Berliner Zeitung 22.05.2019

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Wasaus einem alten Flughafen werden kann: New York macht es vor – Panorama Seite 28 Die Kleinen bei der Europawahl Seite 2 13°/16° Häufig Regen Wetter Seite 2 Gewonnen: Berlin richtet die Special Olympics aus Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Gestartet: Gedränge auf Berliner E-Roller-Markt Berlin Seite 10 Mittwoch, 22. Mai 2019 Nr.117 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Geprüft: Die Werte des Grundgesetzes Hauptstadt Seite 6 An der richtigen Stelle VonTobias Miller Bundespräsidenten, die deutschen wie die österreichischen, haben eigentlich keine Macht. Daher wirken sie oft unauffällig, ein bisschen langweilig. Doch wenn es darauf ankommt, können sie ihrem Land Halt und Orientierung geben. Das war so mit Richard von Weizsäckers Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes etwa. Unddas ist jetzt so mit Alexander Van der Bellen, der Österreich durch eine Krise führt. Er macht es ruhig und souverän. Das war schon am Sonnabend so, als der Alexander Van der Bellen, Präsident vonÖsterreich Österreich 75-Jährige Neuwahlen verlangte, um Vertrauen in die Gewählten wiederzugewinnen und nicht zuletzt, um der Welt zu zeigen: „Soist Österreich einfach nicht.“ Worte, um sich daran festzuhalten und um zu versöhnen. Daswar nicht immer so bei Vander Bellen. In den Porträts wirdder ehemalige Professor fürVolkswirtschaft als Polarisierer beschrieben. Einst war er Mitglied der sozialdemokratischen SPÖ, fand dann aber zur Umweltbewegung und den Grünen. Er wurde ihr Parteichef und Fraktionsvorsitzender,der offenbar keinem Streit aus demWegging. Fürs Bundespräsidialamt kandierte er 2016 als Unabhängiger.Sein Gegenkandidat in der Stichwahl war Norbert Hofer, der nun den wegen des Ibiza-Videos zurückgetretenen Heinz-Christian Strache als FPÖ- Chef ablösen soll. Die Entscheidung fiel damals knapp, der zweite Wahlgang musste gar wiederholt werden. Van der Bellen ließ sich schon damals nicht aus der Ruhe bringen. Ein gutes Zeichen für das, was noch auf das Land zukommen kann. Am kommenden Montag könnte es sein, dass Van der Bellen, nach einem Misstrauensvotum gegen Kanzler Sebastian Kurz, einen neuen Regierungschef ernennen muss. Von wegen, Bundespräsidenten haben keine Macht. Politik Seite 5 Ehepaare im Osten zahlen drauf VomSteuersplitting für Verheiratete profitieren vor allem Partnerschaften im Westen VonMarkus Decker und Timot Szent-Ivanyi Die ostdeutschen Steuerzahler müssen teilweise für das Ehegattensplitting der Westdeutschen aufkommen; jedenfalls profitieren sie weit weniger davon. Das ergibt sich aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag, die der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland) vorliegt. Demnach landen von dem Steuervorteil in einer Gesamthöhe von knapp 21 Milliarden Euro im Jahr nur 7,9 Prozent im Osten, während der Anteil der neuen Länder am Steueraufkommen 9,5 Prozent beträgt. DieDifferenz geht in den Westen: Hier werden 92,1 Prozent des Steuervorteils genutzt, obwohl der Anteil am Aufkommen nur 90,3 Prozent beträgt. DerVorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, rief deswegen zu einer Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form auf.„Das Ehegattensplitting ist längst aus der Zeit gefallen“, sagte er.„Wirbrauchen eine grundlegende Reform und ein neues Modell, gerade angesichts der aktuellen Finanzdiskussion.“ Nötig sei „eine Familienförderung statt einer Eheförderung, die Kinder völlig ignoriert“. Zu dieser Familienförderung gehörten ein Aktionsplan gegen Kinderarmut und eine Kindergrundsicherung, mit der man Kinder aus der Armut holen könne. Bartsch beklagte: „Je ungleicher die Gehälter zwischen den Partnern, desto höher der Steuervorteil, dasist 50er Jahre pur.“ Die, die sich Arbeit, Kinder und Haushalt aufteilten, seien oft die Dummen. Eine Reform müsse deshalb dafür sorgen, dass kleine und mittlere Einkommen mehr im Portemonnaie hätten als heute. Der Linken-Politiker beklagte in diesem Zusammenhang auch den Ost-West-Unterschied. „Der Westen hat einen positiven Splittingeffekt: Der Anteil am Steuervorteil ist prozentual höher als der Anteil am Steueraufkommen. Der Osten hat einen negativen Splittingeffekt: Prozentual wird mehr eingezahlt, als der Anteil am Ehegattensplitting ausmacht.“ Das aus der alten Bundesrepublik stammende Ehegattensplitting bedeutet, dass das Finanzamt die Einkommen beider Eheleute zusammen rechnet und anschließend durch zwei teilt. Dann gilt der niedrigere Steuersatz für das halbierte Einkommen. DerSplittingvorteil ist am größten, wenn ein Partner nichts verdient oder ein Partner wesentlich mehr als der andere. Dashat zur Folge,dassein kinderloses Ehepaar bisweilen weniger Steuernzahlt alsAlleinerziehende Mehr als ein Leben Erinnerungen an Niki Lauda, an einen Mann, der so vieles überstand und doch nie ein Held sein wollte Seite 3 mit Kindern. In Westdeutschland waren diese Alleinverdiener-Ehen bis 1989 durchaus üblich; damals lag die Frauenerwerbsquote nur bei rund 50 Prozent–gegenüber rund 90 Prozent in Ostdeutschland. Neben Alleinerziehenden sind auch Ostdeutsche häufig benachteiligt. Denn die Gehälter sind in Ostdeutschland niedriger und die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen kleiner. Dass bloß ein Partner –und hier vor allem der Mann –arbeitet, kommt so gut wie gar nicht vor. Ohnehin ist der Anteil der Verheirateten im Osten geringer und der Anteil der Alleinerziehenden höher. Die Ostdeutschen sind also beim Ehegattensplitting dreimal benachteiligt. Daswirdsich, weil die ökonomischen und sozialen Ost- West-Unterschiede seit Jahren stabil sind, so bald auch nicht ändern. Leitartikel Seite8 DPA Privatschule klagt auf Zuschuss Betreiber sprechen von „Präzedenzfall“ in Berlin Eskönnte ein Präzedenzfall für die Berliner Schullandschaft werden: Eine Waldorfschule hat Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht, weil sie bereits nach drei Jahren Zuschüsse vom Land erstreiten will. Die Bildungsverwaltung hatte zuvor einen entsprechenden Antrag der Freien Interkulturellen Waldorfschule in Treptow negativ beschieden. Mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage. Laut Schulgesetz kann der Senat einer neu gegründeten Privatschule bereits nach drei Jahren einen Zuschuss von 75 Prozent der Personalkosten bezahlen, muss es aber nicht. „Von diesem Recht hat Berlin aber in den vergangenen Jahren noch nie Gebrauch gemacht“, sage Christoph Doll vomSeminar für Waldorfpädagogik am Dienstag der Berliner Zeitung. Das geschehe offenbar aus Angst, einen Präzedenzfall zu schaffen. Eine Klagebegründung soll noch folgen. Berlin gewährt Neugründungen erst ab fünf Jahren einen Zuschuss. Pikant ist, dass diese Waldorfschule die sonst gültigen Schulgeld- Regelungen unterbietet und auf eine breite Schülermischung setzt. „Die finanzielle Benachteiligung freier Träger wird gerne als Eindämmung privater Eliteschulen verkauft“, sagte Johannes Mosmann, Geschäftsführerder Schule.Dochwürden so freie Schulen, die integrativ arbeiten wollen, behindert. (mak.) Berlin Seite12 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 31021 Neuheiten Workshops Messeangebote im LetteVereinBerlin am Viktoria-Luise Platz Berliner Fotomesse 2019 Diesen Freitag &Samstag!


2* Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 · ······················································································································································································································································································· · Tagesthema Die „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“, kurz PARTEI, wurde 2004 vomehemaligen Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“, Martin Sonneborn, gegründet. Seit 2014 sitzt er im Europäischen Parlament und tritt auch diesmal wieder als Spitzenkandidat der Satire-Partei an. Das Motto für den Europawahlkampf lautet: „Für Europa reicht’s“. Aufder Homepageder Partei finden sich einige Auszügeaus dem Wahlprogramm, an dem aber eigentlich noch geschrieben werde. So fordernSonnebornund Co. eine Obergrenze für „Fürchtlinge“. Zudem soll Leugnern des Klimawandels der Führerschein entzogen werden. Zudem wolle die Partei in Europa die Demokratie einführen – „notfalls gegenden Willen der Wählerinnen und Wähler“. Sachorientiert, ideologiefrei und wertkonservativ –sobeschreiben sich die Freien Wähler.Seit 2014 sind sie mit einem Sitz im Europaparlament vertreten. Diesen besetzt seither UlrikeMüller,die auch wieder als Spitzenkandidatin antritt. Bei den vergangenen Landtagswahlen in Bayern wurden sie drittstärkste Kraft mit 11,6 Prozent. In ihrem Parteiprogramm forderndie Freien die Stärkung regionaler Strukturen und mehr Mitsprache für die Kommunen und Bürger.Inder Migrationsfragelehnen sie das Dublin-System ab.Sie forderneine gerechte Umverteilung der Flüchtlingeauf die EU-Staaten bei zugleich starkem Grenzschutz. Dennoch betonen sie ihren Wunsch nach kultureller Vielfalt. WichtigeBereiche der Versorgung wie Trinkwasser, Strom und Gas sollen in öffentlicher Hand bleiben. Martin Sonneborn ist müde. Diesen Zustand teilt der Satiriker und Europaabgeordnete sehr wahrscheinlich mit allen anderen Spitzenkandidaten für die Europawahl. Wochenlang ist der 53-Jährige über deutsche Marktplätze getourt, nun ist er im Auto auf dem Wegvon Berlin nach Frankfurt (Oder). Sonnebornwill für seine Satirepartei „Die Partei“ weitere fünf Jahre ins EU-Parlament. Wie kein anderer Kandidat muss er sich die Frage gefallen lassen: Warumeigentlich?Vorfünf Jahren erreichte die„Partei“ mit 0,6 Prozent überraschend einen Sitz in Brüssel. Für die Europawahl gilt keine Sperrklausel, 184 709 Stimmen reichten aus, umSonneborn nach Brüssel zu schicken. Dort begann er als Krawalltourist, der versuchte,die Absurditäten des Apparats bloßzustellen – aber sich zunächst vor allem an der Körperfülle des CDU-Vertreters Elmar Brok abarbeitete.Schon bald aber begann Sonneborn, sich in Brüssel zu verändern. In Deutschland haben das noch nicht viele mitbekommen. Zunächst galt die Wahl Sonneborns (und des NPD-Altneonazis Udo Voigt) vor allem für CDU- und SPD-Politiker als Hauptargument, möglichst schnell wieder eine Hürde für die Europawahl einzuführen. Für 2019 scheiterten sie. Und so laufen die Kleinen dieses Jahr zu großer Form auf. 41 Parteien treten zur Europawahl an. Und ein Neuling hat jetzt sogar den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung gestoppt. DasBrexit-Referendum als Auslöser Die Neupartei „Volt“ klagte wegen Diskriminierung. Dass im Wahl-O-Mat nur die Positionen vonacht Parteien miteinander verglichen werden konnten, benachteilige unbekannte Bewerber,urteilten die Richter.Doch „Volt“-Spitzenkandidat Damian Boeselager (31) hat nur gute Worte für die Internetseite: „Das Tool ist megacool, wir sind Fans“, sagt der Unternehmensberater und Journalist. „Wir waren nie für die Abschaltung, sondern für ein Update.“ Am Tagder Gerichtsentscheidung sitzen Boeselager und „Volt“-Deutschland-Chefin Valerie Sternbergineinem Berliner Café und reden über ihre Begeisterung für Europa. Hier hat „Volt“ flächendeckend plakatiert: „Für ein demokratisches Europa, wie wir es wollen“ steht auf ihren Plakaten. „Volt“ versteht sich als „paneuropäisch“, tritt in acht Ländernan. Ihre Pläne sind ehrgeizig: Das EU-Parlament soll gestärkt, der Einfluss der nationalen Regierungen zurückgedrängt werden. „Schon heute entscheidet Brüssel über so vieles“, sagt Sternberg. „Das muss demokratisch legitimiert sein.“ Die Wirtschaftswissenschaftlerin studierte in London –das Brexit-Referendum war für sie der Anlass,politisch aktiv zu werden. Boeselagers europäischer Moment liegt ein paar Jahre länger zurück: Es war die Frage eines Europawahl Viele kleine Parteien treten am Sonntag an. Dank fehlender Sperrklausel haben sie gute Chancen. Auf dem Weg nach Brüssel VonJan Sternberg und Flemming Goldbecher Griechen, den er auf einer Reise in Athen traf. „Warum kürzt Frau Merkel mir mein Gehalt?“ Seitdem denkt er über das Demokratiedefizit der Union nach. Sonneborns europäischer Moment kam schon bald nach seinem Einzug in Brüssel. Er hat viel mit Sven Giegold zu tun, dem jetzigen Spitzenkandidaten der Grünen.Mit Giegold wettete der „Partei“-Politiker, obprogressive Sacharbeit auf europäischer Ebene möglich sei oder nicht. Sonneborn wettete dagegen und sagt jetzt: „Giegold hat die Wette gewonnen.“ Giegold will es auch gewesen sein, der Sonneborneines Abends zur Seite nahm und sagte: Ichwar immer Fander Titanic und der „Partei“, aber das hier ist unter deinem Niveau. Sonnebornselbst erzählt es so: „Ich hatte keine Ahnung, was ich in Brüssel machen kann. Ichwar ein steuerfinanzierter Spaßvogel auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe.Die ersten fünf JahreBrüssel waren für mich das Reingehen in etwas völlig Unbekanntes. Inden zweiten fünf Jahren werden wir anderePositionen erkunden.“ Die„Partei“ hat als Wahlwerbespot ein Video von „Sea-Watch“ ausgewählt, das um Spenden für Rettungsschiffe im Mittelmeer wirbt. Im Bundestagswahlkampf 2017 zeigte der Kreisverband Dresden den ertrunkenen Jungen Alan Kurdi und den abgewandelten CDU-Slogan„Ein Strand, an dem wir gut und gerne liegen.“ Ist aus dem Krawalltouristen ein linker Moralist geworden? „Nein, ein Humanist“, sagt Sonneborn. Und wozu braucht es dann noch die Satire, wozu die uniformen Polyester-Jacketts und roten Krawatten, die inzwischen 37 000 „Partei“-Mitglieder bundesweit tragen? 37 000, das ist gleichauf mit der AfD. „Ohne Satire hätten wir nicht die Öffentlichkeit, die wir haben“, sagt Sonneborn ganz sachlich. Ganz Europa diskutiert über Steuergerechtigkeit für Großkonzerne. Er hält eine Ein-Minuten-Rede im Parlament und schlägt den Iren den Austritt vor, weil sie die Steuerschulden von Apple nicht einfordernwollen.„Take the money and run“ –den Satz haben bestimmt weit mehr Menschen gehört als Nicola Beers Position zur Steuerharmonisierung. All die alten Slogans der „Partei“ wirft Sonnebornüber Bord:„Inhalte überwinden“ –das könnten die anderen besser.„Ja zu Europa, Nein zu Europa“ –wer verträte das besser als die Briten? Und das nihilistische Abstimmungsverhalten, abwechselnd Ja und Nein zu drücken, egal was gerade dran ist? „Das werden wir nicht mehr machen, das passt nicht mehr.“ BeiCharlie Chaplin geklaut Neben Sonneborn fast sicher in Brüssel ist Nico Semsrott, bekannt aus der „heuteshow“ und öffentlich stets mit schwarzem Kapuzenpullover unterwegs. Semsrott will jeden Monat ein Video über Brüssel drehen, aber keine nihilistischen wie Sonneborn in seinen ersten Monaten, sondern ernsthaft satirische.Vielleicht tritt er auch der grünen Fraktion bei und Sonneborn bleibt alleine bei den Fraktionslosen als „Abschaum des Parlaments“, an den er sich gewöhnt hat. Die beiden lassen es offen. Semsrott jedenfalls hält beim Wahlkampfauftakt in der Berliner Volksbühne eine Rede, deren Kern bemerkenswert ist. Sieist vielleichtgut vonCharlie Chaplin geklaut, aber zeigt auf jeden Fall den neuen Wegder „Partei“: „Ineiner schöneren Parallelwelt bräuchte es keine Partei wie unsere. Wir hätten Politiker, die sich mit etwas auskennen, die sich mit den klügsten Menschen der Gesellschaft umgeben, die sich von besseren Argumenten überzeugen ließen.Wirhätten Politiker,die uns begeistern, Geschichten erzählen, Hoffnung machen. Stattdessen haben wir Christian Lindner. Wenn Leute wie Christian Lindner Politiker sind, was kann man als Satiriker noch obendrauf legen?“ Gegründet vomehemaligen AfD-Mitgründer und Noch-Europa-Abgeordneten Bernd Lucke, lassen sich mit Blick auf die Ziele und Themenschwertpunkte der Liberal-Konservative Reformer (LKR) einigen Parallelen zu den Rechtspopulisten feststellen: Die Partei fordertweniger Macht für die EU,damit deren Mitgliedsstaaten nach ihren eigenen Überzeugungen handeln undentscheiden können. Zudem will die LKR die Abschaffung des Euro, stärker gesicherte EU-Außengrenzen sowie eine Flüchtlingsobergrenze. Die Partei ist gegeneine Vergemeinschaftung vonSchulden in der EU.Klimapolitisch steht sie der AfD nahe. Spitzenkandidat Luckehat seit 2014 ein EU-Mandat –nach seinem Austritt aus der AfD behielt er es für seine Neugründung LKR (zunächst als ALFA). Stefan Bernhard Eck saß als Abgeordneter der Tierschutzpartei im EU-Parlament. AusProtest gegeneine mangelnde Abgrenzung der Partei vonrechten Tendenzen trat er jedoch aus, ebenso wie einigeMitglieder des Vorstandes. In der Folgestellte sich die Tierschutzpartei neu auf und ernannte ihren stellvertretenden Generalsekretär Martin Buschmann zum Spitzenkandidaten. Ihre Themenschwerpunkte beziehen sich vorallem auf Tiere und Naturschutz. So fordertdie Partei unter anderem einen grundlegenden Tierschutzartikel im EU-Vertrag vonLissabon und ein EU- Budget für Tierschutz. Zudem spricht sie sich, ähnlich wie die Grünen, gegenAgrarsubventionen aus und für eine europäische Klima- und CO 2 -Initiative. Eine weitere Hauptforderung ist eine humane Asyl- und Flüchtlingspolitik. Der ehemaligeParteichef der erfolgreichsten rechtsextremen Partei Deutschlands, Udo Voigt, tritt nach fünf Jahren im EU-Parlament wieder als Spitzenkandidat an. Mit Voigt hat die NPD einen ihrer prominentesten Politiker nach Straßburg geschickt. Auch durch den Erfolg der AfD hat die NPD mittlerweile stark an Bedeutung verloren. Heute zählt sie nur noch rund 4000 Mitglieder.ImJahr 1969 waren es noch 28 000. Obwohl die Partei als verfassungsfeindlich gilt, hat das Bundesverfassungsgericht kein Verbotsverfahren gegensie eingeleitet, da sie zu bedeutungslos sei, um die demokratische Grundordnung zu gefährden. Aufeuropäischer Ebene fordertdie NPD eine völligeAbschottung der EU,den Austritt Deutschlands, das Ende der Russland- Sanktionen und den Abzug aller US-Soldaten. Die starkethematische Kongruenz zu den Grünen in Folge der Ökologiebewegung Anfang der 1980er-Jahre verhinderte den großen parteipolitischen Erfolg der Ökologisch- Demokratische Partei. Die ÖDP setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt sowie den Erhalt der Lebensgrundlagen ein. Dazu gehörten Artenvielfalt, sauberes Wasser,fruchtbarer Boden und intaktes Klima. Für Europa fordertman unter anderem eine Verankerung vonTierrechten in den EU-Statuten und den sofortigen Ausstieg aller Mitgliedsstaaten aus Kohle- und Kernkraft. Bei den Europawahlen 2014 gewann die ÖDP ein Mandat und entsandte ihren Vorsitzenden Klaus Buchner.Auch in diesem Jahr ist der Physiker und Universitätsprofessor wieder der Spitzenkandidat. Stärkung der Bürgerrechte, der Transparenz des Staatswesens, vonInformationsfreiheit und Basisdemokratie. Das sind die zentralen Forderungen der Piratenpartei. Sie hat ihre Schwerpunkte deutlich ausgebaut. Netzpolitik ist nicht mehr das alles bestimmendeThema. So auch in Europa. In dieser Legislatur waren die Piraten mit Julia Reda im Europäischen Parlament vertreten. Sie kämpfte gegendie umstrittene Reformdes Urheberrechts, insbesondere die Einführung der Uploadfilter.Reda hat sich aus der aktiven Politik verabschiedet. Zuvor trat sie aus der Partei aus und warnte davor, die Piraten zu wählen. Der Grund: Der Listenplatz zwei der Partei ist mit einem ehemaligen Mitarbeiter vonihr besetzt, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird. „So jemand darf nicht gewählt werden“, sagte Reda. Die paneuropäische Partei Volt Deutschland hat gerade breite Aufmerksamkeit durch ihre erfolgreiche Klagevor dem Verwaltungsgericht Köln gegendas Internetangebot Wahl-O-Mat wegenBenachteiligung kleiner Parteien erzielt. Ihnen geht es aber nicht um die Abschaltung,sondern nur um ein Update, versichertder 31-jährigeSpitzenkandidat Damian Boeselager.„Volt“versteht sich als „paneuropäisch, pragmatisch und progressiv“ und tritt in acht Ländernan. Nirgendwo sind die Chancen so gut wie in Deutschland –wegen der fehlenden Sperrklausel. Die Parteifordert, dass das EU-Parlament ein Vorschlagsrecht bekommtund den Kommissionspräsidenten wählen kann und dass der Einfluss der nationalen Regierungen zurückgedrängt wird. Der mittlerweile in Berlin lebende ehemaligegriechische Finanzminister Yanis Varoufakis will für Deutschland ins EU-Parlament ziehen. Nachdem er im Sommer 2015 nach nur einem halben Jahr aus dem ersten Kabinett vonAlexis Tsipras austrat, gründete der Wirtschaftswissenschaftler Anfang 2016 die „DiEM 25 –Demokratie in Europa“ mit . Er ist ihr Spitzenkandidat. Die 25 im Namen gibt das Ziel vor: Bis 2025 will DiEM zu einem vollkommendemokratischen und funktionierenden Europa gelangen. Erreichen wollen Varoufakis und seine Anhänger das Ziel durch mehr Transparenz der politischen Entscheidungsprozesse, zum Beispiel durch Übertragungen der Parlamentsdebatten. Jährlich sollen zudem europaweit 500Milliarden Euro in Klimaschutz- und Ökoprojekte investiertwerden. BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER Heute liegen die Höchstwerte bei 14bis 17 Grad. Dazu kommt selten die Sonne heraus. Häufig regnet es aus dunklen Wolken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus nordwestlichen Richtungen. In der Nacht gibt es nur sehr vereinzelt auch Regenfälle bei einem stark bewölkten Himmel, und die Tiefsttemperaturen sind bei 9bis 4Grad anzutreffen. Biowetter: Die Wetterlage bringt beschleunigten Stoffwechsel und erhöhten Blutdruck. Menschen, die zu rheumatischen Beschwerden neigen, müssen mit Beeinträchtigun- 10°/15° Wittenberge gen des Wohlbefindens rechnen. Pollenflug: Die Konzentration von Gräserpollen ist schwach. Dazu fliegen örtlich Pollen von Kiefern, Sauerampfer und Spitzwegerich. Gefühlte Temperatur: maximal 16Grad. Wind: schwach aus Nordwest. Min./Max. des 24h-Tages Brandenburg BERLIN 11°/14° 13°/16° Luckenwalde 10°/15° Cottbus 11°/15° Donnerstag Freitag Sonnabend wolkig stark bewölkt wolkig 9°/19° 10°/21° 9°/15° Prenzlau 12°/16° Frankfurt (Oder) 12°/17° Zwischen Tief Axel über Südnorwegen und Polen und Hoch Ophelia über dem Ärmelkanal dringt mit Nordwestwinden über die Nordsee kühlere Meeresluft ins westliche und zentrale Mitteleuropa vor. Dadurch sind von Südnorwegen über das östliche Zentraleuropa bis zum nördlichen Mittelmeerraum teils massive Regengüsse unterwegs. Sylt 9°/14° Hannover 9°/16° Köln 10°/19° Saarbrücken 9°/19° Konstanz 11°/18° Hamburg 7°/15° Rügen 12°/17° Rostock 13°/13° Magdeburg 11°/14° Erfurt 11°/13° Frankfurt/Main 11°/19° Stuttgart 11°/17° Nürnberg 12°/18° München 12°/16° Dresden 13°/14° Deutschland: Heute sorgen viele Wolken gelegentlich für Regenfälle. Dabei werden während des Tages 13 bis 19Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf 11 bis 4Grad ab. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordwest. Morgen scheint bei wolkigem Himmel immer wieder die Sonne. Es sind 17 bis 22Grad zu erwarten, und der Wind weht schwach aus Nordwest. Meerestemperaturen: Ostsee: 12°-14° Nordsee: 11°-13° Mittelmeer: 16°-26° Ost-Atlantik: 12°-17° Mondphasen: 26.05. 03.06. 10.06. 17.06. Sonnenaufgang: 05:00 Uhr Sonnenuntergang: 21:06 Uhr Mondaufgang: --:-- Uhr Monduntergang: 07:47 Uhr Lissabon 25° Las Palmas 22° Madrid 27° Reykjavik 15° Dublin 16° London 22° Paris 22° Bordeaux 25° Palma 25° Algier 25° Nizza 20° Trondheim 22° Oslo 18° Stockholm 26° Kopenhagen 17° Berlin 16° Mailand 25° Tunis 22° Rom 21° Warschau 20° Wien 16° Budapest 17° Palermo 24° Kiruna 9° Oulu 19° Dubrovnik 21° Athen 28° St. Petersburg 22° Wilna 22° Kiew 24° Odessa 24° Varna 24° Istanbul 26° Iraklio 25° Archangelsk 14° Moskau 25° Ankara 26° Antalya 31° Acapulco 34° heiter Bali 35° heiter Bangkok 38° wolkig Barbados 29° Gewitter Buenos Aires 16° bedeckt Casablanca 21° heiter Chicago 27° wolkig Dakar 28° sonnig Dubai 36° heiter Hongkong 32° sonnig Jerusalem 36° sonnig Johannesburg 22° sonnig Kairo 42° sonnig Kapstadt 19° sonnig Los Angeles 20° wolkig Manila 37° heiter Miami 32° heiter Nairobi 26° wolkig Neu Delhi 42° heiter New York 25° wolkig Peking 36° heiter Perth 22° sonnig Phuket 33° Gewitter Rio de Janeiro 31° sonnig San Francisco 20° wolkig Santo Domingo 30° wolkig Seychellen 30° heiter Singapur 33° wolkig Sydney 25° heiter Tokio 27° wolkig Toronto 17° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 3 * ························································································································································································································································································· Seite 3 Still stehen. Dasist so gegen alles,was Andreas Nikolaus Lauda je gelebt hat. Ständig in Bewegung, meistens am Limit. Mit ganzem Herzen, größtmöglicher Konsequenz und voller Leidenschaft. Bis zum Herzstillstand am Montag. DerKörper hat über die Sturheit gesiegt. VomTod gezeichnet war Niki Lauda seit Jahrzehnten, seit dem Unfall im August 1976 auf dem Nürburgring. „Sosiehst du halt aus, wenn du 50 Sekunden im Feuer hockst“, kommentierte der gebürtige Wiener die Verbrennungen an Kopf und Körper. Der ewige Extremist. „In meiner Generation musste man sich ständig fragen, ob dir der Sport dein Leben wert ist. So was prägt den Charakter schon sehr“, sagte er einmal. Am Montagabend ist Niki Lauda, Rennfahrer, Unternehmer, Pilot und Legende, im Universitätsspital von Zürich gestorben. Die Fluggesellschaft Laudamotion teilte mit: „In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist. Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich.“ Im August vergangenen Jahres hatte Niki Lauda eine neue Lunge erhalten. Im Formel-1-Umfeld war zunächst nur voneiner Grippe die Rede.Das hatte es auch jetzt wieder geheißen. Wegen der Spätfolgen seines Feuerunfalls musste Lauda sich zweimal einer Nierentransplantation unterziehen. Das letzte Lebenszeichen war eine Audiobotschaft anlässlich seines 70. Geburtstags im Februar gewesen: „Ich komme wieder zurück, und es geht volle Pulle bergauf.“ AllerWettbewerbsgeist, alle Kompromisslosigkeit, alle Kondition haben ihm nichts mehr genützt. Irgendwann war es zu viel für seinen Körper.Viele sagen, es sei ein Wunder gewesen, dass Niki Lauda überhaupt so lange gelebt hat. Fast eine Minute lang saß er damals, am1.August 1976, im brennenden Cockpit, atmete giftige Dämpfe ein. Nieein Vielleicht Es ist nicht nur sein Herz, das still steht. Die ganze Rennwelt tut es in dieser Woche vor dem Großen Preis vonMonaco.Vor allem natürlich die von Mercedes, seine zweite Heimat nach Ferrari. Lauda war als Teamaufsichtsrat und Anteilseigner maßgeblich an der Dominanz des Mercedes-Rennstalls in der Formel 1beteiligt. Motorsportchef Toto Wolff, sein kongenialer Partner seit 2013, sagte am Dienstag: „Niki wirdimmer eine der größten Legenden unseres Sports bleiben. Er verkörperte Heldentum, Menschlichkeit und Aufrichtigkeit auf und abseits der Strecke.“ Wolff, ebenfalls zutiefst Wiener,würdigte Art und Charakter Laudas: „Er hinterlässt eine tiefe Lücke in der Formel 1. Wir haben nicht nur einen Helden verloren, der das wohl eindrucksvollste Comeback aller Zeiten gegeben hat, sondern auch jemanden, der wertvolle Klarheit und Offenheit in die moderne Formel 1gebracht hat.Wirwerden ihn als Stimme der Vernunft sehr vermissen.“ Und dann dieses Bekenntnis: „Unser Mercedes-Team hat in ihm seinen Leitstern verloren.“ Gespräche mit Niki Lauda waren grundsätzlich vom Renntempo bestimmt, wie sollte es auch anders sein. Einfache Fragen, klare Antworten – auch für komplizierte Sachverhalte. Als würde er immer noch das RTL-Mikrofon in der Hand halten. Pointiert, aber nicht um der Pointe wegen, sondern weil er so war.Analytisch, kompromisslos,so hartgegen anderewie gegen sich selbst. Und das nicht nur in Worten. Manchmal waren die Gespräche noch kürzer, es gab nicht mal einen Ansatz von Wiener Schmäh, und das spöttische Grinsen aus seinem Gesicht war verschwunden. Es kam ein kehliges Ja oder aber ein Nein. Aber nie ein Vielleicht. Jeder Satz eine Entscheidung. Die Vokabel „vielleicht“ hat er nur dann benutzt, wenn er etwas ins Gegenteil verkehren wollte oder wenn er einen politischen Samen pflanzen wollte. Ein Hardliner, mit großem Geschick. Ein Rennfahrer,der sich alles erarbeiten musste. Ein Geschäftsmann, der es als Rebell mit allen Instanzen aufnahm. Ein Teamchef, der intuitiv wusste, was zu tun oder zu lassen war.Ein Familienvater mit einer immer noch klaren, aber auch sehr weichen Seite. Am wohlsten fühlte er sich, wenn er über den Wolken war. Kein Träumer, sondern ein Enthusiast. Bei allen Regeln in der Luft fand er dortdoch seine große Freiheit, noch mehr als im Renncockpit. Selber sein Schicksal bestimmen, das wollte er. Der Extremist Er war kompromisslos. Er war hart gegen sich selbst und gegen andere. Er war immer in Bewegung, meist am Limit. Mit 70 Jahren ist Niki Lauda –Rennfahrer,Pilot, Unternehmer und Überlebender –friedlich eingeschlafen Niki Lauda (1949–2019) Esist der Frühling des Jahres 2012. Niki Lauda sitzt in seinem sehr aufgeräumten Büro amWiener Flughafen. Arturo Merzario, der alte Italiener aus der Formel 1der Siebzigerjahre, sitzt am Ufer des Comer Sees voreiner Bar. Mitdem einen konnte man sich dortverabreden, mit dem anderen da. Zusammen ging es nicht. Zwei alte Männer, die über ein Leben reden. Über Niki Laudas Leben. Über ein Leben, das ohne Arturo Merzario schon am 1. August 1976 ausgelöscht worden wäre. Merzario ging damals durchs Feuer, erzog Lauda aus dem brennenden Ferrari auf dem Nürburgring. Sie mochten sich nicht allzu sehr vor diesem Tag, das wusste man. Sie kamen auch später kaum zusammen, obwohl der eine ohne den anderen nicht mehr hätte sein können. Das ist eine ungewöhnliche Geschichte,ihreGeschichte. „Wie geht es ihm?“, fragt Lauda. Und meint Merzario. Dann sagt Lauda an diesem Frühlingstag in Wien, dass er Merzario,seinen Retter,einst tatsächlich vergessen hatte.Weil er mit dem Überleben beschäftigt war. Nach dem Feuer. Als er in Monza mit blutigen Verbänden am Kopf wieder im Auto saß, hat er Merzario im Fahrerlager nicht einmal angesprochen, ihm nicht gedankt. Nach all dem, was war. InWien, im Frühling 2012, so viele Jahrespäter,versucht er, es zu erklären. Klug, offen und völlig ungeschützt. Es sind VonElmar Brümmer Niki Lauda und die Geschichte seines Retters Das zweite Leben 1. August 1976, Nürburgring: Der Ferrari brennt, der italienische Formel-1-Fahrer Arturo Merzario holt Lauda aus den Flammen. QUALITY SPORT IMAGES/GETTY IMAGES Sätze aus einer anderen Welt. „Formel 1zufahren, war ein Einzelkämpfertum damals. Man musste sich mit dem extremen Risiko auseinandersetzen. Wenn ich aber so ein Risiko eingehen will, muss ich jede professionelle Störung, zum Beispiel, mich zu vermenschlichen, ich sage es ganz hartso, mich zu vermenschlichen, genau das musste man verhindern.“ Arturo Merzario hat in diesem Frühling am Comer See gesagt, dass er das sogar verstanden hat. „Wissen Sie, wir sind keine Freunde, Lauda und ich. Aber wir sind Freunde.“ Irgendwie. Auf diesen Spruch brachte er das Ganze, für ihn passte es zusammen. So konnte er damit leben, ein Lebensretter zu sein, den lange Zeit niemand feierte. Irgendwann fand Lauda seine Sprache über den August 1976 wieder.Manchmal telefonierte er mit seinem Retter. Und er schrieb in seiner Biografie: „Merzario ging wie ein Gott durchs Feuer.“ Aufjeden Fall hat Gott selten einen soschnellen Helfer gehabt wie diesen ArturoMerzario auf dem Nürburgring. UndLauda? Er nahm das Geschenk des Lebens an, das Merzario ihm gab.Auf seine Art. Mitder Sturheit des Davongekommenen. „Ich habe nichts mehr aus der alten Zeit, alles ist weg, auch die Pokale.Ich lebe heute,und ich denke an morgen, immer schon.“ Nursohat Lauda sein zweites Leben nach dem August 1976 so lange leben können. Undauch das hat ArturoMerzario verstanden, vonAnfang an. Jochen Arntz Die Verbrennungen seiner Kopfhaut hat Niki Lauda immer unter einer Mütze verbergen können. Wie sehr jener Horror-Unfall auf dem Nürburgring seine Seele verletzt hat, weiß keiner.Tiefe Freundschaften hat der Österreicher, der dreimal Formel-1- Weltmeister war, nach eigenem Bekunden nie gepflegt. Immerhin, gelegentlich hat er seine erste und seine zweite Ehefrau –Marlene und Birgit –als seine besten Freunde bezeichnet. Einsam um ihn herum war es trotzdem nie, auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere blieb er ein Mann des öffentlichen Interesses. Ein Held, der sich nie als einer gefühlt hat. Seine beiden Hobbys, die Fliegerei und den Motorsport, machte er zum Beruf. Es ist ein langer, kurvenreicher Lebenswegvom Teenager,der sich ein VW Cabriolet Baujahr 1949 kauft und damit gegen denWillen desVaters Rennfahrer spielt, bis zum Formel-1-Champion und dem Mercedes-Team- Aufsichtsrat Lauda. Er spult zunächst sauber alle Nachwuchsrennserien ab,bis 1971 dann nur noch jene Formel mit der Zahl Eins dahinter übrig bleibt. Beim Großen Preis von Österreich 1971 fällt sein March-Ford aber aus.Wie gut, dass er die Erste Österreichische Sparkasse zu Wien als Sponsor gewonnen hat, mit dem Kredit sichert ersich das Cockpit. Aber es braucht eine längereAnlaufzeit. DenSprung an die Spitze schafft er aus eigener Kraft, als er 1973 in Monte Carlo den Ferrarivon Jacky Ickx mit einem BRM auf Distanzhalten kann. Enzo Ferrariwill daraufhin den jungen Mann unbedingt im roten Cockpit haben. Letzte Ölung bei vollem Bewusstsein Zehn Jahre lang sind die Italiener erfolglos in der Königsklasse gewesen, mit Lauda kehrt der Erfolg zurück –der 312 B3ist ein Rennwagen mit Perspektive. Nur nicht so zuverlässig, dass es gleich 1974 mit dem Titel klappt. Aber Lauda gelingt der erste von 25 Grand-Prix-Siegen. Legendär wird das neue Modell 312 T, mit dem Lauda 1975 fünf Rennen und am Ende auch den Titel gewinnt –der 312 Tist der einzige Formel-1- Rennwagen, der auf der Nordschleife des Nürburgrings eine Runde unter sieben Minuten drehen kann. EinJahr später kommt es in der Eifel dann zum schicksalhaften Feuerunfall, dessen genaue Ursache nie geklärtwurde,irgendetwas ist hinten an seinem Ferrari gebrochen. Lauda trägt schwerste Verbrennungen davon, er bekommt bei vollem Bewusstsein die letzte Ölung. Das hat er der Kirche wohl nie ganz verziehen. Dank seines unbändigen Willens sitzt Lauda 42 Tage später wieder im Rennwagen, wirdVierter auf der gefährlichen Hochgeschwindigkeitspiste von Monza und verpasst den Titel am Ende nur um einen Punkt. Als eine der Unfallfolgen ist sein Sehvermögen auf einem Auge stark eingeschränkt, er muss beim Regenfinale in Fuji aufgeben. „Mein Leben ist mir wichtiger als eine Weltmeisterschaft“, sagte der frisch Geläuterte. Später wird das epische Duell gegen James Hunt erfolgreich verfilmt. Dreimal wird Lauda insgesamt Champion, ein Comeback-König. Alles läuft nach dem endgültigen Abschied vom Grand-Prix-Sport auf ein Happy End hinaus, auch im richtigen Leben. Lauda wird erfolgreicher Geschäftsmann, kann mehrfach den Kampf für eine eigene Fluggesellschaft gegen den Branchenriesen Austrian Airlines gewinnen. Er beweist nach dem Absturzeiner Chartermaschine vonLauda Air 1991 in Thailand im Simulator-Selbstversuch, dass nicht seine Piloten schuld gewesen sind, sondern der Hersteller.Bis zum Schluss ist er selbst geflogen. Ein Blackout hat lange verhindert, dass sich Niki Lauda überhaupt an den Unfall erinnert. Selbst die Filmaufzeichnungen hat er betrachtet, als ob der Horror-Crash jemand anderem widerfahren wäre. Die Angst danach, der Überlebenskampf haben ihn sehr wohl jahrelang beschäftigt. Einmal, nach dem Zug aneiner Haschzigarette, hat er einen Flashback. „Ich beugte mich im Badezimmer übers Waschbecken, und als ich in den Abfluss schaue,kamen alle Gedanken zurück. Ichsah mich selbst leblos in ein tiefes Loch fallen und dachte: Jetzt stirbst du.“ In Wirklichkeit aber lebte er. Bis zu diesem Montag. Elmar Brümmer war schon als Kind immer am Nürburgring.AnNiki Laudas Unfall hat er aber keine Erinnerung.


4* Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Politik 320 000 Kaffeebecher pro Stunde Umweltministerin will Mehrweg durchsetzen Seehofer nimmt kriminelle Clans ins Visier Mehr Personal für das Bundeskriminalamt geplant VonMarina Kormbaki Essind eindrucksvolle Zahlen, die Bundesumweltministerin Svenja SchulzeamDienstagmittag in Berlin vorstellte. Pro Stunde landen der SPD-Politikerin zufolge hierzulande 320 000 Einwegbecher im Müll – nachdem sie im Durchschnitt nur 15 Minuten in Gebrauch gewesen sind. Zwar stellten die Plastikbecher an den rund 220 Kilogramm Verpackungsmüll, die jeder Bundesbürger proJahr produziert, nur einen geringen Anteil. Aber,soSchulze, der Einwegbecher tauge zum Symbol eines weit verbreiteten Lebenswandels: „Wir Deutsche leben in einer Wegwerfgesellschaft.“ ZurNot mit finanziellem Druck Einwegbecher landen im Schnitt nach 15 Minuten Benutzung im Restmüll. DPA Die SPD-Politikerin hat es zu ihrem Ziel erklärt, „überflüssige Einwegverpackungen so weit wie möglich zu verdrängen“. Denn der am Dienstag vorgestellten Studie des Bundesumweltamtes zufolge schaffen die jährlich in Deutschland ausgegebenen rund 2,8 Milliarden Becher und deren Deckel erhebliche Probleme – für kommunale Entsorger, aber auch für die Umwelt. Um den Gebrauch von Einwegbechern zuverringern, setzt Schulze zuallererst auf die Zusammenarbeit mit Herstellern und Handel. Es gebe„ökologisch absolut sinnvolle Alternativen“, so Schulze,„nämlich Mehrwegbecher“. Schulze will Hersteller sowie gastronomische Betriebe zur häufigerenAusgabe vonMehrweg- statt Einwegbechern bewegen. Dies soll zunächst auf Grundlage freiwilliger Vereinbarungen geschehen. Doch „wenn die Industrie den freiwilligen Weg nicht mitgeht“, so Schulze, müsse man über andereWege nachdenken. Andere Wege – die wären dann vor allem finanzieller Art. So ließen sich über das zu Jahresbeginn in Kraft getreteneVerpackungsgesetz die Lizenzgebühren für Hersteller vonKunststoffartikeln anheben. Denkbar sei zudem die Einrichtung eines „Vermüllungsfonds“: Bäcker, Kaffeeketten und weitere Verkaufsstätten sollten für Heißgetränken in Einwegbecherneinen höheren Preis nehmen als für solche in Mehrwegbechern. Der Preisaufschlag käme den Kommunen zugute,umsie bei der Entsorgung der Plastikbecher zu unterstützen. Laut Umweltbundesamt stellen Einwegbecher inzwischen 15 Prozent des Müll-Volumens in kommunalen Abfalleimern. Die Umweltministerin kündigte zudem ein nationales Verbot von Bechern aus aufgeschäumtem Kunststoff an, die in Deutschland allerdings deutlich seltener im Umlauf sind als im EU-Ausland. Einsolches Verbot erlaubt die am Dienstag von den EU-Staaten endgültig verabschiedete Richtlinie zum Verbot von Einweg-Plastik. Die Mitgliedstaaten haben nun zwei Jahre Zeit, die Vorgaben zur Verbannung von Einmal-Produkten, für die es Mehrweg-Alternativen gibt, in nationales Recht umzusetzen. Dazu zählen Plastikteller und -besteck sowie Strohhalme, Wattestäbchen und Luftballonstäbe. Katarina Barleyprangertan, dass jedes Wiener Café mehr Steuernzahlt als ein Großkonzernwie Starbucks. „Meine Wohnung in Berlin ist gekündigt“ SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley über ihre Pläne im Europaparlament und ungerechte Steuersätze Zwischen 15 und 17 Prozent sagen Umfragen der SPD für die Europawahl am Sonntag voraus. Ihre Spitzenkandidatin, Bundesjustizministerin Katarina Barley, erklärt, was für sie, die Partei und Europa auf dem Spiel steht. Frau Barley, die SPD arbeitet sich im Europawahlkampf bislang vorallem an den Konservativen ab. Stehen die Gegner der europäischen Demokratie nicht weiter rechts? Ich persönlich habe in meinen Wahlkampf keinen Hauptgegner ausgerufen. Dass wir Sozialdemokraten mit jeder Faser unseres Körpers gegen Rechtspopulisten kämpfen, ist doch klar. Aber: Die Strategie der Rechtspopulisten war immer, alle etablierten Parteien in einen Topf zu werfen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen uns Sozialdemokraten und den Mitbewerbern. Undvor allem die zu den Konservativensind groß. Wo liegt der Hauptunterschied? Die SPD will ein Europa, das sich um die Menschen kümmert. CDU und CSU wollen ein Europa der Märkte. Das ist der Hauptunterschied. Undjetzt bitte etwas konkreter. Wirtreten für einen europäischen Mindestlohn ein, die Union ist dagegen. Wir wollen in Europa investieren, um endlich die Arbeits- und Perspektivlosigkeit der jungen Menschen in Südeuropa in den Griff zu kriegen. Der Union ist das egal. Wir wollen eine europäische Versicherung für Sozialsysteme, umEuropa gegen die nächsten Krisen zu wappnen. Die Union will lieber Banken retten. Auch beim Thema Steuern gibt es große Unterschiede. Welche? Einige Großkonzerne,wie Google, Amazon und Co, nutzen unsere unterschiedlichen Steuersysteme aus. Starbucks hat in Österreich 17,6 Millionen Euro Umsatz gemacht und nur 803 Euro Unternehmenssteuern gezahlt. Jedes Wiener Café zahlt mehr. Wirwollen eine Mindestbesteuerung einführen, denn wer inEuropa Geld verdient, muss auch Steuern zahlen. Wenn die Mindestbesteuerung bei 15 ZUR PERSON Katarina Barley wurde 1968 in Köln als Tochter einer Deutschen und eines Briten geboren. Sie selbst besitzt beide Staatsangehörigkeiten. Barleystudierte Jura in Marburg und Paris. SPD-Mitglied ist sie seit 1994. 2015wurde sie zur Generalsekretärin der Partei gewählt. Von Juni 2017 bisMärz 2018 war BarleyBundesfamilienministerin,dann Justizministerin. Im Oktober 2018 wurden sie und Udo Bullmann zu Spitzenkandidaten für die Europawahl nominiert. bis 18 Prozent liegt, hat das Steuerdumping in Europa ein Ende. Im Grundsatz aber wollen Konservative und Sozialdemokraten doch das Gleiche: Europa stärken. Ich bin nicht sicher, wie ernst die rhetorischen Bekenntnisse zu einem starken, demokratischen Europa bei den Konservativen gemeint sind. Es waren Konservative wie Österreichs Bundeskanzler Kurz, die Rechtspopulisten in die Regierungsverantwortung gebracht haben. Seehofer hat Orban noch bei CSU-Treffen hofiert, als dieser längst die Axt an den Rechtsstaat in Ungarn gelegt hat. Manfred Weber hat bis zuletzt versucht, sich die Stimmen von Orbans Fidesz-Partei im Europaparlament zu sichern. Wenn man etwas aus Österreich lernen kann, dann doch dieses: Beim Kampf gegen die Feinde der Demokratie kann man sich auf die Konservativen nicht verlassen. Was haben Sie sich für ihre Zeit im Europaparlament vorgenommen? Meine berufliche und politische Laufbahn zeigt ziemlich deutlich, wo meine Schwerpunkte liegen. Ichwill mich für mehr Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Europa einsetzen. Da kenne ich mich am besten aus, daist der Bedarf amgrößten, und dafür bin ich als dann ehemalige Justizministerin prädestiniert. Es gibt Menschen, die glauben, Siegehen am Ende gar nicht nach Brüssel. Es ist ja auch ein ungewöhnlicher Schritt, noch nie hat in Deutschland ein amtierender Minister oder Ministerin für das Europäische Parlament kandidiert. Für mich ist ganz klar, dass ich das Justizministerium verlassen werde. Meine Wohnung in Berlin ist gekündigt, der Mietvertrag in Brüssel unterschrieben. Mein früherer Ehemann und der jüngere meiner Söhne gehen mit. Wann verlassen Siedas Ministerium? Am 26. Mai ist Schluss. Mein Gesuch auf Entlassung als Justizministerin ist schon geschrieben. Ich werde esnoch am Wahlabend der Bundeskanzlerin weiterleiten. DasGespräch führte Andreas Niesmann. Deutsche Waffen für den Krieg in Jemen Der Rüstungsexportstopp der Bundesregierung gilt nicht für die Vereinigten Arabischen Emirate VonJörg Köpke Als der Bundessicherheitsrat Ende MärzeineVerlängerung des Rüstungsexportstopps für Saudi-Arabien beschloss, war die Sache für SPD-Chefin Andrea Nahles klar: „Es gilt, dass es keine Lieferungen von Waffen nach Saudi-Arabien oder in die Vereinigten Arabischen Emirate geben kann, die im Jemen-Krieg eingesetzt werden“, sagte Nahles. Auch Regierungssprecher Steffen Seibertbezog ausdrücklich dieVereinigten Arabischen Emirate in das Embargo mit ein. Die Bundesregierung, kündigte er seinerzeit an, werde sich in Konsultationen mit den europäischen Partnern dafür einsetzen, „dass die gemeinsam produzierten Rüstungsgüter im Jemen- Krieg nicht zum Einsatz kommen und dass keine endmontierten Rüstungsgüter aus diesen Gemeinschaftsprogrammen an Saudi-Arabien und die VAE ausgeliefert werden“, erklärte Seibert. Sieben Wochen später werden sowohl die SPD-Vorsitzende als auch der Sprecher der Bundesregierung von der Realität eingeholt. Es habe inzwischen Konsultationen gegeben, zu deren Ergebnissen die Bundesregierung aber keine Angaben machen wolle. Das Bundeswirtschaftsministerium räumte jedoch auf Nachfrage der Linken ein, dass der Exportstopp „sowohl hinsichtlich der Genehmigung als auch der tatsächlichen Ausfuhr nicht für die VAE–weder für rein deutsche Rüstungsgüter noch für Komponenten bzw. Bauteile aus Deutschland – gilt“. Dasgeht aus einer Antwortvon Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum an Linken-Außenexpertin Sevim Dagdelen hervor. Widerspricht Altmaier Merkel? schen Union und SPD war zuvor bereits festgelegt worden, dass es keine Waffenlieferungen mehr geben soll an Staaten, die „unmittelbar“ am Jemen-Krieg beteiligt sind. Die Emirate gelten als enger Verbündeter Riads im blutigen Bürgerkrieg gegen Huthi-Rebellen im Nachbarland Jemen. Für Rolf Mützenich (SPD) ist die Aussage des Wirtschaftsministeriums als Kritik vonMinister Peter Altmaier (CDU) an Merkel zu werten. „Die Antwortzeigt, dass das Bundeswirtschaftsministerium mit der Entscheidung der Kanzlerin, einen Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien zu verhängen, nicht einverstanden ist“, sagte Mützenich. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Regelung auch auf die Verbündeten im Jemen-Krieg angewendet wird. Man kann Saudi- Arabien nicht isoliertbetrachten.“ Dagdelen nennt es „unverantwortlich, dass das offiziell erklärte Waffenembargo der Bundesregierung für die Vereinigten Arabischen Emirate im Gegensatz zu Saudi-Arabien nicht gilt, obwohl die VAEeinen DPA/KAY NIETFELD Der Rüstungsexportstopp resultiert aus einer Anweisung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Mit ihr reagierte sie im November auf die Ermordung des saudischen Regimekritikers Jamal Khashoggi. Als Folge wurden die Exportbestimmungen für Waffen und Kriegsgerät an Riad verschärft. Im Koalitionsvertrag zwimindestens gleichgroßen Anteil am mörderischen Krieg im Jemen haben“, sagte die Linken-Politikerin. Werweiter Waffen an die Vereinigten Arabischen Emirate liefere, leiste aktive Beihilfe zu Kriegsverbrechen im Jemen, darunter Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser. Lieferung über Sardinien Unterdessen hat die Bundesregierung neue Zahlen zu deutschen Rüstungsexporten an Drittstaaten vorgelegt, die weder der EU noch der Nato angehören. Danach erteilte Deutschland 2018 allein für die VAE Rüstungsexportgenehmigungen im Wert vonmehr als 45 Millionen Euro. Dasgeht aus einer Antwortdes Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Verteidigungsexpertin Katja Keul hervor. „Die Munition für den Jemen- Krieg taucht in den offiziellen Zahlen gar nicht auf, weil Rheinmetall längst ohne Genehmigung der Bundesregierung über Auslandsbeteiligungen in Sardinien und Südafrika liefert“, sagte Keul. VonMarkus Decker Das Bundeskriminalamt (BKA) soll mehr Personal für den Kampf gegen Clan-Kriminalität bekommen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verwies in der Bild-Zeitung zur Begründung auf eine neue Bund-Länder-Initiative. Ziel sei es,Strukturen, Arbeitsweisen und Verflechtungen krimineller Clans aufzudecken. Mithilfe dieser Informationen sollen die Länder den Fahndungsdruck erhöhen. Details nannte Seehofer nicht. Im nächsten Bundeslagebild zur Organisierten Kriminalität soll es erstmals ein Kapitel mit dem Titel „Kriminelle Mitglieder von Großfamilien ethnisch abgeschotteter Subkulturen“ geben. Zur Begründung sagte eine Sprecherin der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland) im Januar:„Die Kriminalität von Angehörigen türkischund arabischstämmiger Großfamilien zeichnet sich durch eine grundsätzlich ethnisch abgeschottete Familienstruktur aus, die unter Missachtung der vorherrschenden staatlichen Strukturen, deren Werteverständnis und Rechtsordnung eine eigene, streng hierarchische, delinquente Subkultur bildet.“ In den bisherigen Lagebildern habe man das Thema nur gestreift. Das solle sich ändern. „Die Erhellung kriminalistischer Zusammenhänge“, so eine BKA-Sprecherin jetzt,„ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.“ Dabei geht es stets um ähnliche Delikte: Drogenund Menschenhandel, Geldwäsche, Horst Seehofer will den Fahndungsdruck auf kriminelle Clans erhöhen. DPA Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit –und alle Formen von Gewalt. Die Clans kommen überwiegend, aber nicht allein aus dem türkisch-arabischen Raum. Auch die italienische Mafia gehörtdazu. Umkehr der Beweislast Vorallem in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wird intensiv ermittelt. So beschlagnahmte die Berliner Polizei im August 2018 von einem arabischstämmigen Clan 77 Immobilien im Wert von mehr als neun Millionen Euro. Der Vorwurf: Geldwäsche. Laut Gesetz können solche Beschlagnahmungen neuerdings schon dann stattfinden, wenn die bloße Möglichkeit besteht, dass sie mit Geld aus Straftaten erworben worden sein könnten. Das ist rechtlich umstritten, weil die Beweislast umgekehrt wird. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, begrüßte die Anstrengungen. „Die vermehrten Razzien gegen kriminelle Banden in mehreren Bundesländern zeigen: Der Staat ist verstärkt gewillt, sogenannte Großfamilien massiv unter Druck zu setzen und Parallelgesellschaften zu zerschlagen“, sagte er,fügte aber hinzu: „Umerfolgreich zu sein, sind ein großer Personalaufwand und eine enge Zusammenarbeit von Polizei, Justiz, Zoll und Steuerbehörden notwendig.“ Dasgrößte Problem sei die Anpassungsfähigkeit der Täter. Darauf müsse die Polizei flexibel reagieren.


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 5 * ························································································································································································································································································· Politik Steuermittel für die Grundrente SPD plant nun Abschaffung der „Mövenpick-Steuer“ VonRasmus Buchsteiner und Andreas Niesmann Die SPD-Spitze hat sich auf ein Konzept für eine Grundrente geeinigt. Daswurde der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland) in Regierungskreisen bestätigt. Finanziert werden soll das Konzept „überwiegend aus Steuermitteln“, hieß es am Dienstagabend. Das Volumen der Pläne für die Grundrente beläuft sich nach „Tagesschau“-Informationen auf zunächst rund 3,5 Milliarden Euro. 2025 könnten es dann 4,8 Milliarden Euro jährlich sein. Drei Millionen Menschen sollen von der Grundrente profitieren. Bei der möglichen Einführung der Rente 2021 solle der Steueranteil nach den Plänen der SPD rund 50 Prozent betragen, berichtete die ARD. Für das Jahr 2024 seien bereits 70 Prozent geplant. Zur Finanzierung soll die sogenannte „Mövenpick-Steuer“ abgeschafft werden. Der Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen wurde 2009 auf Druck der FDP von 19 auf 7Prozent gesenkt. DerWegfall des Privilegs könnte laut Berichten 700 Millionen Euro proJahr bringen. Zusätzliche Mittel sollen aus Einnahmen der geplanten Transaktionssteuer in Höhe von500 Millionen Euro pro Jahr kommen. Ein weiterer Teil soll durch Einsparungen bei den Kosten der Krankenversicherung der Rentner aufgebracht werden. Streit um Bedürftigkeitsprüfung Mit dem Grundrenten-Konzept versuchen die Sozialdemokraten, in der Schlussphase des Europawahlkampfes noch einmal mit einem sozialpolitischen Thema in die Offensive zu kommen. Über Ausgestaltung und Umsetzung der Pläne dürfte es in der Großen Koalition noch erhebliche Auseinandersetzungen geben. Während Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung ablehnt, hält die Union sie für notwendig und verweist auf den Koalitionsvertrag, der eine solche Regelung vorsieht. Zuletzt hatte etwa Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus gesagt, ohne eine solche Prüfung werde nicht gezielt denen geholfen, die es nötig hätten.„Das ist nur das Prinzip Gießkanne.“ Die CDU hatte sich zudem vehement dagegen gewandt, zur Finanzierung auf die Rücklagen der gesetzlichen Rentenversicherung zuzugreifen, wie es die SPD angesichts der nicht mehr so stark wachsenden Steuereinnahmen geplant hatte. Mehr als 35 Versicherungsjahre Die Rentenansprüche langjähriger Geringverdiener mit mehr als 35Versicherungsjahren sollen nach dem Konzept aufgewertet werden: um bis zu 447 Euro monatlich im Westen und –wegen des geringeren Rentenwerts –knapp 430 Euro im Osten. Auch Erziehungs- und Pflegezeiten sollen angerechnet werden. Voraussetzung ist zudem ein über das Arbeitsleben ermittelter Durchschnittsverdienst von mindestens 775 Euro im Monat. (mit dpa) Bundesarbeitsminister Hubertus Heil lehnt eine Bedürftigkeitsprüfung ab. AP Wiener Melange In Österreichs Parlament werden die Karten neu gemischt. Kann Kanzler Kurz sich retten? VonMatthias Röder und Fabian Nitschmann, Wien Der Machtpoker in Österreich ist in der entscheidenden Phase. In einer Sondersitzung des Parlaments muss sich Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am kommenden Montag voraussichtlich einem Misstrauensantrag stellen. SPÖ und die aus der Regierung gedrängte FPÖ könnten mit ihren Stimmen den Kanzler stürzen. „Es wäre jafast naiv von Kurz anzunehmen, dass wir Freiheitlichen nach dem Misstrauen vonKurz gegen uns kein Misstrauen gegen ihn haben“, sagte der entlassene FPÖ- Innenminister HerbertKickl. Nach Ansicht der Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle dürfte die FPÖ gegen den Kanzler stimmen. „Die haben Rachegelüste“, sagte sie. Die SPÖ besteht weiter auf einer Übergangsregierung aus Experten bis zur Wahl im September und der folgenden Regierungsbildung. Damit sei ein Verbleib vonKurzimAmt unvereinbar,sagte ein SPÖ-Sprecher am Dienstag in Wien. Misstrauensvotum am Montag Der 32-jährige Kurz zeigte sich von all dem nach außen unbeeindruckt. Nach einem zweistündigen Treffen mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen referierte er seine Vorschläge für eine Übergangsregierung unter dem Motto: Ohne mich bricht das Chaos aus. Er werde „ehebaldigst“ Vander Bellen die möglichen Nachfolger für den geschassten Kickl und die zurückgetretenen FPÖ-Minister nennen. „Ich glaube, dass dieser Schritt entscheidend ist, um Stabilität innerhalb der Republik zu gewähren, um uns aber auch in den entscheidenden nächsten Monaten innerhalb der Europäischen Union handlungsfähig zu halten.“ Gerade die Anzeige Um Stabilität bemüht: Sebastian Kurz (l.) und Alexander Vander Bellen. Der Nationalrat Aktuelle Sitzverteilung des österreichischen Parlaments Neos 10 SPÖ 52 Jetzt* 7 *früher Liste Pilz Sie können nicht richtig sehen? Sie sind mit IhremSehen nicht100% zufrieden? Die alteoder neue Brille garantieren auch keinen guten klaren Blick? Sie sehen„verschwommen“, Sie fühlen sich geblendet (z.B.: beim Autofahren), Sie haben das Gefühl nur noch in die Nähe sehen zu können und das Bild was Sie sehen ist„unscharf“? Einer der Gründe kann ein Grauer Star sein. Jede/n kann es betreffen! Und? WiesiehtIhre Augenlinse aus? 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Vander Bellen appellierte an die Kompromissfähigkeit der Parteien. „Es geht darum, wieder einen Schritt aufeinander zuzugehen.“ Es konnte der Eindruck entstehen, dass er den geplanten Misstrauensantrag oder gar den möglichen Sturzvon Kurz für keine gute Idee hält. Auf Nachfrage erklärte das Staatsoberhaupt, dass er keinen Plan Bzudem Konzept von Kurz habe – eine zumindest indirekte Unterstützung für den Kanzler. Eher formal und höchst erwartbar war,dass Vander Bellen mit dem Abschied der FPÖ-Minister aus dem Kabinett einverstanden ist. Die parteilose Außenministerin Karin Kneissl, die von der FPÖ für das Regierungsamt nominiert worden war, bleibt im Kabinett. Fischler als Übergangskandidat Aus Kreisen der SPÖ wurden mehrere Namen lanciert, die statt Kurz an der Spitzeeiner Übergangsregierung stehen könnten: Dazu zählten der frühere EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler (ÖVP) oder Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny (SPÖ). Im Gespräch sind auch der ehemalige Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher,der ehemalige Präsident des Verwaltungsgerichtshofs, Clemens Jabloner, sowie die ehemalige liberale Spitzenpolitikerin Heide Schmidt. Auslöser der Krise ist ein Skandalvideo, das den bisherigen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigt, wie er vorder Wahl von2017 auf Ibiza einer vermeintlichen russischen Oligarchin Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe in Aussicht stellte. Ein Kanzler kann vom Parlament mit einfacher Mehrheit abberufen werden. Es wäre das erste Malinder österreichischen Geschichte. (dpa) Unsereseit Jahrzehntengeführte Datenbank und die Erfahrungen unserer Mitarbeiter ermöglichen es uns -Ihre Augenprüfung und aktuelle Messdaten abzugleichen. Viele Parameter lassen schon im Frühstadium einen Grauen Star erkennen. Es lohnt sich auf jeden Fall eine zweiteMeinungeinzuholen. Der Graue Star –medizinisch „Katarakt“ – gilt weltweit als Hauptursache für schlechtes Sehen. Vor allem die ältere Generation ist betroffen, denn in rund 90% aller Fälle tritt das Krankheitsbild im fortgeschrittenen Al- May nimmt neuen Anlauf für ihren Deal Abstimmung über zweites Referendum angeboten Die britische Premierministerin Theresa Maywill das Parlament in London über ein mögliches zweites Brexit-Referendum abstimmen lassen. Dassagte Maybei einer Rede in London am Dienstag. Voraussetzung sei aber,dass die Abgeordneten den Gesetzesentwurf zum Abkommen für einen EU-Austritt Großbritanniens in zweiter Lesung durchwinken. Das Gesetzgebungsverfahren Anfang Juni gilt als letzte Hoffnung für den Brexit-Deal, den May mit der EU ausgehandelt hatte. Die Regierungschefin war mit dem Brexit-Abkommen bereits dreimal bei Abstimmungen im britischen Parlament gescheitert. Gespräche mit der Labour-Opposition über einen Kompromiss waren anschließend gescheitert. Nun hofft sie,durch Änderungen genug Unterstützung zu bekommen, um den Brexit-Deal doch noch zu retten. Sie werde einen „neuen“ Deal vorlegen, um einen breiten Konsens über Parteigrenzen hinweg schaffen zu können, sagte die Regierungschefin. Dassei die letzte Chance,das Resultat des Brexit-Referendums umzusetzen, so May. Neben Zugeständnissen für die Hardliner in ihrer Partei und die Verbündeten der nordirisch-protestantischen DUP stellt May außerdem noch eine Abstimmung über eine dauerhafte Zollunion in Aussicht. Zudem soll das Parlament bei den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU ein größeres Mitspracherecht bekommen. May hatte sich kürzlich bereiterklärt, nach der Abstimmung im Juni einen Zeitplan für ihren Rücktritt zu vereinbaren. (dpa) ter auf. Man spricht dann von Alterskatarakt. Die Krankheit äußert sich durch einen grauen Schleier, der das Sehen beeinträchtigt. Aber auch viele jüngere Menschen trifft esmittlerweile.Keine Altersklasse ist davonverschont. Wasverstehtman aber eigentlich unterdem Grauen Star? Beim Grauen Star handelt es sich um die Trübung der Augenlinse. Esgibt verschiedene Ursachen für die Linsentrübung.Alle Ursachen führen zu einer Stoffwechselstörung der Augenlinse, inderen Folge idR. bestimmte Substanzen nichtmehr abtransportiertwerden und sich in der Linse einlagern. Der Graue Star kann in allen Altersgruppen auftreten: selten als angeborener Star, vereinzelt im Jugend- und gelegentlich im Erwachsenenalter sowie häufig im hohen Alter. Ihre Sicherheit geht vor! Bevor sie sich operieren oder „irgendeine“ Brille verschreiben lassen, lassen Sie sich fachlich auch von uns beraten. Sprechen Sie uns gern auf “Katarakt Lupenbrille“, „Katarakt Gleitsichtbrille“, „Katarakt Lesebrille“ und„Katarakt Bifokalbrille“ an. Unser Team, in unseren vier Berliner OPTIKER KRAUSS Filialen, freut sich auf Sie! Vereinbaren Sie noch heuteeinen Beratungstermin. 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6 Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Hauptstadt In guter Die Urschrift ist 35 mal 24 Zentimeter groß ist kein dicker Wälzer, sondern nur 2,7 Zentimeter dick. 1 396 Gramm schwer und Verfassung Das Buch 24 cm Die Urschrift des Grundgesetzes wird im Bundestag aufbewahrt. Bei der Vereidigung der Bundeskanzler spielt sie eine Hauptrolle wenn die Kanzlerin Er findet 146 Artikel hat Es wurde vor exakt 70 sich in Artikel 56 des Grundgesetzes. Jahren in Bonn auf Büttenpapier gedruckt. 35 cm Diese Originalschrift wird im Reichstagsgebäude sicher verwahrt und nur herausgenommen, oder der Kanzler der Bundesrepublik den Amtseid leistet. der Mitglieder des Parlamentarischen Rates un der Vertreter der Länder. VonChristine Dankbar die Urschrift, im GEÄNDERT Anschlu s daran finden sich die Unterschriften Das Grundgesetz wurde 62 Mal geändert. Es besteht aus insgesamt ca. 21 000 Wörtern. GEÄNDERT Artikel 31 ist der Die meisten Wörter, nämlich kürzeste und besteht nur aus drei Worten: „Bundesrecht bricht Landesrecht“. 764, enthält der Artikel 106. Er ist Teil der Finanzverfassung. Die Publikation „Grundgesetz“ wird ............................................................................................ . . . ...................................................................................................................... Pro Jahr werden 185 000 Exemplare des deutschsprachigen Grundgesetzes im Format DIN A6 ausgegeben. vom Bundestag in zwei .................................................................................................. . .................................................................................................................... Zudem 94 000 Exemplare des deutschsprachigen Grundgesetzes im Mini-Format (8,5 x 6,0 cm). Varianten und in verschiedenen Sprachen angeboten. .................Exemplare pro Jahr werden in anderen Sprachen abgegeben. (Die sind im Format DIN-A 6) 20 000 ................................................................................. ...................................................................................................................... BLZ/BÖTTCHER, GALANTY Auch wenn er sich fast sein ganzes akademisches Leben damit beschäftigt hat – MichaelF.Feldkamp ist niemand, der mit dem Grundgesetz unter dem Armherumläuft. Der Historiker und Grundgesetz-Experte hat es aber in seiner Aktentasche. Genauer gesagt, er hat gleich mehrere, sehr wichtige Ausgaben davon in seiner Aktentasche. Für alle, die mit dem Taschenbuch des Grundgesetzes aufgewachsen sind, ist zunächst einmal das Format der Originalausgabe eine Überraschung. Es ist ein großformatiger Band, in seinen Maßen zwischen DIN A4 und DIN A3. Die Originalausgabe hat Feldkamp zum Termin allerdings nicht mitgebracht. Sieruhtsicher verwahrt beim Direktor des Bundestages und wird herausgeholt, wenn die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler den Amtseid daraus abliest. Dieser findet sich in Artikel 56. Danach verschwindet das kostbare Buch wieder im Safe. Die Ministerinnen und Minister legen ihreAmtseide ab,indem sie aus einer Kopie vorlesen, die einen etwas helleren Einband hat als das Original. Feldkamp präsentiert ein Faksimile der Urschrift, die Bundeskanzler Konrad Adenauer im August 1949 anfertigen und unter anderem an die Mitglieder des Parlamentarischen Rates verteilen ließ. Diese ersten Faksimiles unterscheiden sich bereits deutlich von der Urschrift. Sie haben einen roten Einband aus Leder oder Kunstleder und sind etwas kleiner.Warum das so ist, ist unklar.„Es ist vielleicht aus Respekt gegenüber der Urschrift“, sagt Feldkamp.„Das Faksimile soll ähnlich sein, aber keine genaue Kopie.“ An wen Adenauer sie alle verteilte, ist nicht exakt festgehalten. So erhielt im Jahr 1950 beispielsweise der britisch-jüdische Verleger Victor Gollancz ein Exemplar. Es gab später noch weitere hochwertige Nachdrucke der Urschrift – immer dann, wenn das Grundgesetz einen runden Geburtstag feierte. So ließ der damalige Bundestagspräsident Kai-Uwe von Hassel im Jahr 1969 Faksimile anfertigen, die Abgeordnete erhielten, die bereits 20 JahreimBundestag waren. Auch mit den Kopien wurde also nicht gerade verschwenderisch umgegangen. Den letzten Nachdruck gab es zum 60. Jahrestag, in ihm finden sich auch die Fingerabdrücke und Tintenflecken der Urschrift wieder. Feldkamp kennt jedes Detail, das dem ungeübten Auge entgangen wäre. Besucher des Bundestages können ein Faksimile von 1949 in einer Glasvitrine betrachten. Und ein neues Exemplar mitnehmen. Das ist zwar ein eher unspektakulärer Nachdruck, dafür aber gratis und er hat den Vorteil, dass er vollständig ist, denn die Urschrift enthält natürlich nicht die Änderungen, die es im Laufe der Jahregegeben hat. Insgesamt62 Mal verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, in dem eine oder mehrere Regeln des Grundgesetzes ergänzt wurden. „Die Rolle der Länder ist seit 1949 kleiner geworden“, sagt Feldkamp.„DieBedeutung Europas ist gewachsen.“ PLATZ DER REPUBLIK Popcorn im Schloss Tanja Brandes über Gemütlichkeit im Politikbetrieb Die Suche nach einer Wohnung kann –zumal in Berlin –eine ziemliche Zumutung sein. Das geht auch Politikern so. Trotzdem haben es Bundestagsabgeordnete leichter. Denn sollte der eine oder die andere sich in einer finsteren Erdgeschosswohnung außerhalb des S-Bahnrings wiederfinden, kann er oder sie sich mit dem Gedanken an die heimatliche Stube im Wahlkreis trösten –und damit, dass man als Berufspolitiker ja eigentlich ohnehin keine Zeit hat, zu Hause zu sitzen.Wasstörtdaein bisschen Schimmel an denWänden? Tatsächlich widmen sich erstaunlich viele Politiker der Wahl ihrer Zweitwohnung mit großer Sorgfalt. Das liegt vermutlich daran, dass Abgeordnete an der ständigen Zerrissenheit zwischen repräsentativem Berlin-Dasein und heimatverbundenem Lokalpatriotismus leiden. Weder möchte man dem Wahlkreis daheim großstädtische Abgehobenheit vermitteln, noch in der Hauptstadt als erdkrümeliges Provinz-Eigelten. Ob dieser Spagat erfolgreich gemeistert wird, hat mehr mit der Wohnungswahl zu tun, als man auf den ersten Blick meinen sollte. Ein Abgeordneter aus Hessen erzählte mir einst, er sei, im Bestreben sich optimal zu integrieren, kurznach seinem Einzug in ein Berliner Mietshaus von Tür zu Tür gegangen, um sich vorzustellen. Eine Höflichkeitsgeste, die den Durchschnittsberliner, der zu seinen Nachbarn nur dann Kontakt hat, wenn er nachts um zwei von der WG-Party nebenan geweckt wird, schlichtweg überfordert. Derlei Schwierigkeiten erledigen sich von selbst, sobald man die Politik-Karriereleiter weiter hinaufklettert: Angela Merkel kann sich im Kanzleramt aufs Ohrlegen, wenn die Sitzung mal wieder länger dauert. Und dem Staatsoberhaupt steht sogar so etwas ähnliches wie ein Schloss zur Verfügung. Besonders gemütlich ist Bellevue zwar nicht, aber zu Repräsentationszwecken taugt es allemal. Undvielleicht gibt es in den Privaträumen von Herrn Steinmeier ja eine gigantische Sofalandschaft und eine Popcornmaschine, wer weiß? Ein bisschen Behaglichkeit ist den Staatslenkern zuwünschen, schließlich ist die Pflege privater Kontakte nicht so einfach, wenn manohnePersonenschutz nichtvor dieTür darf. Zum Glück ist das Regierungsvierteluntertunnelt, geheime Gänge führenvom Kanzleramt zum Reichstagsgebäude und wer weiß wohin noch. Wetten, dass Kanzlerin, Präsident und Co. diese Infrastruktur zu nutzen wissen? Ich stelle mir das so vor: Freitagnacht verabreden sich Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier per Nachricht in die geheime „Fridays-for-Freizeit“-Whats- App-Gruppe. Die Kollegen Altmaier und Maas kommen auch vorbeiund selbst Frau Nahles schaut mal rein, wenn sie die ewigen Spaziergänge ums Vulkanmaar leid ist. Dann trifft man sich zum gemeinsamen Netflix- Gucken und Popcorn-Essen auf der Sofalandschaft im Schloss Bellevue. Beweisen kann ich esnicht. Aber manchmal, wenn die Kamera bei einer Montagsdebatte im Bundestag auf die Regierungsbank schwenkt, dann ist mir,als schnippte die Kanzlerinverstohlen ein paar Maiskörner vonihrer Handtasche. Ich kann mich aber auch täuschen.


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 7 * ························································································································································································································································································· Wirtschaft NACHRICHTEN Altmaier warnt vor Schnellschüssen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Arbeitszeiterfassung vor„Schnellschüssen“ gewarnt. „Wir prüfen aktuell, ob es überhaupt Umsetzungsbedarfaus dem Urteil gibt“, so das Wirtschaftsministerium. DemUrteil zufolgesollen Arbeitgeber verpflichtet werden, die gesamte Arbeitszeit ihrer Beschäftigten systematisch zu erfassen. DasMinisterium erklärte, das Urteil lasse einen Auslegungsspielraum. Es nenne zudem keine Frist, in welcher Mitgliedsstaaten tätig werden müssten. (dpa) Treue zur Hausbank wird brüchig DieTreue zur eigenen Hausbank bröckelt im Zuge der Digitalisierung –und das dürfte für viele Geldinstitute zu einem verschärften Wettbewerb führen. Habe noch voreinem Jahr gerade einmal jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) schon einmal sein Stammgirokonto gewechselt, sei der Anteil inzwischen auf 41 Prozent gestiegen, ergab eine repräsentativeUmfrage des Digitalverbands Bitkom. 67 Prozent der Kunden seien digitale Angebote wie Onlinebanking wichtig. (dpa) Deutsche Erdbeeren öfter aus dem Folientunnel Ernte von Erdbeeren aus Folienanbau in Mainz. FOTO: LUKAS GÖRLACH/DPA Deutschlands Bauernbauen Erdbeeren vermehrtinFolientunneln und Gewächshäusernan. Derklassische Anbau auf dem Feld geht hingegen zurück. Für Landwirte ist der teurereAnbau unterder Folie eine sichereBank.„Er bewahrtdie Pflanzenvor extremen Wetterbedingungen, lieferthöhereErträge,bessere Qualität und sogar bessereArbeitsbedingungen für die Erntehelfer“, sagt Simon Schumacher vomVerband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer.Mehrals 12 Prozent der Anbaufläche für Erdbeeren waren 2018 durch Gewächshäuser und Folientunnel geschützt. (dpa) Von Frank-Thomas Wenzel Dieter Zetsche, Jahrgang 1953, und Ola Källenius, Jahrgang 1969, haben einiges gemeinsam. Zum Beispiel die gigantischen Umbauarbeiten zu Beginn ihrer Amtszeit als Daimler-Chef. Nach dem Ende der Hauptversammlung an diesem Mittwoch wird Källenius den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Zetsche übernehmen. Der bisherige Entwicklungschef bekommt es mit einem Unternehmen zu tun, das noch nie so viele Fahrzeuge verkauft und noch nie so hohe Umsätzeerzielt hat. Doch beim Gewinn stagniert’s. Der Abgasskandal ist alles andereals ausgestanden. Und zugleich soll der gesamte Konzern in einem höchst aufwendigen Manöver in drei eigenständige Divisionen zerlegt und voneiner Dachgesellschaft zusammengehalten werden. Ganz davon abgesehen, gilt es, den Wegindie automobile Zukunft mit Elektromobilität und autonomem Fahren anzusteuern. Großbaustelle zum Start Als Zetsche 2006 den Chefposten übernahm, erwarteten ihn ganz andere Probleme –aber kleiner waren sie nicht. Sein Vorgänger Jürgen Schrempp war mit den Plänen für eine „Welt AG“ gescheitert, Zetsche musste die Auflösung organisieren und einen riesigen Verwaltungsapparat, der sich immer wieder selbst lähmte, beweglich machen. Und er besannsichaufdasWesentliche:Pkw der gehobenen Kategorie nebst Nutzfahrzeugen aller Artzubauen. MiteinerModelloffensive, diediese Bezeichnung auch tatsächlich verdiente,mitmehrerenDutzendneuen Typen, ging er es an. Zetsche baute die Sparte mit den Sports Utility Vehicles (SUV)konsequent aus.Ersetzte eine neue Designsprache durch, die Mercedes jünger und sportlicher machte. Alles mit durchschlagendem Erfolg: Absatz und Umsatz stiegenneunJahreinFolge.Analystenjubelten, Zetsche habe es endlich geschafft, die enormen Potenziale von Daimler auszuschöpfen. Der Manager mit dem Schnauzbart, der gleichermaßen an Preußens Gloria und ein Walross erinnert, wurde zum Star der Autobranche.Zumal er bei vielen öffentlichen Auftritten Entertainer-Qualitäten und die FähigkeitzurSelbstironiebewiesenhat. Dazu passte, dass die Krawatte schnell verschwand, seine Sakkos immer modischer und seine Turnschuhe immer sportlicher wurden. Doch viele Mercedes-Modelle sind mittlerweile in die Jahregekommen. Der sportliche Schwung ver- Ende der Ära Zetsche Nach 13 Jahrenbekommtder Daimler-Konzern einen neuen Chef Zetsche zu Besuch beider Formel 1. Der Konzern: In den Neunzigerjahren wollte der damalige Daimler-Chef Edzard Reuter alles bauen, was mobil macht: Autos, Eisenbahnen, Flugzeuge. Nachfolger JürgenSchrempp beschränkte sich auf Autos, plante aber einen Weltkonzernmit Mitsubishi und Chrysler.Dieter Zetsche konzentrierte sich auf das Stammgeschäft. DREI KONZERNE IN EINEM Der Umbau: Unter der Dachgesellschaft Daimler sollen drei rechtlich selbstständige Einheiten für Personenwagen, Finanzdienstleistungen und Lkw entstehen –Daimler ist der weltgrößte Lkw-Hersteller.Der Umbau wird seit Monaten vorbereitet, die Hauptversammlung soll ihn an diesem Mittwoch aber offiziell beschließen. FOTO: EBERHARD KRIEGER/IMAGO-IMAGES Die Folgen: Die neue Struktur soll den Konzernbeweglicher machen und offener für Partnerschaften zum Beispiel in der Elektronik. Kritikerfürchten allerdings mehr Aufwand durch neue Gremien und Verwaltungseinheiten. Zudem wird der Umbau selbst erst einmal einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen. ebbt. Undbeim Aufarbeiten der Abgasaffäre agierte Zetsche – gelinde formuliert–glücklos.Erwirdsich auf der Hauptversammlung einiges anhören müssen. Es wird Anträge geben, den Vorstand nicht zu entlasten. Zum Beispiel von Jens Hilgenberg, der den BUND und den Dachverband der Kritischen Aktionäre vertreten wird. Er kritisiert laut Redemanuskript, dass „drei Jahre nach Bekanntwerden des Abgasskandals noch immer Neuwagen verkauft wurden, die den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechen“. Er verweist darauf, dass Rückstellungen in Höhe von rund 24 Milliarden Euro den Schluss zulassen, „dass der Vorstand mit weiteren Strafen und Entschädigungen in erheblicher Höhe rechnet“. Zudem bemängelt Hilgenberg, dass der durchschnittliche CO 2 -Ausstoß der Pkw-Neuwagenflotte in den vergangenen Jahren nicht gesunken, sondernsogar auf132 Gramm proKilometer gestiegen ist –weit entfernt vonden rund 100 Gramm, die in zwei Jahren erreicht sein müssen. Ausden Reihen der großen Fondsgesellschaften dürfte es Kritik an zu geringer Produktivität im Vergleich zu Rivalen, an schrumpfenden Gewinnspannen und einer gestiegenen Verschuldung geben. Warten aufden Aufsichtsrat Källenius, der immer in Zetsches Schatten stand und bislang eher wie ein Muster-Schwiegersohn wirkt, muss nun schnell Antworten finden. Wie will er die Strafzahlungen noch verhindern? Möglich wäre dies, wenn er Elektroautos und Plug-in- Hybride in rauen Mengen in den Marktdrückt. DasAngebot bei Autos mit dem kombinierten Strom- und Verbrennerantrieb wird zwar gerade hochgefahren, doch die Absatzzahlen sind bislang sehr bescheiden. Branchenkenner vermuten deshalb, dass Källenius auf der Hauptversammlung größere Anstrengungen für E-Pkw ankündigen könnte – bislang ist geplant, dass Stromer eher erst zur Mitte der 2020er-Jahreeinen maßgeblichen Anteil am Pkw-Absatz haben sollen. Zugleich gilt es als ausgemacht, dass der neue Chef ein Sparprogramm auflegt. Kosten in der Verwaltung sollen gedrückt werden. Gutmöglich ist auch, dass er die breite Palette an Modellen und Motorvarianten bei Pkw und Nutzfahrzeugen strafft. Zetschewillsichbaldwiederindie Runderneuerung einklinken. Allerdings muss er den Vorschriften gemäß erst einmal eine zweijährige Abkühlungsphase absitzen. Dann will erindenAufsichtsrateinziehen–und natürlich Vorsitzender werden. DAX-30 in Punkten 22.2.19 22.2.19 MÄRKTE ▲ 12143,47 (+0,85 %) Rohöl je Barrel Brent inUS-Dollar Euro in US-Dollar 22.2.19 Stand der Daten: 21.05.2019 (21:50 Uhr) Alle Angaben ohne Gewähr Ratenkredite 10.000 Euro 21.5.19 ▲ 72,16 (+0,14 %) 21.5.19 ▼ 1,1161 (–0,05 %) Quelle 21.5.19 Kreditzinsen, bonitätsunabhängigbzw.2/3 Zins Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon. PSD Bank Nürnberg psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93 Deutsche Skatbank skatbank.de 2,94 2,94 2,94 EthikBank ethikbank.de 2,95 2,95 2,95 DKB Deutsche Kreditbank dkb.de 3,49 3,49 3,49 SWK Bank couchkredit.de 3,49 3,49 3,49 Targobank targobank.de 3,10 3,10 3,10 Commerzbank 069/98660966 3,73 4,73 4,73 Postbank postbank.de 3,78 3,78 3,78 Deutsche Bank deutsche-bank.de 3,79 3,79 3,79 ING ing.de 3,99 3,99 3,99 PSD Berlin-Brandenburg psd-bb.de 2,99 2,99 3,19 Sparda-Bank Berlin sparda-b.de 4,95 5,95 6,25 ABK Allgemeine Beamten Bank 030/28535200 4,49 4,49 3,39 BBBank 030 202480 5,82 5,61 5,40 Mittelbrandenburgische Sparkasse 0331/898989 8,99 8,99 8,99 Mittelwert von 70 Banken 4,23 4,31 4,39 ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit (Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag). Quelle: FMH-Finanzberatung Eon: DerEnergieversorger will bis 2045 rund 2,5 Milliarden Euro investieren, um sein Netz für die E-Mobilität aufzurüsten. „Klar ist, wir müssen unser Netz ausbauen“, sagte Eon-Vorstand Thomas König in Berlin bei der Vorstellung der Ergebnisse eines Stresstests.Wenn bis 2045 sämtliche Pkw im Eon-Netzgebiet (6,6 Millionen Autos) einen E-Antrieb hätten und Strombräuchten, müssten im Schnitt400 Euro proE- Auto investiertwerden. (dpa) Meinen Ausbildungsplatz habe ich auf azubis.de gefunden!


8* Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Meinung Umwelt ZITAT Gemeinsam gegen den Becher Marina Kormbaki hofft, dass Mehrweg noch stärker gefördertund gefordertwird. Oft heißt es, in Wahlkampfzeiten werde keine Politik mehr gemacht. Meist stimmt das,aber eben nicht immer –wie nun die europäische und die deutsche Initiative zur Vermeidung von Plastikmüll zeigen. Im Rekordtempo hat eine EU-Richtlinie zum Verbot von Einweg- Plastikprodukten alle Instanzen passiert, und am Dienstag stimmten alle EU-Staaten zu. Am selben Tagstellte Bundesumweltministerin Svenja Schulze einen Maßnahmenkatalog vor, um Einwegdurch Mehrwegbecher zu ersetzen. Beides wärenicht geschehen, wenn nicht die Europawahl unmittelbar bevorstünde. Die Politik will Handlungsstärke demonstrieren. Und zwar in einem bürgerund alltagsnahen Bereich. Das Manöver ist leicht durchschaubar. Schlecht ist es deswegen aber nicht. DieDeutschen werfen jährlich 2,8 Milliarden Einweg-Becher weg. Davon wird kaum einer dem Recycling zugeführt. Sie werden verbrannt oder in ferne Länder verschifft, wo sie nicht selten in Flüssen und Meeren landen. Gewiss machen Kunststoffbecher nur einen Bruchteil der Plastikflut aus. Doch das darfkeine Ausrede für Nichtstun sein. Kaum ein Alltagsgegenstand symbolisiert die für das Klima bedrohliche „Mir doch egal“-Attitüde besser als der Coffee-togo-Becher.Hier anzusetzen, förderteinen Bewusstseinswandel. Zugleich dürfte kaum ein anderes umweltschädliches Produkt im Alltag so leicht zu ersetzen sein. Ein Mehrwegbecher ist wahrlich keine Zumutung. Der Kampf gegen Einweg-Plastik im Alltag ist richtig. Doch er kann erst der Anfang einer Politik sein, die vorallem für die Industrie dieWeichen so stellt, dass Mehrweggegenüber Einweg klar im Vorteil ist. Neuregelung Der Umgang mit dem Wolf Daniela Vates hält die Gesetzesänderung für einen guten Kompromiss. Eshat lange gedauert, bis sich die Bundesregierung auf ihren Umgang mit dem Wolf geeinigt hat. Doch mit einem Blick auf den Wahlsonntag, der auch Kommunalwahlen in neun Bundesländernmit sich bringt, gelingt es nun. Es ist gut, eine Lösung für einen Streit zu präsentieren, bei dem die Emotionen hochschlagen. Das tun sie beim Thema Wolf. Denn der hat einen verdammt schlechten Ruf. Das beruht zum Teil auf Tatsachen, wie gerissenen Schafen. Mit hinein spielt aber auch die Überhöhung des Tiers zum aggressiven Bösewicht der Kindermärchen. Tierschützer stehen gegen Jäger,Landwirte und besorgte Bürger, Artenschutz gegen Ängste. Es ist eine gute Idee, wenn die Politik solchen Ängsten begegnet, indem sie Regeln für den Umgang mit der Bedrohung festlegt, sei sie real oder nur gefühlt. Es ist eine schlechte Idee,dabei um den heißen Brei herumzureden. „Letale Entnahme von Wölfen“ mag im Juristendeutsch eines Gesetzestextes noch angehen. In der politischen Debatte aber solle schon darüber gesprochen werden, worum es geht: um den Abschuss vonTieren. Der nun gefundene Kompromiss verlangt allen Seiten Zugeständnisse ab. Er definiert keine Regionen, in denen Wölfe abgeschossen werden dürfen. Aber er formuliert die Abschussbedingungen so weich, dass sie ein schnelles Einschreiten erlauben. Es wäregut, wenn die Koalition den Gesetzentwurfnun auch im Bundestag schnell beschließt und dortnicht noch weitere monatelange Runden drehen lässt. Sonst ist ihr Ruf endgültig so schlecht wie der des Wolfes.Und wie sich zeigt, lässt sich so ein Ruf nur schlecht wiederherstellen. Es gibt wenige steuerliche Regelungen, die in den vergangenen Jahren so viel Unmut auf sich gezogen haben wie das sogenannte Ehegatten- Splitting. Das liegt vermutlich daran, dass sich hier,bei der gemeinsamen steuerlichen Veranlagung von Eheleuten, die Änderung der gesellschaftspolitischen Realitäten besonders gut ablesen lässt. Beim Ehegatten- Splitting zeigt sich deutlich, wie sich ein gut gemeintes Prinzip komplett ins Gegenteil verkehren kann. Es gilt in seiner heutigen Form seit mehr als 60 Jahren und spiegelt die gute alte Bundesrepublik wider. Der Mann verdient das Geld, die Frau bleibt daheim und schmeißt den Haushalt. Fängt die Frau an zu arbeiten, dann rechnet sich das, grob gesagt, bei der Steuer erst, wenn sie wirklich so viel verdient wie ihr Mann. „Das bisschen Teilzeit, Schatz, das lohnt sich doch gar nicht“ –diesen Satz haben in den vergangenen Jahrzehnten daher Millionen von Ehefrauen gehört. Offenbar bis heute, jedenfalls in den alten Bundesländern. Das zeigt die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Danach fließen mehr als 90 Prozent dieses Steuervorteils in den Westen. Wirreden hier voneiner Gesamtsumme von 21Milliarden Euro pro Jahr. Nach der Rechnung der Linken subventionieren die neuen Bundesländer das Ehegattensplitting im Westen sogar mit ihrem Steuergeld: Im Westen werden 92,1 Prozent des Steuervorteils genutzt, aber nur 90,3 Prozent davon erwirtschaftet. Für den Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch ist damit klar: Das Ehegatten-Splitting muss schleunigst abgeschafft werden. Mankann ihm da nur voll und ganz zustimmen, allerdings aus ganz anderen Gründen. Die Mauer hat bald rundes Umfalljubiläum. Bevor die große Gedenksause im Herbst anfängt zu nerven, erzählt Opalieber schon jetzt von früher:Vor 30 Jahren rief ich als junger Wirtschaftsredakteur der Berliner Zeitung, um Zeugnis ablegen zu können von der Vervollkommnung der Errungenschaften, eifrig in volkseigenen Betrieben an. Habt ihr nicht eine Erfolgsmeldung für mich? Eine Planübererfüllung? Ein Jugendforscherkollektiv? Einen Bestarbeiter? Sehr schwierig. Aber die Leser waren nun mal vorRealitäten zu schützen, die sie nur verunsichert hätten –hätten sie sie nicht längst aus eigener Erfahrung gekannt. Ich staune immer noch, dass meinesgleichen bei der Wende so glimpflich davonkam. Es war eben eine friedliche Revolution. In der Neuen Zürcher Zeitung erschien gerade ein Interview mit Stephen Bannon. DerMann leitete die Rechtsaußen-Plattform BreitbartNews und den Wahlkampf vonDonald Trump. ImWeißen Haus war er dessen Chefstratege. Jetzt träumt er davon, dass für die EU demnächst „jeder TagStalingrad“ ist. Constanze von Bullion, Journalistin im Parlamentsbüro der Süddeutschen Zeitung, twitterte an den Interview-Autor: „Warum gibst du solchen Leuten ein Forum, @Marc- FelixSerrao? Sie wären nichts ohne uns.“ Später ergänzte sie: „Zum Glück findet nicht jeder von ihnen einen Handlanger, der den Lautsprecher hinhält.“ Wirsind etwa ein Alter.Allerdings stammt die Autorin aus dem Westen. Andernfalls Ehegattensplitting VomOsten lernen Christine Dankbar über ein Steuerrelikt aus vergangenen Zeiten, das im 21. Jahrhundertdie falschen Anreize setzt. KOLUMNE Das Böse und sein Podium André Mielke Autor hätte ich gewettet, dass wir unseren Beruf einst mit dem gleichen Lehrbuch lernten: „Der Interviewpartner,der vomJournalisten ausgewählt wird, soll über Eigenschaften verfügen, die eine sozialistische Persönlichkeit auszeichnen. Als Kriterium sozialistischen und damit verallgemeinerungswürdigenVerhaltens ist dasWirken anzusehen, das sich auf den gesellschaftlichen Fortschritt richtet.“ Aus modischen Erwägungen BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN Das Ehegattensplitting ist nicht wegen seiner gravierenden Ost-West-Unterschiede ungerecht, sondern wegen seiner gravierenden Mann-Frau-Unterschiede. Es ist eine Steuerregelung, die dazu geschaffen wurde, um Frauen aus dem Berufsleben zu drängen. Diese Erkenntnis ist so alt wie das Ehegatten- Splitting, dennoch hat sie bis heute nicht zu seiner Abschaffung geführt. Man könnte jetzt einwenden, dass die Frauen es ja selbst in der Hand haben. Schließlich ist ja keine verpflichtet, sich mit dem Teilzeitjob zufriedenzugeben, nicht wahr? In Deutschland stimmt das maximal bis zur ersten Schwangerschaft. Dann wirdvon den Frauen erwartet, dass sie es sind, die kürzertreten und sich um die Betreuung des Nachwuchses kümmern. Bestes Beispiel ist die Elternzeit. Gerade mal ein Drittel allerVäter tritt diese zwei (!) Monate (!) an. DasWortErziehungsurlaub scheint an dieser Stelle ausnahmsweise einmal zuzutreffen. Angesichts der teilweise katastrophalen Situation bei der aushäusigen Kinderbetreuung bleibt den Frauen dann nur der Wechsel in die sogenannten familienfreundlichen Beschäftigungen. Familienfreundlich heißt vor allem: Teilzeit, weniger Verantwortung und selbstverständlich auch weniger gut bezahlt. Ein Teufelskreis, indem das Ehegattensplitting dann bei der Steuer wieder ein bisschen was rausholt fürs Familieneinkommen. Die Rechnung wird den Frauen dann präsentiert, wenn die Rente ansteht. Oder früher, wenn es zur Trennung kommt. Anders als die gemeinsame Veranlagung von Eheleuten im Steuerrecht ist das Scheidungsrecht in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach reformiert worden. Einen eigenständigen Ehegattenunterhalt können die Frauen nach der Scheidung mittlerweile abschreiben. Wassie oft erst merken, wenn es soweit ist. Die Zahlen zum Ehegattensplitting aus dem Bundesfinanzministerium sind daher, anders als die Linksfraktion es einschätzt, für den Osten eine gute Nachricht. In den neuen Bundesländern leben offensichtlich ganz überwiegend Ehepaare, ob mitKindernoder ohne, die sich ihre Rollen partnerschaftlich aufgeteilt haben. Die Zahlen zeigen nicht, wie einvernehmlich dies geschehen ist, sie zeigen auch nicht, wie glücklich Männer und Frauen damit sind oder auch nicht. Sie zeigen aber, dass es funktionieren kann. Die 21 Milliarden Euro könnten also besser verwendet werden. Der Westen muss lernen, ohne diese Subventionen zu leben. könnte man„sozialistisch“ heute durch„vorbildlich“ ersetzen. Ein Problem bleibt: Du willst nicht täglich Robert Habeck interviewen. Obwohl, es gibt da so Kollegen… Ichhalte Bannons Positionen keineswegs für verallgemeinerungswürdig, finde es aber vorteilhaft, sie ungefiltert lesen zu können. Er ist nicht irgendeine hohle Pökelbirne. Er hat Trumps Triumph organisiert. Jetzt tingelt er durch Europa und redet mit Le Pen, Salvini, Orban und Meuthen. Es kann durchaus sein, dass ab Sonntag jeder dritte Europaabgeordnete tendenziell so tickt wie er.Sollte es da nicht gerade Bannons Gegner interessieren, was der seinen Leuten flüstert? Dagegen steht die Denkschule, sich bei der Darstellung der Wirklichkeit ganz bewusst auf deren als fortschrittlich empfundenen Teil zu kaprizieren. Somit wird das verführbare Publikum nicht den falschen Personen ausgesetzt. Wenn das Böse kein Podium hat, verfallen weniger Menschen auf dessen dumme Gedanken. Das klingt gar nicht mal unplausibel. Nur: Ich habe dieses Berufsbild studiert und praktiziert. Der Klassenfeind siegte trotzdem. Mein Vertrauen in den volksfürsorglichen Bewusstseinsschutz hat dadurch so gelitten, dass ich ihm nicht mehr genügen kann. Ich bin somit meines akademischen Titels unwürdig und hätte deshalb ein 1988er Journalistik-Diplom der Karl-Marx-Universität Leipzig umständehalber an geeignetere Medienschaffende abzugeben. Jemand Interesse? „Ich bin für eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Die junge Generation muss mehr Einfluss darauf bekommen, wer inden Parlamenten sitzt. “ Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin, zum Auftakt der „Juniorwahl“, in der Schülerinnen und Schüler in einer eigenen Europawahl abstimmen AUSLESE Schockwellen des Skandals Die Regierungskrise in Österreich beschäftigt die Kommentatoren weiterhin. „Die Schockwellen dieses Skandals gehen weit über die Grenzen Österreichs hinaus“, meint die Pariser Zeitung Le Monde. „Damit bestätigen sich die schlimmstenVermutungen, die demokratische Regierungen in Europa über die Verbindungen der rechtsextremen Parteien zu den Machtstrukturen im RusslandWladimir Putins haben ... Mitseinem Rücktritt hat Strache die Lektionen aus den Enthüllungen gezogen. Seine brüskierten europäischen Verbündeten tun sich damit schwerer.“ In Ungarn bekommen die Leser der regierungsnahen Budapester Tageszeitung Magyar Nemzet dagegen bereits die ersten Verschwörungstheorien serviert: „Bei Strache wissen wir wenigstens genau ... dass er Opfer einer Geheimdienstaktion wurde. ... Wir müssen nämlich wissen, dass diese Geheimdienste überall dort sind, wo die nationalen Interessen die Unterstützung der Mehrheit genießen“, schreibt das Blatt. „Als nächste könnten Italien und Ungarndransein.“ Diespanische Zeitung El Mundo ist dagegen optimistisch, was die geplanten Neuwahlen betrifft. Sie seien „eine Gelegenheit, die Ultrarechte loszuwerden“, heißt es dort. „Sich von den Rechtsextremeninder österreichischen Exekutive zu befreien, wäreeine gute Nachrichtfür die Zukunft Europas.“ Christine Dankbar PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN Chefredakteur: Jochen Arntz. Mitglied der Chefredaktion: Elmar Jehn. Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft): Tobias Miller, Michael Heun, Michaela Pfisterer. Textchefin: Bettina Cosack. Newsroom-Manager: Jan Schmidt. Teams: Investigativ: Kai Schlieter. Kultur: Harry Nutt. Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud. Service: Klaus Kronsbein. Sport: Markus Lotter. Story: Christian Seidl. Meinungsseite: Christine Dankbar. Seite 3/Report: Bettina Cosack. Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes. Reporterin: Sabine Rennefanz. ArtDirektion: Annette Tiedge. Newsleader Regio: Sabine Deckwerth, Stefan Henseke, Susanne Rost. Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager. Hauptstadtredaktion: Gordon Repinski (Ltg.), StevenGeyer (Stv.). RND Berlin GmbH, GF: Wolfgang Büchner,Uwe Dulias. Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann. Istanbul: Frank Nordhausen, Moskau: Stefan Scholl, Paris: Axel Veiel, Rom: Regina Kerner, TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens. Redaktion: Berliner Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH, Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@dumont.de Berliner Verlag GmbH Geschäftsführer:Jens Kauerauf. Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105, Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33; Internet: www.berliner-zeitung.de. Vertrieb: BVZ Berliner Lesermarkt GmbH, KayRentsch. Leserservice Tel.: (030) 23 27-77, Fax: (030) 23 27-76 www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: BVZ BM Vermarktung GmbH (BerlinMedien), Andree Fritsche. Postfach 11 05 06, 10835 Berlin; Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97 Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019. Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH, Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin, Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de Die Berliner Zeitung erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich 45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg 49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €, außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich 29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt monatlich 18,99 €.Im Fallehöherer Gewalt und bei Arbeitskampf (Streik/Aussperrung) besteht kein Belieferungs- und Entschädigungsanspruch. Erfüllung und Gerichtsstand Berlin-Mitte. Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial wird keineHaftung übernommen. Die Auflageder Berliner Zeitung wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft. 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Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 – S eite 9 * ························································································································································································································································································· Berlin Nur für Alte: Eine Klinik mit viel Licht und Ufa-Filmen Seite 10 Viel Platz im Nordosten –Marzahn-Hellersdorf wirbt um Investoren Seite 13 Kein Platz für Wölfe –Bundesregierung lockert Regeln zum Abschuss Seite 16 Stadtbild Auf den zweiten Blick Torsten Landsberg sieht Helden des Alltags. Nach dem letzten Saisonspiel geht es mit der U2 zurück Richtung Innenstadt. Es ist eine der neueren Bahnen aus der IK-Reihe, das ist in diesen Tagen vielleicht von Interesse.Die Zweierbänke längs zur Fahrtrichtung gleichen wegen ihrer niedrigen Sitzhöhe und den Wänden auf beiden Seiten einer Nische. In der Nische gegenüber sitzen zwei junge Fußballfans, deren Alter sich schwierig schätzen lässt. Flaumwuchs und Akneblüte deuten auf das vorletzte Stück auf dem Wegzum Erwachsensein hin. Einer der beiden fläzt sich in den Sitz, er scheint der Tonangebende zu sein. Er gebärdet sich wie ein harmloser Halbstarker, der sich mindestens doppelt so groß fühlt wie seine tatsächliche Erscheinung. Sein Partner macht sich lediglich durch zustimmendes Nicken bemerkbar. Sie sehen genervt aus,das Spiel gab keinen Anlass zu ausgelassener Freude. Doch statt den Tagschnell abzuhaken, scheint ihnen noch ein unausweichliches Ritual bevorzustehen. „Ich hab gar keinen Bock, gleich zu saufen“, sagt der Fläzende zu seinem Kumpel, als wäreesabsolut undenkbar,mit dem Betrinken unplanmäßig auszusetzen, wenn er dazu keine Lust hat. Hinter den traditionellen Ablauf eines Spieltags treten persönliche Befindlichkeiten nun mal zurück, Ehrensache.Wer die beiden nicht kennt und ein paar Minuten beobachtet, kann sie mühelos abstempeln und in einer Schublade ablegen. Als an der Bismarckstraße zwei alte Damen einsteigen, springen die beiden so verblüffend geistesgegenwärtig auf, wie es in solchen Momenten nur sehr selten vorkommt. Ohne erst großartig mit den Seniorinnen zu diskutieren, ob sie sich setzen mögen, stellen die Jungs sie vor vollendete Tatsachen, weisen ihnen mit einer Handbewegung die Plätze zu und verdrücken sich geräuschlos in einen anderen Zugteil. Diebeiden Damen stellen sich als britische Touristinnen heraus, die vom Sightseeing einigermaßen abgekämpft sind. Noch vor der nächsten Station lässt eine der beiden ihren Kopf nach vornefallen, sie nickt abrupt ein. Wer die beiden Jungs nicht kannte und ein paar Minuten beobachtete, konnte sie mühelos abstempeln, in einer Schublade ablegen –und damit ganz falsch liegen. Manche Gentlemen geben sich eben erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Auch in den Bahnen der Linie U2 gibt es hin und wieder noch Gentlemen. DPA Die Special Olympics Deutschland finden alle zwei Jahre statt, hier in Hannover 2016. In Berlin werden sie 2023 zum ersten Mal international ausgetragen. Special Olympics kommen nach Berlin Nach Wochen desStreits einigt sich der Senat. Größte inklusive Sportveranstaltung der Welt findet 2023 statt VonAnnika Leister Wochenlang stand der Senat sich selbst im Weg, jetzt endlich steht es fest: DieWeltspiele der Special Olympics werden vom16. bis 25. Juni 2023 zum ersten Mal in Berlin stattfinden. Voraussichtlich werden 7000 Sportler mit geistiger Behinderung aus 180 Nationen anreisen und sich in insgesamt 15 Sportstätten in der ganzen Stadt in Sportarten wie Schwimmen, Basketball, Beachvolleyball, Bowling, Judo und Leichtathletik messen. „Das ist eine Veranstaltung, die perfekt nach Berlin passt“, sagte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag. Es gehe um Respekt gegenüber den Leistungen anderer. „Wer miterlebt, wie viel Freude die Sportler da reinlegen, dem geht das Herz auf.“ Bei aller Begeisterung des Sportsenators wurde die Genehmigung der größten inklusiven Sportveranstaltung im rot-rot-grünen Senat zwischenzeitlich zum Schauplatz Der SPD-Innenexperte Tom Schreiber hat radikale Vorschläge zur Neustrukturierung der Polizei gemacht. Damit stieß er am Dienstag bei den anderen Parteien im Abgeordnetenhaus auf ein geteiltes Echo. In einem 13-seitigen Papier spricht sich Schreiber zum Beispiel gegen eine von seinem Parteifreund Andreas Geisel favorisierte Brennpunktdirektion aus (wir berichteten). Stattdessen will er die örtlichen Direktionen auf vier reduzieren, mehr Nebenwachen schaffen und die Präsenz der Bereitschaftspolizei in den Außenbezirken erhöhen. Stäbe sollen verkleinert und Beamte von polizeifremden Aufgaben befreit werden. „Der Senat wäre gut beraten, die Vorschläge wohlwollend zu prüfen“, Die Special Olympics sind die größte inklusiveSportveranstaltung der Welt. 7000 Athleten mit geistiger Behinderung aus 180 Nationen werden 2023 erwartet. Hinzu kommen 3000 Trainer und Betreuer,12000 Familienmitglieder und 20 000 freiwilligeHelfer. 7000 ATHLETEN AUS 180 NATIONEN Seit 1968 gibt es die Special Olympics in den USA, den deutschen Ableger gibt es seit 1991. Die Organisation versteht sich als Inklusionsbewegung,die Menschen mit geistiger Behinderung zu Anerkennung und mehr Teilhabe an der Gesellschaft verhelfen will. In 25 Sportarten werden sich die Athleten messen. Darunter:Badminton, Basketball, Bowling,Fußball, Golf, Judo, Tennis, Triathlon. 15 Sportstätten werden zur Verfügung stehen, auf der Straße des 17. Juni sollen Radrennen und Beachvolleyballturniere stattfinden. parteitaktischer Spiele. Inden vergangenen Wochen blockierte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) die für die Finanzierung notwendige Vorlage aus dem Haus von Senator Geisel.Vermutlich als Revanche –die SPD hatte kurz zuvor eine Vorlage von Behrendt zum Thema Schwarzfahren blockiert. „Rot-Rot-Grün trägt Parteiengezänk auf Rücken behinderter Sportler aus“ und „bezeichnend für Empathie und soziale Kompetenz der Grünen“ kritisierten CDU und FDP. Jetzt steht die Finanzierung: Berlin stellt 35,73 Millionen Euro zur Verfügung, noch einmal so viel Geld gibt der Bund. Zusätzlich legt der Senat ein Nachhaltigkeitsprogramm in Höhe von 4,2 Millionen Euro auf. In „Ein interessanter Diskussionsbeitrag“ Die Reformvorschläge von TomSchreiber für die Polizei stoßen auf ein geteiltes Echo sagte Benedikt Lux (Grüne). „Zu den Themen Digitalisierung und mehr Präsenz in der Fläche greift Schreiber grüne Vorschläge auf.“ Auch sein Vorschlag zur Straffung der Direktionen sei überzeugender als die gegenwärtige Idee des Senats, eine Brennpunktdirektion und eine Landespolizeidirektion einzuführen, die Unklarheiten und Doppelzuständigkeiten schaffe. „Immerhin hat TomSchreiber eine schriftliche Orientierung veröffentlicht, der Senat nichts Vergleichbares“, so Lux Zu wenig Personal „Schreibers Analyse, die innere Sicherheit werde nur innerhalb des S- Bahn-Rings gewährleistet, teile ich nicht“, sagte dagegen Niklas Schrader (Linke). „Das Ziel,mehrPolizei in der Fläche bereitzustellen, ist aber unstrittig. Über das Wie werden wir noch diskutieren.“ Burkard Dregger, CDU-Fraktionschef und innenpolitischer Sprecher, erklärte: „Innensenator Geisel schafft es nicht mal, seine Vorschläge zur Polizeireformmit seinen eigenen Parteifreunden abzustimmen.“ Bisher hättenalle Reformideen den Schönheitsfehler,dass die Personaldecke zu kurz sei, so Dregger.„Wiewir sie auch immer zurechtrücken, am Ende bleiben dieFüßekalt.“ Karsten Woldeit, innenpolitischer Sprecher der AfD,sagte zu Schreibers Ideen: „Ein interessantes Papier mit akzeptablen Vorschlägen. Man kann darüber reden.“ Marcel Luthe von der FDP bezeichnete die Analyse als richtig.„Viel DPA/SEBASTIAN GOLLNOW dessen Rahmen wird zum Beispiel der Nahverkehrsplan der BVG in Leichte Sprache übersetzt. Bisher gibt es eine solche Übersetzung nicht, profitieren wird Berlin davon auch nach den Special Olympics. Für die Spiele werden 15 Sportstätten zur Verfügung gestellt, darunter die Max-Schmeling-Halle, der Olympiapark, das Velodrom, die Messe Berlin und das Mommsenstadion. Außerdem wünscht sich die Verwaltung, die Wettkämpfe auch in die Stadt zu tragen: DieStraße des 17. Juni hat die Verwaltung schon reserviert –dort sollen zum Beispiel Siegerehrungen und Leichtathletik- Wettkämpfe stattfinden. Daslange Hinund Herinder Vorplanung nimmt Sven Albrecht, Bundesgeschäftsführer der Special Olympics Deutschland, dem Berliner Senat nicht übel. Es habe vonBeginn an in Berlin eine breite Unterstützung für die Spiele gegeben, ihre Bedeutung sei nie infrage gestellt worden, sagte er der Berliner Zeitung. „Wir sind jetzt voller Vorfreude aufdie Spiele.“ Personal existiert bei der Polizei gegenwärtig nur am grünen Tisch, und der Innensenator lässt nicht Straftaten unterbinden und bekämpfen, sondern kämpft dagegen, dass die Straftaten statistisch sichtbar werden. Werallerdings scherenschnittartig – ebenfalls am grünen Tisch –vier Direktionen nach Himmelsrichtungen bestimmen will, macht ähnliche Fehler, denn der Schnitt der Direktionen muss die unterschiedliche Kriminalitätsbelastung berücksichtigen.“ „Ein interessanter Diskussionsbeitrag, der die verschiedenen Debatten bereichert“, sagte Geisels Sprecher Martin Pallgen.„Man muss nicht jeder seiner Analysen folgen, aber die Ziele zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit der Polizei und der Bürgernähe teilen wir.“ (kop.) Stadionneubau: Hertha soll umdenken Geisel: Pläne für Olympiapark nicht realitätsnah Sportsenator Andreas Geisel hat dem Bundesligisten Hertha BSC nahegelegt, seine Pläne für einen Stadionneubau auf dem Olympiagelände endgültig ad acta zu legen. „Der Wunsch von Hertha, im Olympiaparkzubauen, ist ja zunächst mal an dem fehlenden Baugrundstück, das Hertha ins Auge gefasst hatte,gescheitert“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag. „Nun hat am Sonntag die Mitgliederversammlung stattgefunden, und Hertha hat uns mitgeteilt, sie wollen trotzdem im Olympiapark bauen“, sagte er. „Ich finde das nicht sehr realitätsnah.“ Auch die Umsetzung der Hertha-Forderung, der Senat möge das Projekt an sich ziehen, halte er nicht für sehr wahrscheinlich, so Geisel. Hertha will bis 2025 den Mietvertrag für das Olympiastadion beenden und eine reine Fußballarena gleich nebenan bauen. Allerdings will eine Genossenschaft, der sechs Häuser mit 24 Wohnungen auf diesem Areal gehören, mit dem Club nicht mehr über einen Verkauf verhandeln. Geisel wiederholte seinen Vorschlag, einen Stadionneubau auf dem Airportgelände in Tegel nach Ende des Flugbetriebs zu prüfen. „Das Planungsrecht spricht im Moment dagegen“, so Geisel. Allerdings gebe es anderswo in der Stadt kaum noch anderegroße Flächen. (dpa) Anzeige Tag der offenen Tür Gymnasium Panketal Spreestr.2,16341 Panketal,S2Ri. Bernau T. 030-94418124, gymnasium-panketal.de NACHRICHTEN Wasserstraße bleibt wegen Brückenbau geschlossen Weil die Salvador-Allende-Brücke über die Müggelspree in Köpenick erneuertwerden muss,bleibt die Wasserstraße an diesem Mittwoch von7bis 18 Uhrvoll gesperrt, teilt die Senatsverkehrsverwaltung mit. Für Fußgänger und Radfahrer bleibt die Brücke weiterhin geöffnet. Die Brücke wurde jahrelang repariert und war schon mehrmals in Teilen gesperrtworden. Nunist sie für Autos und Busse gesperrt, wirdkomplett abgerissen und bis Jahresende durch einen Übergangsbau ersetzt. Am Mittwoch werden die ersten 34 Meter dieser Konstruktion über die Wasserstraße verschoben. (BLZ) Mordopfer von Treptow ist noch nicht identifiziert Freitag 24.05. 15-19Uhr DiePolizei hat den Toten aus dem TreptowerParknoch nicht identifiziert. Deshalb bitten die Ermittler um Mithilfe.Fest steht, dass das Opfer voneinem oder mehreren Tätern getötet worden ist. DerMann ist 25 bis 35 Jahrealt und 1,85 Meter groß. Auffällig sind seine Geheimratsecken. EinFoto desVerstorbenen hat die Polizei auf ihrer Internetseite www.Polizei.Berlin. de veröffentlicht. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. (ls.)


10 * Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Berlin Rolling Strom Im Juni werden die ersten Elektro-Kickscooter in Berlin auf die Straßen kommen. Acht Verleiher haben sich bereits angekündigt. Für zwei ist es ein Heimspiel VonJochen Knoblach Der Roll-out ist beschlossen: Elektro-Kickscooter, seit einiger Zeit in etlichen Metropolen der Welt unterwegs, stehen nun auch hierzulande unmittelbar vor der Legalisierung. Am vorigen Freitag hatte eine entsprechende Verordnung den Bundesrat passiert. Der Rest ist Formalität. Spätestens Ende Juni werde es losgehen, twitterte das Bundesverkehrsministerium. „Vor der Sommerpause“, verspricht der Minister. Derweil bringen sich die weltweit agierenden Scooter-Verleiher in Stellung. Denn Deutschland ist der letzte große weiße Fleck auf der Weltkarte des Stehroller-Sharings. Die Akteure sind junge Unternehmen, in die Investoren mehrereMilliarden gesteckt haben, um vom Abschied der Großstädter vonihren privaten Autos profitieren zu können. Sogar der berühmteste Fußgänger der Welt, Sprint-Superstar Usain Bolt, mischt mit im Geschäft mit der bequemen Fortbewegung. Ganz so einfach dürfen die Unternehmen ihreRoller hierzulande aber nicht auf die Straßen bringen. Siebenötigen eine Allgemeine Betriebserlaubnis,die ausschließlich vomKraftfahrt-Bundesamt erteilt wird. Diese wiederum kann erst beantragt werden, wenn die neue Verordnung veröffentlicht wurde. Mit mindestens zweiWochen Bearbeitungszeit sei danach zu kalkulieren, heißt es in der Behörde. Allerdings wurde auch eine Überholspur eingerichtet. Laut Mitteilung des Verkehrsministeriums seien bis zum Inkrafttreten der neuen Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung auch „Vorgriffsregelungen“ möglich. Zwei Unternehmen sollen diese bereits beantragt haben. Namen nennt man nicht. MillionenschwereKriegskassen Tatsächlich läuft der Kampf um die Pole Position auf dem deutschen Kickscooter-Sharing-Markt längst auf Hochtouren. Der Mechanismus dabei ist einfach:Werzuerst die meisten Scooter auf der Straße hat, bekommt auch die meisten Kunden für die eigene App und sichert sich damit die besten Bedingungen für weitere Expansion. Die größten Player im Geschäft sind US-Firmen Lime und Bird, die vonInvestoren jeweils mit nahezu einer halben Milliarde Dollar ausgestattet wurden und daher über die fetteste Kriegskasse für den Verteilungskampf verfügen. Allerdings sind auch Berliner Start-ups dabei und bereit, das Territorium zu verteidigen. Am Checkpoint Charlie in Kreuzberg sitzt das Unternehmen Flash. 2018 wurde es von Lukasz Gadowski gegründet, einem Tausendsassa der Berliner Gründerszene. Der 41-Jäh- Auf zwei Rädern: Die einen prophezeien bereits blutige Gemetzel auf den Straßen. Andere verstehen die elektrifizierten Tretroller als Teil der Verkehrswende. Was die Bundesbürger über Elektro-Roller denken Angaben „stimme voll und ganz zu“ und „stimme eher zu“, Befragte ab 16 Jahren in Deutschland 16 bis 64 Jahre über 64 Jahre E-Scooter wären eine gute Ergänzung zu bestehenden öffentlichen Nahverkehrs-Angeboten in Deutschland 66% 29% E-Scooter wären ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz in Deutschland 50% 51% Wenn es ausreichend E-Scooter gäbe, könnte ich auf private Autofahrten in der Stadt verzichten 43% 15% Es sollte eine Versicherungspflicht für E-Scooter geben E-Scooter sollten in Deutschland möglichst schnell zugelassen werden 62% 16% rige hatte seine Finger bereits bei Start-ups wie Käuferportal, Mister Spex und StudiVZ im Spiel. 2011 hob er zusammen mit drei Kumpels den Essenlieferdienst Delivery Hero aus der Taufe und soll laut dem Branchenportal Deutsche Startups allein mit dessen Börsengang vor zwei Jahren45Millionen Euro kassierthaben. Nun setzt er also auf elektrifizierte Tretroller. 55Millionen Euro hat das Start-up Flash bereits zu Jahresbeginn eingesammelt. DemVernehmen nach soll Gadowski 20 000 Scooter in China georderthaben. Fragt man nach den Plänen für den Deutschlandstart, gibt man sich bei Flash zunächst bescheiden. Mit der 150 000-Einwohner Stadt Herne habe man eine feste Partnerschaft geschlossen. Dortwill Flash vorerst mit 50 elektrischen Tretrollern loslegen und von diesem Standort aus auch andere Städte im Ruhrgebiet bedienen. Flash-Manager BorisMittermüller stellt jedoch klar,dass die Berliner nicht nur mitspielen wollen. „Wir wollen Europas Champion für verantwortungsvolle Mikromobilität werden“, sagt er. Tatsächlich sucht das Unternehmen bereits City Operation Manager für mehr als 50 deutsche Städte von Aachen bis Würzburg.„Mit den E-Tretrollernvon Flash kann von nun an jeder seine Autoschlüssel zu Hause lassen.“ Und inBerlin, wo die einen den Ausverkauf öffentlichen Raums an millionenschwere Internetunternehmer befürchten und blutige Gemetzel auf den Straßen prophezeien, während die anderen den Scooter als Puzzleteil der Verkehrswende und den Abschied von der Autostadt begrüßen? In der hiesigen Senatsverkehrsverwaltung haben sich die Scooter- Verleiher in den vergangenen Wochen die Klinke in die Hand gegeben. Das Interesse ist groß und die Liste derer,die ihren Startangekündigt haben, gleicht dem Who is Who der 88% 91% BLZ/GALANTY; QUELLE: BITKOM Branche: Bird und Lime aus den USA, das schwedische Start-up Voi, der Daimler-Ableger Hive, Flash natürlich sowie BlueScooters, Float und Tier Mobility.Wie viele Roller die Unternehmen in dieser Stadt auf den Asphalt stellen werden, wird von ihnen noch geheim gehalten. „Wir rechnen mit mehreren Tausend Geräten vor GETTY IMAGES allem in der City“, sagt Verwaltungssprecher JanThomsen. Im Tempelhofer Ullsteinhaus treffen wir Julian Blessin. Der promovierte Betriebswirt ist Co-Chef und Mitgründer des Start-ups Tier Mobility. „Born to move“ lautet der Firmenslogan. „Wir wollen den Menschen ihre ursprüngliche Bewegungsfreiheit zurückgeben“, sagt der 39-Jährige, der bei der Boston Consulting Group bereits für Bosch den Berliner Rollersharing-Dienst Coup entwickelte. Tier kreierte Blessin zusammen mit Lawrence Leuschner, dem Gründer des Second-hand-Onlineshops Rebuy,sowie Mathias Laug vonLieferando. Das war im Juli vergangenen Jahres, im Oktober brachten sie in Wien die ersten Roller auf die Straßen. Inzwischen haben die drei bei Investoren insgesamt mehr als 32 Millionen Euro eingesammelt und sind in 20 europäischen Städten vertreten. „Im Schnitt kam jede Woche eine neue Stadthinzu“, sagt Blessin. Kein Mobilitätsunternehmen sei schneller gewachsen. Mitte April hatte Tier die millionste Roller-Vermietung verbucht. Jetzt ist Berlin dran.„Wir sind startklar“, sagt Julian Blessin. Die Roller entwickelt Tier inzwischen komplett selbst. Hierzulande wollen sie mit der bereits dritten Fahrzeuggeneration an den Start gehen. Regelkonformwerden sie auf 20 km/h gedrosselt sein. Wastechnologisch möglich ist, zeigt Tier in Wien. Dort wird das Tempo in bestimmten Innenstadtbereichen automatisch auf Gehgeschwindigkeit gedrosselt. Darauf habe man sich mit der dortigen Stadtverwaltung geeinigt. Überhaupt versteht sich das Berliner Startup als Partner für die Stadt. Hier will Tier zunächst mit „wenigen hundert Rollern“ starten. „Danach kann es schnell vierstellig werden“, sagt Blessin, der den kleinen Scooter als Ergänzung zum ÖPNV versteht. „Wenn das Mobilitätskonzept funktionieren soll, darf eskein Lottospiel sein, einen Roller zu bekommen“, sagt er. Eigentlich müsse an jeder Ecke ein Roller stehen, bestenfalls alle hundert Meter. Rechnerisch wären dafür in ganz Berlin gut 70 000 Scooter nötig, etwa 9000 allein innerhalb des S-Bahnrings. Eigentlich gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass Carsharing-Anbieter in Berlin 5000 Autosstationierthaben. Nico RosberginvestiertinTier Tatsächlich ist es den Kickscooter- Verleihernselbstüberlassen, wie viele Roller sie in Berlin anbieten. Undim Grunde sind sie hier auch herzlich willkommen, wo der Verkehrsraum zugunsten vonRad-, Fuß-, Bahn- und Busverkehr neu aufgeteilt wird. Insofernbedarfeshier weder einer besonderen Genehmigung noch legt die Verwaltung eine Obergrenze fest. „Bisher nicht“, sagt Senatsmann Thomsen. Regeln gibt es aber durchaus. Sodürfen etwa nur höchstens vier Scooter zusammen abgestellt werden. Defekte Roller müssen binnen 24 Stunden entfernt werden. Dass sich das erlebte Leihfahrrad- Chaos mit den kleinen E-Scootern wiederholt, glaubt man in derVerwaltung allerdings nicht. Einerseits geht mandortbei einemStückpreis je Roller von mehreren hundert Euro von einer gewissen Fürsorge seitens der Verleiher aus. Andererseits müssen die Roller täglich zur Ladung der Akkus eingesammelt werden, womit der Bestand ohnehin permanent kontrolliertwird. Julian Blessin selbst besitzt übrigens seit Jahren kein eigenes Auto mehr. Erhatte mal einen 500er-Mercedes SEL von seinem Großvater geerbt. „Langversion, Achtzylinder“, präzisierter, als wollte er nicht als Autohasser gelten. Den Mercedes habe er aber bald verkauft und nie ersetzt, womit sich der Tier-Chef neuerdings in sehr prominenter Gesellschaft befindet. Denn wie gestern bekannt wurde, hat sich auch Ex-Mercedesfahrer und Formel-1-Weltmeister Nico Rosbergandem Berliner Unternehmen beteiligt. „E-Mobilität wird ein wesentlicher Faktor des anhaltenden Wandels im Verkehrssektor werden“, so der frühereRennfahrer. Jochen Knoblach hofft, dass die Berliner den Scooterneine Chance geben. Neue Klinik für Senioren Auf dem Gelände des Lichtenberger Sana-Klinikums öffnet ein neues Haus für Alters- und Palliativmedizin –10000 Quadratmeter groß und 34 Millionen Euro teuer VonFlorian Thalmann Im Lichtenberger Sana-Klinikum steht eine Badewanne,die scheinbar nicht dahin passt –weil der Wasserhahn fehlt. Doch das hat einen Grund: DieWanne ist zum Üben da. Hier trainieren Pflegekräfte mit Klinik-Patienten das richtige Einsteigen in die Wanne –Wasser ist dafür nicht nötig. Das Übungs-Badezimmer ist eine der Neuheiten in der Klinik für Alters- und Palliativmedizin des Lichtenberger Krankenhauses. Ein Gebäude,das nach zwei Jahren Bauzeit und Investitionen von34Millionen Euro eine der modernsten geriatrischen Kliniken Berlins sein soll. Am Mittwoch wird das Haus offiziell eröffnet, dann ziehen auch die ersten Patienten ein –und besonders ein Mann kann sich darüber freuen. „Wann bekommt man als Chefarzt schon eine Klinik gebaut, in der alle Konzepte umgesetzt sind, die man sich in den Kopf gesetzt hat? Das ist auch für mich persönlich ein sehr großes Ereignis“, sagt Eric Hilf. Seit sechs Jahren ist der 54-Jährige Chefarzt für Geriatrie im Sana-Klinikum, leitet nun das neue Haus. Berlin wirdimmer älter Und das wird gebraucht: Zum 31. Dezember 2018 waren rund 380 000 Berliner 75 Jahrealt und älter,imBezirk Lichtenberg waren 57 000 Menschen 65 und älter. „Und die Entwicklung setzt sich fort, der Anteil der älteren Bevölkerung wird inZukunft überproportional wachsen“, sagt Hilf. Heftig könne es 2030 werden, wenn die Babyboomer-Jahrgänge das Alter erreichen. „Wir müssen Versorgungsangebote sichern – und dafür ist die Klinik ein wichtiger Schritt.“ Das Haus ist 10 000 Quadratmeter groß, beherbergt eine Palliativstation mit zehn Betten, zwei geriatrische Stationen mit 76 Betten und 25 Plätze ineiner Tagesklinik. Zudem gibt es eine „Protective Care Unit“, einen Bereich, in dem unter anderem Demenz-Patienten behandelt werden, bei denen ein Klinikaufenthalt aufgrund der Erkrankung erschwertmöglich wäre. Allein 14 000 Euro wurden in Uhren investiert, die in den Zimmern auch Tagund Datum anzeigen. „Wir haben daran gearbeitet, ein Orientierungssystem für die Patienten zu schaffen, das nicht zu kindlich ist“, sagt Hilf. Andere Kliniken arbeiten mit bunten Bildchen, hier wurden die subtilen Hilfen in die Architektur Eric Hilf, 54, leitet das neue Geriatrie- Zentrum in Lichtenberg. BERND FRIEDEL eingebaut. Bei Bereichen, die nicht betreten werden dürfen, sind die Fußböden etwa dunkler abgegrenzt. Ein psychologischer Trick, verhindert, dass Patienten beispielsweise versehentlich Fahrstühle betreten. Über jedem Bett hängt ein großes Foto, kein Motiv wiederholt sich. Auch das soll bei der Orientierung helfen. „Bei den Patienten werden wir dann Vorlieben erfragen. Hat jemand eine Katze, versuchen wir,ihn in das Zimmer mit dem Katzen-Bild über dem Bett zu legen“, sagt Hilf. Lichtkonzept und Ufa-Filme Auch in der „Protective Care Unit“ werden neue Methoden verwendet, um den Aufenthalt angenehmer zu gestalten. Das Haus arbeitet mit einem Lichtkonzept, das auf den Tagesrhythmus abgestimmt ist und Flure und Zimmer so ausleuchtet, wie es draußen ist. „Weil ältere Patienten empfindlich sind, wenn es um die Einschätzung der Tageszyklen geht“, sagt Hilf. In einer Entspannungsecke mit Sesseln, Couchen und einem Fernseher laufen abends alte Ufa-Filme.„Wir werden hier Patienten haben, die verwirrt sind und herumlaufen. Filme,die sie an früher erinnern, bringen sie zur Ruhe.“ Hinzu kommen Übungsbad und Übungsküche. Hilf sagt: „Hier trainieren wir mit den Patienten Dinge, die sie im Haushalt brauchen.“ Das Einsteigen in eine Wanne,das Zubereiten von Essen, das Befüllen der Waschmaschine.„Und auch die Angehörigen können betreut werden. Manche Männer verzweifeln an der Kaffeemaschine, wenn ihre Frau in der Klinik bleiben muss“, sagt Hilf.


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12 Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Berlin Die Existenznot einer etwas anderen Privatschule Eine Waldorf-Einrichtung in Treptow verklagt das Land, weil keine Zuschüsse fließen. Obwohl hier eine soziale Durchmischung das erklärte Ziel ist VonMartin Klesmann Früher hatte die DDR-Staatssicherheit hier eine Niederlassung, heute tollen Kinder durch die Gänge des unsanierten Plattenbaus. Von Ferne sind immer wieder anfahrende S-Bahnen zu hören. Die Freie Interkulturelle Waldorfschule an der Schnellerstraße in Treptowversteht sich als Privatschule,die keineswegs Kinder aus einkommensstarken Familien bevorzugt. „Wir sehen uns als Gemeinschaftsschule losgelöst von nationalen oder religiösen Herkünften“, sagt Geschäftsführer Johannes Mosmann. Etwa die Hälfte der Kinder hat einen Migrationshintergrund, spricht häufig Arabisch, Spanisch oder Türkisch. 52 Prozent der Familien kommen laut Mosmann mit einem gemeinsamen Bruttoeinkommen vonweniger als 2000 Euro aus, 18 Prozent der Familien sind auf HartzIVangewiesen. Seit drei Jahren gibt es diese etwas andere Waldorfschule mit heute 120 Schülern. Und genau nach drei Jahren kann Berlin erstmals Landeszuschüsse an eine solche Privatschule zahlen, theoretisch 75 Prozent der Personalkosten. Die Bildungsverwaltung erteilte der Schule allerdings bereits Ende des vergangenen Jahres eine Absage.Offiziell wegen der angespannten Haushaltslage.Denn neugegründete Privatschulen haben in Berlin rechtlich erst nach fünf Jahren einen Anspruch auf staatliche Zuschüsse, nämlich auf 93 Prozent der Personalkosten. Im deutschlandweiten Vergleich eine ungewöhnlich lange Frist. Ein Zuschuss kann nach drei Jahren gewährt werden, muss aber nicht. Gegen die Entscheidung der Bildungsverwaltung hat die Treptower Waldorfschule nun Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. „Man bringt uns in Existenznot“, sagte Mosmann. Allein für die nächsten zwei Jahre fehlen der Schule derzeit nach eigenen Angaben 1,4 Millionen Euro.Gespartwird am Personal: Lehrer verdienen hier mit 2630 Euro brutto nur halb so viel wie neu eingestellte staatliche Grundschullehrer. Eine ähnliche Klage einer Zehlendorfer Schule der Würth-Stiftung ist allerdings vorkurzemgescheitert. In diesem Falle verwiesen die Richter darauf, dass die wirtschaftlich erfolgreiche Würth-Gruppe über ausreichend Geld verfüge. Das sieht bei der Freien Interkulturellen Waldorfschule anders aus. Während andere Schulen dieses Typs mindestens 100 Euro Schulgeld verlangen, stellt man den Eltern inTreptow das Schulgeld frei. Sie zahlen zwischen 20 und 300 Eingang zur Waldorfschule an der Schnellerstraße FIWS Euro monatlich. Die Schule hat einen Kredit aufgenommen. An diesem Tagsind Grünen-Fraktionsvorsitzende Silke Gebel und die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Marianne Burkert-Eulitz, zu Besuch in der Schule. „Es ist ein gelungenes Modell, wenn eine freie Schule für soziale Durchlässigkeit sorgt“, sagt Burkert-Eulitz. Kontroverse um freie Schulen DerUmgang und die künftige Finanzierung von Privatschulen ist ein großes Thema im rot-rot-grünen Senat. Eine Studie hatte ergeben, dass einige teure Privatschulen so viel Schulgeld erheben, dass sie indirekt Kinder aus armen Familien ausschließen und damit womöglich gegen das Sonderungsverbot des Grundgesetzes verstoßen. Gleichwohl gibt es auch konfessionelle Schulen, die vergleichsweise wenig Geld verlangen und natürlich auch wegweisende pädagogische Schulen in freier Trägerschaft. Die privatschulkritische SPD-Fraktion hatte vor Monaten angeregt, Privatschulen mit vielen Kindernaus armen Familien mit mehr Zuschüssen zu belohnen –und im Gegensatz den Privatschulen, die sich abschotten, entsprechend weniger Geld zu zahlen. Das ist aber innerhalb der Koalition strittig. Ein Verordnung, die auch eine neue Schulgeld-Tabelle enthält, liegt seit Monaten in der Verwaltung. Andere neugegründete Privatschulen nehmen sich oft einen bewährten Schulträger, um schneller an die Zuschüsse zu kommen. Das aber schließen Mosmann und Lehrerausbilder Christoph Doll aus. Waldorfschulen würden aus Elternvereinen entstehen. Da könne man sich nicht einfach aus Kalkül einen fremden Träger suchen. immobilienmarkt Dienstleistungen transporte/umzüge zapf umzüge;61061; zapf.de mietangebote lichtenberg Vorsicht bei Mietvertragsabschluß! Vorher zum Berliner Mieterverein e.V. z 030 22 62 60; www.berliner-mieterverein.de marzahn/hellersdorf 1 29,48 456,94 w inkl. sofort Am Springpfuhl! 1-Zi-Wohnung, Märkische Allee 136, 6. OG,Aufzug,modernesDuschbad, renoviert, kl.EBK,guteVerkehrsanbindung durch Bus, Tram, Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar, Gen.-Anteil 775 €, zzgl. 50€ Beitritt, gute Bonität vorausg., Hundehaltung nicht gewünscht, VEA: V, 93 kWh/ (m²a) FW, Bj 1981, www.fortuna-eg.de wohnen@fortuna-eg.de 4 81,75 694,88 w inkl. sofort Am Bürgerpark! 4-Zi-Wohnung, Ludwig-Renn- Str. 14, 6. 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Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 13 * ························································································································································································································································································· Berlin Wirtschaft for Future Mehr als 1000 Unternehmen unterstützen Schüler-Streik VonAnnika Leister Die Schüler und Studenten der „Fridays for Future“-Bewegung bekommen Unterstützung aus der Wirtschaft: Mehr als 1000 Unternehmen fordern einen ambitionierteren Einsatz gegen den Klimawandel und allem voran eine CO 2 -Steuer. Die Firmen haben sich in der Initiative„Entrepreneurs for Future“ zusammengeschlossen, die ihreZiele am Dienstag in Berlin vorstellte. Unterzeichner des Forderungskatalogs sind in der Mehrzahl Firmen, deren Geschäftsmodell bereits auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, wie die Berliner Solaranlagenexperten von Zolar, Car-Sharing-Dienst Clevershuttle oder die Ökobank GLS. Aber auch einige mittelständische Unternehmen wie Babynahrungshersteller Hipp und Chemiekonzern Werner &Mertz haben unterzeichnet sowie Großunternehmen wie Veolia oder Remondis, deren Geschäft Abfallentsorgung und Recycling sind. Insgesamt stünden die „Entrepreneurs for Future“ für 100 000 Arbeitsplätze und mehr als 20 Milliarden Euro Jahresumsatz, so die Initiative. Auf Platz eins des Forderungskatalog steht eine „wirksame und planbar steigende CO 2 -Bepreisung für alle Sektoren“. Wie hoch die CO 2 - Steuer genau ausfallen soll, wird aber nicht festgelegt. Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Gemeinschaftsbank, könnte sich eine Abgabe beginnend mit 40 Euro pro Tonne CO 2 vorstellen. Bisher setze die Politik die falschen Anreize und verhandle mit einzelnen Playern, anstatt Rahmenbedingungen für die gesamte Wirtschaft zu setzen. „Kostet das CO 2 40 Euro proTonne, würden die Akteure automatisch sofort die Kohlekraftwerke abschalten.“ Auch einen rascheren Kohleausstieg als bisher geplant forderndie Unternehmen, eine Mobilitäts-, Agrarund Ernährungswende sowie ein Klimaschutzgesetz, das sich das Ziel setzt, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Undwerden freitags jetzt auch die Büros leerbleiben, weil die Angestellten streiken? Jorbergs Angestellte haben bisher nicht gefragt, doch ihr Chef hofft auf rege Teilnahme.„So viel ich weiß, haben die Schüler ihren Rektor auch nicht gefragt.“ Im Nordosten ist noch Platz Mit der Kampagne „Made in Marzahn-Hellersdorf“ wirbt der Bezirk um Investoren VonDaniel Böldt Machen Sie mit Wer in diesen Tagen durch Marzahn-Hellersdorf läuft, kommt kaum an ihnen vorbei. Bunte Plakate mit einfachen Botschaften: „Speichert!“, „Schärft!“ oder „Wärmt!“ steht da in großen Buchstaben an Bushaltestellen und Werbetafeln. Die Plakate werben für Produkte, die in dem Bezirk hergestellt werden. „Made in Marzahn- Hellersdorf“ lautet die Kampagne und soll nach demWillen des Bezirks vor allem eines zeigen: Marzahn- Hellersdorf, das ist mehr als nur Plattenbau und Grünanlagen. Marzahn- Hellersdorf –das ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Der Bezirk will diese Botschaft mit allen Mitteln in die Öffentlichkeit tragen. Dass Marzahn-Hellersdorfin diesem Jahr einen runden Geburtstag feiert, kommt dabei nicht ungelegen. Am Dienstag stellten Bezirksbürgermeisterin Werden SieTeil Dagmar Pohle der Berliner Zeitung und (Linke) und holen Sie sich unsereApp: Prima Wirtschaftsstadträtin Nadja zahn?Alles toll hier? Investitionsklima in Mar- Zivkovic (CDU) Schicken Sie uns Ihre Bilder.DieApp bekommen Sie im Rathaus Marzahn-Hellersdorf kostenlos imApple Store oder Google PlayStore. die Image-Broschüre zum 40. Jubiläum des Bezirks mit dem Titel „Berlins beste Aussichten“ vor. Tatsächlich lesen sich die Wirtschaftsdaten beachtlich. Zurzeit sind in Marzahn-Hellersdorf über 21 000 Betriebe registriert, davon 170 Industrieunternehmen. Das sind 4 300 Firmen mehr als zehn Jahre zuvor. Damit ist die Zahl der Unternehmen dort schneller gewachsen als im Berliner Durchschnitt. DieArbeitslosenquote ist auf 6,1 Prozent gesunken und liegt damit unter dem Berlin-Durchschnitt (7,7 Prozent). Zwei Unternehmer waren bei der Präsentation mit dabei: Jörg Franzen, Vorstandschef der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gesobau, und TomLüders, Geschäftsführender Direktor der Berlin Industrial Group. „Hier herrscht ein Investitionsklima, das man sich eigentlich in ganz Berlin wünscht“, sagte Franzen. Die Gesobau hat angekündigt, in den kommenden Jahren500 Millionen Euro in Projekte in Marzahn-Hellersdorf zuinvestieren. Unter anderem sollen bis zum Jahr 2023 rund 2800 neue Wohnungen entstehen. Investoren gesucht: CleanTech-Pavillon in Marzahn-Hellersdorf 6,1 Prozent beträgt die Arbeitslosenquote. WIRTSCHAFTSDATEN 21 000 Unternehmen sind derzeit in Marzahn ansässig. OLE BADER 36 Millionen Euro flossen in den CleanTech Business Park. Lüders lobte die Arbeit der kommunalen Wirtschaftspolitik, verwies aber auch auf das größte Problem des Bezirks: die Lage.Für Firmen sei es eine Herausforderung, Mitarbeiter für den langen Weginden nordöstlichsten Bezirk zu begeistern. Was laut Lüders helfen könnte: Mehr urbanen Lebensraum schaffen und die öffentliche Verkehrsanbindung ausbauen. Das würde mehr Menschen dazu ermuntern, nach Marzahn- Hellersdorf zuziehen. Dass es in Sachen Urbanität noch Potenzial gebe, sieht auch Wirtschaftsstadträtin Zivkovic. Sie sagt aber auch: „Wir sind ein spannender Bezirk –mit noch ein bisschen Platz.“ Gestiegene Preise Das mit dem Platz gilt unter anderem für den CleanTech Business Park, der Ende 2016 eröffnet wurde. Es handelt sich um ein Gewerbegebiet, zweimal so groß wie die„Gärten der Welt“, in denen vor zwei Jahren die Internationale Gartenbauausstellung stattfand, die 1,6 Millionen Besucher in den Bezirk lockte. 36 Millionen Euro hatesgekostet, das 90 Hektar große Landstück für Gewerbe besiedelbar zu machen. Dort sollen sich nach Willen des Bezirks vorallem produzierende Unternehmen ansiedeln, die auf nachhaltige und ökologische Verfahren und Produktesetzen. Bisjetzt hat sich jedoch nur ein Unternehmen auf dem Areal niedergelassen. Der CleanTech Park zeigt, wo kommunaleWirtschaftspolitik an ihrer Grenzen stößt. Die Hälfte des Areals gehörtden BerlinerWasserbetrieben, dieandereHälfte demLand Berlin. Letzteres bietet die Grundstücke auf dem Gelände nur zur Pachtan. Dassei fürviele Unternehmennicht so attraktiv,soKathrin Rüdiger, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Ein weiteres Problem: Durch anhaltendes Wachstum im Bezirksteigen auch hier diePreise. Die Bodenrichtwertpreise seien in denvergangen Jahren um 30 Euro pro Quadratmeter gestiegen, sagt Rüdiger.„Das ist gerade für kleinere Unternehmen nicht ohne.“ Nichtsdestotrotz istRüdiger zuversichtlich, dass derCleanTech Park ein Erfolgsprojekt wird. Denn Marzahn-Hellersdorfwirdweiter wachsen. Daniel Böldt ist in Marzahn-Hellersdorf geboren und aufgewachsen. Ermittlungen gegen Busfahrer Identität der Toten nach Unfall auf der A9 noch unklar Nach dem schweren Busunglück auf der Autobahn 9bei Leipzig ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen den 59 Jahrealten Busfahrer. Ihm werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Bei dem Unfall am frühen Sonntagabend kam eine Frau ums Leben, deren Identität aber weiter unklar ist. Neun Menschen, darunter auch der Busfahrer, wurden schwer verletzt. 63 Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen. Insgesamt saßen 75 Menschen in dem Fernbus, der für das Unternehmen Flixbus von Berlin nach München unterwegs war. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass der Busfahrer den Unfall fahrlässig verursacht habe, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Bis Dienstagmorgen konnte der 59-Jährige wegen der Verletzungen allerdings noch nicht vernommen werden. Gleichzeitig werde der Bus untersucht, um festzustellen, ob eine technische Störung zum Unfall geführthat, so die Ermittler. „Nach Auswertung des Tachographen durch die Polizei sowie interner GPS-Daten durch uns können wir bestätigen, dass sich der Fahrer des Busses an die gesetzlichen Lenkund Ruhezeiten gehalten hat“, sagte ein Sprecher von Flixbus am Dienstag. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte das zunächst nicht. Der Fernbus war am frühen Sonntagabend bei Leipzig von der mittleren Fahrspur nach rechts abgekommen und an der Böschung auf die Seite gekippt. Eine Leitplanke bohrte sich durch die Windschutzscheibe. (dpa) Bei dem Unfall starb eine Frau, neun Menschen wurden schwer verletzt. DPA/WOITAS Wichtige Information für unsere Anzeigenkunden: Vorgezogener Anzeigenschluss Himmelfahrt 2019 Für den Automarkt &Boote am Sonnabend, 1. Juni 2019 Erscheinungstag Sonnabend, 01.06.2019 Anzeigen- &Druckunterlagenschluss Mittwoch, 29.05.2019, 10 Uhr berliner adressen TERRASSENDACH mitDreh-Lamellen „Bei Sonne auf ... bei Regen zu.“ Jetzt Anzeige buchen! Telefon: 030 2327-50, Fax: 030 2327-6697, E-Mail: berlin.anzeigen@dumont.de “Dank der St. Josefs Indianerschule lese und lerne ich mit Begeisterung.” Mehr Informationen auf: www.stjosefs.de/indianerschule Sonderkonditionen fürReferenzobjekte Kostenlose Beratung unter 030-26325198 www.allweda.de ·allweda-nord@email.de ·Dipl.-Ing. W. 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14 * Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Berlin Razzia in Club beschäftigt Regierung Bundesfinanzbehörde nährt Zweifel an Polizeibericht VonAndreas Kopietz Ein Zoll- und Polizeieinsatz am 1. April imClub „Mensch Meier“ in Prenzlauer Berg hatte zu Tumulten und mehreren Verletzten unter Besuchern und Polizisten geführt. Laut Polizei soll der Türsteher des Clubs die Beamten bewusst an ihrem Einsatz gehindert haben. Doch stimmt das? Eine Antwort der Bundesregierung auf eine der Linkspartei nährt jetzt Zweifel an dieser Darstellung. An jenem Tagfand in dem Club eine Soli-Party zur zivilen Seenotrettung statt. Als Zollbeamte den Club wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit kontrollieren wollten, stießen sie nach Angaben der Polizei auf massive Gegenwehr des Türstehers. Er soll versucht haben, die Tür zu verbarrikadieren. Zudem soll er mehrere Beamte mit Reizgas verletzt haben. Der 42-Jährige, ein polizeibekannter Linksautonomer aus der Rigaer Straße,sitzt in Untersuchungshaft. Laut Polizei-Darstellung soll er die Beamten, die als solche gekennzeichnet gewesen seien, bewusst angegriffen haben. Laut Clubbesuchernwusste er jedoch gar nicht, mit wem er es zu tunhatte.Die Beamten seien nicht als solche zu erkennen gewesen. Man habe befürchtet, es handle sich um angreifende Nazis. DerAntwortdes Bundesfinanzministeriums auf die Anfrage der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Die Linke) zufolge waren die Zollbeamten offenbar zunächst nicht als solche zu erkennen. In der Antwort heißt es dazu, die zivilen Kräfte der Zollverwaltung trugen„zunächst keine Armbinden mit der Aufschrift Zoll.“ Weiter heißt es: „Die eingesetzten Zollbeamtinnen und-beamten waren während des Einsatzes als solche,die Zivilkräfte durch Armbinden mit der Aufschrift Zoll und die weiteren Kräfte durch ihreZoll-Dienstkleidung zu erkennen.“ Diese Formulierung bedeutet offenbar, dass sich die Beamten erst später zu erkennen gaben. „Die verantwortlichen Behörden müssen sich fragen, warum ein Einsatz so schief gehen konnte, und Konsequenzen ziehen“, sagte Caren Lay.„Wieso steht eine Hundertschaft der Landespolizei bereit, aber die Zollbeamten sind nicht als solche zu erkennen? Die Antwort der Bundesregierung bestätigt die Version der Geschädigten. Es ist nicht nachvollziehbar, warum durch den verdeckten Einsatz eine Eskalation in Kauf genommen wurde.“ Verdachtsfälle der Schwarzarbeit nahmen die Zollbeamten während des eskalierten Einsatzes nicht auf. Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte nach dem Polizeieinsatz eine interne Untersuchung angekündigt. Rechnen, dichten, ringen Der Regierende Bürgermeister absolviert in Japan ein abwechslungsreiches Programm VonElmar Schütze Es gibt –mindestens –drei gute Gründe für einen Regierungschef, eine weite Reise zu unternehmen: die Heimat gut repräsentieren, etwas über Land und Leute lernen sowie der einheimischen Wirtschaft beim Geschäftemachen helfen. Michael Müller, Regierungschef des Landes Berlin, hält sich bei seinem viertägigen Besuch in Tokio an all diese Regeln. Am Dienstag zur Tokioter Mittagszeit traf sich ein Teil der Berliner Reisegruppe, zuder auch Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie rund 30 Berliner Unternehmer gehören, mit Tsunehisha Okuna. Er ist Vizepräsident der NTT Communications Corporation, einem Konzern mit einem Jahresumsatz vonmehr als 100 Milliarden US- Dollar, sein Büro befindet sich im 34. Stock eines Hochhauses in der japanischen Metropole. 100 Millionen für Mariendorf NTT betreibt über seine deutsche Tochterfirma e-shelter bereits ein Rechenzentrum in Siemensstadt. Solche Rechenzentren ermöglichen den Umgang mit einer gewaltigen Menge an Daten, verwendbar zum Beispiel in der Medizin oder derWissenschaft, aber etwa auch zum Leiten von Verkehrsströmen. Nun planen die Japaner eine weitere große Investition in Berlin: Im Marienpark, dem ehemaligen Gaswerk Mariendorf, soll Ende kommenden Jahres ein Rechenzentrum entstehen, dessen Kapazität dreimal so groß ist wie die in Siemensstadt. DieRede ist von einer mehr als 100 Millionen Euro schweren Investition, gestreckt über mehrereJahre. Dazu gehörtauch der Kauf des Marienparks durch einen Partner vonNTT. Der Deal um das Rechenzentrum ist seit Aprilfix.Wasmacht also der Regierende Bürgermeister jetzt noch bei NTT? Müller selbst sagt, es ginge um eine „Verständigungsbasis darüber, wie sich eine Stadt entwickeln soll“. Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK, sagt es so: „Solche Termine sind sehr wichtig. Es ist immer gut, wenn man einander einmal kennengelernt hat, dann bleibt etwas hängen.“ Eher etwas bei Müller persönlich dürfte beim Besuch des Mori-Ogai- Museums im Stadtteil Bunkyo am Dienstag hängengeblieben sein. Das Museum sieht ein bisschen aus wie das Jüdische Museum vonDaniel Libeskind in klein: sehr viel edler Beton, dazu eine kleine,aber feine Ausstellung. Das Museum erinnert an eine heute kaum mehr bekannte Persönlichkeit, die Ende des 19. Jahrhunderts eine besondere Facette der deutsch-japanischen Beziehungen darstellte. Mori Ogai, ein 1862 geborener japanischen Militärarzt, verbrachte mehrereJahreseines Lebens in Deutschland. Ein Stipendium für Tokio am Abend –das gehörtnatürlich auch dazu. Dauerhaftes Gedenken: In Berlin hat die Humboldt- Universität mit Unterstützung japanischer Behörden 1984 einen Gedenkortüber den Arzt, Dichter und Übersetzer Mori Ogai eingerichtet –und zwar im Haus Luisen- /EckeMarienstraße. BERLIN ERINNERT AN ARZT AUS JAPAN Hygiene und Heeressanitätswesen führte ihn nach Leipzig, Dresden, München und Berlin, wo er 1887/88 am Hygiene-Institut von Robert Koch tätigwar. Ob Ogai wirklich ein überragender Mediziner war, sei dahingestellt. Wikipedia berichtet von einer fatalen Fehleinschätzung der Vitaminmangelerkrankung Beri-Beri seinerseits, die zu Tausenden Toten in der japanischen Armee geführthabe.Se- XCC BY-SA 3.0/JÖRG ZÄGEL ELMAR SCHÜTZE Früherer Wohnort: Zunächst wurde in dessen ehemaligerWohnung im ersten Stock ein Gedenkzimmer eingerichtet, 1989 wurde dieses zur Mori-Ogai- Gedenkstätteausgebaut. Sie ist montags bis freitags von10bis 14 Uhr geöffnet. gensreicher war sicher sein Interesse an deutscher Literatur.Ein Besuch in Auerbachs Keller 1885 in Leipzig soll Mori Ogai zur Übersetzung vonGoethes „Faust I“ und „Faust II“ inspiriert haben. 1913 war das Werk vollbracht, seine Übersetzung gilt bis heute als gültig. Auch Hauptmann oder Tschechowhat der vielbelesene Mann ins Japanische übersetzt. Doch er hat auch selber viele Bücher verfasst. Seine Berliner Novelle „Das Ballettmädchen“ gilt als Beginn der modernen Literatur Japans. Im Museum spielt Ogais Zuneigung zu den Deutschen eine große Rolle. Nicht nur, dass der Gast aus Fernost offenbar sehr wissbegierig war und etwa in Deutschland an mehreren Treffen vonFrauenaktivistinnen teilgenommen hat, er hat auch seinen Kindern deutsche Vornamen gegeben: Otto, Fritz und Anne. Bis heute lebt nach Auskunft der Museumsbetreiber eine Urenkelin Ogais als Herzchirurgin imHerzensland ihres Urgroßvaters. Nachmittags konnte die Berliner Delegation in Tokio dann bestaunen, wie die ansonsten so stillen, höflichen und zuvorkommenden Japaner aus dem Häuschen geraten, wenn dicke,fast nackte Männer sich versuchen gegenseitig aus einem Ring zu schieben, werfen oder schmeißen. Ein Sumo-Turnier ist so oder so ein beeindruckendes Ereignis. Die Besucher ziehen sich die Schuhe aus und lassen sich im Schneidersitz auf Podesten nieder. Während im Ring die Kolosse aufeinander losgehen, hält man im Publikum gerne ein Schwätzchen und trinkt einen Tee, um dann den eigenen Favoriten anzufeuern und gebannt mit dem Kampf mitzugehen. Gipfeltreffen der Bürgermeister Werden Sie Teil der Berliner Zeitung und holen Sie sich unsere App: Haben Sie die Gedenkstätte besucht? Schicken Sie uns Ihre Bilder. Die App bekommen Sie kostenlos im Apple Store oder Google PlayStore. Machen Sie mit Am Mittwoch wird Müller zunächst beim U20-Gipfeltreffen von Bürgermeisternaus aller Welt sprechen, der derzeit in Tokio stattfindet und eigentlicher Anlass von Müllers Reise ins Land der aufgehenden Sonne ist. Anschließend ist der Senats-Chef anwesend, wenn Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ein Abschlusskommuniqué des Gipfels erhält. Danach soll Zeit für den Besuch eines der zahlreichen Tempel Tokios sein, ehe am Abend in der Residenz des deutschen Botschafters ein Empfang ansteht. Dabei soll unter anderem ein Kooperationsvertrag zwischen der Deutschen Schule Tokyo/Yokohama mit dem Basketballbundesligaverein Alba abgeschlossen werden – ein Alba-Manager gehört zur Berliner Reisegruppe. Kaum ist der unvermeidliche Buddy-Bär – so etwas wie Berlins Gruß an die Welt –enthüllt, wirdsich Müller vomBotschafter zum Flughafen der japanischen Hauptstadt begleiten lassen. Am Donnerstagmorgen steht schließlich gleich der nächste Termin an: Plenarsitzungim Berliner Abgeordnetenhaus. ElmarSchütze ist fasziniert, dass in Tokio so vieles anders ist. Deutsche Wohnen lässt nicht locker Streit um den Berliner Mietspiegel setzt sich fort VonUlrich Paul Der Kampf um den Mietspiegel geht weiter – und damit der Kampf um die Mieterhöhungsspielräume der Vermieter. Die Deutsche Wohnen hat jetzt nach einer Niederlage vor dem Landgericht im Streit um eine Mieterhöhung in Spandau sogenannte Gehörsrüge vor dem Landgericht erhoben. Dasbestätigte ein Sprecher des Unternehmens. „Das Landgericht hat sich in seiner Entscheidung mit wesentlichen Argumenten der Deutsche Wohnen nicht auseinandergesetzt und die Revision trotz unterschiedlicher Rechtsprechung der Kammern des Berliner Landgerichts nicht zugelassen“, sagte der Sprecher. Ziel der Deutsche Wohnen ist, dass die Revision zugelassen wird, um die Entscheidung des Landgerichts aufzuheben. Der Mietspiegel, der die Spielräume für Mieterhöhungen begrenzt, würde damit geschwächt. Der Alternative Mieter- und Verbraucherschutzbund (AMV) kritisiert das Vorgehen der Deutsche Wohnen. Anstatt das Urteil des Landgerichts anzuerkennen und damit ein Bekenntnis zum Mietspiegel 2017 abzugeben, gefährde das Unternehmen „weiterhin den Erhalt des sozialen Zusammenhalts und den Schutz von bezahlbarem Wohnen in Berlin“, so der AMV-Vorsitzende Marcel Eupen. Im vorliegenden Fall wollte die Deutsche Wohnen dieMiete für eine rund 42 Quadratmeter große Wohnung in der Straße An der Kappe von 226,77 Euro um 23,17 auf 249,94 Euro monatlich erhöhen. In der ersten Instanz bekam die Deutsche Wohnen noch Recht. DasAmtsgericht verurteilte den Mieter auf Basis eines Sachverständigengutachtens zu der Mieterhöhung von 23,17 Euro monatlich. Der Sachverständige hatte eine ortsübliche Vergleichsmiete ermittelt, die den Wert, der sich aus dem Mietspiegel ergeben hätte,um85Cent je Quadratmeter überstieg. In der zweiten Instanz bekam jedoch der Mieter Recht. Das Landgericht entschied am 11. April dieses Jahres, dass der Mietspiegel anzuwenden sei. Da die gezahlte Miete bereits über der ortsüblichen Miete liege, stehe der Deutsche Wohnen keine Mieterhöhung zu. Die Deutsche Wohnen kritisiert am Mietspiegel 2017, dass darin die niedrigen Mieten der landeseigenen Unternehmen überrepräsentiert seien. Dengerade in Kraft getretenen Mietspiegel 2019 will die Deutsche Wohnen „in den nächsten Monaten eingehend analysieren“. Unabhängig davon werde man mit ihm auch künftig die Mieterhöhungen begründen, erklärte das Unternehmen. Vermischtes dienstleistungen Klinker verfugen reinigen, restaurieren 0160-96354981 www.Die Fuger.com stellenmarkt Technische Berufe Erfahrener Blitzschutz- oder Elektro-Monteur (m/w/d) mit PKW- FS für sofortige Anstellung bei Vollzeit von Handwerksbetrieb in Berlin-Neukölln gesucht. Tel.: 030 746 81 630 an- und Verkäufe Kaufgesuche Bis zu 10.000 € für DDR-Kunst! 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Juni 2019 Erscheinungstag Sonnabend, 01.06.2019 Anzeigen- &Druckunterlagenschluss Mittwoch, 29.05.2019, 12 Uhr Jetzt Anzeige buchen! Telefon: 030 2327-50, Fax: 030 2327-6697, E-Mail: Berlin.Anzeigen@dumont.de Hilfe für pflegebedürftige alte Menschen! In Würde alt werden ·www.senioren-bethel.de


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 15 ························································································································································································································································································· Leserbriefe So erreichen Sie uns PerPost Leserbriefe Alte Jakobstr.105, 10969 Berlin In den sozialen Medien facebook.com/berliner zeitung PerE-Mail leser-blz@dumont.de Am Telefon Mo–Fr10–16 Uhr (030) 63 33 11-457 Wegen der großen Zahl der Zuschriften ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu beantworten oder abzudrucken. Die Redaktion behält sich das Recht sinnwahrender Kürzungen vor. Ein staunenswertes Objekt aus der damaligen Zeit Berlin: „In der Nachfolge des Palastes“ von Maritta Tkalec (16. Mai) Der30. Jahrestag der Deutschen Einheit im Oktober wärewohl ein wichtiger Anlass, das Kunstwerk „Gläserne Blume“ zu restaurieren und im Humboldtforum gut sichtbar aufzustellen. Für viele wäreeseine schöne Erinnerung und für die jüngere Generation ein staunenswertes Objekt aus der damaligen Zeit. Gibt es keine Kraft, um diese Vision wahr werden zu lassen? Soviel Geld wird für Blödsinn ausgegeben, wie für die Wippe vor dem Schloss! Keiner will sie, sie bedeutet gar nichts und wird wohl zum Spaß-Objekt verkommen. Dieter Nerlich, Berlin-Hohenschönhausen Wohnungsgenossenschaften unabhängig von Einfluss Titel: „Mietenanstieg ist gebremst“ von Ulrich Paul (14. Mai) Die vom Senat beschlossenen Mietspiegel sind alle von Spekulanten stets ignoriert worden. Kein Gericht setzte zwangsweise den Mietspiegel durch. Der gute Wegist die Bildung von Wohnungsgenossenschaften, die unabhängig vonstaatlichem und privatem Einfluss sind. Heinz Odermann, Berlin-Marzahn Große Fläche, viele Pläne: der ehemaligeFlughafen Tempelhof Flughafen Tempelhof –Spielwiese für Anwohner Berlin: „Abschied vom Freiraum?“ von Annika Leister (15. Mai) Da sich die Wohnungssituation in Berlin grundlegend änderte, muss die mögliche Errichtung von Wohnungen auf dem ehemaligen Flugplatz völlig neu durchdacht werden. Wenn sich wie hier entscheidende Veränderungen vollzogen haben, müssen natürlich frühere Entscheidungen auf ihren Bestand gründlich überprüft werden. Undeine völlig Daten gehen niemanden wasan Politik: „Der digitale Patient“ von Rasmus Buchsteiner (16. Mai) Zu verhindern, dass Unbefugte an diese Krankendaten gelangen, ist sehr schwierig. Dies zeigen Datenpannen mit Krankendaten. So werden sensible Patientendaten von zehn Prozent der USA-Bevölkerung im Internet gehandelt. 2018 waren in Norwegen drei Millionen Patientenakten betroffen. Wenn jemand sich auf einer Kongressreise eine Geschlechtskrankheit zugezogen hat oder dass eine Frau nach einer Trennung ihre Depression behandeln lässt, geht einfach niemanden etwas an. Manche Dinge können noch nach fünfzig Jahren relevant sein und Schaden anrichten, falls sie öffentlich werden. Dass es keine hundertprozentige Datensicherheit gibt, kann nicht einfach als zu tolerierende Nebenwirkung deklariertwerden, wenn man den vollen Nutzen eines digitalisierten Gesundheitswesens ausschöpfen will. Ist das Konzept des individuellen mobilen Datenträgers in verschlüsselter Form z. B. auf dem Handy des Patienten neben der Praxis-Karteikarte nicht wünschenswerter? Thomas Scholz, Datenschutzbeauftragter des Tegeler Diabetologikums Nichts gegen den Fluglärm Titel: „Anstoß für Tegel“ von Elmar Schütze (17. Mai) Wenn Hertha BSC schon unbedingt ein neues Stadion will, dann ist der Standort amNoch-Flughafen Tegel eine gute Idee. Dort kann man so planen, dass keine Anwohner zu leiden haben. Und selbst wenn es manchmal für einige laut werden sollte, ist das doch gar nichts gegen den Fluglärm, den sie jetzt haben. DieHauptsache ist, dass Hertha BSC endlich die Pläne für das Grundstück an der Rominter Allee aufgibt. Mein Appell an Hertha BSC: Akzeptieren Sie endlich, dass das Grundstück IMAGO IMAGES andere, entgegengesetzte neue Entscheidung muss möglich sein. Es ist überhaupt nicht zu verstehen, wenn Politiker die weitereVerdichtung der Innenstadtbereiche auch auf Kosten vonWohngrün und Parkanlagen und damit weitereVerstöße gegen den Klimaschutz fordern, während die große Freifläche Tempelhof weiterhin Spielwiese für Anwohner bleiben soll. Heinz Siggelkow,per Mail nicht zurVerfügung steht.Warten Sie notfalls ein paar Jahre länger mit dem neuen Stadion, wenn Sieschon meinen, eins haben zu müssen. Da können Sie sich einen vorübergehenden Standort für das von Herrn Preetz erwähnte provisorische Stadion suchen. Möglicherweise auch in Brandenburg, wo Sie jaoffenbar willkommen sind. Das sind Sie an der Rominter Allee jedenfalls nicht. Wollen Sie wirklich in einer Gegend spielen, wo zumindest ein Teil der Anwohner Sie hasst und wünscht, dass Siejedes Spiel verlieren? Camilla Kneschke, Berlin-Charlottenburg Nur acht von zehn Punkten der Schul-Kriterien erreicht Berlin: „Das große Verschieben“ von Martin Klesmann (20. Mai) Unsere Tochter wird bei keiner der drei gewünschten Schulen in die 7. Klasse aufgenommen. Die ihr zugeteilte Schule befindet sich in Charlottenburg (Grunewald). Fahrzeit nach BVG-Fahrplanauskunft 1.03 Stunden, Entfernung 17 Kilometer. Laut Aussage der Wunschschule im Januar war die Aufnahme bei einem Notenschnitt von 2,0 mit zusätzlicher Instrumentenausbildung und Konfliktlotsen-Ehrenamt eigentlich sicher.Nun haben sich mehr Schüler beworben, als Plätze zur Verfügung stehen. Eine Auswahl muss natürlich getroffen werden. Die Schulen können die Kriterien selbst definieren und wir hatten eben Pech. Beider einen Sekundarschule wäre man nur mit Notenschnitt 1,4 oder besser untergekommen. Eine andere Schule lehnte Bewerber ab, weil das Kind nur acht von zehn möglichen Punkten der schuleigenen Kriterien erreichte. Das Gleiche haben wir bereits vordreiJahren bei unserer älterenTochter erlebt. Diedamals zugewiesene öffentliche Schule hatte seit mehreren Jahren keinen Musik- und Kunstunterricht mehr.Ausgerechnet die Fächer,bei denen unsereTochter damals Erfolgserlebnisse und Bestätigung bekam. DieJüngeremuss nun durch die ganzeStadt fahren. Obwohl wir den Bezirklieben, haben wir kurz mal im Internet nach Mietwohnungen geschaut. Wäre ja eigentlich eine Option. Nette Idee. Kurz mal naiv gewesen. Ich weiß auch keine Lösung für die Herausforderungen der Schulen, mit den steigenden Anmeldezahlen umzugehen und die richtigen Aufnahmekriterien festzulegen. Aber Wohnortnähe könnte doch vielleicht ein wenig eine Rolle spielen. Auch die Zweit- und Drittwunsch-Option empfinde ich als eine Farce. Istjanur ein Gefühl, aber gibt es eine Statistik, wie viel Prozent der Zweit- und Drittwünsche überhaupt zum Zuge kommen? Ichkenne niemanden, der darüber einen Platz bekommen hat. Wasist das wohl für ein Gefühl für die Kinder, nicht gut genug zu sein, aussortiert und von allen Freunden getrennt zu werden? Für unsereTöchter ist es zu spät. Die müssen da jetzt durch. Irgendwas muss sich ändern. Es ist einfach sehr sehr bitter! Christian Schwanitz, per Mail ReisemaRkt ostsee Hotel und Ferienwohnungen idyllisch gelegen an der Ostsee 49 moderne FeWo und DZ mit Balkon •500 mzum Golfplatz und Strand •Pool- und Saunabereich •Massagen &Kosmetik •Frühstücksrestaurant Preise: FEWO ab 89,– €, DZ ab 114,– € Strandhafer Diedrichshagen GmbH Am Stolteraer Ring 1 18119 Warnemünde Tel. 0381 375657-0 info@hotel-strandhafer.de www.hotel-strandhafer.de Ostseeheilbad Graal-Müritz –Villa Edda Hotel –Ferienwohnungen –Apartments liebevoll sanierte Hotelvilla in Strand- &Kurparknähe bietet komfortable Zimmer mit Schlemmerfrühstücksbuffet, Frühlingsangebot: 3Ü/F ab 125,– € p. P. im DZ KS Betr.- und Verw.-GmbH, GF K.-C. Sund, Fritz-Reuter-Str.7 18181 Graal-Müritz, Tel. 03 82 06 -1530•www.villa-edda.de Koserow/Usedom Ferienbungalows bis max. 4Personen Tel.: 0177-3 1012 55 · 030-39 7979 73 www.usedom-oase.de rügen Rügen, Ostseebad Göhren FeWo 2–4 Pers. ab 40,– €, 5Min. z. Strand, zentrale Lage, l 038308 –2169 Erholung pur. 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16 * Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Berlin/Brandenburg NACHRICHTEN Ermittlungen wegen Tierquälerei Weil er Wachteln in zu engen Käfigen gehalten haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen einen Brandenburger Betrieb in Buckow(Dahme). Es liege eine Strafanzeige des Deutschen Tierschutzbürosvor,bestätigte eine Sprecherin am Dienstag. DerVorwurflaute Tierquälerei. DerWachtelhof in Buckow war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Aufdem Wachtelhof sollen nach Angaben des Deutschen Tierschutzbüros 10 000 Tiereunter qualvollen Bedingungen in engen Käfiganlagen untergebracht sein, an Verhaltensstörungen und Verletzungen leiden. DasBürohatte die Zustände im April öffentlich gemacht und Strafanzeige gestellt. Entstanden waren Aufnahmen vomBetrieb durch eine Undercover-Recherche der Tierrechtsorganisation. (dpa) Weniger Plastikmüll, aber Spargelfolien sollen bleiben Dierot-roten Koalitionsfraktionen wollen sich für die Verringerung von Plastikmüll einsetzen. In einem gemeinsamen Antrag forderndie beiden Fraktionen die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene etwa auf die Förderung vonMehrwegverpackungen und eine Kennzeichnung und perspektivisch ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika einzusetzen. Zudem soll die Landesregierung die Kommunen beim Aufbau von Mehrwegsystemen bei Veranstaltungen unterstützen. Beidem umstrittenen Einsatz vonPlastikfolien im Spargelanbau wirdaber lediglich gefordert, mit den Landwirten darauf hinzuwirken, negativeUmweltfolgen zu minimieren. EinVerbot des vonden Grünen und vonUmweltverbänden heftig kritisierten Folienanbaus sei nicht gewollt, betonte SPD-Fraktionschef Mike Bischoff. „Der Einsatz vonFolien ist notwendig und sachgemäß.“ (dpa) Ohne Folien weniger Spargel: Aber gut für die Umwelt ist das nicht. DPA Niederländisches Königspaar in Nauen Dasniederländische Königspaar ist am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Brandenburg eingetroffen. Willem-Alexander und Máxima wurden in Nauen im Havelland von Brandenburgs Ministerpräsident MAREN KROYMANN setzt sich als Galionsfigur der „Berliner Schwimmpaten 2019“ dafür ein, dass etwa 3000 Berliner Kinder in Intensivschwimmkursen in den nächsten Sommerferien lernen, sich über Wasser zu halten und dabei Spaß zu haben. Sie hat sich gern dazu bereiterklärt, erzählte sie am Dienstag im Wellenbad am Spreewaldplatz: „Kinder können ein Stück Welt erobern, wenn sie schwimmen können.“ Für die Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin, die vom 9. bis zum 14. Juli ihr Programm „In my Sixties“ in der Bar jeder Vernunft spielt, handelt es sich beim Schwimmen um eine Grundkompetenz, die jeder erwerben sollte. Wobei die Kosten von105 Euro für einen Kurs in den kommenden Sommerferien kein Hindernis sein sollten, denn Schwimmpaten wie Maren Kroymann übernehmen diese Kosten für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Vermittelt werden diese kostenlosen Plätze durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst der Bezirksämter,wer für Schwimmen mit Maren Die Kabarettistin spendiert als Patin Schwimmkurse für Kinder Für das Foto schwimmt Maren Kroymann auch mal Brust. CHRISTIAN SCHULZ von Andreas Kurtz ak@andreaskurtz.net sein Kind einen Platz buchen und selbst bezahlen möchte,kann das direkt im Schwimmbad erledigen. Maren Kroymann erinnert sich noch gut an ihren Schwimmunterricht:„Das war in der Grundschule in Tübingen. Ich war Brillenträgerin und habe im Schwimmbad nichts gesehen.“ Der echte Spaß beim Schwimmen begann für sie erst viel später, nachdem ihr eine Freundin eine Schwimmbrille geschenkt hatte. Und mit dem Kraulen. „Wie DPA/BERND SETTNIK Dietmar Woidke (SPD) begrüßt. Dort wollten sie gemeinsam einen Ackerbaubetrieb besichtigen, um sich über nachhaltige Entwicklung und Innovation in der Landwirtschaft zu informieren. alle in meinem Jahrgang 1949 habe ich nur das Brustschwimmen gelernt und konnte nie kraulen.“ Mit der Schwimmbrille änderte sich das. Allerdings sehr langsam: „Ich habe 17 Jahre lang jeden Sommer geübt.“ Dann hatte ihr Körper die Kraulbewegungen verinnerlicht: „Jetzt schwimme ich immer mindestens 1000 Meter.“ Maren Kroymann trifft sich alle drei Wochen mit Horst, ihrem persönlichen Schwimmlehrer für Fortgeschrittene. Bei der Kabarettistin mit eigener Sendung im Spätprogramm des Ersten und frischem Grimme-Preis dafür kommt es nicht mehr darauf an, sie vor dem Untergang zu bewahren. Horst verfeinert die Technik seiner 69-jährigen Schülerin. Das Herz der Künstlerin hatte er mit seiner berlinerisch direkt formulierten Einschätzung ihrer Fähigkeiten beim ersten Treffen erobert. Originalton Horst:„Sieht gut aus,wie Sie schwimmen. Aber Sie kommen nicht richtig voran. Bei Ihnen weiß man nicht genau: Istder Kopp so rot, oder ist das die Badekappe?“ Abschuss von Wölfen wird möglich Bundesregierung lockert mit Novelle Schutzregeln VonDaniela Vates Zum Schluss haben sich Vizekanzler Olaf Scholz und Kanzleramtsminister Helge Braun zusammengesetzt, um den Streit zu lösen. Schließlich ging es um ein Symbolthema: den Umgang mit dem Wolf, der eine Weile als ausgerottet galt und nun seit einigen Jahren wieder in Deutschland ansässig ist. Die zuständigen Ministerinnen Julia Klöckner (Agrar) und Svenja Schulze(Umwelt) hatten sich in monatelangen Verhandlungen festgebissen. Klöckner forderte mit Unterstützung von Jägernund Landwirten weitgehende Abschussmöglichkeiten. Enge Grenzenfür den Abschuss wollte Schulze, mit Hinweis auf den Wolf als geschützte Tierart. Nun liegt der Gesetzentwurf vor, der am Mittwoch im Kabinett verabschiedet werden soll. Der Abschuss von Wölfen soll danach zwar nur möglich sein, wenn diese Tieregerissen haben, sich Menschen genähert oder Absperrungen überwunden haben. Innerhalb dieser Grenzen allerdings sind die Möglichkeiten relativ flexibel. Zur Abwehr „ernster Schäden“ könnten Wölfe erschossen werden, heißt es im Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem das Bundesnaturschutzgesetz ergänzt werden soll. Dies gibt den Naturschutzbehörden der Bundesländer,die Abschüsse genehmigen müssen, Interpretationsspielraum. Als Richtdistanz für die Annäherung zum Menschen gilt 30 Meter. Auch das zweimalige Überwinden vonZäunen –Richtwertfür die Höhe 1,20 Meter –soll ein Abschussgrund sein. Auch das Umgehen von Hütehunden könnte darunter fallen. Parallel geregelt wird, dass Schafszüchter zu 100 Prozent entschädigt werden, wenn eines ihrer Tieregerissen wird. Auch nach Brandenburg,indie Lausitz, sind Wölfe zurückgekehrt. IMAGO STOCK&PEOPLE Unionsteht kurz vor der1.Liga. Wir drücken euch die Daumen für die Relegation! SO SCHREIBTMAN BERLIN. GEMEINSAM HOFFEN WIR AUF EINE LANGE PARTY. berliner-zeitung.de


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 17 ························································································································································································································································································· Wissenschaft AmSüdpol haben Physiker jüngst mehrere Teilchen entdeckt, die eseigentlich gar nicht geben dürfte. Es gibt sie aber doch, und wenn sich bestätigt, was die Forscher über ihreHerkunft vermuten, stünde die Physik nach Quanten- und Relativitätstheorie voreiner weiteren Revolution: Es könnte eine neue Theorie geben, die die beiden früheren Formelwerke vereint und so das Universum als Ganzes erklärt. Aufgespürt hat die Teilchen eine spezielle Antenne mit dem sperrigen Namen Antarctic Impulsive Transient Antenna (Anita). Sie diente für von der US-Raumfahrtbehörde Nasa finanzierte Experimente. Dafür wurde die Antenne an einem Ballon mehr als 35 Kilometer hoch in die Atmosphäreüber der Antarktis getragen und driftete etwa einen Monat lang über den Kontinent. Dabei fing sie Radiopulse auf, die aus Kollisionen von Neutrinos mit den Molekülen im antarktischen Eisschild stammen. Die fast masselosen Neutrinos entstanden im Urknall in großer Zahl, und sie werden bei den Fusionsreaktionen im Kern der Sonne emittiert. WeitereQuellen sind kosmische Katastrophen, etwa Supernova-Explosionen von Sternen oder Gammastrahlen-Ausbrüche. In jeder Sekunde erreichen über 60 Milliarden Neutrinos pro Quadratzentimeter die Erdoberfläche. Sie können Materie nahezu ungehindert durchdringen, also auch den Erdball und erst recht den menschlichen Körper. Selbst eine Bleiplatte von einem Lichtjahr Dicke würde Neutrinos kaum aufhalten. Deshalb werden sie auch „Geisterteilchen“ genannt. Die kleinsten Teilchen sind Gegenstand des sogenannten Standardmodells der Teilchenphysik. Es beschreibt, welche Strukturen und Massen die Partikel haben, aus denen die Materie besteht, und wie sie miteinander in Wechselwirkung treten. Doch die von Anita aufgefangenen Signale lassen sich mit herkömmlicher Physik nicht erklären. Denn zwei der Teilchen waren offenbar vonunten durch die Eisdecke geschossen. „Beide Teilchenschauer kamen von deutlich unterhalb des Horizonts“, berichtete der Astrophysiker Derek Fox von der Pennsylvania State University, der die Ereignisse untersuchte. „Wir interpretieren sie daher als Schauer kosmischer Strahlung, die von unten durch die Erde gekommen sind.“ Seltsame Geisterteilchen Genau das hätte aber nicht geschehen dürfen, dazu besaßen die Teilchen viel zu viel Energie. Den Anita-Daten zufolge waren es jeweils rund 0,6 Exaelektronenvolt. Doch je höher die Energie eines Neutrinos ist, desto größer ist auch sein Wirkungsquerschnitt. Der lässt sich als eine Art virtueller Durchmesser denken und gibt an, wie stark ein Teilchen mit anderen Partikeln in Wechselwirkung tritt. Entsprechend steigt mit der Energie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Teilchen mit einem Atomkern kollidiert. Es ist wie bei einem Fischernetz: Kleine Fische schlüpfen leicht Die Anita-Antenne startet in der Antarktis und steigt an einem Ballon mehr als 35 Kilometer hoch, um kosmische Neutrinos nachzuweisen. NASA/AUSTRALIAN ANTARCTIC DIVISION (2) Die sehr speziell aufgebaute Antenne Anita vor ihrem Start. Zwei Modelle beherrschen die theoretische Physik. Beide beschreiben die Welt nur unvollständig: Die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) vonEinstein erklärtdie Gravitation, das Standardmodell der Teilchenphysik (SM) die Vorgängeinder Welt der kleinsten Teilchen. EINSTEIN UND DIE KLEINEN TEILCHEN Viele Fragen lassen sich mit der einen oder anderenTheorie nicht erklären, zum Beispiel:Waspassiertineinem Schwarzen Loch?Aus welchem Stoff besteht die dunkle Materie?Wasgeschah beim Urknall? Hierfür brauchtes eine neue einheitlicheTheorie: die Quantengravitation. Suche nach der Weltformel Forscher haben mit einer Ballon-Antenne Teilchen entdeckt, die sich gegen die Regeln der Physik verhalten. Womöglich entsteht Supersymmetrie (Susy) bedeutet: Jedes bekannteTeilchen besitzteinen unsichtbaren Partner,ein sogenanntes Susy-Teilchen. Damit wird zwar die theoretische Physik komplizierter.Aber mit derTheorie ließe sich zum Beispiel das Problem der geheimnisvollen dunklen Materie erklären. daraus eine ganz neue Theorie VonMichael Odenwald durch die Maschen, doch je größer sie werden, desto eher bleiben sie darin hängen. Das aber bedeutet: Wegen ihrer enormen Energie hätten die gemessenen Partikel die Erde gar nicht passieren dürften. „Von keinem Teilchen des Standardmodells ist bei diesen Energien zu erwarten, dass es die rund 5700 Kilometer lange Passage durch die Erde übersteht“, schrieben Fox und seine Kollegen in der Studie, in der sie über ihre Entdeckung berichteten. Derek Fox bekam die Anita-Daten im vergangenen Jahr in die Hände. Sie erschienen ihm zunächst wenig plausibel, deshalb suchte er mit seinem Penn-State- Kollegen Steinn Sigurdsson nach ähnlichen Ereignissen bei anderen Detektoren. Beim IceCube South Pole Neutrino Observatory wurden sie fündig. Es zeichnet mittels 5160 Sensoren, die nahe der Amundsen- Scott-Südpolstation ins antarktische Eis eingelassen sind, Lichtblitze auf, die von Kollisionen zwischen Neutrinos und Eisbestandteilen herrühren. Wie sich zeigte, hatte auch Ice- Cube drei hochenergetische Partikel registriert, die von unten kamen. Nun kombinierten die Penn- State-Forscher beide Datensätze und errechneten die Wahrscheinlichkeit, mit der sich die beobachteten Teilchen dem Standardmodell zurechnen lassen. Das Ergebnis: Sieliegt bei weniger als 1zu3,5 Millionen. Folglich müssen die von Anita und IceCube gemessenen Ereignisse von einem noch unbekannten Partikel oder Prozess verursacht worden sein. „Leute, ich glaube,einige Kollegen und ich haben gerade das Standardmodell geknackt“, twitterte Foxdazu. Wasaber hat dann diese Signaturen erzeugt? Womöglich sind diese ein erster Hinweis auf eine neue Physik, die über das Standardmodell hinaus weist. Darauf hoffen die Teilchenphysiker schon lange.Denn das Standardmodell ist unvollständig. Es bezieht nur drei der vier bekannten Naturkräfte ein, nämlich die starke und schwache Kernkraft – erstere hält die Atomkerne zusammen, letzterelässt radioaktiveAtome zerfallen – sowie die elektromagnetische Kraft, die Strom fließen und Licht leuchten lässt. Die Gravitation kann das Modell aber nicht erklären. Deshalb suchten Physiker nach einem Modell, das einen direkten Bezug zwischen den Materieteilchen und allen vier Kräften herstellt. Herausgekommen ist die sogenannte Supersymmetrie, kurz Susy –eine Erweiterung des Standardmodells der Physik, die dessen Schwächen beheben soll. Der Name bezieht sich auf die Symmetrie als eines der Grundprinzipien des Universums. Sowarenbei hohen Energien, wie sie unmittelbar nach dem Urknall herrschten, die vier Kräfte wohl noch gleich stark, erst danach trennten sie sich und nahmen unterschiedliche Werte an. „Um eine einheitliche Urkraft zu erhalten, aus der sich die Kräfte durch symmetriebrechende Effekte abgespalten haben, muss man die Supersymmetrie einführen“, erklärt der Physikprofessor Karlheinz Meier von der Universität Heidelberg. „Dies hilft, die Physik weiterzuentwickeln und die Gravitation mit einzubeziehen.“ Die Susy erfordert jedoch für jedes Materieteilchen einen supersymmetrischen Partner. Die Zahl der Partikel würde sich damit verdoppeln. Zu ihrer Benennung wird jedem Teilchennamen ein „S“ vorangestellt, was dann so lustige Namen ergibt wie „Selektron“ oder „Squark“. Den Superpartnern der Kraftteilchen –sie sind die Überträger der Naturkräfte –wiederum hängt ein „ino“ an, das heißt, zum Photon (Lichtteilchen) gehört das Photino, und zum Gluon, das die Atomkerne zusammenhält, das Gluino. Wäre das am Südpol entdeckte Teilchen wirklich ein Susy-Partikel, könnte es sich um ein „Stau-Slepton“ handeln, also den Superpartner des Tau-Leptons. Diese Teilchen entstehen paarweise, wenn hochenergetische Neutrinos aus dem All im Erdinnern auf Atomkerne prallen. Diesen Prozess sagten Physiker in Fachartikeln bereits seit 15 Jahren vorher. Noch ist dieses Szenario wenig mehr als eine Spekulation. Zwar halten auch andere Physiker die Schlussfolgerungen von Fox und seinen Kollegen für plausibel. „Es war von Anfang an klar, dass die Anita-Ereignisse nicht von Teilchen herrühren können, die Tausende Kilometer durch die Erde flogen“, erklärte etwa Mauricio Bustamante von der Universität Kopenhagen dem Wissenschaftsportal LiveScience. „Die Studie ist die erste systematische Kalkulation zu diesen Ereignissen –und die Ergebnisse sprechen stark gegen eine Erklärung nach dem Standardmodell.“ Hoffnung ruht auf Cern Doch für eine sichere Aussage benötigen die Forscher mehr Daten, sei es aus den Archiven von Detektoren wie Anita oder IceCube,oder aus neuen Messungen. Ihre Hoffnungen beruhen insbesondere auf dem Teilchenbeschleuniger LHC am Europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf. Denn auch mit dieser gewaltigen Maschine suchen Physiker nach Susy-Teilchen. Noch kam von dort keine Entdeckungsmeldung. Die bisher gewonnenen Daten stimmen sehr gut mit dem Standardmodell überein – nicht aber mit der neuen Theorie. Der Traum, diese eines Tages doch noch zu bestätigen, ist nicht völlig verflogen. Denn der LHC wird bis 2020 auf höhereEnergien umgerüstet. Ab da besteht dann die Chance, die schweren Susy-Partikel endlich aufzuspüren. Würden sie gefunden, wäre dies eine wissenschaftliche Sensation mit der gleichen Bedeutung wie die Entdeckung des Higgs-Bosons. Denn die Susy vereint die Quanten- und Relativitätstheorie zur sogenannten Quantengravitation. Diese Theorie könnte alle Phänomene des Universum beschreiben – von den kleinsten Teilchen bis zur großräumigen Struktur des Alls.Damit wäresie die lang gesuchte Weltformel. Unterirdischer Ozean auf Pluto Forscher vermuten, dass es auch auf anderen kalten Himmelskörpern flüssiges Wasser gibt –und damit Chancen für außerirdisches Leben im Universum Pluto besitzt einen unterirdischen Ozean, der durch eine Isolierschicht aus Methanhydrat flüssig gehalten wird. Das behauptet ein japanisch-amerikanisches Forscherteam nach Simulationen. Derselbe Prozess könne auch auf anderen kalten Himmelskörpern für flüssiges Wasser unter Eispanzern sorgen, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Geoscience.„Das könnte bedeuten, dass es mehr Ozeane im Universum gibt als angenommen, was die Existenz vonaußerirdischem Leben plausibler macht“, sagt Shunichi Kamata von der Universität Hokkaido. Unter der Pluto-Tiefebene Sputnik Planitia, die rund doppelt so groß ist wie Deutschland, vermuten Forscher einen verborgenen Ozean, seit die Nasa-Sonde „New Horizons“ 2016 erstmals hoch aufgelöste Bilder von dem Zwergplaneten geliefert und Forscher eine Schwerkraft-Anomalie in der Region festgestellt hatten. Bisher aber blieb rätselhaft, warum dieser unterirdische Ozean in den eisigen Außenbezirken unseres Sonnensystems noch nicht durchgefroren ist. Die Forscher um Kamata untersuchten, was ihn flüssig halten könnte, und kamen auf Gashydrate.Das sind Unter der weißen Fläche soll Plutos verborgener Ozean liegen. NASA Gasmoleküle,die in einem Gitter aus Wassereis gefangen sind. Sie haben nur eine niedrige Wärmeleitfähigkeit und eignen sich daher als Isolierschicht zwischen Ozean und dem darüber liegenden Eispanzer. Auf Pluto dürfte es sich bei dem Gaswahrscheinlich um Methan handeln, so die Wissenschaftler. Es könnte aus dem Material stammen, aus dem sich Pluto einst gebildet hat, oder durch chemische Reaktionen in Plutos Gesteinskern freigesetzt worden sein. In Modellrechnungen verglichen die Forscher die Entwicklung eines unterirdischen Ozeans auf Pluto mit und ohne eine Gashydrat- Isolierschicht über 4,6 Milliarden Jahre seit der Entstehung unseres Sonnensystems. Resultat: Ohne Schicht wäre Plutos verborgener Ozean vor mehreren hundert Millionen Jahren komplett eingefroren. Mit Schicht sei das Einfrieren so gut wie ausgeschlossen. Nach Darstellung der Forscher erhöhe sich damit die Wahrscheinlichkeit, dass unterm Eis kalter Monde und anderer Himmelskörper flüssiges Wasser dauerhaft existieren könne – und damit die Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen. (dpa/fwt)


ABOplus Exklusivfür Abonnenten: Alle Angebote NURMORGEN erhältlich! Nochkein Abo? Einfachjetzt unter 030–24 00 25 neuer Abonnentwerden! Fotocredit: Bartek Barczyk /DG 50 x2Freikarten für den Klavierabend mit Krystian Zimerman Der Perfektionismus von Krystian Zimerman scheint keine Grenzen zu kennen: Von seinem gesamten Repertoire, heißt es, spielt er gerade einmal zehn Prozent in öffentlichen Konzerten. Ein Jammer! Schließlich scheint die Zeit stehen zubleiben, wenn Krystian Zimerman seine Finger über die Tasten gleiten lässt. Man kann nicht anders, als den Atem anzuhalten. Denn der Poet am Flügel dringt immer wieder in ungeahnte Bereiche der musikalischen Lyrik vor, deren atmosphärische Tiefe ihresgleichen sucht. Mittwoch, 12.06.2019 |Einführung: 19 Uhr |Beginn: 20 Uhr Berliner Philharmonie |Herbert-von-Karajan-Straße 1|10785 Berlin Morgen von 14–15Uhr! Kabarett-Theater DISTEL –„2019: Odyssee im Hohlraum“: 2for 1in der Preiskategorie A Dasgroße DISTEL-Jubiläumsprogramm spieltineinem Berliner Callcenter –eineewige Maloche, jederhältsichmit mehreren schlecht bezahlten JobsüberWasser. Dochplötzlichändert sich alles:Bei einemWanddurchbruchzur Büroerweiterung wird ein Hohlraumentdeckt. In dem leben seit 1953 zwei guterhaltene Ostdeutsche miteinem Vorrat an Würzfleischkonserven …Erst durch ihrenunschuldignaivenBlick wird deutlich,wie irre unsere Welt inzwischen geworden ist. Donnerstag, 06.06.2019 |Beginn: 20Uhr 2Tickets der Preiskategorie Afür den Preis von 1Ticket (insgesamt 34€statt 68€), Kennwort: „Distel-Stacheln“ Kabarett-Theater DISTEL, direkt amBahnhof Friedrichstraße www.distel-berlin.de Gleich morgen mit dem Kabarett-Theater DISTEL Kontakt aufnehmen und das Angebot sichern: Wellness: 5x2Freikarten für die Kristalltherme in Ludwigsfelde zu gewinnen! Entfliehen Sie dem Stress undder Hektik des Alltags! DieKristall-Therme in Ludwigsfelde ist eine wahreOaseder Entspannungund Erholung mitBadespaßauf höchstem Niveau.Die Vielzahl der unterschiedlichen Saunen und Wasser-/ Thermenbecken erfülltjeden Wunsch für gepflegtes Relaxeninangenehmer Atmosphäre. Donnerstag, 09.05.2019 oder 23.05.2019 Beginn: jeweils 17.30 Uhr Wir wünschen gute Erholung! 030-2044704 9–17Uhr Morgen von 15–16Uhr! 15 x2Freikarten für Literatur LIVE im Pfefferberg Theater: Uschi Brüning liest aus ihrer Autobiografie &singt „SO WIE ICH“ Manfred Krug schwärmte für ihre Stimme, Ulrich Plenzdorf setzte ihr ein Denkmal in»Die neuen Leiden des jungen W.«. Nun erzählt Uschi Brüning, die große Jazz- und Soulsängerin, erstmals von ihrem Leben als Musikerin inder DDR, dem ständigen Vabanquespiel mit der SED und warum sie dennoch nie die Ausreise inden Westen erwogen hat. An der Seite von Manfred Krug feiert die junge Uschi Brüning ihre ersten Bühnenerfolge. Sie gründet eine eigene Band. Bald lernt sie den Saxophonisten Ernst-Ludwig Petrowsky kennen. Die beiden werden ein Paar und musikalische Partner, genießen als erfolgreiche Künstler manche Freiheiten. »So wie ich« ist eine außergewöhnliche Reise indie DDR und ihre Musikszene –eine Liebeserklärung Uschi Brünings anden Mann ihres Lebens und gibt einen Einblick indas ebenso bewegte wie bewegende Leben dieser hinreißenden Jazzsängerin. Mi, 12.6. Uschi Brüning LIVE. Lesung &Konzert. Musikalische Begleitung Lukas Natschinski Einlass: 19.30 Uhr |Beginn: 20.00 Uhr Pfefferberg Theater |Schönhauser Allee 176|10119 Berlin www.literatur-live-berlin.de Morgen von 16–17Uhr! Teilnahme: ABOplus ist einmonatliches Gewinnspielangebotfür Berliner Zeitungs-Abonnenten.Teilnehmen kann jeder Abonnent,der dieAusgaben von Montag bisSonnabend undbereits länger als6Wochen bezieht sowie zumZeitpunktder ABOplus-Aktion ungekündigter Abonnent ist. Bitte haltenSie füralleGewinnspiel-Angebote Ihre Kundennummer bereit.Pro Kundennummer kann nurein Gewinnspiel-Angebot genutztwerden. Eine Mehrfachteilnahme istnicht möglich. Das Angebot gilt nur solange der Vorrat reicht. EineBarauszahlung der Gewinneoderdie Abgabe einesErsatzgewinnesist nichtvorgesehen. DerRechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeitervon DuMont undderen Angehörigesindvon der Teilnahme ausgeschlossen. Mit Ihrer Teilnahme am Gewinnspiel stimmen Sie zu, dass wirdem Veranstalter/Partner Ihre Datenzum Zweckder Gewinnübermittlungzur Verfügungstellen.Die Gewinner werden perE-Mailund/oderpostalischbenachrichtigt. Morgen anrufen und Wunsch-Angebot sichern! 0800 –2327023 Dieser Anrufist fürSie kostenlos. Ihnenstehtein gesetzliches Widerrufsrecht zu. Alle Informationen über dieses Recht und die Widerrufsbelehrung finden Sie unter www.berliner-zeitung.de/widerruf Berliner Verlag GmbH, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 19 * ························································································································································································································································································· Sport Mit Tempo und Geduld Alba gewinnt auch das zweite Viertelfinale in Ulm VonChristian Kattner Auf einmal ging alles ganz einfach. Pass von Martin Hermannsson unter den Korb, ein freier Korbleger vonRokas Giedraitis.Von Ulmer Gegenwehr war knapp drei Minuten vor Spielende nicht mehr viel zu sehen. Zu deutlich war der Rückstand für die Gastgeber wieder geworden. Die Köpfe der Ulmer gingen runter, die Spieler von Alba Berlin dagegen hatten jetzt Spaß am Spiel. Selbst Jonas Mattisseck durfte noch mal für ein paar Minuten aufs Feld, traf noch einen Dreier. AmEnde wurde Spiel zwei des Play-off-Viertelfinales um die deutsche Meisterschaft mit 98:83 deutlich gewonnen. Da war es auf einmal auch zu verschmerzen, dass mit Peyton Siva erneut der etatmäßige Aufbauspieler verletzungsbedingt passen musste. Wie bereits beim Auftaktsieg in der Serie startete das Duo Martin Hermannsson und Derrick Walton im Aufbau. Eine Kombination, die sich abermals sehr gut an die Vorgaben der Trainer hielt. Walton gab erneut den Regisseur, verteilte bereits im ersten Viertel drei Assists, Hermannsson sammelte fleißig Punkte. Wie schon im ersten Spiel starteten die Berliner mit viel Energie und hohem Tempo. Ein Erfolgsrezept, das sich nach knapp neun Minuten auch auf der Anzeigetafel ablesen ließ: Nach Hermannssons Korberfolg lag Alba mit 23:13 in Führung. Das sah deutlich aus, hätte aber auch noch komfortabler sein können. Gerade im Fastbreak ließen zuvor Walton und Johannes Thiemann Punkte liegen. Nachlässigkeiten, die von Ulm bestraft wurden. Viertelübergreifend packten die Ulmer einen 12:0-Lauf aus und machten aus einem 13:23- Rückstand eine 25:23-Führung. Eine Partie,die Alba Berlin eigentlich im Griff hatte,war nun ausgeglichen. DieGastgeber gingen physisch zu Werke, Alba hatte damit Probleme.„Ulm hat uns das Leben sehr schwer gemacht“, sagte Berlins Co- Trainer Thomas Päch in der Halbzeitpause. Mit 47:43 lag Alba zu diesem Zeitpunkt immerhin in Füh- Wertvoll im Aufbau: Albas Derrick Walton, hier gegen Dwayne Evans. IMAGO IMAGES rung. „Wir müssen unser Spiel machen, das Tempo hoch halten“, lautete Pächs Forderung. Sein Team benötigte aber nach dem Seitenwechsel ein paar Minuten, um das umzusetzen. Im Stil einer Spitzenmannschaft der Liga aber ließen sich die Berliner nicht verunsichern und warteten auf Fehler des Gegners. Genau die schlichen sich gegen Ende des dritten Viertels wieder ein und Alba Berlin bestrafte das gnadenlos. 89Sekunden vor dem Ende des Abschnitts waren die Gäste nach einem Korbleger von Landry Nnoko beim Stand von 67:56 wieder zweistellig in Führung. Die sollten sie nicht mehr hergeben, konnten den Sieg kontrolliert nach Hause bringen. Aber: „Es war ein sehr hartes Spiel, Ulm hat es richtig gut gemacht“, sagte Martin Hermannsson. 23 Punkte machte der Isländer, war treffsicherster Spieler und hofft darauf, die Serie amSonntag in eigener Halle mit 3:0 zu gewinnen. Mateo Cuk ist im Becken stets Herrder Lage, auch wenn es noch so schäumt. Der Banana Boy Mateo Cuk von Spandau 04 wird im Play-off-Finale eine Schlüsselrolle spielen, er pflegt deshalb seine Rituale VonBenedikt Paetzholdt Ohne Bananen geht bei Mateo Cuk nichts. Vor und nach jedem Tag greift der Center von Spandau 04 zu der Frucht, die dem 105-Kilo-Körper rund 20 Gramm Zucker,kaum Fett und 115 Kalorien liefert. „Für mich ist das ein Ritual, das gibt mir Energie und ist wichtig für den Kopf“, sagt der deutsche Nationalspieler mit kroatischen Wurzeln. Präsident und Bundestrainer Hagen Stamm nennt ihn deshalb liebevoll „den Banana Boy. Wenn irgendwo Bananenschalen herumliegen, dann ist klar,dass Mateo in der Nähe war.“ Stamms Sohn Marko und zugleich Kapitän des Teams spitzt Cuks Leidenschaft folgendermaßen zu: „Ich glaube, es gibt keinen Menschen und auch kein Tier auf der Welt, das mehr Bananen isst, als er.“ Ab diesem Mittwoch könnte Cuks Bananenkonsum sogar noch zunehmen. Im Volksbad Limmer (19 Uhr) beginnt die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft gegen Waspo Hannover, entsprechende Anspannung inklusive. Dank des besseren Torverhältnisses im direkten Vergleich genießen die Berliner Heimrecht, was beim Wasserball heißt, dass nach dem ersten Auftritt in fremdem Gewässer zwei Heimspiele am Wochenende folgen. Im Sportzentrum Schöneberg könnte in der Best-of-five-Serie am Sonntag also bereits die Entscheidung fallen. „Danach ist klar, obdiese Saison ein Erfolg oder ein Misserfolg ist“, sagt Stamm senior.Noch nie seit 1979 unterlagen die Wasserfreunde zweimal in Serie imFinal-Play-off. Cuk, 29, soll entscheidend dazu beitragen, dass das auch so bleibt. Dass Stamm seinen Führungsspieler als „tickende Zeitbombe“ bezeichnet, liegt nicht an seinem sprunghaften Charakter oder an schwankenden Leistungen. Cuks Problembereich ist seine Schulter. Immer wieder muss er verletzungsbedingt pausieren, er konnte viele Partien nur mit Spritzen bestreiten. „Leistungssport ist ungesund“, weiß „Wenn irgendwo Bananenschalen herumliegen, dann ist klar, dass Mateo in der Nähe war.“ Hagen Stamm, Präsident von Spandau 04, kennt die Leidenschaft seines Centers. Cuk, „seitdem ich fünfzehn Jahre alt bin, spiele ich auf Profiniveau.“ Und obwohl er zuletzt schmerzfrei spielen konnte, werden alle Spandauer immer hoffen, dass es keinen Rückschlag gibt. Zumal es in einem Finale gegen den großen Rivalen noch härter zur Sache geht als ohnehin schon. Wie eng beide Teams beieinanderliegen, zeigte sich ja gerade erst Bereit für Bratislava beim Pokalfinale Anfang Mai, als die Spandauer erst im Fünfmeterwerfen mit 9:10 unterlagen. „Jetzt ist kein Platz für Fehler“, sagt Cuk, „du hast keine Zeit, um dich richtig zu erholen.“ Aufihn werden es die Hannoveraner beim Verteidigen ganz besonders absehen. „Denn er hat das Gefühl und das Händchen für das Besondere“, wie sein Präsident weiß. Bei den Spielen in Hannover kommt als besonderer Umstand noch dazu, dass die Wasserschlachten im Freibad geschlagen werden. Das verändert das Spiel nicht unerheblich. Wenn der Wind weht, können Wellen das Zusammenspiel erschweren. Auch fliegen die Bälle anders als in der Halle.Und falls es womöglich noch regnet, wird esfür die Zuschauer und auch die Spieler richtig ungemütlich. Um sich auf diese Bedingungen optimal einzustellen, trainierten die Wasserfreunde Spandau zuletzt im unüberdachten Forumbad auf dem Olympiagelände.„Daswar schon etwas ungewohnt“, sagt Mateo Cuk. Umso wichtiger war es deshalb, am bewährten Ritual des Bananenessens festzuhalten. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft überrascht bei der WM in der Slowakei weiter und schlägt Finnland 4:2 VonBenedikt Paetzholdt Peter Draisaitl, der ehemalige deutsche Eishockey-Nationalspieler, schaute ungläubig. Zum einen schien er als Zuschauer bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei stolz und verblüfft über die Darbietung seines Sohnes Leon, der mit drei Scorerpunkten mal wieder herausragte aus einer starken Mannschaft. Zudem konnte er wohl selbst kaum glauben, dass das DEB-Team tatsächlich den Turniermitfavoriten Finnland 4:2 besiegt hatte.Dass dieser Auftritt gereicht hatte, umnoch Platz drei der Kosice-Gruppe zu erreichen und dem großen Favoriten Russland im Viertelfinale in Bratislava aus dem Wegzugehen, war zu diesem Zeitpunkt noch absehbar. Dafür brauchte es die Mithilfe Kanadas am Abend das Spiel gegen die USA mit 3:0 gewann. Jetzt spielt Deutschland am Donnerstag im Viertelfinale gegen Tschechien. Doch unabhängig davon war dieses Spiel der erneute Beweis, auf welch hohem Niveau die deutsche Nationalmannschaft spielen kann. In Knudellaune: Das deutsche Team feiertinder Slowakei umfangreich. Der Last-Minute-Erfolg gegen die Slowakei, der das Viertelfinale sicherte, war schon sehr achtbar. Die Finnen, den bisherigen Tabellenführer dieser Gruppe zu bezwingen, ist fast schon sensationell. Zwar treten die Nordeuropäer in der Slowakei ohne zahlreiche NHL-Cracks auf. Dafür ist der finnische Kader gespickt mit hoch veranlagten Jungprofis, die Titel im Nachwuchsbe- DPA/SKOMILOWSKA reich gewannen und bald den Sprung nach Nordamerika schaffen dürften. Kaapo Kakko wirdals Nummer-1-Draft bei der kommenden NHL-Lotterie der größten Talente im Juni gehandelt. Zweimal ging Finnland in Führung, was in diesem Turnier normalerweise dazu führte,dass dieses Kollektiv dann erst richtig in den Spielfluss kam. Aber Bundestrainer Toni IMAGO/MICHAEL Söderholm hatte das Team auf diese Partie gegen sein Heimatland hervorragend eingestellt. Marc Michaelis und Dominik Kahun glichen mit ihren Treffernimersten und zweiten Drittel jeweils aus. Draisaitl, der bereits das 2:2 vorbereitet hatte, erzielte schließlich den wegweisenden ersten Treffer im letzten Drittel und machte dann alles klar, als er den Puck ins leereTor zum 4:2 einschob. NHL-Keeper Philipp Grubauer, der seine Muskelbeschwerden überwunden hat und nach seinem Kurzauftritt gegen Frankreich nun erstmals eine vollständige Partie bestreiten konnte,war genau der Faktor als Chancenverhinderer, der er auch schon in den Play-offs für die Colorado Avalanche war. Dominik Kahun sagte nach seinem ersten Turniertreffer: „Das war eine super Teamleistung, so hat man Chancen gegen die Großen.“ Und auch die nervige Zugfahrtvon Kosice nach Bratislava amMontag, Dauer circa fünf Stunden, dürfte angesichts des anhaltenden Hochgefühls eine ziemlich vergnügliche Angelegenheit für den deutschen Tross werden. NACHRICHTEN Boxverband Aiba droht das Olympia-Aus BOXEN. Am Mittwoch entscheidet das IOC über den Ausschluss des Weltverbandes (Aiba) vonOlympia. DerGrund: Skandale und dubiose Amtsträger.Seit Monaten durchleuchtet eine IOC-Kommission unter Leitung des Ringer-Präsidenten Nenad Lalovic die Aiba, geht Ungereimtheiten auf den Gebieten Good Governance,Finanzen, Ethik nach. Paderborner feiernmit Bochum-Trikots FUSSBALL. DieAufsteiger des SC Paderbornhuldigen auf ihrer Partytour auf Mallorca ihrem Helden Manuel Riemann. Diegesamte Mannschaft trug bei der Ankunft am Flughafen in Palma Trikots des VfL Bochum mit der Rückennummer eins.Der Torwartdes bisherigen Ligakonkurrenten hatte in der Nachspielzeit des Duells gegen den 1. FC Union (2:2) mit einer starken Parade eine Niederlage des VfL verhindert. Golden State steht zum fünften Mal im NBA-Finale BASKETBALL. DieGolden StateWarriors stehen als erstes Team seit fast 60 Jahren zum fünften Malnacheinander im Finale der NBA. DerTitelverteidiger gewann das vierte Halbfinale bei den Portland Trail Blazers mit 119:117 nach Verlängerung und entschied dadurch die Best-of-Seven-Serie auf schnellstem Wege mit 4:0 für sich. Stefan Krämer wird neuer Trainer in Magdeburg FUSSBALL. Stefan Krämer wird neuer Trainer beim Drittligisten 1. FC Magdeburg. Krämer unterschrieb den Angaben zufolge einen bis zum 30. Juni 2021 laufenden Vertrag. „UnsereMannschaft wirdmit Blick auf die kommende Spielzeit in der 3. Liga ein neues Gesicht zeigen“, erklärte Maik Franz, Leiter der Lizenzspielerabteilung. ZAHLEN Eishockey WM Vorrunde, 6. Spieltag Gruppe A Finnland -Deutschland 2:4 (1:1, 1:1, 0:2) Slowakei -Dänemark 2:1 (0:0, 1:0, 0:1) n.P. Kanada -USA 3:0 (2:0,1:0,0:0) Frankreich-Finnland 0:3 (0:1, 0:1, 0:1) Frankreich-Großbritannien 3:4 n.V.(0:0, 3:2, 0:1) Kanada-Dänemark 5:0 (3:0, 1:0, 1:0) 1. Kanada 7 36:11 18 2. Finnland 7 22:11 16 3. Deutschland 7 18:18 15 4. USA 7 27:15 14 5. Slowakei 7 28:19 11 6. Dänemark 7 18:23 6 7. Frankreich 7 14:34 2 8. Großbritannien 7 9:41 2 Gruppe B Tschechien -Schweiz 5:4 (1:1, 3:1, 1:2) Norwegen -Lettland 1:7 (1:0, 0:1, 0:3) Schweden -Russland 4:7 (1:0,0:6,3:1) Schweiz-Russland 0:3 (0:1, 0:1, 0:1) Schweden-Lettland 5:4 (1:0, 1:1, 3:3) Österreich-Italien 3:4 n.P.(2:1, 0:2, 1:0, 0:0) 1. Russland 7 36: 7 21 2. Tschechien 7 39:14 18 3. Schweden 7 41:21 15 4. Schweiz 7 27:14 12 5. Lettland 7 21:20 9 6. Norwegen 7 19:33 6 7. Italien 7 5:48 2 8. Österreich 7 9:40 1 Tennis WTA-Turnier in Nürnberg 1. Runde: Petkovic (Darmstadt/Nr.8)-Büyükakcay(Türkei) 6:3, 6:2, Friedsam (Neuwied) -Begu (Rumänien) 4:6, 6:3, 6:3, ATP-Turnier in Genf Achtelfinale: Alexander Zverev(Hamburg/Nr.1)- Gulbis (Lettland) 6:2, 6:1


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 – S eite 20 * ························································································································································································································································································· Sport Zaunkönig: Michael Parensen MATTHIAS KOCH Schnell im Kopf Abwehrchef Florian Hübner ist gelbgesperrt, daher wird wohl der ewige Michael Parensen den 1. FC Union in die Relegation gegen Stuttgart führen VonMax Ohlert Als Urs Fischer sich nach dem verpassten direkten Aufstieg in Bochum und vor dem ersten Entscheidungsspiel gegen den VfB Stuttgart an diesem Donnerstag zum ersten und einzigen Malandie Journalisten wandte, musste er über seine Wortwahl selbst ein bisschen schmunzeln. „Da, wo wir eigentlich nicht hinwollten, sind wir jetzt“, sagte der Schweizer Trainer des 1. FC Union und präzisierte für die beachtliche Zahl von Zuhörern noch einmal: „In der Relegation.“ Mutig müsse man in die Spiele gegen den Bundesligisten gehen, betonte der 53-Jährige, erwolle seine Mannschaft nach vorne spielen lassen. Doch während der Mutinsolch brisanten Partien wohl unabdingbar ist, klang das Nach-vorne-spielenlassen nicht unbedingt nach Urs Fischer. Denn für gewöhnlich lässt er seine Eisernen aus einer sicheren Defensive heraus eher kontrolliert agieren. Wenig aufbrausend, aber sehr diszipliniert. Dass der Schweizer nun jedoch den Blick sprichwörtlich nach vorne richtet, hängt womöglich auch mit der Personalie Florian Hübner zusammen. Hübner ist nach seiner zehnten Gelben Karte indieser Saison ausgerechnet im Relegationshinspiel in Stuttgart gesperrt und reißt als Abwehrchef der Köpenicker eine Lücke in die sonst so bombenfeste beste Verteidigung der vergangenen Zweitligasaison. Unddas wirft die spannende Frage auf, wer den 28-Jährigen, der mit Hannover 96 schon im Oberhaus spielte, inStuttgartersetzen könnte. Dabei ist weniger der Kreis der Kandidaten und viel mehr die schlussendliche Entscheidung Fischers das eigentliche Mysterium. Denn klar ist: Es läuft auf Routinier Michael Parensen oder Winterzugang Nicolai Rapp hinaus. Denn Marc Torrejón hat in der laufenden Saison kein einziges Ligaspiel absolviertund Fabian Schönheim, auf den diese Statistik ebenso zutrifft, ist verletzt. Auf die beiden verbleibenden Kandidaten angesprochen, ließ sich Fischer selbstverständlich nicht in die Karten schauen. „Parensen, Rapp, ja, sie wären beide eine Option“, erklärte er,wollte sich aber wie gewohnt nicht frühzeitig festlegen. Für Michael Parensen wäre ein Einsatz im zweiteiligen Saisonfinale natürlich eine riesige Geschichte.Im Januar 2009 wechselte der 32-Jährige aus Köln ans Stadion An der Alten Försterei, trotzte zahlreichen Verletzungen und Konkurrenzkämpfen und könnte nun, zehn Jahre später, in seinem womöglich letzten Jahr bei „Micha war immer da, vorallem in den Zeiten, in denen es bei Union schlecht lief. Er ist ein absolutes Vorbild für die jüngeren Spieler.“ Sebastian Polter hat großen Respekt vor den Verdiensten von Michael Parensen, ein bisschen Bewunderung ist auch dabei. den Eisernen –sein Vertrag läuft aus –umden Aufstieg mitspielen. Parensens Vorteil gegenüber dem zehn Jahre jüngeren Rapp ist natürlich seine Erfahrung, die gerade in einem Nervenspiel wie in Stuttgartvon ungemeinem Wert sein kann. Schon im Januar betonte Mitspieler Sebastian Polter mit großer Bewunderung: „Micha war immer da, vor allem in den Zeiten, in denen es bei Union schlecht lief. Er ist ein absolutes Vorbild für die jüngeren Spieler.“ Auch, weil der Routinier in jedem Training noch immer Vollgas gibt. Das imponiert auch Trainer Fischer, der im Saisonverlauf mehrfach betonte,dass Parensen zu jeder Zeit bereit sei, vonBeginn an zu spielen. Allerdings kennen die Fähigkeiten des ewigen Unioners mittlerweile auch Grenzen. Im schweren Spiel gegen Darmstadt wurde das etwas undynamische Abwehrduo Friedrich und Parensen mehrfach überrannt. Und auch wenn Unions Trainer das nicht unbedingt als Argument gelten lassen wollte („Es gibt nicht nur körperliche, sondern auch geistige Schnelligkeit: Antizipation“), wäre ein Geschwindigkeitsdefizit gegen die pfeilschnellen Stuttgarter Außenstürmer und den quirligen Spielmacher Daniel Didavi eher suboptimal. Das wiederum spräche für einen Einsatz von Nicolai Rapp. Der 22- Jährige absolvierte im Februar ein brillantes Spiel gegen den SV Sandhausen, kassierte allerdings im April beim schwachen 1:1 in Fürth eine Rote Karteund fiel gesperrtzweiPartien aus. Gegen Magdeburg und Bochum nominierte ihn Fischer gar nicht erst in den Spieltagskader. Bekommt der Heidelberger nun eine überraschende Chance in den Relegationsspielen? Die Wichtigkeit seiner Entscheidung ist UrsFischer jedenfalls absolut bewusst. „Wenn du schon im Hinspiel fünf oder sechs zu null verlierst, wird esschwer, im Rückspiel noch mal zurückzukommen“, fachsimpelte er am Dienstag. Und musste erneut beinahe wieder etwas schmunzeln. Max Ohlert ist gespannt, wie Union defensiv auflaufen wird. Das Finale wird zur Farce Dass Arsenals Armenier Henrich Mchitarjan aus politischen Gründen das Europa-League-Endspiel in Baku verpasst, beweist, wie ungeeignet Aserbaidschan als Austragungsort ist VonHendrik Buchheister,Manchester Esist zwei Jahreher,dass Henrich Mchitarjan zum ersten Malineinem Finale der Europa League mitwirkte.Am24. Mai2017 trat der einstige Profi von Borussia Dortmund mit Manchester United in Stockholm gegen Ajax Amsterdam im Endspiel des kleinen Bruders der Champions League an. Beider Partie spielte er eine entscheidende Rolle. Kurz nach der Pause traf er per Fallrückzieher aus kurzer Distanz zum 2:0-Endstand. In diesem Jahr wird Mchitarjan um die Chance gebracht, erneut an der Veranstaltung teilzunehmen. Sein aktueller Verein, der FC Arsenal, hat bekanntgegeben, dass der Profi beim Endspiel der Europa League gegen den Londoner Rivalen FC Chelsea kommende Woche in Aserbaidschans Hauptstadt Baku nicht dabei sein wird. Ursache dafür sind Sicherheitsbedenken, denn zwischen den benachbarten Ländern Aserbaidschan und Mchitarjans Heimat Armenien tobt ein Konflikt um die Grenzregion Berg-Karabach. Schon im Oktober 2015 war Mchitarjan bei Dortmunds Partie in der Europa League bei FK Qäbälä zu Hause geblieben. In dieser Saison verzichtete Arsenal in der Gruppenphase bei Qarabag Agdam auf den heute 30-Jährigen. Doch es ist etwas anderes, einen Termin in der Vorrunde vor dem Fernseher verfolgen zu müssen –oder das Finale. Entsprechend deprimiert ist Mchitarjan. „Es ist eines dieser Spiele, das man als Spieler nicht oft erlebt. Es zu verpassen, tut mir sehr weh“, schrieb er bei Twitter.„Wir sind sehr traurig, dass ein Spieler ein europäisches Finale unter diesen Umständen verpasst“, ließ Arsenal verlauten. Mchitarjans Rücktritt von der Reise nach Baku zeigt wieder, dass sich Sport und Politik nicht trennen lassen, und er macht das Endspiel in Verbringt das Finale vor dem Fernseher:Henrich Mchitarjan Aserbaidschans Hauptstadt endgültig zur Farce. Baku liegt am östlichen Rand Europas, 4500 Kilometer von London entfernt, und ist für Fans kaum zu erreichen. In den Tagen um das Finale gibt es aus der britischen Hauptstadt keinen Direktflug. Der IMAGO IMAGES FC Arsenal hat die Wahl des Spielorts schon vor einer Woche kritisiert. „Was in dieser Saison passiert ist, ist nicht akzeptabel und darf sich nicht wiederholen“, schrieb der Klub. Auch Jürgen Klopp, der mit dem FC Liverpool drei Tage später in Ma- drid im Champions-League-Endspiel gegen Tottenham Hotspur antritt, schaltete sich ein. Er nannte Baku als Spielort „unverantwortlich“. Dass in Aserbaidschan zwei Teams aus der gleichen Stadt aufeinandertreffen, lässt die Wahl besonders absurderscheinen. Doch für die Fans der beiden Halbfinalverlierer FC Valencia und Eintracht Frankfurt wäre Baku kaum leichter zu erreichen gewesen. Krieg gegen Kritiker Wieesaussieht, haben die Anhänger keine Rolle gespielt, als die Uefa über den Finalort entschieden hat. Obwohl das Olympiastadion in Baku fast 70 000 Zuschauern Platz bietet, wurden den Endspielteilnehmern nur jeweils 6000 Karten zugeteilt. Als Grund nannte die Uefa, dass der Flughafen von Baku mit mehr Besuchern aus dem Ausland nicht fertig werden würde. Warum der Verband die Stadt trotzdem für einen geeigneten Spielort für ein europäisches Finale hält, ist rätselhaft. Auch das politische Klima in Aserbaidschan lässt die Wahl der Uefa fragwürdig erscheinen. In der Weltrangliste zur Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt das Land auf Platz 166 (von 180). Derseit 2003 amtierende Präsident Ilham Alijew führeeinen „gnadenlosen Krieg“ gegen seine Kritiker in den Medien. Sie würden erpresst, bedroht oder „unter absurden Begründungen inhaftiert“. Die Organisation Human Rights Watch stellt Aserbaidschan eine „beängstigende Bilanz in Menschenrechtsfragen“ aus. Trotzdem werden in dem Land zunehmend sportliche Großveranstaltungen ausgetragen. Seit 2017 hat Baku einen Platz im Rennkalender der Formel 1. Nach dem Finale der Europa League ist das nächste Fußball-Event mit Strahlkraft absehbar.Baku gehört2020 zu den Spielorten der Europameisterschaft.


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 – S eite 21 ························································································································································································································································································· Feuilleton Konzerte der Woche: unter anderem mit Star- Violinistin HilaryHahn Seiten 24, 25 „Sie sind der einzige Ausweg für das alte Italien.“ Der Schriftsteller Enrico Deaglio sieht in den Immigranten die einzige Chance für die alternde Gesellschaft. Seite 22 Museumsbesuche Happy Hour im Vatikan Susanne Lenz will künftig besser planen Nach meinem ersten Besuch in Rom als Teenager hing jahrelang eine Postkarte in meinem Zimmer, die die Skulptur „Apoll und Daphne“ von Gian Lorenzo Bernini zeigte. Apoll begehrte die Nymphe, doch sie floh vor ihm. Als er sie einholte,flehte sie ihren Vater Poseidon um Hilfe an und wurde in einen Lorbeerbaum verwandelt. Bernini zeigt genau diesen Moment, in dem der Gott sie berührtund aus Daphnes erhobenen Händen und ihrem Haar Lorbeerblätter sprießen. Wenn Sie dies lesen, bin ich auf dem Wegnach Rom, und ich hatte gehofft, die Skulptur –sie steht in der Galleria Borghese –wiederzusehen. Vorein paar Tagen besuchte ich die Webseite des Museums, ummöglicherweise online ein Ticket zu kaufen – eine Vorsichtsmaßnahme. Es stellte sich heraus, dass dies ungefähr so schwierig ist, wie einen Termin beim Bürgeramt Neukölln zu buchen. DerMai war schon ganz rot, erste freie Termine (an eine Uhrzeit gebunden sind die Eintrittskarten auch), gab es erst wieder nach dem 5. Juni. Mit dieser Kolumne will ich Sie nicht nur an meiner Enttäuschung teilhaben lassen, sie ist auch als Warnung zu verstehen. Die Ferienzeit naht und mit ihr die Zeit der Städtereisen, die ja oft mit der Besichtigung von Kulturgütern verbunden sind. Spontan an einer Kasse aufzutauchen, in der Hoffnung, dortEintrittskarten kaufen zu können, ist schier aussichtslos. Das gilt für den Louvre in Parisebenso wie für die Alhambra in Spanien oder Gaudis Sagrada Familia in Barcelona, wie eine Schnellrecherche ergab. DieLaokoon-Gruppe in den Vatikanischen Museen hatte mir damals auch sehr gut gefallen. Doch da sieht es kaum besser aus. Nur zur Happy Hour am Freitag wärefür den stolzen Preis von 41Euro noch etwas zu haben. Aber dafür gibt es mehr als nur den begehrten Eintritt. „Es wird tatsächlich ein Aperitif im „suggestiven Rahmen des Pinienhofes“ gereicht. VonCornelia Geißler Es lässt sich ziemlich genau sagen, zu welcher Zeit Ian McEwans Roman „Maschinen wie ich“ spielt: im Frühsommer 1982. Großbritannien kämpft um die Falkland-Inseln. Allerdings geht bei IanMcEwan Argentinien siegreich aus dem Krieg hervor, und Margret Thatcher ist gar nicht mehr eisern, sondern muss sich vordem eigenen Volk wegen der Verluste entschuldigen. Schnell wird klar, dass der britische Autor, der sonst seine Romane ordentlich in die Gegenwart („Saturday“, „Kindeswohl“) oder die Historie („Abbitte“) eingebettet hat, diesmal reale Geschehnisse und Figuren umdeutet. EinMann mit Geheimnis Ein Denkmal für Alan Turing Ian McEwans Roman „Maschinen wie ich“ belebt Roboter und feiert das Erzählen Das Genie Alan Touring wird bei Ian McEwan zu einer fiktiven Romanfigur. Nicht genug, dass Thatchers Labour- Rivale Tony Benn an die Macht kommt und man sich nebenbei fragt, was diese Änderung des Laufs der Geschichte heute für den Brexit bedeuten würde,der Autor lässt John F. Kennedy am Leben und vorallem: den 1912 geborenen Pionier der Informatik Alan Turing. Es war der Mann, der es den Alliierten ermöglichte,die Funksprüche der Nazis zu entschlüsseln, der Schach für den Computer erfand und maßgeblich die Forschungen zur Künstlichen Intelligenz anstieß. In Wirklichkeit war Alan Turing zur Handlungszeit des Romans schon 28 Jahre tot, an den Depressionen zugrunde gegangen, in die er durch die„Behandlung“ seiner Homosexualität gestürzt wurde. Erst 2009 hielt es die britische Regierung an der Zeit, sich zu entschuldigen. IanMcEwan versetzt den gepeinigten Mann in den Adelsstand. Es gehört zu seinen erzählerischen Tricks, den Leser immer wieder auf gedankliche Abwege zu führen, obwohl er doch eigentlich eine geradlinige Handlung anbietet. Aber so tickt es, das menschliche Hirn, es lässt sich austricksen, mit Neugier anfüttern, mit Gleichmaß einlullen, von Liebe täuschen und durch Hass anstacheln. Künstliche Intelligenz bleibt von diesen Verlockungen und Gefahren unberührt. Oder? Der Ich-Erzähler des Romans, Charlie Friend, steckt sein gesamtes Geld aus dem Erbe seiner Eltern in einen humanoiden Roboter, der gerade in einer Kleinserie auf den Marktgekommen ist. DieEvaswaren sofort weg, Charlie nimmt einen Adam. „Es war eine leichtsinnige Entscheidung gewesen, befeuertvon Berichten, dass sich Sir Alan Turing, Kriegsheld und größtes Genie des digitalen Zeitalters, dasselbe Modell hatte liefern lassen.“ Der Erzähler verständigt sich alsbald mit seiner Nachbarin Miranda darauf, die Software des neuen Mitbewohners gemeinsam zu installieren. Adam bringt nicht nur Charlie (32) und Miranda (22) näher, er ist bald der DPA Dritte im Bunde. Erhabe sich in Miranda verliebt, sagt er. Ian McEwan schreibt also über ein Thema, das in der Luft liegt. In Spike Jonzes Film „Her“ war die digitale Lust noch körperlos, imDokumentarfilm „Hi, Ai“ vonIsa Willinger gibt es die Roboter als hilfreiche Gesellen und Liebespartner, Sophie Wennerscheid erörtertinihrem vieldiskutierten Buch „Sex machina“ die Zukunft des Begehrens. Er kommt dann aber mit einer Kriminalgeschichte um die Ecke.Ein Mann droht, Miranda zu ermorden, behauptet sie –nachdem der innerlich recherchierende Adam gepetzt hat, sie sei in etwas verstrickt. Dahinter steckt ein Gerichtsfall, vielleicht ein Betrug. Mit dem Aufdröseln des Ganzen führtMcEwan zu einem weiteren aktuellen Themenkomplex: MeToound Gewalt gegen Frauen. Die Behauptung aus dem Titel „Maschinen wie ich“ widerlegt der Roman. Zwar wirkt Adam auf Mirandas Vater bei einem Besuch so menschlich, dass dieser glaubt in Charlie den Roboter zu entdecken, doch kann der kein Wesen wie du und ich sein. Das Wunderwerk menschlichen Erfindergeists –lernfähig, intelligent, unbestechlich – verträgt sich schlecht mit der Wankelmütigkeit des Menschen. Darin liegt der Kern des Romans, sehr verlockend, weil man als Leser geneigt ist, Entscheidungen und Verhalten immer wieder zu vergleichen. EinWesen ohne Geschichte IanMcEwan gibt vor, ein traditioneller Erzähler zu sein, wenn er zunächst Charlie Friends eintönige Lebensführung beschreibt und dann diverse technische Details, als wollte er ein Informatiklehrbuch nacherzählen. Im Verlauf seines Romans verschränkt er nicht nur die Zeiten, bringt er nicht nur reale mit erfundenen Figuren zusammen, er führtauch zur Verwundbarkeit des Menschen ob seiner emotionalen und intellektuellen Unvollkommenheit. Adam ist eine „ihrer selbst bewusste Existenz“, als humanoider Roboter so weit entwickelt, dass er über sich nachdenken kann und immer die nach dem Gesetz richtige Entscheidung trifft. Er ist perfekt. Was ihm fehlt, ist eine Geschichte,klagt er. Ian McEwan lässt ihn zwar handeln, aber eine Geschichte gibt er dem Roboter nicht. Menschenkenner, wie er nun mal ist, widmet er sich lieber Miranda, Charlie und Alan Turing, ihren Abgründen, Fehltritten, ihren Sehnsüchten und Skrupeln. Er lässt das Erzählen triumphieren. Ian Mc Ewan:Maschinen wie ich.Roman.Aus dem Englischen vonBernhard Robben. Diogenes, Zürich 2019. 410 S.,25Euro NACHRICHTEN Preußen-Stiftung gibt fünf NS-belastete Werkezurück DieStiftung Preußischer Kulturbesitz gibt fünf Arbeiten aus ihren Sammlungen an die Erben des von den Nazis verfolgten jüdischen Kunsthändlers Heinrich Ueberall (1869–1939) zurück. So etwa aus der Gemäldegalerie „Sarah führtAbraham Hagar zu“ vonMatteus Stom (1600–nach 1641), „Herrenbildnis“ vonBartholomeus vander Helst (1613–1670, Kopie) und „Stillleben“ vonFrans Ykens (1601–1693). Die Werkegehörten zu über 4000 Objekten, die der preußische Staat 1935 vonder Dresdner Bank, wo sie als „Kreditsicherheit“ lagerten, ankaufte und an die Staatlichen Museen weitergab.Die Stiftung lässt seit 2018 die Herkunft ihrer Werkeaus dem Konvolut erforschen. (dpa) Branche vergibt neuen Deutschen Sachbuchpreis Im kommenden Jahr wirddie deutsche Buchbranche erstmals einen Deutschen Sachbuchpreis vergeben. Diemit insgesamt 42500 Euro dotierte Auszeichnung wirdbei der Premieream16. Juni 2020 im Berliner Humboldt-Forum verliehen. Dies kündigte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels an. DerPreis prämiertindeutscher Sprache verfasste, nicht-fiktionale Bücher mit Bezug zum Zeitgeschehen.Wiebeim Deutschen Buchpreis sollen die Preisträger in einem mehrstufigen Auswahlprozess gekürtwerden. (dpa) Digitalisierung von Wagner-Opernhandschriften An der Sächsischen Bibliothek Dresden werden 78 Opernhandschriften vonRichardWagner aus dem Bestand des Staatsopern-Notenarchivs digitalisiert. ZumAuftakt des großangelegten Projekts sind mit „Tannhäuser“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ die ersten Aufführungsmaterialien frei zugänglich, wie Bibliothek und Semperoper mitteilten. Sieergänzen künftig die schon im Internet verfügbaren Hofopernbestände mit 1200 Handschriften zu 650 Opernbis 1900 und führen das Archiv virtuell zusammen. Ab 2020 sollen die Materialien zu Richard Strauss folgen. (dpa) UNTERM Strich Unsere Lehrer Frau Kamitz: Schulgarten VonUlrich Seidler Frau Kamitz hatte ein schwarzes Viereck im Mund. So etwas bleibt einem natürlich im Gedächtnis. Die Schneidezahnlücke muss so beeindruckend gewesen sein, dass für die Bedingung ihres Sichtbarwerdens selbst keine Aufmerksamkeit mehr übrig blieb.FrauKamitz −das ist vonheute aus die wahrscheinlichste Erklärung − muss uns Kinder angelächelt haben. Undoffenbar war es ihr wichtiger, uns anzulächeln, als ihr kaputtes Gebiss zu verstecken. Ich bin mir nicht sicher, obdieser Makel eine alte heidnische Hexenangst hervorrief oder ein mir bis heute peinlicheres Gefühl von Klassendistinguiertheit, die in der DDR abgeschafft sein sollte. Eskönnte sein, dass Frau Kamitz einfach armwar.Jedenfalls verströmte sie eine Aura der Einsamkeit, dazu kam ihrefremde Artzusprechen −ein polnischer Akzent? −und die Tatsache, dass sie sich für das Fach, das sie unterrichtete, passend anzog, nämlich bäurisch. Sie war die Schulgartenlehrerin. Ich glaube, das Fach hatte man in der zweiten Klasse.Esgab einen Garten mit Obstbäumen und Beeten, einen Schuppen, einen Wasseranschluss und natürlich einen Komposthaufen. Allein das Werden und Vergehen in so einem Haufen böte fächerübergreifenden Lernstoff vonBiologie über Deutsch bis Philosophie und für ungezählte Pioniernachmittage mitsamt Forschungsprojekten. Die Metaphorik des Lebens, Wachsens und Welkens fand in Frau Kamitz’ Unterricht keine Erwähnung. Siesagte sowieso nicht viel. Oder wir hörten einfach nicht zu. Wirbanden uns die demütigenden Schürzen um: Die Mädchen drappierten modische Schleifen, NADIA BUDDE und die Jungs rissen gegenseitig die rockartigen Lappen hoch und griffen einander zur Vergewisserung der Männlichkeit an die Säcke. Dann nahmen wir die Gartengeräte − meist Handgrubber −inEmpfang und rammten sie,während Frau Kamitz vermutlich über Arbeitsschutz und Werkzeugpflege sprach, einander in die Rücken oder versuchten den Mädchen die Haaredamit zu kämmen. WirKinder waren doof. Wirstrahlten Unlust aus und gaben uns überlastet, als wären wir,kaumdass wir schreiben konnten, schon Büromenschen und zu schade für die Arbeit an der frischen Luft. Immerhin löste ein erster Biss in die Knolle einer selbstgezogenen Frühlingszwiebel eine milde bis scharfe Begeisterung über die saftige Frische, den Mundgeruch und die recht unmittelbar folgenden Flatulenzen aus. Mehr als ein Biss wurde es dann nicht, und die Zwiebel diente als Wurfgeschoss. Aber es warauchnicht so,dasswir gar keinen Sinn für die gleichnishafteTranszendenz der Gartenarbeit empfinden konnten. Wenn wir jäteten, fühlten wir uns wie strafende Götter, die, ohne übertriebene Sorgfalt, zwischen Leben und Nichtleben entschieden − und dabei so mancher Nutzpflanzeden Garausmachten, was bei Frau Kamitz maßloses Bedauern auslöste. ImGegensatz zu ihrem Lächeln blieb dieser Gesichtsausdruck im Gedächtnis −vielleicht weil die Zahnlücke für Augenblicke verschwand? Keine Ahnung, wie uns die Nachricht, dass Frau Kamitz gestorben sei, übermittelt wurde. Es war noch in der Schulzeit. Ich wunderte mich, warum ich so traurig war. Ich glaube, auch deshalb, weil Frau Kamitz ganz bestimmt nicht damit gerechnet hatte, dass jemand um sie trauert. Ichhabeinmeinem Leben hinfort keinen Komposthaufen gewendet, ohne an Frau Kamitz zu denken.


22 * Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Feuilleton Im Kern ist Italien nicht erschüttert Der Schriftsteller und Fernsehmoderator Enrico Deaglio im Gespräch über die Irrtümer der italienischen Linken und ein mögliches Ende der reaktionären Politik Enrico Deaglio war Arzt, ehe er in den 70er-Jahren für die linke italienische Tageszeitung Lotta Continua zu schreiben begann. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und präsentierte verschiedene TV-Formate für den italienischen Sender RAI. In Berlin stellte er sein soeben in der Edition Converso erschienenes Buch „Eine wahrhaft schreckliche Geschichte zwischen Sizilien und Amerika“ vor. Er schildertdarin den Lynchmordan fünf Sizilianern in Tallulah, einem kleinen OrtinLouisiana. DieSklavereiwar abgeschafft, die Arbeitskräfte für Zuckerrohr und Baumwolle wurden aus Italien importiert. Der Rassismus hatte sich neue Opfer gewählt. Ichsprach mit Enrico Deaglio im Frühstücksraum seines Berliner Hotels über sein Land und dessen akute Sorgen und Ängste. SignoreDeaglio,bitte erklären Siemir Italien. Italien ist ein sehr altes Land geworden. Dashaben die Italiener jetzt erst gemerkt. Italien war schon immer ein sehr altes Land. Es gab immer Kinder und es gab den Kult um die Kinder, umdie Jugend. Jetzt gibt es nur noch den Kult um die Jugend, aber keine Kinder, keine Jugend mehr.Die Italiener sind alt. Sie sehen vor sich den Todund sie blicken voller Furcht auf die jungen Menschen, die über das Mittelmeer aus dem Nahen Osten und aus Afrika kommen. Dassind die Kinder, die die Italiener nicht mehr haben. Dasist die allem zu Grunde liegende Angst. Wasmacht die Politik? Die Linke versteht das nicht. Sie hat sich eingerichtet und kümmert sich nicht mehr um die Armen, um die Zurückgesetzten. Die Linke hat sich nicht eingesetzt für das Prinzip ius soli. Dashätte rund 800 000 in Italien geborene Flüchtlingskinder zu Italienern gemacht. Das wäre ein Signal der Hoffnung gewesen. Nicht nur für die Flüchtlinge, sondern für alle Italiener. Viele von ihnen flüchten sich dagegen ins Gerede über ihreeinstige Bedeutung und Größe. Wieinvielen anderen Ländern auch. Stimmt. Ichvermute aber,dass in Italien die reaktionäre Entwicklung ihren Zenit bereits erreicht hat. Naja, warten wir mal die Europawahlen ab.Aber sehen Sie, das Personal ist in Italien dermaßen miserabel, damit können sie nichts mehr machen. Mhhh. Ich weiß, Hitler war auch kein brillanter Kopf. Wir sind ja auch zu alt, um daran zu glauben, dass Politik eine Frage der Intelligenz ist. Aber noch gibt es in Italien einen Sinn fürs Ästhetische. Der wird das Schlimmste verhindern. Vergangenes Jahr sah ich italienische 68er-Filme mit Hunderttausenden Demonstranten. Ichdachte: Wieviele davon müssen später Berlusconi gewählt haben. Man kann die durch 1968 eingeleiteten Veränderungen in Italien gar nicht hoch genug veranschlagen. In Italien wurden die Arbeitsbedingungen in den Fabriken und das Zusammenleben der Geschlechter und der Generationen radikal verändert. Die Situation desVolkes änderte sich von Grund auf. DasVolk gibt es nicht mehr. So wie die Linke sich es einmal vorgestellt hatte,hat es das vielleicht niemals gegeben. 1968 war ein Modernisierungsschub, der das Volk – das hatte Pasolini gut gesehen –beiseite schob. Anseine Stelle trat die Konsumgesellschaft, die Gesellschaft des Spektakels. Die Revolte von1968 war eine Revolte der jungen Leute.Schüler,Studenten und Arbeiter.Die jungen Arbeiter waren Immigranten. Die kamen damals nicht aus Afrika, sondern aus Süditalien und rebellierten zusammen mit ihrenAltersgenossen gegen den Status quo. Davonist nichts geblieben? Italien ist ein solides Land der Mitte. Das sieht im Augenblick anders aus und als „solide“ hat Italien schon lange niemand mehr bezeichnet. Italien befindet sich in einem ökonomischen, politischen, sozialen Niedergang. Nirgends ist eine Aufwärtsentwicklung in Sicht. Wie gesagt: Das Land ist alt und matt. Die zwanzig Jahre Berlusconi haben das Land mürbe gemacht. Einen Reichen erkennt man in Italien daran, dass er keine Steuern zahlt. Die Faschisten, die wieder das Sagen haben, all das ist schrecklich. Aber im Kern ist Italien noch immer nicht erschüttert. Wiekommen Siedarauf? Vorein paar Tagen lief im Telegiornale folgende Geschichte. In Rom gibt es einen seit vielen Jahren besetzten Wohnblock. Zehn Stockwerke hoch. Die Stadtverwaltung sperrte den Hausbesetzern den Strom. Der im Vatikan für die Almosenverwaltung zuständige Kardinal, 55 Jahrealt, Als Italien jung war: AudreyHepburnund GregoryPeck in „Roman Holiday“ PARAMOUNT, IMAGO ZUR PERSON Enrico Deaglio wurde 1947 in Turin geboren und ist einer der bekanntesten Journalisten Italiens. Seine Bände „Patria“ sind eine umfassende, Politik, Wirtschaft und Alltag dokumentierende Chronik Italiens seit 1967. Von1977–1982 war Deaglio Redakteur der linken Tageszeitung Lotta Continua, später schrieb er für La Stampa, Il Manifesto, Panorama, Epoca und l’Unità. In einer TV-Dokumenation von2006 artikulierte er den Verdacht, dass durch elektronische Wahlautomaten das Ergebnis zu Gunsten Berlusconis manipuliertworden sein könnte. Pole und ein gelernter Elektriker, nahm seinen Werkzeugkasten, setzte sich auf seine Vespa, fuhr zu dem Wohnblock und sorgte dafür,dass die Mieter wieder Stromhatten. „Der Robin Hood des Papstes“ schrieb die Tageszeitung La Repubblica. Die letzte Hoffnung Italiens: ein Kardinal! DieKirche spielt keine Rolle mehr in Italien. Keiner geht mehr hin. Keine Linke mehr, kein Katholizismus.Das alte Italien ist weg. Aber der Geist der Rebellion ist immer noch da. Aber nicht in der Linken. Vondenen hat keiner das getan, was der Kardinal machte. Die Linke ist faul. Siekriegtden Hinternnicht hoch. Gibt es einen Ausweg? Europa könnte uns dabei helfen, wieder eine etwas anständigere Regierung zu bekommen. Damit wird Italien aber nicht wieder jung. Dafür braucht Italien die Immigranten. Siesind der einzige Ausweg für das alte Italien. Es muss die jungen Immigranten zu Italienern machen. Sie müssen wählen können. Sie müssen ihre Repräsentanten im System haben. Überall in der Politik, in der Wirtschaft, in der Kultur. Das einzig Positive inItalien kommt von den Immigranten. Sie gründen Unternehmen, wagen und riskieren etwas. Zehntausende Rumäninnen kümmern sich um uns Alte. Ohne die Immigranten würde Italien schon lange nicht mehr funktionieren. Der italienische Süden ist entvölkert. Mankönnte ganzeDörfer den Immigranten übergeben. Genau das hat Domenico Lucano, der Bürgermeister von Riace, getan. Er hat in seinem 1800 Einwohner zählenden Ort 450 Immigranten angesiedelt. Schon 1998 hatte er geflüchtete Kurden aufgenommen. 2017 bekam er den Friedenspreis der Stadt Dresden. Ende des Jahres ging dann der Präfekt der Region gegen ihn vor. Im Oktober vergangenen Jahres wurde er vomPosten des Bürgermeisters suspendiert und unter Hausarrest gestellt. Man wirft ihm vor, die illegale Einwanderung zu unterstützen. Kaum jemand hat so viel für Italien getan wie er. Schweizer wird man, weil eine Gemeinde einen aufnimmt. So sollte das in Italien auch sein. Wir hätten deutlich weniger Probleme. Um Felder und Vieh kümmern sich im Piemont und in der Emilia Romagna Menschen aus Bangladesch und anderen entfernten Weltgegenden. In Brescia sind dreißig Prozent der Arbeiter Afrikaner. Sosieht die Realität aus in Italien, und die italienische Regierung redet voneinem Italien ohne Ausländer. Daswäreunser Ruin. Wo leben Sie? In San Francisco in Kalifornien. Nach Italien fahren wir jedes Jahr für ein paar Wochen. Siesind ein Emigrant. Ich bin jetzt sogar Bürger der USA. Dasging völlig problemlos.Ich bin mit einer Amerikanerin verheiratet. So machen es die jungen Immigranten aus Guatemala auch. Es gibt eine kleine, sehr schöne Zeremonie,wenn SieBürgerder USA werden. Siefühlen sich wirklich aufgenommen. Als ich in meiner Kolumne in La Repubblica über meine neue Staatsbürgerschaft berichtete, zitierte ich aus der letzten Rede, die Ronald Reagan als Präsident der USA hielt. Daswar im Januar 1989. Es sind sehr schöne Worte, deshalb möchte ich sie hier ausführlich zitieren: „Sie können nach Frankreich gehen und dort leben, aber sie können kein Franzose werden; sie können nach Deutschland, in die Türkei oder nach Japan gehen und dort leben, aber sie können kein Deutscher, Türke oder Japaner werden. Aber jeder kann aus jedem Winkel der Erde nach Amerika kommen, hier leben und Amerikaner werden …Wir führendie Welt, weil wir,einzig unter allen Nationen, Menschen aus allen Ländernund allen Weltenden anziehen. So erneuernund bereichernwir fortwährend unsere Nation. Während andere Länder in die Vergangenheit schauen, bringen wir unsere Zukunftsträume zum Leben und die Welt folgt uns auf dem Wegins Morgen. Dank der Wellen von Neuankömmlingen in unser Land der Chancen bleibt unsere Nation immer jung und birst vor Energie und neuen Ideen.Wirstehen immer vorn und führen die Welt neuen Grenzen entgegen. Dasist diefür dieZukunft unserer Nation entscheidende Qualität. Fallswir jemals neuen Amerikanern diese Tür verschließen sollten, hätten wirschnell unsereFührungsrolle verloren.“ DasGesprächführte Arno Widmann. Arno Widmann ist im Grunde seines Herzens Italiener. Zügellos und käuflich Höhepunkte aus den Nebenreihen des Filmfestivals von Cannes −unter anderem mit Albert Serras „Liberté“, das als Theaterstück an der Volksbühne floppte VonFrédéric Jaeger Selten sind in Cannes Filme zu sehen, die den Blick so bewusst auf das lenken, was direkt vorden Augen der Festivalbesucher geschieht, auf den Yachten, in den Luxushotels, in den Bars und Clubs der Stadt. Schon deswegen ist Rebecca Zlotowskis „An Easy Girl“ einer der spannendsten Filme dieser 72. Filmfestspiele. Er läuft in der Nebenreihe „Quinzaine des Réalisateurs“, die sich unter ihrem neuen Leiter Paolo Moretti noch experimentierfreudiger zeigt als bisher. Mechanismen der Verführung „An Easy Girl“ spielt nicht nur in Cannes, sondern setzt mit seiner Titelheldin, dem leicht zu habenden Mädchen, ein unliebsames Thema in den Mittelpunkt: unserer aller Käuflichkeit. Diefranzösische Regisseurin Zlotowski hat dafür keine Unbekannte besetzt. Modeschöpferin und Model Zahia Dehar wurde bekannt, weil sie sich minderjährig als Escort für Fußballer der französischen Nationalmannschaft verdingt hat. Daszuverurteilen wäreeinfach, doch Zlotowski spürt viel lieber den Mechanismen der Verführung nach. Sie schaut dabei in alle Richtungen: auf die Frau, die keinen Hehl aus dem Tauschgeschäft macht; auf die Männer, die teure Kunst sammeln und sie mit Geschenken versorgen; und auf dasVerhältnis beider zu den omnipräsenten Bediensteten, Hotelmitarbeitern und Köchen. „An Easy Girl“ liebt selbst die schönen Oberflächen und schafft just dadurch die nötige Empathie für das moralische Dilemma, dass erst Geld frei macht, aber Geld nicht frei verfügbar ist. Die Freiheit trägt Albert Serras „Liberté“ bereits im Titel, der Film ist einer der Höhepunkte in der offiziell wichtigsten Nebenreihe in Cannes, dem „UnCertain Regard“. Es ist eine Rebecca Zlotowskis „An Easy Girl“ behandelt Tauschgeschäfte der Liebe. Adaption seiner letztjährigen Inszenierung an der Chris-Dercon-Volksbühne,die unter demselben Titel für viel Unverständnis in der Theaterlandschaft Berlins sorgte. WILD BUNCH Der Kinofilm ist nun deutlich experimenteller und expliziter als die Vorlage. Nur folgerichtig angesichts des Sujets: der Libertinage im ausgehenden 18. Jahrhundert. Die sexu- elle Zügellosigkeit findet in Preußen statt, in einer Waldlandschaft zwischen Potsdam und Berlin, wo französische Libertins im Geiste von Marquis de Sade Zuflucht vor dem französischen König suchen. Ob das was wird, spielt keine Rolle,stattdessen beschäftigt sich Albert Serra mit den möglichen Blicken auf historisierte Sexualität, deviante Praktiken und eigentümliche, auch mal dicke oder verunstaltete Körper in den Kostümen der Zeit. Während deutsche Regisseure an der Croisette wie so oft nicht vertreten sind, findet sich in „Un Certain Regard“ der neue Spielfilm eines in Berlin lebenden Regisseurs.Der Brasilianer KarimAïnouz war zuletzt auf der Berlinale vertreten mit „Zentralflughafen THF“, einem Dokumentarfilm über die Flüchtlingsunterkunft auf dem Tempelhofer Feld. Mit Cannes verbindet ihn eine lange Geschichte: Schon sein Spielfilmdebüt „Madame Satã“lief hier. Während Aïnouz zuletzt in Brasilien und Deutschland drehte,ist sein neuer Film wieder ganz in der Heimat angesiedelt. Seine Romanadaption „The Invisible Life of Eurídice Gusmão“ (auf Deutsch hieß der Romanvon Martha Batalha„Dievielen Talente der Schwestern Gusmão“) beginnt im Rio de Janeiroder 1940er Jahre und schildert die epische Geschichte zweier Schwestern, die von Männern in ihrem Leben auseinandergetrieben werden. Zwischen Traum und Realität Die Kamerafrau Hélène Louvart schafft entrückte Bilder für die von Regisseur Karim Aïnouz mal emphatisch, mal beiläufig erzählten Schicksale der Schwestern, zerrissen zwischen ihren Träumen und sozialen Realitäten, zwischen Tradition und Emanzipation. Ein sehr eindringlicher Film über verpasste Chancen, fernab von der Käuflichkeit von Cannes.


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 23 ························································································································································································································································································· Feuilleton Perfektion und Lebendigkeit Die Academy of St. Martin in the Fields im Konzerthaus VonMartin Wilkening ImNovember 1969 spielte die Academy of St.Martin in the Fields ihr erstes Konzert inder Londoner Kirche, die zum Namensgeber des Orchesters wurde. Durch unzählige Einspielungen des barocken und klassischen Repertoires ist es wohl in fast jedem Plattenregal vertreten. Zwischen symphonischem Breitwandklang und aufgerautem Klang der historischen Aufführungspraxis, der seit dieser Zeit zur Alternative wurde,beschritt die Academy einen Mittelweg: kammermusikalisch schlank und beweglich, aber trotzdem nicht ohne die Wärme und Empfindungstiefe des romantisch geprägten Streicherspiels.Freundliche Klassik für jedermann, aber kein Appell an billige Sentimentalität. Es gab Zeiten, in denen die Aufnahmen der Academy überwiegend durch Routine geprägt schienen. Was für ein fantastisches Live-Orchester die Londoner sind, kann man darüber leicht vergessen. Und dafür brauchen sie keinen Dirigenten. Zwar besetzen der Geiger Joshua Bell und der Pianist Murray Perahia zur Zeit die Position eines Chefdirigenten und Ersten Gastdirigenten, aber viele Konzerte spielt das Orchester auch ohne Pultmeister. Und wenn jetzt im Konzerthaus die Geigerin Julia Fischer nominell die Leitung des Konzerts übernimmt, so tut sie das vom Konzertmeisterpult, ohne aufdringliche Führungsgesten. Das Tempo sitzt perfekt, braucht keine Vorgaben, auch wenn die Mittelstimmen alleine beginnen, wie in Dvoraks Streicherserenade. Das Berliner Konzert ist das letzte einer zweiwöchigen Konzertreise. Insofern sind die Perfektion im Zusammenspiel, die Genauigkeit und Differenziertheit des Klangs und der Artikulation nicht überraschend. Die 23Streicher wirken wie ein einziges Instrument. Überraschend sind aber die Energie und der Schwung der Musiker, die allein in den letzten fünf Tagen an Julia Fischer leitete die Academy, die auch ohne Dirigent zurechtkommt. FELIX BROEDE fünf verschiedenen Orten aufgetreten sind. Alles klingt an diesem Abend so lebendig, als wäre esdas einzige Konzert, was ja für die Zuhörerauch stimmt. Dvoraks Serenade fesselt ebenso durch die feinsten Abstufungen der Farben, wie durch die Freude an der Ausarbeitung der gewitzten Kontrapunktik, die dieses wie frisch restauriert leuchtende Stimmungsbild durchzieht. Selbst die zur Filmmusik tendierende Chamber Symphony von Andrey Rubtsov, die als neues Stück dabei war, hört man von der Academy gern. Bachs d- moll-Konzert und das Concerto grosso Nr. 1 von Alfred Schnittke spielt Julia Fischer zusammen mit Augustin Hadelich. Zwei sehr unterschiedliche Geiger-Temperamente finden da stimmig zusammen. Fischer artikuliert direkt, bestimmt und pointiert, Hadelich eher versonnen und lyrisch. Das bringt Spannung in eine Interpretation, die ansonsten, auch im Zusammenspiel mit dem Orchester, wie aus einem Guss erscheint. Am runden Tisch: Die Geschwister Julia (Nele Mueller-Stöfen), Tobias (Hans Löw,m.) und Stefan (LarsEidinger) Alles Lüge Der Episodenfilm „All My Loving“ erzählt von drei erwachsenenGeschwistern und familiärerEntfremdung VonMichael Kienzl Der Film „All My Loving“ beginnt mit einem hektischen, routiniertabgehandeltem Familientreffen. Für die Geschwister Stefan (Lars Eidinger), Julia (Nele Mueller- Stöfen) und Tobias (Hans Löw) wird das gemeinsame Abendessen pflichtschuldig absolviert. Und Regisseur Edward Berger nutzt diesen kurzen Moment, in dem gestritten und aneinander vorbeigeredet wird, um die Figuren und ihr jeweiliges Dilemma vorzustellen; Stefans scheinbar unerschütterliche Überheblichkeit, Julias Hang, alles Unangenehme von sich weg zuschieben und Tobias’ Unfähigkeit, sich gegen seine Geschwister aufzulehnen, was, wie jedes Mal, dazu führt, dass er den ungeliebten Vater allein besuchen muss. Nachdem der Regisseur Edward Berger, 2015 für sein Jugenddrama „Jack“ mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet, in der Folge bei mehreren Episoden der englischsprachigen TV-Serien „The Terror“ und „Patrick Melrose“ Regie führte und gerade an dem mit internationalen Stars wie Jake Gyllenhaal besetzten Thriller „Rio“ arbeitet, widmet er sich mit diesem kleineren, bei der diesjährigen Berlinale präsentierten Episodenfilm den Lebenskrisen einer bürgerlichen deutschen Familie. „All My Loving“, nach den Beatles von 1963 getitelt, zeigt eine Welt, die frei von finanziellen Nöten ist, in der man Urlaub inVier-Sterne- Hotels macht und bei der Bestellung im Restaurant Burrata übertrieben Italienisch ausspricht. Aber hinter dieser Fassade verbirgt sich eine tiefe Traurigkeit. Eher beobachtend Das wird bereits bei der Geschichte über den Piloten Stefan klar. Nachdem der wegen eines Hörfehlers seinen Berufnicht mehr ausüben kann, krallt er sich weiterhin an seine einstige Autorität und hängt mit Uniform bekleidet in Hotelbars herum, um abenteuerlustige Frauen abzuschleppen. Wie blind ihn seine aufgesetzte Selbstsicherheit über die Jahregemacht hat, offenbarteinVorfall mit seiner Teenager-Tochter, die längst aus seinem Leben getreten ist, ohne dass er es mitbekommen hätte. Mit langsamem Tempo entlarvt Berger die Lebenslügen seiner Figurenund nimmt dabei einen Blick ein, der die meiste Zeit eher beobachtend als mitfühlend ist, manchmal Des Stahlbiegers Ordnung und Balance aber auch ein wenig spöttisch; zum Beispiel, wenn der ohnehin schon gedemütigte Stefan versucht, seine mit gigantischen Hundehaufen gepflasterte Wohnung sauberzumachen oder Schwester Julia im Italien- Urlaub hoffnungslos hysterisch einem angefahrenen Streuner verfällt. Dass dieses Tier dabei eigentlich nur Vehikel einer Traumabewältigung ist, tritt wenig später zutage. DieWeigerung, die Realität zu akzeptieren und einen Schritt nach vornezugehen, ist in„All My Loving“ ein Fluch, der über der gesamten Familie lastet. Wenn Tobias, ein Langzeitstudent mit Helfersyndrom, seine Eltern besucht, stellt sich heraus, dass die ebenso stur unbequeme Wahrheiten verleugnen wie ihre Kinder. Jede Episode dreht sich letztlich um den schmerzhaften Prozess einer Neuorientierung, der sowohl das Ende einer alten Ära als auch den Beginn einer neuen bedeutet. Bezeichnenderweise endet der Film dann auch zugleich mit einem Todesfall und einer Geburt. Das von Berger gemeinsam mit Hauptdarstellerin Nele Mueller- Stöfen verfasste Drehbuch versucht seine Geschichten beiläufig zu erzählen; stets im Alltag der Geschwister verwurzelt. So ganz klar wird allerdings nicht, was mit diesem betont unaufgeregten Stil bezweckt werden soll. Der Film ist zwar langsamer erzählt und weniger auf den Effekt hin inszeniert, als man das gemeinhin kennt, aber es bleibt unklar, wohin unsereAufmerksamkeit stattdessen wandernsoll. Seltsamer Zwiespalt DerRealismus ist in „All My Loving“ die auffälligste Eigenheit, wirkt dabei aber immer ein wenig selbstgenügsam. Denn die behauptete Nähe zur Wirklichkeit ist letztlich weniger Anlass für eine präzise Milieuschilderung oder Figurenzeichnung, sondern vor allem eine äußere Hülle.Esist ein seltsamer Zwiespalt, der sich durch den Film zieht: Die Ästhetik scheint zu versprechen, dass hier das dramaturgische Korsett ein bisschen gelockert und genauer hingeschaut wird, aber letztlich ist das,was EdwardBerger über Einsamkeit und familiäre Entfremdung zu erzählen hat, dann doch erstaunlich schematisch. All My Loving Deutschland2019. Regie: Edward Berger.Darsteller: Lars Eidinger,Nele Mueller- Stöfen, Hans Löwu.a., 116 Minuten,Farbe. FSK: ab 12 Jahre Der Film kommt am Donnerstag in dieKinos. Der französische Bildhauer Bernar Venet, seine Spiralen und „Kontinuierlichen Kurven“ in der Galerie Blain/Southern VonIngeborg Ruthe Kurvenfahren macht schwindlig. Gotthardpass, Montvernier, Bergstraßen der Canaren, der französischen Seealpen –dakann einem, zumindest auf dem Beifahrersitz, schon mal schlecht werden. Oder das Adrenalin in die Adernschießen. In der großen Halle der Galerie Blain/Southern breitet sich eine ganze Welt solcher atemstockender Serpentinen aus.Verformte Spiralen, die aber keine auf- oder absteigende Linie vorgeben, sondern eher verschlungen, in wilden Haufen zusammenzufallen scheinen. Was schier nach Ordnung und Balance schreit, wie die mit Ölkreiden auf Papier gezeichneten „Continuous Curves“ ein Stockwerkhöher,hat den Franzosen Bernar Venet, geboren 1941 in Château-Arnoux-Saint-Auban, zum Stahlbieger werden lassen. Er bezwingt seit Jahren Stangen aus Vierkantstahl mit einem Durchmesser von bis zu elf Zentimetern. Schwerstarbeit. Der Südfranzose und überzeugte Europäer –mit Arbeitsplatz oberhalb von Cannes sowie auch in London –arbeitet seit „Indeterminacy“, 2019, Installationsansicht den 1970er-Jahren mit dem harten, sperrigen Metall. Figürliche Plastiken interessierten ihn kaum. Dafür umso mehr Mathematik und Physik, dabei offenkundig weniger die pure Geometrie der Rechtecke, Quader, Dreiecke oder Zylinder −stattdessen Bögen, Winkel, Diagonalen, Spiralformen. UndUmrisse,auch das Verbinden des Bodens mit der Wand, sodass stählerne „Reliefs“ entstehen, die „Indeterminate Lines“. Aus alle- BERNAR VENET/ VG BILDKUNST 2ß19/ BLAIN|SOUTHERN/T. GOOD dem entwickelte Venet eine unverwechselbare Formsprache. Sie brachte ihn mehrmals auf Documenta und Venedig-Biennalen. Zeit, Bewegung, System –und Zufall bestimmen diese Gebilde. Als Material dient ausnahmslos Cortenstahl, wie ihn auch der US-Bildhauer Richard Serra, etwa für seine „Snakes“, verwendet. Auch Venets Skulpturen lassen an Schlangen, an ganze Schlangennester denken. Oder an JENS HARANT Wetterphänomene: In Hurrikans und Tornados strömen bekanntlich die feuchtwarmen Luftmassen auf Spiralbahnen ins Wirbelzentrum; einen kleinen Spiralwirbel formt selbst auslaufendes Badewasser.Imkosmischen Maßstab findet man die Spirale in vielen Galaxien. Undmanche von Venets Verschlingungen lassen sogar an Kletterpflanzen und Ranken denken, an eine Pflanzenwelt voller Anordnungen mit zusammenhängenden Spiralen. Jedenfalls bringen Venets gerollte Stahlformen die Fantasie zum Schwingen. Sehr schade, dass seine Berliner Plastik „Arc de124,5 Grad“, ein 1987 aufgestellter, von Frankreich an Berlin geschenkter Kreisbogen nahe der Urania, heute von Buschwerk und Bäumen überwucher ist. Und sie verursacht Streit, weil jetzt ausgeholzt werden soll. Der Stadtbezirk Schöneberg muss das vor Naturschützern rechtfertigen. Dumm, dass Kunst und Natur gegeneinander ausgespielt werden. Blain/Southern, Potsdamer Str.77-87 (Mercator-Höfe), bis22. Juni. Mo–Sa 11–18 Uhr. NACHRICHTEN Kritik nach abgebrochenem Beitrag mit CHP-Kandidaten Dervorzeitige Abbruch eines Fernsehinterviews mit dem Istanbuler Oppositionskandidaten EkremImamoglu hat in der Türkei für scharfe Kritik gesorgt. DerModerator Ahmet Hakan brach am Montagabend ein seltenes Interview mit Imamoglu im Sender CNN Türkvorzeitig ab,als der CHP-Politiker gerade über die Verschwendung vonSteuermitteln in der Bosporus-Metropole durch die Bürgermeister der Regierungspartei AKP sprach. DieJournalistin Sevilay Yilman sprach anschließend auf Twitter voneiner „großen Schande“. DerMusiker Ferhat Tunc warfdem Moderator„Rückgratlosigkeit und Feigheit“ vor. (AFP) Künstliche Intelligenz soll Medien Chancen bieten Roboterjournalismus und der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Redaktionen bietet aus Expertensicht viele Chancen für die Medienwelt. Journalisten könnten in der Arbeit unterstützt werden und ihren Kontakt zu Lesernund Nutzernverbessern. Dabei gehe es nicht nur um Unterstützung beim Erstellen von Texten. „Die Möglichkeiten sind unendlich viel größer“, sagte der Internetunternehmer und Autor Sascha Lobo bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig. Erst mit Künstlicher Intelligenz könnten bestimmte Statistiken verglichen und Zusammenhänge verstanden werden, die Menschen beim besten Willen nicht erkennen könnten. (dpa) Neo-Magazin-Royale-Special hat nichts mit Strache zu tun DieSatireshow„NeoMagazin Royale“ vonJan Böhmermann stellt nach ZDF-Angaben in ihrer nächsten Ausgabe nicht die Regierungskrise in Österreich in den Mittelpunkt. Böhmermann hatte für Donnerstag (23. Mai) ein „kleines Special“ angekündigt. „Das ,Special’ wirdimRahmen der Show sowie online stattfinden und hat nichts mit HerrnStrache zu tun“, teilte das ZDF auf Anfrage mit. (dpa) Fotografen-Familie kritisiert AfD-Wahlplakat in Leipzig DieFamilie eines früheren Agenturfotografen kritisiertdie Nutzung eines Fotomotivs auf einem AfD- Wahlplakat in Leipzig. Dasschwarzweiße Bild zeigt eine Demonstration in Leipzig zur Zeit des Mauerfalls. Darauf prangt als AfD-Slogan zur Kommunalwahl „Wende für Leipzig“. Aufgenommen wurde es von Friedrich Gahlbeck, einem mittlerweile verstorbenen Fotografen der DDR-Nachrichtenagentur ADN. Sein Enkel Martin Neuhof (34), ebenfalls Fotograf, wandte sich über die sozialen Netzwerke an die Öffentlichkeit. „Es macht mich echt traurig, dass ein Bild meines Opas für solche Zwecke entfremdet wird“, schrieb Neuhof auf Twitter.„Würde mein Opadies wissen, würde er sich dreimal im Grab umdrehen.“ (dpa) TOP 10 Montag,20. Mai 1 Tagesschau ARD 4,83 16 % 2 Grenzland ZDF 4,74 15 % 3 Wer wird Millionär? RTL 4,73 16 % 4 heute ZDF 3,78 16 % 5 heute-journal ZDF 3,52 13 % 6 SOKO5113 ZDF 3,23 17 % 7 RTL aktuell RTL 2,99 14 % 8 Bares für Rares ZDF 2,85 25 % 9 GZSZ RTL 2,81 10 % 10 Extra RTL 2,66 12 % ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Tagestipp KALENDER BÜHNE Acud (✆ 44 35 94 97) 20.00: Friday Night –Eine Damenkomödie mit Herrenopfer Admiralspalast (✆ 22 50 70 00) 20.00: Mario Adorf erzählt,liest und singt Ballhaus Naunynstraße (✆ 75 45 37 25) 20.00: Sound of feminism Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55) 19.30: Max und Moritz 20.00: Die Antigone des Sophokles Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88) 20.00: Passagier 23 Brotfabrik (✆ 471 40 01) 20.00: Es gibt keine Sünde im Südendes Herzens (Werner Fritsch, Werner Waas, Lea Barletti und Judith Fritsch) DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25) 19.00: Verirrten sich im Wald (Junges DT) 19.30: Kommt ein Pferd in die Bar Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71) 20.00: Schlagersüsstafel Kleines Theater (✆ 821 20 21) 20.00: Switzerland RambaZamba Theater (✆ 44 04 90 44) 19.30: Die Frauen vomMeer Schaubühne (✆ 89 00 23) 19.30, 19.30 Studio: Das Kalkwerk 20.00: ProfessorBernhardi Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00) 20.00: Mörder und Mörderinnen Theater im Palais (✆ 201 06 93) 19.30: DasPflichtmandat –Mord aus Mangel an Humor Vaganten Bühne (✆ 313 12 07) 20.00: Drei Mal Leben KABARETT/VARIETÉ 1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41) 20.15: Cosmic ComedyBerlin Open-Mic –English Comedy(Dharmander Singh, Neil Numb u. a.) Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82) 20.00: vivelavie (Katharine Mehrling &Band) Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater (✆ 017 95 34 66 96) 20.00: Besuch ausParis (PianLola) BKA (✆ 202 20 07) 20.00: Zeitlos (Der Tod) BühnenRausch (✆ 44 67 32 64) 20.00: Inbal Lori Nights (Inbal Lori) Chamäleon (✆ 400 05 90) 20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka) Distel (✆ 204 47 04) 19.30 Studio: Die Ding Show(ImproBerlin) 20.00: Zirkus Angela Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31) 20.30: Stars in Concert Kookaburra (✆ 48 62 31 86) 20.00: Lars ButNot Least! (Lars Redlich) Ratibortheater (✆ 618 61 99) 20.30: Gurkeoder Banane (Die Gorillas) Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39) 20.00: Open StageVarieté (Uli Lohr (Mod.) Stachelschweine (✆ 261 47 95) 20.00: Menschen. Ämter.Katastrophen. StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44) 17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44) 18.30: The Band –Das Musical TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50) 20.00: Beat Rhapsody(Double Drums) Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33) 20.00: Let’sTwist Again! –Rockabilly Hits &Acrobatics Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11) 20.00: Feuerproben (Thorsten Havener) KLASSIK Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43) 20.00: Flurina Stucki(Sopran), und Akademisten des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, 6. Tischlereikonzert Hochschule für Musik Hanns Eisler im Neuen Marstall (✆ 203 09 21 01) 19.00Galakutschen-Saal I: Vortragsabend Tubaklassen Sebastian Wagemann mit Studierenden der HfM und UdK Berlin 19.00 Krönungskutschen-Saal: Vortragsabend Klavierklasse Prof. Eldar Nebolsin Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01) 14.00: Espresso-Konzert 20.00 Gr.Saal: Konzertchor der Johanneskirche Schlachtensee, Berlin Sinfonietta, Solisten, Ltg. Stefan Rauh, CarlMaria vonWeber:Jubelmesse; Felix Mendessohn-Bartoldy: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“, „Singet dem Herrn ein neues Lied“, „Nicht unsermNamen, Herr“ Kulturbrauerei/Kesselhaus (✆ 44 31 51 00) 20.00: augmented instruments: ensemble mosaik, Kompositionen vonSebastian Claren, Ann Cleare, Klaus Lang,Max Marcoll, TimothyMcCormack, Sarah Nemtsov, Stefan Prins undAmir Shpilman Pierre Boulez Saal (✆ 47 99 74 11) 16.00: Akademiekonzert–Studierende der Barenboim-Said Akademie stellen sich vor UdK Konzertsaal Bundesallee (✆ 318 50) 14.00: Master Classmit Gábor Tarkövi, crescendo – Musikfestival: Masters for Masters 19.30: Stipendiat*innen der Paul-Hindemith-Gesellschaft in Berlin e.V., crescendo –Musikfestival, Brahms: Ungarische Tänze für Klavier zu vier Händen; Roussel: „Joueurs de Flute“ für Flöte und Klavier,Trio für Flöte, Viola und Violoncello; Berlioz: „Rêverie et Caprice“ für Violine und Klavier;Hans Pfitzner:Lieder, Eintritt mit kostenlosen Einlasskarten KINDER Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88) 10.00 Studio: Malala (ab 10 J.) Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00) 15.00: Offenes Atelier (ab 6J.) Berlin mit Kindern (✆ 33 02 98 70) 11.00: Familienführung: Am Brandenburger Torist viel passiert–Berlingeschichte von1700 bis heute (ab 8 bis 16 J.). Anm. erf. Charlottchen (✆ 324 47 17) 10.30, 16.00: DieSchildkröte hatGeburtstag, Kindertheater Mobil, Theater für die Kleinsten (ab 1J.) Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77) 10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser Leben traten, Videogames Das weite Theater (✆ 991 79 27) 10.00: Wo die wilden Kerle wohnen (ab 4J.) Dorfkirche Staaken (Hauptstr.12) 10.00: Bei der Feuerwehr wird der Kaffeekalt, Das Weite Theater (ab 3bis 8J.) FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50) 10.00: Anna und die Wut, Christiane Kampwirth, Puppentheater (ab 4J.) 10.30: Der kleine Wassermann (ab 4bis 10 J.) Figurentheater Grashüpfer (✆ 536 95 15 0/ 52) 10.00: DerWolf und die sieben Geißlein,Artisanen, Figurentheater (ab 4J.) Fliegendes Theater (✆ 692 21 00) 10.30: Ein Haus erzählt, Figurentheater mit Projektionen und Livemusik (ab 6bis 11 J.) Fuchsbau Reinickendorf (✆ 41 92 63 75) 10.30: Da wächst doch was!, mimicus, die Kinderliedermacher,Kindertheater,Kinderliedermacher (ab 3bis 8J.) Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42) 10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die Werkstatt des Malers Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77) 10.00: Laura war hier (ab 5J.) Gedenken Täglich ein Tagfür Heiner Müller Der neunzigste Geburtstag vonHeiner Müller ist nun Monate her, und tot war er da auch schon seit fast einemVierteljahrhundert. Dass Zeit vergangen ist, macht den Verlust nicht weniger schmerzlich, und so ist es nur recht, dass man Müller feiert, an ihn erinnert, seine Texte an der Zeit prüft, mit Gleichgesinnten auf ihn anstößt oder sich über ihn zerstreitet. Im Brecht-Haus erinnerndie Müller-Herausgeberin Kristin Schulz und die Schriftstellerin Katja Lange- Müller, die einst mit Heiners jüngerem Bruder Wolfgang (1941-2014) verehelicht war,an den stets auffällig gut gelaunten, großen Welttheaterdramatiker und Dystopiendichter aus Eppendorf. Das wird, egal wie krumm der Anlass ist, ein erkenntnisreicher und sicherlich auch fröhlicher Abend. Der Unterzeichnende ist leider verhindert, grüßt aber in die Runde. Ulrich Seidler HeinerMüller zum90. 20 Uhr,Literaturforum im Brecht-Haus,Chausseestr.125 Findet Töne von ungewöhnlicher Wärme: die Star-Violinistin HilaryHahn leitete Kammerorchester mit „Verklärte Nacht“ und die „Variations on atheme of Frank Bridge“ die Gesellenstücke und ersten Meisterwerke Arnold Schönbergs und Benjamin Brittens zum Abschluss ihres Kompositionsunterrichts. Ob Anne Sophie Mutter da mithalten kann? Wenn sie am gleichen Abend Mozart-Violinkonzerte spielt, würde ich es vorziehen, weit weg zu sein, denn der Mozart dieser großen Geigerin klingt mir zu autoritär.Vielleicht kann sie, wenn sie gleichzeitig das Kammerorchester Wien-Berlin leitet, einen Teil des Autoritären aus der Bogen- in die Orchesterführung ableiten –aber will man sich darauf verlassen? Dann doch besser Mozart-Violinsonaten mit YuukoShiokawa und ihrem Stammbegleiter Andras Schiff – darunter die unglaublich schönen späteren Sonaten in B- und A-Dur. Beide Künstler haben ihre klanglichenVorstellungen durch gelegentliches Spielen auf historischen Instrumenten bereichert und verschmähen jede Selbstdarstellung –was in der Kunst sicherlich auch nicht der Weisheit allerletzter Schluss ist. Lei- Peter Uehling will Musik hören und keine Interpreten. Im Berliner Musikleben sucht er nach Veranstaltungen, die musikalische Erfahrungen bieten könnten –neuartige, begeisternde, interessante oder herzerwärmende. Ob sie sich tatsächlich einstellen, ist allerdings eine Fragedes Glücks. Eigenartiger Zufall: Am vergangenen Sonntag wurde das nicht oft zu hörende Klarinettenkonzertvon Aaron Copland vom Deutschen Symphonie-Orchester aufgeführt, und eine gute Woche später hört man es wieder vom Kammerorchester der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Die Aufführung beim DSO profitierte enorm vom Solisten Martin Fröst aus Schweden: Da präsentierte sich ein janusköpfiges Werk, das im ersten Satz in zauberhaften Melodien träumt, im zweiten stilistisch über die Konzertsaalgrenze hinaus in den Jazzclub äugt. Frösts Interpretation wirdlange in Erinnerung bleiben, aber vielleicht wächst in Chang Liu eine nicht weniger aufregende Klarinettistin heran. Das 1948 beendete Stück selbst lohnt die Begegnung auch an sich: Copland gewinnt dem Soloinstrument durchaus neue Facetten ab,arbeitet mit zwar schlichtem, doch wirkungsvollem Material und instrumentiert es für das kleine Ensemble aus Streichern, Klavier und Harfe meisterhaft. Um dieses Werk herum spielt das von Ulf Wallin ge- KINO CHARLOTTENBURG Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Van Gogh 15.15; Der Fall Collini 17.45, 20.30 Cinema Paris (✆ 881 31 19) Das Familienfoto 15.45, 20.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 18.15 Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Nur eine Frau 15.50,18.10,20.30 Delphi LUX (✆ 322 931040) Das Ende der Wahrheit 13.30, 15.50, 18.15, 20.40; Klasse Deutsch 14.30; Tea with the Dames (OmU) 16.40; Greta (OmU) 18.45, 21.00; Der Boden unter den Füßen 15.00, 17.30, 20.00; Der Flohmarkt von Madame Claire 15.30, 20.30; Border 14.30, 19.00; Die Kinder der Utopie 17.00; Liebesfilm 21.20; Van Gogh 18.00, 20.30; Atlas 14.45, 17.00, 19.15; Mid90s (OmU) 21.30 Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Stan &Ollie 17.00; Under the Tree 18.00; Stan &Ollie (OmU) 20.00 Kant Kino (✆ 319 98 66) Urfin: Der Zauberer von Oz 14.00; Monsieur ClaudeII16.00,18.15, 20.30; Stan &Ollie (m.Kurzfilm) 14.50, 17.40, 20.30; Tea with the Dames 14.50, 16.50, 18.50; The Favourite –Intrigen und Irrsinn 20.50; Das Ende derWahrheit 15.30, 17.50, 20.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.30; Gundermann 17.20; Ein Gauner & Gentleman 20.00 Zoo Palast (✆ 018 05/22 2966) 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.00; 3D: Avengers: Endgame 16.30, 20.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.45, 23.10; Preview: John Wick III 20.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben 15.00, 20.15; Der Fall Collini 17.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 22.45; The Sun Is Also aStar 14.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.30; Asbury Park: Riot, Redemption, Rock ‚N Roll (OmU) 20.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 22.50; 3D: Avengers: Endgame 15.30, 22.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 19.30; Greta (2019 USA) 18.10, 20.35, 23.00;Tea with theDames14.50;The SunIsAlso a Star 17.00,19.45; Der Fall Collini 22.35 FRIEDRICHSHAIN b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Dave Made aMaze (OmU) 11.00; One Cut of the Dead –Kamera otomeru na! (OmU) 12.45; Iron Sky: The Coming Race 14.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.45; Das schönste Paar 17.15; Berlin Bouncer (OmenglU) 18.45; Border –Gräns (OmU) 20.15; Der Goldene Handschuh 22.10; Ray &Liz (OmU) 11.00; Kleine Germanen (OmenglU) 12.45; Christo –Walking on Water (OmU) 14.15; Birds Of Passage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmenglU) 16.15; Once Again –Eine Liebe in Mumbai (OmU) 18.15; Dave Made aMaze 20.00; One Cut of the Dead –Kamera otomeru na! (OmU) 21.30; Antiporno –Antiporuno (OmU) 23.00; Die Wiese –Ein Paradies nebenan 11.00; BlacKkKlansman (OmU) 12.30; Der Junge muss an die frische Luft 14.50; Green Book –Eine besondere Freundschaft (OmU) 16.30; Free Solo (OmU) 18.45;Van Gogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 20.30; Atlas (OmenglU) 22.30 Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Christo –WalkingonWater(OmU) 16.00; VanGogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 18.00; Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein 20.10; Ein Gauner &Gentleman –The Old Man &the Gun (OmU) 22.45; Der Funktionär 16.15;Kleine Germanen17.45; Macht das alleseinen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert essolange?19.30;Christo–Walking on Water(OmU) 21.30 UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Willkommen im Wunder Park 13.45; IMAX 3D: Hubble –Das Auge des Universums 13.45; Shazam! 14.00; Avengers: Endgame 14.00, 16.30, 20.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.15; Urfin: Der Zauberer von Oz 14.30, 16.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30;Asterix und dasGeheimnis desZaubertranks 14.45; IMAX 3D: Avengers: Endgame 15.00; Wenn du König wärst 15.15; Monsieur Claude II 15.15; DerFall Collini 15.20,18.15, 21.15; Dumbo 15.30, 17.50; 3D: Avengers: Endgame 16.00, 17.00, 20.30, 21.00; Avengers: Endgame (OF) 16.15; The Sun IsAlso aStar 17.00, 19.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.00, 20.45; Nur eine Frau 17.30, 20.15; Greta (2019 USA) 17.45, 19.30; After Passion 18.00; The Silence 18.10, 20.30; Preview: John Wick III 20.00, 20.15; Preview: Aladdin 20.00; 3D: Avengers: Endgame (OF) 20.45; Das Ende der Wahrheit 21.00 Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Free Solo (OmU) 18.00; Border –Gräns (OmU) 20.00; Birds Of Passage: Das grüneGold der Wayuu –Pajarosdeverano (OmU) 22.10; Jibril 18.00; Under the Tree –Undir trenu(OmU) 19.45; AMan of Integrity: Einintegerer Mann –Lerd (OmU) 21.30 HELLERSDORF CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Avengers: Endgame 13.00, 16.00, 19.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.40, 17.00; 3D: Avengers: Endgame 14.00, 16.20, 20.15; Die Goldfische 14.10; Willkommen im Wunder Park 14.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.20, 17.50, 20.00; The Silence 16.40, 20.20; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.00, 20.00; After Passion 17.15; Preview: Aladdin 19.45; Preview: John Wick III 20.15 Kino Kiste (✆ 998 7481) Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zusein 13.45; Manou –flieg‘ flink! 16.20;Der Fall Collini 18.00; DerFunktionär 20.10 HOHENSCHÖNHAUSEN CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Avengers: Endgame 14.00, 16.30, 19.45; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.10; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.15,16.45,19.30;Willkommen im Wunder Park 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30, 17.10; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.50,17.15,19.40; Seniorenkino: Unsere Erde II 15.00; 3D: Avengers: Endgame 16.10;After Passion 17.15;The Silence 17.50,20.10; Preview: Aladdin 19.30; Preview: John Wick III 20.00; Asbury Park: Riot, Redemption, Rock ‚N Roll 20.00 KREUZBERG Babylon (✆ 61 60 96 93) A Nur eine Frau 17.15, 19.30, 21.45; B Van Gogh –At Eternity‘s Gate (OmU) 16.40, 19.00, 21.20 fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Jibril 17.45; Klasse Deutsch 18.00; Der Boden unter den Füßen 19.30,21.45; Ray &Liz (OmU) 19.45,21.45 Moviemento (✆ 692 4785) Greta (OmU) 13.45, 16.00, 20.30, 22.45; #Female Pleasure (OmU) 18.15; Die sagenhaften Vier –Marnies Welt 11.15; Unheimlich perfekte Freunde 13.30; Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten 15.45; Under theTree 17.45,19.45; Under theTree –Undir trenu (OmU) 21.45; Monsieur Claude II –Qu‘est-ce qu‘on aencore fait auBon Dieu? (OmU) 10.15, 19.00; Under the Tree –Undir trenu (OmU) 12.30; Die Winzlinge: Abenteuer inder Karibik 14.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 16.45; Border – Gräns (OmU) 21.15 Sputnik (✆ 694 1147) Scheich Jackson –Sheikh Jackson (OmU) 17.00; Jibril 18.45; Ray & Liz (OmU) 20.15; Border –Gräns (OmU) 22.00; Klasse Deutsch 17.00; Was kostet die Welt 18.30; Berlin Bouncer 20.00; Birds OfPassage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU) 21.30; Kinobar im Sputnik Macht das alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert essolange? 21.00 Yorck (✆ 78 91 32 40)Nur eine Frau 15.30, 17.45, 20.00; New Der Bodenunter den Füßen15.50;Das Familienfoto 18.15; Van Gogh20.30 KÖPENICK Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90)Urfin:Der Zauberer von Oz14.00; Avengers: Endgame 14.00, 19.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.00; Alfons Zitterbacke 15.15; 3D: Avengers: Endgame 15.30, 19.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 16.00, 18.00, 20.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.15, 20.00; Monsieur Claude II17.30; Stan &Ollie 17.45; Der Fall Collini 20.00 Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Gestorben wird morgen 10.00; Greta (2019 USA) 10.15, 17.45; Das Ende der Wahrheit10.30, 20.00; Under the Tree 13.00; DasFamilienfoto13.00, 17.30;3D: Dumbo 14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.15; Der Junge muss andie frische Luft 15.15; 3D: PokemonMeisterdetektiv Pikachu 16.45;Asbury Park: Riot, Redemption,Rock ‚N Roll 20.00 MARZAHN UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Willkommen im Wunder Park 14.00; 3D: Avengers: Endgame 14.00, 16.15; Shazam! 14.10; Alfons Zitterbacke –Das Chaos istzurück14.15;Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.30, 17.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.45, 17.15, 20.15; Avengers: Endgame 15.15, 19.30; Die Goldfische 16.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.00, 20.15; After Passion 17.15; The Silence 18.00, 20.15; Preview: John Wick III 20.00; Friedhof der Kuscheltiere 20.00; Der Fall Collini 20.00; Preview: Aladdin 20.00 MITTE Acud (✆ 44 35 94 98) Die sagenhaften Vier –Marnies Welt 17.00; Under the Tree 19.00; Liebesfilm (OmenglU) 21.00; Der illegale Film (OmU) 18.00; Kleine Germanen (OmenglU) 19.45;Another Day of Life –Jeszcze dzien zycia (OmU) 21.30 Babylon (✆ 242 59 69) KinderWagenKino:Gundermann (OmenglU) 11.00; Anime Berlin: Big Fish & Begonia: ZweiWelten,ein Schicksal –Dayu haitang (OmU) 17.15; Anime Berlin: Little Nemo: Abenteuer im Schlummerland –Little Nemo in Slumberland (OmenglU) 17.30; Anime Berlin: Natsume Yujin-cho the Movie: Ephemeral Bond –Natsume Yuujinchou Movie: Utsusemi niMusubu (OmU) 18.00; Anime Berlin: Kimetsu no yaiba –Demon Slayer (OmU) 19.30; Anime Berlin: Kusama: Infinity (OmU) 19.30; Preview: High Life (OmU) 20.00; Anime Berlin: Pom Poko –Moderner Waschbärkrieg (OmU) 21.15; Anime Berlin: Vampire Hunter D:Bloodlust (EnglF) 21.45;Anime Berlin: Redline (OmU) 22.15 CentralHackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Greta (OmU) 13.15, 15.15, 17.15, 19.30, 21.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 10.15, 16.30; Monsieur Claude II–Qu‘est-ce qu‘on aencore fait au Bon Dieu? (OmU) 12.15,18.45; Border –Gräns (OmU) 14.15, 21.00 CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Avengers: Endgame 11.00,12.00, 15.00, 16.00, 19.10, 20.00, 22.20; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 11.00; Mascha und der Bär –Die neuen Abenteuer 11.10; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.15, 13.30, 15.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.10; Willkommen im Wunder Park 11.50; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt 11.50; 3D: Dumbo 12.10; Avengers: Endgame 13.00, 17.00, 21.00; Shazam! 13.20; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.15, 17.45, 20.15, 23.00; Breakthrough –Zurück ins Leben 14.20; Monsieur ClaudeII15.15, 17.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.50, 19.30, 23.15; Greta (2019 USA) 16.55, 19.50, 22.30; After Passion 17.10; The Silence 18.00, 20.30, 23.00; Preview: Aladdin 19.45; Preview: John Wick III 20.15; The Hole in the Ground 22.40; Lloronas Fluch 23.15 Hackesche Höfe (✆ 283 46 03)Der Flohmarkt von Madame Claire 14.45; Klasse Deutsch (DFmenglU) 17.00; Under the Tree –Undir trenu (OmU) 19.00, 21.00; Berlin Babylon (Omdt+englU) 14.30; Van Gogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 16.30; Der Boden unter den Füßen 19.00; Berlin Bouncer (OmU) 21.30; Nur eine Frau (OmU) 15.15, 19.30; Das schönste Paar 17.30; Free Solo (OmU) 21.45; Der Funktionär 15.30; Das Familienfoto –Photo de famille (OmU) 17.15, 19.30; Atlas (DFmenglU) 21.45; Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (DFmenglU) 14.30; Kleine Germanen (DFmenglU) 17.30; Preview:All My Loving 19.30; Das Ende der Wahrheit 21.45 International (✆ 24 75 60 11) Nur eine Frau 15.00,17.15,19.30; Greta (OmU) 21.40 Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Wilhelm Dieterle: Geschlecht in Fesseln 20.00 NEUKÖLLN Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 0644) Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.00, 16.00; Rafadan Tayfa: Dehliz Macerasi (OmU) 14.00; Dumbo 14.10; Urfin: Der Zauberer von Oz 14.25; Willkommen im Wunder Park 14.30; PokemonMeisterdetektiv Pikachu 14.35, 16.00,17.10; Avengers: Endgame 14.50, 18.40, 20.00; Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 15.00; 3D: Avengers: Endgame 15.30, 19.30; The Silence 17.00, 19.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu – Pokemon Detective Pikachu (OF) 17.00; Kapi (OmU) 17.00, 19.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.40; Greta (2019 USA) 18.05, 20.30; Avengers: Endgame (OF) 19.50; Preview: John Wick III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF) 20.00; Preview: John Wick III 20.00 IL KINO (✆ 91 70 29 19) Greta (OmU) 10.00, 19.15; Border –Gräns (OmU) 12.00; Van Gogh –At Eternity‘sGate (OmU)14.00; Birds Of Passage:Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU) 17.00; Linfa (OmenglU) 21.00; Free Solo (OmU) 22.30 Neues Off (✆ 62 70 95 50) Greta (OmU) 16.30, 22.00; Cine enespanol: Viaje al cuarto de una madre (OmU) 19.00 Passage (✆ 68 23 70 18) Das Ende der Wahrheit 15.40, 18.00, 20.30; Der Boden unter den Füßen 15.30, 18.00, 20.30; Atlas 16.45, 21.00; Liebesfilm 19.00; Das schönste Paar 16.45; Border 19.00; The Favourite –Intrigen und Irrsinn (OmU) 21.20 Rollberg (✆ 62 70 46 45)Avengers: Endgame(OF) 16.45, 19.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 17.10, 19.30, 21.50; Stan & Ollie (OmU; m.Vorfilm) 17.45, 20.30; Border –Gräns (OmU) 17.45, 20.10; Tea with the Dames (OmU) 16.30; Vice –Der zweite Mann (OmU) 18.30; Wir –Us (OF) 21.20 UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 14.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.20, 17.35, 20.05; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30; RoyalCorgi: DerLieblingder Queen 14.40; Willkommen imWunder Park 14.50; Avengers: Endgame 15.15; 3D: Avengers: Endgame 16.15, 19.40; Der Fall Collini 16.50; Greta (2019 USA) 17.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.15, 20.15; Preview: Aladdin 20.00; After Passion 20.00; Preview: John Wick III 20.15 Wolf (✆ 921 03 93 33) Ray &Liz (OmU) 12.10; Liebesfilm (OmenglU) 12.20, 19.20; Von Bienen und Blumen (OmenglU) 14.10, 21.10; Mid90s (OmU) 14.20; Border –Gräns (OmU) 16.10; Pippi Langstrumpf 16.20; Oberhausen On Tour 2019 –Made inGermany: Stadtleben (OmenglU) 19.00; Under theTree –Undir trenu (OmU) 21.00


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 25 · · ······················································································································································································································································································· Tagestipp KALENDER der ist das Konzert schon ausverkauft. Eine Geigerin, die ganz hinter der von ihr gespielten Musik steht, aber nie verschwindet, ist Hilary Hahn, die in Berlin eine Tournee mit dreien der sechs Soli von Johann Sebastian Bach beginnt, den Sonaten in a-Moll und C-Dur und der Partita in E-Dur. Brahms war fassungslos, dass Bach „für ein kleines Instrument und vier Saiten die tiefsten Gedanken“ notierte, aber man fragte sich in dieser Zeit, die geigerisch von Joseph Joachim bestimmt war, obder Komponist das kleine Instrument nicht oft genug, etwa mit der endlosen Fuge der C-Dur-Sonate, heillos überfordert hat und die tiefsten Gedanken in ihrer polyphonen Verzweigung in vierstimmige Akkorde jemals anhörbar vorzutragen wären. So wurden Bachs Partiten und Sonaten Repräsentationen einer typisch deutschen, protestantisch-philosophisch aufgeladenen Lustfeindlichkeit, der man mit Respekt und ohne Freude begegnete. Nur in der absoluten Weltspitze verlieren die Werke den Charakter des Exerzitiums. Die ziemlich konkurrenzlose Hilary Tiefe Gedanken für ein kleines Instrument Drei große, höchst unterschiedliche Geigerinnen treffen in der nächsten Woche aufeinander und spielen Klassiker –dochdas KLASSIK Shiokawa &Schiff 24. 5., 20 Uhr, Konzerthaus am Gendarmenmarkt Rias-Kammerchor 24. 5., 20 Uhr, Pierre-Boulez-Saal,Französische Str.33d HilaryHahn 27. 5., 20 Uhr,Kammermusiksaal, Herbert-von-Karajan-Str.1 Anne Sophie Mutter 28. 5., 20 Uhr, Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Str.1 Kammerorchester der HfM 28. 5., 20 Uhr,Konzerthaus ist natürlich nicht alles DG/MICHAEL PATRICK O’LEARY Hahn fand in ihren Aufnahmen schon früh einen Ton von ungewöhnlicher Wärme, der diese hochintellektuelle und von ihr auch souverän durchdrungene Musik wie eine zugewandte, intime Rede klingen lässt. Nach so viel Solo- und Instrumentalmusik sei noch auf die Uraufführung eines Chorwerks von Lera Auerbach hingewiesen, der im Ural geborenen und in den USA lebenden Komponistin gut zugänglicher Musik, Pianistin, Autorinund Bildenden Künstlerin. Für den Rias-Kammerchor schuf sie ein umfangreiches, nur vom Streichquartett begleitetes Werk namens „Goetia“. Es handelt von 72Dämonen, die Auerbach aus einemanonymen Buch des 17. Jahrhunderts,dem „Clavicula Salomonis Regis“, beschwört. Dieser okkulten Quellesetzt die Komponistin den91. Psalm entgegen. Befremdlicher Stoff, aber die abendfüllendeVerbindungvon Wort undMusik fürden ältesten Ensembletyp der Musikgeschichte umgibt stets eine besondere Aura, weckt eine Ahnung jener Zeit, in der Kunst und Ritus ungeschieden waren. Demokratischer Dialog In prekärer Verfassung In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird am Sonntag gewählt, und mehr als jemals zuvor scheint diesmal die demokratische Verfasstheit der Gemeinschaft zur Disposition zu stehen. Skepsis ist nicht nur aufgrund der zerstörerischen Kräfte angebracht, die in der österreichischen Staatskrise offenbar wurden. In den vergangenen Jahren haben politische Gruppierungen Zulauf erhalten, die ganz ungeniertfür eine Destabilisierung der EU stehen. Was lange als selbstverständlicher Rahmen für unsere Lebensweise galt, ist inzwischen massiv bedroht. Der Rechtswissenschaftler Christoph Möllers spricht mit der Wiener Politikwissenschaftlerin Tamara Ehs über die Verfassung, und man darf annehmen, dass es dabei um mehr geht als nur historische Anmerkungen zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes. HarryNutt Verfassung Deutsches Historisches Museum, 18.30 Uhr,Unter den Linden 2 Jaro Theater (✆ 341 04 42) 10.30: VonDinos, Seehunden und Kamelen,Theater Jaro, Puppen und Schauspiel (ab 2bis 7J.) Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50) 9.00: 1, 2, 3, Kultummel –Die Ausstellung mit dem Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis 11 J.) MACHmit! Museum für Kinder (✆ 74 77 82 00) 10.00: Der weite Horizont. Indianische Kulturen &die Kunst des Kennenlernens, interaktiveAusstellung (ab 3bis 12 J.) me Collectors RoomBerlin (Auguststr.68) 12.00: Art&Kids, Offenes Kinderprogramm Märkisches Museum (✆ 308 66 -0) 10.00: Vielfalt-Forscher des Labyrinth Kindermuseums Berlin, Wasist Vielfalt? Wo ist Vielfalt? Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50) 10.00: Peter und der Wolf (ab 4J.) Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30) 10.00, 16.30: Peter und der Wolf (ab 4J.) Schaubude Puppentheater (✆ 423 43 14) 10.00: Theaterfestival der Erika-Mann-Grundschule: Gegensätze, Schüler*innen der Erika-Mann-Grundschule (ab 6bis 13 J.) Strahl.Halle Ostkreuz (✆ 69 59 92 22) 11.00: Klasse Klasse, Masken-Beatbox-Theater (ab 13 J.) Theater MorgensternimRathaus Friedenau (✆ 92 35 59 50) 10.00: Buddy&Carl(ab 5J.) Wabe (✆ 902 95 38 50) 18.15: Tanzblicke2019, tanzApartment, Zeiss-Großplanetarium (✆ /42 18 45 10) 9.30: Raumschiff Erde 14.00: Mit Raketen zu Planeten LITERATUR/VORTRAG AHA Berlin e. V. (✆ 89 62 79 48) 20.00: Slam des Westens under the Rainbow(Queerer PoetrySlam), Mod.: Volker Surmann Alte Dorfschule Rudow (✆ 66 06 83 10) 18.00: Woche der Sprache und des Lesens Berliner Stadtbibliothek (✆ 902 26 -0) 10.00 Berlin-Saal: 60. Landesentscheid des Berliner Vorlesewettbewerbs 2018/2019. Anm. erf. Frei-Zeit-Haus (✆ 92 79 94 63) 18.30: Männerspagat, Hajo Schumacher Literaturforum im Brecht-Haus (✆ 282 20 03) 20.00: „Der Sprung macht die Erfahrung,nicht der Schritt“ Heiner Müllerzum 90. Geburtstag,mit Katja Lange-Müller und Kristin Schulz, Lesung,Gespräch und Materialpräsentation Nicolaische Buchhandlung (✆ /8 52 40 05) 19.30: Es wird schon heller.Meine meist optimistischen Geschichten,Horst Pillau, Lesung &Gespräch KONZERT ART Stalker (✆ 22 05 29) 20.00: JonZ Auster Club (✆ 611 33 02) 20.00: Lukas Droese b-flat (✆ 283 31 23) 21.00: Robin’sNest Jam Session Badenscher Hof Jazzclub (✆ 861 00 80) 21.00: Will Jacobs Blues Band, Blue Wednesday Show Berghain (Am Wriezener Bahnhof) 20.30: Michelle Gurevich Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70) 20.00: Hand Habits, Mermaidens Café Lyrik (✆ 44 31 71 91) 19.30: Django’sMusic mit Bernd Huber &Gästen Cassiopeia (✆ 47 38 59 49) 20.00: Hypnos, Flying Guillotines Columbia Theater (Columbiadamm 9-11) 20.00: Katatonia Dussmann (✆ 20 25 11 11) 19.00 KulturBühne: Reinhardt Repkemit dem Club der toten Dichter,Theodor Fontane neu vertont Eschschloraque Rümschrümp (Rosenthaler Str.39) 22.00: StonySugarskull Jugendclub Skandal (Gryphiusstr.29) 20.00: akademie der autodidakten, Sound of Feminism Maze (✆ 55 51 84 54) 20.00: Saint Agnes Musik &Frieden (Falckensteinstr.48) 20.00 Blaues Zimmer:WeHunt Buffalo 20.30 Schwarzes Zimmer:The Plot in You, special guest: Landmvrks Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80) 20.00: Orania.Piano Series:Chris Adams Panda (✆ 44 31 95 57) 20.00: MatthewAdomeit (b), Jan Leipnitz (dr), Alexander Maksymiw (g) Pfarrkirche Weißensee (✆ 965 22 39) 19.30: Schnaftl Uffschik, Audite Silete Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32) 19.00: Einführung(JordiSavall) 20.00: Jordi Savall mit Ensembleauf den Spuren keltischer Musik, El Hombre ylaNaturaleza PrivatClub (✆ 61 67 59 62) 20.00: Jordan Rakei Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90) 21.00: Jovi’sMainstream Session–Rock &Pop Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27) 19.00: So Beast +Traashboo SO36 (✆ 61 40 13 06) 20.00: The Get up Kids, Muncie Girls Toast Hawaii (Danziger Str.1) 20.00: Rancho Bizarro, Dustown presents Werkstatt der Kulturen (✆ 609 77 00) 13.00: Little Big Band, Legenden des Jazz –Tribute to Tribute to John Coltrane Yaam (✆ 615 13 54) 19.00: Orlando Julius &The Heliocentrics Yorckschlösschen (✆ 215 80 70) 21.00: Richard Arame Trio Z-Bar (✆ 28 38 91 21) 21.00: Waldenfels, Rannenberg &Itzenplitz Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91) 21.00: Super Funky Soul Wednesdays with Keith Tynes CLUB August Fengler (Lychener Str.11) 22.00: DJ S.T.P. Ava (Warschauer Pl. 18) 23.00: Techno Mittwoch, Behrooz moosavi, C.R. MINE, Disttler Killian Cassiopeia (✆ 47 38 59 49) 23.00: Concrete Bln, Rocket, Bass Station Berlin Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50) 22.00: Mittwochs Maze (✆ 55 51 84 54) 20.00: Oh, excusez moi! –One skank beyond, Selekta Bebek, Karel Duba, Isa Rude Monster Ronson’sIchiban Karaoke (✆ 89 75 13 27) 19.00: BoxHappyHour Solar Berlin (✆ 016 37 65 27 00) 18.00: EasylectroBerlin Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53) 19.00: Vinylsounds Tresor Club (Köpenicker Str.70) 23.59: Tresor NewFaces,4NYØN3 (live), Luizar, hosted by Dinamite BALLROOM Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95) 21.00: Clärchen swingt,Evan&Friends Insomnia (Alt-Tempelhof 17-19) 20.00: TangoVicioso Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33) 19.00: El Ocaso -TangoArgentino, Frank &James Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77) 20.30 Roter Salon: Tangonacht KINO PANKOW Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Urfin: Der Zauberer von Oz15.45; Nur eine Frau 17.45, 20.00; Der Fall Collini 15.30, 20.30; Das Familienfoto 18.15 PRENZLAUER BERG FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Das Familienfoto 15.30,17.45,20.00; Der Boden unter den Füßen 16.00;Greta (OmU) 18.30, 20.45; Das Ende der Wahrheit 15.40,18.00,20.20; Stan &Ollie (m. Kurzfilm)15.00, 20.00; Stan &Ollie(OmU; m. Kurzfilm) 17.45; Urfin: Der Zauberer von Oz 15.30; Van Gogh 17.30,20.30 Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.45, 15.50; Der Fall Collini 13.45, 19.30; Stan &Ollie (OmU) 14.00; Das Familienfoto –Photo de famille (OmU) 14.00, 20.15; Dumbo (OmU) 14.20; Van Gogh – At Eternity‘s Gate (OmU) 14.30, 19.50, 22.30; Der Flohmarkt von Madame Claire –Laderniere folie de Claire Darling (OmU) 14.45;Avengers: Endgame (OmU) 15.30, 17.00, 19.45, 21.00; Nur eine Frau 16.30,19.00; Monsieur ClaudeII–Qu‘est-cequ‘on aencore fait auBon Dieu?(OmU) 16.30;Das Ende der Wahrheit 16.45; Greta (OmU) 17.15, 21.30; Border –Gräns (OmU) 17.15, 22.30; Tea with the Dames (OmU) 18.00; Once Again –Eine Liebe in Mumbai (OmU) 19.00; Preview: Aladdin (OmU) 19.45; Under the Tree –Undir trenu (OmU) 21.30; Wir –Us(OmU) 22.40; Was kostet dieWelt 22.50 Krokodil (✆ 44 04 92 98)Von Bienen und Blumen 17.15; Svideteli Putina –Putin‘s Witnesses: Putins Zeugen (OmU) 19.00; Macht das alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert essolange? 20.45 Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Get Me Some Hair! 17.00; Radical Frame Film Festival Short Film Series II18.30; Der illegale Film 20.30; Ray &Liz (OmU) 22.30 UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.20; Wenn du König wärst 14.25; Monsieur Claude II 14.25, 19.30; Willkommen im Wunder Park 14.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.30, 17.05, 19.45, 22.35; Urfin: Der Zauberer von Oz 14.35; Alfons Zitterbacke–Das Chaos ist zurück 14.35; Avengers: Endgame 15.15, 19.30; 3D: Avengers: Endgame 16.00, 19.45, 22.20; Der Fall Collini 16.30; 3D: Royal Corgi: Der Liebling der Queen 16.45; The Silence 16.50, 19.40, 22.45; Die Goldfische 16.50; Captain Marvel 16.50; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.05, 19.40, 23.00; Greta (2019USA) 17.05, 19.40, 22.40;After Passion 19.40; Preview: John Wick III 20.00; Preview: Aladdin 20.00; Friedhof der Kuscheltiere 22.40; The Hole inthe Ground 22.45; Fighting with My Family 23.00 REINICKENDORF CineStar Tegel (✆ 04 51/703 0200) Avengers: Endgame 13.30, 16.40, 20.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.40; Glam Girls: Hinreißend verdorben 13.45, 16.50, 20.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.00; The Sun Is Also a Star 14.10, 20.10; Die Goldfische 14.20; Dumbo 14.40; Willkommen imWunder Park 15.00; 3D: Avengers: Endgame 15.15, 16.10, 19.30; After Passion 15.50; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.00,20.10; Der Fall Collini 17.20; Monsieur Claude II 17.30; Greta (2019 USA)17.40; Preview: Aladdin 19.45; Preview: John Wick III 20.15; The Silence 20.45 SCHÖNEBERG Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Der Fall Collini 14.35, 17.30, 20.30 Cosima (✆ 85 07 58 02) VanGogh 18.00; Der Fall Collini 20.15 Odeon (✆ 78 70 40 19) Stan&Ollie (OmU) 15.45, 20.30;Van Gogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 18.00 Xenon (✆ 78 00 15 30) Free Solo (OmU) 18.00; Der Boden unter den Füßen 20.15 SPANDAU Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Willkommen im Wunder Park 10.00, 12.00, 14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,12.20, 14.50, 17.20, 20.00; Avengers: Endgame 10.00, 16.20, 20.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.30, 14.00; Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 15.00; 3D: Avengers: Endgame 16.10; Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.55, 19.55; Preview: John Wick III 20.00; Preview:Aladdin 20.00 Kino im KulturhausSpandau (✆ 3336081) Monsieur Claude II14.00, 16.00; Van Gogh 18.00; Ein letzter Job 20.15 STEGLITZ Adria (✆ 01 80/505 0711) Stan &Ollie 15.00; Monsieur Claude II 17.40, 20.15 Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520) Willkommen im Wunder Park 10.00, 12.00; Royal Corgi: Der Liebling derQueen 10.00, 12.30, 14.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.40, 13.50, 14.20, 14.45, 17.30, 19.45; Misfit 10.00; Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten 10.00; Avengers: Endgame 10.00, 16.30, 18.00, 20.15,22.00; Rocca verändert die Welt 11.30; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks 11.50; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt 12.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.00,16.30,22.45; Dumbo 15.00; Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 15.00; 3D: Avengers: Endgame 16.20, 19.00, 22.20; The Sun Is Also a Star 17.00, 19.55; Preview: John Wick III 20.00; Preview: Aladdin 20.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 23.00 Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.45; Monsieur Claude II 15.45; Avengers: Endgame 16.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.00, 20.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 18.00, 20.30; Der Fall Collini 18.00; Preview: John Wick III 20.30; Greta (2019 USA) 20.30; Preview:Aladdin 20.30 TIERGARTEN Arsenal (✆ 26 95 51 00) Commedia all‘italiana: Il maestro diVigevano –Der Lehrer aus Vigevano (OmenglU) 20.00; Magical History Tour: Schlagende Wetter (m. Live-Musikbegleitung) 19.30 CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969) Willkommen imWunder Park 12.30, 16.30; 3D: Avengers: Endgame 12.30, 14.00, 16.00, 18.00, 20.15, 22.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.50, 13.30; Avengers: Endgame 12.50, 15.00, 17.00, 19.10, 21.15, 22.20; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.00, 15.30; Ostwind 4–Aris Ankunft 13.00, 13.30; Dumbo 13.10,16.20; Glam Girls: Hinreißend verdorben 13.20, 14.00, 17.00, 19.30, 23.00; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt 13.20; Der Fall Collini 13.30, 16.40, 19.50; Van Gogh 13.40, 16.15; Misfit 14.00; The Sun Is Also aStar 14.10, 16.40, 19.40; Monsieur Claude II 14.10,17.00,19.15; Die Goldfische 14.40; Captain Marvel15.50,20.45, 23.00; Stan &Ollie 16.20; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.30, 19.40,22.50; After Passion 16.30, 19.30; The Silence 16.50, 19.30, 22.10; Nur eine Frau 16.50, 19.40, 22.30; Der Junge muss an die frische Luft 17.40; Der Flohmarkt von Madame Claire18.00; Green Book –Eine besondereFreundschaft 19.10; Friedhof der Kuscheltiere 19.45; Greta (2019 USA) 19.50, 22.40; Preview: John Wick III 20.00, 22.30; Das Ende der Wahrheit 20.20; Preview: Aladdin 20.30; Hellboy –Call OfDarkness 22.00; Wir 22.20; Im Netz der Versuchung 22.20; Lloronas Fluch 22.30; Escape Room 23.00 CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Avengers: Endgame (OF) 13.30, 16.00,16.30, 20.15, 22.00; Dumbo (OF) 13.40; Glam Girls: Hinreißend verdorben –The Hustle (OF) 14.15, 17.30, 19.35, 23.15; After Passion (OF) 14.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 14.20; Avengers: Endgame (OF) 14.45, 19.00, 22.30; The Sun IsAlso aStar (OF) 14.55, 20.30; Stan &Ollie (OF) 16.45; Greta (OF) 16.55, 20.30, 23.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 17.00, 19.45, 23.30; 3D: Captain Marvel (OF) 17.30; Preview: Aladdin (OF) 19.45; Preview: John Wick III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF) 20.15; Captain Marvel (OF) 23.00; Wir –Us (OF) 23.05 CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Avengers: Endgame 10.00; 3D: Avengers: Endgame (OF) 14.15, 18.30, 22.40 Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Antiporno –Antiporuno (OmU) 18.30; Greta (OmU) 20.00; One Cut of the Dead –Kamera otomeru na! (OmU) 22.00 TREPTOW Astra (✆ 636 1650) Urfin: Der Zauberer von Oz 10.00, 12.15, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.30, 14.00, 16.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 10.00, 12.00, 16.00, 18.00, 20.15, 22.30; Avengers: Endgame 10.00, 15.00, 19.00; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 10.00, 12.00, 14.00; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.00; 3D: Avengers: Endgame 16.00; John Wick 18.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 19.00, 21.30; Preview: John Wick III 20.15,22.30; John Wick: Kapitel II 20.15; Der Fall Collini 22.30 Casablanca (✆ 677 5752) Der Funktionär 16.30; Die Goldfische 18.15; Der Fall Collini 20.30 CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.55, 16.40; 3D: Avengers: Endgame 14.00, 15.30, 18.00, 19.30;WennduKönig wärst 14.15;PokemonMeisterdetektiv Pikachu 14.15; Willkommen im Wunder Park 14.20; Captain Marvel 14.20; Dumbo 14.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 15.00, 17.50, 20.15; Avengers: Endgame 16.00, 20.00; 3D: PokemonMeisterdetektiv Pikachu 17.00,19.40;Monsieur Claude II17.10; The Silence 17.15, 19.50; After Passion 17.15;Der Fall Collini19.30; Preview: Aladdin 19.45; Preview: John Wick III 20.15 WEDDING Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Willkommen imWunder Park 14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.00, 15.00, 16.45, 17.40, 19.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.20, 16.10; Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 15.00; Avengers: Endgame 15.00, 20.15; 3D: Avengers: Endgame 16.00, 19.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 16.50; Dumbo 17.45; The Silence 18.20, 20.40; Preview: John Wick III 20.00; Preview: Aladdin 20.00; Kapi (OmU) 20.10 WEISSENSEE BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Ray &Liz (OmU) 18.00; Under the Tree –Undir trenu (OmU) 20.00; Antiporno (OmU) 21.45 Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks 13.15; Der Flohmarkt vonMadame Claire 15.15; DasFamilienfoto 17.30, 19.45; Who AmI–Kein System ist sicher 10.00; Das Familienfoto 12.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 14.45; Monsieur Claude II 17.00; Der Fall Collini 19.15 WILMERSDORF Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Van Gogh 15.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 18.00; Das Ende derWahrheit 20.30 Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Deralte deutsche Film: Rembrandt 15.45;Tea with the Dames (OmU) 18.00; Under the Tree –Undir trenu (OmU) 20.15 ZEHLENDORF Bali (✆ 811 46 78) Vice –Der zweite Mann 20.30 Capitol (✆ 831 64 17) Nur eine Frau 15.45, 20.30;Van Gogh 18.00 FREILUFTKINOS Freiluftkino Kreuzberg Border – Gräns (OmU) 21.30 Freiluftkino Rehberge Ballon 21.30 Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98) Dave Made aMaze (OmU) 21.15 Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Green Book –Eine besondere Freundschaft 21.30 POTSDAM Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Die Maske –Twarz (OmU) 17.00; Amelie rennt (m. Gespräch) 19.00 Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Monsieur Claude II 14.15, 16.15; Urfin: Der Zauberer von Oz 14.30; Das Familienfoto 14.30, 18.45; Nur eine Frau 14.45, 18.45; Der Boden unter den Füßen 16.15; Von Bienen und Blumen 16.45; Klasse Deutsch 16.45; Van Gogh 18.15; Hotel Jugoslavija (OmU) 18.45; Der Fall Collini 20.45; Das schönste Paar 20.45; Das Ende der Wahrheit 20.45; Under theTree 21.00 UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33) Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.40; Willkommen im Wunder Park 13.45; PokemonMeisterdetektiv Pikachu 14.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.00, 17.00, 20.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.15; Avengers: Endgame 14.15, 15.15, 16.00, 19.30, 20.15; Urfin: Der Zauberer von Oz 14.30; 3D: Avengers: Endgame 15.50, 20.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.00, 19.45; Monsieur Claude II 17.00; The Silence 17.30,20.15;Preview: John Wick III 20.00; Preview:Aladdin 20.00 UMLAND ALA Falkensee (✆ 033 22/279 8877) Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 15.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.50; Der Fall Collini 20.20 CapitolKönigs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77) Trautmann 17.15; Die Goldfische 20.00 CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Urfin: Der Zauberer von Oz 14.00; Avengers: Endgame 14.00, 17.00, 20.00; Breakthrough – Zurück ins Leben 14.15; The Sun Is Also aStar 14.25, 19.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.30, 17.10, 20.15; Dumbo 14.50; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.00, 17.15; Die Goldfische 15.00; 3D: Avengers: Endgame 15.30, 16.15, 19.30; Der Fall Collini 17.10; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.15, 20.00; After Passion 17.40; The Silence 17.45, 20.50; Monsieur Claude II 17.50, 20.20; Preview: Aladdin 19.45; Preview: John Wick III 20.15; Greta (2019 USA) 20.30 Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.45; Avengers: Endgame 16.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.00, 20.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 18.00, 20.30; Preview: Aladdin 20.30 Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93) Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.50; Der Fall Collini 19.45 Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Avengers: Endgame 15.00, 20.00; Royal Corgi: Der Liebling derQueen 15.30; After Passion17.30; Der Fall Collini 18.30; Van Gogh 21.00 Kammerspiele Kleinmachnow (✆ 03 32 03/84 75 84) 3D:Dumbo 16.00; VanGogh 18.15; DieGoldfische 20.30


26 * Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 ························································································································································································································································································· Netzwerk UPGRADE Der Anspruch, die Welt zu verbessern VonKati Schmidt Viele Investoren und Wagniskapitalgeber im Silicon Valley investieren inzwischen auch in gemeinnützige Start-ups. Dabei geht es nicht um große Rendite, sondern darum, innovative Antworten auf globale Herausforderungen zu finden. Ich finde das beeindruckend und erfrischend, wenn gerade die junge Generation die Ärmel hochkrempelt und es beim Gründen mal nicht darum geht, mit nervigen Videos unnütze Produkte zu vermarkten oder mit der x-ten Lieferapp die Bequemlichkeit der Konsumenten zu unterstützen. Es gibt viele Gründe für das Engagement der Gründer.Manche haben sich aus persönlichen Erfahrungen dazu bewegen lassen, soziale Projekte zu starten. Miracle Messages versucht, Menschen, die auf der Straße leben, wieder mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bringen. Kevin Adler gründete die Initiative, weil sein Onkel Mark 30 Jahre lang auf der Straße lebte.Und so soll es gehen: Botschaft aufnehmen, über die sozialen Kanäle übermitteln, Wiedersehen organisieren. Auf der Homepage wirdAdam R. aus San Francisco zitiert: „Mir war nicht klar, wie es um mich steht, als ich meine Wohnung verlor. Das wurde mir erst bewusst, als ich keinen Kontakt mehr zu meiner Familie und meinen Freunden hatte.“ Vorallem Millennials und die Generation Zsind intrinsisch motiviert, sich globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel zu widmen. Das Ocean-Clean-up-Project entwickelt beispielsweise Technologien, um die Weltmeerevon Plastik zu befreien. Noch ein Beispiel, was alles möglich ist: Die gemeinnützige Organisation Callisto hat eine Technologie zur Bekämpfung von sexuellen Übergriffen und sexueller Nötigung im Arbeitsumfeld entwickelt. Die Frage dahinter: Warum werden eigentlich viele Übergriffe nicht gemeldet? Die Antwort: Nicht selten fehlt der Mut. Callisto bietet Unterstützung und hat auch ein Matching-System entwickelt, das Opfer desselben Täters in Kontakt bringen soll, um Wiederholungstaten zu vermeiden. Auch der 23-jährige Philipp von der Wippel, der vorein paar Wochen auf Entdeckungsreise im Silicon Valley war und in meinem Podcast zu Wort kommt, widmet sich mit seinem Inkubator ProjectTogether ausschließlich Unternehmen, die soziale Herausforderungen angehen wollen. Mit seinem Team hat er bereits mehr als 700 Start-ups betreut. #FreeInterrail ist ein Pilotprojekt, das er mit Unterstützung der Europäischen Kommission gestartet hat. Die Idee dahinter: Vorurteile lassen sich am besten durch persönlichen Kontakt bekämpfen. Also sollen junge Menschen kreuz und quer durch Europa reisen können. Deshalb werden auch in diesem Jahr wieder 15 000 Interrail-Tickets an 18-Jährige, die sich bis Anfang Maibewerben konnten, kostenlos vergeben. Was die Beispiele insgesamt zeigen: Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Sachen besser zu machen. Kati Schmidt berichtet im Podcast „Kristina, Kati, Kalifornia“ aus dem Silicon Valley. Wo früher Menschen und Traktoren im Einsatz waren, übernehmen in der modernen Landwirtschaft Roboter die Arbeit. Bauer sucht Technik Vonwegen konservative Landwirte: Auf den Höfen und Äckern sind digitale Geräte weit verbreitet VonEva Wolfangel Traktoren ernten automatisch, Computer berechnen Futtermengen, auf dem Acker krabbeln kleine Roboter und übernehmen die Aussaat. Über allem schweben auch noch Drohnen, die von oben kontrollieren, ob alles richtig läuft und an manchen Stellen die nötigen Pestizide verteilen: So sieht Landwirtschaft teilweise schon heute aus. Kein Zufall: Bauern scheinen erstaunlich offen zu sein für moderne Technologien, wie eine Befragung des Digitalverbands Bitkom 2018 ergab: Insgesamt sehen zwei Drittel der Landwirte digitale Technologien als Chance, und mehr als die Hälfte wendet sie auch schon an. Landmaschinen, mit denen die Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflanzenpflege und Ernte digital erfolgen, hätten bereits 39 Prozent der Landwirte beziehungsweise Lohnunternehmer genutzt, heißt es. Hoffnung auf weniger Pestizide Fortschritt: Bauernscheinen erstaunlich offen zu sein für moderne Technologien. Das ergab eine Befragung des Digitalverbands Bitkom im vergangenen Jahr:Insgesamt sehen zwei Drittel der Landwirte digitale Technologien als Chance. AUFGESCHLOSSENER ALS DIE AUTOBRANCHE DieZahlen haben auch Markus Vogt überrascht: „Wir waren selbst erstaunt, wie weit Bauernbereits Digitalisierung einsetzen.“ DerProfessor für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat sich für die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech mit dem Stand der Digitalisierung in der Landwirtschaft und möglichen ethischen Fragestellungen beschäftigt. „Das gängige Bild, dass Landwirte eher konservativ sind, trifft offenbar nicht zu“, sagt er. Die Digitalisierung in der Landwirtschaft sei weiter vorangeschritten als in der Autoindustrie. Somache Sensorik und Softwarebei Landmaschinen bereits 30 Prozent der Wertschöpfung aus, während sie in der Autoindustrie nur zehn Prozent beträgt. Nach Angaben der Internationalen Federation of Robotics ordern Landwirte ein Viertel aller Serviceroboter weltweit –mit militärischen und logistischen Anwendungen der größte Markt. Mit der Digitalisierung verbindet sich in der Landwirtschaft eine große Hoffnung: Sogenanntes Precision Farming, Präzisions-Landwirtschaft, verspricht unter anderem, dass in Echtzeit mittels Sensoren gemessen wird, was die Pflanzen brauchen und entsprechende Mittel gezielter und damit ressourcenschonender eingesetzt werden können –vom Wasser bis zum Dünger.Dank maschinellen Lernens kann zudem immer besser berechnet werden, welche Strategien und welche Behandlung die Ernte erhöhen oder gegen Pflanzenkrankheiten helfen. „Man kann optimieren, was die Pflanzen brauchen und erheblich an Spritzmitteln und Wasser sparen“, sagt Vogt. Schließlich steckt die Landwirtschaft in einer tiefen Krise auch angesichts des Insektensterbens, das unter anderem auf den Pestizideinsatz zurückzuführen ist. „Das Potenzial der Effizienzsteigerung durch Präzisionslandwirtschaft ist enorm“, ist Vogt überzeugt. Wichtig sei allerdings, eines im Blick zu haben: „Das Leitbild der Optimierung steht manchen Mechanismen der Natur entgegen.“ Immer wieder würden komplexe Prozesse der Natur nicht richtig verstanden, was zu Problemen führe. Beispielsweise widerspricht die Fruchtwechselfolge, mittels der die Bodenfruchtbarkeit erhalten werde, auf den ersten Blick dem Effizienzdenken. Schließlich ist es deutlich aufwendiger als Monokulturen. Doch langfristig lohnt sie sich, da der Boden länger fruchtbar bleibt. „Man muss sehr vorsichtig sein: kleinbäuerliche traditionelle Landwirtschaft hat Erfahrungswissen, das man bei der Optimierung nicht immer ganz im Blick hat.“ Andererseits ist genau diesesWissen und die Erfahrung der Bauern Anwendung: 39 Prozent der Landwirte beziehungsweise der Lohnunternehmer nutzen bereits Landmaschinen, mit denendie zentralen Aufgaben wie Bodenbearbeitung,Aussaat, Pflanzenpflege und Ernte digital erledigt werden können. Auch bei der Versorgung der Kühe kann digitale Technik helfen. Vergleich: „Die Digitalisierung in der Landwirtschaft ist weiter vorangeschritten als in der Autoindustrie.“ Das sagt Markus Vogt, Professor für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Wir waren selbst überrascht.“ DPA/RAINER JENSEN teilweise auch begrenzt oder ungenau, wie Joachim Hertzberg, Professor für Informatik an der Uni Osnabrück aufgefallen ist. Er nennt als Beispiel den Umgang mit den Ackerflächen: „Der Boden leidet nicht nur unter Dünger, sondern auch unter der Verdichtung durch riesige Maschinen. Doch keiner weiß, wie genau.“ Eine Lösung können optimierte Routen sein. Doch die Vermutungen darüber, welcher Boden wie unter den schweren Traktoren leidet, gehen unter Landwirten weit auseinander, erklärt Hertzberg. Kein Wunder, esist von außen kaum zu durchschauen, wie genau es den Boden schädigt und vor allem, an welchen Stellen weniger Schaden auftritt.„Boden ist ein furchtbar schwieriges Substrat“, so Hertzberg. Wie viel der Boden unter schweren Maschinen leide, liege unter anderem an der Art und der Feuchtigkeit des Bodens sowie der Fahrtrichtung des Traktors und möglichen weiteren Faktoren. „Wovon es genau abhängt, das weiß keiner“, sagt Hertzberg: Es gäbe noch keine exakten Bodenmodelle.Die sollen nun in Zusammenarbeit mit dem Johann- Heinrich-von-Thünen-Institut – Bundesforschungseinrichtung für ländliche Räume, Wald und Fischerei – erstellt werden. Auf dieser Grundlage kann dann ein Assistenzsystem für landwirtschaftliche Fahrzeuge in Echtzeit den Menschen über den Acker navigieren. so dass möglichst wenig Schaden entsteht. Optimierungspotenzial besteht aus Hertzbergs Sicht auch bei der Ernte.AmBeispiel der Maishäcksel- Erntekette untersucht er das gerade in einem Projekt. Bei der Maishäcksel-Ernte fährt neben dem Häcksler stets ein Traktor mit Anhänger, auf dem die Maishäcksel dann abtransportiertwerden. Im Schnitt alle drei Minuten ist ein Anhänger voll und muss ausgetauscht werden. Wenn das dauert, steht die teure Häckselmaschine erstmal still. „Man braucht etwa ein halbes Dutzend solcher Anhänger im Einsatz, das ist ein klassisches Optimierungsproblem.“ In Zukunft soll das via GPS- Tracking und diverser Sensoren in Echtzeit koordiniert werden. „Wir schauen sogar, dass es nicht immer über die gleiche Straße geht, denn das ärgert die Nachbarn“, sagt Hertzberg. Weniger Verbindung zur Natur ISTOCK Nach seiner Beobachtung sind vor allem jüngere Landwirte offener für solche Innovationen. „Sie ersetzen Erfahrungswissen.“ Älteren Landwirten sei das hingegen eher fremd, mahnt Ethiker Vogt, und das dürfe man bei aller Euphorie nicht vergessen: „Landwirtschaft 4.0 ist in gewisser Weise eine Entfremdung gegenüber dem Leitbild des Landwirtes. Seine Verbindung zur Natur wird ersetztdurch modernste Technik.“ Der aktuelle Strukturwandel nehme dem bäuerlichen Beruf etwas von seiner Ursprünglichkeit. Deutlich kritischer sieht Jan Urhahn den Wandel. „Es gibt bestimmte Heilsversprechen, beispielsweise das des Ressoucenschutzes und der Effizienz, die wir seit zehn Jahren hören“, sagt der Referent für Landwirtschaft und Welternährung bei der globalisierungskritischen NGO „Inkota“. Nur: „Der Pestizidverbrauch steigt trotzdem weiter an.“ Was funktioniert nicht? Aus seiner Sicht ist genau das Effizienzdenken im Hintergrund die Ursache vieler Probleme: „Die industrielle Landwirtschaft produzierteher Mono-Kulturen. Sieträgt und regeneriert sich nicht selbst.“ Die Folge: Es braucht Input von außen, bisher zumeist in Form vonPestiziden. EvaWolfangel bevorzugt Technik, die der Natur nicht schadet. 90 Tage Aufschub für Huawei US-Regierung setzt Sanktionen teilweise aus Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich zumindest bis Mitte August keine Gedanken über Software-Updates und Google-Apps machen. Die US-Regierung lockerte die erst vergangene Woche verfügten strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Konzern. Für zunächst 90 Tage sind nun einige Geschäfte mit Huawei erlaubt. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bereits ausgelieferter Smartphones sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik. Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google in den kommenden drei Monaten die Telefone weiterhin in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen kann. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung allerdings nicht. Damit könnte Huawei künftige Smartphone-Modelle nach wie vor nicht mehr mit vorinstallierten Google- Diensten verkaufen. Huawei ist ein führender Ausrüster vonMobilfunk- Netzen unter anderem in Europa und der zweitgrößte Smartphone- Anbieter der Welt. Huaweispielt die Bedeutung des Vorgehens der USA herunter. AFP Ein zentraler Auslöser für den Aufschub dürfte gewesen sein, dass Huawei-Technik auch in vielen lokalen Mobilfunk-Netzen in den USA installiert ist und ihr Ausfall sie zum Erliegen bringen könnte. Während die großen amerikanischen Mobilfunk-Konzerne auf Technik von Huawei verzichten, verbauten sie viele kleine Netzbetreiber unter anderem in ländlichen Gegenden. Die Sanktionen könnten sie von Ersatzteilen und Updates abschneiden. Der Aufschub solle Betroffenen die Zeit geben, nach Alternativen zu suchen und sich auf die Änderungen einzustellen, erklärte das US-Handelsministerium. Manwerde prüfen, ob die Regelung über 90 Tage hinaus verlängertwerde. Die USA hatten Huawei erst am Freitag auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann laut US- Regierung verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührtsind. Prozessor aus eigener Entwicklung Huawei gab sich am Dienstag kampfeslustig. Das US-Vorgehen sei von „geringer Bedeutung“, sagte Huawei-Gründer Ren Zhengfei in einem Interview mit dem chinesischen Staatssender CCTV am Dienstag. Huawei sei auf alles vorbereitet. Die US-Politiker unterschätzten die Kraft des chinesischen Konzerns. Huawei sei in der Lage,seine eigenen Chips zu fertigen. „Wir können die gleichen Chips bauen wie US-Anbieter“, sagte der Huawei-Gründer. Unter anderem die aktuellen Top- Modelle von Huaweis Smartphones laufen bereits mit Prozessorenaus eigener Entwicklung. Das bedeute jedoch nicht, dass man keine US-Chips mehr kaufen wolle,sagte RenZhengfei. In„friedlichen Zeiten“ komme die Hälfte der von Huawei verbauten Chips aus den USA, die andereHälfte stelle manselbst her. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 27 ························································································································································································································································································· TV-Programm ARD 5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun 9.55 (für HG) Sturm der Liebe 10.45 (für HG) Meister des Alltags 11.15 (für HG) Wer weiß denn sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für HG) Sturm der Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für HG) DieTierärzte –Retter mit Herz 17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant 18.00 (für HG) Quizduell 18.50 (für HG) Watzmann ermittelt. Der Tote von der Bobbahn 19.45 (für HG) Quizzen vor acht 19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Im Namen des Volkes Gast: Andreas Voßkuhle (Präsident des Bundesverfassungsgerichts) 21.30 (für HG) Sternstunde ihres Lebens – Elisabeth Selbert TV-Drama, D2014. Mit Iris Berben, Rudolf Kowalski u.a. 23.00 (für HG) Tagesthemen 23.30 (für HG) Als Mutti arbeiten ging 70 Jahre Gleichberechtigung 0.15 (für HG) Nachtmagazin 0.35 (für HG) Sternstunde ihres Lebens – Elisabeth Selbert TV-Drama, D2014. Mit Iris Berben, Rudolf Kowalski u.a. RTL 5.25 Exclusiv –Das Star-Magazin 5.35 Explosiv –Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00 Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 1214.00 Die Superhändler –4 Räume, 1Deal 15.00 Mensch Papa! Väter allein zu Haus 16.00 Vorher Nachher –Dein großer Moment 17.00 Freundinnen –Jetzt erst recht. Unterhaltungsserie 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG) Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 20.15 Die 25... Das Beste vom Besten: Das Jubiläum 22.15 sternTVNiki Lauda ist tot: sternTV erinnert andie Formel-1-Legende / Regierungskrise in Österreich: Der Strache-Skandal und seine Folgen 0.00 Nachtjournal 0.30 CSI: Den Tätern auf der Spur Flirt mit dem Tod. Krimiserie 1.20 CSI: Den Tätern auf der Spur Auf Eis. Krimiserie 2.15 CSI: Den Tätern auf der Spur Grabesstille. Krimiserie ZDF Sat.1 TV-Tipps RBB Tagesschau 24 ihre multikulturelle Gesellschaft. MDR WDR Bemühungen ihrer Chefin anfangs nicht Arte 12.30 (für HG) Therapie und Praxis. TV-Komödie, D2002 14.00 (für HG) MDRumzwei 15.15 (für HG) Werweiß denn sowas? 16.00 (für HG) MDR um vier 17.45 (für HG)Aktuell 18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für HG)Sandmann 19.00 (für HG) MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG) Tierisch, tierisch 20.15 (für HG) Exakt 20.45 (für HG)Exakt –Die Story 21.15 (für HG) Echt 21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für HG) Tatort. Ihr Kinderlein kommet. TV-Kriminalfilm, D 2012 23.35 (für HG) Kanzleramt Pforte D 0.20 Zärtlichkeiten im Bus 1.20 (für HG) Lindenstraße Bayern 16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir in Bayern 17.30 Regional 18.00 (für HG) Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Stationen 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) BR Wahlarena 21.15 (für HG) Kontrovers 22.00 (für HG) Rundschau Magazin 22.15 (für HG) VonEuropas Mitte nach Brüssel –Bayerische Spitzenkandidaten auf dem EU-Wanderweg 23.00 „Wir wollen ins Europaparlament!” 23.15 (für HG) Life, Animated. Dokumentarfilm, USA 2016 Vox 6.50 CSI: Den Tätern auf der Spur 7.45 Verklag mich doch! 10.55 Mein Kind, dein Kind 12.00 Shopping Queen 13.00 ZwischenTüll und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind 15.00 Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates 19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15 (für HG) Magnum P.I. 21.15 (für HG) Magnum P.I. 22.10 (für HG) Law &Order: Special Victims Unit 23.05 (für HG) Law &Order: SpecialVictims Unit 0.00 nachrichten 0.20 Medical Detectives Super RTL 12.25 Trolls 12.45 Friends 13.10 Spirit: wild und frei 13.40 Angelo! 14.05 Coop gegen Kat 14.35 Bugs Bunny und LooneyTunes 15.00 Dragons 15.25 Tomund Jerry 15.50 Der gestiefelte Kater 16.15 Zig &Sharko –Meerjungfrauen frisst man nicht! 16.45 Ninjago –Garmadons Motorrad-Gang 17.15 Voll zu spät! 17.40 Spirit: wild und frei 18.10 Bugs Bunny & LooneyTunes 18.40 Woozle Goozle 19.10 Tom und Jerry 19.45 Angelo! 20.15 (für HG) Dr. House 22.55 Die Kinderklinik –Familien zwischen Bangen und Hoffen 23.50 Comedy total Sport1 15.00 StorageWars –Die Geschäftemacher 15.30 StorageWars –GeschäfteinTexas 16.30 Lost &Sold. Sex sells 17.00 Lost &Sold. Heute hier,morgen dort 17.30 StorageWars –Geschäfte in Miami 18.30 Bundesligaaktuell 19.00 Basketball: BBL. Play-offs, Viertelfinale, Spiel 2: Brose Bamberg –RASTA Vechta 20.45 Bundesligaaktuell21.00 Eishockey:WM21.45 Eishockey –N.ICE –Goldis Eishockey-Welt 22.15 Hans Sarpei –Das Tsteht für Coach 23.15 Bundesligaaktuell 0.00 Sport-Clips 5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für HG) SOKO Stuttgart 12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG) hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute 18.00 (für HG) SOKOWismar. Die kleine Elster.Krimiserie 18.54 Lotto amMittwoch 19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) Die Spezialisten –ImNamen der Opfer. Der Verrat 20.15 (für HG) Bares für Rares Deutschlands größte Trödel-Show. Bei Horst Lichter und seinen Experten kann man lieb gewordene Gegenstände vorstellen und schätzen lassen. 21.45 (für HG) heute-journal 22.15 auslandsjournal 22.45 (für HG) ZDFzoom Europa im Umbruch: Was wurde aus Friede, Freude,Götterfunken? Dokumentationsreihe 23.15 (für HG) Markus Lanz 0.30 heute+ 5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Matthias Killing,Marlene Lufen 10.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens, Isabella Schulien 11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens, Isabella Schulien 12.00 Anwälte imEinsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer 18.00 Endlich Feierabend! Moderation: Simone Panteleit, Daniel Boschmann 19.00 Genial daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten 20.15 TopChef Germany Unterhaltungsshow Gast: Cynthia Barcomi. Jury: EckartWitzigmann, Peter Maria Schnurr, Alexandra Kilian Moderation: Daniel Boschmann 22.50 akte 20.19 Spezial Die Stadt der Tiere: Deutschlands größtes Tierheim Moderation: Claus Strunz 23.50 SAT.1 Reportage Alles inklusive?Abenteuer Ferienpark! Reportagereihe 0.45 TopChef Germany 13.05 (für HG) PlanetWissen 14.05 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 14.55 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungenÄrzte 15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks 21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für HG) Die Story 22.55 (für HG) sport inside 23.25 (für HG) Am Kölnberg. Dokumentarfilm, D2014 0.50 Die Story NDR 14.15 (für HG) die nordstory 15.15 (für HG) Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für HG) Seehund, Puma &Co. 18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG) Wie geht das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Expeditionen ins Tierreich 21.00 (für HG) Expeditionen ins Tierreich 21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für HG) Großstadtrevier. Großer Bruder 22.50 (für HG) extra 3Spezial 23.20 (für HG) Zapp 23.50 (für HG) 7Tage ... 0.20 Hafenpolizei Kabel eins 5.20 Numb3rs 6.05 Without aTrace 6.50 The Mentalist 7.45 Blue Bloods –Crime Scene New York 8.35 Blue Bloods –Crime Scene NewYork 9.30 Navy CIS: L.A. 10.25 Navy CIS 11.15 Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.10 Castle 14.00 The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A. 15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal – Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum 20.15 Catch Me if You Can. Krimikomödie, USA/CDN 2002 23.15 Blow. Drama, USA 2001 1.30 Watch Me RTL 2 6.00 Der Trödeltrupp 7.00 Die Kochprofis 8.00 Frauentausch 12.00 Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse Familie! 14.00 Die Wollnys –Silvia allein zu Haus 15.00 Hilf mir! Jung,pleite, verzweifelt ... 17.00 News 17.10 Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Kleine Helden ganz groß! –Wenn Kinder kämpfen müssen 21.15 Voller Leben –Meine letzte Liste 22.15 Die Babystation –Jeden Tagein kleines Wunder 23.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle 0.10 Die Forensiker –Profis am Tatort Eurosport 1 10.00 Springreiten: FEI Nations Cup 11.05 Radsport: Giro d'Italia. 10. Etappe: Ravenna – Modena 13.05 Radsport: Giro d'Italia. 11. Etappe: Carpi –Novi Ligure 17.15 Radsport: Giro extra 17.45 Tennis: ATPWorld Tour. Geneva Open:Achtelfinale 18.00 Tennis: ATPWorld Tour. Geneva Open: Achtelfinale 19.55 News 20.00 Radsport: Giro Today 22.05 Tennis: ATP WorldTour. Geneva Open: Achtelfinale 23.25 News 23.30 Radsport: Giro d'Italia 0.35 Tennis: ATPWorld Tour ARTE, 20.15 UHR DRAMA Personal Shopper Maureen (Kristen Stewart) arbeitet als Einkaufberaterin der prominenten Kyra in Parisund will so garkeinen Gefallen an ihrem sinnleeren Jobfinden, der ausschließlich darinbesteht, teureKlamotten und Schmuckauszusuchenund dieseanschließend in KyrasAppartementzudrapieren. Ohnehin istsie nurinParis,umüber ein übernatürliches MediumKontakt zu ihremverstorbenen Bruder Lewisaufzunehmen. Eines Tageserhältsie voneinem allwissenden Unbekannten anonyme Nachrichten aufihrem Handy. Könnte es sich hierbei um den Verstorbenen handeln? Dann stolpertsie in ihrem Appartementjedoch über die ermordete Kyra und Maureenkommen ernste Zweifel daran,dass es sichbei dem Unbekannten um ihren Bruder handeln könnte.Artezeigt den Film als Free-TV-Premiere. (Frk./2016) Anzeige ARD, 21.30 UHR TV-DRAMA Tischaufsteller Sternstunde ihres Lebens Weltzeituhr *inkl. MwSt., zzgl. €3,95Versand,ab€75,–versandkostenfrei.Ihnen stehtein gesetzliches Widerrufsrechtzu. Alle Informationen über dieses Rechtund die Widerrufsbelehrung finden Sieunterwww.berlinerzeitung.de/shop. Ein Angebot der M. DuMont SchaubergExpeditionder Kölnischen Zeitung GmbH &Co. KG,AmsterdamerStr.192,50735 Köln. Foto: Arte Zielstrebig kämpft die Juristin Elisabeth Selbert(Iris Berben,) 1948 beider Erstellungdes Grundgesetzes für die Aufnahme AusZinninklusiveLederpatch DasGeschenk des Satzes„Männer fürweltoffene und Berlin-Fans Frauen sind gleichberechtigt“.Inihrem Weltzeituhraus Zinn, perfektfür Kampffür denTisch Gleichbe- Ein Modellder oder die Fensterbank. EinBlickfang und rechtigung trifft sieauf Widerstand und Statement fürdie Hauptstadt und Skepsis.AuchihreSekretärin Irma kann die Maße:6,5 ×11cm(B/H) Gewicht:180 nachvollziehen, g bis eine gescheiterte Affäre ihr die Augen öffnet und die beiden Frauen Art.-Nr. 1040001 schließlich gemeinsam an einem Strang ziehen. Ericavon Moeller zeichnete dasWirken vonElisabeth Selbertnach,die als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“indie Geschichte derBRD einging. (Dtl./2014) Foto: ARD NORMALVARIANTE -mittel NORMALVARIANTE –MITTEL 4 5 6 7 5 SUDOKU 9 3 2 8 4 6 1 5 9 8 3 2 7 8 7 2 4 MitDIAGONALEN-schwer MIT DIAGONALEN –SCHWER 4 3 5 2 5 9 3 2 9 7 6 1 6 3 2 8 LesersHOP 030–201 64 004 www.berliner-zeitung.de/shop €29,95 * AUFLÖSUNG Auflösung vom VOM 21.5.2019 2019 MITTEL mittel 1 7 9 8 4 5 3 6 2 4 3 8 1 2 6 7 9 5 5 2 6 7 3 9 1 4 8 3 9 7 6 1 8 5 2 4 6 5 2 4 7 3 8 1 9 8 1 4 9 5 2 6 3 7 7 8 3 2 9 1 4 5 6 2 6 1 5 8 4 9 7 3 9 4 5 3 6 7 2 8 1 AUFLÖSUNG Auflösung vom VOM 21.5.2019 21. 5. 2019 SCHWER schwer 8 5 6 2 4 7 9 3 1 9 4 2 3 1 5 8 7 6 7 1 3 9 8 6 2 5 4 6 9 1 5 7 8 3 4 2 2 7 4 1 6 3 5 9 8 3 8 5 4 9 2 1 6 7 1 2 9 6 5 4 7 8 3 4 3 8 7 2 9 6 1 5 5 6 7 8 3 1 4 2 9 5.25 Potsdam erwacht 5.30 Giraffe, Erdmännchen &Co. 6.20 zibb. zuhause in berlin & brandenburg 7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20 Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin Dr.Mertens 13.00 rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00 Land und lecker 14.45 Beates bunte Tomaten 15.15 Mit dem Zug ... 16.00 rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00 rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen &Co. 17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin 18.30 zibb. zuhause in berlin & brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell / Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Wenn Angst den Alltag bestimmt – Welche Therapien helfen? Moderation: RaikoThal 21.00 Frauenherzen schlagen anders- mit lebensgefährlichen Folgen? 21.45 rbb24 22.00 Tiermythen Jäger des Lichts 22.45 Planet Deutschland: 300 Millionen Jahre Das Ende der Wildnis 23.30 Talk aus Berlin 0.00 Die Inselärztin –Das Geheimnis TV-Drama, D2018. Mit Anja Knauer, Tobias Licht, Helmut Zierl u.a ProSieben 5.00 2Broke Girls 5.20 Mike &Molly 5.40 Mom 6.00 Twoand aHalf Men 7.10 The Big Bang Theory 8.45 The Middle 9.35 Fresh off the Boat 10.30 Mike &Molly 10.55 How IMet Your Mother 11.50 2Broke Girls 12.40 Mom 13.00 Twoand aHalf Men. Ich muss früh raus/Der böse Alan/Ich bin eine Aztekenpriesterin. Comedyserie 14.25 The Middle. Der Zeitungsjunge/Die Aufgabe. Comedyserie 15.20 The Big Bang Theory. Eine Nacht pro Woche/ Der optimale Angstbereich/Sheldon und der Troll/Ein Prosit auf Mrs. Wolowitz. Comedyserie 17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. The Fight Before Christmas/Donnie Fatso. Zeichentrickserie 19.05 Galileo 20.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte Ein Sturm zieht auf. Krankenhausserie. Mit Ellen Pompeo, Justin Chambers, ChandraWilson u.a. 21.15 Seattle Firefighters –Die jungen Helden Crash And Burn.Actionserie 22.15 Lucifer Außenseiter /Das infernale Versuchskaninchen. Krimiserie 0.05 Two and aHalf Men Therapie am Ozean /Wer istAlan Harper? Comedyserie 0.55 Two and aHalf Men Ich muss früh raus 7/Der böse Alan. Comedyserie 13.00 Stadt Land Kunst 13.55 The Big Sky – Der weite Himmel. Western, USA 1952 16.45 (für HG) X:enius 17.10 Neben-, gegen-, miteinander: Deutsch-französische Geschichten 17.40 (für HG) Metropolen des Balkans 18.35 (für HG) Mit dem Zug ... 19.20 Arte Journal 19.40 (für HG) Re: Filmreihe: Filmfestspiele Cannes 2019 20.15 Personal Shopper. Drama, F2016 21.55 Hollywood, das erträumte Leben der LanaTurner. Dokumentarfilm, F 2018 23.25 Diamond Island. Drama, F/ KPU/D/KAT/THAI 2016 1.05 Arte Journal 3Sat 12.00 (für HG) Schleuser,Schurken und der Papst 12.30 Schweizweit 13.00 (für HG) ZIB 13.15 (für HG) Land im Gezeitenstrom 14.45 (für HG) Land im Gezeitenstrom 15.45 (für HG) Land im Gezeitenstrom 16.45 (für HG) Land im Gezeitenstrom 17.45 (für HG) mareTV 18.30 nano 19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Lost in Brexit 21.00 Wut auf Brüssel –Polen, Ungarn und die EU 22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 (für HG) Männer. TV-Komödie, D1985 0.00 My home is my ISS 0.30 10vor10 1.00 ECO Phoenix 14.45 phoenix plus 15.15 phoenix plus. Instrumente der Macht –Der politische Streit 15.45 phoenix plus. Sehnsucht nach Europa – Georgien 17.30 phoenix der tag 18.00 Aktuelle Reportage 18.10 Rede Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Tagdes Grundgesetzes 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Das Europa-Drama 21.45 (für HG) heute-journal 22.15 die diskussion. Europawahl 2019 – der große Härtetest für die EU? 23.00 phoenix der tag 0.00 die diskussion. Europawahl 2019 – der große Härtetest für die EU? Kika 11.00 (für HG) logo! 11.10 Bobby &Bill 11.35 Die Piraten von nebenan 12.00 Der kleine Nick 14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O 15.45 Sherlock Yack 16.20 Zoom 16.45 Ein Fall für TKKG 17.35 Kein Keks für Kobolde 18.00 (für HG)Wir Kinder aus dem Möwenweg 18.10 (für HG) Der kleine Drache Kokosnuss 18.35 Beccas Bande 18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Lassie 19.25 (für HG) Die beste Klasse Deutschlands 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live 20.10 (für HG) Schnitzeljagd durch Frankreich 20.35 Die Mädchen-WG Dmax 10.15 Outback Truckers 11.15 Combat Dealers 12.15 Das härteste Pfandhaus Detroits 13.15 Yukon Men –Überleben in Alaska 14.15 Das Survival-Duo 15.15 Coast Guard Alaska –Rettung aus der Luft 16.15 Highway Cops 17.15 Fast 'N' Loud 19.15 A8 –Abenteuer Autobahn 20.15 Auction Hunters 21.15 Das härteste Pfandhaus Detroits 22.15 Vintage Tech Hunters –Technik mit Kultfaktor! 22.45 Slobby's World –Verrückte Retro-Welt 23.15 Shark Tank 0.15 Die Baumhaus-Profis 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten 9.15 Menschen hautnah 10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 betrifft 11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00 Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15 Markt 20.00 Tagesschau 20.15 FAKT.Moderation: Felix Seibert- Daiker 20.45 Panorama 3 21.17 Zetsche geht– Wohin steuertDaimler? 22.00 Daimler-Boss dankt ab 22.30 Markt 23.15 Tagesthemen 23.45 Kontrovers 0.30 defacto. Moderation: Moderation: RobertHübner 1.15 Nachtmagazin 1.35 extra 3Spezial 2.05 Schätze der Welt 2.20 Thüringen Journal 2.50 Extra 3.02 SWRLandesschau Baden-Württemberg 3.45 Die Tagesschau vor 20 Jahren ONE 12.35 Sturmder Liebe 13.25 Um Himmels Willen 14.15 DieSache mitder Wahrheit. TV-Drama, D 2014 15.45 In aller Freundschaft –Die Krankenschwestern.Drei Freunde 16.35 Bezaubernde Jeannie. EinKönigreich für Tony 16.55 Bezaubernde Jeannie. DieSchönheitscreme 17.20 Lindenstraße.Ein Mann 17.50 DerDicke. Gefährliche Suche 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe 20.15 AgathaChristies Poirot. Dievergessliche Mörderin. TV-Kriminalfilm, GB 2008 21.45 Miss Fishers mysteriöse Mordfälle 22.40 Henri 4. Biografie, D/F/A/E2010 1.05 Agatha Christies Poirot. Dievergessliche Mörderin. TV-Kriminalfilm, GB 2008 2.40 Henri4.Biografie,D/F/A/E 2010 ZDF NEO 7.55 Topfgeldjäger 8.50 Lafer! Lichter! Lecker! 9.35 Bares fürRares 10.25 Bares für Rares 11.20 Viel zu bieten 12.00 Die Rettungsflieger. Trennung tut weh 13.30 Monk. Mr.Monk landetim Gefängnis 14.55 Heldt. Die Abrechnung 15.35 Die Rettungsflieger.Trennung tutweh 17.05 Monk. Mr. Monk landet im Gefängnis 18.30 Baresfür Rares 19.20 Bares fürRares 20.15 (für HG) Wilsberg. Mundtot. TV-Kriminalfilm, D2014.Mit Leonard Lansink,Oliver Korittke, Rita Russek 21.45 Undercover 23.35 Nachtfalken. Actionfilm, USA 1981 1.05 (für HG) Wilsberg. Mundtot.TV-Kriminalfilm,D 2014 2.35 Neu im Kino 2.40 TerraX3.25 TerraX 4.10 TerraX4.55 TerraX ZDF INFO 6.15 Damals nach dem Krieg 8.30 Schätze der Geschichte 13.00 LeschsKosmos 15.30 (fürHG) Mein erstes Mal. Erstwähler treffen aufSpitzenkan didaten 18.00 (fürHG) WirNachkriegskinder 19.30 Skandal! Große Affären in Deutschland. Der Fall desChristian Wulff 20.15 ZDF-History. Wahr oder falsch?Die großen Mythen derBundesrepublik 21.00 Skandal!Große AffäreninDeutschland. DieFlick-Millionen(1982) 22.30 Momente der Geschichte.Wirtschaftswunder undKalterKrieg 0.00 ZDF-History 0.45 (für HG) heute-journal 1.15 (für HG) DerDino-Planet 3.30 Diesterbenden Inseln 4.15 DiePlastik-Invasion –Coca-Cola undder vermülltePlanet. Dokumentarfilm,F2018 Radio KLASSIK 18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Opernführer Belcanto alla tedesca –italienische Opern von deutschen Komponisten. Mit Matthias Käther,ca. 56 Minuten 20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz) Konzert Internationale Hugo-Wolf-Akademie. Lieder von Clara Schumann, HugoWolf, Francis Poulenc, Claude Debussy und Erik Satie. Mit Sophie Karthäuser (Sopran), Eugene Asti (Klavier), ca. 87 Minuten 21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Musik der Gegenwart Der KomponistYork Höller.Mit Margarete Zander,ca. 56 Minuten 22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Spielweisen Auswärtsspiel –Konzerte aus Europa.Mit Philipp Quiring, ca. 45 Minuten 0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz) Neue Musik Tenney: „Clang” für Orchester; „Diapason” für Orchester; Sciarrino: „Allegoria della note” für Orchester (BBC Scottish Symphony Orchestra, Leitung: Ilan Volkov), ca. 55 Minuten HÖRSPIEL 14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (3/34). Es liest Iris Berben, ca.30Minuten 20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Lesezeit Anke Stelling liest aus ihrem neuen Roman „Schäfchen im Trockenen” (2/2), ca. 30 Minuten 21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz) „Eugénie Grandet” Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Honoré de Balzac. Mit Erika Skrotzki, Laurenz Laufenberg,ca. 60 Min. MAGAZIN 19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Kulturtermin Anspruch auf Weltgeltung.Die preußische Ostasienexpedition 1859 –1862. VonAlisa Warnecke, Jürgen Buch, ca. 26 Min. 22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Feature Fake-Fabriken. Der Profit mit Falschmeldungen. Mit Jens Harzer,Tilo Werner,Maria Scholz,Stephan Schad, Thor W. Müller,Katja Danowski, Jonas Minthe, ca. 56 Minuten JAZZ /BLUES 19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) The Voice Salvador Sobral. Mit Susanne Papawassiliu, ca. 30 Minuten 21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Querköpfe Kabarett, Comedy &schräge Lieder. „Endlich erfolglos”. Der Slampoet und Autor Sebastian 23. VonAchim Hahn, ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 117 · M ittwoch, 22. Mai 2019 – S eite 28 * ························································································································································································································································································· Panorama LEUTE NACHRICHTEN Kami Rita kann’s nicht lassen. Wenn der Berg ruft, muss er dem Ruffolgen. Undder Berg ruft oft. Erst voreiner Wochehatte der 49-jährige Sherpa zum 23. Malden Gipfel des Mount Everest erklommen –Rekordhalter war er damit längst. Am Dienstag nun erreichte Rita als Führer einer Gruppe indischer Bergsteiger erneut die Spitzedes höchsten Berges der Welt. Seinem persönlichen Ziel, den Himalaya-Giganten 25 mal zu bezwingen, ist der Nepalese nun zum Greifen nah. Wassind schon 8848 Höhenmeter? EinKlacks! Jada Pinkett Smith hat es nicht leicht. JedeWoche muss die 47-Jährige Themen für ihreOnline-Talkrunde „Red Table Talk“ finden. Um mit diesem Format im Gespräch zu bleiben, bietet sich eine gelegentliche Beichte an. Also gestand die Frau vonWill Smith, sie habe vorihrer Beziehung mit dem Schauspieler exzessiv Pornos geguckt. Hui, Pornos! Sollte Sie diese Nachricht allein noch nicht in Ekstase versetzen, garniertJada Pinkett Smith ihr Bekenntnis noch mit einer Lehreaus ihrer Pornosucht: „Dudenkst, du würdest eine Leerein dir füllen. Doch das stimmt nicht.“ Es kommentiertLoriot: „Ach was!“ Reese Witherspoon hat als Schauspielerin alles erreicht. 2006 krönte sie ihretolle Karrieremit dem Oscar für die Darstellung der June Carter Cash in„Walk the Line“. Dennoch, so erzählte die 43-Jährige jetzt in der Talkshowvon Ellen DeGeneres,ihre Mutter hatte sich für die Tochter eine andereLaufbahn gewünscht: Reese sollte Schönheitschirurgin werden. Doch nichts mit Fettabsaugung und Nasenkorrektur,Witherspoon brach ihr Studium ab,umFilme zu drehen.„Meine Mutter war bestimmt zehn Jahrelang sauer auf mich“, so die Schauspielerin. „Aber dann kaufte ich ihr ein Haus und sie kam drüber weg.“ Geschickt eingefädelt! (avo./mit dpa) Manchmal ist es ganz gut, nicht auf Mutti zu hören. INVISION/DPA/JORDAN STRAUSS TIERE Bei Storchens ist nie wirklich Feierabend. DPA/KLAUS-DIETMAR GABBERT Da bringen sie zur Abwechslung mal keinen Nachwuchs,sondernkümmernsich um den eigenen, die beiden Weißstörche in Schönebeck in Sachsen-Anhalt –der eine bewacht die Brut, der anderehat Material zum Nestbau im Schnabel, die Arbeitsteilung ist also fair.Gegessen wirdimHorst, was auf den Tisch kommt: Würmer,Mäuse,Lurche, Ratten, Fische,Eidechsen und Schlangen. Ab und an wirdauch ein wenig Aas nicht verschmäht. Der Weißstorch kann bis zu 35 Jahrealt werden und bleibt in der Regel sowohl seinem Partner als auch seinem Horst treu, dessen Bauein Leben lang fortgesetzt wird. Es gibt immer was zu tun. (mpw.) Geschwungene Flügelarchitektur,rote Teppiche und dezent ratternde Original-Anzeigetafeln: Das 2001 stillgelegte Terminal ist nun ein Luxushotel. Die Zeitmaschine Das TWA-Terminal in New York erinnert an eine längst vergangene Ära. Jetzt hat es als Hotel wiedereröffnet VonSebastian Moll, New York Eine interkontinentale Flugreise ruft heute bei Passagieren nur noch selten ungetrübte Vorfreude hervor. Im Zeitalter der aufdringlichen Sicherheitskontrollen, des Massenund Discountflugbetriebs und eines heillos überfüllten Luftraums hofft man bestenfalls, dass die Erfahrung nicht allzu unangenehm wird. Eine Zeit, in der Flugreisen der Inbegriff vonAbenteuer und Luxus waren, kann man sich angesichts dieser Zustände kaum mehr vorstellen. Die Ära, inder das mühelose Überwinden von Ozeanen noch als Wunder galt und man sich schick machte, umnach dem Abheben in der Kabine feierlich einen Martini zu trinken, liegt mittlerweile fast zwei Generationen zurück. Und soschien es nur allzu treffend, dass das Terminal am NewYorker John F. Kennedy-Flughafen, welches wie kein anderes die Euphorie jener Zeit symbolisierte, seit beinahe 20 Jahren brach lag. Der schwungvolle Baudes finnischen Stararchitekten Eero Saarinen war zu einer vergessenen Kuriosität verkommen. Passagiere des Skytrains, der die Terminals verbindet, fragten sich beim flüchtigen Blick aus dem Fenster bestenfalls,was es denn mit diesem seltsamen Gebilde auf sich habe, das da vordem JetBlueTerminal vorsich hin gammelte. Zigaretten und Whiskey Seit vergangener Woche nun kann man sich auf eine Zeitreise in die Mad-Men-Epoche begeben und in die Stimmung jener Tage eintauchen, in der technischer Fortschritt noch dasVersprechen einer Zukunft unbegrenzter Möglichkeiten war und das moderne Leben als schöne neue Welt der Annehmlichkeiten und des Fortschritts erschien. Das Terminal der längst niedergegangenen Airline TWA, 1962 vonSaarinen erbaut, ist als Hotel wieder auferstanden. Alles an NewYorks nunmehr spektakulärstem Hotel, wie der umgewandelte Bau von der Kritik gepriesen wird, erinnertandie Zeit, in der man beim Fliegen noch kein schlechtes Gewissen wegen des CO 2 -Ausstoßes hatte,und als Zigaretten undWhiskey noch zu einem gelungenen Nachmittag gehörten. Die durchgehend geschwungenen Linien des Baus,der fast wie ein Zwilling der Berliner Kongresshalle „Schwangere Auster“ anmutet, die Interieurs mit Einrichtungsgegenständen vonMies vander Rohe und der legendären Design-Firma Knoll Eine Lockheed Super Constellation dient jetzt als Cocktailbar. In der Lobbykann man jetzt als Hotelgast einchecken. Das Hotel verfügt über 512 Zimmer –natürlich mit Schallisolierung. GETTY IMAGES/KEVIN HAGEN AP/MARK LENNIHAN DPA/DAVID MITCHELL sowie die Original TWA-Outfits des Personals versetzen einen direkt zurück in die 1960er-Jahre. Wem das nicht genügt, der kann sich im Innenhof des Hotels in eine wiederhergerichtete Super Constellation setzen oder eines der Telefone mit Wählscheibe benutzen. Rund um das denkmalgeschützte Terminal, das 2002 durch die Gaunerkomödie „Catch Me If YouCan“ mit Leonardo DiCaprio zu neuer, weltweiter Berühmtheit gelangte,sind in den vergangenen Jahren zwei Hoteltürme mit insgesamt 512 Zimmernund einem Konferenzzentrum entstanden. Das Terminal selbst wurde zur Lobby, mit mehr als einem Dutzend Restaurants und Bars unter anderem im früheren Check-in-Bereich. Gäste zahlen knapp 300 Dollar (etwa 270 Euro) proNacht. Eines lässt sich schon jetzt sagen: Die 275 Millionen Dollar teure Restaurierung des ikonischen Terminals durch die Bauentwicklungsfirma MCR trifft den Zeitgeist der Stadt. Viele NewYorker sind der austauschbaren Glas-Architektur und der allgegenwärtigen Luxus-Wohnbauten und Shopping-Malls überdrüssig. Das TWA-Hotel hat eine Nostalgie für die Ära vor der Zeit hervorgerufen, in der es zur wichtigsten Anforderung an einen Bau wurde, transparent zu sein. Und soerfreuen sich in der Stadt auch andereZeugen jener Epoche einer neuen Beliebtheit. Man lobt wieder die Kühnheit des Lincoln Centers, das zu seiner Eröffnung als brutalistisch verteufelt wurde. Der auch als „Lollipop-Gebäude“ bekannte Bau von Edward Durell Stone an der Upper West Side von Manhattan hat als Designmuseum ein neues Leben erhalten, und der Marcel-Breuer-Bau, in dem sich das Metropolitan Museum 2017 mit einem Ableger eingerichtet hat, lockt Rekordzahlen an Besuchernan. Architektonische Wende AFP/TIMOTHY A. CLARY Das Saarinen-Terminal verkörpert, wie auch das extravagante Guggenheim-Museum von Frank Lloyd Wright, eine Wende, welche die moderne Architektur in den USA hätte nehmen können, wenn sich nicht die Strenge der Glaskästen durchgesetzt hätte. Mit dem verspielten TWA-Terminal probierte Saarinen die endlosen Möglichkeiten aus,die derStahlbeton jenseits der harten geometrischen Formen bot. Leider stellte sich das Denkmal für den Fortschritt rasch als wenig funktional heraus.Schon beiseinerEröffnung 1962 schrieb die New York Times, der Bau könne nicht den Anforderungen des modernen Flugverkehrs gerecht werden. Doch jetzt, als Hotel, dient er als Erinnerungsstück an ein unschuldigeres, besseres Amerika. „Im Jahr 1962“, so Bauherr und Hotelier Tyler Morse,„schien in Amerika alles möglich.“ Damals war der Wohlstand in den USA auf einem Höhepunkt, der breiten Mehrheit der Gesellschaft ging es so gut wie nie.Das internationale Ansehen das Landes war vonimperialistischen Abenteuern wie Vietnam noch unbelastet, die Aura des Weltenretters aus dem Zweiten Weltkrieg wirkte noch nach. Und der junge Präsident John F. Kennedy versprach, aus den USA eine bessere, gerechtere Gesellschaft zu machen als je zuvor. Heute sind die Dinge in Amerika weitaus komplizierter geworden. Doch seit vergangener Woche kann man mit der U-Bahn vonManhattan aus einen Kurzausflug in diese schönere, bessereZeit unternehmen. Sebastian Moll fliegt oft vomJFK ab und kennt das alte Terminal gut. Tief „Axel“ geht die Puste aus und zieht nach Polen DasWetter beruhigt sich nach den heftigen Regenfällen vorallem im Süden und der Mitte Deutschlands in den kommenden Tagen etwas.„Das Ärgste ist vorbei“, sagte ein Meteorologe des DeutschenWetterdienstes (DWD) am Dienstag in Offenbach: Tief„Axel“ ziehe vonMittwoch an über Polen nach Osten ab.Das Tiefdruckgebiet hatte mit seinen kräftigen Regenfällen in der Nacht zum Dienstag vielerorts Straßen überschwemmt, Keller geflutet und Bäume umgeknickt. Im bayerischen Jachenau bei BadTölz fielen von Montagmorgen bis Dienstagmorgen 135 Liter Regen proQuadratmeter,in Balderschwang im Oberallgäu waren es 112 Liter. (dpa) Petition fordertAusschluss Islands vom ESC Nach der politisch motivierten Aktion der isländischen Gruppe Hatari beim Eurovision Song Contest (ESC) in TelAviv fordernTausende im Netz den Ausschluss Islands vondem Wettbewerb 2020. Dieantikapitalistische Performance-Gruppe hatte bei der Punktevergabe Palästinenserfahnen in die Kameragehalten. Eine entsprechende Petition auf derWebsite Change.orghatten bis zum Dienstagnachmittag schon Zehntausende unterzeichnet. DieEuropäische Rundfunkunion alsVeranstalterin (EBU) prüft nach eigenen Angaben Schritte gegen Island. DieEBU hat immer wieder betont, dass der Gesangswettbewerb unpolitisch sein solle. (dpa) Restaurantkette von Jamie Oliver ist insolvent Dem Koch-Performer Jamie Oliver fehlt das Geschäftsglück. DPA/AXEL HEIMKEN DieRestaurantkette des britischen Starkochs Jamie Oliver,Jamie’s Italian, hat in Großbritannien Insolvenz angemeldet. Dasteilte das Unternehmen am Dienstag mit. „Ich bin sehr betrübt über diese Entwicklung und würde gerne allen Mitarbeiternund unseren Zulieferern danken, die mit Herz und Seele im vergangenen Jahrzehnt in diesem Unternehmen gearbeitet haben“, sagte Oliver der Mitteilung zufolge. Rund 1300 Beschäftigte müssen der BBC zufolge nun um ihreArbeitsplätzefürchten. (dpa) Sorge um letztes männliches Sumatra-Nashorn Malaysia bangt um sein letztes männliches Sumatra-Nashorn. Das mehr als 30 Jahrealte Tier namens Tam, das in einem Reservatauf der Insel Borneo zu Hause ist, habe praktisch keine Überlebenschance mehr, sagte derVorsitzende der Tierschutzorganisation Borneo Rhino Alliance, John Payne,amDienstag.„Wir glauben nicht, dass es noch lange am Leben sein wird. Dasist eher eine Sache vonTagen als vonWochen.“ Sumatra- Nashörner –die trotz des Namens nicht nur auf der Insel Sumatraleben –sind vomAussterben bedroht. Geschätzt wird, dass es auf Sumatraund Borneo nurnochweniger als hundert Exemplaredavon gibt. (dpa)

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