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Leseprobe stahl und eisen 05/2019

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ISSN 0340-4803<br />

5/<strong>2019</strong><br />

Mai <strong>2019</strong><br />

Zeitschrift für die<br />

Herstellung <strong>und</strong><br />

Verarbeitung von<br />

Eisen <strong>und</strong> Stahl<br />

Maenken Kommunikation GmbH<br />

Von-der-Wettern-Straße 25 · 51149 Köln<br />

PVSt, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, 6447


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Kollektiv oder Kapital?<br />

Das Duell der Systeme hatte eigentlich der Kapitalismus gewonnen.<br />

So war nach dem Fall des Eisernen Vorhangs jedenfalls die einhellige<br />

Meinung. Der US-Politologe Francis Fukuyama rief 1992 gar das „Ende<br />

der Geschichte“ aus. Und heute? Da feiert der Sozialismus (mal wieder)<br />

fröhliche Urstände: Der junge Sozialdemokrat Kevin Kühnert fordert<br />

ungeniert die Verstaatlichung von Unternehmen wie BMW <strong>und</strong> die Reaktionen<br />

darauf sind bezeichnend. Aus der Riege der führenden SPD-Vertreter regt sich<br />

offiziell kein Widerstand, dafür regen sich bei Teilen des Wahlvolks die Hände<br />

zum Applaus. Kühnert bekam beim Wahlkampfauftakt der SPD in Saarbrücken<br />

deutlich mehr akustische Unterstützung als die etablierte Garde seiner Partei.<br />

In eine dirigistische Richtung driftet auch B<strong>und</strong>eswirtschaftsminister Peter Altmaier<br />

von der CDU: Er wünscht sich den Auf bau „europäischer Champions“ <strong>und</strong><br />

skizziert in seiner „Nationalen Industriestrategie 2030“ eine Position, die sich auch<br />

als allwissender <strong>und</strong> klug planender Staat interpretieren lässt. Dabei zeigen doch<br />

schon die rechtlichen <strong>und</strong> steuerlichen Rahmenbedingungen, dass der Politik<br />

Einschränkungen wichtiger sind als Rückenwind. Wie wenig übergeordnetes Interesse<br />

augenscheinlich an großen, kontinental wettbewerbsfähigen Unternehmen<br />

besteht, zeigt sich auch an der abgesagten Fusion von thyssenkrupp mit Tata Steel<br />

Europe, die uns kurz vor Drucklegung ereicht hat. Die EU-Wettbewerbskommissarin<br />

Margrethe Vestager hatte so viele „Wünsche“, dass den Unternehmen ein<br />

Zusammenschluss ökonomisch nicht mehr sinnvoll erschien.<br />

Wäre das jetzt nicht ein guter Anlass für Altmaier <strong>und</strong> Kühnert, als hiesiges<br />

Pilotprojekt die Sache mit Kollektivierung <strong>und</strong> staatlicher Lenkung bei thyssenkrupp<br />

konsequent umzusetzen? Ich meine: nein. Kurzfristig behielten je 2 000<br />

Mitarbeiter der Stahlsparte, von sonstigen Bereichen in Deutschland sowie im<br />

Ausland ihre Stellen. Aber alles bliebe wie es ist <strong>und</strong> langfristig wäre der Niedergang<br />

ein realistisches Szenario. Wie haben hierzulande mit der DDR historisch<br />

<strong>und</strong> aktuell auf die Distanz mit Venezuela zwei gute Beispiele, wie sich durch<br />

staatlichen Einfluss ganze Länder abwirtschaften lassen. Insofern ist es besser,<br />

thyssenkrupp selbst den Umbau zu einer Holding zu überlassen.<br />

Torsten Paßmann,<br />

Redaktionsleiter<br />

Passend zur METEC<br />

empfehle ich Ihnen<br />

den Besuch von<br />

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Event des Jahres stets<br />

aktuell informiert.<br />

Aber wie stehen Sie zu zur Frage „Kollektiv oder Kapital“? Sprechen Sie uns auf<br />

Twitter oder Facebook an. Wir freuen uns über Ihre Meinung! Ansonsten wünsche<br />

ich Ihnen im Namen des gesamten Redaktions teams eine angenehme Lektüre.<br />

Torsten Paßmann<br />

Redaktionsleitung<br />

PS: Wenige Tage nach Erscheinen dieser Ausgabe findet die Europawahl statt.<br />

Wir verzichten bewusst auf eine Wahlempfehlung. Bis dato ist das Parlament<br />

eher schwach, während die wahre Macht in den Kommissionen sitzt. Und deren<br />

Leitung wird bekanntlich von den Länderregierungen ausgekungelt.<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 139 (<strong>2019</strong>) Nr. 5<br />

3


Mai <strong>2019</strong><br />

Zeitschrift für die<br />

Herstellung <strong>und</strong><br />

Verarbeitung von<br />

Eisen <strong>und</strong> Stahl<br />

ISSN 0340-4803<br />

01-02-U1-U4-<strong>05</strong>19.indd 1 13.<strong>05</strong>.19 14:20<br />

28<br />

48<br />

Komplexe Strömungs simulation<br />

industrieller Großöfen mittels CFD<br />

Eine Studie hat sich damit beschäftigt, Potenziale für die<br />

Konstruktion von <strong>und</strong> Prozessoptimierung in Industrieöfen<br />

aufzudecken.<br />

Mehrzweckrichtmaschine mit<br />

mehr Flexibilität<br />

Um unterschiedliche Bleche richten zu können<br />

<strong>und</strong> die Investitionskosten niedrig zu halten,<br />

braucht es entsprechende Richtanlagen.<br />

INHALT<br />

Ausgabe 5/<strong>2019</strong><br />

AKTUELLES<br />

INNOVATION + ENTWICKLUNG<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 5/<strong>2019</strong> Umformung ∙ Ofenbau · Messen 139. Jahrgang<br />

5/<strong>2019</strong><br />

Maenken Kommunikation GmbH<br />

Von-der-Wettern-Straße 25 · 51149 Köln<br />

PVSt, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, 6447<br />

6 Namen + Nachrichten: thyssenkrupp,<br />

voestalpine <strong>und</strong> mehr<br />

8 Wirtschaft + Industrie: GMTN, Salzgitter,<br />

Heraeus, Ländermeldungen <strong>und</strong> mehr<br />

TECHNIK + TRENDS<br />

Umformung / Metal Forming<br />

48 Neue flexible Mehrzweckrichtmaschine<br />

für (Warm-) Grobbleche <strong>und</strong> Stahlbänder<br />

New Flexible Multi-Purpose (Hot) Plate Leveler<br />

for Thin and Thick gauges<br />

Alexander Meyer, Babak Taleb Araghi,<br />

Enrico Zambon, Kerry Winklhofer<br />

© Titel-/Coverphoto:<br />

Brunnhuber<br />

Gießpfannenkran im<br />

Einsatz<br />

Ofenbau / Furnace Building<br />

28 Complex numerical flow simulation of<br />

industrial large-scale furnaces using<br />

Computational Fluid Dynamics<br />

Komplexe numerische Strömungssimulation<br />

von industriellen Großöfen mittels<br />

Computational Fluid Dynamics<br />

Niklas Wichmann, Dr. Krzysztof Hornig<br />

36 GMNT: Digitalisierung, Messlösungen<br />

<strong>und</strong> technische Innovationen<br />

54 Gezielte Lenkung des Materialflusses<br />

erweitert Formenvielfalt im Freiformschmieden<br />

Controlling the material flow in open-die<br />

forging to increase the range of producible<br />

geometries<br />

Martin Wolfgarten, Fridtjof Rudolph, Gerhard Hirt,<br />

Hanno Schäfer, Reinhard Schwarz<br />

60 3D-Metalldruck für den Schreibtisch<br />

40 Steuerung <strong>und</strong> Überwachung von<br />

Maschinen mit 5G-Mobilfunkstandards<br />

4<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 139 (<strong>2019</strong>) Nr. 5


54 92<br />

Foto: WZV<br />

Erweiterte Formenvielfalt im<br />

Freiformschmieden<br />

Mit einem neuen Verfahrensansatz ist es möglich,<br />

durch variable Biegeachsen das Formenspektrum im<br />

Freiformschmieden signifikant zu erhöhen.<br />

Berghütten aus Edel<strong>stahl</strong><br />

Im Hochgebirge sind vormals spartanische<br />

Schutzhütten aus Holz moderner, oftmals<br />

spektakulärer Architektur gewichen.<br />

UNTERNEHMEN + MÄRKTE<br />

68 ArcelorMittal testet neue Technologie zur<br />

Rückgewinnung von Wasser<br />

70 Praxisbericht: Automatisierung im Stahlwerk<br />

74 210-t-Gießpfannenkran für den<br />

Dauertransport von Flüssig<strong>eisen</strong><br />

RECHT + SERVICE<br />

80 Geschäftsgeheimnisse schützen<br />

84 Verschärfung im Datenschutz durch<br />

ePrivacy-Verordnung<br />

BERUF + KARRIERE<br />

86 Mitarbeiterges<strong>und</strong>heit <strong>und</strong> die „Generation Z“<br />

PRISMA<br />

94 Edel<strong>stahl</strong> in den Bergen<br />

STANDARDS<br />

03 Editorial<br />

90 Termine<br />

90 Mitglieder Stahlinstitut VDEh<br />

96 Digital<br />

98 Themen im nächsten Heft<br />

98 Impressum<br />

Automatic Klein 9<br />

BM Group (iSmartsteel) 23<br />

Bobe Industrie-Elektronik 25<br />

Combilift69<br />

Glama Maschinenbau 21<br />

Grünewald21<br />

Mat19<br />

MEORGA 43<br />

Messe Düsseldorf 11<br />

Anzeigen in dieser Ausgabe<br />

Optris27<br />

Otto Junker 85<br />

RHI Magnesita 99<br />

Ruebsamen61<br />

R + W 89<br />

Siempelkamp100<br />

SMS group 2<br />

Stahlinstitut VDEh 95<br />

Untitled Exhibitions 7<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 139 (<strong>2019</strong>) Nr. 5 5


AKTUELLES<br />

Namen + Nachrichten<br />

Siegfried Russwurm vervollständigt Aufsichtsrat bei thyssenkrupp<br />

Kompetenz als Fertigungstechniker<br />

<strong>und</strong> umfangreiche<br />

Konzernerfahrung – das sind<br />

zwei der Eigenschaften, die<br />

Prof. Dr. Siegfried Russwurm<br />

auszeichnen <strong>und</strong> die er als neues<br />

Mitglied in den Aufsichtsrat<br />

von thyssenkrupp mitbringt.<br />

Prof. Dr. Siegfried Russwurm gilt als einer „der Wegbereiter<br />

der Digitalisierung der Industrie“.<br />

Fotos: www.siemens.com/presse<br />

Der langjährige Siemens-Mann<br />

Russwurm hat in dem bayerischen<br />

Industriekonzern eine Karriere bis<br />

in den Vorstand absolviert. Der<br />

promovierte Fertigungstechniker<br />

war unter anderem zuständig für<br />

den Sektor Industrie <strong>und</strong> zuletzt für<br />

die Medizintechniksparte Siemens<br />

Healthineers. Er fungierte auch als<br />

Chief Technology Officer von Siemens<br />

<strong>und</strong> hat in dieser Funktion<br />

die digitale Transformation des Unternehmens<br />

vorangetrieben. Darüber<br />

hinaus war er unter anderem<br />

Vorsitzender von Gesellschafterausschuss<br />

<strong>und</strong> Aufsichtsrat bei Voith.<br />

Der Nominierungsausschuss <strong>und</strong><br />

das Präsidium des Aufsichtsrats<br />

von thyssenkrupp hatten im April<br />

vorgeschlagen, Russwurm in den<br />

Aufsichtsrat von thyssenkrupp zu<br />

berufen. Nötig wurde dieser Schritt<br />

aufgr<strong>und</strong> des freiwilligen Ausscheidens<br />

von Hans-Peter Keitel ein Jahr<br />

vor Ablauf seines Mandats. Aufsichtsratsvorsitzende<br />

Martina Merz<br />

begrüßt die Einigung auf <strong>und</strong> mit<br />

Russwurm: Der Aufsichtsrat sei<br />

davon überzeugt, dass Russwurm,<br />

der „international als einer der<br />

Wegbereiter der Digitalisierung der<br />

Industrie gilt“, das Gremium „mit<br />

seiner industriellen <strong>und</strong> technologischen<br />

Kompetenz bereichern“<br />

werde. Es sei vorgesehen, die Bestellung<br />

durch das Registergericht<br />

kurzfristig zu beantragen.<br />

thyssenkrupp<br />

www.thyssenkrupp.com<br />

Helmut Gruber wird neuer Technikvorstand der Steel Division<br />

von voestalpine<br />

Die Nachfolgeregelung für den<br />

voestalpine-Gesamtvorstand<br />

Wolfgang Eder hat eine Rotation<br />

in Gang gesetzt, die sich nun<br />

dem Ende zuneigt.<br />

Helmut Gruber: bei voestalpine<br />

seit 1997 an Bord<br />

Mit dem zum 3. Juli avisierten<br />

Aufstieg von Herbert Eibensteiner<br />

an die Konzernspitze wurde dessen<br />

Position als Vorstandsvorsitzender<br />

der Stahlsparte frei, die<br />

planmäßig Hubert Zajicek übernehmen<br />

soll. Damit wurde im<br />

vierköpfigen Vorstand der Steel<br />

Division seine Position als Technik-Chef<br />

frei, die nun Helmut<br />

Gruber übernehmen wird. Der<br />

47-jährige hatte zuletzt die technische<br />

Leitung für die Bandproduktion<br />

inne <strong>und</strong> wird ab Anfang<br />

Juli die Verantwortung für den<br />

gesamten Bereich Technik in der<br />

umsatzstärksten Division von<br />

voestalpine übernehmen.<br />

Gruber begann seinen Berufsweg<br />

mit einer Lehre in Betriebselektrik,<br />

absolvierte berufsbegleitend<br />

die HTL für<br />

Elektrotechnik <strong>und</strong> trat 1997 als<br />

Betriebsingenieur bei voestalpine<br />

Stahl in Linz ein. Als Projektleiter<br />

der Großinvestition „Feuerverzinkungsanlage<br />

4“ <strong>und</strong> anschließend<br />

als Betriebsleiter des elektrotechnischen<br />

Zentrums des<br />

Gesamtstandortes Linz konnte<br />

Gruber Projekt- <strong>und</strong> Führungserfahrung<br />

in der Division sammeln.<br />

In der Folge war er Geschäftsführer<br />

von voestalpine Standortservice,<br />

bevor er mit Jahresbeginn<br />

<strong>2019</strong> die technische Leitung des<br />

Unternehmensbereiches „Band“,<br />

der sämtliche Wertschöpfungsschritte<br />

der Bereiche Walzen <strong>und</strong><br />

Veredelung von höchstqualitativen<br />

Stahlbändern umfasst, übernommen<br />

hat. Berufsbegleitend<br />

absolvierte er in den vergangenen<br />

Jahren das Studium „Mechatronik<br />

<strong>und</strong> Wirtschaft“ an der Fachhochschule<br />

Wels <strong>und</strong> ein Global Executive<br />

MBA Studium. Hubert Zajicek<br />

als Chef der Division <strong>und</strong><br />

Gruber als Techniker vervollständigen<br />

Pauline Seidermann (Finanzen)<br />

<strong>und</strong> Wolfgang Mitterdorfer<br />

(Vertrieb) das Gremium.<br />

voestalpine<br />

www.voestalpine.com<br />

6<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 139 (<strong>2019</strong>) Nr. 5


Andreas Kersch ist neuer Supply-Chain-<br />

Manager bei Wuppermann<br />

Ab sofort übernimmt Andreas<br />

Kersch die neugeschaffene<br />

Position als Geschäftsführer<br />

Supply-Chain-Management<br />

(SCM) bei der Wuppermann<br />

Stahl GmbH in Leverkusen. In<br />

dieser Funktion koordiniert<br />

er für das traditionsreiche<br />

Familienunternehmen in der<br />

Stahlbranche gruppenübergreifend<br />

die Versorgungskette.<br />

Andreas Kersch hat seine gesamte<br />

berufliche Lauf bahn im SCM-Bereich<br />

verbracht. Seit 2012 hatte<br />

der 45-Jährige fast durchgehend<br />

Positionen als Geschäftsführer<br />

inne. Zuletzt war der der Jurist<br />

beim Spezialisten für Entwässerungstechnik<br />

ACO Passavant<br />

GmbH tätig. Mehr als ein Jahrzehnt<br />

internationale Erfahrung<br />

sammelte Kersch zudem in China<br />

<strong>und</strong> Korea.<br />

Andreas Kersch<br />

Neue Zusammensetzung des Verwaltungsrats<br />

bei Schmolz + Bicken bach<br />

Auf der Generalversammlung<br />

der Schmolz + Bickenbach AG<br />

aus Luzern, Schweiz, wurden<br />

alle sich zur Wiederwahl<br />

stellenden Verwaltungsratsmitglieder<br />

im Amt bestätigt:<br />

Michael Büchter, Martin<br />

Haefner, Isabel Corinna Knauf<br />

<strong>und</strong> Dr. Oliver Thum. Zudem<br />

wurden Jens Alder als neuer<br />

Verwaltungsratspräsident<br />

sowie Alexey Moskov <strong>und</strong><br />

Adrian Widmer neu in den<br />

Verwaltungsrat gewählt.<br />

Auch der Vergütungsausschuss<br />

setzt sich neu zusammen aus dem<br />

bisherigen Mitglied Isabel Corinna<br />

Knauf sowie den neu ins Gremium<br />

gewählten Alexey Moskov<br />

<strong>und</strong> Jens Alder, der zudem dem<br />

Ausschuss vorsitzt.<br />

Jens Alder ist neuer Verwaltungsratspräsident<br />

bei Schmolz +<br />

Bicken bach<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 139 (<strong>2019</strong>) Nr. 5 7


AKTUELLES<br />

Namen + Nachrichten<br />

Neue Stahlköpfe im Saarland<br />

In der saarländischen Stahlindustrie<br />

hat Martin Baues<br />

eine Doppelfunktion übernommen.<br />

Reinhard Störmer<br />

stieg in der Montan-Stiftung<br />

Saar vom Stellvertreter zum<br />

Vorsitzenden auf.<br />

Der Aufsichtsrat von Dillinger<br />

hat jüngst Martin Baues für die<br />

Dauer von fünf Jahren zum Vorstandsmitglied<br />

verantwortlich<br />

für Technik ernannt. Zudem hat<br />

der Aufsichtsrat der SHS – Stahl-<br />

Holding-Saar Baues gleichfalls für<br />

die Dauer von fünf Jahren zum<br />

Mitglied der Geschäftsführung ernannt.<br />

Baues, der bereits seit 2012<br />

auch Mitglied des Vorstands von<br />

Saar<strong>stahl</strong> ist, war von April 2016<br />

an Sprecher der Geschäftsführung<br />

der Saarschmiede GmbH Freiformschmiede,<br />

aus der er Ende Februar<br />

ausgetreten ist. Baues verantwortet<br />

zukünftig in Personalunion den<br />

Bereich Technik von Dillinger <strong>und</strong><br />

von Saar<strong>stahl</strong>. Das setze u.a. den<br />

eingeschlagenen Kurs fort, dass die<br />

Stahlunternehmen Dillinger <strong>und</strong><br />

Saar<strong>stahl</strong> weiter zusammenwachsen,<br />

heißt es.<br />

Reinhard Störmer, Vorsitzender<br />

des Aufsichtsrates der SHS – Stahl-<br />

Holding-Saar, wurde im März zum<br />

Vorsitzenden des Kuratoriums der<br />

Montan-Stiftung-Saar als Nachfolger<br />

des plötzlich verstorbenen Dr.<br />

Fotos: Dirk Martin/Saar<strong>stahl</strong> AG<br />

Michael H. Müller (siehe <strong>stahl</strong> <strong>und</strong><br />

<strong>eisen</strong> 3/19, S. 12) gewählt. Störmer<br />

ist bereits seit November 2010 Mitglied<br />

des Kuratoriums <strong>und</strong> war ab<br />

August 2016 auch stellvertretender<br />

Vorsitzender.<br />

Saar<strong>stahl</strong><br />

www.saar<strong>stahl</strong>.de<br />

Reinhard Störmer (li.) ist neuer Vorsitzender der Montan-Stiftung, eine<br />

Doppelfunktion bei Dillinger <strong>und</strong> SHS übernimmt Martin Baues.<br />

Stahlrecycling mal anders<br />

André Rieu möchte die Stahlgerüste von seiner 2008er<br />

Konzerttour für die Restauration von Notre Dame spenden.<br />

Der Brand des französischen<br />

Kulturdenkmals Notre Dame<br />

war nicht nur ein Schock für<br />

jeden Franzosen, auch international<br />

hat die Katastrophe<br />

tiefe Bestürzung ausgelöst.<br />

So ist es nicht verw<strong>und</strong>erlich,<br />

dass Spenden aus der ganzen<br />

Welt für den Wiederaufbau<br />

eingetroffen sind. Eine Spende<br />

der besonderen Art hat der<br />

niederländische Starviolinist<br />

André Rieu im Sinn. Über<br />

seinen Twitter-Account unterbreitet<br />

er den Vorschlag, 700 t<br />

Stahl zu spenden.<br />

Bei dem Stahl handelt es sich nicht<br />

um irgendwelches Altmetall, sondern<br />

um Stahlgerüste, die für den<br />

Nachbau des Schloss Schönbrunn<br />

auf der 2008er Konzerttour verwendet<br />

wurden. Die damalige<br />

Nachbildung des Schlosses annähernd<br />

in Originalgröße war eines<br />

der größten Sets, das jemals für eine<br />

Wanderausstellung gebaut wurde.<br />

Es war 125 Meter breit, 30 Meter<br />

tief <strong>und</strong> 35 Meter hoch. In Paris<br />

sollen nach Rieus Vorstellung die<br />

Stahlgerüste des legendären Bühnensets<br />

bei der Restauration von<br />

Notre Dame zum Einsatz kommen.<br />

8<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 139 (<strong>2019</strong>) Nr. 5


Wirtschaft + Industrie<br />

Verringerte CO 2<br />

-Emissionen durch Wasserstoffverfahren<br />

Neues Dekarbonisierungs-<br />

Projekt von thyssenkrupp<br />

erhält Fördermittel<br />

Thyssenkrupp Steel Europe startet ein wegw<strong>eisen</strong>des Projekt für eine klimafre<strong>und</strong>liche<br />

Stahlproduktion in Duisburg: Der Konzern will die Dekarbonisierung mit Wasserstoff<br />

statt Kohle vorantreiben. Die Landesregierung NRW fördert das Vorhaben im Rahmen der<br />

Initiative IN4climate.NRW.<br />

Den ersten Förderbescheid im<br />

Rahmen der neuen Initiative IN-<br />

4climate.NRW, mit der die Landesregierung<br />

innovative Transformationsprozesse<br />

in der Industrie<br />

unterstützt, übergab Landeswirtschaftsminister<br />

Andreas Pinkwart<br />

(FDP) Mitte April an thyssenkrupp<br />

Steel Europe. Bei dem Projekt am<br />

Standort Duisburg geht es darum,<br />

die Dekarbonisierung der Stahlproduktion<br />

durch den Einsatz<br />

von Wasserstoff zu unterstützen.<br />

In der ersten Projektphase soll<br />

zunächst der Einsatz von Wasserstoff<br />

an einer von 28 Blasformen<br />

eines Hochofens getestet werden.<br />

„Das ist ein Novum <strong>und</strong> so bislang<br />

in der Industrie noch nicht umgesetzt<br />

worden. Wir werden die<br />

Ergebnisse dieser Testphase genau<br />

analysieren <strong>und</strong> wollen dann in<br />

einer zweiten Projektphase den gesamten<br />

Hochofen auf diese Weise<br />

umstellen,“ erläuterte Arnd Köfler,<br />

Produktionsvorstand von thyssenkrupp<br />

Steel Europe. Somit sollen<br />

die bei der Produktion anfallenden<br />

CO 2<br />

-Emissionen bis 2<strong>05</strong>0 um<br />

80% verringert werden. Wasserstoff<br />

ist ein zentraler Treiber für<br />

das Erreichen des ambitionierten<br />

Ziels, da er am Einsatzort keine<br />

klimaschädlichen Emissionen<br />

verursacht.<br />

CO 2<br />

-neutrale Stahl pro duktion<br />

durch Wasser stoff<br />

„Es ist mir eine besondere Freude,<br />

heute den Förderbescheid für<br />

das erste Projekt der Initiative IN-<br />

4climate.NRW übergeben zu können,<br />

mit dem wir einen wichtigen<br />

Schritt in Richtung einer klimaneutralen<br />

Industrie gehen“, erklärte<br />

Andreas Pinkwart. Den für<br />

das Projekt benötigten Rohstoff<br />

liefert der Weltmarktführer für<br />

Industriegase Air Liquide. Das<br />

VDEh-Betriebsforschungsinstitut<br />

BFI fungiert als wissenschaftlicher<br />

Begleiter. Aufgr<strong>und</strong> seiner Vielseitigkeit<br />

hat Wasserstoff eine zentrale<br />

Bedeutung beim Übergang zu einem<br />

sauberen, kohlenstoffarmen<br />

Energiesystem. Am Hochofen soll<br />

das Einblasen von Wasserstoff bei<br />

der CO 2<br />

-neutralen Stahlerzeugung<br />

statt Kohlenstaub als Reduktionsmittel<br />

helfen. Es kann in flüssiger<br />

oder gasförmiger Form gespeichert<br />

<strong>und</strong> transportiert werden.<br />

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (Mitte) überreicht<br />

den Förderbescheid des Landes NRW an Premal Desai,<br />

Finanzvorstand thyssenkrupp Steel (links) <strong>und</strong> Dr. Arnd<br />

­Köfler, Technikvorstand thyssenkrupp Steel<br />

Lösungswege. Mit dem bereits gestarteten<br />

Projekt Carbon2Chem<br />

werden entstehende Treibhausgase<br />

in Chemieprodukte umgewandelt<br />

<strong>und</strong> sind somit als Rohstoff<br />

nutzbar. Das neue Wasserstoffprojekt<br />

am Hochofen beschreitet nun<br />

einen weiteren Technologiepfad,<br />

bei dem vermieden werden soll,<br />

dass schädliche Treibhausgase<br />

überhaupt entstehen.<br />

thyssenkrupp Steel Europe<br />

www.thyssenkrupp-steel.com<br />

IN4climate.nrw<br />

www.in4climate.nrw<br />

Roh<strong>eisen</strong>probe am Hochofen:<br />

Horst Gawlik von thyssenkrupp<br />

Steel Europe mit Wirtschaftsminister<br />

Andreas Pinkwart<br />

Technologieoffenes<br />

Unternehmen<br />

Um die Vorgaben der Pariser Klimaschutzziele<br />

zu erreichen, setzt<br />

thyssenkrupp auf verschiedene<br />

Elektrische Automatisierung über 50 Jahre. Neubau <strong>und</strong> Erneuerung<br />

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AKTUELLES<br />

Wirtschaft + Industrie<br />

Hochlauf des neuen Stalatube-Edel<strong>stahl</strong>werkes in Polen<br />

Stalatube ist der welt weit drittgrößte Hersteller von quadratischen<br />

<strong>und</strong> rechteckigen Edel<strong>stahl</strong>hohlprofilen in der<br />

Branche sowie der weltweit führende Hersteller von quadratischen<br />

<strong>und</strong> rechteckigen Hohlprofilen aus ferritischem <strong>und</strong><br />

Duplex-Edel<strong>stahl</strong>.<br />

Foto: Stalatube<br />

Die neue Produktionsanlage<br />

des finnischen Konzerns Stalatube<br />

in Polen tritt in die Hochlaufphase.<br />

Am Standort Lodz<br />

sollen Edel<strong>stahl</strong>hohlprofile in<br />

Sonderdimensionen sowie weiterverarbeitete<br />

Edel<strong>stahl</strong>produkte<br />

gefertigt werden.<br />

Zusammen mit der neuen Produktionsanlage<br />

in Finnland will Stalatube<br />

mit der Investition in den<br />

Standort im polnischen Lodz die<br />

Wettbewerbsfähigkeit steigern.<br />

Neben einer Kapazitätserhöhung<br />

<strong>und</strong> einer wesentlichen Reduzierung<br />

der Lieferzeiten <strong>und</strong> verspricht<br />

sich das Unternehmen eine<br />

größere Nähe zu den zentraleuropäischen<br />

Märkten.<br />

20 Millionen Euro<br />

investiert<br />

Konkret sollen die Investitionen<br />

die Produktion von maßgefertigten<br />

I-Trägern <strong>und</strong> weiterverarbeiteten<br />

Produkten wie beispielsweise<br />

Edel<strong>stahl</strong>hohlprofilen steigern,<br />

die jeweils für die Endanwendung<br />

im anspruchsvollen Hochbau<br />

vorgesehen sind. Zusätzlich wird<br />

Produktion vorgefertigter Komponenten<br />

für die wachsende Transportbranche<br />

ebenfalls erweitert.<br />

Das polnische Werk erfülle dank<br />

aktueller Technologien <strong>und</strong> eines<br />

hohen Grads an Automation in<br />

sämtlichen Phasen der Produktion<br />

sowohl die Umweltkriterien als<br />

auch Energieeffizienzanforderungen.<br />

Insgesamt hat das finnische<br />

Unternehmen 20 Millionen Euro<br />

investiert. „Strategie ist es, unseren<br />

K<strong>und</strong>en näher zu kommen<br />

<strong>und</strong> bei der Erfüllung der K<strong>und</strong>enbedürfnisse<br />

möglichst flexibel<br />

zu sein“, skizziert Jukka Nummi,<br />

CEO von Stalatube, die Pläne des<br />

Unternehmens. Als weiteren Vorteil<br />

führt er an, dass speziell die<br />

Maßfertigung von Produkten, um<br />

den genauen Anforderungen der<br />

Endnutzer zu entsprechen, zu<br />

Ersparnissen bei Material- <strong>und</strong><br />

Transportkosten führe <strong>und</strong> zudem<br />

die Weiterverarbeitungszeit<br />

beim Endnutzer reduziere. Auf<br />

einen strategischen Vorteil für das<br />

eigene Unternehmen weist Sami<br />

Packalén hin, bei Stalatube für<br />

Marketing <strong>und</strong> Vertrieb verantwortlich:<br />

„Edel<strong>stahl</strong> ist ein weitgehend<br />

wartungsfreies Produkt.<br />

Durch die wettbewerbsfähigen<br />

Lebenszykluskosten eröffnen sich<br />

beträchtliche Chancen für unsere<br />

Edel<strong>stahl</strong>produkte in Bereichen<br />

wie Transport, Erdöl <strong>und</strong> Gas,<br />

Hochbau sowie bei weiteren anspruchsvollen<br />

Endanwendungen.“<br />

Stalatube<br />

www.stalatube.com<br />

B<strong>und</strong>esimmissionsschutzgesetz: VDM begrüßt Anpassungen<br />

Um die Ges<strong>und</strong>heit der Bürger zu<br />

schützen, stehen die Kommunen<br />

stehen in der Pflicht, die Luftbelastung<br />

zu verringern – <strong>und</strong> das<br />

B<strong>und</strong>esimmissionsschutzgesetz<br />

gibt ihnen das Werkzeug dazu in<br />

die Hand. Mit einer Änderung des<br />

Gesetzes sind nun b<strong>und</strong>esweit<br />

einheitliche Regelungen für Fahrverbote<br />

vorgesehen. Gleichzeitig<br />

wurden unter anderem Ausnahmen<br />

für Fahrzeuge eingeführt, die<br />

nachträglich mit einem Stickstoffoxidkatalysator<br />

ausgestattet oder<br />

„nachgerüstet“ wurden <strong>und</strong> anschließend<br />

nachweislich weniger<br />

Stickstoffoxide ausstoßen.<br />

Der Verband Deutscher Metallhändler<br />

(VDM) begrüßt die Anpassungen,<br />

da nun auch nachgerüstete<br />

Nutzfahrzeuge Fahrzeuge<br />

privater Entsorger von Fahrverboten<br />

ausgenommen sind. Dies sei<br />

nach Meinung des Verbands eine<br />

Maßnahme für Chancengleichheit<br />

gegenüber den kommunalen<br />

Entsorgern. Dennoch gebe es „weiteren<br />

Nachholbedarf“ im Bereich<br />

der Förderrichtlinien, so Ralf<br />

Schmitz, VDM-Hauptgeschäftsführer.<br />

Auch hier müssten die<br />

Bestimmungen auf private Fuhrparks<br />

ausgeweitet <strong>und</strong> eine Wettbewerbsgleichheit<br />

angestrebt<br />

werden.<br />

Verband Deutscher Metallhändler<br />

www.vdm.berlin<br />

Rechtlich mit der öffentlichen<br />

Hand gleichgestellt: nachgerüstete<br />

Fahrzeuge privater Entsorger<br />

10<br />

<strong>stahl</strong> <strong>und</strong> <strong>eisen</strong> 139 (<strong>2019</strong>) Nr. 5


metec.de<br />

tbwom.de<br />

BDI zur Lage der Stahlindustrie<br />

im April <strong>2019</strong><br />

Die Stahlmengenkonjunktur in Deutschland<br />

hat 2018 den Rückwärtsgang eingelegt: Die<br />

Marktversorgung mit Walz<strong>stahl</strong> ging nach<br />

Informationen des B<strong>und</strong>esverbandes der Deutschen<br />

Industrie im Jahresdurchschnitt um<br />

vier Prozent zurück, die Lieferungen sanken<br />

um fünf Prozent, für die Roh<strong>stahl</strong>produktion<br />

ergab sich ein Minus von zwei Prozent.<br />

Zu dieser Entwicklung beigetragen haben dürften<br />

Sonderfaktoren wie insbesondere die Umstellung<br />

des Prüfverfahrens in der Automobilindustrie sowie<br />

das Niedrigwasser am Rhein im Schlussquartal<br />

des vergangenen Jahres, heißt es im Industriebericht<br />

des BDI-Industriepolitik-Dossiers 04/<strong>2019</strong>.<br />

Auch im ersten Quartal blieb die Stahlkonjunktur<br />

demnach verhalten: Dies zeige sich zum einen<br />

an der ifo-Geschäftsumfrage, nach der die Stahlunternehmen<br />

ihre Geschäftslage im März zum<br />

ersten Mal seit knapp anderthalb Jahren wieder<br />

mehrheitlich eingestuft haben. Zum anderen seien<br />

die Auftragseingänge Walz<strong>stahl</strong> – Angaben<br />

des Statistischen B<strong>und</strong>esamtes zufolge – zu Jahresbeginn<br />

deutlich rückläufig. „Auf der Positivliste<br />

steht jedoch, dass sich die Erwartungen im<br />

ifo-Konjunkturtest zuletzt wieder stabilisiert haben.<br />

Allerdings bleiben die Unternehmen weiterhin<br />

skeptisch hinsichtlich ihrer Erwartungen für<br />

die nächsten sechs Monate“, teilte der BDI mit.<br />

Auch weltweit habe sich seit dem zweiten Halbjahr<br />

die konjunkturelle Gr<strong>und</strong>tendenz in der Stahlindustrie<br />

abgeschwächt. Zudem sei der Konjunkturausblick<br />

mit erheblichen Abwärtsrisiken<br />

verb<strong>und</strong>en. „Schließlich bestehen der jüngsten<br />

Einschätzung der OECD zufolge die strukturellen<br />

Probleme in der globalen Stahlindustrie in Form<br />

von verfestigten Überkapazitäten, der Ausbreitung<br />

protektionistischer Tendenzen sowie Wettbewerbsverzerrungen<br />

als Folge staatlicher Subventionen<br />

weiter fort“, so der BDI.<br />

Vor dem Hintergr<strong>und</strong> der konjunkturellen Gesamtsituation<br />

sei es aus Sicht der Stahlindustrie<br />

ein notwendiger Schritt der EU gewesen, endgültige<br />

Schutzklauselmaßnahmen einzuführen, um<br />

Handelsumlenkungen im Zuge der US- Strafzölle<br />

in den EU-Markt zu begrenzen. Kritisch sei aus<br />

Sicht der Stahlindustrie hingegen, dass bereits im<br />

Juli trotz der bestehenden fragilen konjunkturellen<br />

Lage erste Schritte zur Lockerung der Zollkontingente<br />

eingeführt werden sollen <strong>und</strong> damit die<br />

Wirksamkeit der Maßnahmen spürbar eingeschränkt<br />

werde, schließt der Bericht.<br />

B<strong>und</strong>esverband der Deutschen Industrie<br />

www.bdi.eu<br />

Metals<br />

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Messe Düsseldorf GmbH<br />

Postfach 10 10 06 _ 40001 Düsseldorf _ Germany<br />

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Tel. +49 211 4560-01 _ Fax +49 211 4560-668<br />

11<br />

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