Berliner Kurier 21.05.2019

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* SEITE5 BERLINER KURIER, Dienstag, 21. Mai 2019 Dutzende Rettungskräfte der Feuerwehr stehen am Sonntag auf der voll gesperrten Autobahn 9 bei Leipzig. Der Reisebus liegt auf der Seite und ist schwer beschädigt. Foto: dpa wieder sind auch Flixbusse dabei. Im März war ein Flixbusfahrer in Hamburg mit 2,11 Promille in einen Linienbus gerauscht. Verletzt wurde dabei wie durch ein Wunder niemand. Mehrere Verletzte, einige von ihnen schwer, gab es hingegen bei einem weiteren Flixbus-Crash im September vergangenen Jahres. Damals war ein Flixbus auf der A5 in eine Leitplanke gerast. „Die Sekundenschlaf-Problematik ist immer eine Möglichkeit“, sagte ein Polizeisprecher damals zur möglichen Unfallursache. Auch im aktuellen Fall vermutet die Autobahnpolizei, dass dem 59-jährigen Fahrer womöglich die Augen zufielen. Wie gefährlich Sekundenschlaf ist, zeigt folgende Rechnung: Schon bei einer verhältnismäßig moderaten Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern auf der Autobahn werden pro Sekunde etwa 36 Meter zurückgelegt. Bei einem Sekundenschlaf von nur fünf Sekunden wären das damit schon satte 180 Meter, auf denen das Fahrzeug vollkommen unkontrolliert über die Fahrbahn steuert. Und beim Erwachen aus diesen Sekunden der Abwesenheit erschrecken sich die meisten Menschen zudem extrem –und verreißen dann womöglich das Steuer. Eine Sprecherin der Polizei Halle wollte am Montag auf Anfrage zwar noch nicht bestätigen, dass Sekundenschlaf als Unfallursache im aktuellen Fall feststehe. Man könne es nicht ausschließen, die Ermittlungen seien aber noch in vollem Gange. Der ebenfalls schwer verletzte Busfahrer habe noch nicht vernommen werden können. Allerdings gilt als gesichert, dass kein weiteres Fahrzeug an dem Unfall beteiligt war. Allgemein gilt jedoch, dass Busse zu den sichersten Verkehrsmitteln gehören. So gab es im Jahr 2017 insgesamt 8873 Busunfälle in Deutschland, bei denen es 1113 Schwer- und 8479 Leichtverletzte gab. 65 Menschen starben. Und: Von allen Opfern, also sowohl Verletzten als auch Toten, saßen nur 3,7 Prozent in Reisebussen. Alle anderen waren in Linien- oder Schulbussen unterwegs.

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