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BremerSport_April_2019-web

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April 2019

BREMER SPORT

MAGAZIN DES LANDESSPORTBUNDES FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Andreas Vroom

Über die Bedeutung des LSB

Wahlhearing

Diskussion mit Politikern

Sportgala

Viel Prominenz im GOP

Exklusiv-Interview mit Florian Wellbrock

Sportler des Jahres


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Öffnungszeiten:

Di - Fr 09.30 - 18.30 Uhr

Sa 09.30 - 15.30 Uhr

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2


EDITORIAL

IMPRESSUM

BREMER SPORT

MAGAZIN FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Herausgeber & Verlag:

Landessportbund Bremen (LSB)

Auf der Muggenburg 30

28217 Bremen

0421 / 7928723

info@lsb-bremen.de

WESER-KURIER Mediengruppe

Magazinverlag Bremen GmbH,

Martinistraße 43, 28195 Bremen

04 21 / 36 71-4990

info@magazinverlag-bremen.de

Redaktion:

Martin Märtens (V.i.S.d.P.),

Kristina Wiede, Jennifer Fahrenholz,

Boris Butschkadoff (LSB)

Grafik/Layout:

B.O. Beckmann

Anzeigen:

Volker Schleich (verantwortlich),

Anne Zeidler, Susanne Franke, Dieter Kück,

Yvonne Bittner

Druck:

Bonifatius GmbH Druck - Buch - Verlag

Karl-Schurz-Straße 26

33100 Paderborn

Urheberrechte:

Der Nachdruck von

Beiträgen ist nur mit

Genehmigung des Verlages

und mit Quellenangabe gestattet.

Titelbild:

Deutscher Schwimm-Verband e. V. / Jo Kleindl

Dankeschön!

Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde

in Bremen und Bremerhaven, über einen

Zeitraum von fast 30 Jahren war das Bremer

Sport Magazin offizielles Presseorgan des Landessportbundes

Bremen.

Grund genug, um ein Dankeschön an alle

diejenigen auf den Weg zu bringen, die dazu beigetragen

haben, dass nicht nur die Mitglieder

des Landessportbundes Bremen, sondern auch

alle anderen Sportinteressierten sich über die

Geschehnisse in unserem Dachverband und bei

unseren Mitgliedsorganisationen informieren

konnten.

Man könnte meinen, dass diese Worte nach

Abschied klingen. Aber der Eindruck täuscht.

Es ist nur ein kleines „Tschüss“, verbunden mit

einem starken „Moin“.

Der Landessportbund hat mit der Neuausschreibung

seines Sport Magazins in Bremen

und Bremerhaven, aber auch bundesweit, viel

Interesse geweckt. Die Zahl der Bewerber war

entsprechend groß. Aus den interessierten Verlagen

und Medienagenturen haben wir uns nach

reiflicher Überlegung für den zur Mediengruppe

des Weser Kurier gehörenden Magazinverlag

Bremen entschieden und freuen uns, Ihnen

mit dieser Ausgabe den neuen BREMER SPORT

präsentieren zu können.

Der BREMER SPORT wird quartalsweise

bei unseren Mitgliedsorganisationen und über

verschiedene Verteilerstellen in Bremen und

Bremerhaven flächendeckend rund um den

Sport im Lande Bremen informieren. Selbstverständlich

werden auch die Nutzer des E-Papers

das Magazin wie gewohnt weiterlesen können.

Beim Relaunch haben wir festgestellt, dass sich

das E-Paper einer immer größeren Beliebtheit

erfreut.

Aus diesem Grund legen wir allen Leserinnen

und Lesern auch die Online-Version des

BREMER SPORT ans Herz. Das E-Paper wird

Monika Wöhler, Vizepräsidentin des Landessportbundes

Bremen.

Foto: LSB

direkt auf der Startseite der LSB-Homepage

verlinkt und abrufbar sein und zudem über die

Social-Media-Kanäle des LSB auf Facebook und

Twitter verbreitet.

Der BREMER SPORT wird künftig über die

Angebote, Dienstleistungen und vielfältigen

Aufgaben des Landessportbundes berichten.

Auch wichtige Sportereignisse und Termine in

Bremen und Bremerhaven kommen natürlich

nicht zu kurz. Darüber hinaus geben wir unseren

Mitgliedsorganisationen mehr Raum, um das

rege Vereinsleben in Bremen und Bremerhaven

im Rahmen einer erweiterten Vereinsrubrik abzubilden.

Wir dürfen uns auf die bunte Palette

der sportlichen Aktivitäten im Land Bremen

ganz sicher freuen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre

der ersten Ausgabe und hoffe, dass Ihnen unser

neues Magazin gefällt.

Mit sportlichen Grüßen,

Ihre Monika Wöhler

Drei Punkte für

Ihre Büroeinrichtung

www.bmk-online.de - info@bmk-online.de - 0 42 02 / 764 08-100

3


INHALT

STORY

Sportler des Jahres 24

Florian Wellbrock, Lina Goncharenko, Grün-Gold-Club und andere

Interview mit Finn Lemke

09

AKTUELLES

Kinder laufen für Kinder 7

Spenden sammeln für soziale Projekte

Vom HC Bremen zu den Füchsen 8

Handball: Miro Schluroff will in Berlin zum Bundesligaspieler reifen

Mehr als Laufen, Werfen, Springen 14

Saisonstart für das Deutsche Sportabzeichen

Sportförderung ist zu niedrig 16

LSB-Präsident Andreas Vroom im Interview

Was kann der Verein tun? 19

Sportjugend rückt das Thema sexualisierte Gewalt in den Fokus

Ehrungen im Rathaus

22

BREMER SPORTGRÖSSEN

Für Profis und Amateure 12

Jonny Otten über Werder, Flo Mega und seinen neuen Job

Gute Trainingsmöglichkeiten 20

Der Bremer Radrennprofi Lennard Kämna im Interview

AUS DEN VEREINEN

HFV-Pfingst-Cup 40

Großes Jugendturnier als Fest für die ganze Familie

Legende Bert Trautmann 44

Neue Ausstellung bei TURA Bremen

RUBRIKEN

4

Fotos: Klahn, LSB, Meister

Sportgala im GOP 28

Editorial 3

Impressum 3

Fitnesstipps 50


„Bewegung gegen Krebs“

Vereinswettbewerb geht bereits in die fünfte Auflage

Gemeinsam mehr Menschen zu Bewegung

und einem lebenslangen Sporttreiben

animieren – dazu rufen der

Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und

die Deutsche Krebshilfe mit dem bundesweiten

Vereinswettbewerb „Bewegung gegen Krebs“

auf. Bis zum 31. Dezember 2019 können sich

Sportvereine dem Wettbewerb um den kreativsten

Aktionstag stellen und dabei tolle Preise

gewinnen. Nach Ablauf der Wettbewerbsfrist

werden die besten eingesendeten Veranstaltungsdokumentationen

von einer unabhängigen

Jury ausgezeichnet.

Mit einem Rekord von fast 90 Anmeldungen

und sechs glücklichen Gewinnervereinen ging

der letzte Vereinswettbewerb zu Ende. Die ersten

drei Plätze wurden mit einem Sport-Thieme

Gutschein für Vereinszwecke im Wert von

2.500,- Euro und die Plätze vier bis sechs mit jeweils

zwei Gutscheinen für Übungsleiterausbildungen

im Wert von 500,- Euro ausgezeichnet.

„Die Preise sind auch dieses Jahr wieder zu gewinnen

und sollten zusätzlicher Ansporn sein,

eine dreistellige Anmeldezahl zu erreichen“, sagt

DOSB-Ressortleiter für Präventionspolitik und

Gesundheitsmanagement Dr. Mischa Kläber.

„Damit die positive Auswirkung von Sport und

Bewegung in der Krebsprävention sowie in der

Nachsorge im Bewusstsein der Bevölkerung

weiter zunimmt.“

Im ersten Schritt wird das Online-Anmeldeformular

ausgefüllt. Teilnehmende Vereine

erhalten nach Anmeldung eine „Aktionsbox“

mit Gymbags, T-Shirts, Thera-Bändern und

weiteren Überraschungen, Ideen zu Veranstaltungen

und Umsetzung sowie Unterstützung bei

ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch den DOSB.

Sport macht Spaß und wirkt ganz nebenbei

präventiv auf viele Erkrankungen. Regelmäßige

Bewegung kann beispielsweise das Risiko, an

bestimmten Krebsarten zu erkranken, deutlich

senken. Etwa ein Drittel der rund 500.000 jährlichen

Neuerkrankungen lassen sich durch eine

gesunde Lebensweise vermeiden. Die Deutsche

Krebshilfe und der DOSB klären seit 2014

mit der Bewegungsoffensive „Bewegung gegen

Krebs“ über Möglichkeiten in der Krebsprävention

auf und tragen die Botschaft gemeinsam

mit den Vereinen an die dort organisierten

Menschen.

Weitere Informationen zur Bewegungsoffensive im

Internet unter www.bewegung-gegen-krebs.de.

Maßstäbe gesetzt

International Judo Masters in Bremen in der ÖVB-Arena

Foto: BGK

Die 34. Auflage der „International Masters

Bremen“ in der ÖVB Arena hat wieder einmal

Maßstäbe gesetzt. Für die über achthundert Judo-Athleten

aus über zwanzig Nationen (Altersklassen

U18/21) war das Turnier ein wichtiges

Kräftemessen und Sprungbrett in die Weltelite

bis hin zu möglichen Olympia-Ehren. „In diesen

Klassen bieten wir das größte Turnier“, so Organisator

Norbert Specker. Der Vorsitzende des

Bremer Judo-Verbandes (BJV) und Bundes-Jugendleiter

im Deutschen Judo-Bund (DJB), sorgte

mit seinem Helfer-Team für einen optimalen

Verlauf der Veranstaltung.

Das würdigte auch Bremens Sport-Senatorin

Anja Stahmann, die das Masters „als eine riesige

Werbung für Bremen“ hervorhob. Nebenbei

flüsterte sie, vor langer Zeit in Bremerhaven Judo

betrieben und sogar den gelben wie auch orangenen

Gürtel erworben zu haben. Zudem haben

sich auch Ingelore Rosenkötter und Mustafa Kemal

Ötztürk als Vertreter der Bremer Sport-Deputation

einen Überblick über das Wettkampfgeschehen.

Besonders stark präsentierten sich in Bremen

die Judokas aus Brasilien, Belgien, Frankreich

und den Niederlanden. Das mussten auch

die Kämpfer aus dem Judo-Mutterland Japan zur

Kenntnis nehmen. Mit insgesamt sieben Akteuren

hat der Bremer Judo-Verband ebenso viele

Kämpfer zu dieser Mammut-Veranstaltung geschickt

wie im Vorjahr. Neben dem SC Panthera

(drei Athleten) hatten der JC Asahi, der TV

Eiche-Horn, Bremen 1860 und der TSV Bassum

jeweils einen Aktiven gemeldet.

Das unmittelbar nach den Judo Masters angesetzte,

dreitägige Trainings-Camp führte länderübergreifend

Sieger und Besiegte sowie viele

hundert motivierte Judokas zusammen. Trotz der

an den Vortagen gebotenen Spitzenleistungen

versprühten die Athleten neuen Ehrgeiz und hinterließen

ordentlich Schweiß auf den zuvor noch

trockenen Matten.

Klappradrennen

German Folding Bike Open /

Rabatte für Vereinsmitglieder

Bereits zum vierten Mal finden in diesem Jahr

die „German Folding Bike Open“ (GFBO) in Bremen

statt – ein Klapp- und Faltradrennen für jedermann.

Neben dem Hauptrennen, welches auf

einer Strecke rund um den Wall stattfindet, steht

der weltweit einzige „100m-DFB-Pokal-Klappradsprint“

auf dem Programm. 16 ausgeloste

Sprinter treten dabei in Eins-gegen-Eins-100m-

Sprints in vier Durchläufen auf zwei identischen

vom Veranstalter gestellten Klapprädern gegeneinander

an. Der Sieger erhält ein exklusives

Siegerfoto mit dem original DFB-Pokal aus der

Bremer Silberwaren-Manufaktur und Pokalschmiede,

Koch & Bergfeld Corpus. Der Dresscode

– von ‚Very British‘ bis zu ‚Skurril mit Stil‘.

Die GFBO findet am 16. Juni Am Wall auf Höhe

Bischofsnadel statt.

Ablauf am 16. Juni:

XX

10.00 Uhr: Akkreditierung

XX

10.30 Uhr: Testrunde

XX

12.00 Uhr: Hauptrennen

XX

13.30 Uhr: DFB-Pokal Sprint

XX

15.00 Uhr: Siegerehrung

AKTUELLES

Rennteilnehmer: maximal 111,

Startplatz: 25 Euro, Startplatz für Vereinsmitglieder:

15 Euro (Nachweis: Vereinsangabe

plus Mitgliedsnummer),

Anmeldung online unter:

foldingbike-race.de

Fotos: GFBO

5


AKTUELLES

Sportpolitisches Wahlhearing

Der Landessportbund fühlt der Bremer Politik auf den Zahn

Beim Wahlhearing standen die Herausforderungen und die Probleme des organisierten Sports im Mittelpunkt.

Fotos: LSB Bremen

6

Das sportpolitische Wahlhearing des Landessportbundes

(LSB) Bremen ist auf

großes Interesse gestoßen. Zweieinhalb

Stunden lang diskutierten LSB-Präsident Andreas

Vroom und Moderator Axel Pusitzky mit

sieben Politikerinnen und Politikern über die

Herausforderungen und Probleme des organisierten

Sports in Bremen und Bremerhaven.

Alle Parteien betonten, dass die Bedeutung des

Sports enorm sei und die Vereine wichtige Aufgaben

im gesellschaftlichen und gesundheitlichen

Bereich übernehmen. Konkrete Zusagen

mit Blick auf die Bürgerschaftswahl am 26. Mai

machte allerdings keiner.

„Für die Vereine und Mitglieder, aber auch

um dem großen gesellschaftlichen Wert des

Sports gerecht zu werden, brauchen wir die nötige

Infrastruktur und eine bessere finanzielle

Unterstützung. Alle schönen Worte sind im

Grunde mit der zentralen Forderung des Landessportbundes

an die Bremer Politik zu begleichen:

Der Verdopplung des Sportetats von 7,5

auf 15 Millionen Euro“, sagte Vroom unter dem

Beifall des Publikums. Die Frage, ob der Sport

bei der Durchsetzung seiner Forderungen an

die Politik möglicherweise nicht laut genug sei,

verneinte der LSB-Präsident. Gute Argumente

brauchen keine Lautstärke, so Vroom. Entscheidend

sei, dass man sich an den richtigen Stellen

mit klaren und strukturierten Botschaften Gehör

verschaffe.

Gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion

ging es um die Abschaffung des Sportstudiengangs

an der Universität Bremen. Diese Entscheidung,

bedauerte Sportsenatorin Anja

Stahmann (Grüne), sei ein Fehler gewesen, der

korrigiert werden müsse. „Bremen ist aktuell

das einzige Bundesland ohne einen Sportstudiengang“,

kritisierte Stahmann. Die sportpolitische

Sprecherin der SPD, Ingelore Rosenkötter,

gestand ein, dass sie über die Entscheidung

ihrer Partei damals schockiert gewesen sei. „Wir

hätten lauter sein und die Abschaffung des Studiengangs

Sport verhindern müssen“, so Rosenkötter.

Zumindest die politischen Weichen für

eine Wiederaufnahme der Sportlehrerausbildung

an der Uni Bremen seien aber gestellt.

Auch die Themen Bäderkonzept, Leistungssport,

E-Sport, Bildung und Infrastruktur kamen

beim Wahlhearing zur Sprache. Fragen aus dem

Publikum waren dabei ausdrücklich erwünscht.

LSB-Präsident Vroom appellierte angesichts der

Zustände in den Sportstätten an die Politik. „Wir

begrüßen es, dass die Sportdeputation und Immobilien

Bremen mit dem Sporthallen-Kataster

für Bremen endlich die Hosen runtergelassen

haben“, so Vroom. Das Bekenntnis, den katastrophalen

Sanierungsstau von rund 100 Millionen

abzubauen, sei da. Auch wenn es noch kein konkretes

Zeitfenster gebe. „Wir hoffen, dass dieses

Bekenntnis auch nach den Bürgerschaftswahlen

noch Bestand hat und der erhebliche Sanierungsbedarf

bei der kommenden Haushaltsaufstellung

berücksichtigt wird.“

Bewegung könnte demnächst auch in die

dringend notwendige Instandsetzung der maroden

Sportanlagen an der Bremer Uni kommen.

Sie sollen laut Senat modernisiert werden,

sobald die geplante Wiederaufnahme des

Sportlehrer-Studiengangs endgültig beschlossen

sei.

Einig waren sich die Politiker, darunter

Marco Lübke (CDU), Peter Zenner (FDP), Cindi

Tuncel (Linke), Hinrich Lührssen (BIW) und

Frank Magnitz (Af D), darüber, das Ehrenamt

aufzuwerten und eine bessere Unterstützung

für Übungsleiter zu gewährleisten. Alle Parteien

sprachen sich in diesem Zusammenhang für

eine Erhöhung der Übungsleiterzuschüsse aus.

Konkrete Zusagen an den organisierten Sport

blieben jedoch auch an dieser Stelle aus.

„Es gibt noch viele offene Fragen, die beim

Wahlhearing leider nicht beantwortet werden

konnten. Aber der Landessportbund Bremen

wird nicht müde, den Dialog mit der Politik

fortzusetzen. Wir wünschen uns glaubwürdige,

verbindliche und zuverlässige Politiker, die den

Stellenwert des Sports erkennen und darum

kämpfen“, sagte Gastgeber Andreas Vroom zum

Abschluss der Veranstaltung. Gleichzeitig forderte

er die Zuschauer auf, ihr Wahlrecht zu nutzen

und bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai

ihre Stimme abzugeben.


AKTUELLES

Vereinsapp

DOSB fördert Sportvereine

Foto: Jan Rathke

Kinder laufen für Kinder

Spenden sammeln für soziale Projekte

Bereits zum fünften Mal gehen Kinder

und Jugendliche aus Bremer Schulen

und Kindertagesstätten am 16. Mai 2019

für die gute Sache auf die Laufstrecke in der

Pauliner Marsch.

Start für den Benefizlauf ist um 9.30 Uhr

am Bremer Sportgarten. Den Startschuss gibt

erstmalig Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, die

Schirmherrschaft für „Kinder laufen für Kinder“

hat die Senatorin für Kinder und Bildung, Frau

Dr. Claudia Bogedan, übernommen. Die Kinder

und Jugendlichen gehen, laufen und rennen

Runde um Runde, um Spenden für soziale Projekte

in Bremen, Deutschland und der Welt zu

sammeln.

Ablauf:

Von den erlaufenen Spenden können die

teilnehmenden Schulen und Kitas 10 Prozent

für eigene Zwecke behalten. Eine Hälfte

der weiteren Spendensumme bleibt in Bremen.

Über ihre Verwendung entscheidet in

diesem Jahr erstmalig der „Kinder laufen für

Kinder“-Kinderbeirat, bestehend aus Schülerinnen

und Schülern der teilnehmenden

Schulen und der Juniorbotschafterinnen und

-botschaftern der Aktion. Die andere Hälfte

der verbleibenden Spenden kommt Projekten

zu den Themen Gesundheit, Bildung und Soziales

zugute.

Infos unter www.kinder-laufen-fuer-kinder.de

X X

9.00 Uhr: Registrierung der Schulen und Ausgabe Laufmaterial

X X

9.15 Uhr: Startmoderation und Warm-up

X X

9.30 Uhr: offizieller Startschuss – Start aber jederzeit zwischen 9.30 und 12.00 Uhr

möglich

X X

9.00 – 14.00 Uhr: sportliches Rahmenprogramm

X X

12.00 Uhr: große Verlosungsaktion

X X

14.00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Anmeldeformulare und weitere Informationen rund um die Aktion unter

www.kinder-laufen-fuer-kinder.de oder telefonisch unter 089-2189 653 60.

Der DOSB fördert interessierte Sportvereine

und -verbände bei der Entwicklung und Einführung

einer eigenen Vereinsapp. In Kooperation

mit dem Softwareunternehmen vmapit GmbH

hilft die App als praktisches Service- und Kommunikationsmedium

bei der Zusammenarbeit

mit Mitgliedern, Sponsoren, Fans und der Öffentlichkeit.

Mit der Aktion „Sportdeutschland

– Die Vereinsapp“ wird seit mehr als drei Jahren

die tägliche Vereins- und Verbandsarbeit unterstützt.

Die Vielzahl der App-Funktionen lässt

sich in den unterschiedlichsten Situationen anwenden.

So können aktuelle Vereinsnews publiziert,

Mannschaften und Abteilungen vorgestellt oder

Social-Media-Kanäle und Sponsorenplattformen

eingebunden werden. Der Versand von

Push-Nachrichten ist ebenfalls im Leistungspaket

enthalten. Zudem erfolgt eine ständige

Weiterentwicklung bestehender sowie die Entwicklung

neuer Funktionen, welche jederzeit

kostenlos in die jeweilige Vereinsapp integriert

werden können. Mit den neuesten Modulen haben

Vereine und Verbände die Möglichkeit, die

Abrechnung mit Übungsleitern direkt in der

Vereinsapp durchzuführen und das Terminmanagement

von Veranstaltungen oder sportlichen

Wettkämpfen inklusive Anmeldefunktion und

Anfahrtsnavigation einzubinden.

Foto: DOSB

Auch im Jahr 2019 werden weiterhin alle Kosten

für Beratung, Konzeption, Entwicklung und

individuellem Design der eigenen Vereinsapp

durch den DOSB und vmapit übernommen.

Nach Veröffentlichung der Vereinsapp sind lediglich

die laufenden technischen Betriebs- und

Updatekosten selbst zu tragen. Jeder Verein und

Verband kann sich über die Vereinsapp-Webseite

an den DOSB wenden und sein Interesse

bekunden.

Alle Informationen zur „Aktion Sportdeutschland –

Die Vereinsapp des DOSB“ sind unter

vereinsapp.sportdeutschland.de im Internet

abzurufen.

7


AKTUELLES

8

„Auf jeden Fall alles versuchen“

Der 18-jährige Bremer Miro Schluroff will es in die Handball-Bundesliga schaffen

2018

wurde Miro Schluroff Europameister

im Beachhandball. Im

gleichen Jahr machte der 18-Jährige linke Rückraumspieler

vom A-Junioren-Bundesligisten

HC Bremen sein Abitur. Auf 142 Tore bringt es

der 1,98-Meter-Hüne in der laufenden Saison –

kein Wunder, dass auch Bundesligisten auf den

gebürtigen Habenhauser aufmerksam wurden.

Im Interview erzählt Miro Schluroff, wie es zum

Wechsel nach Berlin kam und was er sich von

seiner sportlichen Zukunft erhofft.

Hallo Miro, du bist eigentlich recht spät zum

Handball gekommen, oder?

Das stimmt. Ich hatte vorher Fußball und Tennis

gespielt. Dann bin ich als Zehn- oder Elfjähriger

mal mit zum Training beim ATSV Habenhausen

gegangen – und es hat irgendwie gleich funktioniert.

Seitdem spiele ich Handball.

Jetzt geht es zu den Füchsen nach Berlin. Wie

kam es zu der Entscheidung?

Ich kenne Manager Bob Hanning schon länger.

Bei Sichtungsturnieren hatte er schon Kontakt

zu mir aufgenommen. In diesem Jahr spiele ich

eine ganz gute Serie und bei unserem Heimspiel

gegen Berlin kam Bob auf mich zu und sagte,

dass er gerne mit mir arbeiten möchte und mich

gerne in Berlin hätte. Ich bin dann nach Berlin

gefahren, habe mir vor Ort alles angeguckt und

vom Gefühl passte es sofort. Zudem läuft es dort

zweigleisig, das heißt, ich fange auch gleich im

Verein eine Ausbildung als Sportkaufmann an.

Wie sieht bei dir eine Trainingswoche aus?

Am Montag geht es in den Kraftraum. Ich mache

in der Regel dann aber nur eine Einheit,

da das Wochenende immer sehr anstrengend

ist. Dienstags ist abends Training. Mittwochs

bin ich in Wilhelmshaven, da ist morgens eine

Kraft- und abends eine Halleneinheit, Donnerstag

und Freitag stehen jeweils eine Einheit auf

dem Programm und am Wochenende wird dann

wieder gespielt.

Du sprachst Wilhelmshaven an …

Ja, ich habe in dieser Saison ein Doppelspielrecht.

So kann ich mich langsam an den Profihandball

gewöhnen.

Machst Du auch Spiele für Wilhelmshaven?

Anfangs schon, aber da Wilhelmshaven in der

2. Bundesliga gegen den Abstieg spielt, sind in

der Winterpause noch ein paar Kräfte dazugeholt

worden und ich sitze zumeist auf der Bank.

Dafür habe ich im Testspiel gegen den SC Magdeburg

gegen den dänischen Weltmeister-Torwart

Jannik Green getroffen. Ein super Gefühl.

Wie ist der Unterschied zwischen A-Junioren-Bundesliga

und der Zweiten Liga?

Ich finde, dass es im technischen Bereich gar

keine großen Unterschiede gibt. Da haben wir in

Bremen von unseren Trainern schon so einiges

mitbekommen. Aber körperlich liegen Welten

dazwischen. Vor allem das Abwehrspiel ist gerade

in der 2. Liga ein völlig anderes als bei uns.

Foto: R. Scheitz


AKTUELLES

„Trainieren, trainieren und

nochmals trainieren!“

Finn Lemke im Kurzinterview

Die Parallelen zu Miro Schluroff sind augenscheinlich: Auch Finn

Lemke wechselte 2011 zu einem Bundesligisten, der ein Team in der

dritten Liga hatte und machte nebenbei eine Ausbildung. Der Nationalspieler

rät jungen Spielern, sich nicht zu verstellen, freut sich

auf den Dextra FM Cup in Halle 7 und wünscht sich einen Handball-Bundesligisten

für Bremen.

Sie sind 2011 von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen nach

Lemgo gewechselt. Warum?

Ich wusste nach dem Abitur nicht genau, wo es hingehen soll. Als

ich dann ein Angebot von Lemgo II bekam, welches auch eine Ausbildung

beinhaltete, entschied ich mich dafür. Lemgo hatte das

beste Förderkonzept, eine Mannschaft in der ersten und eine in der

dritten Liga. Zudem ist es der Partnerverein von meinem Heimatverein.

Aufgrund des Gesamtkonstrukts hatte ich so drei Jahre Zeit,

den Sprung in die Bundesliga zu schaffen.

Voll in Aktion: Miro Schluroff.

Foto: K. Klama

Die Körperlichkeit, die Schnelligkeit und das andere System sind die größten

Unterschiede.

Fällt es Dir schwer, Bremen zu verlassen?

Ja, ich bin ein Familienmensch. Aber ich will auf jeden Fall alles versuchen.

Wenn ich das nicht täte, würde ich es mir am Ende vielleicht vorwerfen.

Du hast für zwei Jahre in Berlin für die 2. Mannschaft unterschrieben.

Das Ziel ist aber Bundesliga, oder?

Natürlich, die erste oder zweite Bundesliga sollte es dann schon sein. Ich

glaube, dass ich in Berlin dafür aber auch die idealen Voraussetzungen

habe. Ich kann mich in der dritten Liga zeigen und immer mal wieder bei

der ersten reinschnuppern. Jetzt liegt es an mir. Und sollte es nicht klappen,

habe ich ja immer noch die Ausbildung.

Was musst du persönlich machen, um deine Ziele zu verwirklichen?

Vor allem meine Athletik und meine Kraft verbessern. Ich war früher

immer eher die Kategorie „Langer Lulatsch“. Das ist zwar durch das vermehrte

Krafttraining schon besser geworden, aber in dem Bereich kann

ich noch einiges machen.

Wenn du ganz weit in die Zukunft gucken würdest, was wäre dein Ziel?

Ganz klar: die erste Bundesliga!

Gibt es Vorbilder?

Vielleicht Fabian Wiede und Paul Drux, die es auch über die Füchse in die

Bundesliga geschafft haben. Und als Bremer natürlich Finn Lemke. (MÄR)

Nach Ihnen verlässt jetzt auch Miro Schluroff seine Heimat,

um im Handball richtig durchzustarten. Würden Sie sich einen

Bundesligisten für Bremen wünschen?

Bei den Damen gibt es mit

Werder ja zumindest eine

Mannschaft in der zweiten

Liga. Aber natürlich ist es

schade, dass es hier im Herrenbereich

nicht zumindest

einen etablierten Zweitligisten

gibt. Man sieht aber auch,

dass hier durchaus ein Markt

existiert und vielleicht passiert

in den kommenden Jahren

ja etwas in diese Richtung.

Was können Sie jemandem

wie Miro Schluroff raten,

der es auf einem ganz ähnlichen

Weg wie Sie versucht?

Trainieren, trainieren und

nochmals trainieren. Und

sich nicht zu verstellen. Dann

wird er sicherlich irgendwann

seine Chance bekommen und

dann muss er bereit sein.

Sie kommen im August zum Dextra FM Cup nach Bremen. Etwas

Besonderes für Sie, vor „heimischen Publikum“ zu spielen?

Natürlich. So kann meine gesamte Familie dabei sein. Melsungen,

wo ich mittlerweile spiele, ist 300 Kilometer von Bremen entfernt.

Setzen Sie sich im Anschluss von der Mannschaft ab und übernachten

zu Hause?

(lacht) Nein, das geht leider nicht. Ich muss auch ins Mannschaftshotel.

Aber es wird sicherlich mal ein paar Minuten zum Reden geben.

Ich freue mich jedenfalls drauf, mal wieder in Bremen zu sein

und zu spielen. (MÄR)

Foto: Klahn

9


AKTUELLES

Handball rockt

in Bremen

Dextra-FM-Cup in Halle 7 /

Angebote für Vereine

Sterne des Sports

Bewerbungsphase läuft bis zum 30. Juni

Fotos: DOSB / LSB

10

Finn Lemke (hier noch im Trikot des TBV Lemgo)

kommt mit Melsungen in die Halle 7.

Foto: F.T. Koch

MT Melsungen, Frisch Auf! Göppingen, TSV

Hannover-Burgdorf, Bergischer HC – ein hochklassiges

Bundesliga-Startfeld tritt beim dextra-

FM-Cup 2019 in der Halle 7 in Bremen an.

Nach drei Jahren Pause kehrt das Vorbereitungsturnier

nach Bremen zurück. „Ich freue

mich auf das Turnier, Spiele machen immer

mehr Spaß als Training“, sagte Handballnationalspieler

Finn Lemke Anfang April im Rahmen

einer Pressekonferenz im Weserstadi0n. „Es ist

die Möglichkeit, kurz vor Saisonbeginn noch

einmal auf höchstem Niveau zu testen“, so Lemke

weiter.

Beim Turnier treffen vier Teams aufeinander,

die alle noch Möglichkeiten auf die Teilnahme

an einem internationalen Wettbewerb haben.

Neben den Nationalspielern Sebastian Heymann

(Göppingen), Schlussmann Christopher

Rudeck (BHC), Julius Kühn (Melsungen) und

Rechtsaußen Timo Kastening werden mit Weltmeister

Morten Olsen (Hannover), Arnor Gunnarson

(Löwen) sowie Ivan Sliskovic auch einige

internationale Stars auf dem Parkett stehen.

Axel Geerken, Vorstand von MT Melsungen:

„Wir freuen uns, dass das Turnier nach einer

Pause wieder stattfindet und wir Teil der hochkarätigen

Veranstaltung sein dürfen. Dass mit

Finn Lemke ein echter Bremer in unserem Team

steht, ist ein schöner Nebeneffekt.“

10. und 11. August in Halle 7. Für Vereine gibt es

gesonderte Angebote.

Ehrenamtliches und freiwilliges Engagement

in Sportvereinen ist für viele Millionen

Menschen selbstverständlich. Sie

leisten – über den reinen Sportbetrieb hinaus –

wertvolle Arbeit für die Gesellschaft: Inklusion,

Integration, Umweltschutz, Angebote für Kinder

und Jugendliche, Familien oder Senioren. Mit

dem bundesweiten Vereinswettbewerb „Sterne

des Sports“ würdigen der Deutsche Olympische

Sportbund (DOSB) und die deutschen Volksbanken

Raiffeisenbanken dieses Engagement

und fördern somit den sozialen Zusammenhalt

in unserer Gesellschaft.

Seit 1. April sind die Vereine in Bremen,

Bremerhaven und ganz Sportdeutschland wieder

aufgerufen, sich für den „Oscar des Breitensports“

2019 zu bewerben und mit ihren Angeboten

ins Rennen zu gehen. Zuletzt erhielt der

TV Erlangen 1848 bei der Preisverleihung in

Berlin den „Großen Stern des Sports“ in Gold aus

den Händen von Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier. Die Erlangener sehen den demographischen

Wandel als Zukunftsthema und gleichzeitig

als Chance. Mit „Rollatorsport für Hochbetagte“

schafft der Verein die Voraussetzung,

dass seine Mitglieder auch in hohem Alter und

mit gesundheitlichen Einschränkungen am Vereinsleben

teilnehmen können. Innovativ ist dabei

der eingerichtete Fahrdienst, der den älteren

Menschen die Teilnahme am Vereinsangebot ermöglicht.

„Die „Sterne des Sports“ sind unser bedeutendster

Wettbewerb im Breitensport, mit dem

das vorbildliche gesellschaftliche Engagement

in den rund 90.000 Vereinen in Sportdeutschland

gewürdigt wird“, sagt DOSB-Präsident

Alfons Hörmann. „Nur mithilfe der wertvollen

ehrenamtlichen Arbeit von mehr als 8 Millionen

Menschen in den Vereinen ist es möglich, dass

der Sport aktiv Brücken für ein gutes Miteinander

in unserer Gesellschaft baut. Und zwar von

Grund auf: Kinder und Jugendliche können in

den Vereinen durch den Sport fürs Leben lernen

– vom Fairplay, Respekt und Miteinander bis hin

zum guten Umgang mit Niederlagen.“

„Wir unterstützen das ehrenamtliche Engagement

der Sportvereine sehr gern“, erklärt Marija

Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der

Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

(BVR). „Der Gedanke, vor Ort füreinander da zu

sein, ist noch immer modern und aktuell und als

regional verankerte und engagierte genossenschaftliche

Banken passt diese Haltung perfekt

zu uns“, so Kolak weiter. Bereits im 15. Jahr, seit

2004, schreiben der DOSB und die Volksbanken

Raiffeisenbanken die „Sterne des Sports“ aus.

Durch die Prämierung auf Regional-, Landesund

Bundesebene flossen den teilnehmenden

Vereinen bisher rund 6,4 Millionen Euro zugunsten

ihres gesellschaftlichen Engagements zu.

Online Bewerben – digital,

schnell und einfach:

Der Bewerbungsprozess für den Wettbewerb

erfolgt digital. Auf den Websites der teilnehmenden

Volksbanken und Raiffeisenbanken

finden die Vereine das entsprechende

Online-Formular. Die teilnehmenden Banken

können unter www.sterne-des-sports.de/

vereine/bankensuche abgerufen werden. Für die

Sportvereine in der Stadt Bremen ist ab sofort die

Bremische Volksbank (www.BremischeVB.de/

Sterne-des-Sports) zuständig. Vereine aus Bremen-Nord

finden bei der Volksbank Bremen-

Nord eG den richtigen Ansprechpartner für die

„Sterne des Sports“ (www.vbbremennord.de/

Sterne-des-Sports). Die Sportvereine aus Bremerhaven

können ihre Bewerbung über das folgende

Online-Bewerbungsformular einreichen:

www.sterne-des-sports.de/vereine/bewerbung.

Bundesweiter Bewerbungsschluss ist am

30. Juni 2019. Mitmachen können alle Sportvereine,

die unter dem Dach des DOSB organisiert

sind, also in einem Landessportbund/Landessportverband,

in einem Spitzenverband oder

einem Sportverband mit besonderen Aufgaben.


11. August 2019

V O L K S T R I AT H L O N S TA F F E LT R I AT H L O N

O LY M P I C T R I AT H L O N D M A K S P R I N T T R I AT H L O N

Infos und Anmeldung: www.gewoba-citytriathlon-bremen.de

11


BREMER SPORTGRÖSSEN

Bei „Jonny Otten Werbetechnik“ werden ebenso Trikots für die Profis wie für Amateure beflockt.

Foto: MÄR

Vom Profifußballer zum Rapperidol

Ex-Werderstar Jonny Otten beflockt heute Trikots und Trainingsanzüge für Vereine

12

In Hagen im Bremischen geboren, machte

Jonny Otten seine ersten Schritte als Fußballer

beim ortsansässigen Hagener SV. Dort

gelang ihm auch der Sprung in die DFB-A-Juniorennationalmannschaft,

für die der Linksfuß

17 Länderspiele bestritt, bevor er als 18-Jähriger

zur Saison 1979/1980 zum SV Werder Bremen

wechselte. Schnell erarbeitete er sich einen Platz

in der Profimannschaft, stieg aber zugleich in

seiner ersten Saison mit Werder in die 2. Fußball-Bundesliga

ab. Nachdem im Folgejahr der

sofortige Wiederaufstieg geschafft wurde, spielte

sich der Linksverteidiger sogar bis in den

Kreis der Nationalmannschaft (sechs Länderspiele).

Jonny Otten avancierte zum Kultkicker,

wurde mit den Grün-Weißen Deutscher Meister

(1988), Deutscher Pokalsieger (1991) und gewann

den Europacup der Pokalsieger (1992).

Nicht wenige sehen in ihm bis heute den besten

Linksverteidiger der Grün-Weißen. Vielleicht

war auch das ein Grund, warum ihm der Bremer

„Soulman“ Flo Mega einen Song auf dem „120

Lauter Werder“-Album widmete.

Viele sagen, sie waren der beste Linksverteidiger

bei Werder. Bei Werder scheint man

nach vielen Jahren mit Ludwig Augustinsson

endlich eine Lösung für diese Position gefunden

zu haben. Warum ist es so schwer, geeignete

Linksverteidiger zu finden?

(lacht) Weil sie mindestens genauso schnell

wie ich damals die Linie rauf und runter wetzen

müssen. Nein im Ernst, die Aufgaben, die man

auf der linken Seiten erfüllen muss, sind heutzutage

sehr vielfältig: defensiv gut stehen, das

Spiel von hinten aufbauen und vorne die Vorlagen

geben. Ich denke, dass man vor allem über

einen guten linken Fuß verfügen sollte, denn die

Zeit, die früher zum Beispiel ein Bernd Wehmeyer

hatte, wenn er sich den Ball auf rechts legte,

die gibt es im modernen Fußball nicht mehr.

Wie hat sich der Fußball im Vergleich zu Ihrer

Zeit verändert?

Er ist vor allem viel schneller geworden. Wenn

ich an früher denke, als mit Rune Bratseth und

mir zwei schnelle Spieler bei Werder verteidigten

und wir uns per Blick abgestimmt haben,

wer den durchgebrochenen Stürmer jetzt abläuft

– so etwas ist heute doch undenkbar. Auch taktisch

sind die Spieler heute viel weiter. Zudem

gibt es so gut wie keine Manndeckung mehr, alles

passiert im Raum und jeder einzelne Akteur

wird für sich auch immer perfekter.

Haben Sie noch Kontakt zu den alten Kollegen?

Es laufen ja noch genug bei Werder rum: Thomas

Wolter, Mirko Votava, Dieter Eilts oder Marco

Bode – die treffe ich ja fast schon zwangsläufig.

Mit Günter Hermann habe ich durch meine

Werbeagentur regelmäßig Kontakt. Aber auch

zu Rune Bratseth, Rigobert Gruber und Manfred

Bockenfeld habe ich immer mal wieder Kontakt.

Und in letzter Zeit war „Kiwi“ (Wynton Rufer,

Anm. d. Red.) ja auch öfter wieder da.

Warum hat es eigentlich nur zu sechs Länderspielen

bei Ihnen gereicht?

Ich hatte damals eine schwere Verletzung. In der

Zeit übernahm Franz Beckenbauer die DFB-Elf

von Jupp Derwall. Plötzlich war ich draußen und

es war auch sehr schwer, an Andi Brehme und

Hans-Peter Briegel vorbeizukommen.

Kicken Sie eigentlich noch ab und zu selbst?

Das geht leider gar nicht mehr. Es hat den anderen

ja auch immer nicht gepasst, wenn ich zu hart

rangegangen bin. Aber ich kann nur richtig oder

gar nicht (lacht). Tatsächlich habe ich große Probleme

mit meinem Knie und man sieht mich in der

Reha, aber nicht auf dem Sportplatz, leider.


BREMER SPORTGRÖSSEN

Fotos: C. Kuhaupt / FR

Jonny Otten mit Flo Mega (links) und in Action auf einer Autogrammkarte aus den 80er Jahren.

Was glauben Sie, wo landet Werder am Ende

der Saison?

Es ist jetzt viel möglich. Das Pokalhalbfinale

gegen Bayern München ist eine Supersache, obwohl

es natürlich sehr schwer wird. Noch zwei

Siege und man spielt nächste Saison wieder

international. Aber das ist ja auch in der Liga

noch mehr als nur möglich. Die Mannschaft hat

sich toll stabilisiert und befindet sich auf einem

sehr guten Weg, dem Werder Weg sozusagen.

Was genau meinen Sie damit?

Bei Werder wird viel Wert auf die Nachwuchsarbeit

gelegt. Und das trägt jetzt Früchte. Mit

Philip Bargfrede sowie Johannes und Maximillian

Eggestein haben es richtige Werderaner in

die erste Mannschaft geschafft. Und eigentlich

gehören ja auch Max Kruse und Martin Harnik

dazu. Die beiden sind praktisch auf Umwegen

wieder bei Werder gelandet. Das ist fast eine

halbe Startelf. Welcher Bundesligaklub kann

so etwas schon vorweisen? Zudem stehen mit

Jean-Manuel Mbom, Luca Plogmann oder Julian

Rieckmann weitere große Talente an der

Schwelle zu den Profis. Dass mit Frank Baumann,

Marco Bode und Florian Kohfeldt drei

weitere Werderaner an den wichtigsten Stellen

des Vereins das Gesamtbild des Klubs vervollständigen,

kann eigentlich nur zur Identifikation

mit Werder beitragen.

Was machen Sie zurzeit eigentlich beruflich?

Ich bin selbstständig im Sportmarketing tätig.

Nach meiner Profi-Karriere hatte ich zunächst

ein Sportgeschäft. Damals habe ich auch viele

Fußballcamps gemacht. Dann fing es langsam

mit dem Marketing an. Meine aktuelle Firma,

Jonny Otten Werbetechnik, läuft seit mittlerweile

14 Jahren.

Arbeiten Sie noch mit Werder zusammen?

Ja, sehr eng sogar. Wir machen beispielsweise

die Beflockung der Trikots und der Trainingsbekleidung.

Aber es geht auch weit über Werder

hinaus bis in den Amateurbereich hinein.

Wir sind als Partner für die Vereine da – egal ob

es um Trikots, Trainingsanzüge, Taschen oder

andere Textilien geht. Und wir machen auch

Werbebanner, Werbeschilder oder Fahrzeugbeschriftungen.

Wenn etwas möglich ist, machen

wir das auch. Vom (Ex)-Profi für den Breitensport

sozusagen.

Und rappen tun Sie mittlerweile auch?

(lacht) Nein, das machen andere für mich. In dem

Fall Flo Mega. Er kann das auch deutlich besser

als ich. In dem Fall ist er eindeutig der Profi.

Wie ist es zu dem Song „Jonny Otten“ gekommen?

Soweit ich weiß, ist Flo Mega gefragt wurden, ob

er nicht ein Lied für das „120 Lauter Werder“-Album

machen wolle. Dass er dann eines über

mich macht, finde ich natürlich super. Ich habe

den Song zum ersten Mal gehört, als er bereits

fertig war. Und ich habe auch Flo dann erst kennengelernt.

So konnte ich auch nichts zum Lied

beitragen – wahrscheinlich ist es deswegen auch

so gut geworden (lacht). (MÄR)

Im Herzen

Grün-Weiß!

GLÜCKWUNSCH WERDER BREMEN!

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13


AKTUELLES

Mehr als nur Laufen, Werfen und Springen

Das Deutsche Sportabzeichen: Spannende Alternative jenseits der klassischen Disziplinen

14

Jedes Jahr von Mai bis Oktober holen viele

Sportbegeisterte in Bremen und Bremerhaven

ihre Sportklamotten heraus,

um das Deutsche Sportabzeichen

zu erwerben. Manche von ihnen

schon zum 50. Mal, andere zum

ersten Mal. Was sie vereint, ist das

Interesse am Sport. Viele verbinden

mit dem Sportabzeichen jedoch nur

Laufen, Werfen und Springen – die

klassischen Disziplinen der Leichtathletik.

Doch es gibt spannende

Alternativen. Anstelle des klassischen

Ausdauerlaufs besteht etwa

die Möglichkeit, zu Schwimmen, zu

Walken oder auch Fahrrad zu fahren.

Ebenso kann eine Schnelligkeitsdisziplin

im Wasser (25 m) oder mit dem

Fahrrad (200 m Sprint) abgelegt werden.

Wer sich eher im Turnen zuhause

fühlt, kann in allen Disziplingruppen außer

Ausdauer alternativ seine Turnkünste unter Beweis

stellen. Dabei gilt es je nach Altersstufe

unterschiedliche Elemente zu meistern. Außerdem

werden vereinzelnd Verbandsabzeichen

wie das Tischtennis-Sportabzeichen, Fußballabzeichen

oder Schwimmabzeichen anerkannt.

Dadurch können viele verschiedene Abteilungen

in den Vereinen angesprochen werden.

Aber warum sollte man das Deutsche Sportabzeichen

eigentlich erwerben? Darauf gibt es

mehrere Antworten. Für den Sportleistungskurs

in der Schule ist das Deutsche Sportabzeichen in

Silber Pflicht, ebenso ist es eine Voraussetzung,

um sich bei Polizei und Zoll oder für bestimmte

Sportstudiengänge zu bewerben. Allgemein

gilt das Deutsche Sportabzeichen als eine gute

Möglichkeit für Jung

und Alt, um die eigene körperliche Leistungsfähigkeit

zu testen. Für Familien besteht

die Möglichkeit, eine Familienurkunde (min.

Hintergrund:

2 Generationen) oder eine Generationsurkunde

(min. 3 Generationen) zu erwerben.

Mitmachen lohnt sich in jedem

Fall. Bei der Abnahme des Sportabzeichens

stehen Lockerheit und der

Spaß an der Bewegung im Vordergrund.

Und auch für die Gesundheit

ist etwas dabei, denn die Krankenkassen

unterstützen den Erwerb

des Sportabzeichens mit ihren

Bonusprogrammen.

Für weitere Informationen zum

Deutschen Sportabzeichen und

den verschiedenen Möglichkeiten

und Terminen in Bremen

und Bremerhaven besuchen Sie die

Homepage des Landessportbundes

Bremen www.lsb-bremen.de.

Auskünfte zum Sportabzeichen können auch telefonisch

unter 0421/7928730 sowie per E-Mail

(sportabzeichen@lsb-bremen.de) eingeholt werden.

Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes

(DOSB). Es ist die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports und wird

als Leistungsabzeichen für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit

verliehen. Jede(r) kann es machen, auch Nicht-Mitglieder von Sportvereinen. In den

vier Disziplingruppen: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination muss jeweils eine

Disziplin aus den Sportarten Leichtathletik, Radfahren, Schwimmen oder Geräteturnen absolviert

werden. Die Leistungen sind nach Alter und Geschlecht gestaffelt. Der Nachweis der

Schwimmfähigkeit ist Voraussetzung für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens.


Ausschreibung der Spielbälle

Qualitätsbeurteilung vom Bremer Badminton Verband

AKTUELLES

Foto: Fotolia

Das Präsidium des Bremer Badminton Verbandes

muss in jedem Jahr veröffentlichen, welche

Naturfeder- bzw. Kunststoffbälle für die jeweilige

Saison innerhalb des Landesverbandes

Bremen zugelassen sind. Dies setzt eine erfolgreiche

Qualitätsbeurteilung im Rahmen

eines Balltestverfahrens voraus. Im Balltestverfahren

wird geprüft, ob die Spielbälle

den erforderlichen Eigenschaften gerecht

werden, um einen ordnungsgemäßen und

spielregelgerechten Wettkampf zu gewährleisten.

Der Bremer Badminton Verband

e.V. benötigt für die Tests vom Ballanbieter

je Fabrikat und Sorte drei Dutzend Naturfederbälle

bzw. ein Dutzend Kunststoffbälle.

Für dieses Zulassungsverfahren ist eine Gebühr

fällig. Sie beträgt je Fabrikat und Sorte 150 Euro für

Naturfederbälle bzw. 50 Euro für Kunststoffbälle. Die

Gebühr wird entsprechend in Rechnung gestellt.

Der Trainingsbetrieb in den Vereinen unterliegt nicht dem Zwang,

nur zugelassene Bälle zu verwenden. Im Mannschaftsspielbetrieb

dürfen die Vereine aus der Zulassungsliste den

Ball auswählen. Für die Einzelwettbewerbe unter

der Obhut des Landesverbandes wird vom Präsidium

der Spielball festgelegt, der jedoch in der

Zulassungsliste aufgeführt sein muss. Ähnlich

wird der Kreisverband Bremerhaven

dies für seine Einzelwettbewerbs-Veranstaltungen

durchführen.

Damit die Planung seitens des Verbandes

fristgerecht durchgeführt werden kann,

müssen die interessierten Firmen dem

Bremer Badminton Verband e.V. bis zum

30. April 2019 mitteilen, ob und welche ihrer

Spielbälle für die Saison 2019/2020 zugelassen

werden sollen.

Der Zulassungsantrag und die Testbälle sind kostenfrei

zu senden an den Vizepräsidenten Leistungssport des Bremer

Badminton Verbandes: Tim Lehr, Bredaer Str. 80, 28259 Bremen

Wir sind Ihr Ansprechpartner in Sachen,

Textilveredelung, Fahrzeugbeschriftung,

Schilder, Banner u.v.m.

Tel: 0421- 59 66 272 Insterburger Str. 9A 28207 Bremen

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„Die Förderung ist

deutlich zu niedrig“

LSB-Präsident Andreas Vroom im Interview

Fotos: Sven Peter / LSB

16

Der Landessportbund (LSB) ist mit mehr

als 150.000 Mitgliedern die größte Personenvereinigung

im Land Bremen. Im

Interview spricht LSB-Präsident Andreas Vroom

über die Bedeutung des organisierten Sports für

den einzelnen, die Stadt und die Gesellschaft als

Ganze.

Herr Vroom, wie schätzen Sie den Stellenwert

des organisierten Sports in Bremen und

Bremerhaven im Jahr 2019 ein?

Ich schätze die gesellschaftliche und volkswirtschaftliche

Bedeutung des täglich stattfindenden

organisierten Sports extrem hoch ein.

Allerdings wird die Relevanz dieser gemeinschaftlichen

Bewegung von vielen Seiten stark

unterschätzt, unzureichend gewürdigt und

unterstützt.

Sportvereine erfüllen vielfältige und wichtige

Aufgaben. Können Sie kurz darstellen,

was der organisierte Sport alles für die Gesellschaft

leistet?

Der Sport leistet unter dem Aspekt Spiel und

Bewegung einen wesentlichen Baustein zu einer

gesunden und leistungsfähigen Gesellschaft.

Seele, Geist und Körper benötigen in jeder Altersphase

aus gesundheitlicher und entwicklungstechnischer

Sicht Training und Ausbildung.

Sport verbindet Spiel, Spaß und Bewegung

und fördert die Gesundheit. Darüber hinaus tragen

Sportvereine zur Vermittlung gesellschaftlicher

Werte und zur Integration sowie zum Gemeinwohl

bei. In den Vereinen engagieren sich

Menschen mit viel Einsatz und Leidenschaft für

andere Menschen – und das ganz ohne monetäres

Gewinnstreben.

Bei der diesjährigen Bremer Sportgala wurde

mehrfach Kritik an der städtischen Sportförderung

laut. Ist der Sport und speziell der

Leistungssport der Bremer Politik nicht genug

wert?

Aus Sicht der Mitgliedsorganisationen des

organisierten Sports ist die Förderung deutlich

zu niedrig und vor dem Hintergrund der

aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen

nicht mehr zeitgemäß. Das Land Bremen

fördert den Leistungssport in allen leistungsorientierten

Sportfachverbänden mit 107.500

Euro pro Jahr. Olympiateilnehmerin Kea Kühnel

aus Bremerhaven teilte jüngst mit, dass sie für

Wettbewerbsteilnahmen und Ausrüstung im

Jahr 30.000 Euro privat beisteuern muss. Diese

beiden Zahlen zeigen, wie gering die politische

Anerkennung für den Leistungssport in Bremen

ist. Sicherlich gibt es in Bremen und Bremerhaven

weitere kommunale Mittel, die auch beim

Leistungssport ankommen, aber eine Förderung

der Spitze hat über die Landesfachverbände zu

erfolgen.

Die Insolvenz des TSV Hastedt hat Ende vergangenen

Jahres viele Vereine aufgeschreckt.

Wie gut oder schlecht ist es aktuell um die

Sportvereine in Bremen und Bremerhaven

bestellt?

Die knapp 400 Sportvereine im Land Bremen

sind sehr unterschiedlich aufgestellt. Einigen

Vereinen geht es auf allen Ebenen gut, anderen

mangelt es erheblich an finanziellen und humanen

Ressourcen. Insgesamt hat sich ein erheblicher

finanzieller Bedarf zum Erhalt und Ausbau

der Sportinfrastruktur durch jahrzehntelange

Unterfinanzierung aufgestaut.

Auf welche Herausforderungen müssen sich

die Vereine in den kommenden Jahren einstellen?

Es geht zum einen um den Erhalt und Ausbau

der Mitgliederanzahl. Die Vereine müssen auf

den demografischen Wandel, die Ganztagsschulen,

einen stärkeren Individualismus und den

kommerziellen Sportanbieterwettbewerb reagieren.

Eine weitere große Herausforderung ist,

eine ausreichende Anzahl an motivierten und

ausgebildeten Übungsleiter*innen und Trainer*innen

für den Vereinssport zu finden und

diese auch zu halten.

Der Landessportbund fordert in seinen Prüfsteinen

zur Bürgerschaftswahl 2019 unter

anderem eine Verdopplung des Sporthaushalts

von 7,5 auf 15 Millionen Euro. Angenommen,

Sie bekommen von der Politik

wirklich doppelt so viel Geld wie bisher. Was

würden Sie vorrangig damit machen?

Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Ganz oben

auf der Liste steht der Abbau des Sanierungsstaus

in den vereinseigenen und städtischen

Sportanlagen, was jedoch nicht in den Summen

inkludiert ist. Wir müssen die defizitären

Bereiche des Landessportbundes, dazu gehören

das Bildungswerk, die Bremer Sportjugend

und der Bereich Soziale Arbeit, ausgleichen.

Die Beratungs-, Service- und Unterstützungsleistungen

für die Mitgliedsorganisationen des

LSB müssen zur Entlastung des Ehrenamtes

dringend ausgeweitet werden. Dafür müssen die

personellen Ressourcen im Sportamt und beim

LSB ausgebaut werden. Darüber hinaus gilt es,

den Leistungssport angemessen zu fördern, die

Übungsleiterausbildung stärker zu subventio-


LSB

nieren, neue Sportanlagen zu bauen und die

Ehrenamtsgewinnung im Erwachsenen-, aber

vor allen Dingen auch im Jugendbereich zu intensivieren.

Im Bereich Sportinfrastruktur fordert der

LSB unter anderem ein Kataster über den

Sanierungsbedarf der Bremer Sportstätten,

insbesondere den Schulsporthallen. Gibt es

Schätzungen, wie groß der Sanierungsstau

derzeit ist?

Auf der Sportdeputationssitzung Anfang März

ist das langersehnte Kataster vorgestellt worden.

Für 172 Schulsporthallen und 20 Sportamtshallen

beträgt der Sanierungsbedarf laut

Immobilien Bremen 98 Millionen Euro zuzüglich

35 Millionen Euro Baunebenkosten. Dabei

ist zu bedenken, dass die Sanierungsarbeiten

in dieser Höhe nicht alle sofort fällig, sondern

zunächst rein buchhalterisch sind. Wir müssen

jetzt prüfen, wie realitätsnah die Bewertungen

von Immobilien Bremen tatsächlich sind und

inwieweit sie sich mit den Eindrücken der Vereine

bzw. Hallennutzer decken. Meine persönliche

Schätzung ist, dass in den Hallen ein Sanierungsbedarf

von 40 Millionen Euro innerhalb

der nächsten 5 Jahre besteht. In Bremerhaven

arbeitet die Verwaltung ebenfalls an der Erstellung

eines Sportstättenkatasters.

Aktuell gibt es Diskussionen um den maroden

Zustand der Sportstätten an der Universität

Bremen. Ist Ihre Forderung nach einer

Wiederbelebung des Sportstudiengangs

angesichts der drohenden Schließung von

Uni-Sportstätten noch realistisch?

Die Wiederaufnahme des Studiengangs Sport

ist endlich im Wissenschaftsplan 2020/2025 beschlossen

und wird zügig angestrebt. Wir hoffen

inständig, dass es bereits 2021 losgehen kann.

Damit ist die politische Sünde der Abschaffung

eingestanden und perspektivisch behoben worden.

Die Unisporthallen werden für die umliegenden

Schulen, den Vereins-, Leistungs- und

Hochschulsport genauso dringend benötigt wie

für die Praxis im Sportstudiengang. Ich hoffe, die

drei betroffenen Ressorts zuzüglich Immobilien

Bremen und dem Finanzressort beenden endlich

ihr Versteckspiel um die Zuständigkeiten

und beginnen kurzfristig mit den umfangreichen

Reparaturarbeiten an den Sporthallen.

Die Wahlforderungen des Landessportbundes

überschneiden sich zum Teil mit denen

von 2015. Täuscht der Eindruck oder hat sich

in Sachen Sportpolitik in den vergangenen

vier Jahren wirklich so wenig getan?

Ich denke und hoffe jeden Tag, dass das Wirken

der Vereine und Verbände, des Landessportbundes

und letztendlich mein Wirken in den Köpfen

der Verwaltung und Politiker mehr Früchte getragen

hat, als aus der tatsächlichen Umsetzung

bisher erkennbar ist. Wir können alle nur hoffen,

dass die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen,

wie auch im Sportentwicklungsbericht

2018 festgehalten, bisher lediglich am zwanghaften

Sparkurs gescheitert ist. Jetzt gilt es,

ausreichend finanzielle Mittel im kommenden

Haushalt zu veranschlagen und anschließend

die besprochenen und notwendigen Maßnahmen

umzusetzen.

„Jetzt gilt es, ausreichend

finanzielle Mittel im kommenden

Haushalt zu veranschlagen

und anschließend die besprochenen

und notwendigen

Maßnahmen umzusetzen“

Der Landessportbund hat sich kürzlich öffentlich

an die Seite des Landesschwimmverbandes

gestellt und gefordert, in Sachen

Bäderkonzept endlich zu handeln. Was genau

fordern Sie?

Das Bäderkonzept ist 2014 nach jahrelanger Diskussion

von allen Beteiligten in einem aufwendigen

Mitnahmeprozess verabschiedet worden.

Es gibt mittlerweile die notwendigen Senatsbeschlüsse

hierzu. Wir wünschen uns ein zuverlässiges

und zügiges Abarbeiten, bevor die instabile

Bäderlandschaft zusammenbricht. Der akut sanierungsbedürftige

Zustand einiger Schwimmhallen

kann jederzeit dazu führen, dass eines der

Bremer Bäder kurzfristig geschlossen werden

muss. Das wäre für den Vereins- aber auch für

den Schulsport der „Super-Gau“. Unabhängig

von der zügigen Umsetzung des Bäderkonzeptes

sind weitere Investitionen in die Sportinfrastruktur

und Bäderlandschaft sinnvoll und auch

notwendig.

Die Frage, ob der sogenannte E-Sport als

Sportart anerkannt werden soll oder nicht,

wird seit Monaten kontrovers diskutiert.

Wie steht der Landessportbund Bremen zu

diesem Thema?

Wir haben uns voll und ganz der umfangreichen

Positionierung und Stellungnahme des Deutschen

Olympischen Sportbundes angeschlossen,

der zwischen E-Gaming und virtuellen Sportarten

wie Fußball, Bogenschießen, Segeln, Basketball

oder Tennis unterscheidet. Diese virtuellen

Sportarten haben die nötige Nähe zu den klassischen

Sportarten und die jeweiligen Fachverbände

sind gefordert, diese virtuellen Sportsimulationen

als Unterart ihrer Sportart anzuerkennen.

Computerspiele wie „Counter Strike“ und Co.

zählen ausdrücklich nicht zu den virtuellen Sportarten.

Sie sind nach unserer Auffassung nicht mit

den Grundsätzen und Werten des organisierten

Sports vereinbar. Wir verwehren uns in diesem

Zusammenhang strikt gegen den Eingriff der

Politik in die Autonomie des Sports. Für mich persönlich

gilt folgender Grundsatz: Wer gewaltverherrlichende

Ballerspiele als Pseudo-E-Sport auf

die gleiche Förderebene und Sinnhaftigkeit wie

Babyschwimmen oder Kinderturnen stellen will,

hat den gesellschaftlichen Stellenwert des organisierten

Sports nicht ansatzweise verstanden.

Sie selbst gelten als leidenschaftlicher Sportler,

üben neben Ihrer ehrenamtlichen Präsidententätigkeit

beim LSB, in Ihrem Heimatverein

und in der Freiwilligen Feuerwehr

Arsten aber noch einen selbstständigen Beruf

aus. Bleibt da überhaupt noch Zeit, um

Ihren sportlichen Hobbys zu frönen?

Die Zeit schaufele ich mir drei bis viermal die

Woche frei und auch jeder Urlaub ist ein Aktivurlaub.

Sporttreiben ist für mich wie die Luft

zum Atmen und ein unverzichtbarer Ausgleich.

Ohne eigene sportliche Aktivität hätte ich keine

körperliche und mentale Energie für Job und Ehrenamt

und wäre viel ärmer an echten Freunden.

Zur Person

Andreas Vroom wurde am 17. Februar

1968 in Bremen geboren. Er arbeitet

selbstständig. Neben seinem Amt als Präsident

des Landessportbundes Bremen ist

er auch 1. Vorsitzender beim TuS Komet

Arsten. Andreas Vroom ist verheiratet

und hat zwei Kinder.

17


AKTUELLES

Für besondere Verdienste

Maleike Schubert bekommt ersten Bremer Sport-Inklusionspreis

Zum ersten Mal wurde der Bremer Inklusionspreis

im traditionsreichen Bremer

Rathaus durch den Präsidenten des Senats,

Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, übergeben.

Der Preis wird für besondere Verdienste bei

der Inklusion behinderter Menschen in unserer

Gesellschaft vergeben. Die erste Preisträgerin ist

Maleike Schubert, die seit 2016 als Projektleiterin

des Projektes Inklusion im Sport im Amt für

Menschen mit Behinderung des Magistrats der

Stadt Bremerhaven beschäftigt ist.

Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro möchte

Schubert in Sportprojekte investieren: „Ich bin

überzeugt davon, dass die Sportvereine einen

wichtigen Beitrag leisten können, damit Inklusion

gelingen kann. Sport kennt keine Grenzen“,

sagt die ausgebildete Rettungsschwimmerin.

Ihre Arbeit war bislang so erfolgreich, dass der

Deutsche Behindertensportverband Bremerhaven

als eine von zehn bundesweiten Modellregionen

für das Projekt „Mehr Inklusion für alle“

(MIA) ausgesucht hat. Höhepunkt des Projekts

war die Woche des inklusiven Sports Ende März.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass Maleike

Schubert als erste im Bundesland Bremen

diesen Preis nach Bremerhaven geholt hat“, so

Stadtrat Uwe Parpart als Dezernent des Amtes

für Menschen mit Behinderung. Der Bremerhavener

Oberbürgermeister Melf Grantz gratuliert

der Magistratsmitarbeiterin ebenso und sagt:

„Maleike Schubert ist mit ihrem beeindruckenden

Engagement ein Vorbild und ermutigt auch

Menschen mit Behinderung, die positive Wirkung

von Sport wahrzunehmen.“

Maleike Schubert wurde 1989 auf Mauritius

geboren, ihr Vater war in Madagaskar als Entwicklungshelfer

tätig. Die von Geburt an erblindete

junge Frau studierte in Marburg Geschichte

sowie Konflikt- und Friedensforschung und

schloss mit dem Master ab. Ihr Leitspruch lautet:

„Nicht ich bin behindert, sondern die Umwelt

schafft Behinderungen.“ Schubert möchte

erreichen, dass sich die Behinderung in unseren

Köpfen für mehr Inklusion öffnet.

Ihre Leidenschaft ist Reiten. In Marburg, wo

sie studierte, waren auch Ausritte in der Landschaft

möglich, im Reitverein Bremerhaven, in

dem sie aktiv ist, wird in der Halle geritten. Auf

die Frage, wie denn ein blinder Mensch reiten

könne, bemerkt Schubert: „Das Pferd ist ja nicht

blind“.

Im letzten Jahr hat sich Maleike Schubert

einen großen Wunsch erfüllt. Nach einer Bewerbung

bei einer Blindenführhundeschule in den

USA bekam sie ihren Blindenführhund Maci.

Sie will weiter dafür arbeiten, dass mehr Sportvereine

Angebote für Menschen mit und ohne

Behinderungen anbieten. Dass sie sich auf dem

richtigen Weg befindet, belegt die Auszeichnung

mit dem ersten Bremer Inklusionspreis.

Foto: LSB

18

Integration

durch Sport

DOSB: Bundesprogramm feiert

30-jähriges Jubiläum

Die integrative Kraft des Sports nutzen – diese

Strategie entspringt einer Zeit großer Umbrüche,

in der der Kalte Krieg endete und die innerdeutsche

Mauer fiel. Nicht zufällig also war das Jahr

1989 zugleich Auftakt für das Bundesprogramm

„Integration durch Sport“, das vor dem Hintergrund

dieser politischen und gesellschaftlichen

Veränderungen vom damaligen Bundesinnenminister

Wolfgang Schäuble und dem Präsidenten

des Deutschen Sportbundes (DSB), Hans

Hansen, aus der Taufe gehoben wurde, damals

noch unter dem Namen „Sport für alle – Sport

für Aussiedler“. In diesem Jahr feiert das Bundesprogramm

sein 30-jähriges Jubiläum.

Drei Dekaden, in denen aus einem Projekt

ein Programm entstand und sich neben

dem Namen auch das Integrationsverständnis

grundlegend verändert hat: von der einseitigen

Anpassung zur interkulturellen Öffnung

und einer Begegnung der Menschen mit und

ohne Migrationshintergrund auf Augenhöhe.

Seit Beginn der Initiative haben deutschlandweit

knapp 10.000 Sportvereine und mehrere

hunderttausend Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte

Unterstützung durch

das Bundesprogramm erhalten und von der

interkulturellen Expertise seiner Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter profitiert. Der DOSB verantwortet

das Bundesprogramm konzeptionell

und steuert dessen Umsetzung in den sechzehn

Landessportbünden, darunter auch der Landessportbund

Bremen.

Gefördert wird „Integration durch Sport“

durch das Bundesministerium des Innern, für

Bau und Heimat (BMI) und das Bundesamt für

Migration und Flüchtlinge (BAMF). Derzeit beträgt

die Förderung der Programmarbeit 11,4

Millionen Euro pro Jahr. In den vergangenen

Jahren hat sich die inhaltliche Ausrichtung kontinuierlich

strategisch weiterentwickelt und die

Integrationsarbeit der beteiligten Vereine wurde

systematisch unterstützt. Welchen integrativen

Beitrag der organisierte Sport mit seiner Expertise,

seinem Netzwerk und dem freiwilligen Engagement

vieler Menschen beisteuern kann, hat

er besonders eindrucksvoll in den vergangenen

Jahren des verstärkten Zuzugs von Geflüchteten

bewiesen.

Mehr unter integration.dosb.de


Was kann mein

Verein tun?

Bremer Sportjugend will das Thema

sexualisierte Gewalt stärker in den Fokus

rücken

AKTUELLES

Die Bremer Sportjugend (BSJ) blickt auf einen gelungenen Fachtag

zum Thema „Sportlich aktiv – Für den Schutz vor sexualisierter

Gewalt“ zurück. Die Veranstaltung im LSB-Veranstaltungscenter,

die in Kooperation mit der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration

und Sport als Vorsitzende der Sportministerkonferenz und dem

Kinderschutzbund Bremen ausgerichtet wurde, stieß auf gute Resonanz.

Neben Führungskräften aus verschiedenen Sportvereinen setzten sich

beim Fachtag auch Trainer und Übungsleiter mit diesem wichtigen Thema

auseinander.

Diplom-Psychologe Henning Lueken vom Kinderschutzbund Bremen

präsentierte aktuelle Informationen und Zahlen zum Thema sexualisierte

Gewalt. Lueken wies in seinem Vortrag darauf hin, dass sexualisierte Gewalt

am häufigsten im unmittelbaren sozialen Umfeld von Kindern und

Jugendlichen stattfinde. Dazu gehörten auch die Sportvereine.

Im Anschluss an den Fachvortrag standen verschiedene Workshops

auf dem Programm, die zum Ziel hatten, die Teilnehmenden für das Thema

zu sensibilisieren und ihnen Hilfestellung sowie konkrete Handlungsempfehlungen

für den Umgang mit sexualisierter Gewalt mit auf den Weg

zu geben. In Kleingruppen wurden unter anderem Fragen wie „Wie kann

ich junge Menschen im Verein und auch mich schützen?“, „Was kann mein

Verein tun, um präventiv entgegen zu wirken?“ und „Wie verhalte ich mich,

wenn ich etwas beobachte und wo bekomme ich Hilfe?“ diskutiert und

aufgearbeitet.

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen spielt für die Bremer Sportjugend

eine zentrale Rolle. Ziel ist es, das Thema sexualisierte Gewalt im

Sport noch stärker in den Fokus der Vereine zu rücken und sie dabei zu

unterstützen, das Thema proaktiv anzugehen.

Weitere Informationen zum Thema sexualisierte Gewalt im Sport sind online

unter www.bremer-sportjugend.de/Themen/Kinderschutz/Index.aspx und über

den Link www.lsb-bremen.de/getfile.aspx?id=7299 abrufbar.

Foto: LSB

Sicher auf dem Wasser

Wassersportler tauschen sich zum Thema

Sicherheit aus – Neue Ansprechpartnerin bei

der Wasserschutzpolizei

Voll besetzte Ränge bei der Neuauflage der Sicherheitsschulung für Wassersportler/innen

in den Räumen des Landessportbundes Bremen (LSB).

Der Einladung der Wassersportkommission des Landessportbundes Bremen

waren rund 70 Gäste aus dem Kanu- und Rudersport sowie dem Segel-,

Motorboot- und Angelsport gefolgt. Das Treffen diente dem direkten

Austausch zwischen den Teilnehmern. Das Ziel: Verständnis unter den

verschiedenen Wassersportgruppen schaffen, die zum Teil sehr unterschiedliche

Bedürfnisse haben.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der praxisnahe Informationsaustausch

mit Kapitänin Esrin Korff-Avunc, der neuen Kontaktpolizistin

für die Bremer Wassersportler. Korff-Avunc berichtete unter anderem

über die Gewässereinordnung (Seeschifffahrts-/Binnenschifffahrtstraßen

sowie untergeordnete Gewässer, die regionalen Regelungen unterliegen)

und über sicherheitsrelevante Maßnahmen für Wassersportler. Dazu gehören

die Einhaltung der Verkehrsregeln auf dem Wasser, das Verhalten in

Schleusen, der Einsatz von Funkgeräten, die Verwendung von Rettungswesten

und Kleidung, die sichtbar macht (helle, besser noch reflektierende

Farben, Beleuchtung bei Fahrten in der Dunkelheit) sowie Aufmerksamkeit

und Rücksicht auf andere Wassersportler.

Für den Fall, dass auf dem Wasser etwas passiert, ist nicht selten Erste

Hilfe notwendig. Dr. René Behrensdorf vom Landesverband Bremen der

Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) berichtete über geeignete

Maßnahmen und stellte den Umgang mit dem automatisierten ex-

ternen Defibrillator (AED) vor, einem auch für Laien nutzbaren Gerät zur

Reanimation.

Bei Zwischenfällen auf dem Wasser steht die Wasserschutzpolizei

unter der Bremer Rufnummer 0421/362 98 500 rund um die Uhr als Ansprechpartner

zur Verfügung. Darüber hinaus können sich Wassersportler

auch per E-Mail an lagezentrum@polizei.bremen.de wenden und über

den Sachverhalt berichten. In diesem Fall kann auch im Nachgang eine

Klärung herbeigeführt werden.

Dass die Sicherheitsschulung für Wassersportler/innen stattfinden

konnte, ist nicht zuletzt dem Einsatz der LSB-Wasserschutzkommission

zu verdanken. Vor einem Jahr wurde die Dienstgruppe Sportschifffahrt

der Wasserschutzpolizei Bremen aufgelöst, die bis dahin wertvolle Präventionsarbeit

in den Wassersportvereinen geleistet hatte. In zahlreichen

Beratungsrunden zwischen LSB-Wassersportkommission und der Polizei

wurde die Sinnhaftigkeit der Informationstreffen unterstrichen und eine

Neuauflage vereinbart. Eine Fortführung der Präventionstreffen ist geplant,

künftig auch wieder in den Bootshäusern der Wassersportvereine.

(KAROLA LAMPE)

Foto: Inge Voigt-Köhler

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BREMER SPORTGRÖSSEN

„In Bremen kann ich wunderbar trainieren“

Radrennprofi Lennard Kämna im Interview

20

Fotos: Sunweb


BREMER SPORTGRÖSSEN

Er gehört zu den erfolgreichsten Nachwuchstalenten

des deutschen Radsports:

Lennard Kämna. Erst 22 Jahre alt, kann der

Sunweb-Athlet aus Fischerhude schon zahlreiche

sportliche Erfolge verzeichnen. So nahm er

unter anderem 2017 am populären Etappenrennen

„Vuelta a España“ teil. Im Interview sprach

er unter anderem über seinen persönlichen

Bezug zum Sechstagerennen, seine gesundheitlich

bedingte Auszeit und verriet, warum er das

Fahrrad im Alltag gerne mal stehen lässt.

Herr Kämna, wie sind Sie zum Radrennsport

gekommen?

Lennard Kämna: Daran waren hauptsächlich

mein Vater und mein Bruder beteiligt. Mein Vater

hat damals in seinen Zwanzigern angefangen, den

Sport zu betreiben, und hat dabei immer eine Leidenschaft

vermittelt, die sehr ansteckend war. Als

mein Bruder dann auch begann, den Sport leistungsorientiert

auszuüben, hatte ich auch Lust.

Ich war damals um die zehn oder elf Jahre alt.

Hatten Sie als Kind ein sportliches Vorbild

und haben es vielleicht immer noch?

Früher war ich ein großer Fan von Jens Voigt. Ein

wirklich guter Radsportler, der auch lange gefahren

ist. Mittlerweile gibt es eigentlich keine

bestimmte Person mehr, die ich als mein sportliches

Vorbild benennen würde.

Ihr erster Verein war die Radrenngemeinschaft

Bremen. Bietet die Stadt angesichts

seiner flachen Landschaft überhaupt gute

Bedingungen für den Sport?

Ja, das mit der Landschaft ist an sich kein großes

Problem. Gerade für Trainingseinheiten im

Winter ist es eigentlich ganz angenehmen und

völlig okay. Wenn man speziell in die Berge fahren

möchte, muss man halt ausweichen. Aber

grundsätzlich würde ich sagen, kann man auch

in Bremen wunderbar trainieren.

Sie haben 2017 an der „Vuelta“ in Spanien

teilgenommen, eines der größten Etappenrennen

überhaupt. Wie haben Sie dieses Ereignis

in Erinnerung?

Das ist schwierig zu beschreiben. Das Rennen

war auf jeden Fall eine schöne und spannende

Erfahrung für mich. Was die Aufmachung

betrifft, ist es natürlich deutlich größer und

spektakulärer als die kürzeren Radrennen. Man

merkt auf jeden Fall: Da geht es um Profisport.

Obwohl es mir viel Spaß gemacht hat, muss ich

auch gestehen, dass es super anstrengend war.

Apropos anstrengend: Wie bereitet man sich

auf so ein großes Rennen vor, sowohl körperlich

als auch mental?

Auf die „Vuelta“ hatte ich mich im Vorfeld

eigentlich weder körperlich noch mental übermäßig

speziell vorbereitet. Ich bin ja auch nicht

als Leader ins Rennen gegangen, sondern als

Helfer mitgefahren. Den Großteil meiner Vorbereitung

habe ich damals in Wörth absolviert.

Mental bin ich einfach locker an die Sache rangegangen.

Das hat letztendlich ganz gut funktioniert.

Gibt es bei Ihnen so etwas wie eine mentale

Vorbereitung überhaupt?

Jein. Natürlich gucke ich mir das Rennen vorher

an und verschaffe mir einen Eindruck von dem

Parcours, um zu wissen, was auf mich zukommt.

Aber das war’s dann eigentlich auch schon.

Sind Sie vor Beginn eines Rennens nervös?

Nein, eigentlich nicht mehr. Natürlich ist man

ab und an immer noch aufgeregt, vor Zeitfahren

oder Mannschaftszeitfahren, wenn die Rennen

deutlich kürzer sind. Erstrecken sich die Rennen

dagegen über vier bis fünf Stunden, ist der Start

deutlich gemächlicher. Dann bin ich auch nicht

wirklich aufgeregt, weil ich weiß, es geht ohnehin

erst einmal locker los.

Sie haben sich 2018 krankheitsbedingt einige

Monate aus dem Radsport zurückgezogen.

Damals hieß es, Sie wollen über Ihre langfristigen

Karriereziele nachdenken. Können Sie

diese mittlerweile benennen?

Ich glaube, der Satz mit den langfristigen Karrierezielen

hat zu Missverständnissen geführt.

Ich war einfach gesundheitlich angeschlagen

und habe gemerkt, dass es an der Zeit für mich

ist, eine Pause einzulegen, auch um gedanklich

einfach mal abschalten zu können. Über meine

sportliche Zukunft habe ich mir während meiner

Pause eigentlich keine großartigen Gedanken

gemacht. Mir war immer klar, dass ich weiter

Rad fahren will.

Sie sind 2017 zu Sunweb, einem UCI World-

Team gewechselt. Was bedeutet dieser Wechsel

für Sie?

Das kann ich jetzt tatsächlich noch gar nicht so

richtig sagen. Es war ein guter Schritt, Teil von

Sunweb zu werden und ich konnte seither wieder

eine Menge dazulernen. Natürlich habe ich

auch einen neuen Einblick in den Profisport bekommen.

In welcher Rolle sieht man Sie im Sunweb

Team?

Ich glaube, es gibt bisher noch keine feste Rolle,

die ich einnehme. Das liegt vor allem daran, dass

ich, bedingt durch meine Pause, lange nicht dabei

war. Als ich wieder eingestiegen bin, wurde

ich meistens für die Helferrolle eingeteilt. Das

ist nachvollziehbar und völlig in Ordnung.

Können Sie zum jetzigen Zeitpunkt Ihrer

Karriere schon sagen, welcher Typ Rennfahrer

Sie sind?

Ich hoffe, mich langfristig zum Bergfahrer entwickeln

zu können. Ich denke, dafür habe ich die

richtigen Anlagen, muss allerdings noch hart

an mir arbeiten. Im Moment möchte ich mich

eigentlich noch in allen Bereichen verbessern.

Eine letzte Frage: Spielt das Rad in Bezug auf

Mobilität im Alltag für Sie auch eine Rolle?

Da muss ich ehrlich sein: Im Alltag benutze ich

oft das Auto. Nach dem Training habe ich meistens

keine große Lust, mich wieder aufs Rad zu

setzen. Im Sommer fahre ich aber auch gerne

mal mit dem Fahrrad zum See. Vorausgesetzt,

ich habe nicht im Vorfeld schon fünf Stunden

draufgesessen. (JF)

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AKTUELLES

Ehrung im Rathaus

LSB und Senat würdigen Sportlerinnen und Sportler, Vereine und Ehrenamtliche

Fotos: LSB

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Bei der Senatsehrung in der Oberen Rathaushalle

hat Staatsrat Jan Fries herausragende

Bremer Sportlerinnen und Sportler

ausgezeichnet, die im Jahr 2018 Spitzenplatzierungen

bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften

errungen haben. Außerdem wurden

die Medaillengewinner der Special Olympics

in Kiel, zehn ehrenamtliche Vertreterinnen und

Vertreter aus dem organisierten Sport und drei

Vereine aus Bremen und Bremerhaven geehrt.

Vertreten waren bei der Senatsehrung die

Sportarten Kanusport, Rudern sowie Ergometerrudern,

Segeln, Teakwondo, HipHop,

Line Dance, Tanzen, Schwimmen, Badminton,

Castingsport (eine Disziplin des Angelsports),

Ultraleichtfliegen, Rhythmische Sportgymnastik,

Leichtathletik und Cricket. Erstmals dabei

waren auch die Medaillengewinnerinnen und

-gewinner der Special Olympics in Kiel aus den

Sportarten Tischtennis, Schwimmen, Zweirad,

Dreirad, Boccia, Weitsprung, Judo und Handball

Mixed dabei.

Traditionell werden bei der Senatsehrung die

Spitzensportler mit Top-Platzierungen in Deutschen

und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet.

Nach den „Richtlinien für hervorragende

Leistungen im Sport“ des Senats der Freien

Hansestadt Bremen sind das Sportlerinnen und

Sportler, Einzelpersonen und Mannschaften aus

Bremen und Bremerhaven, die einen deutschen

Meistertitel errungen haben, einen deutschen

Hochschulmeistertitel oder die Platzierungen

eins bis drei bei Olympischen Spielen, Weltoder

Europameisterschaften sowie einer Universiade

in der jeweiligen Hauptklasse.

Stütze der Gesellschaft

LSB-Vizepräsident Thomas Trenz betonte in

seinem Grußwort die Wichtigkeit und den immensen

Stellenwert des organisierten Sports im

Land Bremen. „Der organisierte Sport ist eine

tragende Stütze der Gesellschaft. Wir stehen

jedoch in einer starken Abhängigkeit von politischen

Entscheidungen. Aktuell sehen wir eine

besondere Verantwortung Bremens als Vorsitzland

der Sportministerkonferenz, um mit gutem

Beispiel bei den Themen Infrastrukturerhalt

und Verbesserung der sportlichen Rahmenbedingungen

voranzugehen“, so Trenz. Er verwies

in diesem Zusammenhang auf die sportpolitischen

Forderungen des Landessportbundes

Bremen anlässlich der Bürgerschaftswahl 2019.

„Unter anderem fordern wir die Verdopplung

des Sporthaushaltes von 7,5 auf 15 Millionen

Euro“, sagte Trenz unter dem Beifall der Sportler

und Funktionäre.

Neben der Würdigung sportlich herausragender

Leistungen lenkt der Jahresempfang

des Bremer Sports den Blick bewusst auf die

vielen Aktiven in den Vereinen, die das Umfeld

für sportliche Spitzenleistungen überhaupt erst

schaffen. Dazu gehören Trainerinnen und Trainer,

Jugendwarte, Übungsleiterinnen und Übungsleiter,

aber auch Schatzmeister. Diese Akteure,

die unersetzliche Arbeit leisten, aber nur selten

im Rampenlicht stehen, widmen oftmals den

Großteil ihrer Freizeit dem Verein und dem organisierten

Sport. Daher werden auch verdiente

ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Sportvereine und -verbände geehrt.


Anerkennung, Wertschätzung und Leistungsbereitschaft

Jugendehrung im Bremer Rathaus: Rund 250 Kinder und Jugendliche ausgezeichnet

AKTUELLES

Fotos: LSB

Einmal im Jahr lädt die Bremer Sportjugend in die Obere Rathaushalle

in Bremen ein, um Kinder und Jugendliche aus Bremen und Bremerhaven

für herausragende sportliche Erfolge auf norddeutscher, nationaler

und internationaler Ebene zu ehren. Bei der diesjährigen Jugendehrung

wurden auf festlicher Bühne rund 250 Nachwuchsathletinnen und

-athleten für ihre im Sportjahr 2018 erbrachten Leistungen ausgezeichnet.

Die Ehrungen wurden vorgenommen von der Senatorin für Soziales, Jugend,

Frauen, Integration und Sport, Anja Stahmann, dem Präsidenten des

Landessportbundes (LSB) Bremen, Andreas Vroom, und dem BSJ-Vorsitzenden

Bernd Giesecke. Torsten Nimz von der Sparkasse Bremen zeichnete

darüber hinaus drei Vereine für ihre herausragende Jugendarbeit aus.

Geehrt wurden der Turn- und Rasensportverein Bremen, der Vegesacker

Ruderverein und der FC Sparta Bremerhaven.

Senatorin Anja Stahmann freute sich über die große Zahl der anwesenden

Nachwuchs-Sportlerinnen und -Sportler. Stahmann stellte die

Leistungen und die Leistungsbereitschaft der jungen Menschen heraus

und dankte in diesem Zusammenhang auch den Trainer/innen und Eltern

als wichtige Grundlage für die sportlichen Erfolge. Die Senatorin wünschte

den Kindern und Jugendlichen weiterhin viel Spaß und Freude am Sport

und würdigte ihre Rolle als Botschafter für das Land Bremen.

LSB-Präsident Andreas Vroom sprach mit Blick auf die prall gefüllte

Rathaushalle von einem tollen sportlichen Jahr. Die Anerkennung des

Nachwuchs-Leistungssports im Rahmen der Jugendehrung sei wichtig

und wertvoll, betonte Vroom. Genauso wichtig aber seien die Rahmenbedingungen

und die finanzielle Förderung der Sportlerinnen und Sportler.

„Ihr wisst genauso wie eure Eltern, dass Leistungssport Geld kostet und

teuer ist. Deshalb werben wir auf Landesebene unverändert dafür, dass

deutlich mehr Geld für den Leistungssport zur Verfügung gestellt wird.

Das, was Bremen bisher leistet, ist nicht ausreichend, um auf Dauer in der

Spitze mithalten zu können“, mahnte Vroom.

Der BSJ-Vorsitzende Bernd Giesecke wies in seiner Rede auf die Besonderheit

und Bedeutung der Veranstaltung hin. „Bei der heutigen Ehrung

geht es auch um Anerkennung, Wertschätzung und Leistungsbereitschaft.

Das sind Tugenden, die man sich immer wieder vor Augen führen

sollte, um zu wissen, welche Ziele man hat. Das gilt im Sport genauso wie

im normalen Leben“, so Giesecke. Er ermunterte die anwesenden Jugendlichen

mit Blick auf die bevorstehende Bürgerschaftswahl – so sie denn die

Möglichkeit haben – von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und für

ihre Meinung einzutreten.

Im Anschluss an die Grußworte wurden die Nachwuchssportler/innen

unter der Moderation von Lynn Heitmann und Torven Schröder für ihre

herausragenden sportlichen Leistungen im Jahr 2018 geehrt. Ein von der

Sparkasse Bremen und der AOK Bremen/Bremerhaven zur Verfügung gestelltes

Sportler-Buffet rundete die Veranstaltung ab.

Großer Bahnhof beim

Magistratsempfang

Bremerhaven kürt die Sportler des Jahres

Von links nach rechts: Alex Friesen, Fedor Kolupajlo, Denise Meyer und Will Weber.

Premiere für die erst 13 Jahre alte Denise Meyer: Die amtierende Europameisterin

und deutsche Meisterin im Solo Electric Boogie (Hip-Hop) wurde

zum Bremerhavener „Sportler des Jahres“ 2018 gekürt. Das Tanz-Talent

aus der Seestadt war überwältigt von der Auszeichnung, will sich aber keinesfalls

auf dem bisher Erreichten ausruhen. 2019 warten gleich mehrere

spannende Wettkämpfe auf die 13-Jährige. Die norddeutschen und deutschen

Meisterschaften, die Europameisterschaft und im Oktober dann die

Heim-WM in der Stadthalle Bremerhaven.

Auch die Eishockey-Cracks der Fischtown Pinguins haben in der

Deutschen Eishockey Liga (DEL) noch lange nicht genug. Nachdem Coach

Thomas Popiesch auf Landesebene zum „Trainer des Jahres“ gewählt wurde,

holten sich seine Schützlinge in Bremerhaven den Titel „Mannschaft

des Jahres“. Für die erfolgsverwöhnten Pinguine war es bereits die fünfte

Auszeichnung in Folge.

Die Ehrung der Bremerhavener „Sportler des Jahres“ fand im Rahmen

des traditionellen Magistratsempfangs in der Tanzschule Behr statt und

dokumentierte die gesamte Bandbreite des Bremerhavener Sports. Insgesamt

103 Aktive haben im vergangenen Jahr bei deutschen Meisterschaften,

Welt- und Europameisterschaften einen der der ersten drei Plätze belegt

– das ist die Voraussetzung, um vom Magistrat geehrt zu werden.

Ob Segler, Kegler, Ruderer oder Trampolin-Turner – alle Sportler wurden

mit einer Urkunde und Medaille für ihre herausragenden Leistungen

ausgezeichnet. Die für den Sport im Land Bremen zuständige Sozialsenatorin

Anja Stahmann freute sich über die Erfolge und hob den Stellenwert

der Bremerhavener Spitzensportler hervor. „Sie alle sind Botschafterinnen

und Botschafter des Landes Bremen und der Stadt Bremerhaven“, sagte

Stahmann.

Foto: L. Scheschonka

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TITEL

„Die Nervosität ist jetzt eine andere“

Bremer Sportler des Jahres 2018: Schwimmeuropameister Florian Wellbrock im Interview

24

Er gilt als vielversprechendstes Talent des

deutschen Schwimmsports: Florian Wellbrock.

Im Jahr 2018 durfte der gebürtige

Bremer, der seinen sportlichen Lebensmittelpunkt

mittlerweile nach Magdeburg verlagert

hat, bei der WM in Glasgow nicht nur einen

ganzen Medaillensatz mit nach Hause nehmen.

Es gelang ihm auch, den Rekord über 1500 Meter

Freistil zu brechen. Erfolge, die im März zu einer

besonderen Auszeichnung führten. So wurde

Florian Wellbrock bei der Sportgala im GOP-

Theater zum Bremer Sportler des Jahres gekürt.

Im Interview spricht der 21-jährige Europameister

über den bisherigen Verlauf seiner Karriere,

seine zukünftigen Ziele und erklärt, weshalb er

Bremen den Rücken gekehrt hat.

Herr Wellbrock, wie sind Sie zum Schwimmen

gekommen?

Meine Anfänge gehen auf meine Kindheitsjahre

zurück. Meine Eltern wollten damals, dass ich

schwimmen lerne. Je mehr Berührungen ich mit

dem Wasser hatte, desto begeisterter war ich –

und bin dann einfach dran geblieben. Und heute

stehe ich nun da, wo ich bin.

Hatten Sie als Kind ein Vorbild oder haben es

vielleicht immer noch?

Mittlerweile tatsächlich nicht mehr, da ich einfach

zu sehr auf mich selbst fokussiert bin. Als

Kind, so um das Jahr 2008 rum, habe ich Marcus

Herbst sehr bewundert. Er war damals der

„Überschwimmer“ schlechthin.

2014 sind Sie nach Magdeburg ins Sportinternat

gezogen und schwimmen seit einigen

Jahren beim SC Magdeburg. Aus welchem

Grund haben Sie Bremen den Rücken

gekehrt?

Die sportlichen Infrastrukturen sind in Magdeburg

einfach deutlich besser als in Bremen. Ich

kann hier ein ganz anderes Trainingspensum

absolvieren, das einfach Voraussetzung für den

Erfolg ist, den man einfahren möchte.

Was für sportliche Infrastrukturen sind das?

Ich kann in Magdeburg zum Beispiel elf Trainingseinheiten

wöchentlich machen. In Bremen

waren es soweit ich weiß, sechs. Auch wenn man

die Distanzen vergleicht, die ich wöchentlich

schwimme und geschwommen bin, ist ein deutlicher

Unterschied erkennbar. In Bremen waren

es 30 bis 40 Kilometer die Woche. Hier schaffe

ich rund 80 Kilometer wöchentlich.

Gibt es klassische Kriterien, die ein Verein

und Standort erfüllen muss, damit er für Sie

als Leistungsschwimmer attraktiv ist?

Ja. Ein Kriterium sind vor allem die Wasserzeiten.

Es muss mir möglich sein, täglich jeweils

morgens und nachmittags zwei Stunden zu

trainieren. Außerdem ist mir eine starke Trainingsgruppe

sehr wichtig, die mich motiviert.

Es macht nicht so viel Spaß alleine vorne weg zu

schwimmen. Ich habe immer ganz gerne auch

Teamkollegen, die links und rechts neben mir

schwimmen.

Sind Sie noch oft in Bremen?

Was heißt oft? Ich würde sagen, so einmal im

Quartal. Und Weihnachten verbringe ich natürlich

auch immer zu Hause bei meiner Familie.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann wieder

nach Bremen zurückzukehren?

Ja. Tatsächlich aber erst nach meiner sportlichen

Karriere.

Wie bereiten Sie sich innerlich auf ein Rennen

vor? Gibt es bei Ihnen so etwas wie eine

mentale Vorbereitung?

Also, ich bin vor Wettkämpfen schon sehr konzentriert

und versuche, mich in die Situation, die

mich erwartet, hineinzuversetzen. Dazu gehört

natürlich auch, sich bewusst zu machen, welche

Athleten neben mir schwimmen. Ich visualisiere

praktisch immer das Rennen. Unmittelbar davor

höre ich dann immer Musik und gehe in mich.

Laut Medienberichten steht Deutschrap dabei

ganz oben auf Ihrer Playlist.

(lacht) Ja, stimmt. Das ist tatsächlich immer

noch aktuell. Deutschrap pusht mich in der Hinsicht

ganz gut.

Merkt man während eines Rennens überhaupt,

was rechts und links neben einem

selbst passiert?

Ja, das bekommt man schon mit. Gerade auf 1500

Metern hat man ja im Wettkampf relativ viel Zeit

nachzudenken – anders als zum Beispiel auf 100


TITEL

Würde gerne eine olympische Medaille gewinnen und in seine Heimat zurückkehren: Florian Wellbrock.

Fotos: DSV/Joe Kleindl

Metern Kraulen. Ich würde sagen, man hat einen

ganz guten Überblick, was auf den benachbarten

Bahnen passiert. Wie es dagegen auf der anderen

Beckenseite läuft sieht man dann natürlich

nicht mehr.

Sind Sie vor einem Rennen aufgeregt oder

hat sich das mittlerweile gelegt?

Sagen wir mal so: Die Nervosität ist jetzt eine

andere. Ich kann damit deutlich besser umgehen

als früher. Man muss ja auch bedenken, dass eine

gesunde Nervosität auch wichtig ist, um optimale

Leistungen zu erzielen.

Sie wurden im März als Bremer Sportler des

Jahres ausgezeichnet. Wie war das für Sie?

Das kam tatsächlich sehr überraschend und ich

hatte es ehrlich gesagt überhaupt nicht auf dem

Schirm. Ich habe ja auch, wie gesagt, gar nicht

mehr so viel mit Bremen zu tun. Natürlich war

es trotzdem sehr schmeichelhaft und ich habe

mich gefreut. Ich hätte es aber auch anderen

Bremer Sportlern gegönnt.

Bei der EM 2018 in Glasgow durften Sie einen

ganzen Medaillensatz mit nach Hause nehmen.

Ein Erfolg, den Sie genießen oder der

Sie unter Druck setzt?

Ich genieße es tatsächlich mehr. Unter Druck

setzen lasse ich mich in der Regel nicht. Deswegen

staple ich vor Wettkämpfen immer tief, was

solche Medaillenprognosen betrifft. Mir war vor

der EM klar, dass drei Medaillen durchaus möglich

sind. Trotzdem wäre ich auch mit einer zufrieden

gewesen.

Kann man als Schwimmer schon während

eines Rennens erahnen, wie es für einen läuft?

Man kann sowas eigentlich immer ganz gut anhand

der Konkurrenz abschätzen. Ich weiß in der

Regel, was die Sportler, die neben mir schwimmen,

können und welche Zeiten Sie im Schnitt

schwimmen. Wenn ich dann, übertrieben gesagt,

eine Bahn vorweg schwimme, weiß man

schon, dass es gerade gut läuft.

Sie machen nebenbei eine Ausbildung

zum Immobilienkaufmann. Ist das für Sie

eine Absicherung für die Zeit nach Ihrer

Schwimmkarriere oder wollten Sie sich nicht

nur aufs Schwimmen konzentrieren?

Es ist für mich definitiv eine Absicherung. Mir

war im Vorfeld allerdings auch wichtig, etwas

zu machen, an dem ich auch wirklich Interesse

habe. Irgendeinen beliebigen Ausbildungsberuf

zu erlernen, nur um mich abzusichern, kam für

mich nicht in Frage. Das wäre einfach Zeitverschwendung.

Ich habe im Vorfeld bereits Praktika

in der Immobilienbrache absolviert und so

gemerkt, dass mich der Bereich interessiert.

Sind Ausbildung und Schwimmkarriere

denn zeitlich miteinander vereinbar?

Ja. Ich habe einen sehr kulanten Arbeitgeber, der

mich für alles freistellt, was im Rahmen meiner

Schwimmtätigkeit wichtig ist. Ob ein mehrwöchiges

Trainingslager oder eine Wettkampftour:

Das alles ist kein Problem. In der Berufsschule

ist das genauso. Dort kann ich jeden Morgen die

ersten beiden Stunden ausfallen lassen, um zu

trainieren.

Was wünschen Sie sich für Ihre sportliche

Zukunft?

Das Non-Plus-Ultra wäre natürlich eine olympische

Medaille. Wenn die dann auch noch Gold

sein sollte, habe ich eigentlich alles erreicht, was

zu erreichen ist. Da gehört natürlich auch jedes

Mal ein bisschen Glück dazu. Aber wenn das

klappen sollte, wäre das schon super!

Das Interview führte Jennifer Fahrenholz.

Zur Person

Florian Wellbrock wurde am 19.08.1997

in Bremen geboren. Seine Karriere begann

mit einem Schwimmkurs im Tenever-

Bad.

Bevor der 1,92 Meter große Athlet 2015

zum SC Magdeburg wechselte, besuchte er

die sportbetonte Schule Ronzelenstraße.

Wellbrock nahm an den Olympischen

Spielen 2016 in Rio de Janeiro teil und

wurde 2018 in Glasgow über 1500 Meter

Freistil Europameister.

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SPORTLER DES JAHRES

Sportlerin des Jahres:

Lina Goncharenko (Rollkunstlauf)

Fotos: Heckel (2), Hoyer (2), Koch (2), FR (2), Kuhaupt

Lina Goncharenko zählt zu den besten Rollkunstläuferinnen der Welt. 2018 wurde sie

Europameisterin in der Pflicht und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften im

französischen La Roche-sur-Yon. Dort belegte Goncharenko den sechsten Platz. Zudem

holte sie 2018 Bronze in der Kür bei den Deutschen Rollkunstlauf-Meisterschaften.

Goncharenko studiert mittlerweile molekulare Medizin in Freiburg, läuft aber weiterhin

für ihren Heimatverein ERC Bremerhaven auf.

Nachwuchssportler des Jahres:

Julian Hoyer (Volleyball)

Der Nachwuchsförderpreis im Einzel ging an den 16-jährigen Volleyballer

Julian Hoyer, der mit der U18-Nationalmannschaft sensationell Europameister

wurde.

Betriebssport des Jahres:

Atlas / Rheinmetall

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Der Firmenverbund Rheinmetall Electronics, RTP, Atlas Elektronik und Airborne

Solutions wurde als Betriebssportgemeinschaft des Jahres ausgezeichnet. Insgesamt

werden in den Firmen 14 verschiedene Sportarten angeboten, die BSG umfasst mehr

als 200 Mitglieder. Anfallende Gebühren für die Aufnahme oder auch Grund- und Zusatzbeiträge

übernimmt der Arbeitgeber. Die aktive Mitgliedschaft wird von vielen

Krankenkassen als Bonusmodell anerkannt.


Behindertensportler des Jahres:

Christophe Schuler (Golf)

Christophe Schuler erhielt die Auszeichnung als Behinderten-Sportler des Jahres

2018. Der 30-Jährige mit Down-Syndrom spielt erfolgreich Golf beim Klub

in Lilienthal. Im März hat er in Abu Dhabi an den diesjährigen Special Olympics

teilgenommen. Schuler war einer von vier Deutschen – zwei Frauen und zwei

Männer – die bei den Sommerspielen im Golfen aktiv waren.

SPORTLER DES JAHRES

Trainer des Jahres:

Thomas Popiesch (Eishockey)

Bremer

Sportler des Jahres

Thomas Popiesch wurde als

Trainer der Jahres 2018 ausgezeichnet.

Seit drei Jahren

ist der 53-jährige Coach bei

den Fischtown Pinguins und

wurde 2018 zum Trainer des

Jahres in der deutschen Eishockey-Liga

(DEL) gewählt.

Unter Popieschs Führung

erreichten die Bremerhavener

zwei Mal das DEL Playoff-Viertelfinale.

Mannschaft des Jahres:

Grün-Gold-Formation (Tanzen)

Die Bremer Lateinformation hat 2018 so ziemlich alles abgeräumt, was es zu gewinnen gab: Die

Tänzerinnen und Tänzer wurden Deutsche Meister, Europameister und Weltmeister. Absolutes

Highlight waren die Titelkämpfe in China. Dort gewann die Formation um Trainer Roberto Albanese

ihren neunten WM-Titel. Mit ihrer Choreographie „This is me“ begeisterten die Bremer die Zuschauer

im In- und Ausland.

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SPORTGALA

Foto: Marco Meister

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SPORTGALA

Fotos: Marco Meister (17), Agentur Sportplatz (17), C. Kuhaupt

Impressionen von der Sportgala

Mit einer feierlichen Galaveranstaltung

in der Bremer Überseestadt hat

das Bundesland Bremen seine besten

Sportler und Mannschaften des Jahres 2018

geehrt. Der Erlös der traditionellen Sportgala

in Höhe von rund 30.000 Euro soll der Nachwuchs-Leistungssportförderung

in Bremen und

Bremerhaven zu Gute kommen. Die alljährliche

Sportgala wird initiiert von der Sportstiftung

Bremen, dem Landessportbund (LSB) und der

Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG).

„Die Sportler sind auf die Unterstützung

durch Spendengelder angewiesen. Die Vereine

können es nicht leisten und von Stadt und Land

dürfte es deutlich mehr Förderung sein“, konnte

sich LSB-Präsident Andreas Vroom einen Seitenhieb

in Richtung Politik nicht

verkneifen. Vroom prangerte bei der Sportgala

ebenso wie Oliver Rau von der Deutschen Olympischen

Gesellschaft den mangelnden Stellenwert

des Sports im Land Bremen an. „Der Sport

muss in Bremen endlich die Rolle bekommen,

die er verdient. Das gilt besonders für den Bereich

der Leistungssportförderung“, sagte Rau.

Das mit rund 400 Besuchern gut gefüllte

GOP Varieté-Theater wird einmal im Jahr zur

Schaubühne für den Bremer Sport. Der Sportstiftung-Vorsitzende

Peter Gagelmann freute

sich über zahlreiche Gäste aus Sport, Politik und

Wirtschaft. Erstmals mit dabei war Bremens

Bürgermeister Carsten Sieling, der immerhin

andeutete, dass er sich für das geplante „Haus

der Athleten“ in Bremen stark machen will.

Kulturell abgerundet wurde der Gala-Abend

– in dessen Mittelpunkt neben den Ehrungen

und der Spendenaktion der persönliche

Austausch unter den Gästen stand – mit

Vorführungen durch das Ensemble des

GOP Varieté-Theaters.

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SPORTGALA


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SPORTGALA


Und nu Butter

bei die Fische!

Ihr Helden!

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AUSSERGEWÖHNLICHE SPORTARTEN

Auf die Besen, fertig, los!

Quidditch, der Harry-Potter-Sport, wird in Bremen beim ATS Buntentor gepielt

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Quaffel, Schnatz und Hoop – wer diese

Worte zum ersten Mal zu hören bekommt,

denkt wohlmöglich an eine

Fantasiesprache und liegt damit nicht falsch.

Ausgedacht hat sie sich Harry-Potter-Autorin Joanne

K. Rowling, als sie ihre Fantasy-Roman-Figuren

beim Quidditch antreten ließ. Entgegen der

fiktiven Sportart müssen sich Quidditch-Aktive

in der realen Welt mit der Schwerkraft arrangieren.

Sie können nicht wie Hermine, Harry und Co.

auf ihren Besen durch die Luft sausen.

Die fliegenden Schlüssel

Der Faszination für das Spiel tut das aber keinen

Abbruch: Bundesweit „reiten“ in bereits 40

Städten Spielerinnen und Spieler auf ihren Besen

über den Platz, werfen und fangen insgesamt

vier Bälle und jagen abschließend den Schnatz,

einen unparteiischen Spieler. Auch in Bremen

erfreut sich der Kontaktsport zunehmender Beliebtheit.

Seit 2016 wird Quidditch in der Hansestadt

auf Vereinsebene gespielt. Die Portkeys,

deren Teamname sowohl mit dem Romaninhalt

als auch dem maritimen Bremen verbunden ist,

zählen etwa 30 Mitglieder und trainieren zweimal

pro Woche beim ATS Buntentor. Ihr Logo

zeigt einen geflügelten Bremer Schlüssel.

Roman vs. Realität

Franziska Wagner ist eine von ihnen und seit

dem vergangenen Sommer Teil des Teams. Eine

Verletzung macht ihr zu schaffen, die sie sich

beim Training zugezogen hat. Bis sie sich erholt

hat, macht sie während des Trainings nur das

Aufwärmen und jene Übungen mit, die ihr Knie

nicht zu stark belasten. Die 22-Jährige, die im

Team „Franky“ genannt wird, ist ein begeisterter

Harry-Potter-Fan. „Ich bin ein echter Nerd, was

das angeht“, sagt sie, doch das sei längst nicht

bei allen so. „Andere aus dem Team haben nicht

einmal die Bücher gelesen“. Bis auf ein paar Elemente

habe Quidditch jedoch wenig mit der Romanvorlage

gemein, erklärt sie am Spielfeldrand

stehend, während die übrigen Spielerinnen und

Spieler das Tackeln üben, das Zu-Boden-Bringen

eines Ballträgers, und dabei regelmäßig

auf dem Rasen landen. „Der Hauptunterschied

zum Quidditch im Roman ist natürlich, dass wir

nicht fliegen können.“ Besen, Bälle, Hoops und

Schnatz wurden als spielerische Elemente übernommen

und zum Teil an die Realität angepasst.

Portkeys-Spielerin Franziska Wagner.

Fotos: KW


AUSSERGEWÖHNLICHE SPORTARTEN

Kleine Quidditch-Kunde

Ein Gender-gemischtes Team besteht aus

sieben Mitgliedern. Die Positionen der

Spielenden sind durch farbige Stirnbänder

gekennzeichnet. Unter anderem gibt

es drei (Tor-)Jäger und einen (Tor-)Hüter

sowie zwei Treiber, die den Spielfluss des

gegnerischen Teams stören.

Der Besen, eine leichte PVC-Stange,

muss während des Spiels die ganze Zeit

zwischen den Beinen sein. Er kann eingeklemmt

oder mit den Händen gehalten

werden.

Die Quidditch-Community

Was auf den ersten Blick wie eine amüsante

Hommage an eine Kinderbuchreihe wirkt, hat es

auf den zweiten Blick in sich. „Zuerst belächeln

viele das Spiel, aber beim Quidditch geht es ganz

schön zur Sache“, sagt Franky. Ein Mundschutz

ist deshalb Pflicht. Der Mannschaftssport vereint

Elemente aus Handball, Rugby und Völkerball

und erfordert vollen Körpereinsatz. „Wer

die Regeln nicht kennt, versteht erst einmal gar

nicht, was da auf dem Feld genau passiert, es ist

verwirrend“, so die Spielerin.

Um die gegnerischen Spielerinnen und

Spieler zu bezwingen, werden diese zu Boden

gebracht, mit Bällen „ausgeknockt“ oder in der

Anzahl der erzielten Punkte übertroffen. Seit der

Saison 2016/17 treffen die Liga-Teams an regelmäßigen

Spieltagen aufeinander, um Spielpraxis

zu sammeln, neue Taktiken auszuprobieren und

sich mit anderen Teams auszutauschen. So entwickelt

sich das Level des Sports in Deutschland

permanent weiter, das Regelwerk wird komplexer

und die Quidditch-Community kann sich

vernetzen. In der Nordliga stehen die Portkeys

derzeit auf Platz drei.

Gemeinschaft und

Gender-Aspekt

Rund 1000 Aktive zählt die Quidditch-Gemeinschaft

aktuell in Deutschland. „Zu den anderen

Teams aus dem Norden haben wir guten Kontakt.

Man kennt sich, weil die Gemeinschaft eng vernetzt

ist“, erklärt Franky. Der Umgang sei insgesamt

sehr locker, auch innerhalb des gemischtgeschlechtlichen

Teams. Das Regelwerk besagt, dass

sich bei einer Partie maximal vier Team-Mitglieder

einem Geschlecht zugehörig fühlen. So ist der

Deutsche Quidditchbund in speziellen Arbeitsgruppen

engagiert, um Strukturen zu schaffen, damit

sich alle willkommen fühlen – auch außerhalb

des binären Systems von weiblich/männlich.

Der Gender-Aspekt ist auch für die Spielerin

Franky ein reizvoller Bestandteil der Sportart.

„Wenn ich es schaffe, einen männlichen

Spieler, der größer und stärker ist, zu Boden zu

bringen, fühlt sich das schon gut an“.

Nun hofft sie, ihr Team bei der Deutschen

Meisterschaft im Juni wieder voll unterstützen

zu können, wenn die Worte „Brooms up“ die

Spiele beginnen lassen. (KW)

Es gibt drei verschiedene Bälle: Der

Quaffel ist ein Volleyball. Damit machen

die Spielenden Tore, indem sie ihn

durch einen der drei Ringe werfen, die

Hoops heißen. Mit den Klatschern, weichen

Dodgebällen, können Spielende des

gegnerischen Teams abgeworfen werden.

Wer getroffen wird, muss vom Besen absteigen

und darf erst wieder mitspielen,

wenn ein Ring des eigenen Teams berührt

wurde. Der Schnatz ist unparteiisch und

kommt erst nach der 18. Minute ins Spiel.

An seinem hinteren Hosenbund ist eine

Art Socke befestigt, in der ein Tennisball

steckt. Wer es schafft, dem Schnatz diesen

Ball abzuluchsen, gewinnt Punkte für

das eigene Team und beendet das Spiel

mit diesem Manöver.

INFOS UND TERMINE

Deutsche Quidditch Meisterschaft:

Samstag und Sonntag, 8. und 9. Juni,

in Tornesch bei Hamburg.

Portkeys Trainingszeiten: mittwochs

17.45 bis 20 Uhr und samstags 9.45 bis

12 Uhr. Wer ein Probetraining machen

will, kann sich anmelden unter

facebook.com/QuidditchBremen/

oder spontan vorbeikommen.

35


SPORTMEDIZIN

„Gesundheitsfördernd und lebensrettend“

Dr. Götz Dimanski vom RehaZentrum empfiehlt Bewegung im Wasser auf dem Weg

zur Genesung sowie zum Erhalt der Gesundheit

Mit schmerzhaften Funktionsstörungen des Bewegungsapparats haben sportliche und weniger

aktive Menschen gleichermaßen zu kämpfen. Das Spezialistenteam im RehaZentrum Bremen

versorgt jährlich mehr als 3000 Patienten in der ambulanten Rehabilitation. Ihr Ärztlicher

Geschäftsführer, Dr. Götz Dimanski, erklärt im Interview, welche Effekte Bewegung im Wasser

auf die Gesundheit hat.

36

Herr Dimanski, welchen Ansatz verfolgen

Sie als Ärztlicher Leiter des RehaZentrums?

Dr. Götz Dimanski: Wir verfolgen einen sportbezogenen

Stil. Das bedeutet, auf ein bestimmtes

Ziel hinzuarbeiten, ohne die Patienten zu überfordern.

Ich habe diesen Ansatz von meinem

Vorgänger, Dr. Peter Hirschfeld, übernommen,

der das SporThep Werder bis 1991 leitete und die

Fußballprofis betreute. Nun stützt sich unsere

Arbeit im RehaZentrum auf diesen Ansatz.

Im RehaZentrum ist Bewegung im Wasser

eine der physiotherapeutischen Maßnahmen.

Was genau passiert da aus sportmedizinischer

Sicht auf dem Weg zur Genesung?

Die Bewegung im warmen Wasser bietet mehrere

Vorteile. Erstens: Der hydrostatische Druck

des Elements Wasser gibt dem Körper Auftrieb,

nimmt also Gewicht. In Phasen der Rehabilitation,

zum Beispiel bei Verletzungen im Bereich

der unteren Extremitäten, können die Patienten

im Wasser schon früh mit Übungen beginnen, die

sie sonst nicht machen könnten. Auch Schwellungen

gehen aufgrund des Drucks zurück und

das 32 Grad warme Wasser fördert die Beweglichkeit.

Das Bewegungsbad bietet den Patienten

eine sehr schonende und entlastende Möglichkeit

zur Kräftigung.

Dr. med. Götz Dimanski, Ärztlicher Geschäftsführer

des RehaZentrum Bremen.

Fotos: RehaZentrum

Welche Beschwerden werden im Bewegungsbad

therapiert?

Das können Frakturen sein oder Verletzungen

an der Achillessehne. Im RehaZentrum stellen

wir auch die Nachsorge für Operationen, etwa

wenn ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk eingesetzt

wird. Im Bewegungsbad wird dann weniger

geschwommen, sondern es geht vor allem

um gezielte Übungen, welche die postoperative

Rehabilitation fördern. Schwimmen als Sportart

wiederum hat andere positive Auswirkungen auf

die Gesundheit.

Ist das Bewegungsbad auch für aktive Sportler

empfehlenswert?

Ja, ich empfehle Sportlern im Profibereich insbesondere

die Unterwasserdruckstrahlmassage

zur Muskelentspannung und Regeneration. Die

Wärme und der Druck regen den sogenannten

Rückstrom an, Stoffwechselendprodukte werden

schneller aus dem Muskel abtransportiert und

durch neue Energiespeicher ersetzt. Verhärtete

Muskeln werden so wieder weich.

Sie erwähnten soeben die gesundheitsfördernden

Aspekte des Schwimmsports.

Welche sind das?

Zur Erhaltung und Steigerung der Fitness ist

Schwimmen optimal, da es den ganzen Körper

und alle großen Muskelgruppen anspricht. Auch

auf die Beweglichkeit der Wirbelsäule hat es

günstige Auswirkungen, besonders dann, wenn


SPORTMEDIZIN

die unterschiedlichen Schwimmstile im Wechsel

ausgeübt werden. Nehmen wir die Halswirbel

als Beispiel: Sie werden beim Brust- und Rückenschwimmen

sowie dem Kraulen in unterschiedliche

Richtungen gestreckt und gedreht.

Das hält die obere Wirbelsäule geschmeidig. Die

Schwimmarten abzuwechseln ist demnach meine

dringende Empfehlung, um einseitige Belastungen

auszuschließen.

Gilt das auch für ältere Menschen, die erst

spät mit dem Schwimmen beginnen?

Unbedingt! Schwimmen ist als schonende und

regenerative Art der Bewegung auch ideal für ältere

Menschen, die ihre Gesundheit erhalten oder

wiederherstellen möchten. Der Landessportbund

informiert über Kurse im Schwimmverein für

Anfänger, und auch bei den Bremer Bädern gibt

es ein umfangreiches Kursangebot. Wer sich die

Beiträge nicht leisten kann, sollte sich beim Landessportbund

ruhig nach Fördermöglichkeiten

erkundigen.

Was empfehlen Sie zum Trainingsstart?

Für ältere Menschen ist es in jedem Fall ratsam, vor

dem Trainingsbeginn eine ärztliche Untersuchung

durchführen zu lassen, um das Herzkreislaufsystem

einmal durchchecken zu lassen. Ab einem

bestimmten Alter treten Erkrankungen in diesem

Bereich häufiger auf. Besondere Vorsichtsmaßnahmen

gelten zudem etwa für offene Wunden

oder andere Hautprobleme. Auch Personen, die

ein Loch im Trommelfell haben, das zum Beispiel

durch ein Knalltrauma entstanden ist und nicht

operativ behandelt wurde, sollten mit Wasser vorsichtig

sein. In diesen Fällen geben die entsprechenden

Mediziner die jeweils nötige Beratung.

Welche allgemeinen Risiken birgt das

Schwimmen?

Man darf die eigene Schwimmfähigkeit nicht

überschätzen, denn wenn die Kräfte schwinden,

kann das Wasser schnell lebensbedrohlich sein.

Beim Schwimmen in natürlichen Gewässern – ob

See oder Meer – sollte man daher ausschließlich

an bewachten Stellen ins Wasser gehen. Darüber

hinaus gilt: Die Wassertemperatur checken und

niemals mit vollem Magen ins Wasser gehen!

Wie wirkt sich ein voller Magen eigentlich

auf den schwimmenden Körper aus?

Der Druck des Wassers und der volle Magen drücken

auf die Lungen. Das schränkt die Atmung

ein und der Körper ist folglich weniger leistungsfähig.

Zudem kann es passieren, dass der volle

Magen dem Druck des Wassers nicht standhält

und sich seines Inhalts entledigt.

Welches Alter ist ideal, um mit dem Schwimmen

zu beginnen?

Je früher, desto besser. Die Eltern sollten mit ihren

Kindern so früh wie möglich ans und ins Wasser

gehen, um ihnen die Scheu vor diesem Element zu

nehmen. Auch hier verweise ich an den Landessportbund,

der die Initiative „Kids in die Bäder“

anbietet, um junge Menschen ans Schwimmen

heranzuführen. Man darf nicht vergessen, dass

Schwimmen nicht nur den Körper trainiert, sondern

auch eine lebenserhaltende Fähigkeit darstellt,

sollte man ins Wasser fallen. Dieser Sport

ist gesundheitsfördernd und lebensrettend.

Welche Auswirkungen hat regelmäßiges

Schwimmen auf die Gesundheit?

Es hat Untersuchungen an der Gruppe der sogenannten

„Frühschwimmer“ gegeben, die sehr

diszipliniert jeden Morgen zur selben Uhrzeit

ihre Bahnen ziehen. Die Studien ergaben, dass sie

länger leben als der Durchschnitt. Das mag zum

einen an der Mentalität liegen, sich insgesamt

mehr um sich selbst zu kümmern, kann zum anderen

aber auch Folge der regelmäßigen körperlichen

Betätigung selbst sein.

Die Auswirkungen warmen Wassers auf den

Bewegungsapparat haben Sie bereits beschrieben.

Wie sieht es mit Schwimmen in

kaltem Wasser aus?

Kaltes Wasser setzt Energie frei und es werden

Stresshormone freigesetzt. Das hört sich zunächst

nach einem negativen Effekt an. Die Kehrseite

von Stress ist jedoch Entspannung, die sich

anschließend an das Schwimmen im kalten Wasser

einstellt. Derjenige ist gesünder, der sein Leben

in Amplituden gestaltet, also Ausschläge in

beide Richtungen provoziert. Dazu zählt auch der

Wechsel von warm und kalt, um das ganze Regulationssystem

einmal aus dem Gleichgewicht zu

bringen. So bleibt der Körper aktiv.

Das Interview führte Kristina Wiede.

AMBULANT. NICHT OPERATIV. SPORTMEDIZIN. ORTHOPÄDIE. KARDIOLOGIE.

Schmerzende Gelenke, Muskeln, Sehnen? Steifer Nacken? Hexenschuss?

Dr. Dimanski und sein Team! – Über 30 Jahre Erfahrung in Leistungssport und Praxis.

Chronischer Schmerz, Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, Raucher? Erwerbsfähigkeit bedroht?

RehaZentrum Bremen! – Über 30 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Rehabilitation.

RehaZentrum Bremen GmbH | Senator-Weßling-Straße 1 | 28277 Bremen | Tel. +49 (0) 421 / 80 60 6 -3 | Fax +49 (0) 421 / 80 60 6 -459

info@rehazentrum-bremen.de | www.rehazentrum-bremen.de

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BILDUNG

Ausgewählte Fortbildungen

des LSB-Bildungswerks

26.04.2019 | Bremen

Hüfte: Häufige orthopädische

Beschwerdebilder

Die Hüfte ist neben dem Knie das größte Gelenk des Körpers und gerade

im Alter zunehmend von Beschwerden betroffen. Insbesondere Arthrose

und ein daraus resultierender Gelenkersatz kommen häufig vor.

Das Seminar will einen Überblick über die Anatomie des gesamten Becken-Hüft-Komplexes

geben sowie über grundlegende Beschwerdebilder,

ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten, inklusive des Iliosacralgelenks

(ISG).

Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem theoretischen Hintergrundwissen,

es werden aber auch praktische Übungen für den Einsatz im Training oder

zu Hause vermittelt.

XX

Welche Beschwerdebilder gibt es?

XX

Was ist da im Hüftgelenk los?

(Mechanismus, Symptome ...)

XX

Worauf muss ich beim Training achten?

XX

Welche Übungen kann ich machen?

05.07.2019 - 20.07.2019 | Bremen

Übungsleiter/innen-

Ausbildung 2019

Kompaktlehrgang ÜL-C Ausbildung

120 Lerneinheiten (LE) – 1 LE = 45 Minuten.

Foto: Fotolia

27.04.2019 | Bremen

Sportpsychologisches

Coaching – Verletzungsmanagement

Verletzungen im Sport bedeuten oftmals einen tiefen Einschnitt in den Lebensrhythmus

eines Sportlers mit unklaren Folgen für die weitere körperliche

Leistungsfähigkeit. Zudem kann es zu psychischen Problemen wie

Angst, Frustration, Abkapselung und Depression kommen. Häufig werden

dadurch Karrieren beendet, weil die Betroffenen nicht mehr ihre optimale

sportliche Leistungsfähigkeit wiedererlangen. Daher ist es in der Rehabilitation

nach Sportverletzungen immens wichtig, neben medizinischen und

physiotherapeutischen Maßnahmen auch die psychischen Aspekte zu berücksichtigen.

In dieser Fortbildung lernen die Teilnehmer/innen in der Zeit während der

Rehabilitationsphase Methoden kennen, wie sie sich sportpsychologisch

auf die Trainings- und Wettkampfphase vorbereiten können und welche

Hilfestellungen der Trainer geben kann.

Übungsleiter/innen planen und führen regelmäßige Sport- und Bewegungsangebote

mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Älteren im

Breitensport durch. Sie können – je nach Rahmenbedingung des Vereins

– auch für die Planung und Durchführung von überfachlichen Vereinsaktivitäten

oder für die Beratung, Betreuung und Interessenvertretung

von Sporttreibenden zuständig sein. Die Übungsleiter/innen sind pädagogisch

tätig und tragen in dieser Rolle dazu bei, die Sporttreibenden in

ihrer sportlichen, persönlichen und sozialen Entwicklung anzuleiten und

zu unterstützen sowie Selbstständigkeit, Teilhabe und selbstbestimmtes

Lernen jeder/s Einzelnen zu fördern.

18.05.2019 | Bremen

Bewegung in

Krebssportgruppen

In diesem Fortbildungsseminar werden neben den theoretischen Grundlagen

spezielle Bewegungsprogramme für die Zeit nach einer Krebserkrankung

vorgestellt. Die Lehreinheiten finden sowohl im In- und Outdoor

Bereich statt.

Eine Übersicht mit allen Fortbildungen des LSB-Bildungswerks gibt es online unter www.lsb-bremen.de/bildung.aspx?id=567747.

Dort ist auch die Anmeldung möglich.

INFORMATION UND BERATUNG

Landessportbund Bremen – Abteilung Bildung und Sportentwicklung

Telefon: 0421-7 92 87 17/36

E-Mail: bildungswerk@lsb-bremen.de

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FRAUENPOWER IM SPORT

Mal

so richtig

abtauchen

Foto: Thomas Hinte

Birte Habel, Referentin für

Umweltfragen im

Landestauchsport-Verband

In dieser Rubrik stellt der Ausschuss

Frauen und Gleichstellung

des Landessportbundes Bremen

Frauen vor, die in ihrem Sportverein

ehrenamtlich aktiv sind und oftmals

unbemerkt von der Öffentlichkeit

wertvolle Arbeit leisten.

Mal so richtig abtauchen – das tut Birte

nicht nur im Urlaub, sondern fast jede

Woche: Sie ist Taucherin. Als Wasserbegeisterte

kam sie vor sieben Jahren nach Bremen

zurück und war auf der Suche nach einem

gemeinsamen Sport mit ihrem Mann. Sie kamen

schnell auf Tauchen und begannen ihre Ausbildung

im Tauchsportclub Bremen. Den trockenen

Meeresboden kennt Birte schon sehr viel länger.

Als Umweltpädagogin an der nordfriesischen

Küste war das Watt mit seinen Pflanzen und Tieren,

Gezeiten und Strömungen ihr Arbeitsplatz.

In der Tauchausbildung lernt man zunächst,

sich im Wasser zu bewegen, mit Schnorchel,

Maske, Flossen, Blei und dem eigenen Atem

umzugehen und dies in verschiedenen Wassertiefen.

Dazu kommen dann Strecken- und Zeittauchen

sowie Bergung aus größerer Tiefe. Das

ist nur im Schwimmbad sinnvoll möglich, wenn

man die deutschen Ausbildungs- und Sicherheitsstandards

einhalten will. Diese Ausbildung

ist der Grundstein für sicheres Tauchen im

freien Wasser.

In Biokursen geht es um Gewässeruntersuchungen,

Süßwasser- und Meeresbiologie sowie

Ozeanologie. Birte organisiert ein bis zwei Biokurse

pro Jahr. Der Landestauchsportverband

(LTV) teilt sich mit den Surfern einen ehemaligen

Baggersee in der Nähe von Uthlede – oben

Surfen, unten Tauchen. Die hohe Wasserqualität

und ausreichende Tiefe und Fläche bieten gute

Trainingsmöglichkeiten für alle Tauchausbildungsstufen.

Die Unterwasserwelt ist nicht nur Sportumgebung,

sondern konfrontiert ganz direkt mit der

Umwelt, mit ihren Schönheiten und Schattenseiten.

Man bekommt Einblicke in eine andere

Welt, erfasst den See als Ganzes. Zu viele Algen?

Verschmutztes Wasser? Müll auf dem Seegrund?

Das enge Zusammenwirken vielfältiger

Faktoren wird sichtbar, beim Tauchen wird man

Teil dieses komplexen Ganzen. Birte zitiert gern

ihren Kollegen auf der Bundesebene: „Eigentlich

sind alle ca. 80.000 im VDST organisierten

Taucher*innen auch als Umweltschützer*innen

unterwegs!“ Das verpflichtet natürlich.

Birtes immense Sachkenntnis aus ihrer Berufstätigkeit

kam schnell auch dem Tauchsport

zugute. Sie übernahm kurz nach ihrer eigenen

Grundausbildung erste Schulungen und hat

dann das Amt von ihrem Vorgänger angeboten

bekommen. Als kurz darauf der Landestauchsportverband

eine Umweltreferentin suchte,

hat Birte erstmal nach dem Zeitaufwand gefragt.

Mehrere Treffen pro Jahr, eine Mitgliederversammlung,

ein Bundestreffen, mehrere

Schulungen anbieten, langfristig abgestimmte

Termine, kein Stress, das hörte sich machbar an.

„Taucher sind entspannte Menschen“, sagt Birte

und vermutet, dass es mit den Bewegungen beim

Sport zu tun hat. „Das Ruhige verbindet“. Das

macht sich auch im aktuell gewählten Vorstand

mit drei Frauen und vier Männern bemerkbar.

Birte gestaltet zusammen mit den anderen

Vorstandsmitgliedern die Verbandspolitik,

überlegt, was der Verband seinen Vereinen bieten

kann. Gerade auch für kleinere Tauchvereine

gilt es, die Standards der Sicherheits- und Ökologieausbildung

abzusichern.

Birte war schon als Jugendliche ehrenamtlich

aktiv. In Gremien arbeiten, Sitzungen organisieren

und leiten, vor Publikum reden – diese

Fähigkeiten haben ihr im Berufsleben geholfen

und kommen ihr jetzt auch wieder als Umweltreferentin

im Tauchsport zugute. Was Birte am

Herzen liegt: Sie kann inhaltlich etwas bewegen

und Wissen vermitteln. Dazu gehören manchmal

auch so nette Begebenheiten wie Taucher*innen

beim Bestimmen von neu entdeckten Tieren

oder Pflanzen zu helfen.

Neben den Schulungen im Verband und in

ihrem eigenen Verein beteiligt sich Birte mittlerweile

auch an der Leitung des Trainings. Diese

Aufgabe ist im Verein auf viele Schultern verteilt,

so dass es für die Einzelne nicht viel Arbeit

ist und für die Teilnehmenden immer wieder

Abwechslung bringt. Es gibt sogar eine Unterwasser-Rugby-Mannschaft

der Damen, die in

der ersten UWR-Bundesliga spielt. Sie braucht

für ihr Training mindestens 3,5 m Wassertiefe in

einer Sprunggrube, die für 12 Spielerinnen Platz

hat (mind. 8 x 12 m).

„Ehrenamt ist ein persönlicher Gewinn“, findet

Birte, „Raum, sich auszuprobieren. Man wird

nicht an Vorgaben gemessen, kann sich Freiheiten

nehmen, das anpacken, was einem Spaß macht

und Werte vermitteln“. (INGE VOIGT-KÖHLER)

Weitere Infos unter www.ltv-bremen.de

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AUS DEN VEREINEN

Vereins- und Verbandsberichte im Bremer Sport

Gerne veröffentlichen wir in unserem Magazin Meldungen und interessante Neuigkeiten aus den Bremer und

Bremerhavener Sportvereinen und -verbänden. Das können zum Beispiel besondere sportliche Leistungen,

Ehrungen, Jubiläums-Veranstaltungen oder die Einweihung einer neuen Sportstätte sein.

Schicken Sie Ihre Texte bitte per E-Mail mit einem entsprechenden, druckfähigen Bild an pr@lsb-bremen.de.

Die nächste Ausgabe des Bremer Sport ist für Mitte Juni geplant.

Bitte beachten: Wir versuchen, möglichst viele Artikel aus den Vereinen und Verbänden im Magazin zu berücksichtigen.

Einen Anspruch auf Veröffentlichung gibt es allerdings nicht.

HFV Pfingst-Cup

Großes Jugendturnier als Familienfest

HFV Pfingst-Cup

Großes Jugendturnier als Familienfest

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Einmal im Jahr wird es so richtig voll beim Habenhauser FV am

Bunnsackerweg: Beim HFV-Pfingst-Cup gehen in zwölf Turnieren

mehr als 70 Mannschaften von den G- bis zu den C-Junioren san

den Start.

800 Spieler sowie insgesamt bis zu 1500 Menschen erwarten die Macher

des Turniers an den beiden Tagen. „Die Teilnehmerzahl ist jährlich

gestiegen, so dass wir jetzt eine natürliche Grenze erreicht haben“, sagt

Sebastian Götz, 2. Jugendleiter des Vereins und Organisator des Pfingst-

Cups. „Es ist nicht nur ein Fußballturnier, sondern immer mehr zu einem

Familienfest geworden“, so der 33-Jährige weiter.

Da ein solch umfangreiches Turnier auch viel Organisation und Planung

bedarf, ist man von Seiten des HFV stolz, dass sich so viele Eltern

und Freiwillige bei dem Event engagieren. „Sonst wäre die Veranstaltung

für uns gar nicht realisierbar“, sagt Götz.

Traditionell gehört zum Turnier auch ein großes Rahmenprogramm.

Neben der bekannten kulinarischen Verpflegung mit Bratwurst & Co gibt

es auch wieder ein Kuchenzelt mit von den Eltern selbst gebackenen Kuchen,

eine Hüpfburg, eine Torwand und einen Soccer-Court. Besonders

viel Aufmerksamkeit erlangt zudem in jedem Jahr die große Tombola. Die

Unterstützung in Form von Sachspenden war in den vergangenen Jahren

überragend.

Samstag, 8., und Sonntag, 9. Juni, Habenhauser FV, Sportplatz am Bunnsackerweg,

jeweils ab 9:30 Uhr


Steigende Mitgliederzahlen

DJK Arminia mit erweitertem Angebot / Bernhard Venhofen erhält Ehrenmitgliedschaft

Die DJK Arminia Bremerhaven e. V. blickt nach

bangen Monaten, in denen die Weiternutzung

der Alfred-Delp-Halle als Sportstätte ungewiss

war, wieder zuversichtlich nach vorne. Der Verein

kann sich damit weiter der Aufgabe widmen,

im Brennpunkt-Stadtteil Lehe sein ausgewogenes

Sportprogramm aufrecht zu erhalten und

sozial Schwächeren eine sportliche Heimat zu

bieten. Die ohnehin sehr niedrigen Mitgliedsbeiträge

bei der DJK Arminia bleiben unangetastet.

Der DJK-Vorstand ist glücklich, dass Sarah

Ackermann nun das Trainerteam verstärkt. Sie

bietet Turnen für Kinder ab 7 Jahren an. Sämtliche

Gruppen laufen gut bis sehr gut, die Mitgliederzahl

liegt inzwischen über 300. Investiert

hatte der Verein im Herbst in eine Spiegelwand

für Zumba und die Gymnastikgruppen.

Auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung

wurde Bernhard Venhofen die Ehrenmitgliedschaft

verliehen, er unterstützt

seinen Verein seit Jahrzehnten als Gönner und


AUS DEN VEREINEN

Mäzen. Auch Gerhard Tiborski wurde Ehrenmitglied,

seit 60 Jahren ist er Armine. Auf 40

Jahre Mitgliedschaft blickt Anita Masuhr zurück,

Hans-Jürgen von Aspern sogar auf 50.

25 Jahre sind Rudi Bednar und Hans-Jürgen

Venhofen dabei.

Großes Jubiläum

Krebssport beim TV Eiche Horn seit drei Jahrzehnten

TuS Huchting

goes Latin

Tolle Erfolge in Hannover

Die Krebssportgruppe des TV Eiche Horn hat ihr

30-jähriges Jubiläum gefeiert. Reha-Sport-Abteilungsleiter

Hermann Heuke begrüßte bei der

Jubiläumsveranstaltung in der Vereinsgaststätte

Panorama 1899 unter anderem Elfriede Heidkamp,

die Gründerin der Krebssportgruppe.

Dr. Margret Heider, Gynäkologin und beratende

Ärztin der Bremer Krebsgesellschaft, informierte

in ihrem Vortrag über heutigem Kenntnisstand

in Sachen Krebssport. So empfehlen die

Ärztinnen und Ärzte, sofort nach der Diagnose,

eventuell bereits während der Chemotherapie

und auch nach einer möglichen OP, mit Bewegung

und Sport zu beginnen.

Eine große Rolle beim Krebssport spielt die

Zusammenkunft mit betroffenen Gleichgesinnten

zur Bewältigung von physischen und psychischen

Belastungen. Die Stärkung der psychosozialen

Gesundheitsressource, die die kognitiven, emotionalen

und sozialen Potentiale des Menschen

betreffen, ist enorm wichtig, da sie zur Erhaltung

oder Wiederherstellung der Gesundheit beiträgt.

Margret Heider führte weitere positive Beispiele

für Bewegung und Sport in der Krebsnachsorge

an. Sie erwähnte ausdrücklich, wie

wichtig die „Mitarbeit“ der Patientin bei eventuell

Gewichtsreduktion, gesunder angepasster

Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist.

Mit tollen Ergebnissen kehrten zwei junge Paare

des TuS Huchting aus Hannover zurück. Dort fanden

die Turniere um die Hannover 96 Pokale statt.

Den Anfang machten Maxim Melnik und

Lia Samarin beim Turnier der Junioren II B-Latein.

Das junge Paar startete erstmals nach dem

Aufstieg in dieser höchsten deutschen Juniorenklasse.

Nach einer guten Vorrunde konnten sich

Maxim und Lia problemlos für das Finale qualifizieren.

Am Ende belegten sie den 5. Platz.

Ebenfalls in Hannover am Start waren

Dennis Wottschel und Karolina Merkel. Diese

Beiden starteten in der Jugend A-Latein und erreichten

dort einen tollen 3. Platz, wobei Ihnen

nur eine Platzziffer für Platz 2 gefehlt hat. „Eine

tolle Leistung beider Paare und ich bin mir sicher,

dass wir von ihnen noch einiges mehr sehen

werden“, so Trainerin Julia Schanz.

41


AUS DEN VEREINEN

Neuer Vorsitzender

Segelclub Niedersachsen-Werder

Zeitenwende bei einem der traditionsreichsten Segel- und Motorbootvereine

Bremens: Der Segelclub Niedersachsen-Werder (SCNW) bekommt

mit Boris Runge einen neuen Vorsitzenden. Sein Vorgänger Nils Kollert

trat nach 14 Jahren Vorsitz auf der Jahreshauptversammlung des Vereins

nicht wieder zur Wahl an. Kollert gab seinen Chefposten beim SCNW ab,

weil er zum Vorsitzenden des Dachverbandes der Bremer Segelsportler,

dem Fachverband Segeln Bremen (FSB) gewählt wurde. Der 56-jährige

wird nun die Interessen der Segelsportler aus ganz Bremen bundesweit

vertreten.

Nils Kollert hat die Geschicke des SCNW mit Sitz und Sportboothafen

mitten in Bremen neben dem Café Sand über viele Jahre bestimmt. Er ist

seit 43 Jahren Mitglied beim SCNW. Erst aktiv in der Jugendabteilung, zuletzt

viele Jahre als deren Jugendwart. Dann seglerisch unterwegs mit den

Eltern auf deren Yacht und seit vielen Jahren Eigner einer Fahrtenyacht,

mit der er und seine Familie die Gewässer von Weser, Nord- und Ostsee

bereist haben. 14 Jahre als SCNW-Vorsitzender schlossen sich an. Kollert

folgt beim FSB auf Jochen Nagell, der den Fachverband 18 Jahre lang als

Vorsitzender geführt hat und nun als Ehrenvorsitzender an Bord bleibt.

Ehrungen und Neuwahlen

Sportfischer-Verein Blumenthal

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Basketball-Meister

SVGO-Basketball-Mädchen holen Titel

Das U18-Team vom Sportverein Grambke-Oslebshausen ist Basketball-Meister

in der Saison 2018/19. Nach der regulären Saison belegte das

Team den zweiten Platz in der Bezirksliga. Souverän auf Platz eins stand

Zur Jahreshauptversammlung im Vereinslokal „Hotel Union“ hat der Vorstand

des Sportfischer-Vereins Blumenthal und Umgebung e. V. alle Vereinsmitglieder

eingeladen. Auf der Tagesordnung standen Ehrungen und

Neuwahlen des gesamten Vorstandes. Bruno Langer stellte sich für das

Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung und wurde einstimmig wiedergewählt.

Das Amt des 2. Vorsitzenden übernahm Günter Rohmann, der viele

Jahre als Kassenwart für den Verein tätig war. Dietmar Strauß wurde einstimmig

zum 1. Kassenwart gewählt.

Jerzy Scisly wurde für seinen besonderen Einsatz im Verein mit der

silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Für besondere Verdienste um die Fischerei

verlieh der Vertreter des Landesfischereiverbandes e. V., Rolf Libertin,

den Mitgliedern Maike Niesel, Dietmar Strauß und Armin Zurek das

silberne Verbandsehrenzeichen. Reinhard Baumann wurde das bronzene

Verbandsehrenzeichen verliehen. Klaus Niesel wurde in Anerkennung besonders

hoher Verdienste um die Fischerei vom Deutschen Angelfischerverband

e. V. das silberne Ehrenzeichen verliehen. Der Verein plant im

Frühjahr einige Arbeitsdienste, um die Teiche sowie die Grünflächen für

die Angel-Saison 2019 in einen guten Zustand zu bringen.

der Vf L Stade, der die gesamte Spielserie ungeschlagen blieb. Auch im direkten

Duell mit dem SVGO blieb Stade zweimal siegreich. Doch über die

Meisterschaft in dieser Spielklasse entschieden in diesem Jahr zwei Playoffs-Spiele.

Das erste Spiel fand in Oslebshausen statt. Die SVGO-Verantwortlichen

hatten sich hierfür eine Menge einfallen lassen. So gab es einen Hallensprecher,

einen großen Fanblock und eine kleine Pausenshow durch

den Zirkus Fiffix. Mehr als 150 Zuschauer veranstalteten mit Pauken und

Trommeln ein wahres Spektakel.

Angetrieben durch diese tolle Atmosphäre siegten die Gastgeberinnen

deutlich mit 55:29. Der erste Schritt zum Titel war getan. Eine

Woche später ging es zum Rückspiel nach Stade. Die Oslebshauser hatten

extra einen Bus gechartert und entsprechend groß war die Zahl der

mitgereisten Fans. Doch das erste Viertel war ein Debakel, denn Stade

lag mit 18:1 Punkten in Führung und der komfortable Vorsprung aus

dem Hinspiel war fast schon aufgebraucht. Mit Leidenschaft und großer

Moral kämpfte sich die Mannschaft zurück ins Spiel. Am Ende verloren

die SVGOerinnen zwar knapp mit 43:46, doch die Meisterschaft war

perfekt.


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AUS DEN VEREINEN

Legende Bert Trautmann

Neue Ausstellung bei TURA Bremen

Seit fünf Jahren heißt der Platz vor dem Vereinszentrum von TURA Bremen

„Bert-Trautmann-Platz“. Die Benennung erfolgte am 11. März 2014

nach dem am 19. Juli 2013 verstorbenen Weltklasse-Torhüter von Manchester

City.

Der Name Bert Trautmann ist in aller Munde. Im März erfolgte der

bundesweite Kinostart des Films „Trautmann“. Tura Bremen erlebte in diesem

Zusammenhang zahlreiche Medienanfragen zu den Bremer Ursprüngen

seines berühmtesten Sportlers aller Zeiten. Anlässlich der Jahreshauptversammlung

konzipierten Wolfgang Zimmermann und Ekkehard

Lentz eine Ausstellung über Bert Trautmann. Eine eigene Facebook-Seite

„Bert-Trautmann-Platz Bremen“ ist im Netz geschaltet.

Trautmann wurde in Bremen-Walle geboren. Tura Bremen (vormals

V.S.K.) war sein erster Verein, in den er mit acht Jahren eintrat. „Umso naheliegender

der Gedanke, den Platz vor dem Tura-Vereinszentrum nach

Bert Trautmann zu benennen und die Torhüter-Legende damit posthum

besonders zu würdigen“, erklärt Tura-Pressesprecher Ekkehard Lentz, der

sich schon zu Lebzeiten von Trautmann dafür einsetzte, den Namen und

die Geschichte dieser großen Sportler-Persönlichkeit lebendig zu erhalten.

Jahrgangsmeister

Bremen 10: Fabio Röpe siegt

Es war das Wochenende der langen Schwimmstrecken in der Elbe-

Schwimmhalle in Magdeburg. Mit dabei über 400 Meter Lagen: Fabio

Röpe vom Verein Bremen 10.

Fabio startete auf der schnellsten Bahn und baute auf den ersten 100

Metern über seine Lieblingsdisziplin Schmetterling bereits einen kleinen

Vorsprung auf. Auf der Bruststrecke setzte er sich weiter ab. Dann hieß es,

alles geben und die letzten zwei Bahnen Freistil im Sprint schwimmen.

Mit einer Endzeit von 4:54,77 Min wurde Fabio Röpe neuer Norddeutscher

Jahrgangsmeister über 400 m Lagen – und das mit 2 Sekunden Vorsprung

auf den Zweitplatzierten. In der offenen Wertung langte es für Platz 13

unter 95 Startern.

Auch die Ergebnisse von Joshua Runge konnten sich sehen lassen.

Auch wenn es leider nicht zum Sprung aufs Podium reichte, hat Runge mit

seinem 5. Platz über 1.500 m Freistil in 18:59,55 Minuten die Qualifikation

für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin geschafft. Der

8. Platz über 400 m Lagen in 5:33,96 Min. ist ebenfalls ein respektables

Ergebnis.

Jugendehrung

BGC Bremen: Großer Tag für Liana und Sarah

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Der BGC Bremen ist ein Minigolf-Sportverein, der 2017 sein 50-jähriges

Jubiläum gefeiert hat. Einen ganz besonderen Höhepunkt bescherten Liana

Klaus und Sarah Gefreyer dem Verein im Jahr 2018. Die beiden Jugendlichen

erkämpften sich bei den Deutschen Minigolf-Jugendmeisterschaften auf

der Kombianlage in Hannover jeweils den Titel Deutsche Meisterin. Liana

Klaus erspielte sich den Titel auf den 12 m langen Betonbahnen. Sarah Gefreyer

freute sich über den Deutschen Meistertitel auf den kleinen Eternitbahnen.

Auch in der Kombinationswertung belegten beide vordere Plätze.

Der Lohn für die beiden Meistertitel war eine Einladung zur Jugendehrung

der Bremer Sportjugend in der Oberen Rathaushalle in Bremen.

Leider konnte Sarah Gefreyer aus Krankheitsgründen bei der Ehrung nicht

persönlich anwesend sein. Ihre Vereinskollegin Liana Klaus und Jugendtrainer

Sebastian Peffer brachten ihr daher Urkunde und Medaille mit.


Große Herausforderungen

DLRG Bremen-Nord: Sorgen um die Nordbremer

Bäderlandschaft

Der neu gewählte Vorstand der DLRG Bremen-Nord steht vor einer Amtszeit

voller Herausforderungen. So muss der überalterte Fuhrpark des

Taucheinsatzzuges dringend erneuert werden. Die Finanzierung und damit

die Spendenakquise wird eine der Hauptaufgaben des neuen Vorstandes

um Bezirksleiter Heye Walter sein.

„Die DLRG leistet im Stadtteil einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit.

Es werden jährlich nicht nur dutzende neue Schwimmer ausgebildet,

sondern die ehrenamtlichen Helfer sichern im Taucheinsatzzug, im Bootsdienst

und als Strömungsretter die gesamten Bremen-Norder Gewässer“,

sagte der stellvertretende Bezirksleiter Uwe Köhnken bei der Mitgliederversammlung.

Mit Sorge beobachtet die DLRG Bremen-Nord die jüngsten Entwicklungen

in der Nordbremer Bäderlandschaft. Die Zukunft des Sportbades

Grohn ist weiterhin unklar und beim Schwimmbad Vegesack ist ein Neubau

im Gespräch. „Nach der Schließung des Heidbergbades ist nun wichtig,

dass die Schwimmbadkapazitäten in Bremen-Nord erhalten bleiben

und die Schwimmausbildung nicht durch lange Sanierungsmaßnahmen in

den Bädern behindert wird“, fordert Bezirksleiter Walter.


AUS DEN VEREINEN

Der DLRG Bezirk Bremen-Nord hat fast 900 Mitglieder und stellt

die Wasserrettung in Bremen-Nord sicher. Der Taucheinsatzzug Bremen-Nord

ist die einzige Taucheinheit im Nordbremer Rettungsdienst

und trägt so erheblich zur Einhaltung der Hilfsfrist bei. Alle Aktivitäten

werden ehrenamtlich geleistet.

Neue aktive und passive Mitglieder werden gesucht. Informationen

unter www.bremen-nord.dlrg.de oder Telefon 0421/ 666 169.

150 Jahre Vereinsgeschichte

Turnverein Lehe feiert Jubiläum

Seit 150 Jahren besteht der Turnverein Lehe als ältester Sportverein im

Stadtteil Bremerhaven-Lehe. Das Jubiläum soll in diesem Jahr mit verschiedenen

Veranstaltungen gefeiert werden. Am 8. April 1869 traten insgesamt

18 Männer zur Gründungsversammlung zusammen und legten

den Grundstein für die 150 folgenden Jahre Vereinsgeschichte. Anfangs

war der TVL ein reiner Männerverein, der nur Männern und Jugendlichen

ab 15 Jahren zugänglich war. Erst 1898 durften erstmals auch Frauen und

Kinder am Turnbetrieb teilnehmen.

Zwei Brände machten dem TV Lehe schwer zu schaffen. 1891 brannte

es in Breyer’s Saal, wo teilweise der Turnbetrieb stattfand. Dabei wurde ein

großer Teil der Vereinsunterlagen, die Vereinsfahne und diverse Sportgeräte

zerstört. Als dann 1977 der zweite Brand in der Georg-Hunger-Halle

ausbrach, musste die komplette Turnhalle saniert werden.

Ein kompletter Wiederaufbau der Vereinsturnhalle musste auch nach

dem zweiten Weltkrieg stattfinden, da die Halle durch die Besatzungsmächte

als Lichtspieltheater verpachtet wurde. Aber nicht nur die Turnhalle

in der Batteriestraße 22 war Sportstätte. 1934 wurde die Jahnwiese

als Sportplatz des TV Lehe feierlich eingeweiht. Maßgebliche Antriebskraft

für dieses Vorhaben war Georg Hunger, der zweimal erster Vorsitzender

des TV Lehe (1931-1945 und 1963-1969) war. Nach Hungers Tod im

Jahr 1985 wurde die Turnhalle zu seinen Ehren in „Georg-Hunger-Halle“

umbenannt.

Sportakademie boomt

8. Bremer Schuleishockeyturnier

Beim 8. Schuleishockeyturnier des Bremer Sportgartens ging es spannend

zu: Die OS Roter Sand und die Gesamtschule Mitte (GSM) Brokstraße lieferten

sich ein packendes Duell im Finale der U 13, bei den U 16 dominierte

ebenfalls das Team der GSM. Die OS Helgolander Straße belegte den

zweiten Rang.

15 Schulteams aus allen vier Bremer Regionen hatten sich für das Turnier

gemeldet, davon die Hälfte aus den Klassenstufen fünf bis sieben.

Unterstützt und ermöglicht wurde die Veranstaltung von der Deutschen

Kindergeldstiftung, der Bürgerstiftung, den Weserstars Bremen, dem Hockeyshop

Forster, sowie den beteiligten Schulen.

140 motivierte Jungen und Mädchen konnte der Sportgarten zum 8.

Turnier begrüßen. Insgesamt organisiert das Projekt Sportakademie – ein

freiwilliger Zusammenschluss von elf Bremer Sportvereinen – wöchentlich

70 Angebote an 16 Bremer Schulen und fördert die Bewegung und

Gesundheit von mehr als 1200 Kindern. Die überwiegend geschlechtergemischten

Teams, Jungen und Mädchen spielten aus freien Stücken zusammen,

zeigten fünf Stunden vollen Einsatz, erzielten dabei 140 Tore und

blieben dabei bis zum Ende stets fair.

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AUS DEN VEREINEN

Landesmeisterschaften

Skirennfahrer in Steinach am Brenner

Bremens Skirennfahrer haben sich wieder die Pisten der Bergeralm in

Steinach am Brenner heruntergestürzt, um bei den 25. Bremer Ski-Landesmeisterschaften

ihre Meister zu ermitteln. 105 Läufer aus vielen

DSV-Vereinen hatten sich für das Riesenslalom-Rennen gemeldet.

Novum der Titelkämpfe war die mit 25 Personen angegliederte Übungsleiter-Aus-

und -Fortbildung des Landesskiverbandes Bremen.

Bei anhaltendem Schneefall gab es nach zwei Durchläufen im Riesenslalom

sehr knappe Entscheidungen in der Damenwertung over all: Neele

Kühnel, Studentin, vom SC Bremerhaven siegte mit der Zeit 45,91 Sekunden

hauchdünn vor Bremens erst 15 Jahre alten Nachwuchs-Skitalent Friederike

Huber und Hanna Lührs. Bei den Herren siegte Jan-Krischan Zahn vor Douglas

Weber-Steinhaus und Michael Zimpel (alle Bremer Ski-Club). Beim

„Super-Slalom“ der Frauen setzte sich Julia Katenkamp vor Hanna Lührs und

Dorothee Bleeker durch. Beim Super-Slalom der Herren dominiert Jan-Krischan

Zahn vor Douglas Weber-Steinhaus und Michael Zimpel. Die Kombinationswertung

ging in diesem Jahr an Jan-Krischan Zahn und Hanna Lührs.

Rosi und Renate

Die Turnomis von Bremen 1860

Rosi und Renate – wer kennt sie nicht? Die beiden Turnerinnen aus Bremen

rissen mit ihren 81 und 78 Jahren schon die Zuschauer von Dieter

Bohlen von den Plätzen. Nun waren sie zur Jubiläums-Gala zum 150. Bestehen

des TV Lauingen (Bayern) eingeladen. Gemeinsam mit Kunsturner

Andreas Toba und dem Weltmeister im Kunstradfahren, Lukas Kohl,

traten die Turnomis in der Gala-Show auf. Auch eine Gruppe aus Korea,

die Taekwando in höchster Perfektion zeigte, und viele andere Sportler

waren dabei.

Rosi und Renate, die bei Bremen 1860 trainieren, zeigten zuerst ihr

Synchronturnen auf einer Bank nach der Musik der „Ungarischen Tänze“.

Mit ihren Rollen auf der Bank, Kopfstand, Handstand und Spagat lösten

sie im Publikum einen Beifallsturm aus. Danach ging es zu ihrem Parade

Gerät, dem Stützbarren nach der Musik „Time To Say Goodbye“. Schon

Sylvie Meis, Bruce Darnell und Dieter Bohlen waren von dieser Synchronübung

begeistert. Mit ihrer frischen und fröhlichen Art eroberten Rosi und

Renate die Herzen der Zuschauer. Im Mai fahren die beiden Bremerinnen

zu den Deutschen Seniorenmeisterschaften nach Brühl. Renate Recknagel

wird dort ihren Deutschen Meistertitel verteidigen müssen und Roswitha

Wahl ihren Vizemeister-Titel.

Goldregen im Muay Thai

Kampfsportler holen sieben Medaillen

46

Von den deutschen Meisterschaften im Muay Thai (olympisches Thaiboxen/IFMA)

mit 64 teilnehmenden Vereinen aus dem gesamten Bundesgebiet

kehrten die Sportlerinnen und Sportler vom Leon Fight Club 12 e. V.

aus Bremen schwer bepackt mit insgesamt fünf Gold- und zwei Silbermedaillen

zurück.

Nachdem der Verein um Trainer und Organisator Ferhat Sönmez 2018

selbst die deutschen Meisterschaften im Thaiboxen ausgerichtet hatte,

konnten sich die Bremer Kampfsportler in diesem Jahr als Gäste in der

voll besetzten Donnersberghalle in Rockenhausen (Rheinland-Pfalz) feiern

lassen. Auf dem Gruppenfoto freuen sich Aliimran Sönmez, Muhamed

Kord, Ibrahim Elsayet, Siyar Karabulut, Rümeysa Sönmez, Hamid Azimi,

Cihat Sönmez und Cheftrainer Ferhat Sönmez über die erfolgreiche Teilnahme

an den diesjährigen deutschen Meisterschaften.


82

2 Ilmenau

Gewässer.

ser.

5 0m

MARDORF

360

HAGENBURG

STEINHUDE

STRAND

WINZLAR KLEIN

HEIDORN

bis wir an unserem Start- und Zielbahnhof

Neustadt am Rübenberge sind, wo wir schon

vom Zugfenster aus den namensgebenden

Anhang, den „Rübenberge“, suchen. Umsonst.

Von einem Berg aus Rüben keine Spur.

Vielleicht hä te man der Stadt besser und

passenderweise den Zusatz „an der Leine“

Aber gut – es gibt einen Berg bei Neustadt –

den weithin sichtbaren, als „Kalimandscharo“

verniedlichten weißen Kali-Abraum bei

Wunstorf. Der ist mit ungefähr 140 Meter

Höhe wirklich schon fast ein Berg und wird

währen der Rundfahrt um das Steinhuder

Meer immer mal wieder leuchtend zu sehen

sein. Vielleicht leicht hat der Dichter Robert Gernhardt

(1937 – 2006) in seiner Trilogie „Hannover-Bremen.

Eine Winterreise“ reise“ (Fischer,

2008) ja ihn gemeint, als er sich während

einer Zugreise Gedanken über Mit-oderohne-Berg-Neustadt

machte:

41

ALTENHAGEN

45

STEINHUDER

MEER

BADEINSEL

Länge: 55,2 km

dass er jene Stadt verzwerge,

347

31535 Neustadt am Rübenberge

31535 Neustadt am Rübenberge

31

32

Schwierigkeit:

442

Kindertauglichkeit:

34

WUNSTORF

Anhängertauglichkeit:

Sehenswürdigkeiten:

441

442

344

ist. Wenn in einigen Jahren die letzten Genehmigungen

für den Torfabbau ablaufen,

3

6

Rauf auf den Sattel!

36 37

TOUR 8 NEUSTADT

TOUR 8

WEISSER

BERG

AM RÜBENBERGE

4

3

WILHELMSTEIN

1

POGGENHAGEN

2

V

on Bremen schne l mal ans Meer

– das geht, auch wenn es nicht

die Nordsee wird für diese Tour.

Wir brauchen mit der Bahn eine

knappe Stunde – nicht nach Nordwesten,

sondern nach Südosten. Wir fahren durch

Verden, überqueren die A ler, weiter durch

Eystrup und Nienburg, sehen Kiefernwälder,

Spargelfelder und Wiesenlandschaften,

Anfang: B a h n h o f N e u s t a d t / R b g e .

An der Eisenbahn

Ende: B a h n h o f N e u s t a d t / R b g e .

Ost-Seite

TOUR 8

„Aufsteigt da ein Hügel riesig,

134 Seiten

Eine Meerumrundung

Von Neustadt am Rübenberge geht es über Steinhude und

Mardorf fast ausschließlich durch naturgeschützte Landschaft

TOUR 19

geben so len – denn da stark mäandernde

Flüsschen dieses Namens bindet Neustadt

tatsächlich an seinen Verlauf.

die zu schaun ich nie erträumte

,Neustadt‘, sprich: ,Am Rübenberge‘“.

Aber wir suchen ja keine Berge, sondern

wo len ans Meer. Also raus aus dem Zug und

aus Neustadt. Gleich hinter dem Bahnhof

geht’s auf der alten Moorbahntrasse ganz

beschaulich durch ruhige Wohngebiete.

Nach den letzten Häusern beginnt die Moorlandschaft:

zur Linken birkendurchsetzter

Kiefernwald, zur Rechten ein großes Torfabbaugebiet,

das zum Toten Moor gehört: eine

2300 Hektar große Fläche Hochmoor, die

teilweise noch industrie l abgetorft wird, zu

großen Teilen aber schon Naturschutzgebiet

wi l die Region Hannover auch diesen Teil

renaturieren. Man könnte dann mit einer

Fläche von mehr als 3300 Hektar stolz auf

das größte Naturschutzgebiet in der Region

und das viertgrößte Niedersachsens sein.

Ungefähr sieben Kilometer fahren wir ent-

lang der Straße auf einem streckenweise

etwas holprigen Radweg durch die zweigeteilte

Landschaft, bevor es links ab geht

– richtig hinein ins Moor. Der Weg ist nicht

nur für Radfahrer da, weshalb man – wie übrigens

häufig auf der Meerumrundung – an

Sonn- und Feiertagen wirklich umsichtig

fahren muss. Wir haben an einem Werktag

freie Fahrt. Mehrere gut ausgebaute Bohlenwege

führen zu Aussichtspla tformen,

und man sollte lte sich die Zeit nehmen, zu-

82 83

TIPPS

1 Café Samocca

Menschen mit Behinderungen und Menschen

mit psychischen Erkrankungen

arbeiten mit. Das Café ist ein Standort

und Außenstelle le der Werkstatt t Arbeit &

Produktion. Ob Frühstück, Mi tag oder

Café, die Speisekarte ist vielfältig. Eine

Auszeit, hier im Herzen der Stadt, ist

empfehlenswert. Das Café verfügt über

eine eigene Rösterei, in der die angebotenen

Ka feesorten vor Ort geröstet

werden. Daneben bietet das Samo ca

eine kleine, feine Auswahl an Speisen

und Getränken, die sich vom üblichen

Angebot abhebt.

Veerßer Straße 2, 29525 Uelzen

9,80 €

Der Flu s schlängelt sich durch Wiesen

und Weideflächen, vorbei an Baumreihen,

Sümpfen, durch kleine Orte und

größere Städte. Die Ilmenau entsteht

südlich von Uelzen aus dem Zusammenflu

s der Gerdau und Stederau. Sie

mündet kurz vor Hamburg bei Hoopte in

die Elbe. Gut 100 Kilometer lang ist der

Fluss, s, der mit den Bächen Lebensraum

für zahlreiche schützenswerte Tier- und

Pflanzenarten bietet. Der Ilmenauradweg

mit 31 Natur-Informationspunkten

führt an ihm entlang.

In einem Abschni t von Uelzen bis Lüneburg

bietet die Ilmenau auch für Paddler

ein besonderes abwechslungsreiches

3 St.-Nicolai-Kirche, Holdenstedt

In der Nähe des Schlo ses liegt die

evangelisch-lutherische St.-Nicolai-Kirche.

Sie ist eine der ältesten Kirchen in

der Region und die früheste urkund-

liche Erwähnung liegt im Jahr 1266. Das

Kirchenschi f wurde 1690 an den erhal-

tenen gotischen Chor barock verbreitert

und neu angebaut. Dabei entstand der

wuchtige Westbau des Turms in romani-

schen Formen.

4 Suderburg

Der Ort hat rund 5000 Einwohner,

darunter viele Studenten. An der Ostfalia-Hochschule

für angewandte Wi senschaften

bieten sich eine Vielzahl von

Studienangeboten an. Von Angewandte

Informatik über Soziale Arbeit bis hin

zum Wasser- und Bodenmanagement

(Umweltingenieurwesen).

5 Hö seringen

Ein besonderer Tipp ist der Besuch der

alten Dorfschule, die auch bis 1975 als

Schule genutzt wurde. Jetzt ist es ein

kleines Café, in dem Erinnerungen an

die Schule früher geweckt werden. Nicht

nur das Café mit Bistro bietet ein to les

hausgemachtes Angebot. Hingucker ist

der Tante-Emma-Laden im anliegenden

zweiten Kla senzimmer. Mischung

von Waren mit Kindheitserinnerungen

(Liebesmarken, besondere Lo lies), aber

auch ein Angebot an Bio- und Regionalwaren

sind zu haben.

Nach der Stadtbesichtigung in Uelzen geht es

aufs Land. An der Strecke gibt es in Suderburg die

„Radfahrer-Kirche“ St. Remigius. Wer den weiten

Überblick sucht, findet ihn auf dem Au sichts-

turm bei Hö seringen, und wer sich für das Leben

seiner Vorfahren intere siert, wird im Museums-Museums

dorf vielfach fündig.

rüche des Waldes, dann und wann landwirtschaftliche

Motorgeräusche. Nach wenigen

Kilometern entdecke ich ein He renhaus,

das Schloss Holdenstedt, das seit 1985 als

Heimatmuseum und Veranstaltungsort von

verschiedenen kulture len Vereinigungen

genutzt wird. Weiter geht es, durch kleine

Dörfer mit alten Fachwerkbauernhäusern,

das Niedersachsenpferd auf dem Dach.

Schafgeblöke. Treckertuckern. Und wieder

Wald. Sogar Heide, die im Herbst sicherlich

mit ihrer leicht viole ten Farbe to le Farbkleckse

bildet.

Ich weiß, dass ein wenig abseits des Weges

noch Besonderes zu sehen ist. In dieser idyllischen

Landschaft liegt der 80000 Quadratmeter

große Hardausee. Ein Kleinod zum

Baden, Bootfahren, Angeln und am Strand in

der Sonne liegen. Der Kinderspielplatz so l

beliebter Tre fpunkt für die Kleinen sein.

Ich e reiche Suderburg. Am Ortsrand liegt

die St.-Remigius-Kirche mit ihrem fast 1000

Jahre alten ursprünglichen Wehrturm. Weiter

geht es Richtung Hösseringen. Nein, kein

Stopp im Dorf-Café. Noch nicht. Ein paar

Kilometer noch. Zwischen dem Dorf Räber

und Hösseringen ragt ein Aussichtsturm

aus dem Grün, der einen to len Blick in die

Landschaft erlaubt. In 32 Meter Höhe ist die

Aussichtspla tform.

Ich radle weiter nach Hösseringen und noch

ein schönes Stückchen weiter in den tiefen

Wald. Natürlich auf Sand. Mi ten im Wald

liegt am Landtagsplatz des ehemaligen Fürstentums

Lüneburg das Freilichtmuseum der

Lüneburger Heide. 1975 ist es als Museumsdorf

auf einer zwölf Hektar großen Fläche

entstanden: Dort sind 26 Gebäud e richtet

worden. Imponierend ist das Niederdeutsche

Ha lenhaus, der Brümmerhof. Darin

ist etwas über das ländliche Wohnen und

Arbeiten früherer Zeiten bis 1900 zu sehen

TOUR 19

und erfahren und davor ein wunderschöner,

üppig blühender Bauerngarten der Zeit um

1900 bis 1930. Aus dem Prospekt lese ich

über besondere Veranstaltungen, werde auf

die Dauerausste lungen zur Imkerei, Schafhaltung,

Schmiede, Spinnen und Weben verwiesen.

Doch mich zieht es ins schöne „Haus

am Landtagsplatz“.

Ich freue mich auf ein Stückchen frisch gebackener

Torte und habe die Qual der Wahl.

Ich genieße und lasse die bereichernden

letzten Stunden Revue passieren. Schön

war’s. Diese Tour und die folgenden drei

lassen sich gut hintereinander kombinieren!

Ute Bautsch

Das Magazin des

WESER-KURIER

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und die Region – getestet und empfohlen

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AUS DEN VEREINEN

Weltmeistertitel im Duathlon

Bremen 1860 würdigt sportliche Höchstleistungen und langjährige Mitglieder

Titelträger aus 2018 und langjährige Mitglieder hat das Präsidium von Bremen

1860 in seiner Ehrungsmatinee gewürdigt. Dabei hatte das Präsidium

mehr zu tun als noch ein Jahr zuvor, denn einige Sparten, wie zum Beispiel

Judo und Basketball, haben nach einer längeren Phase der Titellosigkeit

mal wieder gepunktet. Andere, etwa die Rhythmische Sportgymnastik,

die Turner und die Roll- und Eiskunstläufer, konnten erneut gute Leistungen

abrufen und waren wieder mit dabei. Heraus stach Bernd Rennies mit

seinem Weltmeistertitel im Duathlon. Neben Bernd Rennies ist auch Jörg

Oswald einer, der im gestandenen Altern noch nach Höherem strebt. Der

Leichtathlet hat den Triathlon für sich entdeckt und ist bei seinem ersten

Wettkampf gleich Landesmeister in der Altersklasse M55 geworden.

Voll wurde es, als die Rhythmischen Sportgymnastinnen auf die Bühne

kamen: Wie jedes Jahr füllt die Liste der Erfolge mehrere Seiten im Ehrungsbuch.

Eine stach allerdings heraus: Mit ihrer WM-Teilnahme in Sofia

quasi in letzter Minute schuf sich Julia Stavickaja selbst unvergessliche

Momente und wurde dafür vom Präsidium besonders hervorgehoben.

Bei den Jubilaren hob Moderator Axel Pusitzky besonders Ehrenmitglied

Hartmut Schabacker hervor. Seit 70 Jahren setzt sich der Jubilar

schon für den Verein ein, war ein zuverlässiger Partner der Turnsparte und

sorgte mit dafür, dass Horst Neumann als Kunstturntrainer 1976 nach

Bremen kam. Als eines von vier Geschwistern kam auch Inge Schmidt

vor 70 Jahren zu Bremen 1860. Ganze 60 Jahre hält Adelheid Middendorff

schon 1860 die Treue.

Nach dem offiziellen Teil frönten die geehrten Mitglieder einer anderen

Leidenschaft: dem Klönen, dem Austausch und dem Sich-Kennenlernen.

Ganz so wie es sich für einen Sportverein gehört.

Tischtennis

Justin Gomez neuer Landesmeister

48

Bei den diesjährigen Bremer Landesmeisterschaften im Fachverband

Tischtennis Bremen e. V. (FTTB) setzte sich Justin Gomez vom ATSV Habenhausen

in einem spannenden Finale gegen Timo Hillebrand (TuRa

Bremen) mit 4:2 Sätzen durch. Als Bremer Landesmeister hat er sich damit

für die Norddeutschen Meisterschaften qualifiziert.

24 Teilnehmer aus elf Bremer Vereinen lieferten sich in der Sporthalle

Hohweg des TV Bremen-Walle 1875 e.V. interessante, teilweise sogar dramatische

Spiele mit vielen hochklassigen Ballwechseln. Es wurde über vier

Gewinnsätze gespielt, zunächst in sechs Gruppen.

Besonders die Halbfinal-Partien gestalteten sich hochdramatisch,

beide gingen über sieben spannende Sätze. Und beide endeten mit einem

unerwarteten Sieger. Timo Hillebrand (TuRa Bremen) konnte sich gegen

Rene Reißig (Neurönnebecker TV) durchsetzen und Justin Gomez gewann

gegen Stefan Dörr-Kling (SV Werder Bremen). In einem erbitterten

Schlagabtausch erkämpfte sich der spätere Landesmeister mit 12:10 Punkten

im siebten Satz den Einzug ins Finale.


Radball

Wahlen beim RV Schorf-Oberneuland

Bei der Jahreshauptversammlung des Radballvereins RV Schorf-Oberneuland

standen Wahlen auf der Tagesordnung. Die Aufgaben des langjährigen

Vorsitzenden Wilfried Gerken übernimmt der bisherige Sportwart

Thomas Weßel. In ihren Ämtern bestätigt wurden Jens Schwarzkopf

(2. Vorsitzender), Thorsten Schomaker (Schriftführer und Schatzmeister)

und Gerätewart Sven Lackmann.

Wilfried Gerken war seit 1965 im Vorstand des Vereins tätig. 44 Jahre

lang war er Chef des Bremer Radballvereins. In den letzten 15 Jahren fand

er tatkräftige Unterstützung durch seine Ehefrau Christa, die die Finanzen

des Vereins betreute, in diesem Jahr aber ebenfalls nicht mehr kandidierte.

Mit der Ernennung Wilfried Gerkens zum Ehrenmitglied bedanke sich der

Verein bei seinem scheidenden Vorsitzenden.

„Ich werde dem Verein weiterhin treu bleiben. Mein Herz hängt

sehr am Radball in Oberneuland. Das operative Geschäft werden jetzt

andere übernehmen“, sagte Gerken. Der scheidende Vorsitzende ist seit

60 Jahren Mitglied im Bremer Radsport Verband, davon 50 Jahre im

Vorstand.


AUS DEN VEREINEN

Jugendliche mit Topleistung

Findorffer Schnellschachturnier

Jung jagt alt. So lässt sich das Ergebnis des traditionellen Schnelldenker-Turniers

der Findorffer Schachfreunde zusammenfassen, bei dem

75 Spieler im ehemaligen Kellogg’s-Verwaltungsgebäude in der Bremer

Überseestadt antraten. Am Ende langte es für die beiden etablierten Favoriten

zum Titelgewinn, aber die Meister von morgen waren ihnen dicht

auf den Fersen.

Nur 15 Minuten Bedenkzeit hatten die Spieler zu Beginn jeder der

neun Partien auf der Uhr. Hinzu kamen drei Sekunden Bonus für jeden

Zug. Erwartungsgemäß verteidigte der russische Schachgroßmeister Vladimir

Epishin vom Schachverein Lingen mit acht Punkten aus den neun

Partien seinen Titel als Gesamtsieger. Da zugleich die „Offene Bremer

Schnellschach-Einzelmeisterschaft“ ausgetragen wird, erhielt auch der

beste Spieler des Landesschachbundes Bremen einen Titel. Und so wurde

der Internationale Meister Tobias Jugelt von den Schachfreunden Lilienthal

Bremer Schnellschachmeister 2019.

Für Aufsehen sorgten der erst 14-jährige Collin Colbow und der 2003

geborene Nikolas Wachinger (beide Werder Bremen). Sie belegten mit je

6,5 Zählern nicht nur die Plätze vier und fünf, sondern sie waren auch die

einzigen Spieler, die Großmeister Epishin Paroli bieten konnten.

Weichen gestellt

Jahreshauptversammlung beim

Bremer Karate Verband

Der Bremer Karate Verband e. V. (BKV) hat die Weichen für die kommenden

vier Jahre gestellt: Die Mitgliederversammlung hat das bisherige Präsidium

im Amt bestätigt. Wechsel gab es in einigen Fachressorts, Präsident

Reiner Zimbalski bleibt mit 26 Amtsjahren dienstältester Präsident

eines Karate-Landesverbandes in Deutschland.

„Wir haben eine gute Mannschaft und sind solide aufgestellt“, sagt

Reiner Zimbalski. Mit dem bewährten Präsidium (Schatzmeister Horst

Kaireit und Sportdirektor Tobias Nickel) sowie den erfahrenen und neuen

Vorstandsmitgliedern wolle er mit dem Verband sowohl nach innen

als auch nach außen weiterhin für das Karate in seiner ganzen Bandbreite

arbeiten.

Auf den BKV kommen wichtige Aufgaben zu: Nach dem Karate-Auftritt

bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio konzentriert sich die Verbandsarbeit

auf die erfolgreiche Nachwuchsausbildung – aktuell stellt der

BKV speziell im Bereich Schüler, Jugend, Junioren mehrere deutsche Meister

– als auch auf den Breitensport. Mit dem ATSV Buntentor (Shokado

Bremen) und dem TV Lehe Bremerhaven konnte der BKV zuletzt gleich

zwei neue Mitgliedsvereine aufnehmen.

49


FITNESSTIPP

Foto: Fotolia

Fitnesstipp: Warum Joggen so gesund ist

„Wer sich stets zu viel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner Schonung.“

Dieser Satz von Friedrich Nietsche hat an Aktualität nichts verloren. Keine Lust mehr auf der

Couch herum zu liegen und eine ruhige Kugel zu schieben? Stattdessen etwas für die eigene

Fitness und Gesundheit tun? Okay, dann gilt es den inneren Schweinhund zu überwinden

und Joggen zu gehen! Wir erklären warum Bewegung für den Körper elementar ist. Besonders

wichtig ist der erste Schritt, nämlich der Schritt vor die Tür. Wie langsam die Schritte

dabei sind, spielt keine Rolle.

50

Drei Tipps für das Lauftraining:

1. Individualität beachten

Jeder Körper ist individuell und nimmt Belastungen unterschiedlich wahr.

Deshalb gilt es auf seinen Körper zu hören und selbst zu entscheiden,

welcher Beanspruchung er ausgesetzt ist. Manchmal reicht regelmäßiges

Spazieren im fortgeschrittenen Alter aus. Nordic Walking ist oft eine gute

Alternative bei Gelenkschmerzen. Intervallläufe eignen sich auch für Einsteiger.

Es geht darum, den eigenen Körper kennenzulernen und eine individuelle

Belastung auszuwählen!

2. Abwechslung

Neue Strecken bringen Abwechslung in den Laufalltag. Das Entdecken

neuer Orte sowie das Setzten abwechslungsreicher Ziele erhöht den Spaßfaktor.

3. Laufbuddy

Um motiviert zu bleiben, sollte man sich Personen suchen, die mit einem

spazieren, walken oder joggen gehen. So pflegt man gleichzeitig soziale

Kontakte und bleibt aktiv.

Interessante Fakten zum Thema Joggen:

XX

regelmäßige Laufeinheiten sind gut fürs Immunsystem. Gerade das

Joggen bei kühleren Temperaturen trägt dazu bei, dass sich die Antikörper

im Blut vermehren und so vor Infekten schützen.

XX

regelmäßiges Lauftraining regt den Stoffwechsel an und fördert das

Muskelwachstum. Muskelwachstum führt langfristig zu einer Körperfettreduktion.

Parallel zur Muskelmasse nimmt auch die Knochenfestigkeit

zu. Die Osteoporose-Gefahr wird dadurch reduziert.

XX

die Herzfunktion wird durchs Laufen ebenfalls positiv beeinflusst. Der

Ruhepuls nimmt ab, das Herz arbeitet ökonomischer. Regelmäßiger

Ausdauersport weitet die Gefäße und beugt so Bluthochdruck und Arteriosklerose

vor.

Sind Sie auf den Geschmack gekommen und suchen nach geeigneten Laufangeboten

in Ihrer Nachbarschaft? Kein Problem. In vielen Bremer und Bremerhavener

Sportvereinen gibt es eigene Lauf- oder Walkinggruppen – auch für

Anfänger.


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