Berliner Zeitung 23.05.2019

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Familienstreit vor Gericht: Die Deutungshoheit über Helmut Kohl – Politik Seite 5

Heute

mit

Kulturkalender

8°/20°

Hin und wieder Sonne

Wetter Seite 2

Bilanz: Lastenräder sind

eine Alternative

Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

Kabinett: Experten nun in

Österreichs Regierung

Politik Seite 5

Donnerstag,23. Mai 2019 Nr.118 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Neuland: Der Ärger der

CDU mit YouTuber Rezo

Politik Seite 4

Weiter,

immer

weiter

VonAnne Vorbringer

HeidiKlum ist wie eine schlechte

Angewohnheit: Man wird sie

einfach nicht los.Wie oft haben sich

Menschen schon an der ewigen Model-Mama

abgearbeitet: Roger Willemsen

wollte „sechs Sorten Scheiße

aus ihr rausprügeln“, Karl Lagerfeld

gab an, sie nicht zu kennen –und

sprach für seine Muse Claudia Schiffer

gleich mit: „Claudia kennt die

auch nicht.“

Die letzte, die

sich von derlei

Klum-Bashing

beirren ließe, ist

Klum selbst. Sie

macht einfach

weiter, auch mit

Heidi Klum,

Model, Moderatorin,

Selbstvermarkterin

Klum

ihrer umstrittenen

Show „Germany’snext

Topmodel“.

Die Kritik

am dort

transportierten Frauenbild reißt

auch bei der aktuell bereits 14. Staffel

nicht ab,imGegenteil, sie ist mittlerweile

fester Bestandteil des alljährlichen

GNTM-Rituals. Genauso wie

die Lästereien und Zickereien, die

mit jeder neuen Kandidatinnenriege

einhergehen und die man auf Twitter

und anderen Kanälen so herrlich

kommentieren kann. Und genauso

wie das gestrenge Gouvernantentum

der 45-jährigen Showvorsteherin,

ohne die die Sendung gar nicht

denkbar wäre. Wersonst wärederart

abgebrüht, dass er heranwachsenden

Frauen mit großen Träumen

Sätze wie diese ins Gesicht schleudern

könnte: „Hübsches Gesicht,

lange Beine –das reicht nicht.“

Am heutigen Donnerstag steigt in

Düsseldorf wieder das große GNTM-

Finale. Tags zuvor stellte Klum klar,

dass sie die Show noch sechs weitere

Jahrepräsentieren wird. Manmag das

als Drohung empfinden, andererseits

ist es nur folgerichtig. EinBlick auf die

Zahlen zeigt, „Germany’s next Topmodel“

ist eines der wenigen Erfolgsformate,das

ProSieben noch im Programm

hat. Dieaktuelle Staffel ist die

quotenstärkste seit sieben Jahren.

Für Klum wiederum ist die Show

die ideale Marketing-Plattform.

Schon immer war die hemmungslose

Selbstvermarktung ihr größtesTalent.

Unter demVorwand, neue Models zu

suchen, kann sie ihre eigene Unterwäsche-Linie

promoten, ihre Lidl-

Kollektion bewerben –oder, wie im

aktuellen Fall, die Band ihres Verlobten

TomKaulitz unterbringen. Und,

ach ja, natürlich wird auch eine

junge Frau „Germany’snext Topmodel“.

Aber das ist Nebensache.

Zitterverlängerung

Jetzt gilt’s: Der 1. FC Union spielt an diesem Donnerstag in Stuttgart um den

Aufstieg in die Bundesliga. Es ist das erste Spiel der Relegation. Seite 20

Alter schützt nicht vor Kündigung

Mit über 80 Jahren raus aus der Wohnung? Bundesgerichtshof urteilt in einem Berliner Eigenbedarfs-Fall

VonUlrich Paul

Eine über 80-jährige demenzkranke

Berliner Mieterin

darf vorerst in ihrer

Wohnung bleiben –obihr

Vermieter mit einer Eigenbedarfskündigung

erfolgreich ist, entscheidet

sich erst nach einer Untersuchung

der gesundheitlichen Folgen

eines Wohnungsverlusts. Das ist das

Ergebnis eines Urteils des Bundesgerichtshofs

(BGH) vom Mittwoch

über zwei Streitfälle zu Eigenbedarfskündigungen.

In beiden Fällen hob der BGH die

zuvor gefällten Urteile auf und verwies

sie zur weiteren Klärung zurück

–inBerlin muss sich das Landgericht

nun erneut mit dem Streit befassen.

Das Landgericht hatte zuvor entschieden,

dass die Kündigung zwar

wirksam sei. Aber die Mieterin dürfe

in ihrerWohnung bleiben. DasLandgericht

ging davon aus, dass ein

Härtefall vorliege, und verlangte,

dass das Mietverhältnis auf unbestimmte

Zeit fortgesetzt werde. Es

seien das hohe Alter der Mieterin

und ihre Demenzerkrankung zu berücksichtigen.

Außerdem seien die

Verwurzelung der Frau in ihrer

Wohngegend sowie die Schwierigkeiten

bei der Beschaffung von bezahlbarem

Ersatzwohnraum in Berlin

zu bedenken. DerBGH entschied

jedoch, dass Mieter nur aufgrund eines

hohen Alters oder einer langen

Mietdauer nicht vor einer Eigenbedarfskündigung

durch den Vermieter

geschützt seien. Es komme vielmehr

im Einzelfall darauf an, welche

Folgen ein erzwungener Wohnungswechsel

für die Mieter habe. Mache

ein Mieter per Attest geltend, dass

ihm durch einen erzwungenen Umzug

schwerwiegende Gesundheitsgefahren

drohen, müssten die Gerichte

künftig immer ein Sachverständigengutachten

einholen. Auf

diese Weise sei zu klären, an welchen

Erkrankungen der Mieter konkret

leide und wie sich ein Umzug darauf

auswirken würde.

Die Berliner Mieterin lebt seit

1974 in ihrer etwa 73 Quadratmeter

großen Dreizimmerwohnung, die

sie mit ihren zwei über 50 Jahrealten

Söhnen bewohnt. 2015 erwarb der

Vermieter die Wohnung und erklärte

kurz darauf die Kündigung. DerVermieter

lebt mit seiner Ehefrau und

seinen zwei Kindernselbst zur Miete

in einer 57 Quadratmeter großen

Zweizimmerwohnung. Langfristig

sei geplant, dieWohnung der 80-Jährigen

mit der benachbarten Wohnung

zu verbinden. Diese hat der

Vermieter ebenfalls erworben.

Der BGH entschied, das Landgericht

sei zu Recht davon ausgegangen,

dass die Kündigung desVermieters

wirksam sei. Das Gericht habe

aber fehlerhaft, weil schematisiert

entschieden und dem Vermieterinteresse

ein zu geringes Gewicht beigemessen.

DerDeutsche Mieterbund (DMB)

bezeichnete die Entscheidung als

„unbefriedigend“. Wenn Mieter sich

aufgrund ihres hohen Alters und

schlechten Gesundheitszustandes

gegen die Kündigung wehren, müsse

jetzt regelmäßig ein Sachverständigengutachten

eingeholt werden, so

DMB-Bundesdirektor Lukas Siebenkotten.

„Damit steigen die Chancen

fürVermieter,eine Eigenbedarfskündigung

durchzusetzen, deutlich.“

DerBundesverband deutscher Wohnungs-

und Immobilienunternehmen

GdW kommentierte das Urteil

mit dem Hinweis, dass im Einzelfall

immer zwischen Eigenbedarf und

und sozialer Härte abgewogen werden

müsse.„Weraber eine Wohnung

kauft und später einem Mieter wegen

Eigenbedarf kündigt, obwohl

bereits zum Kaufzeitpunkt der ältere

Mieter mit Demenzerkrankung dort

lebt, ist in aller Regel nicht schutzwürdig“,

so GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Der Berliner Mieterverein zeigt

sich wenig zufrieden. „Der BGH

drückt sich um eine Klarstellung, zulasten

Tausender Mieter“, erklärte

Geschäftsführer Reiner Wild. In dem

Berliner Fall hätten vier Härtegründe

bei der Mieterin vorgelegen: hohes

Alter, Demenzerkrankung, tiefe Verwurzelung

im Quartier und fehlender

Ersatzwohnraum. Was müsse

denn noch vorliegen, damit die Härtegründe,die

der Mieter geltend mache,

das Interesse des Vermieters

überwiegen, sagte Wild. Er rief die

Bundesregierung dazu auf, den Kündigungsschutz

zu verbessern.

Kommentar Seite8

OSTKREUZ/SEBASTIAN WELLS

Grundgesetz

wird

70 Jahre alt

Steinmeier fordert

intensivere Beschäftigung

Bundespräsident

Frank-Walter

Steinmeier hat sich zum 70-jährigen

Bestehen des Grundgesetzes

gewünscht, dass sich die Bürger intensiver

mit dem Grundgesetz beschäftigen.

„Die Deutschen wissen

zu wenig über ihr Grundgesetz“,

sagte er am Mittwoch in Berlin bei einer

Matinee zum Grundgesetz in

Schloss Bellevue. Diesen Befund

könne er der Bundesrepublik „im Jubiläumsjahr

leider nicht ersparen“.

Das Meinungsforschungsinstitut

Infratest dimap habe vor kurzem ermittelt,

was den Menschen zur Verfassung

in den Sinn komme: „27 Prozent

nannten Artikel 1, die Menschenwürde,

oder allgemein die

Grundrechte.Abgestuft folgten dann

Gleichberechtigung, Meinungs- und

Pressefreiheit, Rechtsstaat bis hin

zur Religionsfreiheit mit vier Prozent

Nennungen. Darf uns das genügen?“

Breite Zustimmung

Gleichzeitig hätten 30 Prozent der Befragten

die Verfassung als „sehr gut“

und 58 Prozent als „eher gut“ bewertet.„Fazit:

Dieallermeisten befürworten

das Grundgesetz, auch wenn sie

es nicht genau kennen“, sagte Steinmeier

laut vorabverteiltem Redetext.

Auf diesem Ergebnis dürfe man sich

nicht ausruhen, denn es spiegele das

Stimmungsbild in Zeiten einer stabilen

wirtschaftlichen Lage, positiver

Arbeitsmarktdaten, frei von akuten

innenpolitischen Krisen. Steinmeier

sagte, esliege ihm fern, eine Bewährungsprobe

des Grundgesetzes herbeizureden.

Aber: „Eine Verfassung

muss sich gerade dann behaupten,

wenn es hartauf hartkommt. Hätten

wir in einer solchen Phase genügend

Verfassungspatrioten? Ich meine Ja,

aber wir müssen uns immer wieder

neu dafür starkmachen.“ (dpa)

ReportSeiten 2und 3

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2 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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§Report

und es wirdgefeiertwie noch nie.

Landauf, landab gibt es Veranstaltungen,

Ausstellungen, Dis-

Christa Wolf und die Präambel

Das Grundgesetz ist 70 Jahre alt –

kussionen. Den Höhepunkt bietet Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier, der sich

immer mehr zu einem Bürgerpräsidenten

entwickelt, wie es keiner vor ihm war. Erhat

für diesen Donnerstag 200 Bürger und einige

führende Politiker zu Kaffee, Kuchen und

Gesprächen darüber eingeladen, was unsere

Gesellschaft heute zusammenhält. Das ist

ein wirklich anderer Umgang mit einem

staatlichen Jubiläum als die sonst üblichen

Festveranstaltungen mit feierlichen Reden.

Warum aber wird diesem ja gar nicht so

besonders runden Jahrestag 2019 so viel

mehr Bedeutung zugemessen als bei früheren

Gelegenheiten? Es mag das Bedürfnis

nach unbestrittenen Gewissheiten in diesen

so ungewissen, von tiefschürfenden Veränderungen,

Zweifeln und Verunsicherungen

geprägten Zeiten die Ursache sein. Das

Grundgesetz gilt als stabile Grundlage unserer

Bundesrepublik, die auch von Radikalen

links und rechts nicht in Frage gestellt wird.

Von solchem Einverständnis gibt es nicht

mehr gar so viel.

Eines allerdings fällt auf. DasGrundgesetz

ist 70 Jahre alt, eine stolze Zahl. Aber für die

Deutschen aus der DDR gilt es erst seit

knapp 29 Jahren. Die ersten 40 Jahre lebten

sie mit einer anderenVerfassung, die anfangs

gar nicht so SED-konformformuliertwar wie

ihreletzteVersion von1974. Unddie sie dann

im Jahr 1989 eigenhändig praktisch außer

Kraft setzten.

Wo bleiben sie in all diesen Lobgesängen

auf das Bonner Grundgesetz, das 1949 allein

für die westdeutschen Länder formuliert

und beschlossen wurde? Das Desinteresse

an den Erfahrungen der Ostdeutschen, ihren

Wünschen und Ansprüchen an eine neue

Verfassung des vereinigten Deutschlands im

Einigungsprozess 1989/1990 ist eines der

vielen Beispiele für die Arroganz der westdeutschen

Gesellschaft jener Jahre. Diese

wird erst heute, aus der Distanz, besser erkannt

und als Fehler anerkannt. Weil vieles

von dem Missmut, der Enttäuschung und

der Missachtung, die heute das Verhältnis

nicht weniger Ostdeutscher zur bundesdeutschen

Mehrheitsgesellschaft prägen, im Umgang

jener Jahreseine Wurzeln hat.

Es gab in den revolutionären Wochen der

DDR nach der Öffnung der Mauer am 9.

November 1989 eine nicht unbedeutende

Bewegung, die sich unter der Losung „Für

unser Land“ gegen eine überstürzte Vereinigung

der beiden deutschen Staaten

wandte. Die Schriftstellerin Christa Wolf

gehörte zu den Initiatoren des Aufrufs vom

26. November.

Man staunt heute, wer dann alles zu den

Unterzeichnern zählte. Zum Beispiel Lothar

de Maizière, der wenige Monate später als

letzter Ministerpräsident der DDR das Ende

des zweiten deutschen Staates mit dem Beitritt

zur Bundesrepublik besiegelte. Am 7.

Dezember aber konstituierte sich erst einmal

der Zentrale Runde Tisch der DDR und

beschloss in seiner ersten Sitzung, eine neue

Verfassung für die DDR zu erarbeiten. Eine

Arbeitsgruppe erledigte die komplexe Aufgabe

überraschend schnell, und auch hier

leistete Christa Wolf Hilfestellung. Aus ihrer

Feder stammt die Präambel zu dieser Verfassung,

die nie in Kraft getreten ist:

„Ausgehend von den humanistischen

Traditionen, zu welchen die besten Frauen

und Männer aller Schichten unseres Volkes

beigetragen haben, eingedenk der Verantwortung

aller Deutschen für ihreGeschichte

und deren Folgen, gewillt, als friedliche,

gleichberechtigte Partner in der Gemeinschaft

derVölker zu leben, am Einigungsprozess

Europas beteiligt, in dessenVerlauf auch

das deutsche Volk seine staatliche Einheit

schaffen wird, überzeugt, dass die Möglichkeit

zu selbstbestimmtem verantwortlichen

Handeln höchste Freiheit ist, gründend auf

der revolutionären Erneuerung, entschlossen,

ein demokratisches und solidarisches

Gemeinwesen zu entwickeln, dasWürde und

Freiheit des einzelnen sichert, gleiches Recht

für alle gewährleistet, die Gleichstellung der

Geschlechter verbürgt und unsere natürliche

Umwelt schützt, geben sich die Bürgerinnen

und Bürger der Deutschen Demokratischen

Republik diese Verfassung.“

EinSatz mit 115Wörternvon größter Klarheit,

der aber nie eine politische, gestalterische

Kraft entfalten konnte, weil er, kaum

formuliert, in einer Schublade der deutschen

Einigungsgeschichte verschwand.

Denn die hatte inzwischen eine Geschwindigkeit

aufgenommen, die von den

Regierenden in Bonn kaum, von jenen in

Ost-Berlin noch weniger und von den Menschen

in der DDR überhaupt nicht mehr beherrscht

werden konnte.Allerdings waren es

dann doch vorallem diese Menschen, die die

Richtung bestimmten. Das Schlüsseldatum

war die Volkskammerwahl vom März 1990

mit dem überwältigenden Erfolg des vonder

CDU geführten Bündnisses, der nur eine

Botschaft hatte:Vereinigung mit der Bundesrepublik

so schnell wie möglich. Die neue

Volkskammer nahm sich nicht einmal die

Zeit, über den Verfassungsentwurf des RundenTisches

zu beraten.

Derbeste Weg

Stattdessen begann die Debatte über den

besten Wegzur Vereinigung. Das Grundgesetz

bot zwei Möglichkeiten: Artikel 23 zählte

die westdeutschen Länder auf, in denen das

Grundgesetz galt, und endete mit dem lapidaren

Satz: „Inanderen Teilen Deutschlands

ist es nach deren Beitritt in Kraft zu setzen.“

Artikel 146, der letzte, lautete: „Dieses

Grundgesetz verliertseine Gültigkeit an dem

Tage, andem eine Verfassung in Kraft tritt,

die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung

beschlossen worden ist.“

Dieser Artikel hätte nun einen breiten

Diskussionsprozess über eine neue Verfassung

des vereinigten Deutschlands eröffnen

können, der zu einer im Grundgesetz bis

Das Buch der

Deutschen?

dato gar nicht vorgesehenen Form der direkten

Demokratie geführthätte: zu einerVolksabstimmung.

Doch so revolutionär die Dinge sich in der

DDR auch entwickelt hatten, diese Art der

Revolution für die ganze Bundesrepublik

kam nun nicht in Frage, sie hatte zu viele

Gegner. Da waren die Ostdeutschen, die

keine Lust auf langwierigeVerzögerungen ihres

so herbeigesehnten neuen Status als

Bundesbürger hatten. Da waren die Westdeutschen,

die gar nicht einsehen mochten,

weshalb an die Stelle ihres doch so bewährten

Grundgesetzes etwas anderes treten

sollte.Dawaren die Staatsrechtler,die warnten,

eine neue Verfassung könne doch nur

marginale Änderungen gegenüber dem

Grundgesetz aufweisen, und das sei zu wenig

für eine Volksabstimmung.

Also entschied man sich für den praktischen

Artikel 23 und entzog sich dem Auftrag

des Artikel 146 durch einen einfachen Relativsatz:

„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung

der Einheit und Freiheit Deutschlands

für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert

seine Gültigkeit an dem Tage, andem

eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem

Das Grundgesetz ist 70 Jahre alt.

Für die Ostdeutschen jedoch gilt es

erst seit knapp 29 Jahren.

Ihre Wünsche und Ansprüche

wurden weitgehend ignoriert, als

nach 1989 über den Wegzueiner

neuen Verfassung für das

vereinigte Land debattiert wurde.

Taugt das damals nur leicht

modifizierte Grundgesetz dennoch

für uns alle?

VonHolger Schmale

deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen

worden ist“, so lautet dieser Artikel

nun seit dem 29. September 1990, als der

Bundestag den Beitrittsvertrag mit der DDR

beschlossen hat.

Das offiziell „Vertrag zwischen der Bundesrepublik

Deutschland und der Deutschen

Demokratischen Republik über die

Herstellung der Einheit Deutschlands“ genannte

Abkommen ersetzte dieVerfassungsdebatte

und begegnete den Kritikern dieses

Verfahrens mit einem Versprechen auf die

Zukunft: In Artikel 5wurde Bundestag und

Bundesrat empfohlen, sich innerhalb von

zwei Jahren„mit den im Zusammenhang mit

der deutschen Einigung aufgeworfenen Fragen

zur Änderung oder Ergänzung des

Grundgesetzes zu befassen“. Ausdrücklich

aufgeführtist die „Frage der Anwendung des

Artikels 146 des Grundgesetzes und in deren

Rahmen einer Volksabstimmung“.

Der Einigungsvertrag wurde offiziell auf

Augenhöhe zwischen den Regierungen in

Bonn und in Ost-Berlin ausgehandelt, doch

schon die Auswahl der Verhandlungsführer

zeigte die wahren Verhältnisse. Für die Bundesrepublik

verhandelte der Innenminister

Wolfgang Schäuble, einer der gewieftesten

Bonner Politiker und Vertrauter vonBundeskanzler

Helmut Kohl, mit der ganzen Erfahrung

und Kompetenz der westdeutschen Ministerialbürokratie

im Rücken. Für die DDR

beauftragte de Maizière seinen Staatssekretär,

den gelernten Bauingenieur Günther

Krause, zuvor Kreisvorsitzender der Ost-

CDU in BadDoberan. Als westdeutscher Berater

fungierte unter anderem Thomas de

Maizière, ein Cousin des Ministerpräsidenten.

Nach der Vereinigung und der gewonnen

ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl

entledigte Kohl sich bald seiner ostdeutschen

Partner.Lothar de Maizièreließ er

mit der Keule unbewiesener Stasi-Verdächtigungen

in die politische Resignation treiben,

Krause musste als Bundesverkehrsminister

wegen privater Unregelmäßigkeiten zurücktreten

und wurde später unter anderem wegen

Betruges verurteilt.

Helmut Kohl und die Seinen sahen sich

nach dem Kantersieg über die SPD mit dem

Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine im Dezember

1990 am Ziel ihrer Träume. Der

CDU-Vorsitzende sonnte sich in seinem Erfolg

als erster Bundeskanzler des vereinigten

Deutschlands, endlich souverän und über

Nacht zum größten Land der EU geworden.

Es begannen nun die bleiernen Jahre der

Kohl-Ära. In diesem Klima startete auch die

zweite Phase der Verfassungsdebatte, esgab

ja die Aufforderung aus dem Artikel 5des Einigungsvertrages.Bundestag

und Bundesrat

setzten eine Gemeinsame Verfassungskommission

ein, der je 32 Mitglieder angehörten.

Zu gleichberechtigten Vorsitzenden wurden

der (West-)Berliner Bundestagsabgeordnete

Rupert Scholz (CDU) und der Hamburger

Bürgermeister HenningVoscherau (SPD) bestimmt.

Umweltschutz als Staatsziel

Auf die Idee, diese beiden Ämter angesichts

ihrer Aufgabe mit je einem West- und einem

Ostdeutschen zu besetzen, kam niemand.

Dass dies heute so wohl nicht mehr möglich

wäre, zeigt einen Fortschritt in der Ost-West-

Debatte der vergangenen Jahre. Damals aber

reklamierten die Westdeutschen ganz selbstverständlich

ihren Anspruch und hörten keinen

Widerspruch.

Dabei war diese Kommission ohnehin

schon nur noch ein Abglanz dessen, was ostdeutsche

Bürgerrechtler, die PDS, Sozialdemokraten

und Grüne gefordert hatten: Ein

Verfassungsrat mit 120 Mitgliedern aus Parlament,

Wissenschaft und Verbänden sollte

Empfehlungen erarbeiten, welche Grundgesetzänderungen

dem Volk zur Abstimmung

nach Artikel 146 vorzulegen seien. Union

und FDP handelten den Plan zur rein parlamentarischen

Kommission herunter.

Dasgelang auch, weil die mächtigsten Sozialdemokraten

jener Jahre, die sehr westlich

orientierten Ministerpräsidenten Johannes

Rau, Oskar Lafontaine und Rudolf Scharping,

kein Interesse daran hatten, ihre Bundesratsmehrheit

in dieser Frage geltend zu

machen. Schließlich war dieses Grundgesetz

schon auch sehr ihr Grundgesetz.

Nach zweijähriger Beratung kam die

Kommission denn auch mehrheitlich zu der

Erkenntnis, dass an dieser Verfassung nicht

viel zu ändern sei. Die einzige wesentliche

Neuerung bestand in der Aufnahme des Umweltschutzes

als Staatsziel in Artikel 20a. Es

war ein schwarz-gelbes Zugeständnis an die

SPD und eine wachsende öffentliche Meinung,

freilich in einem Thema, das die Ostdeutschen

eher als weitere Bedrohung ihrer

geschrumpften Industrie empfanden.

Die Sozialdemokraten hatten wesentlich

konkretereFestlegungen gefordert, was wiederum

Union und FDP für störend hielten,

nicht zuletzt mit Blick auf die Interessen der

westdeutschen Industrie. Unter dem Strich

stellte die Kommission fest, dass die Änderungen

zu unwesentlich seien, um deshalb

eine dem Grundgesetz wesensfremde Volksabstimmung

anzusetzen. DerBundestag beschloss

sie dann im Oktober 1994. So bildet

die unerfüllte Forderung des Artikel 146 weiter

den Schlusspunkt des Grundgesetzes.

Warum aber beharrten und beharren die

Sozialdemokraten so nachdrücklich auf diesem

westdeutschen Nachkriegsdokument,

und warum haben die meisten ehemaligen

DDR-Bürger doch ihren Frieden mit dieser

ihnen übergestülpten Verfassung gemacht?

Ein wesentlicher Grund ist selbstverständlich,

dass sie sich in ihren 70 Jahren so

überaus bewährt hat und bis heute eine der

modernsten und international vorbildlichen

Verfassungen ist. Einweiterer Aspekt aber ist,

dass es sich beim Grundgesetz um ein Dokument

mit gesellschaftspolitisch durchaus

linken Elementen handelt.

Gerade in den jüngsten Tagen ist dies

deutlich geworden, anlässlich der neuen Debatte

um die Verteilung des Reichtums in

Deutschland, um Enteignungen und Verstaatlichungen.

Das Grundgesetz trifft dazu

klare Aussagen: „Eigentum verpflichtet. Sein


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 3· ·

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Report

„Dieses

Grundgesetz, das

nach Vollendung

der Einheit und

Freiheit

Deutschlands für

das gesamte

deutsche Volk gilt,

verliert seine

Gültigkeit an dem

Tage, an dem eine

Verfassung in

Kraft tritt, die von

dem deutschen

Volke in freier

Entscheidung

beschlossen

worden ist.“

Artikel 146

Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit

dienen.“ Enteignungen zum Wohle

der Allgemeinheit und gegen Entschädigung

sind zulässig (Artikel 14).„Grund und Boden,

Naturschätze und Produktionsmittel können

zum Zwecke der Vergesellschaftung

durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der

Entschädigung regelt, in Gemeineigentum

oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft

überführtwerden.“ (Artikel 15)

Wir sehen, der Juso-Vorsitzende Kevin

Kühnert hat vor seinem viel diskutierten

Zeit-Interview einen Blick ins Grundgesetz

geworfen, wohl im Unterschied zu zahlreichen

seiner entrüsteten Kritiker.

Mankann sich gut vorstellen, wie vorallem

Union und FDP,aber auch ein großer Teil der

veröffentlichten Meinung reagiert hätten,

wenn diese Regelungen 1990 nicht schon im

Grundgesetz gestanden, sondern von ostdeutschen

Bürgerrechtlern, der PDS oder Sozialdemokraten

neu eingebracht worden wären.

Mitgroßer Sicherheit wären sie als sozialistischer

Unfug zurückgewiesen worden. Der

FDP-Chef Christian Lindner forderte denn

auch aus Anlass der Debatte um die Äußerungen

des Juso-Vorsitzenden, den Artikel 15 einfach

aus dem Grundgesetz zu streichen. Er sei

ein Verfassungsrelikt und passe nicht zur sozialen

Marktwirtschaft.

Geschichte und geltendes Recht

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts,

Andreas Voßkuhle, schreibt in seiner

Einführung zu einem Standardwerk über das

Grundgesetz, dass dies eben beides sei: „Geschichte

wie geltendes Recht“. Seine Lektüre

verlange zwar stets den aktualisierenden

Blick des Rechtsanwenders,„er darf die historischen

Hintergründe und Bedingtheiten

des Textes bei der Auslegung aber nicht völlig

ignorieren. Erst aus der Distanz werden die

normativen Leitlinien unserer Verfassung

vollständig sichtbar und verständlich.“ Es

klingt wie ein kritischer Kommentar zu

Überlegungen wie denen vonLindner.

An anderer Stelle merktVoßkuhle an: „Für

die frühe Bundesrepublik eher untypisch war,

dass sowohl im Verfassungskonvent wie im

Parlamentarischen Rat die überwiegende

Zahl der Teilnehmer dem Nationalsozialismus

distanziert bis ablehnend gegenübergestanden

hatte.“ Unter diesen war in den Jahrennachdem

Kriegunstrittig, dass das deutsche

Großkapital zur Machtübernahme Adolf

Hitlers beigetragen hatte. Deshalb sollte der

Einfluss des Großkapitalsinder neuenRepublik

eingehegt werden. Sogab es in der CDU

bedeutende Anhänger eines christlichen Sozialismusund

einer„Wirtschaftsdemokratie“,

darunter Jakob Kaiser,der dem Parlamentarischen

Rat als Berliner Abgeordneter angehörte.Sie

setzten gemeinsam mit den Sozialdemokraten

und Kommunisten durch, dass

das Grundgesetz die Vergesellschaftung von

Grund und Boden und Produktionsmitteln

ermöglicht, wenn sie nicht zumWohleder Allgemeinheit

oder gar gegen deren Interessen

eingesetzt werden.

Diejenigen Ostdeutschen, die nach der

friedlichen Revolution für eine zuerst eigenständige

DDR auf dem Wegzur deutschen

Einheit eintraten, konnten im Gründungsdokument

des anderen deutschen Staates

also immerhin Elemente entdecken, die

auch im Verfassungsentwurfdes Runden Tisches

zu finden waren –zum Teil sogar aus

dem Grundgesetz oder aus der Weimarer

Verfassung entlehnt.

Dashängt mit dem Geist zusammen, aus

dem das Grundgesetz in jenen Nachkriegsjahren

entstanden ist, in denen das Denken

und Empfinden der Menschen in ganz

Deutschland noch sehr gleich war.Ebendeshalb

standen viele Politiker und BürgerWestdeutschlands

der von den Westalliierten

1948 geforderten neuen Verfassung anfangs

skeptisch bis ablehnend gegenüber. Die damit

verbundene Schaffung eines westdeutschen

Teilstaates schien vielen unvorstellbar.

Außerdem beherrschten ganz andere Themen

den Alltag: Währungsreform, Berlin-

Blockade, die Mühen des Wiederaufbaus eines

zerstörten Landes. Wen interessierte da

eine neueVerfassung? DieStimmung war ein

wenig vergleichbar mit jener 1989/1990 in

der DDR, als das Leben der Menschen auch

von ganz anderen, fast täglich neuen Herausforderungen

geprägt war.

Es macht die Stärke des Grundgesetzes

aus,dass es sich seine praktisch unbestrittene

Legitimität zweimal, nach 1949 und nach

1989, erarbeitet hat. Undsoist ausdem provisorischen

Bonner Grundgesetz nach 70 Jahren

trotz der Mängel im Einigungsprozess

eben doch eine haltbaregesamtdeutscheVerfassung

geworden, in der sich auch die Ostdeutschen

zu Hausefühlen können.

Holger Schmale

hat in den Neunzigerjahren viel über

die Einheitsdebatten berichtet.


4** Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Kassenpatienten müssen

immer mehr selbst zahlen

Diegesetzlich Versicherten müssen

immer höhereZuzahlungen aus der

eigenen Tasche für Heilbehandlungen

beim Physiotherapeuten, in der

Ergotherapie oder beim Logopäden

leisten. Dasgeht aus der Antwortder

Bundesregierung auf eine Anfrage

der Linksfraktion hervor. Danach

stiegen die Zuzahlungen zwischen

2016 und 2018 um knapp zehn Prozent,

von609 auf 668 Millionen Euro.

Hauptgrund sind laut Regierung die

höheren Vergütungen für die Beschäftigten

in der Branche. (tms.)

Kritik an erster Personalie

des Präsidenten der Ukraine

Derukrainische Präsident Wolodymyr

Selenskyj hat mit einer seiner

ersten Personalentscheidungen Proteste

ausgelöst. Er gab bekannt, dass

er seinen Wahlkampfberater Andri

Bogdan zum Stabschef machen will.

Er ist Anwalt des umstrittenen Oligarchen

Igor Kolomoiski und hatte für

den gestürzten Präsidenten Viktor

Janukowitsch gearbeitet. (AFP)

Anklagen gegen

Anhängerinnen des IS

DieBundesanwaltschaft geht verstärkt

gegen IS-Anhängerinnen vor

und bringt zwei weitereFrauen in

Deutschland vorGericht. Einer 41-

jährigen Islamistin soll in Hamburg

der Prozess gemacht werden, einer

26-Jährigen in Düsseldorf, wie die Behörde

am Mittwoch mitteilte.Der

Hamburger Fall steht im Zusammenhang

mit früheren Plänen für einen

Terroranschlag in Deutschland. (dpa)

Rücktritt schwächt Mays

Position im Brexit-Poker

Theresa Maykämpft um ihr politisches

Überleben.

Derneueste Kompromissvorschlag

vonPremierministerin Theresa May

für ein Brexit-Abkommen scheint einen

Tagnach seiner Ankündigung

bereits zum Scheiternverurteilt. Unterhausabgeordnete

aller Parteien

kritisierten MaysVorstoß am Mittwoch.

DieUnterhausvorsitzende Andrea

Leadsom erklärte ihren Rücktritt

aus Mays Kabinett. Sieglaube nicht

mehr daran, dass Mays Strategie dazu

führen werde, das Ergebnis des Brexit-Referendums

umzusetzen. May

hatte am Dienstag eine Reihe von

Kompromissen vorgestellt, um ihren

Brexit-Deal durchs Unterhaus zu bekommen.

Siestellte den Abgeordneten

unter anderem ein zweites Referendum

in Aussicht. (AFP)

Zweifel an erneutem

Giftgaseinsatz in Syrien

Syrische Aktivisten haben einem Bericht

der USA über einen neuen Giftgasangriff

derTruppen vonStaatschef

Baschar al-Assad widersprochen.

„Wir haben keinen Beleg für einen

solchen Angriff“, meldete die Syrische

Beobachtungsstelle für Menschenrechte

am Mittwoch. Auch die

RettungsorganisationWeißhelme erklärte,esgebe

keine Bestätigung für

einen Giftgaseinsatz. DasUS-Außenministerium

hatte vonAnzeichen gesprochen,

dass Assads Streitkräfte am

Sonntag im Nordwesten Chemiewaffen

eingesetzt hätten. (dpa)

AP

Schlumpf nervt die Politik

Der YouTuber Rezo hat mit seinem CDU-Video eine Diskussion um moderne Meinungsäußerung ausgelöst

VonJörg Hunke

und Marina Kormbaki

Fünf Tage hat es gedauert,

bis die CDU sich offiziell zu

dem Video des YouTubers

Rezo geäußerthat.„Die Zerstörung

der CDU“ hatte der 26 Jahre

alte Rezo, der seinen bürgerlichen

Namen öffentlich nicht nennen will,

sein am vergangenen Sonnabend

veröffentlichtes Video genannt.

Seine Abrechnung mit den Christdemokraten

dauertknapp eine Stunde

und ist mehr als 3,4 Millionen Malim

Netz aufgerufen worden. Ein neuer

Standardfür politische YouTube- Videos

in Deutschland.

Der CDU-Generalsekretär Paul

Ziemiak hat das Video im Gespräch

mit der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) jetzt

scharf kritisiert. „Rezo verbreitet

Falschbehauptungen“, sagte Ziemiak.

„Er macht von seinem Recht

auf freie Meinungsäußerung Gebrauch.

Journalismus ist das aber

nicht“, so Ziemiak.

DerZorndes Generalsekretärs

Blau gefärbte Haare sind Rezos Markenzeichen.

3,4

Millionen Mal wurde Rezos

CDU-Video aufgerufen.

VIDEO MIT WIRKUNG

2,2

Millionen Abonnenten hat

Rezo auf YouTube.

55

Minuten dauert„Die

Zerstörung der CDU“.

Umstrittenes SPD-Projekt

PRIVAT

Der CDU-Politiker wertet das Video

als „Schrei nach Journalismus in

Deutschland und nach dessen Stärkung“.

Diesen brauche es, umWahres

von Unwahrem zu unterscheiden.

Rezo hatte in seinemVideo über

den Klimawandel, falsche Versprechungen

der Politiker und auch über

die Urheber-Diskussion gesprochen,

oder genauer –sich aufgeregt. Er hat

mehr als 100 Quellen zusammengetragen

aus den vergangenen zwei

Jahren, um seine These zu stützen,

dass Wissenschaft und Jugend sich

einig sind, wenn es um den Klimaschutz

geht –die CDU dagegen zu

wenig tue.„Ein Journalist lernt früh,

dass er für eine Behauptung mindestens

zwei Quellen benötigt; dass er

nicht nur Vorwürfe wiedergibt, sonderndie

andereSeite mit den Thesen

konfrontiert und mehrere Meinungen

zu einem Thema einholt. Rezo

tut all das nicht“, sagte Ziemiak.

„Differenzierte Berichterstattung

mag manchmal langweiliger wirken

–umsich eine fundierte Meinung zu

bilden, ist sie aber unerlässlich“, so

der CDU-Bundestagsabgeordnete.

DasVideo zeige,wie politische Kommunikation

im Jahr 2019 „mitunter

leider“ funktioniere. Ziemiak betonte:

„Rezo hatkeine Hemmungen,

Dinge im Internet einfacher darzustellen,

als sie tatsächlich sind. Wir

haben da mehr Skrupel, weil wir wissen,

wie komplex viele Fragen sind.“

Schon vorher hatte sich der Büroleiter

des Ex-CDU-Generalsekretärs Peter

Tauber bei Twitter geäußert: „Man

kann vom #Rezo-Video halten, was

man will. Ich sehe 1Stunde unsaubere

Recherche, einseitige Darstellung

&viel Clickbaiting. Er suggeriert,

dass ‚zigtausende‘ Experten seiner

Meinung wären. Aber: Andere Meinungen

lässt er einfach außen vor.“

Rezo selbst hat seinen Beitrag

nicht als journalistischen Informationsbeitrag

gesehen. „Mich hat der

intrinsische Drang, einen Diskurs

anzukurbeln und dabei dafür zu sorgen,

dass Menschen unabhängig

vom politischen Background oder

Alter mitdiskutieren, motiviert“,

sagte er der Berliner Zeitung. Und

bei aller Kritik an den traditionellen

demokratischen Parteien –den Aufruf

zur Europawahl zu gehen, hat er

nicht vergessen.

Rezo hat Informatik studiert und

war alsYouTuber vorallem im Unterhaltungsbereich

aktiv. Eine Radiomoderatorin

nannte ihn „Schlumpf

des Jahres“, weil sein Markenzeichen

die blau gefärbten Haaresind.

Blöd und uncool

Meinungsbeitrag oder schlechtgemachter

Informationsjournalismus?

Markus Beckedahl, Digital-Journalist

und Gründer vonnetzpolitik.org,

bezeichnete den Beitrag als sehr gut

durchdachte und recherchierteWutäußerung

kombiniertmit politischer

Argumentation. „Und zwar so gemacht,

dass man eine Stunde lang

nicht abschaltet.“ Er sprach im

Deutschlandfunk Kultur von dem

Zeitdokument einer Generation von

jungen Menschen, die verärgert

sind, dass Politiker sich nicht entschieden

genug gegen den Klimawandel

stemmen.

In den sozialen Medien wird der

Beitrag heftig diskutiert. Kritiker versuchten

zuletzt, Rezo als unseriös

darzustellen, und verwiesen auf angebliche

Fake-Accounts in seinem

Twitter-Profil. Als nicht zuverlässig

bezeichnet der Datenanalyst Luca

Hammer die Erhebung über die angegebene

Quelle „Twitteraudit“.

Rezo selbst wundert sich nur noch

über den Wirbel um sein Video. Er

betonte bei Twitter, worum es ihm

geht: „Mich erreichen in den letzten

Tagen so viele Nachrichten vonLehrern

und Schülern, die gemeinsam

in der Schule das Video gucken und

darüber diskutieren. Genau dafür

habe ich es gemacht: Damit man gemeinsam

einen Diskurs führt. Video

gucken und passiv hinnehmen,

wäre whack gewesen.“ Auf Deutsch:

blöd und uncool.

Vonder Grundrente würden vor allem Rentner im Osten profitieren –und Frauen. Die Union spricht von Wahlkampfmanöver

VonRasmus Buchsteiner

und Tobias Peter

Die Grundrente wirdzum großen

Streitthema in der Koalition.

Die Union weist die Vorschläge von

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD)

scharfzurück. DieEinzelheiten:

Wersoll profitieren?

Vonden SPD-Plänen zur Grundrente

würden laut Bundesministerium

für Arbeit und Soziales rund drei

Millionen Menschen profitieren, die

jahrzehntelang eingezahlt haben,

aber nur geringe Renten bekommen.

Etwa 80 Prozent wären Frauen. Im

Westen würden elf Prozent der Rentner

profitieren, im Osten 15 Prozent.

Welche Bedingungen gelten?

Voraussetzung für das Beziehen

der Grundrente ist das Erreichen von

35 Beitragsjahren, wobei auch Kindererziehung

und Pflege einbezogen

werden.

Wie hoch ist die Grundrente?

DieHöhe ist abhängig davon, wie

viele Renten-Punkte (Entgeltpunkte)

eine Person im Verlauf ihres Erwerbslebens

gesammelt hat. Einen

Entgeltpunkt erhält jemand, der für

ein durchschnittliches Jahreseinkommen

(derzeit knapp 38 000

Euro) Rentenbeiträge zahlt. Werim

Schnitt weniger als 0,8 Punkte pro

Jahr gesammelt hat, profitiert: Seine

Rentenansprüche werden auf die

maximal 0,8 Punkte erhöht. Man

muss im Schnitt aber wenigstens

0,24 Punkte erreicht, also das Viertel

des Durchschnittseinkommens verdient

haben. Wer immer nur Minijobs

ausgeübt hat, profitiert nicht

von der Grundrente. Geringverdiener

mit weniger als 35 Beitragsjahren

gehen auch leer aus.

Wie wirkt sich das im Einzelnen aus?

Das Bundesarbeitsministerium

rechnet vor: Eine Friseurin, die 40

Jahreauf dem Niveau von40Prozent

des Durchschnittslohns gearbeitet

habe, komme derzeit auf eine monatliche

Rente von rund 512 Euro.

Mit der Grundrente bekäme sie laut

Ministerium rund 960 Euro.

Werden andere Einkommen oder Vermögen

berücksichtigt?

Nein. Arbeitsminister Heil und die

SPD argumentieren, es gehe um die

Anerkennung von Lebensleistung.

Eine Bedürftigkeitsprüfung solle es

auch deshalb nicht geben, weil sie

von vielen Betroffenen als entwürdigend

empfunden werde. Die Union

hält dagegen, es sei nicht geboten,

mit der Gießkanne Geld zu verteilen.

Reicht eine Teilzeit-Beschäftigung,

um später Grundrente zu bekommen?

Das gesetzte Kriterium sind 35

Beitragsjahre. Es kann sich um Vollzeit-

oder Teilzeitarbeit handeln. Um

Anspruch auf die Grundrente zu haben,

muss man mit einem Teilzeitjob

jedoch auf im Schnitt wenigstens 0,24

Rentenpunkte proJahr kommen.

Waskosten die SPD-Vorschläge?

Laut Arbeitsministerium summieren

sich die Kosten auf 21,5 Milliarden

Euro im Zeitraum zwischen

2021 und 2025. Im Jahr 2021 würde

die Grundrente 3,8 Milliarden Euro

kosten. In den vier nächsten Jahren

würden die Kosten auf 4,8 Milliarden

Euro proJahr ansteigen.

Und wie würde das Ganze finanziert?

Die SPD schlägt einen Mix aus

Steuern- und Beitragsmitteln vor. Zunächst

sollen knapp 50 Prozent der

Grundrenten-Ausgaben steuerfinanziertwerden.

2025 wären es dann gut

70 Prozent. Konkret schlagen die Sozialdemokraten

vor, den Mehrwertsteuer-Rabatt

auf Hotel-Übernachtungen

(„Mövenpick-Steuer“) abzuschaffen

und Mittel aus der geplanten

Finanztransaktionssteuer, die 2021

eingeführtwerden soll, für die Grundrente

zu verwenden. Zudem sollen

die Rentenkassen mehr Geld aus anderen

Sozialversicherungen erhalten.

So soll der Krankenkassenbeitrag für

Rentner abgesenkt werden.

Wassagt die Union dazu?

CDU und CSU sprechen von

„Wahlkampfmanöver“ und „Taschenspielertricks“.

Und: Die Union

pocht weiter auf eine Bedürftigkeitsprüfung

und verweist dabei auf den

Koalitionsvertrag.

Parität

statt

Quote

Ex-Ministerinnen streiten

für Wahlrechtsreform

VonChristineDankbar

Sie sind Veteraninnen der Frauenpolitik,

zum Teil schon seit Jahren

nicht mehr in Amt und Mandat –

doch sie sind kämpferisch wie eh

und je: Die ehemaligen Bundesministerinnen

Rita Süssmuth (CDU),

Brigitte Zypries (SPD) und Kerstin

Müller (Bündnis 90/Grüne) nutzen

den Jahrestag des Grundgesetzes,

um darauf hinzuweisen, dass die

Gleichberechtigung von Mann und

Frau noch längst nicht umgesetzt

sei. Deshalb müsse im Wahlrecht

künftig die Parität der Geschlechter

festgeschrieben werben.

Der Deutsche Frauenrat hat mit

der Forderung „Mehr Frauen in die

Parlamente“ seit Beginn des Jahres

eine Kampagne gestartet, die zum

Ziel hat, dauerhaft die Hälfte der Bundestagmandate

in allen Fraktionen

für Frauen zu sichern. Dieprominenten

Unterstützerinnen bekräftigten

diesen Anspruch am Mittwoch.

Rita Süssmuth will sich nicht mehr mit

Frauenquoten begnügen. B. JUTRCZENKA/DPA

Am ungeduldigsten mit den bestehenden

Verhältnissen zeigte sich

dabei die Älteste unter ihnen, die 82-

jährige Rita Süssmuth. Siewar in den

80er-und 90er-Jahren Bundesministerin

für Jugend, Familie,Frauen und

Gesundheit in der Regierung von

Kanzler Helmut Kohl und erklärte

klipp und klar, sie sei die Trippelschritte

voneinst mehr als leid:„Hier

ein Quötchen und dort ein Quötchen,

das bringt uns nicht weiter“,

sagte sie.„Wirbrauchen die Parität“.

Im übrigen sehe sie es wie Elisabeth

Selbert, die den Gleichberechtigungssatz

im Grundgesetz einst erstritten

und später immer wieder beklagt

hatte, dass die Frauen in den

Parlamenten unterrepräsentiert

seien. „Ich sehe es wie sie: Das ist

fortgesetzter Verfassungsbruch“,

sagte Süssmuth. Ex-Justizministerin

Zypries pflichtete ihr bei: „Immer,

wenn eine Regelung verbindlich ist,

funktioniert sie“, erklärte sie mit

Blick auf das Gesetz für eine Frauenquote

in Aufsichtsräten. Sie sei zuversichtlich,

dass ein Paritätsgesetz

auch vordem Bundesverfassungsgericht

standhalten werde.

Dererste Versuch scheiterte

Doch erst einmal geht es darum, es

zu erstreiten. Große Hoffnungen setzen

die Befürworterinnen auf eine

interfraktionelle Frauengruppe von

Bundestagsabgeordneten, die zu

dem Thema eine Kommission einberufen

wollen. Der Versuch einer

Wahlrechtsreform, auf die sich alle

Fraktionen des Bundestages einigen

wollten, war in den vergangenen

Wochen gescheitert, weil kein Vorschlag

die nötige Zustimmung fand.

Gestritten wird darum, ob die Zahl

der Wahlkreise verringert werden

soll und wie Überhangmandate

künftig ausgeglichen werden sollen.

Das Thema Parität war bis dahin

noch gar nicht angesprochen worden.

Zu den Unterstützerinnen gehört

auch die frühere Parlamentarische

SPD-Staatssekretärin Elke Ferner,nun

Vorstandsmitglied im Frauenrat.

Sie ist optimistisch: „Wo ein

politischer Wille ist, findet sich auch

ein gesetzlicher Weg.“


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 5 *

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Politik

Anderthalb Jahrzehnte warHelmut Kohl das Zugpferd in den Wahlkämpfen seiner CDU. Inzwischen streitet die WitweMaikeKohl-Richter schon seit Jahren mit der Familie um den geistigen Nachlass des „Kanzlersder Einheit“.

IMAGO IMAGES

Kampf um ein politisches Erbe

Beim Prozess vor dem Kölner Landgericht geht es aus Sicht des Sohnes von Helmut Kohl um mehr als nur das Verbot, weitere Zitate seines Vaters zu veröffentlichen

VonPeter Berger,Köln

Um das Buch, das nach

seiner Veröffentlichung

im Jahr 2014 den ganzen

Wirbel um das Vermächtnis

vonHelmut Kohl ausgelöst

hat, geht es bei der Zivilverhandlung

am Kölner Landgericht am Mittwoch

nur noch am Rande.Geschrieben

haben „Das Vermächtnis. Die

Kohl-Protokolle“ die beiden Journalisten

Heribert Schwan und Tilman

Jens und sich dabei der Tonbandprotokolle

aus den Jahren 1999 bis

2002 bedient, die Schwan als Ghostwriter

für Kohls Memoiren in mehr

als 600 Stunden aufgenommen hat.

„Helmut Kohl unplugged“ besteht

im Wesentlichen aus einer Ansammlung

vonKraftausdrücken und

Verbalinjurien, mit denen der Alt-

Kanzler Politiker und andere prominente

Weggefährten bedacht hat. Etliche

Gerichte haben sich damit beschäftigt

und werden das auch in Zukunft

noch tun müssen. 114 Zitate

wurden untersagt. DieRechtsauffassung

ist eindeutig und wurde vom

Oberlandesgericht Köln zuletzt bestätigt:

Der Ghostwriter und Kohl-

Vertraute HeribertSchwan hat durch

die Veröffentlichung eine stillschweigende

Geheimhaltungsvereinbarung

verletzt. Schwan, Jens

und die Bertelsmann-Gruppe gehörende

Verlagsgruppe Random House

haben gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof

Revision eingelegt.

Bei der Zivilsache 28 O11/18, die

Maike Kohl-Richter,zweite Frau und

Witwedes Alt-Kanzlers vordem Kölner

Landgericht jetzt angestrengt

hat, geht es um mehr als um das Verbot

weiterer Zitate. Sosieht das zumindest

dessen Sohn Peter Kohl

(54). „Ihr geht es darum, die Deutungshoheit

über das politische Erbe

Kohls zu erlangen und auf Ewigkeiten

zu besetzen“, sagt er als Zeuge

beim Prozessauftakt. Für diese Aufgabe

sei Maike Kohl-Richter aber in

keiner Weise qualifiziert. „Sie ist

keine Historikerin. Sie hat keine Ahnung.

Siewar 50 Jahrenicht dabei.“

KeineVertraulichkeitsklausel

Der jüngere Kohl-Sohn beschreibt,

wie er seinen Vater nach dessen Entscheidung,

seine Memoiren zu veröffentlichen,

mehrfach bekniet habe,

eine Vertraulichkeitsklausel mit dem

Verlag und dem Ghostwriter zu vereinbaren.

„Schon zu Lebzeiten meiner

Mutter habe ich das mit ihm besprochen,

aber er hielt es für Zeitverschwendung.

Sein Vertrauensverhältnis

zu Dr. Schwan war ihm

wichtiger. Man müsse sich auf die

Leute verlassen können. So war er.“

Dabei sei Helmut Kohl selbstverständlich

davon ausgegangen,

dass das alles

vertraulich bleibt. Peter

Kohl beschreibt dem

Gericht im Detail, wie

die Gespräche zwischen

Schwan und seinem Vater

abgelaufen sind. „Ich

war ein- oder zweimal

dabei, nach dem Tod

meiner Mutter.Meinem

Vater ging es sehr

schlecht. Er stand auch

extern unter einem

enormen psychischen Druck, hatte

ein absolutes Vertrauensverhältnis zu

Dr. Schwan. Es war wie eine Therapiesitzung,

mein Vater hat sein Innerstes

rausgekehrt und sich ausgesprochen.

Unddas alles auf Band gesprochen.

Er hatte in keinster Weise

die Absicht, dass dieses gesprochene

Wort einmal abgedruckt und veröffentlicht

wird.“ Helmut Kohl sei bei

allen vorherigen Veröffentlichungen

Peter Kohl am Mittwoch

in Köln

immer eng eingebunden gewesen

und habe sich die Manuskripte sehr

genau angesehen.„Erhatte die Intention,

dass nach seinem TodHistoriker

Zugang zu allen Materialien haben,

aber damit auch pfleglich umgehen

und die Qualitätsstandards beachten.“

Aus den Aufzeichnungen

Schwans entstanden

in den Jahren

2004 bis 2007 drei Bücher

mit den Kohl-Memoiren

und ein Tagebuch.

Das vierte Memoiren-Band

war geplant,

als es zum Bruch

DPA

mit Kohl kommt. „Spätestens

vor dem Rauswurf

Schwans aus dem

Buchprojekt hätte man

sich absichern müssen“, sagt Peter

Kohl und erhebt weitereschwereVorwürfe

gegen Kohls zweite Ehefrau.

„Sie wusste genau, dass es keine Vertraulichkeitsvereinbarung

gab. Deshalb

hätte man vorder Trennung eine

Regelung herbeiführen und

schlimmstenfalls einen finanziellen

Ausgleich zahlen müssen.“ Manhabe

Schwan rausgeworfen und selbst danach

noch weiter Druck gemacht

„anstatt ihn einzufangen“. Es habe

Briefe an den geschassten Ghostwriter

gegeben, „die er mir gezeigt und

die ich als juristische Bedrohung

empfunden habe“. Warum das nicht

geschehen ist, dafür habe er aus heutiger

Sicht eine Erklärung, sagt Peter

Kohl. „Maike Kohl-Richter hat sich so

verhalten, weil sie einen Prozess

wollte,umdamit Geld zu verdienen.“

Eine Million Euro Schmerzensgeld

Ansatzweise ist das gelungen. Eine

Million Euro Schmerzensgeld wegen

einer schwerwiegenden Persönlichkeitsverletzung

hat Helmut Kohl vor

dem Landgericht Köln erstritten.

Doch ob die Witwedas Geld bekommen

wird, ist strittig. DerAlt-Kanzler

starb am 16. Juni 2017 mit 87 Jahren.

Da war das Urteil noch nicht rechtskräftig

und ist nach Auffassung des

Oberlandesgerichts erloschen. Auf

Betreiben von Maike Kohl-Richter

haben ihre Anwälte vor dem Bundesgerichtshof

Revision eingelegt.

„Auch ihreAnwälte wussten ganz genau

Bescheid, dass die Beziehung

zwischen Schwan und Richter immer

schlechter wurde“, schildertPeter

Kohl die Lage.Erhabe vergeblich

versucht, seinen Vater davor zu

schützen, dass es zu einer derartigen

Eskalation kommt.

Die Frage jedoch, was mit dem

historisch so wertvollen Quellenmaterial

auf Dauer geschehen wird, ist

immer noch nicht beantwortet.

„Mein Vater wollte überhaupt nicht,

dass zu seinen Lebzeiten diese Tonbandaufnahmen

ausgewertet werden.

Nurnach seinem Ableben –und

das in einer Gesamtschau“, sagt Peter

Kohl. „Da hat er sich selbst etwas

vorgemacht. Das ist so wie ein bisschen

schwanger. Entweder die Materialien

sind frei oder lagern ineinem

Archiv. Das war ein innerer Widerspruch.

Daswar auch die Diskussion,

die ich mit ihm hatte. Schon

2002. Mein Vater hat Schwan vertraut.

Dermache das ganz ordentlich

und wisse das einzuordnen.“

Dem war nicht so. Und der tiefe

Graben zwischen der Kohl-Familie

und der Witwe wird kaum dazu beitragen,

die juristischen Auseinandersetzungen

schnell zu beenden.

Peter Kohl sieht das gelassen. Am

Ende werdealles auf den Tisch kommen

und künftige Generationen

würden in der Lage sein, sich selbst

ein Urteil über die Lebensleistung

des Kanzlers der Einheit zu bilden.

Kurzzeitkabinett

In Österreich werden nach dem Auszug der FPÖ aus der Regierungskoalition neue Minister vereidigt. Doch Bundeskanzler Kurz droht schon am Montag das Aus

Wenige Tage nach der folgenreichen

Veröffentlichung eines

Skandal-Videos wird Österreich nun

von einer Übergangsregierung geführt.

Offen ist aber, wie lange das

neue Kabinett vonKanzler Sebastian

Kurz (ÖVP) überhaupt im Amt bleiben

wird. Bundespräsident Alexander

Van der Bellen hat nach dem

Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition als

Folge des Ibiza-Videos am Mittwoch

vier neue Minister vereidigt –allesamt

Experten und Spitzenbeamte.

Schon am kommenden Montag

könnte aber Kanzler Kurz mit einem

Misstrauensvotum des Parlaments

aus dem Amt gedrängt werden, denn

die Regierung hat derzeit keine

Mehrheit. Die rechte FPÖ und die

SPÖ haben sich weiterhin nicht abschließend

entschieden, wie sie abstimmen

werden.

Kurz gab sich am Mittwoch gelassen

angesichts der drohenden Abberufung.

„Ich sehe es nicht als Damoklesschwert,

sondern ich glaube,

dass jede Institution eine eigene Aufgabe

und eine eigene Verantwortung

hat“, sagte Kurz. Der Bundespräsident

und er hätten ihr Bestes gegeben,

um ihrer Verantwortung in dieser

Phase gerecht zu werden.

Die Einsetzung der Übergangsregierung

war nötig, weil das Ibiza-Video

eine Regierungskrise ausgelöst

hat. Das Video aus dem Sommer

2017 zeigt Ex-FPÖ-Chef Heinz-

Christian Strache, der mit einer angeblichen

russischen Oligarchen-

Nichte über möglicherweise illegale

Parteispenden spricht.

Vander Bellen mahnt die Parteien

Die Riege der neu vereidigten Minister mit Bundeskanzler und Bundespräsident.

DPA

Kurz betonte, die Übergangsregierung

sei nicht für weitreichende,

sondern nur für notwendige Entscheidungen

im Amt. „Es geht nicht

darum, Politik für die Zukunft zu machen.“

Wichtig sei eine stabile Führung

der Ressorts.Die Chefs der Parlamentsparteien

seien von ihm regelmäßig

über den aktuellen Stand

informiertworden.

Vander Bellen gab den neuen Ministern

mit auf den Weg, parlamentarische

Demokratie beinhalte die

Suche und das Herstellen vonMehrheiten

sowie den Schutz von Minderheiten.

„Und dazu braucht es das

laufende Gespräch, das Aufeinanschreckenden

Dialoglosigkeit und

Respektlosigkeit“, dass Kurz sich

nicht darum gekümmerthabe,für die

Übergangsregierung auch eine stabile

Mehrheit zu bekommen. DieSPÖ

fordert, dass alle Kabinettsmitglieder

–auch der Kanzler –durch Experten

ersetzt werden sollten.

Bei den nun ernannten neuen

Ministern handelt es sich um eher

unbekannte Experten und Spitzenderzugehen,

das nachhaltige Aufbauen

von gegenseitigem Vertrauen

und nicht zuletzt die Bereitschaft

zum Kompromiss im Dienste des

Gemeinwohls.“

DieSPÖ macht ihreEntscheidung

zum Misstrauensantrag auch davon

abhängig, ob der Kanzler in den

nächsten Tagen das Gespräch mit

den Parlamentsparteien sucht. Ein

SPÖ-Sprecher sprach von einer „erbeamte.

Der neue Innenminister

EckartRatz (65) ist ehemaliger Präsident

des Obersten Gerichtshofs, die

neue Verkehrsministerin Valerie

Hackl (36) war bisher Chefin der

Flugsicherung „Austro Control“. Der

59 Jahre alte Verteidigungsminister

Johann Luif ist Vizegeneralstabschef.

Das Sozialministerium übernimmt

Walter Pöltner (67), früher Abteilungsleiter

in diesem Haus.

Misstrauensvotum steht bevor

Neuer Vizekanzler ist Finanzminister

Hartwig Löger.Die Kompetenzen

des zurückgetretenen Vizekanzlers

und Ex-FPÖ-Chefs Strache –Sport

und öffentlicher Dienst – übernimmt

Familienministerin Juliane

Bogner-Strauß (ÖVP).

„Ineiner solchen Situation liegt es

am Bundespräsidenten und am

Kanzler, sicherzustellen, dass es

künftig für inhaltliche und personelle

Vorschläge eine Mehrheit im

Nationalrat gibt“, sagte Wiens Bürgermeister

Michael Ludwig (SPÖ)

am Mittwoch.„Die Signale an die Sozialdemokratie

stimmen mich nicht

optimistisch.“ Daher hält sich die

SPÖ weiter die Möglichkeit offen,

das Misstrauensvotum gegen Kurz

am Montag zu unterstützen.

Werhinter dem Video steckt, ist

unklar. Spekuliert wurde über Geheimdienste,

Jan Böhmermann, das

Zentrum für Politische Schönheit

oder TalSilberstein, der 2017 mit unlauteren

Mitteln Stimmung gegen

Kurz und die FPÖ gemacht hatte.Nun

gibt es eine neue Variante: Ein nach

eigenen Angaben mit Spionage vertrauter

Experte behauptete im österreichischen

Fernsehen, dass ein ehemaliger

Geschäftspartner, den er

selbst im Bereich Spionage ausgebildet

habe, die Videofalle gemeinsam

mit einemWiener Anwalt gelegt habe.

Er habe den Geschäftspartner auf

demVideo erkannt.

Die Äußerungen decken sich mit

den Schilderungen des Ex-FPÖ-Politikers

Johann Gudenus,der auf Ibiza

für seinen damaligen Parteichef

Heinz-Christian Strache dolmetschte.

Gudenus sprach im Wiener

Kurier ebenfalls von einem Wiener

Anwalt, der die Treffen vermittelt

habe, auf Ibiza aber nicht dabei gewesen

sei. (dpa)


6* Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

MÄRKTE

1340 Mitarbeiter

verlassen Opel

DAX-30 in Punkten

▲ 12168,74 (+0,21 %)

Beider geplanten Auslagerung von

2000 Opel-Arbeitsplätzen an den

Dienstleister Segula ziehen die Beschäftigten

am Stammsitz Rüsselsheim

nicht mit. Insgesamt haben

sich 1340 Mitarbeiter des Entwicklungszentrums

entschieden, die Firma

freiwillig zu verlassen, bestätigte

Opel. Sienehmen Abfindungen, Altersteilzeit

oder Vorruhestand in Anspruch,

wie es im Märzmit dem Betriebsrat

vereinbartworden ist. Zusätzlich

hätten sich 140 Beschäftigte

bereiterklärt, zu Segula zu wechseln,

sodass nun noch rund 550 Mitarbeiter

für den geplanten Betriebsübergang

zu Segula ausgewählt werden

müssten. (dpa)

Zalando will

umweltfreundlicher werden

DerOnlineeinkauf beim Modehändler

Zalando soll weniger Abfall

und Kohlendioxid verursachen. Kosmetik

werdenun in Papier statt in

Plastiktaschen verpackt, außerdem

solle es einen Test mit Mehrwegverpackungen

für den Versand geben.

„Kunden würden dann Textilien

oder Kosmetikprodukte in einer

Transportboxoder-tasche geliefert

bekommen, die danach viele weitere

Male für den Versand oder die Retouregenutzt

werden kann“, erklärte

Zalando-Managerin Melanie

Hultsch. DerOnlinehandel müsse

umweltfreundlicher werden. Dassei

auch wichtig für den Geschäftserfolg,

so das Unternehmen. (dpa)

Chinesen fordern von

Boeing Entschädigung

Boeing737 MAX am Boden.

Chinesische Fluggesellschaften fordernEntschädigung

vomUS-Hersteller

Boeing, weil ihreMaschinen

vomTyp 737 Maxnach zwei AbstürzenamBoden

bleiben müssen. Air

China, China Southernund China

EasternAirlinesverlangen so bald

wie möglich Verhandlungen mit

Boeing über einen Kompensationsplan

für ihreAusfälle.BeimAbsturz

einer Boeing 737 Maxvon Ethiopian

Airlines im Märzund einer Maschine

gleichen Typs der indonesischen

Fluglinie Lion Air im Oktober 2018

waren insgesamt 346 Menschen

ums Leben gekommen. (dpa)

British Steel ist

zahlungsunfähig

FOTO: WARREN/AP

Derzweitgrößte britischeStahlhersteller,British

Steel, muss in die Insolvenz

gehen. EinGericht habe das

Unternehmen unter Zwangsliquidation

gestellt, teilte die britische Regierung

am Mittwoch in London

mit. EinKonkursverwalter sei als Liquidator

bestellt worden. Das

Unternehmen hat rund 5000 Mitarbeiter,viele

davonindem Ort

Scunthorpe rund 290 Kilometer

nördlich vonLondon. In einem Brief

an die Mitarbeiter hatte der Vorstandsvorsitzende

Gerald Reichmann

in der vergangenen Woche

bereits die Unsicherheit über den

Brexit sowie eine schwache Nachfrage

und hohe Rohstoffpreise für die

Schwierigkeiten verantwortlich gemacht.

(dpa)

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurtkommtnicht zur Ruhe.

Von Marco Engemann

Der scheidende Daimler-Chef

Dieter Zetsche hat dem Autobauer

zum Abschied noch einmal

einen klaren Sparkurs vorgegeben.

„Alles steht auf dem Prüfstand: fixe

und variable Kosten, Sach- und Personalkosten,

Investitionsvorhaben,

dieWertschöpfungstiefeunddieProduktpalette“,

sagte Zetsche am Mittwoch

bei der Hauptversammlung

des Konzerns in Berlin. Die neuen

Technologien in den Autos kosteten

viel Geld. „Das heißt auch, dass Mobilität

in Zukunft teurer wird“, erklärte

Zetsche. „Unsere Aufgabe als

Unternehmen ist, den Anstieg für die

Kunden zu begrenzen.“ Im gesamten

Unternehmen müssten dazu Kosten

gesenkt und die Effizienz gesteigert

Fragen an die Deutsche Bank

Grünen-Finanzexperte Giegold fordert Untersuchung der Trump-Geschäfte in Deutschland

Von Stefan Winter

Vor einem Jahr hatte Christian

Sewing noch Schonzeit.

Der Chef der Deutschen

Bank war noch ganz

frisch im Amt, als er vordie Aktionäre

trat. An diesem Donnerstag absolvierterseine

zweite Hauptversammlung

als Vorstandsvorsitzender, und

die Schonzeit ist vorbei. Es fehlt nicht

an heiklen Themen, und zu einem

besonders schwierigen möchte Sewing

am liebsten gar nichts sagen:

frühereGeschäftemit demheutigen

US-Präsidenten Donald Trump.

Auffällige Transaktionen

Das System: Die Deutsche

Bank hat mehrere Computerprogramme,

um Risiken

im Zahlungsverkehr zu überwachen.

Sie analysieren

Transaktionen im Nachhinein,

um zum Beispiel beim

Verdacht auf Geldwäsche

nach ungewöhnlichen Geldtransfers

Alarmzugeben.

Banken sind gehalten, Kunden

und die Herkunft des

Geldes genau zu prüfen.

Die„NewYorkTimes“ hat jüngst berichtet,

dass die Bank 2016 und 2017

auffällige Transaktionen bei Firmen

Trumps und seines Schwiegersohns

Jared Kushner entdeckt habe. Nach

dem automatischen Alarm einer

Kontrollsoftware seien Mitarbeiter

zu dem Schluss gekommen, dass die

Fälle den Behörden gemeldet werden

müssten. Doch höherrangige

Manager hätten das abgelehnt, berichtete

die damals beteiligte Tammy

McFadden der Zeitung. Später habe

sie ihren Jobverloren, weil sie intern

den angeblich nachlässigen Umgang

mit Geldwäscheverdacht kritisiert

habe –sojedenfalls ihreDarstellung.

Die Bank dementiert und betont,

dass Mitarbeiter nie davon abgehalten

würden, möglicherweise verdächtige

Aktivitäten zu melden. Offen

bleibt allerdings, umwelche Geschäfte

es genau geht und warum sie

nichtgemeldetwurden.DieGeschäfte

mitdemdamaligenImmobilieninvestor

Trump stehen vorallem in den

USA im Fokus, weil die Deutsche

Bank damals sein wichtigster Geldgeber

war.Die Vorgänge werden von

Parlamentsausschüssen untersucht

–auch mit Blick auf mögliche russische

Beteiligte und den Verdacht der

Geldwäsche.

Aufder Hauptversammlung dürften

Aktionäre Klarheit verlangen.

„Ich erwarte vom Vorstand, dass er

sich auf der Hauptversammlung zu

den Geschäften mit Trump äußert“,

sagte der Europaabgeordnete Sven

Giegold (Grüne) dem Redaktions-

werden, sagte Zetsche, nannte aber

erneut keine Details zu dem Sparprogramm,

das er schon im Februar angekündigt

hatte.

AlsFolgevonweltweitenHandelskonflikten,

Dieselrückrufen und

Problemen bei der Umstellung auf

den neuen Abgasteststandard WLTP

hatte Daimler 2018 mehr als ein Viertel

seines Gewinns eingebüßt. Und

auch der Start ins Jahr 2019 verlief

eher schleppend. „Das hatten wir erwartet,

aber das macht es nicht besser“,

räumte Zetsche ein.

Der 66-Jährige übergibt seinen

Posten als Vorstandschef mit dem

Ende der Hauptversammlung an seinen

Nachfolger Ola Källenius. Der

Schwede wirdden Konzerngrundlegend

umbauen. Eine neue Struktur

mit drei rechtlich eigenständigen

NEUE SOFTWARE-PANNE

Die Panne: Bei einer dieser

Anwendungen seien zwei

voninsgesamt 121 Parameternfür

die Prüfung nicht

korrekt definiert, teilte die

Bank mit. Mitarbeiter der

Abteilung Finanzkriminalität

hätten den Fehler im System

entdeckt, nachdem die Bank

ihre Kontrollprozesse im

Herbst vergangenen Jahres

verbesserthabe, hieß es

weiter.

Die Folgen: Das Geldhaus

hat Probleme, Zahlungen

vonGroßkunden vorschriftsmäßig

zu überprüfen. Nach

Informationen der „Süddeutschen

Zeitung“ blieb das

Problem jahrelang unentdeckt.

Theoretisch hätten

demnach illegale Zahlungen

durchrutschen können. Das

Institut arbeite zusammen

mit der Aufsicht daran, die

Kontrolllückezuschließen.

Netzwerk Deutschland (RND). „Der

Vorstand muss erklären, warum die

Geldwäschebeauftragte Tammy

McFadden entlassen wurde. Die ÖffentlichkeithateinRechtzuerfahren,

ob Geldwäscheverdachtsanzeigen

bei Russland-Geschäften der Trump-

Familie in der Schublade verschwunden

sind.“ Die Bank könne nicht sagen,

dass dies eine rein amerikanische

Angelegenheit sei. „Die deutsche

Geldwäscheaufsicht muss diesen

Fall untersuchen.“

Am Finanzmarkt hat sie Deutschland

schon erreicht. Der Kurs der

Deutsche-Bank-Aktie fiel nach dem

Bericht auf ein Rekordtief. Am Mittwoch

notierte sie bei 6,60 Euro –vor

„Mobilität wird teurer“

Zum Abschiedgibt Daimler-Chef Zetsche dem Konzern einenSparkurs vor

Sparten unter dem Dach der Daimler

AG soll den Autobauer flexibler

machen –eine für Autos und Vans,

eine für Trucks und Busse und eine

für Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen.

DassollFreiräume schaffen,

zum Beispiel für die Zusammenarbeit

mit anderen Unternehmen.

Zetsche stand mehr als 13 Jahrean

der Spitzedes Autobauers.Erlöste in

seiner Amtszeit die Ehe mit dem US-

Autobauer Chrysler auf, die erst euphorisch

gefeiert worden war, sich

dann aber schnell zur Belastung entwickelt

hatte. Nach der Finanzkrise

führte er den Konzern aus einer

schweren Flaute, er modernisierte

die Designsprache der Stammmarke

Mercedes-Benz und eroberte damit

jüngere Käuferschichten. Nach vielen

Jahren hinter dem Erzrivalen

FOTO: MICHAEL PROBST/AP

zwei Jahren war es noch knapp das

Dreifache. Spätestens hier setzen

auch Aktionäre an, denen Geschäfte

mit dem Immobilientycoon Trump

sonst egal wären. Geldwäscheverdacht,

Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft

und Geldbußen in Milliardenhöhe

belasten die Bank ohnehin

seit Jahren.

Achleitnerunter Druck

Der Ärger darüber dürfte auf der

Hauptversammlung vor allem den

Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner

treffen, der trotz aller Skandale

und Misserfolge der vergangenen

Jahre imAmt blieb. VonSewing dagegen

werden vorallem Pläne für die

Zukunft erwartet. DieFusion mit der

Commerzbank ist gescheitert, Sewing

braucht eine Alternative. Das

vergangene Jahr brachte zwar den

ersten Gewinn seit 2014, doch zum

Jahresauftakt 2019 folgte schon wieder

Ernüchterung: Im ersten Quartal

lag der Gewinn bei 201 Millionen

Euro, während die US-Konkurrenz

Milliarden verdiente.

Die Geduld vieler Aktionäre ist

überstrapaziert, und einflussreiche

Aktionärsberater wie ISS und Glass

Lewis bündeln bereits die Kritik. Es

sei an der Zeit, dass die Anteilseigner

Aufsichtsrat und Vorstand für die vielen

Jahre mit Strafzahlungen und

Imageverlust zur Rechenschaft zögen,

heißt es etwa bei ISS. „Abeinem

bestimmten Zeitpunkt sollten die

Aktionäre ihren Bedenken Gehör

verschaffen.“

BMW konnte Mercedes 2016 die

Weltspitze bei Premiumautos zurückerobern.

Zetsches Erfolge sind auch unter

den Aktionären unbestritten, dennoch

musste sich der langjährige

Vorstandschef an seinem letzten Tag

auchvielKritikanhören.EinVorwurf:

Unterm Strich bleibe bei Daimler zu

wenig übrig –nicht nur im Moment.

Daimler habe ein chronisches Effizienzproblem,

das Zetsche nie richtig

angepackt habe, kritisierte Janne

Werning von Union Investment, der

Fondsgesellschaft der Volks- und

Raiffeisenbanken.

Daimler kämpfe an allen Fronten,

und die Renditeziele seien in weite

Ferne gerückt, stellte auch Ingo

Speich von der Fondsgesellschaft

Deka Investment fest. (dpa)

25.2.19

Rohöl je Barrel Brent inUS-Dollar

25.2.19

Euro in US-Dollar

25.2.19

Stand der Daten: 22.05.2019 (21:50 Uhr)

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Gewinner

22.5.19

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22.5.19

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aus DAXund MDAX vom22.05.zum Vortag

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ProSiebenSat.1 15,42 +2,15 WWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom22.05.zum Vortag

Telefonica Deutschl. 2,62 WWWWWWWWWWW –8,23

Dialog Semic.NA 31,54 WWWWWW –4,22

Norma GroupNA 35,02 WWWWWW –4,05

Commerzbank 7,11 WWWWW –3,12

K+S NA 16,21 WWWW –2,53

Daimler NA 50,83 WWWW –2,48

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 22.05. ±% z. 21.05.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,01

3561/2909 3386,72

CAC 40 (FR) – 0,12

5601/4556 5378,98

S&P UK (UK) + 0,02

1569/1323 1483,59

RTS (RU) +1,07

1297/1033 1292,79

IBEX (ES) –0,07

10093/8286 9232,20

Dow Jones (US) –0,27

26952/21713 25806,99

Bovespa (BR) +0,38

100439/69069 94839,10

Nikkei (JP) +0,05

24448/18949 21283,37

Hang Seng (HK) +0,11

31521/24541 27692,27

Stx Singap. 20 (SG) +0,36

1635/1350 1532,35

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

CréditAgricole **

ca-consumerfinance.de 1,31 1,41 -

abcbank

abcbank.de 1,15 1,20 -

akf bank **

akf.de 1,05 1,20 1,20

Ziraat Bank

ziraatbank.de 1,05 1,20 -

VTB Direktbank

vtbdirekt.de 1,00 1,20 1,20

Targobank

targobank.de 0,60 1,10 -

Santander

santander.de 0,60 0,90 1,22

ING

ing.de 0,07 0,12 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,05 0,05 0,30

Postbank

postbank.de - - -

Isbank

isbank.de 1,00 1,15 -

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - 0,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

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ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 7· ·

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Wirtschaft

40 Milliarden für die Kohlestandorte

Kabinett beschließt Strukturhilfen. Geld soll es nun auch für Steinkohleregionen geben

Von Bettina Grönewald

Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke

(SPD) hat die vomKabinett

beschlossenen Strukturhilfen

für die Kohleländer als „starkes

Signal“ für die Reviere bezeichnet.

Mit dem Ergebnis sei eine zentrale

Voraussetzung dafür geschaffen worden,

dass die betroffenen Regionen

nachhaltige Perspektiven für Wachstum

und Beschäftigung entwickeln

könnten, teilten Woidke und die Ministerpräsidenten

von Sachsen-Anhalt,

Sachsen und Nordrhein-Westfalen

am Mittwoch mit. Sieforderten,

die Eckpunkte nun rasch in einen

konkreten Gesetzentwurf sowie

einen Staatsvertrag zwischen Bund

und Ländernzuüberführen.

„Das Gesetz muss jetzt zügig auf

den Weg gebracht werden. Weitere

Verzögerungen würden die Menschen

in den Revieren verunsichern“,

betonte Woidke. Die Lausitz

solle auch ohne Braunkohle eine Industrie-

und Energieregion bleiben.

Prioritäten seien Wissenschaft und

Forschung sowie der Ausbau der Verkehrssysteme,insbesondereder

umweltfreundlichen

Bahn, so der Ministerpräsident.

Das „Strukturstärkungsgesetz

Kohleregionen“ soll festschreiben,

dass der Bund den Ländern bis spätestens

2038 –wenn alle Stein- und

Braunkohlekraftwerke in Deutschland

stillgelegt werden –Milliarden-

Aus den Kühltürmen des BraunkohlekraftwerksSchwarze Pumpe in der Lausitz steigt Wasserdampf.

hilfen gewährt. Insgesamt sind dafür

rund 40 Milliarden Euro für die Kohleländer

Nordrhein-Westfalen, Brandenburg,

Sachsen und Sachsen-Anhalt

vorgesehen. DasGeld sollen entsprechend

den Kommissionsempfehlungen

aufgeteilt werden: Brandenburg

soll 25,8 Prozent der Mittel

erhalten, Nordrhein-Westfalen

37 Prozent, Sachsen 25,2 Prozent und

Sachsen-Anhalt 12 Prozent.

Die brandenburgische Landtagsabgeordnete

der Linken Kathrin

Dannenberg begrüßte die beschlossenen

Strukturhilfen grundsätzlich.

Wasdie Lausitz aber brauche,sei ein

Regionalbudget, über welches die regionalen

Akteure selbst mitbestimmen

könnten. Momentan bestehe

das „Koordinierungsgremium“ nur

aus Vertreternder Länder unter Vorsitz

des Bundeswirtschaftsministers.

„Es darf kein Koordinieren über die

Köpfe der Menschen in der Lausitz

FOTO: MONIKA SKOLIMOWSKA/DPA

hinweg geben.“ Ähnlich äußerte sich

die wirtschaftspolitische Sprecherin

der bündnisgrünen Landtagsfraktion,

Heide Schinowsky.

CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben

hingegen zeigte sich überzeugt,

dass die Strukturentwicklung ein Erfolg

werden könne. Die Lausitz bekomme

dadurch einen klaren Chancenkatalog,

der die Zukunft der Kohleregion

positiv gestalten helfe.

In das Eckpunktepapier zum Gesetz

für den Strukturwandel wurden

kurz vor dem Beschluss noch Zusagen

für strukturschwache Steinkohleregionen

eingefügt. An Standorten,

an denen der Steinkohlesektor eine

erhebliche wirtschaftliche Relevanz

besitzt, sollen Projekte finanziell mit

bis zu einer Milliarde Euro unterstützt

werden.

In NRWprofitieren fünf vonbundesweit

neun Steinkohlekraftwerksstandorten.

NRW hatte sich mit

Nachdruck dafür eingesetzt, dass in

dem Hilfspaket auch strukturschwache

Standorte von Steinkohlekraftwerken

mitbedacht werden.

„Signal desAufbruchs“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

(CDU) unterstrich die Bedeutung

der Zusagen sowohl für die

Braunkohle- als auch für die Steinkohleregionen.

„Für das Rheinische

RevieristdaseineguteNachrichtund

ein Signal des Aufbruchs“, betonte er.

Die bereits entwickelten Konzepte

für den Wandel zur Energie- und Industrieregion

der Zukunft erhielten

nun neuen Schub. „Wir machen

ernst mit dem Klimaschutz“, versicherte

Laschet. „Wir gehen damit in

Vorleistung für Deutschland.“ Auch

für das Ruhrgebiet sei das nachgebesserte

Eckpunktepapier „eine gute

Nachricht“. (dpa)

Otto attackiert

Amazon scharf

Vorstandschef beklagt geringe Steuerzahlungen

Die Otto Group hat ihren Konkurrenten

Amazon wegen dessen

niedriger Steuerzahlungen in der EU

scharf angegriffen. „Wir bezahlen

100 Millionen Euro Steuern, die wir

investieren könnten in die Digitalisierung

oder in den Service oder in

niedrigere Preise für die Verbraucher“,sagteVorstandschefAlexander

Birken in Hamburg. „Das ist ein gravierender

Nachteil für den gesamten

Einzelhandel, nicht nur für Otto,der

Arbeitsplätzekostet.“ DieOttoGroup

wachse nach wie vor und habe ausreichend

Investitionsmittel zur Verfügung;

für andereBereiche des Einzelhandels

gelte das nicht.

Otto hat sich bis 2022 ein Wachstumsziel

von 4bis 5Prozent jährlich

auf 17 Milliarden Euro und denUmbau

zu einem voll digitalisierten Konzern

auf die Fahnen geschrieben. Mit

der digitalen Transformation sei

auch die Verteidigung europäischer

Werte wie Rechtsstaatlichkeit und

Nachhaltigkeit auf einem internationalen

Marktverbunden, erklärte Birken.

„Die Kunden wollen anständiges

Verhalten bei uns sehen“, sagte

er.Darin sehe er einen Wettbewerbsvorteil

gegenüber global dominierenden

Playern etwa aus den USA

und aus China.

Im Fokussteheauch weiterhinder

Ausbau vonotto.de zu einer E-Commerce-Plattform,

unter deren Dach

mehrereAnbieter ihreWaren versenden.

Allein die Onlineumsätze des

Unternehmens waren zuletzt auf

vergleichbarer Basis um 4,5 Prozent

auf 7,7 Milliarden Euro gestiegen;

nach Amazon sei Otto der zweitgrößte

Onlinehändler Deutschlands.

Außerdem solle der Modehändler

About You, an dem Otto weiter Anteile

besitzt, mittelfristig zu einer Plattform

weiterentwickelt werden.

Insgesamt konnte die Otto Group

ihre Wachstumsziele unterdessen

nicht erreichen: Im abgelaufenen

Geschäftsjahr, das am 28. Februar

endete, lag der Umsatz mit 13,4 Milliarden

Euro nominal unter demdes

Vorjahres. Auf vergleichbarer Basis

habe die Gruppe ein Plus vonimmerhin

3,5 Prozent erzielt, hieß es. Der

Gewinn des Unternehmens lag mit

177 Millionen Euro noch deutlicher

unter dem Wert des Vorjahres.ImGeschäftsjahr

2017/2018 hatte die Otto

Group einen Überschuss von 516

Millionen Euro erwirtschaftet –woran

der Teilverkauf der Start-up-

Tochter About Youeinen maßgeblichen

Anteil hatte. Der Gewinn vor

Steuernund Zinsen (Ebit) reduzierte

sich unterdessen von 388 Millionen

Euro im Vorjahr auf 222 Millionen

Euro. Birken begründete dies mit

dem heißen und langen Sommer

2018, der auf die Kauflaune der Kunden

geschlagen habe. (dpa)

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8 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Meinung

Mietrecht

ZITAT

Eine bittere

Entscheidung

Ulrich Paul

hält das BGH-Urteil zu Eigenbedarfskündigungen

für falsch.

Für Mieter ist die Entscheidung fatal.

Einhohes Alter und eine lange Wohndauer

reichen nicht aus, umvor einer Eigenbedarfskündigung

durch den Vermieter

geschützt zu sein. Dashat der Bundesgerichtshof

am Mittwoch entschieden.

Wenn ein Mieter argumentiere, dass

ihm wegen eines Wohnungsverlusts nach

einer Eigenbedarfskündigung gesundheitlicher

Schaden drohe, sei künftig immer

ein Sachverständigengutachten einzuholen.

So solle geklärtwerden, „an welchen

Erkrankungen der betroffene Mieter

konkret leidet und wie sich diese auf seine

Lebensweise und Autonomie sowie auf

seine psychische und physische Verfassung

auswirken“.

Mag sein, dass die Richter damit den

Anspruch verfolgen, jedem Einzelfall gerecht

zu werden. Dagegen ist grundsätzlich

nichts einzuwenden. Der Hinweis

aber, dass es zusätzlich von Bedeutung

sei, „ob und inwieweit sich die mit einem

Umzug einhergehenden Folgen mittels

Unterstützung durch das Umfeld“ beziehungsweise

durch therapeutische Behandlung

mindern lassen, muss alle

Alarmsirenen schrillen lassen. Denn das

wirddazu führen, dass Vermieter vomgekündigten

80-jährigen demenzkranken

Mieter verlangen werden, sich nach dem

Rauswurfaus der Wohnung bitte in ärztliche

Behandlung zu begeben. Wenn es

dem Mieter dann noch nicht besser geht,

muss er eben den Therapeuten wechseln.

Auch die Familie könnte ihn ja mit seinen

Sorgen auffangen. Oder die Nachbarn.

Nein, das ist ein Irrweg. Hier sollen Fragen

der soziale Verantwortung zur einem therapeutischen

Problem heruntergestuft

werden.Wenn schon die Richter das nicht

erkennen, sollte es der Gesetzgeber tun –

und den Kündigungsschutz verbessern.

Kohleregionen

Jetzt kommt der

unangenehme Teil

Andreas Niesmann

ist gespannt auf den Abschaltzeitplan

für die Kraftwerke.

Der deutsche Ausstieg aus der Kohleverstromung

nimmt Konturen an.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat

seine Eckpunkte für ein Ausstiegsgesetz

und eines zur finanziellen Unterstützung

der Kohlereviere durchs Kabinett gebracht.

DiePolitik löst damit ihr wichtigstes

Versprechen ein: Das Abschalten von

Kohlekraftwerken und der Wegfall vonArbeitsplätzen

finden zeitgleich mit der Investition

in neue Jobs statt.

DieBundesregierung stellt eine Menge

Geld zur Bewältigung des Strukturwandels

in den Revieren bereit. Biszu40Milliarden

Euro sollen bis Ende 2038 für die

betroffenen Regionen in Brandenburg,

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-

Westfalen zur Verfügung stehen. 14 Milliarden

Euro fließen als Finanzmittel, der

Rest in Form vonProjekten des Bundes.

Die politische Entscheidung, die Regionen

nicht sich selbst zu überlassen,

war richtig. Wenn die Milliarden tatsächlich

so eingesetzt werden, das sie Folgeinvestitionen

auslösen und beim Aufbau

neuer Wirtschaftsstrukturen helfen, sind

sie gut angelegtes Geld. In der schieren

Größe des Fördertopfes steckt aber auch

eine Gefahr. Woviel Geld zur Verfügung

steht, wirdauch viel Geld für Unsinn ausgegeben,

das lehrt die Erfahrung. Der

Bund muss deshalb sehr genau hinsehen,

was mit dem Geld geschieht.

Der für alle Beteiligten angenehme

Teil, das Verteilen der Mitteln, ist geschafft.

Nunfolgt der unangenehme Part:

das Aufstellen eines Abschaltplanes für

die Kraftwerke. Die Ministerpräsidentenwerden

hier deutlich weniger engagiert

sein. Doch Strukturhilfen und Kraftwerksstilllegungen

gehören zusammen:

Geld ohne Gegenleistungen gibt es nicht.

Volle Ladung Finanzhilfe

Kurz vor dem Super-Wahlsonntag

setzt die SPD mit ihrem Grundrenten-Konzept

zur Sozialoffensive

an. Ob Andrea Nahles,Olaf Scholz

oder Hubertus Heil: Alle Beteiligten versichern,

dass es ihnen nicht um Politik-Taktik

geht, sondern umdie Menschen. Und zwar

um diejenigen, die fleißig sind und trotz jahrzehntelanger

Beitragszahlungen nicht mehr

bekommen würden als die Grundsicherung

im Alter, die auch erhält, wer niemals in die

Rentenkasse eingezahlt hat.

Tatsächlich muss sich erst noch zeigen,

ob es der SPD wirklich in erster Linie um

diese Menschen geht. Vorgelegt haben Bundesarbeitsminister

Heil und Finanzminister

Scholz ein Konzept, das auf „SPD pur“ hinausläuft.

Es ist vor allem eines –indieser

Form von CDU und CSU nicht mitzutragen.

Das fängt schon bei der SPD-Festlegung an,

entgegen der Regelung im Koalitionsvertrag

auf eine Bedürftigkeitsprüfung zu verzichten.

Und essetzt sich bei der Finanzierung

fort. Gesundheitsminister Jens Spahn wird

sich massiv gegen den Griff in die Krankenkassen-Kassen

stemmen. Und CDU und

CSU werden auch nicht bereit sein, auf den

einmal eingeführten Mehrsteuer-Rabatt für

Hotelübernachtungen zu verzichten.

Dieser Finanzierungsvorstoß ist ein

Wahlkampfmanöver –der durchschaubare

Versuch, die eigenen Leute auf den letzten

Meternzumobilisieren. Kein Zweifel: Aufdie

Dauer leidet die Akzeptanz des Sozialstaats,

wenn der, der sein Leben lang arbeitet, am

Ende auf staatliche Stütze angewiesen ist.

Leistung muss sich lohnen, auch für Geringverdiener.

Eine Grundrente darf aber keine

neuen Ungerechtigkeiten schaffen. Genau

das nimmt die SPD mit ihrem Konzept in

Kauf.

Heute Abend wird eine junge Frau das

neue und vierzehnte Germany’s Next

Topmodel werden. Drei Bewerberinnen stehen

im Finale –Sayana, Simone, Cäcilia. Eigentlich

wären es vier, aber Vanessa ist vor

dem Halbfinale ausgestiegen, „aus persönlichen

Gründen“. Keiner weiß was, aber Netz

und Medien mutmaßen manches. Für das

Show-Programm wird wieder Aufwand getrieben.

50 Akrobaten aus einem Cirque du

Soleil-Musical sind eingeladen, das Model

Tyra Banks, die Pop-Rock-Band Jonas Brothers

aus den USA, die britische Sängerin Ellie

Goulding und die Band Tokio Hotel. Thomas

Gottschalk macht auch was, er will aber

nicht darüber reden. Ich freue mich auf

Channing Tatum. Der Schauspieler wird mit

Tänzerneiner Las-Vegas-Showauftreten, die

auf dem Film „Magic Mike“ basiert. Ich sah

den sehr gerne –esgeht um Männer, die

strippen. Bild machte aus dieser einen Nummer

die Überschrift zur ganzen Sendung:„So

versext ist Heidis GNTM-Finale.“ Wird schon

nicht so schlimm werden.

DasKonzept blieb unverändert: Junge,oft

attraktive Frauen sollen trotz Schikanen und

Konkurrenzdruck zeigen, wie professionell

sie teure Klamotten vorführen können.

Strenge Entscheider –Heidi Klum und eine

Jury oder Beisitzer –schnipsen jede Woche

Kandidatinnen vom Steg, die Übriggebliebenen

rechnen sich ihreChancen aus.Tausende

hatten sich beworben, sie sind jetzt unter den

letzten fünfzig, den letzten zehn, den letzten

drei. Aber: „Nur eine kann Germany’s Next

Grundrente

So bleibt

sie nicht

Rasmus Buchsteiner

glaubt, dass das Konzept der SPD nicht durchsetzbar ist.

Doch eine Absicherung für Geringverdiener ist überfällig.

So wie es jetzt festgelegt ist, würde jemand,

der 34 Jahre Vollzeit gearbeitet hat,

leer ausgehen. Weraber 35 Jahre gearbeitet

hat, davon allerdings die meiste Zeit in Teilzeit,

bekäme den Rentenaufschlag. Er würde

auch an langjährige Geringverdiener gezahlt,

die letztlich doch anderweitig abgesichertsind

–etwa über den Partner oder über

andereEinnahmen.

DieArt undWeise,wie die Debatte geführt

wird, erinnert andas Vorgehen von Gewerkschaften

und ArbeitgeberninTarifauseinandersetzung.

Zunächst einmal werden Maximalforderungen

auf den Tisch gepackt –

auch, um die eigenen Leute zu mobilisieren

und sich öffentlicher Unterstützung zu versichern.

Wasfolgt, ist ein mühsamer Prozess

KOLUMNE

Da stimmt

doch

was nicht

Regine Sylvester

Autorin

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

der Annäherung mit vielerlei Ritualen, aus

dem sich dann eine Einigung ergibt. Es ist zu

hoffen, dass die GroKo bei der Grundrente

diesen Weggeht.

Es ist der SPD zwar nicht vorzuwerfen,

dass sie eine Grundrenten-Lösung für sich

definiert hat. Es wäre ihr aber vorzuwerfen,

wenn sie darauf beharren und sich nicht auf

das Ausloten von Kompromissen einlassen

würde. Gleiches gilt natürlich für die Union,

die bisher kaum erkennen lässt, an welchen

Stellen sie zu Zugeständnissen bereit wäre.

Die Grundrente droht im Parteienstreit

zerrieben zu werden. Leider nicht zum ersten

Mal. Schon der Christdemokrat Jürgen

Rüttgers, damals Ministerpräsident von

Nordrhein-Westfalen, forderte vor gut zehn

Jahren, dass jemand, der lange in die Rentenkasse

eingezahlt hat, mehr Rente bekommen

müsse als nur Grundsicherung. Bei der

Kanzlerin stieß Rüttgers damit auf taube Ohren.

2013 machte sich Ursula von der Leyen

auf seine Spuren, scheiterte aber mit ihrem

Plan einer „Lebensleistungsrente“ letztlich

in der Union –und das obwohl eine Bedürftigkeitsprüfung

vorgesehen war. Auch Andrea

Nahles machte in ihrer Zeit als Bundesarbeitsministerin

einen Grundrenten-Anlauf

–ohneErfolg.

Fürwirklich Bedürftige muss das alles wie

ein Hohn wirken. Zumal die Ursachen für geringe

Rentenanwartschaften vorallem zu geringere

Löhne sind. In vielen Branchen und

Regionen sind die Gewerkschaften heute

nicht mehr in der Lage,eine gute Bezahlung

durchzusetzen. Eine Steigerung der Tarifbindung

würde bedeuten, bei der Ursache des

Problems anzusetzen. DerVerweis auf niedrige

Löhne ist allerdings keine Ausrede für

Nichtstun. DieAbsicherung langjähriger Geringverdiener

ist überfällig.

Topmodel werden.“ Okay, aber was können

die vielen anderen jungen Leute werden?

Appinio, ein Start-up für Marktforschung

aus Hamburg, hat die beliebtesten Berufe für

Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 ermittelt:

Bei Mädchen waren es Tierärztin,

Lehrerin, Ärztin, Polizistin, Prinzessin. Jungen

wollten Polizist, Pilot, Feuerwehrmann,

Fußballprofi, Astronaut werden. Ist es ein

Zufall, dass die Hauptfiguren vieler Netzund

Fernsehserien in diesen Berufen arbeiten

und so zuVorbildernwerden? Dereinzige

Handwerkerberuf, der Koch, kommt bei den

Jungen immerhin noch auf den 9. Platz –im

Fernsehen wirdauch viel gekocht, gebacken

und gebraten.

Handwerkhat goldenen Boden. Manhört

nur so wenig davon.

Immer mehr Schüler machen Abitur, immer

mehr gehen an Hochschulen, immer

weniger schließen eine handwerkliche Ausbildung

ab.Von einer Million Handwerksbetrieben

brauchen 300 000 einen Nachfolger.

Deutsche Bäcker fahren mit einem Back-Bus

über dieSchulhöfe.

Am Ende der DDR gab es in Thüringen

1100 Bäckereien, 2018 noch 400. Nachwuchs

gibt es so gut wie gar nicht, und die

Meister fehlen auch. Der Spiegel berichtete

vonder Improvisation eines Bäckermeisters.

Der Mann, Bäcker in dritter Generation,

reiste 9000 Kilometer weit, nach Asien. Mit

Unterstützung des Ministerpräsidenten Ramelow

holte er junge Vietnamesen nach

Thüringen. 350 sind jetzt schon da in der

Lehre. Viele mehr werden folgen und dem

Berufden Nachwuchs sichern.

Das Handwerk blüht. Es ist sogar ausgebucht.

Kunden warten auf den Klempner

etwa so lange wie auf einen Termin beim Orthopäden.

Wenige Top-Models werden dringend

gebraucht, aber viele wollen es werden.

Viele Handwerker werden dringend gebraucht,

aber wenige wollen es werden. Da

stimmt doch wasnicht.

„Es macht keinen

Unterschied zum

vergangenen oder zum

nächsten Rennen.

Es ist nur eine Zahl.“

Kimi Räikkönen, finnischer Rennfahrer,

am Mittwoch im Fahrerlager der Formel 1

zu seiner bevorstehenden 300. Grand-Prix-Teilnahme

beim Großen Preis von Monaco

AUSLESE

Der Müll und die

To-Go-Gesellschaft

Weniger Plastikmüll, besseres Klima:

Die Bundesumweltministerin hat

dem Einwegbecher den Kampf angesagt.

Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich.

Die Neue Osnabrücker Zeitung etwa

warnt vor einer Art Strafsteuer:„Die Hersteller

würden die paar Cent auf die Preise

aufschlagen, die Kaffeeverkäufer diesen

Aufschlag an die Kunden weitergeben“,

heißt es dort. „Der ‚Coffee to go‘ würde etwas

teurer, der Müllberg aber nicht kleiner.“

„Wie bei den Plastiktüten –für die

man eigentlich immer noch viel zu wenig

zahlen muss –muss deshalb endlich eine

eindeutige gesetzliche Regelung zur Vermeidung

der Einwegbecher auf den

Tisch“, meint Lisa Inhoffen im General-

Anzeiger zum gleichen Problem.

„Heutzutage muss möglichst alles ‚to

go‘ sein. Die Generationen X, Yund Zhaben

es meistens eilig“, kommentiert das

Westfalen-Blatt und ist der Meinung, dass

die,die den Müll verursachen auch für die

Folgen aufkommen müssen. „Natürlich

wäre esschöner, die To-go-Fans würden

alle vonsich aus ihrVerhalten ändernund

stets eine Mehrwegtasse bei sich führen.

Doch danach sieht es nicht aus.“

Ähnlich sieht man es auch bei der

Freien Presse: „Das Beispiel Plastiktüte

hat gezeigt, dass schon 15 bis 20 Cent

pro Tüte etwas bewirken: Der Verbrauch

an Plastiktüten ist drastisch zurückgegangen“,

heißt es dort. „Das allein

wird die Welt nicht retten, aber immerhin.“

Christine Dankbar

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Nebenan im Kiez:

Berlin feiertamFreitag

dasFestder Nachbarn

Seite 14

Kriminelle Clans: Jetzt sollen die Notare ran Seite 12

Desolate Zustände: Krankenhäuser brauchen Milliarden-Investition Seite 15

Ulbrichts

Schadenfreude

Als Kind mochte ich Eis sehr

gerne. Besonders angetan war

ich vomMoskauer Eis. Ob es tatsächlich

aus der Hauptstadt der Union

der Sozialistischen Sowjetrepubliken

(UdSSR) kam, weiß ich nicht. Es

kann auch sein, dass es in einem anderen

befreundeten Land zusammengemixt

wurde. Denn das Moskauer

Eis gab es auch in anderen

Städten der sozialistischen Staatengemeinschaft.

Zwischen zwei hellen

Waffeln befand sich eine unwiderstehliche,

helle, cremige Masse. Viel

zu fettig, allenthalben mit dem Geschmack

von süßer Milch. Das Produkt

par excellence gab es,soglaube

ich, für eine Ostmark. Den Geschmack

habe ich nicht vergessen,

den Preis schon. Egal.

Es gab noch einen weiteren Höhepunkt

in punkto Eis inmeinem

Leben: den Schwedeneisbecher.Der

wurde hauptsächlich in gehobenen

Gaststätten ab Preisklasse 4 (die

höchste war 6) im Osten kredenzt.

Im Westen war er nicht bekannt, haben

mir Kollegen erzählt. Dort war

Spaghetti-Eis in aller Munde. Der

Schweden-Becher

besteht

aus zwei oder

drei Kugeln Vanilleeis,

Apfelmus

und Eierlikör.

Je nach

Preisstufe des

Geht mit Schokosoße,

nie ohne Likör.

Stadtbild

Lutz Schnedelbach

mag Schwedeneisbecher

aus dem Osten.

CC BY-SA 3.0/ MARK BENECKE

Lokals waren

noch ein paar

Schokoladenkrümel

über die

Haube aus

Schlagsahne gestreut. Bitterschokolade

übrigens.

Entstanden ist der Name,sohabe

ich gelesen, angeblich während der

Olympischen Winterspiele 1952 in

Oslo.Daspielte die Eishockeymannschaft

der Bundesrepublik gegen die

Mannschaft aus Schweden. Die

Schweden besiegten die BRD mit 7:

3. Aus grenzenloser Schadenfreude

darüber soll der Generalsekretär des

Zentralkomitees der SED,Walter Ulbricht,

die von ihm geliebte Eiskreation

auf den Namen Schwedeneisbecher

getauft haben.

Mitzwölf oder 13 Jahren hatte ich

diese Köstlichkeit für mich entdeckt.

Zu dieser Zeit kümmerte sich ab und

zu meine Oma ummich und meine

Erziehung. Dabei lud sie mich des

öfteren in eine Eisdiele ein. Ich bestellte

dann immer Schwedeneisbecher

und war mir sicher,dass sie das

mit dem Eierlikör nicht mitbekam.

Weit gefehlt. Siewar ja nicht doof. Sie

sagte nichts, handelte aber. Entweder

sie löffelte den Likör ab,bevor ich

ihn bekam, oder sie sagte dem Ober,

dass er ihn weglassen sollte. Aber

Schwedeneisbecher ohne –das ging

gar nicht. Ich war sauer auf meine

Omaund zeigte ihr das auch. In dieser

Zeit gingen wir nicht mehr allzu

oft Eisessen.

Neulich saß ich in einem Eisladen

in der Nähe vom Alex und hatte unbändiges

Verlangen nach einem

Schwedeneisbecher. Der Verkäufer

aus Italien sah mich erstaunt an.

„Kenne ich nicht“, sagte er. Ich habe

es ihm erklärt. Dennoch hat sein Eisbecher

nicht geschmeckt. DerEierlikör

hat gefehlt. Ulbricht hätte das

nicht durchgehen lassen.

Neues Job-Profil: Paketzusteller brauchen künftig nicht mehr zwingend einen Führerschein. Die Branche hofft bereits, so leichter Personal zu finden.

Ersatzverkehr per Rad

Zwölf Monate wurde im Kiez am Mauerpark die Paketzustellung per Fahrrad getestet. Das Ergebnis: Es geht

VonJochen Knoblach

Eswar einVersuch, und er hat

sich gelohnt. Zwölf Monate

lang testete die Stadt zusammen

mit den fünf größten

Paketzustellerndes Landes,obim

Innenstadtbereich Lastenfahrräder

als Ersatz für die großen Dieseltransporter

von DHL, Hermes &Cotaugen.

Die Antwort liefert Andreas Weber

am Mittwoch. Er hatte das Projekt

von Anfang an koordiniert, das sich

auf ein aus vier Containernbestehendes

Mikro-Depot an der Eberswalder

Straße in Prenzlauer Berg konzentrierte.„Es

funktioniert. Stadtverträglicher

Lieferverkehr ist möglich.“

Das Depot am Mauerpark wurde

im April vergangenen Jahres eingerichtet.

Seitdem wird esvon den Paketdiensten

beliefert. Der Weitertransport

auf der sogenannten letzten

Meile erfolgt dann per Lastenfahrrad.

Eine Schnittstelle zwischen

Diesel und Fahrradkette.

Insgesamt elf Velo-Transporter

waren dortinden vergangenen zwölf

VonMartin Klesmann

11

Lastenfahrräder sind in dem

Mikro-Depot im Einsatz.

LIEFERWENDE IN ZAHLEN

160 000

Pakete wurden mit ihnen in

dem Kiez ausgeliefert.

600

Transportertouren wurde so

vermieden.

Monaten im Einsatz und machten die

gewohnten Kastenwagen der Paketzusteller

im Umkreis vonzweibis drei

Kilometern rar. Projektleiter Weber

nennt die Zahlen: 160 000 Pakete

wurden per Pedal-Transport ausgeliefert.

Dafür spulten die Kuriere mit

Lastenfahrrädern 38000 Kilometer

ab und konnten so 28 000 Kilometer

herkömmlicher Transporter vermeiden.

Legt man zugrunde,dass ein Zustellauto

proTour in der Stadt etwa 50

Kilometer zurücklegt, dann gab es im

Zustellbereich rund um das Test-Depot

in den zurückliegenden zwölf

Monaten etwa 600 Transporterfahrten

weniger. Allein Hermes hatte in

dem Gebiet nur noch zwei statt fünf

AutosimEinsatz. In jedem Fall sollen

so binnen eines Jahres insgesamt elf

Tonnen Kohlendioxid eingespart

worden sein.

Weniger Lärm, weniger Abgas,weniger

Lieferfahrzeuge,die in der zweiten

Spur parken – das sind Argumente,

die vor allem im Innenstadtbereich

überzeugen. Weber bezeichnet

das Projekt an der Eberswalder

So viele Briefwähler wie noch nie

Landeswahlleiterin sieht diese Rekordzahl bei den anstehenden Europawahlen sehr kritisch

Kurz vor dem Wahlsonntag zur

Europawahl zeichnet sich ein

neuer Briefwählerrekord ab. Fast

eine halbe Million Briefwahlunterlagen

habe man bereits verschickt,

teilte Wahlleiterin Petra Michaelis

mit. Genau seien es bis zum 21. Mai

482 159 Wahlscheine gewesen, das

seien über 130 000 mehr als bei der

letzten Europawahl vor fünf Jahren.

Dasspreche für eine größereMobilisierung

anlässlich der diesjährigen

Wahl, sagte die Wahlleiterin. Dennoch

sieht sie die wachsende Anzahl

von Briefwählern kritisch. „Die

Grundsätze von geheimer und gleicher

Wahl werden ein Stück weit in

Frage gestellt.“ Denn bei einer Briefwahl

sei nie ganz klar,wer das Kreuz

auf dem Wahlzettel gemacht hat. Zudem

könnten Briefwähler Ereignisse

kurz vor der Wahl nicht mehr berücksichtigen.

Ulrike Rockmann

vomLandesamt für Statistik betonte,

dass man in Schweden zwei Wochen

vor der Wahl seine Briefwahlentscheidung

zurückziehen und neu

wählen könne,inDeutschland nicht.

Insgesamt können bei der Europawahl

2,51 Millionen Berliner ihre

Stimme abgeben –etwa 11 000 weniger

als bei der Europawahl 2014.

Jeder fünfte ist inzwischen ein

Briefwähler. Den Trend zur Briefwahl

konnte man in Berlin auch bei

den jüngste Bundestags- und Abgeordnetenhauswahlen

sehen. „Viele

Leuten wollen sonntags etwas anderes

machen, als wählen zu gehen“,

sagte Michaelis. Zumal man

auch online und neuerdings mit einem

QR-Code Briefwahlunterlagen

beantragen kann.

DPA/ARNE DEDERT

Straße als einen „ersten Schritt“ und

„dauerhaften Baustein“ des Cityverkehrs.

Hartmut Weber von der Senatsverkehrsverwaltung

wird dann

sogar konkret.„ImnächstenJahrwollen

wir drei bis fünf weitereDepotseröffnen“,

sagt er. „Wir suchen bereits

nach geeigneten Standorten.“ Auch

eine Untermiete an Tankstellen oder

in Einkaufscenternsei dabei denkbar.

Tatsächlich ist man auch in der Paketbranche

dem neuen Transportmittel

gegenüber aufgeschlossen.

Zwar beteuert man, die Kosten noch

nicht berücksichtigt zu haben. Doch

wirddie Branche kaum an der emissionsfreien,

radwegtauglichen und

fahrverbotsresistenten Art der Paketzustellung

vorbeikommen. Denn der

Paketversand wird sicher weiter zunehmen.

Das Beratungsunternehmen

Oliver Wyman prognostizierte

gerade erst einen Anstieg der Paketversendungen

von derzeit etwa 3,5

auf bundesweit neun Milliarden Pakete

im Jahr 2028, was zugleich auch

annähernd eine Verdreifachung des

Lieferverkehrs bedeutet.

In Berlin stehen insgesamt 40 Listen

zur Wahl, 16 mehr als 2014. Der

Stimmzettel ist fast einen ganzen

Meter lang. Die CDU ist in der

Hauptstadt die einzige Partei, die mit

einer eigenen Landesliste antritt.

Insgesamt haben sich bisher 18 000

der 256 000 in Berlin gemeldeten

EU-Ausländer insWählerverzeichnis

eintragen lassen, darunter auch 838

Briten. 79 Prozent der 1800 Berliner

Wahllokale sind mittlerweile barrierefrei

zugänglich, Sehbehinderte

können mittels einer Stimmzettelschablone

wählen.

NACHRICHTEN

Priester wegen Missbrauchs

schuldig gesprochen

EinBerliner Kirchengericht hat den

Priester Peter R. wegen Missbrauchs

vonMinderjährigen schuldig gesprochen.

DasDiözesangericht habe

R. in acht Fällen schuldig gesprochen,

erklärte das Erzbistum Berlin

am Mittwoch. DieDunkelziffer seiner

Missbrauchstaten dürfte aber

„durchaus höher liegen“, hieß es.

Diemeisten Taten geschahen demnach

in den 70er-Jahren an der Jesuitenschule

Canisius-Kolleg in Berlin.

DerHildesheimer Diözesanpriester

verliertnun sämtliche priesterlichen

Rechte und Ämter sowie den Anspruch

auf die priesterliche Pension.

DieHildesheimer Diözese müsse

dennoch dafür Sorgetragen, dass R.

die „zum Leben unverzichtbare

finanzielle Unterstützung erhält“.

DasUrteil ist rechtskräftig. DerMissbrauchsskandal

in Deutschland

hatte im Januar 2010 mit einem Brief

des Jesuitenpaters und damaligen

Schulleiters des Canisius-Kollegs,

Klaus Mertes,begonnen. Darinbat

Mertes die Schüler,ihr Schweigen

über Missbrauchsfälle in den 70erund

80er-Jahren zu brechen. (dpa)

Kita in Neukölln

befürchtet Kündigung

DerKita „Kleinen Fische“ und die

Bewohner eines Neuköllner Mietshauses

protestierten am Mittwoch

vordem Rathaus des Bezirks gegen

den Verkauf ihres Hauses in der

Schöneweider Straße.„Nach dem

Mietrecht gelten wir als Gewerbe,

das leicht gekündigt werden kann“,

sagte KayHartmann, Vorsitzender

Elterninitiativ-Kita. Mieter forderten

den Bezirk auf, in dem Fall das Vorkaufsrecht

auszuüben. (mak.)

Aus Rache Anschlag

mit Handgranate

Zwei Cousins haben im Herbst 2018

eine Handgranate in eine Barin

Kreuzberggeworfen, um sich für

tödliche Schüsse auf ihren Verwandten,

den Intensivtäter Nidal R., zu rächen.

Sieben Monate nach der Tat

hat das Landgericht am Mittwoch

die beiden Männer zu Jugendstrafen

verurteilt: Vier JahreHaft erhielt ein

20-Jähriger,zweiJahreund sechs

Monate Haft erhielt ein 21-Jähriger.

Beide Angeklagte wurden der Herbeiführung

einer Sprengstoffexplosion

sowie der Sachbeschädigung

schuldig gesprochen. Vermeintliche

„großfamiliäreLoyalität“ sei über

das Gesetz gestellt worden. „Das ist

in einem Rechtsstaatnicht hinnehmbar“,

hieß es im Urteil. (dpa)

Todesopfer aus Berliner

Flixbus ist Italienerin

Nach dem schweren Fernbusunfall

auf der Autobahn 9steht die Identität

der getöteten Frau fest. Es handele

sich um eine 63 Jahrealte Italienerin

aus Trento,sagte Andreas Ricken,

Sprecher der Staatsanwaltschaft

Leipzig, am Mittwoch. Sie

war mit ihrer 24 Jahrealten Tochter

und deren 25-jährigen Freund auf

dem Wegnach München. DerFlixbus

war am Sonntagabend vonBerlin

nach München unterwegs,auf

der Autobahn 9inder Nähe von

Leipzig verunglückte er.Die drei Italiener

hatten in Berlin das Champions-League-Finale

im Volleyball

besucht. (dpa)


10 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Bezirke

Grünes Licht für Fahrradstraße

Plötzlich ging alles ganz

schnell: Noch in diesem

Jahr soll die Ossietzkystraße

zur Fahrradstraße werden.

Bislang, so der zuständige

Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn

(Grüne), war er davon ausgegangen,

dass der Einrichtung

einer solchen Straße zwangsweise

eine teure Verkehrszählung

vorausgehen müsse.

Jetzt aber habe der Senat ein

Niederschönhausen

Schreiben des Bundesverkehrsministeriums

öffentlich

gemacht, wonach die

Grundvoraussetzung zur

Umwandlung in eine Fahrradstraße

darin bestehe,dass

der Radverkehr nach Realisierung

der Maßnahme die

überwiegende Verkehrsform

sein werde. Davon sei im

Falle der Ossietzkystraße

auszugehen. (mw.)

Frühjahrsputz in der Bucht

Schwimmende Plastikteppiche

in den Meeren gehören

mittlerweile zum traurigen

Alltag. Das Meer mag

vonBerlin weit entfernt sein,

doch auch über unsere

Flüsse gelangt tagtäglich

Plastik in die Weltmeere.

Unter dem Motto „Clean

up the bay“ rufen deshalb

der Verein Zero Waste und

die Initiative„Alles im Fluss“

Lichtenberg

am 30. Mai, zwischen 11 und

14 Uhr, zum Frühjahrsputz in

der Rummelsburger Bucht

auf. Geplanter Treffpunkt ist

am Paul- und Paula-Ufer.

Die Finger muss sich niemand

schmutzig machen.

Die Kehrenbürgerinitiative

der Berliner Stadtreinigung

(BSR) unterstützt die Aktion

mit entsprechendem Werkzeug.

(sara.)

Rudercamp in den Ferien

10- bis 14-Jährige sind bei dem

Ruderernwillkommen. NRCB

Neukölln

Die Rudergesellschaft Wiking

und der Neuköllner

Ruderclub Berlin laden vom

15. bis 19. Juli zum Ruder-

Sommercamp auf das Vereinsgelände

an der Haarlemer

Straße ein. Die Teilnehmer

müssen zwischen zehn

und 14 Jahre sein und das

Seepferdchen haben. (sara.)

Anmeldungen sind bis 30. Juni

möglichunter buero@rg-wiking.de

Verborgene Schätze

Aufgrund der großen Resonanz

vergangener

Jahre werden Führungen

durch das Sockelgeschoss des

Schinkel-Denkmals auf dem

Kreuzberg angeboten. Die

zweistündige Führung bietet

einen Einblick in den einer

Kathedrale ähnelnden Raum

von rund 1500 Quadratmetern,

der bildhauerische

Kunstwerke des alten Berlins

Kreuzberg

beherbergt. Die Termine für

dieses Jahr: 23. 5. , 14. 6. ,

18. 7., 16. 8., 20. 9., 10. 10. Ob

Karten noch verfügbar sind,

kann telefonisch abgefragt

werden. DieTeilnahme kostet

sieben Euro. Die Erlöse des

Ticketverkaufs gehen an den

„Verein zur Erforschung und

Darstellung der Geschichte

Kreuzbergs“. (sara.)

Infos: (030) 50 58 52 32

Anwohner erobern Lutherplatz

Auf dem Lutherplatz in

der Spandauer Neustadt

tut sich etwas. Erst hing zwischen

den Bäumen nur ein

Banner, jetzt steht auf der

Wiese ein blauer Schiffscontainer,

der die „Offene Werkstatt

Lutherplatz“ beherbergen

wird. Anwohner und Interessierte

sind eingeladen,

deren Mitmach-Angebote

wahrzunehmen und eigene

Spandau

Ideen einzubringen. Los geht

es am 28. Mai mit einer offenen

Impro-Theaterprobe,

am 29. Mai wird ein

Frauencafé angeboten. Die

Uhrzeiten stehen noch nicht

fest. Am 2. Juni, von14.30 bis

17.30 Uhr, macht ein Spielmobil

Station. Mehr dazu ist

online zu erfahren. (nm.)

Mehr Infos im Netz:

www.qm-spandauer-nestadt.de

Kleines Haus, großer Traum

Lebensraum auf kleinstem Platz –das ist

die Idee der sogenannten Tiny-Houses.

Aber auch arbeiten soll man in den mobilen

Mini-Häusern können, davon zeugt

das zur Zeit in Mitte an der Michaelkirchbrücke

geparkte New Work Studio. Entworfen

hat esVanBoLe-Mentzel, einer der

PETER MEISSNER

Köpfe der Tiny-House-Bewegung. Das

New Work Studio sei ein mobiler Think

Tank, in dem etwa die Frage „Wie wollen

wir in Zukunft arbeiten?“ erörtert werden

könne.Das Häuschen kann auch gemietet

werden. Mehr Informationen auf derWebsite

tinyfoundation.strikingly.com (BLZ)

Schöneberg

Labor der Energiewende

Der Euref-Campus am Gasometer

feierte gerade

seinen zehnten Geburtstag.

Mehr als 3500 Menschen forschen,lernen

und entwickeln

in diesem „Reallabor der

Energiewende“ mittlerweile.

Mehr als 150 Firmen haben

sichhier angesiedelt. Auch die

Vattenfall Energy Solutions

baut ihre Firmenzentrale auf

dem Euref-Campus. (sara.)

Der Euref-Campus agiertseit

2014 klimaneutral. PRESSESTELLE TE-SC

Grünanlage soll bleiben

Die Bürgerinitiative Lebenswertes

Lichterfelde

und der Bund für Umwelt

und Naturschutz (BUND)

haben Widerspruch gegen

die Entwidmung der geschützten

Grünanlage am

Dahlemer Weg247 eingelegt.

Damit soll verhindert werden,

dass in dem seit Jahrzehnten

verwilderten Bereich

eine Mobile Unterkunft

Lichterfelde

für rund 500 Flüchtlinge errichtet

wird. DieFlüchtlingsunterkunft

sei „wegen der

besonderen natur- und artenschutzrechtlichen

Wertigkeit

nicht realisierbar“, erklärtdie

Bürgerinitiative. Das

Bezirksamt sieht das anders,

die Wertigkeit des Areals

nehme vom südlichen Bereich

an der Goerzallee in

Richtung Norden ab. (nm.)

Dokumentarisch. In der Schaubude

Berlin, Greifswalder

Straße 81-84, feiertam30. Mai

das Stück „Single lives as Single

wants“ Premiere. Mitdem

„politischen Dokumentartheater“

geht die cmd+c Company

aus Berlin der Frage nach, welche

Relevanz die Wahrheit in

einer Welt voller subjektiver

Meinungen noch hat. Weitere

Termine: 31. Maiund 1. Juni.

TERMINE

Einladend. Am 25. Maiist es

wieder soweit: Vordem Rathaus

Schöneberg, auf dem

John-F.-Kennedy-Platz, wird

zwischen 12 und 19 Uhrdas

große Nachbarschaftsfest gefeiert.

Aufder Freiherr-vom-

Stein-Straße wirdeseine Kinderbühne

mit bunter Unterhaltung

und einem tollen Mitmach-Programm

für die

kleinen Besucher geben.

International. DerInternationale

Kindertag wirdimFEZ in

der Wuhlheide an gleich zwei

Tagen gefeiert: Am 1. und

2. Juni, jeweils 10 bis 18 Uhr, erwarten

auf zehn Mitmacharealen

50 Organisationen und

Vereine sowie 700 Künstler die

kleinen und großen Besucher.

DasTagesticket kostet vier,für

Familien ab drei Personen

3,50 Euro proPerson.

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Rückkauf der Künstlersiedlung

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf

hat einstimmig beschlossen,

die Künstlersiedlung in

Schmargendorf von der Vonovia

zurückzukaufen.

„Ohne eine solche Übernahme

in Landesbesitz

droht ein unwiederbringlicher

Verlust der Struktur der

Siedlung“, erklärte Bezirksbürgermeister

Reinhard

Schmargendorf

Naumann (SPD). Insgesamt

befinden sich 690 Wohnungen

in der Künstlerkolonie.

Diese gehörtseit einigen Jahren

dem Wohnungsunternehmen

Vonovia. Steigende

Mietpreise führten unlängst

dazu, dass sich viele der freischaffenden

Künstler, die

hier seit Jahrzehnten wohnen,

die Miete nicht mehr

leisten können. (kr.)

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70 Jahre deutsches

Grundgesetz

Bild: dihetbo/stock.adobe.com

Am 23. Mai 1949 wurde das Dokument unterzeichnet

und damit die Bundesrepublik gegründet –Seitdem

hat sich die Verfassung ständig weiterentwickelt

Es ist das Jahr 1948 –der Zweite Weltkrieg ist

seit rund drei Jahren beendet, der Wiederaufbau

im Gange, die Siegermächte ringen um

die Zukunft Deutschlands. Die Teilung des Landes

schreitet dramatisch voran. Am1.Juli 1948 überreichen

die Militärgouverneure der USA, Frankreichs

und Großbritanniens den westlichen Ministerpräsidenten

die „Frankfurter Dokumente“. Der wichtigste

Auftrag darin: Sie sollen gemeinsam eine

Verfassung ausarbeiten.

Staates die Teilung Deutschlands vertiefen würde.

Daher sollte das Grundgesetz zunächst nur ein Provisorium

sein, bisdie Einheitwiederhergestellt wäre.

ARTIKEL FÜR DIE EWIGKEIT. Heute feiert das Dokument

seinen 70. Geburtstag. Bis jetzt steht es im

Rang über allen anderen deutschen Rechtsnormen

und bis heute blieb sein Grundcharakter unangetastet.

Das liegt unter anderem ander „Ewigkeitsklausel“.

Diese sieht vor, dass die Artikel eins bis 20nicht

verändert werden dürfen. Diese Präambel enthält

die sogenannten Grundrechte –unter anderem den

bekannten Artikel 1:„Die Würde des Menschen ist

unantastbar. Sie zu achten und zuschützen ist Verpflichtungaller

staatlicherGewalt“.

Die Würde

des Menschen ist

unantastbar

GEBURTSORT IN BONN. Dazu wird am 1. September

1948 der Parlamentarische Rat eröffnet, dessen

Mitglieder von den Landesparlamenten gewählt worden

waren. Die Sitzung findet imeinzigen repräsentativen

Versammlungsraum inBonn statt, der nicht

vom Krieg zerstört wurde: imMuseum König. Unter

dergroßenGlaskuppelinder Säugetierabteilung wird

in den kommenden Monaten um Worte gerungen.

Das Zoologische Forschungsmuseum ist damit der

Geburtsort derBundesrepublik.

STETIGE VERÄNDERUNG. Der zweite längere, organisatorische

Teil legt die wesentliche Struktur des

Staates fest –unter anderem die Aufteilung inBund

und Länder sowie die Gewaltenteilung in Deutschland.

Diese Bereiche wurden seit 1949 immer wieder

modifiziert und weiterentwickelt, auch wenn das

nicht ohne Weiteres möglich ist: Für eine Änderung

desGrundgesetzesist immer dieZustimmungjeweils

einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder des Bundestages

sowie des -rates erforderlich. Heute haben

nurnoch70Artikel denWortlaut von1949, insgesamt

63 Malwurde derTextüberarbeitet–zuletztimMärz

diesesJahres.

Im Museum König versammelte

sich 1948 der Parlamentarische Rat

ALS PROVISORIUM GEDACHT. Dort wird auch am

8. Mai 1949 das Grundgesetz beschlossen, das zuvor

von den Aliierten genehmigt wurde. Anschließend

erhielt das Dokument inallen westlichen Landtagen

bisauf Bayern dieZustimmung. Vorgenau 70 Jahren,

am 23. Mai 1949, wurde es dann vom Parlamentarischen

Rat im Museum König unterzeichnet. Damit

war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

Doch warum heißt das Grundgesetz eigentlich nicht

Verfassung? Die Siegermächte fürchteten, dass eine

Verfassung als Gründungsdokument eines neuen

1. Juli 1948

Die Aliierten erteilen den

Auftrag, eine Verfassung zu erstellen

8. Mai 1949

Der Parlamentarische Rat

beschließt das Grundgesetz, alle Länder bis

auf Bayern stimmen anschließend zu

1. September 1948

Eröffnungssitzung des Parlamentarischen

Rates imMuseum König

„ WELCHES GLÜCK,INFRIEDEN

UNDFREIHEIT LEBENZUDÜRFEN.“

Prof. Dr.h.c.mult. Reinhold Würth

Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe

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23. Mai 1949

Unterzeichnung des Grundgesetzes

und Gründung der Bundesrepublik

Seit 70 Jahren istunser Grundgesetz eineder verlässlichen Säulen für unser demokratisches Europa.

1949 warReinhold Würth 14 Jahrealt. Das Unternehmen seines Vaters beschäftigtedreiMitarbeiter.

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Auf Werten wachsen. Seit mehr als 70 Jahren.

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12 * Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Mordopfer identifiziert.

DerTote aus dem TreptowerParkist

identifiziertworden, nachdem die

Polizei ein Foto des Mannes veröffentlicht

hat. Beidem Mordopfer

handelt es sich Polizeiangaben zufolge

um einen 28-jährigen Mann

aus Augsburg. DerObdachlose war

Mitte Aprilnach Berlin gekommen.

Passanten hatten seine Leiche am

vergangenen Sonntag in der Nähe

des Ehrenmals entdeckt. DiePolizei

hat jetzt zwei weitereFotos des Mannes

auf ihrer Internetseite veröffentlicht

und bittet Menschen, die den

Mann kannten, sich zu melden.

Schlägerei auf dem Alexanderplatz.

Zwei Männer aus Polen haben in der

Nacht zum Mittwoch am Bahnhof

Alexanderplatz in Mitte auf einen

Landsmann eingeprügelt. ZuvorwarenTäter

und Opfer in Streit geraten.

Reisende alarmierten die Polizei. Beamte

nahmen einen der Schläger

fest. Gegen den 23-Jährigen wirdwegen

gefährlicher Körperverletzung

ermittelt. Sein Komplizeentkam.

Das39Jahrealte Opfer wurde in ein

Krankenhaus gebracht. DieHintergründe

der Auseinandersetzung

sind noch unklar.

Drogenkuriere festgenommen.

Beamte des mobilen Einsatzkommandos

haben am Dienstagabend

in der Fritzi-Massary-Straße in Neukölln

zwei Drogenkurierefestgenommen

und Kokain im Wert von

40 000 Euro sichergestellt. Einer von

ihnen saß bei der Festnahme in seinem

Auto.Die Zivilfahnder schlugen

die linke Seitenscheibe ein und zerrten

den Mann ins Freie.

Autos in Flammen.

In Kreuzbergbrannten am frühen

Mittwochmorgen in der Schöneberger

Straße zwei Autos und ein Kleintransporter

der Bundespolizei aus.

Zehn Feuerwehrleute löschten die

Flammen. Verletzt wurde niemand.

DieBrandursache ist noch unklar.

DiePolizei vermutet vorsätzliche

Brandstiftung.

Diese Männer sollen einen Mann geschlagen

und ausgeraubt haben.

POLIZEI

Fahndung nach Räubern.

Miteinem Foto aus einer ÜberwachungskameraamU-Bahnhof

Mehringdamm

in Kreuzbergfahndet die

Polizei nach drei MännernimAlter

von18bis 25 Jahren. Siesollen am

13. Maigegen 5Uhr einen 32-Jährigen

geschlagen und ausgeraubt haben.

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle

entgegen.

Unfall bei Blaulichtfahrt.

In der Alten Hellersdorfer Straße in

Hellersdorfist am Dienstagabend

ein Streifenwagen der Polizei mit einem

Mercedes Benz zusammengestoßen.

Dabei wurden die beiden

Polizisten sowie der Fahrer des Mercedes

verletzt. DieStreife war mit

eingeschaltetem Blaulicht und Martinshornauf

dem Wegzueinem

Brand in der Ludwigsfelder Straße

unterwegs. (ls.)

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Jetzt sollen die Notare ran

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) will mit einer Taskforce an das Geld krimineller Clans

VonKatrin Bischoff

Gegen kriminelle Clans

gibt es nur zwei Druckmittel:

Kinder und Kohle.

Das sagte Neuköllns Jugendstadtrat

Falko Liecke (CDU) unlängst

in einem Interview mit der

Berliner Zeitung. Während Liecke

bei den Kindern ansetzt und sie aus

den arabischen Großfamilien herausholen

will, hat es Justizsenator

Dirk Behrendt nun auf das Geld der

Clans abgesehen, das diese Familien

gerne in Immobilien anlegen. Der

Grünen-Politiker will eine schnelle

Eingreiftruppe einrichten. Das berichtete

der Tagesspiegel.

Mit der Taskforce soll überprüft

werden, ob NotareGeschäfte mit kriminellem

Geld beurkunden. Behrendt

sagte der Berliner Zeitung: „Wir

wollen an das Geld der organisierten

Kriminalität. Über Immobiliengeschäfte

kann illegal erwirtschaftetes

Geld in großem Stil gewaschen werden.“

Aus diesem Grund setze man

bei den Immobiliengeschäften an. Da

in diesen Fällen jeder Kaufvertrag von

einem Notar beurkundet werden

müsse, seien Notare„eine Art Nadelöhr“.„Unser

Ziel ist es,die Sensibilität

bei den Notaren zu erhöhen“, erklärte

der Justizsenator. Erst im Sommer

hatte die Staatsanwaltschaft in Berlin

77 Immobilien eines Clans beschlagnahmt,

die vermutlich mit Geld aus

Straftaten finanziertworden waren.

60 000 gemeldetVerdachtsfälle

Laut Justizverwaltung liegt die Aufsicht

der Notare, die Notarrevision,

derzeit beim Landgericht. Die Kontrollen

beschränken sich bisher lediglich

auf die korrekte Arbeit der

Notare. Drei Experten sollen die Revision

demnächst verstärken und

Verstöße gegen das Geldwäschegesetz

aufdecken. Denn Notare hätten

eine Meldepflicht bei dem Verdacht,

dass Immobilien durch illegal erworbenes

Geld gekauft werden sollen.

Wenn ein 19-jähriges Mitglied eines

kriminellen Clans,der Sozialhilfe bekomme,

mit einem Sack voll Geld

eine Villa kaufe, dann müssten bei

dem Notar die Alarmglocken läuten.

2017 gab es laut Justizverwaltung

in Deutschland rund 60 000 Meldungen

wegen des Verdachts der

Geldwäsche. Fast alle kamen von

Banken, sie gingen an die Financial

Intelligence Unit (FIU), die Zentralstelle

für Finanztransaktionsuntersuchungen

des Zolls. Nur fünf Verdachtsfälle

auf Geldwäsche wurden

von Notaren gemeldet – lediglich

eine Nachricht kam aus Berlin.

Justizsenator Behrendt will an das Geld der kriminellen Clans.

In Berlin gibt es laut Positionspapier

des Bundes der

Kriminalbeamten (BDK)

20 bis 30 arabischsprachige

Großfamilien mit jeweils bis

zu 900 Familienangehörigen.

Mehr als die Hälfte von

ihnen seien inzwischen deutsche

Staatsangehörige.

Nicht alle Mitglieder dieser

Familien begingen Straftaten.

IN BERLIN GIBT ES 20 BIS 30 CLANS

Kriminelle Clans begingen

in der Vergangenheit mehrere

spektakuläre Straftaten,

darunter den Pokerraub im

Hyatt-Hotel im März 2010

und den Überfall auf das

KaDeWeEnde 2014. Mitglieder

eines Clans stehen

derzeit als mutmaßliche

Diebe der 100-Kilo-Goldmünze

aus dem Bodemuseum

vordem Landgericht.

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

Bundesinnenminister Horst

Seehofer (CSU) wird in der

zweiten Jahreshälfte in Neukölln

erwartet. Seehofer hat

gerade angekündigt, mehr

Personal für den Kampf gegenkriminelle

Clans bereitzustellen.

Zudem wird es im

nächsten Bundeslagebild zur

Organisierten Kriminalität

erstmals ein Kapitel zu kriminellen

Großfamilien geben.

„Wir stehen dem Vorschlag des

Justizministers durchaus aufgeschlossen

gegenüber“, sagte Stefan

Schmitz vom Deutschen Notarverein.

Niemand könne gutheißen, dass

kriminelle Clans Geld in Immobilien

anlegten. DasProblem sei aber,dass

nicht klar sei, ob der Notar schon den

Verdachtsfall melden müsse,oder ob

er damit gegen seine Verschwiegenheitspflicht

verstoße.

Daniel Kretzschmar, Landesvorsitzender

des Bundes der Kriminalbeamten

(BDK), findet den Plan des

Justizsenator nicht abwegig. Allerdings

dürfte es für den Notar schwierig

sein, einen Geldwäschefall zu erkennen.

„Was, wenn ein Strohmann

als Käufer auftaucht?“

Nach seinen Worten hat der BDK

erst kürzlich in Kassel ein Positionspapier

zur Clankriminalität verabschiedet

und darin zahlreiche Vorschläge

unterbreitet –auch für Berlin.

„Wir praktizieren in der Hauptstadt

mit den zahlreichen Razzien im Clanmilieu

gerade die Politik der Nadelstiche

und durch die Verfolgung kleinster

Delikte die Null-Toleranz-Politik“,

sagte Kretzschmar.„Aber dafür brauchen

wir dringend mehr Personal.“

Reifen zerstochen

Um die kriminellen Machenschaften

der Clans besser bekämpfen zu können,

fordertder BDK zudem, das anonyme

Hinweissystem, das derzeit

zur Bekämpfung vonKorruption eingesetzt

wird, auch auf Organisierte

Kriminalität auszuweiten. Denn Zeugen

würden oft schweigen – aus

Angst. In diesem Zusammenhang erwähnt

der BDK, dass im Jahr 2017 in

Berlin kriminelle Clanmitglieder für

etwa ein Viertel aller Straftaten der

Organisierten Kriminalität verantwortlich

gewesen seien.

Empfehlenswertwäreeslaut BDK

auch, Strafkammern an Gerichten

speziell für Clankriminalität einzurichten.

Auch sollten Polizeibeamte,

die mit Ermittlungen gegen diese

Strukturen betraut sind,„unter Tarnnamen

oder Codenummern arbeiten“

dürfen, um sie so besser vorBedrohungen

zu schützen.

Daniel Kretzschmar berichtet,

Einsatzkräfte seien in Berlin durchaus

schon bedroht oder eingeschüchtert

worden. So wurden etwa

die Reifen der Privatfahrzeuge von

Beamten zerstochen, nachdem sie

an Razzien im Clanmilieu beteiligt

gewesen waren. Laut BDK sei auch

zu prüfen, ob Kinder aus den Familien

genommen werden können. So,

wie es der Neuköllner Jugendstadtrat

Liecke gerne möchte.

Erlanger Unternehmen lässt Berliner Mieter zittern

Investor kauft Wohnhäuser in mehreren Bezirken. Diese prüfen, wie sie die Bewohner schützen können

VonUlrich Paul

Die Angst ist groß.„Ich bin jetzt 57

Jahre alt und bete darum, das

ich mein Zuhause nicht aufgeben

muss“, sagt eine Mieterin. Grund für

die Sorge: Ihr Wohnhaus in Kreuzberg

wurde gerade verkauft. Neuer

Besitzer ist die Zentral Boden Immobilien

(ZBI) Gruppe aus Erlangen. Sie

hat bei einer Groß-Transaktion bundesweit

mehr als 20 Immobilien erworben,

zwölf davon in Berlin. Die

Bewohner befürchten, dass sie

durch steigende Mieten verdrängt

werden könnten.

Vonden zwölf Häusern inBerlin

stehen laut ZBI vier in Friedrichshain-Kreuzberg,

drei in Neukölln,

drei in Wedding und zwei in Pankow.

Fünf der Häuser befinden sich in Milieuschutzgebieten,

für vier davon

kommt die Ausübung des Vorkaufsrechts

durch die Bezirke in Betracht.

Diese wollen, wenn möglich, davon

Gebrauch machen. „Wir prüfen, ob

wir für die Häuser unser Vorkaufsrecht

geltend machen“, sagt Florian

Schmidt (Grüne), Baustadtrat von

Friedrichshain-Kreuzberg. „Dabei

sprechen wir uns mit den Bezirken

Mitte und Neukölln ab.“ Wenn die

Bezirke ihr Vorkaufsrecht geltend

machen, tun sie dies in der Regel zugunsten

einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft.

Oftmals muss

das Land Berlin dabei Zuschüsse

zahlen, damit der Erwerb angesichts

hoher Kaufpreise nicht zu einem Zuschussgeschäft

wird. Für die Mieter

ist jedoch klar: Sie sind nach der

Übernahme durch eine landeseigene

Wohnungsbaugesellschaft vor

Verdrängung geschützt.

Käufer beschwichtigt

Die ZBI versucht unterdessen, die

Sorgen der Mieter zu zerstreuen.

Vorstandsmitglied Mark Münzing

sagt auf Anfrage: „Wir wollen die

Wohnungen behalten und nicht verkaufen.“

Sie sollten auch nicht von

Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt

werden. Die Mieten in

den Berliner Häusern seien schon

jetzt „marktgerecht“, große Mieterhöhungen

seien deswegen „nicht

beabsichtigt“. Ziel sei es, eine „nor-

male Rendite“ zu erwirtschaften.

Insgesamt habe die ZBI in Berlin

1300 Wohnungen, sagt Münzing.

Die neu erworbenen Wohnungen

kämen noch dazu. „Sie gehen in einen

Fonds,der auf mehr als 15 Jahre

angelegt ist“, so Münzing.

Geschäftsmodell der ZBI sei es,

Wohnungen zu erwerben, zu entwickeln

und zu bewirtschaften. Laut

Münzing ist die ZBI „grundsätzlich

bereit“, mit den Bezirken eine Vereinbarung

auszuhandeln, in der sich

das Unternehmen zur Einhaltung

der Milieuschutzziele verpflichtet.

Abwendungsvereinbarungen heißen

diese Regelungen im Behördendeutsch,

weil die Eigentümer damit

die Ausübung desVorkaufsrechts abwenden

können. Kommt es zu einer

solchen Abwendungserklärung, sind

die Bezirke meist zufrieden. Denn

auf diesem Wegerreichen sie ohne

Landeszuschüsse, dass die Ziele des

Milieuschutzes eingehalten werden.

Zwar gibt es bereits Verhandlungen

zwischen Bezirken und ZBI,

doch ist es bisher offenbar noch zu

keiner Verständigung gekommen.

Streitpunkte sind dem Vernehmen

nach Forderungen, wonach sich der

Eigentümer zur Einhaltung der

Mietpreisbremse verpflichten und

auf Wunsch Auskunft darüber geben

soll. Auch sollen auf Wunsch der ZBI

die Vertragsstrafen von der ursprünglich

verlangten Höhe von einer

Million Euro deutlich herabgesetzt

werden.

Forderungen vonBezirksseite

Baustadtrat Schmidt sagt dazu: „Die

ZBI teilt mit, sich an Gesetze halten

zu wollen, verkennt jedoch, dass

auch die von uns vorgegebenen Abwendungen

Teil gesetzlichen Handelns

sind.“ Darüber hinaus bestehe

in Zeiten der Wohnungsnot die Herausforderung

für jeden Investor,

aber besonders für Publikumsfonds,

sich in den Dialog mit den Hausgemeinschaften

zu begeben. Außerdem

sollten sie „eine gewisse Gemeinwohlorientierung

unter Beweis“

stellen, so Schmidt. Dies wäre

auch im Interesse der Einzelanleger,

„von denen ja auch viele Mieter

sind“, so Stadtrat Schmidt.

Viele

Bürgermeister,

ein Gipfel

Michael Müller in Tokio:

Endlich werden wir gehört

VonElmar Schütze

Bevölkerungswachstum,

soziale

Ungleichheit, schlechte Luft, zu

viel Müll, überbordender Verkehr,

Bewältigung der Folgen des Klimawandels,

Gewährleistung von Gesundheitsversorgung

– das sind,

grob gesagt, die enormen Herausforderungen,

vor denen alle großen

Städte weltweit stehen. Repräsentanten

von rund 40 solcher Städte

waren in den vergangenen Tagen in

der japanischen Hauptstadt Tokio zu

gleich mehreren Gipfeltreffen zusammengekommen.

Darunter auch

Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller (SPD). Fazit: In den

Städten der Welt entscheide sich die

Zukunft. Es sei daher vorallem wichtig,

dass die nationalen Regierungen

den Bürgermeisternzuhören.

Drei Tage lang hatten die Stadtoberhäupter

in Tokio getagt, mit

ganz unterschiedlichen Voraussetzungen.

So berichtete Diana Alarcon,

Vertreterin von Mexiko Stadt,

dass in der mexikanischen Hauptstadt

kürzlich fünf Tage lang Umweltalarm

herrschte, weil Grenzwerte

überschritten waren. Unter

anderem mussten die dieselbetriebenen

städtischen Busse in den Depots

bleiben. Eine Repräsentantin

des südafrikanischen Durban berichtete,

dass dort viele Einwohner

mangels Infrastruktur ihren Müll

einfach in Flüsse und Kanäle werfen.

Eine Buddy-Bär für die deutsche Botschaft:

Müller bei der Einweihung. E.SCHÜTZE

Aber es gibt auch die europäische

Perspektive –und selbst die ist bekanntlich

differenziert. Roms Bürgermeisterin

Virginia Raggi etwa erklärte,dass

es in Romschier unmöglich

sei, U-Bahnen zu bauen, weil

man bei Bauarbeiten ständig auf

schützenswerte Anlagen aus der Zeit

des Römischen Reichs stoße. Zugleich

ersticke Rom imVerkehr und

würde U-Bahnen dringend benötigen.

UndMichael Müller,der zumindest

vor all diesen Problemen nicht

wirklich steht? Er verwies auf die großen

Anstrengungen, die die Integration

neuer Bewohner mit sich

bringe. Auch da weiß er sich einig

mit seinen Kollegen aus aller Welt.

Die Bürgermeister haben sich in

Tokio auf ehrgeizige Ziele verständigt.

Dazu gehören: Ab 2030 soll Elektrizität

in diesen Städten ausschließlich

aus erneuerbaren Quellen kommen.

20 Jahre später soll sämtlicher Energieverbrauch

aus erneuerbaren Quellen

stammen. Das steht als Zielvereinbarung

im Schlusskommuniqué

des Gipfels, das an Japans Premier

ShinzoAbe überreicht wurde.

Der Regierende Bürgermeister

zog eine positive Bilanz der Gipfeltage.

„Es ist ein erstaunlicher Prozess.

Noch vor drei Jahren mussten

wir darum kämpfen, gehört zuwerden“,

sagte Müller. „Die Städte werden

endlich wahrgenommen als das,

was sie sind: Treiber der Entwicklung“,

sagte er. Er werde das

Kommuniqué jetzt auch an KanzlerinAngela

Merkel schicken.


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14 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Berlin

Anonym war gestern

Berlin feiert das Fest der Nachbarn –und ist mit 450 Veranstaltungen bundesweiter Spitzenreiter.Menschen wie Inke Kappeler suchen Nähe in der Großstadt

VonAnnika Leister

Irgendwann hatte Inke Kappeler

genug. Genug davon, ihre

Nachbarn nicht zu kennen.

Genug davon, nicht zu wissen,

werdaeigentlich neben ihr lebt. Die

53-Jährige wohnt seit 2003 mit Mann

und Sohn im Wagnerkiez inWannsee.

Mit Kopfsteinpflaster auf den

Straßen, viel Grün am Wegrand und

jeder Menge Ein-Familien-Häuser

mit Garten. Ein überschaubarer

Kiez,der familiär wirkt.

Doch Gespräche mit den Nachbarn?

„Fanden hier nicht statt“, sagt

Kappeler. Esfehle ein nahe gelegener

Supermarkt, ein Spielplatz, irgendein

öffentlicher Treffpunkt. Wer

hier lebe, parke allzu oft vor der Tür

und verschwinde dann geradewegs

in seiner Villa. Kappeler beschloss,

das zu ändern. An diesem Freitag,

zum Fest der Nachbarschaft, öffnet

sie deswegen bereits zum dritten

Mal ihren Garten für den gesamten

Kiez –mit digitaler Unterstützung.

Vernetzung gegen Einsamkeit

Kappeler ist nicht alleine mit ihrem

Wunsch nach mehr Nähe und Verbundenheit

zu den Menschen in

ihrer Umgebung. Bereits seit 1999

wird der Tagder Nachbarn europaweit

gefeiert. Ursprünglich kommt

die Idee aus Paris, dort wollte eine

Initiative schon in den 90er-Jahren

ein Zeichen gegen die zunehmende

Isolation in der Großstadt

setzen. In Deutschland ist einer der

großen Treiber in den vergangenen

Jahren die Stiftung Nebenan.de,die

die gleichnamige Online-Plattform

betreibt: Hier können sich Nachbarn

verabreden, Dinge verschenken

oder verkaufen, eine Begleitung

fürs Kino suchen, Bars empfehlen,

nach einer halben Tasse

Mehl fragen –imUmkreis von wenigen

Kilometern umihren Wohnort.

Digitale Vernetzung gegen analoge

Vereinzelung.

Besonders gut kommt das Konzept

in Berlin an: 170 000 Berliner

sind auf Nebenan.de aktiv, von

1,2 Millionen Nutzern insgesamt.

Seit 2018 ruft das Netzwerk bundesweit

zum Feiern des Tags der Nachbarschaft

auf. In diesem Jahr sind

Das Holz im Pizzaofen liegt schon bereit, die ersten Lampions hängen: InkeKappeler richtet ihren Garten für das Fest am Freitag her.

Für den Tagder Nachbarn am Freitag,

24. Mai, sind bundesweit mehr als 3000 Veranstaltungen

und allein in Berlin mehr als 450

Feste angemeldet. 75 Prozent werden vonPrivatpersonen

ausgerichtet, der Rest vonsozialen

Organisationen und lokalen Geschäften.

Aufder Webseite www.tagdernachbarn.de werden

alle Feste auf einer Berlin-Karte angezeigt,

dortkönnen Nutzer gezielt mit ihrer Postleitzahl

nach Festen in ihrer direkten Nähe suchen.

Meist ist die Idee: Jeder bringt etwas Kleines zu

essen und zu trinken mit. EinigeHighlights:

NACHBARSCHAFTSFESTE IN BERLIN

Marzahn: Im Garten der Begegnung (Ludwig-

Renn-Straße 33B,12679) wird es ab

15.30 Uhr ein Grillfest mit Mitmach-Programm

für Familien, Musik vonder Band „Sinti-Swing-

Berlin“, Tänzen und einer Modenschau geben.

Nach freiwilligen Helfernwird noch gesucht.

Tiergarten: Das Kiez-Zentrum Villa Lützow

(Lützowstr.28, 10785) lädt ab 15 Uhr zum

großen Nachbarschaftspicknick mit Gartenführung

und Mitmachspielen für Kinder und Erwachsene.

Schöneberg: Ab 16 Uhr startet das Fest im

Nachbarschaftsheim Schöneberg (Holsteinische

Str.30, 12161), mit Drehorgelmusik und

Lesungen in einer Jurte. JungeBesucher können

Papier schöpfen und auch Ältere dürfen

beim Origami-Falten kreativ werden.

Prenzlauer Berg: Vordem Ladenlokal des

Straßenfegers e.V.(Oderberger Straße 12,

10435) wird eine langeTafel aufgestellt. Getränkegibt

es gegeneine Spende für die Notübernachtung,Essen

bringt jeder selbst mit.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Köpenick: Im Nachbarschaftshaus Rabenhaus

(Puchanstraße 9, 12555 Berlin) gibt es

von15bis 18 Uhr Kaffee, Teeund Kuchen.

Friedrichshain: Im Begegnungszentrumfür

Menschen mit und ohne Behinderung des Integral

e.V.(Marchlewskistraße 25e, 10243) wird

ab 15 Uhr gegrillt, auch eine Band tritt liveauf.

Ein paar Meter weiter (Marchlewskistr.40)

zeigt ein Bäckermeister,wie man Brot und

Flammkuchen backt. Jeder sollte Zutaten, etwas

fürs Buffett oder Spielideen mitbringen.

3000 Feste angemeldet, mehr als

450 allein in Berlin. Gemeinsam

picknicken im Tiergarten, Bäume

pflanzen in Treptow, Eis selbst machen

in Prenzlauer Berg –die Hauptstadt

ist Spitzenreiter bei den Nachbarschaftsfesten.

Die Berliner stemmen

sich damit auch aktiv gegen

Phänomene, vor denen Studien und

Psychologen in den vergangenen

Jahren immer lauter warnen: Einsamkeit

und psychische Störungen.

Sebastian Gallander, Geschäftsführer

von Nebenan.de, wertet das

als Zeichen dafür,dass die Aktion einen

Nerv trifft: „In Zeiten zunehmender

Anonymität wächst der

Wunsch nach mehr lokaler Gemeinschaft.“

In ihrer Nachbarschaft bekämen

Menschen wieder das Gefühl,

im Kleinen etwas Großes bewegen

zu können.

„Goldene Stimmung“

Das ist auch Inke Kappeler wichtig.

Sie beobachtet die politische Lagerbildung

zurzeit kritisch und hat das

Gefühl, dass Andersdenkende oft

nicht mehr miteinander reden.

Doch ihrem achtjährigen Sohn

will sie zeigen, wie man

Koalitionen bildet, wie

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man sich einigt, egal,

wie unterschiedlich

man ist. „Leichter

kann man gesellschaftlichen

Zusammenhalt

und

Konsens nicht erreichen

als mit kleinen

Nachbarschaftsnetzwerken“,

sagt sie.Und

leichter ist ihrer Meinung nach

auch der klassische Streit am „Maschendrahtzaun“

nicht zu verhindern,

der so schnell ausartet: „Wenn

du nur einmal miteinander geredet

hast, streitest du nicht mehr über

Kleinigkeiten.“

Zu Kappelers letzten Festen kamen

mehr als hundertBesucher:Ältere

Nachbarinnen und junge Familien.

Der Physik-Professor von nebenan

machte selbst Eis. Voneiner

„goldenen Stimmung“ spricht Kappeler.

„Die Leute sind total beseelt,

wenn sie beisammen sitzen. Jemand

muss nur die Organisation in die

Hand nehmen.“

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Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 15

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Berlin

Ekel-Wirte

sollen an den

Pranger

Restaurant-Portal

enthüllt Hygienemängel

VonMikeWilms

Küchenschaben, altes Fett, dreckiges

Spülwasser: Verbraucher

sollen auf der Internetseite „Topf Secret“

lesen können, was einzelnen

Gastro-Betrieben bei behördlichen

Kontrollen vorgeworfen wurde. Das

Verbraucher-Portal der Organisation

Foodwatch will Hygiene-Missstände

in Restaurants, Kneipen und Bäckereien

enthüllen –inBerlin, aber auch

bundesweit. Doch das bereitet Probleme.AmMittwoch

hat Foodwatch

eine Bilanz gezogen. Darüber, wie

das Konzept funktioniert, und wie es

seit dem Start imJanuar dieses Jahresbei

den Nutzernankommt.

Seit die Verbraucher-Plattform

freigeschaltet wurde,hätten bundesweit

15 000 Nutzer die Hygiene-Berichte

von 26000 Gastronomiebetrieben

beantragt. Die Internetseite

„Topf Secret“ leitet die Anfragen an

die Behörden, die amtliche Lebensmittelkontrollen

durchführen, weiter.

Inden meisten Bundesländern

würden die Verbraucher tatsächlich

Auskunft erhalten, erklärten die

Foodwatch-Organisatoren. In Berlin

gibt es allerdings Startschwierigkeiten.

Für die Stadt wurden laut Foodwatch

fast 2300 Anfragen gestellt.

Bislang sind auf der Website „Topf

Secret“ allerdings nicht mal ein Dutzend

Antworten zu sehen.

Sauberkeit und Ordnung herrschen nicht

in jeder Restaurantküche. UHLEMANN/BLZ

DieOnline-Plattformarbeitet mit

einer Landkartenfunktion. Nutzer

können Restaurant-Standorte anklicken

und schauen, ob für den ausgewählten

Betrieb bereits ein Hygiene-

Bericht beantragt und veröffentlicht

wurde. Wonoch keine Informationen

zu den Hygiene-Zuständen hinterlegt

sind, kann man über eine einfache

Eingabemaske einen Antrag

auf behördliche Auskunft stellen.

Doch einige Behörden sperren

sich. Das Bundesland Schleswig-

Holstein, aber auch die Bezirksämter

Spandau und Neukölln erteilen laut

Foodwatch bei Anfragen über die

„Topf Secret“-Seite keine Auskünfte.

Die Initiative„Frag den Staat“ veröffentlichte

einen entsprechenden Bescheid

des Bezirksamts Neukölln. In

dem Ablehnungsschreiben heißt es:

„Bei der Herausgabe vonDaten ist zu

befürchten, dass die angeforderten

Informationen durch Sie rechtswidrigauf

der InternetplattformTopf Secret

veröffentlicht werden.“

Die Plattform-Macher vertreten

die Rechtsauffassung, dass die Informationen

vonden Behörden herausgegeben

werden müssen. „Bürger

haben nach dem Verbraucherinformationsgesetz

einen Anspruch auf

Auskunft“, sagte Arne Semsrott, Projektleiter

bei „Frag den Staat“. Dies

sei bereits von mehreren deutschen

Gerichten festgestellt worden.

Der Rechtsauffassung der Portal-

Betreiber widersprach eine Vertreterin

des Justizministeriums Schleswig-Holstein.

„Auch die Rechte der

Unternehmer müssen gewahrt bleiben“,

sagte sie.Essei ein großer Unterschied,

ob Hygiene-Verstöße in

schwerwiegenden Fällen bekanntgemacht

würden, oder ob man jeden

Einzelfall an einem Internet-Pranger

öffentlich bloßstelle.

Klinik mit Heizlüfter

Krankenhausgesellschaft sieht Milliarden-Investitionsbedarf und macht säumigen Senat verantwortlich

VonGerhard Lehrke

Berlin leidet nicht nur unter

maroden Schulen und

bröckelnden Brücken –

auch die Krankenhäuser

sind vielfach weder baulich noch

technisch auf dem neuesten Stand.

Ganz im Gegenteil: Die Berliner

Krankenhausgesellschaft (BKG) hat

für den Zeitraum 2020 bis 2030 einen

Investitionsbedarf von rund 3,5 Milliarden

Euro ermittelt und den Senat

als Verantwortlichen ausgemacht.

Die Landesregierung müsse jetzt

eine „Investitionsoffensive“ ähnlich

dem Schulbauprogramm starten.

Schon aus wirtschaftlichen Gründen,

weil Krankenhäuser der Kern

der milliardenschweren Gesundheitswirtschaft

sind.

Uralte Notstromaggregate

Die BKG hatte die Kliniken nach ihren

Sorgen befragt. Das Ergebnis ist

eine lange Liste mit Malaisen. Sie ist

anonymisiert, weil keine Klinik

möchte, dass ihre Schwachstellen

bekannt werden.

So muss ein Haus imWinter Heizlüfter

aufstellen, weil das Bettenhaus

keine Wärmedämmung hat und die

Heizung nicht reicht. Mehrere Kliniken

beklagen uralte Notstromaggregate,für

die es teilweise keine Ersatzteile

mehr gibt. Einige Einrichtungen

verfügen noch über Krankenzimmer

ohne Naßzellen. Dafür klagt eine Klinik

über feuchte Keller, eine andere

über durchnässtes Dämmmaterial

im Dach. Eine andere Klinik gibt an,

dass ihre für 20 000 Patienten pro

Jahr ausgelegte Notaufnahme inzwischen

40 000 versorgt.

Die BKG macht für diese Zustände

die Landesregierung verantwortlich.

Berlin komme seinen Verpflichtungen

aus dem Krankenhausfinanzierungsgesetz

seit Jahren nicht

nach. Nur noch 45 Prozent der notwendigen

Mittel würden aus dem

Haushalt zur Verfügung gestellt, beklagt

Marc Schreiner, der Geschäftsführer

der BKG. Dazu käme Geld aus

dem Siwana-Fonds, inden Berlins

Haushaltsüberschüsse fließen.

Schreiner wünscht sich langfristig

planbare Investitionen: „Mal 20 Millionen

Euro im Jahr für Kreißsäle

oder WLAN im Krankenhaus, das ist

nicht nachhaltig.“

Eigentlich bräuchten die Krankenhäuser

Berlins –nicht einbezogen

die aus dem Wissenschaftsbereich

finanzierte Charité –indiesem

Jahr 256 Millionen Euro Investitionsmittel.

Und zwar nur, umden Bestand

zu erhalten. Tatsächlich gebe

es 2019 aber nur 160 Millionen Euro

vom Senat –96Millionen zu wenig.

Weil das seit den späten 90er-Jahren

so geht, hat sich laut Krankenhaus-

Zahl der Krankenhausbetten

je 10 000 Einwohner,

2017

250

200

150

100

Bundesdurchschnitt

60

Nordrhein-Westfalen

66

Rheinland-Pfalz

64

Saarland

64

50

Fördermittel

1998 2017

Bettenauslastung: Bundesweit

liegt die Bettenauslastung

bei 78 Prozent, in Berlin

liegt sie mit 84,5 Prozent höher.Inder

Hauptstadt gibt es

pro 10 000 Einwohnern51

Betten, im Bundesschnitt

sind es 60, Spitzenreiter ist

Sachsen-Anhalt mit 75.

Bremen

58

Hessen

59

Schleswig-

Holstein

60

Hamburg

54

Niedersachsen

57

Baden-

Württemberg

49 57

Investitionsbedarf

Thüringen

75

DIE KRANKE SEITE DER HAUPTSTADT

Arbeitspensum 2017: In

Berlins Kliniken wurden

892 000 Menschen stationär

behandelt, 880 000mal

Erste Hilfe geleistet, 90 000

ambulante Operationen

durchgeführtund 295 000

vor- und nachstationäre Behandlungen

durchgeführt.

65

Sachsen-

Anhalt

74 63

Bayern

Mecklenburg-

Vorpommern

Berlin

51

Sachsen

Investitionsbedarf in Berliner Krankenhäusern in Millionen Euro

FÖRDERLÜCKE

1998 bis 2017

2,1 Milliarden Euro

Brandenburg

71

2017

rund

147 Millionen Euro

BLZ/GALANTY; QUELLE: BKG

Versorgungsrate: Berlin

weist im Bundesvergleich die

zweitniedrigste Fallzahl je

Einwohner auf: Im Jahr 2017

kamen auf je 10 000 Einwohner

2131 Menschen,

die die hiesigen Kliniken versorgten.

Der Bundesdurchschnitt

liegt bei 2337.

10 243 Unterstützer für Enteignung

gesellschaft seither eine „Förderlücke“

von 2,1 Milliarden Euro aufgetan.

Weil die Senats-Mittel fehlen,

müssten sich die 60 in der Gesellschaft

organisierten Kliniken anders

behelfen. So werden Erlöse aus

Wahlleistungen und Überschüsse

aus Behandlung und Pflege nicht

etwa wieder in den eigentlichen Betrieb

zurückgeführt, sondern indas

Flicken löchriger Dächer oder die

Beschaffung neuer Geräte.

Die Situation dürfte sich verschlimmern,

wenn nichts passiert,

sagt Marc Schreiner, weil jetzt auch

noch das neue „Personalpflegestärkungsgesetz“

des Bundes greift: Einnahmen

aus der Behandlung dürfen

nicht mehr umgeleitet werden.

Diezunehmende Arbeitsverdichtung

für das Krankenhauspersonal,

dessen Arbeitspensum sich durch

die alternde Bevölkerung noch erhöhen

dürfte, trifft auf massive Engpässe

bei Sanierung, Neubau und

Gerätebeschaffung.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Krankenhausgesellschaft versucht,

mit ihrem Zehn-Jahres-Konzept

aus dem Planungskorsett auszubrechen,

das bisher dem Rhythmus

der Berliner Doppelhaushalte

für je zwei Jahrefolgt.

Dabei errechnete sie von2020 bis

2030 einen Baubedarf von 2,1 Milliarden

Euro.Dazu kommen 1,43 Milliarden

für Geräte,Installationen, IT-

Anlagen, Möbel und Digitalisierung.

Marc Schreiner: „Das Land Berlin

darf sich diesem nachgewiesenen,

dringenden Investitionsbedarf nun

nicht länger entziehen.“

In Schreiners Augen arbeiten die

Berliner Kliniken am Anschlag: 2017

gab es mit 51 Betten pro 10000 Einwohnern

in Berlin nur in Baden-

Württemberg weniger Betten (49).

Im Bundesschnitt sind es 60.

Mitetwa fünf Milliarden Euro Jahresumsatz

stellten die Krankenhäuser

der Stadt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor

dar, den es zu erhalten

gelte,sagt Schreiner:Das stehe auch

in enger Verbindung mit der Beschäftigung

in der Stadt: An den

53 000 direkt in den Häusern Beschäftigten

hängen 85 000 Externe –

vom IT-Dienstleister über den Prothesen-Bauer

bis zum Mitarbeiter

im Gerätebau, so der BKG-Chef. Im

selben Jahr bewältigten die Krankenhaus-Mitarbeiter

in Berlin 892 000

Fälle, 42000 Geburten, 295 000 vorund

nachstationäre Behandlungen,

90 000 ambulante Operationen und

880 000 ambulante Erste-Hilfe-Fälle.

Die Krankenhausgesellschaft sei

jetzt dabei, so Schreiner, inder Politik,

bei Gewerkschaften und Verbänden

für ihreForderungen zu werben.

Die Linke hat für die Volksinitiative aktiv Unterschriften gesammelt und am Mittwoch sechs Aktenordner übergeben.

VonAnnika Leister

Sechs Aktenordner mit 10 243 Unterschriften

hat die Berliner

Linke am Mittwoch an die Volksinitiative

„Deutsche Wohnen &Co. enteignen“

übergeben. Mitdem vorläufigen

Ergebnis zeigten sich Parteispitzen

und Enteignungs-Initiator

Rouzbeh Taheri amMittwoch sehr

zufrieden. Kein Wunder: Damit hat

die Initiative bereits mehr als die

Hälfte der für die erste Stufe eines

Volksbegehrens notwendigen 20 000

Unterschriften beisammen. Rechnet

man die 15 000 Unterschriften dazu,

die laut Initiative Anfang April allein

auf der großen „Mietenwahnsinn“-

Demonstration eingingen, ist die

Hürde bereits überschritten. Am 14.

Juni sollen die Unterschriften übergeben

werden.

Die Linke unterstützt die Volksinitiativeals

einzige Partei direkt, indem

sie an Wahlkampfständen Unterschriften

für sie sammelt. 30 000

Euro hat die Partei in Poster, Flyer

und Unterschriftenlisten pro Vergesellschaftung

investiert. Zum

Vergleich: Für den Europawahlkampf

gibt sie

61 000 Euro aus.

Das Problem der

Verdrängung in Berlin

sei erheblich,

sagt Linken-Landesvorsitzende

Katina

Schubert. „Immer

mehr Berliner kennen

die Angst davor, die eigeneWohnung,

den Kiez und

die Freunde verlassen zu müssen

und an den Rand der Stadt gedrängt

zu werden.“ Und selbst jene, die

nicht direkt vonVerdrängung betroffen

seien, fühlten mit. Das zeige die

große Zustimmung zur Initiative.

„Wir haben einen Punkt getroffen,

der im Leben vieler Berliner eine

große Rolle spielt.“

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ächzt unter der Gentrifizierung.Verändertsich

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Als Paradebeispiel für die fortschreitende

Gentrifzierung nennt

Schubert ihren eigenen Kiez in

Nord-Neukölln. Früher sei der

zwar baulich heruntergekommen

gewesen, dafür

aber auch billig und in

der Bevölkerungszusammensetzung

bunt gemischt. Inzwischen

sei er ein

In-Kiez und die

Mietpreise um 130

Prozent gestiegen. Die

Folge? Immer mehr alte

Bewohner zögen weg. „Die

Bevölkerung entmischt sich zunehmend“,

sagt Schubert. Zustände wie

in anderen Metropolen, in denen

sich Ghettos für die Armen und Gated

Communities, bewachte Zonen

für die reichen Bewohner bilden,

müssten in Berlin unbedingt verhindert

werden, so Schubert. „Dann

wäreBerlin nicht mehr Berlin.“

Die Linke will Wohnungsunternehmen,

die alleine den Profit im

Blick haben, „einen Riegel vorschieben“.

Dass sich die Deutsche Wohnen

nach jüngsten Meldungen weiterhin

weigert, den Mietspiegel anzuerkennen,„das

ist für uns die beste

Werbung überhaupt“, so Schubert.

Die Koalitionspartner der Linken

äußern sich zur Enteignungs-Initiative

zurückhaltender. Die SPD will

sich erst im Herbst auf einen Standpunkt

einigen. Die Grünen haben

auf einem Kleinen Parteitag in der

vergangenen Woche beschlossen,

dass sie zwar für Vergesellschaftung

sind –allerdings nur als allerletztes

Mittel, wenn alle anderen Instrumente

ausgeschöpft sind. Unterschriften

sammeln wollen die Grünen

nicht. Schubertwertet die grüne

Positionierung dennoch positiv:

„Wir sind im Abgeordnetenhaus

jetzt schon mal zwei Parteien, die pro

Vergesellschaftung sind.“

Anwohner

wollen weniger

Autos im Kiez

Bürgerdebatte zur Zukunft

der Bergmannstraße

VonStefan Strauß

Autos hatten an diesem Abend

keine Chance. Gerade mal zwei

Punkte klebten in dem Feld Autoverkehr,

etliche hingegen in den Rubriken

„weitestgehend autofrei“ und

„Entschleunigung des Straßenverkehrsflusses“.

Am Dienstagabend

waren etwa 280 Anwohner aus dem

Bergmannkiez ins Columbia Theater

gekommen, um mit Baustadtrat Florian

Schmidt (Grüne) und Verkehrssenatorin

Regine Günther (parteilos,

für die Grünen) in Arbeitsgruppen

über die umstrittene Begegnungszone

Bergmannstraße zu diskutieren.

Dort testen der Bezirk und der Senat

zurzeit, welche Möglichkeiten zur

Verkehrsberuhigung es in der viel befahrenen

Straße gibt. Dortgilt zurzeit

Tempo 20, grüne Punkte kleben auf

dem Asphalt. Wo früher Autos parkten,

stehen nun Bänke auf Holzpodesten,

Parklet genannt. Neu sind

auch die Abstellplätzefür Fahrräder.

Der Abend im Columbia Theater

sollte den Anwohnern erneut Gelegenheit

geben, ihreMeinung zur Gestaltung

der Bergmannstraße zu äußern.

Ohne ihreMitsprache lässt sich

in Kreuzberg längst nichts mehr verändern.

Dabei konnten sie etwa mit

Punkten in Rubriken auf einer Tafel

markieren, wie sie sich die Bergmannstraße

der Zukunft vorstellen.

Autos gehören demnach nicht dazu.

Entschleunigung durch Irritation: Grüne

Punkte auf der Bergmannstraße. ENGELSMANN

Baustadtrat Schmidt nutzte die

Bürgerversammlung zur Selbstkritik.

Denn vor allem die im Winter, dem

Beginn der Testphase, aufgestellten

klobigen Parklets seien „Rohrkrepierer“

gewesen, sagte Schmidt und resümierte

:„Es ist nicht gut gelaufen.“

Er versprach, die Bürgerbeteiligung

auszubauen, zwei Zusammenkünfte

im Juli und August folgen, 2000 Einladungen

will der Bezirkverschicken.

DieTestphase läuft also weiter wie

geplant. Einen Abbau der Parklets,

wie es Bezirksverordnete von

Schmidt geforderthaben, wirdesvorerst

nicht geben. „Der große Andrang

bei unserer Werkstatt zeigt, wie die

Themen Begegnungszone und Mobilitätswende

die Gemüter bewegen“,

sagte Schmidt. „Das ist ein gutes Signal

für die weitere Evaluation und

Partizipation in den nächsten Monaten.“

Schmidt will mit den Anwohnern

„ergebnisoffen“ diskutieren,

auch darüber, ob die Bergmannstraße

komplett autofrei werden

könne. Das hatte Schmidt erst kürzlich

im Interview mit der Berliner Zeitung

angekündigt.

Verkehrssenatorin Günther unterstützt

das Projekt und den Grünen-

Baustadtrat. „Die Bergmannstraße ist

ein spannendes Experimentierfeld

für die Verkehrswende“, sagte sie. Es

gehe um eine Neuverteilung des öffentlichen

Straßenraums, also um

mehr Platz für Fußgänger, für den

Radverkehr,für ein sicheres,barrierefreies

Überqueren der Straße und ein

lebendiges, kommunikatives Straßenleben.„Berlin

ist bei weitem nicht

die einzige Stadt, die in solchen Testphasen

Neues im Straßenraum ausprobiert“,

sagte die Senatorin und

nannte vergleichbare Projekte in Paris,

London,Wien und Moskau.


16 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Berlin/Brandenburg

Die Wildkatze

ist

zurück

Erster Nachweis für den

Nordosten Deutschlands

Für die Region Berlin-Brandenburg

gibt es einen ersten Nachweis

für das Vorkommen der Europäischen

Wildkatze. Bei Kummersdorf-Gut

im Landkreis Teltow-Fläming

sei ein Wildkatzenweibchen

überfahren an einer Straße entdeckt

worden, teilte der Bund für Umwelt

und Naturschutz (BUND) mit. Der

Fundort liege rund 25 Kilometer

südlich von Berlin. Bisher hat es

nach BUND-Angaben im gesamten

Nordosten Deutschlands noch keine

eindeutigen Nachweise der seltenen

Tierart gegeben. Die Wildkatze sei

bereits im Herbst 2018 gefunden

worden, sagte Friederike Scholz,

Wildtierexpertin beim BUND. „Wir

haben das seitdem zweimal in genetischen

Verfahren prüfen lassen, um

ganz sicher zu sein.“

Als nahestes Vorkommen der

Tieregalt vonBerlin aus gesehen bisher

die Dübener Heide in Nordsachsen,

sagte Scholz. Dort gebe es aber

bislang keine festen Bestände, eher

nur einzelne Tiere.

Europäische Wildkatzen (Felis silvestris

silvestris) haben mit Miezen

auf dem Sofa nur weit entfernte Vorfahren

gemeinsam. Die vier bis fünf

Kilo schweren Tieresehen gedrungener

aus als Hauskatzen. Sie leben in

Wäldernmit viel Unterholz zum Verstecken.

Vor100 Jahren waren sie in

Deutschland fast ausgerottet, 2011

startete ein 3,85 Millionen teures

Schutzprogramm des Bundesumweltministeriums.

Der gesamte

Wildkatzenbestand in Deutschland

wurde vorrund zwei Jahren auf 5000

bis 7000 Tieregeschätzt. (dpa)

Wildkatzen schlafen tagsüber und jagen

nachts.

DPA/VON ERICHSEN

Unter den Argusaugen der Transporteure schwebte er am Mittwoch in die James-Simon-Galerie ein: August Gauls „Liegender Löwe“ von 1903.

Der steinerne Wächter

Die James-Simon Galerie auf der Museumsinsel hat ab jetzt einen jungen Löwen als Einlassdienst

VonIngeborg Ruthe

Es ist ein Junge und er wiegt

geschmeidig geformte 1,3

Tonnen. Seit Mittwoch bewacht

ein junger Löwe den

Zugang zu den Berliner Museen in

der James-Simon-Galerie. Sein Erzeuger,

der berühmte Berliner Tier-

Bildhauer August Gaul (1869-1921),

hat den dort wie eine gelassene

Wächterfigur auf der Lauer liegenden

Löwen-Boy eigenhändig mit

Meißel und Hammer aus einem

Kalksteinblock geschlagen. Zentimeter

für Zentimeter.Maß für Maß.

Daszahm wirkende Raubtier hält

den Kopf leicht erhoben, wach, die

abgerundeten Ohren hochgestellt.

Eine dereinst mächtige Mähne ist

angedeutet. Es war ein Auftrag, vollendet

1903, einer der Glücksfälle für

den Meister der Tierplastik, der aus

einer Steinmetzfamilie stammte,auf

die übliche Bronze verzichtet hatte

und dem Stein mühsam die elegantanimalische

Gestalt abrang.

Der jüdische Zeitungsverleger

(Flaggschiff war das Berliner Tageblatt)

und passionierte Kunstsammler

Rudolf Mosse (1843-1920) hatte

sich das steinerne Sinnbild für natürliche

Schönheit, Kraft und Gelassenheit

für den Hof seines prätentiösen

Palais’ inder Leipziger Straße 15 gewünscht.

Heute steht dort ein neues

1945, Ruine Mosse-Palais: Rotarmisten posieren am Löwen. BPK /FRIEDRICH SEIDENSTÜCKER

Bürogebäude namens Mosse-Palais.

Ab 1910 konnte jedermann den Hof

mit dem Löwen und das Haus mit

der riesigen und bedeutenden

Kunstsammlung als öffentliches Museum

besuchen. Bis zur Machtübernahme

der Nazis.

ZumGlück im Hofvergessen

Danach begann die Judenverfolgung.

Das Schicksal nahm auch für

die Nachfahren des Verlegers,vor allem

seine Tochter Felicia Mosse und

deren Mann Hans Lachmann, der

den Verlag nach dem Tod des

Schwiegervaters weiterführte, seinen

bitteren Lauf. Die Familie floh

1934 in die zumindest lebensrettende

Diaspora, via Paris in die

Schweiz; später ging Lachmann allein

in die USA. Als die Nationalsozialisten

die gesamte Kunstsammlung

Mosse,wegen ihrer Einzigartigkeit

als „Mosseum“ gerühmt, entzogen

und zum Großteil über die

Auktionshäuser Lepke und Union

verhökert hatten, blieb Gauls Löwe

unbeachtet zurück. Hitlers und Görings

Kunstschergen hatten ihn wohl

übersehen. Glücklicherweise. Vielleicht

war ihnen ja auch der Transport-Aufwand

zu groß. Die

Mosse’sche Stadtresidenz wurde von

den neuen Machthabern ehumgenutzt,

als Nebenstelle der Akademie

für Deutsches Recht. Zu Kriegsende

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

ließen die Fliegerbomben der Alliierten

von dem Anwesen nicht viel übrig.

Aber wie durch ein Wunder blieb

die Löwen-Skulptur unversehrt. Auf

einem alten Foto sehen wir Soldaten

der Roten Armee neben ihr posieren.

Der Ostberliner Magistrat übergab

das Bildwerk der Nationalgalerie

Ost, deklarierte es 1951 gar als Geschenk.

Niemand kam damals auf

die Idee, die Skulptur an die in der

Schweiz und in Amerika lebenden

Mosse-Erben zurückzugeben.

Gauls Löwe stand dann noch

lange, weit über die Wendezeit hinaus,

ander Kutschendurchfahrt der

Alten Nationalgalerie. 2015 restituierten

die wiedervereinten Staatlichen

Museen zu Berlin die Skulptur

an die Mosse-Lachmann-Nachfahren.

Nur ein Jahr später konnte das

Kunstwerk mit Bundesmitteln von

den Erben angekauft werden. Bisdahin

war das schöne Tier auf dem Rücken

ein wenig bemoost, hie und da

bröselte leicht der Kalkstein. Im Großen

und Ganzen aber war das Werk

in gutem Zustand, so dass die Steinrestauratoren

jüngst keinen Kummer

mit ihm hatten.

Jetzt leuchtet das steinerne Fell

hell und rein. 3,793 Millionen Gäste

hatte die Museumsinsel letztes Jahr.

Im Juli wirddie James-Simon Galerie

als Besucherzentrum eröffnet. Dann

begrüßt Gauls Löwedie Massen.

Endlich

Schulplätze für

Siebtklässler

In Treptow-Köpenick wird’s

an drei Schulen noch voller

VonMartin Klesmann

Nach wochenlangem Hin und

Her sind endlich Schulplätze

für 75 künftige Siebtklässler aus

Treptow-Köpenick gefunden, die

trotz Ablauf aller Fristen noch nicht

versorgt waren. Jeweils eine zusätzliche

Klasse soll an der Wilhelm-Bölsche-

und der Fritz-Kühn-Sekundarschule

sowie an der Sophie-Brahe-

Gemeinschaftsschule in Treptow-

Köpenick eingerichtet werden, teilte

Cornelia Flader (CDU), die Schulstadträtin

des Bezirks, mit. An der

Bölsche-Schule werde dafür eine

„Willkommensklasse“ aufgelöst.

„Die Entscheidung ist aber alles andere

als gut“, führte Flader aus. Sie

belaste alle betroffenen Schulen und

minderewegen des Platzmangels die

pädagogischen Angebote.

Flader hatte sich gewünscht, dass

die noch nicht versorgten Schüler an

der Flatow-Oberschule in Köpenick,

einer Eliteschule des Sports, unterkommen.

Dort seien derzeit 80

Plätze nicht belegt. An der Sportschule

betonte man aber,dass dieser

Schultyp nicht kompatibel sei mit einer

normalen Sekundarschule. Lehrerfür

kleinereFächer müssten extra

dorthin fahren. DerVorschlag, an der

Brahe- und Kühn-Schule je eine weitere

Klasse einzurichten, stammte

ursprünglich von der Schulaufsicht

Mitte. „Es ist ärgerlich, dass wir der

Stadträtin zeigen müssen, wo es

noch freie Plätze im Bezirk gibt“,

sagte Bildungsstaatssekretärin Beate

Stoffers (SPD).

DieStadträtin ihrerseits warnt davor,

dass die Platzsituation dadurch

im Schuljahr 2020/21 noch gravierender

ausfallen dürfte. Womöglich

müsse die Flatow-Oberschule dann

genutzt werden. Norbert Heise vom

Landeselternausschuss hegt nach

eigenen Angaben die arge Befürchtung,

dass ausreichend Schulplätze

kurzfristig weder durch Ergänzungsnoch

durch Neubauten geschaffen

werden. „Mit großem Unmut beobachten

wir abermals eine uneinheitliche

Herangehensweise der Bezirksverwaltungen,

aber auch die zu

wenig steuernde und stützende

Hand des Senats“, sagte Heise. Das

Ping-Pong-Spiel zwischen Bezirken

und Senat müsse aufhören.

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Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 17

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Wissenschaft

Eine Milliarde

Jahre alte Pilze

entdeckt

Bindehaut

Netzhaut

Aderhaut

Lederhaut

Denkleistung

steigt mit der

Temperatur

Fossilien stammen aus

kanadischem Gestein

Hornhaut

Aber das betrifft nur Frauen.

Männer mögen es kühler

Forscher haben Fossilien von Pilzenentdeckt,

die etwa eine Milliarde

Jahre alt sind. Es handelt sich

mit Abstand um den ältesten eindeutig

datierten Nachweis der Lebewesen.

Eine Forschergruppe der

Universität Lüttich in Belgien fand

zahlreiche Exemplare des Pilzes in

Schiefergestein aus dem Nordwesten

Kanadas.

DerPilz, Ourasphairagiraldae genannt,

weist nach Aussagen der Forscher

die größte Ähnlichkeit mit einer

Pilzgruppe auf, zu der auch die

Schlauch- und Ständerpilzegehören.

Er ist mehr als eine halbe Milliarde

Jahre älter als bisher gefundene Pilzfossilien.

„Da O.giraldae im Flachwasser-Mündungsschiefer

der

Grassy-Bay-Formation konserviert

ist, hat dieser Pilz möglicherweise in

einer Mündungsumgebung gelebt“,

schreiben die belgischen Forscher

um Corentin Loron in der Fachzeitschrift

Nature. Die Ansammlung von

organischen Abfallprodukten anderer

Lebewesen in diesem Bereich

könnte dazu geführt haben, dass der

Pilz gut wuchs und gedieh.

Eroberung des Landes

Pilze spielen eine Schlüsselrolle in

biologischen Kreisläufen –unter anderem

durch den Abbau organischer

Substanzen, als Partner in einer

Symbiose und durch die Bindung

vonPhosphat. Siekönnten auch eine

wichtige Rolle bei der Eroberung des

Landes gespielt haben, schreiben die

Forscher. „Die spätere Besiedlung

von Landgebieten durch Pilze

könnte der Besiedlung von Land

durch Pflanzen durch Wurzelsymbiosen

und durch Bodenverarbeitung

vorausgegangen sein und diese unterstützt

haben.“ Pilze hätten ökologische

Nischen geschaffen, den Boden

verbessert sowie die Nährstoffaufnahme

und die oberirdische Produktivität

gesteigert.

Corentin Loron und Kollegen bestimmten

das Alter der unter den

Fossilien liegenden Schicht mit der

Uran-Blei-Datierung auf etwa eine

Milliarde und zehn Millionen Jahre.

Mit der Rhenium-Osmium-Datierung

konnte organisches Material

aus der Schicht über den Fossilien

auf etwa 892 Millionen Jahre taxiert

werden. Der versteinerte Pilz Ourasphaira

giraldae ist demnach etwa

0,9 bis eine Milliarde Jahrealt.

Die bis dahin eindeutig als Pilze

identifizierten Fossilien kommen

auf ein Alter von 410 bis 450 Millionen

Jahren. Siewurden in Schottland

und Wisconsin, USA, gefunden.

Dass es sich tatsächlich um einen

Pilz handelt, belegen die Wissenschaftler

anhand der Analyse von

Formen und Feinstrukturen sowie

spektroskopischen Messungen. In

den zweischichtigen Zellwänden

wiesen die Forscher mittels Spektroskopie

die organischen Substanzen

Chitin und Chitosan nach. Zellulose,

der Hauptbestandteil pflanzlicher

Zellwände, kommt in der Zellwand

von Ourasphairagiraldae nicht vor.

Die Wissenschaftler sind der Auffassung,

dass durch die Verbesserung

der Untersuchungsmethoden künftig

mehr uralte Fossilien von Pilzen gefunden

werden könnten. (dpa)

Mikroskopische Aufnahme eines der Pilz-

Fossilien. DPA/CORENTIN CLORON/UNIVERSITY OF LIÈGE

Kammerwasser

(Fließrichtung)

Linsenfaser

Iris

Linse

Pupille

vordere

Augenkammer

hintere

Augenkammer

BLZ/GALANTY

Glaskörper

Blutgefäße

Blinder Fleck

Sehnerv

Neue Erklärung für den grünen Star

Das Glaukomgiltals Folgeeines hohen Augeninnendrucks.Womöglichist es abereine Autoimmunkrankheit

VonMichael Brendler

Wenn die Pupille wie die

Farbe des Meeres

wird, ist das Augenlicht

zerstört.“ Das fiel

schon vorfast 2400 Jahren dem griechischen

Arzt Hippokrates auf. Glaukom,

Eulenauge, nannte der berühmteste

Heilkundler seiner Zeit

die Krankheit, gegen die weder Aderlass,Kräuterkissen

noch andereMittel

helfen wollten. EinRätsel blieben

ihm die Ursachen des Leidens, das

auch grüner Star genannt wird.

Erst im 19. Jahrhundertstellte der

Berliner Ophthalmologe Albrecht

von Graefe die Hypothese auf, dass

der hart gespannte Augapfel der Patienten

und die Erblindung irgendwie

zusammenhängen könnten. Der

Sehnerv, vermutete er, werde beim

grünen Star durch einen erhöhten

Druck im Auge abgeklemmt. Dadurch

gingen die Ganglienzellen zugrunde,

die als eine Art Relaisstationen

die Sinneszellen in der Netzhaut

mit dem Hirn verbinden.

Für die meisten Augenheilkundler

stand seitdem fest: Ohne erhöhten

Augeninnendruck kein Glaukom

– dementsprechend eindringlich

wurden die Patienten zur regelmäßigen

Messung des Wertes aufgerufen.

Nur auf diese Weise, hieß es, lasse

sich die Krankheit frühzeitig erkennen

und das Sterben der Nervenzellen

aufhalten.

Abwehrzellen in der Netzhaut

Wasdazu jedoch nicht passt: Immer

wieder tauchen Patienten auf, die

trotz ganz normalem Druck die gleichen

Zerstörungen zeigen. Gleichzeitig

gibt es auf der anderen Seite

viele Menschen, die selbst höchste

Drücke ohne Schaden überstehen,

berichtet NorbertPfeiffer,der Direktor

der Augenheilkunde der Uniklinik

Mainz. Undesscheint auch nicht

jedem Betroffenen zu helfen, wenn

der Arzt für Entlastung im Augapfel

sorgt. „All das spricht dafür: Der

Druck allein kann es nicht immer

sein, der zur Erblindung führt. Die

Ursachen müssen komplexer sein“,

sagt der Experte.

Im Fachblatt NatureCommunications

schrieben nun US-Wissenschaftler

vor kurzem, sie hätten eine

Erklärung für diese Widersprüche gefunden.

Ihrer Meinung nach ist der

grüne Star weniger ein mechanisches

Problem, sondern eine Autoimmunkrankheit.

Sollten sie recht behalten,

Wichtig für die Vorsorge: Sehtest, Augenspiegelung und Innendruckmessung.

Betroffene: Etwa eine Million

Menschen ist in

Deutschland an grünem Star

(Glaukom) erkrankt. Wenn

Glaukomerkrankungen in der

Familie vorkommen, ist das

Risikoerhöht, einen grünen

Star zu entwickeln.

ERHÖHTES RISIKO

Schleichende Erkrankung:

Da ein Glaukom langsam

und schmerzlos fortschreitet

und die Sehschärfe erst im

Spätstadium nachlässt, bemerkt

man die Erkrankung

als Betroffener meistens viel

zu spät.

Folgen: Wenn sichdie Schädigung

des Sehnervs bemerkbar

macht, kann schon

ein Drittel derSehkraft verloren

sein. Typisch sindGesichtsfeldausfälle,

meistist

zunächst im äußeren Blickbereich

nichts mehr zu sehen.

GETTTY

wäre das für die Früherkennung und

die Therapie eine Revolution.

Huihui Chen von der Harvard

Medical School in Boston hat beobachtet,

dass bei ansteigendem Augeninnendruck

plötzlich Abwehrzellen

in der Netzhaut auftauchen. Jedenfalls

gilt das für Mäuse.Womöglich,

so seine Schlussfolgerung, löst

der Druck eine autoaggressive Immunantwort

aus. Durch die Verletzungen,

die er dem Auge zufügt, wird

das Immunsystem mit ungewohnten

Körperstrukturen konfrontiert.

Diese werden irrtümlicherweise als

fremd eingeordnet und attackiert.

Was diese Theorie unterstützt:

Nager, denen Abwehrzellen namens

T-Lymphozyten fehlen, blieben in

Chens Experimenten gesund. Ähnliche

autoaggressive Abwehrzellen

seien auch bei Normaldruck-Glaukomen

am Werk, glaubt er. Dafür

spricht auch die Forschung vonNorbert

Pfeiffer und seinem Kollegen

Franz Grus. Die beiden Mainzer haben

sogar bei gesunden Menschen

Auto-Antikörper gefunden, die sich

gegen Netzhaut und Sehnerv richten.

Allerdings wirdbei den Betroffenen

diese Immun-Munition durch

andere Antikörper neutralisiert. „Bei

Glaukompatienten scheint die Mischung

dieser Eiweiße nicht mehr zu

stimmen“, sagt der Augenarzt. Er

kann inzwischen sogar aus dem Antikörpermuster

in der Tränenflüssigkeit

ablesen, ob ein grüner Star vorhanden

ist – bevor andere Tests

Alarm schlagen. Das Muster verrät

ihm darüber hinaus,obein erhöhter

Augeninnendruck dahintersteckt.

Stephanie Joachim, die die experimentelle

Augenforschung der Universität

Bochum leitet, verfolgt eine

andere Strategie. Sie hat eigentlich

friedliche Abwehrzellen zu Netzhautzerstörungen

angestiftet – indem

sie Ratten genau jene Proteine

spritzte,gegen die sich die Autoantikörper

richten. Bei toten Glaukompatienten,

berichtet sie,finde man in

der Netzhaut die Spuren der gleichen

Immunreaktionen. Für die

neue Theorie spricht aus ihrer Sicht

auch, dass eine Autoimmunkrankheit

häufig mit einer anderen einhergeht

–und mit grünem Star.

Nicht alle kann das überzeugen:

„Meiner Meinung nach sind die Autoimmunreaktionen

beim Glaukom

in der Regel nicht die Ursache der

Problems, sondern nur eine Begleiterscheinung“,

sagt Josef Flammer.

Abwehrzellen und Antikörper fänden

sich auch bei anderen zerstörerischen

Nervensystem-Erkrankungen

wie dem Morbus Alzheimer, so

das Argument des ehemaligen Chefs

der Augenklinik am Universitätsspital

Basel. Und auch in diesen Fällen

sei noch nicht geklärt, ob das Immunsystem

nicht einfach nur auf

den Zelluntergang reagiert.

Flammer geht stattdessen davon

aus, dass das Problem von Menschen

mit einem Normaldruck-

Glaukom in einer Fehlregulation der

Augenarterien liegt. Weil deshalb die

Netzhaut nicht immer ausreichend

mit Blut versorgt wird, ersticken die

Ganglienzelle gewissermaßen in ihrenAbfallprodukten.

Vielleicht müssen sich beide

Theorien aber auch nicht widersprechen,

wenn das Glaukom eine

Krankheit ist, die verschiedene Ursachen

hat, wie der Mainzer Experte

Norbert Pfeiffer sagt. Bei den einen

spielten die Gefäße verrückt, bei den

anderen stecke eine Autoimmun-Attacke

dahinter, bei den meisten jedoch,

sagt er, stehe der Überdruck

im Auge zumindest am Anfang des

Problems.Bislang gibt es für alle aber

nur eine einzige Behandlungsalternative:

die Senkung des Innendrucks

per Operation oder Medikament.

BessereFrüherkennung

„Allerdings kann man bei jedem dritten

Betroffenen den Druck kaum

noch tiefer senken“, sagt Norbert

Pfeiffer. Dass die Krankheit bei diesen

Patienten trotzdem weiter voranschreitet,

werde durch eine Autoimmunreaktion

sehr gut erklärt. Womöglich,

sagt er,lasse sich ihnen helfen,

wenn man per Impfung oder

Medikament in ihr gestörtes Antikörper-Gleichgewicht

eingreift.

Auch die Früherkennung lässt

sich vermutlich verbessern. Denn

das Glaukom ist eine schleichende

Krankheit.Weil das Gehirndie ersten

Ausfälle überspielt, fällt bisher bei jedem

zweiten Betroffenen die Blindheit

erst im fortgeschrittenen Stadium

auf. Mit Pfeiffers Autoantikörper-Profil

wäre womöglich eine frühere

Diagnose möglich – ganz

unabhängig davon, welche Ursache

dahinter steckt.

Die meisten Frauen fühlen sich

bei höheren Raumtemperaturen

wohl, während es Männer lieber

etwas kühler haben. Dieser Unterschied

wirkt sich auch auf Denkleistungen

aus. Dies ist das Ergebnis einer

Studie,ander dasWissenschaftszentrum

Berlin für Sozialforschung

(WZB) und die University of Southern

California in Los Angeles beteiligt

waren.

In der Studie erreichten Frauen

bei Rechenaufgaben und Wortbildungstests

die besten Ergebnisse,

wenn die Raumtemperatur über 24

Grad lag. Männer dagegen erzielten

die optimale Leistung bei niedrigeren

Temperaturen. Das sollte in

künftigen Untersuchungen berücksichtigt

werden, wenn es darum

geht, kognitiveFähigkeiten zu ermitteln,

fordern die Wissenschaftler im

Fachblatt PlosOne.

Um zu prüfen, wie die Umgebungstemperatur

Denkleistungen

beeinflusst, bereiteten die Forscher

Versuchsräume vor, in denen Temperaturen

von 16bis 32,6 Grad Celsius

herschten. 542 Berliner Studierende

nahmen als Testpersonen teil

–inGruppen von jeweils 24 Personen.

In den ersten beiden Aufgaben

mussten zweistellige Zahlen im Kopf

addiert und aus zehn vorgegebenen

Buchstaben möglichst viele deutsche

Wörter gebildet werden.

Hier waren Frauen am erfolgreichsten,

wenn die Raumtemperatur

über 24 Grad lag. Männer lieferten

bei darunter liegenden Temperaturen

die besten Resultate.Beim Lösen

einer Denksportaufgabe mittels

kognitiver Reflexion spielte die Temperatur

für beide Geschlechter keine

Rolle. Umdie Produktivität zu erhöhen,

sollten in Arbeitsräumen, in denen

Männer und Frauen tätig sind,

die Thermostate deutlich höher eingestellt

werden als derzeit meist üblich,

so die Forscher. (wsa)

Modernes

Chemiegebäude

in Dahlem

Mehr als 30 sanierte Labore

für Forscher und Studenten

Der erste Abschnitt des sanierten

Institutsgebäudes für Chemie

und Biochemie auf dem Campus

Dahlem der Freien Universität (FU)

Berlin ist am Dienstag feierlich eröffnet

worden. Insgesamt gibt es

drei geplante Bauabschnitte. „Die

Sanierung der Chemiegebäude der

Freien Universität ist mit jetzt schon

gut 160 Millionen Euro das aktuell

größte Bauvorhaben im Investitionspakt

Wissenschaft des Landes

Berlin“, sagte der Berliner Wissenschaftsstaatssekretär

Steffen Krach.

In der Arnimallee 22 entstanden

moderne Räumlichkeiten zum Forschen

und Studieren, wie die FU

mitteilt. Auf den sanierten über

10 000 Quadratmetern Nutzfläche

stehen dafür mehr als dreißig Labore,

mehrere Seminarräume, kleinere

Hörsäle und ein großer Hörsaal

mit 600 Plätzen bereit sowie

über fünfzig Büros für die Fachbereichsverwaltung.

„Bei der notwendigen Sanierung

wurden die ursprünglichen Gebäude

bis auf den Rohbau zurückgebaut

und entsprechend der künftigen

Nutzung als viergeschossiger

Riegelbaukörper neu ausgebaut“,

sagte die Berliner Senatsbaudirektorin

Regula Lüscher. Die Gesamtkosten

für den ersten Bauabschnitt

beliefen sich auf rund 41 Millionen

Euro, die Bauzeit betrug knapp fünf

Jahre. (BLZ)


18 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Sport

Mitten ins Herz

Niki Lauda und Toto Wolff waren ein kongeniales, in Freundschaft verbundenes Duo bei Mercedes. Der Toddes Aufsichtsratschefs berührt aber die gesamte Szene

VonElmar Brümmer,Monte Carlo

Wer ihn mehr vermisst,

ist nicht das übliche

Wettrennen am Hafenkai

von Monte

Carlo. Es ist mehr ein kollektives

Grundgefühl. Mercedes-Teamchef

Toto Wolff, der ohne einen Freund

und Teilhaber auskommen muss.

Helmut Marko auf seiner schwimmenden

Red-Bull-Plattform, dem

das gemeinsame Granteln beim

Frühstück fehlen wird. Die Ferrari-

Familie in ihrer leuchtend roten

Trutzburg, die im letzten Sommer

mit Sergio Marchionne selbst einen

Leader vom alten Schlag verloren

hat. Der Tag vor dem Trainingsbeginn

zum Großen Preis von Monaco

ist auch der Tag, nachdem der Tod

von Niki Lauda bekanntgeworden

ist. DieFormel 1trägt Trauer.

DasKlima ist drückend, die Stimmung

bleibt gedrückt. Dazu passt

der silbergraue Himmel. Mercedes

hat ganzseitige Todesanzeigen in

Auftrag gegeben, lediglich die Umrisse

des Firmenemblems zieren den

schwarzen Grund, dazu die Zeile:

„Unser Stern im Himmel.“ Das ist

ungewöhnlich, aber ehrlich emotional.

Und wer Lauda erlebt hat, der

ahnt, dass ihm diese Ehre wohl zu

viel gewesen wäre. Man kann sich

vorstellen, wie er ein beiläufiges

„Wurscht“ fallen lassen würde.

Lewis Hamilton, der Seelenverwandte

Laudas,hat im Gegensatz zu

seinem ehemaligen Rivalen Nico

Rosberg nur wenige Worte gewählt,

auch keine verklärenden. Seine offiziellen

Auftritte am Mittwoch hat er

mit dem Verweis darauf absagen lassen,

dass er gerade einen sehr engen

Freund verloren habe. Der Brite verfasste

nur einen kurzenOnline-Brief:

„Mein Kumpel, ich wehre mich zu

glauben, dass Du gegangen bist. Ich

werde unsere Gespräche, unser Lachen

und die Umarmungen nach

unseren gemeinsamen Siegen vermissen.

Es ist wirklich eine Ehre für

mich, mit Dir inden vergangenen

sieben Jahren zusammengearbeitet

zu haben. Ohne Dich wäreich nie zu

diesem Team gekommen. Möge Gott

Deine Seele beruhigen. Danke, dass

du ein strahlendes Licht in meinem

Leben bist. Ich liebe dich, Mann.

Dein Freund für immer.“

Trauer in Kraft umwandeln

DasVerhältnis der beiden verlief auf

einer gedachten mentalen Ideallinie,

die zwischen Piloten aller Generationen

auch neben der Piste gilt. Lauda

beherrschte sie: „Es gibt eine Rennfahrersprache,

die versteht niemand

anderes.“ In der Rolle des Übersetzers

war Lauda wichtig, er beherrschte

auch die richtige Tonlage

für die Gespräche mit den Mercedes-

Managern. „Die Mercedes-Familie

hat einen ihrer besten Mentoren verloren“,

weiß der ehemalige Daimler-

Chef Dieter Zetsche,der Lauda Ende

2012 als Berater geholt hatte. „Aus

Respekt vor Niki werden wir versuchen,

die Trauer in Kraft umzuwandeln“,

verspricht PilotValtteriBottas.

Mal god cop, mal bad cop: Niki Lauda und Toto Wolff

IMAGO IMAGES

Laudas Todtrifft auch mitten ins

kommerzielle Herz der Königsklasse.Geschäft

und Gefühle (erfolgreich)

trennen, das war die Art des

Österreichers, das wird nun auch

von denen erwartet, die sein Erbe

verwalten müssen. Was macht das

Champion-Team ohne den Mann,

der sein Mandat so wahrgenommen

hat, wie man es sich von jedem Aufsichtsrat

wünscht? Was geschieht

mit seinen zehn Prozent Anteilen am

Team? Wird Wolff, der 30 Prozent

hält, diese auch noch übernehmen

und damit eine noch mächtigere

Rolle spielen?

Einlohnender Deal

Diebeiden hatten Anfang 2013 beim

Amtsantritt auf Beteiligungen bestanden.

Zum einen, weil beide zu

Unternehmern taugen und nicht zu

Angestellten, zum anderen aber, um

auch richtig in die Verantwortung

genommen zu werden können –das

Geldverteilungssystem der Formel 1

beruht gnadenlos auf Erfolg. Für

Mercedes war das zwar ein ungewöhnlicher,

aber letztendlich lohnender

Deal –seit Beginn der Hybrid-Ära

wurden alle Titel gewonnen.

Die wirtschaftliche Seite im

Grand-Prix-Sportist immer mindestens

so wichtig ist wie die sportliche.

Ola Källenius, der neue Chef von

Daimler, wird zunächst den Posten

im Gremium neu besetzen müssen.

DerSchwede ist selbst ein Racer,war

einst Chef der heute siegreichen

Rennmotorenschmiede und sitzt bereits

im Aufsichtsrat. Wichtig für die

Zukunft wirdsein, wie gut Wolff und

Källenius harmonieren. Wolffs Vertrag

läuft noch bis Ende 2020, diese

Laufzeit ist an das Vermarktungsabkommen

der Formel 1gekoppelt. So

lange haben sich die großen Hersteller

zur Teilnahme verpflichtet. Bereits

jetzt wirdWolff, der einen neuen

Typ Rennmanager verkörpert, als

Nachfolger von Chase Carey gehandelt,

der für den Rechtebesitzer Liberty

Media die Geschäfte führt.

Das kongeniale DuoWolff/Lauda

funktionierte nach dem bewährten

Zusammenspiel vom good cop/bad

cop –mit wechselnden Rollen. Die

beiden konsequenten Logiker mussten

sich erst aneinander gewöhnen,

bevor sie sich anfreunden konnten,

was sie dann tatsächlich taten. Der

Altersunterschied von 23 Jahren

spielte keine Rolle.Innerhalb voneiner

Saison hatten sie die Konzernmentalität

im britischen Rennteam

umgekrempelt, die beiden stets zielgerichteten

Charaktere lebten das

Leistungsprinzip vor. „Er fehlt mir

persönlich sehr stark, er fehlt mir

menschlich als mein Kampfgefährte

und er fehlt uns auf den Strecken“,

beklagte Wolff bereits zum Saisonstart.

„Seine Interaktion mit den anderen

Teams ist wichtig, er war ja immer

unser Außenminister und in

Summe ein ganz wichtiger Bestandteil

diesesTeams.“ Dasgilt jetzt umso

mehr. Wolff sagte: „Es war ein Privileg,

ihn zu unserem Team zählen zu

dürfen, und es war bewegend zu sehen,

wie viel es ihm bedeutete, Teil

des Erfolgs dieses Teams zu sein.“

Meinen Ausbildungsplatz habe ich

auf azubis.de gefunden!


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 19 *

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Sport

Sieben

schlechte

Jahre

Warum sich das DEB-Team

auf Tschechien freut

VonBenedikt Paetzholdt

Das 4:2 gegen Finnland im letzten

WM-Vorrundenspiel sorgte

beim deutschenTeam gleich doppelt

für Freude. Gegen ein Team zu gewinnen,

das bei jeder WM seit 1957

unter den Top8war, noch dazu Talente

in Serie produziert, stärkt vor

dem Viertelfinale am Donnerstag

(20.15 Uhr, Sport 1) natürlich das

Selbstwertgefühl. Dass am Abend

dann Kanada die USA mit 3:0 besiegte,

was bedeutet, dass der kommende

Gegner Tschechien und nicht

Russland heißt, steigerte das Wohlbefinden

noch zusätzlich.

Russland, das hat die punktverlustfreie

Vorrunde bestätigt, ist der

große WM-Favorit. Obwohl sich Alexander

Owetschkin, der noch amtierender

Stanley-Cup-Champion ist,

vornehm zurückhält, trumpft die

Sbornaja groß auf. „Wenn wir die

Russen im Halbfinale kriegen, ist es

auch nicht schlimm“, meinte Kapitän

Moritz Müller. Was gleichzeitig

zeigt, dass das deutsche Team an

seine Chancen gegen die Tschechen

glaubt. NHL-Stürmer Dominik Kahun,

selbst in Tschechien geboren,

sagt: „Sie haben wir uns am meisten

gewünscht, es ist ein Gegner, der

machbar ist.“ Wenngleich der letzte

Triumph gegen diesen Gegner mittlerweile

zwölf Jahrezurückliegt.

Verpasster Umbruch

Besonders in Acht nehmen muss

sich das Team von Toni Söderholm

vor dem ersten tschechischen

Sturm. Jakub Voracek, Michael Frolik

und Dominik Simon bilden die

zweiterfolgreichste Sturmreihe dieser

WM mit insgesamt 14 Treffern

und 40 Scorerpunkten. Filip Hronek,

der wie seine Sturmkollegen in der

NHL unter Vertragsteht, ist mit zehn

VorJakub Voracek muss sich das DEB-

Team in Acht nehmen. IMAGO IMAGES/PRANTER

Punkten ebenfalls äußerst umtriebig.

Erschwerend aus deutscher

Sicht kommt hinzu, dass die Tschechen

in Bratislavadefacto Heimvorteil

genießen. Gerade jetzt, wo der

Gastgeber ausgeschieden ist, fallen

der Mannschaft alle Sympathien der

Zuschauer zu.

Und obwohl Tschechien bei dieser

WM bislang ebenfalls positiv

überrascht, bleibt es den Beweis

schuldig, wieder zum Kreis der ganz

großen Eishockeynationen zu gehören.

Sieben Jahreist es nun her,dass

man zuletzt eine WM-Medaille gewann,

mit Ländern wie Kanada,

Schweden oder Russland konnten

die jeweiligen Teams bei den vergangenen

Turnieren nicht mithalten.

Der Umbruch nach der Ära umEishockey-Legende

Jaromir Jagr gelang

nicht wirklich. Entsprechend groß ist

der Druck, bei einer WM mal wieder

ein Achtungszeichen zu setzen.

Das deutsche Team hingegen

spielt völlig druckbefreit. Alles, was

jetzt passiert, ist Kür. Ineinem Umfeld,

wo alles kann und nichts muss,

blühte das DEB-Team bekanntlich

schon bei Olympia 2018 auf. Mit einem

starken Gemeinschaftsgefühl

und besonders Begabten wie Torwart

Philipp Grubauer und Stürmer

Leon Draisaitl sind Träumereien

vomnächsten Coup zulässig.

Abschied der Regenten

Arjen Robben und Franck Ribéry haben eine Dekade lang das Flügelspiel des FC Bayern geprägt

VonMaik Rosner,München

Begeistertdürfte Arjen Robben

nicht gewesen sein,

dass er mit dieser Geschichte

am Ende seiner

Karriere beim FC Bayern noch mal

für Schlagzeilen gesorgt hat. Nicht

wegen seines ungebrochenen Ehrgeizes,

der damit belegt wurde. Sondern

wegen der publik gewordenen

Umstände,mit denen der 35-Jährige

seinem Ehrgeiz Ausdruck verlieh.

Wenn es sich so zugetragen hat,

wie die Münchner tz berichtete,stattete

Robben dem Vorstandschef

Karl-Heinz Rummenigge am vergangenen

Donnerstag einen Besuch in

dessen Büro ab, um einen Einsatz

von Beginn an gegen Eintracht

Frankfurt in seinem letzten Heimspiel

zu fordern. Von Rummenigge

erhoffte sich Robben, zu seinen

Gunsten Einfluss auf Trainer Niko

Kovac zu nehmen. Indirekt bestätigte

Rummenigge diesen Vorgang,

als er auf der Meisterfeier erzählte:

„Ich habe dir am Donnerstag gesagt:

Du wirst sehen, der Trainer wirddich

auf jeden Fall einsetzen. Du kommst

rein und machst ein Tor.“Sokitschig

kam es,wie bei Franck Ribéry, 36, der

vor Robben eingewechselt worden

war und vordessen 5:1 zum 4:1 traf.

Im Gewand vonLudwig II.

Die Geschichte von Robbens Forderung

erzählt vordem Pokalfinale am

Sonnabend gegen Leipzig viel darüber,

welchen Sonderstatus er und

Ribéry immer eingenommen und

auch für sich beansprucht haben.

Bei Ribéry wurde das schon kurz

nach seinerVerpflichtung vonOlympique

Marseille 2007 sichtbar, als er

auf einem riesigen Werbeplakat seines

Ausstatters Nike vonder Münchner

Theatinerkirche grüßte,trotz des

Vereinspartners Adidas.„Bayern hat

wieder einen König“ stand auf dem

Plakat, das Ribéry imGewand von

Ludwig II. zeigte. 2009 kam Robben

von Real Madrid hinzu und stieg

zum zweiten Regenten eines Klubs

auf, der seither von dem Flügelduo

eine Dekade lang geprägt wurde.

Zwei solche Attraktionen auf den

Außenbahnen hatte der FC Bayern

nie zuvor beschäftigt. Prägende Figuren

wie Gerd Müller und Franz Beckenbauer

oder Lothar Matthäus

und Stefan Effenberg standen stets

im Wortsinne im Zentrum des

Münchner Denkens. Rib und Rob

oder Robbéry kamen dagegen wie

ein Artistenduo daher, das von links

und rechts auf dem Trapezdurch die

Rib und Rob oder Robbéryoder einfach: Arjen Robben und Franck Ribéry

Manege schwingt und schwindelerregende

Kunststücke aufführt. Seit

ihrer berühmtesten Nummer,

Ribérys Hackenvorlage zu Robbens

Siegtor zum 2:1 im Finale der Champions

League 2013 gegen Borussia

Dortmund, zeichnete sich ab, dass

sie Könige bis zum Schluss bleiben

werden. Ribéry sei von seinem ersten

Spiel an „der Hero“ gewesen,

DPA/MATTHIAS BALK

sagte Rummenigge, „und das ist er

bis heute geblieben“. Für Präsident

Uli Hoeneß, bei dem Ribéry oft vorstellig

wurde, umsich über die Trainer

zu beklagen, gehört Robben

ebenso in die„Phalanx der ganz Großen“

beim FC Bayern –und in der

Bundesliga. Ribéry ist dort mit nun

neun Titelgewinnen Rekordmeister,

Robben bringt es auf acht.

Neue Gelassenheit

Unumstritten waren beide dennoch

nicht. Ribéry erlaubte sich neben

seinen Streichen Fehltritte, die

skandalös gerieten. Diefranzösische

Justiz stellte ein Verfahren gegen ihn,

weil er nach eigener Aussage nicht

gewusst hatte,dass jene Prostituierte

minderjährig war, die er hatte einfliegen

lassen. Einmal schlug er einen

französischen Journalisten und

ein anderes Mal, in der Halbzeitpause

beim Halbfinale der Champions

League gegen Real Madrid

2012, den Kollegen Robben. Anfang

des Jahres pöbelte er im Zuge der

Goldsteak-Affäre gegen seine Kritiker.

Aber immer fand er Schutz bei

Hoeneß, der „wie ein zweiter Vater“

für ihn gewesen sei, wie Ribérydankbar

sagt. Er durfte immer der Filou

sein, den man nach Eskapaden nicht

fallen und dem man eine Sonderbehandlung

zukommen ließ. Auch

deshalb widerstand Ribéry zwischenzeitlich

vielen Angeboten.

Schmerzhafte Pfiffe

Robben haben sie ebenfalls gehegt

und gepflegt, wenngleich bei ihm

weniger väterliche Fürsorge nötig

war. Die Beliebtheit des volksnahen

Ribéry aus einfachen Verhältnissen

erreichte der Musterprofi Robben jedoch

nie, weder bei den Kollegen

noch bei den Fans. Sein immenser

Ehrgeiz und gelegentlicher Eigensinn

wirkten wie sein kontrolliertes

Auftreten weniger betörend. Mit Robert

Lewandowski verband ihn oft

nur der gegenseitige Argwohn. Pfiffe

musste Robben 2012 nach seinen

verschossenen Elfmetern im entscheidenden

Ligaspiel gegen den

späteren Meister Dortmund und im

verlorenen Champions-League-Finale

gegen den FC Chelsea ertragen,

kurz nachdem ihm Ribéry das Veilchen

verpasst hatte. „Es war eine

brutale Phase. Damals lief einiges

falsch. Natürlich hatte ich kurzüberlegt:

Ichmuss hier weg, es geht nicht

mehr“, erzählte Robben jüngst dem

Kicker. Dass er dennoch blieb, lag

auch an den Streicheleinheiten der

Bayern für sein Ego, die sie ihm zuweilen

zukommen ließen.

Im Pokalfinale fällt nun der letzte

Vorhang für die beiden so unterschiedlichen

Flügelspieler. Dass sie

am liebsten vonAnfang an auflaufen

wollen, ahnt jeder. Und wer Robben

gegen Frankfurt wütend gegen den

Pfosten treten sah, als er auf seine

Einwechselung länger warten

musste als Ribéry, ahnt auch: Kovac

wird noch einmal gefordert sein. Als

Moderator des Umbruchs.

Alba ist bekannt für Tempo-Basketball, doch gegen Ulm siegen die Berliner mit einer Ruhe, die Spitzenteams auszeichnet

VonChristian Kattner

Eswaren 29 Punkte Differenz im

ersten Spiel der Serie, 15 im zweiten.

Mit zwei klaren Siegen hat sich

Alba Berlin im Play-off-Viertelfinale

gegen Ulm eine hervorragende Ausgangsposition

geschaffen. Lediglich

ein Sieg fehlt der Mannschaft von

Trainer Aito Garcia Reneses noch,

um die nächste Runde zu erreichen.

Vieles spricht dafür, dass dieses Vorhaben

bereits am Sonntag in eigener

Halle gelingt. Vorsicht ist dennoch

geboten.„Ulm steht mit dem Rücken

zur Wand, sie haben nichts zu verlieren“,

sagt Martin Hermannsson.

Alba Berlins Aufbauspieler kennt

diese Situation, hat sie mit der eigenen

Mannschaft in dieser Saison im

Eurocup erlebt. In eigener Halle

wurde gegen Málaga ein 21-Punkte-

Vorsprung verspielt. Hermannsson

stand mit seinem Team in Spiel zwei

ebenfalls mit dem Rücken zur Wand

– Alba musste gewinnen, um im

Wettbewerb zu bleiben; und Alba gewann,

schaffte es sogar in das Finale.

Auch wenn es dort eine schmerzhafte

Niederlage gegen Valencia

setzte, sohaben die Berliner Erfahrungen

gesammelt, die in der entscheidenden

Phase der nationalen

Meisterschaft vongroßer Bedeutung

sein können. EinReifeprozess,wenn

man es so nennen will.

Dass Alba Berlin

Spiele gewinnen kann,

in denen der Gegner

von Beginn an überrollt

wird, das war bereits

mehrfach in dieser

Saison zu sehen. So

setzte sich der Dritte

der Hauptrunde in eigener

Halle auch in

Spiel eins durch. Ulm

wurde komplett überrannt,

bis zum Ende

ließ kein Spieler locker. Jeder im

Team möchte sich für weitere Einsätzeempfehlen.

Immer dann, wenn der schnelle,

aggressive und dominante Stil aber

mal nicht zum Tragen kam, hatte

Alba in dieser Saison Probleme. Insofern

sei das letzte Hauptrundenspiel

gegen Ludwigsburg noch einmal

„ein guter Test gewesen“, wie

Martin Hermannsson sagt. Eine Vor-

bereitung auf das zweite Spiel gegen

Ulm, wenn man es so sehen möchte.

Eine harte Gangart hatte Thorsten

Leibenath seiner Mannschaft verordnet.

Als er die vonseinen Spielern

nicht zu sehen bekam,

musste Ulms Trainer

die Wut darüber in einer

Auszeit erst einmal

an der Werbebande

auslassen. Zu diesem

Zeitpunkt hatte sich

Alba gerade wieder ein

CITY-PRESS/RENNER

zweistelliges Polster

erarbeitet.

Und das nicht etwa

Temperamentvoll: mit dem Hurra-Basketball

aus Spiel eins,son-

Alba-Coach Reneses

dern mit einer stoischen

Ruhe, die eine Spitzenmannschaft

auszeichnet. Dem Kampf der

Ulmer stellte Berlin Gelassenheit

und Abgeklärtheit entgegen, die sich

die Mannschaft auch auf europäischer

Ebene angeeignet hat. Als die

Gastgeber Mitte des zweiten Viertels

das Spiel eventuell hätten drehen

können, verwandelte Alba erst einen

Fastbreak und holte nach dem anschließenden

Einwurf direkt einen

Ballgewinn, aus dem ein Dreier resultierte.

Statt sechs Punkten Rückstand

lag Berlin innerhalb von acht

Sekunden mit einem Zähler in Führung.

Das ist nur ein Beispiel für Ulmer

Nachlässigkeiten und Berlins

Umgang damit. „Am Ende waren es

zu viele Fehler, die von Alba direkt

bestraft wurden“, sagte Bogdan Radosavljevic

im Fantalk nach der

83:98-Niederlage.

17 Ballverluste leistete sich das

Team des ehemaligen Berliners, lediglich

zwei Ballgewinne generierte

Ulm über die gesamten 40 Minuten.

Gerade einmal neun Ballverluste,

dafür aber neun Steals setzten die

Berliner dem entgegen. Es waren die

entscheidenden Faktoren in einem

Spiel, in dem die meisten Statistiken

fast ausgeglichen waren, Alba aber

effektiver und abgeklärter agierte.

Unddas,obwohl mit Peyton Siva der

Routinier, das Alpha-Tier im Aufbau

abermals verletzt zuschauen

musste. Seine Vertreter haben ein

zweites Mal gezeigt, dass sie diesen

Ausfall kompensieren können. Auch

das haben sie in dieser Saison bei

Alba Berlin gelernt.

NACHRICHTEN

Herthas Kult-Keeper Kiraly

beendet Karriere

FUSSBALL. DerfrühereTorwartGabor

Kiraly hat seinen Rücktritt vom

Profifußball erklärt. Dies gab der 43-

Jährige am Mittwoch auf seiner

Homepage bekannt. „Ich bedanke

mich beim Fußball, der mir alles beigebracht

hat und mich zu einem

besseren Menschen gemacht hat“,

schrieb Kiraly.Nun blickt Kiraly,dessen

Markenzeichen die graue Jogginghose

ist, voraus: „Ich war 26

Jahrelang an 882 Spielen im Mittelpunkt

auf der Bühne der Fußballwelt,

nun möchte ich sehen, wie das

Leben hinter den Kulissen ist.“ Zuletzt

hatte er in Ungarnfür Haladas

Szombathely gespielt.

Spandau 04 gewinnt

Finalauftakt in Hannover

FUSSBALL. DieWasserfreunde

Spandau 04 haben das Auftaktmatch

des Best-of-five-Finale um die Deutsche

Meisterschaft der Männer bei

Waspo 98 Hannovernach starker

Leistung mit 10:9 gewonnen. Damit

können sie am Wochenende bei den

beiden Heimpartien mit zwei weiterenSiegen

bereits Meister werden.

BR Volleys bleiben Europas

Zuschauermagnet

VOLLEYBALL. DieBRRecycling Volleys

sind beim Zuschauerschnitt die

Nummer eins in Europa. Die19

Heimspiele der besuchten durchschnittlich

5208 Fans.Auf Platz zwei

und drei liegen die italienischen

Teams aus Modena (4 687) und Conegliano

(4 139/Frauen).

Aiba soll von Olympia 2022

ausgeschlossen werden

OLYMPIA. DasIOC hat der Vollversammlung

vorgeschlagen, den Amateurbox-Weltverband

Aiba nach einer

Reihe vonSkandalen vonden

Olympischen Spielen 2020 in Tokio

auszuschließen. DieVollversammlung

wirdimJuni wohl die Suspendierung

bestätigen. Boxen soll aber

im Programm vonTokio bleiben.

ZAHLEN

Eishockey

WM Vorrunde, 6. Spieltag

Gruppe A

Finnland -Deutschland 2:4 (1:1, 1:1, 0:2)

Slowakei -Dänemark 2:1 (0:0, 1:0, 0:1) n.P.

Kanada -USA 3:0 (2:0 ,1:0, 0:0)

1. Kanada 7 36:11 18

2. Finnland 7 22:11 16

3. Deutschland 7 18:18 15

4. USA 7 27:15 14

5. Slowakei 7 28:19 11

6. Dänemark 7 18:23 6

7. Frankreich 7 14:34 2

8. Großbritannien 7 9:41 2

Gruppe B

Tschechien -Schweiz 5:4 (1:1, 3:1, 1:2)

Norwegen -Lettland 1:7 (1:0, 0:1, 0:3)

Schweden -Russland 4:7 (1:0, 0:6, 3:1)

1. Russland 7 36: 7 21

2. Tschechien 7 39:14 18

3. Schweden 7 41:21 15

4. Schweiz 7 27:14 12

5. Lettland 7 21:20 9

6. Norwegen 7 19:33 6

7. Italien 7 5:48 2

8. Österreich 7 9:40 1

Viertelfinale:

Kanada -Schweiz

Russland -USA

Finnland -Schweden

Tschechien -Deutschland

Do., 16.15 Uhr

Do., 16.15 Uhr

Do., 20.15 Uhr

Do., 20.15 Uhr

Tennis

WTA-Turnier in Nürnberg

Achtelfinale: Julia Putinzewa (Kasachstan/1) -

Mona Barthel (Neumünster) 7:6 (10:8), 6:1;

Anna-Lena Friedsam (Andernach) -Andrea Petkovic

(Darmstadt/8) 6:3, 6:1, Veronika Kudermetowa

(Russland) -Jekaterina Alexandrowa (Russland/5)

6:0, 6:4


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 – S eite 20

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Sport

Grischa Prömel eruptiertnach seinem entscheidenden 2:0-Treffer gegen den Hamburger SV.

MATTHIAS KOCH

Das geilste Gefühl

Grischa Prömel vom 1. FC Union krönt seine überragende Saison mit zwei Aufstiegsspielen gegen den VfB Stuttgart −seinen Lieblingsverein

VonMax Ohlert

Eine bessere Entscheidung

hätte sich Grischa Prömel

eigentlich nicht erträumen

können. Zwei Finalspiele

gegen den VfB Stuttgart, die darüber

entscheiden, ob seine ganz persönliche

Erfolgsstory − und selbstverständlich

die seines 1. FC Union −in

der Saison 2018/19 ein himmlisches

Ende nimmt.

Die Geschichte ist so gut, dass

man kaum weiß, wo man anfangen

soll. Grischa Prömel, 24, wurde 1995

in Stuttgartgeboren, wuchs im Stadtteil

Bad Cannstatt auf, wo auch die

Mercedes-Benz-Arena steht und verlor

sein Fußballherz −natürlich −an

den VfB. Doch weil die Familie Prömel

größten Wert auf die schulische

Ausbildung des Buben legte, kickte

Grischa, statt in einem großen Nachwuchsleistungszentrum,

in der Jugend

der Stuttgarter Kickers.

Erst ein Anruf von Trainer Julian

Nagelsmann, damals noch Nachwuchscoach

bei derTSGHoffenheim,

lockte den frischgebackenen Abiturienten

in die Akademie des Bundesligisten.

Hier wurde er an der Seite seiner

heutigen Köpenicker Mannschaftskameraden

Nicolai Rapp und Joshua

Mees gleich im ersten Jahr

deutscher A-Jugend-Meister, wagte

ein Jahr später mit dem Wechsel

zum Karlsruher SC den Schritt in

den Profifußball, gewann mit dem

deutschen Team 2016 Olympia-Silber

in Rio de Janeiro, ehe er, nach

dem Abstieg des KSC, 2017 nach Köpenick

wechselte. Hier spielte Prömel

eine solide Premierensaison,

ehe ihm der ganz große Durchbruch

im aktuellen Spieljahr gelang, das

nun in zwei Aufstiegsendspielen

ausgerechnet gegen seinen Lieblingsklub

kulminiert.

Sieben Treffer erzielte er in 29

starken Saisonspielen, war mit

12,41 Kilometern pro Spiel der laufstärkste

Kicker der Liga und wies

darüber hinaus mit über 50 Prozent

noch eine ordentliche Zweikampfquote

auf. Grund genug, dass auch

VfB-Trainer Nico Willig vor dem Relegations-Hinspiel

den „Stuttgarter

Kerle“ in den Vordergrund rückte.

„Grischa ist ein sehr guter Mittelfeldspieler,

einer von der Sorte, die

alles gleichzeitig machen und dabei

noch unheimlich viel laufen“, lobte

der 38-Jährige und prophezeite: „Da

wird viel Arbeit auf unsereVerteidigung

zukommen.“

Umso kurioser mutet es an, dass

ausgerechnet Julian Nagelsmann

Prömel zu Hoffenheimer Zeiten dessen

Laufbereitschaft negativ ankreidete.

Für einen defensiven Mittelfeldspieler

sei er zu viel unterwegs,

hieß es. „Als alleiniger Sechser, der

ich im Hoffenheimer System war, ist

es natürlich wichtig, dass man vor

der Abwehr für Stabilität sorgt“, bewertete

Prömel die Kritik seines früheren

Trainers, präzisierte aber:

„Heute lege ich im zentralen Mittelfeld

die Position eher modernaus.“

Heißt: laufen, grätschen, laufen,

passen, laufen, aufs Tor schießen.

All das meisterte Prömel in den vergangenen

regulären Saisonspielen

mit Bravour,erinnerte dabei ein wenig

an den französischen Weltmeister

N’Golo Kanté vom FCChelsea,

den Inbegriff des modernen Mittelfeldspielers,

von dem Teamkollege

„Ich weiß nicht, wie er es schafft,

so viel zu laufen.

Er ist eine absolute Maschine.“

Christopher Trimmel über die Laufstärke seines Mitspielers Grischa Prömel

Paul Pogba während der WM 2018

schwärmte: „Erhat 15 Lungen.“

Die Lobeshymnen auf Prömel

klingen beinahe genauso. Unions

Kapitän Christopher Trimmel

adelte zuletzt: „Ich weiß nicht, wie

er es schafft, so viel zu laufen. Er ist

eine absolute Maschine.“ Der Gelobte

selbst, der am liebsten mit

dem früheren Bundesligaprofi ArturoVidal

(„Gegen den spielt keiner

gern“) assoziiert werden würde,

bleibt dabei eher bescheiden: „Das

ist eben mein Spiel. Ich will mich

defensiv und offensiv einbringen.“

Und Tore schießen! „Es gibt eigentlich

kein geileres Gefühl, als nach einem

Tor mit den Fans zu feiern,

während alle Mitspieler auf dich zurennen.“

So erlebt beim 1:2-Anschlusstreffer

am vergangenen Sonntag in

Bochum, als Prömel aus knapp 20

Metern traumhaft in den Winkel

traf und damit ein wenig die

Scharte auswetzte, die er mit dem

unnötigen Foul zum Elfmeter vor

dem 0:2 selbst verursacht hatte.

„Das war eine Lehre für ihn“, versicherte

Unions Trainer Urs Fischer

und zeigte sich gleichsam

beeindruckt, wie konstruktiv der

24-Jährige seinen Patzer verarbeiten

konnte: „Dass er sich dadurch

nicht verunsichern lassen hat, das

war für mich genau die richtige

Reaktion.“

Gelernt hat Prömel das auch ein

Stück weit von Manuel Schmiedebach.

Der bundesligaerfahrene Zugang

von Hannover 96war an der

massiven Entwicklung seines jungen

Mitspielers entscheidend beteiligt.

„Wenn ihm im Training etwas

auffällt, kommt er zu mir und erklärt,

wie ich die Situation auch anders

lösen könnte“, beschrieb Prömel

im Laufe der vergangenen Saison

einmal das fruchtbare Verhältnis

der beiden zentralen

Mittelfeldspieler.

Auch dank Schmiedebach gehört

Prömel mittlerweile zu den Topspielernder

Zweiten Liga. Im Winter

war bereits der HamburgerSVaneiner

Verpflichtung interessiert, doch

vor einem weiteren Zweitligajahr,

dürfte der HSV für Prömels Zukunft

jetzt sogar eine Nummer zu klein

sein. Denn egal, wie diese Saison für

Union endet − dem persönlichen

Aufstieg Prömels in die Bundesliga

steht eigentlich nichts mehr im

Wege. Nicht einmal der Lieblingsklub

aus BadCannstatt.

Max Ohlert

fühlt sich bei Prömel an

einen Weltmeister erinnert.

Strategische Schwächen

Nicht nur die schwache Bundesligasaison sorgt beim VfB Stuttgart für Unruhe, auch die Rolle des Präsidenten Wolfgang Dietrich erzürnt viele Anhänger

VonTobias Schächter,Stuttgart

Dass ein Erfolg der A-Junioren

der TSG Balingen einmal als

Hoffnungsschimmer für die Profis

des VfB Stuttgart taugt, hätten sich

Fans und Verantwortliche rund ums

Rote Haus in Bad Cannstatt nie vorstellen

können. Vorvielen Jahren gewann

der Balinger Nachwuchs ein

Relegationsspiel durch ein spätesTor

gegen Astoria Walldorf. Dashat Nico

Willig am Dienstag erzählt, um so

Bedenken über seine Unerfahrenheit

vor den Relegationsspielen des

VfB gegen den 1. FC Union zu beseitigen.

Willig war damals A-Jugendtrainer

in Balingen, nun ist er Profi-

Coach beim VfB. Vor vier Wochen

wurde der 38-Jährige vom Trainer

der Junioren zum Profianimateur

befördert −nach den zwei Relegationsspielen

wird erwieder in den Jugendbereich

zurückkehren und Tim

Walter Platz machen, der unabhängig

vonder Ligazugehörigkeit ab Juli

neuer Chefcoach beim VfB wird.

Seit der Meisterschaft 2007 unter

Armin Vehist Walter,der vonZweitligist

Holstein Kiel an den Neckar

kommt, Trainer Nummer 18. Alleine

diese Statistik erzählt viel über das

Fehlen einer Strategie beim Traditionsklub,dessen

ruhmreiche Vergangenheit

die Erwartungshaltung im

Ländle bestimmt. Nach der umstrittenen

Ausgliederung der Profifußballer

aus dem Gesamtverein voranderthalb

Jahren erklärte Präsident

Wolfgang Dietrich, den Klub wieder

in der Bundesligaspitzeetablieren zu

wollen. Am Sonntag saß Dietrich in

der TV-Sendung SportimDritten des

SWR und meinte: Die Relegation sei

„nicht als Strafe, sondern als Geschenk

zu sehen“. Dasstimmt einerseits,weil

derVfB nur 28 Punkte sammelte.Andererseits

ist diese Aussage

auch das Eingeständnis des eigenen

Scheiterns.

Trotz der anhaltenden Kritik der

Ultras an der Ausgliederung und den

Verflechtungen des Klubbosses mit

der Firma Quattrex betont Dietrich,

unabhängig vomAusgang

der Spiele gegen

Union Präsident bleiben

zu wollen. Das

Geschäftsmodell von

Finanzinvestor Quattrex,

einst vonDietrich

gegründet, sieht vor,

Fußballklubs Kredite

zu geben, dafür Zinsen

zu kassieren und

vonWertsteigerungen

zu profitieren. Auch

Union hat Kredite Klare Forderung

über 6,3 Millionen

Euro bei Quattrex laufen, zuletzt

kam das Unternehmen in die

Schlagzeilen, als es die Gremien des

klammen Drittligisten 1. FC Kaiserslautern

unter Druck setzte, für den

Einstieg des Luxemburger Investors

Flavio Becca zu stimmen –sonst gewähreeskeine

neuen Kredite mehr.

Dietrich, der vor der Wahl zum

Präsidenten im Oktober 2016 seine

Ämter im Quattrex-

Firmengeflecht aufgab

und Anteile verkaufte,

musste erneut

betonen, „in keiner

Form finanziell an irgendwelchen

Erfolgen

deutscher Klubs

zu partizipieren“. Recherchen

des Kicker

ergaben aber, dass

Dietrich Alleingesellschafter

der Firma

DPA VMM Consulting

GmbH ist, die 50 Prozent

der Anteile an der Quattrex Finance

GmbH hält, die Rückzahlungen

aus den Darlehen erhält, dieVereinen

zur Verfügung gestellt wurden.

Auch sportlich ist Dietrich in der

Verteidigungshaltung, nachdem

Ende FebruarVfB-Sportvorstand Michael

Reschke entlassen wurde.

Dietrich hatte Reschke ja als Hoffnungsträger

im August 2017 vomFC

Bayern verpflichtet. Doch Reschke

hatte keine Freunde mehr im Klub,

und in 18 Monaten zuerst Aufstiegstrainer

Hannes Wolf entlassen und

dann Tayfun Korkut durch Markus

Weinzierl ersetzt. Reschkes Nachfolger

Thomas Hitzlsperger entließ

Weinzierl dann vorfünfWochen.

Hitzlsperger,37, ist im neuen Amt

unerfahren, aber als Meisterspieler

des VfB ein Sympathieträger. Die

erste wichtige Entscheidung des

ehemaligen Nationalspielers erwies

sich bislang als richtig: Mit Willig

schaffte die Mannschaft eine kleine

Wende. In vier Spielen mit dem

neuen Coach verlor die Elf nur einmal

(1:3 bei Hertha BSC), holte aber

sieben Punkte und gewann neues

Selbstvertrauen. Für Unions Trainer

UrsFischer ist es schwer abzuschätzen,

wie der VfB auflaufen wird −in

einer 4-4-2-Grundordnung wie in

den beiden ersten Spielen unter Willigs

Regie oder in einem 4-2-3-1 wie

in den beiden folgenden Partien?

Spielt Altmeister Mario Gomez, der

trotz nur sieben Torenbester Saisontorschützeist,alleine

im Sturmoder

setzt Willig auf die schnellen Anastasios

Donis und Nicolás González

vorne? DieAbwehr wirkt unter Willig

stabilisiert, in drei der letzten vier

Spiele blieb die Elf, die insgesamt 70

Gegentreffer zuließ, ohne Gegentor.

Rechtzeitig vor der Relegation

gab derVfB bekannt, dass der Hauptsponsor

sein Engagement um vier

Jahre verlängert hat. Nun wünscht

sich Willig die Unterstützung der

Fans: „Ich habe schon mal von Signalspielern

gesprochen. Ich wünsche

mir, dass wir am Donnerstag

55 000 Signalspieler haben. Egal, wie

sich das Spiel entwickelt“, sagtWillig.

In Balingen war alles etwas kleiner.


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Gucken! Die Deutsche

Kinemathek bietet

Qualitätsfernsehen.

Seite 23

„Das Schadenspotenzial einer Filmkritik ist begrenzt.“

Daniel Kothenschulte versucht Quentin Tarantino zu beruhigen, dessen neuer Film in Cannes zur Premiere kam. Seite 22

Hoher Arbeitsbesuch

Feuerwehr und

Schriftsteller

Cornelia Geißler

hat ein Königspaar

aus der Nähe betrachtet

Deutschland hat keinen König,

das wird einem selten einmal

bewusst. Eine Königin oder ein König

fordert ordentliche Garderobe,

spezielle Handlungsabläufe und

Formulierungen. „Seine Majestät

König Willem-Alexander und Ihre

Majestät Königin Máxima statten

von Montag, 20. Mai bis Mittwoch,

22. Mai 2019 Mecklenburg-Vorpommern

und Brandenburg einen

Arbeitsbesuch ab“, teilt die Niederländische

Botschaft mit.

Die ZDF-Redakteurin Luzia

Braun kannte Könige bisher nur

aus dem Märchen, sagt sie am

Dienstagabend in der Historischen

Saftfabrik in Werder, da

hatte sie bereits Máxima und Willem-Alexander

begrüßen dürfen.

Ein paar Dutzend literatur- und

kulturverbundene Menschen, von

der Schriftstellerin (zum Beispiel

Helga Schütz) bis zur Schlossherrin

(zum Beispiel die neue Chefin

des Künstlerhauses Wiepersdorf)

sind versammelt, ausgewählt von

der Niederländischen Botschaft in

Berlin und vor allem vom Brandenburgischen

Literaturbüro.

Dass dieses seit 25 Jahren Lesen

und Land verbindet, würdigt der

märchenhafte Besuch auch.

Zwischen Vorspeise und Hauptgang

hat Luzia Braun das Unterhaltungsprogramm

zu bestreiten

und die Schriftsteller Lutz Seiler

(Deutschland) und Tommy Wieringa

(Niederlande) zu befragen.

Das Thema war mit „Literatur und

gesellschaftliche Transformationsprozesse

im ländlichen Raum“

hoch gehängt. Die Gesprächspartner

meiden die großen Vokabeln

und zeigen sich auch in wenigen

Sätzen als Erzähler. Wieringa

spricht von Dörfern an der

deutsch-niederländischen

Royale Literaturfreunde aus Den Haag:

Máxima und Willem-Alexander

DPA

Grenze, wo die Übriggebliebenen

wohnen, die nicht woanders

ihr Glück gesucht haben. Die

Worte Drogen und Alkohol fallen.

Lutz Seiler lobt die Leute, die Literatur

in kleine Orte bringen. Wichtig

sei, dass die Menschen merkten,

man interessiere sich für sie.

„Das restauriert ein wenig den

bröckelnden sozialen Kitt.“ Das

könne sogar die Feuerwehr tun,

wenn sie den Kindernund Jugendlichen

zeige, dass man gemeinsam

etwas zu Wege bringe. Politischer

wird das kurze –öffentliche –Gespräch

nicht.

In Rathenow und Lübbenau, in

Potsdam und Luckenwalde werden

von August bis November niederländische

Autoren lesen.

Tommy Wieringa wird im Peter-

Huchel-Haus in Wilhelmshorst zu

Gast sein. Dortist Lutz Seiler König –

er verantwortet das literarische Programm.

Es ist heiß in der Stadt, und

der nicht enden wollende

Sommer 2018 scheint an

den Kräften zu zehren. Eine

wachsende Nervosität durchzieht die

sich in feinen Nuancen voneinander

unterscheidenden Kieze Berlins.Walter

Noack sieht genau hin bei seinen

ausgedehnten Läufen um Mitternacht,

er hat sie im Blick, die Party-

Areale in Friedrichshain und die vagabundierenden

Dealer aus dem

Görlitzer Park, aber sie interessieren

ihn nicht weiter. Erhält sich fit, Laufen

und Schwimmen, von der Oberbaumbrücke

bis zum Plänterwald.

Noack gehört einer journalistischen

Putztruppe an. In dem großen

Verlagshaus, dessen Ähnlichkeiten

mit dem Springer-Verlag ausdrücklich

gewollt sind, ist er mit einigen

anderen eigens dafür angestellt, die

Hasskommentareunter den Artikeln

der Online-Ausgaben zu sichten und

gegebenenfalls zu löschen.

Löschen, löschen, löschen

Der Job erfordert journalistisches

Einschätzungsvermögen, permanente

Aufmerksamkeit und starke

Nerven. Nicht jeder hält es aus, aus

der Kloake der Meinungsfreiheit das

herauszufischen, was über die

Stränge schlägt. Jeden TagVerschwörungstheorien,

ausländerfeindliche

Hetze, Merkel muss weg. Löschen,

löschen, löschen.

Manchmal muss geantwortet werden,

dann verwendet die Sonderabteilung

der Redaktion einen Tarnnamen.

Freunde machen sie sich mit ihrer

Arbeit nicht, in der Kollegenhierarchie

stehen Noack und Peppa, mit

der er sich ein wenig angefreundet

hat, weit unten. VonPeppa heißt es,

sie studiere Kulturwissenschaften in

Frankfurt (Oder), aber oft schiebt sie

Doppelschichten –des Geldes wegen

und um die Zeit rumzubringen. Auf

eine berufliche Karriere sind beide

nicht aus,Noack ist ein Loner,der den

Job braucht. Seine Frau hat ihn verlassen,

nachdem er mit einem kleinen

Kramladen pleiteging, gelegentlich

schaut sein Sohn Nick vorbei.

Johannes Groschupf hat in seinem

als Thriller bezeichneten Roman

„Berlin Prepper“ das hektisch-düstere

Bild einer Metropole skizziert,

deren Menschen das,was einmal Lebensstil

genannt wurde, aus den Augen

verloren haben. Sie sind auf

Schlimmeres gefasst. Man kämpft

Berlin hat erhöhte Temperatur

Reichsbürger,Journalisten und Security-Mafia: Johannes Gropschupfs Thriller „Berlin Prepper“

sich durchs Leben und versucht, mit

den Überforderungen und Zumutungen

klarzukommen. Es ist ein

schnelles und rohes Buch, das vom

subtilen Witz seines Autors lebt, der

mit seinem Gespür für scheinbare

Nebensächlichkeiten eine flirrende

Atmosphäreerzeugt.

Berlin hat erhöhte Temperatur,

und einer wie Groschupfs Held

Noack ist in der Lage,sie zu messen.

Wenn in den Medien Gewalt und

Kriminalität behandelt werden, an

der Flüchtlinge beteiligt waren,

steigt die Intensität der Hasskommentare

sprunghaft an. Je nach

Nachrichtenlage vermag Noack sein

Arbeitsaufkommen vorherzusehen.

DieEmotionen, die aus der digitalen

Welt in seinen Alltag hereinschwappen,

sind nicht die Wirklichkeit, aber

doch ein Teil vonihr.

Johannes Groschupf hat lange als

Journalist und Autor gearbeitet, ehe

er 2005 seinen Roman „Zuweitdraußen“

veröffentlichte, der von der

Rückkehr ins Leben nach einem

schweren Unfall handelt. Es ist auch

seine Geschichte. 1995 war er als Insasse

eines Hubschraubers über der

Saharaabgestürzt und hatte schwere

Verbrennungen erlitten. Allein seine

Füße blieben vomFeuer verschont.

In dem Roman schildert ernicht

nur das Leiden an den Transplantationen

und der Furcht vor Ausgrenzung

danach. Groschupf erzählt

auch vom Scheitern seiner Ehe und

dem Mut, den ihm seine Kinder mit

ihrer lakonischen Art machten. Der

Roman eröffnete ihm ein ganz neues

Kapitel seiner Autorschaft, obwohl er

bereits als junger Mann eine Art

VonHarry Nutt

Das nächtliche Idyll an der Oberbaumbrückebildet den Überlebensparcour für den Romanhelden Walter Noack.

DAS BUCH

West-Berliner Berühmtheit war.

Nicht er persönlich, sondern sein

PseudonymOlgaO’Groschen, unter

dem er 1988 eine „Gebrauchsanweisung

für Neukölln“ veröffentlicht

hatte. Das kleine Bändchen war ein

liebevoll-ironischer Bericht aus dem

damals weitgehend vernachlässigten

Berliner Bezirk, der miteinander

kaum in Berührung kommende soziale

Welten in sich vereinte. Die Lebenswirklichkeit

türkischer und arabischer

Migranten prallte hier auf

ein in sich verkapseltes Kleinbürgertum

sowie Studenten, die zwischen

Johannes Groschupf: Berlin Prepper Suhrkamp, 238 S.,14,95 Euro

den häufigen Wohnungswechseln

zum Schlafen herkamen.

Vom hippen Szenebezirk Kreuzkölln,

der heute vergnügungsbereite

Touristen aus ganz Europa anlockt,

war damals noch nicht viel zu sehen.

Eher schon lassen sich heute in den

vermeintlich gentrifizierten Straßen

noch immer Reste des muffig heruntergekommenen

Neukölln der 80er-

Jahrefinden, das Olga O’ Groschen zu

seiner Abenteuerreise gleich um die

Ecke animierthatte.

Johannes Groschupfs Lust an der

Beschreibung sozialer Milieus ist

auch in „Berlin Prepper“ zu finden,

wo all dies jedoch nicht auserzählt,

sondern subtil angedeutet wird. Es

gibt nichts mehr zu entdecken, die

Neugier der Menschen aufeinander

ist verflogen. Die wie atomisiert wirkenden

Einzelnen versuchen mit sich

klarzukommen, so gut es geht. Aber

„Berlin Prepper“ ist keine Sozialstudie,

sondern ein Thriller, und Handlung

kommt auf wie ein Sturm, als

Noack eines Abends beim Verlassen

des Verlages einen Schlag mit einem

hölzernen Gegenstand verpasst bekommt.

Wenig später erwischt es

auch Peppa, und die Suche nach Täternund

Motivenwirdzueiner fiebrigen

Durchquerung der Stadt.

Noackist natürlich nicht der kühle

Beobachter, der weiß, wie die Sache

läuft. Seine Überlegenheit ist eine Illusion,

sein Fitnessprogramm ist das

zwanghafte Tun eines Preppers. Es

geht nicht um Sport und körperliche

Ertüchtigung, er gehört zu der Sorte

Überlebenskünstler, die für den

Ernstfall vorsorgen. In der Stadt hat

Noack kleine Notlager errichtet, Verstecke,indenenerLebensmittelund

Medikamente bunkert.Wenn es noch

schlimmer kommt, glaubt er sich zu

helfen zu wissen. Als sein Sohn in die

Suche nach den Tätern hineingezogen

wird, sieht er sich gezwungen,

seine Deckungaufzugeben.

Soziologischer Blick

MOMENT RF

Soweit der Plot für Krimifreunde.

„Berlin Prepper“ kann man sich auch

als bildstarken „Film noir“ vorstellen,

und doch leben Groschupfs Beschreibungen

neben der Erzeugung von

Spannung vor allem von seinem soziologischen

Blick. Auf der Suche

nach der Wahrheit taucht Noack ein

in die Gesellschaft von Security-Leuten,

die Peppa und ihn seltsamerweise

nicht schützen konnten. Eine

falsche Fährte führtinein Containerdorf

für Flüchtlinge gegenüber der

Berlinischen Galerie.Als es an der Zeit

ist, sich zu bewaffnen, geraten Peppa

und er in Kontakt mit einem Schießklub

inTempelhof, der sich alsbald als

verschworene Zelle von Reichsbürgernentpuppt.

In seiner beiläufigen Art, dies alles

passieren zu lassen, entgeht Groschupf

der Gefahr,einen süßen Cocktail

aus Berlin-Klischees zu mixen.

„Berlin Prepper“ ist schnell geschrieben.

Wie bei einer TV-Soap werden

politische und gesellschaftliche

Ereignisseangespielt, um den Gegenwartsbezug

zu markieren. Unddoch

weist es in seiner witzig kühlen

Durchdringung eines Alltags, deren

Protagonisten wie in einem Kessel

mit ansteigendem Druck agieren,

über die Nacht an der Spreehinaus.

Harry Nutt

ist ins Berliner

Nachtleben abgetaucht.

NACHRICHTEN

Landesmuseum Berlinische

Galerie wieder geöffnet

Ab soforthat die Berlinische Galerie

wieder geöffnet. VordreiWochen

musste das Landesmuseum unverhofft

wegen Untersuchungen zur

Statik des Daches schließen. Diepeniblen

Überprüfungen der Techniker

sind abgeschlossen, alle Ausstellungs-,

Arbeits- und Archiv-Bereiche

sowie Malschule und Café wieder

unbedenklich zugänglich. Nunkann

auch die vielgefragte Malerei-Schau

„Lotte Laserstein. VonAngesicht zu

Angesicht“ fortgesetzt werden, bevor

sie im Herbst nach Kiel wechselt, was

eine Berliner Verlängerung ausschließt.

Unddie Fotoschau „Stadtrand

Berlin“ vonAndré Kirchner

kann überhaupt erst beginnen. Als

kleine Entschädigung aller,die wegen

der Schließung geduldig warten

mussten: Am Sonnabend zahlen alle

nur einen auf sechs Euro reduzierten

Eintritt, Haus und Café haben bis 19

Uhrgeöffnet. (BLZ)

Der kenianische Autor und

Aktivist Wainaina ist tot

Derkenianische Schriftsteller Binyavanga

Wainaina ist im Alter von48

Jahren gestorben. DerAutor ist vor

allem für sein satirisches Essay „How

To Write About Africa“ („Wie man

über Afrika schreibt“) bekannt, in

dem er klischeehafte Erzählungen

über den Kontinent kritisierte.Ersei

am Dienstagabend gestorben, sagte

TomMaliti, der Vorsitzende des von

Wainaina gegründeten Kwani Trusts.

Wainaina war Aktivist für die Rechte

vonLesben, Schwulen, Bisexuellen

und Transgender-Menschen. Als

eine der ersten bekannten Persönlichkeiten

in Kenia machte er seine

Homosexualität öffentlich. In Kenia,

wie in den meisten LändernAfrikas,

sind gleichgeschlechtliche Handlungen

verboten. (dpa)

Man-Booker-Literaturpreis

für Jokha Alharthi aus Oman

Jokha Alharty gewinnt mit „Celestial Bodies“

den Booker-Preis. AFP/SABEL INFANTES

DieSchriftstellerin Jokha Alharthi aus

dem Oman hat den Literaturpreis

ManBooker International 2019 gewonnen.

Ausgezeichnet wurde sie für

ihren Roman„Celestial Bodies“

(Himmelskörper), wie die Jury am

späten Dienstagabend in London

mitteilte.Indem Buch geht es um die

Erinnerungen dreier betagter omanischer

SchwesternanFamilienbande

und Schicksale,verknüpft mit der

postkolonialen Geschichte des

Landes im Süden der arabischen

Halbinsel. DerMan-Booker-Preis

zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen

Großbritanniens.Prämiert

werden ausländischeWerke, die ins

Englische übersetzt wurden. Das

Preisgeldvon 50000Pfund (ca. 57000

Euro)teilt sich Alharthi mit ihrer

Übersetzerin Marilyn Booth. (dpa)


22 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Feuilleton

Es war einmal in Hollywood

Oft kopiert und unerreicht: Sowohl Quentin Tarantino als auch die belgischen Dardenne-Brüder zeigen in Cannes Beweise ihrer unverkennbaren Stilistik

VonDaniel Kothenschulte

Es kommt nicht oft vor, dass

voreiner Pressevorführung

in Cannes ein Statement

des Regisseurs verlesen

wird. Und Quentin Tarantino ist ja

auch eher bekannt dafür, seine

Werke für sich sprechen zu lassen.

Das ist aber wohl auch gerade seine

Sorge: „Bitte schreiben Sie nichts,

dass das Publikum daran hindert,

meinen Film so zu sehen, wie Sieihn

jetzt sehen“. Als entrisse uns nicht

naturgemäß jede Information für

immer dem Zustand der seligen Unwissenheit.

Undals stellte sich nicht

jede persönliche Ansicht vor alle

späteren möglichen Interpretationen.

Aber die sind gottlob potenziell

unendlich und glücklich das Kunstwerk,

das sie überhaupt anzuregen

weiß. In jedem Fall ist das Schadenspotenzial

einer Filmkritik begrenzt.

Aber ja, natürlich fahren wir nach

Cannes,umgenau jenen Augenblick

zu erleben, in dem ein Film, den später

die ganze Welt kennt, seine Unschuld

verliert.

DerMordund das Märchen

Die belgischen Brüder Luc und Jean-

Pierre Dardenne in Cannes.

AFP

Brüder im Geiste: Brad Pitt und Quentin

Tarantino

AFP

Idor Ben Addi (hier mit Victoria Bluck) spielt den 13-jährigen Ahmed in „Le jeune Ahmed“ der Gebrüde Dardenne.

Leonardo DiCaprio als verblassender Filmstar Rick Dalton im aktuellen Tarantino-Film.

Vor genau 25 Jahren wurde hier Tarantinos

„Pulp Fiction“ mit einem

Paukenschlag enthüllt, allein gemessen

an seinem Einfluss auf das populäre

Erzählkino ein Markstein in der

Filmgeschichte. Viele erinnerte dieser

Film daran, wie wieder ein Vierteljahrhundertfrüher

die Regisseure

des sogenannten „New Hollywood“

eingefahrene Konventionen aufbrachen.

In genau diese Zeit führt Tarantinos

„Once Upon aTime in Hollywood“.

Es ist das Jahr 1969, als der

spätere Massenmörder Charles

Manson verführbare Menschen um

sich scharte. Ohne die eigentlichen

Geheimnisse des Films zu lüften,

lässt sich doch verraten, dass sein

berühmtestes Mordopfer,die Schauspielerin

Sharon Tate,darin eine tragende

Nebenrolle motiviert.

Margot Robbie verkörpertsie eindringlicher

als der wenige Dialog,

den Tarantino ihr geschrieben hat,

nahelegen würde. Als während der

Pressekonferenz eine Journalistin

der NewYorkTimes fragt, ob es angemessen

sei, ihr tragisches Schicksal

in dieser Form zu verhandeln, verweigert

Tarantino die Antwort. Tatsächlich

schwebt die Darstellung der

erwarteten Morde wie ein Damokles-Schwert

über dem Großteil der

159 Minuten –bis das Dilemma wie

durch den Trick eines Zauberkünstlers

aus dem Blickfeld rückt. Trotz

gewohnt drastischer Gewaltszenen

an anderen Stellen liebäugelt Tarantino

diesmal nicht mit dem grafischen

Realismus billiger Krimiliteratur,

der „pulp fiction“, sondern dem

Reich von Märchen und Legenden –

unüberhörbar angelehnt an den

größten Meister des Italowestern,

Sergio Leone.

Hauptspielort ist das Anwesen

gleich neben dem Haus von Roman

Polanski und seiner Frau Sharon

Tate, dem Schauplatz des historischen

Verbrechens.Hier lebt der fiktive

Star Rick Dalton (Leonardo Di-

Caprio), der seinen verblassenden

Ruhm bereits dem ersten Totengräber

des Kinos verdankt, dem Serienfernsehen.

Häufiger Hausgenosse ist

sein fest angestelltes Stuntdouble

Cliff Booth, gespielt vonBradPitt. Allein

diese Männerfreundschaft ist

LES FILMS DU FLEUVE

SONY PICTURES

eine jener unbezahlbaren Tarantino-

Ideen, die wie ein Fels der Originalität

in der Brandung unzähliger Filmzitate

thront. Was Dalton auf der

Leinwand verkörpert, ist Booth im

wahren Leben: ein Draufgänger,mutig

bis zur Selbstverachtung. DiCaprio

ist wie meist in seiner Karriere

untadelig als eitler Star, der sich gegen

das Verblassen seines Ruhms zu

wehren versucht. Tarantino schickt

seine Filmfigur nach Rom, um in billigen

Italowestern zu agieren. Und

genießt die historische Ironie, dass

niemand in Hollywood dieses Genre,

dem er bereits mit „Django Unchained“

ein Denkmal setzte, imMindesten

zu schätzen weiß. Brad Pitt

dagegen spielt eine der überzeugendsten

Rollen seiner Karriere. Zu

den großartigen Fantasien, die Tarantino

für diesen Haudegen erdacht

hat, zählt nun ein Faustkampf mit

Bruce Lee, kongenial verkörpert von

Margot Robbie.

„Once Upon a Time in Hollywood“

ist ein Film über das Triviale

mit den Mitteln einer aussterbenden

Kunst. Zum ersten Mal indiesem

Jahr wurden in Cannes dafür

die alten 35mm-Projektoren angeworfen,

und Robert Richardsons

Kamerabilder dankten es in tiefen

Farben. In semi-dokumentarischen

Augenblicken feiert der Film

die letzten architektonischen Zeugen

dieser Ära inHollywood. Die

schönsten Neonreklamen werden

in einer kleinen Montage nacheinander

eingeschaltet.

Angedeutet und ausgespielt

In seiner wunderbaren Balance aus

Angedeutetem und Ausgespieltem,

Miniaturen und Schaustücken, ist es

Tarantinos bester Film seit zehn Jahren,

als er in Cannes „Inglorious Bastards“

präsentierte. Einzelne Szenen

schlagen in diesem Wettbewerb die

meisten anderen Filme in der gesamten

Konkurrenz. Doch als Ganzesfehlt

diesem Film vielleicht noch

das letzte Quäntchen für die zweite

Tarantino-Palme.

Die belgischen Brüder Jean-

Pierre und Luc Dardenne haben dererbereits

zwei, und auch ihr neuester

Film, „Le jeune Ahmed“, verrät in

seinen kurzen 84Minuten den gleichen

Zauber.Ihr humanistischer Naturalismus

ist das denkbare Gegenstück

zu Tarantino, aber wie er wagen

sie sich an ein mit starken ethischen

Vorbehalten belastetes

Thema. Es geht um Islamismus: Ein

junger Teenager radikalisiert sich

unter dem Einfluss seines Imam soweit,

dass er versucht, seine liberal

eingestellte Arabischlehrerin zu ermorden.

ZurTherapie wirderineine

betreute Einrichtung für Schwererziehbaregebracht,

wo Landarbeit einen

guten Einfluss auf ihn auszuüben

scheint. Als sich ein junges

Mädchen in ihn verliebt, gerät er in

einen inneren Konflikt, der in der

Darstellung der Dardennes nicht

den Anflug von Trivialität bekommt.

Dass sie wie in ihrem früheren

Film „Das Kind“ gleichwohl

noch auf einen weiteren dramatischen

Höhepunkt vongeradezu archaischer

Einfachheit zusteuern,

macht ihren Film streitbar. Für Bewunderer

ihres Stils aber ist es eine

weitere Perle ihres Werks. Denn

auch das haben sie mit Tarantino

gemeinsam: Hundertfach wurden

sie kopiert–und nie erreicht.

Blutiges Ballett

Großartige Action, aber ohne jedes Maß: In „John Wick: Kapitel 3“ explodiert das Universum

VonPhilipp Bühler

John Wick muss raus aus NewYork.

Sie haben seinen Hund gekillt,

sein Auto geklaut –dann hat er es mit

der Rache einwenig übertrieben. Auf

116 belief sich vor zwei Jahren der

Bodycount in „John Wick: Kapitel 2“.

Hartgesottene Gangsterbosse erbleichten

bei seinem Namen und

schickten jeden Mann. Der weltbeste

Profikiller, der doch nur seine

Ruhe wollte,metzelte sie alle nieder.

Nunhat ihn die„Exkommunikation“

ereilt, die Hohe Kammer jagt ihn mit

einem Kopfgeld von 14 Millionen

Dollar.Unter seinem schusssicheren

Anzug trägt er eine Schuldmünze,

die ihm niemand mehr abnimmt.

Selbst das Hotel Continental gewährt

ihm kein Asyl mehr. Also geht

das Morden weiter.

In den zwei Vorgängerfilmen haben

Chad Stahelski und David Leitch

ein Universum geschaffen, in dem

das alles Sinn ergibt. DieHohe Kammer

ist ein krimineller Dachverband

mit einem strengen Ehrenkodex und

eigener Registratur,eine ArtAnnahmestelle

für Auftragsmorde. ImLuxushotel

Continental dürfen gestresste

Profikiller ungestört ausspannen,

aber nicht „arbeiten“.

Auch gegen diese Regel hat John

Wick verstoßen, darum wird erin

„John Wick: Kapitel 3“ zum Freiwild.

Streng genommen müsste er

raus nicht nur aus New York, sondernaus

der ganzen Welt, denn das

John-Wick-Universum kennt keine

Grenzen. Die Filme zeigen eine abgeschlossene

Kriminellenwelt, die

mit der realen Welt nicht zusammenhängt.

Nie kommt die Polizei.

Es gibt eine eigene Währung. Die

Killer töten scheinbar nur untereinander.

Unschuldige Opfer sind

zumindest nicht zu sehen.

Es spricht folglich einiges dafür,

diese blutbesudelten Anzugträger

als Allegorie auf das Treiben der

Wall Street zu sehen.

John Wick (Keanu Reeves) als Killer mit problematischer Frisur

Oder ist, umgekehrt, unserekapitalistische

Ordnung nur eine Tarnung

für ein archaisches Unterweltsystem

uralter Regeln und Blutzölle?

Nun gut, am Ende ist es wohl nur

CONCORDE

Hollywood, das aus einer einmal

pfiffigen Idee auch noch den letzten

Saft presst.

Keanu Reeves indes macht seine

Actionrolle weiterhin sichtlich Spaß.

Mittlerweile 54, hat er seine Kampftechnik

–und sein ehemaliger Stuntman

Stahelski seine Actionregie –

noch einmal verfeinert. Ihm dabei

zuzusehen, wie er in Lackschuhen

und mit ins Gesicht klatschenden

Haaren über die ganze Leinwand

tänzelt und Gegner meuchelt, in der

charakteristischen Mischung aus Attacke,

Notwehr und prophylaktischer

Hinrichtung –das erfreut. So

man moralisch äußerst zweifelhafte

Kinogewalt nicht grundsätzlich ablehnt.

Aber ein Film, der sein Publikum

in ein „Tarkowski-Theater“

führt, wo Anjelica Huston russische

Balletteleven zu Killern ausbildet,

kann nicht ganz schlecht sein. Ein

weiterer Weg bringt John Wick ins

exotische Casablanca, zu Halle

Berry. Das Universum, das ist das

Gesetz der Serie, expandiert.

Wie rückstandslos der Freigeist

John Wick nun diesem Gesetz unterworfen

wurde, wirkt aber auch ernüchternd.

Vom minimalistischen

Ethos des ersten Films und auch dessen

Humor –esging wirklich nur um

den Hund –ist kaum mehr etwas übrig.

Der B-Movie-Charme wurde abgelöst

von einem Hochprofessionellen

Effektgemetzel ohne Atempausen,

in denen sich Spannung langsam

aufbauen könnte. Stur wird die

Legende abgearbeitet, von einem

Gegner zum nächsten. Raunte man

in den Vorgängern, John Wick habe

einmal drei Männer mit einem Bleistift

getötet, tut er es hier einfach.

AusWortwirdTat, aus einer geheimnisvollen

Wunderwelt ein ganz banales

Schlachtfeld. Wasbleibt, ist ein

Held unserer Zeit, ein bloß passiv

reagierender Actionmann, der nur

noch um sein Überleben kämpft. Eigentlich

ist John Wick am Ende.Aber

wir werden ihn sicher wiedersehen.

John Wick: Kapitel 3 USA2019.Regie: Chad

Stahelski. Darsteller:Keanu Reeves, Halle Berry,

Laurence Fishburne, Ian McShane u. a.;

130 Min.,Farbe. FSK:ab18Jahre


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 23

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Feuilleton

Wirrasen alle

Richtung

Nullpunkt

Cäthe und Mockemalör

im Maschinenhaus

VonTorsten Wahl

Wir hatten den Sommerhit 2016

geschrieben –eshat nur keiner

gemerkt.“ So kündigt Sängerin Magdalena

Ganter „Nie mehr baden“ an.

Dabei ist die Nummer von Mockemalör

wirklich witzig. „Ich muss gar

nichts“ sang Catharina Sieland alias

Cäthe schon auf ihrem Debütalbum

voracht Jahren. Mitdem Schlachtruf

„Wir rasen Richtung Nullpunkt“ stehen

Mockemalör und Cäthe schließlich

gemeinsam auf der Bühne.

Nicht nur das Understatement

verbindet die beiden ungewöhnlichen

Sängerinnen, die von Kritikern

gelobt und vonden Fans geliebt werden,

aber noch nicht das ganz große

Publikum erreicht haben. Der Tournee-Zusammenschluss

ist eine gute

Idee,weil hier nicht die eine die Vorband

für die andere ist, sondern

beide ihre Stärken als Kontrast ausspielen

können. Das Maschinenhaus

in der Kulturbrauerei scheint

den Elan zunächst zu bremsen: Bei

beiden streikt die Technik, die Jungs

am Tresen warten offenbar stets auf

leise Passagen, um möglichst geräuschvoll

Bierflaschen in die Kästen

zu werfen. Doch die Energien auf der

Bühne und im Saal überwinden die

Störfaktoren schnell.

DasTrioMockemalör spielt einen

eleganten Dunkel-Pop, bei dem der

Gesang vonder puckernden Elektronik

Simon Stegers und dem Schlagzeug

von Martin Bach unterstützt

wird. Die Mezzosopranistin Magdalena

Ganter beweist nicht nur beim

Gesang eine enorme Bandbreite,

sondern schauspielerische Talente.

Bei„Science Fiction“, dem Titelstück

ihres aktuellen Albums,zuckt sie wie

eine extraterrestrische Puppe.Inden

Himmel führtsie das Stück „Punkerengel“:

Wenn Punker Engel werden

können, können auch Engel Punker

werden. In „Hysterie“ macht sie sie

über die Weltuntergangsbeschwörungen

lustig.

Cäthe &Magdalena Ganter (sitzend) BU.

MARCUS ENGLER

Cäthe war früher als Band unterwegs.Inzwischen

hat sich die Sängerin

von ihrem Gitarristen Christoph

Bernewitz den Rhythmus am Rechner

zusammenschrauben lassen,

konzentriert sich damit noch mehr

auf ihren Vortrag. Ihre Stimme, die

oft mit der von Janis Joplin verglichen

wurde,ist rauund kraftvoll. Die

Intensität ihres Auftritts kommt vor

allem bei der stark vertretenen

schwul-lesbischen Szene bestens an.

Wenn Cäthe ihr Becken rollt wie eine

Bauchtänzerin oder eine Stripclub-

Animateurin, bekommt sie schon

mal anerkennende Komplimente

wie „Geile Sau!“ zugeworfen.

Interessant dürfte es sein, ob und

wie sie ihre neue Rolle nach der Geburteines

Sohnes in künftigen Songs

reflektiert. Denn mit Ende 30 kann

sie ja nicht mehr ewig das Vagabundensein

feiern. In ihrem ersten

neuen Stück „So bin ich“ reimt sie

zartauf starkund klingt nach InaDeter.

Spannend dürfte es auch werden,

ob die Kombination Mockemalär

und Cäthe nicht nur einen eng gepressten

Saal wie im Maschinenhaus

in Bewegung bringt, sondern auch

Kleinkunst-Häuser, indenen keine

Bierflaschen klappern.

Mockemalör undCäthe gastieren am 8. Juli in

der Bar jeder Vernunft

Ob die Serie „Bad Banks“,

der Berlinale-Tatort

„Meta“ oder die Jan-Böhmermann-Aktion

„Lass

Dich überwachen“ –sie gehörten zu

den ausgezeichneten Programmen,

die kürzlich in Marl den Grimme-

Preis bekamen. Obwohl diese Ehrung

weder einen besonders klingenden

Namen besitzt noch in einer

glamourösen Show vergeben wird,

ist sie doch in der Branche besonders

hoch angesehen.

Schon seit 1964 wird der Preis für

Sendungen vergeben, die „die spezifischen

Möglichkeiten des Fernsehens

auf hervorragende Weise nutzen

und Vorbild für die Fernsehpraxis

sein können“. Träger ist seit 1973

das Adolf-Grimme-Institut, das aus

einer Initiativedes Deutschen Volkshochschulverbandes

hervorging –

der Verband gehört bis heute zu den

Gesellschaftern. Im Unterschied zu

anderen Fernsehpreisen sichten hier

die Auswahlgremien und Jurorendie

vorgeschlagenen Sendungen gemeinsam.

Ich war einmal daran beteiligt,

aus über 400 TV-Dokumentationen

16 Nominierungen herauszufiltern

–die Diskussionen liefen drei

Wochen lang von frühmorgens bis

spätabends.Vorschläge machen darf

übrigens jeder Zuschauer –auch das

unterscheidet den Preis vonanderen

Auszeichnungen.

Fast komplett

Einen einmaligen Einblick und

Überblick über die über tausend

Preisträger gestattet von jetzt an die

Deutsche Kinemathek in ihrer Fernsehabteilung

–das Haus am Potsdamer

Platz kooperiertschon seit 2005

mit dem Grimme-Institut in Marl. Es

fehlen nur ganz nur wenige Filme

aus der Frühzeit sowie jene, für deren

Bereiststellung einige Privatsender

zu viel Geld verlangten.

Der Kuratorin Klaudia Wick war

bewusst, dass sich die meisten Besucher

bei dieser Offerte nicht mit

einer klaren Idee an den Bildschirm

setzen dürften – anders

etwa als bei den „Tausend Tatorten“,

die wie alle anderen Projekte

weiterhin abrufbar sind. Mit den

Grimme-Siegern hält die Mediathek

jetzt gut zehntausend TV-Sendungen

bereit. Um den Zugang zu

erleichtern und Anregungen zu geben,

hat Klaudia Wick, die selbst

viele JahreinTV-Juryssaß und zeitweilig

für die Berliner Zeitung

schrieb, fünf thematische Schwer-

VonJohannes von Weizsäcker

Ausgezeichnet

In der Deutschen Kinemathek

lassen sich jetzt die Grimme-Preisträger

Das Trio aus der preisgekrönten ZDF-Serie „Bad Banks“: Gabriel Fenger (BarryAtsma),

Jana Liekam (Paula Beer), Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch)

KNSK

Zu wehleidig für Ironie

Drugdealer und Robbing Millions spielten in der Kantine am Berghain

Dem einen oder anderen wird

vielleicht der postironische Lo-

Fi-Rockmusiker Ariel Pink ein Begriff

sein. Der hatte vor gut anderthalb

Dekaden damit begonnen, auf antiquierten

Kassettengeräten sämtliche

Spielarten des Siebzigerjahre-

Rock in einen mittigen Matsch zu

komprimieren, der trotz seiner billigen

Bekifftheit erstaunlich stressig

anzuhören, aber doch von hohem

Unterhaltungswert war. Wohl auch

deshalb haben sich seither ganzeArmeen

stilbewusster Youtube-Hipster

von ihm inspirieren lassen und dabei

ähnlich verwackelte Retromusik

hervorgebracht.

ZumBeispiel Michael Collins,der

in jungen Jahren ein Ariel-Pink-Album

hörte,daraufhin aus seiner Heimat

in Florida ausbrach, auf Güterzügen

durch die USA trampte, LSD

nahm und mit demVorhaben, Musik

zu machen, nach Los Angeles umsiedelte,umdortseinem

Idol nachzueifern.

Dabei kamen unter Pseudonymen

wie Run DMT oder Salvia Plath

einige schöne und hinreichend alberne

Lo-Fi-Psychedelik-Alben heraus.

Schließlich erfand sich Collins

als Drugdealer neu und rekrutierte

eine Band, die sich anhört wie alles,

was in L. A. in der ersten Hälfte der

70er-JahreimRadio lief.

So auch in der ausverkauften

Kantine am Berghain, wo Drugdealer

am Dienstagabend auftraten, um

das im April erschienene Album

„Raw Honey“ zu bewerben. Collins

saß am Keyboard, wie stets in

aus 55 Jahren sichten

VonTorsten Wahl

Michael Collins hat sich als Drugdealer neu erfunden.

ROLAND OWSNITZKI

Schnauz und Barett. Gleich nach

dem ersten Lied fiel das Keyboard

erst einmal vomStänder.Überhaupt

lief einiges nicht ganz rund, so beschwerten

sich die Musiker durch

das Konzert hindurch häufiger beim

Soundmann über den Mix auf der

Bühne.Ihredabei an den Taggelegte

Wehleidigkeit stand im Kontrast zu

der Ironie, die die Darbietung offensichtlich

ausstrahlen sollte.

punkte für den Bereich Information

herausgehoben und einige Beispiele

in etwa zehnminütigen Filmrollen

zusammengestellt.

Die Fernsehkennerin, im selben

Jahr geboren wie der Grimme-Preis,

wurde beim Blick in die Historie immer

wieder überrascht. So ergaben

ihre Recherchen, dass Filme zum

Thema Holocaust, anders als oft behauptet,

gar nicht so häufig prämiert

wurden. Dagegen beschäftigten sich

viele ausgezeichnete Filme von Beginn

an mit den USA, Gerd Ruge berichtete

sehr emotional vom Mord

an RobertKennedy 1968. Schon früh

widmeten sich Grimme-Sieger dem

Thema Arbeit: Ein Beitrag über eine

„Zweite Revolution, in der Automaten

die Arbeit übernehmen“ stammt

von 1964, eine ZDF-Reportage über

„Kollege Roboter“ aus dem Jahr

1980. Die Auseinandersetzung mit

der Umwelt vorallem seit den frühen

80er-Jahren waren besonders preisprägend:

Ob Lärmbelastung oder

Landschaftszersiedlung – in ihren

besten Reportagen widmeten sich

die Sender Problemen, die heute aktueller

sind denn je. Der kritische

Umgang mit dem Medium selbst, in

den 60er- und 70er-Jahren noch

recht didaktisch vermittelt, ist heute

in der Grimme-Kategorie „Unterhaltung“

angekommen, wie etwa bei

Oliver Kalkofe, Stefan Raab, Philipp

Walulis oder Jan Böhmermann. Zu

jeder Sendung hält die Mediathek

auch Angaben zu Inhalt, Machern

sowie die Jury-Begründungen bereit.

Im digitalen Zeitalter

Zur Eröffnung des Projekts mit dem

Titel „Ausgezeichnet!“ widmet sich

die Deutsche Kinematik vor allem

dem fiktionalen Film. Nach der Vorführung

des Dramas „Romeo“

(Grimme-Preis 2002) diskutiert

Klaudia Wick mit der Schauspielerin

Martina Gedeck, der Regisseurin

Hermine Huntgeburth und dem

Produzenten Jörg Winger über die

Veränderungen in der Medienlandschaft

in jüngerer Zeit. Dieser Gedanke

wird in einer zweiten Gesprächsrunde

aufgenommen, die

dem Projekt des Grimme-Instituts

gewidmet ist, das definieren soll, wie

Qualitätsfernsehen im digitalen

Zeitalter aussehen muss.

DerEröffnungsabend am Donnerstag ab

19 Uhr im Filmhaus Berlin in der Potsdamer

Straße 2ist frei, Reservierung über

grimme-preis.de/anmeldung-grimme-archiv

So war der an sich gut komponierte

Post-Beatles-ELO-Softrock,

den die Band –ach –sowissend performte,

nicht ganz so lustig wie intendiert,

aber immerhin trug der

Sänger eine Frisur,die durch eine gewisse

metrosexuelle Intensität bestach,

und der fachgerecht solierende

Lead-Gitarrist hatte schön

trashige Musiknoten auf seinem Gitarrengurtgedruckt.

Außerdem konnte die Band recht

gut singen beziehungsweise spielen!

Schön auch der gelegentlich zum

Einsatz kommende Bläsersatz aus

Melodica und Trompete.

Doch leider gibt es, wie eingangs

erwähnt, spätestens seit

Ariel Pink derart viele Kitsch-

Rock-Ironie-Huldigungen, dass

Drugdealer, obwohl der große

Meister selbst schon auf ihren Liedern

gastierte, diesem Genre nicht

allzu viel neues mehr abgewinnen

können. Interessanter war diesbezüglich

die Vorgruppe Robbing

Millions aus Brüssel, deren druckvoller

Prog-Pop-Rock eine etwas

modernere Form der Nachahmung

darstellte. Vielleicht nehmen

sie innovativere Drogen?

VonMäusen

und

Menschen

Zum Toddes Zeichners

Jürgen Kieser

VonFrank Junghänel

Der Zeichner Jürger Kieser ist am

Montag im Alter von 97Jahren

gestorben, wie jetzt bekanntwurde.

Auch wem dieser Name nicht auf

Anhieb etwas sagt, dürfte spätestens

dann wehmütig werden, wenn er die

Nachricht des Verlages Steinchen für

Steinchen bis zum Ende gelesen hat.

Dortheißt es,Kieser hinterlasse „neben

seiner Familie seine ewig jungen

Mäuse Fix und Fax“. Erfüllter kann

ein künstlerisches Lebenswerknicht

sein. Die beiden Nager waren in der

DDR fast dreißig Jahrelang zuverlässige

Begleiter für Kinder im Leselernalter

–und weit darüber hinaus. Erschienen

sind die Bildergeschichten

(der Begriff Comic war zu dieser Zeit

im Osten offiziell verpönt) zum ersten

Mal 1958 in der Zeitschrift Atze.

Wobei Zeitschrift etwas übertrieben

ist. Atze war eher ein Blättchen. Zu

den besten Zeiten einmal monatlich

16 ungeheftete Seiten im Format

14,5 mal 21 Zentimeter, 20Pfennig

proAusgabe.Ideal für den Schulweg.

Erfinder und Schöpfer der Atze

war der Werbegrafiker Jürgen Kieser,

1921 in Erkner bei Berlin geboren

und im Zweiten Weltkrieg Pilot bei

der Luftwaffe.Seine Begeisterung für

alles,was fliegt, ist später auch in seinen

kurzen Geschichten, nie länger

als drei Seiten, zu spüren. Kieser,der

vor seiner Atze-Zeit Reklame für die

Handelsorganisation HO gezeichnet

hatte, wurde 1955 beauftragt, eine

Pionierzeitung der unterhaltsamen

Art zukonzipieren –als Konkurrenz

Fix(blaue Hose) und Fax(rote Hose)mit

ihrer fliegenden Kiste STEINCHEN FÜR STEINCHEN

zu den inkriminierten Westcomics.

DieTitelfigur Atze,ein safranblonder

Berliner Junge reiste als Abenteurer

durch eine Welt, die den meisten

Kindern damals verschlossen blieb.

Seine politische Zuverlässigkeit war

durch das Tragen des Pioniertuches

dokumentiert. Ein Textil, das Jürgen

Kieser den Mäuserichen Fixund Fax

trotz mehrfacher Aufforderung nie

angetan hat. Es blieb beim roten

Schal für Fix, der sich als leichter

Chaot den Belehrungen durch den

zuverlässigen Faxzuerwehren hatte.

Wie das bei Geschwistern eben ist.

Mit seinem tierischen Gespann, das

stets die letzten drei Seiten der Atze

bespielte, trat Kieser den westlichen

Mitbewerbern Fix und Foxi gewitzterweise

gleich nominell entgegen.

Füchse oder Mäuse, entscheidend

ist auf dem Blatt. In seiner Hochzeit

verkaufte sich Atze 600 000 mal, bis

sich Fix und Fax1990 im Helikopter

in die Ewigkeit verabschiedeten.

TOP 10

Dienstag,21. Mai

1 Tagesschau ARD 4,90 17 %

2 Ina.Freundschaft ARD 4,83 16 %

3 UmHimmels Willen ARD 4,69 15 %

4 Rosenheim-Cops ZDF 3,78 14 %

5 heute ZDF 3,77 16 %

6 SOKOKöln ZDF 3,38 18 %

7 RTL aktuell RTL 3,12 14 %

8 GZSZ RTL 2,79 10 %

9 Bares für Rares ZDF 2,79 23 %

10 Niki Lauda RTL 2,56 8%

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Acud (✆ 44 35 94 97)

20.00: Friday Night –Eine Damenkomödie mit

Herrenopfer

ada Studio in den Uferstudios (✆ 21 80 05 07)

20.30 Studio 7: A.PART-Festival: Alumni.Tanz.Berlin /

Programm 1

Ballhaus Naunynstraße (✆ 75 45 37 25)

20.00: Sound of feminism

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: Der letzte Gast

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Blutroter Waschgang

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

19.30: Turandot

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

19.30: Der Plan vonder Abschaffung des Dunkels

(Junges DT)

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Der Beziehungscoach

GarnTheater (✆ 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

HAU2(✆25 90 04 27)

20.00: Maintaining Stranger

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

20.00: Der Jahrmarkt vonSorotschinzi

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: DerRaub der Sabinerinnen

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00: Amnesie Atlantis

Prime Time Theater (✆ 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding (Sitcom –

Folge122: DasWeddingstock-Festival)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

20.30: Impro Embassy: Click (Inbal Lori&TimOrr)

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00: ProfessorBernhardi

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Mörder und Mörderinnen

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

18.30, 21.30 Hochzeitssaal: Worn and Felt

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

19.30: Macbeth

Theater Thikwa (✆ 61 20 26 20)

20.00: Die Butterblumen des Guten

Theater untermDach (✆ 902 95 38 17)

20.00: Entkommen, mein Engel!

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Ruhm

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

20.00 3. Stock: Die Hand istein einsamer Jäger

KABARETT/VARIETÉ

Aufsturz (✆ 28 04 74 07)

19.30: Klubbekanntschaften

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: vivelavie (Katharine Mehrling &Band)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(✆ 017 95 34 66 96) 20.00: In der Nacht isst der

Mensch nicht gern alleine (Franziska Hausmann und

Sabine Genz)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Zeitlos (Der Tod)

BühnenRausch (✆ 44 67 32 64)

20.00: HeadsUp –ImproPoker (RoyalFlash Impro)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Eins aufdie Presse (Gastspiel

ImproBerlin)

20.00: Zirkus Angela

Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31)

20.30: Stars in Concert

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: Kösling gehtaufs Ganze! (Marcel Kosling)

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

20.30Studio R: Feygele/Female shit

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Musik-Kabarett (Dota Kehr &Max Prosa)

Quatsch ComedyClub (✆ 47 99 74 13)

20.00: DieLiveShow(Sandra Petrat, Salim Samatou,

N.N., Thomas Philipzen, Martina Brandl (Mod.)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Uli Lohr (Mod.)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Let’sTwistAgain! –Rockabilly Hits &Acrobatics

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Feuerproben (Thorsten Havener)

KLASSIK

Berliner Dom (✆ 20 26 91 36)

20.00: Konzertohne Grenzen –Unter Gleichem

Himmel: Diplomatic Choir Berlin und Kammerensemble,

Ltg.Barbara Leifer,Werkeaus derchristlichen,

jüdischen und islamisch-arabischen Welt vonFairouz,

Thamir,Azmeh, Carlebach, Weill, Verdi, Levitin, Händel

Jazz-InstitutBerlin (✆ 31 85 13 55)

19.30 Georg-Neumann-Saal: ensemble ilinx,Studio

für Neue Musik an derUdK Berlin, Ltg.IñigoGiner

Miranda, Anna Spina, crescendo –Musikfestival: 150

Arten, eine Partitur zu lesen, Performativ-szenisches

Konzertzwischen Neuer Musik, Klassik, NewJazz,

Musiktheater,Eintritt mit kostenlosen Einlasskarten

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Ltg.Juraj

Valcuha, Valeriy Sokolov(Violine), Korngold: Suiteaus

der Bühnenmusik zu Shakespeares „Viel Lärmum

Nichts“ op. 11; Chatschaturjan: Konzertfür Violine

und Orchester d-Moll; Janácek: Sinfonietta

20.00 Kl. Saal: Nikolai Lugansky (Klavier), Berliner

Klavierfestival 2019, Franck: Prélude, Fugue et

Variation h-Moll op. 18; Debussy: Préludes, 2. Heft;

Debussy: „L’isle joyeuse“; Skrjabin: Sonate Nr.2gis-

Moll op. 19 „Sonate-Fantaisie“, Sonate Nr.3fis-Moll

op. 23; Rachmaninow: Préludes aus op. 23

Kulturbrauerei/Kesselhaus (✆ 44 31 51 00)

20.00: augmented instruments: ensemble mosaik,

Kompositionen vonSebastian Claren, Ann Cleare,

Klaus Lang,Max Marcoll, TimothyMcCormack, Sarah

Nemtsov, Stefan Prinsund Amir Shpilman

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

20.00: Berliner Philharmoniker,Hanna-Elisabeth

Müller (Sopran), Ltg.Paavo Järvi, Bach: aus

„MusikalischesOpfer“, Nr.2Ricercar a6;Berg: Sieben

frühe Lieder;Bruckner:Symphonie Nr.2c-Moll

St. Marien-Kirche Mitte (✆ 242 44 67)

13.30: Orgel am Alex –Musik undOrgelführung

UdK Konzertsaal Bundesallee (✆ 318 50)

19.30: Danjulo Ishizaka (Violoncello), NaokoSonoda

(Klavier), crescendo–Musikfestival: Willkommen,

Prof. Danjulo Ishizaka!,Schumann: Drei Fantasiestückefür

Violoncello und Klavier op.73; Schnittke:

Sonate fürVioloncello; Beethoven: Sonate fürVioloncello

und Klavier Nr.4C-Dur op.102,1; Rachmaninow:

Sonate für Violoncello undKlavier g-Moll op.19,

Eintritt mit kostenlosen Einlasskarten

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Darüber spricht man nicht (ab 6J.)

10.30: Ronja Räubertochter (ab 7J.)

Buchsegler –Der Kinderbuchladen

(✆ 43 72 41 20) 16.00: Bunte Lieder –Für die

Kleinen: Philipp Dienstag,CDRelease (ab 4bis 8J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.30: Der kleine Wassermann (ab 4bis 10 J.)

Blues

Wild

und

ursprünglich

Inder TV-Show„Voice of Germany“

wurde Marc Amacher

2016 als Gitarrenfreak aus

der Schweiz vorgestellt, und

der etwas verknubbelt wirkende

junge Mann mit Hütchen

riss daraufhin mit einer

alten Blues-Nummer von Buffalo

Springfield die Jury von

Andreas Bourani bis Yvonne

Catterfeld mit Begesiterungsstürmen

von den Drehstühlen.

Nun, drei Jahrespäter,ist er ins

Blickfeld ganz anderer Klangscouts

geraten. Der Berner

Oberländer spielt auf großer

Bühne im Vorprogramm von

Eric Clapton, unter anderem

am 4. Juni in Berlin. Zunächst

aber stellt Amacher sein neues

Album „Roadhouse“ in intimer

Quasimodo-Umgebung

vor. Sein Konzept ist denkbar

einfach. Er favorisiert einen

druckvoll-getriebenen Blues

und erweckt äußerlich den

Anschein, daheim in der

Schweiz nie etwas anderes getan

zu haben. HarryNutt

Marc Amacher 22.30Uhr,Quasimodo,

Kantstraße12a

Liebe ist nichts

Persönliches

Simone Aughterlony

zeigt „Maintaining Stranger“ im HAU 2,

Zwoisy Mears-Clare „Worn and Felt“

in den Sophiensälen

Wo sind die Grenzen des Individuellen, wie lassen sie sich überwinden, wasmacht uns zum Wir? Fragen, die Simone Aughterlonymit „Maintai

Maintaining Stranger“

heißt das neue Stück

von Simone Aughterlony.

Fremd bleiben,

das passt. Denn so fremd wie eine

Performance von Simone Aughterlony

ist nicht allzu viel − bei aller

Exaltiertheit, die einem so bei Performanceproduktionen

begegnet. Das

hat vor allem mit dieser kühlen, unnahbaren

Art zutun, mit der Aughterlony

sich den Dingen nähert.

Oder vielleicht sollte man sagen, wie

sie zu ihnen Distanz herstellt?

Im vergangenen Jahr hat das HAU

der gebürtigen Neuseeländerin, die

in Zürich und Berlin lebt und früher

mit Meg Stuart und Forced Entertainment

zusammengearbeitet

hatte, eine Retrospektive gewidmet.

Die gesamte „Biofiction Trilogy“ auf

einen Schlag. Es begegnete einem da

sehr viel Holz, und eines hat man

vondem damaligen Gastspielunbedingt

mitgenommen: Holz ist keinesfalls

tot.

„Biofiction“ war ein postpornografisches,

choreografisches, hemmungslos

libidinöses Gedicht. Die

lebendige Wucht, dieden Dingen innewohnt,

wurde mit großen Körper-

Michaela Schlagenwerth

mag interaktives Theater!

Die Bedarfe allerdings,

die damit einhergehend

formuliertwerden,

sind ihr manchmal

aber etwas unheimlich.

einsatz freigesetzt. Anfallsartig, in

merkwürdig schlingernden Verwicklungen

vonÄsten undKörpernröteten

Holzscheite nackte Pobacken,

quietschten und ächzten die Dinge.

Wurde somit dem Material gearbeitet,

dass deren Dinglichkeit mehr

und mehr zum Vorschein trat.

Jedenfalls kam es einem so vor −

undgenau das dürfte einem vermutlich

in „Maintaining Stranger“ nun

auch wieder passieren. Wieder wird

es um Repräsentation und deren

Grenzen gehen, um eine ganz eigene,

aughterlonyhafte Phänomenologie

des Verkennens und des Absurden.

Miteiner ausgeklügelten Installation

auf der Bühne und absurden

Handlungen, die mit

konzentrierter Präzision ausgeführt

werden. So, als wären sie völlig normal

−obwohl sie allen normierten

Praxen zuwiderlaufen. Genau dadurch

bringt die Choreografin die

alltägliche Wahrnehmung der Zuschauerinnen

ins Kippen. In „Maintaining

Stranger“ wird es nicht so

sehr um Dinge, sondern vor allem

um Menschen gehen. Um so etwas

wie Beziehungen. Aber anders als

man sie sich landläufig vorstellt.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Monsieur Claude

II 15.15; Der Fall Collini 17.45, 20.30

Cinema Paris (✆ 881 3119) Das Familienfoto

15.45, 20.30; Der Flohmarkt von Madame Claire

18.15

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Nur eine Frau

15.30,17.45,20.30

Delphi LUX (✆ 322 931040) Edie (OmU) 14.20,

18.30; Blown Away 15.50, 20.50; All My Loving

15.00, 17.40, 20.20; Sunset Over Hollywood

16.45; Sunset Over Hollywood (OmU; m.Gästen)

20.00; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

15.00, 17.30; Der Boden unter den Füßen 14.00,

19.00; Die rote Linie –Widerstand im Hambacher

Forst 16.30; Border 21.15; Das Ende der Wahrheit

15.00,18.15, 20.40; Die Kinder der Utopie 14.45;

Atlas 16.45; Greta (OmU) 19.00,21.20

Filmkunst 66 (✆ 882 1753) Stan &Ollie 18.00;

All My Loving 20.00; Tea with the Dames: Ein unvergesslicher

Nachmittag –Nothing Like aDame

(OmU) 18.15; Under the Tree 20.15

Kant Kino (✆ 319 9866) Aladdin 14.30, 17.15,

20.30; Edie 15.40,18.00, 20.30; Stan &Ollie (m.

Kurzfilm „Das verrückte Klavier“) 14.00, 20.45; Tea

with the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag

16.45; Ein Gauner &Gentleman 18.40; Monsieur

Claude II 15.30, 17.45,20.00; Das Ende der Wahrheit

15.00, 20.00; Gundermann 17.20

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Aladdin

14.00, 17.00; John Wick: Kapitel III 20.00, 23.10;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.15; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 16.45; 3D: Aladdin

23.00;Aladdin 14.45; 3D: Pokemon MeisterdetektivPikachu

17.45; Glam Girls: Hinreißendverdorben

20.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 22.45;

3D: Avengers: Endgame 13.00, 16.30, 20.30; Glam

Girls: Hinreißend verdorben14.45;JohnWick:Kapitel

III 17.10; 3D: Aladdin 20.00; John Wick: Kapitel

III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF) 23.00;

The Sun isalso aStar 15.20;Aladdin 17.45; Greta

(2019 USA) 20.40; Glam Girls: Hinreißend verdorben

23.00; After Passion 14.30; Der Fall Collini

17.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 20.00;

Avengers: Endgame 22.30

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Birds OfPassage:

Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros deverano

(OmU) 11.00; Das schönste Paar 13.00; Dave

Made aMaze (OmU) 14.30; Lacasa lobo –Das

Wolfshaus (OmU) 16.00; Klasse Deutsch (DFmenglU)

17.15;

Under the Tree –Undir trenu (OmU) 18.45; Border

– Gräns (OmU) 20.15; Der Goldene Handschuh

22.10; Another Day ofLife –Jeszcze dzien

zycia (OmU) 11.00; Kleine Germanen (OmenglU)

12.45; Atlas (OmenglU) 14.15; Ray &Liz (OmU)

16.15; Free Solo (OmU) 18.15; Das Ende der

Wahrheit 20.00; The Wild Boys –Les garcons sauvages

(OmU) 21.45;Antiporno –Antiporuno (OmU)

23.30; Die Wiese –Ein Paradies nebenan 11.00;

Bohemian Rhapsody (OmU) 12.30; Once Again –

Eine Liebe in Mumbai 14.50; Green Book –Eine

besondere Freundschaft (OmU) 16.30; Macht das

alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert

es so lange? (DFmenglU) 18.45; Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 20.30; One Cut of the Dead –

Kamera otomeru na! (OmU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Wie ich lernte,bei mir selbst Kind zu

sein 17.55; Edie (OmU)20.30; TheSisters Brothers

(OmU) 22.30; DerFunktionär 16.15; KleineGermanen

17.45; Sunset Over Hollywood (OmU) 19.30;

La casa lobo –DasWolfshaus (OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Willkommen im

Wunder Park 13.45; Wenn duKönig wärst 13.45;

Shazam! 13.45; John Wick: Kapitel III 14.00,

17.00, 20.00, 23.00; Dumbo 14.00, 17.00; Der

Fall Collini 14.00, 19.45, 22.45; 3D: Avengers:

Endgame 14.15, 16.00, 20.15, 22.00; Asterix und

das Geheimnis des Zaubertranks 14.15; Aladdin

14.15, 17.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30; Monsieur Claude II14.30,20.30; 3D: Aladdin

14.30, 17.30, 20.15, 23.00; Avengers: Endgame

14.45, 16.30, 19.30; Avengers: Endgame (OF)

15.00; Greta (2019 USA) 16.45, 20.30, 23.00;

After Passion 16.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.00, 19.45, 22.30; The Silence 17.15,

19.00, 22.30; Nur eine Frau 17.15, 19.30; 3D:

Aladdin (OF) 18.30; Im Netz der Versuchung 19.30,

22.15; Das Ende der Wahrheit 19.45; The Sun is

also aStar20.00;Lloronas Fluch21.30; John Wick:

Kapitel III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF)

22.15; Friedhof der Kuscheltiere 22.30; 3D: Alita:

Battle Angel 23.15

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Free Solo (OmU)

18.00; Lord ofthe Toys 20.00; Birds Of Passage:

Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano

(OmU) 21.50; Liebesfilm (OmenglU) 18.00; The

Wild Boys –Les garcons sauvages (OmU) 19.45; A

Man ofIntegrity: Ein integerer Mann –Lerd (OmU)

21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Aladdin

13.20, 16.20, 20.00; Avengers: Endgame 13.30,

19.50; Willkommen im Wunder Park 13.40; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 13.45, 17.15; After

Passion 13.50; Aladdin 14.00, 17.00; 3D: Captain

Marvel 14.10; 3D: Avengers: Endgame 16.10,

19.20; Der Fall Collini 16.30; John Wick: Kapitel III

16.45, 19.45; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.30, 20.10; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

19.30; Monsieur Claude II 20.15

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Seniorenkinobrunch:

Stan &Ollie 9.00; Stan &Ollie 14.00; Mascha

und der Bär –Die neuen Abenteuer 16.00; Wie ich

lernte, bei mir selbst Kind zu sein 17.20; Der Fall

Collini 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Avengers:

Endgame 14.00, 16.30, 19.45; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 14.10; 3D: Aladdin 14.15,

17.10, 20.10; Willkommen imWunder Park 14.20;

Aladdin 14.30, 17.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.45, 17.15,19.40; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.00, 17.30; John Wick: Kapitel

III 17.00, 20.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.30,20.30;3D: Avengers:Endgame 20.00; Monsieur

Claude II20.20

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Blown Away 18.15;

Blown Away (m. Gästen) 21.00; B Nur eine Frau

17.15,19.30,21.45

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Klasse

Deutsch 17.45; Der Stein zum Leben 18.00; Der

Boden unter den Füßen 19.30, 21.45; Ray &Liz

(OmU) 19.45, 22.00

Moviemento (✆ 692 47 85) Kinderfilmdes Monats:

Die Wiese –Ein Paradies nebenan 10.00; Unheimlich

perfekte Freunde 15.30; Two Contested Cities:

Urban Transformation and Resistance in Berlin and

Istanbul (OmU) 18.00; Birds Of Passage: Das grüne

Gold der Wayuu (OmU) 21.30; Die Welle 11.30;

Kinderfilm des Monats: Die Wiese –Ein Paradies

nebenan 14.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist

zurück 16.45; Monsieur Claude II –Qu‘est-ce qu‘on

aencore faitauBon Dieu? (OmU)19.00; Under the

Tree –Undir trenu (OmU) 21.15; Drachenzähmen

leicht gemacht 3: Die geheime Welt 10.30; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.00; Checker

Tobi und das Geheimnis unseres Planeten 15.15;

Under the Tree 17.15; Greta (OmU) 19.15; Border –

Gräns (OmU) 21.30

Sputnik (✆ 694 11 47) Jibril 17.00; Macht das

alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert es

so lange?18.30;Das Endeder Wahrheit(OmenglU)

20.15; Border –Gräns (OmU) 22.00; Was kostet

die Welt 17.00; Die Mission der Lifeline (OmenglU)

18.30; Lord of the Toys 20.00; Birds Of Passage:

Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano

(OmU) 21.45

Yorck (✆ 78 91 32 40) NureineFrau 15.30, 17.45,

20.30; Die rote Linie –Widerstand im Hambacher

Forst (m. Gästen) 20.00; New All MyLoving 15.40;

Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 18.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) 3D:Aladdin 14.00,

17.00, 20.00; Avengers: Endgame 14.15, 19.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.00; Aladdin

15.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.15, 20.30; Stan &Ollie 18.00; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 18.00, 20.15; Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Der Junge

muss an die frische Luft 13.00; Sunset Over Hollywood

13.15, 17.45; Greta (2019 USA) 13.15,

17.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.30;

Edie 15.30, 20.00; Das Familienfoto 15.30; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.45; Under the

Tree 20.00; Vice –Der zweite Mann 21.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60)

Willkommen im Wunder Park 14.00; 3D: Aladdin

14.00, 17.15, 20.15; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 14.15; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 14.15; Aladdin 14.15, 17.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.30; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 14.30, 16.45, 20.00; Avengers:

Endgame 15.15, 19.45; 3D: Avengers: Endgame

16.15, 19.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

16.30, 20.30; John Wick: Kapitel III 17.00,

20.30; After Passion 17.00; The Silence 20.15; Der

Fall Collini 20.15

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Macht das alles einen

Sinn? –Und wenn ja –warum dauert essolange?

18.45; Liebesfilm (OmenglU) 21.00; Der Stein zum

Leben 18.00; Another DayofLife –Jeszcze dzien zycia

(OmU) 19.45; Of Fathers and Sons –Die Kinder

des Kalifats (OmU) 21.30

Babylon (✆ 242 59 69) Anime Berlin: Never-Ending

Man: Hayao Miyazaki –Owaranai hito: Hayao

Miyazaki (OmU) 17.30; Anime Berlin: Black Butler:

Book of the Atlantic 17.45; Anime Berlin: Digimon

Adventure tri.VI: Our Future 18.00; Premiere: Lord

of the Toys (m. Gästen u. Gespräch) 19.30; Anime

Berlin: Yu-Gi-Oh!: The Dark Side of Dimensions

(EnglF) 20.00; Anime Berlin: Kimi no suizo otabetai

–Iwant toeat your pancreas (OmU) 20.00;

Anime Berlin: Tokyo Ghoul –Die Serie (Best of Staffel

I) 22.15; Anime Berlin: Akira Kurosawas Träume

–Konna yume wo mita (OmU) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Meine

teuflisch gute Freundin 11.45; Monsieur Claude

II –Qu‘est-ce qu‘on aencore fait au Bon Dieu?

(OmU)13.45, 18.15, 20.30; Border –Gräns (OmU)

15.45; Das schweigende Klassenzimmer 10.00;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 12.45,

16.30; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 14.45; Greta (OmU) 18.45; Border –

Gräns (OmU) 21.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 11.00, 13.20, 15.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.00, 13.40;

Alfons Zitterbacke 11.00; Aladdin 11.10, 13.30,

16.15; Shazam! 11.20; Drachenzähmen leicht

gemacht 3: Die geheime Welt 11.30; Mascha und

der Bär –Die neuen Abenteuer 11.40; 3D: Avengers:

Endgame 12.10,14.00, 16.00, 20.30, 22.10;

Avengers: Endgame 13.15, 17.15, 21.15; 3D:

Aladdin 14.10, 16.40, 19.45, 23.00; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 14.30,17.45, 20.20, 23.15;

After Passion 17.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.10, 19.20, 23.15; John Wick: Kapitel

III 17.20, 20.00, 23.00; Monsieur Claude II18.00;

Der Fall Collini 19.50; The Silence 20.15; Greta

(2019 USA) 20.40; The Hole in the Ground 22.40;

Friedhof der Kuscheltiere 22.50

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03)Der Flohmarktvon

Madame Claire (OmU) 14.45; Klasse Deutsch (DFmenglU)

17.00; Under the Tree –Undir trenu (OmU)

19.00; Isle ofDogs –Ataris Reise (OmU) 21.00;

Berlin Babylon (Omdt+englU) 14.45; Von Bienen

und Blumen 17.00; More Than Honey 19.00; Nur

eine Frau (OmU) 15.00, 19.30; Sunset Over Hollywood

(OmU) 17.15; Berlin Bouncer (OmU) 21.45;

Der Funktionär 15.30; Das Familienfoto –Photo de

famille (OmU) 17.15, 19.30; Das Ende der Wahrheit

(DFmenglU) 21.45; Kleine Germanen (DFmenglU)

15.00; Das Ende der Wahrheit 17.15; All

My Loving 19.30,22.00

International (✆ 24 75 60 11) Nur eine Frau

14.30,19.30; Blown Away 16.45, 21.40

Zeughauskino (✆ 20 30 4770)Bildervon Drüben:

Flucht nach Berlin 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Aladdin 14.00, 17.00, 19.30, 22.20; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 14.05, 17.30, 20.30; Dumbo

14.10; 3D: Aladdin 14.15, 17.30; Urfin: Der Zauberer

von Oz14.25; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.35; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.35, 16.45, 17.10, 19.45, 23.00; Willkommen

im Wunder Park 15.00; Avengers: Endgame 16.00,

19.30, 22.00; John Wick: Kapitel III 16.25, 20.00,

22.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon

Detective Pikachu (OF) 16.50; Kapi (OmU)

16.50, 19.30, 23.00; Avengers: Endgame (OF)

19.45; John Wick: Kapitel III –John Wick: Chapter

3–Parabellum (OF) 20.00;Aladdin(OF)20.00; The

Silence 23.10; Greta (2019 USA) 23.10

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Sunset Over Hollywood

10.00; Ray &Liz (OmU) 12.00, 20.30; Van Gogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit –AtEternity‘s Gate

(OmU) 14.00;Birds Of Passage: Das grüne Goldder

Wayuu –Pajaros deverano (OmU) 16.15; Sunset

Over Hollywood (OmU) 18.45; Greta (OmU) 22.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Greta (OmU) 16.45,

21.30; Die rote Linie –Widerstand imHambacher

Forst 19.00

Passage (✆ 68 23 70 18) All My Loving 17.50,

20.30; Das Familienfoto 17.45; Das Ende der

Wahrheit 20.00; Atlas 16.45; Liebesfilm 19.00;

Border 21.00; Der Boden unter den Füßen 16.45,

19.00; The Favourite –Intrigen und Irrsinn (OmU)

21.20

Rollberg (✆ 62 70 46 45) John Wick: Kapitel III

–John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF) 18.00,

20.50; Van Gogh:Ander Schwelle zur Ewigkeit –At

Eternity‘s Gate (OmU) 16.50; Sunset Over Hollywood

(OmU) 19.15; Border –Gräns (OmU) 21.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective

Pikachu (OF) 17.10, 19.30, 21.50; Aladdin

(OF) 16.15, 19.00, 21.45; Avengers:Endgame (OF)

16.15,20.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.00;AlfonsZitterbacke–Das

Chaos istzurück 14.00; Aladdin14.10,

16.30, 19.40; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

14.40; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.55,

17.30, 20.10; Avengers: Endgame 15.15; 3D:

Avengers: Endgame 16.15, 20.15; John Wick: KapitelIII

16.50, 19.50; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.10, 19.30; Greta (2019 USA) 20.00


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

ning Stranger“ im HAU 2stellt.

Das Szenario einer temporären

Gemeinschaft werde entworfen, so

die Ankündigung, indem ein Gerüst

aus Intimitäten ohne Anspruch auf

künftige Nähe entworfen wird.

Liebe, soweiter, sei nichts Persönliches,Unterschiede

dagegen seien es

schon. Hm, ob man da zustimmt?

Demnächst wissen wir mehr.

Sehr anders, aber auch ziemlich

krass dürfte es wohl auch in den Sophiensäle

zugehen. Dortlädt Zwoisy

Mears-Clarke in seinem Stück „Worn

and Felt“ die Zuschauer auf die

Bühne − aber nicht nur das. Das

Stück besteht daraus, dass sie sich

dort, im Austausch mit anderen

Menschen, selbst begegnen können.

Sehen, sonst das zentrale Element

von Theater, können die „Zuschauer“

allerdings so gut wie nichts,

denn der Raum bleibt dunkel. Im direkten

körperlichen Kontakt mit fünf

Tänzerinnen und Tänzern, das ist

der Plan, soll sich das Publikum Gefühlen

von Scham, Angst und Wut

aussetzen – um daraus am guten

Ende nach dem Vorbild schwarzer

feministischer Theorien als selbstermächtigte,

widerstandsfähige Gemeinschaft

hervorzugehen.

TANZ

Maintaining Stranger 23. und 24. 5.

HAU2,Hallesches Ufer 32,

Karten unter Tel.: 25900427

oder:www.hebbel-am-ufer.de

Worn and Felt 23. bis 26. 5.,

um 18.30 Uhr und um 21.30 Uhr,

Sophiensäle, Sophienstraße 18,

Tel.: 2835266 oder:sophiensaele.com

UDO WANNINGER

Zwoisy Mears-Clark ist als Jugendlicher

von Jamaika in die USA

und von dort 21-jährig nach

Deutschland ausgewandert. Sein

Blick auf soziale Strukturen undRassismus

ist von seiner Migration geprägt.

„Porcelain White“ heißt etwa

eine seiner Arbeiten, die die eigene

bürgerlich westliche Privilegiertheit

thematisiert. „Wie bilden wir eine

Gemeinschaft, im Sinne eines gemeinsamen

,Wir’, nachdem das alte

verloren ist?“ −das ist die Frage, die

ihninall seinen Arbeiten umtreibt.

Interaktiv war er dafür schon öfter

unterwegs. „Worn and Felt“ ist nun

ein weiteres Element in seiner Versuchsreihe

über Rassismus, Widerstandsfähigkeit

und Gemeinschaftsbildung“.

Zwischenkörperliche Kommunikation

gibt es inzwischen auf den

Bühnen landauf, landab. Aber wenn

die Erfahrungen, die dabei zu machen

sind, vom Künstler schon vorformuliert

sind, kommt es einem

doch ein wenig vor, wie in der

Schule. Allerdings steht steht außer

Frage, dass der Wunsch, im Theater

Gemeinschaft zu erproben, wirklich

groß ist.

Kunst

Zeichnungen

als codierte

Zeitkapseln

Wohl keine Ausstellung

mit Gegenwartskunst

aus Israel kommt aus ohne die

Meisterzeichnerin Yehudit Sasportas.

Die seit Jahren zwischen

TelAviv und Berlin pendelnde

Künstlerin zeigt für

drei Tage bei Eigen+Art in

Mitte ihre neuesten Serien,

erst gezeichnet, dann großformatig

gedruckt: Das auf realisierbaren

Architekturplänen

basierende Projekt„Liquid Desert“

als virtuell konstruieren

Raum, „The Rooms“, bestehend

aus sieben Bleistiftzeichnungen,

sowie„Architectureof

Shadows“ sind Innovationen.

Beiallen Zyklen geht es um die

flexible Einheit disparater

Raumkörper. Aus Ausstellungsorten

werden Laboratorien

und auch Begegnungsräume,realund

fiktiv,sichtbar

und unsichtbar, unter- wie

oberirdisch. Sasportas zeichnet

quasi „codierte Zeitkapseln“.

Ingeborg Ruthe

Galerie Eigen+Art Auguststr.26. Artist

Talk, 18 Uhr.Die Arbeitensind dann bis

26.Mai jeweils 11–18 Uhr zu sehen.

Fliegendes Theater (✆ 692 21 00)

10.30: Ein Haus erzählt, Figurentheater mit Projektionen

und Livemusik (ab6bis 11 J.)

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

10.00: Laura war hier (ab 5J.)

Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50)

10.00: Paul will nicht in die Schule! (ab 5J.)

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: Theaterfestival der Erika-Mann-Grundschule:

Gegensätze, Schüler*innen der Erika-Mann-Grundschule

(ab 6bis 13 J.)

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

10.30: Die kleine Raupe Niemalssatt, Kindertheater

Toll und Kirschen (ab 2J.)

Strahl.Halle Ostkreuz (✆ 69 59 92 22)

11.00, 19.30: Klasse Klasse, Masken-Beatbox-Theater

(ab 13 J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

18.00 Bühne im Bauwagen: Geschichten aus dem

Bauwagen (ab 11 bis 15 J.)

Theater Lichterfelde (✆ 84 31 46 46)

10.00: Du hast angefangen! Nein du!, TheaterGeist

(ab 4bis 10 J.). Anm. erf.

Theater MorgensternimRathaus Friedenau

(✆ 92 35 59 50) 10.00: Buddy&Carl(ab 5J.)

Varia Vineta (✆ 43 72 32 44)

16.00: Rotkäppchen (ab 3J.). Anm. erf.

Wabe (✆ 902 95 38 50)

18.00: Flugkörper |Elements Cry, tanzApartment &

Berliner Kinder,Tanzprojekt; anschl. wird das Tanzund

Musikvideo „Café Berlin“ gezeigt

LITERATUR/VORTRAG

Bar Italia (Mehringdamm 72)

20.00: Menschen auf Bänken: Rikscha Blues /Ein

Leichtes, FalkoHennig,Steffen Brück, mit Musik:

Werner Sorano Lang

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

20.30: 99 Sätze über Engel, Uta Ackermann, mit

Angela Winkler

Einar &BertTheaterbuchhandlung

(✆ 443 52 85 11) 19.00: Sorgeumdas Offene –

Verhandlungen vonVielfalt im und mit Theater,Julius

Heinicke, Buchpremiere

Eschenbräu (Triftstr.67)

20.30 Whisky Tastingroom: Brauseboys –Die Lesehow

im Wedding

Helene-Nathan-Bibliothek (✆ 902 39 43 42)

18.00: Dein eigenes Ding,Alexandra Lüthen

Kulturzentrum Alte SchuleAdlershof

(✆ 902 97 57 17) 20.00: PoetrySlam Adlershof,

Slam-Master Felix Römer und sechs derbesten

deutschen Slam-Poet*innen

Lettrétage (✆ 692 45 38)

19.30: Topografien des Künftigen: Bodenerkennung,

UlrikeDraesner,Tamara Tenenbaum, Lesung und

Gespräch

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

20.00: Ex oriente ...,Kevin Chen, Le Minh Ha, Aly

Cha, MehrsprachigeLesung und Performance. Moderation:

MeikeSchlüter.Sprecherin: BastienneVoss

20.00: Parataxe SymposiumV:Exoriente, Aly Cha,

Kevin Chen und Le Minh Ha, Mod.: MeikeSchlüter

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Ich bin dann mal Ex!, Bärbel

Stolz

Ruppin-Grundschule (✆ -9 02 77 79 07)

20.00 Aula: Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?,

Jürgen Kaube, Buchpremiere und Diskussion. Mod.:

Harald Loch

Schwules Museum (✆ 69 59 90 50)

19.30: Hipster Porn,Peter Rehberg,Buchpräsentation,

anschl. Diskussion mit Peter Rehberg,Prof.

Brigitte Weingartund Dr.Michael Bucher

VolksbühneBerlin (✆ 24 06 57 77)

20.00: Es geht um dieTexte–Lesung Tippgemeinschaft

2019, Anna Kira Koltermann, Julian Korb,Anne

Oltscher,Tobias Siebert

Werketagee.V.(Saarbrücker Str.24)

20.00: DEO Lesebühne Prenzlauer Berg,Franziska

Hauser,Susanne Schirdewahn, Barbara Weitzel und

Lesegäste

Z-Bar (✆ 28 38 91 21)

20.30: Wo wir waren, NorbertZähringer,Lesung und

Gespräch, Mod.: Britta Gansebohm

KONZERT

AstraKulturhaus (✆ 69 56 68 40)

20.30: The Cinematic Orchestra

Auster Club (✆ 611 33 02)

20.00: Varley

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Phil Robson /RolandFideziusQuartet

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: Daya

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: GFlip

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

21.00 Kneipe:Benny Liebing Trio

Café Lyrik (✆ 44 31 71 91)

19.30: Giovanna Piazza (Gesang) &Carlos Corona

(Gitarre), Babel Collage

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Abramowicz, Travels &Trunks

Celtic Cottage (✆ 792 45 07)

20.00: VioLarkin

DODO (✆ 53 09 40 72)

20.00: Billy Goodman

Duncker (✆ 445 95 09)

21.00: Black Pope, Gnadenlos Kostenlos

Huxleys Neue Welt (✆ 301 06 80 88)

19.30: Rockin’ the Blues: Walter Trout, JonnyLang,

Kris Barras Band

Kleine Weltlaterne (✆ 892 65 85)

21.00: Tanja Kasper Jazz Quartett

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

19.00: KarlHlamkin &DZO

Lido (✆ 69 56 68 40)

19.00: Rings of Saturn, Nekrogoblikon, Mental Cruelty,Left

to the Wolves, Harbinger,Sounds of Carnage

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: Miss Eaves, support: Das Ding ausm Sumpf

Musikinstrumenten-Museum (✆ 25 48 11 78)

19.30: Friedhelm Schönfeld Quartett, Jazz im MIM

PrivatClub (✆ 61 67 59 62)

20.00: Soak, support: PillowQueens

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: Marc Amacher

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Die Zoologen

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Danielle Friedman Group feat. Aviv Noam

(sax)

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00: Element of Crime, support: Das Paradies

Zwingli-Kirche (Rudolfstr.14)

20.00: Audiovisionen: Bunte Truppe mitLimpe Fuchs,

Ruth-Maria Adam, Ronnie Oliveras und Ignaz Schick

CLUB

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

22.00 Säule: Discowoman, Ariel Zetina, Dreamcrusher,Serena

Jara

SageClub (✆ 278 98 30)

21.00: Rock at Sage feat. Fuck The Stage–Gimme

Turntables! Partymit Emil Bulls DJ Set: Cocoon Fire /

Caustic Minds (live), The Shredder,Sylvia &Steffen,

Wanderlust Rhythm T’N’T,Steve TheMachine

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Cha Cha, Walzer &Co, Evan, Josefina, Sascha

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

21.30: Red Rhythm–Swing Dance Night

KINO

Wolf (✆ 921 03 93 33) Border –Gräns (OmU)

12.00; Antiporno –Antiporuno (OmU) 12.20; Von

Bienen und Blumen (OmenglU) 14.00, 19.00;

Liebesfilm (OmenglU) 14.20, 21.10; Pippi Langstrumpf

16.00; The Wild Boys –Les garcons sauvages

(OmU) 16.30; Ray &Liz (OmU) 18.50; Under

the Tree –Undir trenu (OmU) 21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.10; Das Familienfoto

16.00; Nur eine Frau 18.15; Der Fall Collini 20.30;

Aladdin 14.00,16.45,19.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88)All My Loving

15.10, 17.50, 20.30; Aladdin 14.00, 16.45,

19.30; Das Ende der Wahrheit 16.00, 20.45; Van

Gogh: Ander Schwelle zur Ewigkeit 18.20; Das Familienfoto

14.00, 19.00; Stan &Ollie (m. Kurzfilm

„Das verrückteKlavier“) 16.15;Greta(OmU) 21.15;

Edie 15.20,17.40, 20.00

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.45; Edie

13.45, 19.30; Aladdin 14.00, 17.00, 19.45; Das

Familienfoto 14.10, 18.00; Der Flohmarkt von Madame

Claire 14.20; Stan &Ollie 14.30; Das Ende

der Wahrheit 14.40, 20.30; Avengers: Endgame

(OmU) 15.30, 17.00, 19.45, 21.00; Tea with the

Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag –Nothing

Like aDame (OmU) 15.50; Border 16.20; All My

Loving 16.45, 20.00; Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit 16.50; Nur eine Frau 17.15, 19.00;

Der Fall Collini 19.30; Greta (OmU) 21.30; The

Hole in the Ground (OmU) 22.00; Aladdin (OmU)

22.30; Van Gogh: Ander Schwelle zur Ewigkeit –

At Eternity‘s Gate (OmU) 22.45; Wir –Us(OmU)

22.50; Im Netz der Versuchung –Serenity (OmU)

23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98)SvideteliPutina–Putin‘s

Witnesses: Putins Zeugen (OmU) 18.00; Partisan:

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 1992-2017

19.45; Macht das alles einen Sinn? –Und wenn

ja –warum dauert essolange? 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Willkommen

im Wunder Park 14.15; Aladdin 14.15,

17.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.20;

Monsieur Claude II 14.25, 20.10; Asterix und das

Geheimnis des Zaubertranks 14.25; 3D: Aladdin

14.25, 16.30, 19.30, 22.35; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 14.30; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 14.40, 17.10, 19.40, 22.30; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 14.50;

Avengers: Endgame 15.00, 19.30; 3D: Avengers:

Endgame 16.20, 19.45, 22.30; John Wick: Kapitel

III 16.45, 20.10, 22.35; Der Fall Collini 16.50,

19.50; Die Goldfische 16.55; Captain Marvel

17.05; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.20, 19.55, 22.40; After Passion 19.50; Greta

(2019 USA) 20.05; Friedhof der Kuscheltiere

22.40; The Silence 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 0200) Avengers:

Endgame 13.30, 16.40, 20.00; 3D: Aladdin 13.30,

16.40, 19.30, 22.40; Dumbo 13.40; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 13.50; Aladdin 14.00,

17.10; After Passion 14.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.15; Willkommen im Wunder

Park 14.30; 3D:Avengers: Endgame 15.00, 16.00,

19.40, 21.50; John Wick III 16.30, 19.50, 23.00;

Monsieur Claude II 16.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.00, 20.15, 23.10; Glam Girls

17.30, 19.20; Greta (2019 USA) 19.45, 22.20;

Der Fall Collini 20.00; The Silence 20.40, 23.15;

Friedhof der Kuscheltiere 23.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Der Fall Collini 14.35, 17.30, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Monsieur Claude II

18.00; Der Fall Collini 20.30

Odeon (✆ 78 70 40 19)Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit –At Eternity‘s Gate (OmU) 15.50;

Sunset Over Hollywood (OmU) 18.15; Stan &Ollie

(OmU; m. Kurzfilm „Das verrückte Klavier“) 20.30

Urania-Filmbühne (✆ 218 90 91) Beale Street

19.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Der Boden unter den Füßen

(OmenglU) 18.00; Wir: der Sommer, als wir

unsere Röcke hoben und die Welt gegen die Wand

fuhr –Wij (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) Avengers:

Endgame 10.00, 15.00, 19.00, 22.30; Aladdin

10.00, 13.00, 14.00, 17.00, 19.40, 22.45;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.00, 14.30,

17.10, 19.50; Drachenzähmen leicht gemacht

3: Die geheime Welt 12.35; John Wick: Kapitel III

16.50, 20.00, 23.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.20, 20.00,23.00; Lloronas Fluch 22.20

Kino im KulturhausSpandau (✆ 333 60 81) Monsieur

Claude II 13.45; Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit 15.45; Ein letzter Job 18.00; Der Fall

Collini 20.15; Monty Python: Die Ritter der Kokosnuß

21.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Stan &Ollie 15.00;

Monsieur Claude II 17.40, 20.15

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

Willkommen im Wunder Park 10.00, 12.00; Rocca

verändert die Welt 10.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 14.20,16.30, 20.05, 23.05; Avengers:Endgame

10.00,16.00, 18.00, 19.45, 22.00;

Aladdin 10.00,12.15,14.00,17.00,19.30,22.40;

Asterix und dasGeheimnisdes Zaubertranks 12.20;

Drachenzähmenleicht gemacht 3: Die geheime Welt

12.40; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.10;

3D: Aladdin 14.30, 16.30; Dumbo 15.10; John

Wick: Kapitel III 17.00, 20.00, 22.40; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 17.40, 20.15, 22.55; The

Sun isalso aStar 20.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 22.45

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 15.00; Aladdin 15.00,

17.45, 20.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.45; Glam Girls: Hinreißend verdorben 15.45,

20.30; 3D: Avengers: Endgame 17.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 18.00; Der Fall Collini

18.00; John Wick: Kapitel III 20.30; Greta (2019

USA) 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Commedia all‘italiana:

Das Leben ist schwer –Una vita difficile (OmenglU)

20.00; Magical History Tour:Abschied 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

Dumbo 12.40, 13.50; Avengers: Endgame 12.50,

15.00, 17.00, 19.15, 21.15; John Wick: Kapitel III

13.00, 16.45, 20.15, 22.50; Der Flohmarkt von

Madame Claire 13.10; Drachenzähmen leicht gemacht

3: Die geheime Welt 13.30; Aladdin 13.30,

16.10, 20.30; After Passion 13.50, 16.40, 19.30;

Der Fall Collini16.00, 19.10;Die Goldfische 16.10;

Edie 16.20, 19.10; Bohemian Rhapsody 16.30;

Der Jungemuss an diefrische Luft 17.30; AllMyLoving

19.00, 22.00; Friedhof der Kuscheltiere20.20,

22.00;Escape Room 22.10; DasEndeder Wahrheit

22.20; Captain Marvel 22.20

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 0200)

Stan &Ollie (OF) 13.30; 3D: Avengers: Endgame

(OF) 13.30,16.00, 20.15, 22.30; 3D: Aladdin (OF)

13.30, 16.40, 19.30, 23.00; Dumbo (OF) 13.40;

Aladdin (OF) 13.40, 16.50; 3D: Captain Marvel

(OF) 13.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –

Pokemon Detective Pikachu (OF) 14.10; Avengers:

Endgame (OF) 14.45, 19.00, 22.15; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu

(OF) 16.40, 19.35, 23.15;

Glam Girls (OF) 17.00, 20.45; John Wick III (OF)

17.30, 19.50, 23.00; Wir –Us(OF) 19.50; Sneak

Preview (OF) 20.00; Shazam! (OF) 23.00; Captain

Marvel (OF) 23.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Avengers:

Endgame (OF) 10.00, 14.15, 18.30; 3D:

Avengers: Endgame 22.40

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Greta (OmU)

18.00; The Wild Boys – Les garcons sauvages

(OmU) 20.00; Antiporno –Antiporuno (OmU) 22.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Die Wiese –Ein Paradies

nebenan 10.00; Urfin: Der Zauberer von Oz14.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.00, 16.30;

Aladdin 14.00, 17.00, 20.00, 22.30; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 15.00, 19.00, 21.00; Avengers:

Endgame 15.00; 3D: Avengers: Endgame

16.00, 20.15, 21.30; John Wick: Kapitel III 17.00,

20.00, 22.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

19.00

Casablanca (✆ 677 5752) Monsieur Claude II

18.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.00, 16.40;

Aladdin 14.00,16.55; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.05; Dumbo 14.15; Willkommen imWunder

Park 14.20; Captain Marvel 14.20; 3D:Aladdin

14.30, 17.25, 19.50, 23.00; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 15.00, 17.30, 20.20, 22.30; 3D:

Avengers: Endgame 15.20, 19.15, 22.30; Avengers:

Endgame 16.10, 20.00; John Wick: Kapitel

III 16.45, 20.00, 22.45; After Passion 17.00; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.10, 19.45,

22.20; Der Fall Collini 19.30; Monsieur Claude II

19.45; Friedhof der Kuscheltiere 20.15, 23.10; The

Silence 23.00; Wir 23.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 0311) Aladdin

14.00, 17.00, 19.30, 22.40; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.15, 14.50, 17.00, 19.50;

Willkommen im Wunder Park 14.30; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.30; 3D: Aladdin 15.00,

16.45; Avengers: Endgame 15.45, 19.45, 22.30;

John Wick: Kapitel III 16.50, 20.00, 23.00; Aladdin

(OF) 17.20; Glam Girls: Hinreißend verdorben

18.00, 20.20, 22.45; John Wick: Kapitel III –John

Wick:Chapter3–Parabellum (OF) 19.50; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu

(OF) 20.25; The Silence 23.00; Kapi (OmU)

23.00

CityKino Wedding (✆ 01 77/2701976) Monsieur

Claude II19.00; Roma 21.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Under the Tree

(OmU) 18.00;Lord of the Toys 19.45;The Wild Boys

(OmU) 21.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00)GreenBook10.15;

Asterix und das Geheimnisdes Zaubertranks13.30;

Alfons Zitterbacke 15.30; MonsieurClaudeII17.45;

DerFall Collini 20.00;Tschick 11.30;Der Flohmarkt

vonMadame Claire 14.15; DasFamilienfoto16.30;

CaRabA #Leben ohne Schule 19.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Van Gogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit 15.30; Der Flohmarkt

von Madame Claire 18.00; Das Ende der Wahrheit

20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Monsieur Claude

II 15.15; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

17.30; Macht das alles einen Sinn? –Und wenn

ja –warum dauert essolange? (m. Gast) 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Janoschs Komm wir finden

einen Schatz! 16.00; Exhibition on Screen: Rembrandt:

Aus der National Gallery, London und dem

Rijksmuseum, Amsterdam 18.00; Auch Leben ist

eine Kunst –Der Fall Max Emden 20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Nur eine Frau 15.45,

20.30; Edie 18.00

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Isle of

Dogs –Ataris Reise (OmU) 21.30

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (✆ 35 12 24 49)

Berlin Bouncer 21.30

Freiluftkino Kreuzberg Free Solo (OmU) 21.30

Freiluftkino Rehberge Mackie Messer – Brechts

Dreigroschenfilm 21.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

TheWildBoys–Les garconssauvages (OmU) 21.30

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Border

21.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)

Waldheims Walzer17.00; Le regard Picasso(m. Vorfilm)

19.30; Die Maske –Twarz (OmU) 21.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Das Familienfoto

13.15; All MyLoving 13.15,18.15,20.45;

Under the Tree 14.30; Aladdin15.00,17.45, 20.30;

Der Fall Collini 15.15; Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit 15.45; Edie 16.30,18.45; BlownAway

(m.Gästen) 18.45; Nur eine Frau 21.00; Das Ende

der Wahrheit 21.30

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Urfin: Der Zauberer von Oz 13.40; 3D: Aladdin

13.40, 16.45, 20.00; Aladdin 14.00, 17.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.10; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.15; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 14.30, 17.15, 20.15; Avengers:

Endgame 14.30, 15.15, 15.55, 19.30; John Wick:

Kapitel III 16.30, 19.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.00, 19.45; Der Fall Collini 19.30;

Sneak Preview 20.00; 3D: Avengers: Endgame

20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.30,17.00; Der Fall Collini

19.30

CapitolKönigs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Der Flohmarkt vonMadame Claire 17.15; Ein letzter

Job 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Aladdin

14.00, 17.00, 20.00; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 14.10, 17.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.30; John Wick: Kapitel III 14.30, 17.30,

20.20; Urfin: Der Zauberer von Oz14.40; Die Goldfische

14.50; Glam Girls: Hinreißend verdorben

15.00,17.55, 20.45; Aladdin 15.00,16.30; Dumbo

15.10; 3D: Avengers: Endgame 15.15, 19.40;

Avengers: Endgame 17.00, 20.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.15, 20.15; Monsieur

Claude II 17.40; After Passion 17.45; Der Fall Collini

19.45; The Silence 20.15; Im Netz der Versuchung

20.30; Greta (2019 USA) 20.30

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) 3D:

Aladdin 15.00, 17.45, 20.30; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 15.00, 20.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.30; 3D: Avengers: Endgame

17.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

18.00; John Wick: Kapitel III 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Aladdin 14.30, 14.45, 17.15, 17.30; Willkommen

im Wunder Park 15.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.00, 19.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.40; Avengers: Endgame 19.30; 3D: Aladdin

20.00; John Wick: Kapitel III 20.15

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.30, 17.45; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 16.30; Van Gogh: Ander

Schwelle zur Ewigkeit 18.30; Avengers: Endgame

20.00; Der Fall Collini 20.45

KammerspieleKleinmachnow (✆ 03 32 03/847584)

3D: Dumbo 15.45; Der Junge muss an die frische

Luft 18.00; Yuli 20.15


26 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

·························································································································································································································································································

Netzwerk

NACHRICHTEN

Huaweiwill eigenes

Betriebssystem starten

WERKSTATT

Sicherer

Versand von

Dokumenten

VonDaniel Dangelmaier

Wenn Privatpersonen wichtige

Nachrichten oder Unterlagen

an Behörden, Banken oder Firmen

zukommen lassen müssen, nutzen

sie in der Regel die Briefpost. Dabei

gibt es seit Jahren zwei Mail-Systeme,

die einen digitalen, vertraulichen

und vor allem rechtsverbindlichen

Dokumentenaustausch ermöglichen.

Die erste Lösung kommt direkt

vom Bund: Unter der Schirmherrschaft

des Innenministeriums wurde

De-Mail (de-mail.de) entwickelt. Im

Gegensatz zu anderen E-Mail-

Diensten können die Nutzer auf diesen

Service erst zugreifen, wenn sie

sich bei einem der zertifizierten Anbieter

etwa durch Vorlage des Personalausweises

während eines Videochats

einwandfrei identifiziert haben.

Danach erhalten die Teilnehmer

die für die Erstellung eines

Mail-Kontos nötigen Zugangsdaten.

Um die übermittelten Daten vor

ungewollten Mitlesernund Manipulationen

zu schützen, kommt außerdem

eine Verschlüsselungstechnik

mit strengen Sicherheitsanforderungen

zum Einsatz. Aus diesem Grund

ist es nicht möglich, mit einem De-

Mail-Account herkömmliche E-

Mails zu versenden oder zu empfangen.

Weil sich die Identität vonAbsender

und Empfänger zweifelsfrei feststellen

lässt und Versand sowie Zugang

nachweisbar ist, kann eine De-

Mail die juristisch relevanten Schriftstücke

ersetzen, die sonst als

physischer Brief oder Faxverschickt

werden müssten. Damit macht sie

Behördengänge, Besuche beim Notar

und persönliche Übergaben von

Verträgen überflüssig.

Wersich eine De-Mail-Adresse sichern

will, findet bei den Freemail-

Plattformen gmx.net und web.de,

der Telekom (de-mail.t-online.de),

bei T-Systems (de-mail.t-systems.de

)und der Webseite von Entwickler

Mentana-Claimsoft (fp-demail.de)

Online-Formulare für die Registrierung.

Doch Vorsicht: Der Dienst ist

üblicherweise mit Kosten wie Einrichtungsgebühren

und Portozahlungen

verbunden. Interessierten sei

deshalb das Angebot der Telekom

nahegelegt. Dort ist die Einrichtung

eines Kontos und der Versand von

De-Mails bis Ende Januar 2020 kostenlos.

Konkurrenz erhält die staatlich

geförderte Kommunikationsstruktur

durch die Post. Sie hat den sogenannten

E-Postbrief (epost.de) etabliert.

Für einen Zugang muss sich

der Nutzer hier in einer Postfiliale

ausweisen. Zusammen mit einem

TAN-Code-Verfahren stellt der Registrierungsprozess

sicher, dass

auch bei diesem Konzept eine

Adresse einer bestimmten Person

zugeordnet werden kann. Und auch

die Post lässt alle Nachrichten automatisch

verschlüsseln und mit einer

Signatur versehen, die die Identität

der beteiligten Nutzer bestätigt. Zusätzlich

zum Versenden verschlüsselter

Mails an andere E-Post-Anwender

besteht die Option, am

Rechner eine Mail zu schreiben, die

dann in einem Postamt ausgedruckt

und kuvertiertausgetragen wird.

Daniel Dangelmaier hat

diesen Text unverschlüsselt

in die Redaktion geschickt.

Nicht selten ist niemand zu Hause, wenn der Paketzusteller klingelt, deshalb suchen Konsumenten und Händler nach Alternativen.

Die neue Bequemlichkeit

Kunden lassen sich PaketeinFilialen liefern. Nichtnur,umden Zeitpunkt desAbholens selbst zu bestimmen

VonErich Reimann

Online kaufen –und dann

im Laden abholen: Überzeugten

Online-Shoppern

mag das unsinnig

erscheinen. Doch egal ob es um Lebensmittel,

Schuhe oder Elektronik

geht: Immer mehr Händler in

Deutschland bieten ihren Kunden

diesen Service an –oft unter dem

modischen Kürzel„Click &Collect“.

Undsie haben Erfolg damit.

Deutschlands größter Schuhhändler

Deichmann wird „Click &

Collect“ in diesem Jahr flächendeckend

in allen 1200 Filialen in

Deutschland einführen. „Wir sehen,

dass der Bedarf für diesen Service

zunimmt“, sagt Unternehmenssprecher

Ulrich Effing. Auch Deutschlands

zweitgrößter Lebensmittelhändler

Rewe baut den Abholservice

aus. Ende 2018 war er in 200 Läden

verfügbar.Nun seien es mehr als 250

Standorte, berichtet ein Unternehmenssprecher.

Zusätzliche Produkte verkaufen

„Click & Collect“ gewinne „immer

mehr an Bedeutung für den Einzelhandel“,

heißt es in einer kürzlich

veröffentlichten Studie des E-Commerce-Verbandes

BEVH und des

Marktforschungsunternehmens

Creditreform Boniversum. Das

Selbstabholen der Ware ist demnach

für die Kunden vorallem interessant,

weil sie dabei Versandkosten sparen

und den Zeitpunkt der Abholung

selbst wählen können. Auch die

Möglichkeit, Produkte bei Nichtgefallen

gleich im Laden zu lassen, finden

viele Verbraucher attraktiv.

Paketzustellung

Beförderte Sendungen in Milliarden pro Jahr in Deutschland durch Kurier-, Express- und

Paketdienstleister (KEP)

3000

2500

2000

1,7

1500

2,0

1000

2000 2005 2010 2016 ’17

Die Elektronikketten Media

Marktund Saturnbieten den Service

schon seit Jahren an und sind zufrieden

mit dem Erfolg. „Mehr als jeder

zweite Kunde lässt sich hierzulande

mittlerweile seine Online-Bestellung

in den Marktvor Ortliefern“, berichtet

eine Unternehmenssprecherin.

Gerne abgeholt würden vor allem

Produkte aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik,

aber auch

Notebooks oder Kleinelektrogeräte.

Bei den deutlich schwerer zu transportierenden

Haushaltsgroßgeräten

entscheide sich dagegen nur jeder

dritte Kunde für die „Click & Collect“-Option.

Für den Handel ist „Click &Collect“

doppelt attraktiv. Ererspart

sich damit nicht nur die mühsame

„letzte Meile“ zum Kunden. Die

Selbstabholung bietet ihm auch

noch die Möglichkeit, den Kunden

zusätzliche Produkte zu verkaufen

– etwa ein HDMI-Kabel für den

2,3

3,2

3,35

BLZ/GALANTY; QUELLE: BIEK, AFP

neuen Fernseher oder eine Versicherung

für das gerade ausgepackte

Smartphone.

Aber auch für die Verbraucher

hat die Möglichkeit, die online bestellte

Ware in einem Laden in ihrer

Nähe abzuholen, ihren Reiz, wie

Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung

(IFH) in Köln betont.

„Wenn die Lieferung nach

Hause perfekt funktionieren

würde,wenn die Lieferung also immer

genau dann käme, wenn wir

ohnehin zu Hause sind, dann

brauchten wir ‚Click & Collect‘

nicht“, sagt er.„Aber so ist es nicht.

In Wirklichkeit müssen wir oft hinter

unserem Paket herrennen und

es bei der Postfiliale oder Paketstation

abholen.“ Das Selbstabholen

im Laden sei deshalb am Ende für

manchen Kunden bequemer als

die Lieferung an die Haustür.

„Die Probleme bei der Haustürbelieferung

sind unübersehbar und

Lob der Verbraucherschützer

sie werden eher größer“, sagt der

Branchenkenner. Das fördere den

Trend zum Selbstabholen. Karstadt

legt bei seiner Werbung für das eigene

„Click &Collect“-Angebot den

Finger in die Wunde und lockt: „Profitieren

Sie von den Öffnungszeiten

unserer Filialen, ohne zu einer bestimmten

Zeit zu Hauseseinzumüssen.“

Schneller Serviceerwartet

Organisatorisch ist das Thema „Click

&Collect“ für den Einzelhandel allerdings

manchmal nicht ganz so

einfach umzusetzen, wie man angesichts

voller Regale erwarten würde.

Daszeigt das Beispiel der Modekette

Zara:Dortist dieLieferung in die Filialen

zwar möglich und auch kostenlos,

wie auf der Homepage zu erfahren

ist. Doch dauert sie drei bis

fünf Tage und damit in der Regel länger

als die Lieferung nach Hause, die

innerhalb von zwei bis drei Tagen

ankommen soll.

Das ist keine Kleinigkeit. „Die Erwartungen

der Kunden sind hoch.

Siesind es gewohnt, dass Online-Bestellungen

am nächsten Taggeliefert

werden und haben kein Verständnis,

wenn das im Laden länger dauert“,

warnt Hudetz.

Der Supergau inSachen„Click &

Collect“ ist das in seinen Augen aber

noch nicht. Etwas anderes darf auf

garkeinen Fall passieren, mahnt der

Branchenkenner. Eine Bestellung

dürfe nicht verschlampt werden.

„Wer einmal die Erfahrung macht,

dass die bestelle Ware nicht daist,

kommt wahrscheinlich nicht ein

zweites Mal. Darauf müssen sich die

Händler einstellen.“ (dpa)

Die EU erhält gute Noten, weil sie Gebühren fürs Telefonieren gesenkt und das Online-Shopping einfacher gemacht hat

Verbraucherschützer stellen der

EU insgesamt ein gutes Zeugnis

aus. Allerdings wüssten viele Menschen

nicht, dass Gesetze mit direkten

Auswirkungen auf ihr Leben oft

auf Initiativen der EU zurückgingen,

notiert inDeutschland der Verbraucherzentrale

Bundesverband. Eine

Übersicht der Brüsseler Vorzeigeprojekte

der endenden Legislaturperiode.

Die Diskussion um das Urheberrecht

war für die Verbraucherschützer

kein Thema.

Telefonieren: Die Gebühren für das

Telefonieren bei Reisen ins Ausland

wurden deutlich gesenkt. Seit 2017

können Verbraucher im EU-Ausland

zum selben Tarifwie zu Hause telefonieren,

SMS versenden und mobiles

Internet nutzen. Dassogenannte Roaming,

also die Kosten für eingehende

Anrufe bei Aufenthalten im

Ausland, fiel ganz weg. Seit Mittwoch

werden zudem die Kosten für Verbindungen

mit ausländischen Nummern

gedeckelt: Anrufe vom Festoder

Mobilnetz ins EU-Ausland dürfen

nun maximal 19 Cent proMinute

und Textnachrichten sechs Cent pro

160 Zeichen kosten.

Streaming: Das Streamen von Filmen,

Sportereignissen und ähnlichem

ist jetzt auch im EU-Ausland

möglich. Bis 2018 verhinderten auf

einzelne Länder beschränkte Lizenzrechte

–das sogenannte Geoblocking

–vielfach die Nutzung von imHeimatland

abonnierten Diensten wie

Netflix oder Sky. Im Urlaub, auf

Dienstreisen oder bei Studienaufenthalten

im EU-Ausland können Nutzer

ihre kostenpflichtigen Abonnements

ohne Einschränkung nutzen.

Shopping: Auch beim Online-Einkaufen

ist Geoblocking Geschichte.

Bislang konnten Online-Händler

ausländischen Kunden den Zugang

zu bestimmten Bestellseiten verweigern.

Nun darf einem deutschen

Kunden beispielsweise nicht mehr

der Zugriff auf eine französische

oder spanische Internetseite verwehrt

werden, wo er womöglich billiger

einkaufen kann.

Speichern: Mit der Datenschutzgrundverordnung

hat die EU einen

XXXXXX

neuen Standard beim Datenschutz

eingeführt. Für Unternehmen und

Organisationen gelten seit Mai2018

europaweit Vorgaben für die Speicherung

von Daten. Kunden und

Nutzer bekommen mehr Möglichkeiten,

gegen Missbrauch vorzugehen.

Konkrete Konsequenzen folgten

prompt: In Deutschland wurde

im November das soziale Netzwerk

Knuddels.de auf Grundlage der Verordnung

zu einer Strafzahlung von

20 000 Euro verdonnert, weil es die

Daten seiner Nutzer nicht ausreichend

gesichert hatte. Im Januar

folgte eine Millionenstrafe für Google

in Frankreich wegen intransparenter

Verwendung von Nutzerdaten

unter anderem zu Werbezwecken.

(AFP)

Derchinesische Huawei-Konzern

will unter dem massiven Druck von

US-Sanktionen sein eigenes Betriebssystem

spätestens zum

nächsten Frühjahr einsatzbereit haben.

Es solle auf Smartphones,

Computern, Tablets,Fernsehern, in

Autos und tragbaren Geräten laufen

und mit Android-Apps kompatibel

sein, kündigte der Chef der Huawei-

Verbrauchersparte,YuChengdong,

laut Phoenix News vomMittwoch

an. DieSoftwarekönne auch schon

im Herbst fertig sein. Diebereits seit

2012 verfolgte Entwicklung eines eigenen

Betriebssystems hat für den

zweitgrößten Smartphone-Produzenten

eine ganz neue Dringlichkeit

bekommen, seit die US-Regierung

die Geschäfte vonUS-Unternehmen

wie Google mit dem chinesischen

Konzernmassiv einschränken

will. (dpa)

Indonesien schränkt Zugang

zu sozialen Netzwerkenein

Indonesien schränkt nach gewaltsamen

Protesten gegen den Wahlsieg

vonPräsident Joko Widodo mit mindestens

sechs Todesopfernden Zugang

zu sozialen Netzwerken ein. Sicherheitsminister

Woranto kündigte

an: „Der Zugang zu sozialen Medien

wirdbeschränkt, um zu verhindern,

dass sich dortFalschnachrichten

verbreiten.“ Zugleich warferAnhängerndes

unterlegenen Gegenkandidaten

Prabowo Subianto vor, Chaos

zu schaffen und Hass gegen die Regierung

zu verbreiten. (dpa)

Frankreichs Senat

billigt Digitalsteuer

In Frankreich billigte auch der Senat das

Digitalgesetz.

AFP

Diegeplante Digitalsteuer in

Frankreich hat eine weitereHürde

genommen: Nach der französischen

Nationalversammlung billigte

auch der Senat als zweite Parlamentskammer

in der Nacht zum

Mittwoch mehrheitlich die Abgabe.

Diesogenannte Gafa-Steuer (Gafa

ist die Abkürzung für Google,Amazon,

Facebook und Apple) zielt auf

Internetriesen ab,die in Europa

häufig nur sehr geringe Steuern

zahlen. Für die Steuer stimmten

181 Senatoren, es gab vier Gegenstimmen

und 158 Enthaltungen.

DieVorlage vonWirtschaftsminister

BrunoLeMairekommt nun in

den Vermittlungsausschuss.Ein

vomSenat beschlossener Änderungsantrag

sieht vor, dieSteuer

nur befristet bis zum 1. Januar 2022

zu erheben. (AFP)

Neue Job-Funktion in

der Google-Suche

Google hat eine Erweiterung seiner

Suchfunktion präsentiert. Siesoll

Nutzernhelfen, einen neuen Arbeitsplatz

zu finden. Nutzer erhalten

bei der Suche nach offenen Jobs eine

Übersicht über Stellenausschreibungen,

die auf Partnerseiten wie

Xing veröffentlicht wurden. Mitdem

Klick auf eine Stellenanzeige im oberenTeil

der Google-Suchergebnisse

werden ihnen weiterführende Informationen

zu Jobund Unternehmen

angezeigt. Anhand verschiedener

Filtereinstellungen kann die Suche

aufindividuelle Ansprüche und Fähigkeiten

angepasst werden. (BLZ)


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 27

·························································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für

HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Die Tierärzte –Retter mit Herz

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant

18.00 (für HG) Quizduell18.50 (für HG) In

aller Freundschaft –Die jungen Ärzte. Zweisamkeit

19.45 (für HG) Quizzen voracht 19.55 (für

HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Hirschhausens Quiz des

Menschen Gäste: Sandra Maischberger,Caroline

Frier,Guido Cantz,

Steffen Hallaschka.

Mod.: Dr.Eckart von Hirschhausen

21.45 (für HG) Monitor Berichte zur Zeit

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) extra 3

23.30 (für HG) Drei. Zwo. Eins. Michl Müller

Gast: Mirja Regensburg

0.00 (für HG) Nachtmagazin

0.20 (für HG) CIVIS Medienpreis 2019

TV-Gala für Integration

RTL

5.25 Exclusiv –Das Star-Magazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten,schlechte Zeiten

9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report

11.00 Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt

12 14.00 Die Superhändler –4Räume, 1Deal

15.00 Mensch Papa! Väter allein zu Haus

16.00 Vorher Nachher –Dein großer Moment

17.00 Freundinnen –Jetzt erst recht. Unterhaltungsserie

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 (für HG) Alarm für Cobra 11–Die

Autobahnpolizei Der Klient.

Actionserie. Mit Erdogan Atalay,

Daniel Roesner, Katja Woywood u.a.

21.15 Alarm für Cobra 11 –Die Autobahnpolizei

Operation Midas. Actionserie

22.15 (für HG) Beck is back!

Todesraser.Anwaltsserie

23.10 (für HG) Alarm für Cobra 11–Die

Autobahnpolizei Der Klient. Actionserie

0.00 Nachtjournal

0.35 Alarm für Cobra 11 –Die Autobahnpolizei

Operation Midas. Actionserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Gleich anrufen und Angebot bestellen: Nancy, die den Arbeitslosen zu sich in die Arte

15.15 Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG)

MDR um vier 17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für

HG) Brisant 18.54 (für HG) Sandmann 19.00

(für HG) MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell

19.50 (für HG) Außenseiter –Spitzenreiter

20.15 (für HG) Lebensretter 21.00 (für HG)

Hauptsache gesund 21.45 (für HG) Aktuell

22.05 (für HG) artour 22.35 (für HG) Männerleben

23.05 (für HG) Rolf Herricht –Reserveheld

derDDR 23.35 Andris Nelsons dirigiert Felix

Mendelssohn Bartholdy 0.20 (für HG) Bei uns

und um die Ecke. TV-Familienfilm, D2009

Bayern

14.15 Heute auf Tour 14.40 (für HG) Wer weiß

denn sowas? 15.30 (für HG) Schnittgut.Alles

aus dem Garten 16.00 (für HG) Rundschau

16.15 (für HG) Wir inBayern 17.30 Regional

18.00 (für HG) Abendschau 18.30 (für HG)

Rundschau 19.00 (für HG) mehr/wert 19.30

(für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) quer 21.00

Schlachthof. Live 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 Ringlstetter 22.45 (für HG) Im

Schleudergang 23.15 Woidboyz on the Road

23.45 Startrampe 0.15 PULS OpenAir 2018

Vox

6.55 CSI: Den Tätern auf der Spur 7.50 Verklag

mich doch! 10.55 Mein Kind, dein Kind 11.55

Shopping Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen

14.00 Mein Kind, dein Kind 15.00 Shopping

Queen 16.00 4Hochzeiten und eine

Traumreise 17.00 Zwischen Tüll und Tränen

18.00 First Dates 19.00 Das perfekte Dinner

20.00 Prominent! 20.15 (für HG) The Expendables

3. Actionfilm, USA/BUL/F/D 2014 22.35

(für HG) James Bond 007 –ImAngesicht des

Todes. Agentenfilm, GB/USA 1985 1.00 nachrichten

1.20 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

13.40 Angelo! 14.05 Coop gegen Kat 14.35

Bugs Bunny &LooneyTunes 15.00 Dragons –

Auf zuneuen Ufern 15.25 Tomund Jerry 15.50

Der gestiefelte Kater –Abenteuer in San Lorenzo

16.15 Zig &Sharko –Meerjungfrauen frisst

man nicht! 16.45 Ninjago –Garmadons Motorrad-Gang

17.15 Voll zu spät! 17.40 Spirit: wild

und frei 18.10 Bugs Bunny &LooneyTunes

18.40 Woozle Goozle und die Weltentdecker

19.10 Tomund Jerry 19.45 Angelo! 20.15 (für

HG) CSI: Miami 22.10 (für HG) CSI: Miami

0.05 (für HG) 30 Rock 0.30 Infomercials

Sport1

9.00 Teleshopping 14.30 StorageWars –Die

Geschäftemacher. Kinderquatsch 15.00 StorageWars

–Die Geschäftemacher. Verschwesterung

15.30 Sport1 Reportage 16.00 Eishockey:Weltmeisterschaft.

Konferenz: 1. und 2.

Viertelfinale 18.30 Bundesliga aktuell. Die

tägliche News-Sendung für Fußballfans 19.00

Eishockey:Weltmeisterschaft 20.00 Eishockey:

Weltmeisterschaft. Konferenz: 3. und 4. Viertelfinale

23.00 Darts: Premier League. Play-offs

0.45 Teleshopping-Nacht

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Das Testament

11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Krokodil

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für

HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Todbeim Live-

Chat 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG) hallo

deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SOKO Stuttgart. Viel Liebe

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) Notruf

Hafenkante. Auf beiden Augen blind. Krimiserie

20.15 (für HG) Hüftkreisen mit Nancy

TV-Komödie,D2019.

Mit Felix Knopp, Helen Woigk,

Rebecca Rudolph u.a.

Regie: Miko Zeuschner

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) maybrit illner

Talkshow

23.15 (für HG) Fußball Relegation

23.45 (für HG) Markus Lanz

0.55 heute+

1.10 (für HG) Die Spezialisten –ImNamen

der Opfer DerVerrat. Krimiserie

5.30 Frühstücksfernsehen 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring.Doku-Soap 17.30 Klinik am Südring –

Die Familienhelfer.Doku-Soap 18.00 Endlich

Feierabend! Mod.: Simone Panteleit, Daniel

Boschmann 19.00 Genial daneben –Das Quiz

19.55 Nachrichten

20.15 Navy CIS

Die Familie geht vor. Krimiserie.

Mit Mark Harmon, Michael Weatherly,

Pauley Perrette u.a.

21.15 Navy CIS

Neu im Team. Krimiserie

22.15 Bull List und Tücke. Krimiserie

23.15 Bull

Sechs Milliarden Gründe. Krimiserie

0.10 Criminal Minds

Kinder der Dunkelheit. Krimiserie

1.00 Criminal Minds

Sieben Sekunden. Krimiserie

12.45 (für HG) Aktuell 13.00 (für HG) Planet

Wissen 14.00 (für HG) Europa gemeinsam

gestalten 15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier

und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort. TV-Kriminalfilm,

D2015 21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für

HG) FrauTV 22.40 (für HG) Menschen hautnah

23.25 (für HG) Gewissensbisse –Frau Heinrich

und die 7Todsünden 23.55 (für HG) Tatort. TV-

Kriminalfilm, D2015 1.25 (für HG) FrauTV

NDR

15.15 (für HG) Wer weiß denn sowas? 16.00

(für HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag

17.10 (für HG) Seehund, Puma &Co.

18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG) Typisch!

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Länder

–Menschen –Abenteuer 21.00 (für HG)

Länder –Menschen –Abenteuer 21.45 (für HG)

aktuell 22.00 (für HG) Praxis mit Meerblick.

Willkommen auf RügenTV-Komödie, D2017

23.30 (für HG) The Girl King. Biografie, FIN/D/

CDN/S/F 2015 1.10 (für HG) extra 3Spezial

Kabel eins

5.20 Abenteuer Leben Spezial 5.50 Without a

Trace 6.40 The Mentalist 7.35 Blue Bloods –

Crime Scene NewYork 9.25 Navy CIS: L.A.

10.20 Navy CIS 11.10 Without aTrace 12.10

Numb3rs 13.05 Castle 14.00 The Mentalist

14.55 Navy CIS: L.A. 15.50 News 16.00 Navy

CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55

Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns

drum 20.15 Unser Kiosk –Trost und Prost im

Viertel 22.15 Abenteuer Leben –Die Reportage.

Mein Block: Köln-Vingst 0.10 Bus Babes

RTL 2

6.00 Der Trödeltrupp –Das Geld liegt im Keller

7.00 Die Kochprofis –Einsatz am Herd 8.00

Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00 Die

Geissens –Eine schrecklich glamouröse Familie!

14.00 Die Wollnys –Silvia allein zu Haus

15.00 Hilf mir! Jung,pleite, verzweifelt ...

17.00 News 17.10 Krass Schule –Die jungen

Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &

Nacht 20.15 Frauentausch 22.15 Extrem sauber

–Putzteufel im Messie-Chaos 23.15 The

Walking Dead 0.05 The Walking Dead 1.00 The

Walking Dead 1.45 X-Factor: Das Unfassbare

Eurosport 1

8.35 Radsport: Giro d'Italia. 11. Etappe: Carpi

–Novi Ligure 10.00 Tourenwagen: Weltcup

10.30 Formel E: FIA-Meisterschaft 11.05 Radsport:

Giro d'Italia. 11. Etappe: Carpi –Novi

Ligure 13.15 Radsport: Giro d'Italia. 12. Etappe:

Cuneo –Pinerolo 17.15 Radsport: Giro

extra 17.45 WATTS 18.00 Tennis: French Open

19.00 Tennis: French Open. Auslosung 20.00

Radsport: Giro Today 22.00 Tennis: ATPWorld

Tour. Geneva Open: Viertelfinale 23.20 News

23.30 Radsport 0.30 Tennis

VOX, 20.15 UHR ACTIONFILM

The Expendables 3

BarneyRoss(Sylvester Stallone) und das Team der Expendables erhalten

den gefährlichen Auftrag einen Waffendeal zu verhindern. Ein Jobfür wie

gemachtfür die knallharte Söldnertruppe.Dannjedochstellt sich heraus, dass

der skrupelloseWaffenlieferantder totgeglaubte Expendables-Mitgründer

Conrad Stonebanksist.Selbstfür den mit allen Wasserngewaschenen Ross ein

ernstzunehmender Gegner.Rossbleibt keine andereWahl, als neue Mitglieder

für seine Truppe anzuwerben. Gemeinsam mit einigenJüngerenals Verstärkung

läutet er eine neue Ärader Expendables ein. Dritter und bisher letzter

Teil der Action-Ensemble-Reihe um „Rambo“-Legende Sylvester Stallone,die

hier um Hollywood-Stars wieAntonio Banderas WesleySnipes, HarrisonFord

und MelGibsonergänzt wird.

(USA/Bulg./Frk./Dtl./2014)

Anzeige

ZDF, 20.15 UHR TV-KOMÖDIE

Hüftkreisen Exklusiv für mitAbonnenten!

Nancy

Foto: VOX

Zusätzlich zur gedruckten Ausgabe:

A

die Berliner Zeitung als E-Paper. usgerechnet an seinem45. Geburtstagverliertder

Journalist Max(Felix

Überallhin mitnehmen &mobil informiert Knopp) bleiben seinen Jobbei einem Wochenblatt.

Auf bis zu drei Geräten gleichzeitig lesenAnstatt seiner Familie vondem Verlust seiner

Arbeitzuerzählen, sitzt Maxtagelang

Zoomfunktion –höherer Lesekomfort

aufeiner Parkbank und badet in Selbstmitleid.

Dann trifft er aufdie Fitnesstrainerin

(030) 240025

berliner-zeitung.de/vorteil

*bei bestehendem Printabonnement (Mo. –Sa.) nur

4,99 €statt 29,99 €. Ihnen steht ein gesetzliches

Widerrufsrecht zu. Alle Informationen über dieses Recht

und die Widerrufsbelehrung fnden Sie unter

www.berliner-zeitung.de/widerruf

Berliner Verlag, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Muckibudeeinlädt.Hier findet Maxnach

und nach wieder zu sich selbstzurück,

wobeiEhefrau Tina sich jedoch nichtganz

zu Unrechtfragt,obdessen Beziehungzu

Nancywirklichrein platonischer Naturist.

Unterhaltsame Komödie nach demgleichnamigen

Romanvon Stefan Schwarz.

(Dtl./2019)

Foto: ZDF

SUDOKU

NORMALVARIANTE -mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

4 5

6 8

9 3 7

3

2 6 4

9 6 2 7

8 5

1 3 6

4 8

MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

7

8

7 5

6 2 3

7 9

4

5 9

7 1

4 3

4,99 €

monatlich *

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 22.5.2019

2019

MITTEL mittel

4 9 5 6 1 3 7 2 8

8 3 2 7 9 5 6 1 4

1 6 7 8 4 2 5 9 3

5 7 3 1 2 9 8 4 6

6 8 1 3 7 4 9 5 2

2 4 9 5 8 6 3 7 1

9 5 6 4 3 1 2 8 7

3 1 8 2 5 7 4 6 9

7 2 4 9 6 8 1 3 5

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM

22.5.2019

22. 5. 2019

SCHWER schwer

4 1 2 9 6 7 5 3 8

3 6 7 4 8 5 2 1 9

9 8 5 2 1 3 7 6 4

6 9 1 3 7 4 8 5 2

2 5 4 8 9 1 6 7 3

7 3 8 6 5 2 9 4 1

8 7 3 5 4 9 1 2 6

1 2 9 7 3 6 4 8 5

5 4 6 1 2 8 3 9 7

5.30 Giraffe, Erdmännchen &Co. 6.20 zibb.

zuhause in berlin &brandenburg 7.20 Brisant

8.00 Brandenburg aktuell /Abendschau 9.00

In aller Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft

10.30 Rote Rosen 11.20 Sturm der

Liebe 12.10 Tierärztin Dr.Mertens 13.00

rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00 Land

und lecker 14.45 Unsere köstliche Heimat

15.00 Heute im Parlament. Live 16.00 rbb24

16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00 rbb24

17.05 Giraffe, Erdmännchen &Co. 17.55

Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Abendshow

21.00 Jede Antwort zählt

Kandidaten: Gerit Kling,Stefan

Jürgens, Peter Richte, Dennis Klehr

Moderation: Sascha Hingst

21.45 rbb24

22.00 Polizeiruf 110 Grenzgänger

TV-Kriminalfilm, D2015

Mit Maria Simon, Lucas Gregorowicz,

Fritz Roth u.a. Regie: Jakob Ziemnicki

23.30 Talk aus Berlin

0.00 Abschied Drama, DDR 1968.

Mit Jan Spitzer,Rolf Ludwig u.a.

ProSieben

5.00 2Broke Girls 5.20 Mike &Molly 5.40

Mom 6.00 Twoand aHalf Men 7.10 The Big

Bang Theory 8.50 The Middle 9.40 Fresh off

the Boat 10.35 Mike &Molly 11.00 How IMet

Your Mother. Comedyserie11.55 2Broke

Girls. Comedyserie 12.45 Mom. Comedyserie

13.05 Twoand aHalf Men.Comedyserie

14.25 The Middle. Die Vertrauenslehrerin/Die

Damenwahl. Comedyserie 15.15 The Big Bang

Theory. Die Intimitäts-Beschleunigung/Die

Mars-Bewerbung/Das große Reste-Essen/Die

Skywalker-Attacke.Comedyserie 17.00 taff

18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. Im Zeichen

des Schwertes/Moeback Mountain. Zeichentrickserie

19.05 Galileo

20.15 Germany's next Topmodel –byHeidi

Klum

Finale. Castingshow

Jury Heidi Klum

Moderation: Heidi Klum

Aus dem ISS Dome in Düsseldorf

23.00 red.

23.55Offline –PalinaWorld Wide Weg

Moderation: Palina Rojinski

0.50 Inside LA –Unterwegs mit Palina

Mit Palina Rojinski

1.35 Undateable

Was ist mit Gary? Comedyserie

12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land Kunst

14.00 (für HG)Von Mäusen und Menschen.

Drama, USA 1992 15.50 (für HG) Metropolen

des Balkans. Sofia 16.40 (für HG) X:enius

17.10 Neben-, gegen-, miteinander: Deutschfranzösische

Geschichten 17.40 Oman, Saudi-

Arabien, Katar 18.35 Mit dem Zug ... 19.20

Arte Journal 19.40 Re: 20.15 (für HG) Unter

Verdacht. Verlorene Sicherheit. TV-Kriminalfilm,

D2016 21.45 Ku'damm 59 22.35 Ku'damm

59 23.20 Ku'damm 59 0.10 Arte Journal 0.35

Achtung,Aufnahme! In den Schmieden des Pop

3Sat

11.45 (für HG) Thema 12.30 ECO 13.00 (für

HG) ZIB 13.25 (für HG) Die neue Seidenstraße

–Chinas Griff nach Westen (1-2/2) 14.50

Griechenland: Vonden Gipfeln bis ans Meer

(1-3/5) 17.00 Griechenland: Vonden Gipfeln

bis ans Meer (4-5/5) 18.30 nano 19.00 (für

HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Das manipulierte Bild 21.00

scobel. Medien, Macht und Manipulation

22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 Theo gegen den

Rest derWelt. Komödie, D1980 0.10 10vor10

0.40 Rundschau 1.20 Reporter

Phoenix

14.00 phoenix vor ort 14.45 forum demokratie.

Wegscheiden der Demokratie: 1949 –

Glücksfall Grundgesetz 16.00 Europas Jugend

–Europas Zukunft? 16.45 Wir Deutschen

und Europa 17.30 phoenix der tag 18.00 ZDF.

reportage 18.30 Das Europa-Drama 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 Sternstunde ihres

Lebens –Elisabeth Selbert. TV-Drama, D2014

21.45 (für HG) heute-journal 22.15 phoenix

runde 23.00 phoenix der tag 0.00 phoenix

runde 0.45 Sternstunde ihres Lebens –Elisabeth

Selbert. TV-Drama, D2014

Kika

12.55 (für HG) Das Green Team 13.20 (für HG)

Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10

Schloss Einstein 15.00 H2O 15.45 Sherlock

Yack 16.20 Zoom 16.45 Ein Fall für TKKG

17.35 Kein Keks für Kobolde 18.00 (für HG)

Wir Kinder aus dem Möwenweg 18.10 (für HG)

Der kleine Drache Kokosnuss 18.35 Beccas

Bande 18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Lassie

19.25 (für HG) Die beste KlasseDeutschlands

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

20.10 (für HG) Schnitzeljagd durch Frankreich

20.35 Die Mädchen-WG –Elternfrei in Valencia

Dmax

10.15 Outback Truckers 11.15 Combat Dealers

12.15 Das härteste Pfandhaus Detroits

13.15 Yukon Men –Überleben in Alaska

14.15 Zwei Männer,ein Ziel 15.15 Coast Guard

Alaska –Rettung aus der Luft 16.15 Highway

Cops 17.15 Fast 'N' Loud 19.15 A8 –

Abenteuer Autobahn 20.15 Asphalt-Cowboys

21.15 Dein bestes Stück –Gebracht, gemacht

22.15 Rätselhafte Geschichte 23.15 Rätselhafte

Geschichte 0.15 Dein bestes Stück –

Gebracht, gemacht 1.10 History inthe Making

5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Marktcheck 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 45 Min 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Aristoteles Onassis 20.00

Tagesschau 20.15 Kassensturz Europa –ungleich

erfolgreich 21.02 Die Story 21.45 Exakt–Die

Story 22.15 made in Südwest 22.45 Schätze der

Welt 23.00 Tagesthemen 23.30 Monitor 0.00

Exakt 0.30 Weltbilder Spezial 1.00 Nachtmagazin

1.20 Zapp 1.50 Extra 2.00 Nachtmagazin 2.20

Thüringen Journal 2.50 DieTagesschau vor 20

Jahren 3.08 SWR Landesschau Baden-Württemberg

3.54 Extra 4.02 Abendschau

ONE

12.35 Sturmder Liebe 13.25 Um HimmelsWillen

(1) 14.10 Reiterhof Wildenstein–Kampf um Jacomo.

TV-Familienfilm, D2019 15.40 In aller Freundschaft

–Die Krankenschwestern 16.30 Bezaubernde

Jeannie 16.55 Bezaubernde Jeannie 17.20

Lindenstraße 17.50 Der Dicke 18.40 Sturmder

Liebe 19.25 Sturmder Liebe 20.15 extra 3Spezial

20.45 Die Florian Schroeder Satire Show 21.30

Servus Baby (1) 22.00 Servus Baby 22.30 Die

Pierre M. Krause Show 23.00 Zapp 23.30 extra 3

Spezial 0.00 DieFlorian Schroeder Satire Show

0.45 Servus Baby (1) 1.15 Servus Baby 1.45 Die

Pierre M. Krause Show 2.15 Die Pierre M. Krause

Show 2.45 extra 3Spezial 3.20 Der Dicke

ZDF NEO

7.05 Terra X 7.50 Topfgeldjäger 8.45 Lafer!Lichter!

Lecker! 9.30 Bares für Rares 10.25 Bares für

Rares 11.15 Viel zu bieten 12.00 Die Rettungsflieger.Königskinder

13.30 Monk.Mr. Monk und der

Affe 14.50 Heldt. Schmerzensgeld 15.35 Die Rettungsflieger.

Königskinder 17.05 Monk. Mr.Monk

und derAffe.Krimiserie 18.30 Bares für Rares

19.20 Bares für Rares 20.15 LetzteSpurBerlin.

Sheriff. Krimiserie 21.45 heute-show.Nachrichtensatire.

Mit Mit Oliver Welke 22.15 NeoMagazin

Royale. Moderation: Moderation: Jan Böhmermann

23.00 Undercover.Krimiserie 0.40 Neo

MagazinRoyale 1.25 heute-show 2.00 Shapira

Shapira 2.30 Countdown Copenhagen

ZDF INFO

13.15 Die sterbenden Inseln 14.15 Die Plastik-

Invasion –Coca-Cola undder vermüllte Planet.

Dokumentarfilm,F2018 15.00 Vergiftete Flüsse.

Dokumentarfilm, USA2017 15.45 Gefährlicher

Elektroschrott –EndstationAfrika 16.30 Risiko

Felsstürze –Wenn Bergebröckeln 17.15 Leschs

Kosmos 18.15 Stalking –Die unterschätzte Gefahr

19.00 NZZ Format 19.30 Crystal Meth: Die

Horror-Droge 20.15 Milliardengeschäft Porno–Internet-Sex

ohne Jugendschutz? 21.00 Frankfurt –

Bahnhofsviertel 21.45 Endstation Crystal–Leben

in der Drogenhölle 22.30 Legal Highs –Todesdrogenaus

demInternet 23.15 Junkies, Dealer, Polizei

0.00 Dirty Dollars 0.45 (für HG) heute-journal

Radio

KLASSIK

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Sächsisches Mozartfest Kontraste –100 Jahre

Bauhaus. Hindemith: Fünf Stücke für

Streichorchester op. 44 Nr.4;Olbrisch: Elf

Episoden für Flöte, Tasteninstrument und Live-

Elektronik (Uraufführung); Cowell: Ensemble

(revised Version for String Quintet and Thundersticks);

Cage: Solo with Obbligato Accompaniment

of TwoVoices in Canon, and Six

Short Inventions on the Subjects of the Solo;

Schulhoff: Concerto doppio für Flöte, Klavier,

zwei Hörner und Streichorchester op. 63 (Elizaveta

Birjukova, Flöte; Christoph Ritter,Klavier;

Mendelssohn Kammerorchester Leipzig,

Leitung: Gunnar Harms), ca. 117 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Talente und Karrieren Neues Barock: Die

Ensembles Tr!jo, Cicerone und Réka Kristóf.

Mit Dirk, ca. 56 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente Rubén González zum

100. Geburtstag.Mit Peter Rixen, ca. 56 Min.

22.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Chormusik Au long de la Loire. Musikalisches

Porträt eines Flusses. Werke von Johannes

Ockeghem, Jean Mouton,Clément Janequin.

Mit Ensemble Jacques Moderne, Joël Suhubiette

(Leitung), ca. 30 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Historische Aufnahmen Engagement für musikalische

Grenzüberschreitungen. Der Oboist,

Komponist und Dirigent Heinz Holliger

(*1939).Von Klaus Gehrke, ca. 45 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Klangkunst Cadavre Exquis.Mit Werken von

Antye Greie-Ripatti, Neo Hülcker und Elisabeth

Hager,Gordon Kampe, Antje Vowinckel, Marcus

Thomas sowie Berliner Jugendlichen,

ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (4/34),

ca. 31 Minuten

MAGAZIN

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Perspektiven Provisorium mit Ewigkeitsklausel.

70 Jahre Grundgesetz. VonAnnette Wilmes,

ca. 56 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Tony Momrelle.Mit Susanne

Papawassiliu, ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Jazzfacts Struktur mit Chaos. Die Musik des

englischen Bassisten Phil Donkin, ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 – S eite 28 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

UlrikeFolkerts fiel ihr Outing vor16

Jahren nicht leicht. Dassei damals

noch nicht so normal gewesen, wie es

heute sein sollte,sodie„Tatort“-

Kommissarin. Siefreue sich immer

noch, wenn sie neben ihrer Partnerin

Katharina Schnitzler aufwache,mit

der sie seit dem Outing zusammen

ist.„Bei ihr habe ich das Gefühl, ich

werdegeliebt, genau so,wie ich bin“,

so die Schauspielerin. Schön!

Katarina Barley findet ihren Lebensgefährten

attraktiver als RichardGere.

Marcovan den Berg sei für sie„der

tollste Mann derWelt“, jubilierte die

Bundesjustizministerin (50) im Magazin

für tiefe Gefühle,der Bunten.

Siehat Gere schon mal getroffen, die

Politikerin kann sich also ein Urteil

bilden.WasRichardGeredazu sagt,

war bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung

zu bringen. (mpw./mit dpa)

TIERE

Die Drillinge sind wohlauf und erholen

sich langsam.

DPA/ILKA PISSIN

Schlimm: Diese drei Rehkitzehaben

einiges durchgemacht. Ihre Mutter

kam vorzehn Tagen bei einemWildunfall

in Speyer ums Leben, als sie

noch mit den Drillingen trächtig war.

Durchden Unfall kam es zu einer

Sturzgeburt, bei der die Jungtiereauf

die Straße geschleudertwurden. Die

Polizei leistete mit Decken und viel

Liebe Erste Hilfe.Jetzt sind die Kitzein

einerWildtierstation, wo sie wachsen

und gedeihen.Wirfreuen uns! (avo.)

Die Frage

nach der Würde

Der tragische Fall eines französischen

Wachkoma-Patienten hat seine Familie

gespalten und beschäftigt das ganze Land

Vincent Lambertweiß nicht,

wie sehr sein Schicksal seit

Jahren Frankreich bewegt

und aufwühlt. Er bekommt

es nicht mit, in welchem Ausmaß die

Menschen das erbitterte Tauziehen

um sein Leben oder seinen Todmitverfolgen,

das zwischen der Justiz

und der Medizin sowie Mitgliedern

seiner Familie geführt wird. Und

dass er in seinem Land zum Inbegriff

für die schwierige Debatte um Sterbehilfe

und um den Umgang mit

Schwerstkranken ohne Aussicht auf

Genesung geworden ist.

Einletzter Liebesbeweis

Seit einem Verkehrsunfall im Jahr

2008, bei dem er schwer am Kopf verletzt

wurde, befindet sich der heute

42-Jährige querschnittsgelähmt im

Wachkoma, ohne auf die Außenwelt

zu reagieren und ohne Hoffnung auf

Besserung seines Zustandes. Eine

Patientenverfügung hat der frühere

Krankenpfleger,der kurzvor seinem

UnfallVater einer kleinen Tochter geworden

war, nicht hinterlassen und

seine Familie ist darüber zerstritten,

ob lebenserhaltende Maßnahmen

beibehalten oder abgeschaltet werden

sollen: Während seine tief religiösen

Eltern, ein Bruder und eine

Schwester für deren Erhalt sind und

ein Absetzen als „Mordaneinem Be-

VonBirgit Holzer,Paris

Wachkoma-Patient Vincent Lambert(r.)und seine Mutter Viviane Lambert. DPA

hinderten“ bezeichneten, setzen

sich seine Frau Rachel, welche als

seinVormund fungiert, sechs weitere

Geschwister und sein Neffe dafür

ein, Lambert„inWürde gehen zu lassen“.

DerKampf dafür sei ihr „letzter

Liebesbeweis für Vincent“, sagte Rachel

Lambertineinem Interview.

Die Gegenseite um seine Eltern

klagte sich allerdings durch diverse

gerichtliche Instanzen, seit er bereits

2013 über 31Tage hinweg nicht mehr

mit Nahrung versorgt worden war.

Die jeweils urteilenden Richter sind

im Laufe der langwierigen Justizgeschichte

zu widersprüchlichen

Schlüssen gekommen, während die

behandelnden Mediziner seit Jahren

überwiegend für ein Abstellen lebensverlängernder

Maßnahmen

plädierten.

Nachdem Ärzte am Montag erneut

Lamberts künstliche Ernährung

eingestellt hatten und sich dabei

auf Entscheidungen des Staatsrates

als oberstem französischen Verwaltungsgericht

sowie der

Europäischen Menschenrechtskonvention

stützten, ordnete ein Berufungsgericht

in Parisnoch am selben

Abend überraschend deren Wiederaufnahme

an. Es berief sich dabei

auf eine entsprechende Forderung

des UN-Ausschusses zum Schutz der

Rechte von Menschen mit Behinderung,

die juristisch allerdings nicht

bindend ist. Endgültig über den Fall

entscheiden solle ein UN-Komitee,

so das Gericht.

Einmischung der Kirche

Etliche Menschen hatten in Parissowie

in Reims,woLambertimUniversitätsklinikum

liegt, für die Fortsetzung

der künstlichen Ernährung des

Patienten demonstriert. Der Anwalt

der Eltern, Jean Paillot, triumphierte

unmittelbar nach der Entscheidung

über einen „außerordentlichen

Sieg“. Lamberts Neffe François Lambert

wiederum kritisierte eine „sehr

politische Entscheidung“ und sogar

„puren Sadismus“. EinFreund Lamberts

hat zu einer Spendenaktion für

dessen Frau Rachel aufgerufen, um

sie bei der Bezahlung ihrer Anwaltskosten

zu unterstützen. Bereits 2014

schrieb die Krankenpflegerin, die ihren

Mann bei der Arbeit kennengelernt

hatte, ein Buch über ihren Weg

mit dem Titel „Vincent: Weil ich ihn

liebe,will ich ihn gehen lassen“.

Inzwischen mischten sich auch

Kirchenvertreter in die Debatte ein.

DerErzbischof vonParis,Michel Aupetit,

ein früherer Arzt, verglich in einer

Stellungnahme Lamberts Fall

mit jenem des Ex-Formel-1-Champions

Michael Schumacher, der bei

einem Skiunfall verunglückt war:

Trotz seiner Hirnschädigungen erhalte

dieser alle notwendige Pflege.

Auch Lamberthabe die Augen offen,

atme selbstständig und sei in einem

stabilen Zustand. „Entweder wir betrachten

Menschen wie funktionelle

Roboter, die ausgeschaltet werden

können, wenn sie zu nichts mehr

nutze sind, oder wir bedenken, dass

das Wesen der Menschlichkeit nicht

auf dem Nutzen eines Lebens beruht,

sondern auf der Qualität der

Beziehungen zwischen den Personen,

die sich lieben“, schrieb Michel

Aupetit.

WeilVincent Lambertinihren Augen

ein Recht auf Leben habe, hatte

dessen MutterViviane Lambertineinem

offenen Brief an Emmanuel

Macron das „Todesurteil“ für ihren

Sohn beklagt und den Präsidenten

um Hilfe angefleht. Es stehe ihm

nicht zu, sich einzumischen und

eine Entscheidung der Ärzte zu widerrufen,

welche im Einklang mit

den französischen Gesetzen stehe,

erwiderte Macron hingegen.

Wie in Deutschland ist aktive

Sterbehilfe in Frankreich verboten,

nicht aber passive Sterbehilfe durch

das Abschalten von Apparaten oder

indirekte Sterbehilfe, bei der starke

Medikamente Schmerzen lindern

und als Nebenwirkung das Sterben

beschleunigen.

Zwei Jungen in Gartenteich

ertrunken

Im niedersächsischen Heerebei

Salzgitter sind zwei vier und sieben

Jahrealte Jungen in einem Gartenteich

ertrunken. Laut Polizei handelte

es sich um Cousins.Zeugen

hatten sie am Dienstagabend im

Wasser treibend entdeckt, alle Wiederbelebungsversuche

scheiterten.

DiePolizei ging voneinem Unglück

aus.Demnach konnten die Jungen

offenbar nicht schwimmen. (dpa)

Boris BeckersPokale

untermHammer

EinWimbledon-Pokal, ein Bambi,

eine alte Socke: Im vergangenen

Sommer konnte BorisBecker die

Zwangsversteigerung noch stoppen,

doch nun soll das britische Auktionshaus

Wyles Hardy&Coen rund

80 Gegenstände aus der Karriereder

Tennislegende versteigern. DieAuktion

findet am 11. Juli statt. (dpa)

Den eigenen Namen zum

Marsschicken

AufderWebsite der US-Raumfahrtbehörde

Nasa kann manVor- und

Nachnamen eintragen und dann eine

Artvirtuellen„Boarding Pass“ für den

roten Planeten erhalten. DieNamen

werden auf einem Mikrochip gespeichert,

der 2020 mit dem nächsten

Mars-Rover starten soll. (dpa)

Wahlwerbung im Briefkasten

führtzuPolizeieinsatz

HarmloseWahlwerbung hat in Rostock

einen Polizeieinsatz ausgelöst:

Zwei Nachbarinnen wunderten sich

über Briefe ohne Adresse und Absender.Darin

konnten die Frauen einen

unbekannten Gegenstand ertasten.

DieBeamten gaben Entwarnung: In

den Briefen befanden sich nurWahlwerbung

und Gummibärchen. (dpa)

SCHAU!

Neuheiten

Workshops

Messeangebote

Berliner

Fotomesse 2019

Diesen Fr. &Sa.

10-18 Uhr im LetteVerein Berlin am Viktoria-LuisePlatz

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE REISEWETTER

Heute pendeln sich die Höchstwertebei 19 bis 21Grad ein. Dazu ist es

wechselnd bewölkt. Gebietsweise scheint die Sonne. Der Wind weht

schwach bis mäßig aus nordwestlichen Richtungen. In der Nacht funkeln

immer wieder die Sterne durch harmlose Wolken. Es werden 11 bis

8Grad gemessen.

Biowetter: Rheumatiker werden oft

von Gelenk- und Gliederschmerzen

geplagt. Muskelverspannungen stehen

ebenfalls meist mit der Witterung

in Zusammenhang. Die Luft 5°/20°

Wittenberge

belastet die Atemwege stark.

Pollenflug: Derzeit fliegen Pollen

von Gräsern inmäßiger bis hoher

Konzentration. Die Belastung durch

Kiefern-, Sauerampfer- und Spitzwegerichpollen

ist schwach bis mäßig.

Gefühlte Temperatur: maximal 20Grad.

Wind: schwach aus Nordwest.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

5°/20° 8°/20°

Luckenwalde

5°/20°

Freitag

Sonnabend

Sonntag

stark bewölkt wolkig bedeckt

11°/22° 9°/16° 9°/17°

Prenzlau

9°/19°

Cottbus

8°/21°

Frankfurt

(Oder)

10°/20°

Hoch Ophelia wandert über uns hinweg und sorgt für Wetterbesserung. Gleichzeitig

rückt von Südwesten ein Schwung wärmerer Luft nach, die sich im Westen

und Südwesten Zentraleuropas bereits mit steigenden Temperaturen bemerkbar

macht. Ein Regenband reicht von Skandinavien über das Baltikum nach Russland

und trennt kühle Luft im Norden von warmer Luft imSüden.

Sylt

7°/19°

Hannover

6°/19°

Köln

9°/22°

Saarbrücken

8°/21°

Konstanz

7°/21°

Hamburg

6°/20°

Erfurt

7°/19°

Frankfurt/Main

9°/24°

Stuttgart

7°/22°

Rostock

9°/17°

Magdeburg

7°/20°

Nürnberg

7°/21°

München

10°/20°

Rügen

7°/18°

Dresden

9°/18°

Deutschland: Heute lösen mitunter

Wolken die Sonne ab. Dabei werden

während des Tages 17 bis 24Grad

erreicht, nachts kühlt es dann auf

11 bis 6Grad ab. Der Wind weht

schwach aus Nordwest. Morgen teilen

sich Sonne und Wolken den Himmel.

Regenschauer bilden sich nur

selten, und die Höchstwerte belaufen

sich auf 18 bis 24Grad. Der

Wind weht nur schwach aus Nordwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 10°-12°

Nordsee: 10°-12°

Mittelmeer: 16°-26°

Ost-Atlantik: 13°-17°

Mondphasen: 26.05. 03.06. 10.06. 17.06.

Sonnenaufgang: 04:59 Uhr Sonnenuntergang: 21:07 Uhr Mondaufgang: 00:41 Uhr Monduntergang: 08:42 Uhr

Lissabon

25°

Las Palmas

24°

Madrid

27°

Reykjavik

14°

Dublin

16°

London

22°

Paris

23°

Bordeaux

24°

Palma

26°

Algier

28°

Nizza

20°

Trondheim

21°

Oslo

16°

Stockholm

23°

Kopenhagen

17°

Berlin

20°

Mailand

26°

Tunis

26°

Rom

22°

Warschau

21°

Wien

18° Budapest

18°

Palermo

25°

Kiruna


Oulu

16°

Dubrovnik

20°

Athen

29°

St. Petersburg

13°

Wilna

23°

Kiew

25°

Odessa

24°

Varna

24°

Istanbul

26°

Iraklio

24°

Archangelsk


Moskau

25°

Ankara

19°

Antalya

31°

Acapulco 33° wolkig

Bali 34° heiter

Bangkok 37° wolkig

Barbados 28° wolkig

Buenos Aires 17° sonnig

Casablanca 23° wolkig

Chicago 24° wolkig

Dakar 28° sonnig

Dubai 36° sonnig

Hongkong 32° heiter

Jerusalem 38° heiter

Johannesburg 23° sonnig

Kairo 43° sonnig

Kapstadt 20° sonnig

Los Angeles 16° wolkig

Manila 37° wolkig

Miami 31° heiter

Nairobi 26° wolkig

Neu Delhi 43° wolkig

New York 25° Regen

Peking 39° sonnig

Perth 22° bewölkt

Phuket 33° wolkig

Rio de Janeiro 32° wolkig

San Francisco 22° heiter

Santo Domingo 30° Gewitter

Seychellen 30° bewölkt

Singapur 32° wolkig

Sydney 24° heiter

Tokio 30° sonnig

Toronto 22° Schauer


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Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019 – S eite 1

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Kulturkalender

DER WOCHENÜBERBLICK VOM 23. BIS 29. MAI 2019

Filmtipps

Kinoprogramm

Literatur

Ausstellungen

Konzerte

Bühne

Seiten 2&3

Seiten 2–6

Seite 6

Seite 7

Seite 7

Seite 8

Ballettelfen, Breakdancer und Lindy Hopper

Beim „Club Oval“ im Podewil treffen sie und andere Tänzer zum Crossover-Dance-Battle aufeinander

Von Michaela Schlagenwerth

IMAGO IMAGES (4)

Als der Verein TanzZeit vor

fünf Jahren im Podewil das

Crossover Dance Battle

„Club Oval“ startete, hatten

die Macherinnen wohl selbst

keine Ahnung, was für eine Erfolgsgeschichte

sie lostreten würden. Der

Verein TanzZeit hat sich gegründet,

um zeitgenössischen Tanzunterricht

in Schulen anzubieten, mit Tänzern

und Choreografen aus der freien

Szene. Das ist inzwischen 15 Jahre

her. Heute gibt es eine eigene Jugendcompany

und mit den „Tanzkomplizen“

endlich auch ein Angebot

mit professionellen Tanzstücken

für ein junges Publikum. Der „Club

Oval“ ist ein echter Renner für die

unterschiedlichsten Tanzszenen.

Für den „Club Oval“ haben die

TanzZeit-Macherinnen das Prinzip

der Battle vom HipHop übernommen.

Aber statt einer geschlossenen

Szene von Insidern treten dort alle

gegen alle an. Tango und Ballett ist

vertreten, Flamenco und Breakdance

genauso wie Contact Improvisation

und andere eher ätherische,

zeitgenössische Tanzdisziplinen. Es

kommen Junge und Ältere, Profis

und Laien zusammen, un es kann

sehr emotional werden. Die Tanzweisen

repräsentieren mitunter

geistige Welten und messen sich

nicht nur einfach so miteinander.

Dank eines ausgeklügelten Battle-

Systems beatmen sie sich vielmehr

gegenseitig. DieZuschauer stimmen

mit den Füßen ab und tanzen zwischendurch,

wenn sie wollen, auch

selbst. Aber im Mittelpunkt stehen

natürlich die eingeladenen Tänzer.

Dasist nicht ohne Risiko.Sie wissen

zum Beispiel nicht, zu welcher

Musik sie ihr Solo tanzen werden.

Denn darüber entscheidet ein DJ,

der sich besondereHerausforderungen

ausdenkt oder einfach den Zufall

entscheiden lässt. Also kann ein Flamenco-Tänzer

zu einem Rap inder

Mitte auf dem ovalen Tanzteppich

stehen und ein Breakdancer zu Mozart.

Die Soli zur vorher unbekannten

Musik sind nur eine Etappe. Ineinem

nächsten Schritt gibt es nicht

nur unkalkulierbare Musik, es werden

Paare aus den verschiedenen

Tanzdisziplinen gebildet, die zusammen

ein kleines Duett improvisieren.

Klassisches Ballett meets Lindy

Hopper oder Tango meets Breakdance.

Alles ist möglich und die Variationen

sind nahezu unendlich.

Durch die Individualität der Tänzer,

die da aufeinandertreffen, entstehen

oft geniale Dinge. Umsie mitzubekommen,

sollte man sich allerdings

früh auf den Wegmachen, denn unter

Zuschauermangel leidet die Veranstaltung

nicht.

ZumJubiläumsjahr hat die künstlerische

Leiterin An Boekman erstmals

Kuratoren eingeladen, die die

einzelnen Veranstaltungen mitkonzipieren.

Der nächste „Club Oval“

findet ausnahmsweise nicht im Podewil,

sondern inKooperation mit

dem Theater an der Parkaue und

dem Choreografen Raphael Hillebrand

im Park vordem Theater statt.

Die Outdoor Edition wird dort das

zehntägige Festival „Parkaue City“

abschließen. Hillebrand, selbst ein

Star der HipHop-Szene,wirdsich dafür

etwas Besonderes ausdenken.

Ebenso wie Niels „Storm“ Robitzky

im Juni und Martin Nachbar im August.

Beim „Club Oval“ sorgen jedes

Mal virtuose Tänzer für regelrechte

Tanzekstasen. Aber trotzdem, und

das ist das Erstaunliche, wird die

Hemmschwelle, sich selbst zu zeigen,

dadurch nicht hochgeschraubt.

Sie ist im Gegenteil eher

gering. Denn die Variation der Stile

macht es auch möglich, einfach

mit dem, was man kann, dabei zu

sein.

Der„Club Oval“ gehört zur Reihe

„Wildes Palais“ des Podewils. Dazu

gehören auch noch andere Veranstaltungen

aus dem Bereich der kulturellen

Bildung. Wieetwa die Poetry

Slams, die zu besuchen sich ebenfalls

lohnen. Aber der Tanz, das steht

außer Frage, ist natürlich der größte

Aufreger.

Club Oval –The Outdoor Edition 29. 5. um

19 Uhr im StadtparkLichtenberg undam6.6.

um 19 Uhr im Podewil, Tickets 4Euro(für

angemeldete Solisten 2Euro)

Element of Crime“ ist ja der Titel

des ersten Kinofilms von Lars

von Trier. Darin geht es mit viel Regen

und Düsterkeit um einen Polizisten,

der im Laufe seiner Aufklärungsarbeit

zu dem Mörder wird,

den er eigentlich sucht. Der1984 gedrehte

Film kam 1985 ins deutsche

Kino,und im gleichen Jahr gründete

der gebürtige Bremer Sven Regener,

VonPetraKohse

ein abgebrochener Student der Musikwissenschaft,

der Gitarre, Trompete

und bald auch Klavier spielte, „Lieblingsfarben und Tiere“ textlich

nach verschiedenen Erfahrungen eine eher unböse Niedlichkeit und

mit anderen Bands in Berlin seine eigene

musikalisch eine Art Lagerfeuerstimmung

unter diesem Namen.

Nach vier ersten, wenig erfolgreichen

englischsprachigen Alben sattelte

Regener als Songschreiber 1991

aufs Deutsche um und traf mit „Damals

eingeschlichen, die sich

in der neuesten Platte,„VonSchafen,

Monsternund Mäusen“ (2018), noch

verstärkt und sogar in Richtung Bierzelt

bewegt hat. Aber es gibt auch ge-

hinterm Mond“ sofort und nug vom bisher Gleichen, so dass

ziemlich genau nicht nur ins Herz

des Kreuzberger Lebensgefühls,sondernauch

in das des Ostberliner Publikums.

Und hat sich da seither auf

man die Augen der Liebe noch nicht

schamvoll niederschlagen muss.

Tatsächlich wäreesauch gar nicht

angemessen, wenn Regener das notorische

seine selbstironisch-defätistische,

Losertum ungebrochen

punkig-abgehangene, poetisch-originelle,musikalisch

weiter performte: Als Schriftsteller

verlässliche und und Drehbuchautor („Herr Leh-

großräumig anschlussfähige Weise

auch gehalten. Zwar hat sich schon

mann“, „Neue Vahr Süd“) ist er inzwischen

ebenso renommiertwie als

mit dem vorletzten Studioalbum, Musikautor. Das Herumlungern vor Jakob Ilja, Richard Pappik, Sven Regener und David Young UNIVERSAL/CHARLOTTE GOLTERMANN

Immer noch genug vom Gleichen

Wieder ist die Liebe meist vorbei und ist man „von Idioten eingeklemmt“: Element of Crime

beenden ihre „Schafe, Monster und Mäuse“-Tour mit drei Konzerten im Tempodrom

Getränke-Hoffmann in Delmenhorst

und die Tage im versifften Bademantel

hinter neurotisch verrammelten

Türen mag er nicht vergessen

haben. Den roten Teppich aber

kennt er inzwischen auch.

Dieaktuelle„Schafe,Monster und

Mäuse“-Tour führt seit Ende April

durch den deutschsprachigen Raum

undendet diese Wochemit drei Auftritten

im Tempodrom. Wieder ist

hier die Liebe meist vorbei, werden

Träume nicht erfüllt, geht es vonder

Käsetheke aus direkt zumWeltuntergang,

ist man „von Idioten eingeklemmt“,

reimt sich „Tüte“ auf

„sprühte“ und hat es ein Wort wie

„Fußwaschbecken“ in den Text geschafft.

Der Sound E-Gitarrengetrieben,

mal blechern angerockt und

dazu Bläser, dann weich balladesk

und dazu Streicher (die diesmal verstärkt

im Einsatz sind); immerzu

sieht man sich –siehe oben –mit dieser

Musik aufs angenehmste bei Regen

unterwegs, durch verschmierte

Fenster in die Ferne guckend oder

ziellos im Gewitter, als einziger mit

Zeit und ohne Regenschirm.

In anderen Stücken wird zum

kontrapunktischen Refrain „Da ist

immer noch Liebe in mir“ indessen

ungerührt geschunkelt, „Karin, Karin“

klingt wie ein Kinderlied und in

„Die Party am Schlesischen Tor“

singt ein gemischter Chor „Bist du

dabei oder willst du nur noch nach

Haus?Weißt du wohin oder gehst du

nur geradeaus?“ Grips-Theater

meets Kirchentag mit einem Sterni

in der Hand. Doch warum eigentlich

nicht? Fühlt euch frei, wir sind es

auch, rufen Element of Crime, und

Regeners wieder etwas rauer, langsamer

und gutmütiger gewordene

Stimme erinnert einen daran, dass

man selbst ja auch nicht jünger wird.

ElementofCrime 23.–25.5., 20 Uhr,

Tempodrom, Möckernstr.10


2 Berliner Zeitung · N ummer 118 · D onnerstag, 23. Mai 2019

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Film/Kinoprogramm

DVD-TIPP

Barbaren

unter sich

Blonde Dauerwelle:

Kirk Douglas

in „Die Wikinger“

VonRalf Schenk

Dem US-Regisseur Richard Fleischer

(1916–2006) verdankt die

Filmgeschichte so unterschiedliche

Werke wie das Jules-Verne-Abenteuer

„20 000 Meilen unter dem

Meer“ (1954), das Biopic „Che!“

(1969) und den futuristischen Thriller

„Soylent Green“ (1973). Mit dem

Schauspieler Kirk Douglas, der sich

hier nebenbei als Produzent betätigte,inszenierte

Fleischer 1958 auch

„Die Wikinger“, einen „teutonischen

Totentanz in Cartoon“, wie ein Kritiker

zur Premiereformulierte.

Nie sah man die norwegischen

Fjorde schöner. Wenn die fabrikneu

restaurierte Wikinger-Flotte in die

Heimat einläuft, leuchtet der Himmel

stets blau. DasOrchester greift Motive

aus Griegs Peer-Gynt-Musik auf, ein

riesiges Horn lässt die Melodie über

Berge und Täler schallen. Währenddessen

schütten die Wikinger literweise

Met inihre gewaltigen Mäuler

und begrapschen Frauen. –Die Engländer,ihreErzfeinde,sind

nicht besser:

Umdie Macht zu erhalten, wird

intrigiert und gemordet. Wer nicht

pariert, fliegt in dieWolfsgrube.

Männerkult in Cinemascope, einschließlich

häufiger Stoßgebete zum

Gott Odin. Kirk Douglas, dessen linkes

Auge durch einen Falken ausgehämmert

wird, trägt blonde Dauerwelle.

Sein Rivale Tony Curtis, halb

Engländer, halb Wikinger, raubt dessen

unfreiwillige Braut. Als sie auf der

Flucht nicht mitrudert, weil ihr Mieder

zu eng ist, reißt er ihr das Kleid

auf, ohne lang zu fackeln. Dasprächtige

Mediabook,

mit digitaler Abtastung,

enthält

viele Hintergrundinformationen.

DieWikinger

USA1958,ab

21,99 Euro

Ein pubertärer Fiebertraum

Zwischen Angst und Neugier: Bertrand Mandicos symbolisch aufgeladener Film „The Wild Boys“

VonFrédéric Jaeger

Das weiße Segel ist behaart.

Ein Satz, der auch

dann nicht sofort Sinn

macht, wenn man die

Geschichte kennt. „The Wild Boys“

schickt die titelgebenden Jungs auf

eine Bootsreise mit einem herrschsüchtigen

Kapitän –der den Auftrag

hat, sie zu zähmen. Als er das Segel

hisst, weist er noch extra darauf hin,

dass dem hellen, gespannten Stoff

schwarze Haare zuwachsen scheinen.

MitZeichen wie diesem ist Bertrand

Mandicos Universum übersät.

Erst wenn man auf die Meta-

Ebene wechselt, fügen sich die Puzzleteile

langsam zusammen. Pubertierende,

noch ziemlich milchgesichtige

Jungs (sämtlich von Frauen

gespielt) sollen auf ein zivilisiertes

Leben vorbereitet werden, nachdem

sie sich an ihrer Lehrerin vergangen

haben. Nicht abgehärtet, sondernzu

fügsamen, sensiblen Mitgliedernder

Gesellschaft sollen sie durch eine gefährliche

Reise zu unbekannten

Uferngemacht werden.

Diesymbolisch aufgeladene Welt

um sie herum könnte dabei genauso

hinderlich sein, wie hilfreich.

Siewirkt nicht selten wie ein pubertärer

Fiebertraum: Erwachsenwerden

als bizarre, unkontrollierbare

Transformation des Umfelds. Von

überall her prasseln die Hinweise

ein, dass Körper sich verändernund

Sexallgegenwärtig ist.

Der französische Regisseur Bertrand

Mandico hat nach etlichen Auftragsarbeiten

seinen ersten Langspielfilm

„The Wild Boys“ mit Mitte

vierzig inszeniert. An jugendlicher

Faszination für Abenteuerwelten

mangelt es ihm dabei nicht. Überhaupt

ist Mandico einer der eigenwilligsten

Filmemacher seiner Generation.

Stilistisch verbindet er Analogfilmfetisch

–erhat auf 16mm gedreht,

sowohl Schwarz-Weiß als

auch in Farbe –mit einem unbedingten

Willen zum mechanisch und

händisch hergestellten Spezialeffekt.

Die kindliche Verspieltheit, die

sich in allen formalen Mitteln offenbart,

trifft von Beginn an auf

stark erotisierte Motive und ins

Bild gesetzte sexuelle Gelüste. Penisse

oder auch Penis-Prothesen,

Gespielt werden die wilden Jungs ausschließlich von Frauen. BILDSTÖRUNG (3)

Merkwürdig fleischige Pflanzen auf einer nicht ganz so einsamen Insel

Romuald (Pauline Lorillard, l.) und Sloan (Mathilde Warnier)

denn um Naturalismus geht es

hier nie, spielen eine recht imposante

Rolle. Doch viel eindrücklicher

als der direkte Fokus auf das

männliche Geschlechtsorgan

beim Pinkeln, Onanieren und sogar

dem Verlust des Glieds, sind

metaphorisch eingesetzte phallische

Objekte.

Spätestens wenn der Kapitän und

die jungen Männer auf einer geheimnisvollen

Insel landen, findet

„The Wild Boys“ zu einer berückenden

Mischung aus traumwandlerischer

Ekstase und Coming-of-Age-

Drama. Zusammen mit seinen Protagonisten,

die sich im Lauf der Zeit

immer mehr mit ihrem Geschlecht

und dessen Infragestellung beschäftigen

müssen, stürzt sich der Film

auf die fantastische Natur. Plötzlich

hat der Kapitän einen weiblich geformten

Busen und auch andere

Dinge scheinen auf der Insel aus den

Fugen zu geraten.

Zwischen latenter Angst und sich

sanft durchsetzender Neugier finden

die ersten Erkundungen der Insel

statt, die sich rasch als eine ArtSchlaraffenland

entpuppt. Die androgynen

Körper taumeln durch das

dschungelartige Gelände, wenn sie

sich nicht gerade auf merkwürdige

Pflanzen stürzen, um sich vonihnen

befriedigen zu lassen.

Mandico setzt alles daran, Bilder

zu finden, um das Krude einzufügen

in das Lyrische. Filmisch heißt das

vorallem, dass„TheWild Boys“ ständigen

Überschuss produziert, der

zwar durch die Geschichte durchaus

in gewisse Bahnen gelenkt wird, sich

darin aber nicht erschöpft. In der

zweiten Hälfte des Films wird auch

eine Frau eine größereRolle spielen.

Einmal echauffiert sich die Einwohnerin

der Insel darüber, dass einer

der Jungen auch auf Nachfrage in ihr

nur eine Frau sehen will. Brüskiert

entgegnet sie ihm: Kannst du über

die Oberfläche nicht hinaus sehen?

In diesem Satz steckt so etwas wie

das Mantra von Mandico, der es

liebt, die Oberflächen seines Films

schillernd zu gestalten.

TheWildBoys Frankreich 2017. Regie:Bertrand

Mandico.Darsteller:Pauline Lorillard,Vimala

Pons, Diane Rouxel u.a., 110 Minuten, Schwarz-

Weiß und Farbe. FSK: ab 16 Jahre

NEU IM KINO

EDIE -FÜR TRÄUME IST ES NIE ZU

SPÄT Großbritannien 2017. Regie:

Simon Hunter. Edie soll nach dem

Willen ihrer Tochter in ein Altersheim

ziehen. Aber die 83-Jährige

denkt gar nicht daran. Nachdem sie

sich ihr Leben lang immer um anderegekümmerthat,

will sie endlich

etwas für sich tun und einen Traum

erfüllen, nämlich den Berg Suilven in

den schottischen Highlands zu besteigen.

Mitdem jungen Jonny findet

sie einen Führer,der sie begleitet. Simon

Hunter erzählt in seinem gefühlvollen

Drama die Geschichte einer

ungewöhnlichen Freundschaft

voratemberaubender Naturkulisse.

JONATHAN USA 2018. Regie: Bill Oliver.

Jon und Jonathan (Ansel Elgort

in einer Doppelrolle) sind zwar Brüder,

könnten unterschiedlicher aber

nicht sein.