AUTOINSIDE Ausgabe 6 – Juni 2019

autoinside
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AUSGABE 6 JUNI 2019

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

AUTO

INSIDE

Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

«Zusammen stark»

Umsatzrekord: ESA reitet auf

der Erfolgswelle

Seiten 38 41

Kulturwandel

Hostettler Group: Der

Familienbetrieb wandelt sich

zum Konzern.

Seiten 28 30

Antriebe

Empa-Antriebsforscher

Christian Bach blickt für die

Garagisten in die Zukunft.

Seiten 48 51

World Skills

Damian Schmid holt sich

bei einem Weltmeister den

letzten Schliff für Kazan.

Seiten 56 57


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Kulturwandel

Hostettler Group: Der

Familienbetrieb wandelt sich

zum Konzern.

Seiten 28 30

Antriebe

Empa-Antriebsforscher

Christian Bach blickt für die

Garagisten in die Zukunft.

Seiten 48 51

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

World Skills

Damian Schmid holt sich

bei einem Weltmeister den

letzten Schliff für Kazan.

Seiten 56 57

INHALT

Juni 2019

5 Editorial

6 Kurz notiert

Betriebswirtschaft

8 Zu Besuch bei der Langenloh

Automobile Flückiger AG

14 Darum lohnt sich eine

Garantieversicherung

18 Das neue Waschportal des Porsche

Zentrums Zürich

20 Die Ermittlung des Restwerts war

noch nie so einfach

22 Richtige Software hilft Garagisten

24 Der neue Figas-Branchenspiegel

Handel & Aftersales

38 Alles rund um die GV der ESA

40 Markus Hutter und Giorgio

Feitknecht im Gespräch

Politik und Recht

42 FDP-Präsidentin Petra Gössi sagt,

weshalb man ihre Partei wählen soll

44 Neues Gutachten hilft Garagisten

46 Zweiter Anlauf für Abgasprüfung

Technik & Umwelt

48 Christian Bach von der Empa gibt

Tipps bezüglich Antriebe

52 Urner Garagisten sind fleissige

AEC-Anbieter

Bildung

54 Fahrzeugrestauratoren erhalten

Diplom

56 Damian Schmid vor den World Skills

58 Betriebswirte gesucht

60 Jetzt Fotos einsenden

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28 Hostettler Group: Vom

Familienbetrieb zum Konzern

32 Wo Garagisten einen Mehrwert

für neue Kunden finden

34 Darum hat Autoscout24 eine

Bewertungsfunktion

36 So reagiert man auf Reklamationen

61 Dank Schule zum einzigartigen Töff

62 AGVS Business Academy

64 Regionale Weiterbildungskurse

AUSGABE 6 JUNI 2019

AUTO

INSIDE

Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

Verband & Sektionen

66 Jubiläum für Pierre Daniel Senn …

68 … und René Degen

70 Rocket Air in Thun

72 GV der Sektion Aargau

73 GV der Sektion Berner Oberland

«Zusammen stark»

Umsatzrekord: ESA reitet auf

der Erfolgswelle

Seiten 38 41

AUTOINSIDE | Juni 2019

Titelseite:

Markus Hutter und

Giorgio Feitknecht

an der ESA-GV.

(Bild abi)

Produkte & Dienstleistungen

74 Carbesa-Hausmesse in Moudon

76 Garagenwelt

78 Grafik des Monats,

Vorschau & Impressum

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EDITORIAL

Politik findet auch im Kleinen statt

Liebe Leserin, lieber Leser

Am 20. Oktober, also in etwas mehr als

vier Monaten, wird das eidgenössische

Parlament neu bestellt. Aktuell liegen

die Mehrheiten sowohl im Ständerat

wie auch im Nationalrat bei den

bürgerlichen Parlamentarierinnen und

Parlamentariern. Bei den kürzlich ausgetragenen

kantonalen Wahlgängen

gewannen Grüne und Grünliberale

erhebliche Stimmenanteile dazu.

Dies zeigt deutlich, dass für die bürgerlichen

Parteien eine politische Schlechtwetterfront

aufzieht. Bei den nationalen

Wahlen im Herbst geht es darum, diesen

Trend zu stoppen. Dazu braucht es das

Engagement von jedem von uns. Der

AGVS wird sich zusammen mit den

Partnerorganisationen Schweizerischer

Gewerbeverband, Astag, Auto-Schweiz

und unter Einbezug der AGVS-Sektionen

sowie der AGVS-Medien im Wahlkampf

stark engagieren.

Mit der Botschaft «Bei den Bürgerlichen

bist du in Verkehrs- und Gewerbethemen

gut aufgehoben» wollen wir

Kandidatinnen und Kandidaten unterstützen,

die sich für die Auto- und

Transportbranche sowie für möglichst

optimale wirtschaftliche Rahmenbedingungen

einsetzen. Im Vordergrund

stehen die Gleichbehandlung

des privaten und des öffentlichen

Verkehrs, der rasche Ausbau der

Strasseninfrastruktur und damit die

Engpassbeseitigung auf dem National-

«Wer nicht Politik macht, mit

dem wird Politik gemacht.

Und dies wohl nicht immer in

seinem Interesse.»

strassennetz. Dazu kommen eine

vernünftige und vor allem finanziell

tragbare Um welt politik unter Einbezug

aller Fahrzeugantriebsarten,

keine unnötigen und kostentreibenden

Regulierungen mit übertriebenem

ökologischen Aktionismus, die Aufrechterhaltung

der Bildungsquoten im

Gewerbe sowie die nachhaltige Sicherstellung

der Altersvorsorge.

In den nächsten vier Monaten geht es

also darum, dass sich jede und jeder

einzelne, der mit der Auto- und Transportbranche

verbunden ist, im Wahlkampf

für unsere Kandidatinnen und

Kandidaten engagiert.

Dazu gibt es zahllose Möglichkeiten.

Politik findet auch im Kleinen statt:

im Sportverein, am Stammtisch, bei

Freunden und Bekannten, in der Arbeitspause,

beim gemeinsamen Picknick etc.

Das Interesse der AGVS-Mitglieder wird

ohne Zweifel besser wahrgenommen,

wenn es gelingt, die bürgerliche Mehrheit

im Parlament zu erhalten. Wobei

ich nicht ausschliesse, dass sich auch

einzelne Politiker aus dem links-grünen

Spektrum für unternehmerische Anliegen

und eine sinnvolle Umweltpolitik

aussprechen. So oder so müssen wir

uns eines bewusst sein: Wer nicht Politik

macht, mit dem wird Politik gemacht.

Und dies wohl nicht immer in seinem

Interesse. So funktioniert die Demokratie.

Für Ihr Interesse an einer unternehmerfreundlichen

und ökologisch sinnvollen

Politik danke ich Ihnen genauso wie

für die Unterstützung der bürgerlichen

Kräfte bei den eidgenössischen Wahlen.

Ich wünsche Ihnen gute Geschäfte und

beste Gesundheit.

Urs Wernli

Zentralpräsident

Alles für Sicherheit und

Schutz.

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KURZ NOTIERT

Peter Schmid wird E-Mobilitätsexperte

bei Audi

Nach fast zweieinhalb

Jahren als Brand Director Volkswagen

hat Peter Schmid die

Marke auf Ende April 2019 verlassen,

um eine neue Herausforderung

innerhalb der Amag

anzunehmen. Peter Schmid wird

neuer E-Mobilitätsexperte der

Marke Audi. Am 1. Mai 2019

übernahm er in dieser Funktion

Peter Schmid ist neu bei Audi.

die Geschäftsführung des Audi

E-Tron Experience Center am

Utoquai in Zürich.

In eigener Sache: Verstärkung

für das AGVS-Medien-Team

Tina Bickel.

Das Team der AGVS-Medien

hat seit dem 1. Mai zwei neue

Mitglieder. Jürg A. Stettler

war mehr als 15 Jahren für die

Bärtschi Media AG tätig

zuletzt als stellvertretender

Geschäftsführer und verantwortete

in dieser Funktion

massgeblich die Auto-Berichterstattung

der Ringier-Produkte

Blick, Sonntags-Blick und

Schweizer Illustrierte. Seit 2.

Mai ist er als Leitender Redaktor

Mobilität für die Print- und

Online-Produkte der AGVS-

Medien zuständig und verstärkt

das Redaktionsteam mit Sandro

Compagno, André Bissegger

und Sascha Rhyner. Tina Bickel

organisiert als neue Leiterin

des Verlagsinnendiensts das

Backoffice für den Bereich

Vermarktung und hilft mit,

dass die AGVS-Medien auch

kommerziell erfolgreich sind.

Neues Info-Portal zur CNG-

Mobilität

CNG-Fahrzeuge können für

Kunden, die nach einer umweltfreundlichen

Antriebslösung

suchen, eine spannende

Alternative sein. Das neue

Portal cng-mobility.ch will

bestehende Wissensdefizite

über CNG als Treibstoff abbauen.

Es bietet dem Garagisten,

aber auch interessierten

Kunden eine Fülle an Hintergrundinformationen

genauso

wie einen Überblick über die

aktuelle CNG-Fahrzeugpalette.

cng-mobility.ch ist ein Gemeinschaftsprojekt

der Regionalgesellschaften

der Schweizer

Gasbranche. Ökologisch bewegt

sich ein CNG-Fahrzeug, das mit

Biogas fährt, auf Augenhöhe mit

einem Elektrofahrzeug, das mit erneuerbarem

Strom geladen wird.

Kathrin Kaltenbrunner wird

PR-Managerin Audi

Kathrin Kaltenbrunner.

Kathrin Kaltenbrunner trat

am 1. Mai 2019 die Nachfolge

von Katja Cramer als PR-

Managerin Audi in der Schweiz

an. Die 31-jährige Österreicherin

verfügt über einen Magister-

Abschluss in Publizistik und

Kommunikationswissenschaften

und spricht neben

Englisch auch Italienisch,

Spanisch und Französisch.

Nach verschiedenen Tätigkeiten

in Wien war sie zuletzt

drei Jahre bei FCA Switzerland

als Assistentin des Managing

Directors tätig. Kathrin Kaltenbrunner

konnte in dieser

Funktion bereits Erfahrungen

im Kommunikations- und

Medienbereich sammeln.

Iljas Kasami verstärkt das

Sikkens-Team

Das Sikkens-Team in der

Schweiz bekommt Zuwachs in

der Anwendungstechnik: Iljas

Kasami kümmert sich künftig

um Kunden in der Deutschschweiz.

Der 23-Jährige ist seit

2011 im Lackierhandwerk tätig

und freut sich auf die neue Aufgabe

und die unmittelbare Nähe

zum Kunden. Dank mehrjähriger

Tätigkeit in renommierten

Betrieben konnte der gelernte

Carrosserie-Lackierer sich

umfangreiches Know-how

aneignen, mit dem er schnell

Verantwortung als Leiter

Lackierung übernahm.

Jürg A. Stettler.

Gegen Wissensdefizite: Das neue CNG-Portal.

Iljas Kasami.

Das partnerschaftliche

Garagenkonzept Ihrer ESA


KURZ NOTIERT

Renault «Dealer of the Year» (von links nach rechts): Claude Gregorini, Country

Operations Director Renault Suisse SA; Didier Goyens, Generaldirektor RRG

Suisse SA; Benoit Treilhou, Geschäftsführer RRG Zürich; Zakaria Zeghari,

Sales & Network Director Europe Groupe Renault; Gabriel Galliker, CEO Garage

Galliker Gruppe; Yves Dubacher, Vertriebsdirektor Renault und Dacia Garage

Galliker Gruppe; Olivier Wittmann, Managing Director Renault Suisse SA.

Vertreter der Piaggio Group und der Ofrag Vertriebsgesellschaft (von links

nach rechts): Massimiliano Gerbi, Piaggio, Marco Borghesi, OFRAG, Maurizio

Carletti, Piaggio, Thomas Frey, Ofrag, Sergio Mosca, Piaggio, Stefano Fondelli,

Piaggio, Moreno Stiz, Ofrag, Domenico Danieli, Ofrag, Richard Schmidlin, Store

Manager «Ofrag Retail».

Schweizer Renault-Händler

sind spitze

Die Renault Gruppe zeichnete

die Besten der Besten aus

dem globalen Händlernetz aus.

93 Händler aus 36 Ländern

konnten im April in Paris die

Auszeichnung als «Dealer of

the Year 2018» aus den Händen

von Olivier Murguet, Executive

Vice President Sales & Regions

der Renault Gruppe, entgegennehmen.

Mit der Garage

Galliker AG ehrt Renault eine

Garagen-Gruppe, die den Spagat

zwischen den traditionellen

Werten eines Familienbetriebs

und den Ansprüchen an eine

moderne Garagengruppe

schafft. RRG Suisse SA (Zürich)

wiederum, als hundertprozentige

Tochtergesellschaft der Renault

Gruppe, verschafft dem Unternehmen

den direkten Kontakt zu

den Endkunden und zum Markt.

Audi Twin Cup ihre Beratungskompetenz

und ihr technisches

Wissen unter Beweis gestellt.

Am besten konnte

dies die Garage Gautschi AG

umsetzen und holt sich den

Titel «Schweizer Meister im

Audi Twin Cup». Damit qualifiziert

sich dieses Team für die

Weltmeisterschaft, die 2019

in Deutschland stattfinden

wird. Die Central-Garage

H. Böckmann AG kam auf

Platz zwei, gefolgt von Auto

Inderbitzin AG auf Platz drei.

Die Einzelwertung im Bereich

Technik gewann das Audi Team

der Amag Schinznach-Bad.

Im Bereich Service konnte die

Garage Heinz Stern AG die

Wertung für sich entscheiden.

Schweizer Première: Eröffnung

Motoplex-Store

Motoplex das ist die Welt

der Piaggio Group-Marken

Piaggio, Vespa, Aprilia und

Moto Guzzi. Weltweit stehen

Motoplex Stores an so

prominenten Standorten wie

Bangkok, Buenos Aires, Peking,

Sydney, Wien, Mailand und

Paris. Der erste Motoplex Store

der Schweiz wurde Anfang Mai

beim Schweizer Importeur der

Piaggio-Marken, der Ofrag Vertriebsgesellschaft,

in Lupfig eröffnet.

Im neuen Motoplex Store

eröffnet sich dem Besucher eine

eigentliche Erlebniswelt. Von

der legendären Kultvespa zum

City-chic von Piaggio über die

epischen Moto Guzzi-Abenteuer

bis zum Adrenalin der Aprilia-

Superbikes.

Forderung nach vernünftigem

Mass für CO 2

-Regulierung

Im Rahmen der Generalversammlung

von Auto-Schweiz

hat Präsident François Launaz

die Politik im Bezug auf die

künftige CO 2

-Gesetzgebung für

neue Fahrzeuge zur Vernunft

gemahnt. Die Unterstützung

eines Referendums zum neuen

CO 2

-Gesetz ab 2021 durch Auto-

Schweiz sei nicht mehr ausgeschlossen,

wenn darin schier

unerreichbare Ziele vorgegeben

würden.

Garage Gautschi AG gewinnt

Schweizer Meisterschaft

Die besten Technik- und

Serviceteams der Audi-

Partnerbetriebe haben bei der

Schweizer Meisterschaft des

Gewinner des Audi Twin Cup (von links nach rechts): Simona Candrian

(Coordinator Aftersales Marketing Audi), Viktor Boljancu, Samidin Elshani,

Hervé Pedrosa, Matthias Lack, Marco Borer (alle Garage Gautschi AG), Philipp

Lüchinger (Head of Aftersales Audi).

François Launaz.

Die Marke Ihrer Wahl


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Langenloh Automobile Flückiger AG

«Viel mehr als scheitern

können wir nicht!»

Nathalie (33) und ihr Bruder Michael Flückiger (32) haben vor vier Jahren begonnen, die Geschicke und

Verantwortung in ihrem Familienbetrieb in Rüfenacht BE zu übernehmen. Der Generationenwechsel war

nicht einfach, aber bringt viel frischen Wind in den Garagenbetrieb. Jürg A. Stettler

Das «Blaue Bähnli» aus dem legendären Schweizer Sketch «Dr

schnällscht Wäg nach Worb» von Ernst Mischler hält zwar gleich

vor der Langenloh Automobile Flückiger AG in Rüfenacht, doch die

meisten Kunden kommen logischerweise mit dem Auto zur Mitsubishi-Vertretung.

Der kleine, bereits 1925 gegründete Familienbetrieb

wird nach einem Generationenwechsel von den Geschwistern

Michael und Nathalie Flückiger geführt. Ihr Onkel Bruno Flückiger (63)

agiert als Technischer Leiter und kümmert sich in Gümligen, dem zweiten

Standort der Langenloh Flückiger Automobile AG, vor allem um

Oldtimer. Was hat die beiden Jungunternehmer bewogen, den Familienbetrieb

in einer für Garagisten nicht einfachen Zeit zu übernehmen?

«Wir sind damit aufgewachsen», erklärt Michael Flückiger (32) schlicht.

Und seine Schwester Nathalie (33) doppelt nach: «Das ist eine Familientradition.

Wir sind nun die vierte Generation, die diesen Betrieb führt.»

8

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Das Team der Langenloh Automobile Flückiger AG mit Alban Gjyrevic (24),

Giuliano Giorgevic (21) sowie Bruno (63), Michael (32) und Nathalie Flückiger

(33) nicht auf dem Bild der Auszubildende Hannes Häberli (27).

Vor allem im Frühling und Herbst ist in der Werkstatt des 1925 gegründeten und

nun in vierter Generation geführten Familienbetriebs sehr viel los.

Bruno Flückiger (63) hat während seiner jahrelangen, äusserst erfolgreichen

Tätigkeit im Rennsport viele Erinnerungsstücke gesammelt.

Zudem habe es sich bis zu einem gewissen Grad so ergeben, nachdem

ihr Bruder die Lehre als Mechatroniker absolviert und sie das KV gemacht

habe. «Wir versuchen es, viel mehr als scheitern können wir

nicht», verrät der 32-jährige Geschäftsführer zuversichtlich.

Den Grundstein für die Langenloh Automobile Flückiger AG

setzte einst Urgrossvater Adolf Flückiger 1925. Er bewies in der

Zwischenkriegszeit viel Mut und Unternehmergeist und gründete

die erste Autogarage in Gümligen BE. Neben dem Werkstattbetrieb

ergänzte er sein Angebot bald um eine Transportabteilung.

Mit zwei Lastwagen lieferten die Mitarbeiter Güter und Lebensmittel

u.a. für die Migros in die Region. Und um das steigende Mobilitätsbedürfnis

in Gümligen zu decken, kam nach dem zweiten

Fortsetzung Seite 10

AUTOINSIDE | Juni 20199


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Michael Flückiger, der gerne im Verkauf tätig ist, vor einem

Mitsubishi Eclipse Cross, dem aktuellen Bestseller der

Mitsubishi-Vertretung in Rüfenacht.

Nathalie Flückiger kümmert sich primär um

Finanzen, HR und Termine und schätzt vor allem

die Vielfalt an ihrem Job.

Bruno Flückiger überprüft die Daten des Plugin-Hybridantriebes

eines Mitsubishi Outlanders,

bevor dieser an den Kunden zurück geht.

Weltkrieg ein achtplätziges Chevrolet-Taxi zur Firmenflotte dazu. 1951

übernahm dann Sohn Hans Flückiger den Betrieb. Er fokussierte sich

nach schwierigen Jahren voll auf den Garagenbetrieb und gab den

Taxi- und Transportsektor daher wieder auf. 1972 wurde er offizieller

Gebietsvertreter der russischen Marke Lada, deren robuste

und zuverlässige Allzweckfahrzeuge den Berner Garagisten überzeugt

hatten. 1976 trat mit Beat Flückiger die dritte Familiengeneration in den

elterlichen Betrieb ein. Mit der Übernahme der Mitsubishi-Vertretung

1990 setzen Vater und Sohn Flückiger einen weiteren Meilenstein

in der Firmengeschichte. Nach einer umfassenden Rennovation samt

Ausbau mit eigenem Bremsprüfstand, Abgasabsauge- und Abwasserreinigungsanlage

sowie Tankstelle 1988 begann zwei Jahre später auch

Beats Bruder Bruno, ein gelernter Automechaniker, für die Automobile

Flückiger AG zu arbeiten.

Passion für den Rennsport

Bruno Flückiger brachte viel Erfahrung aus dem Motorsport mit.

Denn 1978 war er als lediglich 22-Jähriger über ein simples Zeitungsinserat

heute kaum zu glauben zu einem Engagement als Rennmechaniker

fürs Formel-2-Team des Deutschen Manfred Cassani gekommen.

Bruno Flückiger hatte ein Gespür für schnelle Boliden und der von ihm

betreute BMW M1 mit F1-Pilot Hans-Joachim Stuck am Steuer gewann

1979 die legendäre Procar-Serie. In den 1980er-Jahren betreute er fürs

deutsch-englische Team ATS die F1-Wagen von Jan Lammers und Marc

Surer. Mit dem Schweizer F1-Pilot wechselte er weiter zu Ensign und

Theodore, wo er zum Chefmechaniker aufstieg. Es folgten erfolgreiche

Stationen bei Brun Motorsport, wo sich der vom Berner Chefmechaniker

betreute Porsche 956 sogar vor allen Werksteams! den WM-Titel sicherte.

Ein absolutes Highlight in der Karriere Flückigers. 1989 folgte mit

dem Sieg des von ihm als Fahrzeugingenieur betreuten Sauber Mercedes

C9 am legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans ein weiteres.

F1-Stars gratulieren zum Jubiläum

Um das enorme Fachwissen aus dem Motorsport weiter zu nutzen,

gründeten die beiden Brüder 1998 den Tuninganbieter BF-Sporting.

Und zum 75-Jahre-Jubiläum der damaligen Tannacker-Garage Flückiger

+ Co gabs zur Jahrtausendwende auch diverse Glückwünsche aus dem

Motorsport. Rennfahrer Mike Thackwell, der über lange Zeit jüngste

F1-Pilot, gratulierte genauso wie McLaren-Teamchef Ron Dennis und

die F1-Cracks Mika Häkkinen und David Coulthard. 2006 übernahm

die Familie Flückiger die Garage Schmid in Rüfenacht und gründete die

heutige Langenloh Automobile Flückiger AG mit Filialen in Rüfenacht

und Gümligen. Und im Dezember 2010 durfte der kleine Familienbetrieb

gar schweizweit das erste Elektroauto der Neuzeit an den Berner

Energie- und Infrastrukturdienstleister BKW ausliefern, einen Mitsubishi

MiEV. Bruno Flückiger erinnert sich: «Wir waren der erste Betrieb der

Schweiz, der neben der Frey Gruppe autorisiert und zertifiziert war, Elektroautos

und Hybride zu verkaufen. Diese Auslieferung war sicherlich ein

Meilenstein in unserer Garagengeschichte.»

Der 63-Jähriger sieht in der Elektromobilität gleichzeitig eine gewaltige

Herausforderung fürs Garagengewerbe. «Der Elektrohype wird

für Kleinbetriebe wie unseren für die längerfristige Zukunft zu einem

Problem», ist er sich sicher. «Wir werden nie die Anzahl an Neuwagen

verkaufen können, um die Ausfälle in der Werkstatt zu decken.»

Mit dem Ersetzen von Bremsen habe ein Garagist früher viel Umsatz

gemacht, doch Elektroautos hätten lediglich noch einen Viertel des

bisherigen Verschleisses. Auch der Ölwechsel als gutes Geschäft fehle

oder werde immer weniger. Bei diesen Entwicklungen müsse man

schon aufpassen und weitsichtig sein. Eine spannende Aufgabe für die

vierte Generation der Familie.

Die Vorteile einer Kleingarage

Michael Flückiger, Geschäftsführer und zuständig für den Verkauf,

erklärt: «Uns ist durchaus bewusst, dass wir auch scheitern könnten.

Nur: Im Autogewerbe weiss im Moment keiner, in welche Richtung in

den nächsten zehn Jahren die Reise geht. Das fängt bei den verschiedenen

Antriebstechnologien an. Dadurch weiss man auch nicht, was

man als Garagist alles an Werkzeugen und Maschinen braucht. Und

ob es sich noch lohnt, eine kleine Garage in der Region zu führen, oder

ob sich alles auf Grossbetreibe in Zentrumsnähe konzentrieren wird.»

Ein kleiner Betrieb wie die Langenloh Automobile Flückiger AG hat

trotzdem auch ihre Vorteile. «Klar, wir sind persönlicher. Das fängt

bei der Begrüssung an. Wir kennen unsere Kunden und haben sehr oft

schon eine Idee, wieso sie bei uns vorfahren, da wir die Vorgeschichte

ihres Fahrzeugs kennen», erläutert Nathalie Flückiger, Geschäftsführerin

und zuständig für Finanzen. Ihr Bruder ergänzt: «Ein Kunde ist

nicht einfach ein grosses Dollarzeichen. Wir versuchen das Beste für

ihn rauszuholen und nicht das teuerste. Klar müssen wir am Schluss

überleben können, aber wir nehmen schon eher eine beratende Funktion

für den Kunden ein.»

10

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Bruno Flückiger erörtert zusammen mit Alban Gjyrevci das weitere Vorgehen bei

einer Reparatur eines Kundenfahrzeugs.

Michael Flückiger überprüft im Reifenlager der Langenloh Automobile Flückiger AG, für

welches Kundenfahrzeug die neuen Pneus bestimmt sind.

Geschwister bringen frischen Wind

Frischer Wind und auch frische Farbe haben in Rüfenacht schon

Einzug gehalten. Die jungen Chefs haben optisch mit keckem Grün

erste Akzente gesetzt. Was sind ihre weiteren Pläne? «Wir wollen sicher

noch weitere Wände anstreichen», lacht Michael Flückiger, «bei der

Optik soll es nicht bleiben. Wir warten hier auch die Vorgaben für den

Markenauftritt von Mitsubishi-Händler ab. Auch interne Umstellungen

und Umstrukturierungen sind geplant.»

Seine Schwester will im administrativen Bereich und bei der Terminplanung

klare Modernisierungen vornehmen. «Für uns momentan

die grösste Mission ist die Umstrukturierung und die Überführung der

bisherigen Strukturen ins Online-Zeitalter», erläutert die 33-Jährige.

«Wir versuchen, da unsere Eltern weiterhin im Betrieb tätig sind, Lösungen

zu finden, die für beide Generationen stimmen, aber eben doch

in unsere Richtung gehen.» Der Generationenwechsel hat bei der Langenloh

Automobile Flückiger AG bereits vor vier Jahren begonnen. Nathalie

Flückiger präzisiert: «Konkret eher zwei. Zuvor haben wir immer

noch sagen können, dass muss dann Vater entscheiden. Jetzt müssen

wir diese Entscheide fällen.» Ihr Bruder Michael wirft ein: «Dürfen die

Entscheide fällen!» Seine Schwester lacht: «Ja, je nachdem um welche

Entscheidung es sich handelt.»

Punktuelle Weiterbildung gemacht

Wie haben sich die Geschwister auf diese Übernahme vorbereitet?

Michael Flückiger absolvierte die Handelsschule, um neben dem technischen

auch das wirtschaftliche Rüstzeug für die Geschäftsführung

zu erhalten und hat sich auch sprachlich weitergebildet. Für Mitsubishi

Japanisch gelernt? «Nein, Englisch», winkt der 32-Jähirge ab, «zudem

habe ich eine Weltreise gemacht, was meinen Horizont erweiterte und

mir in gewissen Situationen klar mehr Selbstvertrauen verleiht.» Seine

Schwester besuchte beim AGVS einen Kurs, um das Auto als solches

besser zu verstehen. Eine spezifische Weiterbildung drängte sich für die

33-Jährige nicht auf: «Meine Position beinhaltet zu viele verschiedene

Aspekte. Ich hole Teile, kümmere mich um die Lagerbewirtschaftung,

ums HR sowie Löhne. Dort besitze ich überall ein gutes Basiswissen

und bei Problemfällen muss ich eh externe Experte zu Rate ziehen.

Doch genau diese Vielfalt reizt mich an meinem Job.»

Dem pflichtet ihr Bruder bei: «Mitarbeiterführung und Arbeitseinteilung,

dann Radwechseln und am Nachmittag ein Auto polieren, das

ich vor ein paar Wochen verkaufen konnte und nun ausgeliefert wird:

Alles dies zu machen, ist schon cool!» Am meisten Spass habe er sicherlich

am Verkauf, aber auch daran, die Firmen zu führen und zu

entscheiden, in welche Richtung man künftig gehen wolle.

Herausforderungen beim Wechsel

«Ein Generationenwechsel ist kein einfacher Prozess», sagt der

32-Jährige, «vor allem der mentale Unterschied ist nicht zu unterschätzen.»

Seine Schwester ergänzt: «Wir haben neue Ideen, hätten gerne

andere Abläufe nur dies birgt schon Konfliktpotenzial.» Das beginne

bei den Umstellungen auf Software-Lösungen und gehe weiter bis zu

modernen Arbeitszeitaufassungen wie beispielsweise keine Sechstageswoche

mehr. «Es ist nicht einfach, wenn man dies seinen Eltern vermitteln

muss. Nathalie und ich sagen dann eben: Dies sei nun der heutige

Zeitgeist!» Auf der anderen Seite ist sich der Verkaufsspezialist durchaus

bewusst, dass Kunden heute ihre Probleme sofort und am besten auch

noch am Sonntag erledigt haben wollen. Seit dem Wegfall der obligatorischen

Abgaswartung würden sich die Kundenbesuche eh auf die zwei

Hauptzeiten zum Reifenwechsel (Frühling und Herbst) konzentrieren.

«Da ersticken wir fast in Arbeit. Gleichzeitig ist im Sommer und Winter

so wenig los, dass wir fast schon einen Mitarbeiter entlassen müssten»,

analysiert Michael Flückiger.

Tipps für den Generationenwechsel

Gibt es von den Geschwistern noch einen Tipp für andere Betriebe

für einen erfolgreichen Generationenwechsel? Der 32-Jährige lacht

und meint: «Kämpfen! Wir mussten viel auf die Zähne beissen und

manchmal auch über den eigenen Schatten springen.» Ein Wechsel in

grösseren Betrieben sei vielleicht sogar einfacher als bei einem kleinen

Familienbetrieb, da man dies dort professioneller angehe, aber

gleichzeitig für teures Geld Berater für die Übergangsregelung oder als

Schlichtungsstelle engagiere.

Und Nathalie ergänzt: «Man muss dabei auch Grenzen aufzeigen.

Das fällt uns selbst nach vier Jahren noch nicht leicht!» Und wo wollen

die beiden Junggaragisten in sechs Jahren, zum 100-Jahre-Jubiläum

des Familienbetriebs sein? Michael Flückiger spontan: «Immer noch

hier! Wir wollen als Familienbetrieb weiterhin in ähnlichem Rahmen

funktionieren und Zusatzwissen in unserem Erfahrungsrucksack haben.

Und wenn Neuerungen von der Marke herkommen, sollten wir

mitziehen und up to date bleiben. Aber das Rad neu zu erfinden, bringt

als kleiner Familienbetrieb nichts!» <

AUTOINSIDE | Juni 201911


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Partnerschaft AGVS und Groupe Mutuel

Was tun bei Stress

in der Garage?

Arbeitsausfälle durch Stress und psychische Belastungen gehen auch Garagisten an, denn sie sind zunehmend ein

Kosten faktor. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, muss der Unternehmer wissen, worum es geht. Im Rahmen ihrer

Taggeldversicherungen bietet die Groupe Mutuel Unterstützung bei der Ist-Analyse und effektiven Massnahmen zur

Produktivitätssteigerung. Christian Feldhausen, Groupe Mutuel

Das Frühjahr und der Herbst bringen viele

Kunden in die Garagen. Der Reifenwechsel

und das Fitmachen der Fahrzeuge auf die

kommende Saison stellen die Organisation in

der Werkstatt auf die Probe. Laufkundschaft

und überraschende Anrufe von Stammkunden,

die sich bisher nicht um einen Termin

gekümmert haben, setzen die Mitarbeitenden

bei der Werkstattplanung unter rechten

Druck. Aber auch Unfallserien, Feiertage und

die Sommerferien bringen viele kurzfristige

Terminanfragen und -änderungen.

Wie geht man mit diesem Stress um?

Neben den logistischen und betriebswirtschaftlichen

Abläufen spielen die Kommunikation

unter den Mitarbeitenden und die

Einstellung zu häufigen Programmänderungen

eine grosse Rolle dafür, wieviel Stress

beim Einzelnen entsteht und ab welcher Belastung

sich Arbeitsfehler oder gar Absenzen

durch Unfälle, generelle Erschöpfung oder

Krankheiten häufen. Wie kann hier der Taggeldversicherer

Unterstützung bieten?

Woran liegt es?

«Unser Reporting bietet den Kunden

genau aufgeschlüsselt nach den Ursachen und

der Dauer von Absenzen präzise Hinweise, wo

der eigene Betrieb im Vergleich zum Benchmark

steht», erklärt Willy Lerjen, langjähriger Key

Account Manager der Groupe Mutuel und verantwortlich

für die Rahmenvereinbarung mit

dem AGVS. Im zweiten Schritt kommt das Betriebliche

Gesundheitsmanagement (BGM) der

Groupe Mutuel ins Spiel. Die BGM-Spezialisten

können anhand einer Ist-Analyse innerhalb

kurzer Zeit Vorschläge für konkrete

Massnahmen zur Reduktion der Absenzen

und zur Steigerung der Produktivität machen.

15 Minuten Befragung pro

Mitarbeitenden

Dazu setzen sie das Befragungstool Job-

Stress-Analysis ein, dessen Grundlagen wissenschaftlich

validiert sind. Die Fragen sind

zielgerichtet, geben umfassende Hinweise,

um Verbesserungen herbeizuführen, und

lassen sich innerhalb von 15 Minuten beantworten.

«Das Tool hilft bei der Analyse der

Arbeitsbedingungen und der Erkennung der

Stressfaktoren im betrieblichen Alltag. Auch

Informationen zur physischen Gesundheit,

Zufriedenheit und Einstellung werden erfragt»,

beschreibt Martin Romang die Zielsetzungen.

Als BGM-Spezialist setzt er unter

anderem Job-Stress-Analysis ein, für das er

zertifizierter Berater ist. «Man erkennt sofort,

wo Handlungsbedarf besteht.»

Einfache Auswertung und klare

Hinweise für Massnahmen

Jeder Teilnehmer erhält eine individuelle

persönliche Auswertung der Resultate, das

Unternehmen eine anonymisierte Zusammenfassung

mit Auswertung entsprechend

Funktionen und Tätigkeiten. Die grafische

Darstellung zeigt auf einen Blick, wo sein

Personal im Vergleich zu anderen Organisationen

steht. «Wir besprechen anschliessend

gemeinsam, welche Massnahmen wo geeignet

sind. Oft sind es kleine organisatorische

Änderungen, die rasch Wirkung zeigen»,

meint Martin Romang. Denkbar sind auch

Stressworkshops oder Führungsschulungen.

«Idealerweise werden die konkreten Massnahmen

zusammen mit Verantwortlichen

und Beteiligten erarbeitet. Dies trägt entscheidend

zur Akzeptanz und damit zum

Erfolg bei.» <

Anfragen leicht gemacht

Willy Lerjen, Key Account Manager,

nimmt Fragen der AGVS-Mitglieder gerne

unter Tel. 058 758 31 80 oder per E-Mail:

wlerjen@groupemutuel.ch entgegen.

Weitere Informationen zu Unternehmensversicherungen

der Groupe Mutuel:

www.groupemutuel.ch/unternehmen

12

Juni 2019 | AUTOINSIDE


TUTTOBENE

DIE MOTORFAHRZEUGVERSICHERUNG DES AGVS

In Zusammenarbeit mit der Allianz Suisse

ERFOLGSFAKTOR KUNDENSERVICE

UND KUNDENNÄHE

Nur wer die Kundenanliegen ernst nimmt, dem Kunden

bedarfsgerechte Produkte offeriert und darüber hinaus

erstklassigen Service anbietet, kann sich im Markt erfolgreich

behaupten.

Die Kooperation zwischen dem Auto Gewerbe Verband

Schweiz (AGVS) und der Allianz Suisse wird intensiviert.

Dadurch entsteht für Sie als regional gut verankerten

Garagisten sowie für Ihre Kundinnen und Kunden echter

Mehrwert, denn passende Versicherungsdienstleistungen

werden kundennah am richtigen Ort angeboten. Bei

Ihnen als tuttobene-Partner.

WAS IST TUTTOBENE UND WELCHEN

MEHRWERT HABEN SIE UND IHRE KUNDEN?

tuttobene ist nicht einfach eine weitere Autoversicherung,

sondern die eigene Versicherung der AGVS-Garagisten.

Sie sind für Ihre Kundschaft der vertraute und persönliche

Ansprechpartner rund ums Auto und pflegen einen regelmässigen

Kontakt. Und im Sinne einer idealen Ergänzung

der «üblichen» Arbeiten wie Radwechsel, Service und Inspektionen

können Sie Ihren Kunden als tuttobene-Vermittler

auch Offerten für die Autoversicherung unterbreiten.

Dank einer derart erweiterten Beziehung bleiben Sie auch

und vor allem im Schadenfall einziger Ansprechpartner

Ihres Kunden: der tuttobene-Garagist, zuständig für die

Erledigung der tuttobene-Schadenfälle.

EINIGE VORTEILE IM EINZELNEN

Ihre tuttobene-Kunden profitieren bei der Vollkasko von einem

reduzierten Selbstbehalt von CHF 500., bei der Teilkasko

sogar vom gänzlichen Wegfall eines Selbstbehaltes.

Vor allem aber können sie sich auf die vertraute Betreuung

und die hohe Reparaturqualität in Ihrer Garage verlassen.

Sie als tuttobene-Partner werden für die Kundenvermittlung

auf mehrfache Art belohnt. So steuern wir insbesondere

die Kundenfahrzeuge bei einem Schadenereignis

aktiv in Ihre Garage zurück. Das generiert nicht nur zusätzliche

Werkstattaufträge, sondern stellt auch sicher, dass

der Kundenkontakt nicht unterbrochen wird. Ausserdem

erhalten Sie beim Abschluss eine attraktive Provision.

DIE ZONENMANAGER DER ALLIANZ

BEANTWORTEN GERNE IHRE FRAGEN

Alain Stebler

Zonenmanager West

BE (f), GE, FR (f), VS (f), VD, NE, JU

Tel. 058 358 30 79, alain.stebler@allianz.ch

Urs Schmutz

Zonenmanager Mitte

AG, BE (d), BL, BS, FR (d), LU, SO, VS (d)

Tel. 058 358 30 86, urs.schmutz@allianz.ch

Mauro Perenzin

Zonenmanager Nord

GL, NW, OW, SH, SZ, UR, ZG, ZH

Tel. 058 358 30 85, mauro.perenzin@allianz.ch

Valentino Maccariello

Zonenmanager Ost & Tessin

AI, AR, GR, SG, TG, TI

Tel. 058 358 30 75, valentino.maccariello@allianz.ch

ZÖGERN SIE NICHT UND REGISTRIEREN

SIE SICH JETZT GLEICH

agvs-upsa.ch/de/tuttobene


BETRIEBSWIRTSCHAFT FOKUS

Garantieversicherungen

«Kein Fahrzeugverkauf

ohne Garantie!»

Die Garantieversicherung als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit: Quality 1 und Car Garantie sind die beiden

Platzhirsche auf dem Markt für Garantieversicherungen. AUTOINSIDE fühlt Marc Kesser (Quality 1) und

Marcus Söldner (Car Garantie) auf den Zahn. Sandro Compagno

Marc Kessler, CEO Quality 1 AG:

Wir beobachten diesen Transformationsprozess

natürlich sehr aufmerksam. Die Quali-

1.

ty 1 AG ist dank zahlreicher Kooperationspartner

gut vernetzt, ebenso können wir vom internationalen

und nationalen Know-how der Allianz profitieren.

Fakt ist, dass niemand in der Automobilindustrie

weiss, was genau auf uns zukommt. Was wir

als Garantieversicherer tun können, ist die eigene

Transformation im Digitalbereich voranzutreiben

und unsere IT-Systeme auf dem neusten Stand zu

halten. Somit bleiben wir in der Lage, schnell auf

neue Entwicklungen reagieren zu können. Quality

1 ist eine KMU im besten Sinne: Unsere Grösse

und unsere schlanken Strukturen sorgen für ausgesprochene

Flexibilität und Kundennähe.

2.

Wir sind überzeugt, dass das Kundenbedürfnis

für Garantie weiterhin bestehen wird,

auch wenn wir künftig möglicherweise in vernetzten,

autonom verkehrenden Fahrzeugen mit alternativen

Antriebstechniken sitzen werden. Aber

natürlich müssen wir unsere Produkte und Prozesse

laufend hinterfragen und den Marktbedürfnissen

anpassen. Die Elektromobilität beispielsweise

kennt andere Schadenbilder als Fahrzeuge mit konventionellen

Antriebssystemen. Um ein Beispiel

zu nennen: Was machen wir mit den Batterien der

Elektrofahrzeuge? Aktuell sind Defekte an Motor

und Getriebe die kostenintensivsten Schäden. Bei

den Elektrofahrzeugen wird die Batterie diese Rolle

übernehmen. Wie decken und versichern wir die

Batterie, die ja rund einen Drittel der Fahrzeugkosten

ausmacht? Wir sehen in den neuen Technologien

vor allem Chancen, zusätzliche Geschäftsfelder

über die Garantieversicherung zu erschliessen.

Ich denke hier an Finanzdienstleistungen oder

Services im Flottenmanagement. Aber es wird sich

nicht alles verändern: Es gibt auch in E-Fahrzeugen

Navigations- und Infotainmentsysteme, die ausfallen

können, oder Schliessmechanismen, die nicht

mehr funktionieren.

3.

Ein grosser Vorteil ist sicher unsere Agilität.

Wir verfügen über ein starkes Team von

Fach- und IT-Experten an unserem Sitz in Bubikon,

das uns ermöglicht, unser Angebot flexibel den

Marktbedürfnissen anzupassen. Das versetzt uns

in die Lage, sehr schnell individuelle Lösungen für

die Schweizer Importeure und Garagisten zu erstellen.

Wir verfügen aufgrund unserer Performance

in den letzten Jahren über eine aussergewöhnlich

starke Marktposition und sind in der Lage, stetig

in unsere Produktlandschaft zu investieren dies

zum Vorteil unserer Partner und Kunden.

4.

Man muss immer unterscheiden, welche

Schäden gedeckt werden und welche nicht.

Das Gros der Hersteller bietet heute Garantiezeiten

von drei Jahren an. Einige Hersteller bieten eine Anschlussgarantie

an, diese wird grösstenteils über Garantieanbieter

wie die Quality 1 AG als sogenanntes

«White-Label» erstellt und durch den Importeur/

Garagist dem Fahrzeughalter angeboten. Dem Endkunden

fällt das oft gar nicht auf, weil der Garantieanbieter

nur im Kleingedruckten vorkommt. Dieses

Feld sehen wir also nicht als Bedrohung, sondern

als weitere Chance, dass noch mehr Kunden von

unserem Produkt profitieren können und damit geschützt

sind von ärgerlichen Reparaturkosten.

5.

Indem wir ihn auf unsere Hauptbotschaft

hinweisen: Kein Fahrzeugverkauf ohne

Garantieversicherung! Hier geht es immer um das

Vertrauen vom Kunden zu seinem Garagisten. Dass

wir ein verlässlicher Partner der Garagisten sind und

bleiben, hat mit unserer Dienstleistungsqualität

zu tun. Wir sind in der Lage, einen Schadenfall

innert wenigen Minuten abzuwickeln

und zwar in drei Sprachen. Quality 1 ist als

Label sehr stark verankert, wir verstehen

unseren Namen als Verpflichtung. Unser

Vertriebsteam mit rund zehn Mitarbeitern

macht rund 10 000 Kundenbesuche pro

Jahr immer mit dem Ziel, unsere Dienstleistungsqualität

in Zusammenarbeit mit

den Garagisten weiter zu verbessern. <

5 Fragen an Marc Kessler

Die Automobil wirtschaft befindet

1. sich in einem gewaltigen Transformationsprozess.

Welche Entwicklung

beschäftigt Sie am meisten?

Welche Auswirkungen haben

2. neue Technologien wie autonomes

Fahren, alternative Antriebstechniken,

Inter net of Things auf Ihr

Geschäftsmodell?

Wo sehen Sie in den nächsten

3. Jahren die grösste Chance für

Ihr Unternehmen?

Marc Kessler,

CEO Quality 1 AG

14

Juni 2019 | AUTOINSIDE


FOKUS BETRIEBSWIRTSCHAFT

und Marcus Söldner

Der Trend seitens der Hersteller

4. geht zu immer längeren Garantiezeiten.

Bedrohen diese 7-Jahres-

Garantien Ihr Geschäftsmodell?

Zwischen Ihnen und dem Kunden

5. steht fast immer der Garagist.

Wie bewegen Sie ihn dazu, Ihre Versicherungsprodukte

aktiv anzubieten?

Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender

CG Car-Garantie Versicherungs-AG:

Die Digitalisierung ist in der gesamten Autobranche

und insbesondere an der Kunden-

1.

schnittstelle ein ganz zentrales Thema. Wir arbeiten

daher gerade an einem Digitalisierungsprojekt,

um unsere internen Abläufe weiter zu automatisieren

und entwickeln dafür neue IT-Funktionalitäten.

Zudem werden wir damit zahlreiche Prozesse

weiter beschleunigen können, beispielsweise bei

Produktanlage, Schadenabwicklung und Reporting.

Die durch Automatisierung frei werdenden

Ressourcen investieren wir in die Betreuung unserer

Kunden und Partner. Im Zuge dessen prüfen wir

auch weitere Convenience-Produkte und Services

für unsere Partner. Partnerschaft und die Nähe

zum Handel sind die entscheidenden Eckpfeiler,

die den Unternehmensgeist, den Servicegedanken

und die Ausrichtung von Car Garantie prägen.

2.

So gut wie keine. Die Menschen benötigen

auch weiterhin ihre individuelle Mobilität.

Und solange Fahrzeuge auf der Strasse sind, benötigen

die Fahrzeuge auch eine Garantie. Das ist völlig

unabhängig von der Antriebstechnologie. Car Garantie

hat sich als Spezialversicherer schon immer

als Dienstleister und Partner des Fachhandels verstanden.

Diese Ausrichtung werden wir genauso

weiterverfolgen wie auch die Fokussierung auf die

Bereiche Automobil und Zweiräder. Wir verfolgen

die erweiterten Geschäftsmodelle des Handels

und der Hersteller und bieten dort ebenso entsprechend

massgeschneiderte Lösungen an.

3.

Dr. Marcus Söldner,

Vorstandsvorsitzender

CG Car-Garantie Versicherungs-AG

Künftig werden wir weitere Loyalisierungsprodukte

mit zusätzlichen Leistungskomponenten

sehen, wie Räder- und Reifenschutz, sowie

neue Produkte in Verbindung mit Finanzierung

und Leasing. Wir sehen die Potenziale insbesondere

da, wo die Autofahrer kalkulierbare Fahrzeugkosten

wünschen. Fahrzeuge werden heute

nicht nur vorwiegend finanziert oder geleast;

der Kunde will auch planbare Reparatur- und

Wartungskosten über die gesamte Vertragslaufzeit

haben. Exakt in dieser Kopplung von

Finanzierung mit Garantie und

weiteren Serviceprodukten sehen

wir Wachstumschancen für

unser Unternehmen.

4.

Wir sehen noch genügend

Potenzial im

Bereich der Anschlussgarantie

und der Garantieverlängerung.

Ausserdem

wird neben dem

weiteren Ausbau unserer Dienstleistungen auch

die Weiterentwicklung des Angebotes im Bereich

zusätzlicher Mobilitätsprodukte im Mittelpunkt

stehen. Für den Hersteller ist es einfacher, wenn

ein Versicherer das Garantiegeschäft übernimmt.

Car Garantie ist nicht nur Spezialist in diesem

Sektor, sondern verfügt mit rund 50 Jahren Erfahrung

und 2,1 Millionen Garantievereinbarungen

im Bestand über eine enorme Kompetenz in allen

Prozessen rund um die Garantie. Ob es sich dabei

um die rechtliche Sicherheit, die marktgerechte

Einpreisung einer Garantie oder die Schadenabwicklung

handelt diesen Know-how-Vorsprung

selbst aufzubauen, erfordert wirtschaftlich und

personaltechnisch enorme Ressourcen. Zudem ist

diese Kompetenz nur über einen langen Zeitraum

zu generieren. Sogar bei Herstellerpartnern, die

selbst die Garantie versichern, agiert Car Garantie

als Third Party Administrator (TPA) quasi als Abwickler

für alle Garantieprozesse.

5.

Car Garantie agiert als Schnittstelle zwischen

dem Garagisten und dem Kunden

und hat spezielle Produkte und Dienstleistungen

geschaffen, die dem Garagisten die Garantievergabe

sehr einfach machen. Ausserdem beraten und

trainieren wir den Handel und haben ein eigenes

Callcenter. Als Zusatzangebot realisiert Car Garantie

für seine Partner individuelle Kundenkontakt-

Programme im Namen und Design der Garage. Der

Kunde wird regelmässig kontaktiert und hat die

Möglichkeit, eine Anschlussgarantie abzuschliessen

oder die vorhandene Garantie immer wieder zu

verlängern. Hierbei erreichen wir Abschlussraten

zwischen 20 und 30 Prozent. Car Garantie entwirft

zudem für die Garage das Marketingmaterial rund

um das Garantieprodukt: Werbematerialien wie

Flyer, Nummernschildeinleger, Aufkleber, Poster,

Fahnen sowie Dokumentenhüllen für die Garantieunterlagen

und Kundenkarten unterstreichen den

professionellen Auftritt des Garagisten am Point of

Sale und ermöglichen eine optimale Vermarktung

des Garantieproduktes. Auf Wunsch werden alle

Dokumente im hersteller- oder händlereigenen Design

erstellt und erhöhen so die Identifikation des

Autokäufers mit der jeweiligen Marke beziehungsweise

der Garage. <

AUTOINSIDE | Juni 201915


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Schadenstatistik

Reparaturkosten erneut

stark angestiegen

Die Tendenz zu höheren Reparaturkosten setzt sich fort. Im Jahr 2018 stiegen die durchschnittlichen Reparaturkosten von

601 auf 615 Franken. Dies zeigt die Auswertung der Versicherungsbestände des Garantieversicherers CG Car Garantie.

pd. Nachdem der durchschnittliche Schadenbedarf jahrelang zwar

kontinuierlich, aber moderat anstieg, sind seit zwei Jahren deutliche

Sprünge zu beobachten. Bereits 2017 war mit einem Anstieg von 586

auf 601 Franken ein besonders hoher Zuwachs zu verzeichnen. 2018

zeigt sich, dass dies keine Ausnahme war. In diesem Jahr stiegen die

durchschnittlichen Reparaturkosten auf 615 Franken.

CG Car Garantie führt diesen Anstieg auf die steigenden Ansprüche

der Autokäufer und die dadurch immer höhere technische

Komplexität und die umfangreichere Ausstattung der Fahrzeuge zurück.

Motor verantwortlich für die teuersten Schäden

Im Occasionsbereich zeigt sich der Kostenanteil der einzelnen

Bauteile nahezu unverändert. Wie im Vorjahr ist auch diesmal der

zum Vorjahr. Obwohl der Motor sowohl bei Occasionen als auch bei

Neuwagen für die meisten Kosten verantwortlich ist, liegt er bei der

Schadenhäufigkeit mit 10,8 Prozent nur auf Platz 3 (Occasionen, Abbildung

3) beziehungsweise mit 8,7 Prozent auf Platz 4 (Neuwagen).

Bei Neuwagen ist wie schon im Vorjahr die Komfortelektrik auf Platz

3 (9,5 %, + 0,7 %).

Auf Platz 2 folgt bei Occasionen und Neuwagen unverändert die

elektrische Anlage (Occasionen: 17,4 %, Neuwagen: 17,8 %) mit ähnlichen

Werten wie im Vorjahr. Ebenfalls wie im Vorjahr liegt die

Kraftstoffanlage inklusive Turbolader auf Platz 1 mit einem Anteil

von 19,9 Prozent (Occasionen) beziehungsweise 21,5 Prozent (Neuwagen).

Die Kraftstoffanlage ist bei beiden Fahrzeugarten also für

rund ein Fünftel aller Schäden verantwortlich.

Motor

Kraftstoffanlage (inkl.Turbolader)

Getriebe

Elektrische Anlage

Klimaanlage

Komfortelektrik

Kühlsystem

Lenkung

Kraftübertragung

Abgasanlage

Bremsanlage

Sicherheits-Systeme

Karosserie/Innenraum

Differential

Fahrwerk

Fahrdynamik

Elektroantrieb

Hybridsystem

SCHADENREGULIERUNGSSUMME OCCASIONEN

Schäden treten etwas später ein

Nachdem das letzte Jahr einen Anstieg der frühen Schadeneintritte

verzeichnete, hat sich das Bild 2018 geringfügig verändert. Bei

Occasionen treten noch 30,1 Prozent der Schäden (2017: 33,2 %) innerhalb

der ersten 5000 Kilometer nach Haftungsbeginn auf. Weiterhin

treten mehr als vier Fünftel der Schäden (2018: 83,3 %, 2017: 85,3 %)

während der ersten 25 000 Kilometer nach Haftungsbeginn auf. Ein ähnlicher,

geringfügiger Rückgang lässt sich bei den Neuwagen erkennen:

Hier tritt rund ein Viertel der Schäden (2018: 27 %, 2017: 30,3 %) im

Laufe der ersten 25 000 km auf.

Auch bei der Verteilung der Schäden nach Tagen zeigen sich Unterschiede

zum Vorjahr: Während des ersten Jahres nach Haftungsbeginn

müssen 2018 80,9 Prozent der Occasionen (2017: 83,3 %) und 46,7 Prozent

der Neuwagen (2017: 54,9 %) Garantieleistungen in Anspruch nehmen. <

Abbildung 1: Schadenregulierungssumme Occasionen.

Motor für die meisten Kosten verantwortlich (2017: 24,2 %, 2018:

23,6 %: Abbildung 1), gefolgt von der Kraftstoffanlage inklusive

Turbolader und Getriebe. Die Kraftstoffanlage verzeichnet dabei

einen geringen Anstieg von 0,5 auf 18,2 Prozent, das Getriebe einen

marginalen Rückgang um 0,1 auf 11,6 Prozent.

Bei den Neuwagen zeigt sich eine andere Reihenfolge: War im

Vorjahr noch die Kraftstoffanlage für die meisten Kosten verantwortlich,

liegt 2018 auch hier der Motor auf Platz 1 mit einem Zuwachs

von einem Prozent auf 21,3 Prozent. Die Kraftstoffanlage folgt mit

21 Prozent auf Platz 2 (2017: 20,3 %), die elektrische Anlage, die 2017

noch auf Platz 4 lag, folgt 2018 auf Platz 3.

Motor bei der Schadenhäufigkeit auf Platz 3 und 4

Der Anteil der Schadenhäufigkeit zeigt kaum Veränderungen

Kraftstoffanlage (inkl.Turbolader)

SCHADENHÄUFIGKEIT OCCASIONEN

Elektrische Anlage

Motor

Komfortelektrik

Kühlsystem

Klimaanlage

Getriebe

Bremsanlage

Kraftübertragung

Abgasanlage

Lenkung

Sicherheits-Systeme

Karosserie/Innenraum

Fahrwerk

Differential

Fahrdynamik

Elektroantrieb

Hybridsystem

Abbildung 3: Schadenhäufigkeit Occasionen.

16

Juni 2019 | AUTOINSIDE


SPONSORED CONTENT

JobCloud

Jobinserat veröffentlicht was

Sie danach tun sollten

Sie sind gerade auf der Suche nach neuen Mitarbeitenden für Ihre Garage und haben vor kurzem ein Stelleninserat publiziert?

Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung erfolgreiche Rekrutierung. Aber damit ist es nicht getan. Erfahren Sie, was Sie als

nächstes tun können, um das Potenzial eines Jobinserates voll auszunutzen.

# Nicht einfach warten

Nach der Veröffentlichung des Jobinserats

geht es mit dem Rekrutierungsprozess so richtig

los. Warten Sie nicht einfach ab. Teilen Sie

das Stellenangebot auf den sozialen Netzwerken

und informieren Sie die Mitarbeitenden,

denn auch Mitarbeiterempfehlungen können

zu einer Einstellung führen.

# Stelleninserat gegebenenfalls anpassen

Melden sich wenige oder nur unpassende

Kandidaten auf Ihr Stelleninserat? Der Fachkräftemangel

kann ein Grund dafür sein.

Sehen Sie sich nochmals genau den Inhalt

des Stelleninserats an. Ist der Stellentitel so

formuliert, wie er gewöhnlich auf Google

oder Jobportalen gesucht wird? Können die

Anforderungen klarer formuliert werden und

können Elemente rausgenommen werden,

die Kandidaten vielleicht abschrecken? Gibt

es unnötige Füllwörter und Floskeln, die das

Stelleninserat schwer lesbar machen? Versuchen

Sie, Ihr Stelleninserat nochmals zu optimieren,

um so mehr passende Bewerbungen

zu erhalten.

# Bewerbungen sortieren

Sortieren Sie alle Bewerbungen, sobald Sie

diese erhalten. Es macht Sinn, Bewerbungen

nach A (Einladung zum Bewerbungsgespräch),

B (Reserve-Kandidaten) und C (nicht passend)

zu ordnen. B-Kandidaten sind jene Personen,

die eventuell noch für ein Interview in Frage

kommen könnten, wenn sich aus der ersten

Interview-Runde keine Anstellung ergibt.

Kandidaten können Sie auch in Ihrem Kandidaten-Pool

für zukünftige Stellen in Evidenz

halten, allerdings müssen Sie sich dafür das

Einverständnis der Kandidaten einholen.

# Passende Bewerbende zum Jobinterview

einladen

Wenn Sie genug Kandidaten haben, sollten

circa fünf Bewerbende zu einem ersten

Jobinterview eingeladen werden und höchstens

zwei bis drei Personen zu einem zweiten

Gespräch, wo den Kandidaten eine Aufgabe

gestellt werden kann.

Tipp: Vor allem, wenn Sie eine schwierig

zu besetzende Stelle haben und eine gute Bewerbung

erhalten, sollten Sie sich innerhalb

von 48 Stunden am besten telefonisch

melden, um den Kandidaten nicht an ein

anderes Automobilunternehmen zu verlieren.

# Antwort an alle Kandidaten

Jobsuchende sollen optimal betreut werden

und einen guten Eindruck von Ihrem

Unternehmen erhalten egal, ob die Kandidaten

passen oder nicht. So können Sie einen

guten Ruf als Arbeitgeber aufbauen. Idealerweise

sollen alle Bewerbenden innerhalb von

einer Woche eine Antwort erhalten. Verwenden

Sie verschiedene Antwort-Vorlagen, je

nachdem ob die Kandidaten wenig passend

oder ziemlich passend sind. Wenn die Entscheidungsphase

etwas länger dauert als zwei

Wochen, dann senden Sie Ihren Kandidaten

eine Benachrichtigung und bitten Sie um etwas

mehr Geduld. <

JobCloud

JobCloud ist das führende Unternehmen im

digitalen Stellenmarkt der Schweiz mit mehr

als 20 Jahren Erfahrung und betreibt unter

anderem jobs.ch sowie jobup.ch, die beliebtesten

Jobportale der Deutsch- beziehungsweise

der Westschweiz.

Weitere Informationen auf www.jobcloud.ch/

blog, wo regelmässig Ratgeber, Checklisten

und Beiträge zum Thema Rekrutierung und

Personalpolitik erscheinen.

Unsere Tipps: die kostenlosen Whitepaper

«Recruiting Talent Management und Talent

Acquisition» und «Knackpunkte im Arbeitsrecht

rechtliche Grundlagen und nützliche Tipps für

Arbeitgeber»

AUTOINSIDE | Juni 201917


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Grossinvestition Waschanlage

«Man schaut das an

und denkt: clever»

Wer sein Auto in die Garage bringt, erwartet es nachher sauber(er) zurück egal ob Reifenwechsel, Service oder

Reparatur. Weshalb sich die Investition in eine gut funktionierende Waschanlage lohnt und nach welchen Kriterien beispielsweise

das Porsche Zentrum Zürich sein Waschportal auswählte, erklärt Projektleiter Alex Schelling. Sascha Rhyner

Es ist früher Nachmittag. Die Sonne scheint. Hinter dem Porsche Zentrum

in Zürich, diesem prächtigen Bau an der Bernerstrasse in Schlieren, läuft

die Waschanlage auf Hochtouren. «Am Mittwoch- und am Freitagnachmittag

ist besonders viel los», sagt Alex Schelling, Projektleiter der Amag

First AG. Der angegliederte Carrosserie-Betrieb, der Classic-Partner sowie

die VW-Garage und weitere Betriebe in der Nachbarschaft waschen ihre

Fahrzeuge ebenfalls in den beiden Portalanlagen.

Erfahrungen von Kollegen sind wichtig

Mit den bisherigen Anlagen war Schelling nicht zufrieden:

«Wir hatten immer wieder Betriebsunterbrüche und zusätzlich zum

Wartungsvertrag Unterhaltskosten von mehreren Tausend Franken

pro Monat», erklärt er. Eine einwandfrei funktionierende Waschanlage

ist für das Porsche Zentrum auch wirtschaftlich wichtig. Deshalb

fiel der Entscheid, die Anlagen vorzeitig zu ersetzen. «Eigentlich

wäre vorgesehen gewesen, dass die Anlage noch vier Jahre mehr

in Betrieb ist.» Als das Amag-Mutterhaus vor rund zwei Jahren eine

Analyse verschiedener Anbieter machte, spielte dies Schelling in die

Karten. «Es war ein umfassender Vergleich über alle Bereiche inklusive

Kosten-Nutzenrechnung», erinnert er sich. «Drei Anbieter erreichten

80 Prozent des Bestwerts und kamen in die engere Auswahl.»

Klare Anforderung des Porsche Zentrums: «Wichtig ist, dass die

Anlage läuft und zuverlässig läuft.» Das Verhältnis zwischen Waschqualität

und Zeit spielt eine wichtige Rolle. «Die aufgerechneten

Mannstunden schlagen wirtschaftlich zu Buch», hält Schelling fest.

Und: «Unsere Kunden erwarten ein sauberes Auto, wenn es aus der

Werkstatt kommt.» Es sei auch der Bau einer Waschstrasse geprüft, aber

wieder verworfen worden: «Es fehlt schlicht und ergreifend der Platz.»

In der engeren Auswahl war auch eine Anlage von Kärcher.

Schelling erkundigte sich bei Berufskollegen, die Erfahrungen mit

dem Hersteller hatten. «Wie funktioniert die Zusammenarbeit und

wie ist der Service, will heissen die Reaktionszeit», wollte er wissen.

Im Verlaufe des letzten Jahres unterbreitete Marcel Beljean, Projektleiter

Wash System Deutschschweiz, eine Offerte für ein Portal. An

der Uniti Waschausstellung im Mai präsentierte Kärcher seine Weltneuheit:

die «Klean!Star iQ». Die intelligenten, segmentierten Seitenbürsten

gaben den Ausschlag zugunsten von Kärcher: «Man schaut

das an und denkt: clever.»

Ein Hindernis blieb: «Marcel Beljean sagte mir, dass die Anlage

mit den segmentierten Bürsten erst im März 2019 lieferbar sei», berichtet

Schelling und schaut den Kärcher-Mann lachend an. «Ich

sagte ihm: Daran arbeiten wir noch.» Nun lacht auch Beljean.

Er kontaktierte das Mutterhaus und irgendwie gelang es, dass

bereits im November 2018 die erste «Klean!Star iQ» in der Schweiz

in Betrieb genommen werden konnte. Im März 2019 folgte die

zweite mit einer anderen Höhe. Das Kärcher-Waschportal ist in

drei Stahlbauhöhen lieferbar und pro Höhe ist die Dachbürste in drei

Stufen verstellbar. Weil ein Autovermieter die Anlage mitbenutzt, ist

eine Waschhöhe von 2,90 Meter nötig.

18

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Innovation als Kaufargument

Die Anlagen laufen in Schlieren ohne Probleme. «Wir rechnen mit

rund 40 bis 50 Autos pro Tag und Anlage», erklärt Schelling. Und er

hat festgestellt: «Der Wasserverbrauch ist gesunken und wir brauchen

auch weniger Chemikalien.» Nach dem Einbau der neuen Anlage

wechselte die Amag First AG auch den Lieferanten der Chemie.

Michael Hagen, ebenfalls Projektleiter Wash System Deutschschweiz

bei Kärcher, stellt aber klar: «Wir schreiben nicht vor, welcher Lieferant

zu berücksichtigen ist.» Wichtig sei aber, dass Portalhersteller und

Chemielieferant eng zusammenarbeiten. Nur so ergäbe sich ein gutes

Waschergebnis und eine schnelle Trocknung.

«Es ist stets ein Kompromiss zwischen Qualität und Zeit», sagt Alex

Schelling. «Eine Anlage kann nicht schneller laufen, also ist es nur mit

Innovation möglich, eine Verbesserung zu erzielen. Deshalb fiel unsere

Wahl auf die neue Anlage von Kärcher.» Die segmentierte Seitenbürste

erlaube es, mit nur einem Durchlauf das Auto sauber zu waschen und

im Rücklauf zu trocknen, weil sich die Bürstensegmente der jeweiligen

Fahrzeugkontur anpassen. «Wegen den Plastikteilen an den Autos

können die Bürsten nicht zu viel Druck ausüben. Das spricht für das

neue Patent von Kärcher», argumentiert Schelling. Die Seitenbürsten

lassen sich um 15 Grand neigen und ermöglichen so auch eine optimale

Heckreinigung; «K!Back iQ» nennt Kärcher seine Innovation.

Die Zeit ist fortgeschritten. Mittwoch, später Nachmittag. Auto

um Auto geht durch die Waschanlage. «Obwohl es sich um ein

innovatives Premiumprodukt handelt, hat es finanziell gepasst.

Der Unterschied zu den anderen Offerten war nicht so gross, wie

vielleicht vermutet werden könnte», ist Alex Schelling mit der Investition

sehr zufrieden. Denn letztlich muss sich eine Investition

in dieser Grössenordnung betriebswirtschaftlich rechnen. <

Clevere Weiterentwicklung: Die Räderwäsche von Kärcher.

Betriebswirtschaftlich lohnend

Den Kärcher-Vertretern ist der Stolz anzusehen. «Die Entwickler

haben den Nagel auf den Kopf getroffen», strahlt Hagen.

Neben den revolutionären Seitenbürsten wurde auch die patentierte

Radwaschanlage «K!Wheel iQ» mit den drei rotierenden Bürsten

weiterentwickelt. Denn mit den Autos wuchsen ebenso die Räder.

Der Planetenradwäscher bewegt sich in einer Art Parabelbewegung

Richtung Rad, um den verschiedenen Radgrössen gerecht zu werden.

Integriert ist auch eine Radkastenreinigung. So werden selbst hartnäckige

Verschmutzungen gereinigt.

Hagen erinnert sich, wie er mit einer gewissen Skepsis in den

Kurs fuhr, in dem die «Klean!Star iQ» vorgestellt wurde: «Als ich

die Anlage zum ersten Mal sah, dachte ich: Wahnsinn, was die

kann.» Allerdings stellten Beljean und Hagen auch fest, dass die

Innovationsbegeisterung im Markt nicht überall gleich gross ist wie

in Schlieren: «Neue Technologie wecken eine gewisse Skepsis, was

die Lebensdauer angeht.» Im Porsche Zentrum wusch die Anlage bisher

rund 1000 Autos pro Monat und funktioniert einwandfrei.

Alex Schelling (v. l.), Projektleiter Porsche Zentrum Zürich, mit den Kärcher-

Projektleitern Marcel Beljean und Michael Hagen.

Überzeugende Innovation: Die intelligenten segmentierten Seitenbürsten passen sich der Fahrzeugkontur an und ermöglichen eine effizientere Autowäsche.

AUTOINSIDE | Juni 201919


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Occasionsmarkt

In vier Klicks zum Marktpreis

Carauktion hat eine neue App für die Ermittlung des Fahrzeugrestwerts entwickelt. «ValueCheck» zeigt den Händlern keine

theoretischen Berechnungen, sondern reale Marktpreise für ihre Occasionen an. André Bissegger

Die neue «ValueCheck»-App von Carauktion führt in vier Schritten zum Restwert. Dabei kann beispielsweise auch die gewünschte Gewinn-Marge hinterlegt und der

Fahrzeugzustand erfasst werden.

Das Occasionsgeschäft wird für den Garagisten

betriebswirtschaftlich immer wichtiger.

Allein im ersten Quartal 2019 wechselten

laut Eurotax über 210 000 Gebrauchtwagen

den Besitzer ein schöner Kuchen, von dem

sich die Garagisten auch wegen den Margen

gerne ein Stück abschneiden möchten. Die

grösste Krux dabei: Zu welchem Preis biete

ich den Gebrauchtwagen zum Verkauf an?

Anhaltspunkte bieten Onlineportale, Gespräche

mit Kollegen, eigene Erfahrungswerte

oder Berechnungen von Automarken

und Datenspezialisten. Nun greift der B2B-

Marktplatz Carauktion ins Geschäft mit der

Restwertberechnung ein. Die Auktionsplattform

verspricht mit ihrer neuen App

«ValueCheck», die im Spätsommer 2019

lanciert wird, «effektive Marktpreise und

keine Berechnungen», wie Daniel Hablützel,

Geschäftsführer der Carauktion AG, sagt.

«Wir stellen im Vergleich zwischen den Be-

20

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Betriebswirtschaft und Dealer Management Systeme

«Wir wollen das Kerngeschäft

produktiver machen»

Jeder Garagist kennt die Herausforderung: Wenn das Geschäft erfolgreich laufen soll, muss er täglich eine Vielzahl

unterschiedlichster Betriebsabläufe optimal organisieren und steuern. Ein Dealer Management System (DMS) unterstützt

ihn dabei. Stephan Rissi, Leiter Marketing und Verkauf bei der Stieger Software AG, weiss wie. André Bissegger

Herr Rissi, weshalb macht eine Garagensoftware betriebswirtschaftlich

Sinn?

Stephan Rissi: Im Mittelpunkt steht sicher, dass sie dem Garagisten

hilft, im wahrsten Sinne des Wortes besser zu wirtschaften.

Zentral dabei sind die Prozessoptimierungen anhand beschleunigter

und sicher geführter Abläufe, was nachweislich eine Leistungs- und

Effizienzsteigerung zur Folge hat. Mehr Effizienz bedeutet in aller

Regel auch eine höhere Rentabilität. Denn wo Betriebsressourcen

dank DMS optimal eingesetzt und gesteuert werden können, stellt

sich auch ein positiver Wertschöpfungsbeitrag für den Betrieb ein.

Generell geht es also darum, das Kerngeschäft eines Garagenbetriebs

produktiver zu machen. Und dieses dreht sich nun mal um den

Kunden. Bei der Administration eingesparte Zeit kann der Garagist

gewinnbringend in seine Kunden investieren. Dank eines DMS liegen

ihm auf Knopfdruck auch wertvolle Kennzahlen über seinen Betrieb

vor. Das sind wichtige Steuerungselemente, die ihm helfen, langfristig

konkurrenzfähig und erfolgreich zu bleiben. Weitere Gründe können

die Hersteller-, Importeur- oder Gesetzesvorgaben sein, die mit

einem DMS zu bewältigen sind.

Auf was sollte ein Garagist bei der Suche nach der für ihn richtigen

Software achten?

Stehen alle für ihn relevanten Schnittstellen zur Verfügung? Lässt

sich die Software schrittweise modular aufbauen, sodass der Garagist

flexibel bleibt in Bezug auf zukünftige betriebliche Änderungen?

Deckt das Herstellerangebot eigene Zusatzmodule wie Werkstattplaner,

Zeiterfassung, Pneuhotel und Online-Planer ab? Sind diese voll

integrierbar ins DMS und intelligent untereinander vernetzt? Denn

nur das garantiert ihm, Daten nicht mehrfach erfassen zu müssen und

über einen durchgängigen Datenfluss zu verfügen. Bietet der Hersteller

einen professionellen, mehrsprachigen Support? Wie innovativ ist er,

seit wann gibt es ihn, verfügt er über fundierte Kenntnisse des Schweizer

Marktes, der buchhalterischen sowie gesetzlichen Vorgaben und

stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis? Auch die «Chemie» zwischen

dem Software-Hersteller und dem Garagisten sollte passen.

Wenn der Garagist sein bestehendes System ausbauen möchte,

muss er dann seinem bisherigen Anbieter treu bleiben oder lassen

sich auch fremde Software-Lösungen miteinander verbinden?

Von einem System-Mix raten wir definitiv ab. Software-Erweiterungen

sollten nur innerhalb der Marke erfolgen, da die Integration

fremder Lösungen den reibungslosen Datenfluss und somit die System-Effizienz

gefährden kann. Auch Probleme beim Support wären

vorprogrammiert. Mit ein Grund, warum Stieger-Kunden bei uns

alles aus einer Hand erhalten. <

Weitere Infos unter:

stieger.ch

Muss ein Garagenbetrieb eine gewisse Grösse haben, damit sich

zusätzliche Softwarelösungen für beispielsweise Zeiterfassung,

Werkstattplanung, Lohnbuchhaltung oder Pneuhotel überhaupt

lohnen?

Die Grösse ist nicht entscheidend. Solche Zusatzmodule machen

immer dann Sinn, wenn ein entsprechender Bedarf seitens der Kunden

oder aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen des Garagisten

Stichwort Prozessoptimierung besteht. Auch wenn er den Digitalisierungsgrad

im Betrieb vorantreiben will. Oder es gibt externe Vorgaben,

beispielsweise wenn der Hersteller/Importeur den Einsatz eines

Online-Planers oder die elektronische Zeiterfassung vorschreibt.

Stephan Rissi ist Leiter Marketing und

Verkauf bei der Stieger Software AG.

22

Juni 2019 | AUTOINSIDE


echnungen und den effektiv bezahlten Preisen

jeweils eine Differenz von plus/minus 20

Prozent fest.»

Daniel Hablützel,

Geschäftsführer

Carauktion AG.

Datenbank mit breitem

Fahrzeugmix

Die 2004 gegründete

Carauktion aus

Tuggen SZ verfügt

über einen sehr grossen

Erfahrungsschatz.

So werden im Jahr

2019 von den 7800

Usern schätzungsweise

über 21 000 Fahrzeuge ver- und ersteigert.

Die Plattform wächst jedes Jahr um rund

zehn Prozent. «Dabei nimmt auch der Anteil

der Händler zu, die ihre Gebrauchtwagen

einstellen», sagt Hablützel.

Inzwischen stammt knapp jedes fünfte

Fahrzeug von einem Garagisten. Es handelt

sich beispielsweise um Eintauschfahrzeuge,

die nicht zum restlichen Angebot der Garage

passen. Die Händler sind damit die drittgrösste

Kundengruppe nach dem Flotten- und

Retail-Leasing. Weitere sind unter anderem

Flottenbesitzer oder Behörden wie Staatsanwaltschaften.

Entsprechend abwechslungsreich

ist auch das Angebot, wenn zu einer der

knapp 100 Online-Auktionen pro Jahr aufgerufen

wird.

«Wir haben jeweils einen breiten Fahrzeugmix

im Angebot vom Jungauto bis hin

zum beispielsweise zwölfjährigen Behördenfahrzeug.

Das gibt uns eine gute Grundlage

für die Datenbank, auf die die App zugreift»,

sagt Hablützel. «Aufgrund der Transaktionspreise

wissen wir, über welchen Restwert ein

Fahrzeug zu einem bestimmten Zeitpunkt

verfügt und können somit mit unserer App

effektive Transaktionsdaten anzeigen und

keine theoretischen Berechnungen.»

Die Vorteile für die Garagisten liegen auf

der Hand: Schnelle und reale Wertermittlung,

ein zusätzlicher Wert, auf den sich die Garagisten

stützen können, mehr Transparenz

und die Abhängigkeit zum Zwischenhandel

wird minimiert. Damit bleibt die Marge des

Zwischenhändlers beim Garagisten. Kurz: Die

App vereinfacht das Garagistenleben.

erfolgt die Basis-Restwertermittlung, indem

die rechte Seite des Fahrzeugausweises fotografiert

und so automatisch eine VIN-Abfrage

gestartet wird. Zusätzlich wird manuell der

Kilometerstand ergänzt. «Die App vergleicht

dann, zu welchem Preis dieses Fahrzeug bisher

gehandelt wurde, und gibt den Restwert

an», sagt Hablützel.

Danach wird der bereinigte Restwert ermittelt:

Der Zustand beziehungsweise die

Schäden werden dokumentiert und die geschätzten

Instandstellungskosten berücksichtigt.

Dazu können die Benutzer auch

gleich Fotos hochladen. Zusätzlich kann eine

gewünschte Marge hinterlegt werden. «In

einem optionalen dritten Schritt hat dann

beispielsweise der Verkaufsleiter die Möglichkeit,

den Preis freizugeben, anzupassen,

die Marge zu erhöhen und so weiter.» Es gibt

zwei Ansichten: Eine für die Kunden mit verdeckter

Marge und eine interne, bei der alle

Details ersichtlich sind.

Zum Abschluss erfolgt der Datenexport

zu Carauktion. «Wir stehen zudem in Verhandlungen

mit Partnern für zusätzliche

Schnittstellen», verrät Hablützel. Kurz: Mit

wenigen Klicks erfasst der Garagist das Occasionsfahrzeug,

verfügt sofort über den effektiven

Marktpreis und kann das Fahrzeug

gleich online zum Verkauf anbieten.

15 Monate Entwicklungszeit

Entwickelt wurde «ValueCheck» von Carit

Services, der in eine eigene Firma ausgelagerten

IT-Abteilung von Carauktion. «Damit

kann sie auch Drittanfragen beispielsweise

für eigene Verkaufsplattformen verwirklichen.»

Die Entwicklungszeit betrug 15 Monate.

Dabei entpuppte sich das automatische

Auslesen des Fahrzeugausweises als grösste

Schwierigkeit.

Mit der App habe man auf ein Bedürfnis

der Garagisten reagiert, betont Hablützel.

«Sie wollen den Zwischenhandel nicht auf

dem Platz und schnell über einen effektiven

Restwert verfügen.» Während die App selbst

kostenlos ist, wird pro Abfrage zwischen 6

und 8 Franken bezahlt. Alles was man dazu

braucht, ist ein Carauktion-Login. <

Parameter ohne Ende

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Kommunikation in der Werkstatt

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08.10.2019 in Buttisholz

10.10.2019 in Gossau

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Fahrzeugausweis fotografieren

«ValueCheck», die für Android und iOS

angeboten wird, ist logisch aufgebaut und

führt in vier Schritten zum Restwert. «Ganz

grundsätzlich gilt: Die App ist nicht nur ein

Restwertermittlungs-, sondern auch ein Datenerfassungstool»,

betont Hablützel. Zuerst

Weitere Infos unter:

carauktion.ch

Online-Anmeldung

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Hostettler Autotechnik AG

Telefon 041 926 62 35

E-Mail info@autotechnik.ch

AUTOINSIDE | Juni 2019


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Swica

Guter Schlaf als Basis für

Gesundheit und Wohlbefinden

Laut dem Bundesamt für Statistik hat bereits jeder Vierte Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Auf Dauer kann dies

krank machen. Erfahren Sie, wie man mit effektiven Tipps zu einem guten Schlaf zurückfindet. Ausserdem können Absenzen,

die professionell gemanagt werden, um bis zu 20 Prozent gesenkt werden.

Unregelmässige Arbeitszeiten, Stress und

Leistungsdruck können mögliche Gründe für

Schlafstörungen sein. Häufige Begleiterscheinungen

sind Reizbarkeit, Kopfschmerzen,

Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungsabfall.

Auf lange Sicht kann Schlafmangel

krank machen. Da unsere heutige

Leistungsgesellschaft dem Schlaf meist zu

wenig Priorität einräumt, wird das Krankheitsrisiko

oftmals unterschätzt.

Tipps für einen guten Schlaf

Wer unter Ein- oder Durchschlafstörungen

leidet, kann sich mit einfachen, aber effektiven

Tipps neue Gewohnheiten aneignen:

• Die Schlafenszeit eher verkürzen und immer

zur selben Zeit schlafen gehen (auch

am Wochenende), um den Schlafdruck

kontinuierlich aufzubauen.

• Lange Schlafzeiten am Tag vermeiden.

• Den Wecker ausser Sichtweite stellen,

um sich nicht nervös zu machen, wenn

man nicht einschlafen kann oder erwacht.

• Aufstehen, wenn die Wachphasen länger

andauern.

• Tagsüber aktiv bleiben und sich täglich

an der frischen Luft und im Tageslicht

bewegen.

• Am Abend mit einem Entspannungsritual

langsam zur Ruhe kommen.

• Kaffee, Schwarztee, Fruchtsäfte oder

andere anregende Getränke vor dem

Schlafen meiden.

• Vor dem Zubettgehen sollte ein aktivierender

Medienkonsum am Handy oder

im Internet vermieden werden.

Absenzenmanagement reduziert

Ausfälle

Absenzen infolge Krankheit oder Unfall

kosten Unternehmen viel Geld: Das SECO

schätzt die Kosten auf durchschnittlich

1100 Franken pro Tag. Fehlen Mitarbeitende

Vorteile für Unternehmen

Als AGVS-Mitglied profitiert Ihr Unternehmen

von verschiedenen Vorteilen:

• Finanzielle Sicherheit und massgeschneiderte

Lösungen: Krankentaggeld-,

Unfall und Krankenpflegeversicherung

• Betriebliches Gesundheitsmanagement:

Unsere Spezialisten analysieren die

Gesundheitsrisiken im Betrieb und

schlagen Ihnen individuelle Massnahmen

gegen Ursachen für Absenzen vor.

• Betreuung von erkrankten oder verunfallten

Mitarbeitenden: Mehr als 85

erfahrene Care Manager kümmern sich

um die optimale medizinische Behandlung

Ihrer Mitarbeitenden sowie deren Rückkehr

in den Arbeitsprozess.

• Attraktive Paketlösung in der kollektiven

Personenversicherung

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am Arbeitsplatz, bedeutet das mehr Arbeit

für die Kollegen. Dem Unternehmen entstehen

deswegen hohe Kosten. Denn auf

jeden Franken Lohnausfallkosten kommen

nochmals ein bis zwei Franken zusätzliche

Kosten, zum Beispiel für Qualitätseinbussen,

Überstunden der anwesenden Mitarbeitenden,

Wissensverlust sowie Erhöhung der Versicherungsprämien.

Ein professionelles Absenzenmanagement

lässt Führungskräfte gesundheitliche Probleme

frühzeitig erkennen. Dadurch werden

Fehlzeiten reduziert oder sogar verhindert.

Setzen Unternehmen diese Prozesse konsequent

um, können die Ausfälle um bis zu

20 Prozent gesenkt werden.

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darin, ein Absenzenmanagement

aufzubauen, und bietet auch sogenannte Module

an wie beispielsweise über den Schlaf,

die in Form eines Impulsreferats, Workshops

oder Check-ups gebucht werden können. <

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und Fitness

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AUTOINSIDE | Juni 201923


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Figas-Branchenspiegel

«Es bestehen grosse Unterschiede

zwischen den einzelnen Garagen»

Der Figas-Branchenspiegel attestiert den Markenhändlern ein solides Geschäftsjahr 2018. Jvan Hutter, Ökonom und Leiter

Business Management bei der Figas Autogewerbe-Treuhand der Schweiz, im Interview über Renditen, Elektromobilität und

die Schwierigkeiten für mittelgrosse Betriebe. Sandro Compagno

Herr Hutter, wie geht es dem Schweizer Garagisten heute?

Jvan Hutter, Leiter Business Management Figas: Generell hat sich

das Schweizer Autogewerbe trotz der starken Wettbewerbssituation

bedingt durch die grosse Modellvielfalt, die hohe Fahrzeugdichte,

veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, die voranschreitende

Digitalisierung oder ganz allgemein Strukturveränderungen, um einige

Beispiele zu nennen recht gut im Markt gehalten. Wie in den meisten

anderen Branchen besteht jedoch eine grosse Bandbreite, abhängig

von Faktoren wie Betriebsgrösse oder Kostenstruktur. Bei zahlreichen

Garagen führt die zunehmende Thematik der Digitalisierung und

Elektrifizierung sowie bevorstehende Nachfolgeregelungen zu gewissen

Unsicherheiten betreffend der zukünftigen strategischen Positionierung.

Im Figas-Branchenspiegel ist nachzulesen, dass die Eigenkapitalrendite

der Markenhändler durchschnittlich 4,9 Prozent erreicht hat.

Ist das aus Ihrer Sicht ein zufriedenstellender Wert?

Wir haben in den letzten fünf Jahren eine Steigerung von 2,6 auf 4,9

Prozent erlebt. Diese Entwicklung geht sicher in die richtige Richtung.

Der Wert ist solid, doch auch hier gibt es grosse Unterschiede zwischen

den einzelnen Unternehmen. Die Rentabilität konnte im Schnitt verbessert

werden, das Ergebnis des einzelnen Betriebs hängt jedoch teils

stark von der Erreichung der Zielvorgaben der Importgesellschaften

ab. Tendenziell haben die mittelgrossen Betriebe zurzeit am meisten

zu kämpfen. Die grösseren Betriebe können mit Massnahmen wie beispielsweise

Zentralisierung der Administration oder dank besseren

Einkaufskonditionen ihre Kostenstruktur verbessern. Kleinere Betriebe

haben oft eine sehr schlanke Organisation, was ebenfalls einen

positiven Effekt auf die Rentabilität hat. Dennoch ist die Renditefrage

Kurs: Finanzielle Führung in Garagenbetrieben

Kennen Sie die Finanzzahlen in Ihrem Unternehmen und wissen Sie, wie Sie

diese beurteilen müssen? Dieser Kurs der AGVS Business Academy richtet

sich an Inhaber, Geschäftsführer und Finanzverantwortliche von Garagenbetrieben,

die ihre Kompetenz in Finanz- und Controlling-Fragen auffrischen

oder vertiefen wollen. Sie lernen wichtige Finanzentscheide im Betrieb zu

beurteilen, vorzubereiten und durchzuführen.

Referenten:

André Frey (dipl. Wirtschaftsprüfer, Geschäftsführer Figas)

David Regli (dipl. Wirtschaftsprüfer, Leiter Wirtschaftsprüfung Figas).

Datum/Ort:

Dienstag, 5. November 2019, in der Mobilcity in Bern

Mittwoch, 6. November 2019, im AGVS Ausbildungszentrum in St. Gallen

Weitere Infos unter:

agvs-upsa.ch/de/berufsbildung/agvs-business-academy

sehr individuell zu beurteilen und hängt von verschiedenen Faktoren

ab: beispielsweise die Forderungen der Hersteller an die Standards oder

einzelne Investitionsentscheidungen des Händlers. Entscheidend für

Erfolg oder Misserfolg sind nicht zuletzt die Mitarbeitenden.

Was raten Sie Garagen mit ungenügender Eigenkapitalrendite?

Eine Möglichkeit, diese zu verbessern, besteht in der Reduktion

des Eigenkapitals, sei dies durch Dividendenbezüge oder Kapitalrückzahlungen.

Eine Verbesserung ist auf diese Weise aber nur möglich,

wenn die Fremdkapitalkosten tiefer sind als die Gesamtkapitalkosten.

Ferner ist darauf zu achten, dass Eigen- und Fremdkapital in einem

gesunden Verhältnis bleiben, damit es bei den Kreditkonditionen

keine bösen Überraschungen gibt. Auch im Hinblick auf eine Nachfolgeregelung

kann es unter Umständen Sinn ergeben, das Eigenkapital

zu reduzieren, damit der dadurch tiefere Unternehmenswert

für einen Käufer besser finanzierbar wird.

Die Daten im Figas-Branchenspiegel stammen aus Betrieben, die im

Verkauf einen direkten Verkaufsvertrag mit einem Importeur haben.

Was bedeutet der Branchenspiegel für die freien Garagen und die

Betriebe, die sich einem Garagenkonzept angeschlossen haben?

Ihnen dient der Branchenspiegel als Informationsinstrument, in

welcher Bandbreite sich die Branche bewegt. Diese Vergleichsmöglichkeit

bietet keine andere Publikation der Branche. Der Branchenspiegel

unterstützt die Garagisten darin, den eigenen Betrieb kritisch zu

durchleuchten, die eigenen Stärken und Schwächen zu analysieren

und entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Wir stellen immer

wieder fest, dass besonders bei den kleineren Betrieben oft entsprechende

Controlling-Instrumente fehlen.

Eine grundsätzliche Frage zum Branchenspiegel: Sie bieten eine Fülle an

Zahlen für jeden betriebswirtschaftlichen Bereich in einer Garage. Was

aber fängt der einzelne Garagist mit diesen Durchschnittszahlen an?

Für das strategische Management und den nachhaltigen Erfolg

eines Unternehmens ist es wichtig, die Entwicklungen und finanzwirtschaftlich

wichtigen Zahlen zu kennen und zu analysieren. Der

Branchenspiegel ermöglicht den Vergleich des eigenen Betriebs mit

den Durchschnittswerten der Mitbewerber. Wir empfehlen, die Analysen

mit einem Fachmann zu besprechen und die entsprechende

Positionierung sowie die Umsetzung im eigenen Betrieb festzulegen.

Das Autogewerbe befindet sich in einem fundamentalen Wandel.

Welche Betriebe werden überleben und welche werden in den

nächsten Jahren in Schwierigkeiten geraten?

Einerseits wird es für die kleinen Betriebe voraussichtlich

schwieriger, mit dem rasanten technischen Wandel Schritt zu halten.

24

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Andererseits wird der dominierende Anteil der Fahrzeuge nach wie

vor mit Verbrennungsmotoren ausgerüstet sein, die gewartet werden

müssen. Dies wiederum ist eine Chance für die kleineren und freien

Garagisten. Bereits heute suchen Besitzer von älteren Fahrzeugen nicht

mehr zwingend den Markenhändler auf, sondern oft freie Garagisten

oder solche, die sich einem Konzept angeschlossen haben. Grundsätzlich

wird es für jene Betriebe schwierig, denen es nicht gelingt, geeignete

Fachkräfte zu finden beziehungsweise der Aus- und Weiterbildung

zu wenig Beachtung schenken.

Im Neuwagenhandel rät die Figas zu «vereinten Anstrengungen»,

um die Volumenvorgaben der Importeure zu erreichen. Wird der

Konzentrationsprozess im Schweizer Autogewerbe weitergehen?

Der Neuwagenanteil liegt seit über 30 Jahren auf konstantem Niveau.

Das Automobilgewerbe wird sich jedoch voraussichtlich nachdrücklicher

und schneller verändern als in der Vergangenheit. Man kann

diese Entwicklung als «dynamisches Umfeld» beschreiben oder auch

das Kind beim Namen «Verdrängungsmarkt» nennen. Es wird immer

wichtiger werden, die Vorgaben der Hersteller zu erfüllen. Dadurch

ist es denkbar beziehungsweise absehbar, dass sich die Konzentration

auf grosse Händlergruppen weiter fortsetzen wird. Ich meine damit

regionale Kompetenzzentren in Bereichen wie Elektrifizierung,

Verwaltung, Ausbildung oder Logistik. Neuerdings ist auch festzustellen,

dass ausländische Investoren im Automobilgewerbe in der

Schweiz aktiv werden. Für die kleineren und mittleren Betriebe besteht

hier sicher die Herausforderung die notwendigen Investitionen selber

aufzubauen oder sich einem Verbund anzuschliessen, um an den Synergieeffekten

zu partizipieren. Kleinbetriebe dürften sich über kurz

oder lang aus dem Neuwagenverkauf zurückziehen und sich einem

Werkstattkonzept anschliessen.

der verfügbaren Stromversorgung, der Verkehrspolitik und von

politischen Lenkungsmassnahmen. Die Tendenz zur Elektromobilität

wird sich in absehbarer Zeit sicher beschleunigen, allerdings werden

wir neben rein elektrisch betriebenen auch eine zunehmende Zahl

von Hybridfahrzeugen erleben. Diese Fahrzeuge sind parallel zum

Elektromotor immer noch mit einem Verbrennungsmotor ausgerüstet.

Wir gehen davon aus, dass der Verbrennungsmotor voraussichtlich

noch lange die dominierende Technologie bleiben wird. Ob und wann

es allenfalls zu einer kompletten Wende zur E-Mobilität kommt, lässt

sich heute unmöglich vorhersagen. Trotzdem wird die grosse Herausforderung

der Garagisten darin liegen, die notwendigen Anpassungen

umzusetzen und die entsprechenden Fachleute sicherzustellen. Mit

der zunehmenden Elektrifizierung fallen heute relevante Margenträger

wie Motorenöle sowie diverse Ersatzteile

weg und müssen durch neue

Geschäftsfelder kompensiert

werden. Bevor wir soweit sind,

spielen Themen wie Kostenreduktion

und Optimierung

der Einkaufs- und Verkaufsstrukturen

weiterhin eine

deutlich wichtigere Rolle. <

Jvan Hutter ist Leiter Business

Management bei der Figas.

Die Umsätze bei den Werkstattarbeiten konnten seit 2014 kontinuierlich

gesteigert werden. Auch die Bruttogewinne im Aftersales

sind angestiegen. Wann wird hier die Elektrifizierung zu einer

Abschwächung führen?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, aber natürlich in

erster Linie von der Entwicklung des Marktanteils der elektrisch

angetriebenen Fahrzeuge. Und die wiederum wird beeinflusst von

Der B2B Marktplatz der Schweiz

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AUTOINSIDE | Juni 201925


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Mentaltraining: Stark im

Sport erfolgreich im Beruf

Mentaltraining umfasst eine Vielzahl psychologischer Methoden, mit denen die kognitiven Fähigkeiten, die Belastbarkeit

oder das Selbstvertrauen eines Menschen gefördert und gesteigert werden können. Ziel ist es, mentale Stärke zu erlangen,

also mit Druck, herausfordernden Situationen und Misserfolgen besser umgehen zu können. Das grundlegende Prinzip ist

das Training: Werden gezielt und regelmässig Reize auf mentaler Ebene gesetzt, sind die Effekte auch auf körperlicher und

emotionaler Ebene wirksam und spürbar. Mentaltraining funktioniert also nicht von heute auf morgen. Doch mittel- und

längerfristig lohnt sich der Aufwand umso mehr.

Und wie funktioniert Mentaltraining?

Mentaltraining baut darauf auf, dass unser

Gehirn nicht zwischen realen und imaginären

Situationen unterscheidet. Das ist der

Grund, warum uns beim Gedanken an unser

Lieblingsessen das Wasser im Mund zusammenläuft

oder warum es uns die Nackenhaare

aufstellt, wenn wir uns vorstellen, durch

ein dunkles Fenster beobachtet zu werden.

So können wir unser Verhalten und die daraus

resultierenden Emotionen in herausfordernden,

bedrohlichen oder anstrengenden

Situationen so lange in unserer Vorstellung

trainieren, bis sich die gewünschte Reaktion

darauf auch im realen Leben einstellt.

Wer wendet Mentaltraining an?

Sportlerinnen und Sportler wenden Mentaltraining

schon seit Jahrzehnten an. Ursprünglich

ging es primär darum, bestimmte

Bewegungsabläufe mental zu trainieren und

damit das körperliche Training zu ergänzen.

Heute wird im Profisport das gesamte Spektrum

an Techniken und Methoden angewendet,

um im entscheidenden Moment das volle

Leistungspotenzial abrufen und gesteckte

Ziele erreichen zu können. Wenn sich Stan

Wawrinka nach einem gelungenen Schlag

mit dem Zeigefinger an die Schläfe tippt, Lara

Gut vor dem Rennstart mit geschlossenen

Augen mental durch die Slalomstangen fährt

oder die neuseeländischen Rugbyspieler auf

dem Platz ihren Haka-Tanz aufführen, dann

sind das keine spontanen Handlungen, sondern

sorgsam eingeübte Verhaltensweisen,

die einen positiven Effekt auf die psychische

und physische Leistungsfähigkeit haben.

Auch im Bereich der Regeneration gibt es

Methoden des Mentaltrainings, die im Sport

und im Berufsalltag praktiziert werden. Sehr

verbreitet ist etwa das autogene Training,

ein auf Autosuggestion beruhendes Entspannungsverfahren.

Kann man Mentaltraining auch im

Beruf anwenden?

Natürlich, und diese Erkenntnis setzt

sich in der Arbeitswelt immer stärker durch.

Als Arbeitnehmende/-r ist man ja gewissermassen

ein Athlet im Dienste des Arbeitgebers.

Auch im Berufsalltag gilt es, zu einem

bestimmten Zeitpunkt die bestmögliche

Leistung abrufen zu können, also den Anforderungen

und Herausforderungen seiner

beruflichen Stellung gerecht zu werden. Viele

der mentalen Strategien, die Profisportler

nutzen, können auch von beruflich (oder privat)

stark engagierten Menschen erfolgreich

und effektiv angewendet werden.

Welche Techniken gibt es, und wie

wendet man sie an?

Die Auswahl an Methoden und Techniken

des Mentaltrainings ist gross. Das

nachfolgende Beispiele ist weit verbreitet

und findet sowohl im Sport als auch in der

Arbeitswelt Anwendung.

Die Ankertechnik

Bei der Ankertechnik geht es darum,

einen positiven inneren Gefühlszustand mit

einem «Anker» gewissermassen im Hirn

festzumachen. Beim Anker kann es sich um

ein Wort oder eine Geste handeln, aber auch

um ein Musikstück, eine Farbe oder einen

Ort. Beim Mentaltraining holt man nun innerlich

dieses positive Gefühl zurück und

verbindet es bewusst mit einem passenden

Anker. Sitzt dieser fest genug, funktionieren

die neuronalen Verbindungen in beide Richtungen:

Jetzt löst der Anker das Gefühl aus.

Beispiel aus dem Sport

Als der deutsche Profiboxer Henry Maske

2007 nach mehr als zehn Jahren Wettkampfpause

ein letztes Mal für einen WM-Kampf in

den Ring stieg, wählte er eine Melodie als Einlaufmusik,

die er Jahre zuvor auf einer Achterbahnfahrt

im Europa-Park Rust gehört hatte.

Die Musik rief ein derart starkes positives Gefühl

hervor, dass Maske die Melodie wählte,

um für den Kampf in Stimmung zu kommen.

Es klappte: Im Alter von 43 Jahren wurde

Maske ein letztes Mal Box-Weltmeister.

Anwendung im Beruf

Ob für den perfekten Start in den Arbeitstag

oder gezielt vor einem wichtigen Meeting

oder einer Präsentation: Anker erzeugen

positive Gefühle und helfen, in die richtige

Stimmung zu kommen, um Leistung abrufen

zu können. Oft reicht schon eine diskrete

Geste, ein Wort oder der Gedanke an einen

bestimmten Ort.

vivit, das Kompetenzzentrum für Gesundheit

und Prävention, unterstützt Sie und Ihre

Mitarbeitenden dabei, diese Techniken zu

traineren. <

Weitere Infos unter:

vivit.ch

AUTOINSIDE | Juni 201927


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Kulturwandel

Von der Familienkapelle

zum Rock-Orchester

Die Hostettler Group vollzieht momentan den Wandel vom Familienbetrieb in einen Konzern. Dies hat grosse Auswirkungen

auf die Firmenkultur. André Bissegger

«Sehr komplexe Phase», «enorme Herausforderung»,

«durchgeschüttelt», «Konflikte»,

«Spagat», «riesige Chance». Wenn Peter Hostettler,

operativ tätiger Mitbesitzer der Surseer

Hostettler Group, über die vergangenen Jahre

spricht, sprudelt es nur so aus ihm heraus.

Er und das Unternehmen haben viel durchgemacht.

«Wir wandeln uns momentan von

einem grossen Familienbetrieb mit über 700

Mitarbeitern in einen kleinen Konzern. Das

ist eine riesige Challenge sowohl für die Mitarbeiter

und Kunden als auch für mich persönlich»,

sagt der 57-Jährige, der seit 41 Jahren im

Unternehmen tätig ist. 28 Jahren davon leitete

er den Bereich Bike und Sport.

Zentralschweizer Traditionsfirma

Die Hostettler Group ist eine der Traditionsfirmen

der Zentralschweiz. 1906 als Familienbetrieb

gegründet, wuchs die Gruppe

stetig heute gehören 13 Unternehmen dazu.

Sie ist international und in den Bereichen Motorrad,

Automobil, Gartengeräte, Consumer

Electronics und Fahrrad tätig. Bezüglich Organisation

konnte das Unternehmen mit der Entwicklung

jedoch nicht immer ganz mithalten.

«Wir hatten viel Erfolg, weil wir früher

vieles richtig gemacht hatten. Aber wir hatten

auch den Bezug zu den Kunden etwas verloren.

Uns war klar, dass wir den nächsten

Schritt machen müssen», betont Hostettler.

«Das war nicht einfach und es gab Konflikte.»

Heute sei der Wandel zu 80 Prozent abgeschlossen,

die Firma schneller, jünger und

flexibler und quasi «geupdatet». Er freue sich

nun auf das, was noch komme.

Peter Hostettler, operativ tätiger Mitbesitzer der Hostettler Group, sammelt Zeitzeugen der Rockgeschichte.

Flexible und weniger flexible Mitarbeiter

Begonnen hat der Wandel mit dem Tod

seines Vaters 2013. «Eine Woche später habe

ich zusammen mit meinem Cousin Christian

Hostettler übernommen. Wir konnten uns

nicht vorbereiten; es ging alles so schnell»,

sagt er. Seither hat sich in der Hostettler

Group viel geändert: 2015/16 gab es beispielsweise

ein neues Betriebssystem, im Moment

wird die Logistik neu ausgerichtet und das

Yamaha-Händlernetz bereinigt. Auch eine

Online-Strategie existierte damals nur im Bereich

Bike und Sport und das Unternehmen

stieg 2016 selbst ins Retail-Geschäft ein. Die

IT-Abteilung beispielsweise wuchs von zwei

auf heute 14 Personen. Mit Pascal Lütolf wurde

2016 erstmals ein familienexterner Group-

CEO ernannt. Christian Hostettler ist leider

Anfang 2018 verstorben.

«Rockmusik und Motorräder»

Ebenfalls neu: flexible Arbeitszeiten.

«Diese mussten wir einführen, sonst hätten

wir nur schwer Mitarbeiter gefunden», sagt

Hostettler, der nach eigenen Angaben für

«Rockmusik und Motorräder» lebt. In seinem

Büro stehen Gitarren von Eric Clapton, Led

Zeppelin oder AC/DC, an den Wänden hängen

von berühmten Sängern auf Papier gekritzelte

Songtexte. Seine neuste Errungenschaft: ein Mikrofon

von Elvis Presley. Wer durch den topmo-

28

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BETRIEBSWIRTSCHAFT

dernen und erst kürzlich neu eröffneten Yamaha-Flagshipstore

im Untergeschoss schlendert,

stösst auf seltene Motorräder und Accessoires.

«Ich bin von Sternzeichen Eichhörnchen», sagt

der Patron lachend über seine Sammelwut.

Während sich die meisten Mitarbeiter

rasch an die flexiblen Arbeitszeiten gewöhnten

und Freude daran haben, stiessen andere

Veränderungen auf weniger Gegenliebe.

Teilweise gab es falsche Erwartungen. Das

Unternehmen hat laut Hostettler viel unternommen,

um die Mitarbeiter abzuholen: Sie

konnten in altersdurchmischten Arbeitsgruppen

aktiv mitarbeiten und wurden in die

Prozesse integriert. Dabei habe er festgestellt,

dass das körperliche und das mentale Alter

nicht immer gleich sei. «Einige Junge waren

teilweise weniger flexibel als ältere.»

Neue Funktionen und Trennung

«Die Umstellung kann man nur mit einem

Mix aus Alt und Jung schaffen», erklärt Hostettler.

Die Jungen seien in der Regel offen,

risikofreudiger, hätten Know-how und spürten

Trends. «Die älteren Mitarbeiter braucht

es aber auch wegen ihrer Erfahrung und

Ruhe.» Trotzdem wollten oder konnten nicht

alle Mitarbeiter den Schritt machen und verliessen

die Firma oder mussten sie verlassen.

Das sei teilweise «dramatisch» gewesen, da

es sich auch um langjährige Kollegen handelte.

«Wir haben allen eine Chance gegeben und versucht,

die beste Lösung zu finden. Aber wenn

sie nicht wollten, dann ging es halt nicht. Heute

kann man wegen dem grossen Druck nicht

mehr lange zuschauen.» Wieder andere erhielten

durch die Umstellung neue Funktionen.

«Flexibilität ist das, was wir von den Mitarbeitern

verlangen», betont Hostettler.

Keine externe Hilfe

«Unsere grösste Schwierigkeit war, dass

alles gleichzeitig passieren musste», sagt er.

Es sei wie eine Lawine gewesen: Ein Schritt

habe sofort weitere Schritte ausgelöst. Hostettler

wurde «kräftig durchgeschüttelt», sagt

der passionierte Motorradfahrer. «Zum Glück

konnten wir es uns finanziell leisten.»

Der Treuhänder seines Vaters habe sie vorgewarnt:

«’Das wird ganz heftig’, sagte er zu

uns. ‘Versuchen Sie nicht, die Bratwurst quer

zu essen’.» Man habe die Tendenz, alles ändern

zu wollen. Das sei aber gar nicht möglich.

Zudem müsse man akzeptieren, dass es

Fehlentscheide und -besetzungen gebe.

Den Wandel hätten sie schliesslich zusammen

mit langjährigen Mitarbeitern geschafft.

Auf externe Hilfe verzichteten sie jedoch.

«Wir hatten einmal drei Berater. Aber das

ging nicht gut», sagt Hostettler. «Einen Familienbetrieb

in dieser Grösse kann ein externer

Berater gar nicht nachvollziehen.» Dazu komme,

dass Hostettler keine einfache Kultur

habe. «Bei uns steckt viel Familie drin. Damit

können die modernen Manager nur schwer

umgehen.» Gleichzeitig gibt es einen Spagat

zwischen teilweise noch sehr konservativen

Kunden und sehr digitalaffinen, liberalen.

«Wir passen in kein Schema.»

«Charme nicht verlieren»

Für Hostettler war wichtig, die Traditionen

dort beizubehalten, wo es ging aber auch

den Mut zu haben, mit ihnen zu brechen,

wenn es notwendig war. «Man muss die Dinge

in Frage stellen.»

Auch die eigene Nachfolge muss schon

bald eingeleitet werden. Hostettler sieht hier

zwei Möglichkeiten für die Zukunft des Unternehmens:

den Übergang in einen managementgeführten

Familienbetrieb oder den Verkauf

der kompletten Gruppe. Dabei favorisiert

Fortsetzung Seite 30

Marcel Stocker, René Köchlin, Tobias Graf und Simon Stöckli (v. l.) haben den Wandel miterlebt und geprägt.

AUTOINSIDE | Juni 201929


BETRIEBSWIRTSCHAFT

er klar ersteres. «Das Unternehmen darf den

Charme nicht verlieren. Bei einem Verkauf

verliert es meistens seine Seele.» Die wichtigste

Frage sei sowieso, was die beste Lösung

für die Mitarbeiter sei.

«Von Stoffhosen zu Jeans»

Die Mitarbeiter liegen Hostettler am Herzen.

Sie waren es auch, die den Umbruch

hautnah miterlebten. «Am Anfang war es

turbulent, die Verunsicherung gross und der

Wandel enorm», blickt Simon Stöckli zurück.

Er ist seit seiner Ausbildung im Jahr 2007 im

Betrieb und heute Teamleiter des Einkaufs.

«Quasi von Stoffhosen und Siezen zu Jeans

und Duzis.» Sie hätten klassisch wie in der

Theorie die sieben Phasen der Veränderung

durchgespielt Schock, Verneinung, Einsicht,

Akzeptanz, Ausprobieren, Erkenntnis und Integration.

Allerdings betont auch er, dass der

Umbruch mit neuem Blut und frischen Ideen

notwendig gewesen sei, «um den Tunnelblick

wegzubringen.»

Dies bestätigt Marcel Stocker, Leiter Automotive.

Er arbeitete während sechs Jahren

bei Hostettler, ging dann weg und kam im

vergangenen September zurück also mitten

im Prozess. «Ich habe das Unternehmen

schon noch wiedererkannt. Aber früher war

es eine andere Welt. Es gab beispielsweise fast

keine Management-Strukturen», sagt er. Alle

hätten mit viel Herzblut und gesundem Menschenverstand

gearbeitet, darum habe es auch

funktioniert. «Jetzt haben wir Prozesse und

Strukturen und können schneller reagieren.»

Eigenschaften wie Kundennähe, Bodenständigkeit,

eine gewisse Hemdsärmeligkeit

und Flexibilität hätten sie zudem bewahren

können. Dies auch, weil viele langjährige

Mitarbeiter dem Betrieb treu geblieben seien.

Hostettler werde als Arbeitgeber geschätzt,

die Loyalität sei gross. «Gegangen sind eher

diejenigen, die direkt während dem Prozess

zum Unternehmen kamen.»

Verunsicherung und Unmut

Zwei, die mitten im Umbruch dazukamen

und geblieben sind, sind Tobias Graf, Leiter Verkauf,

und René Köchli, Leiter Category Management.

Sie erlebten eine intensive Zeit, die Leute

seien teilweise geschockt gewesen und die Verunsicherung

spürbar. Er habe viele Einzelgespräche

geführt und versucht, die Leute mit ins Boot

zu holen, sagt Köchli. «Das war sehr spannend.»

«Teilweise habe ich auch Unmut gespürt.

Aber die Mitarbeiter haben schnell gemerkt,

dass die Leute, die von Aussen kamen, es gut

meinen», ergänzt Graf. Es habe sich rasch eingespielt

und man habe ihnen Vertrauen entgegengebracht.

«Es war aber nicht einfach:

Einige haben der guten alten Zeit nachgetrauert.»

Inzwischen sei die Stimmung viel offener

und Leute untereinander näher als noch

vor zwei Jahren.

Dies sieht auch Stocker so. «Jetzt ist Ruhe

eingekehrt», sagt er. Es gebe zwar noch einige

Baustellen und benötige teilweise noch

Fine-Tuning, aber die Mitarbeiter würden

mitziehen und hätten noch immer Kraft und

Ausdauer. «Wir haben natürlich noch Potenzial,

aber es geht uns gut. Das Wichtigste: Wir

haben es geschafft, wichtige und fundamentale

Veränderungen umzusetzen und sind

schlussendlich als Unternehmen wie auch als

Team gestärkt daraus hervor gegangen», fasst

er zusammen. <

Weitere Infos unter:

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Der topmoderne Yamaha-Flagshipstore bietet auch Platz für Unikate vergangener Tage.

30

Juni 2019 | AUTOINSIDE


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BETRIEBSWIRTSCHAFT

Neue Wege in verändertem Umfeld: Gregor Eckert. stellvertretender Geschäftsführer der NS Autoersatzteile AG und Präsident der UGS.

Autogewerbe im Wandel

Neue Ideen, wenn das

Kerngeschäft harzt

Wachstum bei der Elektromobilität, zunehmende Digitalisierung, steigende Auflagen der Importeure: Das Leben der Schweizer

Garagisten wird härter. Welche Möglichkeiten bleiben, wenn die Umsätze im Kerngeschäft rückläufig sind? Sandro Compagno

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Diplomarbeit, die Gregor

Eckert im September 2018 der Universität St. Gallen (HSG) vorlegte.

Eckert ist stellvertretender Geschäftsführer der NS Autoersatzteile AG

in Langendorf SO und Präsident der Union der freien Fahrzeugteile-

Grossisten (UGS). Seine Diplomarbeit war Teil seiner Ausbildung zum

diplomierten Vertriebsleiter HSG.

«Der Automobilmarkt verändert sich rasant», erklärt Gregor Eckert

im Gespräch mit AUTOINSIDE. «Meine Arbeit beschäftigt sich mit

der Fragestellung, welche Kompetenzen dem Unternehmen bleiben,

sofern man das Kerngeschäft ausblendet, und ob sich aus dem Verbleibenden

ein neues Kerngeschäft generieren lässt.» Ziel sei das

Aufspüren von neuen Geschäftsfeldern, in denen man seine teilweise

während Jahrzehnten erworbenen Kernkompetenzen gewinnbringend

und zukunftsträchtig einbringen kann.

«Wo finde ich einen Mehrwert oder Zusatznutzen?»

Eckert ist seit 17 Jahren im Autogewerbe tätig. Entsprechend floss

viel von seiner Erfahrung in die Diplomarbeit ein exemplarisch auf

einen Autoersatzteil-Grossisten gemünzt. Doch das Modell ist auf

jede Branche und jeden Geschäftsbereich anwendbar: «Auf den freien

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Juni 2019 | AUTOINSIDE


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Garagisten bezogen könnte die Fragestellung in etwa lauten: Die Erlöse

im Kerngeschäft Reparatur und Wartung stagnieren oder sind rückläufig.

Was kann ich tun? Wo finde ich einen Mehrwert beziehungsweise

Zusatznutzen für bestehende und potenziell neue Kunden?»

Die Gründe für wirtschaftliche Probleme eines Garagenbetriebs

können mannigfaltig sein: stetig längere Garantiefristen bei Neuwagen,

längere Service-Intervalle, ein Rückgang der Unterhaltsarbeiten

mit dem Aufkommen der Elektromobilität oder auch

erodierende Margen im Neuwagenverkauf, um nur einige zu nennen.

Natürlich hat man als Unternehmer die Möglichkeit, neue Produkte

in ein bestehendes Angebot aufzunehmen. Aber das sind oft operative

Entscheide. Eckerts Modell geht weiter: Er richtet in seiner 69 Seiten

umfassenden Arbeit den Fokus auf mittel- bis langfristige Transformation.

Die Arbeit lehnt sich an das «Customer Value»-Modell von

Professor Christian Belz von der HSG an.

Vierstufiger Phasenplan

Ein wesentlicher Teil der Arbeit ist der von Eckert entwickelte

Phasenplan. In der ersten Phase werden die bestehenden Kernkompetenzen

aus dem Leistungsangebot ausgeklammert, Eckert

nennt diesen Prozess «Extrahieren». «Damit sollen erste Ideen für

ein allfälliges neues Kerngeschäft generiert werden.»

In der zweiten Phase werden die erwähnten Kernkompetenzen

neutral, also branchenunabhängig, umformuliert und zusammengefasst.

In der dritten Phase geht es darum, die neutral formulierten

Begriffe einem allfällig neuen Bedarf gegenüberzustellen. Grundlage

dafür ist eine umfassende Marktanalyse. Eckert: «Diese Analyse

basiert einerseits auf statistischen Daten, aber auch auf verschiedenen

Experteninterviews.» Ob sich durch das neue Kerngeschäft zusätzlich

eine USP, ein Alleinstellungsmerkmal, ergibt, wird am Schluss der

Analyse ersichtlich.

Stimmen die Kernkompetenzen mit dem Marktbedarf überein,

wird in einer abschliessenden vierten Phase das neue Kerngeschäft

definiert. Eckert nennt diese Phase «Interkalation» und erklärt das ungewohnte

Fremdwort mit einem Schmunzeln: «Es hat mich einiges

an Rechercheaufwand gekostet, bis ich den passenden Begriff gefunden

habe.» Der Begriff Interkalation stammt aus dem Lateinischen

(intercalare = einschieben) und beschreibt den chemischen Prozess,

bei dem Moleküle, Ionen (seltener auch Atome) in chemische Verbindungen

eingeschoben werden, ohne deren Struktur wesentlich zu

verändern.

Eckert: «Und genau darum geht es: Die Kernkompetenzen werden

aus dem bestehenden Kerngeschäft in ein neues verschoben.» Die

Kernkompetenz des Unternehmens wird dabei nicht verändert.

«Customer Value»

Der «Customer Value» ist der von einem Kunden beim Kaufentscheid

tatsächlich wahrgenommene Nutzen. Es gilt: Ein Kunde entscheidet

sich unter Wettbewerbsbedingungen immer für den Anbieter, der ihm

den höchsten von ihm tatsächlich wahrgenommenen Nutzen bietet.

Der Kundennutzen ist damit eine der zentralen Orientierungsgrössen

des Marketings.

Die im Modell dargestellten Massnahmen und Empfehlungen

basieren auf verschiedenen Kontrollfragen:

Kunden: Welche Kundengruppen sind zu unterscheiden? Welche

aktuellen und zukünftigen Ansprüche stellen die gewählten Kunden?

Welche Zusammenarbeit lässt sich mit Kunden verwirklichen?

Konfiguration: Wie lassen sich Leistungssysteme konfigurieren, um

spezifische Vorteile für Kunden und Anbieter zu schaffen?

Kommerzialisierung: Wie werden Finanzierungen durchgesetzt?

Wie werden Erträge generiert? Welche Wachstumsstrategien sind

sinnvoll?

Kompetenz: Wie definieren wir die erforderlichen Kernkompetenzen?

Wie gewinnen und binden wir qualifizierte Mitarbeitende? Welche

(eigenen und fremden) Infrastrukturen sind erforderlich?

Kooperation: Mit welchen Kooperationspartnern arbeiten wir zusammen?

Kommunikation: Wie lässt sich über das Geschäftsmodell mit

wichtigen Anspruchsgruppen kommunizieren?

Eckert: «Beste Voraussetzungen»

Die Schweizer Garagisten seien prädestiniert für solche Veränderungsprozesse,

ist Eckert überzeugt: «Garagisten sind intelligente,

vernetzt denkende und kundenorientierte Persönlichkeiten. Sie besitzen

die besten Voraussetzungen, ihre bestehenden Kernkompetenzen

in ein allfällig neues Kerngeschäft zu interkalieren.» Er denke

da an Themen wie den Wandel weg von Reparatur- und Schadenbewirtschaftungen

hin zur Etablierung als regionaler Mobilitätspartner

(«Das schliesst Reparaturen von Fahrzeugen nicht aus.»),

wie Sharing-Lösungen oder wie den Ausbau von Kooperationen

mit Institutionen wie Versicherungen und Behörden.

Das schönste Konzept bleibt ein Papiertiger, wenn daraus kein

Massnahmenplan entsteht und keine Umsetzung erfolgt. Als stellvertretender

Geschäftsführer der NS Autoersatzteile hat Eckert die

Arbeit in der eigenen Unternehmung einem Praxischeck unterzogen.

Ausgehend von den NS-Kernkompetenzen Logistik und Distribution

bietet der Autoersatzteilhändler neu seine Dienste als regionaler

Logistik-Dienstleister an. Erste Resultate sind ermutigend. <

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AUTOINSIDE | Juni 201933


BETRIEBSWIRTSCHAFT

Online-Bewertungen

«Ein Schaufenster für die

eigenen Dienstleistungen»

12 500 Bewertungen haben Kunden von Schweizer Garagisten auf Autoscout24 hinterlassen. Die allermeisten davon seien

positiv, sagt Pierre-Alain Regali. Der Director der grössten Fahrzeugplattform der Schweiz über die neue Funktion:

«Konsumenten suchen nach Orientierung und Unterstützung». Sandro Compagno

Herr Regali, seit Herbst 2018 haben Kunden von Autoscout24 die

Möglichkeit, ihre Garage zu bewerten. Welches erste Fazit ziehen Sie?

Pierre-Alain Regali, Director Autoscout24: Im August letzten

Jahres haben wir die Anbieterbewertung lanciert und mittlerweile

bereits über 12 500 Bewertungen auf unserer Plattform gesammelt.

Damit kommen wir unserem Ziel ein möglichst transparentes Bild

des Automobilmarktes aus Kundensicht darzustellen immer näher.

Aber das ist jetzt erst der Anfang. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich

die Anbieterbewertung auf Autoscout24 dynamisch weiterentwickelt.

Wie gut sind unsere Garagen?

Sehr gut sind sie! Die über 12 500 Bewertungen liegen durchschnittlich

bei 4,6 von 5 Sternen und sind somit sehr gut. Ich bin

mir sicher, dass die meisten Händler erkannt haben, dass die Bewertungen

ein Schaufenster für die eigenen Dienstleistungen sind

und ihre Glaubwürdigkeit weiter stärken können.

Was waren die Beweggründe seitens Autoscout24 für die Einführung

dieser Bewertungsfunktion?

Konsumenten suchen heute im Internet nach Orientierung und

Unterstützung für ihre Kaufentscheidungen. Online-Feedbacks oder

Bewertungen spielen hier eine immer wichtigere Rolle. Mit der Anbieterbewertung

unterstützen wir die Automobilbetriebe weiter bei

der direkten und digitalen Kundenkommunikation und schaffen für

alle Marktteilnehmer einheitliche und faire Rahmenbedingungen.

Es fällt auf, dass auch einige grosse Händler die Funktion

deaktiviert haben. Kennen Sie die Gründe?

Die Anbieterbewertung wurde bei der Einführung standardmässig

für alle Händler aktiviert. Wir haben beobachtet, dass hauptsächlich

Anbieter, die sich einer grossen Gruppe angeschlossen haben, dazu

neigen, die Funktion zu deaktivieren. Ihnen ist es vor allem wichtig,

die Bewertungen in ihre Systeme einbinden und verwalten zu können.

Wir arbeiten daher eng mit diesen Partnern zusammen, um ihnen die

benötigten Schnittstellen zur Verfügung zu stellen.

Erkennen Sie Muster, wer der neuen Funktion offener gegenübersteht

und wer sie eher ablehnt? Anders gefragt: Gibt es Unterschiede

zwischen den Sprachregionen, Stadt/Land, kleinen und

grossen Betrieben?

In den Feedbacks, die wir erhalten haben, konnten wir keine

speziellen Muster feststellen. Bei jenen Partnern, die sich negativ

geäussert haben, war oft die Sorge vor ungerechtfertigten oder

schlechten Bewertungen ausschlaggebend. Diese Partner kann ich nur

dazu ermuntern, etwas Zeit verstreichen zu lassen und Bewertungen

zu sammeln. Je mehr Bewertungen vorhanden sind, desto mehr

relativieren sich schlechte oder ungerechtfertigte Bewertungen.

Wie versuchen Sie mehr Garagen von der neuen Funktion zu überzeugen?

Planen Sie Aktionen oder Incentives, um mehr Händler

davon zu überzeugen, die Funktion zu aktivieren?

Für uns geht es vor allem darum, die Händler davon zu überzeugen,

dass die Anbieterbewertung für sie eine Chance darstellt. Es

ist sehr wichtig für Anbieter, auf Bewertungen einzugehen und diese

konstruktiv zu beantworten, auch wenn sie vielleicht emotional sind.

Eine konstruktive Antwort demonstriert Initiative des Händlers und

kann so sein Image, seine Transparenz und seine Glaubwürdigkeit

verbessern. Selbstverständlich unterstützen wir die Anbieter bei der

Beantwortung ihrer Fragen.

Auf Plattformen wie Amazon oder eBay sind positive Bewertungen

der Käufer wichtig für den Verkaufserfolg. Aber die funktionieren

anders: Wenn ich ein Buch bei Amazon bestelle, mache ich damit

nicht zuerst eine Probefahrt. Braucht es die Bewertungen auf

Autoscout24 überhaupt?

Wir leben in einer digitalen Welt, in der Transparenz eine enorm

wichtige Rolle spielt und Vertrauen schafft. Menschen suchen auf alle

möglichen Fragen Antworten im Internet, so auch beim Entscheid,

ein Auto zu kaufen oder in den Service zu bringen. Dabei sorgen Bewertungen

für Transparenz und schaffen Glaubwürdigkeit. Es kommt

also gar nicht so sehr darauf an, ob jemand ein Auto bei einem Händler

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nur Probe fährt, kauft oder in den Service bringt. Wichtig ist, dass

derjenige, der die Bewertung abgibt, überhaupt mit dem Händler in

Kontakt war. Das ist für unsere Bewertungen Voraussetzung. Genau

das hebt die Anbieterbewertung beispielsweise von Bewertungen

auf Google oder Facebook ab und sorgt für eine faire und vertrauenswürdige

Übersicht.

Und wie reagieren Sie auf Klagen von schlecht bewerteten Händlern?

Wir haben im Vorfeld der Lancierung und auch kurz nach der Einführung

einige Rückmeldungen aus der Branche erhalten. Darunter

waren auch kritische Stimmen, die wir selbstverständlich sehr ernst

nehmen. Was mir dabei auffällt ist, dass hier vor allem eine Unsicherheit

im Umgang mit ungerechtfertigten Bewertungen besteht. Das

kann ich gut verstehen. Wer gut arbeitet, will und soll nicht negativ

bewertet werden. Solche ungerechtfertigten Bewertungen

relativieren sich jedoch mit der steigenden Anzahl

Bewertungen.

Wie kann sich ein Händler gegen ungerechtfertigte

Bewertungen schützen?

Ich kann verstehen, dass sich Händler vor

ungerechtfertigten schlechten Bewertungen

fürchten. Gerade am Anfang, wenn noch

nicht viele Bewertungen abgegeben wurden,

können diese auffallen. Wir empfehlen

Händlern deshalb, ihre Kunden aktiv auf die

Anbieterbewertung anzusprechen und darüber

zu informieren. Je mehr Bewertungen ein Händler

hat, desto glaubwürdiger wird sein Profil,

was wiederum ein Differenzierungsmerkmal

gegenüber Mitbewerbern

sein kann. Sollte

eine Bewertung also ungerechtfertigt

sein, wird

sie schnell in den anderen,

guten Bewertungen untergehen.

Ich traue den

Usern von heute zu, dass

sie solche Bewertungen

einordnen können.

So reagieren Sie auf Bewertungen:

Kommentieren Sie die Bewertung. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre

Argumente konstruktiv, fair und sachlich schreiben.

Sehen Sie die Bewertung als Chance. Hier haben Sie noch einmal die

Möglichkeit, mit einem Kunden in Kontakt zu treten.

Verstösst die Bewertung gegen die Regeln der Anbieterbewertungen,

können Sie diese melden. Das Autoscout24-Team überprüft manuell,

ob gegen die Regeln verstossen wurde. Ist dies der Fall, wird die

Bewertung durch Autoscout24 gelöscht.

sie weiter überprüft verletzt sie die Regeln, wird sie gelöscht. Es ist

auch im Sinne von Autoscout24, dass Bewertungen fair sind, damit

überhaupt eine transparente und aussagekräftige Marktübersicht

möglich ist. Gerade deshalb dürfen bei uns auch nur Bewertungen

abgegeben werden, wenn der Kunde wirklich

mit einem Betrieb direkten Kontakt hatte. <

«Die Schweizer Garagen sind sehr

gut!»: Pierre-Alain Regali, Director

von Autoscout24.

Weitere Infos unter:

autoscout24.ch

Wer sichtet die

Bewertungen, bevor

sie online gehen?

Alle Bewertungen

werden in einem ersten

Schritt von Autoscout24

kontrolliert. Ist eine Bewertung

auffällig, wird

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Kundenreklamationen

Eine Reklamation ist

immer auch eine Chance

In einem Garagenbetrieb gibt es viel zu tun. Fahrzeuge verkaufen, eine Wartung oder Reparatur durchführen der

vielleicht sogar eine umfangreiche Diagnose vorangegangen ist , bis zum Bestellen sowie Verkaufen von Ersatzteilen.

Da kann manchmal einiges schiefgehen. Markus Gübeli, auto & wissen

Der Komplexität der Aufgabenstellung im Bereich Automobiltechnik und

den Anforderungen der Hersteller sowie Importeure bezüglich einer gestiegenen

Administration gerecht zu werden, gestaltet sich schwierig. Zudem

gilt es rechtliche Aspekte im Auge zu behalten. Dem steht ein geändertes

Kaufverhalten einer vielschichtigen Gesellschaft mit zum Teil

überhöhten Ansprüchen gegenüber. Die Aufgabenstellung im Tagesgeschäft

ist extrem herausfordernd und zeigt auf, dass hier Potenzial zur

Mitbewerberdifferenzierung besteht. Haben wir unsere Prozesse im Griff?

Sind wir technisch auf der Höhe der Zeit? Kennen unsere Mitarbeiter die

Kniffe im Umgang mit Kunden? Entspricht der (erste) Eindruck unserer

Infrastruktur einem modernen Garagenbetrieb? Können wir diese Fragen

mit Ja beantworten, dann sollten doch alle Zutaten vorhanden sein, um

dem Kunden ein «perfektes Menü» servieren zu können.

Ein klassisches Beispiel hierfür: Ein Kunde beschwert sich, dass sein

Fahrzeug nicht sauber abgeliefert worden ist. Was bedeutet sauber? Ist

sein Fahrzeug wirklich dreckiger abgeliefert worden, als es sich bei der

Annahme zeigte? Falls dem so war, dann kann das nur damit zu tun

haben, dass hier für beide Parteien ersichtlich ein Fehler seitens der

Garage unterlaufen ist, der gegenwärtig einer Korrektur bedarf.

Aber wie ist es nun im Falle einer einseitigen (Kunden-)Definition

eines sauberen Wagens? Vielleicht war die Fahrzeugreinigung gar nicht

Teil des Auftrags? Oder gehört das automatisch dazu? Wir sehen also

nicht unbedingt ein, hier etwas Falsches getan zu haben. Und trotzdem

sind wir als Profis im Fehler: Kannten wir die Bedürfnisse und Erwartungen

des Kunden bei Auftragsannahme? Wusste der Kunde, was

im Preis inbegriffen ist und was nicht? Haben wir den Auftraggeber

Hundertprozentige Kundenzufriedenheit

Die Erwartungen der Kunden jederzeit und immer zu erfüllen, sie

vielleicht sogar zu übertreffen, gelingt wohl keinem Unternehmer. Es

wäre sogar ein unternehmerischer Strategiefehler. Dazu eine gängige

Aussage: «Eine hundertprozentige Kundenzufriedenheit führt direkt

zum Betreibungsamt respektive in den Ruin». Eine weitere Weisheit, die

nicht neu ist: «Wo gearbeitet wird, passieren schon mal Fehler». Dazu

kommen allerdings die eingangs erwähnten Kundenerwartungen.

Dies bedeutet, dass aus unserer Sicht gar kein Fehler vorliegen muss

und ein Kunde trotzdem nicht zufrieden sein kann. Das Resultat

aus dieser Unzufriedenheit nennen wir «Reklamation» also per

Definition eine vom Kunden ausgedrückte, aber nicht erfüllte, das

heisst enttäuschte Erwartung. Ob sie dann dem Dienstleister gegenüber

geäussert wird oder vielleicht dazu führt, dass der Kunde die

«Faust im Sack» macht, lassen wir hier mal so stehen.

Erwartungen nicht erfüllt wo setzen wir die Messlatte?

X=

«Bei Anruf Service...»

«Qualifizierte Reparatur

und Instandsetzung...»

«Kurze Standzeiten,

hohe Fahrzeug-

Verfügbarkeit...»

«Teileschnelldienst mit

Auslieferung innert 24 h...»

«Mehr Freiraum fürs

Kerngeschäft...»

Die Messlatte für die Erwartungshaltung.

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Juni 2019 | AUTOINSIDE


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über allfällige Zusatzarbeiten ins Bild gesetzt? Hier wäre eine Fehlerkorrektur

angezeigt und hat wiederum Potenzial zur Differenzierung.

Kundenreklamationen als Chance

Weshalb ist es sinnvoll, Kundenreklamationen als Chance oder

eben als Differenzierungspotenzial zu betrachten? Mit einer kleinen

Reise auf hoher See kann diese Frage erläutert werden. Jemand

wird auf dem Meer von A nach B chauffiert. Keine besonderen Vorkommnisse

auf hoher See, kein Wellengang, nichts. Am Ende der

Reise bei B angekommen, wird der Passagier nach den Qualitäten

des Kapitäns gefragt. Die Reaktion wird bei neun von zehn Fällen

ein Achselzucken sein. Nun fährt die gleiche Person bei Sturm und

extremem Wellengang von A nach B und denkt, niemals mehr bei B

anzukommen. Der Kapitän lenkt sein Boot mit Können an die Hafenmauer

von B. Der Passagier geht schwankend, aber weil er die Überfahrt

überlebt hat, mehr als zufrieden von Bord und wird jetzt mit

derselben Frage konfrontiert. Die Antwort wird ganz anders ausfallen:

positiver, euphorischer, über den Erwartungen liegend, weil der Kapitän

seine ganze Kunst des Bootsführens zeigen konnte.

Als Konsequenz aus obiger Erklärung wäre somit festzuhalten,

dass ein sich beschwerender Kunde davon überzeugt werden kann,

dass er sich bei uns, trotz allem für ihn Negativen, in guten Händen

befindet. Somit vermögen wir den Dingen, die sich emotional negativ

darstellen, doch eine positive Komponente abzuringen. Der Fehler ist

schon passiert. Versuchen wir also, mit dem Kunden zusammen die

beste aller Lösungen zu finden. Hier liegt in vielen Fällen der Unterschied

in der Kundenbetreuung!

Dazu gehört aber eine Kommunikationskultur zwischen uns und

den Auftraggebern, die das «auf den Tisch legen einer Beschwerde»

erst ermöglichen. Wissen wir nicht, dass wir die Erwartungen nicht

erfüllt haben, jemand also unzufrieden mit uns ist, dann können wir

auch nichts unternehmen und etwas korrigieren.

Wie werden Kundenbeschwerden behandelt? Nebst der vorgängig

bereits erwähnten, positiven Einstellung zur «Herausforderung

Kundenreklamation» gibt es einige Grundsätze.

• Schnell: Es ist wie bei einem Feuer. Je eher die Brandbekämpfung

in Angriff genommen wird, desto weniger Aufwand braucht es

für dessen Eindämmung. Je länger man zuwartet, desto mehr

kann sich das kleine Feuer zu einem Flächenbrand entwickeln.

• Kompetent: Es liegt ein Fehler vor und jemand ist unzufrieden.

Was der unzufriedene Mensch sicher nicht

mehr braucht, sind Ausflüchte und Ausreden. Fakten

sowie Lösungen müssen jetzt auf den Tisch.

• Unbürokratisch: Nicht hinter Ausdrücken wie: «Da kann ich leider

nichts machen» oder «Da habe ich keine Möglichkeiten und

keine Entscheidungskompetenzen» und so weiter verstecken.

Deshalb die Faktenlage analysieren, den Einzelfall definieren sowie

entsprechende Lösungen aufzeigen und klar kommunizieren.

Grundsätzliches zur Reklamationsbehandlung

Schnell

(Reklamationen haben Vorrang)

Kompetent

(fachkundig, verbindlich, verlässlich)

Unbürokratisch

(individuell, auf den Einzelfall bezogen)

Die korrekte Reklamationsbehandlung.

Kommunikation eignet sich nur bedingt zum guten, gegenseitigen Verständnis

allerhöchstens ein Anruf, um möglichst rasch einen Besprechungstermin

zu vereinbaren.

Was beide Kommunikationsarten negativ belasten wird, ist die Tatsache,

dass schriftlich wie telefonisch die «non-verbale Kommunikation»

nicht oder nur ungenügend zum Tragen kommt.

Es gibt Mitmenschen und Mitarbeitende, die können einfach

besser zuhören als andere. Wie sollen die Bedürfnisse der Kunden

abgeholt werden, wenn ich nicht weiss, wie die Person, der Kunde,

«funktioniert»? Diese Eigenschaft wird gebraucht, um die Emotionen

der Kunden auf ein erträgliches Mass senken zu können. Hören wir

ihnen also zu und kümmern wir uns anschliessend um die Fakten.

• Einfühlungsvermögen: Wenigstens so viel wie es braucht,

um die ganze Geschichte zu kennen. Dies kann nötig sein, um

nicht vorschnell zu urteilen und den letzten Punkt anzugehen.

• Lösungsorientiert: Es sind Lösungen vorzuschlagen

und zu kommunizieren, die der unzufriedene Kunde

als solche erkennen kann. Klar, eindeutig, ohne Wenn

und Aber. Dies ganz im Sinne des Statements von

Henry Ford: «Suche nicht Fehler. Suche Lösungen!»

Mit diesen paar wenigen Grundsätzen sollten wir in der Lage sein,

die meisten Reklamationen nach der Art von guten, partnerschaftlichen

(Geschäfts-) Beziehungen lösen zu können.

Natürlich wird es nicht immer gelingen. Kundenerwartungen können

sich allenfalls weit jenseits unserer zur Verfügung stehenden Mittel befinden.

Besteht in diesen Fällen eine Kompromissbereitschaft beider

Parteien, wird es funktionieren. Fehlt diese, dann ist der Moment einer

Auflösung der geschäftlichen Beziehung möglicherweise gekommen.

Wer weiss aber, ob bei «professionellem Reklamationsmanagement» der

verlorene Kunde nicht eines Tages wieder an die Tür klopft?

Ein gut funktionierendes Reklamationsmanagement wird früher

oder später zum guten Image des eigenen Betriebs beitragen. Eine Investition

in dieses Gebiet wird sich auszahlen gelebtes Marketing! <

Mangelnde Kommunikation

Auswertungen unterschiedlichster Reklamationen in unserer

«Autowelt» haben ergeben, dass bis zu 80 Prozent der Kundenreklamationen

eine mangelnde Kommunikation zugrunde liegt. Und

dies geht dann in vielen Fällen so weiter auch bei der Reklamationsbehandlung.

Dazu gibt es einige Grundregeln:

Die Angelegenheit sollte zusammen an einem Tisch besprochen

werden. Ein ausschliesslich schriftlicher Weg ist zu vermeiden,

das Risiko von Missverständnissen ist viel zu gross. Die telefonische

Möchten Sie noch mehr Lesestoff in dieser

Richtung? Dann sind Sie bei der Fachzeitschrift

«auto&wissen» an der richtigen Adresse.

AUTOINSIDE | Juni 201937


HANDEL & AFTERSALES

88. Generalversammlung der ESA

Eindrückliches Wachstum

und Umsatzrekord

Wachstum und Kostendisziplin lauteten die Schlagworte an der 88. Generalversammlung der ESA in Interlaken.

CEO Giorgio Feitknecht verkündete mit Stolz den neuen Umsatzrekord von 371,3 Millionen Franken.

Sandro Compagno, André Bissegger und Jürg A. Stettler

Die ESA legte im 89. Jahr ihres Bestehens ein eindrückliches Wachstum

an den Tag: Um satte 4,1 Prozent stieg der Bruttoertrag «dank

gestiegener Absatzmengen und Erhöhung der Marktanteile», wie

Giorgio Feitknecht zufrieden feststellte.

Die ESA präsentiert sich gut aufgestellt und sie zeigt Selbstvertrauen.

Als Ausdruck dieses Selbstvertrauens darf das Zitat von Verwaltungsratspräsident

Markus Hutter interpretiert werden: «Die ESA

ist grösser und stärker geworden. Sie hat ihren Marktanteil ausgebaut

und ihre Position gestärkt. Wir sind zu einer der grössten und bedeutendsten

Genossenschaften in der Schweiz herangewachsen.»

1000 Mitinhaber und Gäste in Interlaken

In Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, des Preis- und Margendrucks

gelingt das nur mit Kostendisziplin. «Der Markt hat sich einigermassen

stabil entwickelt. Unser Wachstum beweist einmal mehr,

dass unsere Produkte und Dienstleistungen von Kunden und Mitinhabern

geschätzt werden und die ESA im Markt gut positioniert ist»,

meinte CEO Feitknecht an die rund 1000 Mitinhaber und Gäste in

Interlaken gerichtet.

Der Umsatzrekord erlaubte der ESA, Abschreibungen weit über

dem betriebswirtschaftlich Notwendigen vorzunehmen. Unter dem

Strich resultierte ein Gewinn von knapp 8 Millionen Franken. Die

Verzinsung des Genossenschaftskapitals von 2,5 Prozent wurde von

den knapp 500 Genossenschaftern einstimmig gutgeheissen diese

Einigkeit und Solidarität gilt für sämtliche traktandierten Geschäfte.

2,5 Prozent seien in heutigen Zeiten eine sehr gute Verzinsung,

meinte VR-Präsident Hutter. Die hohen Abschreibungen und die Äufnung

der Reserven um 100 000 Franken würden der ESA auch in Zukunft

Investitionen und ein gesundes Wachstum ermöglichen.

Plus 3 Prozent im Reifengeschäft

Gut lief das für die ESA wichtige Reifengeschäft, das 2018 um drei

Prozent gesteigert werden konnte. Feitknecht: «Hätten wir in den

letzten drei Monaten etwas winterlichere Verhältnisse gehabt, hätte

dies den Garagisten noch grössere Umsätze verschafft.» Zuversichtlich

blicken die ESA-Verantwortlichen auch auf das Reifenjahr 2019:

Am Auto-Salon wurde der neue ESA Tecar-Sommerreifen präsentiert,

im September folgt der ESA Tecar-Winterreifen beide sind Umsatztreiber

in diesem so wichtigen Bereich. «Für Garagen bleibt das Reifengeschäft

ein entscheidendes Instrument zur Kundenbindung», rief

Feitknecht den anwesenden Garagisten in Erinnerung.

Bei den Service- und Verschleissteilen erhöhte die ESA ihr Sortiment

und die Bevorratung um 20 Prozent. Leicht unter dem Vor-

Parallelen zwischen Orchester und Werkstatt

In schlanken 65 Minuten führte VR-Präsident Markus Hutter durch die

Generalversammlung. Jahresbericht, Jahresrechnung und Konzernrechnung

wurden einstimmig genehmigt. Als neue Vorstandsmitglieder

wurden ebenso einstimmig Matthias Galliker (Garage Galliker AG, Kriens)

und Patrick Schönenberger (Auto Eberle AG, Wil) gewählt.

Anschliessend erlebten die knapp 1000 Mitinhaber und Gäste ein unterhaltsames

und inspirierendes Referat von Christian Gansch. Der eloquente und

charmante Österreicher ist als Produzent und Dirigent in den Studios und

Orchestergräben dieser Welt zuhause, erzählte von seinen Erfahrungen

aus der Welt der Musik und spannte dabei den Bogen bis ins Autogewerbe.

«Professionalität, Handwerk, Disziplin, Präzision», lauten seine Tugenden für

ein Orchester. Das kann durchaus auf die Werkstatt übertragen werden.

Danach folgte der Apéro und das traditionelle Znacht im Kursaal von

Interlaken abgeschlossen wie immer mit einem feinen und nicht weniger

traditionellen Vacheringlacé.

38

Juni 2019 | AUTOINSIDE


HANDEL & AFTERSALES

jahr blieb die Einkaufsgenossenschaft bei

den übrigen Verbrauchsgütern wie Zubehör,

Schmiermittel, Batterie und Carrosserie. Insbesondere

die Nachfrage nach Schneeketten

und Chemie war rückläufig; es sind Produkte,

die stark vom Wetter abhängen. Ein positives

Absatzresultat vermeldete Feitknecht dafür

bei den Garageneinrichtungen: «Wir konnten

mehr als 50 Projekte im hart umkämpften

Autowaschmarkt verwirklichen.»

Doch in Interlaken wurde nicht nur in die

Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft

geblickt. Feitknecht kündigte den neuen ESA

E-Shop an: «Wir werden ihn in einigen Wochen

einführen. Er wird Ihnen allen erlauben,

schneller, einfacher und effizienter online

zu bestellen.»

Irfan (links) und Bahri Karadagli von der

Star Immo-Car GmbH in Safnern BE: «Die ESA ist

eine gute Sache für beide Seiten und bietet uns

viele Vorteile. Zudem haben wir einen sehr guten

Aussendienstmitarbeiter, der uns seit über 30 Jahren

perfekt betreut.»

«Tradition allein ist keine

Existenzgarantie»

«Wir können zuversichtlich in die Zukunft

blicken», sagte VR-Präsident Markus Hutter.

«Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen.

Die Veränderungen in der Automobilindustrie

sind schnell und heftig. Wir werden alles

unternehmen, um das Geschäft der ESA sowie

ihrer Mitinhaber und Kunden erfolgreich

weiterzuführen.» Als Beispiele für die Veränderungen

nannte Hutter die immer komplexere

Fahrzeugelektronik, digitale Kanäle,

aber auch den Auto-Salon in Genf, der in den

letzten Jahren unter rückläufigen Besucherzahlen

und ausbleibenden Herstellern litt:

«Gerade Messen zeigen, dass Tradition allein

noch keine Existenzgarantie ist.» <

Markus Aegerter (links) und Olivier Maeder von der

AGVS-Geschäftsleitung: «Die ESA ist ein Teil des

AGVS und aus ihm heraus entstanden. Sie hat daher

eine grosse Bedeutung für uns und wir pflegen einen

regen Austausch. Wir haben schliesslich auch die

gleichen Ansprechpartner und Kunden.»

Urs Wernli: Grusswort und

Wahlempfehlung

In seinem Grusswort gratulierte AGVS-

Zentralpräsident Urs Wernli zum hervorragenden

Ergebnis der ESA. Wernli erinnerte

an den rasanten Wandel, in dem sich die Autoindustrie

befindet. Dabei sei die Elektromobilität

nicht die grösste Herausforderung für das

Gewerbe: «Das Wissen um Elektromobilität

wird in unserer Aus- und Weiterbildung vermittelt.

Das Autogewerbe ist bereit für diese

Technologie.»

Wernli nannte Fragen, die das Autogewerbe

beschäftigen: «Wie verkaufen wir die Autos in

Zukunft? Immer noch in der Garage oder im

Internet? Kaufen die Kunden noch Autos oder

nutzen sie Sharing? Haben wir Zugang zu den

Fahrzeugdaten? Verfügen wir auch in Zukunft

über qualifizierte Fachkräfte?» Der AGVS verfolge

die Entwicklungen ganz genau, sagte der

Zentralpräsident des Schweizer Garagistenverbandes

und verwies auf die grossen

Anstrengungen des Verbands und seiner

Sektionen in der Bildung: «Es gelingt uns mit

Ihnen als Garagisten jedes Jahr 3000 Lehrstellen

zu besetzen.» Das sei kein Selbstläufer,

so Wernli: «Aber der Nachwuchs ist der beste

Garant für eine erfolgreiche Zukunft.» Weitere

8000 Mitarbeitende befinden sich laufend in

einer Weiterbildung.

Wernli schloss seine kurze Botschaft mit einem

Ausblick auf die eidgenössischen Wahlen

vom 20. Oktober und nutzte den Anlass, die

rund 1000 Anwe senden auf die Bedeutung des

Urnengangs hinzuweisen. Der AGVS engagiere

sich auch politisch und werde jene Kandidaten

unterstützen, die sich in Verkehrs- und

Gewerbethemen für die Autobranche einsetzen.

Matti Heinrich, Matti 4+2 Rad GmbH in Saanen BE (rechts), und

Kurt Aeschlimann, Inhaber Autohaus Thun-Nord AG.

Hanspeter von Rotz, Präsident

AGVS-Sektion St. Gallen.

Sandra und Dominik Bader, Bader + Co., Biberist.

Cédric und Jolanda Fuchs, Zorro’s Garage, Krauchthal.

Reto Zwahlen (links) und Alain Rindlisbacher von der Gantrisch

Garage Zwahlen in Mamishaus BE: «Die ESA ist für uns vor allem ein

Lieferant, wohl unser grösster. Und als Mitglied profitieren wir zudem

noch von einem Rabatt, was für uns wichtig ist beim Einkauf.»

Hubert Waeber, CEO AHG-

Group und ESA-Verwaltungsrat:

«Die ESA ist entscheidend,

um Kräfte zu bündeln und

günstiger einzukaufen.»

AUTOINSIDE | Juni 201939


HANDEL & AFTERSALES

Die ESA ist in Form

Feitknecht: «Wichtig für

anstehende Investitionen»

Ein neuer Umsatzrekord und ein sehr positives Ergebnis. ESA-CEO Giorgio Feitknecht blickt auf ein erfolgreiches

Geschäftsjahr zurück. Sandro Compagno

Herr Feitknecht, ein neuer Umsatzrekord, ein sehr positives Ergebnis.

Wie zufrieden ist der CEO mit dem ESA-Geschäftsjahr 2018?

Giorgio Feitknecht, CEO der ESA: Wir sind sehr zufrieden. Wir

konnten einen neuen Umsatzrekord erzielen und dank konsequenter

Kostendisziplin auch ein sehr positives Ergebnis. Das erlaubt uns, die

Anteilscheine weiterhin mit einem attraktiven Zins zu verzinsen und

die gesunde Finanzsubstanz der ESA auf bereits hohem Niveau zusätzlich

auszubauen. Dies ist sehr erfreulich und sehr wichtig, um anstehende

und zukünftige Investitionen und Entwicklungen weiterhin

selbst finanzieren zu können.

Sie haben auch gesagt, dass die ESA ihre Position im Markt weiter

stärken konnte. Können Sie das etwas konkretisieren?

Wir haben praktisch in allen Sortimenten im Vorjahresvergleich

zugelegt und wir wissen, dass die Marktnachfrage im Schnitt aufgrund

der technischen Fortschritte, der grösseren Zuverlässigkeit

der Fahrzeuge und der längeren Serviceintervalle stabil oder sogar

rückläufig ist. Stabil ist die Marktnachfrage beispielsweise im Reifengeschäft,

rückläufig bei den Service- und Verschleissteilen. Also

können wir davon ausgehen, dass wir Marktanteile gewonnen haben.

Megatrends wie autonomes Fahren, alternative Antriebe oder Internet

of Things prägen eine Industrie im Wandel. Wie haben Sie diese

Transformation in den letzten zwölf Monaten gespürt?

Die durch Sie erwähnten Megatrends habe ich in den letzten zwölf

Monaten noch nicht richtig «gespürt», sondern vor allem viel davon gehört

und gelesen. Es ist aber unbestritten, dass diese Trends eintreffen

werden. Wichtige Fragen sind aber noch offen, wie zum Beispiel welche

Ausprägung diese Transformationen haben werden, wer sie in welcher

Form vorantreiben wird, welche Opportunitäten respektive Risiken sie für

wen bedeuten können und ab wann sie eintreten werden. Wir als KMU

müssen dies intensiv beobachten.

Erneut haben rund 1000 Genossenschafter den Weg an die GV nach

Interlaken gefunden. Wie erklären Sie sich den nach wie vor grossen

Aufmarsch an diesem sehr analogen Anlass in der heutigen von der

Digitalisierung immer stärker geprägten Zeit?

Es gibt meines Erachtens drei Gründe dafür. Erstens: Sehr viele ESA-

Mitinhaber haben eine grosse Verbundenheit zur ESA, interessieren sich

deshalb auch für die ESA und nehmen aktiv am ESA-Leben teil. Dazu

gehört auch die GV als sehr wichtiger Anlass. Zweitens bietet die ESA-

GV neben dem statutarischen auch immer einen unterhaltsamen und/

oder informativen Teil mit Persönlichkeiten, die nicht gerade jeden Tag in

der Nähe gesehen werden können. Der diesjährige Vortrag von Christian

Gansch zum Beispiel war sehr informativ, interessant und unterhaltsam.

Der dritte und sehr wichtige Grund ist sicher das gesellige Zusammensein,

der Austausch mit Branchenkollegen und Freunden in einem sehr

schönen und angenehmen Rahmen. Gerade in der von der Digitalisierung

stark geprägten Zeit stellen wir ein verstärktes Bedürfnis fest, sich im

Rahmen eines solchen Anlasses persönlich zu treffen und auszutauschen.

Sie haben vorhin das Reifengeschäft erwähnt, das für die ESA von

grosser Bedeutung ist. Welchen Einfluss hatte der zwar heftige, aber

relativ späte Wintereinbruch um Weihnachten und das Ausbleiben

von Schnee im Flachland auf Ihre Zahlen?

Wir hatten im 2018 ein positives Reifengeschäft. Wäre der Schnee

im Flachland im vierten Quartal nicht ausgeblieben, hätten die

Garagen und damit auch die ESA mit Sicherheit eine noch bessere

Reifensaison gehabt. Erfahrungsgemäss ist Schnee vor Weihnachten

bis ins Flachland ein starkes Signal und die Automobilisten rüsten

um. Wenn der Schnee nicht eintrifft, sinkt erfahrungsgemäss die Umrüstquote,

was dann auch zu etwas weniger Reifenverkäufen führt.

Was bedeutet der Klimawandel für diesen Geschäftsbereich der ESA?

Reifen, in welcher Form auch immer, braucht es heute und wird es

auch in Zukunft brauchen. In diesem Sinn kann der Klimawandel zu Anpassungen

der Produkteigenschaften und des Kundenverhaltens führen,

stellt aber sicher nicht das Produkt in Frage. Die Garagen werden deshalb

auch in Zukunft bemüht sein, das wichtige Reifengeschäft, als optimales

Kundenbindungsinstrument professionell anzubieten und zu fördern. Die

ESA wird sie dabei weiterhin unterstützen. <

40

Juni 2019 | AUTOINSIDE


HANDEL & AFTERSALES

Klartext der ESA

Hutter: «Wir melden uns für

die gesamte Salon-Dauer an»

An der ESA-GV in Interlaken liess Markus Hutter die Katze aus dem Sack: Die ESA wird auch am Auto-Salon 2020 während

der gesamten Dauer ausstellen. Sandro Compagno

Erfolgreiche ESA-Führung:

CEO Giorgio Feitknecht

und Verwaltungsratspräsident

Markus Hutter

an der Generalversammlung

in Interlaken.

Sie sind ja auch Garagist und vertreten mit BMW eine Marke, die

schon seit einigen Jahren reinelektrisch betriebene Fahrzeuge

produziert. Sehen Sie in diesem Wandel mehr Chancen oder mehr

Risiken für das Autogewerbe und damit für die ESA?

Jeder Wandel birgt Chancen, aber natürlich auch Risiken. Gelingt

es dem Autogewerbe, sich mit entsprechenden Weiterentwicklungen,

neuen Herausforderungen und Dienstleistungen auf diesen Wandel

einzustellen, ergeben sich dadurch absolut Chancen, als Garagist

und Carrossier auch in Zukunft weiterhin erfolgreich zu sein. Und

dasselbe gilt auch für die ESA.

Blicken wir auf 2020: Was plant die ESA am Auto-Salon?

An der SAA-Hauptversammlung vom 7. Mai hat Olivier Rihs,

Direktor der Geneva International Motor Show, angekündigt, dass die

GIMS-Tech, wie die Messe in der Halle 7 heissen wird, im 2020 eine

Kurzmesse sein wird. Aussteller aber, die über die gesamte Salondauer

teilnehmen wollen, können sich auch so anmelden. Diese Option entspricht

den Bedürfnissen der ESA und die ESA wird sich entsprechend

für die gesamte Dauer der GIMS, in der Halle 7, anmelden. <

Herr Hutter, die ESA freut sich über ein erneut sehr gutes Jahresergebnis

2018. Zum Zeitpunkt dieses Interviews ist bereits wieder

mehr als ein Drittel des Jahres 2019 vorbei. Lässt sich schon etwas

über dieses Geschäftsjahr sagen?

Markus Hutter, Verwaltungsratspräsident der ESA: Das 2019 ist in

der Kontinuität des 2018 angelaufen und wir sind mit dem ersten Quartal

zufrieden. Neun Monate und das sehr wichtige saisonale Herbst/Wintergeschäft

2019 liegen aber noch vor uns. Wenn es der ESA gelingt, ihre

Werte von Qualität, Kundennähe und gutem Preis-/Leistungsverhältnis

zu bewahren, wird das gute Geschäftsjahr 2018 für die ESA kein Einzelfall

bleiben, sondern sich auch in Zukunft wiederholen.

Die automobile Welt steckt in einem fundamentalen Wandel. Im

März dieses Jahres war mit dem Tesla 3 erstmals ein reinelektrisch

betriebenes Fahrzeug das meistverkaufte Auto der Schweiz. Wie

bereiten Sie die ESA auf eine postfossile Zukunft vor?

Wir als KMU-Unternehmen haben eine rollende Strategie mit

einem Zeithorizont von drei bis fünf Jahren. Weiter hinaus gelegene

Entwicklungen antizipieren zu wollen, ist in dieser schnelllebigen

Zeit unseres Erachtens nicht möglich. In den anstehenden drei bis

fünf Jahren werden wir in der Schweiz ganz sicher einen starken Aufschwung

der Elektro- und Hybridfahrzeuge erleben, aber nicht den

Wandel in eine postfossile Zukunft. Der Verbrennungsmotor wird

noch lange die dominierende Technologie sein. Entsprechend beschäftigt

sich natürlich auch die ESA mit diesen Entwicklungen.

«Flexibilität» heisst: zwei Wochen Messedauer

kro. Gefragt, wie er seine aktuelle Befindlichkeit

auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten

würde, zögert er keinen Moment. «Zehn», sagt

GIMS-Direktor Olivier Rihs. Er lässt sich den

Druck nicht anmerken, unter dem er steht. Aber

auch er weiss: Am 2. Juli muss er liefern, was

er bei seinem Antritt als Ziel formuliert hat. 70

Aussteller sollen die GIMS-Tech, wie die Halle 7

früher hiess, zu neuem Leben erwecken. Zur

Erinnerung: 45 waren es 2019 und da sind

Olivier Rihs, neuer

Direktor des Auto-Salon.

die Aussteller von Schnellklebern, T-Shirts und

Ledertaschen mitgezählt. Und der Stahlkünstler

ebenfalls. Eine Herkulesaufgabe, das weiss

auch Rihs.

Mit Spannung wartet die Branche darauf, wie Rihs den seit Jahren andauernden

Clinch zwischen der wachsenden Fraktion, die nur während einer

Woche ausstellen will, und jenen, die auf einer Zweiwochen-Präsenz bestehen,

lösen wird. Ein Hinweis ist sein Satz: «Wir werden für jeden Aussteller

die beste Lösung finden.» Flexibilität sei angesagt. Offiziell bestätigen will Rihs

das (noch) nicht, aber es zeichnet sich die pragmatischste aller Lösungen ab:

Die Fachmesse für das Autogewerbe wird auch 2020 sowohl kurz als auch

lang gehen unter dem Titel GIMS-Tech allerdings nur die erste Woche.

Weitere Infos unter:

agvs-upsa.ch/de/gims-tech

AUTOINSIDE | Juni 201941


POLITIK & RECHT

Eidgenössische Wahlen 2019

«Wir sind für den Ausbau

auf sechs Spuren»

Bürokratie, MIV und CO 2

-arme Mobilität: Petra Gössi, Präsidentin der FDP Schweiz, erklärt im Gespräch mit AUTOINSIDE,

weshalb die AGVS-Mitglieder bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst ihre Partei wählen sollen. Die Schwyzerin pocht

auf liberale Lösungen. André Bissegger

Frau Gössi, weshalb sollen die Garagisten des AGVS im Herbst

FDP wählen?

Petra Gössi, Präsidentin FDP Schweiz: Gerade KMU, welche im

kleinen Team innovativ und flexibel bleiben müssen, werden durch

eine hohe administrative Last enorm gebremst. Deshalb haben wir

uns den Kampf gegen die Bürokratie auf die Fahne geschrieben. Wir

wollen einen starken, aber schlanken Staat. Wir kämpfen für die Eindämmung

der regulatorischen Kosten für die Wirtschaft.

Wo steht Ihre Partei aktuell in Verkehrsfragen?

Wir haben eine erfolgreiche Kampagne für den NAF geführt. Er

sichert die Finanzierbarkeit der Investitionen ins Strassennetz sowie

dessen Wartung. Nun muss es mit den Ausbauprojekten rasch vorwärtsgehen

vor allem dort, wo bereits heute Engpässe bestehen.

Dafür setzen wir uns in der Beratung der Finanzierungsvorlage zum

nächsten Ausbauschritt 2020-2023 für die Nationalstrassen ein. So sind

wir zum Beispiel für den vor Kurzem vom Bund vorgeschlagenen Ausbau

auf sechs Spuren.

Die Garagisten stehen zunehmend unter Druck, leiden unter Regeln

und administrativem Aufwand und beklagen, dass sie ihre unternehmerische

Freiheit immer mehr verlieren. Wie hilft die FDP?

Wir haben gerade erst in der Frühlingssession eine Regulierungsbremse

zum Erfolg gebracht: Neue Gesetze und Regulierungen, die viel

kosten, müssen in Zukunft nämlich eine höhere Hürde im Parlament

überwinden. Wir setzen uns auch für den Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer

ein. Der Mehrwertsteuer-Dschungel mit verschiedenen Sätzen

kostet die Unternehmen in der Schweiz jährlich 1,76 Milliarden Franken.

Mit einem Einheitssatz sparen wir zugunsten der Wirtschaft Kosten von

mehreren 100 Millionen Franken ein. Zudem fordern wir weiter eine

Vereinfachung bei der Zulassung beispielsweise über die Anerkennung

der EU-Normen oder eine verstärkte digitale Erfassung der Formulare.

Die Klima-Diskussion beschäftigt nicht nur Ihre Partei, sondern auch

die Garagisten: Sie sorgen sich wegen neuen Verboten, Abgaben

und politischen Hindernissen. Was sagen Sie den Garagisten?

Das Thema Umwelt und Klima ist im Sorgenbarometer der Bevölkerung

weit nach oben gerutscht. Wir müssen alle unsere Verantwortung

übernehmen, denn wir wollen den nächsten Generationen

intakte Lebensräume hinterlassen. Aber keine Angst, die FDP wird

nicht plötzlich Verbrennungsmotoren verbieten, wie das die Linken

fordern. Das widerspricht unserem liberalen Kompass und unserem

Glauben an die Innovation und den Fortschritt in allen Branchen.

Die FDP-Basis hat sich in einer Umfrage dafür ausgesprochen, dass

sich Ihre Partei in Zukunft generell mehr für Klima- und Umweltschutzthemen

einsetzen soll. Sie selbst haben diesen Kurs angestossen.

Hat das Autogewerbe in dieser Politik überhaupt noch eine

Berechtigung respektive einen Platz?

Ja, natürlich. Wir wollen nicht einzelne Teile der Wirtschaft oder

42

Juni 2019 | AUTOINSIDE


POLITIK & RECHT

der Bevölkerung gegeneinander ausspielen. Das gilt auch für die

unterschiedlichen Mobilitätsformen. Wenn wir die Strasse gegen die

Schiene ausspielen, dann gewinnen wir gar nichts, sondern verursachen

nur Mehrverkehr auf der Schiene. Wir wollen die freisinnige

Umwelt- und Klimapolitik stärker herausarbeiten. Dabei werden wir

uns aber an liberalen Grundwerten wie Eigenverantwortung, Innovation

und Herstellung von Kostenwahrheit orientieren. Wir werden

also nicht wie die Grünen auf Verbote und teure Regulierung setzen,

sondern auf liberale Lösungen.

Stehen Klima- und Umweltschutz im Widerspruch zum MIV?

Weshalb ja oder nein?

Nein, der MIV widerspricht dem Klima- und Umweltschutz überhaupt

nicht. Es geht aber darum, dass man den MIV weniger abhängig

von fossilen Treibstoffen macht und neue Technologien vorantreibt,

die eine CO 2

-arme Mobilität ermöglichen.

Hand aufs Herz: Ist die grüne Welle schlicht zu gross geworden und

die FDP muss auf die Thematik aufspringen oder versprechen Sie

sich tatsächlich nachhaltige Lösungen?

Ich verspreche mir nicht nur nachhaltige, sondern auch liberale

Lösungen. Denn eines ist klar: Wenn wir jetzt nicht für liberale Lösungen

sorgen, leben wir in 20 Jahren in einer Welt voller Verbote

und ohne Eigenverantwortung. <

Petra Gössi

Petra Gössi sitzt seit 2011 im Nationalrat und ist seit 2016 Präsidentin

der FDP Schweiz. Davor war die 43-Jährige unter anderem Parteipräsidentin

der FDP Kanton Schwyz und amtete von 2004 bis 2011 als

Kantonsrätin. Die Schwyzerin ist Juristin und arbeitet bei einem

Zürcher Beratungsunternehmen.

AUTOINSIDE | Juni 201943


POLITIK & RECHT

Kartellrecht

«Gespannt, ob das ZHAW-

Gutachten Gerichten bei der

Beurteilung dient»

Der Strom ist seit Jahren unverändert konstant: Alleine in den Jahren 2017 und 2018 gingen bei der Wettbewerbskommission

(Weko) insgesamt rund 100 Anfragen und Anzeigen ein, die den Automobilsektor betreffen. Dies bestätigt

das Sekretariat auf Anfrage von AUTOINSIDE. Ein neues vom AGVS in Auftrag gegebenes Gutachten soll die Chancen der

Garagisten vor Gericht erhöhen. Reinhard Kronenberg

«Die Anfragen beziehen sich beispielsweise

auf die Verweigerung von Garantieleistungen

des Herstellers, Kündigungen von Händlerund/oder

Serviceverträgen, die Behinderung

von Parallel- und/oder Direktimporten und

den Zugang zu technischen Informationen»,

gibt Carla Beuret, Referentin im Dienst Produktemärkte

beim Sekretariat der Weko

einen Einblick.

Die meisten Anfragen konnten anhand der

in der KFZ-Bekanntmachung festgehaltenen

Grundsätze beantwortet werden. Den Grossteil

der Anzeigen hat das Sekretariat im Rahmen

von Marktbeobachtungen und Vorabklärungen

abgeklärt und sich bei der Beurteilung

an den Grundsätzen in der KFZ-Bekanntmachung

orientiert.

Mit Ausnahme der Verfügung in Sachen

«BMW» und des Schlussberichts in Sachen

«Amag Vertriebsnetz» seien die entsprechenden

Beurteilungen allerdings nicht publiziert

worden, weil sie laut Beuret im Rahmen einer

Marktbeobachtung erfolgten und keine Anhaltspunkte

für eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung

im Sinne von Artikel 27

des Kartellgesetzes ergaben. Damit seien

die Voraussetzungen für die Eröffnung einer

Untersuchung nicht gegeben gewesen. Oder

aber, so Beuret weiter, es seien zwar gewisse

Anhaltspunkte vorhanden gewesen, diese

hätten aber im Rahmen der Marktbeobachtung

einfach beseitigt werden können.

Einfache Anfrage oder Anzeige

Grundsätzlich kommt es laut Carla Beuret

darauf an, ob es sich um eine einfache Anfrage

oder eine Anzeige handelt. «Einfache

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern oder

Marktteilnehmern kann das Sekretariat in

der Regel ohne weitere Abklärungen gestützt

Carla Beuret ist Referentin beim Sekretariat der Wettbewerbskommission.

auf das Gesetz sowie auf die in der KFZ-Bekanntmachung

der Weko enthaltene Praxis

der Weko und der Gerichte beantworten».

Werden hingegen möglicherweise unzulässige

Wettbewerbsbeschränkungen angezeigt, so

kläre das Sekretariat den Sachverhalt in der

Regel im Rahmen einer Marktbeobachtung

oder in einer Vorabklärung ab.

In diesem Rahmen wird beurteilt, ob eine

kartellrechtliche Untersuchung zu eröffnen

sei. Wenn Anhaltspunkte für eine unzulässige

Wettbewerbsbeschränkung bestehen, eröffnet

das Sekretariat im Einvernehmen mit

einem Mitglied des Präsidiums eine Untersuchung

nach Artikel 27 des Kartellgesetzes.

Marktbeherrschende Stellung

Die Zürcher Hochschule für Angewandte

Wissenschaften (ZHAW) hat im Auftrag

des AGVS soeben einen wichtigen Punkt in

44

Juni 2019 | AUTOINSIDE


POLITIK & RECHT

diesem Zusammenhang geklärt: Im Gegensatz

zur provisorischen Beurteilung des Sekretariats

der Wettbewerbskommission im

Schlussbericht in Sachen «Amag Vertriebsnetz»

betrachten einzelne Gerichte in der

Schweiz darunter auch das Handelsgericht

Zürich das Autogewerbe als einen umfassenden

Markt, in welchem der Wettbewerb

spielt. Klagen von Garagisten hatten vor diesem

Hintergrund schlechte Chancen.

In ihrer Studie, zu der das Meinungsforschungsinstitut

Link sowohl Garagisten als auch

Konsumenten befragt hat, kommt die ZHAW

jedoch eindeutig zum Schluss: Die typische Tätigkeit

des Garagisten spielt sich pro Marke auf

verschiedenen Märkten ab einem für «Sales»,

einem für «Aftersales» und einem für «Ersatzteile».

Damit ist erstmals überhaupt wissenschaftlich

nachgewiesen: Im Aftersales verfügt

der Importeur regelmässig über eine marktbeherrschende

Stellung und muss sich deshalb an

die Vorgaben des Kartellgesetzes halten.

Separate Verträge statt Koppelung

Mit dem Gutachten werde die Beweisführung

für einen Händler erleichtert, heisst es

bei der ZHAW. Es sei ein sehr gutes empirisches

Beweismittel, mit welchem vor einer

Behörde aufgezeigt werden könne, dass der

Importeur für jeden einzelnen Markt separate

Verträge anbieten müsse und diese nicht

miteinander koppeln dürfe. Die Chancen für

Garagisten, ihre kartellrechtlichen Ansprüche

vor Zivilgerichten durchzusetzen, seien mit

dem Gutachten «deutlich verbessert worden».

Festgehalten werden müsse allerdings,

dass das Gutachten für Gerichte nicht verbindlich

ist. «Aber», relativieren die Autoren,

«ein Gericht muss begründen, wenn es ein

Argument oder ein Beweismittel verwirft».

«Sind gespannt»

Und auch das Sekretariat der Weko lässt

in diesem Zusammenhang mitteilen: Die Erfolgsaussichten

von kartellzivilrechtlichen

Klagen nach Art. 12 ff. des Kartellgesetzes

würden im Wesentlichen von der Erfüllung

der formellen Prozessvoraussetzungen und

von der materiellen Begründetheit des eingeklagten

Anspruchs aus einer Wettbewerbsbehinderung

abhängen. «Wir sind gespannt, ob

das Gutachten der ZHAW den Gerichten bei

der Beurteilung der materiellen Begründetheit

dienen wird», sagt Carla Beuret.

In juristische Power investieren

Das Gutachten der ZHAW wurde am

20. März im Rahmen der Vortragsreihe «Atelier

de la Concurrence» vorgestellt. Gastreferent

an diesem Abend war unter anderem

der Garagist Gabriel Galliker, der in seinem

Referat sehr deutliche Worte für das zunehmend

angespannte Verhältnis zwischen Garagist

und Importeur fand und schilderte, unter

welchem Druck der Handel oftmals steht. Galliker

ist überzeugt, dass sich die Tendenz der

Hersteller, immer weniger Ansprechpartner

im Handel zu haben, in den nächsten Jahren

noch verstärken werde.

Wie sich seine Gruppe auf die härtere

Gangart und die vermehrt auftretenden juristischen

Herausforderungen einstellt, illustrierte

der Garagist wie folgt: Habe die Galliker-Gruppe

in den vergangenen Jahren in verschiedene

Kommunikationskanäle wie Website, Newsletter

und Social Media investiert, sei sie in

diesem Jahr dazu übergegangen, auch in andere

Power zu investieren die Gruppe lässt

sich neu durch einen spezialisierten Anwalt

eng begleiten und beraten. <

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POLITIK & RECHT

Abgasprüfung

Moser reicht Motion für

Abgaskontrolle erneut ein

GLP-Nationalrätin Tiana Moser hat ihre Motion zur Wiedereinführung der

periodischen Abgaskontrolle erneut eingereicht. Ihr Ziel: Defekte Diesel-Fahrzeuge

sollen erkannt und kantonale Feinstaub-Fahrverbote verhindert werden.

André Bissegger

Nachdem ihr erster Vorstoss aus dem Jahr

2017 abgeschrieben worden war, reichte die

Zürcher Nationalrätin Ende März eine neue

Motion ein. Ihr erneuter Vorstoss stiess auf

Interesse, denn statt wie beim ersten Mal

von sieben wurde er diesmal gleich von 19

Parlamentariern mit unterschiedlichen Parteibüchlein

mitunterzeichnet. Darunter befinden

sich beispielsweise Rosmarie Quadranti

(BDP), Thomas Ammann (CVP), Kurt

Fluri (FDP), Thomas Hardegger (SP), Lorenzo

Quadri (Lega) oder Michael Töngi (Grüne).

Hintergrund der Motion ist die 2013 vom

Bundesrat abgeschaffte periodische Abgasüberprüfung

für PW-Besitzer mit einem

elektronischen Abgasüberwachungssystem

im Auto, der On-Board-Diagnose (OBD). Das

System zeigt den Lenkern automatisch Fehlfunktionen

an ein Abgastest war daher für

den Bundesrat nicht mehr notwendig.

Damit ist Moser nicht einverstanden.

«Gemäss Messungen des Kantons Zürich

sind 10 Prozent der Dieselpersonenwagen

mit defektem Partikelfilter unterwegs, ohne

dass das OBD-System dies erkennt», schreibt

die GLP-Nationalrätin in ihrem Vorstoss.

Für sie ist daher klar: «Dieses elektronische

Überwachungssystem erkennt defekte Partikelfilter

häufig nicht.»

Die von ihr geforderte periodische Abgasprüfung

soll deshalb sicherstellen, «dass die

Nachbehandlung der Abgase durch Katalysatoren

und Filter nicht nur bei der Typengenehmigung,

sondern während der gesamten

Betriebsdauer des Fahrzeugs ordnungsgemäss

funktioniert.» Damit sollen defekte,

ausgebaute und nachträglich manipulierte

Abgasreinigungssysteme erkannt werden.

Autofahrer schützen

Sie denkt dabei durchaus auch an die

Autofahrer, die für Defekte an ihrem Auto

zur Verantwortung gezogen werden. «Ohne

periodische Abgasprüfung hat der Autofahrer

keine Möglichkeit festzustellen, ob sein

Partikelfilter funktioniert», schreibt sie in

der Begründung. Deshalb hätten Deutschland,

die Niederlande und Belgien die Kontrollen

wieder eingeführt.

Ausserdem will sie Fahrverbote wegen

Feinstaub verhindern. Diese müssen die

Kantone bei zu hoher Feinstaubbelastung

erlassen. «Die vom Feinstaub verursachten

Gesundheitskosten werden auf 3,3 Milliarden

pro Jahr geschätzt.» Für Moser ist daher

klar: «Defekte Partikelfilter erkennen und ersetzen

ist vergleichsweise günstig und sinnvoller

als kantonale Fahrverbote.»

In der ersten Motion betonte Moser auch

die mögliche Rolle der Schweizer Garagisten.

«Ein Teil der notwendigen Infrastruktur

wie auch das Know-how sind bereits bei

den Prüflaboren (z.B. Empa, Fachhochschulen),

den Strassenverkehrsämtern oder den

Schweizer Garagen gegeben. Automechaniker

sind in der Schweiz für Abgasmessungen

wie auch Reparaturen ausgebildet und

können diese niederschwellig vornehmen»,

schrieb sie 2017.

«Falscher Weg»

Der Bundesrat lehnte die ursprüngliche

Motion damals ab. Er bezeichnete die Wiedereinführung

der periodischen Abgaskontrolle

als «falscher Weg», um die Manipulationen

aufzudecken. Die Prüfung würde sich nach der

heute gängigen Praxis und Technik bei manipulierten

Fahrzeugen als wirkungslos erweisen.

«Sie würde ausserdem den Bestrebungen

des Bundesrates zum Abbau von Überregulierungen

entgegenlaufen und hätte negative

Auswirkungen auf die Volkswirtschaft.»

Zur neuen Motion hat sich der Bundesrat

noch nicht geäussert. <

46

Juni 2019 | AUTOINSIDE


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Suva

Gute Wahl: die Unternehmensversicherung

der Suva

Ein Unfall kann Selbstständigerwerbende in ihrer Existenz bedrohen. Die Unternehmerversicherung der Suva bietet

einen ausgezeichneten Schutz bei Unfällen und Berufskrankheiten. Dank ihr kann Markus Dittli wieder optimistisch in

die Zukunft schauen.

Es war ein Grümpelturnier wie so viele in der

Schweiz. Garagier Markus Dittli aus Edlibach

ZG half als Torhüter in der Mannschaft von

Freunden aus. «Die Teilnahme hat Tradition

und ich machte das ja immer gerne»,

erzählt Dittli rückblickend. Während des

dritten Spiels war das «Grümpi» für ihn aber

plötzlich vorbei. Beim Abwehren eines Balls

knickte ihm die linke Hand nach hinten. Die

Hand schwoll an, Sanitäter legten Eis auf und

Dittli meinte, dass er sich «die Hand halt einfach

stark verstaucht» habe.

Er irrte sich. Als die Schmerzen auch nach

drei Wochen nicht nachliessen, ging Markus

Dittli zum Arzt. Die Diagnose: Bruch des

Handgelenks. Immerhin musste er die Hand

nicht operieren lassen und dank einer Schiene

verheilte die Sache mit etwas Geduld

dann doch noch gut.

Dennoch fiel Markus Dittli während gut

Beispiele: So funktioniert

die Unternehmensversicherung

der Suva in der Praxis

Deckung von Arzt- und Spitalkosten

Beim Fussballspielen reisst sich Ueli Müller

das vordere Kreuzband. Sein Spitalaufenthalt

und alle Arztrechnungen werden direkt von

der Suva bezahlt.

Sicherung des Einkommens

Peter Huber fällt vom Dach. Während sieben

Monaten kann er nicht arbeiten. Bei einem

versicherten Verdienst von 70 000 Franken

erhält er jeden Tag 153.40 Franken, auch am

Samstag und Sonntag.

Absicherung der Familie

Jacqueline Moser ist seit zwei Jahren Witwe.

Sie erhält ihr Leben lang eine Witwenrente.

Für jedes ihrer Kinder erhält sie einen zusätzlichen

Betrag.

Weitere Infos

www.suva.ch/unternehmerversicherung

oder bei Ihrer Suva-Agentur (Telefonnummer

0848 820 820). AGVS-Mitglieder erhalten

einen exklusiven Rabatt von rund 10 Prozent.

eineinhalb Monaten aus. Während dieser

Zeit hat die Unternehmerversicherung der

Suva ein Taggeld in der Höhe von 80 Prozent

seines versicherten Verdiensts an Dittli ausbezahlt.

«Wer ein eigenes Geschäft führt, ist

natürlich froh, wenn in einem solchen Fall

eine Versicherung unter die Arme greift»,

erzählt Dittli. «Denn meine beiden Angestellten

konnten meinen Ausfall natürlich

nicht vollends kompensieren.» Heute ist

Markus Dittli wieder fit und voller Energie

in seinem Betrieb tätig. Und er weiss, dass

sich die Unternehmerversicherung der Suva

absolut lohnt.

Markus Dittli, warum haben Sie sich gerade

für die Unternehmerversicherung der Suva

entschieden?

Ich wollte eigentlich schon vor Jahren zur

Suva, landete dann aber bei einem anderen

Versicherer. Dort lief es nach einem Unfall gar

nicht gut. Ich hatte stets das Gefühl, möglichst

weitergeleitet zu werden. Einfach so, dass sich

niemand richtig zuständig fühlte für mich. Danach

wechselte ich ganz bewusst zur Suva.

Wie wurden Sie nach Ihren Unfall durch die

Unternehmerversicherung betreut?

Sehr gut, wirklich. Kurz nach dem Unfall

hat man per Telefon nachgefragt, wie es mir

geht und was an Behandlungen ansteht. Alles

lief sehr unkompliziert. Ich erhielt ohne Probleme

mein Taggeld, die nötige Ergotherapie

wurde übernommen und die Verantwortlichen

der Suva unterstützten mich, wo sie konnten.

Auch deshalb konnten Sie recht bald in den

Betrieb zurückkehren?

Ja, am Anfang war ich zu 100 Prozent

arbeitsunfähig, danach kehrte ich schrittweise

zurück. Ich konnte mein Pensum im eigenen

Betrieb also langsam wieder steigern. So

wurde auch meine verletzte Hand nicht zu

stark wieder belastet.

Was hat Sie besonders gefreut?

Ich bin ja sonst nicht der Schnellste, was

Lob angeht erst recht bei Versicherungen

(lacht). Aber ich kann die Unternehmerversicherung

wirklich nur weiterempfehlen! Es

hat alles prima geklappt. <

AUTOINSIDE | Juni 201947


TECHNIK & UMWELT

Antriebe

«Für den Garagisten wird

die Zukunft anspruchsvoller,

aber auch spannender»

Falsch eingesetzte Elektromobilität wird zum Bumerang, der Diesel wird noch lange nicht sterben und an Wasserstoff führt

in Zukunft kein Weg vorbei: Im Gespräch mit AUTOINSIDE erklärt Antriebsforscher Christian Bach von der Empa, warum

Garagisten sich noch stärker auf den Beratungsaspekt beim jeweiligen Antrieb fokussieren sollten. Reinhard Kronenberg

Wir erleben eine Neuauflage der Klimadiskussion, Schüler

streiken und selbst die FDP springt auf den grünen Zug auf. Was

passiert hier gerade?

Christian Bach: Die Problematik der Klimaveränderung ist offensichtlich

in der breiten Bevölkerung angekommen. Das kann auch

Auswirkungen auf den Fahrzeugmarkt haben, weil als Treiber des

Wandels neben der Gesetzgebung und der technischen Möglichkeiten

der Hersteller zusätzlich die Veränderung des Konsumentenverhaltens

dazukommen kann.

Im Zug der aktuellen Klimadebatte bekommen Kräfte Auftrieb, die

das Autofahren generell unattraktiver machen und den öffentlichen

Verkehr auf Kosten des Autos ausbauen wollen. Ist der motorisierte

Individualverkehr in Gefahr?

Das glaube ich nicht. Die aktuelle politische Diskussion relativiert

sich, wenn Sie die Marktanteile betrachten: 80 bis 90 Prozent im

Personentransport läuft über den MIV, weshalb sich die Dominanz

selbst dann nicht wesentlich ändern würde, wenn die Kapazität des

ÖV verdoppelt würde. Andererseits ist aber auch klar, dass der Verkehr

an bestimmten Punkten an seine Kapazitätsgrenze stösst oder

sogar darüber hinaus gekommen ist. Schlussendlich braucht es beides

und es braucht wohl auch etwas mehr Verzicht.

Wie meinen Sie das?

Nehmen wir das Beispiel Plug-in-Hybride. Diese Fahrzeuge haben

auf dem Papier einen sehr tiefen CO 2

-Normwert, produzieren in der

Realität aber deutlich höhere Emissionen. Ähnliches gilt bei Elektrofahrzeugen,

die für Fahrzeughersteller mit null CO 2

in die Rechnung

eingehen. Bei beiden Antriebsformen wird die CO 2

-Reduktion

überschätzt. Eigentlich wäre der richtige Weg, die tatsächlichen

Emissionen zu bewerten. Es droht sonst die Ironie, dass wir die Antriebstechnologie

zu hohen Kosten umstellen, aber nur minimale Verbesserungen

erreichen falls überhaupt. Damit droht die Gefahr, das

Vertrauen der Konsumenten zu verspielen.

Basis der Diskussion ist das Klimagas CO 2

. Es ist schon heute

absehbar, dass Hersteller und Importeure den Grenzwert von 95

Gramm pro Kilometer per Ende 2022 nicht einhalten können und

deshalb erhebliche Bussen fällig werden. Wie würden Sie das

Problem lösen?

Das Problem ist bei den Herstellern und Importeuren erkannt.

Man setzt jetzt auf das, was zumindest auf dem Papier am meisten

zur Reduktion beiträgt. Ob das in der Realität dann zu einer ähnlichen

CO 2

-Reduktion führt, ist allerdings eine andere Frage.

Christian Bach ist Abteilungsleiter

Fahrzeugantriebssysteme bei der Empa.

48

Juni 2019 | AUTOINSIDE


TECHNIK & UMWELT

an Elektro- und Plug-in-Fahrzeugen bis 2020 auf zehn Prozent

bei den Neuzulassungen zu steigern. Halten Sie das für realistisch?

Ja, das halte ich für realistisch. Und zwar deshalb, weil die ersten

zehn Prozent sicher die einfachsten Prozente sind. Zudem glaube ich,

dass viele Benzin- und Dieselfahrzeuge, die primär für Kurzstrecken-,

Stadt- und Pendlerfahrten eingesetzt werden, sehr einfach auf Elektrofahrzeuge

umgestellt werden könnten. Schon nur deshalb, weil

Kurzstreckenfahrten verbrennungsmotorisch angetriebenen Fahrzeugen

überproportional schaden.

Christian Bach hat den Durchblick mit den Antriebskonzepten.

Warum ist das in der ganzen Diskussion kein Thema?

Ich vermute, weil befürchtet wird, dass bestimmte Technologien

hinsichtlich CO 2

-Emissionen dann nicht mehr so positiv dastehen.

Meiner Meinung stellt die Betrachtung nur eines Teils der Emissionen

ein ähnliches gesetzliches Schlupfloch dar, wie es auch im Rahmen

des Diesel-Skandals bestand. Das führt dazu, dass die Emissionsstatistik

auf dem Papier gut aussieht, in der Realität aber kaum Verbesserungen

bringt. Ich meinerseits befürchte, dass wir primär auf dem

Papier eine CO 2

-Reduktion erzielen werden und nicht in der Realität.

Aufgrund der höheren Kaufkraft haben wir in der Schweiz in der

Regel besser motorisierte und ausgerüstete Fahrzeuge und aufgrund

der Topographie auch einen höheren Allradanteil als im übrigen

Europa. Wird die Schweiz beim CO 2

für ihren Wohlstand abgestraft?

Nein, aber es ist eine logische Konsequenz. Hier könnten Garagisten

mehr Aufklärung leisten: Braucht der Kunde wirklich ein Allradfahrzeug,

einen 250 PS-Motor oder ein SUV? Beginnen wir damit

gleich bei mir: Ich habe ein Auto gekauft, mit dem ich einen Wohnwagen

ziehen kann, obwohl ich dies nur 2 bis 4 Wochen pro Jahr

gemacht habe. Heisst: 48 Wochen im Jahr fuhr ich eigentlich ein zu

grosses Auto.

Was hat der Garagist damit zu tun?

Würde er mein Mobilitätsbedürfnis kennen, könnte er mir ein entsprechendes

Angebot machen: Für 48 Wochen ein kostengünstiges

kleineres Auto, das meine allgemeinen Transportzwecke gut erfüllt.

Und für die anderen vier Wochen, also für meine Ferienzeit, zu guten

Konditionen ein grösseres Auto, das einen Wohnwagen ziehen kann

oder Allradantrieb aufweist. Damit könnte er mich als Kunden zufriedenstellen

und CO 2

wäre damit auch noch eingespart.

Die Elektromobiliät kommt nur langsam in Fahrt. Woran liegt das?

Wir können das mit anderen Produkten vergleichen, bei denen ein

Wechsel stattgefunden hat. Nehmen wir das Smartphone als Beispiel.

Es hat sich gegenüber dem Mobiltelefon sehr schnell durchgesetzt,

weil es einfach viel mehr kann. Die neuen Antriebe haben diesen

Vorteil noch nicht, im Gegenteil: Sie verfügen über weniger Reichweite,

sind in der Handhabung etwas komplizierter und man kann

sie nicht überall kaufen oder warten. Ausserdem haben sie weniger

Nutzlast, können oftmals weder einen Anhänger noch einen Wohnwagen

ziehen und es gibt sie kaum als Allradfahrzeug. Es ist deshalb

überhaupt nicht trivial, Benzin- und Dieselfahrzeuge durch andere

Antriebskonzepte zu ersetzen.

Mit dem Programm «10/20» zielt Auto-Schweiz darauf ab, den Anteil

Das Thema Elektromobilität ist sehr kontrovers: Auf der einen Seite

stehen die Fundamentalisten, für die es gar nichts anderes gibt.

Auf der anderen Seite sind die Zweifler, für die Elektromobilität

keinen Sinn macht, wenn man sich alle Aspekte des Themas vor

Augen führt. Wie stehen Sie dazu?

Wie alles hat auch die Elektromobilität Vor- und Nachteile. Diese

muss man kennen, um beispielsweise gute Beratungen machen zu

können. Werden Elektrofahrzeuge falsch eingesetzt, kann dies zum

Bumerang werden. Wenn Personen zum Beispiel auf ein Elektrofahrzeug

wechseln, damit aber nicht mehr in die Ferien fahren können,

sondern neu fliegen müssen, wird der Umwelt definitiv kein Dienst

erwiesen. Meine Meinung ist, dass wir die Elektromobilität brauchen,

um die Emissionen bei Kurz- und Mittelstreckenanwendungen zu reduzieren.

Als Ersatz für Mittel- und Langstreckenanwendungen gibt

es aber geeignetere und ökologischere Antriebe wie den Gasantrieb

oder längerfristig Wasserstofffahrzeuge.

Fortsetzung Seite 50

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AUTOINSIDE | Juni 201949


TECHNIK & UMWELT

Neben der Produktion und Entsorgung der Batterien und dem

Strommix im Betrieb ist eine der grossen Schwächen von Elektrofahrzeugen

nach wie vor deren Restwert.

Hier müssen sich die Märkte erst entwickeln. Sobald sich Elektroautos

auf dem Gebrauchtwagenmarkt etablieren können, werden die

Restwerte steigen. Mittelfristig werden die Kosten der Elektromobilität

sinken und diejenigen von Benzin- und Dieselfahrzeugen steigen.

Wann der «Break-even» erreicht wird, hängt von verschiedenen Faktoren

ab.

Über alles gesehen ist ein Elektrofahrzeug heute im Betrieb

nach wie vor teurer als eines mit Verbrennungsmotor, korrekt?

Ja. Erstbesitzer tragen im Moment noch einen hohen Abschreiber,

weshalb ein Elektrofahrzeug in den meisten Fällen nicht günstiger

ist als ein Benzin- oder Dieselfahrzeug. Die Unterschiede werden sich

aber angleichen und in vielen Fällen sind die Unterschiede vergleichsweise

gering.

Wie schätzen Sie Wasserstoffantriebe ein?

Bei Wasserstoffantrieben muss der Kunde sein Verhalten nur

mini mal anpassen, was ein grosser Vorteil ist. Allerdings sind Wasserstofffahrzeuge

und auch der Aufbau der Wasserstofferzeugungs-,

Transport- und Betankungsinfrastruktur teuer. Wir denken, dass

man an Wasserstoff schlicht nicht vorbeikommen wird, wenn das

Energiesystem auf erneuerbare Basis umgestellt wird. Deshalb sollte

man die direkte energetische Nutzung von Wasserstoff schon auch

genau anschauen. Ich glaube allerdings, dass sich Wasserstoffantriebe

zuerst im Nutzfahrzeugbereich etablieren werden und erst etwas

später im Personenwagenbereich.

Als einzige Alternative zu Benzin und Diesel gilt in den Medien

oftmals die Elektromobilität. Gasfahrzeuge werden in diesem

Rahmen praktisch nicht erwähnt, auch seitens der Behörden nicht.

Warum ist das aus Ihrer Sicht so?

Die heutige CO 2

-Gesetzgebung berücksichtigt die Vorteile von Gasfahrzeugen

nur zu einem geringen Ausmass. Deshalb sind sie fast nur

für Spezialisten sichtbar. Beispielsweise weisen mit Biogas betriebene

Fahrzeuge vergleichbare CO 2

-Lebenszyklusemissionen auf wie mit erneuerbarer

Elektrizität betriebene Elektrofahrzeuge. Kann man solche

Vergleiche nicht selber erstellen, erkennt man das aber nicht. Hätten

wir eine technologieneutrale CO 2

-Gesetzgebung für Fahrzeuge, wäre

dies offensichtlicher. Trotzdem: Weltweit nehmen die Gasfahrzeuge

bei Flotten, Nutzfahrzeugen und Bussen stark zu.

«Die heutige CO 2

-Gesetzgebung

berücksichtigt die Vorteile

von Gasfahrzeugen nur

zu einem geringen Ausmass.»

Auf Basis der Entwicklung bei den Antriebstechnologien:

Wie beurteilen Sie die Auswirkungen auf den Aftersales-Bereich?

Für den Garagisten wird es sicher anspruchsvoller, aber auch

spannender: Nicht nur die Antriebskonzepte sind im Wandel, das

Fahrzeug entwickelt sich zunehmend in einen rollenden Computer.

Der Einfluss der Informatik wird immer grösser. Wer es schafft, mit

dieser Technologie Schritt zu halten, wird künftig in einem interes-

Christian Bach informiert sich vor Ort über neue Modelle und die Trends der Autohersteller.

50

Juni 2019 | AUTOINSIDE


santeren Umfeld arbeiten als früher, wo es primär

darum ging, die «Hardware» in Schuss zu halten.

Ich glaube, dass das Geschäftsmodell «Auto

kommt in den Service, Auto braucht eine grössere

Reparatur und der Besitzer irgendwann ein neues

Auto» auslaufen wird. Es wird neue, auf die unterschiedlichen

Mobilitätsbedürfnisse der Kunden

angepasste Modelle brauchen. Da muss man mit

der neuen Technik schon einigermassen Schritt

halten können, ansonsten wird man abgehängt.

Muss der Diesel als nach wie vor willkommene

Hilfe zur CO 2

-Reduktion definitiv abgeschrieben

werden?

Nein. Im Langstreckenbereich und bei den

Nutzfahrzeugen ist es schlicht nicht denkbar, dass

er verschwindet. Aber auch der Diesel muss CO 2

-

arm werden. Auf heutiger Basis, also mit fossilem

Diesel, ist die CO 2

-Belastung klar zu hoch. Dies

ist durch weitere Wirkungsgradsteigerungen und

dem Umstieg von fossilem auf erneuerbaren Dieseltreibstoff

möglich. Wir arbeiten beispielsweise

an einem Lastwagenmotor, der einen Wirkungsgrad

von 50 Prozent erreichen soll, und an einem

aus überschüssigem Strom hergestellten flüssigen

Treibstoff als Dieselersatz. Solche Konzepte können

sehr CO 2

-arm sein.

Wenn Sie Garagist und nicht Forscher wären,

was würden Sie diesen Leuten sagen?

Ich würde versuchen, besser zu erfassen, was

der Kunde tatsächlich braucht und will, um ihm

dann in einem fundierten Beratungsgespräch die

Vor- und Nachteile der verschiedenen Antriebskonzepte

darzulegen. Der Kunde sollte am Schluss des

Gesprächs den Eindruck haben, dass er mehr weiss

als vorher. Es wird für den Autohändler in Zukunft

sicher noch wichtiger werden, im Antriebsbereich

über die relevanten Informationen zu verfügen und

sie adäquat vermitteln zu können. Das ist auch ein

Appell für die Weiterbildung.

Aber möchte ich als Garagist dem Kunden

nicht das verkaufen, was ich im Angebot habe?

Das ist zwar naheliegend, aber meines Erachtens

zu kurz gedacht. Wenn Sie beispielsweise als

Toyota-Händler einem Kunden sagen, dass ein

Hybridfahrzeug für ihn die ideale Lösung ist, der

gleiche Kunde beim Nissan-Händler dann aber

den Elektroantrieb, beim BMW-Händler den Plugin-Hybriden,

beim Skoda-Händler das Gasfahrzeug

und schliesslich beim Hyundai-Händler das

Wasserstofffahrzeug als beste Lösung geraten bekommt,

sorgt das bei diesem Kunden wohl eher für

Verwirrung, als dass es hilft.

Das komplette Marderabwehrprogramm

aus einer Hand!

Es ist also nicht zu erwarten, dass Hersteller ihre

Investitionen in die Dieseltechnologie beenden?

Auch hier sage ich klar Nein. Die Dieseltechnologie

wird zwar in kleineren Fahrzeugsegmenten

ziemlich sicher aussterben, weil es dort mit

Hybrid-, Gas- oder Elektrofahrzeugen geeignetere

Technologien gibt. Aber in grösseren Fahrzeugen

und insbesondere für Langstreckenanwendungen

hat er definitiv eine Zukunft. Mit den kommenden

Abgasvorschriften und der damit verbundenen aufwendigen

Reinigungstechnik wird er aber definitiv

kein Schnäppchen sein.

Bach ist auch ein gefragter Referent.

Vorbehandlung

Ultraschallabwehr

Duftabwehr

Hochspannungsabwehr

Bei Neuwagen sinkt der Diesel-Anteil seit

Jahren kontinuierlich, im Occasionsbereich hat

er sich erholt. Wie beurteilen Sie die aktuelle

Marktlage?

Die Verunsicherung ist nach wie vor da. Das bekommen

wir mittels Anfragen von verunsicherten

Fahrzeugkäufern immer wieder zu spüren.

Weil zu wenig gefragt wird, was der Kunde eigentlich

braucht und welcher Antrieb für ihn passt?

Genau. Wie wäre es denn, wenn der Toyota-

Händler einem Neuwagenkäufer sagen würde: Für

Ihre Bedürfnisse passt ein Elektroauto besser, gehen

Sie zu meinem Kollegen in der Garage nebenan.

Mechanischer

Schutz

Zubehör

Inwiefern?

Wir erhalten fast täglich Anfragen von Personen,

die ein neues Auto kaufen wollen, aber nicht

wissen, auf welchen Antrieb sie setzen sollen. Oftmals

sind das Leute, die einen umweltfreundlichen

Antrieb suchen, aber von stark divergierenden Informationen

verunsichert werden.

Aber dann verliert er einen Kunden.

Aber er gewinnt mit Sicherheit das Vertrauen des

Kunden, der dies dann auch weitererzählt. Ich bin

überzeugt, dass das schliesslich honoriert wird. <

G

JAHRE

EWÄHRLEISTUNG

AUTOINSIDE | Juni 2019

www.stop-go.de


TECHNIK & UMWELT

Susi und Franz Gisler von der Post-Garage

in Altdorf führen den AEC bei ihren Kunden

einmal pro Jahr beim Service durch.

AutoEnergieCheck

«Wer schlechten Service

bietet, verliert Kunden»

Die Garagenbetriebe des Kantons Uri sind besonders aktiv: Sie unterziehen die Autos ihrer Kunden dem

AutoEnergieCheck AEC aus Überzeugung. André Bissegger

«Der AEC ist für die Kunden eine gute Sache.

Wir können ihnen zeigen, wie sie Benzin und

damit CO 2

einsparen können», sagt Reto Gisler,

Kundendienstberater in der Garage Welti

in Schattdorf UR. Seine Garage führt bei jedem

Auto mit einer Auftragskarte immer den AEC

und den Reifenoptimierungstest ROP durch

kostenlos. Ab einem Service von mindestens

100 Franken wird das Auto zudem innen und

aussen gereinigt. Vor allem Mechaniker und

Servicetechniker Sepp Theiler halte hier den

Finger drauf, sagt Reto Gisler lachend. «Sein

Ziel ist, dass wir beim AEC irgendwann die

Nummer 1 werden.»

Die Garage Welti, eine Renault- und Dacia-Vertretung,

führt mehrere Gründe an,

weshalb die Tests und das Reinigen bei ihr

zum Service gehört. «Für uns ist es quasi ein

Give-away», sagt Reto Gisler. «Da alle sparen,

gibt es sonst nichts mehr, das wir abgeben

können.» Für seine Garage ist guter Service

überlebenswichtig. «In unserer Region gibt es

so viele Garagen. Wir können uns nur dank

unserem Service abheben.» Ausserdem habe

Renault «trotz sensationellen Produkten zu

Unrecht noch immer ein schlechtes Image.

Das versuchen wir auf unsere Art wieder geradezubiegen.»

Kunden sensibilisieren

Doch es gibt noch weitere Gründe für die

Dienstleistungsaffinität der Garage Welti:

«Unsere Flotte ist bereits sehr elektrisch. Deshalb

können wir unsere Kunden mit dem AEC

schon jetzt etwas sensibilisieren.» Diese würden

den Service sehr schätzen und immer

wieder kommen. Stichwort Kundenbindung.

«Es ist viel gratis Arbeit, aber das ist es uns

wert», betont Reto Gisler. «Es ist ja auch ein

Nutzen für uns, wenn wir ihnen wieder etwas

verkaufen können.» Deshalb ist für die Garage

Welti klar: Sie wird ihren Service auch in

Zukunft beibehalten. «Wer schlechten Service

bietet, verliert Kunden.» Man müsse zu denen

schauen, die man habe.

Die Garage Welti beschäftig zwölf Mitarbeiter,

fünf davon sind in Ausbildung.

Ausserdem gehört zum Unternehmen ein

eigener Carrosseriebetrieb das helfe beim

Diversifizieren, erklärt Reto Gisler. Er windet

zudem Karl Baumann, der beim AGVS für

Arbeitssicherheit & Umwelt zuständig ist, ein

Kränzchen: «Er hilft uns weiter und motiviert

uns sehr».

52

Juni 2019 | AUTOINSIDE


TECHNIK & UMWELT

«Wollen Interesse wecken»

Dass Karl Baumann im Kanton Uri eine

treibende Kraft hinter dem AEC ist, bestätigt

auch Franz Gisler, Inhaber der Post-Garage in

Altdorf eine Peugeot-Vertretung. Seine Garage

testet die Autos der Kunden ebenfalls

weiterhin auf das Energie- und Kosteneinsparpotenzial

jeweils einmal pro Jahr beim

Service. «Der Aufwand wäre sonst zu gross»,

erklärt er. Seine Garage führt den kostenlosen

AEC jeweils auf der Rechnung auf. «Dann wird

er auch eher angeschaut», sagt Franz Gisler, dessen

Garage von Anfang an beim AEC dabei ist.

Franz Gisler äussert sich bezüglich AEC

zwar nicht ganz so euphorisch wie sein Kollege

aus dem Nachbardorf, doch auch er findet

den Check eine gute Sache, um die Kunden

zu sensibilisieren. «Das ist der Hauptgrund,

weshalb wir noch immer mitmachen», sagt er.

«Wir wollen das Interesse des Kunden wecken

und ihm zeigen, dass er selbst etwas zum Sparen

beim Verbrauch beitragen kann.»

«Ein guter Beitrag»

Das gelinge manchmal besser, manchmal

schlechter. «Viele nehmen es einfach zur

Kenntnis, andere interessiert es gar nicht. Die,

die ein grosses und schweres Auto fahren wollen,

denen ist es sowieso egal», betont er. Andere

zeigten sich durchaus interessiert. «Wie

viel dann tatsächlich umgesetzt wird, bleibt jedoch

offen.» Er schielt daher auch nicht auf die

Rangliste. «Das ist nicht unsere Motivation. Es

ist einfach ein guter Beitrag und der Aufwand

ist angemessen.» Wenn sich dann noch Zusatzverkäufe

realisieren lassen umso besser.

Mehr Hoffnungen auf die Sensibilisierung

der Kunden setzt Franz Gisler, der den Betrieb

1985 von seinem Vater übernommen hat und

drei Mechaniker beschäftigt, ganz generell in

die Modellpalette der Hersteller. «Mit dem

Hybrid von Peugeot ist es uns tatsächlich gelungen,

die Leute so zu sensibilisieren, dass

sie auf ihren Verbrauch achten», sagt er.

Die Post-Garage aus Altdorf und die Garage

Welti aus Schattdorf nur zwei der Urner

Garagen, die die AEC-Fahne im Kanton nach

wie vor hochhalten. <

Das Team der Garage Welti aus Schattdorf ist besonders aktiv beim AEC.

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BILDUNG

Fachausweise für Fahrzeugrestauratoren

Altes Blech als Chance für die

Ein traumhaft eleganter Lancia Flavia erzählt vom Dolce Vita vergangener Tage, ein liebevoll restaurierter VW Käfer erholt sich

von der langen Autobahnfahrt, daneben glänzen zwei angejahrte Jaguars in der Abendsonne: Wenn die frischgebackenen

Fahrzeugrestauratoren ihre eidgenössischen Fachausweise entgegennehmen, beginnt die Show schon auf dem Parkplatz.

Sandro Compagno

Dieses Jahr war es die Autobau Erlebniswelt in Romanshorn, die den

stimmungsvollen Rahmen für die Fachausweisübergabe an acht Fahrzeugrestauratoren

bildete. «Mein Herz lacht, wenn ich diese wunderbaren

Autos auf dem Parkplatz stehen sehe», begrüsste Autobau-Geschäftsführer

Fredy Lienhard die Absolventen und rund 50 Gäste. «Oldtimer

sind Emotion pur. Man ist nie sicher, ob ein Oldtimer am Morgen anspringt

oder zuverlässig sein Ziel findet. Aber das ist Teil der Faszination.

Und wenn man selbst Hand anlegen kann, dann ist das perfekt.»

«Ein Virus, der dich nicht mehr loslässt»

Selbst Hand anlegen kann beispielsweise Kevin Frey, frischgebackener

Fahrzeugrestaurator bei der Autowelt Bachmann in Inwil

LU, die sich auf Oldtimer der Marken VW und Audi spezialisiert hat.

«Oldtimer sind wie ein Virus, der dich nicht mehr loslässt», beschreibt

Frey seine Beziehung zu den Klassikern. Livio Arquint er arbeitet bei

British Classic Cars in Knonau ZH pflichtet bei: «Die alten Autos

klingen und riechen ganz anders als die modernen Fahrzeuge.»

Als Teenager habe er an seinem Töffli geschraubt, jetzt sind es

Fahrzeuge britischer Provenienz.

Insgesamt zehn junge Fachleute haben die Weiterbildung erfolgreich

abgeschlossen. Gastgeber Fredy Lienhard gratulierte den acht

in Romanshorn anwesenden Absolventen in zweifacher Hinsicht:

«Erstens für den bestandenen Abschluss, zweitens für die Branche, die

ihr gewählt habt. Sie hat Zukunft.» Erst zum zweiten Mal fand dieser

feierliche Event statt die Weiterbildung zum Fahrzeugrestaurator

bzw. -restauratorin ist die jüngste des AGVS. Der Garagistenverband

hat sich mit dem Schweizerischen Carrossierverband (VSCI) und

der Interessengemeinschaft Fahrzeugrestauratoren Schweiz (IgFS)

zusammengeschlossen, um diesen Lehrgang anzubieten. Während

vor einem Jahr ausschliesslich Absolventen der Fachrichtung Automobiltechnik

ausgezeichnet wurden, waren am Freitag in Romanshorn

erstmals auch zwei Fahrzeugrestauratoren der Fachtechnik

Carrosseriespenglerei unter den Diplomanden: Bruno Buchwalder und

Christian Zbinden.

«Das Marktpotenzial besteht», erklärte IgFS-Präsident Christian

Ackermann, «die Zahl an 30- und 40-jährigen Autos wächst kontinuierlich.»

Diese Aussage lässt sich mit Zahlen belegen: 1991 waren erst 20 000

Autos älter als 30 Jahre, heute wird diese Zahl auf 80 000 geschätzt.

54

Juni 2019 | AUTOINSIDE


Fachleute für Oldtimer (v.l.): Thomas Jäggi (AGVS), Christian Zbinden, Bruno

Buchwalder (beide Fachrichtung Carrosseriespenglerei), Luca Dosch, Roger von

Allmen, Livio Arquint, Dominik Kocher, Kevin Frey, Angelo Tenore (alle Fachrichtung

Automobiltechnik) und Bruno Sinzig, Präsident der Prüfungskommission.

BILDUNG

Emmen LU mit der Note 5,1 obenaus. Der Präsident der Prüfungskommission,

Bruno Sinzig, der Buchwalder und seinen erfolgreichen

Kollegen die Fachausweise übergeben durfte, ermunterte jene

Kandidaten, welche die Prüfung nicht bestanden hatten, in einem Jahr

einen neuerlichen Anlauf zu nehmen.

«Altes Blech und doch zukunftsweisend»

«Obwohl wir hier über alte Technik und altes Blech sprechen, so ist

diese Weiterbildung zukunftsweisend», sagte Olivier Maeder und erwähnte

die grossen Anstrengungen, welche die Schweizer Garagisten

unternehmen, um Fachkräfte zu finden, die qualitativ und quantitativ

genügen: «Erfreulich ist, dass die Lehreintritte in unserem Gewerbe in

den letzten vier Jahren stabil sind. Aber wir unternehmen jedes Jahr

mehr, um dieses Ziel zu erreichen.» Diese Stabilität, so Maeder, sei

auch wichtig für die Fahrzeugrestauratoren: «Denn die jungen Leute,

die heute ihre berufliche Grundbildung beginnen, sind die Fahrzeugrestauratoren

von morgen.» Ein breites und attraktives Weiterbildungsangebot

sei wichtig für die Branche: «Und dieser Lehrgang

ergänzt das Programm perfekt ironischerweise ist es unser jüngster

Lehrgang, der sich um die ältesten Fahrzeuge dreht.» <

Zukunft

Note 5,1: Bruno Sinzig beglückwünscht Kevin Frey...

Viele der erfolgreichen Absolventen arbeiten in kleinen,

spezialisierten Oldtimer-Werkstätten. «Die Branche lebt auch von

Ein-Mann-Betrieben», sagte Fredy Lienhard und ermutigte die frischgebackenen

Fahrzeugrestauratoren, den Schritt in die Selbstständigkeit

zu wagen. «Der Oldtimer- und Youngtimermarkt ist ein Wachstumsmarkt»,

ergänzte Olivier Maeder, Geschäftsleiter Bildung im AGVS.

«Wir brauchen Fahrzeugrestauratoren.» Viele ältere Mechaniker, die

sich mit den alten Fahrzeugen noch auskennen, stehen kurz vor der

Pensionierung. Es ist wichtig, dass das Wissen erhalten bleibt.

Entsprechend anspruchsvoll waren sowohl Lehrgang wie auch

Prüfung. Während von den elf Teilnehmern in der Fachrichtung Automobiltechnik

immerhin acht ihren Fachausweis erwerben konnten,

war die Quote bei den Carrosseriespenglern deutlich tiefer: Acht

waren vor zwei Jahren gestartet, drei stiegen während des Lehrgangs

aus und von den fünf Prüfungsteilnehmern nahmen lediglich zwei

die Hürde. Die Herausforderung: Von den Kandidaten war in jeder

Disziplin eine genügende Note gefordert. «Es war anspruchsvoll»,

erzählte Bruno Buchwalder, «an der Prüfung ist mir die Zeit davongelaufen.

Ich konnte nicht die Qualität bieten, die ich gerne gehabt hätte.»

Dafür ging die Bestnote des Jahrgangs an einen Carrosseriespengler:

Christian Zbinden aus Schwarzenburg BE erreichte die hervorragende

Durchschnittsnote 5,5. In der Fachrichtung Automobiltechnik

schwangen Kevin Frey aus Rickenbach LU und Angelo Tenore aus

... und Angelo Tenore zu ihren Abschlusszeugnissen.

Die ausgezeichneten Fahrzeugrestauratoren

Fachrichtung Automobiltechnik:

Kevin Frey, Rickenbach LU

Roger von Allmen, Gwatt BE

Andreas Jäger, Balgach SO

Livio Arquint, Schwyz

Dominik Kocher, Selzach

Sandro Schäpper, Mühlehorn GL

Luca Dosch, Masein GR

Angelo Tenore, Emmen

Fachrichtung Carrosseriespenglerei:

Bruno Buchwalder, Wolfwil SO

Christian Zbinden,

Schwarzenburg BE

AUTOINSIDE | Juni 201955


BILDUNG

Damian Schmid vor den World Skills

Fehlersuche für Kazan

AUTOINSIDE hat dem 19-jährigen Automobil-Mechatroniker Damian Schmid bei seinen Vorbereitungen auf die

Berufsweltmeisterschaften in Kazan über die Schulter geschaut. Jürg A. Stettler

Momentan arbeitet World-Skills-Teilnehmer Damian Schmid (l.) in der Garage von Flavio Helfenstein in Hildisrieden LU und holt sich dort den letzten Schliff für Kazan.

Die Berufsweltmeisterschaften rücken immer näher. Mit dabei vom

22. bis 27. August an den World Skills im russischen Kazan ist auch

der 19-jährige Damian Schmid aus Nesslau SG. Der Automobil-Mechatroniker

gehört zur rund 100 Personen umfassenden Schweizer

Delegation an den 45. Berufsweltmeisterschaften. In den letzten Monaten

hat er sich akribisch darauf vorbereitet, zuletzt im Betrieb

von Flavio Helfenstein, dem Weltmeister von 2011, im malerischen

Hildisrieden LU. Wie viele Stunden hat er wöchentlich in ein erfolgreiches

Abschneiden investiert? «Eine Quantifizierung ist schwer»,

erklärt der Nesslauer, während er noch eine Schraube anzieht, «jede

Stunde, die ich hier im Betrieb arbeite, ist ja im weitesten Sinn eine

Stunde, die ich in die Vorbereitung investiere.»

Dem pflichtet auch Coach Flavio Helfenstein bei: «Eigentlich ist

das ganze Jahr vor den World Skills eine Vorbereitung auf den grossen

Event und zwar 24 Stunden am Tag. Denn auch das Mentale,

das Darübernachdenken ist ein Teil der Vorbereitung. Wenn man

nur Dienst nach Vorschrift schiebt, kommt man eh nie so weit, wie

Damian bereits heute gekommen ist.» Helfenstein weiss, wovon

er spricht. Schliesslich sicherte er sich vor bald zehn Jahren im Beruf

Automobiltechnik in London die Goldmedaille. Er erläutert: «In

unserem Beruf kann man nicht einfach zig Stunden investieren und

dadurch ein bestimmtes Niveau erreichen.» Die Herausforderungen

seien sehr komplex, hätten sehr viele, auch psychologische Aspekte.

In der Automobiltechnik gelte es, Fehler zu suchen. Dazu müsse man

der Typ sein. Und Damian Schmid ist wohl der richtige Typ für Kazan.

Er schätzt die Vorbereitung mit Weltmeister Helfenstein sehr.

«Grösster Vorteil: Wenn ich eine Frage habe, kann er mir eine Antwort

geben und vor allem eine Antwort, die für die WM spezifisch ist», analysiert

der 19-Jährige, «und wenn wir mal eine freie Minute haben, können

wir etwas auch vertieft anschauen. Das wäre sonst nicht möglich.» Und

wie schätzt denn sein derzeitiger Trainer die Chancen seines Schützlings

ein? «Das ist immer eine sehr heikle Frage. Man weiss nie, welches

Niveau die Konkurrenz hat», erklärt Helfenstein. «Ich schätze Damians

Chancen sehr gut ein. Er hat ein sehr gutes Grundfachwissen und eine

gute Fehlersuchstrategie. Es bleibt aber schwierig, abzuschätzen, wie viel

gute Mechatroniker es dieses Jahr in Kazan hat. Unser Ziel ist, mit der

Weltspitze mitzuhalten, unter die Top Ten zu kommen und eine Spitzenplatzierung

zu realisieren.»

Inzwischen viel dazugelernt

Hohe Erwartungen, die der Coach da stellt. Was sind denn Schmids

Ziele? Der Toggenburger zeigt auf Helfensteins-Goldmedaille im Showroom

und erklärt selbstsicher: «Mein Ziel ist es schon, hier eine zweite

Gold-Medaille daneben zu legen. Wobei ich die Medaille ja nicht hier im

Showroom, sondern bei mir zuhause aufhängen will!» Für dieses Ziel verschob

Schmid nach den Swiss Skills gar seine Berufsmatura. Der 19-Jährige

dazu nüchtern: «Das musste ich tun, sonst könnte ich nun nicht hier sein.»

Bei den Swiss Skills in Bern hatte der 19-Jährige als Automobil-Mechatroniker

aus dem Bereich Nutzfahrzeuge zudem beim Posten Fahrzeugelektrik

mit einem elektrischen Cabrio-Verdeck noch Mühe gehabt. Diese Scharte

ist inzwischen ausgewetzt. «Ich hatte damals in meinem Lehrbetrieb, der

Altherr Nutzfahrzeuge AG in Nesslau, noch nicht viel mit Personenwagen

zu tun. Das Verdeck war also Neuland für mich», erklärt Schmid. «Beim

Messen, aber auch bei der Fehlersuche habe ich in der Zwischenzeit viel

56

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

dazugelernt. Dennoch muss ich sicherlich bei den Themen mechanisches

Messen und Arbeiten weiter fleissig üben.»

Welche grosse Herausforderungen bleiben ihm sonst noch bis zu

den World Skills im August? Etwa Russisch lernen? Der junge Automobilmechatroniker

lacht: «Das muss ich zum Glück nicht! Die grösste

Herausforderung ist eher, die Anforderungen von Flavio zu erfüllen!»

Hat Schmid eigentlich eine Lieblingsdisziplin? «Ja, elektrische Motorstörungen

suchen», kommt die prompte Antwort. «Da fühle ich mich auch

am sichersten. Das mache ich am liebsten. Es geht um einen Motor und

ein Motor ist immer etwas Spannendes. Und bei einem Auto geht ohne

Motor nichts.» Dieses Jahr wird der Fokus an den World Skills beim

Thema Motor auf Benzin- und Hybridaggregaten liegen, doch Schmid

muss auch elektrische und mechanische Störungen in den Bereichen

Antrieb, Fahrwerk sowie Carosserieelektrik an einem Fahrzeuge finden

und unter Zeitdruck beheben.

Wie bereitet sich Damian Schmid eigentlich auf den Wettkampfdruck

in Kazan vor? Steht da abends Flavio Helfenstein mit der Stoppuhr neben

ihm und meint «So, nun noch zehn Minuten Zeit, um drei Fehler zu finden.»?

Bevor der junge Toggenburger darauf antworten kann, sagt sein

Coach lachend: «Das kommt schon noch! Den Wettkampfdruck als solches

kann man aber nur bis zu einem bestimmten Grad simulieren, weil

er einfach von so vielen äusseren Faktoren abhängt.» Helfenstein fährt

fort: «Man ist in einem anderen Land, mit anderem Essen und anderen

Leuten. Das setzt recht hohe Anforderungen an den mentalen Bereich.

Als Experte/Coach von Damian kann ich ihm sicherlich aufzeigen, welche

Aspekte heikel werden könnten, aber eine Baisse muss er selbst

überwinden.» Wie wichtig ist diese World-Skills-Teilnahme von Damian

Schmid eigentlich fürs Renommée der Schweizer Berufsbildung und der

Ausbildung beim AGVS? «Ein gutes Abschneiden ist schon ein internationaler

Gradmesser, der aufzeigt, wo die Ausbildung in der Schweiz

steht. Es ist zudem ein Motivationsfaktor für junge Leute, mehr zu machen,

sich dementsprechend auch mehr in der Lehre einzusetzen», führt

Flavio Helfenstein aus. Er sieht die Berufsweltmeisterschaft im weitesten

Sinn auch als Begabtenförderung.

Pläne für die Zeit nach der WM

Hat Schmid schon Pläne für die Zeit nach Kazan? «Zuerst einmal

ein halbes Jahr arbeiten, dann ins Militär. Im September 2020

will ich nach Biel, um meine Ausbildung zum Fahrzeugingenieur zu

starten», wird der 19-Jährige hier sehr konkret. Da in der Garage

seines Coachs auch ein Leistungsprüfstand steht und Wagen und

Zweiräder für den Einsatz im Motosport bearbeitet werden, wäre

vielleicht gar ein Abstecher in den Rennsport eine Überlegung wert.

Sofort beginnen die Augen des Toggenburgers zu leuchten: «Motorsport

reizt fast jeden ‹Mech›! Bei Personenwagen sind viele Arbeiten

vom Hersteller genau vorgegeben. Im Motorsport hat man noch

klar mehr Freiräume. Man baut einen Motor auf, muss das System

als Ganzes kennen. Da gibt es keine Handbücher und Unterlagen

zum Nachschlagen das ist das Spannende daran.» Und mit Edelmetall

aus Kazan in der Tasche könnten sich ja gewisse Türe öffnen,

oder täuscht das? Weltmeister Helfenstein erinnert sich: «Klar hat

mir mein Titel Türen geöffnet. Aber man steht als Weltmeister nun

auch nicht am Morgen auf und es wird einem die Tür eingerannt.»

Und mit vielsagendem Blick auf seinen Schützling ergänzt er, «eine

Teilnahme an den World Skills gibt sicher etwas zurück, aber man

muss es auch zu nutzen wissen!» <

World Skills 2019 in Kazan

Vom 22. bis 27. August startet die Schweiz mit einer

gut 100 Personen umfassenden Delegation an den

45. Berufsweltmeisterschaften in Kazan. Neben den

42 Wettkämpferinnen und Wettkämpfern reisen auch 43 Expertinnen und

Experten in die rund 3500 Kilometer entfernte Hauptstadt der russischen

Republik Tatarstan zu den World Skills. Die jungen Schweizer Berufsleute

treten in 40 verschiedenen Berufen gegen über 1500 weitere Teilnehmende

aus über 60 Nationen an. Automobiltechniker Damian Schmid hat

sich in den letzten Monaten dank der Bildungspartner Renault Suisse,

Toyota Schweiz, Kia Schweiz, der STFW in Winterthur, dem AGVS Ausbildungscenter

in St. Gallen sowie dem AGVS Schweiz, Mobilcity in Bern,

intensiv auf seinen Einsatz vorbereitet.

Weitere Infos unter:

www.worldskills.org

Damian Schmid zeigt auf die Goldmedaille seines Coach Flavio Helfenstein, welche

dieser an der Berufsweltmeisterschaft 2011 in London errungen hat.

AUTOINSIDE | Juni 2019


BILDUNG

Kurse für Betriebswirte im Automobilgewerbe

Solide Zukunftsbasis schaffen

Als Betriebswirt hat man das perfekte Know-how, um einen Betrieb zu führen. Bei den speziell auf die Autobranche ausgerichteten

Kursen mit diversen Vorteilen für angehende Garagenführungskräfte hält sich die Nachfrage erstaunlicherweise

in Grenzen. AUTOINSIDE klärt wieso. Jürg A. Stettler

Als diplomierter Betriebswirt im Automobilgewerbe hat man die

perfekten Voraussetzungen, um einen Garagenbetrieb oder Teile

davon mit all den dazugehörenden Dienstleistungen zu leiten. Eine

äusserst spannende und vielfältige Herausforderung. Die Absolventen

erarbeiten sich während dem zweijährigen Lehrgang das Rüstzeug,

um Unternehmensstrategien festzulegen, die Finanzen und

das Controlling ihrer Garage zu steuern, Produkte und Dienstleistungen

zu positionieren, den Infrastrukturbedarf (inklusive EDV)

zu analysieren, das interne Pflichtenheft zu verfassen, die Prozesse

im Unternehmen zu managen und Erfolgskontrollen durchzuführen.

Erstaunlicherweise ist das Interesse an dieser Weiterbildung zum diplomierten

Betriebswirt im Automobilgewerbe nicht sehr hoch. «Wir

haben immer wieder sehr viele Personen, die sich an den Infoabenden

für eine solche Weiterbildung interessieren. Aber schlussendlich

sind es dann doch recht wenige, die sich tatsächlich für einen Kurs

anmelden», gesteht Beat Geissbühler, Leiter Fahrzeugtechnik an der

Schweizerischen Technischen Fachschule Winterthur (STFW).

Flut von Kursangeboten

Grundsätzlich ist die Nachfrage für den Lehrgang zum diplomierten

Betriebswirt im Autogewerbe schweizweit und somit auch an anderen

Schulen gering. Besteht etwa ausgerechnet in der Zeit des Wandels

und der fortschreitenden Digitalisierung in der Autobranche kein

Interesse, am Puls der Zeit zu bleiben? Geissbühler verneint und erläutert:

«Eines unserer grössten Probleme besteht darin, dass die STFW

längst nicht die einzige Ausbildungsstätte ist, die Betriebswirt-Lehrgänge

anbietet.» Unter den unendlich vielen Angeboten im Internet

mit ihrem Kurs hervorzustechen, ist für die STFW trotz intensivierten

Werbebemühungen keine einfache Sache. «Zudem entscheiden sich

viele auch für eine branchenunabhängige Betriebswirt-Ausbildung.

Dort ist das Angebot sogar noch vielfältiger!» Wieso denn das? Beat

Geissbühler verrät: «Viele sagen sich wohl: Ich weiss ja noch nicht,

was ich in fünf bis zehn Jahren mache. Für uns mit speziellem Fokus

aufs Autogewerbe ist dies natürlich sehr schade. Dabei haben wir den

einst noch recht technischen Aspekt des Kurses längst angepasst und

modernisiert.»

Schrecken Kosten ab?

Könnten denn die auf den ersten Blick vielleicht doch recht hohen

Kosten von fast 13 000 Franken abschrecken? «Nein, das denke

ich nicht», sagt Geissbühler, «wir sind an der STFW nicht teurer als

andernorts und liegen zudem absolut im Rahmen für solche Weiterbildungen.»

Und was viele Interessierte meist nicht bedenken oder

wissen: Vom Bund erhält man substanzielle, finanzielle Unterstützung

für sein Weiterbildungsengagement. Wird der Antrag nach absolvierter

eidg. Prüfung gestellt, werden 50 Prozent der Kurskosten

zurückerstattet. (Infos dazu unter: www.sbfi.admin.ch). Auch die

Angst, bei einem allfälligen Scheitern an der eidgenössischen Prüfung

nach zwei Jahren Weiterbildung und rund 630 Lektionen plötzlich

alleine im Regen zu stehen, ist weitgehend unbegründet. «Wir haben

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Juni 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

inzwischen einen Wiederholungskurs für Leute im Angebot, die es

im ersten Anlauf nicht geschafft haben», sagt Geissbühler dazu, «und

ausserdem haben wir diverse Beispiele von erfolgreichen Kursabsolventen,

die in ihren Betrieben nun die Verantwortung tragen.»

Nur positive Erfahrungen gemacht

Einer davon ist Corsin Rietiker, der den

Kurs zum diplomierten Betriebswirt im

Automobilgewerbe 2018 abschloss. Der

heutige Inhaber und Geschäftsführer der

Industriegarage AG in Winterthur bestätigt:

«Für jeden, der sich in eine solche Position

hineinbewegt oder bewegen will, ist der

Kurs die solide Basis und ein gutes Sprungbrett

in eine erfolgreiche Zukunft.» Wieso

Corsin Rietiker,

erfolgreicher Absolvent.

hat er sich damals für die speziell aufs Autogewerbe ausgerichtete

Ausbildung entschieden und nicht ein allgemeines Betriebswirt-Diplom

angestrebt? «Ich habe zum einen meinen ganzen beruflichen

Werdegang über Kurse des STFW bestritten», erläutert Rietiker, «und

zum anderen versucht die STFW vor allem auf Experten zu setzen,

welche die verschiedenen Ausbildungspunkte auf konkrete Aspekte

fürs Autogewerbe und aus dessen Blickwinkel vermitteln. Das fand

ich sehr positiv.» Er ergänzt: «Meine Weiterbildung ist parallel mit

der Übernahme meines heutigen Betriebs gelaufen. So konnte ich

viele Elemente, die ich in der Schule in der Theorie vermittelt bekam,

gleich in der Praxis umsetzen und anwenden das war sehr hilfreich

Kursangebote, -starts und Infoabende

Der nächste Kurs für angehende Diplom-Betriebswirte im Automobilgewerbe

an der Schweizerischen Technischen Fachschule Winterthur

(STFW) beginnt bereits diesen Herbst. Wer sich für die am 21. August

2019 startende, gut zweijährige Ausbildung interessiert, kann sich

unter www.stfw.ch oder am 12. Juni 2019 beim nächsten Infoabend

genauer informieren. Weitere Kurse bieten unter anderem auch die

Technische Berufsschule Zürich (www.tbz.ch Kursstart am 23. August

2019), die Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern (www.gibb.ch

Kursstart am 16. August 2019) oder das Centre Patronal in Paudex

(www.centrepatronal.ch nächster Infoabend am 26. Juni 2019 und

Kursstart am 5. September 2019) an.

In den modernen Räumlichkeiten der Schweizerischen Technischen Fachschule

Winterthur werden die Garagisten von morgen ausgebildet.

und spannend.» .» Als einen der grössten Vorteile des STFW-Kurses sieht

Rietiker, dass ihm nicht nur viel Wissen auf den Weg gegeben, sondern

auch eine neue Sichtweise vermittelt wurde. So hat er

nun einen Blick für wirtschaftliche Aspekte, die

er zuvor gar nicht wahrnahm. «Ich kann nun

eine Bilanz interpretieren und wirtschaftliche

Aspekte beurteilen, die fürs Überleben eines

Betriebs entscheidend sind», erläutert Rietiker.

Und wie stand es eigentlich um die Belastung

durch die Ausbildung neben dem Job? «Die sollte

man sicherlich nicht unterschätzen. Ich hatte

zudem den Vorteil, noch keine Familie und

Kinder zu haben. Denn auf gewisse Modulprüfungen

haben wir schon das ganze

Wochenende intensiv gebüffelt den

Druck sollte man also nicht verkennen»,

erklärt Corsin Rietiker, der

rückblickend die Weiterbildung

aber auch heute wieder in Angriff

nehmen würde. <

Beat Geissbühler, Leiter Fahrzeugtechnik

an der STFW, freut

sich auf weitere Anmeldungen.

Uns bewegt

MOBILITÄT

Wenn es um die Zukunft von

Garagen geht, ist Bosch der

richtige Partner.

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Uns bewegt, was Sie bewegt.


BILDUNG

Mit dem AGVS und Yokohama zum FC Chelsea

Schickt uns eure Werkstatt-Bilder!

Ob knifflige Probleme oder alltägliche Begebenheiten: In einer Garage ist immer etwas los. Schickt uns Fotos eurer Arbeit

und mit etwas Glück seht ihr den FC Chelsea live.

sco. 39 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den rund 4000

dem AGVS angeschlossenen Betrieben beschäftigt. Ihr Arbeitsalltag

ist manchmal hektisch, oft stressig, aber immer auch geprägt von

Kollegialität, von gemeinsamen Problemlösungen und sicher auch

von witzigen Begebenheiten.

Hast du im Betrieb etwas gesehen, dass es wert ist, mit den Kolleginnen

und Kollegen in der ganzen Schweiz zu teilen? Das kann

etwas Aussergewöhnliches oder auch ganz Alltägliches sein. Hast

du dein Handy rechtzeitig gezückt und die Begebenheit fotografisch

festgehalten?

Dann sende deine Bilder jetzt an myfuture@agvs-upsa.ch. Dazu

gehört auch ein kurzer Beschrieb, wer auf dem Foto zu sehen ist

und wo es gemacht wurde. Die besten Fotos werden in den AGVS-

Medien veröffentlicht.

Unter allen Einsendungen bis Ende Juni 2019 verlosen wir in

Zusammenarbeit mit Yokohama einen tollen Preis: 2 Tickets für

ein Premier-League-Spiel des FC Chelsea der Saison 2019/20 an der

Stamford Bridge in London!

Also: Knipsen, einsenden und vielleicht schon bald die «Blues»

live sehen! Mach mit! <

Bildrecht

Der Teilnehmer überträgt mit dem Einsenden des Bildes dem Auto Gewerbe Verband

Schweiz (AGVS) das volle Urheberrecht. Der Teilnehmer gestattet dem AGVS die Verwendung

seines Namens und seines Bildes. Dabei gestattet er dem AGVS ausdrücklich

die Erstveröffentlichung in deren oder auch fremden Medien. Insbesondere willigt

der Teilnehmer in folgende Nutzung seines Bildes ein: Hochladen des Bildes auf den

AGVS-Social-Media-Kanälen sowie den Internetseiten agvs-upsa.ch mit Angabe des

Vornamens, Namens und Ortschaft. Der Teilnehmer bestätigt, dass er sämtliche Rechte

am eingeschickten Bildmaterial besitzt. Er versichert ausdrücklich, dass eventuell darauf

abgebildete Personen vor dem Hochladen über den Umfang der Nutzung gemäss den vorliegenden

Teilnahmebedingungen informiert worden sind und sich damit ausdrücklich

einverstanden erklärt haben. Der Teilnehmer bestätigt, dass sein hochgeladenes

Foto auch in sonstiger Weise keine Rechte Dritter, insbesondere keine Marken-, Urheberund

Persönlichkeitsrechte verletzt und dass das Foto keine jugendgefährdenden,

pornografischen, rassistischen, gewaltverherr lichenden oder anderen gesetzwidrigen

oder anderweitig anstössigen Inhalte aufweist. Sollte das Bildmaterial trotz dieser

Zusicherung Rechte Dritter verletzen und der AGVS dadurch einen Schaden erleiden,

so kann diese Regressansprüche gegen den Teilnehmer geltend machen. Falls dem

Teilnehmer nachträglich bekannt werden sollte, dass das Foto möglicherweise gegen

die vorstehenden Absätze verstösst, meldet er dies dem AGVS unverzüglich per E-Mail

an scompagno@viva.ch. Der AGVS behält sich das Recht vor, das hochgeladene Foto auf

die Einhaltung der Teilnahmebedingungen zu prüfen und allenfalls ohne Vorankündigung

bzw. Begründung abzulehnen oder zu löschen.

60

Juni 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

Vertiefungsarbeit

Weltweit einzigartiger Töff

Die angehende Automobil-Mechatronikerin Sabrina Gisler aus Spiringen UR besitzt ein weltweit einzigartiges Motorrad.

Die 19-Jährige hat für ihre Abschlussarbeit ihre Honda umgebaut. André Bissegger

«Vom 08/15-Töff zum Unikat». So lautete der

Titel ihrer Abschlussarbeit. «Ich wollte meine

Honda XRF 450 Supermoto so ändern, dass

sie mir besser gefällt», erklärt Sabrina Gisler

die Grundidee hinter ihrer Schularbeit. «Sie

war mir zu weiss.» Der Gedanke dazu kam

ihr, als sie auf der Suche nach einem Thema

aus dem Küchenfenster auf ihr im vergangenen

Sommer gekauftes Motorrad blickte.

Die junge Urnerin aus dem Schächental

musste die Arbeit im Rahmen ihrer Lehrabschlussprüfung

abliefern. Sie steht kurz vor

dem Abschluss ihrer vierjährigen Ausbildung

zur Automobil-Mechatronikerin. Vier Monate

schraubte sie in ihrer Freizeit am Motorrad.

Unterstützung erhielt sie dabei von ihrem

Lehrbetrieb, der Klausengarage von Kilian

Lagnaz in Spiringen: Sie durfte die Räumlichkeiten

und Werkzeuge benutzen. «Meine

Kollegen halfen mir zudem manchmal,

wenn vier Hände besser waren als zwei

beispielsweise beim Radwechsel oder Tankausbau»,

betont sie. «Sonst habe ich alles

selbst gemacht.» Gerade die mechanischen

Arbeiten wie der Ausbau des Tanks oder das

Lackieren der Teile seien für sie dank ihrer

Ausbildung Routine gewesen, betont die

19-Jährige. «Diese Arbeiten kenne ich aus der

Garage.»

Ihre umgebaute Honda ist nun kaum mehr

wiederzuerkennen: Sämtliche Folien sind neu,

die Felgen wurden geändert und sind jetzt

zweifarbig und pulverbeschichtet. Diverse

Teile wie der Tank oder der Ständer glänzen

in neuen Farben, die Maschine ist tiefergelegt

und verfügt jetzt über Spiegel. «Das Dekor

habe ich selbst designt und dann bestellt», erklärt

Gisler. «Damit ist mein Motorrad weltweit

einzigartig.»

Ganz ohne Probleme verliefen die Umbauarbeiten

nicht. «Beispielsweise haben gewisse

Teile erst nicht gepasst.» Jetzt aber sehe ihre

Honda super aus; sie sei sehr zufrieden. Und

fast noch wichtiger: «Auch meine Lehrer sind

zufrieden», sagt sie lachend. Auch sonst erhalte

sie nur positive Rückmeldungen.

«Will auf Beruf bleiben»

Für die 19-Jährige, die die Berufsschule in

Altdorf besucht, beginnt schon bald ein neuer

Lebensabschnitt. Wie und wo sie in Zukunft

arbeiten wird, ist noch nicht ganz klar. «Ich

will aber auf dem Beruf bleiben», sagt sie.

Die angehende Automobil-Mechatronikerin

mag vor allem die mechanischen Arbeiten,

bei denen auch der Kopf gebraucht wird.

Beispielsweise beim Auseinandernehmen von

Getriebe oder Kupplung.

Für Gisler war immer klar, dass sie nie

in einem Büro sitzen möchte. «Ich konnte in

einer Garage schnuppern und es hat mir gleich

gefallen», erklärt sie ihre Berufswahl. Sie entschied

sich dann «wenn schon, denn schon»

gleich für die vierjährige Ausbildung zur

Automobil-Mechatronikerin. «Ich habe es nie

bereut und würde es wieder machen.» Zwar

sei die Lehre schulisch anspruchsvoll und in

den ersten zwei Jahren vor allem auch körperlich

anstrengend «aber wenn man sich

Mühe gibt, geht’s schon.» <

Sabrina Gisler umrahmt von Kilian Lagnaz (links) und Beat Müller

von der Klausengarage.

Vorher und nachher: Sabrina Gisler hat im Rahmen ihrer

Vertiefungsarbeit ihre Honda zu einem Unikat umgebaut.

AUTOINSIDE | Juni 201961


BILDUNG

Grundlagen Flottenverkauf

TIPP!

Fahrzeugflotten in Unternehmen

zu bewirtschaften,

erfordert von den Verantwortlichen

umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten.

Lernen Sie in diesem Kurs den

Flottenmarkt und dessen Bewirtschaftungsformen

kennen!

> > 12. September 2019, Bern

Facebook, Xing, Twitter und WhatsApp

im Autoverkauf

Der Workshop zeigt neuartige Möglichkeiten

auf, wie Sie die verschiedenen Plattformen

für sich selber einsetzen können um noch

erfolgreicher zu verkaufen. Dieser Workshop

ist speziell für die Automobilbranche

konzipiert.

> > 23. September 2019, St. Gallen

> > 11. November 2019, Horw

Cours d’introduction «Orfo 2012

employé-es de commerce»

Information pour les personnes

responsables de la formation des

employé-es de commerce.

> > 24 septembre 2019, Yverdon

> > 27 septembre 2019, Yverdon

Videotraining im Autoverkauf

> > 24. September 2019, Horw

> > 12. November 2019, Winterthur

OKTOBER

Berufs- und Praxisbildnerschulung

Kaufmann/-frau EFZ (BiVo 2012)

Einführung in die Umsetzung der kaufmännischen

Grundbildung im Automobil-

Gewerbe.

> > 10. Oktober 2019, Bern

> > 15. und 22. Oktober 2019, Winterthur

NOVEMBER

Finanzielle Führung in Garagenbetrieben

Kennen Sie die Finanzzahlen in Ihrem

Unternehmen und wissen Sie, wie Sie diese

beurteilen müssen? Dieser Kurs richtet sich

an Inhaber, Geschäftsführer und Finanzverantwortliche

von Garagenbetrieben, welche

ihre Kompetenz in Finanz- und Controlling-

Fragen auffrischen oder vertiefen wollen.

Sie lernen wichtige Finanzentscheide im

Betrieb zu beurteilen, vorzubereiten und

durchzuführen.

> > 5. November 2019, Bern

> > 6. November 2019, St. Gallen

Séminaire de gestion des occasions

Les participants apprennent comment

bie gérer leurs véhicules d’occasion. La

presentation, le processus de reprise et

la stratégie dynamique de prix en font

partie.

> > 7 novembre 2019 à Paudex

Direction financière de garages ce qu’il

faut savoir

> > 19 novembre 2019, Paudex

AGVS DIDAKTIKMODULE

Der Besuch dieser Weiterbildung ist für

alle Berufsbildner der technischen Grundbildungen

in den Betrieben, die über keinen

tertiären Abschluss verfügen, bis Ende 2020

obligatorisch.

Die Kurse sind in der Kurssprache ausgeschrieben.

Les cours sont proposés dans la langue

correspondante. D’autres cours seront proposés

ultérieurement. Mise à jour sur agvs-upsa.ch.

«Die Instrumente der BiVo 2018 kompetent

einsetzen»

> > 8. Oktober 2019, Mülenen

> > 4. Dezember 2019, Horw

> > 10. Dezember 2019, Goldau

> > 12. Dezember 2019, Bern

«Lernende selektieren»

> > 4. Juni 2019, Winterthur

> > 10. September 2019, Sissach

> > 19. November 2019, Bern

> > 10. Dezember 2019 St. Gallen

> > 9. Januar 2020, Goldau

Weitere Daten und Orte jeweils online.

MODULES DIDACTIQUES DE L’UPSA

Jusqu’à fin 2020, la participation à cette

formation est obligatoire pour tous les

formateurs professionnels des formations

techniques de base en entreprise qui

ne disposent pas d’un diplôme du degré

tertiaire.

«Utiliser avec compétence les

instruments des nouvelles ordonnances

de formation»

> > 12 septembre 2019, Yverdon

«Sélectionner les personnes en

formation»

> > 26 septembre 2019, Yverdon

Diese und weitere interessante Themen

finden Sie online in der Business Academy.

Retrouvez ces thèmes, et bien d’autres,

dans la Business Academy en ligne.

agvs-upsa.ch, Rubrik :

Berufsbildung/AGVS Business Academy

6. und 7. September 2019

im Forum Fribourg

www.swiss-automotive-show.ch


BILDUNG

AGVS Business Academy

JUNI

MwSt.-Grundkurs

> > 11. Juni 2019, Horw

> > 18. September 2019, Bern

Lehrgang DAB+

UKW wird in nächster Zeit von DAB+

abgelöst. Der Radioempfang im Auto

wird nur noch über DAB+ möglich sein.

Alle Fahrzeuge, die noch keinen DAB+-

Radio installiert haben, müssen auf DAB+

umrüsten. In Zusammenarbeit mit der

Schweizer-Radiobranche, DAB+-Experten

der SRG sowie DAB+-Fahrzeug-Spezialisten

wurde ein DAB+-Lehrgang mit AGVS

Kompetenzausweis entwickelt. Das Marktpotenzial

ist erheblich. Die Schätzungen

gehen von rund 3,5 Millionen Fahrzeugen

aus, die in absehbarer Zeit umgerüstet

werden müssen.

> > 13. Juni 2019, Horw

> > 1. Oktober 2019, St. Gallen

Occasionsmanagement

Die Teilnehmer lernen, wie sie ihre

Occasionsfahrzeuge richtig bewirtschaften.

Dazu gehören unter anderem

die Präsentation, der Eintauschprozess

und die dynamische Preisstrategie.

> > 6. Juni 2019, St. Gallen

> > 6. November 2019, Bern

MwSt.-Fortsetzungs- und Vertiefungskurs

Der Fortsetzungs- und Vertiefungskurs

MwSt. soll bei den Teilnehmenden die

korrekte Anwendung der MwSt. fördern.

Anhand von kurzen praxisbezogenen Fallbeispielen

und im Dialog mit dem Referenten

kann das Wissen vertieft werden. Voraussetzung:

Grundkurs.

> > 18. Juni 2019, Horw

> > 25. September 2019, Bern

Formation vidéo dans la vente automobile

mise en œuvre pratique et simple

Cet atelier est spécialement conçu pour

la branche automobile. L’accent est mis

sur les points suivants : les idées, la

production et l’utilisation de vidéos dans

la vente automobile.

> > 24 juin 2019 à Yverdon

JULI

Das Google Basics Training

für den Autohandel

In diesem Training erfahren Sie, wie Sie

Google MyBusiness, Google SEO und

Google SEA zielgerichtet und erfolgreich

für Ihr Autohaus einsetzen. Der Google

Basics Einsteigerkurs gibt einen Einblick

in die wichtigsten Werkzeuge und Massnahmen

für eine verbesserte Sichtbarkeit in

Google. Sie lernen, wie Sie Ihr Unternehmen

dort optimal präsentieren und mögliche

Marketingangebote wie Google Adwords

selbst steuern können.

> > 22. Juli 2019, Bern

> > 2. September 2019, Horw

AUGUST

Basisseminar für

Automobil-Verkaufsberater

Während zehn Tagen werden die jungen

oder angehenden Automobil-Verkaufsberater/innen

im Detail mit den eigentlichen

Verkaufsbelangen (Verkaufspsychologie,

Kommunikation, Verkaufsmethodik) auf ihre

tägliche Arbeit vorbereitet.

> > Start: 12. August 2019, Bern

Automobil-Verkaufsberater/in

mit eidg. Fachausweis

Verkaufsberater sind gefordert. Sie wirken

als Mobilitäts- und Finanzberater in einer

Person. Eine persönliche Weiterbildung

ist deshalb unabdingbar. Diese branchenspezifische

Weiterbildung unterstützt Sie

dabei, in der täglichen Arbeit verkaufs-,

marktorientiert und betriebswirtschaftlich

zu denken und zu handeln. Der Lehrgang

umfasst acht Module, die einzeln

abgeschlossen werden. Sind alle Module

erfolgreich bestanden, steht der Weg

offen, den eidgenössischen Fachausweis

zu erlangen.

> > Start Lehrgang: 22. August 2019 in Bern,

Dauer: drei Semester, berufsbegleitend

SEPTEMBER

Dialog das neue Mitarbeitergespräch

Für (zukünftige) Führungsverantwortliche,

die ihre Mitarbeitergespräche effizienter

und erfolgreicher gestalten wollen und

bereit sind, sich intensiv mit der wirksamen

Mitarbeiterentwicklung auseinander zu

setzen.

> > 11. September 2019, Bern

WO PRAXIS

SCHULE MACHT.

> Betriebswirt im Automobilgewerbe

> Automobildiagnostiker PW / NFZ

> Werkstattkoordinator

> Kundendienstberater

> Automobil-Verkaufsberater

www.stfw.ch | Tel. 052 260 28 01

INFO-VERANSTALTUNG

Mi, 12.06.2019, 19.00 Uhr

Anmelden: stfw.ch/info

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Juni 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

Aktuelle regionale Veranstaltungen zur Aus- und

Weiterbildung im Automobilgewerbe

LEHRGANG FAHRZEUGRESTAURATOR

Fachrichtung Automobiltechnik

Informationsabende:

Donnerstag, 13. Juni 2019, 18.30 Uhr

Mittwoch, 4. September 2019, 18.30 Uhr

Ort: AGVS Ausbildungscenter Sektion

Solothurn, Gerolag Center Olten, Industriestrasse

78, Olten

Start Lehrgang: Februar 2020

> > fahrzeugrestaurator.ch

AARGAU

Automobildiagnostiker

Informationsabend:

Dienstag, 18. Juni 2019, 18 Uhr

Start Lehrgang: Mittwoch, 4. September 2019

Ort : Weiterbildungszentrum, Lenzburg

> > wbzlenzburg.ch

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Ort: Handelsschule KV Aarau

> > hkvaarau.ch

BERN

Automobil-Verkaufsberater/in

Informationsabend:

Donnerstag, 6. Juni 2019, 18 Uhr

Start Lehrgang: August 2019

Ort: Mobilcity, Bern

> > agvs-upsa.ch

Automobildiagnostiker/in BP

Start Lehrgang: Mittwoch, 14. August 2019

Ort: GIBB

> > gibb.ch

Betriebswirt/in im Automobilgewerbe HFP

Start Lehrgang: Freitag, 16. August 2019

Ort: GIBB

> > gibb.ch

Werkstattkoordinator/in im

Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Freitag, 16. August 2019

Ort: GIBB

> > gibb.ch

CHUR / ZIEGELBRÜCKE

Automobildiagnostiker/in

Informationsabend:

Donnerstag, 6. Juni 2019, 19 Uhr,

Berufsschulareal 1, Ziegelbrücke

Start Lehrgang: August 2020

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur

> > ibw.ch

HORW

Automobildiagnostiker/in und

Automobil-Werkstattkoordinator

Start Vorbereitungskurs: August 2019

Ort: AGVS Ausbildungszentrum, Horw

> > agvs-zs.ch

ST. GALLEN

Automobildiagnostiker/in

Neu mit Einführungstagen

Start Lehrgang: August 2019

Ort: AGVS Ausbildungszentrum, St. Gallen

> > agvs-abz.ch

THURGAU

Automobildiagnostiker/in

Start Lehrgang: 13. August 2019

Ort : Gewerbliches Bildungszentrum,

Weinfelden

> > gbw.ch

WINTERTHUR

Informationsanlass Weiterbildungen

im Automobilgewerbe

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19 Uhr

Montag, 21. Oktober 2019, 19 Uhr

Ort : Schweizerische Technische Fachschule

Winterthur (STFW)

> > stfw.ch/info

Kundendienstberater im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Januar 2020

Ort: STFW

> > stfw.ch/akb

Automobil-Verkaufsberater

Start Lehrgang: 20. August 2019

Ort: STFW

> > stfw.ch/aavb

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 21. August 2019

Ort: STFW

> > stfw.ch/abwa

Automobildiagnostiker

Automobil-Werkstattkoordinator

Start Lehrgang: 2./3. September 2019

Ort: STFW

> > stfw.ch/ad und stfw.ch/adwo

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64

Juni 2019 | AUTOINSIDE


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ZÜRICH

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 23. August 2019,

berufsbegleitend, jeweils freitags

Ort: TBZ

> > tbz.ch

Automobil-Werkstattkoordinator/in BP

und mit Zertifikat AGVS

Start: 16. September 2019, berufsbegleitend

(montags ganztägig oder dienstag- und

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Ort: TBZ, Zürich

> > tbz.ch

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Prochaine session : septembre 2019

Lieu : Centre Patronal de Paudex

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Prochaine session : novembre 2019

Lieu :Centre de formation UPSA, Genève

> > formation-upsa-ge.ch

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : Janvier 2020

Lieu : Centre de formation UPSA-VAUD,

Yverdon-les-Bains

> > formation.upsa-vd.ch

VALAIS

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : Automne 2019

Lieu : Ecole Professionnelle Technique et

des Métiers (EPTM), Sion

> > formationcontinuevalais.ch

Coordinateur d’atelier automobile

Prochain session : Automne 2019

Lieu : EPTM, Sion

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AUTOINSIDE | Juni 201965


VERBAND & SEKTIONEN

Jubiläum Interview mit Pierre Daniel Senn

«Von Pionieren zu

Unternehmern geworden»

Seit 25 Jahren ist Vizepräsident Pierre Daniel Senn im Zentralvorstand des AGVS tätig. Der Neuenburger sieht den Verband

als Türöffner und sprach mit AUTOINSIDE über den Wandel des Garagisten vom Pionier zum Unternehmer und sein

Engagement für den AGVS. Jürg A.Stettler

Sie sind nun 25 Jahre im Zentralvorstand des AGVS, wie würden

Ihre Kollegen Sie beschreiben?

Ich hoffe, sie würden Positives über mich erzählen. Urs Wernli hat

beim kleinen Jubiläumsapéro gesagt, dass er meinen Humor sehr schätze

und die gute Zusammenarbeit. Ich habe in den letzten 25 Jahren natürlich

viele Kollegen gehabt. Ich kannte sogar alle Zentralpräsidenten

des AGVS. Wenn ich das nun erzähle, merke ich erst, wie viel Zeit ich

schon für den AGVS investiert habe.

Haben Sie nie Amtsmüdigkeit verspürt?

Nein, nie. Für mich war der AGVS immer eine Tür, die mir den

Blick auf andere Gebiete öffnete. Mein Vater und Grossvater waren Garagisten,

mein Urgrossvater hat sich als Hufschmied ebenfalls um die

Mobilitätsbedürfnisse der Menschen gekümmert. Als junger Mensch

sieht man die Welt durch ihre Augen, dank des AGVS habe ich einen

weiteren Blickwinkel erhalten. Diese Fülle an Erfahrungen ist sehr bereichernd

und erfrischend und genau das fasziniert mich auch nach 25

Jahren immer noch. Zudem hat sich die Welt um uns herum komplett

verändert, auch die Garagenwelt.

Was waren die grössten Veränderungen?

Bis 2000 hatten wir einen wachsenden Markt. Jede neu eröffnete

Garage hat funktioniert. Es gab eine enorme Nachfrage nach Autos.

Ab 2000 war der Markt gesättigt und unser Job hat sich komplett verändert.

Als Garagist sind wir vom Pionier plötzlich zum Unternehmer

geworden. Neue Technologien, neue Systeme, neue Managementideen

oder auch die Informatik hat für einen kompletten Wandel gesorgt. Als

ich vor 25 Jahren zum AGVS stiess, gab es nur stellenweise Informatik.

Das Internet war kaum bekannt heute unvorstellbar!

Ist das Geschäft für Garagen in den 25 Jahren schwieriger geworden?

Es ist anders geworden. Bei kleinen Garagen mit direkten beruflichen

Kompetenzen, einem exzellenten Mechaniker oder Verkäufer,

kann es immer noch super laufen. Genauso wie bei Grossgaragen, wo

sie als Unternehmer agieren, aber gleichzeitig durch perfekten Kundenkontakt

mit guten Verkäufern und Mechanikern aufwarten. Liegt

die Garage irgendwo dazwischen, wird es heute sehr schwierig. Vor

20 Jahren war genau dieser Garagentyp am weitesten verbreitet. Sie

mussten sich entscheiden, ob sie kleiner, spezialisierter werden oder

wachsen wollten. Wenn sie diesen Wandel verpassten, ist der Zug nun

wohl abgefahren.

Pierre Daniel Senn setzt sich bereits seit 25 Jahren für die Belange der Schweizer

Garagisten ein.

An welche Spezialisierungen denken Sie beispielsweise?

Es gibt diverse und auch teilweise ganz originelle Möglichkeiten. Ich

persönlich kenne beispielsweise einen Kollegen, der sich darauf spezialisiert

hat, die Elektronik aus alten Exportautos, die nach Afrika verschifft

werden, zu entfernen. Auf dem Gebiet der Oldtimer gibt es dank

der recht liberalen Schweizer Gesetzgebung auch neue Geschäftsmodelle.

So entsteht ein ganzer Zweig von Garagen, die Oldtimer restaurieren

und reparieren. Inzwischen gibt es zudem bereits Youngtimer,

für die man ebenfalls Spezialisten braucht. Auch im Occasionsmarkt

und betreffend Serviceleistungen gibt es meiner Meinung nach diverse

Chancen für clevere Garagisten.

Was hat sich innerhalb des AGVS und des Zentralvorstands in

25 Jahren alles geändert?

(Lacht) Dreimal der Präsident! Die Stile der Präsidenten waren unterschiedlich

und haben den Verband jeweils auf andere Weise vorangebracht.

Abgesehen davon?

Vor 25 Jahren waren wir ein Club von Garagisten, die sich trafen.

Wir fühlten uns alle als Pioniere. Unser Businessmodell war bekannt

und lief blendend. Dann kam der Wandel. Wir wurden zu Unternehmern

und der Zentralvorstand musste daher neu aus Spezialisten sowie

Experten für die unterschiedlichen Belange unserer Branche zusammengesetzt

sein. Als Anwalt habe mich dabei häufig um juristische

66

Juni 2019 | AUTOINSIDE


VERBAND & SEKTIONEN

Fragen, aber auch interne Belange wie Organisation und Finanzen

gekümmert. Und seit rund zehn Jahren auch um Politisches. Ich vertrete

unsere Branche im Schweizer Gewerbeverband (SGV), der Dachorganisation

der Schweizer KMU. Der AGVS hat dort einen Sitz und

kann so auf einem höheren Niveau und mit ganz andrem Gewicht mit

politischen Entscheidungsträgern verhandeln.

Sind die Beziehungen zur Politik schwieriger geworden?

Das hängt stark von den jeweiligen Bundesräten ab. Für Moritz

Leuenberger gab es nur ein Thema: den Gotthard-Basistunnel für die

Eisenbahn. Alle Themen rund ums Auto waren nicht zu vermitteln

und die Zusammenarbeit schwierig. Danach kam Doris Leuthard, mit

ihr haben wir gewisse Erfolge erzielt und etwa den Infrastrukturfond

für die Strasse oder die zweite Gotthardröhre umsetzen können. Die

Zusammenarbeit hat sich verbessert. In welche Richtung es mit Simonetta

Sommaruga geht, wird sich noch weisen.

im Zentrum der Beziehungen zwischen Staat, Zulieferer wie Banken,

Versicherungen oder auch Importeure sowie Mitarbeiter und Kunden

auch künftig die besten Voraussetzungen hat.

Gibt es Projekte, die Sie beim AGVS noch anstossen wollen?

Die Bürokratie hat enorm zugenommen und nimmt weiter zu. Hier

müssen wir die Position des Garagisten weiter verbessern. Zudem wird

die Schweiz öfter als Teil eines viel grösseren Absatzmarktes und nicht

als alleinstehender wahrgenommen. Das erschwert es dem AGVS auch,

gute Voraussetzungen und gute Beziehungen aufzubauen. Ausserdem

haben wir ein enormes Potenzial bei der Berufsbildung und -wahl. Wir

brauchen junge Lernende, die motiviert sind und unseren Beruf toll

finden. Wir müssen aufzeigen, wie vielseitig unser Gewerbe ist und

welche Aufstiegschance es bietet. Sehr schade: Mädchen fassen das

Autogewerbe bei ihrer Berufswahl spontan kaum ins Auge. Ein Punkt,

auf den ich bislang noch keine Antwort gefunden habe. <

Gibt es erste Tendenzen?

Sie geht wohl in die Richtung tiefere CO 2

-Werte. Wir müssen ihr dabei

verständlich machen, dass man dem Kunden die freie Wahl lassen

muss. Es liegt nicht am Garagisten, ihm ein Diesel-, Benzin-, Elektro-,

Hybrid- oder Gas-Auto aufs Auge zu drücken. Unserer Meinung nach

ist im Moment sowieso Biogas die interessanteste Alternative. Es ist

komplett erneuerbar und verursacht kein CO 2

. Es ist eine topaktuelle

Technik, die funktioniert und die Biogas-Produktion würde Schweizer

Bauern sogar eine weitere Einnahmequelle bieten.

Was war die grösste Errungenschaft in Ihrer Verbandstätigkeit?

Ein Projekt, das ich massgeblich auf den Weg gebracht habe, ist die

Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Fahrzeug-Restaurator.

Beim AGVS ist aber alles stets eine Teamarbeit und keine Einzelleistung.

Das gilt auch im SGV. Zufrieden bin ich auch über die Studien,

die wir beim BAK in Auftrag gegeben haben. Diese Voraussagen, Statistiken

und Branchenspiegel sind für Garagisten wichtige Entscheidungsmittel

und -hilfen. Denn der Garagist bleibt selbst verantwortlich

für sein Unternehmen. Beim AGVS wollen wir stets die Position des

Garagisten als freier Unternehmer stärken. Und dafür sorgen, dass er

Pierre Daniel Senn (56) persönlich:

Ihr erstes Auto war…

… wahrscheinlich ein VW Polo. Er war in schlimmem Zustand, unverkäuflich.

Mit 0,9-Liter-Motörchen hatte er nicht mal genügend Kraft, um in die

oberen Stadtteile von Neuenburg zu fahren. Woran ich mich besser erinnere,

ist, wie ich Auto fahren und parkieren lernte. Für eine Ausstellung

meines Vaters musste ich kurz nach der Fahrprüfung 40 bis 50 Autos

umparken und schön in einer Reihe platzieren das war lehrreich!

Habe Sie ein Traumauto?

Ich schätze schöne Autos und ihre ausgereifte Technik, habe aber

kein bestimmtes Traumauto.

Haben Sie eine Traumroute, die Sie gerne fahren?

Im Sommer ist es sehr angenehm, mit einem Cabrio durch den Jura zu

cruisen. Die Schönheit der Natur zu geniessen und dann in einem einfachen

Gasthaus beispielsweise eine Wurst-Käse-Platte zu essen. Nur

komme ich viel zu selten dazu.

Könnten Sie im Pannenfall ein Rad wechseln oder

etwas reparieren?

Überhaupt nicht! Ich rufe bei der Garage oder dem Pannendienst um

Hilfe! Mein Vater war Autoingenieur und er hat meiner Frau einst einen

Trick gezeigt, als ihr VW Golf II nicht mehr ansprang. Mit dem konnte sie

beim gleichen Problem später ihre Kollegen beeindrucken. Was meine

Frau damals schaffte, bleibt für mich noch immer ein Buch mit sieben

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AUTOINSIDE | Juni 201967


VERBAND & SEKTIONEN

Jubiläum

«Der AGVS hat sich geöffnet»

AEC, Tuttobene oder Quality1: René Degen sitzt seit 20 Jahren im AGVS-Zentralvorstand und war an zahlreichen neuen

Dienstleistungen für die Garagisten direkt beteiligt. Zum Jubiläum blickt der Inhaber der Gorenmatt Garage in Binningen BL

zurück. André Bissegger

Aller Anfang ist schwer. Dies galt auch für

den bald 63-jährigen René Degen, als er vor

20 Jahren in den Zentralvorstand gewählt

wurde. «Die Verbandsarbeit kennenzulernen

und das entsprechende Netzwerk aufzubauen,

war anspruchsvoll», sagt er. «Aber

ich liess mir nichts anmerken und gab Vollgas.»

Von diesem Nichtlockerlassen konnte

er schliesslich profitieren: «Ich habe immer

mehr Freude an der Aufgabe bekommen und

MIDLAND.CH

sehr viel gelernt beispielsweise auf politischer

Ebene, aber auch Dinge, die ich für die

Führung meines Betriebs im Alltag gebrauchen

kann.» Dies sei ein Grund, weshalb er

noch immer im Zentralvorstand (ZV) sei.

Ein weiterer Grund sind die Treffen mit

seinen Vorstandskollegen. «Ich bin immer

frisch motiviert, wenn ich aus den Sitzungen

komme», sagt er. Dadurch könne er die

Mitglieder in der AGVS-Sektion beider Basel

ebenfalls motivieren und schöpfe Freude für

seinen Arbeitsalltag.

Braucht der passionierte Segler einen zusätzlichen

Motivationsschub, dann zieht er

sich in sein «Segelzimmer» in der Garage

zurück. Der gemütliche Raum ist gefüllt mit

Segelbildern, Zeitungsausschnitten und Modellen

von Segelschiffen.

Weitere Kraftorte, um abzuschalten und

sich neu zu motivieren, seien sein Segelschiff

auf dem Thunersee und seine Familie. Nur

dank deren Unterstützung und den «tollen

Mitarbeitern wie Werkstattleiter Michel

Froehlich habe ich den Freiraum für die Verbandsarbeit».

Auch aus der Lehrlingsausbildung kann

der ehemalige Gewerbeschullehrer Kraft

schöpfen. «Das macht einfach Spass und

man bekommt von den jungen Leuten so viel

zurück», betont er. «Ich kann meine Kollegen

nur motivieren, selbst Lehrlinge auszubilden.»

Aktuell beschäftigt sein Betrieb drei

Auszubildende einen Automobil-Fachmann

sowie zwei Automobil-Assistenten. Insgesamt

hat Degen ungefähr 40 junge Berufsleute

ausgebildet.

Wichtige Beziehung zur Zentrale

In den ZV sei er gekommen «wie die Jungfrau

zum Kind», sagt Degen, der seine ganze berufliche

Laufbahn im Autogewerbe verbrachte. Lange

war ihm der AGVS gar nicht wirklich bekannt.

«Erst als ich mit 27 Jahren Prüfungsexperte wurde,

habe ich den Namen AGVS gehört.»

68

Juni 2019 | AUTOINSIDE


VERBAND & SEKTIONEN

Als die Sektion beider Basel einen neuen Mann für Bern suchte,

kam er zum Handkuss: Daniel Riedo Degens ehemaliger Gewerbeschullehrer,

Mentor und Wegbegleiter schlug ihn für das Amt im

ZV vor. «Unsere Sektion wollte wieder jemanden im Zentralvorstand

haben. Denn die Beziehung zur Zentrale ist sehr wichtig.»

Degen wurde in den Sektions- und gleich danach im Juni 1999 in

den Zentralvorstand gewählt.

Dort präsidiert er die Kommission «Service, Technik, Umwelt», die

KSTU. «Umwelt habe ich an den Namen angehängt. Ich dachte vor

zehn Jahren, dass dies zum Thema wird», sagt er nicht ohne Stolz.

Degen ist ein Visionär und als solcher in der Kommission an der

Entwicklung vieler Dienstleistungen direkt mitbeteiligt. Dazu zählen

beispielsweise der AEC, Tuttobene oder die AGVS Garantie by Quality1

AG alles Meilensteine für den AGVS, wie er betont. «Unsere

Kommission ist effizient, wir haben eine gute Kollegialität und immer

wieder neue Ideen.» Dabei werden sie auch von den AGVS-Kundenberatern

unterstützt, die ihnen von den Anliegen der Garagisten berichten

und Rückmeldungen liefern.

Diese seien durchwegs positiv. Ein Grund dafür: Die Kommission

ist kritisch, wenn Vorschläge für neue Dienstleistungen kommen.

«Wir sind stark, weil wir ‹Frontschweine› sind und wissen, was es

braucht», sagt Degen. «Wir schmettern auch einmal einen Vorschlag

ab, wenn wir nicht überzeugt sind.» Ein Kränzchen windet er auch

der Zentrale in Bern, die tatkräftig mithilft und die Ideen der KSTU

schliesslich umsetzt.

Aktuell beschäftigt sich die Kommission mit Dienstleistungen im

Bereich «Digitalisierung» die Mitglieder sollen weiter sensibilisiert

werden. «Eine Frage ist beispielsweise, wie es für die Garagisten weitergeht,

wenn die Elektroautos vermehrt auf den Markt kommen»,

sagt Degen. «Das wird rasch passieren. Wir müssen bereit sein für

den Wandel und uns mit der Situation anfreunden.» Degen weiss, von

was er spricht. Als Nissan-Händler ist er mit dem Leaf schon länger

am E-Auto-Markt vertreten.

Näher am Garagisten und Kunden

Nicht nur in der Kommission ist viel passiert, auch der AGVS hat

sich in den vergangenen 20 Jahren verändert. «Der Verband hat sich

nach Aussen geöffnet und wurde moderner», sagt Degen, der noch

keine Amtsmüdigkeit spürt. «Heute wird der AGVS auch von der Politik

wahrgenommen.» Gleichzeitig sei der AGVS näher am Garagisten

und den Kunden. «Obwohl der AGVS nicht stark beworben wird,

nimmt der Kunde den AGVS-Garagisten mehr wahr. Der AGVS ist

für den Kunden Garant, dass er mit ehrlicher und guter Arbeit bedient

wird.»

Für den AGVS sieht er in Zukunft keine Probleme im Gegenteil.

«Der Verband ist sowohl für die Berufsbildung als auch für die Mitglieder

sehr wichtig», ist er überzeugt. «Je härter es wird, desto näher

rücken wir zusammen.» Das zeige sich auch in der erfolgreichen

Akquisition von Neumitgliedern. Für ihn ist klar: «Das Bedürfnis für

den Verband ist da.» <

Weitere Infos unter:

gorenmatt.ch

René Degen mit seinem Team von der Gorenmatt Garage in Binningen.

AUTOINSIDE | Juni 201969


VERBAND & SEKTIONEN

Die Schülerinnen und Schüler konnten

am AGVS-Stand ihr Wissen testen.

Swatch Rocket Air

Waghalsige Tricks

und wissbegierige Schüler

Dieses Jahr fand das Swatch Rocket Air zum zehnten Mal am 3. und 4. Mai in der Eishalle Grabengut in Thun statt.

Die besten Fahrer der Freestyle Mountainbike-Szene kämpften dabei um Ruhm, Ehre und Preisgeld und zeigten in

der ausverkauften Eishalle die waghalsigsten Tricks. Arjeta Berisha, AGVS

Auch die AGVS-Sektion Bern war mit einem

Stand an diesem Gold-Event mit dabei. Am

Freitagnachmittag konnten Schülerinnen und

Schüler in Begleitung ihrer Klassenlehrer und

-lehrerinnen neben dem Geschehen auf den

Slopes ihr Wissen und Geschick für die Autoberufe

unter Beweis stellen.

Zuerst wurden Gruppen gebildet und ein

passender Gruppenname ausgesucht. Bereits

dies war für die einen oder anderen eine Herausforderung

nicht zuletzt auch für die

Schreiber und ihre Grammatik-Kenntnisse!

Zwei Gruppen traten jeweils gegeneinander

an. Unter Zeitdruck mussten die Schülerinnen

und Schüler das «Autoberufe haben

Zukunft»-Riesenpuzzle richtig zusammensetzen.

Einige von ihnen schienen das Logo

bereits gut zu kennen und sie konnten das

Puzzle in wenigen Minuten lösen.

Interaktives Quiz

Was macht ein Tempomat im Auto? Ach

ja, er hält die Geschwindigkeit gleichmässig.

Bei der zweiten Aufgabe konnten die Schülerinnen

und Schüler ihr Wissen bei einem

interaktiven Quiz testen. Sie beantworteten

als Gruppe Fragen über Thun, die Farbenlehre

und weitere Themen rund um das Automobil.

Das AGVS-Team staunte nicht schlecht, wie

gut die Schülerinnen und Schüler die Fragen

beantworten konnten.

Bei der nächsten Challenge ging es um

Kraft und Kondition. Die Teams traten gegeneinander

bei einem Carrera-Bahn-Rennen an.

Ihre Muskelkraft benötigten die Schüler beim

Antrieb der Rennautos: Es fuhr nur so schnell,

wie sie auf dem Fahrrad pedalten. Nicht nur

anstrengend war es, es hat auch ziemlich viel

Spass gemacht.

Gewichte richtig schätzen

Beim letzten Posten mussten die Teams entscheiden,

wie viel ein Anlasser, ein Turbo, eine

Aluminiumfelge, ein Alternator und ein Radlager

eines Lastwagens wiegen. Diese Aufgabe

war alles andere als leicht die Schätzungen

gingen weit auseinander.

Sobald der Ticketverkauf am Nachmittag

startete, konnten Schüler und Schülerinnen

zwischen 12 und 15 Jahren beim AGVS-Stand

gegeneinander antreten und ein Kahoot-Quiz

spielen. Der oder die Sieger/in erhielt von autoberufe.ch

ein heiss begehrtes Ticket für‘s Rocket

Air. Das Standpersonal wurde durch Lernende

aus AGVS-Betrieben aus der Region ergänzt. <

70

Juni 2019 | AUTOINSIDE


VERBAND & SEKTIONEN

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VERBAND & SEKTIONEN

Evelyne Binsack begeisterte die Garagisten

> GV der AGVS-Sektion Aargau in Meisterschwanden

crc. Nach den ordentlichen Geschäften der 93. GV liessen sich Mitglieder

und Gäste der AGVS-Sektion Aargau, von der Extremsportlerin

Evelyne Binsack inspirieren.

Über 130 Personen nahmen an der GV vom Donnerstag, 9. Mai, im

Seehotel «Delphin» in Meisterschwanden teil. Martin Sollberger, der

Präsident der AGVS-Sektion Aargau, erwähnte in seinem Jahresrückblick

die Höhen und Tiefen, welche die Garagisten erleben, wenn sie

die Verkaufszahlen erreichen wollen, die ihnen von den Importeuren

vorgegebenen werden: «Wer die Ziele erreicht, freut sich wohl so wie

Evelyne Binsack, wenn sie einen 8000er bezwungen hat.»

Gemäss Martin Sollberger «lag die Zahl der verkauften Autos im

letzten Jahr etwas unter den Erwartungen, doch unter den gegebenen

wirtschaftlichen Umständen, war kein besseres Resultat zu erwarten».

Der Trend zu einem höheren Marktanteil bei den Elektrofahrzeugen

war im Jahr 2018 noch nicht so stark zu spüren wie erwartet.

Der Präsident wies jedoch darauf hin, dass im ersten Quartal 2019

deutlich mehr Autos mit Alternativantrieb inklusive Elektrofahrzeugen

verkauft wurden als je zuvor: «Hersteller, Importeure und

Garagisten, die sich noch nicht auf diese Veränderungen eingestellt

haben, müssen jetzt handeln. Auch ein Alpinist muss sich anders

verhalten, wenn sich die Wettersituation ändert, damit er sicher und

gesund am Ziel ankommt.»

Bildungsobmann André Hoffmann informierte über die Berufsbildung:

«Zurzeit bilden wir 653 Lernende im ÜK-Zentrum in Lenzburg

aus. Dies ist eine Kernaufgabe unseres Verbands, sind doch diese

Jugendlichen Ihre Mitarbeiter der Zukunft!» Die Rechnung 2018 und

das Budget 2019 wurden von Thomas Kaiser, Sekretär, präsentiert

und von den Mitgliedern einstimmig genehmigt.

Wahlen: Kontinuität im Vorstand

Tagespräsident Walter Hasler führte die Wahlen durch. Die Versammlung

bestätigte den gesamten Vorstand in seinem Amt: Martin

Sollberger (Präsident), Hansueli Bächli (Vizepräsident), André Hoffmann

(Berufsbildungsobmann), Jörg Geissmann (Mitglied), Marco

Emmenegger (Mitglied), André Tinner (Mitglied), Heinz Frei (Mitglied)

und Toni Mancino (Mitglied).

Spannende Grenzgänge mit Evelyne Binsack

Evelyne Binsack sprach bei ihrem Motivationsreferat über Freude,

Freiheit und Verantwortung als Extremsportlerin aber auch als

Ihr 4x4 Spezialist

für Getriebe, Lenkungen und Achsen.

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Toni Mancino, André Tinner, Heinz Frei, Jörg Geissmann, Marco Emmenegger,

Martin Sollberger, André Hoffmann und Thomas Kaiser (v. l.) posieren mit Extremsportlerin

Evelyne Binsack.

Unternehmerin. Sie erzählte über die Erlebnisse bei ihren Expeditionen

zu zwei exponierten Polen der Welt: Auf den höchsten Punkt

der Erde, den Gipfel des Mount Everest, und in 105 Expeditions-Tagen

bis zum nördlichsten Punkt, dem Nordpol. Binsack wies die Zuhörer

darauf hin, wie wichtig es ist, die Gefahren zu erkennen: «Auch wenn

das angepeilte Ziel nicht mehr weit weg ist, muss man manchmal

schweren Herzens den Rückzug antreten. Natürlich ist es in diesem

Moment ein harter, aber notwendiger Entscheid, um das eigene Überleben

zu sichern.»

Den Abschluss des Abends machten eine Schiffsfahrt mit Apéro

auf dem Hallwilersee und ein feines Diner im Seehotel «Delphin»,

bei dem die Eindrücke des Referats von Evelyne Binsack und die Veränderungen

in der Autobranche diskutiert wurden. <

Ehrungen

Folgende Betriebe wurden für ihre langjährige

Mitgliedschaft mit einer Urkunde geehrt:

25 Jahre

Schoren-Garage, Schafisheim

Südwestgarage Lenzburg AG, Lenzburg

Caprez-Motorsport, Bremgarten (AG)

Garage Hagenbuch AG, Oberlunkhofen

Garage K. Trottmann, Rudolfstetten

40 Jahre

Mercedes-Benz Automobil AG, Aarau Rohr

50 Jahre

Epper Zofingen, Zofingen

Garage Küng AG, Gebenstorf

Garage Matter AG, Neuenhof

Hube Automobile AG, Mellingen

75 Jahre

Garage Hess AG, Ennetbaden

Autocenter Baschnagel AG, Wettingen

Autohaus AG Sarmenstorf, Sarmenstorf

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Juni 2019 | AUTOINSIDE


VERBAND & SEKTIONEN

Nicht nur im Bereich Weiterbildung gut aufgestellt

> 26. Mitgliederversammlung der AGVS-Sektion Berner Oberland

bsi. An der Hauptversammlung der Untersektion

Berner Oberland des Bernischen Autogewerbeverbandes,

die zum ersten Mal im

Ausflugsrestaurant «Chemihütte» in Aeschiried

durchgeführt wurde, konnte Präsident

Martin Wildhaber auf ein für die Branche

doch recht erfolgreiches Jahr zurückblicken.

In seinem Jahresbericht rief er der stattlichen

Anzahl Mitglieder und Gästen in Erinnerung,

dass sich gemäss der Auto-Studie

von Tamedia 70 Prozent der Automobilisten

vor dem Kauf eines neuen Fahrzeugs primär

vom Garagisten beraten lassen und 95 Prozent

von ihnen dann das Auto auch bei ihm

kaufen würden. Das Fazit des Sektionspräsidenten:

Wir Garagisten machen einen hervorragenden

Job, dürfen mit Recht stolz auf

unsere Arbeit, unsere Mitarbeitenden und

auch auf unsere Kunden sein.

Problemlose Erledigung der

Traktanden

Dass die Sektion Berner Oberland in jeder

Hinsicht bestens auf Kurs ist, zeigte sich

auch am Umstand, dass alle statutarischen

Geschäfte wie gewohnt in rekordverdächtigem

Tempo abgearbeitet werden konnten.

Da keine Demissionen zu vermelden waren,

wurden der Präsident und der gesamte

übrige Vorstand mit Akklamation für eine

weitere Amtsdauer wiedergewählt.

Wichtige Aus- und Weiterbildung

In Abwesenheit von Stefan Gasser, dem

Die an der Mitgliederversammlung anwesenden, frisch gekürten Betriebswirte im Automobilgewerbe, Automobildiagnostiker,

Automobil-Werkstattkoordinatoren und Teilnehmenden an den SwissSkills, flankiert von Präsident

Martin Wildhaber (links) und Urs Dubach (rechts).

Obmann der Berufsbildungskommission,

konnte Urs Dubach, der Leiter des Ausbildungszentrums

Mülenen, insgesamt elf

jungen Berufsleuten zum erfolgreichen Abschluss

ihrer Weiterbildung gratulieren und

ein Präsent überreichen (siehe Kasten). Er

konnte zudem mit Stolz erwähnen, dass drei

der vier Berner-Kandidaten, welche an den

SwissSkills im Berufsfeld «Automobilmechatroniker/in

EFZ» teilnahmen, im Sektionsgebiet

Berner Oberland ausgebildet wurden.

Sowohl Sina Bolognesi als einzige Dame

unter den 15 SwissSkills-Teilnehmenden ,

wie Benjamin Goerler und Luca Lüthi erhielten

ebenfalls ein Präsent.

Für 15 Jahre Tätigkeit als Instruktor im

AZ Mülenen konnte auch Christof Müller ein

Geschenk entgegennehmen. <

Erfolgreiche Absolventen

Die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen

haben, als …

Betriebswirt im Automobilgewerbe:

Nicolas Hauswirth, Thomas Kaufmann und

Marco Peverelli

Automobildiagnostiker:

Marco Gurtner, Daniel Hofer, Tomislav Patjak,

Reto Thierstein und Dennis Wolf

Automobil-Werkstattkoordinator:

Stefan Schmid und Manuel Wenger


PRODUKTE & DIENSTLEISTUNGEN

Carbesa-Fachmesse in Moudon

Kundenpflege «par excellence»

Die Firma Carbesa, der führende Anbieter von Marken-Verbrauchsprodukten für das Carrosserie-Gewerbe, präsentierte in

Moudon an einer Fachmesse Produkte, Neuigkeiten und aktuelle Markentrends. Angesprochen waren vorab die Carbesa-

Kunden aus der Romandie sowie die Mitglieder der Fédération des Carrossiers Romands (FCR). Bruno Sinzig

Unter dem Motto «Besuchen Sie uns, es lohnt

sich» bot die Carbesa den Carrosserie-Spezialisten

aus der französischen Schweiz die

Möglichkeit, die vielfältige Angebotspalette

der Firma in lockerer Atmosphäre (noch

besser) kennenzulernen. Mit den Räumlichkeiten

des Ausbildungszentrums des waadtländischen

Carrosseriegewerbes (Centre de

Weitere Fachmesse

in Winterthur

Eine weitere Fachmesse findet am 8. November

2019 (16 bis 21.30 Uhr) an der Schweizerischen

Technischen Fachschule (STF) in Winterthur

statt. Es empfiehlt sich, diesen Termin in der

Agenda vorzumerken. Eine Anmeldung ist

bereits jetzt unter www.carbesa.ch/fach

messen möglich.

Formation des Carrossiers Vaudois) fanden

die Verantwortlichen der Carbesa, einem

Unternehmen der Glas Trösch AG, optimale

Voraussetzungen für den Anlass.

Höhepunkte der Messe waren, neben den

Produkten der Schwestergesellschaft Trösch

Autoglas, Maschinen, Geräte, Werkzeuge,

Schweisstechnik, Reparatursysteme, Lacksysteme,

Lackier- und Trocknungskabinen

sowie alle Arten von Verbrauchs- und Kleinmaterialien.

Mehr als Lieferanten

Viele Partner der Carbesa Matthias Dufaux,

der stellvertretende Geschäftsführer,

legt Wert darauf, dass es sich um Partner und

nicht nur um Lieferanten handelt liessen

es sich nicht nehmen, ihre Produkte durch

eigene Spezialisten zu präsentieren und vorzuführen.

Dem ständigen Wandel der Reparaturtechnik

entsprechend, konnten neben den

bereits bekannten Verbrauchs- und Einrichtungsgütern

auch einige Neuheiten begutachtet

werden.

Im Hinblick auf den unerlässlichen und

äusserst wertvollen Kundenkontakt, wurde

das Fachpublikum von den Produktspezialisten

der Carbesa optimal betreut. Als

zusätzlicher Anreiz konnte bei einem Verkaufsabschluss

von einem Messerabatt profitiert

werden.

Dass den Carbesa-Verantwortlichen der

Bereich Ausbildung sehr am Herzen liegt,

wurde durch die Ausstellung von Arbeiten

von Lernenden dokumentiert. Zusätzlich

SETZEN SIE IN IHREM BETRIEB DIE

GESETZLICHEN VORSCHRIFTEN

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des Auto- und Zweiradgewerbes (BAZ)

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Gratisnummer 0800 229 229

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74

Juni 2019 | AUTOINSIDE


PRODUKTE & DIENSTLEISTUNGEN

Reparieren statt neue Teile montieren: An der Carbesa-Fachmesse wurde demonstriert, wie es geht.

Höchste Konzentration bei Aurélie Fawer.

konnte Lernenden bei ihrer Arbeit über die

Schulter geschaut werden.

World Skills in Kazan im Visier

Als Attraktion trat am Anlass auch die

aus Chavannes-le-Chêne stammende Aurélie

Fawer in Aktion. Die junge Carrosserielackiererin,

die in der Carrosserie Baudat in Yvonand

ausgebildet wurde, hat sich nach dem

Sieg an der Regionalmeisterschaft der Romandie

auch den ersten Rang an der Schweizer

Meisterschaft der Carrosserielackierer in

Langenthal erkämpft. Die Schweizer Meisterin

wird Ende August im russischen Kazan

die Schweiz in der Sparte «Car Painting»

vertreten. In Moudon demonstrierte sie ihr

Können, wobei sie die Lacke des Herstellers

DeBeer verwendete, die durch die Firma

Carbesa vertrieben werden. Dank der hohen

Qualität der zum Einsatz kommenden Lacke

und Arbeitsgeräte sowie der Fertigkeit der

Schweizer Meisterin durfte sich das Endprodukt

sehen lassen.

Networking und Verpflegung

Eine der Zielsetzungen der Messe bestand

auch darin, dass alle Anwesenden bei spannender

Unterhaltung und genussvoller Verpflegung

wertvolle persönliche Kontakte vertiefen

oder neue Kontakte knüpfen konnten. <

ArbeitszeitManager.ch

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GARAGENWELT

André Koch AG

andrekoch.ch

> Mit Vollgas gegen den Fachkräftemangel

pd. Es ist kein Geheimnis,

Ziel der Offensive war es,

dass es Carrosserie- und gute Mitarbeiter für ihr Engagement

Lackierbetrieben zunehmend

zu belohnen und so die

an Fachkräften mangelt. Die Loyalität zum Unternehmen zu

Bewerberzahlen sinken, gut stärken. Mit Erfolg, denn die

ausgebildete Mitarbeiter in Aktion kam gut an. Für Laura

wirtschaftsstarken Regionen Sitte von der Georg Ebert KG

lockt es häufig in die Industrie. Fachbetrieb Fahrzeuglackierung

Daher gewinnt das Thema Mitarbeiterbindung

in Bebra war es das erste Mal,

immer mehr an dass sie etwas gewonnen hat

Bedeutung. Standox weiss um und dann direkt ein Auto. Sie

dieses Problem und hat gemeinsam

nutzt den Fünftürer vor allem

mit der Innovation Group für private Zwecke: «Ich habe

eine Aktion zur Nachwuchskräfteförderung

von meiner Familie und meinen

im Carrosserie- und Freunden schon viele Kompli-

Lackierbetrieb gestartet: 20 mente für den kleinen Cityflitzer

junge Fachkräfte erhielten auf bekommen», erzählt sie stolz.

dem Autohaus-Schadenforum Die Offensive «Nachwuchskräfte-Förderung

im Rahmen des Galaabends

im K&L-Be-

jeweils für ein Jahr ein Elektro- trieb» ist übrigens nicht die einzige

Hybrid Fahrzeug von Toyota

Massnahme, die Standox im

inklusive sämtlicher Kosten. Bereich der Mitarbeiterbindung

Lediglich um die Tankfüllung anbietet. Das bereits seit

muss sich der Berufsnachwuchs Jahren fest etablierte Programm

selbst kümmern.

«Next Generation» hat sich

dem Thema «Betriebsübergabe»

angenommen und bereitet

potenzielle Nachfolger intensiv

auf den Generationswechsel

vor. Im Sommer 2019 startet

die mittlerweile vierte Staffel.

Weitere Informationen zu «Next

Generation» gibt es im Repanet

Service-Center auf repanet.de. <

Laura Sitte von der Georg Ebert KG Fachbetrieb Fahrzeuglackierung in Bebra ist stolz

auf ihren Cityflitzer.

Audatex Schweiz GmbH

audatex.ch

> Digitale Schadenaufnahme legt Basis für den Gesamtnutzen in der Schadenabwicklung

pd. Unabhängig davon, ob der

Kunde den Schaden bei der

Versicherung oder bei seiner

«Vertrauens-Garage» meldet,

die Erstaufnahme des Schadens

wird digital erfasst. Audatex

bietet dazu ein Produktportfolio,

welches bei Endkunden,

Garagen oder Versicherungen

eingesetzt werden kann. Um die

Akzeptanz beim Endkunden zu

erhöhen, kommt die Schadenaufnahme

ganz ohne fest

installierte APP aus. Ein SMS

mit einem Weblink genügt.

Alle Produkte basieren auf

einer einheitlichen Datenstruktur

und haben als Input Fotos,

Fragen zur Beschädigung oder

manuelle Eingaben und als Output

eine Schadenschätzung.

Liegen die Daten in digitaler

Form vor, so kann sowohl die

Versicherung als auch die

Garage diese an das beauftragte

Carrosserie-Unternehmen

übermitteln. Dort können

weitere Verfeinerungen mit

der Schadenerfassungs-Software

durchgeführt werden.

Als Resultat liegen die finalen

Reparaturwege/-methoden und

der Warenkorb für die Ersatzteile

vor.

Das Schadenmanagement-

Tool der Audatex Qapter ist

mit Global InPart, der einzigartigen

Bestellplattform für

Carrosserie-Unternehmen, verbunden.

Anschliessend an die

Schadenberechnung werden

die Daten an die

Plattform übertragen,

das System wählt

über Regeln

den jeweiligen

Lieferanten aus

und präsentiert

die Teileverfügbarkeit

und den

Preis. Dies alles in Echtzeit.

Die Ausführung der Bestellung

erfolgt durch einen Mausklick.

Will ein Garagist verständlicherweise

die Teile selbst

bestellen, damit dieser in den

Verhandlungen mit dem Importeur

durch den Teileumsatz

eine bessere Position hat, so

muss dieser die Teile selbst erfassen.

Unnötig, meint Audatex!

Das Carrosserie-Unternehmen

bestellt im Auftrag der Garage,

der auch die Umsätze gutgeschrieben

werden. Und das

ohne Aufwand.

Die Digitalisierung der

Schadenabwicklung ergibt

einen besonders hohen

Nutzen in praktisch jedem

der Prozessschritte. <

76

Juni 2019 | AUTOINSIDE


GARAGENWELT

Motiondata Vector Schweiz GmbH

motiondata-vector.ch

> Motiondata DMS viel mehr als nur eine Software!

pd. Das Motiondata DMS ist

nicht nur eine Softwarekomplettlösung,

sondern bietet darüber

hinaus weitere kompatible

«State of the Art»-Produkte.

Das Motiondata DMS der

Motiondata Vector Gruppe

bietet den Kunden aus der

Garagen-Branche nicht nur eine

effektive und wirtschaftlich

sinnvolle IT- Softwarelösung,

die den Alltag und Workflow

einer jeden Garage erleichtert.

Mit zahlreichen Schnittstellen,

neuen Features und Funktionen

lässt sich das DMS einfach und

individuell auf jeden Garagen-

Betrieb und dessen Bedürfnisse

anpassen.

Apps sind die Zukunft eines

jeden modernen Garagen-Betriebes

und ermöglichen eine

Effizienzsteigerung in vielen

Arbeitsprozessen und bieten

ausserdem innovativen Kundenservice.

Die komfortable ortsund

zeitunabhängige Bedienung

auf allen Devices, wie zum

Beispiel dem Smartphone oder

Tablet, stellen eine optimale

Ergänzung zum bestehenden

Motiondata DMS dar.

Mit dem Web-Portfolio von

Motiondata haben Garagisten

die Sicherheit, Produkte auf

dem neuesten technischen

Stand in Benutzung zu haben:

Der Sales Manager sorgt unter

anderem mit seiner intuitiven

Bedienung und modernen

Masken für motivierte Arbeiter

und unterstützt alle wichtigen

Vertriebs- und Marketingprozesse.

Mit dem Modul der

Fahrzeugverwaltung hat man

immer und überall den Überblick

über seine Fahrzeuge. Man kann

mit dieser Lösung Angebote

und Kaufverträge erstellen,

Stammdaten oder das eigene

Preismanagement verwalten.

Man vereinbart einfach und

unkompliziert Probefahrten mit

dem Probefahrten-Modul und

erstellt dazu alle nötigen Verträge

und Dokumente.

Mit den Apps erreichen die

Garagisten ihre Kunden dort, wo

sich diese am häufigsten aufhalten:

am Smartphone!

Mit der Foto-App hinterlegt

man in drei einfachen

Schritten alle Fotos

im Kundenstamm

oder Auftrag. Ein

weiteres Highlight

der App-Welt wird

die Mobil-App sein

(Verkaufsstart des

Produkts im zweiten

Halbjahr 2019). Durch

die 24/7-Einsetzbarkeit

können Kundenbindung,

Auslastung

und Verkauf gesteigert

werden. Das gesamte

Fahrzeugangebot wird in einer

App ersichtlich sein und die

Garagisten werden volle Verfügbarkeit

über Fahrzeugakten und

-daten haben. Die Kommunikation

zu den Kunden kann mit News,

Chat -und Messagetools modernisiert

werden. <

Mewa Service AG

mewa.ch

> Putztücher in Miete: von robust bis sanft

pd. Die Grundidee «für jeden sprüche. Zur Grundausstattung

Zweck das richtige Putztuch» in vielen kleinen und mittleren

gilt in der industriellen Produktion

Fachwerkbetrieben gehört das

ganz besonders. Denn Tuch Mewatex. Es ist das perfekte

hier gibt es eine breite Vielfalt Allzwecktuch für alle Fälle: extrem

an Oberflächen, die gereinigt scheuerfest und strapazierfähig.

werden müssen. Diese Tatsache, Es eignet sich zum Abwischen von

kombiniert mit dem Anspruch der Ölen, Fetten, Farben, Lösungsmitteln

Kunden, keine Wegwerfprodukte

und sogar Spänen und

kaufen zu müssen, hat schon vor reinigt so ziemlich alles, was

111 Jahren einen cleveren Unternehmer

in einer Werkstatt geputzt

dazu veranlasst, ein werden muss. Mewatex Plus

industriell nutzbares Mehrwegputztuch

ist das starke Putztuch für alles

zu entwickeln. Empfindliche und kommt dort zum

Heute wie damals bietet Einsatz, wo grober Schmutz auf

Mewa das inzwischen weiterentwickelte

empfindliche Oberflächen trifft: im

Putztuch in vier Druck, der Umformungstechnik,

Tuchqualitäten an, abgestimmt Oberflächenbearbeitung oder

auf branchenspezifische An-

der Feinmechanik.

Das ultimative Putztuch für

höchste Ansprüche Mewa

Protex eignet sich hervorragend

zum Reinigen und Polieren

sensibler Oberflächen. Es ist

sowohl trocken als auch feucht

einsetzbar und zeichnet sich

durch seine geringe Trockenzeit

aus. Das feine Putztuch für alles

Sensible Mewatex Ultra ist

aus hochwertiger Baumwolle

gefertigt und dort gefragt, wo

eine weitestgehend staubfreie

Oberfläche gefordert ist. Zum

Beispiel beim Oberflächenfinish

in der Elektro- und Lufttechnik,

bei der Arbeit an pneumatischen

Anlagen und im PW-Bereich.

Im individuellen Mehrwegsystem

übernimmt Mewa die

komplette Prozesskette inklusive

Holen, Waschen, Pflegen und

Bringen. Daraus resultieren

verfeinerte Produktions- und

Qualitätsprozesse und ein

Systemgewinn, der sowohl

dem Unternehmen als auch der

Umwelt nützt. Das Mewa Tuchsystem

rechnet sich allein schon

durch die Verminderung der

Abfallmenge und des Wasserverbrauchs,

die textile Tücher

gegenüber Zellulosetüchern

einsparen. Das Serviceangebot

ist bis ins letzte Detail

durchdacht und lohnt sich

auch für Kleinstunternehmen.

Praktische Zusatznutzen des

Mewa Putztuchsystems sind

ein minimierter Zeitaufwand für

Beschaffung, Lagerhaltung und

Logistik, vor allem aber keine

Kapitalbindung und echte

Kostentransparenz. <

AUTOINSIDE | Juni 201977


UMFRAGE DES MONATS

KURZ? LANG? BEIDES?

Die Halle 7 wird 2020 zur GIMS-Tech. Die ESA hat

an ihrer GV angekündigt, während der gesamten

Salon-Dauer auszustellen. Das AUTOINSIDE befragte

die Leserinnen und Leser, welches ihrer Ansicht nach

die richtige Dauer für die Zulieferermesse wäre.

Die Leserschaft ist gespalten: 42 Prozent gaben an,

die GIMS-Tech soll eine Kurzmesse sein. Ebenfalls

42 Prozent sind der Meinung, die GIMS-Tech soll

während der gesamten Salondauer laufen. Die

restlichen 16 Prozent sprachen sich für einen Mix aus

Kurz- und Langmesse aus. (Stand 17. Mai 2019)

16%

Mix

42%

Langmesse

42%

Kurzmesse

HALLE

VORSCHAU AUTOINSIDE-AUSGABE 7/8 JULI/AUGUST 2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 3. Juli 2019 mit folgenden Schwerpunktthemen:

Waschanlagen als

Kundenbindungsinstrument

Eigene Waschanlagen können wesentlich

zum Erfolg von Garagisten beitragen. Wir

zeigen, wie sich die Anlagen entwickelt

haben und was heute alles möglich ist.

Kleinschäden als lohnendes

Zusatzgeschäft

Ob Kratzer, Beulen, Schrammen oder Dellen,

Kleinschäden in der Karosserie können ein

lohnendes Zusatzgeschäft für Garagisten sein.

Alles zum Thema im nächsten AUTOINSIDE.

Entsorgung

leicht gemacht

Ob Öl, Altmetall oder Putzlappen: AUTOINSIDE

bietet Einblicke in Entsorgungskonzepte und

verrät die goldenen Entsorgungsregeln für eine

Autogarage.

Das auflagenstärkste Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

91. Jahrgang, 11 Ausgaben in deutscher und französischer Sprache

WEMF-beglaubigte Auflage per September 2018: 12 725 Exemplare davon 9548 in Deutsch, 3117 in Französisch

Herausgeber

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

www.agvs-upsa.ch

Verlag

AUTOINSIDE

Wölflistrasse 5, Postfach 64, CH-3000 Bern 22

Telefon: +41 (0)31 307 15 15

verlag@agvs-upsa.ch, www.autoinside.ch

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Studer (rst, Spezialgebiet Politik).

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Juni 2019 | AUTOINSIDE


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Ist CNG der

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Nur: Zu wenig Automobilisten wissen über die zahlreichen Vorteile dieser alternativen

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Wissen zu vermitteln.

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