The Red Bulletin Juni 2019

online.magazines

DEUTSCHLAND

JUNI 2019, € 2,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

FESTIVAL-

SPECIAL

Insider-Tipps

für den Sommer

deines Lebens

EMMA

STONE

„Ich bin

nicht ganz

richtig

im Kopf –

und das ist

gut so“

WER

BIN

ICH?

BILDERBUCH-Sänger

Maurice Ernst

über Selbstbewusstsein,

Mamas Tricks und

den Reiz des Risikos

Für Abonnenten der

JETZT ABONNIEREN!

GETREDBULLETIN.COM


E D I T O R I A L

WILLKOMMEN

AB INS

WASSER

ZUM SPIELEN

OLAF BLECKER

Von Angela Merkel bis

Marilyn Manson: Der

Fotograf setzt regelmäßig

die ganz Großen

in Szene. Für uns lichtete

er Cornelia Geppert ab,

eine Game-Designerin,

die in einer persönlichen

Krise die Idee zum Spiel

ihres Lebens entwickelte.

Ihre Story ab Seite 56

ZUM GESPRÄCH

NINA

KALTENBÖCK

Wenn die Autorin zu Tisch

bittet, muss ihr Gegenüber

mit scharfzüngigen

Fragen rechnen: Bilderbuch-Sänger

Maurice

Ernst stellte sich ihnen

schlagfertig. Das Interview

über Nächstenliebe,

Selbstbewusstsein und

eigene Wege: ab Seite 38

Je wärmer das Wetter, desto sommerlicher die

Metaphern: „Wer gegen den Strom schwimmt,

kommt dahin, wo er hinwill, und nicht dorthin,

wo es ihn hintreibt“, sagt Bilderbuch-Frontmann

Maurice Ernst. Der Dreißigjährige weiß, wovon

er spricht. Seit Jahren bricht er mit seiner Band

gängige Regeln der Musikbranche. Und hat damit

außergewöhnlichen Erfolg. Der etwas andere

Schwimmkurs: ab Seite 38.

Im wahrsten Sinne des Wortes

abgetaucht ist unser Autor Andreas

Rottenschlager auf den Philippinen.

Als blutiger Anfänger hat er sich dem

Abenteuer Apnoe-Tauchen gestellt.

Begleite ihn bei seinem atemberaubenden

Selbstversuch ab Seite 44.

Viel Spaß mit der neuen Ausgabe

von The Red Bulletin!

Die Redaktion

ZUM GENIESSEN

FISCHKRUSTE

FÜR PROFIS

Food-Forscher Dr. Stuart Farrimond

erklärt, wie dein Fisch (und vor

allem seine Haut) in der Pfanne

zum Gedicht wird: ab Seite 84

SATZ DES MONATS

„Ich suche

Anerkennung

als geiler Typ,

der jungen

Menschen hilft.“

Wie Skateboard-Pionier Titus

Dittmann, 70, selbst jung

bleibt, erklärt er auf Seite 36.

ZUM STAUNEN

MARY JANE PAULA

Die 28-Jährige lehrt ihre Schüler

Apnoe-Tauchen und verspricht

Tiefen bis zu 20 Meter. Ob das

klappt, haben wir auf den Philippinen

selbst getestet: ab Seite 44

LEONARDO SCOTTI (COVER), HEIKO LASCHITZKI OLIVIER KUGLER

6 THE RED BULLETIN


FÜR DIESES GEFÜHL

GEBEN WIR ALLES

Neu in unserem

Brandstore.

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Firmensitz: bittl Schuhe + Sport GmbH, Georg-Reismüller-Str. 5, 80999 München-Allach.

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INHALT

The Red Bulletin

Juni 2019

COVERSTORY

38 BILDERBUCH-KARRIERE

Bandleader Maurice Ernst

spricht über die Vorteile,

im Leben öfter mal gegen

den Strom zu schwimmen.

UNTERNEHMER

36 IGNORIERE DIE

BEDENKENTRÄGER

Skateboard-Pionier Titus

Dittmann weiß, wie dich

Neuanfänge jung halten.

32

GELASSEN IM INNEREN Wie Hollywood-

Superstar Emma Stone ihre Zweifel besiegte

MOTORRAD

22 ZWEI RÄDER UND

GANZ VIEL BERG

Faszinierende Bilder von der

Enduro-Challenge Erzbergrodeo

– alias Red Bull Hare Scramble.

HOLLYWOOD

32 DIE NEUE EMMA STONE

Früher plagten Panikattacken

die Schauspie lerin, heute hat

sie inneren Frieden gefunden.

Wie, erzählt sie im Interview.

FILM

34 AUF DEN SPUREN

EINER IKONE

Zwischen Drogensumpf und

Jahrhunderthits: Taron Egerton

glänzt als Elton John.

10 GALLERY

16 ZAHLEN, BITTE!

18 KOLUMNE

19 FUNDSTÜCK

20 LIFE HACKS

62 INNOVATOR

TAUCHEN

44 HALT DIE LUFT AN!

Der Red Bulletin-Selbstversuch:

So schlägt sich ein völliger

Anfänger beim Freediving

auf den Philippinen.

GAMING

56 DIESE FRAU SPIELT

MIT GEFÜHLEN

Wie das Adventure-Game „Sea

of Solitude“ dessen Entwicklerin

Cornelia Geppert rettete.

FESTIVALS

64 DER SOMMER

DEINES LEBENS

Insider sagen dir, wie du das

Beste aus dem Musik-Festival-

Sommer 2019 holen kannst.

96 IMPRESSUM

98 PERFEKTER ABGANG

38

OHNE NETZ IM POPZIRKUS Wie die Band

Bilderbuch ihren eigenen Regeln vertraut

64

SURROUND-SOUNDCHECK Wie dein

Musik-Festival-Sommer legendär wird

ART STREIBER/AUGUST, LEONARDO SCOTTI, WOODYPHOTOGRAFIX, HEIKO LASCHITZKI

8 THE RED BULLETIN


44

YES, YOU CAN!

20 Meter ohne Sauerstoffgerät

mit nur

zwei Tagen Training?

Der Selbstversuch.

„Ich bin

ein kleiner

Schauspieler.

Er ist

Elton John.“

TARON EGERTON über die

Herausforderungen seiner

jüngsten Rolle. Seite 34

guide

DEIN PROGRAMM

78 REISEN

Mit Destination Red Bull

zum Klippenspringen

auf den Azoren

82 FITNESS

Der Power-Bauer und

sein rustikales Workout

84 FOOD

Schritt für Schritt:

So gelingt die perfekte

Fischkruste.

86 EVENTS

Pflichttermine für die

kommenden Wochen

88 ENTERTAINMENT

Red Bull TV-Highlights,

live und on demand

90 GADGETS

Technisches Update

für deine vier Wände

THE RED BULLETIN 9


G A L L E R Y

Triglav, Slowenien

ÜBER ALLE BERGE

3. Juli 2017: Christian „Chrigel“ Maurer schwebt

über dem Triglav-Massiv, aber das Härteste

hat der Schweizer Seriensieger noch vor sich:

Red Bull X-Alps führt 1138 Kilometer über die

Alpen, von Salzburg nach Monaco – die Athleten

dürfen die Strecke nur zu Fuß und per Gleitschirm

zurücklegen. Am 16. Juni startet die neunte Auflage,

die du dank innovativem Trackingsystem

von überall ver folgen kannst: redbullxalps.com

10 THE RED BULLETIN


SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL

THE RED BULLETIN 11


G A L L E R Y

Kapstadt,

Südafrika

DANCING QUEEN

Khetsiwe Morgan, auf dem Bild in der Mitte,

versteht es, das Tanzbein zu schwingen –

den Soundtrack dafür liefert sie selbst. Als

DJ Doowap ist die 29-Jährige aus Swasiland

seit Jahren eine Szenegröße. Hier begeistert

sie die Besucher beim Cape Town Electronic

Music Festival (CTEMF), einem der wichtigsten

Musik-Events in Afrika. ctemf.com

12 THE RED BULLETIN


JONATHAN FERREIRA/RED BULL CONTENT POOL

THE RED BULLETIN 13


G A L L E R Y

14 THE RED BULLETIN


Bilbao, Spanien

KUNST-SPRUNG

Gerade ist der Mexikaner Jonathan Paredes

aus 27 Meter Höhe abgesprungen, gleich

wird er in den Nervión eintauchen. Wir sind

beim Red Bull Cliff Diving-Stopp in Bilbao,

ganz in der Nähe des Guggenheim-Museums.

Aber auch auf der Puente La Salve, von der

Paredes springt, prangt Kunst. Wir fühlen

uns plötzlich wie im Museum, bewundern

das Bild – grandiose Sport-Art, nicht wahr?

redbull.com/cliffdiving

DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL

THE RED BULLETIN 15


Z A H L E N , B I T T E

Rekordjäger

SUPERHELDEN

DER SUPERLATIVE

Wo Marvel draufsteht, ist ein Blockbuster drin: Aktuell läuft „Avengers: Endgame“, im Juli folgt

„Spider-Man: Far From Home“ – hier die Zahlen zum erfolgreichsten Franchise der Filmgeschichte.

2870

Minuten würde es dauern,

sich alle 22 bisherigen Marvel-

Filme am Stück anzusehen.

1972

hieß der Superheld Black Panther

kurzzeitig Black Leopard, um

nicht mit der US-Bürgerrechtspartei

verwechselt zu werden.

40,8

Kilo wog die Rüstung, die Robert

Downey Jr. im ersten „Iron Man“-Film trug.

1

Marvel-Superheldin bekam

bisher ihren eigenen Film:

Captain Marvel (Brie Larson).

35

Jahre waren Kinos in Saudi-Arabien

verboten. Im April 2018 wurde das

Gesetz aufgehoben. Der erste Film,

der gezeigt wurde: „Black Panther“.

80

Prozent Umsatzplus verzeichneten

arabische Imbissbuden in L. A. nach

dem Start von „The Avengers“, in dem

die Helden Schawarma snacken.

2008

produzierte Marvel seinen ersten

Film selbst. Davor hatte man die

Rechte an seinen Comic-Helden

an Hollywoodstudios vergeben.

6

Helden verlieren im Laufe

der Filme eine Hand – als

Hommage an „Star Wars“,

wo Darth Vader Luke

Skywalker die Hand abhackt.

2009

verriet Marvel-Mastermind

Stan Lee, dass Michael Jackson

den Verlag in den 1990ern

hatte kaufen wollen, um selbst

Spider-Man spielen zu können.

365.000.000

Dollar kostete die Produktion von

„Avengers: Age of Ultron“, was den

Film zum zweitteuersten aller Zeiten

macht, nach „Pirates of the Caribbean

– Fremde Gezeiten“ (379 Mio. $).

30

Kilo nahm Chris Pratt

in sechs Monaten ab, um

Peter Quill in „Guardians

of the Galaxy“ zu spielen.

17.528.287.709

Dollar haben die ersten 20 Filme im Kino eingespielt. Der erfolgreichste der Serie,

„Avengers: Infinity War“, ist gleichzeitig der vierterfolgreichste Streifen, seit es Filme

gibt. Davor liegen „Avatar“, „Titanic“ und „Star Wars: Das Erwachen der Macht“.

GETTY IMAGES, IMAGO, MARVEL STUDIO (3) CLAUDIA MEITERT

16 THE RED BULLETIN


K O L U M N E

Thilo Mischke

BEGEGNUNGEN

Die Nachmittagssonne zeichnet Schatten auf die

Wand. Die Sonne zwingt sich durch ein kleines,

vergittertes Fenster eines Tankstellen-Hinterzimmers

in San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador.

Fünf Menschen sitzen um einen Tisch herum, es ist heiß.

Fünf Menschen, die schwitzen, und einer von ihnen hat

Angst, echte, richtige Angst. Die Person, die sich fürchtet,

bin ich.

Der Schweiß läuft mir den Rücken

hinab, panisch blicke ich immer wieder

zur Tür, zum kleinen Fenster. Ich

erwarte jeden Moment eine Handgranate,

hereingeworfen, um uns

alle zu töten, warte auf maskierte

Männer, die mit Maschinenpistolen

hereinstürmen. Ich sitze an diesem

Tisch mit Vertretern der drei größten

Gangs El Salvadors. Ein tätowierter

Mann, Mitglied der Maras;

einer von MS-13, der Nikes als sein

Erkennungszeichen trägt; und ein

dritter, Mitglied der Gang Barrio 18,

im typischen blauen T‐Shirt seiner

Bande. Sie morden, sie vergewaltigen,

sie foltern. „Das ist das, was wir

können“, sagt einer im Interview. Er

sagt auch: „Gäbe es keinen 72-stündigen

Waffen stillstand, hätte jeder

von uns dich getötet. Wir reden mit

niemandem, schon gar nicht mit

Journalisten.“

Er ist 200 Tage im Jahr unterwegs,

Jetlag ist bei Korrespondent und

Reisereporter Thilo Mischke (TV-

Dokureihe „Uncovered“) ein Dauerzustand.

Auf seinen Expedi tionen

trifft der 38-jährige Berliner immer

wieder Menschen, die ihn faszinieren.

Dieses Mal: Juan Carlos,

der ihn im Angesicht dreier Mörder

lehrte, seine Furcht zu überwinden.

Ich wollte sie sprechen, weil niemand

mit ihnen spricht. Ein einfacher Grund, ich weiß.

Ich habe Juan Carlos gefragt, ob er mir hilft. Er ist Fotograf

und Salvadorianer, der in den USA lebt. Er übersetzt.

Und Juan Carlos hat mir etwas beigebracht, mir die Angst

genommen. Von ihm habe ich gelernt, dass Furcht dich

umbringt, besonders wenn du etwas erreichen willst.

„Würde ich ängstlich auf Gesprächspartner zugehen“,

sagte er, „dann wäre ich schon längst im gelben Boden

dieses Landes verscharrt.“

Mehr musste er nicht sagen, ich habe mich zusammengenommen,

als wir im Auto zur Tankstelle fuhren, habe

„Wäre ich ängstlich“,

sagte Juan Carlos, „dann

hätte man mich schon

im gelben Boden dieses

Landes verscharrt.“

meine feuchten Hände an der Hose getrocknet. „Hilfst

du mir, alle drei Gangs an einen Tisch zu bekommen?“,

fragte ich ihn, als wir zwei Tage zuvor erfuhren: Es

herrscht Waffenstillstand, für 72 Stunden. Und er nickte.

Er blickte mich an. „Das ist aber gefährlich“, sagte er.

Es sind nicht die Politiker, die in diesem Land das Sagen

haben, es sind die Gangs. Gangs, die mystifiziert werden,

die als Inspiration für Rapsongs dienen, als Vorbilder. Ich

mag Hip-Hop, aber ich fand es falsch, solche Vorbilder

zu wählen. Das wollte ich zeigen. Vorbilder, wie diese drei.

Sie haben aus El Salvador, einem kleinen, unscheinbaren

Land in Mittelamerika, einen Unort gemacht. „Mach dir

keine Sorgen“, sagt Juan Carlos, als ich vor ihm laufe, wir

die Tür aufstoßen und ich in die maskierten Gesichter

dreier Mörder sehe.

„Lasst uns anfangen“, habe ich gesagt. Die Angst

weicht meiner Neugierde, die Sonne verschwindet, und

es wird Nacht, die Temperatur in diesem Raum bleibt

unangenehm. Wir haben die Klimaanlage

ausgemacht, damit die Tondokumente,

die wir aufzeichnen,

verständlich bleiben. Wir reden

fast vier Stunden miteinander, Juan

Carlos übersetzt, ich frage. Warum

die Verzweiflung und, vor allem,

warum die Brutalität? Je mehr Zeit

verstreicht, umso weniger Angst

habe ich. Irgendwann sind wir alle

erschöpft, hungrig. Wir sind uns sogar

nahegekommen, Hände werden

geschüttelt, es werden die Masken

abgenommen, und ich sehe in die

Gesichter dieser Männer, an denen

nichts Gutes ist.

Und sie sind mir nahe. Ich habe

keine Angst mehr, sondern sehe in

die Augen von Menschen, die vielleicht

Mitte zwanzig sind. Augen,

die keine Kindheit kennen, sondern

nur den Tod.

Aus meiner Angst zu sterben wurde

eines der besten Gespräche, die ich

je geführt habe. Sie haben sich mir geöffnet, sie erklärten

mir ihre Ausweglosigkeit. Sie halten das gegenseitige

Ermorden selbst für Wahnsinn – nur wissen sie einfach

nicht weiter. Sie leben in einer Welt, die sie geschaffen

haben, sie spielen nach den Regeln der Gewalt, und sie

finden keinen Ausweg. Ihre Freunde sterben, ihre Frauen

und Kinder sterben, sie erklären mir, dass Worte nichts

helfen: „Trauer heißt hier Rache.“ Hätte ich mich gefürchtet,

hätte ich nichts erfahren.

Ich fürchte mich nicht mehr, damit ich mehr von

Menschen erfahren kann.

VICTOR PEÑA BLAGOVESTA BAKARDJIEVA THILO MISCHKE

18 THE RED BULLETIN


F U N D S T Ü C K

James Deans Geldbörse

MILLIONENERBE

Eine abgegriffene Lederbörse der Marke Rolfs. Neun gülden geprägte

Buchstaben sagen, wem sie gehört hat: James Dean leistet sich das

Portemonnaie 1955. In diesem Jahr dreht er „Giganten“. Noch bevor

die letzte Klappe fällt, stirbt er bei einem Autounfall – und plötzlich

dreht sich alles nur noch ums Geld. Damit gewinnt diese Börse an

Symbolkraft. Der Streifen, in dem Dean zum Ölbaron aufsteigt, wird

für die Produktionsfirma Warner Brothers ein Segen. Sie hält den Film

ein Jahr zurück, heizt den Hype an und scheffelt Millionen.

James Dean starb

am 30. September 1955

bei einem Autounfall.

Er wurde nur 24 Jahre alt.

HENRY LEUTWYLER, PICTURE DESK.COM

THE RED BULLETIN 19


L I F E H A C K S

Science-Bastler

DER SOMMER IST HEISS –

SO BLEIBST DU COOL!

Tricks und Hacks für den Alltag, Volume 9: wie du deine Füße mit Babypuder sandfrei

bekommst, Wertsachen mit Sonnencreme schützt und dein eigenes Eis designst.

EIS AM STIEL

Doppeldecker für

Feinschlecker

Wer braucht Eislutscher aus dem Supermarkt, wenn du

dir – mit Becher, Stiel und Gummibändern – deine eigene

Lieblingssorte ganz einfach selber kreieren kannst?

COOL IM POOL

Die Bar als Boje

Null Bock, für einen Drink den Pool zu verlassen?

Kein Problem – mit der schwimmenden Kühlbox!

Plastikbox abmessen,

Poolnudeln entsprechend

teilen, auffädeln und um

die mit Eis befüllte Box

herumspannen.

1

Fixiere den Holzstiel mit zwei überkreuzten

Gummibädern im Plastikbecher,

sodass dessen Spitze den

Becherboden berührt.

2

Befülle den Becher

bis zu einem Drittel

mit einem Drink

deiner Wahl und

stell ihn für zwei

Stunden ins

Gefrierfach.

DIE KOHLE IN DER TUBE

Hoher Schutzfaktor

Keiner klaut die Creme! Daher am Strand: leere Tube

aufschneiden, Wertsachen rein, schwimmen gehen.

3

Für optimalen Farbeffekt

den Becher

mit einem anderen

Getränk auffüllen,

noch einmal ins

Gefrierfach geben

– guten Appetit!

SAND IM SCHUH?

Sauberer Abgang

Nach dem Strand: Babypuder hilft dabei,

Schuhe, Auto und Quartier sandfrei zu halten.

Füße waschen, trocknen, Puder auftragen,

pinseln: So fällt jedes Sandkorn ab.

SASCHA BIERL FLORIAN OBKIRCHER

20 THE RED BULLETIN


Willst

du ein

Held

sein?

Echte Helden tragen keinen Umhang – sie retten Leben!

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jeder 10. Blutkrebspatient in Deutschland keinen geeigneten Spender.

Mund auf. Stäbchen rein. Spender sein.

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QUALEN

IN ZAHLEN

25 JAHRE des Umfallens, Sich-Überschlagens und

Wieder-Aufstehens, der ramponierten Knochen

und zerschundenen Maschinen, des Scheiterns,

Leidens und Dennoch-Wiederkommens: harte

Daten zur Jubiläumsauflage des RED BULL

HARE SCRAMBLE, des genussvollen Motorrad-

Masochismus am steirischen Erzberg.

Text WERNER JESSNER


MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL

45.000

FREIWILLIGE

HELFER

So viele Zuschauer finden sich

jedes Jahr an den vier Tagen

am Erzberg ein. Mit Seilen

und Gurten, mit Tröten und

vollen Lungen, mit Blasen

an den Händen und Schotter-

Ausschlag an den Schienbeinen

helfen sie den Fahrern

über die Schlüsselstellen. Sie

leben den Geist des Erzbergs

so intensiv wie die Fahrer.

23


1500

ATHLETEN

AM START

Du glaubst, du kannst ordentlich

Motorrad fahren? Hand

aufs Herz: Wie weit bist du

letztes Jahr am Erzberg gekommen?

Die Zahl der dort

absolvierten Checkpoints

ist eine harte Währung in der

internationalen Offroad-

Community. Die härteste.

SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL

24


500

ERREICHEN DIE

NÄCHSTE STUFE

An den Prolog-Tagen vor

dem Erzbergrodeo – Red Bull

Hare Scramble hüllt eine

gigantische Staubwolke den

Berg ein. 1500 in 30-Sekunden-

Intervallen startende Fahrer

brettern über die Erz-Trassen

bergwärts, 13 Kilometer weit.

Nur das schnellste Drittel

darf beim Wettkampf am

Sonntag ran.

T.GROMIK

26


3

GRÖBERE

VERLETZUNGEN

pro Jahr rapportiert der

Rennarzt im Schnitt. Wobei

„gröber“ bedeutet, dass der

Fahrer den Ort des Gemetzels

nicht selbständig verlassen

kann und auf seinem Weg

ins Krankenhaus auf fremde

Hilfe angewiesen ist. Nicht

in die Kategorie „gröbere

Verletzung“ fallen übrigens

Platz-, Fleisch- und Schürfwunden,

Bänderrisse oder

Knochenbrüche.

SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL

28


97 %

MAXIMALE

STEIGUNG

Das steilste Stück ist

der oberste Teil des Checkpoints

„Wasserleitung“,

gefolgt von „Badewanne“

und „Dreikönig“. Warum

Letztgenannter unter den

Fahrern dennoch am meisten

Schrecken verbreitet: Du

musst quasi aus dem Stand

losfahren, während du an

den anderen beiden ein wenig

Schwung holen kannst.


4

STUNDEN

RENNDAUER

Völlig egal, wo du bist,

wie viele Reserven du

noch in dir vermutest,

welche intelligente Linie

du soeben ent deckt zu

haben glaubst: Nach

exakt vier Stunden wird

die Flagge geschwenkt.

Wer bis jetzt nicht

im Ziel ist, ist raus.

25

MAL HAT DER

BERG GERUFEN

Das bedeutet: Eine

komplette Generation

an Bikern ist mit dem

Erzberg aufgewachsen.

Noch bemerkenswerter:

55 Prozent aller Teilnehmer

sind unter

dreißig Jahre alt. Das

härteste Motorrad-

Enduro der Welt wird

also immer jünger.

Happy Birthday, Gigant!

T.GROMIK

Erzbergrodeo –

Red Bull Hare Scramble,

29. Mai bis 2. Juni 2019,

redbull.com/erzbergrodeo

Live auf Red Bull TV und

ServusTV

THE RED BULLETIN 31


Stürmische Erfolge

dank innerer Ruhe:

Oscarpreisträgerin

Emma Stone, 30,

hat sich neu entdeckt.


H E R O E S

ART STREIBER/AUGUST RÜDIGER STURM

Emma Stone

DAS GROSSE

ICH BIN ICH

Bevor US-Schauspielerin Emma Stone in Hollywood

auftrumpfte, kämpfte sie mit sich selbst. Und

gewann, indem sie ihre eigenen Zweifel besiegte.

Sie war dreimal für den

Oscar und viermal für

einen Golden Globe

Award nominiert – mit „La La

Land“ räumte sie 2017 beide

Trophäen ab, dank ihrer Leistung

in „The Favourite“ wurde

sie bei den Hollywood-Buchmachern

auch 2019 als Favoritin

gehandelt. Für eine junge

Frau, die gerade erst ihren

Dreißiger gefeiert hat, blickt

Emma Stone bereits auf eine

erstaunliche Karriere zurück.

Dennoch spricht sie lieber

über die Schattenseiten ihres

Lebens – weil diese nicht nur

eine große Charakterdarstellerin

geformt haben, sondern

auch einen großen Charakter.

the red bulletin: Wenn

man so eine Karriere hinlegt,

gehen alle davon aus,

dass man klare Perspektiven

verfolgt. Du hingegen sagst,

du hättest zeitweise den

„Ich bin nicht

ganz richtig im Kopf –

und das ist okay.“

Durchblick verloren. Wie

passt das zusammen?

emma stone: Eigentlich gar

nicht. Aber es war so. Ich

hatte tatsächlich das Gefühl,

als wären Teile meines inneren

Selbst weggebröckelt.

Ich dachte mir: Ich verstehe

diese neue Version meines

Ichs nicht.

Wie hast du in die Spur

zurückgefunden?

Durch Psychotherapie. Und

durch intensive Gespräche mit

Freunden. Auf diese Weise

habe ich Teile von mir wiederentdeckt.

Das war ein Prozess,

der sich vor allem in meinen

Zwanzigern abgespielt hat.

Wie würdest du dieses neue

Ich beschreiben?

Auf jeden Fall habe ich mehr

innere Ruhe gefunden. Ich

weiß, es gibt etliche Erfahrungen,

die ich noch zum ersten

Mal machen muss. Aber – und

das ist das Schöne am Älterwerden

– es sind nicht mehr

so viele wie früher. Also denke

ich mir: Hey, ich habe das

schon mal erlebt. Ich weiß,

das werde ich überstehen.

Das Leben ist immer eine Reise

voller Höhen und Tiefen, für

beides bin ich jetzt besser

gerüstet.

Hattest du in dieser Zeit

auch mit Panikattacken

zu kämpfen?

Leider ja. Wenn du so viel

überschüssige Energie hast

wie ich, dann richtet die sich

automatisch mal nach innen.

Gegen dich. Du denkst zu viel

nach, und irgendwann – zack!

– flippst du aus. Für solche

Situationen brauchst du ein

Ventil, um den Druck rauszunehmen.

Du kannst reiten

gehen, mit engen Freunden

sprechen oder meditieren. Da

muss jeder seine individuelle

Lösung finden. Was das betrifft,

habe ich wirklich Glück,

denn mein bestes Ventil ist

mein Job – das Schauspielen.

Der größte Druck kommt

also meist von einem selbst?

Definitiv. Im Lauf der Zeit

habe ich aber gelernt, nicht

so hart mit mir zu sein.

Hilft der Erfolg, netter zu

sich selbst zu sein?

Das glaube ich nicht. Denn

Erfolg ist etwas Äußeres.

Das verstärkt meine Beklemmungsgefühle

sogar noch.

Es geht nicht um Lob wie „Du

bist die Beste“. Im Gegenteil.

Du musst dir denken: Ich bin

nicht ganz richtig im Kopf,

und das ist okay. Du musst

dich deshalb nicht selbst

geißeln. Diese Änderung in

meinem Denken kann nur ich

beeinflussen. Niemand sonst,

kein netter Spruch, keine Auszeichnung.

Das zu begreifen

hat mir viel geholfen.

Bist du jetzt weniger

sensibel als früher?

O Gott, nein. Lange Zeit

dachte ich, dass meine Sensibilität

ein Fluch wäre. Weil

mir eben Dinge so sehr wehtun.

Aber eigentlich ist sie

ein Segen. Es ist gut, sensibel

zu sein. Anstatt mich deshalb

fertig zumachen, versuche ich,

mich so zu akzeptieren, wie

ich bin. Ja, ich verhalte mich

manchmal nicht richtig, denn

ich bin ein Mensch. Aber ich

mache einfach weiter.

Im Kino ist Emma Stone wieder Ende

2019 in „Zombieland 2“ zu sehen.

THE RED BULLETIN 33


H E R O E S

Taron Egerton

RAKETEN-

START

Der 29-jährige Brite verkörpert

in „Rocketman“ Musiklegende

Elton John, 72. Der war so

beeindruckt, dass er ihm sogar

seine Tagebücher zu lesen gab.

34

The red bulletin: Wie

alt warst du, als du

Elton John zum ersten

Mal am Schirm hattest?

taron egerton: Schwer zu

sagen, er war mein ganzes

Leben irgendwie präsent.

Mein Stiefvater und ich haben

im Auto, auf dem Weg zur

Schule, oft „I Guess That’s

Why They Call It the Blues“

gesungen. Da muss ich so 12

gewesen sein. Und mit 17, bei

der Aufnahmeprüfung für die

Schauspielklasse, habe ich

dann „Your Song“ zum Besten

gegeben. Schon schräg, dass

ich ihn nun leibhaftig spiele.

Wie bereitet man sich darauf

vor, eine lebende Legende

zu verkörpern?

Das Wichtigste ist: Du musst

dich von dem Gedanken verabschieden,

dich komplett in

den anderen zu verwandeln.

Egal wie sehr du dich auch

bemühst, so was klappt nicht.

Ich kann nur meine Interpretation

von Elton John

abliefern – einer Person mit

vielen Facetten, manche davon

sind schwierig und extrem,

aber in Summe ist er eine

unglaubliche Persönlichkeit.

Hast du keine Angst gehabt,

es zu versauen?

Wer hätte das nicht? Ich bin

ein kleiner Schauspieler aus

Wales, der bisher in fünf oder

sechs Filmen mitgespielt hat.

Er ist Elton John!

Hast du ihn persönlich

kennengelernt?

Ja. Wir sind sogar Freunde

geworden. Ich weiß, das klingt

wie schnöde PR für den Film.

Aber es stimmt tatsächlich.

Ich darf mich glücklich schätzen,

dass Elton mich in sein

Leben gelassen hat. Darum ist

es mir auch

so wichtig,

die Rolle

gut hinzukriegen:

Ich mag ihn

sehr.

„Ich weiß nicht, ob

Elton versucht hat,

sich zu schützen.“

Stimmt es, dass er dir seine

Tagebücher zum Lesen gegeben

hat?

Ja, ich durfte sie lesen, als

ich bei ihm zu Hause war.

Die Aufzeichnungen sind von

1971 bis 1976. Elton dachte

erst, die Tagebücher seien verschollen,

aber er konnte sie

letztlich wieder auftreiben.

Ein Eintrag ist mir besonders

in Erinnerung: „Aufgewacht

– Wäsche gewaschen – habe

einen Song mit dem Titel

‚Honky Cat‘ geschrieben.“

Und am nächsten Tag fand

sich etwas ähnlich Geschichtsträchtiges

(lacht).

Der Film geht offen mit Elton

Johns Drogenproblemen

in der Vergangenheit um.

Kannst du seinen Absturz

nachvollziehen?

Sehr gut sogar. Drogen findest

du in der Unterhaltungsindustrie

überall. Du kannst ihnen

kaum entkommen. Und man

darf nicht vergessen: Künstler

sind oft sehr emotionale

und verletzliche Menschen;

ständig kritisiert zu werden –

dafür braucht man ein dickes

Fell. Bei Elton John kam dazu:

Er war mit 23 schon Elton

John, er steht seit 50 Jahren

im Rampenlicht, jeder kennt

ihn. Das bringt Druck.

Fühlst du den auch?

Teilweise, ja. Nach Interviews

kann ich nicht allein in meiner

Wohnung rumsitzen. Ich

bin aufgekratzt, muss Leute

an rufen, was unternehmen.

Auch wenn ich in Interviews

ehrlich und authentisch sein

will – ich spiele dennoch

zwangsweise eine Rolle. Als

Schauspieler will man gefallen.

Nur bei meiner Mutter

ist das anders:

Wenn ich Rat

brauche, ruf

ich sie an. Sie

ist eine sehr

rationale Frau,

sie hat die besten

Weisheiten parat. Ich weiß

nicht, ob Elton John auch so

eine Mutter oder andere Leute

hatte, denen er sich anvertrauen

konnte.

Wie kann man sich vor dem

Absturz schützen?

Nachdem ich nicht Elton bin,

kann ich auch nicht sagen, ob

er in den schlimmsten Phasen

überhaupt versucht hat, sich

zu schützen. Er landete in

der Entzugsklinik, und das

hat ihn gerettet. Eigentlich

hat er sich selbst gerettet.

Auch darum geht’s im Film.

Er zeigt, wie Elton John sich

selbst gerettet hat.

„Rocketman“ läuft ab 30. Mai

im Kino.

PARAMOUNT PICTURES RÜDIGER STURM UND JULIA ZIMANOFSKY


Was Taron Egerton

laut Eigenaussage mit

Elton John gemeinsam

hat? „Ein großes Ego

und die emotionale

Verletzlichkeit.“


H E R O E S

Titus Dittmann

„IGNORIERE

DIE BEDENKEN-

TRÄGER“

Deutschlands Skateboard-Pionier

erklärt, wie du jung bleibst, indem

du nie aufhörst, neu anzufangen.

Mit seinem Unternehmen

Titus prägte

Titus Dittmann die

deutsche Skateboard­ Szene

wie kein Zweiter. Mittlerweile

ist der Pädagoge, Renn fahrer,

Drachenflieger und Entwicklungshelfer

siebzig Jahre alt.

the red bulletin: Titus,

Erfolgs-Coaches empfehlen,

alle Energie in ein Ziel zu

stecken. Du machst Neuanfänge

in Serie. Warum?

titus dittmann: Weil ich

sehr begeisterungsfähig bin

und es so guttut, selbst gesteckte

Ziele mit brennendem

Herzen zu erreichen. Ich bin

krass leistungs- und leidensfähig

– solange mich eine intrinsische

Motivation antreibt.

Dieser folgst du konsequent.

Meine Biografie sieht chaotisch

aus, folgt aber immer

dem gleichen Antrieb: Sinnstiftung

und Suche nach Anerkennung.

Nicht als reicher

Angeber, sondern als geiler

Typ, der jungen Menschen

hilft. Das erfüllt mich.

„Ehrlich gesagt bin ich

von Haus aus sogar

ein richtiger Schisser.“

Macht es dir nie Angst, ins

kalte Wasser zu springen?

Ehrlich gesagt bin ich von

Haus aus sogar ein richtiger

Schisser. Mein Trick: Ich lebe

jedes Abenteuer erst mental

durch. Vor meinem ersten

Drachenflug habe ich mich

im Geist tausendmal den Berg

hinuntergestürzt. Zudem habe

ich gelernt, Bedenkenträger

zu ignorieren.

Du bringst Kindern Skaten

bei – in Afghanistan. Sind Bedenken

da nicht berechtigt?

Auch hier hilft Vorbereitung:

Dann kannst du ausrechnen,

dass du eher in Münster auf

dem Rad als in Kabul bei

einem Anschlag stirbst.

Einmal wurdest du fast zum

Neuanfang gezwungen, als

die Titus AG in einer Existenzkrise

war. Was half?

Ich habe wieder auf meinen

inneren Antrieb gehört. Meine

Frau und ich fragten uns,

wann wir im Leben am glücklichsten

waren. Wir kamen

schnell drauf: damals, als

wir mit der Citroën-Ente die

Sahara durchquert haben. Da

wussten wir: Zur Not können

wir wortwörtlich wieder in die

Wüste gehen. Wer mit dieser

Einstellung mit Banken verhandelt,

findet Lösungen.

Weiser Skater: Mehr

Infos rund um den

Unternehmer und

Aktivisten gibt’s auf

titus-dittmann.de

LERNEN AUF RÄDERN

In diesem Buch erklärt Dittmann, wie

Skateboarden Kinder stark macht.

„Man glaubt nicht, wie Kinder aufblühen,

wenn sich nicht der Schatten

der Erwachsenenwelt auf sie

legt“, schreibt Dittmann in seinem

zweiten Buch. Speziell die aufgedrehten

ADHS-Jungs könnten

bei richtigem Einsatz ihrer Energie

„die stille Kraftreserve einer Gesellschaft“

sein. Der Pädagoge zeigt Wege, Lernen

mit Begeisterung, Freiheit und Entfaltung zu verknüpfen,

und erklärt, wie Skaten helfen kann.

„Lernen muss nicht scheiße sein“, Benevento, 20 €

MARTIN LUKAS KIM OLIVER USCHMANN

36 THE RED BULLETIN


W W W . R A D O N - B I K E S . C O M

THE MOBILITY SOLUTION FROM 1817 TILL INFINITY.


Bilderbuch tanzen aus

der Reihe. Die Band

aus Kremsmünster in

Oberösterreich macht

seit 2005 Musik fernab

des Mainstreams.

„WEIL ES SICH

RICHTIG ANFÜHLT“


Zwei Alben in drei Monaten, Verzicht auf Werbekampagnen, schrillen Style sowie

Genre- und Stimmungswechsel. Die Musiker von BILDERBUCH schwimmen gegen

den Strom. Das kostet Kraft, ergibt aber Sinn – schwört Sänger Maurice Ernst.

Text NINA KALTENBÖCK

Fotos LEONARDO SCOTTI

39


Freiheit. Frohsinn. Frisbee. Nach der

Melancholie des Vorgängeralbums „Mea

Culpa“ feiern Maurice Ernst und seine

Band Bilderbuch mit „Vernissage My

Heart“ eine Art Auferstehung. Emo tional

betrachtet ist das neue Album der aktuell

aufregendsten deutschsprachigen Band

ein radikaler U-Turn, Frühlings gefühle

sind angesagt. Doch wie gehabt, erfreuen

sich Bilderbuch daran, gegen alle Regeln

zu musizieren. „Wenn du das Hirn ausschaltest,

entdeckst du wieder Sachen

in dir“, so der Dreißigjährige über seine

wiedergefundene Leichtigkeit.

Aber blättern wir zu Kapitel eins:

Die Bilderbuch-Karriere beginnt im

Teenie alter. Vier Klosterschüler aus Kremsmünster

in Oberösterreich gründen 2005

die Band und singen Kinderbuchtexte.

Acht Jahre und einen Genrewechsel von

Rock zu Pop später gelingt mit der Single

„Maschin“ der Durchbruch, mit dem

Album „Magic Life“ stürmen sie 2017

auf Platz acht der deutschen Charts. Ihr

Schaffen beschreiben sie als „trotzig, naiv,

manchmal abstrakt, aber sehr bildlich

in dem Sinn, dass man die Dinge auch

gut sehen kann, die gesungen werden“.

Euphorisch und melancholisch gehörten

zusammen, die Kunst lebe schließlich von

beiden Teilen.

Bevor Bilderbuch, neu gewandet als

Outta-Space-Cowboys, auf große Tour

gehen (u. a. am 21. Juni auf dem Hurri cane

Festival, siehe Seite 68), unterhielten wir

uns mit Sänger Maurice über sein partielles

Selbstbewusstsein, Mamas Energie-

Tricks und den Reiz des Risikos.

the red bulletin: Bist du auf der Bühne

selbstbewusster als abseits davon?

maurice ernst: Ja, das glaub ich schon.

Es ist ein anderes Selbstbewusstsein, ein

überzogenes. Eines, wo der Kopf nicht

eingeschaltet ist. Auf der Bühne darf man

nicht denken.

Kannst du den Schalter für „sehr

präsent und selbstbewusst sein“

auch in anderen Lebenssituationen

umlegen und nützen?

Nicht so wie auf der Bühne. Ich würde

mir wünschen, ich könnte diese Leichtigkeit

und Selbstverständlichkeit überall

anwenden. Aber so läuft das nicht: Das

funktioniert nur bei Dingen, die man

am öftesten oder am liebsten macht.

Was bedeutet dir Style?

Er bedeutet mir viel. Das hat bereits früh

angefangen. Mit vierzehn hab ich die

Kleiderschränke meiner Großeltern ausgeraubt,

viel herumprobiert und mich

schon in der Schule ausgesucht schlecht

angezogen. Es ist nicht so, dass ich der

stilsicherste Mensch bin, aber Kleidung

in Kombination mit Musik – wie man das

stilisiert und wie das dann wirkt – hat

mich immer schon interessiert. Oft geht

es einfach darum, seinem Gefühl nachzugehen.

Will man gerade schrill sein wie

ein Papagei oder einfach nur still.

Hat dich modetechnisch auch deine

Mama beeinflusst?

Ich bin allein bei meiner Mutter aufgewachsen,

seit ich elf oder zwölf war.

Der Style war ein spaßiges Element. Nie

verkrampft, nie zu markenbezogen, nie

zu etepetete. Meine Mutter hat so ziemlich

alle Styles gemischt, auch mit alten

Sachen, und so hab ich das spielerisch mitgekriegt.

Bis ich dann meinen eigenen Stil

in dem ganzen Wahnsinn gefunden hab.

Von der Mode zur Musik: Habt ihr euch

von Marketingzwängen befreit, indem

ihr es gewagt habt, das Album „Mea

Culpa“ über Nacht auf den Markt zu

bringen, ohne große Vorab-Promotion?

Sucht ihr den Reiz des Risikos?

Es ist eine Mischung. In Amerika ist ein

Overnight Release gängiger. Wir sind

„ICH WILL AN

DIE NÄCHSTE

PLATTE DENKEN

UND NICHT AN

DIE NÄCHSTE

KAMPAGNE.“

Musiker. Wir haben uns gefragt: Wollen

wir zwei Monate lang etwas verkaufen,

bevor eigentlich der Song da ist? Einfach

ein Album rauszuhauen ist zeitgeistig. Es

fühlt sich richtig an, wenn man’s macht.

Wie waren die Reaktionen?

Manche Leute haben das Album anfänglich

nicht ernst genommen, nur weil

sie von einer „Nicht-Kampagne“ auf die

Musik schließen. Da sieht man, wie konditioniert

wir sind. So auf die Art: „Es

kann nicht ernst gemeint sein, es wurde

mir nicht oft genug angepriesen.“ Ich will

aber an das nächste Musikstück, an die

nächste Platte denken – und nicht an die

nächste Kampagne.

Nur elf Wochen später folgte euer

sechstes Album „Vernissage My Heart“.

Dachten da manche, das ist jetzt

die Nachgeburt, die muss einfach

schlechter sein als „Mea Culpa“?

Eine Art Reste verwertung?

Hundertprozentig. Aber da bin ich dann

wieder recht romantisch. Meine Traumvorstellung

war, dass sich Leute darüber

unterhalten, welche Platte man warum

besser findet.

Hat euch irgendjemand von diesen

Aktionen abgeraten?

Nicht unser Manager. Der möchte auch

Sachen probieren. Es ist momentan einfach

eine Zeit des wunderbaren Chaos

– nichts funktioniert wirklich, und alles

funktioniert.

Seid ihr abseits der Musik ebenfalls

mutig?

Ich glaub, dass wir tendenziell unseren

ganzen Mut und unsere ganze Waghalsig-

40 THE RED BULLETIN


„ICH WÜSSTE GAR NICHT, WER ICH BIN,

WENN ICH NICHT BILDERBUCH WÄRE.“

Maurice Ernst, Gesicht von Österreichs neuer Musikergeneration,

umarmt seinen Gitarristen Michael Krammer.


„WENN DU GEGEN DEN STROM SCHWIMMST,

KOMMST DU DAHIN, WO DU HINMÖCHTEST –

UND NICHT DORTHIN, WO ES DICH HINTREIBT.“

Maurice Ernst (rechts) findet mit Gitarrist Michael Krammer, Bassist Peter Horazdovsky

und Schlagzeuger Philipp Scheibl (von links) stets eigene Wege.


keit in der Musik und der Kunst ausleben.

Strategisch machen wir dermaßen destruktive

Moves, dass man sagen könnte:

„Jungs, wollts ihr Geld verdienen auch

mit dem, was ihr machts?“ Wir sind da

viel mutiger als im Privatleben. Abseits

der Musik kommt man heim und schläft,

dann steht man auf und isst ein Brot und

geht wieder in den Proberaum.

Schwimmt man gegen den Strom

schneller?

Nein! Auf keinen Fall. Es ist furchtbar

mühsam, bewusste Veränderungen

herbeizuführen. Das kostet Kraft, wird

manchmal missverstanden und dauert

länger. Aber man muss das machen, was

man fühlt. Es zahlt sich aus, wenn man

den langen Pass spielt und an sich glaubt.

Kannst du mir Beispiele nennen?

Wir haben drei verschiedene Bühnenbilder

zu dem Album „Magic Life“ gehabt.

Diesen Aufwand, auch in finanzieller

Hinsicht, betreiben wir, weil wir das einfach

so wollen. Oder dass wir „Bungalow“,

den Hit, erst nach drei anderen Nummern

serviert haben.

Was ist das Ergebnis davon,

gegen den Strom zu schwimmen?

Du kommst dahin, wo du hinmöchtest,

und nicht dorthin, wo es dich hintreibt.

Und wo möchtest du hin?

Dorthin, wo ich hingehöre. Wenn man

seine Ideen lange genug verfolgt hat,

ohne bei jedem leisesten Zweifel gleich

einzuknicken, kann man zurückschauen

und sagen: Wenn was schiefgelaufen ist,

dann war das unser Fehler und nicht der

von irgendeinem Deppen, dem wir das

dann vorwerfen könnten. Es ist eine harte

Schule, etwas anzufangen und es auch

durchzuziehen. Man geht das Risiko ein,

sich nackt auszuziehen.

Aktuell seid ihr auf Tour. Was macht

diese Phase angenehm?

Dass wir so eine eingespielte Crew sind.

Positiv bleiben und auch Partys können

das Tourleben erträglicher machen.

Wenn du’s zu sportlich angehst, so Marcel­

Hirscher-Style, dann könnt ich mir vorstellen,

dass man ein bissl leer wird.

Inwiefern?

Es ist einfach unfassbar, wie Kopf und

Körper zusammenspielen. Wenn du darüber

nachdenkst, dass dir der Hals wehtut,

triffst du keinen Ton. Bei den allerersten

Konzerten dachte ich oft: „Hach,

morgen ist ein Auftritt. Ich glaub, ich werd

krank. Ich kann das nicht dersingen.“ Du

empfindest jeden Schnäuzer als kleinen

Weltuntergang. Jetzt, wo die Konzerte

größer werden, denk ich nur: „Ja, ich war

zwar ein bissl unfit, und ich bin ein bissl

heiser, aber egal. Geht schon!“ Es ist jedes

Mal eine Lehrstunde, wie mächtig deine

Einstellung ist.

Du hast auch einmal Psychologie

studiert. Hast du davon – im Hinblick

auf diese Kopf-Körper-Sache – etwas

mitgenommen?

Ich glaube eher von meiner Mutter.

Sie hat gesagt: „Wenn du daran glaubst,

kannst du es erreichen.“ Wenn ich in der

Volksschule Angst vor einer Prüfung gehabt

hab, hat sie ihre Hände aneinandergerieben,

bis sie warm waren, mir vor

meine geschlossenen Augen gehalten

und mir „Energie“ gegeben. Das war ihr

kleiner Trick. Warm und elektrisch geladen.

Das ist für mich jetzt das Sinnbild,

mir selbst zu sagen: „Hey, du hast die

Energie. Du musst sie nur aktivieren.“

Wirst du bei all der Energie womöglich

zum Solo-Artisten?

Ich hab keine Brüder oder Schwestern.

Meine Bandkollegen liebe ich, als wären

sie meine Familie. Ich könnte nicht so

schnell eine Soloplatte machen, denn ich

liebe es, in der Gruppe für eine Idee zu

arbeiten. Ich wüsste auch gar nicht, wer

ich bin, wenn ich nicht Bilderbuch wäre.

Wie sieht die Bilderbuch-Familienaufstellung

aus? Wer hat welchen Platz

in der Band?

Die Jungs haben mich mal als Häuptling

bezeichnet. Sie sind die besseren Instrumentalisten,

ich bin der, der das Ganze

formt und sich vor die Band stellt. Peter

(Peter Horazdovsky; Anm.) ist der weise

Großvater, sehr reflektiert. Der Sturste

und Naivste ist Mike (Michael Krammer),

der Autoritäten hasst, Schulabbrecher,

mit siebzehn nach Wien. Zu ihm geh ich,

wenn mir die Frechheit fehlt. Pille (Philipp

Scheibl), der Jüngste und Schlagzeuger,

ist von der Mutterfigur nicht weit entfernt.

Er ist der ruhende Pol, die stabile Mitte.

Die brauchen wir, denn – na ja – ich bin

ja auch nicht ganz normal. Aber ich bin

der Kommunikative, das hab ich sicher

von meinen Eltern. Die waren Wirten.

Welche brauchbaren Erkenntnisse hast

du von der Klosterschule mitgenommen

und welche aus dem Nachtlokal

deiner Eltern?

„ICH FINDE

NÄCHSTENLIEBE

SPANNEND UND

DENKE, DASS

WIR DIE WIEDER

EIN BISSL MEHR

ÜBEN KÖNNTEN.“

Den Pathos und die große Geste aus der

Klosterschule. Und dass ich etwas Tiefes

oder den Sinn hinter allem suche. Das

Nachtlokal hat mir den humorvollen Umgang

mit Musik, Entertainment und Gastfreundlichkeit

vermittelt. Im Prinzip ist

ein Konzert zu geben und Gäste dazu einzuladen

eh sehr nahe an dem, was meine

Eltern in ihrem Lokal gemacht haben.

Welche Tendenz in der Gesellschaft hat

dich zuletzt nachdenklich gestimmt?

Ich finde Ideale wie Nächstenliebe spannend

und denke, dass wir die wieder ein

bissl mehr üben könnten. Das mein ich

nicht im katholischen Sinn. Es gibt wirklich

viele Leute, die vermeintlich intellektuell

und reflektiert sind, aber unglaublich

viel Scheiße ins Internet stellen. Ich

versteh gar nicht, was das für Menschen

sind, die Menschen wehtun, die sie nicht

einmal kennen.

In eurem Song „Europa 22“ sprecht ihr

euch für mehr Weltoffenheit aus.

Man könnte mich mit einem Anwalt,

einem Installateur und einem Maurer in

einen Raum setzen, und ich hätte eine

gute Zeit. Warum muss man andere immer

so schnell aburteilen? Man muss einfach

den Stolz ablegen und aufhören, mit

Negativem Aufmerksamkeit erzeugen zu

wollen. Es gibt ja das Bibelzitat: Bevor man

den Splitter im Auge des anderen sucht,

sollte man den Balken im eigenen Auge

suchen und herausziehen. Den Spruch

hab ich mir mein Leben lang gemerkt. Alle

Menschen, die so kotzig und negativ sind,

sollen sich das auf die Hand tätowieren.

bilderbuch-musik.at

THE RED BULLETIN 43


DER

RED BULLETIN

DU WIRST

ÜBERRASCHT

SEIN

Die meisten von uns ahnen nicht, was sie alles schaffen.

Zum Beispiel binnen zweier Tage lernen, wie man

ohne Sauerstoffgerät in 20 Meter Tiefe abtaucht.

Wir machten den Test und schickten einen blutigen

Anfänger zum FREEDIVING auf die Philippinen.

SELBST-

VERSUCH

Text ANDREAS ROTTENSCHLAGER

Fotos HEIKO LASCHITZKI

44


Amateur

taucht ab

Unser Autor beim Freediving

auf Coron Island,

Philippinen. Trainerin

Mary Jane Paula eilt

lieber gleich zu Hilfe.


Unsere

Expertin

Apnoe-Coach Mary Jane

Paula, 28, lehrt Schüler

aus der ganzen Welt,

mit einem Atemzug zu

tauchen. Sie sagt: „Die

meisten wundern sich,

wie viel sie schaffen.“


ISTOCK/GETTY IMAGES

Eine Minute

vor meinem letzten Tauchgang

klammere ich mich mit beiden

Händen an der orangen Plastikboje

fest und versuche, ruhig zu

atmen. Ich treibe in der Mitte

eines smaragdgrünen Sees auf der

philippinischen Insel Coron. Rings

um mich glitzert Sonnenlicht im

Wasser. Paula, meine Trainerin,

schwimmt neben mir und fixiert

mich durch die Gläser ihrer

Taucherbrille.

In wenigen Sekunden soll ich

zwanzig Meter tief in den See abtauchen.

Nur mit der Luft eines

Atemzugs, ohne zusätzliche Geräte.

Meine Abschlussprüfung im

Freediving: Der Versuch klappt

nur, wenn ich mental ausgeglichen

und absolut entspannt bin.

Ich atme tief ein und langsam

aus und versuche, den Lärm der

chinesischen Reisegruppe auszublenden,

die dummerweise gerade

jetzt durch den See planscht.

Dann gebe ich Paula das Zeichen

zum Start.

Rückblende: Meine Karriere als

Freitaucher beginnt zwei Wochen

davor, als ich mich, nur mit Unterhosen

und Socken bekleidet, auf

die Behandlungsbank einer Wiener

Tauchärztin lege. An meiner

Brust kleben Sensoren, die meine

Herzfrequenz messen. Später

muss ich möglichst fest und lange

in ein Plastikröhrchen blasen, wie

bei der Alkohol-Verkehrskontrolle.

„Tauchtauglich“, sagt die Ärztin

nach 50 Minuten. Nur beim Lungenvolumen

hätte ich – es klingt

wie ein Wortwitz – noch etwas

„Luft nach oben“.

Das ist meine Aufgabe: als

absolute Tauch-Niete binnen zwei

Tagen Freitauchen lernen – zwanzig

Meter tief mit einem Atemzug,

Bizarr schön: Kalksteinfelsen, wie hier an der Nordküste von Coron Island, prägen die Inselwelt der

Philippinen. An Bord der landestypischen Auslegerboote (re.) kann man sie am besten erkunden.

ohne zusätzlichen Sauerstoff.

Der Freediving-Kurs für Anfänger

findet 300 Kilometer südlich von

Manila auf der Philippinen-Insel

Coron statt, die laut „Forbes

Traveler“ zu den zehn schönsten

Tauchrevieren der Welt zählt.

Das Problem: Meine bisherige

Unterwasser-Karriere ist eine

Ansammlung von Peinlichkeiten.

Die einzige Atemtechnik, die ich

beherrsche, ist heftiges Hyperventilieren.

Ohrenstechen bekomme

ich schon ab zwei Meter Tiefe.

Und statt beim Schnorcheln auf

die Schönheit der Natur zu achten,

halte ich panisch Ausschau nach

Quallen oder seltsam anmutenden

Fischen.

Zwanzig Meter tief zu tauchen

klingt für mich völlig unvorstellbar.

Was, wenn mir ganz unten die

Luft ausgeht? Es gibt nur wenige

Gewissheiten in meinem Leben.

Eine lautet: Wer nicht atmet, stirbt.

Andererseits gilt Freitauchen

als Mentalsport, bei dem man

lernt, sich seinen Ängsten zu

stellen. Es geht um Achtsamkeit,

Entspannung und das Ausloten

geistiger Grenzen. Ein weiterer,

entscheidender Grund, es zu versuchen:

Google spuckt unfassbar

schöne Bilder aus, wenn man

„ Coron Island“ eintippt.

Um mich optimal auf mein Tauchabenteuer

vorzubereiten, kaufe

ich zwei schmale Bücher, die ich

„Es gibt nur wenige

Gewissheiten in meinem

Leben. Eine lautet:

Wer nicht atmet, stirbt.“

Südchinesisches

Meer

Busuanga

Coron

Coron

Island

Tauchziel

im Pazifik

Die Insel Coron liegt

300 Kilometer südlich

von Manila in der Sulusee.

Die Anreise erfolgt

über den Airport der

Nachbarinsel Busuanga.

Sulusee

Manila

Calamian-

Inseln

Philippinensee

PHILIPPINEN

Celebessee

THE RED BULLETIN 47


während der 19-stündigen Anreise

im Flugzeug lese: Frei- oder

Apnoe tauchen (die Begriffe werden

synonym verwendet) wird

von Speerfischern seit mehr als

zweitausend Jahren praktiziert.

Profi-Wettkämpfe gibt es seit den

1960ern. Die aktuelle Bestleistung

in der Disziplin Free Immersion –

das Abtauchen an einem Seil ohne

Flossen – liegt bei unvorstellbaren

125 Metern. Der Rekordhalter,

Alexei Moltschanow aus Russland,

kann seinen Atem mehr als

acht Minuten lang anhalten.

Ich klappe das Buch zu, schiebe

meinen Becher Weißwein zur Seite

und hole im Flugzeugsitz tief

Luft. Als ich eine gefühlte Ewigkeit

später mit hochrotem Kopf

los pruste, zeigt die Stoppuhr auf

meinem iPhone 1:05 Minuten.

So viel zum Thema erfolgreiche

Selbstmotivation.

Coron Town, Provinz Palawan,

Philippinen, ein

lichtdurchfluteter Seminarraum

am nächsten

Morgen: Die Trainerin, die während

der nächsten 48 Stunden

über mein Leben wacht, heißt

Mary Jane Paula Jumuad-Craciun,

28, rabenschwarze lange Haare.

Eine kleine, selbstbewusste Frau,

die gerne lacht. Mary Jane, die

alle nur „Paula“ nennen, ist ehemalige

Landesmeisterin im Freediving,

Mutter eines einjährigen

Sohnes und hat seit 2016 mehr als

300 Schüler aus der ganzen Welt

unterrichtet. Das Motto der

Tauchschule, die sie mit ihrem

Mann führt, lautet: „Zwei Tage,

zwanzig Meter, ein Atemzug“.

„Du musst kein Top-Athlet sein,

um die zwanzig Meter zu schaffen“,

sagt Paula. „Viel wichtiger

als Muskelkraft ist die Fähigkeit,

auf Knopfdruck zu entspannen.“

In den nächsten zwei Stunden

lerne ich von Paula, wie man den

Druckausgleich durchführt, der

vor Ohrenstechen unter Wasser

schützt (beide Nasenlöcher zuhalten,

sanft pusten). Und dass

panisches Hyperventilieren nicht

zu den empfohlenen Atemtechniken

im Freitauchen zählt.

„Wir atmen erst tief in den

Bauch und in die Brust ein und

dann sehr langsam wieder aus“,

sagt Paula, formt ihren Mund zu

einem kleinen „O“ und saugt Luft

ein. Ihr langsames Ausatmen danach

klingt, als würde man ein

Schlauchboot ausquetschen:

tssssssssssssssssssss.

Die Atem-Vorbereitung, der

sogenannte Breath-up, soll den

Herzschlag senken und die Gefäße

mit möglichst viel Sauerstoff versorgen.

Das Ein- und Ausatmen

wird dafür fünfmal wiederholt.

Danach folgt der Final Breath, der

letzte lange Atemzug. Dann geht

es ab in die Tiefe.

Zum Abschluss der Theorieeinheit

zeigt Paula ein Demonstrationsvideo,

in dem sich ein sehr

Techniktraining

Apnoe-Anfängerkurs,

Tag 1: Trainerin Mary

Jane Paula verzweifelt

am Flossenschlag

unseres Autors.

Bitte festhalten: Vor jedem Tauchgang wird an der Boje tief ein- und ausgeatmet.

48


„Ich muss

unvorstellbar

tief getaucht

sein.“

„Vier Meter“,

sagt Paula.


Kraft aus

der Lunge

Trainerin Paula unterrichtet

unseren Autor

in der Pranayama-Atemtechnik.

Ziel: mehr Gelassenheit

unter Wasser

Die Ruhe vor

dem Start

Mit dem „Breath-up“, der

Atemvorbereitung, senkt

unser Autor vor dem Tauchgang

seinen Herzschlag.


Apnoe-Tipp für den Alltag:

So atmest du Stress weg

Pause

6 sec

einatmen

(durch die Nase)

6 sec

6 sec

6 sec

ausatmen

(durch den Mund)

Luft anhalten

„Quadratatmen“ zählt zu den Standardübungen

der yogischen Pranayama-Atemschule. Apnoe-

Coach Mary Jane Paula: „Es beruhigt dich binnen

Sekunden. Sogar während nerviger Meetings.“

durchtrainierter Mann sehr

elegant an einem Seil Richtung

Ozeanboden hangelt, bis er in

der Dunkelheit verschwindet.

„Free Immersion“, sagt Paula,

„das machen wir als Nächstes.“

Ich versuche, selbstbewusst zu

lächeln.

Die quälend lange Anreise,

sieben Stunden Zeitverschiebung,

mein peinlicher

Versuch, Luft anzuhalten:

All das ist vergessen, als

ich zum ersten Mal am Barracuda

Lake stehe, unserem Tauchrevier

auf Coron Island, zehn Motorbootminuten

südlich von Coron Town

(das verwirrenderweise nicht auf

der Insel Coron liegt).

Klares, grünes Wasser, umringt

von steil aufragenden Kalksteinzacken:

Jedes Foto hier wäre ein

Postkartenmotiv. Für Tauch-Anfänger

herrschen beste Bedingungen:

28 Grad warmes Wasser und

freie Sicht bis 14 Meter Tiefe.

„Dein Gehirn sagt dir, dass du nicht

tiefer gehen kannst“, sagt Paula und

tippt sich an die Stirn. „Also musst du

gegen dein Gehirn rebellieren.“

Ich zwänge mich in den hautengen

Wetsuit, putze meine

Taucherbrillengläser mit Spucke,

wie Paula es mir gezeigt hat, und

springe zu ihr ins Wasser. Paula

zieht eine orange Boje neben sich

her – unsere Tauchbasis. An der

Unterseite hängt ein 30 Meter

langes Seil, dessen Ende Paula

am Boden beschwert, als wir die

Mitte des Sees erreichen.

Zu Paulas Stärken als Coach

zählt, dass sie ihren Schülern keine

Zeit für Selbstzweifel lässt.

„Auf geht’s“, sagt sie.

Für meinen ersten Versuch

hangle ich mich mit den Füßen

voran am Seil nach unten. Paula

taucht neben mir.

Zwei Züge, Druckausgleich.

Zwei Züge, Druckausgleich. Erste

große Erkenntnis: Wer den Druckausgleich

präventiv ausführt, bekommt

kein Ohrenstechen.

Die Sicht unter Wasser ist

fantastisch: senkrecht abfallende,

bizarre Felswände, überlagert von

einem grünen Filter. Keine Quallen

weit und breit.

Als ich die Wasseroberfläche

wieder durchbreche, bin ich stolz.

Ich muss unvorstellbar tief gewesen

sein. „Vier Meter“, sagt

Paula und zeigt auf das Display

des Tauchcomputers, den sie an

ihrem linken Handgelenk trägt.

Wir wechseln in die Disziplin

Constant Weight. Das freie Tauchen

mit Flossen ist die ideale

Technik für Erkundungstouren im

Urlaub. Statt an der Boje führe ich

den Breath-up im Wasser treibend

mit dem Schnorchel durch. Abgetaucht

wird per Duck Dive. In

der Theorie kippe ich dafür den

Oberkörper um neunzig Grad

nach unten, strecke meinen Körper

kerzengerade durch und gleite mit

sanften Flossenkicks in die Tiefe.

Leider vergesse ich nach dem

Abtauchen die Schwimmtempi.

Kopf und Oberkörper stecken

unter Wasser, meine Beine strampeln

in der Luft.

Ich sehe aus wie ein Idiot.

Wieder hilft mir Paula mit

ihrer Mischung aus Lockerheit

und Strenge. Sie korrigiert unter

Wasser meine Beinstellung und

ermuntert mich, unten zu bleiben,

wenn ich nach kurzer Zeit wieder

auftauchen will. Trotzdem liegt

mir das Abtauchen am Seil besser.

Am Ende des Tages schaffe ich

zehn Meter. Viel mehr, als ich erwartet

habe. Aber weit entfernt

von meinem Ziel.

„Tag eins war für die Technik“,

sagt Paula, als wir wieder am Steg

sitzen. „Morgen fordern wir deinen

Willen.“ Meinen Einwand, dass

ich mir die zwanzig Meter trotzdem

nicht zutraue, kontert Paula

mit ihrer eigenen Geschichte.

„Bis 2014 war ich Nichtschwimmerin“,

erzählt sie. „Dann lernte

ich meinen Mann kennen, einen

Apnoe-Trainer. Ich sah ihm zu und

dachte: Warum soll ich das nicht

auch schaffen, wenn er es kann?

Wir sind ja beide Menschen.“

Fünf Monate nachdem Paula

ihren Job als Buchhalterin gekündigt,

schwimmen gelernt und wie

eine Besessene geübt hatte, stellte

sie 2015 mit 32 Metern einen

nationalen Damenrekord in der

Disziplin „Constant Weight“ auf.

„Dein Gehirn sagt dir, dass du

nicht tiefer gehen kannst“, sagt

Paula und tippt sich mit dem Zeigefinger

an die Stirn. „Also musst

du gegen dein Gehirn rebellieren.

Denk nicht an Zahlen, sondern

trainiere deine Atemtechnik. Das

wird dir helfen, zu entspannen.“

Der nächste Tag, 4.15 Uhr. Dank

eines mustergültig ausgeprägten

Jetlags sitze ich putzmunter auf

meinem Bett und übe Breath-ups.

Apnoe-Taucher nutzen für ihr

Training mehrere tausend Jahre

alte Pranayama-Atemübungen

aus dem Yoga. Es gibt Techniken,

die das Zwerchfell stärken oder

die Lungen aufwärmen. Oder helfen,

sich binnen Sekunden zu entspannen

(siehe Kasten oben).

Tatsächlich beruhigt das tiefe

Ein- und langsame Ausatmen und

vertreibt, zumindest für einige

Momente, negative Gedanken.

Selten war ich vor fünf Uhr früh

so gut gelaunt.

THE RED BULLETIN 51


Trainerin Paula zählt die „Bottom Time“, die beim nächsten Tauchgang in Extra-Tiefe umgewandelt wird.

Mein entscheidender Kurs-Nachmittag

beginnt mit einer Überraschung.

Zwei weitere Schüler

fahren mit uns an den See. Chen,

22, aus China und Henry, 28, aus

England. Beide erfahrene Apnoe-

Taucher. Statt allein von Paulas

Unterricht zu profitieren, hängen

Chen, Hendrik und ich nun zu dritt

an der autoreifen großen Boje.

Während meines Breath-ups muss

ich ihre Gesprächsfetzen ausblenden.

Eigentlich eine gute

Übung, denke ich. Der nächste

Moment, in dem ich Gesprächsfetzen

anderer Leute ausblenden

will, kommt bestimmt.

Trotzdem wird der Druck nun

größer. Durch meine Taucherbrille

kann ich beobachten, wie

Hendrik gleich bei seinem ersten

Versuch jenseits der Sichtgrenze

in 14 Meter Tiefe verschwindet.

Ziemlich sicher hat er gerade

beim Aufwärmen mein Tagesziel

geknackt.

Ich schaffe beim Warm-up

neun Meter. Meilenweit entfernt

von meinem Ziel.

Wieder einmal heißt

meine Hoffnung Paula,

die unter Wasser

die Ruhe einer Zen-

Meisterin ausstrahlt. Mit sparsamen

Handzeichen korrigiert sie

meine Kopfhaltung (zu schräg),

die Zug-Geschwindigkeit (zu

langsam) und zählt meine Bottom

Time – jene Extra-Sekunden, die

ich am tiefsten Punkt meines

Tauchgangs anhänge –, um sie

Ganz unten

Anfänger- und Profi-Tiefen der

Apnoe-Disziplin „Free Immersion“

(Tauchen am Seil) im Vergleich:

0 m

25 m

50 m

75 m

100 m

125 m

Anfängerkurs

Tag 1, ca. 10 m

Anfängerkurs

Tag 2, ca. 20 m

Master-Freediver

(3 – 5 Wochen

Training)

ca. 50 m

Weltrekord

Damen: 97 m,

Sayuri Kinoshita,

Japan

Weltrekord

Herren:

125 m, Alexei

Moltschanow,

Russland

beim nächsten Versuch in noch

mehr Tiefe umzuwandeln.

Bei 14 Metern und 10 Sekunden

Bottom Time stoße ich an

meine Grenze. „Sehr gut“, sagt

Paula, als ich sie davon in Kenntnis

setze. „Ab jetzt wird der Kurs

für dich spannend.“

Ich erfahre nun am eigenen

Leib, was Paula heute morgen im

Theorie-Referat erklärt hat: Hält

ein Mensch die Luft an, erhöht

sich der Kohlenstoffdioxid-Gehalt

in seinem Blut, und der Körper

sendet einen Atemreiz aus. Es

folgt der entscheidende mentale

Kampf, den jeder Freediver früher

oder später führen muss: dein

Wille, die Luft anzuhalten, gegen

deinen Wunsch, zu atmen.

Interessanterweise befindet

sich meine mentale Grenze genau

in jener Tiefe, in der sich der Barracuda

Lake merklich erwärmt.

Vulkanische Aktivität im Inselinneren

heizt ihn ab 14 Meter

Tiefe auf. Paula macht daraus eine

Aufgabe: Sobald ich das warme

Wasser an den Zehenspitzen spüre,

soll ich mich vier weitere Armlängen

nach unten ziehen.

„Vier?“, frage ich verdutzt.

„Fünf, wenn du dich fordern

willst.“ Paula möchte mich an die

Zwanzig-Meter-Marke bringen.

Weil ich mich nicht vor ihr blamieren

will, sage ich zu.

Eine Minute vor meinem letzten

Tauchgang klammere ich

mich also mit beiden Händen an

der orangen Plastikboje fest und

versuche, ruhig zu atmen.

Es ist jener Moment, in dem

die chinesische Reisegruppe vor

mir auftaucht.

Während meines Breath-ups

spüre ich tief in meinen Körper

hinein. Die Welt an der Oberfläche

atme ich einfach weg. Die

planschenden Chinesen. Chen

und Hendrik, die an meiner Boje

hängen. Ich fühle mich wohl mit

meinem Bauch, der sich mit immer

mehr Sauerstoff füllt. Mein Selbstvertrauen

wächst mit jedem

Atemzug. Ich mache den „Final

Breath“ und gebe Paula das Zeichen

zum Start.

Zügig hangle ich mich nach

unten: zwei Armlängen, Druckausgleich.

Zwei Armlängen, Druckausgleich.

Paula schwebt als Begleitschutz

mit mir in die Tiefe.

52 THE RED BULLETIN


„Was ist stärker?

Dein Wille, die Luft

anzuhalten, oder

dein Wunsch,

zu atmen?“

Jeder

Meter

zählt

Unser Autor hangelt

sich am zweiten Kurstag

immer tiefer in den

See. Ein zusätzlicher

Kick: Ab 14 Metern

steigt die Wassertemperatur

auf 38 Grad.


„Hastig ziehe

ich mich am Seil

hoch. Und blicke

dabei nach oben.

Ein Fehler.“


Fokussiert: Coach Paula bei der Tauch-Nachbesprechung am Steg des Barracuda Lake

Pause an

der Boje

Autor und Trainerin

an der Oberfläche

des Barracuda Lake.

Für Anfänger perfekt:

Es herrschen weder

Wellengang noch

Strömung.

Irgendwann fühlen meine

Zehenspitzen warmes Wasser.

Ab nun wird die Sicht schlechter.

Die Unterwasserwelt verschwindet

hinter einem grünen Schleier.

Eine weitere Armlänge.

Noch eine.

Noch eine.

Das Wasser muss mittlerweile

deutlich mehr als 30 Grad haben.

Ich fühle mich, als würde ich in

eine heiße Badewanne tauchen.

Noch eine Armlänge.

Paula blickt mir in die Augen.

Sie zeigt noch eine Armlänge an.

Ich ziehe mich nach unten und

halte meine Position.

Genau jetzt setzt der Atemreflex

ein. Eine Kontraktion im

Brustkorb. Ich will Luft holen.

Kurz bekomme ich Panik. Paula

gibt das Okay zum Auftauchen.

Ich beginne, mich hastig am

Seil nach oben zu ziehen. Raus

aus dem heißen Badewasser.

Eine goldene Regel von Paula

lautet, beim Auftauchen nie nach

oben zu schauen, um sich nicht

von der restlichen Wegstrecke

einschüchtern zu lassen. Genau

das mache ich jetzt. Ein Fehler.

Meine Boje, die die Wasseroberfläche

markiert, schwebt als klitzekleiner

Kreis unerreichbar weit

über mir.

Ich hangle mich jetzt schnell

und ungeschickt nach oben. Mit

jedem Meter verringert sich der

Druck auf meiner Brust. Als ich

die Wasseroberfläche erreiche,

schnappe ich nach Luft.

Paula leitet, wie nach jedem

Auftauchen, sofort das Recovery

Breathing ein – das bedeutet: vollständiges

Ein- und etwa fünfzig

Prozent Ausatmen, um den

Sauerstoff gehalt im Blut schnellstmöglich

wieder anzuheben.

„Schätz mal, wie tief du warst“,

sagt sie, als wir fertig sind, und

setzt ihr Pokerface auf.

Ich bin noch nicht in der Lage

zu sprechen.

Paula zeigt auf das Display

ihres Tauchcomputers. „12:43“

lese ich – weniger als 13 Meter.

Das kann nicht stimmen. Es dauert

einige Augenblicke, bis ich merke,

dass ich die falsche Zeile am Display

abgelesen habe.

„12:43“ ist die Uhrzeit.

Ich schaue ein zweites Mal auf

Paulas Handgelenk.

„22,4 m“ – meine Tauchtiefe.

Paula gibt mir ein nasses

High-Five.

Später am Abend, Abschiedsessen

in Coron

Town. Draußen knattern

Dreirad-Taxis durch verstopfte

Straßen. Drinnen erzählt

mir Paula von einem Schüler, der

ihr besonders in Erinnerung geblieben

ist. Marc aus England, der

mittlerweile 42 Meter tief taucht.

Marc ist 63 Jahre alt.

„Die meisten Anfänger unterschätzen

sich“, sagt Paula. „Aber

am Ende sind sie überrascht, welche

Tiefen sie schaffen, wenn sie

sich selbst mental fordern.“

„Ging mir genauso“, sage ich.

„Aber dank dir kenne ich jetzt

mein Limit.“

„Falsch“, sagt Paula und grinst.

„Du entdeckst gerade erst dein

Potenzial.“

Freediver werden: freediving-coron.com;

Apnoe-Trainerin Mary Jane Paulas

Abenteuer auf Instagram: @mj_paula

55


SPIEL MIT

DEINER

ANGST

In den düstersten Stunden

ihres Lebens entwickelte

CORNELIA GEPPERT die Idee

zu „Sea of Solitude“. Nun

erscheint das Computerspiel

bei einem der größten

Publisher weltweit – und

beweist: Wenn du deine

Dämonen umarmst, machen

sie dich stärker als je zuvor.

Text MAXIMILIAN GAUB

Fotos OLAF BLECKER

56


ENDGEGNER

EINSAMKEIT

Mit ihrem Spiel will

Geppert Menschen

helfen, das Monster der

Einsamkeit zu besiegen.


GEPPERTS

STRATEGIE

GEGEN

DIE ANGST:

Blick ihr in die Augen,

geh mutig auf sie zu,

überwinde sie – und

vergiss nicht zu lachen.


Wer Cornelia Geppert an diesem Vormittag

erlebt, mag nicht glauben, dass sie noch

vor kurzem ein Schattenwesen war. Sie

lacht viel, schneidet auf Wunsch des Fotografen

Grimassen, sprudelt über vor Energie.

Wir befinden uns beim Fotoshooting

für The Red Bulletin in einem Hinterhofgebäude

in Berlin-Schöneberg – und

Computerspielentwicklerin Geppert hat

allen Grund zur Euphorie. Im Spätsommer

dieses Jahres wird „Sea of Solitude“ für

die Konsolen PlayStation und Xbox auf

den Markt kommen, ein Spiel, das sie hier

in diesen Räumen entwickelt hat und das

für ihr Label Jo-Mei Games den Durchbruch

bedeuten könnte. Vor allem aber

ist es ein Spiel, das Geppert aus der bisher

düstersten Phase ihres Lebens rettete.

Im Trailer gleitet ein zerzaustes Schattenwesen

mit einem kleinen Holz boot

durch eine überschwemmte Geisterstadt.

Seine Augen leuchten fiebrig rot, genau

wie jene der Monster, die plötzlich vor ihm

auftauchen. Eine Riesin mit dolch artigen

Zähnen, ein gigantischer Greif vogel, ein

gefiedertes Seeungeheuer: Willkommen

in der Welt von Kay, der Heldin dieser

Reise. Das Besondere: Beim Schattenwesen

Kay handelt es sich um eine gepeinigte

Version von Cornelia Gep perts Ich.

Und die Monster sind nicht irgend welche

Monster, sondern die vir tu ellen Inkarnationen

von Gep perts tiefsten Ängsten.

Die Geschichte hinter „Sea of Solitude“

beginnt mit ein paar Skizzen, die Geppert

in einer tiefen Lebenskrise zeichnete, und

sie findet ihren vorläufigen Höhepunkt

mit dem Release des Spiels bei Electronic

Arts (EA), einem der weltweit größten

Gaming- Konzerne. Vor allem aber hält

diese Geschichte zwei Lektionen bereit:

1. Games können dir helfen, dich selbst

besser kennenzulernen – und sogar

Krisen zu überwinden. 2. Wenn du deine

Dämonen umarmst, kommst du weiter,

als du je zu träumen gewagt hast.

Hier kommt Cornelia Gepperts

Geschichte in fünf Kapiteln:

DIE KRISE

Es ist das Jahr 2014, als Cornelia Gepperts

Leben in sich zusammenstürzt. Bisher ist

sie von größeren Rückschlägen verschont

geblieben. Über Deutschlands Wiedervereinigung

freut sie sich nach ihrer Achtziger-Jahre-Kindheit

in Greifswald in

Mecklenburg-Vorpommern vor allem aus

einem Grund: weil sie nun endlich den

langersehnten Amiga-Computer bekommt.

Sie zeichnet Comics, besucht eine Akademie

für Game-Entwickler und gründet

in einem Hinterhof in Berlin Schöneberg

Jo-Mei Games, ihr eigenes Computerspiellabel,

das beliebte Browsergames wie

„Koyotl“ und „Deep Space Banana“ herausbringt.

Es ist ihr langjähriger Freund

– „die Liebe meines Lebens“, wie Geppert

sagt –, der ihr Leben ins Wanken bringt.

Er leidet an einer seelischen Krankheit, von

der auch ihre Beziehung nicht verschont

bleibt: Einmal bekundet er wortreich

seine Liebe, dann wieder verschwindet er

tagelang ohne Erklärung. „Ich war verwirrt,

verzweifelt, verletzt und verdammt

wütend – warum ist der von mir geliebte

Mann, wie er ist?“, erzählt Geppert.

Sie zieht sich selbst immer mehr zurück,

versinkt in düsteren Gedanken.

RAUS

AUS DEM

SCHATTEN

Kay, allein in der Geisterstadt:

In „Sea of Solitude“

sucht Hauptfigur Kay

einen Ausweg aus der

gefluteten City. Dafür

muss sie sich mit

Monstern verbünden,

die sich als ihre eigenen

Ängste entpuppen.

THE RED BULLETIN 59


DIE IDEE

Cornelia Geppert wälzt Psychologiebücher,

begibt sich sogar selbst in eine

Psychoanalyse. Sie will verstehen, was

ihrem Freund widerfährt – vor allem

aber, wie ihre eigenen Ängste so groß

werden konnten, dass sie unbeherrschbar

erscheinen und sie von ihren Freunden,

von der Außenwelt abschneiden. Besonders

bedrohlich macht ihre Ängste, dass

sie nicht greifbar sind. In ihrer Verzweiflung

besinnt sich Geppert irgendwann

auf das, was sie am besten kann: Fantasy-

Welten entwerfen. Intuitiv beginnt sie,

Skizzen der verängstigten Version ihres

eigenen Ichs zu scribbeln.

Es ist die Geburtsstunde von Kay, ihrer

Schattenschwester. Gep pert ahnt: Mit

Kays Hilfe könnte sie schaffen, woran sie

im wahren Leben scheitert – ihren Ängsten

in die Augen zu sehen. Sie zeichnet

tierhafte Monster, entwirft die Kulisse

der untergegangenen Stadt – und lädt

einen ersten animierten Prototyp auf

Twitter hoch. Der erste Slogan ihres

Spiels: „Wenn Menschen zu einsam werden,

verwandeln sie sich in Monster.“

DIE REAKTION

Was in den Tagen nach ihren ersten Posts

geschieht, wird Cornelia Geppert nie

vergessen. Ihre vage Idee, ein Spiel über

Ängste und Einsamkeit zu entwickeln, löst

einen Tsunami an positiven Reaktionen

aus. Aus der ganzen Welt greifen Menschen

ihre ersten Bilder auf und zeichnen

eigene Entwürfe. Die ein gesandte

Fan­ Kunst bedeckt heute in den Jo‐Mei­

Studios eine komplette Wand. Außerdem

schicken die User zahllose Direktnachrichten

an Geppert. Der Tenor ist immer

der gleiche: Danke, dass du Themen wie

Angst und Einsamkeit in der Welt der

Computerspiele aufgreifen willst.

Geppert hatte offensichtlich einen

bloßliegenden Nerv unserer Zeit getroffen.

Während uns Instagram und

Facebook einen globalen Dorfplatz vorgaukeln,

auf dem wir alle immer näher

zusammenrücken, tut sich hinter dieser

digitalen Kulisse ein seelischer Abgrund

auf, in dem die Einsamkeit regiert. Das

überwältigende Feedback verleiht Geppert

neuen Mut – im Umgang mit ihren

Ängsten und in der Absicht, die aus der

Not geborene Kay zur Heldin eines wirklichen

Spiels zu machen.

VIER WAHRE

HELDINNEN

Diese Frauen

erobern ebenfalls

die Gaming-Welt:

Philomena Schwab

Die Strategin

Komplexe Abenteuer sind die

Spezialität der Zürcherin: In

„Niche“ hilfst du einer Fantasie-

Tierart, auf unserem Planeten

zu überleben. In „Nimbatus“

(erscheint 2019) musst du aus

hunderten Teilen ein Raumschiff

konstruieren und fortan Missionen

im All bestehen.

Sonja Hawranke

Katharina Kühn

Die Märchen-Königinnen

Alte Geschichten zu neuem

Leben erwecken, das ist das

Markenzeichen der Gründerinnen

des Start-ups Golden Orb.

Unter diesem Namen veröffentlichten

sie bereits die interaktiven

Märchen „Siebenstreich“

und „Aschenputtel“.

Brenda Romero

Die Vermittlerin

Sagen, wie’s geht: Darin ist die

Entwicklerin (u. a. „Wizardry“)

besonders gut und verschafft

so immer neuen Menschen Zugang

zum Gaming – ob mit ihren

Vorträgen über spielerisches

Lernen oder mit ihrem Ratgeberbuch

„Breaking into the Game

Industry“.

DER WEG

Noch handelt es sich bei Kay und den

Monstern um lose Ideen. Gemeinsam mit

ihrem Geschäftspartner Boris Munser

beschließt Geppert, auf dieser Basis ein

Spiel zu entwickeln, das die Nutzer dazu

bewegt, sich mit sich selbst und den

eigenen Ängsten auseinanderzusetzen.

Weiterhin teilt sie neue Prototypen in den

sozialen Medien – und ihr unglaubliches

Abenteuer erreicht das nächste Level.

Mit ihrem Spiel über Einsamkeit hatte

sich Geppert höchstens Chancen bei

einem kleinen Independent-Label ausgerechnet.

Doch als die positiven Reaktionen

auf die neuen Entwürfe nicht

abreißen, werden plötzlich die Global

Player der Gamingwelt auf sie aufmerksam.

Milliardenschwere Publisher wie

Square Enix, Ubisoft und Microsoft melden

sich bei Jo-Mei Games. „Plötzlich

werde ich in die ganze Welt eingeladen,

um meine Prototypen zu präsentieren.“

Sie zeigt ihre Idee in San Francisco,

in New York, in London und schließlich

in Stockholm bei EA Originals, einem

Zweig des Mutterkonzerns EA, der unter

anderem die weltweit erfolgreiche

Fußball simulationsserie „FIFA“ vertreibt.

Als Geppert in Schweden erklärt, dass sie

selbst hinter Kay steckt, sagt EA-Chef

Patrick Söderlund nur einen Satz: „I need

to have this game.“ Damit steht fest: Kay

könnte nicht nur Geppert aus der Finsternis

führen, sondern ihrem Studio Jo-Mei

Gaming zu dessen erstem globalen Hit

verhelfen.

DAS ERGEBNIS

Noch will Geppert die genaue Funktionsweise

des Spiels nicht preisgeben. „In

‚Sea of Solitude‘ zeigen wir, wie Menschen

verschiedene Arten von Einsamkeit erleben.“

Genau wie es Geppert selbst half,

ihre eigenen Ängste in der Geschichte von

Kay und den Monstern zu verarbeiten,

sollen sich darin auch die Spieler wiederfinden

können. „Umarme deine destruktive

Art genauso wie deine hoffnungsvolle:

Euphorie, Selbstzweifel, Angst,

Zorn – in unserem Spiel geht es um einen

gesunden Umgang mit unseren Emotionen“,

sagt Geppert. Ziel wird es sein,

dem Schattenwesen Kay dabei zu helfen,

wieder ein Mensch zu werden. Und, so

viel sei ver raten: Die Monster sind nicht

Kays eigentliche Gegner.

„Sea of Solitude“ erscheint im Spätsommer.

Infos unter: ea.de

Styling DOREEN REGEL @ BASICS.BERLIN

Hair & Make-up TINA FISCHBACH @ BASICS.BERLIN

DAN CERMAK, CHRIS LUEHRMANN, REUTERS

60 THE RED BULLETIN


WIEDER GANZ

BEI SICH

Auch dank der Entwicklung

von „Sea of Solitude“ hat

Cornelia Geppert ihre

Lebens krise heute endgültig

überwunden.


INNOVATOR

START-UPS,

PIONIERE UND

GENIALE

ERFINDUNGEN

Rasse-Robo

Ein „Hund“

als Postbote

Dieser elektronische Vierbeiner

könnte bald Pakete zustellen.

Oder auch wirklich gefährliche

Aufgaben übernehmen.

Er gibt Pfote, macht Platz

und bringt die Zeitung:

ANYmal kann vieles,

was ein echter Hund auch

kann – aber noch mehr.

Bis zu 10 Kilo schwere Lasten

trägt der dobermanngroße

Roboter und geht damit dank

den um 360 Grad drehbaren

Aluminiumbeinen sowie Sensoren

und 3D-Kameras trotz

Hindernissen seinen Weg,

zielstrebig und autonom.

Ob dieser Fähigkeiten

sah der Automobilzulieferer

Continental Potenzial für den

Einsatz als Warenlieferant und

schloss sich mit dem Zürcher

Start-up ANYbotics, den Entwicklern

des ANYmal, zusammen.

Gemeinsam verblüfften

sie Anfang 2019 Besucher

der Elektronikfachmesse CES

in Las Vegas, als ihr Superhund

von einem Lieferwagen

hüpfte, zur Eingangstür eines

inszenierten Vorstadthauses

spazierte, an der Türe klingelte

und ein Paket hinterlegte.

Dabei ist ANYmal mit

Botendiensten unterfordert.

Nachgerüstet mit Wärme- oder

Gas-Sensoren eignet er sich

nämlich perfekt für Katastro

pheneinsätze – der beste

Freund des Menschen eben.

anybotics.com

62 THE RED BULLETIN


„ANYmal kann

überall helfen, wo

es für Menschen

unangenehm oder

gefährlich ist.“

Péter Fankhauser,

Co-Founder von ANYbotics

IN ALLER

KÜRZE

GEH DEM

PLASTIK

AN DIE

WÄSCHE

Der Einsatz für

saubere Gewässer

beginnt in deiner

Waschmaschine.

Dieser bohnenförmige Polster stimuliert eine gleichmäßige

Atmung, wodurch ein tiefer Schlaf gefördert werden soll.

Ein Roboterhund

aus Aluminium und

Carbon: 70 Zentimeter

groß, 30 Kilo schwer

Schon gewusst? Bei

fast jedem Waschgang

gelangen kleine Kunststo≠fasern

synthetischer

Kleidung in unsere

Gewässer und somit

in die Tier- und Umwelt.

Da dies gravierende

Schäden hinterlässt,

haben Alexander Nolte

und Oliver Spies den

„Guppyfriend“ entwickelt.

Der Waschbeutel

filtert kleinste Fasern

und bewahrt sie im

Inneren auf. Von dort

können sie händisch

entfernt und entsorgt

werden – im Müll, wo

Plastik auch hingehört.

guppyfriend.com

Mehr Inspiration für

Zukunftsmacher gibt es

im aktuellen INNOVATOR.

Infos und Abo unter:

redbulletininnovator.com

ANYBOTICS, STOP! MICROWASTE, SOMNOX LEA WIESER

Smarter Polster

Die Revolution im Bett

Ein niederländisches Start-up will Schlaflosigkeit

bekämpfen. Mit buddhistischem Wissen,

vertrauten Formen und der Kraft des Meeres.

Schlafprobleme?

Die Lösung für alle

Bettenwälzer kommt

in Form einer überdimensionalen

gepolsterten Bohne.

Das behauptet zumindest

Julian Jagtenberg, Mitgründer

des niederländischen

Start-ups Somnox.

Der gleichnamige Schlafroboter,

wie das Gadget

genannt wird, bedient sich

uralter buddhistischer

Atemtechniken: Indem sich

Somnox langsam zusammenzieht

und ausdehnt, gibt es

einen Atemrhythmus vor,

der ideal für erholsamen

Schlaf ist. Wer sich an den

smarten Polster anschmiegt,

imitiert automatisch dessen

ruhiges, gleichmäßiges

„ Atmen“ – und das ist laut

dem Start-up der Schlüssel

zur Entspannung und somit

zum Einschlafen.

Die Bohnenform ist übrigens

von jener eines Fötus

Der Schlafroboter

Somnox

wird über die

Smartphone-

App gesteuert

und kostet

599 Euro.

inspiriert. „Du hast das Gefühl,

dass du mit etwas kuschelst,

was lebendig ist“, so

Jagtenberg, der zuvor selbst

lange mit Schlafproblem zu

kämpfen hatte.

Gesteigert wird die beruhigende

Wirkung von

Somnox durch Geräusche

wie Vogelgezwitscher oder

Meeresrauschen, die über

eine App programmiert

werden können. Und da wir

selbst aus dem erholsamsten

Schlaf wieder einmal erwachen

müssen, ist ein Lichtwecker

ebenso integriert.

meetsomnox.com

THE RED BULLETIN 63


PTYRONE BRADLEY/RED BULL CONTENT POOL


MACH ES

ZU DEINEM

FESTIVAL!

SOMMER, SONNE, ROCK ’N’ ROLL:

Die Festival-Saison steht vor der Tür.

Wir haben die treuesten Stammgäste

nach ihren Insider-Tipps gefragt.

Hier erfährst du, wo du einen Graben

um dein Zelt schaufeln solltest,

was du in deinen Rucksack packst

und wie du im Moshpit überlebst.

Text MARC BAUMANN

Besser als Wellenreiten im Atlantik:

Crowdsurfen im Festival-Sommer

65


ICS FESTIVAL SERVICE


Gute Mähne zum bösen Spiel: Mötley-Crüe-Sänger

Vince Neil an der Publikumsfront, Drummer Zoltan Chaney

in voller Fahrt, Wacken 2018

67


FESTIVAL-GEBOT 1

Teile deine Getränke.

Auf einigen Festivals werden

Sekt, Cocktails und andere

Getränke auch in 1-Liter-

Pitchern verkauft. Die kann

man einfach mit Freunden

teilen: Das rechnet sich, und

man steht seltener an.

HIER SCHREIBST DU

MUSIK-GESCHICHTE

HURRICANE

Empfohlen von Evelyn Narciso,

Stammgast seit 1997

Für eine Kleinstadt hat

Scheeßel eine beeindruckende

Rock-Geschichte:

Mitte der 70er-Jahre gab es

hier schon Festivals mit

Rock ’n’ Roll-Legenden

wie Chuck Berry, seit 1997

findet auf der Motorrad-

Sandrennbahn Eichenring

das Hurricane statt.

Rammstein, INXS und Bad

Reli gion waren die ersten

Headliner, seitdem gab es

22 Festivals. Und Evelyn

Narciso, 39, hat nur ein

Jahr verpasst. 2019 haben

sich etwa die Toten Hosen,

Mumford & Sons und die

Foo Fighters angekündigt,

70.000 Fans werden ihnen

von 21. bis 23. Juni folgen.

362 Tage im Jahr sagen sich im Städtchen Scheeßel Fuchs

und Hase gute Nacht – aber an den drei Tagen des Hurricane-

Festivals steppt der Bär (und der Fuchs und der Luchs).

EVELYNS INSIDER-TIPPS

1. Nimm einen Spaten

mit. Egal, was die Wettervorhersage

meint: Pack deine

Gummistiefel ein, das Auto

vorausschauend nicht auf

dem tiefsten Acker parken

und einen Graben rund um das

Zelt ziehen, damit das Wasser

ablaufen kann – sollte es doch

regnen.

2. Geh ins Moor.

Das Hurricane dauert drei

Tage, da braucht man auch

mal ruhige Momente. Das

Festivalgelände liegt in der

Nähe des Naturschutzgebiets

Lüneburger Heide, im Ort

Schneverdingen kann man

über Holzstege durchs Moor

wandern. Und hab keine Hemmungen,

in Festivalklamotten

durch die Dörfer zu laufen, die

Leute hier sind das gewöhnt.

3. Werde zum Tier.

Auf dem Hurricane sieht man

öfter Besucher in Onesies,

also Ganzkörper-Tierkostümen.

Das fand ich anfangs albern,

aber heute weiß ich, dass die

voll praktisch sind. Die Bären-,

Tiger- oder Froschkostüme

sind eine Art Schutzkleidung

für deine normalen Klamotten,

und man kann sie nach

dem Festival einfach wegschmeißen.

ALEXANDER SCHLIEPHAKE, WOODYPHOTOGRAFIX

68 THE RED BULLETIN


ERIKS INSIDER-TIPPS

1. Hol dir ein Upgrade.

Kauf dir ein Premium-Ticket mit

Zugang zum V. I. P.-Campinggelände.

Das ist echt wichtig.

Der normale Campingplatz wird

nicht ohne Grund „die Favela“

genannt. Die Kids sind echt

verrückt, die schlafen drei Tage

nicht, springen über alle Tische

und Zelte, früher haben wir

da sogar Zelte abgefackelt.

Und es ist immer, immer laut.

2. Komm auf Rollen.

Der Weg zum Gelände ist wirklich

richtig lang. Nimm dir ein

altes Fahrrad mit oder ein

Skateboard oder sonst was

mit Rollen, um vom Zelt zum

Festival zu kommen. Ich hatte

vor zwei Jahren ein Moped

dabei. Du kannst dein Vehikel

vorm Eingang absperren, ein

Skateboard passt vielleicht

gar in eins der Schließfächer.

3. Feier das Bauhaus.

Das splash! findet in der Nähe

von zwei Weltkulturerbe-

Stätten statt. In Dessau wird

dieses Jahr hundert Jahre

Bauhaus gefeiert, und im

„Gartenreich Dessau-Wörlitz“

gibt es barocke Schlösser

und Statuen, alles sehr schick

– also ein krasses Gegenprogramm

zum Festival-Flair:

staunen statt stunten.

HIER FEIERST DU MIT

MONSTER-MASCHINEN

SPLASH!

Empfohlen von Erik Zipfel,

Stammgast seit 2004

Zum splash! (11. bis 13. 7.)

kommen die Nische und die

Spitze der Hip-Hop-Szene:

Stars, aufstrebende Bands,

aber auch Künstler, die

nie breite Masse werden.

Früher, in Chemnitz, in den

ersten Jahren des Festivals,

war der Groove entspannter,

damals lief auch Reggae.

Heute, auf dem neuen

Gelände in Ferropolis,

inmitten der gigantischen

Tagebau-Bagger, ist ein

anderer Vibe spürbar. Zum

Abkühlen reicht die Badehose:

Das Festivalgelände

liegt auf einer Halbinsel

inmitten des Gremminer

Sees, wo Erik Zipfel, 31,

schon als Kind baden war.

Heftiges Baggern vor heftigen Baggern: Das Hip-Hop-

Festival splash! ist längst kein Männerding mehr.

FESTIVAL-GEBOT 2

Reise früher an,

als du geplant hast.

Selbst Donnerstagmittag

musst du aus dem Stau zusehen,

wie die besten Plätze

belegt werden. Wer kann,

baut Mittwoch auf und genießt

die Ruhe und die langsam

steigende Vorfreude.

So muss gute Livemusik sein: zwanzig Hände

oben – und nur ein Handy in der Luft!

69


HIER KRIEGST DU DIE

VOLLE DRÖHNUNG

WACKEN

OPEN AIR

Empfohlen von Rüdiger Vinschen,

Stammgast seit 2002

Über Wacken (1. bis 3. 8.)

hat schon jede Zeitung

Deutschlands berichtet,

alle lieben die Geschichte

von den Metal-Fans, die

ins Bauerndorf einfallen,

und der Feuer wehrkapelle,

die das Festival eröffnet.

Der Hype hat einige Leute

abgeschreckt, denen das

Festival zu groß geworden

ist. Rüdiger Vinschen mag

es genau des wegen: So viel

Heavy Metal gibt’s nirgendwo

sonst, meint er, und

als stellvertretender Chefredakteur

des Heavy-Metal-

Magazins „Reaperzine“

kennt er sich wirklich aus.

FESTIVAL-GEBOT 3

Schlaf später.

Nach dem letzten Headliner

ist der Festivaltag

zwar offiziell zu Ende,

aber die besten Partys

beginnen oft erst dann:

auf dem Campingplatz, in

kleineren Zeltbühnen oder

am Baggersee ums Eck.

Schlafen? Kannst du, wenn

du tot bist. Hat Bon Jovi

mal gesungen – auch wenn

der auf diesen Partys

sicher nicht gespielt wird.

70


Bierdusche kann jeder,

Bierfass-Dusche kann

nur Wacken.

Wild angezogen, aber

gut erzogen: Zwischen

Stagedive und Headbang

schnell eine Postkarte

an Oma schreiben

ICS FESTIVAL SERVICE

Spiel mir das Lied vom Tod:

die artgerechte Crowd in Wacken

RÜDIGERS

INSIDER-TIPPS

1. Komm vor dem

Sturm. Samstag und

Sonntag ist der Ort Wacken

überlaufen, da fühlt man sich

begafft. Mittwoch und Donnerstag

sind die Einheimischen

noch entspannt. Ich empfehle

Svens Wurstbude.

2. Stürz dich ins

Unbekannte. Konzentrier

dich nicht bloß auf die

eigenen Helden. Wacken bietet

musikalisch derart viel Abwechslung

– vom derbsten

Black Metal bis zu abgespaceten

Folksachen. Darum kann

ich nur den Tipp geben, sich

gerade Bands anzusehen, die

man nicht kennt.

3. Keine Angst vor

den Moshpits. Da tobt

mal der eine oder andere wilde

Kerl rum, aber wenn du hinfällst,

wird dir aufgeholfen. Und

bei Konzerten auch auf Crowdsurfer

aufpassen: Immer mal

einen Blick nach hinten werfen

und die Leute vor dir warnen,

falls einer ankommt. Einen

herunterfallenden Crowdsurfer

samt Stiefel in den Nacken

zu kriegen kann einem echt

das Konzert vermiesen.

71


ALLE

EINSTEIGEN!

Hier kommt dein Fahrplan für die Festival-

Saison 2019 – und für jede Musikrichtung

ist garantiert eine Station dabei.

METAL

ROCK

HIP-HOP

POP

SPLASH!

11. – 13. Juli

Gräfenheinichen

DEICHBRAND

18. – 21. Juli

Cuxhaven

Das Bad in der Nordsee

fast um die Ecke (13 Kilometer

bis zum Strand),

Top-Acts in Serie auf der

Bühne: 2019 zum Beispiel

Thirty Seconds to Mars

und Chemical Brothers.

RED BULL

CAMPUS

TOUCHDOWN

14. Juni, Mainz

Das wird der heißeste

Uni-Tag des Jahres: Zum

Red Bull Campus Touchdown

kommen Top-Acts

wie Dendemann oder

Josi Miller – gratis und

draußen beim Asta

Sommerfest auf dem

Gelände der Uni Mainz.

ROCKHARZ

OPEN AIR

3. – 6. Juli

Ballenstedt

HAPPINESS

FESTIVAL

11. – 13. Juli

Straubenhardt

Gestartet im Jugendzentrum,

heute mit knapp

10.000 Gästen immer

noch entspannt. 2019 dabei:

AnnenMayKantereit

und GZUZ. Henning May

und Kristoffer Klauß – das

wäre mal ein reizvolles

Duett auf der Bühne.

ROCK AM RING

7. – 9. Juni

Nürburgring

HURRICANE

21. – 23. Juni

Straubenhardt

PAROOKAVILLE

19. – 21. Juli

Weeze

ELECTRONIC

AIRBEAT ONE

10. – 14. Juli

Neustadt-Glewe

„Eine Reise nach Indien“

ist das Motto des Elektro-

Festivals – die Ankündigung

zieren Elefanten.

Wer an vier Festivaltagen

mit DJs wie Steve Aoki

nicht genug kriegt, kann

auf der Second Stage

fast 24 Stunden durchfeiern.

Spätestens dann

siehst du auch Elefanten.

HELENE BEACH

25. – 28. Juli

Helenesee

Helene ist keine Festivalleiterin,

sondern ein

schöner See, eine Stunde

von Berlin entfernt. Sich

seereif tanzen kann man

dieses Jahr etwa zu

Sven Väth oder Kontra K.

LOLLAPALOOZA

7. und 8. September

Berlin

SONNE MOND

STERNE

9. – 11. August

Saalburg

WACKEN

1. – 3. August

Wacken

TAUBERTAL

8. – 11. August

Rothenburg o. d. Tauber

SUMMER BREEZE

14. – 17. August

Dinkelsbühl


FESTIVAL-GEBOT 4

Vergiss Bargeld.

Chips am Festivalbändchen

(etwa mit „Ca$hless“ beim

splash!-Festival) verliert

man nach dem fünften Bier

nicht so leicht wie Münzen.

Aber: Den Chip kriegt man

zu Stoßzeiten schwer aufgeladen,

der Andrang vor

den Kassen ist zu groß. Man

kann die Bändchen aber

schon daheim in Ruhe aufladen

und kriegt mit Glück

sogar kleine Rabatte.

RALF JUERGENS/GETTY IMAGES, SEBASTIAN GOESS, FLORIAN TRYKOWSKI

Rockstar im Anflug: Die einzigartige Taubertal-

Atmosphäre kickt auch die Künstler.

Ruhe vor dem Raufen: Gleich geht er los, der große

Moshpit – friedlich bleibt’s natürlich trotzdem.

DIRKS INSIDER-TIPPS

1. Gönn dir ein echt

bayerisches Bier-

Frühstück. Der Biergarten

„Unter den Linden“ liegt neben

dem Festivalgelände. Da sitzt,

trinkt und isst man direkt an

der Tauber. Immer wieder gut

ist das Weißwurstfrühstück

mit Hefeweizen – mal eine

Alternative zu zwei Tage

altem Baguette mit Nutella.

2. Triff deine Helden.

Beim familiären Taubertal-

Festival hat man vor allem

nachmittags eine realistische

Chance, Bands oder einzelnen

Künstlern über den Weg zu

laufen. Manche verstecken

sich hinter Sonnenbrillen oder

wollen unbemerkt übers Gelände

kommen – dann lässt

man die Leute besser in Ruhe.

Aber es kommt auch vor, dass

man sich unterhalten kann.

HIER ERLEBST DU

STARS HAUTNAH

TAUBERTAL-

FESTIVAL

Empfohlen von Dirk Adler,

Stammgast seit 1999

Für Festivalgefühle braucht

man keine 80.000 Besucher.

15.000 schaffen in Taubertal

eine so tolle Atmosphäre,

dass Dirk Adler seit 1999 dabei

ist. Zudem leitet er die

Fanpage tauberplanscher.

de. Dort findet man eine

Historie, die beweist, dass

in Rothenburg genauso

gute Bands auftreten wie

bei dreimal so großen

Festivals. Für 2019 (8. bis

11. 8.) haben sich die Fantastischen

Vier und Trettmann

angesagt, besser

wird es live eh nicht mehr.

3. Geh auf Zeitreise.

Man muss nicht auf Mittelalterbands

stehen, um die weltbekannte

historische Alt stadt

von Rothenburg schön zu

finden. Für gerade einmal fünf

Euro gibt es Stadtführungen.

Danach am besten auf dem

Festival gelände ein kühles Bier

trinken: Das kann man auf der

Web seite sogar vorbestellen.

73


CHRISTOPHS INSIDER-TIPPS

1. Halt dich an Plan B.

Der beste Zeltplatz liegt zwischen

B5 und B6: Der Boden

ist relativ eben, die Waschstätten

sind recht nah beim

Festivalgelände, und zum

Badesee sind es je nur fünf

Minuten. Zudem ist ruhig, man

muss sich also keine Sorgen

um sein Zelt machen. Die

Campingplätze sind übrigens

in „laut“ und „leise“ unterteilt.

2. Freunde dich mit

dem Kater an. Die

beste der kleineren Bühnen

war über die letzten Jahre die

„Kater Muck“-Stage unten

am Strand. Da kann man Tag

und Nacht hingehen und findet

immer anspruchsvolle Musik.

Außerdem gibt es dort auch

eine Bar mit wenig Wartezeit.

3. Bade bei jedem

Wetter. Egal ob Sonnenschein

oder kalter Regen –

wir sind jedes Mal im Stausee

bei der Bleilochtalsperre

schwimmen gegangen. Das

ist einfacher, schneller und

lustiger, als sich beim Duschhäuschen

anzustellen.

Bussi-Bussi-Gesellschaft: Auf dem SonneMondSterne

musst du jederzeit mit Konfetti rechnen.

Völlig verstrahlt: Spektakuläre Lichtshows gehören

zum Wochenende wie die internationalen Star-DJs.

HIER ELEKTRISIERST

DU DICH

SONNE MOND

STERNE

Empfohlen von Christoph Ringer,

Stammgast seit 2005

Wenn DJ-Legende Sven

Väth seit 20 Jahren auf

einem Festival auflegt, zuletzt

dreimal in Folge und

auch im August 2019 (9. bis

11.), dann hat man als Veranstalter

den Ritterschlag

schon bekommen. Bemerkenswert

am SonneMond-

Sterne-Festival ist aber gerade

auch, welche Bands zu

dem Elektro-Festival kommen,

obwohl sie mit dieser

Musik gar nichts am Hut

haben: 2019 etwa Marteria

& Casper, in den Jahren davor

spielten zwischen Paul

Kalkbrenner, David Guten

und Felix Jahn etwa Deichkind,

Seeed und Jan Delay.

FESTIVAL-GEBOT 5

Sonnenbrille aufsetzen.

1. Wenn es regnet, machen

bunte Scheiben die Welt

weniger trist. 2. Bei Sonne

siehst du die Bühne, ohne

geblendet zu werden. 3. Auf

dem Heimweg bilden Shades

den dringend benötigten

Schutzschild zur Realität.

74


HIER BIST DU AUF

STAATSBESUCH

PAROOKAVILLE

Empfohlen von Diana van

Wickeren, Stammgast seit 2015

Das Parookaville ist nicht

nur eines von Europas

größten Festivals für elektronische

Musik, von 19. bis

21. Juli entsteht sogar eine

eigene Stadt: mit Postamt,

Kirche und Standesamt,

Gefängnis, Riesenrad und

Rathaus samt eigenem Pass.

Neben der puren Masse –

250 DJs und zehn Bühnen

– ist es diese Liebe zum

Detail, die Parooka ville

ausmacht, sagt Diana van

Wickeren, die seit dem

ersten Jahr 2015 dabei ist:

von den selbst gebauten

Mülltonnen über die alten

Lampen im Waldstück bis

zum Sterne-Restaurant mit

Blick auf die Main Stage.

Blick vor die Kulissen: Um die Bühne ragt die aufwendig

gestaltete Fassade einer Fantasie-Stadt empor.

FESTIVAL-GEBOT 6

Pack deine Boxen ein.

Am Zeltplatz tönt aus jedem

Zelt andere Musik, denn nur

weil ihr aufs gleiche Festival

geht, heißt das nicht, dass

ihr die gleiche Musik mögt.

Dagegen hilft nur: sich

selber beschallen. Und für

die Nacht: gute Ohrstöpsel.

DIANAS INSIDER-TIPPS

MDRSPUTNIK/FLAD, RALPH-LARMANN

1. Komm mit leeren

Händen. Anfänger nehmen

viel zu viel mit. Die Leute

schleppen palettenweise Bier

mit, völlig unnötig. Ein Discounter

baut extra Zelte auf

und hat 24 Stunden offen, da

gibt es alles zu Supermarktpreisen.

Also: Zelt, Luft -

matratze, ein paar Klamotten

und Panzertape reichen.

2. Schreib eine Postkarte.

Parookaville hat ein

eigenes Postamt, sehr schöne

Postkarten und sogar einen

eigenen Parookaville-Poststempel.

Nach drei Tagen

Festival hat man auch ganz

sicher genug zu schreiben.

3. Setz auf Flowerpower.

Es gibt auf dem

Gelände einen Stand, wo man

sich Blumenkränze flechten

lassen kann. Die sind wirklich

schön. Ich trage zwar lieber

Festivalshirts und Snapback

Caps, aber wenn man der Typ

ist, dem Blumenkränze stehen,

sieht es wirklich schön aus.

THE RED BULLETIN 75


RUSH HOUR? EINFACH

VORBEIRAUSCHEN!

ALLE ZÄHLEN MIT.

JETZT GEMEINSAM AUF

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KILOMETER SAMMELN

UND PREISE SICHERN.

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kilometerzaehler


guide

Dein Programm

AUF EINEN SPRUNG

IN EINE NEUE WELT

Mach deine nächste Reise

außergewöhnlich: mit

Destination Red Bull und

Cli≠-Diving-Ikone Orlando

Duque auf den Azoren.

SEITE 78

SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL

FIT WIE DER

POWER-BAUER

Ein Brite macht

den Bauernhof

zum Fitnessstudio.

SEITE 82

KNUSPRIG

WIE BEIM PROFI

So gelingt die Fischkruste

garantiert –

ein kleiner Guide.

SEITE 84

SCHLAU

WIE NOCH NIE

Diese intelligenten

Gadgets bieten

beste Unterhaltung.

SEITE 90

THE RED BULLETIN 77


Reisen

Raue Natur: die Red Bull Cliff Diving World-Tour 2018 beim Stopp auf dem Inselchen Ilhéu de Vila Franca

ATLANTIKINSEL SÃO MIGUEL

SO WIRST DU

KLIPPENSPRINGER

Bei Destination Red Bull kannst du Weltklasse-Athleten als

Reiseführer buchen. Hier erzählt Cliff Diver Orlando Duque,

was er seine Gäste über Höhenangst und Wale lehrt.

Als professioneller Cliff

Diver reise ich seit mehr

als zwei Jahrzehnten zu

Wettkämpfen auf der ganzen

Welt: in den Dschungel von Yucatán,

in die Antarktis oder auf die

Oster insel – über die Jahre waren

da einige legendäre Spots dabei.

Auf die Azoreninsel São Miguel,

Ziel unserer Destination Red Bull-

Reise, komme ich immer wieder

gern zurück – vor allem wegen

ihrer faszinierenden Natur.

Die neun Azoreninseln liegen

rund 1300 Kilometer westlich von

Portugals Küste völlig abgeschie-

Dein Reisebegleiter: Weltklasse-Cliff-Diver Orlando Duque

78 THE RED BULLETIN


guide

REISE-INFO

FALSCHE VÖGEL

UND HEISSER BODEN

Wo die Azoren liegen, warum sie einen

falschen Namen haben und was du dort

essen musst: Wir präsentieren Basiswissen,

um in der Hotellobby aufzutrumpfen.

Cliff Diver Duque beim Absprung: „Ich lehre dich, wie du Klippenspringen genießt.“

Die Azoren liegen 1369 Kilo meter

westlich von Portugal und

1930 Kilometer östlich von

Neufundland (Kanada) im

Atlantischen Ozean. Die Hauptinsel

São Miguel ist mit 744,7 km 2

etwa so groß wie Hamburg.

Corvo

Flores

Graciosa

Faial

Pico

São Jorge

Azoren

Terceira

São Miguel

Santa Maria

Ribeira Grande

São Miguel

Ponta Delgada

Ilhéu de Vila Franca

ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL, DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL, RED BULL MEDIA HOUSE GMBH/RED

BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES ANDREAS ROTTENSCHLAGER

Die Ilhéu de Vila Franca und ihre Kraterlagune von oben. Dahinter: die Insel São Miguel

den im Atlantik und sind geprägt

von Vulkangesteinküsten und

grünen Hängen. Dass dir dort

beim Schwimmen Delfine oder

Pott wale Gesellschaft leisten, ist

durchaus keine Seltenheit. Kurz:

Die Azoren sind ein sehr guter

Ort, um den Atlantik in all seinen

Facetten kennenzulernen. Und

genau das ist unser Plan.

Die Homebase der Reise, das

Santa Barbara Resort, liegt an

der Nordküste von São Miguel.

Von hier aus werde ich mit meinen

Gästen fünf Tage lang in das

Element Wasser eintauchen –

mit unter auch recht tief, denn

die richtige Technik beim Sprung

von den Klippen ist selbstverständlich

Teil des Programms.

„Ich passe mich an

euer Level an. Es gibt

rund 100 Absprungorte

auf der Insel.“

Für den Workshop setzen wir am

zweiten Tag auf die Mini-Insel

Ilhéu de Vila Franca über, die nur

500 Meter südlich von São Miguel

liegt. Wer sich Luftaufnahmen

des Eilands ansieht, dem sticht

sofort die kreisrunde Lagune ins

Auge, die sich in dem erloschenen

Vulkankrater gebildet hat. Ein

Naturjuwel – allein die Überfahrt

ist ein magischer Moment. Obwohl

GESCHICHTE

NAME

Portugiesische Seefahrer gaben ihrer Entdeckung

den Namen Habichtsinseln (Ilhas dos Açores).

Blöd nur, dass die Habichte eigentlich Bussarde waren.

EIN- UND AUSWANDERER

Nach Jahrhunderten portugiesischer Einwanderung

zogen 60 Azorer-Paare weiter und gründeten 1752

in Brasilien Porto Alegre, heute eine Millionenmetropole.

STÜTZPUNKT

Völkerverbindung: Frühe Unterseekabel und Linienflüge

zwischen Europa und Amerika verliefen über die Azoren.

GERICHTE

COZIDO

Vulkanischer Boden fungiert als natürlicher Herd

für diesen Schmortopf aus Fleisch und Gemüse.

BOLO LÊVEDO

Süßes Hefeteigbrot, das an einen Muffin erinnert

und zu jeder Tageszeit verzehrt wird.

ANANAS-CHUTNEY

Die seit dem 19. Jahrhundert in Gewächshäusern

angebaute Frucht wird in vielerlei Form verzehrt.

Das Ananas-Chutney passt ideal zum Käse der Inseln.

THE RED BULLETIN 79


Reisen

guide

DESTINATION RED BULL

DEINE ABENTEUER

MIT TOP-ATHLETEN

Mit ehemaligen MotoGP-Profis auf

exklusiven Privatstrecken trainieren oder

mit einem zu neuer Ruhe gekommenen

Extremläufer segeln? Diese (und noch mehr)

Reisen warten auf dich.

LESOTHO

MIT ALFIE COX

Südafrikas Enduro-Legende erkundet mit dir eine

Woche lang die schönsten Motorrad tracks entlang

der Route der legendären Rallye Roof of Africa.

„Das Gefühl beim Auftauchen überwältigt“, sagt Orlando Duque. Wir glauben ihm.

SALOMONEN

MIT CHRISTIAN SCHIESTER

Wie im Paradies: Der ehe malige Extremläufer und

heutige Welt umsegler nimmt dich auf seiner 58-Fuß-

Jacht „El Toro“ mit auf den Törn deines Lebens.

MUMBAI

MIT DEN RED BULL BC ONE-STARS

Triff die weltbesten B-Boys beim Red Bull BC One World

Final, lerne ihre Moves in eigenen Trainings-Sessions

und tauch in Mumbais faszinierendes Nachtleben ein.

BARCELONA

MIT SETE GIBERNAU UND DANI PEDROSA

Ein professionelles Motorradtraining auf der

exklusiven Privat rennstrecke von Sete Gibernau

plus VIP-Paket für den Gran Premi de Catalunya.

der Zutritt auf die Insel auf wenige

Besucher pro Jahr beschränkt

wurde, können wir sie einen ganzen

Tag lang erleben, die pitto resken

Kraterwände erklimmen oder

schnorchelnd die Felstunnel am

Fuß der Insel erforschen.

Was beim Betrachten der Ilhéu

de Vila Franca ebenfalls sofort auffällt,

sind die rauen, steil abfallenden

Felsklippen – und das blieb

auch der globalen Cliff-Diving-

Community nicht verborgen.

Eines gleich vorweg: Niemand

muss sich aus 27 Metern in die

Tiefe stürzen wie die Topathleten.

Auf der Insel finden sich mehr

als 100 Absprungplätze in allen

Höhen. Bei unserem Workshop

richte ich mich individuell nach

dem Fitness-Level und den Wünschen

meiner Gäste. Natürlich

geht es darum, sich selbst ein

wenig zu überwinden, im Vordergrund

steht aber immer der Spaß.

Klippenspringen ist eine mentale

Herausforderung. Der – im

wahrsten Wortsinn – springende

Punkt dabei ist, sich in der Luft

wohlzufühlen. Viele Menschen

springen ab und … verkrampfen

sich. Dagegen hilft das Wissen,

dass du deine Haltung in der

Flugphase korrigieren kannst. Ich

zeige meinen Gästen die richtige

Flug- und Eintauchtechnik und

führe sie Schritt für Schritt so

hoch, wie sie wollen – bis zirka

14 Meter ist an diesem Tag alles

möglich. Im besten Fall lernst du

dabei auch etwas über dich selbst:

nämlich dass man nur vor Dingen

Angst hat, über die man nicht

genug weiß. Es ist normal, Angst

zu haben, wenn man zum ersten

Mal auf dem Absprungfelsen steht.

Aber die Glücksgefühle, die einen

nach dem Auftauchen umfangen,

sind überwältigend. Apropos tauchen:

Zwei Profitaucher begleiten

uns und untersuchen jede Eintauchstelle

vorab. Es sind dieselben

Jungs, die die Weltklassespringer

der Red Bull Cliff Diving

World Series betreuen, deren Bewerb

wir zwei Tage später an Bord

eines 14-Meter-Katamarans verfolgen

werden. Abends treffen wir

die Athleten zum Dinner, um über

den Sport zu fachsimpeln.

Wir wissen ja jetzt, wie Klippenspringen

funktioniert.

Informationen zu den Reisen und Buchungen unter:

destination.redbull.com oder +43/664/88 11 07 06

PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

80 THE RED BULLETIN


NATÜRLICH ERFRISCHEND – KEINE ENERGY DRINKS


Fitness

guide

TIPP

WORKOUT

IM

GRÜNEN

Genug von der Kraftkammer?

Hier verrät

dir Fitness-Farmer Tom

Kemp, wie du deinen

Garten mit einfachsten

Mitteln in ein Gym

verwandelst:

DAS GEWICHT

Geeignet ist alles, was

du finden kannst – ein

Sandsack, ein Sixpack

Wasserflaschen oder

dein schwer beladener

Rucksack. Sei kreativ!

Fitness-Experte Tom Kemp beim Training auf dem Bauernhof: „Studios waren mir

immer zu beengt. Mein Leben spielt sich draußen ab.“

DIE ÜBUNGEN

Stemme das Gewicht

5-mal vom Boden bis

überkopf, laufe damit

an schließend 30-mal eine

Strecke von 25 Metern

hin und her und beende

das Set mit 10 Burpees.

FARM FITNESS

DER POWER-BAUER

Wenn Kornsäcke Hanteln ersetzen: Der Brite Tom Kemp

krempelt mit einer simplen Idee die Fitness-Szene um.

Selten liegen Herkunft und

Erfolgsrezept so nah beieinander

wie bei Tom Kemp.

Der 26-jährige Personal Trainer

wuchs auf einer rund 250 Hektar

großen Farm in Südengland auf.

„Mein Leben spielte sich fast

immer draußen ab. Ständig war

Action“, sagt Kemp. Als Jugendlichem

reichte ihm der Besuch im

Fitnessstudio nicht. So kreierte

er sein eigenes Zirkeltraining auf

der elterlichen Farm. „Geräte“

dafür gab’s genug, vieles auf dem

Bauernhof lässt sich für Kemps

Trainingsmix aus Strongman-,

Bodybuilding-, Calisthenics- und

Cardio-Elementen verwenden.

2016 ging er mit Farm Fitness

an den Start.

Schon ein Jahr später wurde

das Konzept von „Men’s Health“

als eines der besten Gyms weltweit

gepriesen. Profis wie Kanu-

Olympiasieger Joe Clarke oder

die Rugby-Champions der Wigan

Warriors trainieren bei ihm: Sie

stemmen gefüllte Kornsäcke in

die Höhe, wuchten und ziehen

gigantische Traktorreifen von A

nach B oder schwingen ellenlange

Metallketten. „Wer fit werden

will, braucht dafür weder hochkomplexe

Geräte noch minutiös

ausgefeilte Trainingspläne“, sagt

Kemp. „Back to basics“ ist sein

Motto. Einfache Übungen –

maximaler Ertrag. Aber es gilt:

Malochen bis zum Umfallen.

farm-fitness.co.uk

„Du brauchst

keine

kompli zierten

Geräte, um

dich maximal

auszupowern.“

Tom Kemp, Gründer

von Farm Fitness

DIE WIEDERHOLUNGEN

Absolviere so viele Runden

wie möglich innerhalb

von 15 Minuten und lege

zwischen jedem Set einen

100-Meter-Sprint ein.

Reifen-Training: Die Bootcamps auf seiner Farm leitet Kemp selbst.

CHRIS PARKES FLORIAN STURM

82 THE RED BULLETIN


Spendenlauf mit

Partner

des

Offizieller

Wings For Life

World Run 2019

München

MEHR UNTER

gerolsteiner.de

DAS WASSER MIT STERN.


Food

DAS GEHEIME REZEPT FÜR …

DIE PERFEKTE FISCHKRUSTE

Von Stuart Farrimond

DR. STUART

FARRIMOND

Der Mediziner

schreibt Bücher,

moderiert und hält

Vorträge über Lebensmittelchemie.

Er ist

Autor von „Kochen

in Perfektion“ (Verlag

Dorling Kindersley)

und häufig zu Gast

im britischen TV

und Radio.

Für butterzarten Fisch, der schon bei der leisesten Berührung

der Gabel auseinanderfällt, lohnt es sich meiner Meinung nach

durchaus, zu sterben. Leider gelingt unsereinem Restaurantqualität

nur selten. Der Fisch wird zu gar oder zu trocken,

schmeckt fad oder enttäuscht mit schlaffer Haut und Quallen-

Konsistenz. Das muss alles nicht sein: Wer den delikaten Balanceakt beherrscht

und den Wettlauf gegen die Zeit gewinnt, holt ein goldbraunknuspriges

Meisterstück aus der Pfanne.

Der erste Schritt: Schnuppere an deinem Fisch, bevor du ihn in die

Nähe der Herdplatte lässt. Ein frischer Süßwasserfang – Forelle etwa –

riecht „grün“, ein bisschen wie gehäckselte Blätter. Meeresfisch wiederum

duftet nach Brandung – genau wie die zuvor vom Fisch verspeisten

Algen. „Fischiger“ Geruch hingegen ist ein Alarmzeichen. Es bedeutet:

Das Tier wurde vor zwei oder drei Tagen gefischt und hat seine beste Zeit

hinter sich. Den Gestank verantworten Bakterien, die sich ins Fleisch

gefressen haben. (Deinen frischen, eiskalt gekauften Fisch lagerst du

übrigens am besten ganz hinten im Kühlschrank.)

Ist das mit der Frische geklärt, geht’s ans Braten: Herd einschalten, Pfanne

drauf und den magischen Prozess der sogenannten Maillard-Reaktion

einleiten. Die unglaublich aromatische, knusprige Fischkruste entsteht

nämlich durch eine biochemische Reaktion: Bei eiweißhaltigen Lebensmitteln

– und Fisch enthält vor allem Protein – verbinden sich ab 140 °C

an der Oberfläche Aminosäuren und Zucker. Die gleiche Wunderreaktion

passiert auch bei gebackenem Brot, gebratenem Steak, gegrilltem Speck

und gerösteten Nüssen.

Der Zaubertrick gelingt allerdings nur, wenn die Haut des Fisches

gut abgetrocknet ist, sonst wird sie beim Braten nicht heißer als 100 °C.

Doch der Siedepunkt ist für die gewünschte Reaktion nicht genug. Darum

muss die Pfanne richtig gut angeheizt sein, bevor der Fisch hineinkommt,

damit die in der Haut eingeschlossene Flüssigkeit sofort wegbrutzelt.

Jetzt beginnt das Rennen: Du musst die gesamte Haut auf mindestens

140 °C erhitzen, bevor der restliche Fisch durchgebraten ist. Zu heiß darf

es aber auch nicht werden. Wenn die Temperatur der Oberfläche auf

über 180 °C ansteigt, brennt der Fisch an – ein Prozess, den die Chemiker

Pyrolyse nennen. Wenn nötig, musst du die Temperatur reduzieren oder

etwas Öl hinzufügen, wenn du das Gefühl hast, dass der Fisch kleben

bleibt. Taste dich mit einem Pfannenwender und etwas Öl oder Butter

in Griffweite an die feine Linie zwischen fettigem, schwabbeligem Etwas

und scharf gebratener Kruste heran. Die Belohnung ist Gold wert.

GAREN IM

GESCHIRRSPÜLER

Falls der Herd kaputt ist:

Geschirrspülen ist eine

gute und energiesparende

Garmethode für Fisch.

Knusprig wird die Haut so

zwar nicht, aber gut gewürzt

mit Zitronen, Kräutern

und Butter schmeckt

der Fisch ja auch gedämpft

wunderbar. So geht’s:

Lege den fest in Alufolie

gewickelten, marinierten

Fisch ins obere Fach der

Geschirrspülmaschine

und lass das Standardprogramm

durchlaufen.

Für einen großen Fisch

reichen zwei Stunden bei

70 °C – also das Programm

für stark verschmutzte

Töpfe und Pfannen.

84 THE RED BULLETIN


guide

DO & DON’T

Bevor die Fischhaut knusprig

werden kann, muss die gesamte

Feuchtigkeit verdampfen. Darum

lohnt es sich, den Fisch vor dem

Braten mehrmals trocken zu tupfen

und zu salzen. Die Haut mit der

Messer-Rückseite aufzurauen

entzieht zusätzlich Flüssigkeit.

Spezialtipp für saftige

Filets und Lachs: Gönne

dem Fisch ein zehn -

minütiges Salzwasserbad

(Formel: vier Esslöffel

Salz auf einen Liter

Wasser), damit das Fleisch

auch beim Braten an den

Rän dern fest bleibt. Dieser

Trick funk tioniert sowohl

bei weißen als auch bei

öligen Fischen.

Sobald das Öl zu rauchen beginnt, kannst du das gewürzte

Fischfilet vorsichtig mit der Haut nach unten in die Pfanne

legen. Es zischt nicht? Dann alles nochmals herausnehmen

und weiter aufheizen lassen. Wichtig: Drücke das Filet flach

in die Pfanne, damit sich die Ränder wegen der sich zusammenziehenden

F asern nicht aufwölben können. Dann: Hitze auf

mittlere Stufe stellen und das Filet brutzeln lassen. Gib Öl dazu,

wenn du das Gefühl hast, dass der Fisch festklebt oder anbrennt.

3MZ OLIVIER KUGLER

Dreh das Filet nicht zu früh um: Die Haut muss gründlich Wasser lassen,

damit sie sich auf 140 °C erhitzen kann. Erst dann reagieren die Proteine

und Zucker auf der Hautoberfläche miteinander und bilden eine knusprige

goldbraune Haut voll mit Röstaromen. Sobald das Filet zu zwei

Dritteln gar ist, kannst du es vorsichtig und ohne die Haut zu verletzen

mit einem dünnen Pfannenwender aus Metall umdrehen. Jetzt nur noch

ganz kurz auf der anderen Seite anbraten – dann servieren oder, im Fall

eines mehr als 2,5 Zentimeter dicken Filets, noch einmal für sieben bis

zehn Minuten bei 180 °C in den heißen Ofen geben.

Im Gegensatz zu rotem Fleisch (z. B. Rindfleisch)

muss Fisch nach dem Braten nicht rasten. Er hat

eine andere Proteinzusammensetzung und kann

sofort heiß serviert werden.

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THE RED BULLETIN 85


Events

guide

17

bis 19. Mai

Cross-Country-

Stars auf der Alb

2020 steigt in Albstadt die UCI Mountainbike-Weltmeisterschaft,

schon dieses

Jahr treffen sich hier die Weltstars

zum achten Mal zum UCI World Cup. Mit

dabei sind unter anderem die Weltmeister

Kate Courtney (USA) und Nino Schurter

(Schweiz). Neben der Königsdisziplin

Cross Country auf dem großen Rundkurs

treten die Fahrer auch wieder in der

neuen, ebenso kurzen wie spektakulären

Variante Shortrace gegeneinander an.

Albstadt; world-cup-albstadt.de

30 6

Mai bis 2. Juni

Downhill-Asse

im Sauerland

Es ist Europas größtes Mountainbike-Freeride-Festival:

Beim Dirt Masters in Winterberg

messen sich die Stars

der Downhill- und Slopestyle-

Szene in spektakulären Wettbewerben.

Fein, dass auch der

Nachwuchs nicht vergessen

wird: Beim „Specialized Rookies

Downhill Cup“ können

Talente Erfahrung sammeln.

Bikepark Winterberg;

dirtmasters-festival.de

Juni

Die X-Men im

inneren Kampf

Ein Gegner, mächtiger als alle,

die sie je erlebt haben. Genauer

gesagt: eine Gegnerin – Jean

Grey (Sophie Turner, „Game of

Thrones“), eigentlich eine der

Ihren. Die X-Men stehen erneut

vor einer Zerreißprobe, weil

Jean mit Kräften ringt, die sie

nicht kontrollieren kann. Kein

Wunder: In „Dark Phoenix“

wird sie von Aliens als tödliche

Waffe genutzt.

foxmovies.com

30

Mai bis 2. Juni

START IN DIE

KITE-SAISON

Wer ist Deutschlands bester Kitesurfer?

Beim Opening der Multivan

Kitesurf Masters in Westerland

treffen die Top-Stars (im Bild Tom

Maurer) bei der ersten von vier

Regatten aufeinander. Das Masters

wird in den drei Disziplinen

Racing, Slalom und Freestyle

an den schönsten Stränden von

Nord- und Ostsee ausgetragen.

Westerland, Sylt; kitesurf-masters.de

Weitere Stationen: Usedom (21. – 23. 6.),

Heiligenhafen (2. – 4. 8.), St. Peter-Ording

(21. – 25. 8.)

7

bis 9. Juni

Butcher Jam: wo mit

dem BMX getanzt wird

Wozu BMX-Künstler wie Paul Thölen (Bild) imstande

sind, wissen alle, die ihn schon mal bei einer

seiner artistischen Fahrten beobachten konnten.

Beim alljährlichen Butcher Jam, einem Contest

samt Familienfest auf dem Schlachthof in Flensburg,

darfst du dich auf spektakuläre Tricks

freuen. Ausgetragen werden die Disziplinen Pool/

Park, Street, Highest Air, Miniramp und Dirt.

Schlachthof, Flensburg; sportpiraten.com

CHOPPYWATER/THOMAS BURBLIES, SEBAS ROMERO/RED BULL CONTENT POOL

86 THE RED BULLETIN


JAHRESABO

getredbulletin.com

€ 25,90

BEYOND THE ORDINARY

Erhältlich am Kiosk, im Abo, als E-Paper, auf theredbulletin.com oder als Beilage in einer Teilauflage von:

RICARDO NASCIMENTO / RED BULL CONTENT POOL


Entertainment

guide

Ausgewählte

Musik und

inspi rierende

Interviews.

Unsere aktuelle

Empfehlung:

RICHTIG

AUF­

DREHEN

Auf japanischen

Dancefloors, azorischen

Klippen und

salzburgischen Trails:

neue Ideen zur Selbstverwirklichung

nach

Art von Red Bull TV.

SO SIEHST DU

RED BULL TV

ÜBERALL

Red Bull TV ist deine globale

digitale Destination für

Entertainment abseits des

Alltäglichen, empfangbar

rund um die Uhr an jedem Ort

der Welt. Geh auf redbull.tv,

hol dir die App oder connecte

dich via Smart-TV.

Alle Infos: redbull.tv

1

Hip-Hop-Tänzer

Leo bei dem

Qualifier-Event in

Tokio, Juni 2018

Juni LIVE

RED BULL DANCE YOUR

STYLE: FINALE IN JAPAN

Bei Red Bull Dance Your Style gibt es nur eine Regel:

Begeistere das Publikum! In den ultimativen Manngegen-Mann-Streetdance-Battles

ist jeder Stil erlaubt,

Per formance und Show zählen mehr als perfekte Technik.

Diesen Monat auf dem Programm: das nationale

Finale der Streetdance-Großmacht Japan in Tokio.

22

Juni LIVE

RED BULL CLIFF

DIVING, PORTUGAL

Bereit für Cliff-Diving-Action? Wer für den

Destination Red Bull-Trip mit Orlando

Duque (siehe Seite 78) nicht freibekam,

kann zumindest via TV dabei sein.

9Juni LIVE

UCI MTB WORLD

CUP IN LEOGANG

Generalprobe für die weltbesten Downhiller:

Weil auf diesem Kurs 2020

die WM stattfindet, will dieses Jahr

jede/r in Leogang gute Figur machen.

THIS

SIDE OF

NOWHERE

17

Juni

ON AIR

Jeden dritten Montag

im Monat folgt

Veronica Vasicka den

Spuren elektronischer

Underground-

Künstler. In ihrer

Red Bull Radio-Show

um 20 Uhr holt

die New Yorker

Electro-Queen und

Minimal-Wave-Label-

Gründerin rebellische

Klangbastler vors

Mikro. Und spannt

den Bogen von legendären

Drum Machines

bis zu den Wurzeln

der Synthesizer-

Musik, von japanischen

Synth Tracks

bis zu australischem

Post-Punk.

AUFDREHEN:

REDBULLRADIO.COM

JASON HALAYKO/RED BULL CONTENT POOL, DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL, BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL

88 THE RED BULLETIN


Advertorial

Du liebst es, die Hotspots

der angesagtesten Städte

anzusteuern und auf urbane

Entdeckungstour zu gehen.

Dein perfektes Fahrzeug:

der Camper Van. Mit ihm

bist du immer mitten im Geschehen

und hast gleichzeitig

ein bequemes Nachtquartier.

Für dich braucht es nur

wenige Zutaten für den

idealen Urlaub: Sonne,

ein kühles Getränk und

chillige Musik. Dein perfektes

Fahrzeug: der Alkoven.

Zudem spendiert er dir

über das Dachfenster jede

Nacht einen gratis Blick

in den Sternenhimmel.

Egal ob Bike, Surfboard

oder Gleitschirm – du liebst

es, bei deinen sportlichen

Aktivitäten an deine Grenzen

zu gehen. Deine perfekten

Fahrzeuge: der kompakte

Van und der Teilintegrierte.

Beide bieten Platz

für all dein Equipment und

zum Erholen nach deinen

Abenteuern in der Natur.

Ohne deine Buddies oder

deine Family geht gar nichts.

Kein Problem, nimm sie

einfach mit. Dein perfektes

Fahrzeug: der Integrierte.

Das Raumwunder bietet so

viel Platz, dass ihr ausgiebig

kochen und quatschen könnt

und der Lieblingsschlafplatz

ist auch garantiert.

www.sunlight.de


HAMMER-HEIM

Dein Home ist mehr als nur dein Castle.

Diese Gadgets helfen dir, es frisch zu definieren:

als Rennstrecke, Tonstudio oder Kinosaal.

Text WOLFGANG WIESER

Fünf Rohre mit

tollen Schweißnähten

liefern

200 Watt Sound,

steuerbar per App

und Smartphone.

iXOOST

XILO ALL BLACK

GIB DIR DEN SOUND

AUS ALLEN ROHREN

Wenn Italiener ihre Leidenschaft

für Formel 1 und formidables

Handwerk in Einklang

bringen, steht ein Monster

vor dir: 18 Kilo schwer, einen

halben Meter hoch, 60 Zentimeter

breit. Dieses Audiosystem

beschallt dich aus

fünf Auspuffrohren – und dein

Sofa wird zur Klangwolke.

¤ 5000,–; ixoost.it

90 THE RED BULLETIN


H O M E E N T E R T A I N M E N T

LG POCKET

PHOTO SNAP

MACH DIR EIN BILD

Mit dieser Sofortbildkamera

kannst du dank eingebautem

Drucker jedes Bild kurz nach

dem Auslösen anfassen – und

so zum Beispiel einzigartige

Erinnerungen an deine letzte

Hausparty fabrizieren. Auch

für deine Smartphone-Fotos

kann die Kamera als mobiler

Drucker dienen.

lg.com; Bezug z. B. via real.de

Fotos teilen – analog und digital: Diese Kamera kann Bilder

selbst ausdrucken und auch ans Smartphone schicken.

BCON GAMING WEARABLE

BESCHLEUNIGE DEIN GAME

Der Bcon wiegt 40 Gramm, ist 63 Millimeter lang und

50 Millimeter breit – ein unspektakuläres schwarzes

Ding. Doch wenn du es dir erst um den Fuß gebunden

hast, wird es zur Wunderwaffe, mit der du deine Games

im Blitztempo steuerst – fabelhaft für deine Spielhöhle.

¤ 129,–; bcon.zone

MONTBLANC AUGMENTED PAPER

SCHREIB’S DIREKT IN DIE CLOUD

Du liebst es, mit der Hand zu schreiben – auf Papier?

Du willst deine Notizen aber auch digital zur Verfügung

haben? Dieses rote Buch ist die Lösung. Dank

Augmen ted Paper und einem speziellen Stift wird

alles, was du notierst, in deine digitale Welt übertragen

– willkommen in der Schreibstube der Zukunft!

¤ 730,–; montblanc.com

THE RED BULLETIN 91


FASETECH

RC4 4DOF

SPÜR DIE STRECKE

Wenn du dich erst einmal

angeschnallt hast, weißt du,

was es heißt, wirklich in

einem Boliden unterwegs zu

sein. Du spürst die Kurven,

hebst bei jeder Erschütterung

ab. Und wenn es mal wieder

knapp war, presst dich

die Anspannung zusätzlich

in den Sitz. Zum Durch starten

– auf dem Heimatring.

¤ 8749,–; fasetech.com

Dieser Stuhl

ist heiß:

Er macht dein

Zuhause zur

Rennstrecke –

und dich zum

Top-Piloten.

Das Wunder

geschieht, wenn

du sie aufsetzt:

Noch nie klang

Spielen schöner.

LG OLED65B8

SCHÄRFE DEINEN BLICK

Wenn das Pixel-Rauschen verschwindet, die Kontraste

grandios und die Farben brillant sind, liegt das am

Alpha-7-Prozessor in deinem LG Oled TV. Gemeinsam

mit einer Bilddiagonale von 65 Zoll (165 cm) und einem

feinen Soundsystem macht er dein Zuhause zum Kino.

¤ 1999,–; lg.com

SENNHEISER GSP 550

FÜHL DEN KLANG

Dolby Surround Sound in

bester Qualität, kristallklare

Sprachübertragung dank

Mikro mit Geräuschunterdrückung:

Diese Sennheiser-

Kopfhörer machen Gaming

zum Klangerlebnis – sie

lassen dich Geräusche fühlen,

als wärst du im Tonstudio.

¤ 249,–; sennheiser.com

92 THE RED BULLETIN


H O M E E N T E R T A I N M E N T

TOSHIBA RENKFORCE SOUNDBASE

STÄRKE DEINE BASIS

Kraftvollen 60-Watt-Sound mit satten Bässen liefert die

Renkforce Soundbase von Toshiba. Sie trägt übrigens

Fernsehgeräte bis zu einem Gewicht von 50 Kilo – ein

grundsolides Fundament für dein Home Entertainment.

¤ 79,99; conrad.at

TEUFEL STEREO L

EROBERE DIE BÜHNE

Zwei Lautsprecher mit dem Selbstbewusstsein eines

Rockstars: „In ihnen schlägt das Herz brillanter Vollblutmusiker,

die revolutionär aufspielen und mit kraftvollem

Sound alles von der Bühne fegen“, heißt es bei

Teufel. Für dich heißt das: My home is my stage.

¤ 1499,99; teufel.de

THE RED BULLETIN 93


H O M E E N T E R T A I N M E N T

ACER TRAVELMATE X5

MACH ES DIR LEICHT

Dieses Notebook hat eine

harte Schale und einen flotten

Kern: Das 15 Millimeter

schlanke Travelmate X5 hat

ein Gehäuse aus Magnesiumlegierungen.

Das macht es

robuster, trotzdem wiegt es

weniger (unter 1 kg) als seine

Alu-Kollegen. So macht es dir

die Arbeit um einiges leichter

– auch im Homeoffice.

¤ 1099,–; acer.com

Schlanker

Begleiter mit

schnellem Kern,

einem i5 Core

Prozessor

Die virtuelle Welt lässt sich

mit Handarbeit kontrollieren.

SENSORYX VR FREE GLOVES

WERDE ZUM HANDHELD

Sobald du deine VR Free Gloves übergezogen hast,

hast du dein Gaming-Leben in der Hand: ohne Controller,

ohne Kabel. So wird das Dirigieren der virtuellen Realität

zur lockeren Fingerübung.

Preis auf Anfrage; sensoryx.com

SONY XPERIA 10

GÖNN DIR DIE BREITSEITE

Es gibt Momente, in denen Größe doch eine Rolle spielt.

Zum Beispiel wenn du dieses schlanke (8,4 mm) und

leichte (162 g) Smartphone in die Hand nimmst. Denn

es macht mit seinem 21:9-Display sogar dein Badezimmer

zum Kinosaal (mit Filmen im Breitbildformat).

¤ 349,–; sonymobile.com

94 THE RED BULLETIN


LEXIP PU94

SPIEL MIT DER MAUS

Eine Maus im Haus kann eine wunderbare Sache sein.

Vor allem dann, wenn sie gleich zwei Joysticks an Bord

hat wie dieses Modell. Einer sitzt unsichtbar am Boden,

der andere seitlich links und wird mit dem Daumen

gesteuert. Belebt dein Spiel, bringt Schwung ins Heim.

¤ 129,90; lexip.co

JABRA EVOLVE 65T

HÖR, WAS DU WILLST

Immer verbunden – dank

einer Akkulaufzeit von bis zu

15 Stunden kannst du etwa

beim Hometraining Heavy

Metal hören, ohne deine Mitbewohner

zu stören. Wenn

du selbst deine Ruhe willst,

kannst du den Trubel der

anderen per Noise-Cancelling

quasi ausschalten.

¤ 362,–; jabra.com

HARMAN SOUNDSTICKS

DURCHSCHAUE DEINE MUSIK

Ihre transparente Optik machen die SoundSticks zum

ab so luten Hingucker. Ihre 40 Watt mit perfekter Abstimmung

von Subwoofer und Satelliten verwandeln

jede Listening-Session in ein Klangerlebnis – egal ob die

Musik vom Smartphone, MP3-Player oder Laptop kommt.

¤ 279,–; harmankardon.at

THE RED BULLETIN 95


IMPRESSUM

THE RED

BULLETIN

WELTWEIT

Aktuell

erscheint

The Red Bulletin in

sieben Ländern. Die

Coverstory unserer

Frankreich-Ausgabe

zeigt Diablo, den

neuen Tanz-Star aus

unserem Nachbarland,

dessen Geschichte

in einem

Armenviertel in

Nizza begann.

Mehr Storys abseits des

Alltäglichen gibt’s auf:

redbulletin.com

Chefredakteur

Alexander Macheck

Stv. Chefredakteure

Waltraud Hable, Andreas Rottenschlager

Creative Director

Erik Turek

Art Directors

Kasimir Reimann (Stv. CD),

Miles English, Tara Thompson

Head of Photography

Fritz Schuster

Deputy Head of Photography

Marion Batty

Photo Director

Rudi Übelhör

Chefin vom Dienst

Marion Lukas-Wildmann

Managing Editor

Ulrich Corazza

Freie Mitarbeiter

Jakob Hübner, Werner Jessner,

Alex Lisetz, Nina Treml, Stefan Wagner

Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de

Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz

Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas,

Eva Kerschbaum, Tahira Mirza

Global Head of Media Sales

Gerhard Riedler

Head of Media Sales International

Peter Strutz

Head of Commercial & Publishing Management

Stefan Ebner

Publishing Management

Sara Varming (Ltg.), Bernhard Schmied,

Melissa Stutz, Mia Wienerberger

Communication

Christoph Rietner

Head of Creative

Markus Kietreiber

Creative Solutions Eva Locker (Ltg.),

Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart

Commercial Design

Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch,

Simone Fischer, Martina Maier

Anzeigendisposition

Manuela Brandstätter, Monika Spitaler

Herstellung

Veronika Felder

Produktion

Walter O. Sádaba, Friedrich Indich,

Sabine Wessig

Lithografie

Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad

Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher

Office Management

Yvonne Tremmel (Ltg.), Alexander Peham

MIT-Experte Michael Thaler

Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus

Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb),

Victoria Schwärzler, Yoldaş Yarar (Abo)

Verlagsanschrift

Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien

Telefon +43 1 90221-0

Fax +43 1 90221-28809

Web redbulletin.com

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Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-

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96 THE RED BULLETIN


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F.A.Z.

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Perfekter Abgang

Gut abgehangen

Er kann einfach nicht anders: Selbst beim Strandbesuch in Santa Monica, Kalifornien,

sucht der bayerische Extremkletterer Alexander Megos immer den nächsten Kick –

und lässt für den Fotografen am Muscle Beach die Muskeln spielen.

Megos’ Expeditionen: redbull.com

Die nächste

Ausgabe des

RED BULLETIN

erscheint

am 11. Juni

2019.

KEN ETZEL/RED BULL CONTENT POOL DAVID MAYER

98 THE RED BULLETIN


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