Zigeunerlieder - Programm

loeschmann

2. Emder Flügelkonzerte 2019 / Konzert II
26. Mai 2019 | Neue Kirche Emden
Singverein Emden

2. EMDER

FLÜGELKONZERTE

„Auf Flügeln des Gesanges“

KONZERT II 2019

JOHANNES BRAHMS

ZIGEUNERLIEDER

Singverein Emden

Mareike Kokkelink | Klavier

Clemens-C. Löschmann | Tenor und Leitung

26. Mai 2019

Sonntag · 17 Uhr

NEUE KIRCHE EMDEN

BEGLEITENDE AUSSTELLUNG

MIT WERKEN VON

Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin


Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin

ZIGEUNERLIEDER II, Buenos Aires, 2019


PROGRAMM

JOHANNES BRAHMS

1833 – 1897

Die Wollust in den Maien

WOO 34 | DEUTSCHE VOLKSLIEDER

ZIGEUNERLIEDER

OP. 103 № 1-11

NACH DEM UNGARISCHEN VON HUGO CONRAT

Botschaft

OP. 47 № 1 | NACH HAFIS VON GEORG FRIEDRICH DAUMER

Juchhe!

OP. 6 № 4 | ROBERT REINICK

Wiegenlied

OP. 49 № 4 | AUS DEM NIEDERDEUTSCHEN

FRÉDÉRIC CHOPIN

1810 – 1849

Nocturne

OP. 27 № 1 | CIS-MOLL

JOHANNES BRAHMS

Minnelied

OP 71 № 5 | LUDWIG CHRISTOPH HEINRICH HÖLTY

Magyarisch

OP 46 № 2 | GEORG FRIEDRICH DAUMER

Liebe und Frühling

OP 3 № 2 | AUGUST HEINRICH HOFFMANN VON FALLERSLEBEN

FRÉDÉRIC CHOPIN

Harfenetüde

OP. 25 № 1 | AS-DUR

JOHANNES BRAHMS

ZIGEUNERLIEDER

OP. 112 № 3-6


Im Anschluss an das Konzert besteht Gelegenheit, die

umrahmende Ausstellung zu betrachten, mit und den

Künstlern ins Gespräch zu kommen und den Abend

bei einem Glas Wein gesellig weiter zu verbringen!

Mit freundlicher Unterstützung durch:

Wein-Depot

Der Vögelein Gesange

die Zeit hat Freuden bracht,

ihr Lieb tät mich bezwingen,

freundlich sie zu mir sprach:

Sollt, schönes Lieb, ich fragen dich,

wollst fein berichten mich.

Genad mir, schöne Frauen,

so sprach ich.

DIE TEXTE

Die Wollust in den Maien

Die Wollust in den Maien

die Zeit hat Freuden bracht,

die Blümlein mancherleien,

ein jeglichs nach sein’r G’stalt,

das sind die roten Röselein,

der Feyl, der grüne Klee,

von herzer Liebe scheiden,

das tut weh.

Nach manchem Seufzer schwere

komm ich wohl wieder dar,

nach Jammer und nach Leide

seh ich dein’ Äuglein klar.

Ich bitt dich, Auserwählte mein,

laß dir befohlen sein das treue,

junge Herze meine,

das Herze mein.

ZIGEUNERLIEDER

Op. 103

№1

He, Zigeuner, greife in die Saiten ein!

Spiel das Lied vom ungetreuen Mägdelein!

Laß die Saiten weinen, klagen, traurig bange,

bis die heiße Träne netzet diese Wange!


№ 2

Hochgetürmte Rimaflut,

wie bist du so trüb;

an dem Ufer klag ich laut

nach dir, mein Lieb!

Wellen fliehen, Wellen strömen,

rauschen an den Strand heran zu mir.

An dem Rimaufer

laß mich ewig weinen nach ihr!

№ 3

Wißt ihr, wann mein Kindchen

am allerschönsten ist?

Wenn ihr süßes Mündchen

scherzt und lacht und küßt.

Schätzelein, du bist mein,

inniglich küß ich dich,

dich erschuf der liebe Himmel

einzig nur für mich!

Wißt ihr, wann mein Liebster

am besten mir gefällt?

Wenn in seinen Armen

er mich umschlungen hält.

Mägdelein, du bist mein,

inniglich küß ich dich,

dich erschuf der liebe Himmel

einzig nur für mich!

№ 4

Lieber Gott, du weißt,

wie oft bereut ich hab,

daß ich meinem Liebsten

einst ein Küßchen gab.

Herz gebot,

daß ich ihn küssen muß.

Denk, solang ich leb,

an diesen ersten Kuß.

Lieber Gott, du weißt,

wie oft in stiller Nacht

ich in Lust und Leid

an meinen Schatz gedacht.

Lieb ist süß,

wenn bitter auch die Reu,

armes Herze bleibt

ihm ewig, ewig treu.

№ 5

Brauner Bursche führt zum Tanze

sein blauäugig schönes Kind;

schlägt die Sporen keck zusammen,

Czardasmelodie beginnt.

Küßt und herzt sein süßes Täubchen,

dreht sie, führt sie,

jauchzt und springt;

wirft drei blanke Silbergulden

auf das Cimbal, daß es klingt.

№ 6

Röslein dreie in der Reihe

blühn so rot,

daß der Bursch zum Mädel geht

ist kein Verbot!

Lieber Gott, wenn das verboten wär,

ständ die schöne weite Welt

schon längst nicht mehr,

ledig bleiben Sünde wär!

Schönstes Städtchen in Alföld

ist Ketschkemet,

dort gibt es gar viele Mädchen

schmuck und nett!

Freunde, sucht euch dort

ein Bräutchen aus,

freit um ihre Hand

und gründet euer Haus,

Freudenbecher leeret aus!

№ 7

Kommt dir manchmal in den Sinn,

mein süßes Lieb,

was du einst mit heil’gem Eide

mir gelobt?

Täusch mich nicht,

verlaß mich nicht,

du weißt nicht, wie lieb ich dich hab;

lieb du mich,

wie ich dich,

dann strömt Gottes Huld

auf dich herab.


№ 8

Horch, der Wind klagt

in den Zweigen traurig sacht;

süßes Lieb, wir müssen scheiden:

gute Nacht! Ach, wie gern

in deinen Armen ruhte ich!

Doch die Trennungsstunde naht,

Gott schütze dich.

Dunkel ist die Nacht,

kein Sternlein spendet Licht;

süßes Lieb, vertrau auf Gott

und weine nicht! Führt der liebe Gott

mich einst zu dir zurück,

bleiben ewig wir vereint

in Liebesglück.

№ 9

Weit und breit

schaut niemand mich an,

und wenn sie mich hassen,

was liegt mir dran?

Nur mein Schatz, der soll mich lieben,

soll mich lieben allezeit,

soll mich küssen, umarmen und

herzen in Ewigkeit.

Kein Stern blickt in finsterer Nacht;

keine Blum’ mir strahlt

in duftiger Pracht.

Deine Augen sind mir Blumen,

sind mir Blumen, Sternenschein,

die mir leuchten so freundlich,

die blühen nur mir allein.

№ 10

Mond verhüllt sein Angesicht,

süßes Lieb, ich zürne dir nicht.

Wollt ich zürnend dich betrüben,

sprich, wie könnt ich dich dann lieben?

Heiß für dich mein Herz entbrennt,

keine Zunge dir’s bekennt.

Bald in Liebesrausch unsinnig,

bald wie Täubchen sanft und innig.

№ 11

Rote Abendwolken ziehn

am Firmament,

sehnsuchtsvoll nach dir, mein Lieb,

das Herze brennt.

Himmel strahlt in glüh’nder Pracht

und ich träum bei Tag und Nacht

nur allein

von dem süßen Liebchen mein.

Botschaft

Wehe, Lüftchen, lind und lieblich

um die Wange der Geliebten,

spiele zart in ihrer Locke,

eile nicht, hinwegzuflieh’n!

Tut sie dann vielleicht die Frage,

wie es um mich Armen stehe,

sprich: "Unendlich war sein Wehe,

höchst bedenklich seine Lage;

aber jetzo kann er hoffen,

wieder herrlich aufzuleben,

denn du Holde, denkst an ihn."

Juchhe!

Wie ist doch die Erde

so schön, so schön!

Das wissen die Vögelein;

sie heben ihr leicht Gefieder,

und singen so fröhliche Lieder

in den blauen Himmel hinein.

Wie ist doch die Erde

so schön, so schön!

Das wissen die Flüss und Seen:

sie malen im klaren Spiegel

die Gärten und Städt und Hügel,

und die Wolken, die drüber gehn!

Und Sänger und Maler wissen es,

und es wissen's viel andre Leut!

Und wer's nicht malt, der singt es,

und wer's nicht singt, dem klingt es

im Herzen vor lauter Freud!


Wiegenlied

Guten Abend, gut' Nacht,

mit Rosen bedacht,

mit Näg’lein besteckt

schlupf’ unter die Deck’:

Morgen früh, wenn Gott will,

wirst du wieder geweckt,

Guten Abend, gut' Nacht,

von Eng’lein bewacht,

die zeigen im Traum

dir Christkindleins Baum:

Schlaf’ nun selig und süß,

schau’ im Traum 's Paradies.

ZUM WIEGENLIED

Ähnlich wie bei Franz Schubert

haben auch Brahms’ Kompositionen

klassisch-romantischer Kunstlieder

Eingang in der Schatz des deutschen

Volksliedguts gefunden.

Das trifft beispielsweise auch

auf seine Wiegenlied-Komposition zu:

"Guten Abend, gut' Nacht"

Der Text dieses Liedes hat übrigens

niederdeutsche Wurzeln

und lautet ursprünglich:

"Godn Abend gode Nacht,

mit Rosen bedacht,

mit Negelken besteeken,

krup ünner de Deeken,

Morgen frö wills God,

wöl wi uns wedder spreeken."

Minnelied

Holder klingt der Vogelsang,

wenn die Engelreine,

die mein Jünglingsherz bezwang,

wandelt durch die Haine.

Röter blühen Tal und Au,

grüner wird der Wasen,

wo die Finger meiner Frau

Maienblumen lasen.

Ohne sie ist alles tot,

welk sind Blüt' und Kräuter:

und kein Frühlingsabendrot

dünkt mir schön und heiter.

Traute minnigliche Frau,

wollest nimmer fliehen,

daß mein Herz, gleich dieser Au,

mög' in Wonne blühen!

Magyarisch

Sah dem edlen Bildnis

in des Auges

allzu süßen Wunderschein,

büßte so des eigenen Auges

heitern Schimmer ein.

Herr, mein Gott,

was hast du doch gebildet

uns zu Jammer und zu Qual

solche dunkle Sterne

mit so lichtem Zauberstrahl!

Mich geblendet hat

für alle Wonnen

dieser Erde jene Pracht;

allumher,

wo meine Blicke forschen,

ist es Nacht.

Liebe und Frühling

Wie sich Rebenranken schwingen

in der linden Lüfte Hauch,

wie sich weiße Winden schlingen

luftig um den Rosenstrauch:

Also schmiegen sich und ranken

frühlingsselig, still und mild,

meine Tag und Nachtgedanken

um ein trautes, liebes Bild.


ZIGEUNERLIEDER

Op. 112

№3

Himmel strahlt so helle und klar,

heller strahlt mir dein Augenpaar.

Du meine Rose, mir ins Auge blick,

daß ich dich segne in meinem Glück.

Vögleins Lied so lieblich erklingt,

süß'res Lied mir mein Liebchen singt.

Du meine Rose, mir ins Auge blick,

daß ich dich segne in meinem Glück.

Sonne küßt das ganze Erdenrund,

heißer küßt mich dein Rosenmund.

Du meine Rose, mir ins Auge blick,

daß ich dich segne in meinem Glück.

№ 4

Rote Rosenknospe künden

schon des Lenzes Triebe.

Rosenrote Wangen

deuten Mädchens erste Liebe.

Kleiner roter Vogel,

flieg herab zur roten Rose!

Bursche geht zum ros'gen

Mädchen kosen.

№ 5

Brennessel steht an Wegesrand,

Neider und Feinde hab ich

in Stadt und Land.

Neidet, haßt, verleumdet,

doch das bringt mir keine Not.

Wenn mir nur mein süßes Liebchen

treu bleibt bis zum Tod.

№ 6

Liebe Schwalbe, kleine Schwalbe,

trage fort mein kleines Briefchen!

Flieg zur Höhe, fliege schnell aus,

flieg hinein in Liebchens Haus!

Fragt man dich, woher du kommest,

wessen Bote du geworden,

sag, du kommst

vom treusten Herzen,

das vergeht in Trennungsschmerzen.

Wollen Sie ein

Engel sein?

. . . dann greifen Sie uns doch

unter den Flügel !

Wir freuen uns über Ihre Spende

zur Finanzierung unseres Flügels

und zur Förderung unserer Musik.

Spendenkonto des Singverein Emden e.V.

IBAN: DE79 2845 0000 0000 0992 83


DIE KOMPONISTEN

Johannes Brahms (1833-1897)

Johannes Brahms wurde am 07. Mai

1833 in Hamburg geboren und wuchs

dort im sogenannten "Gängeviertel",

dem Armenviertel der Stadt, auf.

Sein Vater, Johann Jacob Brahms

verdiente sich als Straßen- und

Tanzmusiker seinen Lebensunterhalt,

bis es ihm gelang, eine feste Stelle als

Kontrabassist am Städtischen

Orchester Hamburg zu bekommen.

Die Eltern erkannten früh die

besondere Begabung ihres Sohnes. So

erhielt er seinen ersten

Geigenunterricht vom Vater und ab

1840 Klavierunterricht bei Otto

Friedrich Willibald Cossel. Brahms

lernte schnell. Schon bald begleitete er den Vater, wenn dieser in

Kneipen zum Tanz oder zur Unterhaltung spielte, um so für den

Lebensunterhalt in der Familie mit zu sorgen. 1843 trat er zum

ersten Mal als Pianist in einem öffentlichen Konzert auf und

wurde in Hamburg als „Wunderkind“ gefeiert. Um seine weitere

musikalische Ausbildung kümmerte sich der gefeierte

Klaviervirtuose und Komponist Eduard Marxsen, der ihn in

Klavier, Komposition und Theorie unterrichtete. Im April 1853

PFLEGEDIENST

Hoffmann

Wir wünschen den

Ausführenden ein gelungenes

Konzert, den Zuhörern ein

ansprechendes

Konzerterlebnis und dem

Flügel eine klangvolle Zukunft

in den Reihen des Emder

Singvereins.

www.pflegedienst-hoffmann.de | Neutorstr. 90-92 | 3 44 77


verließ Brahms Hamburg und unternahm mit dem jungen

ungarischen Violinisten Ede Reményi seine erste große

Konzertreise. In Hannover lernte er den dortigen Hofkapellmeister

und berühmten Geigenvirtuosen Joseph Joachim kennen, der ihm

ein treuer Freund wurde. Mit einem Empfehlungsbrief Joachims

reiste Brahms mit Reményi nach Weimar, um sich bei

Franz Liszt vorzustellen. Wegen ausgeprägter künstlerischer

Meinungsverschiedenheiten mit Liszt verließ Brahms Weimar

nach wenigen Wochen jedoch wieder und suchte auf Anraten

Joseph Joachims im Jahr 1853 Robert Schumann in Düsseldorf

auf, um von diesem eine Beurteilung seiner Fähigkeiten als

Komponist einzuholen. Schumann erkannte Brahms‘ Talent

sofort. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine lebenslange

innige Freundschaft. Beeindruckt von Brahms‘ Klavierspiel und

den noch unveröffentlichten Kompositionen, schrieb Schumann

einen Aufsatz für die „Neue Zeitschrift für Musik“ mit der

Überschrift „Neue Bahnen“, der am 28.10.1853 erschien. Der

Fachwelt wurde hier Johannes Brahms als kommender „Meister

der Musik“ ankündigt. Die positiven Kritiken bewirkten, dass

Brahms über den Verlag Breitkopf & Härtel weitere Werke

veröffentlichen konnte. Nachdem Robert Schumann 1854 in eine

Nervenheilanstalt eingeliefert werden musste, lebte Brahms mehr

als zwei Jahre im Hause Schumann bei dessen Frau Clara. Die

Jahre von 1853 bis 1856 in Düsseldorf waren eine für ihn in

künstlerischer und persönlicher Hinsicht wichtige Zeit. Zu Clara

Schumann entwickelte sich eine enge Freundschaft und er

unterstützte sie immer wieder auch finanziell. Während seiner

Zeit in Düsseldorf entstand ein Großteil der frühen Werke. Ab

1857 arbeitete Brahms als Pianist und Dirigent am Fürstenhof in

Detmold, 1858 wurde er dort Hofmusikdirektor und machte mit

der Leitung des Hofchores seine ersten Erfahrungen als Dirigent.

1859 kehrte er nach Hamburg zurück, wo er sich 1862 erfolglos

sowohl um die Dirigentenstelle der Singakademie als auch um die

Leitung des Philharmonischen Orchesters bewarb. Im Herbst

1862 reiste er erstmals für sieben Monate nach Wien. Das

Wiener Publikum nahm den jungen Pianisten aus dem Norden

Deutschlands mit Interesse und Wohlwollen auf. 1863 wurde er

zum Dirigenten der Wiener Singakademie gewählt, weshalb er

seine Heimatstadt verließ und nach Wien übersiedelte. Nach

einem vielversprechenden Anfang konnte sich Brahms jedoch mit

den unvermeidlichen Verwaltungsaufgaben seines Amtes nicht

anfreunden, sodass dass er nach nur einem Konzertwinter 1864

seinen Rücktritt einreichte. In den Jahren 1865 bis 1868


ging er auf ausgedehnte Konzertreisen, die zu einem festen

Bestandteil seiner Jahresplanung wurden. Von den Einnahmen

aus den Reisen bestritt er im Wesentlichen seinen

Lebensunterhalt. Bis in die 1890er-Jahre hinein trat er als

Interpret auf, zunehmend aber auch als Dirigent seiner eigenen

Werke. Nach einer Reihe vergeblicher Versuche, eine feste

Anstellung zu erlangen, zog sich Brahms auf den Status des

freischaffenden Künstlers zurück. Der Wiener Simrock-Verlag, der

sich um seine Werke kümmerte, verschaffte ihm aus der

Publikation seiner Kompositionen ein ansehnliches Vermögen,

wodurch er zu einem der wenigen finanziell unabhängigen

freischaffenden Komponisten seiner Zeit wurde. 1872 bot ihm

der Musikverein die künstlerische Leitung des Wiener Singvereins

an, die er bis 1875 wahrnahm. Inzwischen war Brahms als

Komponist überall in Europa bekannt und geschätzt. Zahlreiche

öffentliche Ehrungen wurden ihm zuteil. Man sah in ihm einen

Nachfolger Beethovens und betitelte seine 1. Sinfonie auch gerne

als "Beethovens 10." In seinen letzten Lebensjahren komponierte

Brahms ausschließlich. Er hinterließ insgesamt 122 Werke mit

Opuszahl sowie zahlreiche kleinere Kompositionen ohne

Opuszahl, die zumeist posthum erschienen, außerdem eine

Vielzahl von Klavierbearbeitungen eigener und fremder Werke.

Als sehr selbstkritischer Komponist vernichtete er viele seiner

unveröffentlichten Werke vor seinem Tod. Am 3. April 1897

starb Johannes Brahms in Wien.


Frédéric Chopin (1810-1849)

Am 1. März 1810 (nach

eigenen Angaben am 22.

Februar) wurde Frédéric

Chopin in Polen als Sohn

eines Französischlehrers in

eine künstlerisch begabte

Familie geboren. Seinen

ersten Klavierunterricht

erhielt er mit sieben Jahren

und man bat ihn schon bald,

auf Privatgesellschaften

angesehener Warschauer

Familien zu spielen. Sein

erstes Konzert gab er mit

acht Jahren. Da er oft

kränkelte, schickte ihn sein

Vater jeden Sommer zur Stärkung der Gesundheit aufs Land.

Chopin liebte die Musik dieser Landschaft, und viele seiner frühen

Kompositionen bezeugen den Einfluss volkstümlicher Weisen. Mit

16 Jahren begann er sein Studium am Warschauer

Konservatorium und mit kurzen Abstechern auch in Wien. Der

Aufstand des polnischen Volkes 1830 gegen die russische

Unterdrückung veränderte sein Leben auf einen Schlag. Da er

nicht nach Warschau zurückkehren konnte, ging er im Anschluss

an eine gerade absolvierte Konzertreise durch Europa nach Paris.

Dort machte er die Bekanntschaft der Bankiersfamilie Rothschild,

die ihn in ihre Kreise einführte und ihm damit

Auftrittsmöglichkeiten in den Häusern ihrer aristokratischen

Freunde verschaffte. Sein elegantes Auftreten und seine

Sensibilität machten ihn schnell sehr bekannt, und die Auftritte

und Kontakte sicherten seinen Lebensunterhalt. Chopin hatte

mehrere Liebschaften, die längste mit der Schriftstellerin George

Sand, eigentlich Aurore Dudevant. Aufgrund ernster

gesundheitlicher Probleme verbrachte er die Sommer in ihrem

Haus auf dem Land, wo er seine ganze Kraft dem Komponieren

widmen konnte. Den Rest des Jahres lebte er in Paris, wo er

seinen Lebensunterhalt als Klavierlehrer verdiente. Eine Tournee

durch England im April 1848 zerstörte Chopins Gesundheit

vollends. Im Jahr 1849 starb Frédéric Chopin am 17. Oktober in

Paris im Alter von nur 39 Jahren. Sein letzter Wunsch lautete,

man möge bei seinem Begräbnis Mozarts Requiem spielen.


Chopins kurzes Leben war überschattet von Krankheit und

Enttäuschung. Doch seine seltene Gabe, Melodien voll echten

Gefühls zu komponieren, und seine Fähigkeit, dem Klavier eine

unglaubliche Fülle an musikalischen Stimmungen zu entlocken,

sichern ihm einen Platz unter den Großen der Musik.

ZUR MUSIK

BRAHMS’ ZIGEUNERLIEDER

Johannes Brahms (1833-1897) komponierte Zeit seines Lebens

über 300 Vokalwerke, darunter 204 Sololieder, 20 Duette und 60

Quartette. Von den 6 Vokalquartett-Zyklen mit Klavierbegleitung

wurden nur zwei – die Liebeslieder-Walzer, op 52, und die

Zigeunerlieder, op 103, populär. Brahms wehrte sich gegen die

„Unsitte“, wie er es selbst nannte, Werke anders, als der

Komponist es vorgesehen hatte, aufzuführen, doch vermutlich ist

die Bekanntheit der Liebeslieder-Walzer und Zigeunerlieder

überwiegend darauf zurückzuführen, dass sie regelmäßig auch

von Chören – und nicht, wie ursprünglich komponiert, nur von

Solisten - gesungen wurden. Die Zigeunerlieder stechen in ihrer

temperamentvollen, lebensfrohen Art als Kontrast zu den

insgesamt eher melancholischen Werken Brahms‘ letzter

Schaffensphase heraus, doch spiegeln sie Brahms‘ innige

Verbindung zu Ungarn und der „Zigeunermusik“ wider.

Bereits Ende der 1840er Jahre kamen ungarische Künstler und

verschiedene Zigeunerkapellen auf ihren Konzertreisen durch

Europa auch durch Brahms‘ Heimatstadt Hamburg, sodass

Brahms frühzeitig mit ungarischer Musik in Kontakt kam. Unter

den Flüchtlingen aus Ungarn, die 1849 nach Hamburg gelangten,

war auch der junge ungarische Geigenvirtuose Ede (Eduard)

Reményi (1828-1898), mit dem Brahms viel konzertierte.

Reményi führte Brahms, der seine Leidenschaft für ungarischzigeunerische

Musik mit ihm teilte, in das Repertoire des

volkstümlichen Kunstliedes oder magyar nóta („ungarische

Weise“) ein. Im Verlauf seines Lebens legte Brahms eine große

Sammlung ungarischer Melodien an, er lernte bei seiner regen

Konzerttätigkeit sowie durch Beziehungen zu zahlreichen

ungarischen Musikerkollegen das Land und seine Kultur so gut

kennen, dass seine ungarisch-zigeunerischen Stilelemente von

hoher Authentizität zeugen.


Die Entstehungsgeschichte der Zigeunerlieder ist erwähnenswert.

Das Kindermädchen Fräulein Witzl der mit Brahms befreundeten

Familie Brüll war eine gebürtige Ungarin. Sie hatte die Originale

25 ungarischer Liebeslieder aus dem Ungarischen übersetzt und

ihrem früheren Dienstherrn Hugo Conrat übergeben, der sie in

Verse brachte und mit den Originalmelodien zu einer Sammlung

zusammenstellte, um „der deutschen Musikwelt ein kleines

bescheidenes Bild gesungener magyarischer Volksweisen zu

geben.“ Vermutlich trat Hugo Conrat dann mit dem Werk an

Johannes Brahms heran, welcher großes Interesse zeigte und

fünfzehn Volksliedtexte auswählte. Er verließ die von Conrat

zufällig vorgenommene Reihenfolge und ordnete die Lieder zu

einem sinnhaften Zusammenhang. Uraufgeführt wurden die

Stücke im Oktober 1888 im Rahmen der Hausmusiken der

Damen Brüll und Kalbeck. Solche Freundeszirkel der bürgerlichen

Gesellschaft mit ihren musikalisch sattelfesten Mitgliedern waren

der Hauptabnehmer der gesamten romantischen Quartettliteratur.

Marie Brüll erinnert sich: „Ich höre es noch: ‚Schönstes Städtchen

in Alföld ist Ketschkemet‘ und ‚Täusch mich nicht‘. Ich höre

Walters warmen Ton, Minnas helle Höhe, Hermines dunklen Alt

und die schöne volle Stimme ihre Mannes (Max Kalbeck), der,

blond und lustig, mit seinem Riesenzeigefinger taktierte. Brahms

aber stand, blauäugig und prachtvoll, vor dem Quartett und hatte

seine Freude an den Sängern und an sich. Letzteres hat er sich ja

nicht so leicht gegönnt. Auf einmal rannte er, wie aus der

Kanone geschossen, in unser Kinderzimmer, zog unser nettes,

feines, bescheidenes Fräulein Witzl heraus und brachte sie ins

Musikzimmer. Sie mußte sich setzen und als ‚Urheberin‘ der

Zigeunerlieder die Quartette anhören … es ist so echt Brahms

gewesen, daran zu denken und dem bescheidenen Mädchen die

Ehrung zu bereiten.“

№ 1: „He, Zigeuner, greife in die Saiten ein“

№ 2: „Hochgetürmte Rimaflut, wie bist du so trüb“

№ 3: „Wisst ihr, wann mein Kindchen am allerschönsten ist?“

№ 4: „Lieber Gott, du weißt, wie oft bereut ich hab“

№ 5: „Brauner Bursche führt zum Tanze“


Die EMDER

FLÜGELKONZERTE

„Auf Flügeln des Gesanges“

Eine Veranstaltungsreihe des

Singverein Emden e.V.

Oratorienchor von 1805

mit

Die Konzerte sollen die Refinanzierung des Proben-Flügels des

Singvereins unterstützen, der 2017 angeschafft werden musste.

www.fluegelkonzerte.de

№ 6: „Röslein dreie in der Reihe blüh’n so rot“

№ 7: „Kommt dir manchmal in den Sinn, mein süßes Lieb“

№ 8: „Horch, der Wind klagt in den Zweigen traurig sacht“

№ 9: „Weit und breit schaut niemand mich an“

№ 10: „Mond verhüllt sein Angesicht“

№ 11: „Rote Abendwolken zieh’n am Firmament“

Vier weitere „Zigeunerlieder“, deren Texte Brahms zeitgleich mit

den elf Liedern des op. 103 ausgewählt hatte, erschienen 1891

als № 3-6 unter der Bezeichnung „Sechs Quartette für vier

Singstimmen und Klavier op. 112“. Sie stehen aber nicht in

inhaltlicher Verbindung zu dem in sich geschlossenen Zyklus

des op. 103.

№ 3: „Himmel strahlt so helle“

№ 4: „Rote Rosenknospen“

№ 5: „Brennessel steht an Wegesrand“

№ 6: „Liebe Schwalbe, kleine Schwalbe“


DIE M ALER

Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin

verbindet eine langjährige künstlerische Partnerschaft.

Seit dem Jahr 2000 entstehen in Zusammenarbeit handkolorierte,

handgebundene Künstlerbücher in limitierter Auflage, welche in der

Edition „Roter Mond" erscheinen, die die beiden Maler und

Schriftsteller gemeinsam gegründet haben.

2013 realisierten sie eine Wanderausstellung ihrer gemeinsamen

Arbeit, der „Ostfriesland-Haggadah“ (Norden–Jever–Leer–Emden-

Aurich). Diese Ausstellung wurde auf Einladung des israelischen

Parlamentes im Mai 2014 in der Knesset in Jerusalem präsentiert.

Die Präsentation des Buches „Die Haggadah, die aus Ostfriesland

kommt“ fand 2017 in der ehemaligen jüdischen Schule Leer statt.

Im gleichen Jahr wurde Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin für das

Projekt „Ostfriesland-Haggadah“ das Verdienstkreuz am Bande des

Landes Niedersachsen verliehen.

In der Ausstellung unter dem Titel „Verboten für Männer unter 30

Jahren“ wurde 2018 das Gesamt-Kunstprojekt „Ostfriesland-

Haggadah“ in der Landesbibliothek Oldenburg gezeigt.

Eigens für die begleitende Ausstellung zum heutigen Konzert sind in

Buenos Aires eine Reihe gemeinsamer Werke zum Titel

„ZIGEUNERLIEDER“ entstanden, welche die beiden Künstler mit

Erläuterungen im Programm präsentieren.

DIE SPEZIALISTEN FÜR

OPTIMALES HÖREN & SEHEN.

26721 Emden

Zwischen Beiden Märkten 5

Tel. 0 49 21 / 2 56 66

26736 Krummhörn

Burgstraße 15

Tel. 0 49 23 / 91 01 23


Ricardo Fuhrmann

wurde 1959 in Buenos Aires, Argentinien, als Sohn einer Emder

Familie geboren, die 1938 vor dem Nazi-Terror floh.

Seit 1993 lebt und arbeitet er in Norden (Ostfriesland) und Buenos

Aires, wodurch ein intensives künstlerisches Werk entsteht, das

durch seine Vielseitigkeit und Experimentierfreude besticht.

Ricardo Fuhrmann ist ein Maler, der sich wundert und zur selben Zeit

lacht. Seine Gemälde sind für ihn ein Fest, auf dem er in einer sehr

systematischen Form gegensätzliche Kräfte befreit, und heiter traut

er sich auch, das Erschreckende zu malen. Wandernder Maler der

Sehnsüchte: seine ständigen Reisen zwischen Deutschland und

Argentinien haben ihm Geheimnisse erschlossen und ihm einen tiefen

Sinn für das Paradoxe eröffnet.

Die sensiblen linear-geometrischen Arbeiten des Künstlers lassen

sich keiner der bekannten Stilrichtungen zuordnen. Vielmehr handelt

es sich bei den Bildern um eigene Schöpfungen, die gesehene oder

erlebte Ereignisse in eine eigens dafür entwickelte Sprache

übersetzen.

Das persönliche Universum des Künstlers zeigt sich besonders

deutlich in seinen von Ostfriesland inspirierten Werken. Beispiele

dafür sind seine Bilderserien "Traumfähren", "Gezeiten", "Badende",

"Schiffe", "Windmühlen" und "Ostfrieslandkarten".

1982 begann Ricardo Fuhrmann seine Ausbildung in Zeichnen und

Malerei in Buenos Aires bei Bernardo di Vruno und lernte von 1980

bis 1985 in der Skuplturenwerkstatt von Hernán Dompé und Carlo

Marchesotti. Von 1986 bis 1989 studierte er an der Hochschule der

Bildenden Künste „Ernesto de la Cárcova", Buenos Aires in der

Skulptur- und Lithografie-Werkstatt.

Seit dem Jahr 2000 stellte er unter anderem in Paris, Taiwan, Berlin,

und Tokyo und des Öfteren in Norddeutschland aus.

Ricardo Fuhrmann ist seit dem Jahr 1996 Dozent an der

Norder Sommerakademie im Kurs Künstlerbuch.

UMSCHLAGBILD: Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin: ZIGEUNERLIEDER I


Daniel Jelin

wurde 1957 in Buenos Aires (Argentinien) geboren, wo er auch

studiert hat. Im Jahr 1981 schloss er seine Ausbildung in

Theaterpädagogik an der EMPT (Escuela de Mimo y Teatro

Participativo) ab, an der er anschließend auch mehrere Jahre als

Dozent arbeitete.

Mit dem Ensemble des EMPT nahm er als Regisseur und auch als

Schauspieler an mehreren Produktionen teil. Das Ensemble wurde zu

verschiedenen internationalen Theaterfestivals eingeladen, wie zum

Beispiel nach Sitges (Spanien), Wroclaw (Breslau, Polen) und Brunoy

(Frankreich).

1985 schloss Daniel Jelin sein Studium als Opernregisseur an der

Kunsthochschule der Staatsoper Teatro Colón (Buenos Aires) ab. Er

spezialisierte sich auf barocke und zeitgenössische Opern. Seine

Laufbahn als Librettist begann er zusammen mit der Lyrikerin Teresa

Arijón, mit der er gemeinsam an verschiedenen Opernlibretti

arbeitete: Trabex, Conducta animal, Opus Ruperta 62 und dem

Musical „Sin Compasión“ (in Zusammenarbeit mit Betty Gambartes).

Die Vielseitigkeit seines künstlerischen Schaffens unterstreicht die

Tatsache, dass Jelin auch 12 Kinderbücher für den Atlántida Verlag

(Buenos Aires) geschrieben hat. Während einer seiner vielen

Aufenthalte in Deutschland gründete er mit dem bildenden Künstler

Ricardo Fuhrmann die Edition „Roter Mond“ mit Schwerpunkt in

kleinen Editionen von Künstlerbüchern. Dafür schreibt, entwirft,

fotografiert und zeichnet er.

In den letzten Jahren war er mit seinen Gemälden an mehreren

Ausstellungen in Deutschland beteiligt und realisierte auch Foto- und

Videoinstallationen. 2011 gewann Daniel Jelin den ersten Preis im

„Wettbewerb des Plakats“ für das ,Ehrenfelder Straßenfest’,

organisiert vom Kunstverein ‚Kultur Köln 30‘.

Während seiner ganzen künstlerischen Laufbahn waren Daniel Jelin

Zeichnen und Malen immer Ausdrucksformen für den Arbeitsprozess

und die Arbeitsdokumentation. Immer wieder überrascht er in seinen

Arbeiten mit seiner ganz persönlichen und originellen Welt. Typisch

ist für seine Werke die Verflechtung von Theatralischem, Schrift,

Dialog und Bewegung der Figuren. Seine Bilder sind intensiv, sie

drücken Nachdenklichkeit und vor allem Freude aus.

Zur Zeit lebt und arbeitet er in Norden, Ostfriesland.


DIE INTERPRETEN

Mareike Kokkelink

Im Alter von 6 Jahren erhielt die

Pianistin Mareike Kokkelink ihren

ersten Klavierunterricht und

schon früh kristallisierte sich die

Musik als ihr Berufsziel heraus.

Sie studierte Klavier bei Prof.

Matitjahu Kellig an der

Hochschule für Musik in Detmold

und schloss 2004 ihr Studium zur

Diplom-Musikpädagogin ab.

Während dieser Zeit stellte sich

das Nebenfach Gesang (bei Hans-

Peter Bendt) als zweite

Leidenschaft neben dem Klavier

heraus. Sie begann danach ein

Psychologiestudium an der

Universität Osnabrück. 2007 ging

sie für zweieinhalb Jahre in die

USA, um an der University of

New Mexico einen Masterstudiengang mit künstlerischem Hauptfach

Klavier unter der Leitung von Prof. Falko Steinbach zu absolvieren.

Desweiteren studierte sie Gesang bei Prof. Marilyn Tyler und Prof.

Paula Swalin und schloss beide Studiengänge 2009 als “Master of

Music” mit Auszeichnung ab. Durch eine Assistenzstelle als

Korrepetitorin konnte sie während dieser Zeit außerdem zahlreiche

Erfahrungen im Bereich Liedbegleitung und Kammermusik machen.

Zahlreiche Meisterkurse im In- und Ausland bereicherten ihre

Ausbildung. Darunter waren u.a. Kurse für Klavier bei Jon

Nakamatsu, Chong Lim und Allan Sternfield, für Klavierimprovisation

bei Günther Phillipp und für Gesang bei Elizabeth Mannion.

Besonders beeinflusst hat sie der Kurs “Music, History and Memory”

in Beit Terezin, Israel, in dessen Mittelpunkt der Holocaust und

verfemte Musik von Komponisten wie Viktor Ullmann, Hans Krasa

und Gideon Klein stand. Zusätzlich zum Instrumentalunterricht

bestand dieser Kurs aus zahlreichen Seminaren über den Holocaust,

Interviews mit Zeitzeugen wie z.B. der Pianistin Edith Kraus und

Ausflügen z. B. zur Gedenkstätte Yad Vashem. Verschiedene

Konzertauftritte führten sie u.a. nach Deutschland, Italien, Israel und

die USA. Von März 2010 bis März 2016 war Mareike Kokkelink als

Dozentin für Klavier und Gesang an der Jugendmusikschule Bad

Münder tätig. Seit 2016 bzw. 2018 unterrichtet sie Klavier und

Gesang an den Kreismusikschulen Leer und Aurich/Norden.


Konzert-Vorschau 2019

HERBSTKONZERT 2019

Sonntag, 17. November 2019, 17 Uhr

Martin-Luther-Kirche Emden

Felix Mendelssohn-Bartholdy

HÖR MEIN BITTEN

Zum 650. Geburtstag des Reformators und 150. Todestag des Komponisten

Carl Loewe

JOHANN HUSS

Singverein Emden

Schola Cantorum Frisiensis | Kammer Sinfonie Bremen | Solisten

Leitung: Clemens-C. Löschmann

LÖWEN-

APOTHEKE

EMDEN

Inh. Dr. Florian Penner

Zwischen beiden Sielen 36

Telefon: 04921 - 97360

Löwenstark für Ihre Gesundheit!

INFORMATIONEN ZUM CHOR UND ZUM MITSINGEN UNTER: www.singverein-emden.de


Clemens-C. Löschmann

Der in Berlin geborene Tenor

studierte zunächst an der dortigen

Kirchlichen

Hochschule

evangelische Theologie und dann

an der Hochschule der Künste

(UdK) im Hauptfach Gesang bei

Johannes Hoefflin. Er war

Student in der Meisterklasse von

Dietrich Fischer-Dieskau und

Aribert Reimann.

Seine über dreißigjährige

internationale Karriere als

Opernsänger führte den lyrischen

Tenor u. v. a. an die Komische

Oper Berlin, an die Frankfurter

Oper, zum Royal Opera House

Covent Garden London, an das

Teatro Carlo Felice Genua und an

das Gran Teatro del Liceu Barcelona. Sein umfangreiches Repertoire

als Sänger erstreckt sich über alle Epochen der Musikgeschichte. Ein

besonderes Arbeitsfeld stellt die moderne und zeitgenössische Musik

dar. Clemens-C. Löschmann hat an einer großen Zahl von

Uraufführungen mitgewirkt und mit namhaften Komponisten wie

Aribert Reimann, Sidney Corbett, Haflidi Hallgrímmson, Vinko

Globokar, Carl Rütti, Wolfgang Rihm, Sir Michael Tippett und nicht

zuletzt Harald Weiß zusammengearbeitet.

Im Oratorien- und Konzertfach ist Clemens-C. Löschmann ein

international gefragter Solist. Einen Schwerpunkt seiner

Konzerttätigkeit als Konzertsänger bilden die Tenorpartien in den

Oratorien und Kantaten J. S. Bachs und das Liedschaffen F.

Schuberts. Bei Wiederaufführungen des I. Concert of Sacred Music

von Duke Ellington war er singend auch im Bereich des Jazz zu

hören und in melodramatischen und illustrativen Programmen

betätigt er sich außerdem auch als Rezitator.

Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Sänger unterrichtet

Löschmann Gesang in einem eigenen Institut in Bremen.

Dem Singverein Emden ist er seit 2007 als Solist eng verbunden und

hat den Chor seit 2015 mehrfach in Projekten geleitet. Seit 2018 ist

er der Dirigent des traditionsreichen Oratorienchores von 1805.

Des weiteren steht auch das ensemble carpe musicam in Bremen

unter seiner Leitung. Clemens-C. Löschmann ist Initiator und

künstlerischer Leiter der Reihe EMDER FLÜGELKONZERTE.


3. EMDER FLÜGELKONZERTE

„Auf Flügeln des Gesanges“

KONZERT I · FEBRUAR 2020

LUDWIG VAN BEETHOVEN

AN DIE FERNE GELIEBTE

FRANZ SCHUBERT

SCHWANENGESANG

Dunja Robotti · Klavier

Clemens-C. Löschmann · Tenor

KONZERT II · MAI 2020

CLARA UND ROBERT SCHUMANN

EIN MUSIKALISCH- LITERARISCHER ABEND

SINGVEREIN EMDEN

Clemens-C. Löschmann · Leitung

NEUE KIRCHE EMDEN

Konzerte mit begleitenden Ausstellungen

EINE VERANSTALTUNGSREIHE VON

UND

www.fluegelkonzerte.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine