Berliner Kurier 24.05.2019

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BERLINER KURIER, Freitag, 24.Mai 2019

Fotos: Imago Images /SvenSimon

NikoKovac feierte 2018 mit Frankfurtinseiner Heimatstadt seinen bisher

größten Erfolg als Trainer.

Kovacwill zu Hause

auf den Pott hauen

Pokal soll dem Berliner bei Bayern Ruhe bringen

Union braucht zehn Minuten,

wankt, aber kämpft sich wieder

ins Spiel. Kapitän Trimmel kassiert

dabei Gelb, ist im Rückspiel

gesperrt. Aber egal, weiter

geht es. Schließlich geht es auf

die Union-Kurve und nach 68

Minuten steht Marvin Friedrich

genau dort und feiert sein

2:2 nach einem Kopfball auf

Flanke von Trimmel.

Den Rest bringt Union sicher

über die Zeit und geht als moralischer

Sieger aus dem Spiel.

„Sie dürfen heute feiern, Montag

schlagen wir zurück“, poltert

Stuttgarts Mario Gomez.

Christopher Trimmel kontert:

„Wir haben ein sehr gutes Ergebnis

und werden am Montag

alles geben.“ Er nur leider

nicht.

VfBStuttgart–1. FC Union

Trainer:

Nico Willig

Zieler 2,5

Pavard 2,5 Kabak 4 Kempf 3,5 Insua 3

Castro 4 Gentner 3

Akolo 4,5 Gonzalez 3

Didavi 4

Donis 2,5

Schiedsrichter

Andersson 2 Abdullahi 2

Dankert 2

(Rostock)

Hartel 3,5

Zulj 3

Prömel 3

Schmiedebach 3

Reichel 4 Parensen 3,5 Friedrich 2,5 Trimmel 3

Gikiewicz 2,5

VFB STUTTGART

Einwechslungen: Gomez (46. für Didavi), Zuber (73. für

Akolo), Esswein (82. für Gonzales)

Gelbe Karte: Kempf

1. FC UNION

Einwechslungen: Mees 2,5 (60. für Hartel), Gogia (80.

für Abdullahi), Kroos (84. für Schmiedebach)

Gelbe Karten: Trimmel, Kroos (beide im Rückspiel gesperrt)

Trainer:

Urs Fischer

1 weltklasse

2 stark

3 ganz o.k.

4 naja

5 schwach

6 unterirdisch

Zuschauer: 58619 (ausverkauft), Tore: 1:0 Gentner (42.), 1:1 Abdullahi

(43.), 2:1 Gomez (51.), 2:2 Friedrich (68.)

Fotos: Matthias Koch

Berlin – Zuhause ist es doch

am schönsten! Berlins Bayern-Trainer

Nico Kovac (47)

steht zum dritten Mal nacheinander

im Pokal-Finale.

Doch selbst im Falle eines

Doubles ist sein Verbleib völlig

offen.

„Berlin ist etwas ganz Besonderes

für mich“, sagt Kovac vor

dem Endspiel gegen RB Leipzig

(morgen, 20 Uhr) in seiner Geburtsstadt

mit leuchtenden Augen.

„Ich habe dort 28 Jahre

meines Lebens verbracht, habe

so viele Verwandte, Freunde

und Bekannte da. Es ist immer

schön, nach Hause zu kommen.“

Kovac kommt zum dritten

Mal hintereinander zu „seinem“

Heimfinale, scherzt: „Ich

kenne den Weg nach Hause.“

Doch selbst wenn Kovac wie

im Vorjahr (3:1-Sieg mit Frankfurt

gegen seinen neuen Klub)

am Sonnabend den Pokal gewinnt,

ist seine Weiterbeschäftigung

beim Branchenprimus

ungewiss.

„Absolut respektlos“,

schimpft Kollege Ralf Rangnick

über die nicht enden wollende

Kovac-Diskussion. Der RB-

Coach will allerdings die Gunst

der Stunde nutzen. „Ich kann

mir vorstellen. dass uns so viele

Menschen wie noch nie in einem

Spiel die Daumen drücken

werden. Im Osten war der Pokal

bislang noch nicht“, hofft

Rangnick (gewann den Pott

2011 mit Schalke) vor allem auf

moralische Unterstützung aus

dem Osten.

Zehn Jahre nach RB-Gründung

und einer Entwicklung im

Brauseschritt stehen die Sachsen

vor dem größten Erfolg der

Klubgeschichte –die Euphorie

in Leipzig ist jedoch überschaubar.

RB hofft mit dem ersten

DFB-Pokal-Gewinn für einen

Klub aus dem Osten seit der

Wiedervereinigung auf steigende

Sympathiewerte.

Die würde sich auch Kovac

bei den Bayern-Bossen wünschen,

der gegen RB einen harten

Fight erwartet: „Das wird

ein Spiel auf Biegen und Brechen,

wir müssen uns richtig

strecken.“ Kovac weiß: Beim

FCB zählen nur Siege, Erfolge

und Titel. „Wie viele Spieler

und Klubs träumen vom Pokal?

Wir können uns diesen Traum

erfüllen.“ Und wenn er selbst

dann seinen Hut nehmen muss?

–egal! Zuhause ist es doch am

schönsten!

Auch RB-Coach Ralf Rangnick weiß, wie man den Pokal gewinnt,schlug 2011

mit Schalkeden MSVDuisburg5:1.

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