SPORTaktiv Juni 2019

Sportaktiv.Magazin

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M T B

AUS LEIDENSCHAFT

WIRD ANTRIEBSKRAFT

98 SPORTaktiv

Kohl aus. „2019 ist das erste Jahr, wo

nicht mehr diskutiert wird. Die

Scheibe hat sich durchgesetzt. Sie

funktioniert ja auch viel besser.“ Zur

Felgenbremse greifen nur noch Gewichtsfetischisten

und echte Traditionalisten.

„Das sind wenige.“ Den Aero-Trend

sieht der 37-Jährige grundsätzlich

skeptisch: „Das ist eben auch

eine Frage von Design und Optik,

weil Aero einfach geiler ausschaut.

Aber von den Tests früher im Windtunnel

weiß ich noch, wie viel Watt

man zunichtemacht, wenn man nur

den Kopf schief hält.“ Sein Fazit:

überbewertet.

DAS GEWICHT

„Rennräder für den Einsteiger sollten

maximal 8 bis 8,5 kg haben, Topgeräte

kommen an die 6,5 kg heran, das

ist von der Fahrstabilität noch akzeptabel“,

meint Kohl. „Ich bin schon

mit fünf Komma irgendwas gefahren,

das war schon sehr instabil.“ Für offizielle

Rennen dürfen Räder nach wie

vor nicht leichter als das UCI-Limit

von 6,8 kg sein. Kohls Tipp: Bei der

Ausstattung sparen, zu einem günstigeren

Modell greifen und das gesparte

Geld in hochwertige Laufräder (Naben,

Felgen, Reifen) stecken. „Die

Frage ist immer, wo ist das Gewicht?

Leichte Laufräder bringen sehr viel.“

DIE BREMSE

Bereits geklärt, Scheibenbremsen.

Kohl: „Shimanos Scheiben funktionieren

am besten.“

„AERO SIEHT HALT

GEILER AUS. ABER VON

DEN TESTS FRÜHER IM

WINDKANAL WEISS ICH

NOCH, WIE VIEL WATT

MAN ZUNICHTEMACHT,

WENN MAN NUR DEN

KOPF SCHIEF HÄLT.“

DIE SCHALTUNG

Schaltseil? Elektronik? Funk? „Das

klärt das Budget“, meint Kohl pragmatisch.

Bei Einstiegsrädern bleibt das

herkömmliche Schaltseil als Günstiglösung

konkurrenzlos. Ab 3500 bis

4000 Euro werden elektronische

Schaltungen wie Shimanos Di2 ein

Thema, Funksysteme wie Srams abartig

teuren 12-fach-AXS-Gruppen erst

weit darüber. Kohl selbst fährt Di2 am

modernen BMC-Renner und „für

Sonntagsausfahrten“ im Italien-Stil Bianchi

und Campagnolo. Japan-Riese

Shimano dominiert beim Rennrad

„wohl zu 98 Prozent“ den Schaltungssektor,

schätzt Kohl. Die 105er- und

darüber Ultegra- und Dura-Ace-Gruppen

sind Shimanos Messlatten.

DIE REIFENBREITE

25 mm breite Reifen sind Standard,

Komfortrenner gehen auf 28 mm und

bis 32 mm. „Entscheidend ist der richtige

Reifendruck.“ Je nach Felgen und

Reifenbreite gibt es Empfehlungen,

Faustregel aber keine. Kohl: „Die

Wahrheit liegt meist irgendwo zwischen

sieben und acht Bar.“

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