Berliner Zeitung 18.05.2019

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Berliner Zeitung · N ummer 114 · 1 8./19. Mai 2019 7· ·

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Wirtschaft

Tsipras droht Erdogan Sanktionen an

Griechenland fordert die Türkei auf, Probebohrungen nach Öl und Gas vor der Küste von Zyperneinzustellen

Von Frank Nordhausen

Im östlichen Mittelmeerraum

steigen die politischen Spannungen.

Im eskalierenden Streit

der Türkei mit Zypern um die

Ausbeutung von unterseeischen

Gasfeldern hat sich der griechische

Ministerpräsident Alexis Tsipras hinter

die Regierung in Nikosia gestellt

und Ankara laut griechischen Medien

mit „wirtschaftlichen Sanktionen“

seitens der EU gedroht, falls die

Türkei ihre Probebohrungen nahe

der geteilten Insel fortsetze. Bereits

am Freitag hatte EU-Ratspräsident

Donald Tusk die Türkei in außergewöhnlich

scharfer Form aufgefordert,

die Souveränität des Inselstaats

zu respektieren. Die Türkei antwortete

mit Säbelrasseln. Seit Montag

hältsieihrhistorischgrößtesMarinemanöver

im Mittelmeer,inder Ägäis

und im Schwarzen Meer ab, andem

131 Kriegsschiffe, 57Flugzeuge und

33Helikopter teilnehmen.

Streit um Nordzypern

Ankaravertrittden Standpunkt, dass

Zypern kein Recht habe, Bohrkonzessionen

zu vergeben, wenn nicht

auch die nur vonAnkaraanerkannte

Türkische Republik Nordzypern an

den Einnahmen beteiligt werde. Daher

gibt es seit Langem Spannungen

mit der griechischen Republik ZypernimSüden

der Insel, die seit 2004

der EU angehört und mit ausländischen

Konzernen Explorationsverträge

abgeschlossen hat. Im vergangenen

Jahr zwangen türkische Fregatten

zweimal ein italienisches Forschungsschiff,

geplante Probebohrungen

abzubrechen. Im Herbst

warnte Ankara sogar den US-Konzern

Exxon Mobil, sich von Zypern

fernzuhalten, allerdings erfolglos.

Nachdem die Drohgebärden aus

der Sicht Ankaras nicht fruchteten,

zündete der türkische Präsident Recep

Tayyip Erdogan vergangene Woche

die nächste Eskalationsstufe. Er

schickte das erste in Dienst gestellte

seismische Forschungsschiff seines

Landes namens „Fatih“ in eine Meeresregion

westlich von Zypern, um

„in Gebieten des türkischen Festlandsockels“

nach Öl und Gaszusuchen.De

factobohrtdie„Fatih“tiefin

die nach international anerkannten

Maßstäben „exklusive Wirtschaftszone“

Zyperns. Doch hat die Türkei

das entsprechende Seerechtsübereinkommen

von 1994 nicht unterzeichnet.

Damit heizt Ankara eine

Krise an, die das Potenzial einer gefährlichen

Eskalation besitzt.

Nachdem der griechisch-zypriotische

Präsident Nikos Anastasiades

dietürkischenBohrungenals„zweite

Invasion“ bezeichnet hatte –unter

Bezug auf die Besetzung des nördlichen

Drittels der Insel durch die Türkei

nach einem griechischen Putsch

1974 –, stellten sich die USA, die EU,

Israel und Ägypten hinter ihn. Der

türkische Schachzug gefährdet auch

die Pläne Israels und Ägyptens, die

Erdgasressourcen des östlichen Mittelmeers

gemeinsam mit Zypern zu

erschließen –eine Zusammenarbeit,

die die Türkei als schweren Affront

betrachtet. Während die EU Nikosia

ihrer „vollen Solidarität“ versicherte,

forderte Erdogan die Nato-Partner

auf, der Türkei volle Unterstützung

für ihre„Rechte“ im Mittelmeerraum

zu gewähren, obwohl deren Mitgliedsstaaten

ihm gerade mitgeteilt

hatten, dass sie sein Land als Rechtsbrecher

ansehen.

Die derzeitigen Bohrungen begründet

Ankara einerseits mit den

Anrechten der türkischen Zyprioten,

andererseits aber mit der eigenwilligen

Ausdehnung ihres maritimen

Wirtschaftsraums auf 200 Meilen vor

der Küste.Nikosia selbst besitzt keine

Mittel, um die militärisch hoch überlegene

Türkei an dem aggressiven

Vorgehen zu hindern, und weder

Brüssel noch Washington sind zu

mehr als starken Worten bereit. Am

DonnerstagbestellteNikosiadenbritischenHochkommissarein,

umoffiziell

gegen „inakzeptable“Kommentare

des Londoner Europaministers

Alan Duncan zu protestieren, der die

Offshore-Bohrrechte Nikosias infrage

gestellt hatte,„solangedie Souveränitätsrechte

umstritten sind“.

Mit einer Erklärung, dass Zypern

jetzt Frankreich gestatte, den Marinestützpunkt

Mari auf der Insel zu

nutzen, goss Nikosia am Donnerstag

Öl ins Feuer. Die Begehrlichkeiten

der rohstoffarmen Türkei sind ohnehin

gewachsen, seit Exxon Mobilvor

drei Monaten den weltweit größten

Erdgasfund der letzten drei Jahrevor

Zypernverkündete.

Da alle Seiten aus verschiedenen

Gründen auf einer harten Haltung

beharren, finden Warnungen von

Wissenschaftlern derzeit kaum Beachtung,

wonach die Energievorkommen

bei Zypernquantitativ und

geopolitisch überschätzt werden.

„Die Euphorie ist verfrüht“, sagt Harry

Tzimitras vomnorwegischen Friedensforschungsinstitut

Prio in Nikosia,

der die Erdgasfunde als „beachtlich,

aber nicht gewaltig“ bezeichnet.

„Hinzu kommt, dass die Gaspreise in

Europa absolut im Keller sind, weil

der Kontinentmit russischem Erdgas

geflutet wird. Es gibt hier keinen

Marktfür das Gas.“

Imponiergehabe

Um mit Russland konkurrieren zu

können, müsste man das Mittelmeergas

rasch über Pipelines zum

Verbraucherbringen, doch da verliefe

die kürzeste und billigste Route

ausgerechnet über die Türkei –was

nicht nur Zypern, sondern auch Israel

ablehnt. „Eine Pipeline durchs

Mittelmeer aber rechnet sich überhaupt

nicht,undihretechnischenRisiken

wären wegen der Meerestiefe

und der Erdbebengefahr unkalkulierbar“,

sagt Tzimitras.

Das alles ist auch Erdogan klar.

Aber er weiß auch, dass er die Wähler

vor der Wiederholung der Kommunalwahlen

in Istanbul mit seinem

Imponiergehabe beeindrucken

kann, und er verschafft sich zugleich

einen strategischen Vorteil. Falls die

EU und die Nato darauf keine überzeugende

Antwortfinden, gefährden

sie das fragile militärische Gleichgewicht

im östlichen Mittelmeerraum.

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