SPORTaktiv Juni 2019

Sportaktiv.Magazin

Schwitzen im Sand, der dem auf der Copa

Cabana nachempfunden ist. Erkenntnis

unseres Reporters Markus Geisler nach

einer anstrengenden Trainingseinheit:

Größe und Kraft sind beim Beachvolleyball

sicherlich nicht alles, aber ganz bestimmt

kein Nachteil.

kante sind“, analysiert Alex. „Okay,

lass uns das Netz ein paar Zentimeter

hinunterkurbeln“, schlägt Clemens

vor. Gute Idee, denn bei der Originalhöhe

von 2,43 Metern (bei Frauen

2,24 Meter) habe ich mit meinen 1,83

Metern Körpergröße ohne Trittleiter

kaum eine Chance, einen Schmetterball

hinzubekommen. „Alles eine Frage

des Timings“, sagt Clemens. Und

Alex spielt mir zu Übungszwecken ein

paar Bälle am Netz auf, die ich so

kraftvoll wie möglich im gegnerischen

Feld unterbringen soll. Die Schwierigkeit

dabei ist bei all den Gedanken,

die mir durch den Kopf rasen, zu wissen,

wann der ideale Zeitpunkt zum

Abspringen ist. „Ich sage ‚jetzt‘, dann

nimmst du Anlauf und springst mit

beiden Beinen ab“, hilft Alex. Hat geklappt,

wenn auch mehr in der Theorie

als in der Praxis.

Aufschlagwechsel, jetzt darf ich den

Ball ins Spiel bringen. Hochwerfen,

mit dem linken Zeigefinger auf den

Ball zeigen und mit der möglichst vollen

rechten Hand und gespreizten

Fingern die Kugel erwischen. „Im Idealfall

klappst du die Finger ab, wenn

du den Ball triffst, dann bekommt er

den nötigen Drall“, gibt Clemens einen

Tipp. Endlich etwas, das auch

beim ersten Mal halbwegs funktioniert,

denke ich, ehe der Ball schon

wieder zurückgeschossen kommt und

von meinen ausgestreckten Armen ins

Feld katapultiert wird, allerdings in

das nebenan. „Du darfst nicht versuchen,

dem Ball Schwung zu geben,

musst ihn eher dämpfen“, sagt Alex.

„Aber immerhin hast du keine Angst

vor dem Ball, das ist gut.“ Wenn das

Spiel an einem vorbeirauscht, ist man

schon für das kleinste Lob dankbar.

Zum Schluss möchte ich noch unbedingt

wissen, was es mit den ominösen

Handzeichen auf sich hat, die

sich die Spieler hinter dem verlängerten

Rücken geben. Ein Finger mit der

linken, zwei mit der rechten Hand

oder umgekehrt. „Ach, das ist total

unspektakulär“, wiegelt Alex ab. „Das

zeigt nur an, ob man den Spieler auf

seiner Linie oder in der Diagonalen

blockt. Dementsprechend muss der

Aufschläger die andere Seite des Feldes

abdecken.“ Wäre auch das geklärt.

Clemens Doppler und Alex Horst packen

ihre Taschen, am nächsten Tag

geht es für sie zu einem Turnier nach

Brasilien. Und für mich unter die Dusche,

die ich mir nach diesen eineinhalb

Stunden redlich verdient habe.

Foto: Beach Majors/Mitter

WELTKLASSE

IN WIEN

AUF DER DONAUINSEL FINDEN

AUCH HEUER WIEDER 160

BEACHVOLLEYBALL-MATCHES

AUF TOP-NIVEAU STATT.

Im Rahmen der Beach Volleyball

Major Series findet vom 31. Juli

bis 4. August das A1 Major Vienna

presented by Swatch statt. Auf der

Donauinsel (zwischen Floridsdorfer

und Brigittenauer Brücke) matchen

sich 64 Teams um das Gesamt-Preisgeld

von 600.000

US-Dollar, allein für die Sieger-Duos

der Frauen- und Herren-Competition

springen je 60.000 US-Dollar heraus.

Und das bei gigantischer

Stimmung auf dem 8000 Sitzplätze

fassenden Court. Genau an dieser

Stelle feierten Clemens Doppler

und Alexander Horst 2017 ihren

größten Triumph, als sie bei der

Heim-WM die Silbermedaille ergatterten.

Aber nicht nur deshalb gehört

das Heimspiel in Wien zu den

Lieblingsevents der beiden. „Wir

sind so viel unterwegs und genießen

es in vollen Zügen, uns unserem

Stammpublikum zu präsentieren.“

Für das Turnier auf der insgesamt

49.000 Quadratmeter großen

Veranstaltungsfläche werden übrigens

100 Lkw-Ladungen mit 2500

Tonnen Sand verarbeitet. Und wer

mag, kann im Sinne der Nachhaltigkeit

nachher einen Teil des Sandes

für 10 Euro pro Tonne erwerben,

allerdings mit Selbstabholung.

SPORTaktiv

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