Theaterzeitung Lampenfieber Ausgabe 67

bkc.seidel

VERFÜHRERISCH

SOMMERTHEATER IM KASERNENHOF

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

BALLETT NACH WILLIAM SHAKESPEARE

21. JUNI – 3. JULI 2019

Foto mit Jhonatan Arias Gómez als Puck

LAMPENFIEBER | Heft 67 16.5. – 6.7.2019


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Liebe Leserinnen und Leser,

am 17. April 2019 wurde Stephan Märki auf Vorschlag einer Findungskommission als Intendant und Operndirektor des Staatstheaters berufen. Ich kenne ihn aus gemeinsamen

Arbeitsjahren sehr gut und freue mich, dass er ab Sommer 2020 die Leitung des Cottbuser Theaters übernimmt.

Unser Theater- und Konzertprogramm bis zu diesem Zeitpunkt – für die 111. Theatersaison am Schillerplatz – finden Sie auf den folgenden Seiten. Zusammengestellt wurde

es unter meiner Leitung durch die künstlerisch Verantwortlichen unserer Sparten: durch Alexander Merzyn als kommissarischer Generalmusikdirektor für den Konzertbereich,

durch Schauspieldirektor Jo Fabian, durch Bernhard Lenort als leitender Dramaturg für das Musiktheater und durch Ballettdirektor Dirk Neumann für unsere vierte Sparte,

das Ballett. Wir beginnen, wie Sie es gewohnt sind, am 25. August 2019 im Branitzer Park und wir beenden die Saison – beinahe! – am 3. Juli 2020 auf dem Altmarkt mit

der 3. Cottbuser Walzernacht. Einen Eindruck von den geplanten sechzehn Premieren und rund vierzig Konzerten vermitteln Ihnen die folgenden Seiten. Ausführlicher informiert

Sie unser neues Spielzeitheft, das ab sofort in allen Spielstätten ausliegt.

Diese zu besuchen bieten die kommenden Wochen viele Gelegenheiten; auch darüber informiert Sie unser „Lampenfieber“. Wir haben noch vier Premieren geplant, darunter

Shakespeares SOMMERNACHTSTRAUM als Open-Air-Ballett im Kasernenhof. Zu Pfingsten bringen die Singakademie Cottbus, unser Opern- sowie unser Kinder- und

Jugendchor gemeinsam mit Opernsolisten und dem Philharmonischen Orchester Orffs CARMINA BURANA auf der Freilichtbühne in Spremberg zur Aufführung. Im Großen

Haus zeigt das Ballett seine jährliche Gala und in der Kammerbühne die 2. Ausgabe der Tanzimprovisationen RESTRISIKO. Die BRANITZER SERENADE, eine kammermusikalische

Hommage an Schloss und Park von Jörg Duda, und das Songdrama EWIG JUNG in der Theaterscheune komplettieren unsere Angebote an diesem Wochenende. Wenn

Sie noch nichts geplant haben, kommen Sie vorbei. Anderenfalls planen Sie um. Es lohnt sich in jedem Fall.

Herzliche Grüße

Dr. René Serge Mund

Intendant

ZUM LETZTEN MAL

HEIMATVEREIN

TRIFFT GROSSSTADTKLISCHEES

in

DAS SPARSCHWEIN

Komödie von Eugène Labiche

Zum letzten Mal am 28. 5.

Großes Haus

KOHLEKUMPEL

TREFFEN BLECHBLÄSER

in

BRASSED OFF –

MIT PAUKEN

UND TROMPETEN

Zum letzten Mal in dieser Spielzeit am 18. 5.

Großes Haus

IN SOMMERNACHTSTRAUM

allett von Jason Sabrou und Dirk Neumann nach der Komödie von William Shakespeare

usik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Richter, Giuseppe Verdi, John Williams u. a.

n einer lauen Sommernacht ist in der Stadt Athen wie im Wäldchen nebenan die Liebe außer Rand und Band! Helena liebt Demetrius, Demetrius liebt Hermia. Hermia

iebt, obwohl sie Demetrius heiraten soll, Lysander und Lysander liebt Hermia – noch. Wohingegen offenbar der Feenkönig Oberon und seine Frau Titania zu lange

iteinander verheiratet sind, um sich noch lieben zu können. Nach einem erneuten Streit beauftragt Oberon den Kobold Puck, einen Liebeszaubersaft zu beschaffen,

it dessen Hilfe Titania sich in die nächstbeste Kreatur verliebt. Durch seinen Schabernack entfesselt der Kobold ein freizügiges Liebes-Verwirrspiel …

OMMERTHEATER IM HOF DER ALVENSLEBEN-KASERNE

h: Jason Sabrou, Dirk Neumann | B: Hans-Holger Schmidt | K. Adriana Mortelliti | Es tanzen das Ballett des Staatstheaters und Gäste.

remiere: 21.6.2019 | Vorstellungen: 23. + 25. + 26. + 29. + 30.6. und 2. + 3.7.2019

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OHNE FEIND KEIN VOLK

IHRE

STIMME

FÜR DIE

WAHRHEIT

EIN VOLKSFEIND

[nach Henrik Ibsen] Am Vorabend der

Kommunal- und Europaparlamentswahlen in

Brandenburg widmet sich Schauspieldirektor

Jo Fabian einem der klassischsten Stoffe des

politischen Theaters. Zum Abschluss der

Spielzeit 2018/2019 kommt „Ein Volks feind“

nach Henrik Ibsen im Großen Haus zur Pre -

miere.

Dafür wird das naturalistische Schauspiel um

die Widersprüche zwischen Wahrheit und

Mehrheitsmeinung durch die Zeit zu den

Anfängen der Demokratie zurückkatapultiert.

Wie bereits bei der für den FAUST-Thea ter -

preis 2018 nominierten Inszenierung ONKEL

WANJA arbeitet Jo Fabian wieder mit Aus -

statterin Pascale Arndtz zusammen.

Um der Zeitgenossenschaft von Ibsens Text

nachzuspüren, versehen sie ihn mit einer

„Bildstörung“. Wo die Worte notwendige

Fragen nach der Klugheit von Mehrheitsent -

schei dungen stellen, die auch heute unbeantwortet

bleiben, führt das Bild in menschheitsgeschichtliche

Erfahrungsräume der

Demokratieentwicklung. Denn Fabian und

Arndtz verlegen das Geschehen vom norwegischen

Kurort des ausgehenden 19. Jahr -

hunderts in ein antikes Tempelrund.

Dabei wird auch die Rolle und Emanzi -

pationsgeschichte der Frauen in der von uns

als bester aller möglichen politischen Ord -

nungen anerkannten Volksbeteiligung reflektiert.

Hierfür sind der Cottbuser Fassung

Texte und Motive von der Antike bis zur

Moderne eingewoben.

Zur Bürgerversammlung im 4. Ibsen-Akt vollzieht

Fabian dann den Zeitsprung ins 19. Jahr -

hundert, um zu untersuchen, ob sich an ge -

sell schaftlichen Rollenbildern und Zwängen

im Laufe der Jahrtausende etwas verändert

hat. Der antike Tempel ist überwuchert: Der

Blick auf die Anfänge ist der Blick ins

Museum. Doch die aktive Bürgerschaft hat

Stimmrecht und sie entscheidet sich selbstbewusst

mehrheitlich gegen die Wahrheit

und macht aus dem idealisierten Volksfreund

einen ebensolchen Volksfeind.

Taugt also der Mehrheitsentscheid als das

Mittel politischer Vernunft und Wahrheit –

oder anders: Wieviel Wert hat die Herrschaft

des Volkes, wenn die Masse zur Unvernunft

neigt? Wer überhaupt ist das Volk, wer hat

Stimm-, wer Rederecht? Wessen Stimme hat

das Potenzial, Mehrheiten zu lenken? lp

Präsentiert von Radio Eins

EIN VOLKSFEIND

nach Henrik Ibsen

25.5.2019 I Großes Haus

R, V, S: Jo Fabian

B & K: Pascale Arndtz

Mit: Sophie Bock, Josephine Fabian,

Sigrun Fischer, Lucie Thiede, Susann Thiede,

Lena Sophie Vix, Michael von Bennigsen,

Rolf-Jürgen Gebert, Gunnar Golkowski (Foto),

Amadeus Gollner, Thomas Harms, Boris

Schwiebert, Axel Strothmann

Weitere Termine: 29.5. / 6.6.

UF DER SUCHE NACH ERFÜLLUNG

[Leonce und Lena] Prinz Leonce findet das

Leben sterbenslangweilig. Zum Glück gibt es

Valerio, mit dem man vor allem eins machen

kann: Unsinn! Nur bringt das auf Dauer auch

nicht mehr Erfüllung. Leonce könnte sich verlieben,

vielleicht sogar heiraten – wäre da

nicht der Vater, der sich einfach immer einmischen

will. Wo sind da bitte die Perspektiven?

Vielleicht ja anderswo! Also entscheidet sich

der jugendliche Held für die Flucht und macht

sich auf nach Italien.

Seit Spielzeitbeginn haben die Spielerinnen

und Spieler des Theaterjugendclubs unter der

künstlerischen Leitung von Nadine Tiedge

nach einem Text geforscht, an den sie ihre

Fragen zu ihrem eigenen Leben binden können:

Eine Betrachtung der Welt ohne Eti ket -

tierung – geht das überhaupt? Kann ich etwas

vergessen, das ich schon kenne, das mich

längst geprägt und urteilen lassen hat? Kön -

nen wir die Welt für einen Moment so betrachten,

wie sie ist, ohne sie sofort durch unseren

Bewertungsfilter zu jagen? Gibt es die Chance

auf den „ersten ungetrübten Blick“? Und wenn

– was bringt uns der?

Was dabei herausgekommen ist, zeigt der

Jugendclub ab dem 23. Mai in der Kammer -

bühne.

LEONCE UND LENA

nach Georg Büchner in einer Produktion des

Theaterjugendclubs | 23.5.2019 | Kammerbühne

Künstlerische Leitung: Nadine Tiedge

B: Hans-Holger Schmidt | K: Katrin Ax

Mit: Saleh Alallwan, Tamina Alex, Carol Ameln,

Vio Brentzel, Leonie Däberitz, Lucy Franz, Tara

Juretko, Annalena Köppe, Sophie Lehmann,

Svenja Palicka, Caroline Quos, Lia Roschlaub,

Lea Tudyka und Rebecca Walter

Theaterjugendclub


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SCHAUSPIEL

ZUKUNFT: HEIMAT?

Die Vorhaben des Schauspiels für die Spielzeit 2019/2020, an deren Beginn die

Brandenburger Landtagswahl steht, fußen auf einer intensiven Beschäftigung mit

jenen Themen, die uns derzeit in Cottbus und weit darüber hinaus umtreiben.

Begriffe wie „Zukunft“, „Heimat“ und „nationale Identität“ sind vielerorts Aus -

gangs punkt für Debatten. Sie sind zu hinterfragender Gegenstand von Zuschrei -

bungen, Inbesi tznahme wie auch (oder gerade deswegen) diffuse Sprachhülsen. Die

Aus ein an dersetzung mit diesen Begriffen wird das konzeptionelle Fundament der

künstlerischen Arbeit des Schauspiels bilden, mit der wir einen Beitrag zum gesellschaftlichen

Diskurs um die Fragen der Zeit leisten.

14. September 2019 | Großes Haus

THE BLACK RIDER.

THE CASTING OF THE MAGIC BULLETS

Tom Waits / Robert Wilson / William S. Burroughs

Regie: Malte Kreutzfeldt

Um die Tochter des Erbförsters heiraten zu dürfen, muss sich der wahrlich schlechte

Schütze Wilhelm als tadelloser Jäger beweisen. In seiner Verzweiflung nimmt

Wilhelm von einem geheimnisvollen Stelzfuß magische Kugeln an, die jedoch an

teuflische Bedingungen geknüpft sind.

The Black Rider ist die US-amerikanische Perspektive auf die deutsche Volkssage

„Der Freischütz“. Ein musikalisch-theatraler Höllenritt zwischen deutscher folkloristischer

Schauderromantik und Beatnik-Lyrik, zwischen europäisch tradierter

Opernhandlung und amerikanischem Songwriting.

28. September 2019 | Kammerbühne

WARTEN AUF STURM Uraufführung

Peter Thiers, Gewinner des „Kleist-Förderpreises für junge Dramatikerinnen und

Dramatiker“ 2019 | Regie: Volker Metzler

„Alles kommt vom Bergwerk her“, also: Alles kommt aus dem Schmutz, der

Dunkelheit, der harten, kräfteverschleißenden Arbeit, um denen über Tage zu Wohl -

stand zu verhelfen. Mit dieser Parabel von Peter Thiers über den Zustand unserer

Arbeitswelt und soziale Verhältnisse ist das Staatstheater Cottbus erstmalig mit der

Uraufführung des Preisträgerstücks des „Kleist-Förderpreises für junge Dramatike -

rinnen und Dramatiker“ betraut.

|

30. November 2019 | Großes Haus

FAUST &

Johann Wolfgang von Goethe

Regie: Jo Fabian

29. Februar 2020 | Großes Haus

ANTIFAUST Uraufführung

Stückentwicklung von Jo Fabian

Regie: Jo Fabian

Schauspieldirektor Jo Fabian widmet sich einem Doppelprojekt:

FAUST und ANTIFAUST – These und Antithese: Zunächst werden im FAUST Wort

und Figuren des bedeutendsten Werks der deutschen Literaturgeschichte um den

unzufriedenen Wissenschaftler Faust, seinen Pakt mit dem Teufel und die Verführung

des gottesfürchtigen Gretchens auf die Bühne gebracht. Denn es soll untersucht wer-

MUSIKTHEATER

Auf dem Programm der Sparte Musiktheater stehen vier Neuinszenierungen im

Großen Haus und eine konzertante Aufführung der Oper FIDELIO zum 250.

Geburtstag Ludwig van Beet hovens.

Die Spielzeit beginnt mit der Uraufführung der Oper EFFI BRIEST nach dem

Roman von Theodor Fontane, die das Staatstheater bei dem Komponisten

Siegfried Matthus in Auftrag gegeben hat. Anlass hierfür ist der 200. Geburtstag

Fontanes. Der Schriftsteller wur de in Neuruppin geboren und blieb sein ganzes

Leben hindurch jener Region verbunden, die heute „Berlin-Brandenburg“

genannt wird.

Der Roman „Effi Briest“ gilt als Meisterwerk des Realismus, was Sprache und

die genaue Beobachtung gesellschaftlicher Verhältnisse betrifft. Die siebzehnjährige

Effi Briest wird mit dem doppelt so alten Baron von Innstetten verheiratet.

Dieser kann mit dem jungen Mädchen nichts anfangen und vernachlässigt

sie, während er seine Karriere vorantreibt. Als Innstetten Jahre später von einer

kurzen Affäre Effis erfährt, tötet er den Liebhaber im Duell und verstößt seine

Frau. Auch deren Eltern lassen sie im Stich. Die Uraufführung wird gefördert

durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die Sparkasse Spree-Neiße und durch

das Ministerium für Wissenschaft, For schung und Kultur des Landes Bran -

denburg.

Leichtfüßig geht es in die Karnevalszeit mit dem Singspiel IM WEISSEN

RÖSSL. Hier, am Wolfgangsee, steht das Glück vor der Tür und lädt jeden ein,

seine Sorgen zu vergessen.

SPIELZEIT

Im April führt Verdis OTELLO tief in zwischenmenschliche Verwick lungen.

Otello hat als erfolgreicher Feldherr in fremdem Land eine neue Heimat gefunden

und in Gestalt seiner Ehefrau Desdemona auch persönliches Glück. Doch

sein Widersacher Jago missbraucht Otellos Vertrauen und stürzt ihn ins Unglück.

Mit Philip Glass, dem Meister meditativer Musik, geht die Spielzeit zu Ende.

Seine Oper SATYAGRAHA wird als Mehrspartenprojekt inszeniert, wobei dem

Ballett eine tragende Rolle zukommt. Die Handlung der Oper greift Episoden

der frühen Jahre Mohandas Karamchand Gandhis auf, in denen er sich in

Südafrika für die Rechte der dort lebenden Inder einsetzte. Zu dieser Zeit bildete

Gandhi jene Lebenshaltung heraus, die er mit dem von ihm geschaffenen

Ausdruck „Satyagraha“ bezeichnete. Das Wort lässt sich übersetzen als „unbedingtes

Festhalten an der Wahr heit“. Diese Einstellung umfasst viel mehr als das

Konzept des gewaltlosen Widerstands, das mit dem Namen Gandhis verknüpft

ist.

Glass konzipierte diese Oper nicht als dramaturgisch zugespitzte Biografie eines

bedeutenden Menschen. Viel mehr schuf er ein Werk, von dem es heißt, es sei

„mehr Ritual als Unter haltung, mehr Mysterienspiel als Oper“. Glass ist Meister

darin, mit kurzen musikalischen Phrasen das Gefühl für Raum und Zeit aufzuheben,

indem er sie immer und immer wiederholt. Kontraste auf engstem Raum

und minimale Veränderungen der Phrasen sorgen innerhalb der so entstehenden

Klangsphäre für Bewegung. Im Zusammenspiel von Bühne und Musik entfaltet

Glass‘ Werk eine einzigartige Magie. bl


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den, ob der Stoff an sich (wie manchen Parteiprogrammen zu entnehmen) zur

Stärkung nationaler Identität beitragen kann. Zu diesem konsequenten Experiment

entsteht wenige Monate später in ANTIFAUST ein diabolischer Kommentar. Was

genau in dieser Stückentwicklung zu erleben sein wird, hängt davon ab, wie die vorausgegangene

Auseinandersetzung auf die Beteiligten gewirkt hat. Ein Kräftemessen

der Kunst mit der wachsenden Identitärpolitik.

7. Dezember 2019 / 17. Januar 2020 / 13. März 2020 | Kammerbühne

DER RISS Uraufführung

Theaterserie eines Writers’ Rooms mit Studierenden des Deutschen Literaturins ti -

tu tes Leipzig unter der Leitung von Lukas Pohlmann | Regie: Wiebke Rüter

(Folge 1), Marian Joel Küster (Folge 2), Claudia Grönniger (Folge 3)

Drei Folgen – drei Regisseur*innen: Mit Humor und Vergnügen begleitet die Serie

eine deutsche Durchschnittsfamilie durch die Untiefen aktueller Gesell -

schaftskonflikte. Durch einen genetischen Riss im System werden für die Familie

German Ängste plötzlich Realität. Sie erweisen sich als Bereicherung oder

Herausforderung, als Horrorkabinett oder Paradies. – Je nachdem wie sich die vier

unerhört Durchschnittlichen, einig oder uneinig, dazu verhalten.

16. Mai 2020 | Großes Haus

DER WALD Uraufführung

Wiebke Rüter und Gordon Kämmerer | Regie: Gordon Kämmerer

So kontinuierlich sich das Motiv des Waldes durch die deutsche Kunst- und

Kulturgeschichte zieht, so widersprüchlich sind die Zuschreibungen. Dadurch bietet

diese schaurig schöne Welt voller Romantik und nationaler Mythen, märchenhafter

Feen und teuflischer Gestalten eine spektrale, wuchernde Assoziationsfläche voller

theatraler Figuren, auf der sich in der ersten Cottbuser Inszenierung des Regisseurs

Gordon Kämmerer zugleich Fragen um die deutsche Identität untersuchen lassen.

25. Juni 2020 | Kammerbühne

FLUCHTPUNKT Uraufführung

Rechercheprojekt von Michael von Bennigsen und Wiebke Rüter mit dem

BürgerSprechChor des Staatstheaters Cottbus | Regie: Michael von Bennigsen

Eine Spielzeit lang begeben sich die Chorist*innen mit ihrem Leitungsteam auf

Forschungsreise rund um den Heimatbegriff und somit nach Positionen und

Geschichten, die den Biografien und der Umgebung der Beteiligten entspringen.

Daraus entsteht der erste eigene Theaterabend des BürgerSprechChores, dessen

Heterogenität eine ideale Grundlage für Recherche und Ausdruck zur Verortung des

Einzelnen in der Welt, zum Ankommen und Fliehen, zu Grenzen und

Zukunftsvisionen des Zusammenlebens bildet.

Ganzjährig. Eröffnung: 1. September 2019 | Kammerbühnenfoyer

ANGSTBEFREITE ZONE (ABZ)

Die Schauspiel-Bar für freigeistige Gegenwartsanalysen und performative Zu -

kunftsvisionen | Gesamtleitung und Gestaltung: Wiebke Rüter & Lukas Pohlmann

In regelmäßigen Abständen verwandelt sich das Kammerbühnenfoyer gestalterisch

und inhaltlich in die ANGSTBEFREITE ZONE. Das Schauspiel schafft damit einen

Ort, an dem die diskursiven Themen der Spielzeit ohne Angst vor Ressentiments und

Scheuklappen lust- und respektvoll in unterschiedlichsten Formen verhandelt werden

können. Ob Vorträge, Diskussionen, performative Aktionen des Schauspielensembles,

das neue Einführungssoiree-Format „PremierenDemo“, Lesungen oder Party – das

Demonstrierte ist immer nah an der Gegenwart und der Zukunft.

2019 / 2020

BALLETT

Nach dem anhaltenden Erfolg von PETER PAN verwandelt Choreograf Manuel-

Joël Mandon in dieser Spielzeit einen der bekanntesten Romane Jules Vernes in

ein mitreißendes Ballett: DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE.

Dabei wollen er und sein Librettist Michael Böhnisch sich nicht buchstabengetreu

an Vernes Schilde rung halten, sondern orientieren sich an Motiven aus diesem

Klassiker der fantastischen Abenteuerliteratur, die sich im Medium des

Tanzes besonders gut umsetzen lassen. Im Zentrum des Balletts steht die actiongeladene

und zugleich poetische Tanzsprache Man dons, der spannende, großangelegte

Szenen ebenso zu gestalten weiß, wie er Beziehungen zwischen den

Figuren einfühlsam zeichnen kann. Alle kleinen und großen Zuschauer sind ab

No vember eingeladen, den Helden dieses Balletts auf ihrem abenteuerlichen

Weg unter die Erdoberfläche zu folgen und Zeugen ihrer Erlebnisse zu werden.

Ab März 2020 steht ein großer Strawinsky-Abend auf dem Spielplan. Eine

Hommage an den wegweisenden Ballettkomponisten, wie der Titel STRA -

W!NSKY unmissverständlich aus drückt. Die Musik wird live gespielt vom

Philharmonischen Orchester des Staatstheaters unter der Leitung von Alexander

Merzyn.

Adriana Mortelliti stellt als Urauf führung eine Choreografie zu PETRU SCHKA

vor, die sie mit dem Ballett des Staatstheaters entwickelt. Petruschka ist der Held

des volkstümlichen russischen Puppentheaters, ein Spaßmacher. Das ursprüngliche

Libretto des Balletts schilderte, wie Petruschka, die Ballerina und eine weitere

Puppe auf einem Jahrmarkt lebendig werden. Petruschka verliebt sich

unglücklich in die Ballerina und wird am Ende vor aller Augen von einem

Nebenbuhler getötet. Den erschrockenen Zeugen der Tat demonstriert der

Direktor des Puppentheaters, dass sie nur eine mit Sägespänen gefüllte Puppe

gesehen haben. Heutige Choreografen entkleiden die Erzählung meist ihrer

folkl oristischen Züge und lassen sich von der Dynamik und Tragik der

Geschichte zu packendem Tanz inspirieren.

LE SACRE DU PRINTEMPS (Das Frühlingsopfer) in der Choreografie von

Nils Christe bildet den anderen Teil des Doppelabends. Mit den explodierenden

Rhythmen und der eruptiven Klanggewalt des SACRE ließ Stra winsky die in

vielen Teilen neuartige ausdrucksstarke Musik zu PETRU SCHKA weit hinter

sich. Der Untertitel des SACRE lautet „Bilder aus dem heidnischen Russland“

und verweist auf eine archaische Welt, in der die Wiederkehr des Frühlings und

die Fruchtbarkeit der Erde durch ein Menschenopfer gesichert werden soll. Die

Kraft dieser vorgestellten barbarischen Ära und die Wucht des russischen

Frühlingsbeginns, die Stra winsky bei der Komposition gegenwärtig war, sollten

nie durch die Fesseln einer traditionell erzählten Geschichte gebändigt werden.

Sie regten Chore ografen seit jeher an, sich voll und ganz der musikalischen

Energie anzuvertrauen.

Adriana Mortelliti und Nils Christe haben als Choreografen am Staats theater

bereits mehrfach große Erfolge gefeiert. bl


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KONZERTE

Die Philharmonischen Konzerte der kommenden Spielzeit folgen einer

übergeordneten Thematik. Der kommissarische Chefdirigent Alexander

Merzyn und das Philharmonische Orchester laden ein zu einer Reise durch

Europa. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass kein anderes europäisches

Land so viele Nachbarn hat wie Deutschland. In sieben Konzerten stellen

die Musiker jeweils ein Nachbarland vor, wobei den Benelux-Staaten ein

gemeinsamer Termin gewidmet ist. In einem Konzert begegnen die Hörer

ausschließlich Kompositionen aus Deutschland.

Bei der Ideenfindung kam rasch der Gedanke auf, ob nicht das Branden -

burgische Landesmuseum für moderne Kunst und die Theatergastronomie

einbezogen werden könnten. Beide ließen sich auf das Vorhaben ein, sodass

im Großen Haus anlässlich der Konzerte Werke der Bildenden Kunst aus

den jeweiligen Ländern zu sehen und landestypische kulinarische

Leckerbissen zu genießen sind.

Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt bilden Werke Ludwig van

Beethovens, dessen 250. Geburtstag die internationale Musikgemeinde im

Jahr 2020 begeht. So ist zum Jahreswechsel die neunte Sinfonie mit der

„Ode an die Freude“ zu erleben. An den Ostertagen bietet ein Beethoven-

Wochenende Gelegenheit, den fünf Klavierkonzerten sowie Kammermusik,

Liedern und Klaviersonaten aus der Feder dieses Komponisten zu begegnen,

der zu den bedeutendsten der gesamten Musikgeschichte zählt.

Unter den vielen hochrangigen Solisten der Philharmonischen Konzerte sei

an dieser Stelle Antje Weithaas genannt, die als ARTIST IN RESIDENCE

besonders präsent sein wird. Zum einen als Solistin in Violinkonzerten von

Tschaikowsky, Hartmann und Mendelssohn, darüber hinaus wird sie das

6. Phil harmonische Konzert vom Konzertmeisterpult aus leiten. Damit

greift sie eine Praxis auf, die zu Beethovens Zeiten allgemein üblich war.

Wie in jeder Saison stehen mehrere Konzerte mit beiden Chören der

Singakademie Cottbus auf dem Programm.

Die Welt der Musik umfasst weit mehr als die Kontinente der „Klassischen

Musik“. Die Orchestermusiker und ihr Chefdirigent sind sich dessen bewusst

und reisen deshalb nicht nur durch Europa, sondern auch hin zu anderen

Musikrichtungen. Mit Max and Friends begeben sie sich auf das Gebiet des

Soul und rocken das Große Haus. Wie immer bereichern zahlreiche

Kammerkonzerte, Familien- und Schulkonzerte, Konzerte für die Kleinen

und Kleinsten den Konzertplan. Und im Juni feiern Musiker und Cottbuser

ihre Stadt bei der dritten Cottbuser Walzernacht auf dem Altmarkt.

WIE LIEBESTRÄNKE WIRKEN

„Bei Wagner stammt die riskante Mixtur bezeichnenderweise

aus dem Medizinschrank von Isoldens Mutter. In

Donizettis Oper werden dem Landwirt Nemorino von einem

fahrenden Quacksalber zwei Flaschen dünnen Rotweins

angedreht. Aber anders als Tristan behält Nemorino Leben,

Lust und Libido, was letzten Endes gegen Mütter und für

Rotwein spricht.“ (Loriot)

„L’Elisir d’amore“ (Der Liebestrank) Was verbirgt

sich hinter diesem Titel eines Melo -

dramma giocoso, einer heiteren dramatischen

Oper? Ist Donizettis Klassiker ein Werk, das die

Wirkung magischer Elixiere untersucht? Das

wäre nichts Ungewöhnliches, denn das Motiv

eines Zaubertrankes, der imstande ist, Ge -

fühle oder ganze Lebensprozesse zu manipulieren,

Erinnerungen auszulöschen oder beispielsweise

auch Leben zu verlängern, spielt in

der Literatur,- Theater- und Opern geschichte

eine große Rolle. Selbst in Mär chen, wie beispielsweise

dem Grimmschen vom „Brüder -

chen und Schwesterchen”, werden die „Brünn -

lein“ im Wald verwünscht, so dass derjenige,

der aus ihnen trinkt, ein Tier wird. Magische

Elixiere gibt es auch beispielsweise bei Asterix

und Obelix oder bei Harry Potter. Immer dort,

wo der Trank eingesetzt wird, bewirkt er entscheidende

Drehpunkte der Handlung. Männer

werden bezirzt, vergessen ihre eigenen Bio -

grafien und die daraus erwachsenen sozialen

und moralischen Verpflichtungen (Vivaldis

Oper „Orlando furioso” oder Wagners „Götter -

dämmerung”). In Janáčeks Oper „Die Sache Ma -

kropulos” versucht die berühmte Sängerin

Emilia Marty an ein altes Zauber rezept zu

kommen, das ihr vor 300 Jahren ein unnatürlich

langes Leben schenkte. Mephisto verspricht

in Goethes „Faust” „Du siehst, mit diesem

Trank im Leibe, bald Helenen in jedem

Weibe“. Und in Wagners „Tristan und Isolde”,

dem Musikdrama über eine verbotene und

zugleich alle Schranken überwindende Liebe,

vertauscht eine Dienerin wissentlich die

Tränke der Hausapotheke und verabreicht dem

leidenschaftlichen Paar statt des Todeselixiers

den Liebestrank. Eine verhängnisvolle Liebe ist

die Folge …

Auf Motive der ursprünglich mittelalterlichen

Geschichte von Tristan und Isolde bezieht sich

auch Donizettis Melodramma und titelt programmatisch

L’ELISIR D‘AMORE (Der Liebes -

trank). Der schüchterne Nemorino liebt die

schöne Adina, die begehrteste Frau einer italienischen

Kleinstadt. Da sie es jedoch vorzieht,

mit dem selbstsicheren Sergeanten

Belcore zu flirten, greift der Vernachlässigte zu

einem ungewöhnlichen Mittel: Er will Adinas

Zuwendung durch einen Liebesstrank erzwingen

– wie damals Tristan, der die stolze Isolde

bis ans Lebensende an sich binden konnte.

Und tatsächlich, obwohl der hoch angepriesene

Trank nichts weiter als simpler Rotwein ist,

ändert Adina Herz und Sinn und schenkt ersteres

dem unermüdlichen Bewerber. Doch

wieso? Liegt es daran, dass Nemorino seine

Adina mit der unwiderstehlichen Tenorarie

„Una furtiva lagrima” umgarnt, einem der

größten Ohrwürmer der Operngeschichte?

Man mag es Belcanto nennen oder „romantische

Gänsehaut-Musik“, Donizettis Tonfall

erzählt die scheinbar so einfache Dreiecks -

geschichte mit Esprit und Tiefgang. Leicht -

füßige Cavatinen, träumerische Arien und

temporeiche Ensembles zeichnen ein berührendes

und augenzwinkerndes Porträt

menschlicher Schwächen und Leidenschaften

und vor allem das einer großen Liebe. cb

„L’ELISIR D’AMORE“ (DER LIEBESTRANK)

Melodramma giocoso in zwei Aufzügen von

Gaetano Donizetti | Dichtung von Felice

Romani, in italienischer Sprache mit deutschen

Übertiteln

22.6.2019 | Großes Haus

ML: Sergey Simakov | R: Anthony Pilavachi

B: Markus Meyer | K: Nicole Lorenz

Ce: Christian Möbius | D: Carola Böhnisch

Mit: Mirjam Miesterfeldt / Debra Stanley,

Rahel Brede; Andrei Danilov / Dirk Kleinke,

Christian Henneberg / Nils Stäfe, KS Matthias

Henneberg / Ulrich Schneider, den Damen

und Herren des Opernchores.

Es spielt das Philharmonische Orchester.

Weitere Termine: 2.7. / 6.7.


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IM ZEITENWANDEL

[8. Philharmonisches Konzert] Leichtfüßig

beginnt das Konzert mit „Lollapalooza“ von

John Adams. Der Komponist spielt in diesem

Stück aus dem Jahr 1995 mit Anklängen an

Bigbandmusik und mit dem Rhythmus des

titelgebenden Wortes. Im Amerikanischen

bezeichnet es etwas, das nicht scharf umrissen

ist, vergleichbar vielleicht dem deutschen

„Dingsbums“. Entsprechend große Spielfreude

und Abwechslungsreichtum sind von der

Aufführung zu erwarten.

Einen ganz starken Kontrast hierzu bildet die

zehnte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch.

Der russische Komponist bezog sich in seinem

Schaffen immer wieder auch auf Gescheh -

nisse seiner Zeit und setzte sich mit ihnen

auseinander. Dies macht auch John Adams,

vornehmlich in Opern wie „Nixon in China“

oder „The Death of Klinghoffer“. Für Schos -

takowitsch jedoch war die Beschäftigung mit

den politischen und gesellschaftlichen

Vorgängen in der UdSSR, seiner Heimat,

ungleich drängender und existenzieller –

nicht nur während des Zweiten Weltkriegs.

Denn fast die Hälfte seines Lebens hindurch

war in der Sowjetunion Josef Stalin an der

Macht, der mit Hilfe des Herrschaftsapparats

der Kommunistischen Partei immer wieder in

die Institutionen, in die Gesellschaft und in

die Künste eingriff. Spätestens seit Mitte der

1930er Jahre hing die offizielle Kunstdoktrin

von Stalins Zustimmung ab. Künstlerisches

Leitbild wurde der „Sozialistische Realismus“.

Ihm entsprechen Werke, die leicht aufzufassen

sind und die Ziele der Partei in Inhalt und

Form optimistisch unterstützen. Ihnen

gegenüber standen Werke, die dem Verdikt

„formalistisch“ anheimfielen. Schöpfungen,

denen eine klar umrissene optimistische

Botschaft fehlte, die in der Gestaltung auf

Neues zielten, die das – möglicherweise traurige,

mutlose, zweifelnde Individuum thematisierten

und nicht das Kollektiv als Maßstab

Timo Andres

feierten. Solche Werke wurden verboten, ihre Mit Fragen unserer Zeit beschäftigt sich Timo

Verbreitung unterdrückt, ihre Urheber drangsaliert,

oft inhaftiert. Man konnte nicht des Staatstheaters. Der Titel dieses chorsinfo-

Andres in „Land Mass“, einem Auftragswerk

sicher sein, ob nicht vielleicht sogar der Tod nischen Werks ist mehrdeutig. Zum einen

drohte. Schostakowitsch blieb in der UdSSR bezieht er sich auf die musikalische Gattung

und setzte sich dieser Situation aus, die für „Messe“. Dies aber nicht im liturgischen Sinn,

ihn starke Schwankungen bereithielt. Ihm sondern im Ton und in der Musiksprache. Zum

wurde hohe offizielle Wertschätzung zuteil, er anderen lässt sich „Land Mass“ übersetzen als

erlebte aber auch das Gegenteil und fand sich „Landmasse“. Assoziationen des Komponisten

auf der Seite der Verfemten. Dies alles führte hierzu sind – in Stichworten – „Geographie,

dazu, dass er eine ästhetische Doppelbö dig - Erkundung, Naturkatastrophen, richtige und

keit entwickelte, die für viele seiner Werke falsche Wissenschaft und mittendrin die allgemeine

Verwirrung der Menschheit“.

gegensätzliche Deutungen zulässt. So wurde

auch die zehnte Sinfonie nach ihrer Urauf - Andres‘ Musik ist unmittelbar verständlich,

führung drei Tage lang im Komponisten - sein Klavierkonzert „The Blind Banister“, das

verband diskutiert, ohne dass man sich auf er vor anderthalb Jahren im Staatstheater

eine verbindliche Lesart einigen konnte. selbst aufführte, legte beredtes Zeugnis

Geschrieben hatte Schostakowitsch das Werk davon ab.

nach eigenen Angaben zwischen Juli und Für „Land Mass“ wählte er lateinische Texte

Oktober 1953, wenige Monate nach Stalins aus der Feder des Theologen Johann Amos

Tod im März 1953. Salomon Wolkows Buch Comenius, des Geografen Gerhard Mercator

„Zeugenaussage“ zufolge setzt sich die sowie von Plinius dem Älteren und Plinius

Zehnte mit Stalin und dem Stalinismus auseinander.

dem Jüngeren. bl

KONZERTE

Freitag, 17.5. 19 Uhr | Großes Haus

Konzert junger Künstler

Dirigent: Christian Möbius

Freitag, 31.5. 20 Uhr | Sonntag 2.6. 19 Uhr

Großes Haus

8. Philharmonisches Konzert

ADAMS Lollapalooza

ANDRES Land Mass

(Brandenburgisches Doppelkonzert 5)

Auftragswerk | Uraufführung

SCHOSTAKOWITSCH

10. Sinfonie

Opernchor, Sinfonischer Chor der

Singakademie Cottbus

Dirigent: Michael Wendeberg

Dienstag, 4.6. 11 Uhr | Großes Haus

Schulkonzert

SMETANA Die Moldau (Klassen 5-6)

Dirigent: Alexander Merzyn

Samstag, 8.6. 20 Uhr | Kammermusiksaal

Branitzer Serenade

DUDA Nonett op. 94

Pfingstsonntag, 9.6. 2019, 17 Uhr

Freilichtbühne Spremberg

ORFF Carmina Burana

Solisten, Opernchor sowie Kinder- und

Jugendchor des Staatstheaters Cottbus

Sinfonischer Chor der Singakademie Cottbus

Dirigent: Christian Möbius

Freitag, 28.6. 21 Uhr | Altmarkt

2. Cottbuser Walzernacht

Dirigenten: Alexander Merzyn,

Christian Möbius

FREITAG, 5.7.2019 19:30 Uhr | Großes Haus

HAYDN: Die Schöpfung

Solisten, Sinfonischer Chor der Singakademie

Cottbus e. V.

Bachchor Eisenach

Dirigent: Christian Möbius

DIE SINGAKADEMIE COTTBUS SUCHT MITSTREITER

Die Singakademie Cottbus (gegründet 1977 als

„Städtischer Chor“, Verleihung des Titels

„Singakademie“ 1989) ist seit nunmehr über

40 Jahren ein fester Bestandteil des Cottbuser

Musiklebens. Künstlerisch von Berufsmusikern

zunächst des Staatlichen Orchesters, später

des Theaters, geführt und auch organisatorisch

seit vielen Jahren mit dem Theater verbunden,

entwickelte sie von Anfang an ein

chorsinfonisches Repertoire. Einen deutlichen

Aufschwung nahm der Chor – bestehend aus

mehr oder weniger musikalischen Laien - ab

1987 unter Chordirektor Matthias Brauer.

Seit der Spielzeit 1991/92 werden die Chöre

der Singakademie vom Chordirektor des

Staatstheaters und ehemaligen Kruzianer

Christian Möbius geleitet. In der Folgezeit,

geprägt durch intensive und sehr abwechslungsreiche

musikalische Arbeit, wurde der

Sinfonische Chor in und außerhalb von Cott -

bus, u. a. durch zum Teil spektakuläre Auf -

führun gen der CARMINA BURANA (legendär

– Bundes gartenschau 1995) vielen tausenden

Zuschauern bekannt.

Christian Möbius forderte und fordert die

Sängerinnen und Sänger immer wieder mit

anspruchsvollen Werken, neben dem „klassischen“

Repertoire von J. S. Bach, Beethoven,

Brahms, Haydn, Mozart, Mendelssohn Bart -

holdy, Gounod, Fauré, Saint Saëns, Schumann

und Verdi auch mit modernen Wer ken von

Bacalov, Bernstein, Rutter, Jenkins und Lloyd

Webber. Weitere große Herausfor derun gen

bestand unser Chor bei Sinfoniekon zerten

von Stravinsky, Mahler und Britten.

Die Singakademie lebt vom fruchtbaren

Zusammenwirken mit den professionellen

Künstlern des Staatstheaters Cottbus. Ein

besonderer Anreiz ist es dabei, sich auch

außerhalb des „reinen“ Chorkonzertes an

künstlerischen Aktionen des Staatstheaters zu

beteiligen. Gern ließen sich die Mitglieder der

Singakademie in Produktionen des Staats -

theaters wie die Opern BORIS GODUNOW und

FIDELIO, die beliebten Weihnachtsprogram -

me, aber auch in das Schauspiel WIE IM

HIMMEL einbinden. Darüber hinaus wirkte

und wirkt die Singakademie an Open-Air-

Konzerten u.a. in Cottbus, Branitz, Sprem -

berg oder Forst mit.

Um den musikalischen Anspruch zu halten

bzw. die Entwicklung weiter voranzutreiben,

suchen wir Sängerinnen und Sänger, insbesondere

in den Stimmgruppen Sopran und

Tenor, die mit etwas Talent, vor allem aber

Freude und Engagement anspruchsvolle,

interessante, kraftvolle und wunderschöne

Musik mitgestalten wollen. Natürlich sind wir

vor allem an Neumitgliedern mit längerer

Perspektive interessiert – aber selbstverständlich

steht unser Chor auch Studenten und

Schülern offen, die vielleicht nur eine

begrenzte Zeit in Cottbus und Umgebung

sind.

Roland Knappe

Vorstandsvorsitzender

der Singakademie Cottbus

Kontakt:

www.singakademie-cottbus.de


8

AUSSTELLUNGEN

Florence Lazar

Was wärst du ohne mich

18.5. – 21.7.

Eröffnung 17.5. 19 Uhr

Führung 28.5. 11 Uhr | 19.6. 15 Uhr

Kunstkreis 60+ 12.6. 14 Uhr

RISIKO AUF HOHEM NIVEAU

[Ballettgala und Restrisiko] Am Pfingst -

samstag, 8.6., präsentieren die Tänzerinnen

und Tänzer um 19.30 Uhr im Großen Haus

die jährliche BALLETT-GALA, moderiert von

Ballettdirektor Dirk Neumann. Wie immer

feilen die Akteure auch in diesem Jahr bis

zum letzten Moment am Programm. Schließ -

lich wollen sie den Zuschauern einen möglichst

breiten Querschnitt dessen zeigen,

was Ballett alles kann. Hinzu kommt, dass

viele befreundete Künstler mitwirken. Die

meisten von ihnen sind fest an einem

Theater verpflichtet und können deshalb

nicht langfristig zusagen. So birgt die BAL-

LETT-GALA für Veranstalter, Mit wirkende

und Publikum viele Überra schun gen.

Freuen können sich alle bereits auf Aus -

schnitte aus JULIET LETTERS und CASANO-

VA, originalen Flamencotanz und auf das

Können des Balletts der Musikalischen

Komödie Leipzig. Ein Wie dersehen gibt es mit

Emily Downs und Niko König, die zuletzt in

PETER PAN zu sehen waren. Des Weiteren

sind Martin Zanotti vom Ballett Rossa (Halle)

zu erleben, der die Herzen der Cottbuser

Ballettfans in CHOPIN IMAGINAIRE eroberte,

sowie Alexander Teutscher, der immer wieder

gerne am Staatstheater gastiert.

Einen Tag später, am 9.6., 19 Uhr, gehen die

Tänzerinnen und Tänzer in der Kammer -

bühne wieder voll ins Risiko. Unter Leitung

und Moderation von Ulrike Werchau wagen

sie spontane Improvisationen zu Stich -

worten, die unter anderem die Zuschauer

geben. Damit begeben sie sich auf ein

Gebiet, das völlig anders geartet ist als ihre

tägliche Arbeit. Die ebenfalls improvisierte

Musik spielt Cellist Sascha Werchau. Wer

RESTRISIKO I besucht hat, kennt den vollen

Sound seines elektronisch erweiterten

Instruments. bl

Papier ist (un)geduldig

Rollomalerei, Künstlerbücher, Künstler -

plakate aus der Sammlung des BLMK

18.5. – 4.8.

Eröffnung 17.5. 19 Uhr

Führung 11.6. 11 Uhr | 11.7. 16.30 Uhr |

28.7. 16 Uhr

Kunstkreis 60+ 22.5. 14 Uhr

Die Spur der Hand

Analoge und digitale Pfade ins Plakat

30.6. – 29.9.

Eröffnung 30.6. 11 Uhr

Führung 18.7. 11 Uhr

Kunstkreis 60+ 10.7. 14 Uhr

Krieg und Krisen im 20. Jahrhhundert

Grafische Zyklen und Skulpturen aus

der Sammlung des BLMK

4.8. – 29.9.

Führung 8.8. 11 Uhr

Die Anderen sind Wir

Bilder einer dissonanten Gesellschaft

17.8. – 13.10.

Eröffnung 16.8. 19 Uhr

Führungen 20.8. 16.30 Uhr

Kunstkreis 60+ 22.8. 14 Uhr

Friedrich B. Henkel

Landschaft: Zwischen Erleben und

Abstraktion | bis 16.6.

VERANSTALTUNGEN

Internationaler Museumstag

Freier Eintritt in allen Ausstellungen

11 Uhr Familienführung

15 Uhr Führung in „Papier ist geduldig“

19.5. 10 – 18 Uhr

Finissage

in „Friedrich B. Henkel“

Der Künstler im Gespräch | 16.6. 16 Uhr

Zukunft aus der Provinz!

Auftakt zum Ausstellungsprojekt

„Unbekannte Moderne“

Freier Eintritt zur Buchpräsentation

24.6. 14 Uhr

Brandenburgisches Landesmuseum

für moderne Kunst | Dieselkraftwerk Cottbus

Am Amtsteich 15 | 03046 Cottbus

Di - So 10 - 18 Uhr

Tel. 0355 494940 40 | www.blmk.de

COTTBUS BESITZT …

[Konzert junger Künstler] … junge Talente.

Auch in diesem Jahr stellen junge Musiker aus

Cottbus und der Region auf der Bühne des

Großen Hauses ihr Können unter Beweis. Sie

spielen jeweils den Solopart eines Konzert -

stücks, begleitet vom Philharmonischen Or -

chester des Staatstheaters Cottbus unter Lei -

tung von Christian Möbius. Um im Konzert

mitwirken zu können, mussten die jungen

Solisten ein spannendes, qualitativ hochstehendes

Casting absolvieren.

„Le Grand Tango“ von Astor Piazzolla heißt das

Stück, das junge Leute und die Musiker des

Philharmonischen Orchesters gemeinsam spielen.

Eine unvergessliche Erfahrung für die

Musikschüler: Gemeinsam mit Vollprofis einen

Orchesterklang zu schaffen, der die Hörer be -

geistert.

Die Konzerte junger Künstler, eine Koope ration

des Staatstheaters und des Cottbuser

Konservatoriums, blicken mittlerweile auf eine

über zwanzigjährige Tradition zurück.

Casanova

Die Gewinner des Quiz in Ausgabe 66 sind S. Stolzke (Hauptpreis) sowie C. Seifert und

D. Kirschke .

GEWINNSPIEL

Wofür steht ABZ?

A AntiBlockierZentrum

B Alternative brandenburgische Zukunft

C ArbeiterBelustigungsZentrale

D Angsbefreite Zone

E Avantgardistische Bildungsbürger Zelle

Ihre Antwort bis 28.6.2019 an: Staatstheater Cottbus, PR/Marketing, Lausitzer Str. 33, 03046 Cottbus,

marketing@staatstheater-cottbus.de

Preise: 2 Freikarten für eine Repertoirevorstellung Ihrer Wahl, 2 Freikarten für DON GIOVANNI und zwei

Freikarten für ALICE IM WUNDERLAND.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, ebenso die Teilnahme von Mitarbeitern des Staatstheaters

Cottbus und ihren Angehörigen.

TICKETDIRECT www.staatstheater-cottbus.de | TICKETTELEFON 0355 7824 242

BESUCHERSERVICE im Großen Haus Mo, Sa 11 – 14 Uhr / Di bis Fr 11 – 18 Uhr

SOMMERKASSE im Besucherservice 8.7. – 25.8.2019 | Di bis Fr 11 – 15 Uhr

Impressum: Staatstheater Cottbus | Spielzeit 2018/2019 | Intendant Dr. René Serge Mund | Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-

Frankfurt (Oder) | Lausitzer Straße 33, 03046 Cottbus | Gefördert vom Land Brandenburg – Minis te rium für Wissenschaft, Forschung und

Kultur und den Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) | Redaktion: Carola Böhnisch (cb), Bernhard Lenort (bl), Lukas Pohlmann (lp), Wiebke

Rüter (wr), Gestaltung & Grafik: Andreas Klose, Fotos: Marlies Kross, Michael Wilson | Ausgabe 67, 2018/2019

A Animation | B Bühne | BE Bandeinstudierung | CE Choreinstudierung | CH Choreografie | EB Einstudierung Ballett | K Kostüme | KCE

Kinderchoreinstudierung | M Musik | ME Musikalische Einstudierung | MG Musikalische Gesamtleitung | ML Musikalische Leitung | R Regie

SE Schlagwerk-Einstudierung | SD Sounddesign | SK Soundkomposition | V Video | VP Videoprojektion

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