berufsbildungsbereich arbeitete er zunächst

in der Verpackung, aber nach kurzer

Zeit schon fühlte er sich unterfordert. „Ich

war immer so schnell fertig. Und die Arbeit

war so monoton.“

Christian Prahl hat sich schon als Junge,

als er noch die Alexander-Schmorell-Schule

besuchte, mit Computern befasst. Und als

dann in der KSW der EDV-Bereich ausgebaut

wurde, unterstützte ihn seine damalige

Gruppenleiterin, 2013 dorthin zu wechseln.

Alle Kunden-Aufträge werden dort täglich

erfasst sowie die Auftragslisten nach Dringlichkeit

geordnet.

Bald aber reichte ihm auch diese Herausforderung

nicht mehr. So bewarb er sich vor

gut einem Jahr um eine der intern für MitarbeiterInnen

ausgeschriebenen Stellen an der

Pforte der KSW. Und er bekam sie. Hier seien

sie immer zu zweit, erzählt er. „Wir sortieren

die Post, kopieren, begrüßen Besucher, leiten

Telefonate weiter ...“ Ihm gefalle vor allem die

Vielseitigkeit. So kommt es ihm natürlich entgegen,

dass er im etwa 14-tägigen Wechsel im

EDV-Bereich und an der Pforte eingeteilt ist.

Ehrgeizig sei er, nur unter großem Druck

arbeiten, das könne er nicht. So hat Christian

Prahl die Idee, auf einen Außenarbeitsplatz

hinzuarbeiten, wieder verworfen. In der

KSW engagiert er sich außerdem noch im

Werkstattrat, nimmt an fast allem teil, was

jenseits der Arbeit angeboten wird, und geht

privat auch noch ins Fitnessstudio. Unterstützt

wird er auf seinem spannenden Weg

u. a. von seinem Gruppenleiter Burkhard

Czap und von seiner Mutter, mit der er zusammen

in Bettenhausen wohnt.

Kirsten Alers

Mai 2018 | Facetten 34 13


Kasseler Werkstatt

Von Ausdauer bis Ziele

Tag der Ergotherapie in Hannoversch Münden

Ausdauer, Wahrnehmung, Konzentration,

Fantasie, Kreativität, Auge-Hand-Koordination,

Kraftdosierung, Kommunikation, Feinund

Grobmotorik – um diese Kompetenzen

geht es, neben vielen anderen Aspekten, in

der Ergotherapie. Und diese braucht man

auch, um berufliche oder private Ziele verfolgen

zu können. Im Mai 2018 konnten zwölf

MitarbeiterInnen der Kasseler Werkstatt ihre

Kompetenzen testen. Sie nahmen als arbeitsförderndes

und -begleitendes Angebot teil

am Ergotherapie-Tag an den Berufsbildenden

Schulen in Hannoversch Münden.

An fünf Stationen konnten Stärken und

Schwächen handelnd erkannt werden. Pro

Station waren vier angehende ErgotherapeutInnen

begleitend tätig, die so einen Bezug

zur Praxis bekamen. An Station 1 war Kreativität

gefragt. Hier wurde mit Farbe und Holzstäben

auf Papier kreiert. Später wurden die

Kunstwerke in der Schule aufgehängt.

Station 2 befand sich in der Küche: Dort

fand man einen großen Berg von Salat, Tomaten,

Gurken und Paprika. Nach einem

gemeinsamen Brainstorming zum Thema

Salat ging es auch schon los mit Waschen,

Schneiden und Anrichten des Gemüses. Eine

weitere Gruppe bereitete an dieser Station

Obstspieße vor. Und ein Rezeptheft wurde erstellt.

14 Facetten 34 | Mai 2018


Kasseler Werkstatt

An Station 3 erwartete die MitarbeiterInnen

eine Entspannungs- und Fantasiereise.

Alle machten es sich auf Matten bequem

und lauschten einer Erzählung. Wer wollte,

konnte sich danach über Wahrnehmungen

und Gefühle austauschen. An dieser Station

haben die MitarbeiterInnen auch das Taktile

erfahren, durch das Gestalten eines Bildes mit

den Fingern in einem kleinen Sandkästchen.

Nach einer sportlichen Pause auf der Wiese

und einem gemeinsamen Mittagessen

(natürlich wurde das selbst Zubereitete verspeist)

ging es zu Station 4: ein Quiz über Tiere.

An der letzten Station erstellten die MitarbeiterInnen

einen Anti-Stressball. Die mit

Mehl gefüllten Luftballons lassen sich zum

Stressabbau gut nutzen durch Kneten, Rollen

oder Auf-den-Boden-Werfen.

Jedes Jahr zweimal können MitarbeiterInnen

sich in entspannter Atmosphäre erproben.

Mit viel Freude sind sie immer dabei –

und nützlich ist die Erfahrung auch: Muss

man doch, um Ziele entwickeln und Wege

gehen zu können, wissen, was einem Freude

bereitet, was man kann und mit was man

sich schwertut. Alles in Allem kann man

sagen, dass von A wie Ausdauer über S wie

Spaß bis hin zu Z wie Zusammensitzen, um

den Tag zu analysieren, nichts und niemand

zu kurz gekommen ist.

Lea Allen

(Ergotherapeutin in der Kasseler Werkstatt)

Mai 2018 | Facetten 34 15


Pro Dokument

„Das hat mich verändert“

Nachlese zu einem Praktikum in der KSW

Praktikantin

Claudia Bernhardt

(Dritte

von links)

stellte mit

MitarbeiterInnen

aus dem

AB2 Schmuckketten

her

(v.l.n.r.):

Regina Klein,

Doris Reiher,

Nicole Hofmeister,

Martin

Hofmann

und Janina

Bodmann.

Claudia Bernhardt ist 51 Jahre alt. Aktuell befindet

sie sich in ihrer zweiten Berufsausbildung

zur Erzieherin am Evangelischen Fröbelseminar

in Kassel. Im Frühjahr 2018 hat sie ein siebenwöchiges

Praktikum in der Kasseler Werkstatt absolviert,

in der Gruppe von Jan Martin Schwarz und

Elvira Weiß.

Jede fröhliche Minute verlängert das Leben

um eine Stunde, lautet ein chinesisches

Sprichwort. Und so haben die vielen fröhlichen

Minuten in meinem Praktikum mein

Leben um viele Stunden verlängert. Doch ich

beginne mal ganz am Anfang.

Ich startete meinen ersten Praktikumstag

mit einem flauen Gefühl im Magen, da ich

bisher nur mit Kindern, aber noch nie mit

Erwachsenen mit Beeinträchtigungen gearbeitet

hatte. In den ersten Tagen fühlte ich

mich manchmal wie ein Alien, aber bereits

nach der ersten Woche war ich in der Werkstatt

,zuhause’. Dabei haben mir die MitarbeiterInnen

sehr geholfen: Sie sind auf mich

zugegangen, haben mich gefragt, ob ich neu

bin, wie ich heiße. Sie haben mir stolz ihre

Arbeit gezeigt und mich angelernt. Sie haben

mir von sich persönlich erzählt, was sie gerne

in ihrer Freizeit tun oder welchen Fußballverein

sie mögen. Sie haben mir sogar das eine

oder andere Kompliment gemacht.

Kreativsein gehört zu meinem Leben, und so

entwickelte sich im Gespräch mit einer Mitarbeiterin

die Idee, gemeinsam Ketten zu knoten.

Wunderschöne Ketten entstanden, die häufig

verschenkt wurden an Gruppenleiterinnen,

Partnerinnen oder Familienmitglieder. Auch

das zeigte mir wieder das große Herz der MitarbeiterInnen,

denen es einfach Freude macht,

andere fröhlich zu machen. Nie werde ich den

Ehrgeiz vergessen, mit dem Perlen auf Fäden

gefädelt und Knoten geübt wurden, und die

Freude, wenn es geschafft worden war.

Sehr beeindruckt haben mich die enorme

Sozialkompetenz der MitarbeiterInnen, ihre

große Dankbarkeit für viele kleine alltägliche

Dinge und ihre unglaubliche Fröhlichkeit

trotz aller Beeinträchtigungen. Selten

habe ich so viel gelacht und mich morgens

so auf die Menschen gefreut, mit denen ich

zusammen arbeite.

Das hatte ich so nicht erwartet. Das hat

mich verändert. Und das hat mich motiviert,

diesen Text zu schreiben. Danke für die wunderbare

Zeit.

Claudia Bernhardt

(Praktikantin Arbeitsbereich 2)

16 Facetten 34 | Mai 2018


Arbeitsplätze gesichert

Pro Dokument platzt aus allen Nähten

Seniorenzentrum Unterneustadt

Überall stehen Kisten, kleine Kartons und

gelbe und graue Postkisten voll mit Papier.

Auf einen Besucher wirkt diese Situation unordentlich

und durcheinander. Wie soll man

hier etwas finden? In diesem Chaos steckt

System? An jeder Kiste hängt ein Blatt mit einem

Kundennamen und einem Vermerk wie

z. B. „bearbeitet“. Jeder Papierstapel wird mit

einem Gummiband sorgfältig zusammengehalten.

Auf einem Deckblatt liest man Informationen

zu den Dokumenten. Ein Besucher

merkt schnell, hier kennt man sich mit Systematisierung

aus.

Wir befinden uns in den Räumen des Inklusionsbetriebs

Pro Dokument gGmbH, genauer

im Dokumenten-Management-Center

(DMC). Seit über 15 Jahren wird hier aus

einem papiernen Dokument ein digitales

Produkt, eine Datei, die ihren Weg in ein Dokumentensystem

findet und dort schnell gefunden

werden kann. Jedes Stück Papier wird

von den MitarbeiterInnen für das Scannen

vorbereitet, gescannt und erhält einen Namen

und weitere Informationen.

Vor drei Jahren war die Auftragslage sehr

kritisch. Es fehlte an Aufträgen und einem

Konzept. In diesen drei Jahren haben die

MitarbeiterInnen viel gegeben. Inzwischen

ist der Umfang des Tagesgeschäfts deutlich

gestiegen, Projekte sind ständig in Vorbereitung

und werden umgesetzt. Oft hört man

„Papier ist geduldig!“ – das gilt für die Kunden

des DMC nicht. Täglich werden bis zu

einer Million Seiten von spezialisierten MitarbeiternInnen

bearbeitet, um alle Aufträge

pünktlich zu liefern.

Mit diesem Wissen wirkt die Situation im

DMC weniger unordentlich. Vielmehr ist die

auf Außenstehende wie Chaos wirkende Situation

in unseren Räumen ein Ausdruck

der aktuellen Auftragslage. Wer heute einen

Auftrag erteilt, muss je nach Art und Umfang

bis 2019 auf die Ausführung warten. Die

fortschreitende Digitalisierung und die neue

Datenschutzgrundverordnung erzeugen viele

neue Aufträge und lassen das DMC positiv

in die Zukunft schauen. Die Arbeitsplätze der

MitarbeiterInnen sind gesichert.

Mike Alband-Nau

(Betriebsleitung Pro Dokument)

Mai 2018 | Facetten 34 17


Georg-Wündisch-Haus

Pieks, der Igel

zu Besuch in der Elefantengruppe

Pünktlich zum Herbstbeginn klopfte Pieks,

der Kuscheltier-Igel, an die Tür der Elefantengruppe.

Er brachte ein Buch zum Thema Igel

mit und wurde freudestrahlend von den Kindern

empfangen. Das erste Interesse der Kinder

war geweckt, und der Einstieg ermöglichte

es, den Kindern auf spielerische Weise den

Herbst und ein Grundwissen über das Leben

der Igel nahe zu bringen.

Der Igel ist ein guter Repräsentant für Waldbewohner,

die sich im Herbst auf den Winter

vorbereiten. Er sammelt Futter, ist im Herbst

oft zu sehen und hält Winterschlaf. Wichtig

war, die Kinder für ihre Umwelt und darin

lebende Tiere zu sensibilisieren, das Bewusstsein

für andere Lebewesen zu schärfen und

die Bedeutung der Jahreszeiten für Mensch

und Tier zu verdeutlichen.

Im Rahmen dieses Projektes ist das Augenmerk

auf das Thema Herbst und Igel gerichtet.

In regelmäßigen gemeinsamen Stuhlkreisen

lesen und schauen wir im Igel-Sachbuch und

in anderen Bilderbüchern, singen Herbst-

Lieder und machen Fingerspiele.

Neben dem Spaß, der Freude und der Wissensvermittlung

stehen ebenso die Anregung

und Förderung der Sinne, Kommunikation

18 Facetten 34 | Mai 2018


Georg-Wündisch-Haus

und Motorik im Fokus. Gestaltungsangebote

regen zur Kreativität und zum gemeinsamen

Tun an. Z. B. können die Kinder in einer

selbst gestalteten Mappe ihre Werke, Lieder

etc. aufbewahren, wieder anschauen, sich zurückerinnern

und zuhause alles gemeinsam

mit Eltern und Geschwistern noch einmal

ansehen. An einem Elternnachmittag bastelten

die Kinder mit ihren Eltern Igellaternen,

womit wir zum Höhepunkt des Projektes

kommen: einem gemeinsamen abendlichen

Laternenumzug mit leuchtenden Igellaternen.

Am nächsten Tag wurde wiederum gemeinschaftlich

mit allen Kindern ein großer

Herbstlaubhaufen im Garten aufgeschichtet,

in den Pieks in den Winterschlaf verabschiedet

wurde.

Das Projekt „Pieks, der Igel“ ermöglicht

vielfältige, spielerisch-zielorientierte Erlebnisse,

an die man sich gerne erinnert. Hier

einige Buchtipps zum Anknüpfen:

Lillijana Prahl und Christiane Thöne

(Erzieherinnen)

Valerie Tnocqui: Der Igel. Meine große Tierbibliothek.

Esslinger | Heiderose und Andreas Fischer-Nagel: Ein

Igeljahr. Erika Klopp Verlag | Else Schwenk-Anger:

Igelkinder. ESA Verlag

Mai 2018 | Facetten 34 19


Seniorenzentrum Unterneustadt

Mehr als einfach nur wohnen

Im Seniorenzentrum kann man sich wohl fühlen

Irgendwann im Leben stellt man sich die

Frage: Wie soll ich wohnen, wenn ich es nicht

mehr alleine schaffe? Mit dieser Frage habe

ich das Seniorenzentrum Unterneustadt aufgesucht.

Als ich die Empfangshalle betrete,

empfängt mich eine angenehme Atmosphäre.

Holger Waschkowitz von der Heimverwaltung

steht lächelnd hinter einem großen

Tresen und nimmt mich in Empfang. Er

führt mich sogleich zu einer der acht Hausgemeinschaften,

die sich auf vier Stockwerke

verteilen. Jede Hausgemeinschaft verfügt

über zehn Zimmer. Die Zimmer sind hell,

ausgestattet mit Fußbodenheizung und eigenem

behindertengerechten Badezimmer. Die

Zimmer sind groß genug, dass noch Platz

für persönliche Dinge bleibt. Dinge die einen

ein Leben lang begleitet haben und die man

gern auch weiterhin um sich haben möchte.

Jede Hausgemeinschaft verfügt über eine

Küche mit angrenzendem Essplatz. Jeder

kann, muss aber nicht, bei der Zubereitung

des Essens helfen. Die Hausgemeinschaft bespricht

die Speisepläne, und es wird jeden Tag

frisch gekocht. Neben den Gemeinschaftsräumen

der Hausgemeinschaften gibt es noch

zwei große Gruppenräume, in denen gebastelt,

gesungen und auch Bingo gespielt wird.

Einer ist in der obersten Etage, eingerichtet

im Stil der 1960er Jahre, mit Theke und einer

Wurlitzer Musikbox. Während mich Herr

Waschkowitz durch das Haus führt, begrüßt

er immer wieder freundlich und familiär die

20 Facetten 34 | Mai 2018


Seniorenzentrum Unterneustadt

Menschen, die uns begegnen. Mit jedem werden

ein paar Worte gewechselt.

Im großen Saal im Erdgeschoss schauen die

BewohnerInnen, die mögen, gemeinsam die

Übertragungen etwa der Fußballweltmeisterschaft

an. Hier finden auch Kinovorstellungen

statt. Das Gospelkonzert in der Weihnachtszeit

erfreut sich größter Beliebtheit,

genauso wie der Nikolausmarkt. Willkommen

sind zu diesen Veranstaltungen nicht

nur die BewohnerInnen und deren Angehörige,

sondern auch interessierte BesucherInnen.

Das Haus verfügt über einen Friseursalon

mit Fußpflege, und auf den einzelnen Etagen

gibt es sogar eine Wellness-Oase. In einer

speziellen Badewanne kann man nach einer

Massage mit Aromaölen ein warmes Bad genießen,

mit Lichttherapie und Musik.

Nachdem ich mich verabschiedet habe,

steht für mich fest, dass ich keinesfalls einmal

zu lange warten werde, um ins Seniorenheim

zu ziehen. Denn ich will ja noch fit sein,

um die ganzen Angebote auch noch nutzen

zu können.

Martina Vaupel

Schon fünf Jahre

am neuen Platz!

Seniorenzentrum Unterneustadt feiert Jubiläum

Vor fünf Jahren, am 24. Juli 2013, ist das Seniorenzentrum

Unterneustadt aus den altehrwürdigen

Gemäuern des Renthofs in die neuen Räumlichkeiten

in die Unterneustadt gezogen. Am 28. Juli 2018

wurde das fünfjähriges Jubiläum mit einem Tag der

offenen Tür gefeiert.

Detlev Ruchhöft, Vorsitzender des Verwaltungsrates

der Sozialgruppe Kassel, erinnerte in seiner Eröffnungsrede

an den Renthof, an den Umzug und lobte

die Arbeit des gesamten Teams: „Was mir immer

besonders auffällt, ist die Herzlichkeit und familiäre

Atmosphäre, die nur möglich ist dank der unermüdlichen,

schwierigen und wichtigen Arbeit, die hier

geleistet wird.”

Martina Dittel, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums,

erzählte sehr anschaulich, wie reibungslos

der gesamte Umzug vor fünf Jahren ablief. „Nachmittags

saßen die BewohnerInnen der Hausgemeinschaften

bereits bei frisch gebackenen Waffeln.” Und

sie betonte: „Normalerweise wollten wir erst im Dezember

2013 mit 80 BewohnerInnen voll belegt sein.

Dieses Ziel hatten wir aber bereits im September

erreicht. Wir mussten schneller neues Personal einstellen

als ursprünglich geplant. Da alle als Team

zusammengehalten haben, konnten sich die neuen

MitarbeiterInnen schnell einarbeiten und die BewohnerInnen

in der neuen Umgebung gut einleben.”

Dittel erinnerte auch noch einmal daran, was für

ein großer Gewinn es war, in der Planungs- und

Bauphase mit zu bestimmen, so verfügt das Haus

jetzt über große Terrassen, und die Zimmer sind mit

22,5 qm größer als die Norm, die 16 qm vorschreibt.

Selbst ein Friseursalon und Fußpflege sind vorhanden.

Nach den Reden wurde ausgiebig gefeiert. BewohnerInnen,

Angehörige, Personal, VertreterInnen aus

Behörden und Politik freuten sich an Kaffee und Kuchen

sowie Spezialitäten vom Grill. Hausführungen

rundeten den gelungenen Nachmittag im Seniorenzentrum

ab.

Martina Vaupel

Mai 2018 | Facetten 34 21


Seniorenzentrum Unterneustadt

„Mit 76 Jahren ...“

Ein neuer Lebensabschnitt im Seniorenzentrum Unterneustadt

Sabine Winkel

und ihr Vater

Hans-Jürgen

Collasch in

seinem neuen

Zuhause im

Seniorenzentrum

Unterneustadt.

Seit Längeren suchten wir für unseren Vater

– wir sagen eigentlich alle nur Opa zu ihm –

ein neues Zuhause. Unsere Mama starb vor

fast drei Jahren, körperlich baute Opa immer

mehr ab. Er bekam die Pflegestufe zwei.

Das eigentlich Traurige an der Situation

war die Einsamkeit, die nach und nach sein

Leben bestimmte. Die Gesellschaft um ihn

herum zog sich immer mehr zurück, durch

seine körperlichen Einschränkungen klinkte

sich Opa immer mehr aus der Gesellschaft

aus. Es machte den Eindruck, dass er eingehe

wie eine Primel.

Wenn ich nach einem Besuch bei ihm nach

Hause ging, war mir schwer ums Herz, und

die Sorge wuchs. Fragen stellten sich, wird er

wieder stürzen, wird er ein Glas zu viel trinken

oder lässt er fremde Leute in die Wohnung?

Auch für uns war die Situation kräftezehrend.

Aber er ist unser Vater, Opa und

jetzt sogar Uropa ...

Seit dem 14. Februar 2018 wohnt er nun im

Seniorenzentrum Unterneustadt. Valentinstag

– sollte das ein Wegweiser sein? Er bezog

ein sehr schönes Zimmer und richtete es sich

mit unserer Hilfe nett ein. Alles, was er von

Zuhause hatte mitnehmen wollen, fand seinen

Platz, etwas sehr Wichtiges für ihn!

Er ist nun wieder in Gesellschaft und geht

auf die Gesellschaft zu. Was er dort an Beschäftigung

erhält, können wir ihm als Familie

nicht bieten. Das ist so wertvoll. Und

das Beste ist: Er lernte wieder einen Menschen

tief kennen und lieben. Das baut ihn auf, das

gibt ihm Kraft und Energie. Das Lachen in

beiden Gesichtern, bei ihm und bei ihr, ist

herrlich anzuschauen. Wir hoffen alle, sie

machen sich eine schöne Zeit. „Mit 76 Jahren,

da fängt das Leben noch einmal an!“,

sagte Opa neulich.

Sabine Winkel

(Angehörige)

22 Facetten 34 | Mai 2018


Seniorenzentrum Unterneustadt

Ein Leben mit der Kunst

Magdalena Schleif entwickelte einen eigenen Stil

Ihre Aquarelle schmücken die Hausgemeinschaft

1, faszinieren in ihrer Ausdruckskraft

und entführen nach Italien, Griechenland

und Ägypten. Dort hat Magdalena Schleif

sie auch gemalt. Heute lebt die 88-Jährige im

Seniorenzentrum Unterneustadt. Sie braucht

vielfältige Unterstützung – aber das Malen

hat sie beibehalten. Dass sie es kann, das

sieht der Leiter der Malgruppe, Anton Wurm,

jede Woche.

Magdalena Schleif wuchs in Wehlheiden

auf. Der Krieg und besonders auch die Bombardierung

Kassels 1943 hinterließen bleibende

belastende Erinnerungen, wissen ihre

Töchter. Sie arbeitete als Buchbinderin, heiratete,

bekam zwei Töchter und einen Sohn

und lebte lange Jahre mit ihrer Familie in

Frankfurt. Neben der Familienarbeit fand sie

auch Zeit, sich selbst zu verwirklichen. Schon

während der Schulzeit zeichnete sie mit Hingabe

und Akribie, was sie um sich herum

wahrnahm, Pflanzen, Tiere und Menschen.

So investierte sie viel Zeit in ihre künstlerische

Weiterentwicklung.

Auch nach der Trennung von ihrem Mann,

dem frühen Tod des Sohnes, der Rückkehr

nach Kassel und neben ihrer Berufstätigkeit

in einem Spielwarengeschäft nahm sie an

Malkursen und Malreisen bei bekannten

KünsterInnen teil. Durch ihre Experimentierfreudigkeit

und Anwendung der unterschiedlichen

Techniken fand Magdalena Schleif ihren

eigenen Malstil.

Später war sie Gründungsmitglied der Kasseler

Malgruppe Rote Grütze, deren Mitglieder

jährlich in der Weihnachtszeit in der Kapelle

Harleshausen ihre Kunstwerke ausstellten.

Mit Tochter Gabriele, die ein Studium Freie

Kunst an der Kunsthochschule Kassel absolviert

hatte, teilte sie das Interesse für die Malerei

und fand Unterstützung bei der Realisierung

von Ausstellungen.

Wesentlich in ihrem Leben ist die Familie.

Mittlerweile ist sie sogar Urgroßmutter geworden.

Und obwohl es ihr seit einigen Jahren

nicht mehr möglich ist, ihre Themen und

Motive malerisch so umzusetzen wie ehedem

– das Interesse an der Kunst ist bis heute geblieben.

Wenn sie malt, ist Magdalena Schleif

ganz bei sich.

Kirsten Alers

Wenn sie malt,

ist Magdalena

Schleif ganz

bei sich.

Mai 2018 | Facetten 34 23


Tagespflege am Holzmarkt

Es weihnachtet sehr

Freiwilligentag in der Tagespflege

Gute Stimmung

beim

Freiwilligeneinsatz

in der

Tagespflege.

Der 17. September ist ein warmer Spätsommertag.

Es mutet etwas seltsam an, bei 25

Grad im Schatten im Innenhof der Tagespflege

am Holzmarkt einen klappbaren Weihnachtsbaum

und dazu passenden Baumschmuck

herzustellen. Es wird fleißig gesägt,

geschliffen und gemalt. Die Tagesgäste und

die fünf Freiwilligen arbeiten Hand in Hand.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die Tagespflege

am Freiwilligentag teilnimmt. Dieses

Mal sind sogar drei Generationen beteiligt,

denn bei den Freiwilligen ist auch Lilly Hulverscheidt,

Bianca Hulverscheidts Tochter,

mit dabei. Lilly arbeitet sehr gern mit anderen

Menschen zusammen. „Müll aufsammeln

ist auch toll”, sagt sie, „aber das hier

macht viel mehr Spaß.”

Auch mit dabei ist Gertrud Sandrock. Früher

war sie Pflegedienstleiterin der Tagespflege

und arbeitet seit April als Minijobberin in

der Holzwerkstatt, die jeden Donnerstag mit

den männlichen Tagesgästen stattfindet. Sie

hat ihre Liebe zum Holz erst sehr spät entdeckt.

„Ich wäre sonst Schreinerin gewor-

Roland Vielhauer

sägt

sehr präszise

die vorgemalten

Motive

aus.

24 Facetten 34 | Mai 2018


Tagespflege am Holzmarkt

Lilly Hulverscheidt

(rechts)

und Gertrud

Sandrock fühlen

sich bei der

generationsübergreifenden

Arbeit sehr

wohl.

den.” Sie lacht. Einige der Tagesgäste kommen

extra wegen der Holzwerkstatt, so wie

Hans-Jürgen Brübach: Er ist nur donnerstags

hier. Der Karosseriebaumeister hat schon immer

das Handwerkliche geliebt und führt es

jetzt mit seinen 77 Jahren gerne fort.

Fünf Freiwillige arbeiten mit, sie kommen

alle über Müller+Partner. Die Firma nimmt

zum 17. Mal am Freiwilligentag teil. Dieses

Jahr haben sie sich für ein Projekt entschieden,

bei dem auch Kinder willkommen

sind. Bianca Hulverscheidt, welche bei

Müller+Partner arbeitet, hat unbedingt ihre

Tochter und ihren Mann mitnehmen wollen.

Lars Hulverscheidt sägt zusammen mit dem

Schreiner Ede Hunstock das Grundgerüst für

den Tannenbaum.

Gunda Hoßbach, Leiterin der Tagespflege,

freut sich, dass ein Mann unter den Freiwilligen

ist. „Leider fehlen uns im ehrenamtlichen

Bereich immer die Männer, es ist schwer, welche

zu finden. Dabei sind die Hälfte unser

Besucher Männer. Gerade aber für die Holzoder

die Fahrradwerkstatt wäre es schön, ehrenamtliche

Mitarbeiter zu haben.”

Die Arbeit an den Tischen geht voran. Die

Tagesgäste haben die Laubsägearbeiten und

das Schleifen übernommen, die fertigen Sterne

und Weihnachtsbäume werden weitergereicht

an die Freiwilligen am Nachbartisch.

Dort werden die Anhänger bemalt und mit

Bändern versehen. Zwei Damen lehnen sich

zurück, genießen die Wärme und die Unterhaltungen.

Gunda Hoßbach ist rundum zufrieden mit

dem Ablauf des Tages. Es könnte schöner

kaum sein, bestes Sommerwetter, motivierte

Tagesgäste, tolle Freiwillige. Sie freut sich auf

die Adventszeit, wenn der Baum in der Tagespflege

steht und Erinnerungen an diesen Tag

wach ruft.

Martina Vaupel

Albrecht

Winning

präsentiert

stolz einen

fertig geschliffenen

Tannenbaum.

Mai 2018 | Facetten 34 25


Sozialgruppe Kassel

Gesundheitsbewusstsein fördern

Angebote für das Personal der Sozialgruppe Kassel

Der Gesundheitszirkel der Sozialgruppe

Kassel e.V. (SGK) hat für das Personal aller

Einrichtungen mit freundlicher Unterstützung

durch die AOK Hessen einen Gesundheitstag

organisiert. Stattgefunden hat er am

19. April in der Kasseler Werkstatt II (KSW).

Die Idee: das Gesundheitsbewusstsein des

Personals zu fördern und Möglichkeiten der

Prophylaxe aufzuzeigen.

Im Laufe der letzten zehn Jahre – so lange

existiert der Gesundheitszirkel – haben einige

Gesundheitstage stattgefunden. Es gab ,Gemischtwarentage’,

d. h. über die jeweils federführende

Krankenkasse wurden viele kleine

Angebote bereitgestellt: z. B. Augenmessung

durch einen Optiker, Hörtest, Blutdruck-, Lungenvolumen-

oder Körperfettanteilsmessung.

Dann gab es Gesundheitstage, bei denen umfassender

bzw. ganzheitlicher gemessen und

geschaut wurde.

Dieses Mal plante der Gesundheitszirkel

eine Mischung. Die AOK Hessen offerierte

ein größeres Angebot an Messstationen,

drei durften ausgesucht werden. Die Wahl

fiel auf ein Cardioscan-Gerät, das die Leistung

eines klassischen EKG in nur zwei Minuten

erbringt, ein Futrex-Gerät zur Messung

der individuellen Körperzusammensetzung

(Fett, Muskelmasse und Wasser) sowie auf ein

Mess-System zur Analyse der Kraftfähigkeit

von Muskelgruppen. Die Messergebnisse wurden

den KollegInnen ausführlich erläutert.

Ergänzend konnte man in laufende Angebote

des Gesundheitszirkels hineinschnuppern.

Viele nutzten die Möglichkeiten und

tanzten unter Anleitung einer Tanzlehrerin

zu flotter Musik oder machten beim Spinning

mit. Den ganzen Tag gab es aus der Küche

der KSW gesunde Getränke und Snacks sowie

viel frisches Obst und Gemüse.

Der Tag verlief sehr positiv in entspannter

Atmosphäre. Neben den vielen Teilnehmenden

vom Personal der SGK gab es erfreulicherweise

auch regen Zulauf aus dem Kollegium

der Pro Dokument. Auch viele MitarbeiterInnen

aus der KSW haben mitgemacht, speziell

bei den Schnupperangeboten.

Holger Schmidt und Marco Möller

(Gesundheitszirkel)

Aktuelle Aktivitätsangebote

des Gesundheitszirkels:

– Spinning (in den Wintermonaten)

– Tanzen (kein Paartanz)

– Teilnahme an Laufveranstaltungen

– Regelmäßiges Laufen/Walken in der Aue

– Progressive Muskelentspannung

– Gesundes Kochen

– Bowling

– Radfahren

26 Facetten 34 | Mai 2018


Seniorenzentrum Unterneustadt

10. Nikolausmarkt

7. bis 9. Dezember | täglich 14–19 Uhr

7. 12. 16 Uhr Zisselverein Kassel e.V.:

Tänze für Klein und Groß

Bastelaktionen für Kinder

8. 12. 16 Uhr Kasseler Mandolinenorchester

9. 12. 16 Uhr Voices United, Gospelchor

Ambulante Pflege + Betreuung


Unterstützen

und erfreuen

30 Jahre Eltern- und Förderverein

der Kasseler Werkstatt

Wie alles begann: Siegfried Braun, engagierter Vater

einer behinderten und in der Kasseler Werkstatt (KSW)

arbeitenden Tochter, wollte durch die Gründung eines

Fördervereins die direkte Unterstützung von Menschen

mit Behinderung im Umfeld der KSW realisieren. Schnell

waren begeisterte Mitstreiter, wie das Ehepaar Noll, gefunden.

Ziel des Eltern- und Fördervereins (EFV) war

und ist, Sponsoren und Förderer zu finden, um größtmögliche

Integration statt Isolation von Menschen mit

Behinderung und deren Angehörigen in die Gesellschaft

zu erreichen.

Auch heute noch setzen Vorstand und Beirat ihre Kraft

und die zur Verfügung stehenden Mittel für diese Ziele

ein. Zum Beispiel wird die KSW finanziell unterstützt:

bei Freizeitmaßnahmen, Bildungsangeboten und erforderlichen

Anschaffungen, wie Musikinstrumente, Ergometer,

Kleinmöbel für Ruheplätze und anderes. Ferner

veranstaltet der EFV Tanznachmittage, Karnevalsveranstaltungen

und Tagesausflüge.

Auch wenn es im Laufe der letzten Jahre immer

schwieriger geworden ist, Sponsoren und damit Gelder

zu gewinnen, werden wir alles daran setzen, dass die Arbeit

der Gründer nicht vergebens war und wir Menschen

mit Behinderung weiterhin unterstützen und erfreuen

können.

Meta Girod (Vorsitzende des EFV)

Heute engagieren sich in Vorstand und Beirat des EFV (vorne von

links) Richard Bieniek (2. Vorsitzender), Olaf Haarbusch (Beirat),

Hans-Joachim Girod (3. Vorsitzender), Werner Loos (Schatzmeister),

(hinten von links) Thea Haarbusch (Beirat), Elfi Büchner

(Schriftführerin), Meta Girod (1. Vorsitzende) und Cornelia Bergmann

(Beirat).

Adressen

Einrichtungen der Sozialgruppe Kassel e. V.

n Kasseler Werkstatt 1

Mündener Straße 45, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 9 52 34-0, Fax 9 52 34-34

email: info@kasseler-werkstatt.de

www.kasseler-werkstatt.de

n Kasseler Werkstatt 2

Werner-Heisenberg-Straße 18, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 58 06-0, Fax 58 06-100

n Kasseler Werkstatt Gartenbau

Oberzwehrener Straße 105, 34132 Kassel

Tel. (05 61) 51 22 21, Fax 51 71 00

n Georg-Wündisch-Haus

Kinder tagesstätte mit Integrationsplätzen

Bei den vier Äckern 11, 34125 Kassel

Tel. (05 61) 87 77 84

n Seniorenzentrum Unterneustadt

Unterneustädter Kirchplatz 4, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 7 09 93-16, Fax 7 09 93-28

www.seniorenzentrum-unterneustadt.de

n Tagespflege am Holzmarkt

Holzmarkt 1, 34125 Kassel

Tel. (05 61) 97 01 00-25/26, Fax 97 01 00-23

n Pro Dokument gGmbH

Mündener Str. 45, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 22 07 99-00, Fax 52 99 07-41

email: info@pro-dokument.de

www.pro-dokument.de

Impressum Facetten

n Zeitung für MitarbeiterInnen, Personal,

Eltern, Vereinsmitglieder, FreundInnen und

in teressierte Öffentlichkeit von: Kasseler

Werkstatt, Georg-Wündisch-Haus, Seniorenzentrum

Unterneustadt, Tagespflege am Holzmarkt

und ProDokument

n Nummer 35, November 2018, Auflage: 2000

Herausgeber: Sozialgruppe Kassel e. V.,

Holzmarkt 1, 34125 Kassel,

Tel. (05 61) 97 01 00-0, Fax 97 01 00-21

www.sozialgruppe-kassel.de

n Redaktion/Lektorat: Kirsten Alers/Wortwechsel,

Gestaltung/Gesamtherstellung:

Ulrich Ahrend/Satzmanufaktur

Raiffeisenstraße 15, 34260 Kaufungen,

Tel. (0 56 05) 92 62 71, Fax 92 62 73,

www.satzmanufaktur.net

n AnsprechpartnerInnen in den Einrichtungen:

Christian Lehnert, Mike Alband-Nau

(Kasseler Werkstatt), Regina Loh (Georg-Wündisch-Haus),

Martina Dittel (Seniorenzentrum

Unterneustadt), Gunda Hoßbach (Tagespflege),

Mike Alband-Nau (Pro Dokument)

n V.i.S.d.P.: Detlev Ruchhöft, Gerald Reißmann

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben

nicht unbedingt die Meinung des Vereins oder

der Redaktion wieder.

SPENDENKONTO

Sozialgruppe Kassel e. V.

IBAN DE13 5205 0353 0002 0628 97

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