Marakesch_05-2019

gerhard.hochl

MARRAKESCH

05.05. - 08.05.2019

© Bilder Zeno Lampel Layout gerhard.hochl@gmx.at

1


Hinreise: OS899 Wien 09:50 Marakesch 12:05 Rückreise: OS900 Marakesch 12:55 Wien 19:00

Marrakesch

Nach der pünktlichen Landung und der

etwas umfangreichen Einreiseprozedur

ging es mit dem Taxi um € 20 für 4 Personen

vom Flughafen zum Hotel.

Nach dem Einchecken stürzten wir uns

sofort in das belebte Zentrum. Das Taxi

kostete 50 Dirham (€ 5,-).

Marrakesch ist ein jahrhundertealter

Handelsposten mit einem orientalischen

Flair. Hinter den rosafarbenen Festungsmauern

drängen sich die Touristen, aber

auch die einheimischen Bewohner feilschen

und handeln bei den Verkäufern,

die in unüberschaubarer Anzahl kleinste

Läden betreiben.

Die Medina lockt mit malerischen Gassen

und dem Labyrinth der Souks.

Im Zentrum der ummauerten mittelalterlichen

Medina liegt der Jemaa el-Fna.

Ein Platz den man erleben muss. .

Auf dem großen Platz bieten Schlangenbeschwörer,

Musikanten, dressierte

Äffchen und Fruchtsaftstände ein faszinierendes

buntes Bild. Abends werden

Freiluftküchen aufgebaut, deren Speisen

aber eher für die Mägen der Marrokaner

verträglich ist.

Südlich des Jemaa el-Fna liegt die an

Palästen und Grabstätten reiche Kasbah.

Rund um den Platz kann man in

den Souks angefangen von Teppichen

über Gewürze und Heilkräuter bis zu

Lampen und Süßigkeiten alles erstehen.

Wir erlebten den Duft von unzähligen

Gewürzen und kosteten köstliche Datteln

und Früchte in den traditionellen Souks.

Von den farbenprächtigen Mosaiken im

maurischen Stil an den vielen kleinen

Moscheen waren wir beeindruckt. Kleine

Oasen des Friedens, liegen versteckt

in den unscheinbaren Gassen der Medina.

Ein Besuch der verwinkelten Altstadt,

in der sich prächtige Paläste und

Moscheen verbergen, ist zu wenig, um

alle Eindrücke zu speichern.

Die Stadt Marrakesch, auch unter den

Namen „Rote Stadt“ bzw. „Perle des Südens“

bekannt, liegt im Landesinneren

des Königreichs Marokko, nördlich des

Atlasgebirges. Sie gehört mit Meknès,

Fès und Rabat zu den vier sogenannten

Königsstädten. Marrakesch wurde

bereits im Jahr 1070 gegründet und hat

heute ca. 1 Million Einwohner.

Die Amtssprache Marokkos ist Arabisch

und bedingt durch die frühere Kolonialzeit

spricht ein Großteil der Bevölkerung

auch noch französisch.

In ganz Marokko gilt wie in Großbritannien

die Greenwich Mean Time (GMT). Da

an unserem Ankunftstag der Ramadan,

die Fastenzeit der Muslime begann, änderte

sich die Zeit nochmals um eine

Stunde. Wir mussten unsere Uhr um

2 Stunden zurückstellen. Von März bis

Oktober gilt die Sommerzeit.

Die marokkanische Währung heißt Dirham

(DH). 1 Euro entspricht dabei grob

gerechnet 10 Dirham. In Marrakesch

gibt es Banken und Bankautomaten sowie

auch Wechselstuben, so dass man

vor Ort problemlos an Bargeld kommt.

Wir konnten überall mit der Bankomatkarte

oder Euro bezahlen.

Für die Einreise benötigten wir einen

Reisepass, der mindestens sechs Monate

gültig war. Mit dem am Flughafen

bei der Einreise von uns ausgefüllten

Antrag für ein Touristenvisum war die

Passkontrolle zwar zeitaufwendig aber

im Großen und Ganzen problemlos.

Während gerade auf dem Land vielfach

noch der traditionelle Kleidungsstil vorherrscht,

kleiden sich in den marokkani-

2 3


Fantastische Gerüche umgaben uns und die freundlichen

Händler erklärten jedes Gewürz, wie z.B. den

Sternanis (oben). Die getrockneten Köpfe der Fenchel

Blume werden als Zahnstocher verwendet.

schen Städten viele Bewohner westlich,

Frauen sind hier längst nicht mehr alle

verschleiert. Die Damenmode hat eine

interessante orientalische Richtung.

.

Generell ist Marokko ein gastfreundliches

Land. Wir wurden von einem

Gewürzhändler gleich zu einem Glas

Pfefferminztee eingeladen. Der geschäftliche

Hintergedanke war natürlich,

dass wir etwas kaufen.

Das Trinkgeld in den Lokalen ist in

Marokko nicht im Preis inbegriffen. Als

Faustregel gelten 10 Prozent.

Marrakesch war voller interessanter

Motive, die jeden Fotografen verlocken.

Wir wurden mehrmals darauf aufmerksam

gemacht, dass das Fotografieren

von offiziellen Gebäuden sowie militärischen

Einrichtungen, Polizisten und

Soldaten streng verboten ist.

Der Ramadan 2019 begann in Marokko

am 05.05. und dauert ein Monat. Es

ist der Fastenmonat, eine der Pflichten

des Islams und hat einen sehr hohen

Stellenwert im islamischen Glauben.

Die fünf Säulen gehören zu den Hauptpflichten

der Muslime. Neben dem Ramadan

sind das die fünfmaligen Gebete

am Tag, die Wallfahrt nach Mekka, die

Bezeugung der Einheit Gottes und der

Prophetenschaft Muhammads und die

Almosenpflicht (Zakat).

Das Fasten im Ramadan unterliegt

strengen Regeln. Neben der Vorgabe,

von der Morgendämmerung bis zum

Sonnenuntergang nichts zu essen, zu

trinken und nicht zu rauchen, gibt es

zahlreiche weitere Vorschriften, die einzuhalten

sind. Außerdem sind Muslime

dazu angehalten, sich während des Ramadans

auch den anderen vier Säulen

des Islams zu widmen, insbesondere

dem Lesen des Korans.

Während des Ramadans wird das Fasten

gebrochen und zwar täglich nach

Sonnenuntergang. Es ist also nicht so,

dass die Muslime im Ramadan überhaupt

nicht essen, sondern eben nur

nicht zwischen Morgendämmerung und

Sonnenuntergang.

Bei den Freiluftküchen herrschte nach

Sonnenuntergang ein großer Andrang.

Als „Startschuss“ drang der mit Lautsprechern

verstärkte Gebetsruf des

4 5


Muezzin genau zu dieser Zeit von den

Minaretten. Für unsere Ohren klang

dieser Ruf, es ist der vierte am Tag, am

lautesten und etwas wehklagend. Offensichtlich

hatte auch der Muezzin schon

Hunger und Durst.

Grundsätzlich gilt, dass Personen nicht

muslimischen Glaubens von den Geboten

des Ramadans ausgenommen sind.

In den Hotelrestaurants gab es keine

Einschränkungen. Einige Museen, Läden

und Banken schlossen etwas früher.

Der Palast el-Badi war geschlossen.

Der größte Ramadan-Feiertag war der

Dienstag, also der dritte Tag nach Beginn.

An diesem Tag waren viele Geschäfte

und Sehenswürdigkeiten den

ganzen Tag geschlossen. Einzig der

Jardin Majorelle war geöffnet, aber da

stellten sich hunderte Touristen an.

Das vorherrschende Transportmittel ist

das Taxi. Es gibt dermaßen viele davon,

dass der Fahrpreis eigentlich nicht kostendeckend

sein kann. Einheimische

zahlen nur einige Dirham für die Fahrt.

Bei Touristen wird schon etwas mehr

verlangt, aber handeln ist üblich und da

ergeben sich meist 50 DH, das sind 5

Euro für eine Fahrt vom Hotel bis in die

Medina (Innenstadt).

Kutscher mit ihren sehr schönen Gefährten

sprachen uns für Rundfahrten

an. Für eine einstündige Fahrt mit 4

Fahrgästen bezahlten wir 300 DH.

In den engen Gasse der Suqs erledigen

Eselskarren und Handwagen die Zustellung

zu den Händlern.

Dreirädrige Motorräder werden für alle

Transporte verwendet, die nicht per

Hand oder Esel gemacht werden können.

Verkehrsvorschriften wie Ladungssicherung

oder Helmpflicht gibt es nicht.

Mopeds und Fahrräder sind lästig, wenn

sie sich durch die engen Gassen der

Altstadt zwängen. Aber wie schon erwähnt,

die Polizei bewacht die offiziellen

Gebäude und ist auch auf öffentlichen

Plätzen präsent. Der Zweirad-Verkehr in

der Medina fließt unkontrolliert.

Bei längeren Aufenthalt wird in den Reiseführern

ein Mietwagen empfohlen.

Auf Grund unserer Erfahrung mit der

Verkehrssituation würde ich davon eher

abraten.

6 7


Der Künstler André Heller hat mit dem

Garten Anima eine wunderschöne

Rückkehr des Paradieses geschaffen.

Zwei Tage nach unserem Bundespräsidenten

stand der Besuch auf unserem

Programm. Die Eintrittskarten buchten

wir schon zu Hause über das Internet.

Eintrittspreis: 120 Dirham = 12 €

Es gibt 4x täglich einen kostenlosen

Shuttleservice für die 27km lange Strecke

von Marrakesch vom Parking La

Koutoubia (hinter der Koutoubia-Moschee)

zum Anima Garten.

Anima, der Garten

des André Heller

Den Garten betraten wir durch eine

schwere Holztür und dann befanden wir

uns in einer anderen Welt. Von der ersten

Weggabelung an waren wir verzaubert

und gefangen von diesem Reich

voller Überraschungen.

An jeder Ecke, jeder Biegung gab es

neue Eindrücke und es eröffneten sich

neue Perspektiven. Große und kleine

Skulpturen, Keramikteller, Figuren, bunt

bemalte Kegel und ein Berberzelt auf

einem Hügel.

früher. Und es ist so nachhaltig, wie es

nur sein kann. Damit der Zauber nicht

verfliegt, sollen in Zukunft nicht mehr

als 500 Besucher pro Stunde zugelassen

werden. An unserem Besuchstag

gab es vielleicht 100 Besucher den ganzen

Tag.

Aus einem Pressebericht:

ANIMA wurde bereits kurz nach seiner

Eröffnung im April 2016 als einer der

schönsten und fantasievollsten Gärten

der Welt beschrieben. Die drei Hektar

große, opulente, botanische Inszenierung

des Universalkünstlers André Heller

ist ein magischer Ort der Sinnlichkeit,

des Staunens, der Kontemplation,

der Freude, der Heilung und der Inspiration

für Menschen jeden Alters, die

Unvergessliches erleben wollen.

Im November 1972 hatte Heller die erste

Begegnung mit Marokko. Bald wieder

abzureisen erschien ihm beinahe wie

die Übertretung eines kosmischen Verbotsgesetzes

und so sagte er alle seine

Verpflichtungen (unter anderem eine

Konzerttournee in Europa) ab und blieb

statt drei Wochen viereinhalb Monate.

Die innige Verbindung war hergestellt.

Marrakesch ab/Anima an:

André Heller wurde 1947 in Wien geboren.

Er zählt zu den erfolgreichsneuerung

von Zirkus und Varieté. 1995

Show Afrika Afrika ebenso wie die Er-

09:30/10:10 • 11:30/12:10,

14:30/15:10,

Dieses Projekt ernährt rund 1.000 Leute.

Es braucht nicht mehr Wasser als

Seine Verwirklichungen umfassen zum 100-jährigen Firmenjubiläum von

ten Multimediakünstlern der Welt. erschuf er die Swarovski Kristallwelten

Anima ab/Marrakesch an:

10:15/11:00 • 12:15/13:00 •

die landwirtschaftlichen Betriebe von Wir 4 können das nur bestätigen.

Gartenkunstwerke, Wunderkammern,

unzählige Bücher und CDs, die in der Lombardei und ist viel auf Reisen.

Swarovski. Er lebt in Wien, in Marokko,

15:15/16:00 • 17:15/18:00

8 9


Das Projekt trägt dazu bei, die Emigration

nach Europa zwar nicht zu stoppen,

aber einzudämmen, weil es den Menschen

sinnvolle Arbeit gibt. Während

der Entstehung arbeiteten hier über 300

Gärtner, Bauarbeiter, Handwerker, vorwiegend

Berber aus den umliegenden

Dörfern. Derzeit sind es immerhin noch

mehr als dreißig, dazu kommen Lieferanten,

Handwerker, Busfahrer usw. Ihr

Monatseinkommen liegt zwischen dreihundert

und sechshundert Euro, weit

über dem Durchschnittsgehalt.

André Heller hat 2010 diese ehemalige,

acht Hektar große Rosenfarm erworben.

Ein ausgedörrtes, durch Überdüngung

totes Stück Land. Da war nichts,

keine Pflanze, nicht einmal ein Grashalm.

Nur rote Erde, aber es gab einen

wunderbaren Blick auf das Atlasgebirge.

Er ließ den trockenen Lehmboden

austauschen und brachte innerhalb von

sechs Jahren eine anmutige Gartenschönheit

zum Erblühen. Konkrete Zahlen

und Kosten wurden nicht veröffentlicht,

aber es ist nicht schwer zu raten,

dass das eine Menge gekostet hat. Es

ist bekannt, dass Heller für sein neues

Gartenreich einen Großteil seiner wertvollen

Kunstsammlung, das Haus und

den dazugehörigen, ebenfalls öffentlich

zugänglichen Garten in Gardone am

Gardasee verkauft hatte.

Dreißig 25 Meter hohe Palmen wurden

auf Tiefladern quer durchs Land, über

Schotterwege und enge Passstraßen

des Atlasgebirges hierher gebracht.

Alte windschiefe Olivenbäume wurden

verpflanzt, gepeinigte, im Absterben

begriffene Kakteen aus den Hinterhöfen

von Abbruchhäusern wurden in eigens

angefertigten Käfigen behutsam

übersiedelt. Mit unzähligen Pflanzen

von Palmen, Efeu, Olivenbäumen und

Strelizien, aus Euphorbien, Rosmarin

und Rosen, Bambus und Araukarien,

aus Drachenbäumen, Bananenstauden,

Orangenbäumchen und Lavendel

wurde eine unvergleichliche Symphonie

aus Gerüchen, Farben und Formen

kombiniert.

10 11


Das Gelände im Jahr 2010

Mit verschwenderischer Fantasie streute

er Skulpturen wie Köpfe, Stelen, Totems,

Wächter, Tiere, Fabelwesen aus Draht

und Blech und Stahl und Holz, hinter und

unter und zwischen die Pflanzen. Heller

ersann den „Vater aller afrikanischen Köpfe“,

ein riesiges, mit Blumen bekränztes

Haupt aus Mosaik und nebeligen Atem. Er

pflanzte „Rodins den Denker“ in den von

Rosmarin umrandeten Rosengarten und

stellte dahinter eine Art Arche Noah auf.

Weder neben den Pflanzen noch neben

der Kunst gibt es Hinweisschilder, nur wer

mit dem Herzen sieht, sieht gut.

Es wurde hier ein Mikroklima geschaffen

und nach Pflanzen gesucht, die möglichst

wenig Wasser brauchen. Strategisch liegt

das Gebiet gut zwischen Atlas und Marrakesch.

Mit dem Schnee vom Atlasgebirge

im Winter kommen die Gärtner über den

heißen Sommer. Die Wasserzuteilung ist

außerdem streng geregelt, landwirtschaftlichen

Betrieben wird ein bestimmtes Kontingent

zugeteilt. Für Anima durften drei

achtzig Meter tiefe Brunnen gegraben

werden. In Seitentunneln, die in sechzig

Meter Tiefe angelegt wurden, wird das Sickerwasser

gesammelt.

Kleines Museum

In seinem Buch schreibt Heller: „Mein

Plan war nicht, einem verwöhnten Europäer

in einem Märchenambiente einen

Luxuswohnsitz zu bauen, sondern

Arbeitsplätze und einen Ort der Erholung

und der Kühle zu schaffen. Die

Menschen werden herkommen, um im

Schatten zu sitzen, die Ausstrahlung auf

sich einwirken lassen und wieder klare

Gedanken fassen.

Betriebswirtschaftlich gesehen, werden

gerade die laufenden Kosten durch die

Einnahmen beim Eintritt und im Café

ausgeglichen werden. Eine Investitionsrückzahlung

erfolgt zur Zeit sicher nicht.

12 13


Die Ernte der Safranblüten erfolgt frühmorgens.

Anschließend zupfen die Berberfrauen

die 3 Safranfäden aus den

Blüten.

Jeden Tag muss das ganze Feld abgeerntet

sein, weil während der Nacht

wieder neue Blüten erscheinen. Danach

erfolgt die Trocknung der Safranfäden in

einem Dörrgerät (40° C ca. 30 Minuten).

Um ein einziges Gramm Safran zu ernten,

dauert es ca. 3 ½ Stunden. Für 1

kg Safran werden rund 150.000 bis

200.000 Blüten benötigt.

Der robuste Safran gedeiht in Höhenlagen

von 650 bis 1200 m und erträgt

Temperaturen von -20° C bis +50° C.

Christine Ferrari, eine Schweizerin

begrüßte uns mit folgenden Worten:

„Herzlich Willkommen in unserem

Paradies. Entdecken sie unseren

botanischen BIO-Garten. Safran,

Heilkräuter, Zitrusund

exotische

Fruchtbäume.

Lassen sie Ihre

Seele baumeln,

erholen sie sich

in unseren lauschigen

Terrassen

und bewundern

sie die fantastische

Sicht auf das Atlasgebirge.

Erleben

sie am Schluss Ihres

Rundganges unseren

beliebten Barfußweg

mit den Kräuterbädern

und verwöhnen sie Ihre

Füße mit feinstem Arganöl.

Gerne servieren

wir Ihnen unseren aromatischen

10-Kräuter-BIO-Tee mit Safran veredelt

- lassen sie sich überraschen!“

„Schön, dass sie bei uns sind. Mein

Team und ich wünschen Ihnen viel

Vergnügen und unvergessliche Momente

auf der Entdeckungsreise

durch unser Gartenparadies.“

„Auf 2 Hektar sind rund

sechs Tonnen Safran-Knollen

(ca. 600‘000) gepflanzt.

Die Pflanzung erfolgte

von Hand mit Hilfe von

20 Männern während einer

Woche. Die Knollen

bleiben während mehrerer

Jahre an Ort und

Stelle und werden

bei Bedarf ersetzt.“

„Die Blüte und anschließende

Ernte

des Safrans erfolgt

überall auf

der Welt im Herbst,

genauer gesagt im November

während 3-4 Wochen. Das heißt, ein

halbes Jahr zeitverschoben zu den

Krokussen in Europa „

Eine gute Safran-Qualität muss immer

lichtgeschützt gelagert sein. Licht schadet

Safran in Bezug auf Farbe und Geschmack.

Da Safran das teuerste Gewürz der

Welt ist, findet man oft Fälschungen.

Wenn man einen Safran-Faden in wenig

kaltes Wasser gibt, muss der Faden

auf der Wasseroberfläche schwimmen

und es dauert ca. 30 Minuten, bis das

Wasser eine gelbe Farbe annimmt. Das

Wasser muss transparent bleiben.

Ein gefälschter Safran-Faden hingegen

sinkt sofort zu Boden und das Wasser

verfärbt sich gelb, orange, rot oder rosarot

und das Wasser wird trübe. Ein Safran-Faden

zwischen feuchten Fingern

zerreiben, das ergibt eine gelbe und

niemals eine rote Farbe

Auch hier war unser Bundespräsident

mit einer 15-köpfigen Delegation

2 Tage vor uns zu Besuch.

14 15


Wasser ist auch auf

der Safran-Farm von

essentieller Bedeutung.

Auch hier wird die

Versorgung mit dem lebensnotwendigen

Nass

durch die Schneefelder

des Atlasgebirges

auf zwei Arten sichergestellt.

Erstens fließt

unweit ein künstliches

Bächlein und zweitens

reicht ein über 30m

tiefer Brunnen bis zum

Grundwasser.

Das Essen wurde von

Berberfrauen zubereitet

und serviert. Frau

Ferrari erklärte jeden

Gang und die Speisen

schmeckten hervorragend.

Der 10-Kräuter-

BIO-Tee mit Safran veredelt

war ein würdiger

Abschluss.

Die Koutoubia-Moschee – übersetzt

„Moschee der Buchhändler“

– ist das Wahrzeichen vom

Marrakesch und liegt außerhalb

der Medina. Sie wurde im Jahr

1162 erbaut und gehört zu den

ältesten Moscheen Marokkos.

Anders als die meisten Moscheen wurde die Koutoubia-Moschee

aus Stampflehm errichtet und steht frei da, umgeben

von Palmengärten und kleinen Plätzen.

Das beeindruckende, aus Sandstein erbaute Minarett wirkt

mit seinen 77 Metern Höhe wie ein Monolith – jeden Abend

wird es beleuchtet und strahlt über die Stadtgrenze Marrakeschs

hinaus bis in 30 km Entfernung.

Nach der Eroberung von Marrakesch im Jahre 1147 begann

Abd al-Mu‘min, erster Kalif der Almohaden, den Bau der ersten

Moschee. Der Bau wurde kurz nach seiner Fertigstellung,

angeblich wegen einer fehlerhaften Ausrichtung der Qibla-

Wand, im Jahr 1157 durch den heutigen ersetzt. Die alten

Grundpfeiler sind noch immer sichtbar. In einer Moschee zeigt

die Gebetsnische (Mihrab) in der Rückwand („Qibla-Wand“)

an, wohin sich die Gläubigen beim Gebet zu wenden haben.

Seit dem Jahr 2016 wird auf dem Dach der Moschee eine

Fotovoltaik-Anlage betrieben. Sie ist ein Zeichen, dass in Marokko

ein gemäßigter Islam praktiziert wird.

16 17


Am Abend, als Tausende von Menschen

unterwegs waren, herrschte dort eine

unglaubliche Atmosphäre. Der Platz sah

dann wie ein buntes Lichtermeer aus. An

jeder Ecke erklang Trommelmusik und

von den zahlreichen Essensständen, an

denen Schnecken, Kebabs und ganze

Hammelköpfe über dem Feuer rösteten,

stiegen dicke Nebelschwaden auf.

Mittwoch der letzte Tag

Tipp: Nach dem Bummeln unbedingt

noch eines der umliegenden Cafés aufsuchen

und von der Dachterrasse bei

einem Getränk den Blick über dieses unglaubliche

Spektakel genießen.

Marrakesch ist zwar mittlerweile

eine Millionenstadt, die meisten

interessanten touristischen

Sehenswürdigkeiten von Marrakesch

befinden sich jedoch in der

Altstadt, der Medina. Sie liegen

meist nicht weit voneinander entfernt

und können auch gut zu Fuß

besucht werden.

Gassen und bunten Plätzen eintauchten.

Der Djemaa el Fna liegt mitten

in der Medina und ist am Tag wie

in der Nacht ein Ort, den man

so schnell nicht vergessen wird.

Hier wird die Atmosphäre des

Märchens aus Tausendundeiner

Nacht lebendig.

Der Schienenverkehr in Marokko

wird vom staatlichen Office

National des Chemins de

Fer (ONCF) betrieben. Marokko

ist auf dem afrikanischen

Kontinent neben Südafrika,

Ägypten und Algerien eines

der wenigen Länder mit einem

entwickelten Eisenbahnnetz.

Das typische Flair der Stadt mit

ihrem bunten Treiben und vielen Achtung: Landsleute von uns wurden

Läden erlebten wir am intensivsten,

beim Abendessen an einer

wenn wir uns dabei Zeit ließen

der Garküchen abgezockt. Erst

und in das Gewirr aus engen die Polizei schlichtete den Streit.

18 19


Viele Brunnen in der Stadt beweisen die gute Wasserversorgung.

Das Handeln und Feilschen

um Waren ist ein

typischer Bestandteil

der marokkanischen

Kultur. Für Mitteleuropäer,

die in der Regel nur

einen festen Preis von

Waren kennen, ist das

Verhandeln anfangs gewöhnungsbedürftig.

Die Frage nach einem Preis wird einzulassen, indem Sie ein Gegenangebot

ein Händler immer mit einem Vielfachen

machen, das auf jeden Fall

des tatsächlichen Werts beantworten.

unter dem Preis liegt, den Sie zu

Hier gilt es ruhig Blut zu zahlen bereit sind – bis sich beide

20

bewahren und sich auf die Prozedur Seiten einig sind.

21


Marrakech ist von einer 19 km langen

Stadtmauer umgeben, in der sich 20

Stadttore befinden. Jedes Tor trägt den

Namen des angrenzenden Viertels oder

des Wochentages, an dem dort der

Markt stattfindet.

Das Stadttor Bab Agnaou, im Süden der

Medina, liegt gegenüber dem Königspalast

und beherbergt viele Störche.

Das **** Hotel Opera Plaza ist im Zentrum der Neustadt gelegen. Die Poolanlage

ist großzügig dimensioniert und die Freundlichkeit und Kompetenz des Personals

ist hervorzuheben. Am Mittwoch Abend gab es ein wunderbares Buffet

mit marokkanischen und internationalen Köstlichkeiten. Besonders bemüht war

der Concierge, der vor allen Damen den Hof machte.

Vormittags wirkt der Djemaa el Fna im Vergleich zur

Nacht fast ausgestorben. Wir bestiegen noch einmal

die Terrasse im 2.Stock unseres Stammlokals um einen

bildlichen Vergleich zu ziehen.

Die Stände für Speisen werden erst am Abend aufgebaut

und das nicht nur während der Ramadan Zeit.

Im Arabischen heißt Djemaa el Fna etwa Versammlung

der Toten. Dieser Name rührt daher, dass die

Sultane zur Zeit der Almohaden den Platz als Hinrichtungsstätte

nutzten und die aufgespießten Köpfe hier

zu Schau stellten.

Heute wird der Platz wegen seiner orientalischen Atmosphäre

von Touristen und Einheimischen gleichermaßen

geschätzt.

22 23


Bis 1000 n.Ch. war Marrakech nur ein

Lagerplatz für Karawanen. Abou Bekr,

Anführer der ALmoraviden, erkannte

diesen Platz als vorzügliches Lager für

seine Truppen. 1062 baute Youssuf Ibn

Taschfin (Abou Bekr‘s Vetter) die erste

Moschee und Häuser.

Von Ihm stammen auch die riesigen

Dattelpalmenhaine (Palmeraie), die

man jetzt noch im Nordosten der Stadt

anschauen kann.

Dies war der Ausgangspunkt um das

ganze Land zu erobern, wobei er bis

Andalusien vorstieß. Er machte Marrakech

zur Hauptstadt seines Reichs.

Die Stadt wurde nach und nach von

den Almoraviden (unter Ali Ihn Yousuf),

den Almohaden (unter Abd el Moumen,

12 Jh.) und dann Abou Yakoub Youssuff

und Yakoub el Mansour ausgebaut. Aus

der Almoravidenzeit blieb nur die 19 km

lange Stadtmauer erhalten.

Weil die nachfolgenden Sultane die Paläste

Ihrer Vorgänger zerstörten, gibt es

aus der ALmohadenzeit ebenfalls nur

Reste zu sehen. Von ihnen stammen

die Stadttore und das berühmte Minarett

der Koutoubia-Moschee.

Die darauffolgende Dynastie der Merinide

weilte nur kurz in der Stadt und

wählte Fes zu ihrer Hauptstadt.

Als die Saaditen unter Ahmed El Arj an

die Macht kamen, wurde Marrakech im

16. Jh. wieder Hauptstadt. Zu den zahlreichen

Bauten die aus dieser Zeit noch

erhalten sind, zählen die kunstvollen

Saadier-Gräber. Sie wurden erst 1917

wieder entdeckt, da der Haupteingang

auf Befehl des Alouitensultan Moulay

Ismail zugemauert wurde.

Aus der Alouitenzeit stammt lediglich

der Bahia-Palast. Dieser gibt einen hervorragenden

Eindruck von dem luxuriösen

Leben der damaligen Herrscher.

Nach dem Einmarsch

der

Franzosen 1917

wurde Marokko

von dem franzosenfreundlichen

Pascha EL Glaoui

beherrscht.

Er verschaffte

sich durch die

Zusammenarbeit

mit den Franzosen zahlreiche Vorteile.

24

Von den Wasserverkäufern in ihren bunten Trachten

und goldglänzenden Kannen möchte natürlich jeder ein

Foto machen- aber Vorsicht, es ist nicht umsonst.

Mit ihrer Hilfe bezwang er die aufständischen

Berberstämme. Er wurde einer

der reichsten und einflussreichsten

Männer Marokkos der damaligen Zeit.

Als 1956 König Mohammed V. den

Thron bestieg war es mit seiner Macht

von EL Glaoui vorbei. Drei Jahre später

starb der verhasste Pascha und sein

Vermögen wurde beschlagnahmt.

Von ihm stammen noch zahlreiche

Bauten, wie zum Beispiel das Dar Glaoui

in Telouèt, wo der Stammsitz der

Glapui-Sippe war. Hier bekommt man

einen überwältigenden Eindruck von

der ehemaligen Macht des Paschas.

Der aktuelle Herrscher ist Mohammed

VI. und seit 1999 König von Marokko. Er

ist der älteste Sohn Hassans II., der von

1961 bis zu seinem Tod im Jahr 1999

ein sehr konservativer König war.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine