Berliner Zeitung 21.05.2019

BerlinerVerlagGmbH

Berliner Zeitung · N ummer 116 · D ienstag, 21. Mai 2019 7 *

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

21.2.19

21.2.19

MÄRKTE

▼ 12041,29 (–1,61 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

21.2.19

Stand der Daten:20.05.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

20.5.19

▼ 72,05 (–0,17 %)

20.5.19

▼ 1,1167 (–0,04 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom20.05.zum Vortag

Qiagen 34,54 +2,92 WWWWWW

Wirecard 143,75 +2,72 WWWWWW

1&1 Drillisch 28,58 +1,35 WWW

Telefonica Deutschl. 2,87

+1,02 WWW

Grand City Prop. 22,68 +0,89 WW

Metro St. 14,41 +0,77 WW

Verlierer

20.5.19

aus DAXund MDAX vom20.05.zum Vortag

Osram Licht NA 27,51 WWWWWWWWWWW –5,95

Siltronic NA 68,44 WWWWWWWWWW –5,63

Infineon NA 17,11 WWWWWWWWW –4,80

Commerzbank 7,35 WWWWWWWW –4,24

DialogSemic. NA 32,97 WWWWWWWW –3,99

Wacker Chemie 70,54 WWWWWWWW –3,92

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 20.05. ±% z. 17.05.

Euro Stoxx 50 (EU) –1,63

3595/2909 3369,78

CAC 40(FR) – 1,46

5653/4556 5358,59

S&P UK(UK) – 0,48

1590/1323 1479,98

RTS (RU) +0,12

1285/1033 1256,22

IBEX (ES) –0,87

10156/8286 9199,70

Dow Jones (US) –0,32

26952/21713 25681,57

Bovespa (BR) +1,04

100439/69069 90925,14

Nikkei (JP) +0,24

24448/18949 21301,73

Hang Seng (HK) –0,70

31521/24541 27788,77

Stx Singap. 20 (SG) ±0,00

-/- 1541,38

Tagesgeld Zins p.a. für Beträge

Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€

Advanzia */**

advanzia.com - 1,00 1,00

NIBC Direct */**

nibcdirect.de 0,75 0,75 0,75

Renault Bank direkt */**

renault-bank-direkt.de 0,70 0,70 0,70

PSA Direktbank

psa-direktbank.de 0,25 0,70 0,70

RaboDirect */**

rabodirect.de 0,66 0,66 0,66

ING *

ing.de 1,00 1,00 1,00

Santander

santander.de 0,03 0,03 0,03

Postbank

postbank.de 0,01 0,01 0,01

Targobank

targobank.de 0,01 0,01 0,01

Commerzbank

commerzbank.de 0,00 0,00 0,00

BBBank

bbbank.de 0,00 0,00 0,00

Berliner Sparkasse (Online)

berliner-sparkasse.de 0,01 0,01 0,01

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)

mbsdirekt.de 0,01 0,01 0,01

Berliner Volksbank

030/30633300 0,001 0,001 0,001

Sparda Berlin (Online)

sparda-b.de - 0,001 0,001

Mittelwert von 85 Banken 0,18 0,18 0,18

*Neukunden /Neuanlagen

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

SeitJahren stillgelegt: Bahnhof imnordhessischenNaumburg.

Von Rasmus Buchsteiner

Abserviert

Die Lufthansawill ihre Cateringsparte LSG Sky Chefs verkaufen, weil sie mit Bordverpflegung nichtgenug verdient

Von Christian Ebner

Der Lufthansa-Konzernwill nicht

mehr selbst kochen und hat daher

seine Cateringtochter LSG Sky

Chefs mit weltweit rund 35000 Mitarbeitern

offiziell zum Verkauf gestellt.

Das Unternehmen steckt mitten

in einer aufwendigen Sanierung

und hat trotzdem mit 115 Millionen

Euro gerade eines der besten operativenErgebnisse

seiner Geschichte an

den Mutterkonzern abgeliefert. In

der Großküche am Frankfurter Flughafen

und anderswo herrschen deshalb

Unverständnis und Unruhe.

Der Billigtrend beim Fliegen hat

die Bordverpflegung zumindest auf

Kurzstrecken fast obsolet gemacht.

Comeback der Nebenstrecke

Wiedie Reaktivierung von Schienen die Verkehrswendevoranbringen könnte

Vertrag: Die EPH-Gruppe

des tschechischen Milliardärs

Daniel Kretinsky steigt

in den Schienengüterverkehr

in Deutschland ein. Das

Tochterunternehmen EP Logistics

International habe

einen Vertrag über den Kauf

von100 Prozent der Anteile

an der Locon Logistik &Consulting

AG unterzeichnet,

teilte ein Sprecher am Montag

in Prag mit.

MILLIARDÄR INVESTIERT IN GÜTERVERKEHR

Sitz in Berlin: Das im Jahr

2002 gegründete Eisenbahnverkehrsunternehmen

mit Sitz in Berlin hat rund

150 Mitarbeiter.Esoperiert

deutschlandweit und verfügt

über rund 30 Lokomotiven

und mehr als 250 Güterwagen.

Zum Kaufpreis wurden

zunächst keine Angaben gemacht.

Die Wettbewerbsbehörden

müssen der Übernahme

noch zustimmen.

Es geht es um Strecken wie

die von Templin nach Joachimsthal

in der Uckermark.

Oder die von Wieren

in Niedersachsen nach Salzwedel in

Sachsen-Anhalt. Auch zwischen dem

bayerischen Wasserburg und dem

30 Kilometer entfernten Mühldorf

fahren inzwischen wieder Züge.

Drei Beispiele sind das für Verbindungen,

die stillgelegt waren, inzwischen

wieder reaktiviert worden

sind. AusFällen wie diesen schöpfen

Bahn-Verbände Hoffnung.

Tatsächlich war zuletzt immer

wieder die Rede davon, dass

Deutschlands Schienennetz

schrumpft. Der Befund stimmt ja

auch: 1994 gab es 44600 Bahnkilometer,heute

sind es noch 38500.

Allerdings: Im gleichen Zeitraum

sind mehr als 1000 Schienenkilometer

wieder in Betrieb genommen

worden. Bundesweit geht es um 827

Kilometer, woeswieder Personenverkehr

gibt. Und um327 Kilometer

Bahntrassen mit neu aufgenommenem

Güterverkehr.

Miteiner Deutschland-Karte zeigt

die „Allianz proSchiene“, ein Zusammenschluss

vonOrganisationen, die

für eine Stärkung des Bahnverkehrs

kämpfen, wo nun wieder Züge unterwegs

sind. Mit169 reaktivierten Streckenkilometernist

Baden-Württemberg

bundesweit Spitze. Nordrhein-

Westfalen kommt auf 135, Bayern auf

132, Niedersachsen auf 112, Brandenburg

auf 56 und Mecklenburg-

Vorpommernauf 48. In Sachsen-Anhalt

waren es 79, in Sachsen 21. „Die

Schiene kommt zurück in Regionen,

die lange verwaist waren“, sagte Dirk

Flege, Geschäftsführer der Allianz

pro Schiene, amMontag in Berlin.

Undererinnert andie Vereinbarungen

von Union und SPD im Koalitionsvertrag.

Dort heißt es, die Bundesregierung

wolle die Fahrgastzahlen

bis zum Ende des kommenden

Jahrzehnts verdoppeln.

„Wenn wir das erreichen wollen,

müssen wir den langjährigen Rückzug

der Schiene aus der Fläche stoppen

und ihn an geeigneten Stellen

rückgängig machen“, so Ingo Wortmann,

Präsident des Verbandes

Deutscher Verkehrsunternehmen

(VDV). Die beiden Verbände stellen

eine wachsende Bereitschaft für die

Kohletransport: Die EPH-

Gruppe transportiertmittels

ihrer Tochter EP Cargounter

anderem in Polen und

Tschechien jährlich mehr als

3,5 Millionen Tonnen Kohle

und andere Materialien über

die Eisenbahn. In Deutschland

ist die Gruppe durch

die Übernahme der Vattenfall-Braunkohleaktivitäten

in

Ostdeutschland bekannt geworden.

Reaktivierung vonStreckenimdeutschen

Schienennetz fest: „Zunehmend

werden stillgelegte Verbindungen

reaktiviert, weil die Bürger

für ihre Fahrten und Unternehmen

für ihre Gütertransporte den Eisenbahnverkehr

wollen“, so Flege.

„Eine von der Bundesregierung

beauftragte Studie belegt zudem,

dass die Reaktivierung von Schienenstrecken

aus Umweltgründen

sinnvoll ist“, so Wortmann. Manfühle

sich von Regierungsseite zu einer

neuen Debatte über die Wiederinbetriebnahme

stillgelegter Strecken daher

ausdrücklich ermuntert.

„Es gibt keine Reaktivierungsstrategie

des Bundes bisher“, beklagt

Bahn-Experte Flege jedoch. Einige

Länder hätten Potenziale für neuen

DiePassagiere zahlen meist nur noch

den nackten Ticketpreis und nicht

mehr das Rundum-sorglos-Paket

vonfrüher.Wojeder Snack und jeder

Drink extra kostet, sinkt der Absatz,

und auch die verbleibenden Angebote

werden unter hohem Kostendruck

hergestellt. DieLSG hat darauf unter

anderem mit dem Bau eines neuen

Produktionswerks im tschechischen

Bor reagiert, um von den geringeren

Lohnkosten zu profitieren. Trotzdem

gibt es aus Sicht des Lufthansa-Vorstands

bei der Bordverpflegung nicht

mehr richtig viel zu verdienen.

Zumindest das Europa-Geschäft

soll an einen strategischen Investor

gehen, der das Handwerk verstehe,

heißt es in Konzernkreisen. Mindestens

drei Interessenten gebe es bereits

–neben den europäischen Konkurrenten

Do&Cound Gate Gourmet

soll sich auch Dnata aus Dubai

für die LSG-Küchen interessieren.

Die Unternehmensteile in mehr als

100 außereuropäischen Staaten

könnten in einem zweiten Schritt

auch an branchenfremde Finanzinvestoren

gehen.

7000 Jobs in Deutschland

Dienoch gut 7000 deutschen Arbeitnehmer

sind entsetzt über die Verkaufspläne.

Schließlich hätten Betriebsräte

und Gewerkschaft die Sanierungspläne

samt der Auslagerung

nach Tschechien mitgetragen, sagt

Verdi-Vorstandsmitglied Christine

FOTO: UWE ZUCCHI/DPA

Zugbetrieb auf bislang stillgelegten

Strecken bereits systematisch untersucht:

erst Niedersachsen, dann Hessen,

mittlerweile auch Baden-Württemberg.

DerVDV hat eine Liste mit Reaktivierungsvorschlägen

erarbeitet. Dabei

geht es um 186 Strecken mit insgesamt

3072 KilometernLänge.Zum

Vergleich: Seit 1994 ist das deutsche

Schienennetz für den Personenverkehr

untermStrich um mehr 3600 Kilometern

geschrumpft. 90 Prozent

der Einbußen entfallen den Angaben

zufolge auf die ostdeutschen Länder.

Auf manchen Strecken sind die

Gleise inzwischen demontiert worden.

Wo früher Züge führen, verlaufen

etwa Fahrradwege. Die beiden

Verbände verweisen auf Erfahrungen,

wonach sich viele reaktivierte

Strecken durchaus wirtschaftlich betreiben

lassen –insbesonderebei Bestellung

von Zugverkehr im Ein-

Stunden-Takt durch die Länder. Allerdings

müssten sie erst einmal wieder

befahrbar gemacht werden.

„Der Bund ist hier in der Pflicht.

Wir fordern ein Bundesprogramm

Reaktivierung“, so Dirk Flege, der

„Allianz pro Schiene“-Chef. Der

Bund solle dabei 100 Prozent der Aufwendungen

Infrastruktur tragen, die

Länder die Planungskosten. VDV-

Chef Wortmann sagte,Ziel der möglichen

Projekte seien insbesonderedie

Anbindung bisher nicht mehr erschlossener

Mittel- und Unterzentren,

die Entlastung des Straßennetzes

inüberlasteten Ballungsräumen

sowie Umgehungsmöglichkeiten für

störungsanfällige Eisenbahnknoten.

Behle. Laut Unternehmen sind in

Deutschland immer noch rund 580

Vollzeitstellen zu viel an Bord, der

mögliche Verkauf bringt weitereUnsicherheiten.

„Viele wissen jetzt

nicht, was auf sie zukommt“, beschreibt

Behle die Stimmung, die in

den kommenden Wochen verschiedene

Protestaktionen prägen werde.

Die Dienstleistungsgewerkschaft

Verdi will den Verkauf der Sparte

eigentlich verhindern oder mindestens

Lufthansa als Mehrheitsgesellschafter

behalten. Doch im Lufthansa-Vorstand

ist die Entscheidung

wohl bereits gefallen, sich in einen

reinen Airline-Konzern zuwandeln

und die margenschwache Cateringtochter

abzustoßen. (dpa)

Zahlung im

Schnitt nach

65 Tagen

Euler Hermesuntersucht

weltweite Zahlungsmoral

Von Thomas Magenheim

China gilt für die deutsche Exportindustrie

vielfach als wichtigster

Auslandsmarkt. Dort müssen Wirtschaftstreibende

aber im internationalen

Vergleich am längsten auf die

Bezahlung vonRechnungen warten.

Dashat der weltgrößte und zum Allianz-Konzern

zählende Kreditversicherer

Euler Hermes in einer Studie

ermittelt. Demnach dauertesinChina

im Schnitt 92 Tage,bis eine Rechnung

bezahlt wird, in Deutschland

54 Tage.Das istRangzwölf und damit

oberes Mittelfeld im internationalen

Vergleich. Global gesehen ist die Zahlungsmoral

2018 leicht besser geworden.

Im weltweiten Schnitt wurde

eine Rechnung voriges Jahr binnen

65 Tagen bezahlt und damit einen

Tagschneller als 2017. Für 2019 rechnet

Euler Hermes mit einer weiteren

Verbesserung auf 64 Tage.

Die Verbesserungen sind aber relativ.

2017 hatte die Zahlungsmoral

den schlechtesten Stand seit einem

Jahrzehnt markiert. „In wirtschaftlich

guten Zeiten drücken Unternehmen

bei ihren Kunden gern mal ein

Auge zu“, erklärtEuler-Hermes-Chef

Ronvan hetHof die Entwicklung bis

2017. 2018 hätten drohender Brexit,

Handelskonflikte und stark steigende

Handelsbarrieren das Risikobewusstsein

vielfach wieder geschärft,

was sich 2019 fortsetzen dürfte. Das

erzwinge eine stärkere Zahlungsdisziplin.

Unternehmen brächten lieber

ihreSchäfchen ins Trockene.

Zumindest gilt das für diejenigen,

die Rechnungen stellen. Käufer versuchen

in sich wirtschaftlich eintrübenden

Zeiten dagegen, Zahlungsziele

zu verlängern. Unter dem Strich

erbringen beide gegenläufigen Ziele

aktuell nur eine geringe Verbesserung

der Zahlungsmoral. Zudem

sind die regionalen Unterschiede

groß. In Neuseeland etwa haben

Schuldner ihre Rechnungen 2018

binnen 47 Tagen bezahlt, also ungefähr

in der Hälfte der Zeit verglichen

mitdemglobalenSchlusslichtChina.

Nurein bis zwei Tage länger gedauert

hat es in Südafrika und der Schweiz.

Italien kaum besserals China

Mit am schlechtesten ist die Zahlungsmoral

laut Euler Hermes im

Mittelmeerraum. Hier lag Griechenland

2018 mit 90 Tagen nur wenig

besser als China. Am deutlichsten

verschlechtert hat sich die Lage in

Italien, wo die Zeit bis zur Bezahlung

von Rechnungen seit dem Vorjahr

gleich um fünf Tage auf auf 86 Tage

gestiegen ist. Überdurchschnittlich

lange dauert esauch in der Türkei

und Spanien sowie in Frankreich.

Zahlreiche Südeuropäer seien in

schlechte alte Zahlungsgewohnheiten

zurückgefallen, stellt Euler Hermes

klar.

Große Unterschiede gibt es nicht

nur regional, sondern auch nach

Branchen. So mussten im globalen

Maßstab Elektronikfirmen mit 89 Tagen

2018 am längsten auf das Bezahlen

ihrer Rechnungen warten. Nicht

viel besser sah es im Maschinenbau

mit 86 Tagen und dem Baumit 82 Tagenaus.LetztererwarvorigesJahrzudem

die Branche mit den meisten

Großpleiten. Insgesamt 51 große

Baufirmen haben 2018 Insolvenz angemeldet.

Am schnellsten bezahlt wird dagegen

im Einzelhandel mit 43 Tagen.

Das sei aber kein Indiz für eine sorgenfreie

Entwicklung, warnt Euler

Hermes. Indiesem Fall steckten ein

massiver Strukturwandel in der

Branche und ein vonBanken deshalb

massiv gekürzter Spielraum für

Überziehungskredite dahinter. Betroffene

Handelsfirmen könnten damit

Liquiditätsengpässe immer

schlechter abpuffern. Da einige Firmen

Spitz auf Knopf finanziertseien,

hänge ihreExistenz damit am seidenen

Faden.

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