FSGdirekt EU-WAHL

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15. Jahrgang // Nummer 3a // Wien, Mai 2019

www.fsg-bau-holz.at

SEITE 3 | Abg. z. NR Josef Muchitsch: Wer am 26. Mai nicht wählt, wird fremdbestimmt

SEITE 4 | Andreas Schieder: Das Friedensprojekt Europäische Union ist in Gefahr

SEITE 5 | Evelyn Regner: Europa muss den Menschen helfen, statt den internationalen Großkonzernen

SEITE 6 | Steuerloch schließen: Jährlich verschwinden 1.000 Milliarden Euro innerhalb der EU

SEITE 8 | BHI-Film zur EU-Wahl: Für ein soziales Europa ohne rechte Parteien


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FAIRNESS in der Arbeit

Muchitsch: Lohndumping bekämpfen, nicht fördern

Anstatt Lohndumping

zu bekämpfen, wird

das Problem von dieser

Bundesregierung sogar

verschärft!

„Fairness in der Arbeit“ – Muchitsch,

Risak und Rendi-Wagner fordern unter

anderem Recht auf Teilzeit, 4-Tage-

Woche und faire Arbeitszeitregeln.

Josef Muchitsch hat gemeinsam mit

Pamela Rendi-Wagner und dem Arbeitsrechtsexperten

Martin Risak von

der Uni Wien ein Paket für mehr „Fairness

in der Arbeit“ präsentiert.

„Die Arbeitswelt hat sich verändert und tut

dies weiter, aber das Arbeitsrecht hat mit

dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten“,

so Rendi-Wagner. Veränderungen wie die

Digitalisierung und Flexibilisierung seien

dann positiv, wenn sie nicht nur einseitig Arbeitgebern

nutzen, sondern auch den Arbeitnehmern.

Es sei Aufgabe der Politik,

dafür zu sorgen, dass alle Menschen davon

profitieren. „Die Politik muss vom Beifahrersitz

endlich auf den Fahrersitz kommen.“

Inhalt des Paketes sind: „Keine unfairen

Klauseln in Arbeitsverträgen“, „Keine

Chance dem Lohndumping“, „Flexibilität ist

keine Einbahnstraße“ sowie „Faire Spielregeln

in der Plattformwirtschaft“.

„Unser Anspruch ist, dass das Arbeitsrecht

an die neuen Herausforderungen der Arbeitswelt

angepasst wird“, sagte FSG-BV

Josef Muchitsch. Das beginnt bei problematischen

Vertragsklauseln, die es in durchschnittlich

9 von 10 Arbeitsverträgen gibt.

Und Arbeitsverträge nehmen zu, wie Martin

Risak bestätigte, deshalb müsse man sich

solche Klauseln genauer anschauen und

unfaire zurückdrängen. Konkurrenzklauseln

sollten verboten werden, „sie behindern

die Mobilität der ArbeitnehmerInnen“,

sagt Risak. Änderungen braucht es auch

bei den Verfallsklauseln in Arbeitsverträgen,

die bestimmen, dass etwa Ansprüche aus

geleisteten Überstunden verfallen.

Bekräftigt wird auch die Kritik an der

60-Stunden-Woche. „Flexibilität darf

keine Einbahnstraße sein“, betonte Muchitsch.

Es braucht wieder einen fairen Ausgleich

zwischen Arbeitnehmer- und

Arbeitgeberinteressen. Deshalb sollen überlange

Arbeitszeiten nur mit Zustimmung

von Gewerkschaft und Betriebsrat möglich

sein. Außerdem soll die Regierung endlich

ihr Versprechen auf einen Rechtsanspruch

auf die 4-Tage-Woche umsetzen. Ebenso im

Forderungskatalog: Ein Rechtsanspruch auf

Teilzeitarbeit für Phasen der Pflege, Kindererziehung,

aber auch im Alter sowie eine

faire Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche.

Anspruch darauf soll nach 25 Dienstjahren

auch dann bestehen, wenn der Arbeitgeber

gewechselt wurde. Faire Regeln in der Plattformwirtschaft

– u.a mit einer Beweislastumkehr

zum Arbeitnehmer-Status zu

Gunsten des Mitarbeiters – sowie Maßnahmen

gegen Lohndumping.

Diese Forderungen, die im Arbeitsrecht

rasch umsetzbar sind, sollen nun in den

nächsten Wochen im Parlament eingebracht

werden, kündigte Muchitsch an.

„Immer wenn die SPÖ Verantwortung in der

Regierung hatte, haben sich Arbeitsbedingungen

verbessert, unter Schwarz-Blau ab

2000 und in den letzten 16 Monaten haben

sie sich verschlechtert.“ Anstatt Lohndumping

zu bekämpfen, werde das Problem von

der Regierung sogar verschärft, u.a durch

Erleichterungen bei der Rot-Weiß-Rot-Karte

oder durch die Regionalisierung der Mangelberufsliste.

„Dagegen legen wir unsere

politischen Schwerpunkte für die nächsten

Monate klar auf den Tisch: Für mehr Fairness

für die Arbeitnehmer.“

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Europa steht vor einer Richtungswahl


Nationalrat JOSEF MUCHITSCH

Bundesvorsitzender FSG BAU-HOLZ

Wir alle stehen vor

einer Richtungswahl.

Am 26. Mai entscheiden

wir alle bei der

EU-Wahl, wer in den

kommenden Jahren die

Geschicke Europas

lenken wird.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Was passiert, wenn konservative und

rechte Kräfte das Sagen haben, erleben

wir seit Jahren. Die EU ist eine

Wirtschaftsunion. Die Interessen der

internationalen Konzerne bestimmen

die Politik, es geht um Erleichterungen

für Firmengründungen und Konzerngewinne

statt um soziale Interessen.

Die EU funktioniert nicht richtig. Die Interessen

von Menschen müssen vor jene der internationalen

Konzerne gestellt werden, die

EU muss eine Sozialunion werden.

Was geht mich die EU an?

Diese Frage höre ich oft, wenn ich mit unseren

Beschäftigten spreche. In der EU werden

viele Richtlinien beschlossen, die wir in

Österreich in Gesetze umwandeln müssen.

Da ist es nicht egal, wer in Brüssel diese

Richtlinien gestaltet.

Außerdem sind viele Betriebe in Österreich

vom Export innerhalb der EU abhängig – gerade

für jene, die in diesen Betrieben und

Branchen beschäftigt sind, ist die Zollunion

also eine enorm wichtige Sache.

Lohn- und Sozialdumping kann nur gemeinsam

mit der EU bekämpft werden.

Die Regierung hat das österreichische

Lohn- und Sozialdumpinggesetz jedoch

deutlich geschwächt und Lohn- und Sozialdumping

billiger gemacht. Die Folge: Noch

nie waren die Fälle von Lohn- und Sozialdumping

so zahlreich wie aktuell. Statt die

Gründung einer EU-Arbeitsbehörde zu unterstützen,

lehnt die Bundesregierung sie

ab, versucht, ihr möglichst wenig finanzielle

Mittel zuzugestehen und bewirbt sich nicht

um den Sitz dieser Arbeitsbehörde. Sie wird

nun in genau einem der Länder ihren Sitz

bekommen, die Lohn- und Sozialdumping

als Geschäftsmodell betrachten.

Jahrzehnte Vorherrschaft der ÖVP und

Wirtschafslobbyisten sind genug – jetzt

geht es an’s Eingemachte.

Wir müssen gemeinsam die ArbeitnehmervertreterInnen

innerhalb der EU stärken.

Das ist nur mit deiner Stimme für die SPÖ

bei der EU-Wahl möglich.

Gemeinsam haben wir die Kraft, den internationalen

Großkonzernen Regeln vorzugeben.

Egal, ob Würstelstand oder Google:

Alle müssen ihren Beitrag zahlen. Steuern

müssen dort bezahlt werden, wo Gewinne

erwirtschaftet werden. Mit den Einnahmen

könnten leistbare Wohnungen, moderne

Schulen oder Krankenhäuser finanziert und

Sozialleistungen verbessert werden.

Das geht nur mit deiner Stimme für die

Arbeitnehmer-Vertreter in der EU!

Wer nicht zu Wahl geht, lässt sich fremdbestimmen.

Wer als ArbeitnehmerIn zulässt,

dass weiterhin die Rechten und die Wirtschaftslobbyisten

in der EU das Sagen

haben, schadet sich selbst. Deshalb mein

Appell: Bestimmt bei der Richtungsentscheidung

für die EU am 26. Mai aktiv

mit. Wählt die ArbeitnehmervertreterInnen

in der SPÖ und ebnet so den Weg

für eine EU als Sozialunion.

Euer Josef Muchitsch

FSG Bau-Holz-Bundesvorsitzender

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Für ein Europa der Menschen und

eine EU der ArbeitnehmerInnen

Andreas Schieder, SPÖ-Spitzenkandidat zur EU-Wahl am 26. Mai

Das große Europainterview mit dem SPÖ-Spitzenkandidaten für die Europawahlen

Andreas Schieder über seine Motivation, bei den Europawahlen

für ein soziales und gerechtes Europa zu kämpfen!

Warum hast du dich dazu entschlossen,

als SPÖ-Spitzenkandidat ins Rennen

um Europa, zu gehen?

Die Europawahl ist eine Richtungsentscheidung,

bei der es um viel geht: Das Friedensprojekt

Europäische Union ist in Gefahr.

Hart erkämpfte Errungenschaften sind bedroht.

Am 26. Mai entscheidet sich, ob

unser gemeinsames Europa eine soziale

und gerechte Zukunft haben wird, in der die

Interessen der Menschen im Mittelpunkt

stehen. Für diese soziale Zukunft kämpfe

ich mit Leib und Seele und für dieses bessere

Europa will ich mich auch in Brüssel

einsetzen.

Was sind die Gefahren für Europa, die

du ansprichst?

Rechtspopulisten verbünden sich quer

durch die Europäische Union mit dem Ziel,

unser gemeinsames Europa zu zerstören

und unsere Gesellschaft zu spalten. An der

Spitze dieser schädlichen Allianz steht die

FPÖ mit ihrem Kandidaten Vilimksy. Und

was machen die konservativen Parteien

und allen voran die ÖVP? Sie verschließen

beide Augen davor oder gießen selbst Öl ins

Feuer des Nationalismus. Als Sozialdemokratie

können wir nicht wegsehen und diesen

Rechtsruck zulassen. Unser Motto

lautet: Zusammenhalten statt spalten.

Denn nur gemeinsam können wir die großen

Herausforderungen der Gegenwart bewältigen.

Vor welchen Herausforderungen steht

Europa?

Viel zu lange hat sich die EU nur um die Profitinteressen

der großen Konzerne gekümmert,

die Interessen und Rechte von

ArbeitnehmerInnen sind dabei auf der Strecke

geblieben. Das hat zu einer großen Ungerechtigkeit

geführt: Trotz jährlicher

Milliardengewinne drücken sich die Großkonzerne

vor gerechten Steuern. Währenddessen

geraten ArbeitnehmerInnen zunehmend

unter Druck: Die unterschiedlichen

Standards in den europäischen Ländern

öffnen Lohn- und Sozialdumping Tür

und Tor, die ÖVP/FPÖ-Regierung verschärft

dieses Problem mit ihrer unsozialen Politik

in Österreich noch zusätzlich.

Was kann getan werden, damit in

Europa zukünftig die Interessen der ArbeitnehmerInnen

zählen?

Wir wollen ein Europa der Menschen und

eine EU der ArbeitnehmerInnen. Denn sie

sind das Rückgrat der europäischen Wirtschaft

und ihre Interessen dürfen nicht der

profitorientierten Globalisierung zum Opfer

fallen. Gemeinsam mit der Gewerkschaft

kämpfen wir für eine Stärkung der Sozialpartnerschaft

nach österreichischem Vorbild

in ganz Europa, eine Neuausrichtung

der EU-Wirtschaftspolitik auf Vollbeschäftigung

und gerechte Verteilung sowie fairen

Lohn und gute Arbeitsstandards für alle ArbeitnehmerInnen.

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Europa steht vor einer Richtungswahl


Für sozialen Zusammenhalt

statt Privilegien für Großkonzerne

Evelyn Regner, EU-Abgeordnete

WORUM geht‘s?

Lobbyisten aus Wirtschaft und Industrie greifen nach der Macht in der EU.

Sie wollen Steuerflucht legalisieren und Löhne bzw. Gehälter auf ein Minimum

drücken. Die niedrigsten Mindeststandards sind ihnen noch zu hoch.

Warum kommt die EU-Arbeitsmarktbehörde

jetzt doch nicht nach Österreich?

Lohn- und Sozialdumping ist nach wie vor

eines der größten Probleme in der EU. Und

die Schattenseiten des Binnenmarkts treffen

in erster Linie die Beschäftigten. Wenn

Unternehmen Hungerlöhne bezahlen und

Arbeitsschutzbestimmungen umgehen, verstoßen

sie gegen EU-Recht. Aber die besten

Gesetze – wie die neue Entsende-Richtlinie

– nützen nichts, wenn niemand da ist,

um sie zu kontrollieren. Deshalb ist es ein

großer Wurf, dass die EU-Arbeitsbehörde

kommt. Die SPÖ hat auf EU-Ebene jahrelang

dafür gekämpft, dass eine solche Behörde

kommt. Wir haben uns von Beginn an

für den Standort Österreich stark gemacht.

Denn in Österreich kennen wir die Probleme

mit Lohn- und Sozialdumping genau. Und

was hat die schwarzblaue Regierung gemacht?

Statt sich auf die Seite der Beschäftigten

zu stellen, hintertreibt die Bundesregierung

die Behörde und will sie möglichst

kleinhalten. Das ist der falsche Weg!

Wir können in ganz Europa abeiten, ist

das ein Vorteil oder Nachteil?

Europa ist der stärkste Wirtschaftsraum der

Welt. Ich bin der Meinung, dass dazu auch

die höchsten Sozialstandards gehören. In

der gesamten EU leben und arbeiten zu

können, ist eine Freiheit, von der wir grundsätzlich

profitieren. Für viele Beschäftigte

schaut die Realität aber weniger rosig aus:

Monatelanges Arbeiten weit weg von zuhause,

für einen Hungerlohn und ohne ordentliche

soziale Absicherung. Ich will mehr

Respekt für die Beschäftigten in Europa.

Um den Druck auf unsere Löhne zu reduzieren,

braucht es europaweite Mindestlöhne.

Löhne rauf, Arbeit muss sich

auszahlen!

Warum ist die EU für die Beschäftigten

in Österreich so wichtig?

Als Gewerkschafterin habe ich schnell gelernt,

dass mehr weitergeht, wenn man gemeinsam

statt jeder für sich Dinge anpackt.

Konzerne und Superreiche agieren schon

lange international und die werden es sich

auch ohne EU richten. Gerade als Beschäftigte

braucht es eine starke und soziale EU

als Mittel im Kampf für unsere Interessen.

Warum muss die EU sozialer werden?

Europa muss den Menschen helfen statt

den großen Konzernen. Wenn wir nicht endlich

ein starkes soziales Fundament bauen,

die Schere zwischen Arm und Reich schließen,

gute neue Jobs schaffen, werden die

Rechten weiter Erfolg haben. Dann wird die

EU zerbrechen. Das müssen wir verhindern.

Die EU wird sozial sein, oder sie wird nicht

sein.

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Knapp 1000 Milliarden Euro verschwinden

im Steuerloch, deshalb Steuerloch schließen!

EU-KandidatInnen der sozialdemokratischen GewerkschafterInnen

Neuer Steuerskandal zeigt jährlichen

europaweiten Mehrwertsteuer-Betrug

in Milliardenhöhe!

Vor dem österreichischen Finanzministerium

haben die EU-KandidatInnen der sozialdemokratischen

GewerkschafterInnen

Evelyn Regner, Thomas Kattnig, Johannes

Schwarcz-Breuer, Sophia Reisecker und Gerald

Kreuzer den österreichischen Finanzminister

Löger und die Bundesregierung

zum Handeln beim Thema Steuergerechtigkeit

aufgefordert.

Spitzenkandidatin Evelyn Regner führt aus:

„Die Blockadehaltung der Mitgliedstaaten –

allen voran Österreich – kostet die EU jedes

Jahr knapp 1.000 Milliarden Euro, die wir in

unseren Bahnhöfen, Pflegeheimen und Universitäten

dringend brauchen. Multinationale

Konzerne stehlen sich aus ihrer

gesellschaftlichen Verantwortung. Sie verschieben

Gewinne in Sekundenbruchteilen

und verstecken ihre Bilanzen hinter dubiosen

Firmenkonstruktionen, während die Beschäftigten

und KMU jeden Monat ihren

Beitrag leisten. So entgehen uns in Österreich

jährlich knapp 13 Milliarden Euro. Das

ist dreimal so viel, wie die türkis-blaue Bundesregierung

mit ihrer Mini-Steuerreform

für die Entlastung der arbeitenden Menschen

in den nächsten Jahren lockermachen

will. Dabei muss gelten: Egal, ob

Würstlstand oder Google - alle müssen

ihren fairen Steuerbeitrag leisten. Das Recherchezentrum

Correctiv deckt den nächsten

Steuerskandal auf: Weitere 50

Milliarden Euro entgehen uns in Europa

jährlich durch organisierten Mehrwertsteuer-Betrug.

Nur durch mehr Zusammenarbeit

der Behörden und ein europäisches

FBI gegen Steuerbetrüger können wir uns

das Geld zurückholen."

Die KandidatInnen der sozialdemokratischen

GewerkschafterInnen zur EU-Wahl

haben das europäische Steuerloch symbolisch

geschlossen. "Es macht einen Riesenunterschied,

wer die Menschen im

EU-Parlament vertritt. Denn was Finanzminister

Löger sagt und was er tut, sind zwei

gänzlich unterschiedliche Dinge. Schwarz-

Blau zeigen in Österreich mittels Sozialabbau-Gesetz

und Steuergeschenken für

Konzerne mit der neuen Steuerreform, auf

welcher Seite sie stehen", so Spitzenkandidatin

Evelyn Regner. "Wir GewerkschafterInnen

wollen mit klaren Regeln gegen

Konzernprivilegien vorgehen. Wir waren

beim Thema Steuergerechtigkeit schon bisher

der Motor im EU-Parlament. Um die Blockade

zu beenden, muss die Einstimmigkeit

im Rat bei Steuerfragen weg. Dann

haben wir eine reale Chance, europaweite

Mindeststeuersätze gegen den zerstörerischen

Steuerwettbewerb und eine echte Digitalsteuer

umzusetzen. Damit endlich alle

ihren fairen Beitrag leisten."

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Europa steht vor einer Richtungswahl


Jahrzehnte Vorherrschaft der ÖVP und

Wirtschaftslobbyisten sind genug!

Abg. z. NR Josef Muchitsch, FSG-BAU-HOLZ-Bundesvorsitzender

Bestimme mit!

Spekulanten treiben’s auf die Spitze

Bis zu 65 Prozent des Haushaltseinkommens

gehen allein fürs Wohnen

drauf.

Was durch Privatisierungen zum Luxus

werden könnte?

Wo es um Grundrechte für alle geht,

haben reine Profitinteressen von Finanzhaien

nichts verloren. Besonders beim

leistbaren Wohnen besteht dringender

Handlungsbedarf. Über 80 Millionen EuropäerInnen

können sich ihre Wohnkosten

kaum mehr leisten. Stark betroffen

sind laut Umfragen von Immobilienplattformen

junge Menschen zwischen 18 und

29 Jahren, Familien und Ältere. Nur mehr

ein Viertel steht den Wohnkosten entspannt

gegenüber.

Auch eine Umfrage der Arbeiterkammer

zeigt: Wohnen ist viel zu teuer. „Keine leistbaren

Wohnungen für junge Menschen“,

lauten die Antworten. Oder: „Inklusive aller

Nebenkosten bleibt fast nichts übrig vom

Gehalt.“

Ein Blick auf die aktuellen Teuerungsraten

zeigt zudem: Die Mieten sind mehr als eineinhalbmal

so stark gestiegen wie die gesamte

Teuerung. Grund dafür ist die ausufernde

Immobilien-Spekulation. Investoren

haben aus Wohnbauprojekten

trickreiche Finanzprodukte geschnürt: Für

sie ist Wohnraum nur eine „Ware“, mit der

hohe Gewinne erzielt werden sollen.

Durch missglückte Privatisierungen wurde

oft noch weiteres öffentliches Eigentum

verkauft und vernachlässigt. Massive

Qualitätsverluste und Preissteigerungen,

wie zum Beispiel bei den kommunalen

Wohnungen in Berlin, bei der Wasserversorgung

in Paris oder der Eisenbahn in

Großbritannien, waren die Folgen. Die

kostspieligen Versuche, solche Privatisierungen

wieder rückgängig zu machen, zeigen

deutlich, warum diese Aufgaben in

öffentlicher Hand besser aufgehoben

sind.

BürgerInnen-Initiative baut Druck auf

Die Wohnkosten dürfen nicht mehr als ein

Viertel des verfügbaren Einkommens ausmachen

– in der ganzen EU. Das fordern

die Sozialdemokratischen GewerkschafterInnen

in Europa. Um bei diesem Thema

Druck aufzubauen, wurde die Europäische

BürgerInneninitiative „Housing for

All“ ins Leben gerufen.

Wohnen muss leistbar sein!

Deshalb unterstützte auch Du die

Iniatitive: www.housingforall.eu

Unser Wasser

muss unser

Wasser bleiben!

Rund 20 Millionen EU-BürgerInnen

haben keinen direkten Zugang zu

sauberem Trinkwasser.

Beim Wasser sind weitere Privatisierungen

strikt abzulehnen. Nur die öffentliche

Hand kann alle leistbar mit bestem

Trinkwasser versorgen. Gewinnorientierte

Großkonzerne wollen das nicht garantieren.

Darum muss der Zugang zu sauberem

Wasser geschützt werden. Die

EU-Regeln dazu gehören überarbeitet.

„Menschenrecht auf Trinkwasser“

zu verankern ist das Ziel – eine Verpflichtung

für die EU-Mitgliedstaaten zur Sicherung

des Zugangs. 1,8 Millionen

Menschen haben die erste erfolgreiche

Europäische BügerInneninitiative „Right

to Water“ unterzeichnet und damit ein

klares Signal an die Politik gesendet.

Wasserversorgung und Abwasserwirtschaft

sind zentrale Aufgaben

des Gemeinwohls. Profitinteressen

von Großkonzernen haben

hier keinen Platz.

Das Gleiche gilt für alle öffentlichen

Dienste wie zum Beispiel Gesundheit,

Bildung, Infrastruktur, Kunst, Kultur oder

Abfallentsorgung.

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Europas Zukunft steht auf dem Spiel,

deshalb geh‘ auch du zur Wahl!

Bau- und Holzarbeiter-Internationale

BHI-EU-FILM

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Der Link zum Film: www.fsg-bau-holz.at/eu-wahl

EU-Wahl am 26. Mai – Hingehen, Mitbestimmen!

In welchem Europa leben wir heute und in welchem Europa wollen wir in

Zukunft leben? Lass‘ dich nicht fremdbestimmen, sondern geh’ zur Wahl!

Du hast die Wahl!

Es ist nicht egal für uns ArbeiterInnen in

Österreich, wer in der Europäischen Union

(EU) das Sagen hat.

Im Europäischen Parlament wird sehr viel

entschieden, was in den einzelnen Staaten

dann umzusetzen ist. Hier wird z.B. entschieden,

welche Rahmenbedingungen es

in Europa zu Entsendungen auf Baustellen

gibt. Hier wird entschieden, wie mit Lohndumping,

Sozial- und Steuerbetrug umgegangen

wird.

Hier wird auch über Höchstgrenzen der Arbeitszeit,

soziale Mindeststandards, Bildungsstandards,

Umweltstandards und

vieles mehr entschieden. Europa betrifft

uns also alle – direkt und unmittelbar.

Es kommt auf dich an!

Jede einzelne Stimme zählt. Überlassen wir

Europa nicht den rechten Parteien, die mit

Hass, Ausgrenzung und der Suche nach

Sündenböcken den Frieden für uns alle gefährden.

Es kann nur eine EU als Europäische Sozialunion

geben, wenn jene Parteien gestärkt

werden, die für soziale Standards und ein

soziales Europa stehen.

Die europäischen Baugewerkschaften

haben gemeinsam einen Kurzfilm gestaltet,

der dies deutlich macht.

Stimme am 26. Mai für ein soziales

Europa – in Frieden und Sicherheit und

ohne Hass.

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:: Impressum Herausgeber: Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft Bau-Holz, Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch, 1020 Wien,

Johann-Böhm-Platz 1, Tel. 01/534 44-59021, E-Mail fsg@bau-holz.at. Medieninhaber (Verleger): Verlag des ÖGB GmbH, 1020 Wien, Johann-Böhm- Platz 1, Tel. 01/662 32

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