AJOURE´ Magazin Juni 2019

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AJOURE / PEOPLE

spiel den physikalischen Hebel, wenn du

gewürgt wirst. Viele behaupten, dass man

als Frau keine Chance in dieser Situation

habe, aber das stimmt nicht. Im Gegenteil.

Du musst nur diesen bestimmten Hebel

einsetzen – habe ich Torsten (meinem

Mann) auch gezeigt (lacht).

Nun machst du ja nicht „nur“ Fernsehfilme,

sondern stehst auch regelmäßig

für Kinoproduktionen vor der Kamera.

Am 01. August startet aus der erfolgreichen

Eberhofer Krimireihe „Leberkäsjunkie“.

Was erwartet die Zuschauer?

Darfst du etwas spoilern?

Bei „Leberkäsjunkie“ rückt die Beziehung

von Susi und Franz etwas mehr in den

Vordergrund. Die beiden versuchen trotz

ihrer Trennung die Situation mit dem

Kind gut zu meistern. Was ihnen oft nicht

gelingt. Natürlich gibt es auch einen Kriminalfall,

aber mit diesem habe ich nichts

zu tun. Mehr darf ich dazu noch nicht

verraten ; )

Der Kinofilm „Sauerkrautkoma“, ebenfalls

Eberhofer Krimireihe, schlug vor

allem in Süddeutschland wahnsinnig

ein. Woran lag das?

Der Film läuft bis auf wenige Ausnahmen

ausschließlich in Bayern in den Kinos.

Zum einen mögen die Bayern wohl dieses

Schwarzhumorige, das die Eberhofer Reihe

besonders macht. Die Bayern mögen

unsere Figuren, die nicht unbedingt die

klassischen Gewinnertypen widerspiegeln.

Meine Figur zum Beispiel ist sozusagen

die Dorf-Susi, eine einfache Frau vom

Land, mitunter zickig aber mit dem Herz

auf dem rechten Fleck.

Ich weiß, dass du in München keinen

Fuß mehr vor die Tür setzen kannst,

ohne dass man dich erkennt. Genießt

du diesen Fan-nahen Erfolg oder gibt

es Tage, an denen du es anstrengend findest?

Ganz so ist es ja nicht. Aber zudem lebe

ich ja in Berlin und dem Berliner ist es

vollkommen egal, ob ein Promi am Nebentisch

sitzt oder nicht. Hier bin ich also

weitestgehend anonym und das genieße

ich durchaus. Wenn ich nach München

fliege und am Flughafen ankomme, ist das

schon ein wenig anders. Ich freue mich

auch immer riesig, wenn ein Fan zu mir

kommt. Die Zeiten, dass Menschen zu

dir kommen und ein Autogramm wollen,

sind irgendwie vorbei und jeder möchte

Selfies machen. Das bedeutet, egal wie du

gerade aussiehst, du bist in diesem Selfie-Modus

und das ist manchmal schon

extrem. Gerade dann, wenn wir auf Kino-Tour

sind, nimmt das Formen an,

dass ich schmunzeln muss. Wir haben in

Österreich an Tag eins Tom Cruise mit

Mission Impossible vom ersten Platz der

Kinocharts gestoßen und teilweise haben

die Fans zitternd vor Aufregung vor uns

gestanden. Auf Grund meines „Alters“

kann ich aber gut damit umgehen, feiere

mich nicht selbst und schmunzle dafür

sehr viel.

Weil Fernseh- und Kinofilme noch

nicht reichen, startet voraussichtlich

im Herbst „Skylines“ auf Netflix. Somit

hast du tatsächlich alles abgedeckt, was

man als Schauspielerin irgendwie bedienen

kann. Was gibt es über Skylines

zu sagen?

Ich spiele dort eine kleine Nebenrolle,

die Geschäftsführerin des Plattenlabels

Skyline. Die zentralen Figuren werden

unter anderem von Edin Hasanovic und

Murathan Muslu gespielt.

In der Serie geht es um Kalifa, ein sehr bekannter

Rapper, der ein erfolgreiches Musik-Label

hat. Er ist Millionär, sehr cool

und hat sein Ding voll durchgezogen. Sein

Bruder ist in Drogengeschäfte verwickelt.

Kalifa will damit nichts zu tun haben, sein

Business ist sauber. Genau hierdurch entsteht

dieses Spannungsfeld. Das Ganze

wird meist aus der Perspektive eines jungen

Produzenten erzählt, der die Chance

bekommt, bei Kalifas Label Skyline als

Produzent Karriere zu machen. Dann gibt

es noch eine Polizistin, die den Clan-Bruder

festsetzen und die Drogengeschäfte in

Frankfurt am Main unter Kontrolle bekommen

will.

Würdest du sagen, dass dir eine Art

„Film“ mehr liegt als die andere: Fernsehen,

Kino oder Streamingdienste?

Ich würde es immer an der Rolle festmachen,

ob mich diese reizt. Es gibt, was das

Arbeiten selbst angeht, weitestgehend keinen

Unterschied, ob ich am Set für Netflix,

einen Kino- oder einen Fernsehfilm

stehe. Alle versuchen einen guten Film zu

machen. Auch die Teams sind oft dieselben.

Beim Netflix-Dreh kannte ich hinter

AJOURE MAGAZIN SEITE: 48 | JUNI 2019