Positive_05_2019_WEB

onexmagazin

AUSGABE 5 MAI 2019

Herr der

Stoffe

Peter Hirschi

Mit Filtertechnik und

technischen Textilien

von Rohrbach auf den

Weltmarkt.

LEOPARDEN

Wissenswertes zu

den Raubkatzen –

aus Afrika und Bern.

GELDGESCHICHTE

2. Teil: Die historische

Entwicklung des

Schweizer Frankens.

LÜTHI VS. AEGERTER

Die neue Ordnung im

Schweizer Motorrad-

Rennsport.


100 Jahre

Lanz-Anliker AG, Rohrbach

Tag der offenen Tür

Samstag, 15. Juni 2019

von 9.00 bis 16.00 Uhr

Gratis-Bratwurst für alle.

1919

2019

100

JAHRE

Schauen Sie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der

Arbeit über die Schulter.

be unique... just be!


EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

Heute bringen wir den zweiten von drei

Teilen über die Geschichte des Geldes.

Grund genug, uns ein paar Zitate von

berühmten Menschen zum Thema reinzuziehen.

Zum Beispiel wird der französische

Schriftsteller und Philosoph Jean-

Jacques Rousseau (1712–1778) wie

folgt zitiert: «Das Geld, das man besitzt,

ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige,

dem man nachjagt, das Mittel zur

Knechtschaft.» Johann Wolfgang von

Goethe (1749–1821) meinte zum Thema:

«Viele Menschen geben nicht auf ihr

Geld acht, bis es fast zu Ende ist, und andere

tun genau das Gleiche mit ihrer

Zeit.» Und der berühmte amerikanische

Schauspieler, Regisseur und Produzent

John Joseph «Jack» Nicholson (*1937)

meinte festgestellt zu haben: «Dass man

Liebe nicht mit Geld kaufen kann,

glaubt man erst dann, wenn man genug

Geld hat.» In diesen Zitaten steckt immer

ein Stück Wahrheit. Wie viel, kann

jeder für sich selbst entscheiden.

Und dann gibt es noch das Sprichwort

«Zeit ist Geld». Es stammt von Benjamin

Franklin (1706–1790), Drucker,

Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler,

Erfinder, Staatsmann und einer

der Gründerväter der Vereinigten

Staaten. Hat er recht damit? Ich gebe zu

bedenken: Wenn Zeit Geld ist, muss

Geld auch Zeit sein. Logisch, oder?

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: s’positive AG,

St. Urbanstrasse 31, 4914 Roggwil

Tel. 062 929 24 25

info@spositive.ch

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Geschäftsleitung:

Christophe Buchmann

Layout: tnt-graphics AG,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 76 000 Exemplare

Erscheinung: monatlich

Druck: Swissprinters AG,

4800 Zofingen

Versand: Die Post

24

14

4 PETER HIRSCHI

Seine Firma Lanz-Anliker

AG ist so vielfältig wie er

selbst. Peter Hirschi spricht

über Schwingerhosen, Pferdesport-Artikel

und Spezialfilter.

14 LEOPARDEN

Viel Wissenswertes zur

Raubkatze kommt sowohl

aus Namibia, aber auch aus

dem Berner Tierpark Dählhölzli.

24 WUSSTEN SIE SCHON ...

... dass die Katzen uns

eben doch lieben? Was ein

«Scheisstag» ist? Und wer

als erster vor der Klimaveränderung

warnte?

30

04

26 GESCHICHTE DES GELDES

Im zweiten Teil unserer

Serie berichten wir über

die «Erfindung» des Frankens

während der Hel vetischen

Republik, die von

1798 bis 1803 bestand.

30 LÜTHI VS. AEGERTER

Tom Lüthi und Dominique

Aegerter fahren in derselben

Klasse Moto2, sind

aber zurzeit kaum ernsthafte

Rivalen auf gleichem

Niveau.

38 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe und

Veranstaltungshinweise.

26

s’Positive 5 / 2019 3


PETER HIRSCHI

Könige kleiden –

ohne Mode

zu machen

Wer an Textilien denkt, meint damit sehr

oft Mode. Doch obwohl Peter Hirschi mit

seiner Lanz-Anliker AG auch Könige

einkleidet, haben seine Textilien mit

Mode nicht viel zu tun.

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH

4 s’Positive 5 / 2019


Peter Hirschis

Firma stellt unter

anderem technische

Textilien her.

s’Positive 5 / 2019 5


PETER HIRSCHI

Die Firma ist in Schwingerkreisen

bestens bekannt. Denn vom

Jungschwinger bis zum König

tragen alle dieselben Hosen, und

die Chance ist gross, dass diese aus Rohrbach

stammen: die Schwingerhosen. Damit

die kräftigen Schwinger daran ziehen

und ihre Gegner ins Sägemehl legen können,

müssen die Schwingerhosen viel

aushalten. Doch das, was die Lanz-Anliker

AG bekannt macht, ist nur ein kleiner

Teil ihres Geschäfts. Im Juni dieses Jahres

wird die Firma 100 Jahre alt. Geschäftsführer

und Inhaber Peter Hirschi erzählt,

wie aus der ehemaligen Sattlerei das wurde,

was die Firma heute ist.

s’Positive: Schwingerhosen und Filtertechnik

sind fast nur über Ihre Firma

in Zusammenhang zu bringen, denn

eigentlich haben diese beiden Dinge

miteinander nichts zu tun. Die Bandbreite

der Lanz-Anliker AG ist also

recht gross ...

Peter Hirschi: Sie ist eigentlich unmöglich.

Aber diese Diversifizierung ist unsere

Lebensversicherung. Eine allfällige

Krise betrifft immer nur einzelne Bereiche,

aber nie die ganze Firma. Wir hatten

in unserer Geschichte noch nie Kurzarbeit.

Wie bringen Sie denn diese Bandbreite

unter einen Hut?

Als ich vor 20 Jahren die Firma übernahm,

generierten wir 95 Prozent unseres

Umsatzes aus Aufträgen, die von der

Armee kamen. Wir waren also sozusagen

ein Rüstungsbetrieb. Doch dann wurden

diese Aufträge nach und nach zurückgefahren.

Heute machen sie nicht einmal

mehr 10 Prozent des Umsatzes aus. Wir

waren also gezwungen, zu reagieren. Wir

verarbeiten technische Textilien. Das ist

unsere Kompetenz. Ich selbst bin jedoch

kein Textiler, sondern komme aus der

Elektrotechnik und betrachte deshalb vieles

von einer anderen Seite als ein Textil-

Spezialist. Dies erwies sich bis heute immer

als Vorteil, obwohl unsere Leute

zuweilen den Kopf schütteln, wenn ich

mit neuen Ideen komme.

Was ist der Grund für die drastische

Reduktion der Armee-Aufträge?

Sieben Jahre lang machten wir bei den

international ausgeschriebenen Militäraufträgen

mit. Aber gegen die Konkurrenz

aus Indien, China, Pakistan oder Bangladesch

waren wir letztlich chancenlos.

Sie arbeiten doch mit einem Produktionsbetrieb

in Asien zusammen?

Ja, das tun wir. Seit zehn Jahren lassen

wir von einem südkoreanischen Partner

in China produzieren.

«Wir produzieren für

Hermès Paris, dem Rolls

Royce der Pferdesport-

Artikel. Wo Hermès

draufsteht, ist Lanz-

Anliker drin.»

Moment – ein südkoreanischer Partner

produziert für Sie in China? Das müssen

Sie erklären.

So ist es. Die Südkoreaner haben ein ähnlich

hohes Qualitätsbewusstsein wie wir,

und sie verstehen die Chinesen besser als

wir. In China sind jedoch die Produktionskosten

tiefer als in Südkorea.

Aber weshalb ein südkoreanischer

Partner? Weshalb nicht eine eigene

Tochterfirma?

Ich will nicht einen eigenen Betrieb in

Asien aufbauen, denn dann müsste ich

dafür sorgen, dass dieser auch ausgelastet

ist. Ich will einfach bestellen, wenn ich

etwas brauche.

Damit hätten Sie doch für die Armee

konkurrenzfähig sein müssen.

Nicht einmal so hatten wir eine reelle

Chance. Als bei einem Auftrag über rund

eine halbe Million der mickrige Bruttogewinn

von drei Prozent auch noch durch

eine Konventionalstrafe wegen zu später

Lieferung in einen Bruttoverlust gekehrt

wurde, lupfte es mir den Hut. Vor allem,

weil ich erfuhr, dass die Ware danach

noch monatelang unberührt in einem

Zentrallager herum lag.

Welcher Art waren die Armee-Aufträge?

Es ging um die Kampfpackungen, die wir

in Zusammenarbeit mit Sattlereien aus

verschiedenen Kantonen fertigten. Als

die Armee diesen Auftrag ins Ausland vergab,

entzog dies einer ganzen Reihe von

Kleinbetrieben die Existenzgrundlage.

Und Ihnen?

Unser Glück war es, dass wir das Risiko

nicht scheuten, in neue Bereiche einzusteigen.

So konnten wir in anderen Märkten

Fuss fassen. Im Ansatz war also eine

Diversifizierung in Form von verschiedenen

Kleinaufträgen bereits vorhanden.

Dank ihnen konnten wir in neue Bereiche

hinein wachsen.

Einer dieser Bereiche ist der Reitsport.

Wie kam das?

Ja, 2004 übernahmen wir die Firma Gygax

in Zofingen. Ich wurde damals – man

kann es schon so sagen – zu dieser Akquisition

quasi genötigt.

Genötigt? Das müssen Sie uns erklären.

Obwohl ich eigentlich nicht interessiert

war, schaute ich den Betrieb mal an. Es

gehört zu meiner Geschäftsphilosophie,

Am Firmensitz in

Rohrbach betreibt

die Lanz-Anliker AG

eine Produktionsfläche

...

... von über 6000 Quadratmetern.

6 s’Positive 5 / 2019


Lanz-Anliker AG

Die Lanz-Anliker AG wurde 1919

gegründet und war zuerst eine

Sattlerei. Später war die Firma

hauptsächlich für die Schweizer

Armee tätig. 1996 übernimmt

Peter Hirschi die Firma und gestaltet

den Rüstungsbetrieb sukzessive

zu einem international

tätigen Verarbeiter von technischen

Textilien um. Die Firma ist

heute zu 100 Prozent im Besitz

von Peter Hirschi. Peter Hirschi

ist 52 Jahre alt, verheiratet und

Vater von vier Kindern.

dass ich nichts kaufe, das ich nicht sogleich

bezahlen kann. Weil zum damaligen

Zeitpunkt wenig Geld zur Verfügung

stand, nannte ich den Eigentümern nur

eine kleine Summe, überzeugt davon,

dass sie auf mein Angebot nicht eingehen

würden. Zu meiner Überraschung irrte

ich mich. Inzwischen sind wir sehr froh,

diese Firma übernommen zu haben.

Das Wort «inzwischen» sagt uns, dass

dies nicht von Anfang an so war.

Da haben Sie recht. Wir mussten viel lernen.

Wir hatten einen Betrieb mit zehn

Leuten aus einer Branche übernommen,

von welcher wir nichts verstanden und

machten sogleich einen ersten, schweren

Fehler. Wir wechselten den Namen Gygax

auf Lanz-Anliker. Mit verheerenden Folgen.

Inzwischen wissen wir: Wechsle niemals

den Markennamen! Wir schrieben in

diesem Bereich vorerst tiefrote Zahlen.

Aber dann kam es doch anders.

Nach fünf Jahren standen wir vor dem

Entscheid, entweder etwas zu ändern

oder diesen Bereich zu schliessen. Unsere

Finanzchefin Madeleine Bracher übernahm

die Verantwortung für den Bereich

Pferdesport und schaffte innerhalb von

nur zwei Jahren die Wende.

Wie war dies möglich?

Wir lösten uns vom Fachhandel und setzen

seither auf Produkte von höchster

Qualität, die wir über unseren Online-

Shop direkt vertreiben. Wir produzieren

ausserdem für «Hermès Paris». Was Rolls

Royce bei den Autos, ist Hermès Paris bei

Pferdesport-Artikeln. Wo also Hermès

draufsteht, ist Lanz-Anliker drin.

Welchen Anteil macht der Pferdesport

heute aus?

Inzwischen sind es 7 bis 8 Prozent.

Welche Bereiche machen am meisten

Umsatz?

Die Filtration macht rund einen Drittel

aus. Wir sind in diesem Nischenmarkt

weltweit führend. Für die Trennung von

Flüssigkeit von Feststoffen bei Zentrifugen

oder für die Entwässerung von Klärschlamm

braucht es die entsprechenden

Filtertextilien. Grösstenteils handelt es

sich dabei um Spezialaufträge mit sehr

hohem Qualitätsanspruch. Bei vielen Bestellungen

geht es lediglich um eine bis

zehn Einheiten. Nur ganz wenige Kunden

machen Umsätze von über 100 000 Franken.

Dank dieser breiten Abstützung

könnten wir es sogar verkraften, wenn

sich ein Grosskunde anders orientiert.

Filtertextilien werden in vielen Bereichen

benötigt und müssen in regelmässigen

Abständen erneuert werden.

Wie sind Sie auf diese Filterproduktion

gekommen? Ihre Firma ist ja ursprünglich

eine Sattlerei.

Weil ich aus der Industrie gekommen bin,

habe ich ziemlich schnell erkannt, dass in

diesem Bereich etwas zu machen ist.

Aber Sie waren neu in diesem Business.

Sie hatten ja noch nichts vorzuweisen.

Und heute sind Sie führend.

Wie ist das möglich?

Wir präsentierten uns an Messen. Auf einer

Standfläche von nur neun Quadratmetern

zeigten wir, was möglich ist. Und

wir schalteten hin und wieder ein Inserat

in einer Fachzeitschrift. Zudem beschäftigen

wir je einen Aussendienstmitarbeiter

in Deutschland und in der Schweiz.

Wir profitierten auch davon, dass sich die

Qualität unserer Filter herumsprach.

Was können Sie an einem Stand von

neun Quadratmetern zeigen?

Unsere Produkte bedienen eine Marktnische.

Wir zeigen in einer Vitrine verkleinerte

Filter. Kunden, die Filter brauchen,

werden auf uns aufmerksam, obwohl wir

nicht als Protzfirma auftreten.

s’Positive 5 / 2019 7


PETER HIRSCHI

Das kann doch nicht alles sein. Da muss

es doch noch andere Gründe geben.

Wir hatten auch Glück. Es gab 1999 in der

Schweiz drei Firmen, die Filter herstellten.

Diese fusionierten und wurden so zur

SAFAR. Kurz vor dem Zusammenschluss

erhielten wir von einer dieser Firmen den

Auftrag zur Produktion ihrer Filter sowie

die Adressdatei ihrer Kunden. Die SEFAR

wollte uns deshalb gleich mit übernehmen.

Doch ich hatte unsere Firma soeben

erst übernommen und wollte sie nicht

bereits wieder abstossen.

Um die Übernahme zu verhindern,

mussten Sie sich die Mehrheit der Aktien

sichern.

Ja. Dafür hatte ich zehn Tage Zeit, aber

kein Geld.

Wie haben Sie es trotzdem geschafft?

Das hört sich wie ein Wunder an. Jedenfalls

wäre wohl heute eine derart unkomplizierte

Kreditvergabe nicht mehr möglich.

Ich rief damals einfach bei der Bank

an und brachte mein Anliegen vor. Den in

solchen Fällen üblichen Businessplan

konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht

erstellen. Also umriss ich meine Situation

und zeigte auf, dass ich weg vom Fenster

bin, wenn ich das Geld nicht bekommen

würde. Nach sieben Tagen erhielt ich telefonisch

die Zusage, ohne dass jemand

von der Bank bei mir vorbeischaute oder

dass ich persönlich dort habe erscheinen

müssen.

Aber die Kreditbedingungen waren

wahrscheinlich restriktiv?

Mit dem Wissen von heute hätte ich den

Mut nicht mehr, den Vertrag zu diesen

Bedingungen anzunehmen. Zum Glück

hatte ich aber keine Ahnung, was da alles

auf mich zukommen würde. Ich wurde

richtiggehend geknebelt.

Es ist letztendlich alles gut gekommen.

Ja, wir konnten den Kredit pünktlich zurückzahlen.

Sieben Jahre nach der Kreditvergabe

war ich schuldenfrei und im Besitze

von 60 Prozent der Aktien meines

Unternehmens. Später habe ich die beiden

anderen Mitbesitzer – ein Banker und

ein Anwalt – ebenfalls noch ausbezahlt.

Heute gehört mir die Firma zu hundert

Prozent.

Den Kredit am Telefon erhielten Sie

wahrscheinlich deswegen, weil Ihre

schuldenfreie Firma als Sicherheit

diente?

Wo denken Sie hin? Als ich die Firma damals

übernahm, war sie mit mehreren

Millionen Franken Schulden belastet.

Meine Familie und ich mussten den Gürtel

im wahrsten Sinne des Wortes sehr

eng schnallen, denn ich musste jeden Monat

mein ganzes Geld ins Geschäft investieren.

Es blieb wirklich jeweils nur ganz

wenig für den Lebensunterhalt übrig.

Das hat sich aber geändert.

Ja. Inzwischen schreiben wir seit 23 Jahren

schwarze Zahlen. Doch jedes Jahr ist

eine neue Herausforderung. Wir sind nur

deshalb erfolgreich, weil sich die Mitarbeiter

mit der Firma identifizieren.

Gelebte Werte:

Die von Hirschi

gegründete Stiftung

finanziert ein

Altersheim in

Rumänien.

«Meine Familie und

ich mussten den Gürtel

sehr eng schnallen.

Inzwischen schreiben

wir seit 23 Jahren

schwarze Zahlen.»

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie

heute?

Als ich hier anfing, waren es 30 Leute.

Trotz vielen Rationalisierungsschritten,

Auslagerungen und Investitionen sind es

heute 70.

Sie sagten vorhin, die Firma sei mit hohen

Schulden belastet gewesen. Wie

war das möglich, wenn immer schwarze

Zahlen geschrieben wurden?

Weil mein Vorgänger sehr viel in die Firma

investierte. Das lohnte sich, und es

war ein Gegenwert vorhanden. Aber

Schulden bleiben Schulden. Seit zehn

8 s’Positive 5 / 2019


Jahren sind wir nun schuldenfrei.

Wie hoch war die Zinslast, als Sie einstiegen?

So um die 300 000 Franken im Jahr. Heute

würde ich ob einer solchen Zinslast in

Panik geraten.

Warum blieben Sie damals ruhig?

Das hat wohl mit einer gewissen Naivität

zu tun. Und damit, dass ich es gewohnt

bin, hart zu arbeiten. Dies habe ich bereits

als Kind gelernt. Ich wuchs mit sieben

Brüdern und zwei Schwestern auf dem

Bauernhof auf. Wir Kinder mussten immer

mit anpacken.

Eine Schule fürs Leben.

Wir lernten, dankbar und fleissig zu sein.

Ich wuchs in einem christlichen Elternhaus

auf. Unsere Werte sind mir auch

heute wichtig. Obwohl wir nichts hatten,

zeigten sich meine Eltern immer grosszügig.

Nie musste jemand bei uns mit leeren

Händen weggehen.

Wie setzen Sie diese Werte heute um?

Unsere Firma hat eine Stiftung gegründet.

Mit dem Zweck, ein Altersheim in

Rumänien zu finanzieren. Wir nehmen

nur die Ärmsten der Armen auf, die sich

nicht mehr selbst helfen können und die

nichts bezahlen können. Schon die Bibel

sagt: Gebt, so wird euch gegeben. Dass

dieser Satz der Wahrheit entspricht, habe

ich in meinem Leben immer wieder erfahren.

Ich kann nicht erklären, weshalb.

Aber es ist dann Segen über unserer Arbeit.

Wie sind Sie auf die Hilfe in Rumänien

gekommen?

Noch zu Zeiten des Ceausescu-Regimes

lernte ich im Rahmen freiwilliger Lebensmitteltransporte

einer Hilfsorganisation

Land und Leute Rumäniens kennen. Daraus

entstand später die Idee, das Altersheim

Bethesda in Cluj nachhaltig zu unterstützen.

Erzählen Sie uns etwas über diese Stiftung.

Aus einem unverhofften Geschäft flossen

der Firma 100 000 Franken zu. Dieses

Geld investierte ich in die Stiftung. Wir

kauften in Rumänien seinerzeit über unser

Altersheim 26 Hektaren Land, das wir

später gewinnbringend wieder verkauften.

Mit dem Erlös bauten wir mehrere

Wohnblöcke, die wiederum regelmässigen

Ertrag abwerfen. Damit sind wir in

der Lage, unser Heim zu sanieren. So wie

es aussieht, wird das Alters- und Pflegeheim

Bethesda bis zu meiner Pensionierung

finanziell unabhängig sein.

Sie sind jetzt 52. Kann ein Unternehmer

mit 65 einfach in Pension gehen?

Ich habe mit meinen zwei Söhnen eine

Vielseitige

Kompetenzen:

Hier werden

Schwingerhosen

genäht.

Die Nähte müssen grossen Belastungen standhalten.

Abmachung: Sie können in der Firma arbeiten,

aber die Verantwortung gebe ich

erst ab, wenn ich 60 bin. In den nächsten

Jahren möchte ich mich noch stärker um

die Entwicklung neuer Geschäftszweige

kümmern. 2021 wollen wir weiter ausbauen.

Nicht, weil wir dringenden Platzbedarf

haben, sondern weil wir uns für

die Zukunft rüsten müssen.

Wo sehen Sie neue Märkte?

Die Firma Lanz-Anliker war ursprünglich

eine Sattlerei. Aber mit klassischer Sattlerei

haben wir eigentlich nichts mehr zu

tun. Die Gürtel für die Schwingerhosen

lassen wir inzwischen auswärts machen.

Unser Markt sind die technischen Textilien.

Beispielsweise machen wir schwer

entflammbare Abdeckungen für Roboter

für Länder wie Dänemark, Belgien, Irland

oder Botswana. In diesem Bereich sind

wir zuletzt stetig stark gewachsen. Inzwischen

gehört auch die Armee wieder zu

unseren Kunden.

Wie konnte es denn so weit kommen?

Durch die Vergabe der Aufträge ins Ausland

hat die Armee unsere einstigen Konkurrenten

zu Grunde gerichtet. Vermutlich

setzt sich nun doch die Einsicht

durch, dass Qualität wichtiger ist als der

Preis.

Was machen Sie heute für die Armee?

Unter anderem die Namensschilder und

den «Grabstein». Wir dürfen allein in diesem

Jahr bereits so viele Aufträge für die

Armee ausführen, wie zuvor während

zehn Jahren. Offensichtlich gibt es auf

politischen Druck ein Umdenken. Zudem

musste ein grosser Lieferant, der für sein

Preisdumping bekannt war, das Handtuch

werfen.

Wichtiger dürften aber Aufträge aus

der Eisenbahn- und Luftfahrtindustrie

sein.

Ja. Stadler Rail ist ein wichtiger Kunde.

Alle Sitze werden bei uns zugeschnitten,

wir polstern die Kopfstützen und Arm-

s’Positive 5 / 2019 9


PETER HIRSCHI

lehnen. Und für die Pilatus-Werke machen

wir in Rohrbach für den PC 12 und den PC

24 die gesamte Cockpitverkleidung.

Der Auftrag der Stanser Flugzeugwerke

bringt auch viel Prestige?

Ja, für Stadler Rail und die Pilatus-Werke

arbeiten zu dürfen, ist gute Werbung für

uns. Es ist Lohnarbeit auf sehr hohem Niveau.

Die Qualität bei den Leder- und

Stoffverkleidungen im Flugzeugcockpit

muss höchsten Qualitätsansprüchen genügen.

Reich werden wir mit diesen Aufträgen

allerdings nicht. Doch der Profit

steht nicht im Vordergrund. Wichtiger für

uns ist, dass wir langfristig mit diesem

Auftrag rechnen können. Wir rüsten pro

Woche dreieinhalb Flugzeuge aus und

sind damit auf Jahre hinaus ausgelastet.

Wie wichtig ist der Medizinbereich?

Sehr wichtig. Bereits Ueli Lanz hatte seinerzeit

mit der Produktion von Röntgenschürzen

begonnen. Die Firma Wiroma,

für die wir diese Schürzen produzierten,

übernahmen wir auf den 1. Januar 2016.

Diesmal machten wir nicht den Fehler, die

Marke zu wechseln. Nach wie vor reden

deshalb alle von Wiroma-Röntgenschürzen,

obwohl Lanz-Anliker der alleinige

Hersteller ist. Dieser Markt birgt ein grosses

Potenzial. Wir exportieren inzwischen

nach Spanien, Frankreich, nach Rumänien

und Ungarn oder sogar nach Sri Lanka.

Sie können nach Rumänien und Ungarn

liefern. Wie wichtig sind in diesem

Zusammenhang eigentlich die

Kohäsionsmilliarden, die von der

Schweiz als Entwicklungshilfe in die

ehemaligen Ostblockstaaten überwiesen

werden?

«Für Stadler Rail und die

Pilatus-Werke arbeiten

zu dürfen, ist gute Werbung

für uns. Aber auch

der Medizinbereich ist

sehr wichtig.»

Was uns betrifft, spielen sie wohl keine

wichtige Rolle. Ich kenne diese Länder

gut. Das soziale Gefälle ist sehr viel grösser

als bei uns. Die Leute, die es sich leisten

können, kaufen nicht in Russland

oder im eigenen Land. Sie wollen sich

durch Qualitätsprodukte aus der Schweiz

schützen lassen. Die Gewinnmargen sind

zwar nicht gross, aber dank des grösseren

Umsatzvolumens rentiert es trotzdem.

Wie gross ist der Exportanteil Ihrer

Firma?

Inzwischen 65 bis 70 Prozent.

Wie abhängig sind Sie von der politischen

Wetterlage?

Wir sind in kleinen Nischenmärkten tätig

und somit ziemlich unabhängig. Dadurch

konnten wir mit dem Zerfall des Euro-

Kurses gut leben. Hilfreich war, dass wir

stets mit einem von uns selbst festgelegten

Wechselkurs als Kalkulationsgrundlage

rechneten, der nahe am heutigen Kurs

liegt. So konnten wir die Preise über die

Jahre stabil halten.

Sind die vieldiskutierten Rahmenverträge

für Sie überhaupt relevant?

Nein.

Weshalb nicht?

Unseren Kunden sind ein hoher Qualitätsstandard

und Termintreue wichtig. Bei

unseren Verkaufsverhandlungen steht

nicht der Preis im Vordergrund. Wir suchen

nach der besten Lösung für den Kunden

und sehen dann, welchen Wert diese

Lösung hat. Nur über den Preis verkaufen

zu wollen, ist problematisch. Vor allem,

wenn die Qualität ein Kriterium ist. Sie

finden heute, im Zeitalter des Internets,

alles irgendwo noch billiger.

Können Sie uns dazu ein konkretes Beispiel

nennen?

Der Vertreter eines Spitals kam an einer

Messe auf uns zu und zeigte Interesse an

unseren Röntgenschürzen. Er wunderte

sich darüber, dass wir aus der Schweiz

Peter Hirschi

bleibt mit Lanz-

Anliker unabhängig,

da die Firma

in Nischenmärkten

tätig ist.


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PETER HIRSCHI

Werbung im

Motorrennsport:

Hirschi unterstützt

den Töfffahrer

Dominique

Aegerter.

heraus mit unserem Produkt erfolgreich

sein können. Ich erklärte ihm die Qualität

unserer Schürzen. Besagtes Spital hatte

bisher seine Schürzen günstig aus dem

ehemaligen Ostblock bezogen. Mir ging

es bei den Verhandlungen nicht darum,

das Konkurrenzprodukt schlecht zu machen.

Vielmehr wollte ich aufzeigen, was

wir besser machen, als unsere Mitbewerber.

Wir redeten nie über den Preis, nur

über die Qualität und was sie für die Sicherheit

der Patienten bedeutet. Wir sind

ins Geschäft gekommen.

Sie kaufen auch Stahlteile ein. Warum

eigentlich?

Die nähende Industrie und Stahlteile

scheinen auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen.

Doch wichtig ist, was

der Kunde will. Es gibt Textilien, an denen

Metallstücke dran sind. Und wir sagten

uns, dass wir die auch gleich anbieten

können. Das war für unsere Kunden sehr

interessant.

Ohne Wachstum brummt es in der

Wirtschaft nicht. Wie sieht es mit Ihrem

Wachstum aus?

Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen.

Doch wir hatten in den ersten Monaten

dieses Jahres bereits eine Umsatzsteigerung

je nach Bereich von sechs bis zehn

Prozent.

Der Schlüssel zum Erfolg ist letztlich,

dass Sie Ihre Produkte, Ihre Qualität

und Ihre Firmenphilosophie verkaufen

können. Wie schaffen Sie das?

Da haben Sie recht. Sie können noch so

intelligent sein – wer das Verkaufs-Gen

nicht in sich hat, wird es im Verkauf

schwer haben. Ganz wichtig ist die Leidenschaft,

die jemand für seine Arbeit

aufbringen kann. Ich bin ein leidenschaftlicher

Unternehmer und ich komme

jeden Tag mit Enthusiasmus in die

Firma.

«Leidenschaft für die

Arbeit ist wichtig. Ich bin

leidenschaftlicher Unternehmer

und komme

jeden Tag mit Enthusiasmus

in die Firma.»

Wann haben Sie Ihre Leidenschaft entdeckt?

Schon als Bub wusste ich, dass ich selbstständig

werden will. Ich handelte mit Velos,

Töfflis und Autos. In meinen Träumen

betrieb ich eine schöne Garage mit

Waschanlage und allem drum und dran.

Heute bin ich froh, dass ich diesen Traum

nicht verwirklichen konnte. Garagen sind

kein gutes Geschäft mehr. Ich bin gelernter

Elektromechaniker. Bis zu deren Konkurs

war ich bei der Firma Scholer in

Rohrbach Betriebsmechaniker. Dann hat

mir Ueli Lanz eine Stelle angeboten. Meine

erste Aufgabe war es, den Umzug der

Lanz-Anliker AG in die leerstehenden Gebäude

der Firma Scholer zu organisieren.

Nach drei Monaten wollte mich Ueli Lanz

bereits zum Produktionsleiter befördern.

Dabei hatte ich davon keine Ahnung und

wollte dies zuerst mit meiner Frau besprechen.

Doch er meinte, ich müsse dies hier

und jetzt entscheiden. Also sagte ich zu.

Wie ging es dann weiter?

Neun Monate nachdem er mich zum Betriebsleiter

gemacht hatte, verstarb Ueli

Lanz. Danach übertrug mir der Verwaltungsrat

die Geschäftsführung. Ich liess

mir die Finanzen erklären und fasste zunehmend

Mut. 1996 wurde ich dann Inhaber

der Firma. Es gab also für mich

immer nur eine Möglichkeit: Vorwärts!

Ich hatte viel zu lernen.

Was wäre gewesen, wenn Sie nicht Inhaber

der Firma geworden wären?

Diese Frage stellte sich nicht. Es gab nur

zwei Alternativen: Entweder ich übernehme,

oder die Firma schliesst.

Kann man sagen, dass es ohne den Untergang

der Firma Scholer die Firma

Lanz-Anliker AG unter Umständen

nicht mehr geben würde?

Ja, die Medaille hat immer zwei Seiten.

Rückblickend können wir sagen, dass dieser

Umzug die Grundlage für unsere Entwicklung

war. Wir wären nie dazu in der

Lage gewesen, einen solchen Tempel zu

bauen.

Sie unterstützen auch den Töffrennfahrer

Dominique Aegerter. Hilft diese

Werbung?

Wir unterstützen ihn schon, seit er noch

in der deutschen Meisterschaft gefahren

ist. Es ist toll, was er leistet, und ich bin

überzeugt, dass er noch immer ganz vorne

mitmischen und Rennen gewinnen

kann, wenn er im richtigen Team untergebracht

ist.

Wie ist die Werbewirkung?

Die Ausstrahlung ist international und es

ist erstaunlich, wie oft ich auf dieses

Sponsoring angesprochen werde.

Wie gross ist eigentlich die Gefahr,

dass er die Saison nicht zu Ende fahren

kann? Er muss ja mehrere sechsstellige

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Leoparden sind faszinierende Raubtiere. Die eigenwilligen

Einzelgänger stellen selbst erfahrene

Experten vor Rätsel. Und sollten Sie einen Leoparden

auf dem Dach sehen, dann lassen Sie den Hund und

die Katze besser nicht mehr aus dem Haus.

TEXT: KLAUS ZAUGG

14 s’Positive 5 / 2019


Leoparden sind gute

Kletterer und jagen

auch auf Bäumen.


LEOPARDEN

1

1 Leoparden sind in der freien Wildbahn

nur selten zu erblicken.

2 Die Raubkatzen können Geschwindigkeiten

von bis zu 60 km/h erreichen.

2

Vier der «Big Five» – Löwe,

Büffel, Elefant und Nashorn –

sind einfach zu finden. Aber

der Leopard nur sehr selten.

Leoparden haben mich schon immer

fasziniert. Diese scheuen Individualisten

sind in freier Natur

äusserst schwierig zu beobachten.

In den Nationalparks Südafrikas und Namibias

sind vier der «Big Five» – Löwe,

Büffel, Elefant und Nashorn – verhältnismässig

einfach zu finden. Aber der Leopard

als Nummer fünf ist nur sehr selten

zu sehen. Sie verbergen sich manchmal

sogar auf Bäumen und sind dort kaum

auszumachen. Anders als Löwen, die in

Gruppen leben und jagen, sind Leoparden

durch und durch Einzelgänger sowohl

in der Freizeit als auch auf der Jagd.

Sie wollen ihr Revier partout nicht mit

Artgenossen teilen.

Je nach Angebot an Beutetieren beanspruchen

Männchen ein Territorium von

bis zu 100 Quadratkilometern und die

Weibchen eines bis zu 30 Quadratkilometern.

In sehr kargen, beutearmen Regionen

wie in den Halbwüsten Namibias

können die Streifgebiete auch um einiges

grösser sein.

Logisch also, dass der Leopard das

gros se Thema war, als wir mit einem Farmer

in Namibia am Abend am Lagerfeuer

sassen. Ich hatte vor Jahren einmal in der

Berner Tageszeitung «Der Bund» einen

Artikel über ein Leoparden-Drama im

Tierpark Dählhölzli gelesen. Dieser lautete

folgendermassen:

16 s’Positive 5 / 2019


FOTOS: SHUTTERSTOCK/INGRID HERES/WARREN METCALF/BARANOV E

«BERNER TIERPARK, 4.11.2006

Zahlreiche Bernerinnen und Berner spendeten

für die neue, grosse, 1,3 Millionen

Franken teure Leoparden-Anlage im Tierpark

Dählhölzli – doch ausgerechnet in der

schönen neuen Umgebung spielte das langjährige

Leopardenpaar Rigo und Saida

plötzlich nicht mehr mit: An diesem Samstag

biss das Männchen das Weibchen blitzschnell

tot. Im Dählhölzli herrschte denn

auch Ernüchterung. Punkt für Punkt sei

man durchgegangen, sagt Direktor Bernd

Schildger: «In der Tierpflege sind keine Fehler

passiert.» Das getötete Weibchen wird

derzeit untersucht.

Ausgerechnet in der grossen neuen Anlage

gerieten die Leoparden Rigo und Saida –

seit zwölf Jahren ein Paar – in tödlichen

Streit. Fehler seien keine passiert, sagt Tierpark-Direktor

Bernd Schildger.

«Die Leoparden werden sich wohler fühlen»,

schwärmte Berns Tierpark-Direktor

Bernd Schildger Anfang Jahr, als der Spatenstich

zur neuen, 800 Quadratmeter

grossen Anlage im Dählhölzli erfolgte. 1,3

Millionen Franken kostete das neue Gehege,

250 000 Franken davon waren durch Spenden

aus der Bevölkerung zusammengekommen.

Von einer «europaweit einzigartigen

Leoparden-Anlage» sprach Gemeinderätin

Barbara Hayoz. Bei der Eröffnung Ende August

wurde gar allseits freudig spekuliert, ob

demnächst wieder Nachwuchs begrüsst

s’Positive 5 / 2019 17


LEOPARDEN

An diesem Samstag biss

das Männchen das Weibchen

blitzschnell tot. Im

Dählhölzli herrschte Ernüchterung.

werden könne. Schliesslich sind die Persischen

Leoparden vom Aussterben bedroht.

Doch es kam anders. Gut zwei Monate nach

dem Einzug in die neue Umgebung biss am

Samstag das Leopardenmännchen Rigo

(14) seine langjährige gleichaltrige Partnerin

Saida tot – völlig überraschend und

blitzschnell. Das Drama geschah beim Versuch,

die beiden Leoparden, die in abgetrennten

Bereichen der neuen Anlage lebten,

unter Kontrolle zusammenzuführen.

An einer Sitzung erfolgte gestern Morgen in

Bern die kritische Analyse. Fütterung,

Schieber, Verhalten der Tiere: Punkt für

Punkt sei man durchgegangen, sagt Schildger:

«Es sind bei der Tierpflege keine Fehler

passiert.» Lag es denn an der neuen Anlage?

Man erinnert sich, wie Rigo bei der offiziellen

Eröffnungsfeier gegen die Scheibe

sprang. In den letzten Wochen habe man

die Tiere genau beobachtet, versichert Direktor

Schildger. Man habe beiden Tieren

die Gelegenheit gegeben, beide Teile des Geheges

kennen zu lernen. Die Tiere hätten

sich an die Anlage gewöhnt, betont Schildger

– auch an die Scheibe und an die Besucher.

Rigo habe sich «einen Spass daraus

gemacht», nach vorne zu kommen und

rasch mit der Pranke darüberzuwischen,

wenn ein Tierparkgast dort gestanden sei.

Am Trenngitter konnten sich Rigo und Saida

zudem berühren, riechen, beobachten,

wie Direktor Schildger weiss: «Und trotzdem

ist es passiert.» Irgendeinen Anlass für

seine Aktion habe der Leopard gehabt, erklärt

Bernd Schildger, indes: «Im Moment

kennt nur Rigo den Grund.» Eine Grosskatze

beisse «nicht zufällig zu», sagt auch Robert

Zingg, Säugetier-Kurator des Zürcher

Zoos. Er kennt das Berner Leopardenpaar,

es war ein halbes Jahr lang in Zürich zu

Gast, als an der Aare die neue Anlage gebaut

wurde. Im Zürcher Zoo waren Rigo

und Saida die meiste Zeit zusammen, «nie

aggressiv». Trotzdem bleibe jede Zusammenführung

von Grosskatzen risikoreich,

unterstreicht Zingg. Als «solitäre Tiere» kämen

Leoparden eigentlich nur zur Paa-

NAHRUNG

Vom Käfer bis zum Wildschwein –

alles schmeckt dem Leoparden

Was Leoparden fressen, richtet sich

in erster Linie nach dem Nahrungsangebot.

Sie haben ein ausserordentlich

breites Beutespektrum,

das von Käfern über Reptilien bis

hin zu Vögeln und Grosssäugern

reicht. Wenn irgendwie möglich,

versuchen Leoparden, Säugetiere

im Gewicht von 30 bis 50 Kilogramm

zu erbeuten. Meist sind es

mittelgrosse Huftiere. Je nach Region

sind deshalb seine Hauptbeutetiere

Hirsche oder Antilopen. Einen

relativ grossen Teil seiner Nahrung

machen kleinere Raubtiere wie

Mangusten oder Schakale aus –

oder, wenn greifbar, Hunde und

Katzen. Der Leopard wagt sich aber

auch an so wehrhafte Tiere wie

Wildschweine und Paviane heran,

die er normalerweise im Schutze

der Nacht überfällt und gelegentlich

kommt es bei einem Angriff

auf einen Trupp Paviane zu heftiger

Gegenwehr, der mit dem Schutz

des Gruppe betrauten Paviane. Zebras

oder Rinder sind als Beutetiere

hingegen bereits zu gross.

GESCHICHTE

Bei uns nach der Eiszeit ausgestorben

Der Leopard war noch in geschichtlicher

Zeit über ganz Afrika und

grosse Teile Asiens verbreitet. In

Afrika lebt er in den zentralen Regenwäldern,

in Gebirgen, Savannen

und Halbwüsten. Lediglich die

grossen, wasserlosen Wüsten werden

gemieden. In Asien bewohnt er

die Nadelwälder am Amur ebenso

wie die Tropen Indiens und Südostasiens.

Hier dringt er im Südwesten

bis auf die Arabische Halbinsel,

nach Israel und Anatolien vor und

im Südosten bis auf die Insel Java.

Die Nordgrenze des asiatischen

Verbreitungsgebietes verläuft heute

vom Kaukasus über Nordpersien,

Afghanistan und Kaschmir, entlang

des Himalaya bis zum Amurfluss in

Ostsibirien. In vorgeschichtlicher

Zeit gab es Leoparden auch in Mitteleuropa.

Hier verschwanden sie

aber bereits am Ende der Eiszeit.

Der Leopard hat von allen Grosskatzen

das grösste Verbreitungsgebiet.

In vielen Gegenden sind Leoparden

heute allerdings ausgestorben.

Die meisten Leoparden leben

heute in Afrika, südlich der Sahara.

Hier wird ihre Zahl auf etwa

500 000 wildlebende Tiere geschätzt

– es gibt Schätzungen von

bis zu 700 000, aber auch solche

von bloss etwas mehr als 200 000.

Wegen der einzelgängerischen und

diskreten Lebensweise sind verlässliche

Zahlen nicht zu vermitteln.

Der Leopard wird gelegentlich

auch als Panther bezeichnet. Der

schwarze Panther, den wir auch im

Zoo bewundern können, ist ebenfalls

ein Leopard.

Huftiere gehören

zur bevorzugten

Beute.

FOTO: SHUTTERSTOCK/MARIO.BONO

18 s’Positive 5 / 2019


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LEOPARDEN

Der Leopard ist in

Afrika und Asien

weit verbreitet.

rung zusammen. In einer neuen Anlage

müssten die Tiere zudem ihre Individualdistanz

neu ausrichten. Wenn da etwas «nicht

hundertprozentig» stimme, setze Abwehrverhalten

ein. Da spiele es keine Rolle, dass

Tiere sich jahrelang kennen.

Gehört vom Vorfall hat auch Monika

Schiess-Meier vom Zoologischen Institut

der Universität Zürich. Die Verhaltensbiologin

führt im afrikanischen Botswana ein

Leoparden-Forschungsprojekt. «Irgendetwas

muss passiert sein, was nicht der täglichen

Routine entsprochen hat», sagt die

Fachfrau. Um die Attacke beurteilen zu

können, müsste sie Folgendes wissen: «Hat

man die Tiere gut beobachtet? Haben beide

das neue Gehege gut gekannt? War das

Weibchen brünstig?» Sie kenne die neue

Anlage in Bern nicht, gehe davon aus, dass

dort alles korrekt abgelaufen sei, sagt

Schiess-Meier, dennoch habe sie «Vorbehalte»

gegen Leopardenhaltung in Zoos: «Es

gibt leider viele schlechte Gehege.»

Dählhölzli-Direktor Schildger ist nach wie

vor von der Berner Anlage überzeugt. Diese

erlaube natürliches Verhalten. So könne

Rigo etwa Tauben jagen. Tödliche Auseinandersetzungen

zwischen Leoparden kämen

auch in der Natur vor, unterstreichen

Schildger und sein Zürcher Kollege Zingg.

KÖRPERBAU

Wie gross,

wie schwer?

Der Leopard ist nach Tiger, Löwe

und Jaguar die viertgrösste Grosskatze.

Masse und Gewicht sind innerhalb

des grossen Verbreitungsgebietes

unterschiedlich. Generell

sind waldbewohnende Leoparden

kleiner und gedrungener. Leoparden,

die in offenen Lebensräumen

wie in Namibia leben, sind in der

Regel schlanker und grösser. Der

Leopard wird 90–190 Zentimeter

lang, den 60–110 Zentimeter langen

Schwanz nicht mitgerechnet.

Männliche Leoparden wiegen etwa

40–90 Kilo und haben eine Schulterhöhe

von 70–80 Zentimeter.

Weibchen sind etwa halb so gross

und wiegen nur etwa 30–60 Kilo.

Für Rigo hat der Vorfall jedenfalls keine

Konsequenzen. Auch am Sicherheitskonzept

wird nichts geändert. Die getötete Saida

befindet sich derzeit zur Sektion im Tierspital,

vielleicht gebe die Untersuchung

Anhaltspunkte, hofft Bernd Schildger.

Gleichzeitig wird abgeklärt, ob Rigo eine

neue Partnerin erhalten soll. Zur Eile bestehe

jedoch kein Anlass, so der Direktor.

In einem sind sich die Fachleute einig. Wenn

der Vorfall den Leuten etwas gezeigt habe,

dann dies: Wildtiere sind unberechenbar.

«Man kann nicht alles ablesen», sagt Monika

Meier-Schiess. «Wildtiere wird man

auch in Menschenobhut nie zu hundert

Prozent im Griff haben», sagt Bernd Schildger.

Gerade die Leoparden blieben «schrullige

Einzelgänger»

GROSSE TERRITORIEN

Ich erzählte unserem Gastgeber diese Geschichte.

Er hörte aufmerksam zu und

gab uns eine interessante Antwort: Die

Leoparden sind die Plage der Farmer in

Namibia. Die Rinderfarmen umfassen,

weil die Vegetation so karg ist, riesige Flächen

von mehr als 100 Quadratkilometern.

Die Tiere leben übers ganze Jahr im

Freien und werden zusammengetrieben,

wenn sie schlachtreif sind. Die Mutterkühe

kalben unbeaufsichtigt draussen im dürren

Steppengras. Darauf lauert der Leopard

und holt sich oft neugeborene, noch

hilflose Kälbchen. «Das war ein grosses

Problem. Wir haben deswegen lange Zeit

die Leoparden intensiv gejagt», erzählt

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LEOPARDEN

der Farmer. «Aber es hat nicht geholfen.

Wenn wir einen geschossen hatten, war

kurz darauf wieder ein anderer da.» Man

habe sich dann intensiv mit der Lebensweise

der Raubtiere befasst und schliesslich

eine Lösung gefunden. «Die Leoparden

besetzen ein grosses Territorium und

verteidigen es gegen jeden Artgenossen

oft bis auf den Tod.» Weibchen werden

vom Männchen im Revier nur zur Paarung

geduldet. Die Weibchen verziehen

sich anschliessend wieder in ihr Revier,

um nicht in Gefahr zu geraten. Nach 90

Tagen kommen in der Regel drei oder vier

Junge zur Welt. Sie bleiben zwei Jahre

lang bei der Mutter, um alles zu erlernen,

was es im Leben braucht. Dann verlassen

sie die Mutter und suchen ein eigenes Revier,

das sie einem alternden Artgenossen

oft im Kampf entreissen.

Dieses territoriale Verhalten sei der

Grund, warum die Jagd nicht geholfen

hat: «Wenn wir einen Leoparden geschossen

hatten, kam einfach ein anderer und

besetzte sofort das Revier des getöteten

Artgenossen.» Also verfolge man nun eine

ganz andere Strategie. «Wir legen tote

Kälber als Köder aus und präparieren sie

so, dass der Leopard, sobald er den vermeintlichen

Leckerbissen holen will, von

einem Stromschlag getroffen wird. Leoparden

sind intelligente Tiere und lernfähig.

Der betreffende Leopard lässt fortan

seine Pfoten von Kälbern. Und da er ja

sein Revier verteidigt, haben wir Ruhe.»

BEWEGUNG

Schleichen, sprinten, klettern

Die normale Fortbewegungsart

des Leoparden ist der Schritt der

Grosskatzen im typischen Kreuzgang.

So können Leoparden grosse

Strecken zurücklegen. Schneller

ist der Trab, mit dem kurze Strecken

zurückgelegt werden. Bei

der Anschleichjagd kann es vorkommen,

dass die ersten 10 bis

30 Meter im Trab zurückgelegt

werden, wobei der Körper sich

zunehmend mehr duckt. Hier

spricht man auch vom Schleichlauf.

Auf der Jagd wird dieser

Schleichlauf dann durch das

Schleichkriechen abgelöst, bei

dem der Bauch fast den Boden

berührt und ein ganz langsamer

Schritt eingehalten wird, der in

jeder Phase unterbrochen werden

kann. Das geschieht meistens

dann, wenn das angeschlichene

Beutetier aufmerksam wird. Der

Leopard bleibt in dieser Position,

bis die Wachsamkeit des Opfers

nachlässt und er weiter schleichen

kann. Ganz selten gelingt es,

in freier Wildbahn einen solchen

Schleichangriff zu beobachten.

Im Sprint kann ein Leopard mehr

als 60 km/h erreichen. Er benutzt

Leoparden

legen auch

mal lange

Strecken

zurück.

für die letzten Meter nach dem

Anschleichen oder aus dem Ansitz

heraus die raumgreifenden Sprünge,

bei denen er meistens mit beiden

Hinterbeinen zugleich losspringt.

Mit hoher Geschwindigkeit

können Leoparden allerdings

nur kurze Strecken überwinden.

Eine besondere Fortbewegungsart

ist das Erklettern von Bäumen

und das Umherklettern auf Ästen

verschiedener Dicke innerhalb

der Baumkrone. Beim Erklettern

des Baumes werden die Krallen,

die normalerweise eingezogen

sind, ausgefahren. Sie fixieren den

schweren Leopardenkörper selbst

an einem glatten, senkrechten, dicken

Stamm, indem sie tief in die

Rinde eindringen. Ein Baum wird

in Sprüngen bezwungen. Häufig

macht der Leopard vom Boden

aus einen besonders grossen

Sprung nach oben, der schon den

Schwung für die weiteren Sprünge

liefert. Beim Absteigen springt er

aus zwei bis vier Metern Höhe

herunter. Leoparden sind nicht

nur schlaue Schleicher, gute Sprinter

und geschickte Kletterer. Sie

sind auch gute Schwimmer.

DIE AUSNAHME VON BERN

So einfach ist das also. Der Farmer muss

nicht mehr um seine Kälber und der Leopard

nicht mehr um sein Leben fürchten.

Und nun löst mein Gesprächspartner

auch den «Fall Dählhölzli» auf. «Es gibt

tatsächlich ganz seltene Fälle von zwei

Leoparden, die sich ein Revier teilen.

Warum sie sich vertragen, wissen wir

nicht. Vielleicht hängt es damit zusammen,

dass sie zusammen aufgewachsen

sind. Vielleicht gibt es auch andere Gründe.

So ein seltener Fall dürfte das Leoparden-Pärchen

in Bern gewesen sein. Aber

der Umzug in ein neues Gehege hat wohl

die gleiche Wirkung gehabt wie der Umzug

in ein neues Revier. Der Urinstinkt

der Revier-Verteidigung ist dadurch wieder

geweckt worden und das eine Tier ist

auf das andere losgegangen.»

Ich habe nur zahlreiche Reisen im südlichen

Afrika unternommen, um die faszinierende

Tierwelt zu beobachten. Aber

ich bin nur Chronist und weder Zoologe

noch Tierwärter und hüte mich deshalb,

das damalige «Dählhölzli-Drama» zu beurteilen.

Ich kann nur erzählen, was ich in

Afrika, in Namibia erfahren habe. Aber

die Erklärung des Farmers hat mich als

Laien überzeugt. Und als das Feuer erlischt,

bekommen wir noch eine Mahnung

mit auf den Weg. «Verlassen Sie während

der Nacht den Bungalow nicht. Manchmal

sitzt ein Leopard auf dem Dach unserer

Gebäude.» Und so erfahre ich noch einmal

eine Besonderheit über diese Raubtiere.

Sie sind so anpassungsfähig, dass sie sich

– wie bei uns die Füchse – auch in dichtbesiedelten

Gebieten zurechtfinden können.

Dort machen sie Jagd auf freilaufende

Hunde und Katzen – und die sind hier

nicht selten. Ob das alles tatsächlich so ist

oder nicht, weiss ich nicht. Aber hier mein

Tipp: Wenn Sie einen Leoparden auf dem

Hausdach sehen, lassen Sie Hund und

Katze besser nicht mehr aus dem Haus.

FOTO: SHUTTERSTOCK/YLQ

22 s’Positive 5 / 2019


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WUSSTEN SIE SCHON

VON WEGEN MENSCHEN SIND NUR PERSONAL:

Die Katzen lieben uns doch!

1

Hunde haben Besitzer, Katzen haben Personal,

heisst es im Volksmund. Tatsächlich

haben Katzen ihren eigenen Willen,

zeigen sich schwerpunktmässig nur zur

Futterzeit und stillen ihr Schmusebedürfnis

dann, wenn es ihnen gerade passt.

Ansonsten glänzen sie durch Abwesenheit.

Im Gegensatz zu Hunden gelten Kat-

zen als Eigenbrötler und Individualisten.

Sie scheinen mehr an Haus und Hof gebunden

als an den Katzenhalter. Zäh hält

sich deshalb die Vorstellung, dass der

Mensch für die Katze lediglich ein Dienstleister

ist. Wissenschaftler wollten nun

herausfinden, ob dies tatsächlich so ist.

Sie wollten wissen, was die Tiere am

liebsten mögen: Futter, Spielzeug, den

berauschenden Duft der Katzenminze

oder den Kontakt zum Menschen. Das Ergebnis:

Katzen lieben uns doch. Und zwar

mehr als wir denken. Das Institut für

Mensch-Tier-Beziehungen an der US-Universität

Oregon startete folgenden Versuch:

50 Katzen wurden für zweieinhalb

Stunden von allem abgeschnitten. Kein

Kontakt zu Menschen, kein Futter, kein

Spielzeug keine Katzenminze. Danach

konnten die Tiere genau zwischen diesen

vier Optionen auswählen.

Tatsächlich wollte die Hälfte der Katzen

zu allererst die menschliche Aufmerksamkeit.

Dies, obwohl das Futter

und das Spielzeug genau passte. Die individuellen

Vorlieben der einzelnen Katzen

waren zuvor ermittelt worden. Selbst

Tierheim-Katzen zog es zu den Menschen.

Auch das Futter war natürlich nicht

unwichtig, landete jedoch nur auf dem

zweiten Platz. 37 Prozent der Tiere zog es

zuerst zum Fressnapf. Vier Katzen waren

primär aufs Spielzeug versessen und nur

ein einziges Tier entpuppte sich als Duftfreak

und gönnte sich zielgerichtet einen

Rausch mit der Katzenminze.

WUSSTEN

SIE SCHON?

24 s’Positive 5 / 2019


KLIMAVERÄNDERUNG:

Wer warnte zuerst?

Wir schreiben das Jahr 1800. Alexander

von Humboldt befindet sich gerade auf

einer Entdeckungsreise durch Südamerika.

Anwohner des Valeciasees im Norden

Venezuelas berichten ihm vom ebenso

rätselhaften wie rapiden Absinken des

Wasserspiegels. Sie können sich das Phänomen

nicht erklären. Von Humboldt

geht der Sache auf den Grund. Er findet

heraus, dass die Abholzung der Wälder

durch die spanischen Siedler schuld ist.

Ohne Schatten spendende Bäume trocknen

die Uferzonen schneller aus und können

keine Feuchtigkeit mehr speichern.

Auch in Regionen mit Monokulturen wie

etwa den Tabakplantagen auf Kuba beob-

2

achtet er dramatische Folgen für die Umwelt

und das Mikroklima.

Humboldt warnt davor, dass menschliche

Eingriffe in die Natur zu unumkehrbaren

Klimaveränderungen führen können,

die das Leben künftiger Generationen

erschweren. Das ist vor mehr als 200

Jahren eine revolutionäre Erkenntnis,

denn zu dieser Zeit sieht man die Natur

lediglich als Rohstofflieferant.

Auch wegen Alexander von Humboldts

Beobachtungen verabschiedet der

US-Kongress 1873 ein umfangreiches

Umweltschutzgesetz. Der preussische

Entdeckungsreisende gilt seither als Vater

der Umweltbewegung.

EXCUSEZ L‘EXPRESSION:

Wissen Sie, was ein Scheisstag ist?

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM/PPICTURES/EVERETT HISTORICAL/NITIKORN POONSIRI

Auch Menschen, die sich nur selten der

Vulgärsprache befleissigen, könnten den

Ausdruck schon verwendet haben: «Heute

war ein richtiger Scheisstag!» Doch

woher stammt dieser Ausdruck? Sie werden

kaum glauben, was Sie jetzt zu lesen

bekommen:

Bestimmt mussten auch Sie schon mal

während der Arbeitszeit auf die Toilette.

Ist ja auch ganz normal. In diesen Minuten

ist man aber nicht produktiv. Und

während eines Jahres kann da ganz

schön was zusammenkommen. So rechnete

jedenfalls die Herrschaft in Süddeutschland

und Österreich ihren Hausangestellten

und Knechten vor. Diese

Praxis installierte sich im 18. Jahrhundert

und reichte in einigen Gegenden bis

ins 20. Jahrhundert hinein. Die Folge:

Die Zeit, die während eines Jahres durch

Toilettengänge verloren gegangen war,

musste am Ende des Jahres durch jeden

Einzelnen nachgearbeitet werden.

Die Anzahl der Stunden, die ja nicht

gemessen werden konnte, wurde von der

Herrschaft bestimmt. Zur Kompensation

vorgesehen waren die Tage am Ende des

Jahres ab dem 29. Dezember. Diese Tage

wurden dann offiziell als «Scheisstage»

bezeichnet.

3

s’Positive 5 / 2019 25


DIE GESCHICHTE DES GELDES

1 BATZEN, 1799

1 Franken der Helvetischen

Republik war aufgeteilt

in 10 Batzen

oder 100 Rappen.

32 FRANKEN, 1800

Während der Zeit der

Helvetischen Republik

wurde der Franken eingeführt.

Von der Schnecke zum

Teil 2

Schweizer Franken

Wir bezahlen heute mit dem Handy und beziehen

Geld vom Bankomaten. Das Bezahlen war auch schon

komplizierter. Der Weg vom Tauschhandel zur

modernen Geldgesellschaft.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Die deutsche Kleinstaaterei im Mittelalter

bringt viele verschiedene

Münzen hervor. Herzöge, Könige,

Bischöfe, Stadtoberhäupter – wer etwas

auf sich hält, lässt sein Antlitz auf eine

Münze prägen. Diejenigen, die damals

die Möglichkeit hatten, sind also bezüglich

«Selfies» auch nicht besser als die

heutigen Generationen. Es kursieren Taler,

Dublonen, Dukaten, Franken, Neutaler,

Groschen, Gulden, Pfund, Kreuzer,

Schilling, Batzen oder Pfennige. Solche

Verhältnisse prägen das Geldwesen in der

Schweiz wie auch in ganz Europa während

Jahrhunderten. Im ausgehenden

Mittelalter wird der rheinische Gulden zu

einer Art Leitmünze in ganz Westeuropa.

Seinen ersten Auftritt als nationale Währung

hat der Franken 1798 auf eher unfreundliche,

oder wenn man so will, unschweizerische

Art: Er wird den Eidgenossen

zur Zeit der Helvetik (12. April

1798 bis 10. März 1803) im Zeichen der

Fremdherrschaft aufgezwungen. Unter

französischer Aufsicht erhält die Zentralregierung

das alleinige Recht, Münzen zu

prägen. Als Münzstandard wird jener von

Bern gewählt. Die Grundeinheit bildet

der Schweizer Franken, aufgeteilt in 10

Batzen und 100 Rappen.

Die Helvetische Republik hält nur lediglich

knapp fünf Jahre, und nach ihrer

Auflösung fällt die Münzhoheit wieder an

die Kantone. Einige Kantone führen danach

wieder eigene Währungssysteme ein.

UNÜBERSICHTLICHE VERHÄLTNISSE

Der Münzumlauf dieser Zeit besteht zum

grössten Teil aus ausländischem «Kurant-

26 s’Positive 5 / 2019


16 FRANKEN, 1800

Der neue Schweizer

Franken, wie er heute

noch verwendet wird,

wurde 1850 eingeführt.

1/2 BATZEN, 1799

Die Zentralregierung erhielt

1798 unter französischer

Aufsicht das alleinige

Recht, Münzen

zu prägen.

geld», das heisst, aus vollwertigen Goldund

Silbermünzen sowie einer Vielzahl

verschiedener kantonaler, meist stark

unterwertigen «Scheidemünzen», deren

Materialwert kleiner ist als der aufgeprägte

Nominalwert. Die inländischen

Münzen verursachen deshalb Unsicherheiten

über Echtheit und Metallgehalt.

Die Kantone publizieren zwar Listen mit

offiziellen Wechselkursen. Doch diese

sind nicht immer konsistent miteinander

und lassen Interpretationsspielraum zu

(Arbitrage). Diese «offiziellen» Tarife

sind deshalb nur für Transaktionen des

öffentlichen Gemeinwesens verwendbar.

Vor allem für grössere Zahlungen und

langfristige Verträge werden inländische

Währungseinheiten gemieden. Der Handels-

und Zahlungsverkehr ist deshalb zu

dieser Zeit stark erschwert. Kein Wunder,

denn der Kern eines funktionierenden

Geldsystems ist das Vertrauen. Unsicherheiten

wirken sich auch später immer

wieder verheerend aus. Turbulenzen an

den Börsen oder Hyperinflationen haben

immer auch etwas mit verloren gegangenem

Vertrauen zu tun.

GEBURT DES SCHWEIZER FRANKENS

Das Jahr 1848 gilt als Geburtsstunde des

modernen Bundesstaates Schweiz. Mit

der Schaffung einer neuen Bundesverfassung

wird die Münzhoheit dem Bundesstaat

übertragen. Dies führt 1850 zum

In der Schweiz konnte

man ab 1852 mit Silbermünzen

aus Frankreich,

Belgien, Sardinien,

Parma und dem Königreich

Italien bezahlen.

Bundesgesetz über das eidgenössische

Münzwesen und zur Schaffung des neuen

Schweizer Frankens. Erst seit diesem

Zeitpunkt existiert die Schweizer Währung,

wie wir sie heute kennen.

Die Zielsetzung ist zunächst äusserst

bescheiden. Im Mittelpunkt stehen die

Vereinfachung und die Vereinheitlichung

des Münzwesens und damit die Überwindung

des herrschenden Wirrwarrs. Geplant

ist nicht ein eigenes, neues Geldsystem,

sondern die Anlehnung der eigenen

Währung an eines der gebräuchlichen

ausländischen Systeme. Der Entscheid

fällt auf die französische Franc-Währung.

Als Währungseinheit wird wiederum der

Franken gewählt, der erneut in 100 Rappen

unterteilt ist. Der Metallgehalt wird

jenem des französischen Franc gleichgestellt

und beträgt fortan exakt 4,5 Gramm

Silber. Geprägt werden Silbermünzen im

Wert von 5, 2, 1 und 0,5 Franken, Billon-

(eine Legierung von Silber und Kupfer

sowie teilweise weiteren unedlen Metallen)

und später Kupfer-Nickel-Münzen im

Wert von 20, 10 und 5 Rappen sowie

Bronzemünzen im Wert von 2 und 1 Rappen.

Die alten Münzen werden in den

Jahren 1851 und 1852 eingezogen.

Speziell ist, dass eigene Silbermünzen

nur in beschränkter Anzahl geprägt werden.

Der Hauptbedarf wird durch äquivalente

ausländische Münzen gedeckt. Alle

Silbermünzen, die dem französischen

Münzfuss und damit wertmässig den

Schweizer Münzen entsprechen, werden

ab 1852 den schweizerischen Münzen

gleichgestellt. Damit kann man in der

Schweiz mit Münzen aus Frankreich, Belgien,

Sardinien, Parma, der ehemaligen

cisalpinischen Republik und des früheren

Königreichs Italien bezahlen. In der Versorgung

mit Silbermünzen wird man somit

vom Ausland und in erster Linie von

Frankreich abhängig. Die Münzprägung

mit Barrensilber steht zu diesem Zeitpunkt

jedermann offen.

INNOVATION IN ITALIEN

Bereits früher zeichnet sich in Italien die

nächste Innovation ab. Als Folge des expandierenden

Handels entwickelt sich im

Laufe des 14. Jahrhunderts der bargeldlose

Zahlungsverkehr zwischen den Kaufleuten.

Der Handel ist mittlerweile

s’Positive 5 / 2019 27


DIE GESCHICHTE DES GELDES

Die Helvetische Republik

Die Helvetische Republik

(franz. République

helvétique, ital. Repubblica

elvetica) ist die

offizielle Bezeichnung

des schweiz. Staatswesens,

das am 12. April

1798 die alte Eidgenossenschaft

ablöste

und bis zum 10. März

1803 bestand; «Helvetik»

lautet der entsprechende

Epochenbegriff.

Hauptstadt der

Helvetischen Republik

war bis September

SOLOTHURN

SOLOTHURN

LÉMAN

LÉMAN

BERN

BERN

BADEN

BASEL

BASEL

AARGAU

AARGAU

FREIBURG

FREIBURG

OBERLAND

OBERLAND

WALLIS

WALLIS

LUZERN

LUZERN

stark expandiert. Waren werden von den

Nordseehäfen nach Italien und weiter zu

den Märkten im Nahen Osten transportiert.

Münzen in grösserer Anzahl auf Reisen

mitzunehmen, ist umständlich und

wegen möglicher Überfälle ziemlich riskant.

Oft reisen die Kaufleute nicht selbst,

sondern überlassen den Handel ihren

Vertretern vor Ort. Um den Überblick zu

behalten, halten die Kaufleute jede Transaktion

schriftlich fest. Um zu wissen, wie

viele Ausstände sie haben, was sie an

Geld verliehen oder was sie auf Kredit

eingekauft haben, müssen sie Buch führen.

Damit ist eine Kreditbeziehung etabliert,

die ganz gut funktioniert. Eine wichtige

Rolle übernimmt dabei der Geldwechsler.

Er kennt nicht nur die verschiedenen

Münzen, sondern kann auch Fälschungen

aussortieren. Er notiert ausstehende

Zahlungen, verrechnet Summen

und gewährt hie und da einen Überziehungskredit.

Er führt also für die Händler

THURGAU

THURGAU

ZÜRICH

ZÜRICH

SÄNTIS

SÄNTIS

WALDSTÄTTE

WALDSTÄTTE

LINTH

LINTH

BELLINZONA

BELLINZONA

LUGANO

LUGANO

1798 Aarau, danach

bis zum Mai 1799 Luzern,

schliesslich bis

zum März 1803 Bern.

Das Staatsgebiet umfasste

einen Grossteil

der heutigen Schweiz.

Rätien (Graubünden)

schloss sich der Helvetischen

Republik am

21. April 1799 an.

Am 13. August 1802

gab Frankreich sein

Einverständnis zur

Einverleibung des früher

vorderösterreichischen

Fricktals. Das

Wallis wurde am

27. August 1802 in die

Unabhängigkeit entlassen.

Genf, das Territorium

des vormaligen

Fürstbistums Basel

und das preussische

Fürstentum Neuenburg

gehörten dagegen

nie zur Helvetischen

Republik.

Die Bevölkerung der

Helvetischen Republik

zählte um 1800

1 493 726 Einwohner.

SCHAFFHAUSEN

RHÄTIEN

RHÄTIEN

1797/98 von Frankreich annektierte Gebiete der alten Eidgenossenschaft

1797/98 von Frankreich annektierte Gebiete der alten Eidgenossenschaft

ein Konto. Ein italienisches Wort, das so

viel wie Rechnung bedeutet. Noch heute

sagen wir im italienischen Restaurant «il

conto, per favore», wenn wir bezahlen

möchten. Kaufleute haben also damals

ein laufendes Konto. Sie stellten entweder

einen Wechsel aus (etwas Ähnliches

wie ein heutiger Scheck) oder gaben ihrem

Bankier den Auftrag, an jemand eine

bestimmte Summe zu bezahlen.

SCHWIERIGER START DER BANKNOTEN

Münzen, Buchgeld, Girokonto: nach unserem

heutigen Verständnis fehlen noch

die Banknoten. Hier einen Beginn auszumachen,

ist gar nicht so einfach. Denn

Geld in Form von Scheinen oder Papier

gab es im Laufe der Geschichte immer

mal wieder. Zum Beispiel in China ab

dem 10. Jahrhundert, in Spanien im 15.

oder in Schweden im 17. Jahrhundert.

Allerdings gelingt es nicht, die Geldscheine

dauerhaft als Zahlungsmittel zu etablieren.

Entweder trauen die Bürger dem

Papiergeld nicht so richtig, oder die Herrscher

lassen irgendwann so viele Geldscheine

drucken, dass sie massenhaft im

Umlauf sind. Das Ergebnis ist in beiden

Fällen dasselbe. Die Bürger haben wertloses

Papiergeld in der Hand, das niemand

gegen etwas Wertvolles eintauschen will.

Dauerhaftes Vertrauen in den Wert von

Banknoten zu schaffen, gelingt erst der

Bank of England. Die Nationalbank wird

Ende des 17. Jahrhunderts gegründet,

weil die englische Regierung dringend

Kapital benötigt. Die Bank of England

sammelt deshalb das Geld bei den Bürgern

ihres Landes ein. Die Geldgeber erhalten

im Gegenzug Anteilsscheine. Diese

sogenannten «Bank of England – Notes»

werden mit der Zeit auch als Zahlungsmittel

genutzt. Diese «Promissery Note»

ist ein Zahlungsversprechen. Es steht

drauf, dass sich die Bank verpflichtet, die

Summe zu bezahlen, die auf dem Schein

steht. Der Inhaber kann also damit auf die

Bank und sich die Summe in Münzen auszahlen

lassen. Weil man damit auch andere

Leute bezahlen kann, beginnen sie

zu zirkulieren. Es entsteht ein Kreislauf.

Irgendwann stellt sich deshalb die Frage,

was denn Promissery Notes überhaupt

sind. Sind sie noch, wie ursprünglich gedacht,

Kredit, oder sind sie mittlerweile

Geld? Spätestens 1833 wird diese Frage

endgültig beantwortet. Denn dann erklärt

die englische Regierung Banknoten

im «Bank of England – Act» zum gesetzlichen

Zahlungsmittel. Das bedeutet, dass

nun jeder im Land die Geldscheine annehmen

muss und nicht auf ein anderes

Zahlungsmittel bestehen kann. Noch heute

verspricht die Bank of England auf jeder

Pfundnote: «I PROMISE TO PAY THE

Diese «Promissery

Note» ist ein Zahlungsversprechen.

Die Bank

ist verpflichtet, die

Summe zu bezahlen, die

auf dem Schein steht.

BEARER ON DEMAND THE SUM OF FIVE

POUNDS» (Ich verspreche, dem Inhaber

auf Nachfrage die Summe von fünf Pfund

zu bezahlen). Bereits um 1800 machten

in England die Banknoten mehr als die

Hälfte des gesamten Geldumlaufes aus.

28 s’Positive 5 / 2019


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MOTO2

Die neue

Töff-Ordnung

Tom Lüthi vorne, Dominique Aegerter hinten: Das ist die

neue schweizerische Töff-Ordnung. Die beiden fahren zwar

in der gleichen Klasse (Moto2), doch eigentlich nicht mehr

gegeneinander, weil die Differenz zu gross geworden ist.

Dominique

Aegerter (links)

und Tom Lüthi.


TEXT: KLAUS ZAUGG; FOTOS: MARCEL BIERI

Dominique Aegerter ist 2019 nach

wilden Jahren vom Star in einem

«Edel-Bastel-Team» wieder zum

Aussenseiter wie zu Beginn seiner Karriere

geworden. Tom Lüthi (32) ist nach

dem letztjährigen Absturz in der «Königsklasse»

wieder ein Titelanwärter.

Dominique Aegerter (29) versucht

nicht mehr, der neue Tom Lüthi zu werden,

und Tom Lüthi hat seinen Traum,

einer zu sein wie Valentino Rossi, begraben.

Diese Einsichten haben beiden die

Karriere gerettet.

Ein Blick zurück hilft uns, die Gegenwart

und die Dramatik der Saison 2019

besser zu verstehen. Der Altersunterschied

zwischen den beiden schnellsten

Bernern ist gering. Tom Lüthi hat Jahrgang

1986, Dominique Aegerter 1990.

Und doch war der eine das Vorbild des

anderen.

Während Tom Lüthi 2005 Weltmeister

(125 ccm) und vor Roger Federer (!)

Sportler des Jahres wird, ist Dominique

Aegerter noch ein Schulbub und zwei

Jahre von seinem GP-Debut (2007 in Portugal)

entfernt.

VOM DRUCK BEFREIT

Dieser WM-Titel hat Dominique Aegerter

inspiriert. Er will der nächste Tom Lüthi

werden! GP-Sieger! Weltmeister! Bis und

mit 2014 verlaufen die Karrieren des

Oberemmentalers aus Linden und des

Langetentalers aus Rohrbach parallel.

Beide steigen 2010 gleichzeitig in die

Moto2-WM ein. Beide haben ihre eigenen

Teams, Betreuer, Techniker, Manager und

Sponsoren.

Aber 2013 ändert sich alles von Grund

auf. Dominique Aegerter beendet die

Moto2-WM zum ersten und bisher einzigen

Mal vor Tom Lüthi. 2014 gewinnt er

den GP von Deutschland. Er hat nun so

viel Medienpräsenz wie Tom Lüthi und

verdient mehr als der Weltmeister von

2005. Er ist zum Star, zum Herausforderer

für den «Töff-Platzhirsch» geworden,

der jahrelang in der Schweiz sportlich

und auf dem Töff-Werbemarkt konkurrenzlos

war. Nun wechseln sogar Fans

und Sponsoren das Lager. Dominique Aegerter

hat den «Lüthi-Clan» herausgefordert

– und der «Lüthi-Clan» reagiert.

Im Herbst 2014 fädelt Lüthis Manager

Daniel M. Epp mit Aegerters

Teammanager Fred Corminboeuf

hinter dem Rücken der Fahrer einen

Deal ein, der sich verhängnisvoll

auswirkt. Sie fusionieren ihre Teams.

Für Dominique Aegerter ist es der Karriere-Knick,

von dem er sich bis heute noch

nicht ganz erholt hat. Er kann sich gegen

Tom Lüthi, der so unverhofft vom Erzrivalen

zum Teamkollegen mutiert, nie durchsetzen

und verliert seine Identität.

Im ersten gemeinsamen Jahr (2015)

folgt der Absturz vom 5. auf den 17. WM-

Rang und auch in der zweiten Saison

(2016) kommt er nicht aus dem Schatten

Saison 2019

Aegerter

Lüthi

KATAR

24. Training 18. Rennen

7. Training 2. Rennen

ARGENTINIEN

20. Training 20. Rennen

5. Training Sturz

TEXAS

29. Training 14. Rennen

4. Training 1. Rennen

JEREZ

23. Training 13. Rennen

8. Training 3. Rennen

LE MANS

29. Training Benzinverlust

2. Training 6. Rennen

Lüthi fährt seinem

Konkurrenten Aegerter davon.

seines Idols heraus. Wir sehen weder

2015 noch 2016 den wahren Dominique

Aegerter. Im Herbst 2016 kommt es folgerichtig

zum Eklat: Der Rohrbacher «flüchtet»

und wechselt nach Deutschland ins

Team von Stefan und Jochen Kiefer. Dort

steht er nicht mehr im Schatten eines berühmten

Teamkollegen. Doch das Glück

währt nur kurz. Bereits im Herbst 2017

erschüttert eine Tragödie die Töffwelt.

Stefan Kiefer stirbt während des GP von

Malaysia an Herzversagen. Monatelang

ist ungewiss, ob es überhaupt weitergeht.

Es sind schliesslich Dominique Aegerters

Sponsoren, die das Team vor dem finanziellen

Untergang retten und die Saison

2018 ermöglichen. Aber diese zentrale

Rolle wird zu viel für ihn. So wie er zuvor

mit der Nähe zu Tom Lüthi nicht klargekommen

ist, so wirkt nun die alleinige

sportliche und finanzielle Verantwortung

für sein Team lähmend. Nur einmal sehen

wir in den Jahren 2017 und 2018 den

wahren Dominique Aegerter. Im September

2017 gewinnt er vor Tom Lüthi das

Regenrennen von Misano. Der Sieg wird

ihm wegen angeblich nicht regelkonformen

Zusätzen im Motorenöl aberkannt.

WECHSEL ZU MV AGUSTA

Im Herbst 2018 droht schliesslich wochenlang

gar das viel zu frühe Ende der

Karriere. Jochen Kiefer hat nun deutsche

Sponsoren gefunden und die wollen einen

teutonischen Piloten. Dominique Aegerter

muss gehen und hat leichtsinnigerweise

bereits ein Angebot des holländi-

s’Positive 5 / 2019 31


MOTO2

schen NTS-Teams ausgeschlagen. Doch er

hat Glück. Die italienische Kultmarke MV

Agusta kehrt nach 43 Jahren ins GP-Geschäft

zurück. Weil die arrivierten Piloten

diesem Projekt nicht so recht über den

Weg trauen, kommt schliesslich Dominique

Aegerter zum Zuge

«LÜTHI-KOMPLEX» IST ÜBERWUNDEN

Er ist für MV Agusta inzwischen zum

Glücksfall geworden. Nur eine robuste

Frohnatur wie er kann die langsamste aller

Moto2-Höllenmaschinen zähmen und

all die «Basteleien» akzeptieren, ohne zu

klagen. Endlich, endlich sehen wir wieder

den wahren Dominique Aegerter.

Er muss sich nicht mehr gegen Tom

Lüthi behaupten. Niemand erwartet von

ihm, dass er Tom Lüthi besiegt. Zu unterschiedlich

sind die technischen Voraussetzungen.

Die beiden fahren jetzt quasi

in unterschiedlichen Ligen. Tom Lüthi

vorne, Dominique Aegerter hinten. Der

lähmende «Lüthi-Komplex» ist weit weg.

Der «Rohrbach-Rossi» ist auch nicht

mehr der Star, um den sich alles dreht,

und von dem die ganze Existenz des

Teams abhängt. Und auch wichtig: Die

Allüren, die er sich im Laufe der Zeit ein

bisschen angewöhnt hatte seit sich Robert

Siegrist nicht mehr um ums Management

kümmert und den flamboyanten

Rohrbacher nicht mehr regelmässig «in

die Schuhe stellt», sind ihm ausgetrieben

worden. Er muss bei MV Agusta, sobald

er von seiner Maschine steigt, parieren

wie noch nie. Wenn er beispielsweise offizielle

Medientermine hat, dann mahnt

er an einen Buben, der hinter dem Schulhaus

vom Lehrer beim Kiffen erwischt

worden ist. So sorgsam ist er darauf bedacht,

nun ja brav zu sein.

Hinter dieser Zähmung des Widerspenstigen

steht seine energische Teamchefin

Milena Körner. Die tüchtige Deutsche

passt auf, dass ihr Fahrer nur noch

sagt, was gern gehört wird. Manchmal

ergänzt sie seine Aussagen wie eine

Schulmeisterin. Damit alles ja perfekt rüberkommt.

Vor seiner Chefin hat Dominique

Aegerter einen «Höllenrespekt». Er,

der doch sonst nie um einen träfen Spruch

Den 13. Platz hatte er

auf sicher. Aber am

Ziel kommt er nicht

an. In der letzten

Runde geht im der

Sprit aus.

verlegen ist und vor keiner Autorität kuscht,

bringt kein spöttisches Wort mehr

über die Lippen.

Beispielsweise am letzten Renn-Wochenende

beim GP von Frankreich. Er ist

der unglückliche Held von Le Mans. Er

musste in der Tiefe des Feldes als 25. (von

32 Piloten) aus der 10. und dritthintersten

Reihe losfahren. Nach nur neun Runden

brauste er schon als 15. über die Ziellinie.

Er raste zum dritten Mal in Serie

WM-Punkten entgegen. Die Frage war

nicht mehr ob, sondern nur noch wie viele

Punkte es diesmal sein würden. Den

13. Platz (und drei Punkte) hatte er bei

der vorletzten Zieldurchfahrt auf sicher.

Grande Dominique! Aber am Ziel kommt

er nicht an. In der letzten Runde geht ihm

der Sprit aus.

Aegerter

fährt neu mit

MV Agusta.

PEINLICHER FAUXPAS

Oder war es etwas anderes? Teamchefin

Milena Körner gibt die Order aus, dass es

sich um ein technisches Problem handle.

Man wisse noch nicht, was die Ursache

des Ausfalls sei. Brav wie ein Papagei

plappert Dominique Aegerter das Verslein

vom «technischen Problem» nach.

Und auf die Frage, ob man denn nicht

nachgeschaut habe, ob noch Sprit im

Tank war, sagt er sichtlich verlegen, man

habe es noch nicht feststellen können.

Obwohl das ja eine Sache von ein paar

Sekunden wäre. Ach, welch herrliches

Theater! Dabei haben die TV-Bilder die

Wahrheit entlarvt. Gut sichtbar zeigt Dominique

Aegerter, als er ausrollt, zor-

32 s’Positive 5 / 2019


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MOTO2

Aegerter ist einer der

wenigen, die mit den

ganz besonderen

Verhältnissen im italienischen

Rennstall

klarkommen.

nig auf den Benzintank und später gibt er

auch zu, dass der Sprit ausgegangen ist.

Das ist so ziemlich die grösste Schmach,

die es für die Techniker gibt, und es ist

logisch, dass die Teamchefin und ihre

technischen Mitarbeiter nicht als die Esel

dastehen wollen, die sie sind. Und um die

ganze Farce abzurunden: Stefano Manzi

profitiert vom Pech seines Teamkollegen,

rutscht wegen Aegerters Pech noch auf

Rang 15 und erbt einen WM-Punkt.

Item, Dominique Aegerter verdient

ein Sonderlob. Er ist einer der wenigen,

die mit den ganz besonderen Verhältnissen

im italienischen Rennstall klarkommen.

Er fährt einfach, was man ihm hinstellt

(und so lange Sprit im Tank ist),

klagt wenig und behält trotz allem seine

gute Laune. Er ist einfach froh, dass er

weiterhin im glamourösen GP-Zirkus

mitfahren darf. Er ist inzwischen auf gutem

Wege, auch nächste Saison für die

Italiener fahren zu können.

Und wir sind natürlich froh, dass wir

«Domi» weiterhin auf dieser Bühne bewundern

dürfen. Positiv wie wir sind, wagen

wir eine Prognose für den nächsten GP

in Mugello: Cheftechniker Mauro Noccioli

wird wie ein Schiesshund aufpassen, dass

genügend Sprit in den Tank kommt.

WM-TITEL FÜR LÜTHI ERREICHBAR

Ein Blick zurück hilft uns auch bei Tom

Lüthi zu verstehen, warum er entgegen

allen Erwartungen 2019 um den WM-Titel

fahren kann.

Jahrelang träumte er von der «Königsklasse»

MotoGP. Denn nur dort oben fahren

die wahren Kerle. Mitfahren in der

MotoGP-Klasse bringt im Fahrerlager

mehr Prestige als ein Moto2-WM-Titel.

Auch Dominique Aegerter hatte diesen

Traum – und im Herbst 2014 ein Angebot

von Ducati. Er lehnte ab und dann gab es

keine zweite Chance mehr.

Für die Saison 2018 aber geht der

Traum für Tom Lüthi doch noch in Erfüllung.

Der Traum verwandelt sich allerdings

aus verschiedenen Gründen sehr

schnell zum Albtraum. Er wird der erste

Fahrer der MotoGP-Geschichte, der alle

Rennen einer Saison bestreitet, und keinen

WM-Punkt (Rangierung in den ersten

15) holt. In einem Satz erklärt: Tom Lüthi

hat das falsche Team gewählt und ist fahrerisch

und technisch überfordert.

Ein solches Desaster kann eine Karriere

beenden. Aber er ist klug beraten und

besinnt sich rechtzeitig auf seine wahre

Berufung. Sein Manager Daniel Epp beginnt

schon Mitte Saison 2018 die Rückkehr

in die Moto2-WM für 2019 einzufädeln.

Und so kommt es, dass Tom Lüthi

nach einem Jahr Unterbruch nun wieder

in der Moto2-WM fährt – und gleich wieder

ganz vorne. Das ist eine beinahe so

grosse Leistung wie der Titelgewinn von

2005. Ja, eigentlich sollte es den Moto2-

Spitzenfahrer Tom Lüthi gar nicht

In der gleichen

Rennklasse: Tom

Lüthi (l.) und

Dominique

Aegerter.

34 s’Positive 5 / 2019


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MOTO2

mehr geben. Noch nie seit der Einführung

der Moto2-WM (2010) hatte ein Absteiger

aus der Königsklasse MotoGP in der

Moto2-WM wieder ein Erfolgserlebnis.

Der Emmentaler ist die grosse Ausnahme.

Er hat als Rückkehrer das vorletzte Rennen

(GP Texas) gewonnen und liegt in der

Gesamtwertung nur sieben Punkte hinter

WM-Leader Lorenzo Baldassarri zurück.

MOTIVATION UND TRAINING

Tom Lüthi kann immer noch siegen. Das

ist die wichtigste Erkenntnis aus den ersten

fünf Rennen. Wenn er sich keinen

zweiten «Nuller» (Rennen ohne Punkte)

leistet, kann er Weltmeister werden. Das

hat sich beim letzten Rennen in Le Mans

eindrücklich gezeigt. Er kann trotz Start

aus der ersten Reihe «nur» den 6. Platz ins

Ziel retten. Und doch hat er Le Mans als

heimlicher Sieger verlassen. Der Rückstand

auf WM-Leader Lorenzo Baldassarri

ist von 17 auf 7 Punkte zusammengeschmolzen.

Der Italiener stürzte schwer,

kugelte sich die Schulter aus und erlitt

eine Gehirnerschütterung. Er wird beim

nächsten Rennen in Mugello ein wenig

«flügellahm» sein. Einmal mehr hat Tom

Lüthi in Le Mans in einer schwierigen Situation

die Nerven behalten, das Risiko

dosiert, Sieg und Podestplatz nicht zu

erzwingen versucht. Er feiert mit 32 Jahren

wahrlich ein erstaunliches Comeback

und sagt, was letztlich auch für Dominique

Aegerter gilt: «Rennsport ist Kopfsache

und keine Frage des Alters. Wenn

die Motivation stimmt, spielt das Alter

Bruder Kevin (l.) und neu

Oliver Imfeld managen

Dominique Aegerter.

WM-Klassierungen seit 2010

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.

21.

22.

23.

Aegerter

Lüthi

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

keine Rolle.» Motivation ist das Schlüsselwort.

In Spanien oder Italien kommt ein

gescheitertes MotoGP-Abenteuer einem

Karriereende gleich. Nicht aber in der

Schweiz. Tom Lüthi gehört in unserem

Land nach wie vor zu den populärsten

Einzelsportlern. Wenn er gewinnt, fragt

niemand nach der WM-Klasse. Die Motivation

hängt nicht von der WM-Kategorie

ab. Er hat in der Winterpause die herbe

2018

29. Platz

im Moto GP

MotoGP-Enttäuschung überwunden und

sich sozusagen neu erfunden. Sein Manager

und Freund Daniel Epp fasst es in einem

Satz zusammen: «Wir haben alles

hinterfragt.» Das Training in der Winterpause

ist mit mehr Kilometern in Töffsätteln

(Cross und Strasse) optimiert worden.

Das professionelle Umfeld nun noch

breiter abgestützt. Es gibt Parallelen zu

Dominique Aegerter. Auch er hat im Winter

im Wissen, dass er um seine letzte

Chance fährt, sein Training intensiviert

und optimiert.

BLEIBT DIE ORDNUNG BESTEHEN?

Bei der Rückkehr in die Moto2-WM durfte

bei Tom Lüthi nichts mehr schief gehen.

Letzte Saison war das falsche Team

eine der Ursachen des Scheiterns, jetzt ist

das richtige Team ein wichtiger Grund für

das Comeback. Mit dem deutschen Intact-

Team hat er die richtige Wahl getroffen.

Es ist das beste Team in der Moto2-WM.

Tom Lüthi bestätigt den Eindruck, dass

er ruhiger geworden ist. Inzwischen ist er

nach Linden zurückgekehrt, ins Dorf, in

dem er aufgewachsen ist. Die grosse Frage

ist nun: Werden Tom Lüthi und Dominique

Aegerter wieder einmal ein Duell

auf Augenhöhe austragen wie zuletzt im

legendären Regenrennen vor zwei Jahren

in Misano? Oder bleibt es bei der neuen

helvetischen Töff-Ordnung: Tom Lüthi

vorne, oben und Dominique Aegerter unten,

weiter hinten?

36 s’Positive 5 / 2019


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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe

Tasche Nr. 5 – täglich gebraucht

Sie schreiben über die Jeans und das

Mini-Fach in der vorderen Hosentasche.

Ich liebe Jeans seit vielen Jahren.

Bei einer ehemaligen Bekannten habe

ich vor vielen Jahren eine Jeanstasche

entdeckt und wollte mir auch so eine

ermöglichen. Einmal habe ich eine Anleitung

in einem Heft entdeckt. Seither

habe ich mir etliche dieser Taschen genäht.

Und das Täschli Nr. 5 ist ideal, um

den Lippenbalsamstift immer griffbereit

dabei zu haben. Ich brauche die

Tasche täglich.

Adelheid Künzler, Huttwil

Habe s’Positive ausführlich studiert

Rudolf und muss Rickenbacher sagen, es hat mich positiv

überrascht. Ihre Beiträge sind einfach

wunderbar. Machen Sie bitte weiter so.

Freue mich schon auf das nächste Heft.

Auf weiterhin gutes Gelingen!

D. Baer

Kaurimuscheln im 20. Jahrhundert

Von 1970 bis 1974 unterrichtete ich

an der Schweizerschule in Accra, Ghana

(Westafrika). Während einer Landschulwoche

im Norden des Landes besuchten

wir den Markt in Navrongo. Auf

Holzbrettern, die den Marktfrauen als

Ladentisch dienten, lagen neben den

Münzen einige Kaurimuscheln. Ich legte

bei einer der Händlerinnen ein

10-Pesewa-Geldstück hin und bat sie,

mir dafür die entsprechende Anzahl

Kaurimuscheln zu geben, die sie mir

ohne zu zögern aushändigte. Ein paar

Schritte weiter wagte ich den zweiten

Teil meines Experimentes: Ich fragte

eine andere Marktfrau, ob sie mir diese

Kaurimuscheln in Geld umtauschen

würde. Ohne zu zögern kam sie meinem

Begehren nach. Ich erhielt den genau

gleichen Betrag zurück – also ohne

jeglichen Kursverlust!

Franz Briggen, Niederbipp

Bitte mehr Tom Lüthi

Vielen Dank für das Heftli s’Positive,

das wir jetzt in Zofingen auch bekommen.

Hab es in Rothrist immer bekommen

und gelesen. Ja, Sie machen

das sehr gut. Die Reportagen lesen

wir immer, ist sehr spannend, was da

in der Region abgeht.

Einen Punkt hab ich jedoch: Vom Tom

Lüthi dürfen Sie auch mal eine Reportage

machen wie vom Dominique Aegerter.

Wir in der Region sind sehr

töffbegeistert.

Roman Meyer, Novatimes GmbH,

Zofingen

Immer wieder haben Sie interessante

Artikel und Berichte in s’Positive. Z. B.

das Interview in Ihrer Januar-Ausgabe

zu «Rivella Kind – Alexander

Barth» war sehr spannend. Herzlichen

Dank.

Jürg Zürcher, Wolfwil

Die Gesichter hinter dem s’Positive-Magazin

Die Redaktoren Bruno Wüthrich und Klaus Zaugg, bekannt für die interessanten und tiefgründigen

Texte im Magazin, dürften Ihnen ein Begriff sein. Doch damit ein Monatsmagazin in dieser Qualität

jeweils pünktlich erscheinen kann, braucht es auch im Hintergrund Macher innen und Macher.

Christophe Buchmann (links im Bild),

ist seit 1. Mai 2019 Geschäftsführer der

s’positiven AG. Er ist zuständig für die

strategische Ausrichtung und lenkt mit

seiner grossen Erfahrung im Verkauf

das Magazin in die richtige Richtung.

Daniela Sulser (2. von links) ist seine

Stellvertretung und neben weiteren

bereichsübergreifenden Projekten

hauptsächlich für Marketing und

Kommunikation zuständig.

Liliane Auderset (2. von rechts) unterstützt

den Verkauf als Telefonistin

und berät mit ihrer sympathischen

Art potenzielle Kundschaft in den

Inseraten.

Sebastian Wüthrich (rechts im Bild)

kennt die Abläufe aus dem ‘FF’ und

unterstützt die verschiedenen Abteilungen

in sämtlichen administra tiven

Belangen im Innendienst.

SCHREIBEN SIE UNS IHRE MEINUNG: REDAKTOR@SPOSITIVE.CH

38 s’Positive 4 / 2019


Augmented Print lässt Bilder für sich sprechen –

und bewegt damit so einiges...

Wir erwecken

Ihre Bilder

zum Leben...

Lassen Sie die Inhalte von gedruckten Bildern für sich

sprechen. Alles, was es für die Erweiterung der Realität

braucht, ist ein Smartphone und die Xtend-App. Und schon

tauchen Sie in die grenzenlose Welt von «Augmented

Print» ein.

So ist es möglich, dem statischen Bild eine Bewegung, eine

zusätzliche Emotion oder gar eine Stimme zu geben. Denn

die mediale Kraft verlagert sich zunehmend in Richtung

«digitale Technologie». Mittels «Augmented Print» werden

Produkte-PR oder Fachartikel zukunftsgerecht präsentiert.

Das Printmedium dient als «Tor zur digitalen Information»

und vereint den Print mit allen Vorteilen des Online-Marketings.

Die Verschmelzung von gedruckten Elementen und

digital erweiterten Informationen ist unbegrenzt. Nach dem

ersten Erlebnis mit der Xtend-App erweitern Sie Ihr Verständnis

und beginnen, Lösungswege für Ihr Unternehmen

neu anzudenken. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf,

denn es bieten sich Ihnen schier unendliche Möglichkeiten.

«Augmented Print» bringt den entscheidenden Mehrwert –

und das auf überraschend einfache Art und Weise: Eine

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und messbaren Inhalt wie zum Beispiel Audiodateien,

Kurzfilme, 3D-Modelle, Videos oder Verlinkungen

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User die erweiterten Inhalte der Anzeige auf seinem Smartphone

oder Tablet empfangen.

SO EINFACH GEHTS:

1. Laden Sie die App Xtend aus dem

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auf Ihr Smartphone.

2. Öffnen Sie die App und halten Sie

Ihr Smartphone jeweils

über das mit diesem Logo

gekennzeichnete Bild.

3. Durch einen Klick auf den Button

AR SCAN öffnet sich der erweiterte

digitale Inhalt. Beachten Sie die

Lautstärke auf Ihrem Smartphone.

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Ihr Ansprechpartner für unverbindliche Informationen:

Christophe Buchmann | 062 929 24 25

c.buchmann@spositive.ch


DIE THEORIEN

AUSGABE 2 FEBRUAR 2019

AUSGABE 3 MÄRZ 2019

E herte

SIECH

Joachim Vochetzer

AUSGABE 1 JANUAR 2019

AUSGABE 12 DEZEMBER 2018

DIE ZUKUNFT VON

OLTEN

Patrick Reber

Der neue Geschäfts-

den Verein in die

höchste Liga führen.

führer des EHC Olten will

Er kam als Kriegsflüchtling

in die Schweiz und wurde zur

Hockeygoalie-Legende.

HUMMELN

FEUERSBRUNST

Die Insekten gehören

1951 legte eine

zu den wichtigsten

Brandserie ganz

Nutztieren der Welt.

Niederbipp lahm.

SCHICKSALS-SAISON

Dominique Aegerter

muss seinen Platz im

GP-Zirkus verteidigen.

Rivella-

Kind

Alexander Barth

DIE BEGEGNUNG

Eine Begegnung der

besonderen Art mit

Erich von Däniken

Der Sohn des Rivella-

Gründers plaudert aus

dem Nähkästchen.

Erich von Däniken

Ausserirdisch

Seit 50 Jahren erforscht

er den möglichen Besuch

Ausserirdischer auf

der Erde.

GLEICHGEWICHT

Die Serengeti zeigt,

wie die Natur im

Gleichgewicht bleibt.

KAMPFPILOT

DIE RIVALEN

Wie der Oberaargauer Der SC Langenthal

Rudolf Rickenbacher und der EHC Olten

im Kampf fiel.

sind ewige Rivalen.

EDELKÜCHE

Wie Gefangene

Spitzen-Gastronomie

betreiben.

FLUGPIONIER

SCL TIGERS

Oskar Bider war einer Harri Pesonen und

der berühmtesten Chris DiDomenico

Schweizer seiner Zeit. im Gespräch.

Erich von Dänikens

wichtigste Theorien

zu Ausserirdischen

118:2

Der EHC Zuchwil-

Regio bricht einen

Eishockey-Rekord

Die s’positive AG ist eine Verlagsorganisation mit Sitz im bernischen Roggwil. Sie bezweckt mit ihrer monatlich

erscheinenden Gratiszeitschrift die Vermittlung von Informationen und Meinungen in einem interessant

zusammengestellten Mix aus verschiedenen Themenbereichen.

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m/w, 100 %, Festanstellung

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von Neukunden und die Betreuung der bestehenden

Kundschaft im Zentrum. Als Verkäufer/in

im Aussendienst erkennen Sie im Gespräch Abschlussmöglichkeiten

und setzen diese um. Unsere

Produkte geniessen am Markt einen sehr guten Ruf.

Sie sind zuständig für die Produktepräsentationen

und platzieren das Verkaufsförderungsmaterial am

Verkaufspunkt. Weiter sind Sie verantwortlich für

POS-Aktivitäten sowie deren Kontrolle und Nachbereitung.

Verkaufsgebiet ganze Schweiz.

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Team arbeitet. Sie sprechen «Mundart» (schweizerdeutsch)

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Französischkenntnisse.

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mit Erfolgsbeteiligung und viel Spielraum für

die persönliche Entwicklung in einem jungen und

motivierten Team. Zudem erwartet Sie eine spannende

Herausforderung in einem dynamischen, wachstums-orientierten

Umfeld.

Teilen Sie unsere Begeisterung für den Verkauf?

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Für weitere Fragen steht Ihnen Christophe Buchmann

(Mobil +41 77 269 77 80, c.buchmann@spositive.ch)

gerne zur Verfügung. Ihre vollständige Bewerbung

mit Motivationsschreiben senden Sie bitte bis

31. Mai 2019 per E-Mail an hr@spositive.ch.

s’positive AG | St. Urbanstrasse 31 | 4914 Roggwil | Tel.: 062 929 24 25 | E-Mail: hr@spositive.ch | www.spositive.ch

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