Berliner Zeitung 01.06.2019

BerlinerVerlagGmbH

Die Erinnerung an den D-Daylässt die Menschen in

derNormandieauch nach 75 Jahren nicht los, und

noch immer sindnichtalleToten geborgen

SEITEN 4/5

Ist dasKunst oder kannman das wegtrinken?

In Berlin treffen sich kreativeMilchschäumer

zur „Latte Art“-Weltmeisterschaft

SEITE6

DerTango istwieder da. Mitder ihm

innewohnenden Migranten-Melancholie ist er der

perfekte Tanz für die Entwurzelten unsererZeit

SEITE7

GETTY

Verkehrssenatorin: Zwangs-BVG-Tickets für Autofahrer – Kommentar Seite 8, Berlin Seite 13

Heute mit

Service und

Immobilien

15°/27°

Sonne und Wolken

Wetter Seite 16

AM WOCHENENDE

www.berliner-zeitung.de

Sonnabend/Sonntag,1./2. Juni 2019

Nr.125 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 2.00 €

Berlin/Brandenburg: 1.80 €

Auf der „Linie 1“

Im Magazin:

Matchday

Sind englische Fußballer ausgeschlafener?

Seiten 2und 3

MAGAZIN

D-Day

Dieletzten Zeugen der alliierten Invasion

Seiten 4und 5

Hochgeschlafen

Ist der englischeFußball erfolgreicher,weil die Profis

ausgeschlafener sind als in anderen Ländern? Die Premier-League-Clubs

überlassennichts dem Zufall, auch die Nachtruhe wird trainiert. Zu Besuchbeim

Schlafguru Nick Littlehales, der auch Jürgen Klopps FC Liverpool coacht

SEITEN 2/3

Der Schaum der Tage

„Latte Art“: Kaffeetrinken als Kunsterlebnis

Seite 6

Sie waren ganz jung,

so wie wir

Um die Wette

schäumen

Die neue Kolumne

Leben &Sterben

Seite 7

Führen

und Folgen

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Neue Wälder

braucht das Land

Das Berliner Grips-Theater feiert 50. Geburtstag. Manches ist in die Jahre

gekommen, immer neu bleibt das Ziel: Kinder ernst zu nehmen. Report Seiten 2und 3

LINIE 1–FOTOGRAFIERT VON DAVID BALTZER

Sind Berlins

Schiffe sicher?

Berlin Seite 9

Berlin Seiten 10 und 11

Berlin versteht sich als

Hauptstadt der Digitalwirtschaft,

die Start-up-Szene

ist so aktiv wie in nur wenigen

anderen Metropolen weltweit,

und in den vergangenen Jahren warenimmer

mehr Investoren bereit, ihr

Risikokapital in junge Unternehmen

zu investieren. Nur die Tech-Giganten

hielten sich eher zurück. Das soll

sich jetzt ändern. Die Berliner Zeitung

hat exklusiv erfahren, dass Google

in den nächsten Jahren mehrere

Hundert Arbeitsplätze hier schaffen

will. Deshalb wurde in Mitte der Johannishof

gekauft, der in den kommenden

Jahren zunächst saniertwerden

soll. Google-Sprecher Ralf Bremer

erklärte: „Unsere Investition ist

ein neuerliches Bekenntnis Googles

zum StandortBerlin.“

Kampf um die Talente

Das Tech-Unternehmen eröffnete

vor zwölf Jahren sein erstes Büro in

der Hauptstadt. Anfang des Jahres

stellte Google dann seinen neuen

Firmensitz in der Tucholskystraße

vor, bezogen wurde ein repräsentativesGebäude

mit einer Mischung aus

denkmalgeschützter Architektur von

Martin Gropius und modernem

Großstadt-Design, wo ungefähr 140

Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz fanden,

300 könnten es werden. Die

Teams arbeiten an Projekten wie

„Google for Start-ups“ und in Bereichen

wie Google Play,Marketing, Politik,

Softwareentwicklung, Sales und

YouTube. Das Unternehmen geht

davon aus,dass diese Sparten weiter

wachsen werden, deshalb das neue

Gebäude.

Mehr Bedeutung hatten aber die

Standorte in Hamburg(Deutschland-

Zentrale) mit 600 Mitarbeitern und

München (Entwicklungszentrum)

mit 700 Fachkräften. Als Google im

vergangenen Jahr in Kreuzbergeinen

Campus für Start-ups eröffnen wollte,

gab es heftigen Protest der Anwohner.

Nach einer Hausbesetzung wurde

das Projekt aufgegeben. An der

grundsätzlichen Haltung Googles zur

Hauptstadt hat das aber offensichtlich

nichts geändert.

Das neue Gebäude in der Johannisstraße

verfügt über rund 11 000

Quadratmeter Nutzfläche. Google

plant, das Gebäude in wenigen Jahren

zusätzlich zum bestehenden

Büro inder Tucholskystraße für die

wachsende Belegschaft zu nutzen.

Beide Gebäude sind nur etwa 300

Meter voneinander entfernt.

DerJohannishof war 1910 als Produktionsstätte

und Sitz eines Tabakherstellers

errichtet worden. In den

frühen 50er-Jahren wurde das Gebäude

in ein Hotel umgewandelt.

Der Johannishof wurde zuletzt 1999

renoviert und seitdem von verschiedenen

Unternehmen als Gewerbefläche

genutzt, auch Rocket Internet

fand doch vor sieben Jahren eine

Heimat. „Wir freuen uns sehr über

dieses traditionsreiche und schöne

Gebäude,gleich um die Ecke vonunserem

bestehenden Büro“, sagte

Bremer.

Noch mehr

Google in Berlin

Nach Informationen der

Berliner Zeitung hat der Tech-Konzern

in Mitte ein großes Bürogebäude

gekauft. In der Hauptstadt sollen

mehrere Hundert Jobs entstehen

VonJörg Hunke

„Unsere Investition ist ein

Bekenntnis zum Standort Berlin.

Dadurch schaffen wir in den kommenden

Jahren zahlreiche Arbeitsplätze.“

Ralf Bremer,

Sprecher von Google Berlin

DieStrategie vonGoogle passt zu

den Überlegungen, die auch die anderen

Tech-Giganten aus dem Silicon

Valley verfolgen. DieLebenshaltungskosten

und die Gehälter in Kalifornien

steigen ständig. Ein Programmierer

erhält in Kalifornien

etwa 100 000 Dollar als Einstiegsgehalt,

die Gehaltsspirale ist aber nach

oben offen. Als Philipp Justus,Googles

Vizepräsident für Zentraleuropa,

bei der Büro-Eröffnung im Januar

gefragt wurde,was Berlin tun müsse,

um in diesem weltweiten Wettbewerb

um die attraktivsten Standorte

mithalten zu können, nannte er drei

Punkte: Talente ausbilden, Talente

aus aller Welt in die Stadt locken und

bezahlbaren Wohnraum garantieren.

In der vergangenen Jahren warendas

drei Kriterien, die die Hauptstadt

leicht erfüllen konnte. Justus

stellte aber fest: „Berlin war eine

günstige Hauptstadt, aber das ist

nicht mehr so.“

Wasnochdazukommt: DerWettbewerb

um die klugen Köpfe wird

längst global geführt, Amazon, Google

oder Apple eröffnen in verschiedenen

Regionen der USA neue Büros

und schauen weltweit nach den besten

Talenten. Die New York Times

schrieb, dass aus Silicon Valley jetzt

Silicon Nation geworden sei. Demnächst

lässt sich wohl von Silicon

weltweit sprechen.

Berlin ist bekannt für seine Spitzenforschung

im digitalen Bereich.

Der Regierende Bürgermeister Michael

Müller lobte neulich noch die

Zusammenarbeit der Hochschulen

und Universitäten mit Unternehmen

in der Stadt. Dasmacht sich im

Bereich der Start-ups bemerkbar,wo

Berlin mit London und Parisumden

Spitzenplatz in Europa streitet. Das

zeigt sich aber auch im Bereich der

Unternehmen. Bestes Beispiel: der

Simens-Campus.

Kernregion Deutschland

Im vergangenen Jahr hatte Siemens

erklärt, dass es 600 Millionen Euro in

den kommenden Jahren fürdie Umstrukturierung

der Siemensstadt

ausgeben werde. „Hiersoll ein Stadtteil

der Zukunft entstehen, der Produktion,

Forschung, Lernen, Arbeiten,

Wohnen undLebenbeispielhaft

integriert“, sagte Vorstandsmitglied

Cedrik Neike bei einer Vorstellung

des Konzepts im März. Bis zum Jahr

2030 soll der Technologiepark und

Brutkastenfür neue Ideen fertig sein.

Selbstbewusst erklärte Siemens-

Chef Joe Kaeser damals: „Hier in

Deutschland, gerade in Berlin,gab es

Gründungen schon, da gab es in SiliconValley

noch gar keine Garagen.“

Eine klare Anspielung auch auf

die Google-Gründer Larry Page und

Sergey Brin, dievor 20 Jahren mit der

Entwicklung der Suchmaschine in

einem Hinterhof in Kalifornien anfingenund

Googleinden Jahren danach

zu einem Weltkonzern machten.

Inzwischen ist das Unternehmen

weltweit aktiv. „Deutschland

gehört allerdings zu den Kernregionen“,

sagte derPressesprecher.

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Sie beschäftigen inklusiv Menschen mit Schwerbehinderung? Das Land Berlin freut sich auf Ihre Bewerbung!

Der Inklusionspreis wird in

drei Kategorien ausgelobt:

–Kleinunternehmen

–Mittelständische

Unternehmen

–Großunternehmen

Private sowie öffentliche Unternehmen

jeder Größe und aller Wirtschaftsbereiche

sind herzlich eingeladen, am Wettbewerb

teilzunehmen. Neben Bewerbungen von

alteingesessenen Firmen ist die Teilnahme

von Start-up- und neu gegründeten

Unternehmen ausdrücklich erwünscht.

Die Gewinner erhalten jeweils:

•Eine Geldprämie •Eine Skulptur

•Eine Urkunde

Die Auszeichnung erfolgt im

Rahmen eines Festaktes am

11. November 2019 im Wappensaal

des Roten Rathauses.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an:

Landesamt für Gesundheit und Soziales –Integrationsamt

Frau Nelli Stanko –IICÖA∙Darwinstraße 15 ∙10589 Berlin ·Telefon: 030/90229-3307

Bewerbungsschluss: 31.07.2019 · Näheres im Internet: www.berlin.de/inklusionspreis

Für den Inhalt verantwortlich: Nelli Stanko –IICÖA

V.i.S.d.P.: Silvia Kostner –ZPress


2 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Report

„Max und Milli“ von Volker Ludwig,1978 uraufgeführtinder Regie von Dietrich Lehmann, wurde ein Klassiker. FRANK-ROLAND-BEENEKEN „Ab heute heißt du Sara“ ist seit 1989 im Spielplan. Es erzählt vom Überleben Inge Deutschkrons als Jüdin in Berlin. MATTHIAS HORN

Doof gebor’n wird keiner

Das Grips-Theater wird 50. Gegründet in Berlin in einer politisch aufgeheizten Zeit, ist es immer politisch geblieben.

Das Ziel von einst gilt noch heute: Mut machen und intelligent unterhalten. Verändert hat sich das Publikum:

Die Kinder von heute sind kritischer

VonCorneliaGeißler

Wie für den Besuch bestellt,

tritt Volker Ludwig

aus der Tür. Doch

geht er mit einem kurzenNicken

an uns vorbei die eiserne

Wendeltreppe hinunter. Der weißbärtige

Mann hat vor fünfzig Jahren

das Grips-Theater gegründet. Seit

der Spielzeit 2017/18 wird es von

Philipp Harpain geleitet. Mit ihm

sind wir verabredet.

Philipp Harpain führt durch einen

schmalen Gang neben den Büroräumen

in der oberen Etage des

Theaters am Hansaplatz. DieWände

sind schmutzig, einige der Glasbausteine

haben Risse, der Besprechungsraum

trägt Spuren früherer

Möbel. Hat Volker Ludwig nicht ein

bisschen grimmig geguckt eben?

„Nachdenklich ist er“, sagt Harpain.

„Obwohl er die Leitung abgegeben

hat, ist er in die Vorbereitung des Jubiläums

noch sehr eingebunden.“

Am Donnerstag beginnen die

zwei Festwochen zum 50. Geburtstag

des Grips mit dem Titel „On the

Child’s Side“ –also: Aufder Seite des

Kindes. Das ist der Kern der Arbeit

hier; dieses Theater richtet sich an

Kinder und Jugendliche. Selbst das

bei Erwachsenen beliebte Erfolgsstück

„Linie 1“ war 1986 für ein jugendliches

Publikum konzipiert. Es

dreht sich um ein Mädchen, das –

neu in der Stadt –Orientierung sucht

zwischen Ordnung und Anarchie,

Armut und Reichtum. Die U-Bahn-

Linie, deren Strecke vom Wittenbergplatz

über Nollendorfplatz und

Kurfürstenstraße bis zum Schlesischen

Torjeder Zuschauer beim Fahren

innerlich mitsingen kann, bildet

den dramaturgischen roten Faden.

Volker Ludwig leitete noch das

linke Reichskabarett in der Wilmersdorfer

Ludwigkirchstraße, als er im

Mai 1969 mit seinem Bruder, dem

Karikaturisten Rainer Hachfeld, das

Stück „Stokkerlok und Millipilli“ zur

Uraufführung brachte. Eigentlich

sollte das Kindertheater nur nachmittags

für ein paar Einnahmen sorgen.

Doch aus Volker Ludwigs Ausflug

in ein anderes Genrewurde sein

Lebenswerk.

Dafür bekam er viel Applaus, als

vor fünf Wochen die Übergabe des

Grips-Archivs an die Akademie der

Künste gefeiert wurde, 30Regalmeter

mit Stücktexten, Fotos,Rezensionen,

Zuschauerreaktionen. Der Direktor

des Akademie-Archivs sprach

zunächst von „Berliner Theatergeschichte“

und präzisierte dann etwas

unglücklich zu „West-Berliner“.

Das Grips gehört seit dreißig Jahren

auch zum vereinten Berlin.

DenÜbergang in der Leitung hätten

sie gemeinsam sehr gut hinbekommen,

sagt Philipp Harpain.„Volker

hatte mir angekündigt: Wenn du

die Leitung machst, werde ich immer

da sein, wenn du nicht mit mir

rechnest.“ Aber wenn er nun zu

manch einer Veranstaltung mit ihm

zusammen gehen wolle,möchteVolker

Ludwig ihn lieber allein schicken.

Flops sind gefährlich

Sie geben sich gegenseitig Texte zu

lesen, gerade jetzt. Zum40. Geburtstag

erfand Volker Ludwig das ironisch

in den Osten führende Stück

„Linie 2“, über 80 Mal wurde es gespielt.

Zum 50. gibt es zwei Festwochen.

Die Eröffnungspremiere heißt

„Die Lücke im Bauzaun“, auch sie

nimmt einen alten Erfolg auf: „Balle,

Malle, Hupe und Artur“ von 1971.

Mehdi Moradpour,inTeheran geboren,

in Deutschland lebend, schrieb

die Neufassung. Vassilis Koukalani,

in Deutschland geboren, in Griechenland

lebend, inszeniertsie.

„Ich fand es toll, Leute von außen

an so einen alten Stoff ranzulassen“,

sagt Philipp Harpain.„Es geht darum,

wie Kinder miteinander spielen, und

darum, wo sie es dürfen.“

Harpain, 1966 in Kiel geboren,

kam 2003 als Theaterpädagoge ans

Grips.Vielleicht erklärt ersein Haus

deshalb zuerst so: „Wir sind ein professionell

arbeitendes Theater, das

sehr speziell über sein Publikum Bescheid

weiß.“ In über dreißig Schulen

in Berlin seien Grips-Mitarbeiter

regelmäßig vor Ort. Esgebe Lehrerinnen,

die gestalten ein ganzes

Halbjahr mit Grips-Stücken. „Ich

merke immer wieder, dass sich Kinder,

Jugendliche und Erwachsene

noch lange an Aufführungen erinnern,

auch an einzelne Lieder.“ In

der Festwochen-Premiere wird der

alte Song „Wer sagt, dass Mädchen

dümmer sind“ wieder erklingen.

Pädagogisch möchte er das Theater

dennoch auf keinen Fall nennen.

Er weiß, dass das ein alter Vorwurf

gegen das Grips ist. „Wir geben nicht

vor, was die Zuschauer zu denken

haben, wir bieten oft ein offenes

Ende, natürlich mit einer positiven

Möglichkeit. Man kann die Stücke

weiterdenken. Insofern steht unser

Theater in der Tradition der Aufklärung.

Die Themen, die wir aufgreifen,

sind drängend, sind aus der Zeit

geboren.“

Und sie müssen auch drängend

sein. Flops kann sich das Theater

nicht leisten, die Auslastung muss

immer bei 85 bis 90 Prozent liegen.

Die finanzielle Ausstattung sei zwar

mit dem jetzigen Senat besser geworden,

sagt Philipp Harpain, da

aber zuvor über ein Jahrzehnt lang

der Etat nicht erhöht wurde,sei man

immer noch dabei, das Defizit auszugleichen.

Das Grips ist eine gemeinnützige

GmbH, institutionell

gefördert vom Senat, etwa wie die

Schaubühne. Das Theater an der

Parkaue dagegen hat als Staatstheater

eine bessereGrundlage.

Mit dem Wort „Renovierungsrückstau“

beschreibt Harpain das,

was in den Büros sichtbar ist. Es

müsste endlich getrennte Garderoben

für die Schauspieler geben, auch

Duschen für die Techniker und ein

vernünftiges Lager. „Und das Gedrängel

im Foyer kann man zwar als

Grips-Charme ausgeben, doch da

fehlt einfach auch Platz.“

Aber es tut sich bald etwas. Gerade

sei ein Lottomittelantrag bewilligt

worden. Philipp Harpain möchte

das Grips sogar noch wachsen lassen,

er denkt an eine Wiese hinter

„Jedes Stück

war hart erkämpft,

ein

Lernprozess,

ein neuer

Meilenstein,

ein Original.“

Volker Ludwig,

Grips-Gründer, über die

Schwierigkeit, neues Kindertheater

zu machen

„Die Themen,

die wir aufgreifen,

sind

drängend,

sind aus der

Zeit geboren.“

Philipp Harpain,

Grips-Chef seit 2017, über

den Anspruch des Theaters,

in die Gegenwart zuwirken

dem Haus am Hansaplatz, die dem

StadtbezirkMitte gehört. „Wir haben

angefragt, ob wir dort bauen können.

Ein Saal mit 250 Plätzen wäre

gut.“ Im Haupthaus sind es bis zu

400 Plätze, im Podewil in der Klosterstraße

noch einmal 135. Vielleicht

wird esdas Geschenk zum 55. Geburtstag.

Immer ehrlich

Vielleicht wirddann auch wieder ein

Stück von Kirsten Fuchs uraufgeführt.

DieSchriftstellerin, Lesernbekannt

durch den Roman „Mädchenmeute“,

Zuhörern durch Auftritte

auf Lesebühnen, entwickelt sich zur

Haus-Autorin. Ende März feierte ihr

viertes Stück fürs Grips Premiere,

„Das Nacktschnecken-Game“. Im

Podewil kann man seit zwei Jahren

Fuchs’ Stück „Das Heimatkleid“ sehen,

entstanden auf Wunsch der

Schauspielerin Katja Hiller. Die

wollte einen Monolog, der sich mit

Populismus auseinandersetzt. Sie

zeigt im Dialog mit sich selbst das Erwachen

einer jungen Frau, die sich

eigentlich nur mit Mode beschäftigen

wollte,aber dann bei rechter Politik

landet. Daswirkt gänsehautprovozierend

aktuell.

Bevor ihr Stück „Tag Hicks oder

fliegen für vier“ im Jahr 2015 am

Grips inszeniert wurde, wusste sie

gar nicht, dass sie fürs Theater

schreiben könne, erzählt Kirsten

Fuchs am Telefon. Sie habe sich eigentlich

nur für ein Stipendium beworben,

weil sie Geld brauchte. Das

Gasag-Stipendium zum Berliner

Kindertheaterpreis fördert Autoren,

bringt sie mit den Dramaturgen des

Grips und dem potenziellen Publikum

zusammen. Der Preisträgertext

wirddann inszeniert.

„Kinder sind ein krasses Publikum“,

sagt Kirsten Fuchs. „Sie reagieren

immer ehrlich. Sie spielen

keine Ergriffenheit wegen großer

Kunst. Sondern sie zeigen sich entweder

interessiertoder gelangweilt.“

Für das dramatische Schreiben habe

sie eigentlich keine Theorie, sagt sie,

deshalb sei es sehr wichtig gewesen,

im Austausch zu erfahren, was auf

der Bühne ginge und was nicht. Sie

konnte auch Kinder fragen, was sie

sich zu sehen wünschen. Diesen Luxus

der engen und gleichberechtigten

Arbeit mit den Autoren leistet

sich nicht jedes Theater.

Zum Jubiläum gibt es ein Buch,

das ist hier so üblich. „Für die Zukunft“

heißt es diesmal, ist voll mit Inszenierungsfotos

aus fünfzig Jahren,

mit Beispielen für die Arbeit des Grips

nach außen – den Workshops in

Afrika, dem Einsatz für Flüchtlinge,

den Aktionen gegen Abschiebungen

von Jugendlichen, die jahrelang hier

zur Schule gegangen sind.

Grips, geboren nicht nur „aus

dem Geist des Kabaretts“, wie Volker

Ludwig sagt, sondern ineiner politisch

aufgeheizten Zeit, ist immer

politisch geblieben. Das letzte Foto

im Buch zeigt Mitarbeiter des Theaters

bei der #Unteilbar-Demonstration

der Vielen.

Im Buch-Beitrag von Stefan Fischer-Fels

findet sich die Formulierung

„schön eingegripst immer wieder

von den Altvorderen, die uns

mantrahaft die Geschichte des Grips

erzählen“. Philipp Harpain ist nicht

der erste Thronfolger.2011 hatteVolker

Ludwig die künstlerische Leitung

des Hauses an Stefan Fischer-Fels

übergeben. Derkam vonaußen, aus

Düsseldorf, kannte aber die Tradition,

weil er schon einmal zehn Jahre

Dramaturg am Grips war. Sein

Wunsch nach Erneuerung war offenbar

zu stark. Einige der Ideen aus seinen

fünf Jahren Amtszeit blieben, so

die Zusammenarbeit mit Kinderärzten

für „Grips auf Rezept“ und der

Kinderkongress.

Beim ersten Kongress 2011 erklärte

Stefan Fischer-Fels die Idee so:

„Wir interessieren uns für die Wirklichkeit

der Kinder,doch dazwischen

liegt eine Distanz von zwanzig und

mehr Jahren. DieKinder sind die Experten

des Alltags.“ Einhundert Kindern

von vier Grundschulen erforschten

das Thema Armut. Dasbe-


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 3

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Report

René Schubert, Axel Prahl und Ulrikevon Lenski 1995 in „Bella Boss und Bulli" STEFANIE HERKEN Bei den Proben zu „Doof bleibt Doof“ im Februar 1973 mit Publikum FRANK-ROLAND-BEENEKEN

Szene aus „Linie 1“ mit dem Ensemble von 2018. In der Rolle des Mädchens: Lisa Klabunde. DAVID BALTZER Regine Seidler und Frederic Phung nach der Aufführung von „Magdeburg hieß früher Madagaskar“ BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN

reitete den Boden für „Pünktchen

trifft Anton“, Volker Ludwigs Bearbeitung

des Erich-Kästner-Romans.

Regie führte damals Frank Panhans.

Insgesamt hat er 15 Inszenierungen

am Grips gemacht, in einem

Haus,das selten mehr als vier Stücke

im Jahr neu produziert, ist das eine

Menge.Wir erreichen ihn am Telefon

in Wien. Beim ersten Mal passt der

Anruf nicht. Er hat gerade den Unterricht

begonnen an der Schauspielschule,woerseit

fünf Jahren Professor

ist. Underhat vergessen, das Telefon

auszuschalten. Beim nächsten

Mal sagt er gleich: „Ich mag dieses

emanzipatorische Kindertheater,

diese Art, Geschichten zu erzählen,

Mutzumachen und dabei intelligent

zu unterhalten.“ Er nennt das die

Grundidee des Grips.

Wenn er sagt, er komme ja nicht

vom Kabarett, sondern vom klassischen

Schauspiel, führt das zu dem

großen Diskussionspunkt der vergangenen

Jahre. Er habe immer versucht,

in die Tiefe zu schürfen, ästhetische

Ideen auszuprobieren.„Volker

Ludwig hat mich gefördert, aber ich

war für ihn die Nebenschiene. Bei

Stefan Fischer-Fels sollte ich die

Hauptschiene werden“, sagt er,

„dazu kam es nicht.“

Volker Ludwigs Baby

Als Fischer-Fels im Jahr 2015 gehen

musste, schrieb Christian Rakow in

der Berliner Zeitung, dass ein Fall

„fortgeschrittener Gründerkrankheit“

am Grips ausgebrochen sei,

den englischen Begriff „founder’s

syndrome“ übersetzend. Volker Ludwig

sah sein Baby bedroht und wollte

es schützen.

Stefan Fischer-Fels sei vielleicht

ein bisschen zu extrem vorgegangen,

sagt Frank Panhans,„er hat den Volker

nicht mit auf die Reise genommen.

Oder wollte und konnte Volker

nicht mitfahren? Es gibt für mich

darauf keine eindeutige Antwort.“

Panhans, 1966 in Greifswald geboren,

findet es verständlich, wenn

man zuerst die Rolle des Grips-Theaters

für denWesten würdigt.„Was wir

im Osten hatten, diese riesigen Häuser

in Dresden, Leipzig und Berlin,

die verfolgten einen ganz anderen

Auftrag im Sinne des Staates. Grips

war im Westen etwas Besonderes,ist

aus dem 68er-Geist entstanden und

sah sich immer aufklärerisch.“

Panhans’ jüngste Inszenierung

am Grips ist „Magdeburghieß früher

Madagaskar“, geschrieben von Zoran

Drvenkar. Nach deren Aufführung

am Mittwochmorgen im Podewil

treffen wir die Schauspieler Regine

Seidler und Frederic Phung. Sie

sind umringt von Kindern, die gerade

noch im Saal saßen. „Bist du

seine Mutter?“, fragt ein Junge. „Ich

habe die Mutter von seinem Freund

gespielt“, sagt Regine Seidler. „Der

hat dich beleidigt“, setzt er fort. Das

Gesehene wirkt nach. Sie klärt auf:

„Ja, mein Sohn im Stück hat etwas

gesagt, was mich sehr geärgert hat.“

Frederic Phung wird gefragt, wie alt

er sei. Die Zahl 31 löst Erschrecken

aus. Kein Wunder, eben auf der

Bühne war er ja ein Kind wie die

Jungs hier, erzog bei seinem besten

Freundein, weil der vonseiner Mutter

geschlagen worden war.

Frederic Phung gehört seit 2016

zum Ensemble. Der 50. Geburtstag

bedeute ihm durchaus etwas,sagt er,

dieses Theater habe in der Gesellschaft

viel verändert. „Wenn ich

mich besinne, dass diese 50 auch 20

meiner Lebensjahre enthalten,

wenn auch mit Unterbrechungen“,

sagt Regine Seidler, „dann bin ich

stolz. Da steckt viel Arbeit und viel

Herzblut drin.“ Sie lobt die Art des

Feierns mit den Gastspielen aus

Ägypten, Indien, Griechenland oder

Korea, „dass man das zur Summe

dazu addiert, was Grips bewirkt hat

in der Welt“.

Während Frederic Phung nur andeutet,

manchmal ästhetisch andere

Vorstellungen zu haben, wirdRegine

Seidler deutlicher.„Für mich war die

Zeit unter Stefan Fischer-Fels sehr

wesentlich“, sagt sie. „Es kamen

neue Regisseureund neue Ansichten

CHRONOLOGIE

1969: Mit „Stokkerlok und Millipilli“ im

Berliner Reichskabarett beginnt die Geschichte

des Grips-Theaters.

1972: Das Theater erhält seinen Namen.

1974: Umzug in ein ehemaliges Kino am

Hansaplatz

1975: Beginn der Anti-Grips-Kampagne

der West-Berliner CDU

1980: Das erste Erwachsenenstück „Eine

linkeGeschichte“ hat Premiere.

1986: Uraufführung von„Linie 1“

1988/89: Die Welttournee mit „Linie 1“

führtnach Australien, Israel, die USA sowie

nach Karl-Marx-Stadt und Halle/S.

1990: „Auf der Mauer,auf der Lauer“ ist

das erste deutsch-deutsche Stück nach

dem Mauerfall.

1997: Brüder-Grimm-Preis für fünf Inszenierungen

und für die Spielzeit 95/96

2003: Gründung des Theater-Jugendklubs

Banda Agita, 2013 folgt der Kinderklub

Rakete Jetzt

2005: Erstmals wird der Berliner Kindertheaterpreis

ausgeschrieben –das Autorenstipendium

vonGrips und Gasag.

2008: Deutscher Theaterpreis Der Faust

für Volker Ludwig (Lebenswerk)

2009: Eröffnung der neuen, zweiten Spielstätte

im Podewil

2011: Erster Kinderkongress. Stefan

Fischer-Fels wird künstlerischer Leiter.

2017: Volker Ludwig übergibt die gesamte

Theaterleitung an Philipp Harpain.

2019: Im Stück „Cheer Out Loud“ sind

Schauspieler mit und ohne Behinderung

gemeinsam auf der Bühne.

darüber,wie man für Kinder Theater

machen kann. Wir haben zum Beispiel

das Stück ,1848‘ entwickelt,

sehr frei nach einem Roman von

Klaus Kordon, in der Regie vonFrank

Panhans, das führte zu den Kernfragen

der Demokratie. Ich habe diese

Arbeit als großen Zugewinn empfunden,

aber viele im Haus haben damals

geächzt.“ Am Staatstheater sei

man wohl andere Abläufe gewohnt.

Fischer-Fels kam vom Düsseldorfer

Schauspielhaus; heute leitet er dort

das Junge Schauspiel. „Leider gab es

viele Missverständnisse.Volker Ludwig

und Stefan Fischer-Fels haben

sich entzweit, wirklich schade.“

Frederic Phung hat das Ende jener

unruhigen Zeit noch erlebt, sagt

aber,erhat es nicht nur als künstlerischen

Disput verstanden. „Das

Grips-Theater ist auch eine Familie,

da ist es ganz wichtig, alle mit ins

Boot zu holen. Philipp Harpain versucht,

diesen Grips-Geist zu beachten.

Dasist der große Spagat.“

DasTheater leistet sich ein Mitarbeiterplenum,

an dem Abgeordnete

aus allen Bereichen beteiligt sind,

das Gremium. Regine Seidler gehört

dazu, Frederic Phung hat einen Sitz

als Vertreter. Welches Stück aufgeführt

wird, beschließt das Gremium;

es berät auch über Themen, Autorenschaft,

Regie und Besetzung.

„Das ist ein hartes Ringen“, sagt Regine

Seidler,„ich habe schon oft verflucht,

dass Demokratie so schwierig

ist. Aber es macht auch die hohe

Identifikation aus.Ananderen Theatern

findet man seinen Namen auf

dem Besetzungszettel, wenn man

Glück hat, mag man den Regisseur.“

Kindertheater werde oft belächelt,

als sei es nicht die wahre

Kunst. Frederic Phung sagt: „Wenn

man auf die Schauspielschule geht,

träumt man kaum davon, Kinderund

Jugendtheater zu machen. Aber

hier merkt man schnell, dass man

mit dem Publikum in einem anderen

Kontakt ist, dass man sich mit gesellschaftlich

relevanten Themen auseinandersetzt

für die Menschen, die

das dann noch in die Welt tragen

können. Die Struktur am Haus, das

Mitbestimmungsmodell, die Themen

und das Publikum –das sind

Aspekte, die mich hier halten.“ Die

beiden Schauspieler sind sich einig:

Kindertheater ist anstrengend, wenn

man morgens um zehn spielen muss

und abends noch proben, dabei immer

freudvoll und kreativ. Das passe

nicht zu jedem.

Beide erzählen von Beispielen, da

sie sehen konnten, was ihr Spiel bewirkt.

Nach derWiederaufnahme von

„Eins auf die Fresse“, wo ein Junge

vonseinem Vater einfach so,aus dem

Nichts, geschlagen wird, haben Jugendliche

zu Frederic Phung gesagt:

Dasist bei uns genauso.Nach„Madagaskar“

seien Lehrer gekommen, deren

Schüler über die Situation zu

Hause zu sprechen anfingen.„Aus die

Maus“, ein Stück über Obdachlosigkeit,

werde mit anschließendem Gespräch

angeboten, weil das Thema

viele Kinder verstöre.

Streit ist möglich

Der 50. Geburtstag gibt also nicht

nur Anlass zum Feiern, sondern

auch zu vielen Fragen. Je länger wir

im Hof des Podewils sitzen, immer

noch begleitet vonden Tobe-Geräuschen

der Kinder, desto deutlicher

wird, wie fragil so ein Jubiläum ist,

wenn sich Sehgewohnheiten und

Verhalten des Publikums verändern.

„Die Zeiten des großen Erfolgs von

Grips waren im abgeschlossenen

West-Berlin“, sagt Regine Seidler

und klingt, als wollte sie den Chef des

Akademie-Archivs bestätigen.

Aber sie hat recht: Heute ist Grips

ein Theater unter mehreren. Die

Verklärung zum Museum bekäme

ihm nicht gut. DerGedanke kann einem

auch beim Hören der 3er-CD-

Ausgabe „Grips-Theater. Die

schönsten Lieder aus 50 Jahren“

kommen. „Doof gebor’n ist keiner“

von 1973 hat noch immer Witz,

doch „Mattscheiben-Milli“ aus dem

Jahr 1978 scheint wie aus einer anderen

Welt.

Kinder trauen sich heute, Erwachsenen

ihre Meinung zu sagen.

Washeute gespielt werde, muss sie

heute etwas angehen. Regine Seidler

fragt: „Wie skeptisch betrachten wir

unsere Erwachsenenperspektive?“

Dassei viel wichtiger,als immer über

Tradition zu reden. „Mich kränkt der

Vorwurf: Ihr wollt ja nur Kunst machen.

Ja, das will ich, gute Kunst für

Kinder.“ Volker Ludwig sei da in vielem

anderer Meinung. „Aber“, sagt

sie froh, „dass dieser Streit in diesem

Haus möglich ist, das ist auch sein

Verdienst.“

Und dass das Grips auf ewig mit

„Linie 1“ verbunden sein wird, auch.

So einen Kassenschlager, der sich

über Jahrzehnte hält, hätte jedes

Theater gern. Im August steht die

1900.Vorstellung im Programm. Das

südkoreanische Hakchon-Theater

hat„Linie 1“ inzwischen sogar mehr

als 4000 Malgespielt, am 18. und19.

Juni gastiert esmit seiner Adaption

zu den Grips-Festwochen. Undwährend

hierzulande die Museumshaftigkeit

des Stücks diskutiert wird,

brachte das Theater in Seoul 2018

Bronze-Reliefporträts an seiner Fassade

an –zuEhren von Volker Ludwig

und dem verstorbenen„Linie 1“-

Komponisten Birger Heymann .

Frederic Phung spielt bei„Linie 1“

zum Beispiel den Jungen im Mantel.

Dann steht er auf der Bühne neben

Dietrich Lehmann, geboren 1940,

der schon zur Urbesetzung gehörte,

als Phung noch nicht auf der Welt

war. Lehmann ist seit 50 Jahren im

Ensemble. Einen wichtigen Lehrer,

was das Ethos angehe,nennt ihn Regine

Seidler: „Jeder Zuschauer hat

ein Recht auf eine gute Vorstellung,

darauf beharrt er. Egal, ob es die

zehnte oder die tausendste ist.“

Das würde Volker Ludwig sicher

auch unterschreiben.

Cornelia Geißler sah das

erste Grips-Stück 1988

beim DDR-Gastspiel.


4* Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Bundeswehr will

Whistleblower entlassen

DieBundeswehr will einen Soldaten

entlassen, der mehrmals Hinweise

auf rechte Umtriebe in der Truppe

gelieferthat. DasVerteidigungsministerium

erklärte,die Entlassung

habe mit den Meldungen nichts zu

tun. DerUnteroffizier Patrick J. habe

seit 2016 mutmaßlich rechtsextreme

Soldaten an den Militärischen Abschirmdienst

(MAD) gemeldet, berichtete

der Spiegel. Im Entlassungsschreiben

des Personalamts der

Bundeswehr heißt es nach Darstellung

des Magazins,invielen Fällen

hätten sich Vorwürfe des Unteroffiziers

gegen Kameraden„als übertrieben

und haltlos“ erwiesen. (vat.)

Weniger Kinder leben von

Hartz-IV-Leistungen

DieZahl der Kinder in Deutschland,

die vonHartz-IV-Leistungen leben,

ist zurückgegangen. Dasgeht aus

Zahlen der Bundesagentur für Arbeit

hervor. Siewurden vonder arbeitsmarktpolitischen

Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion

Sabine Zimmermann

anlässlich des Internationalen

Kindertages an diesem Sonnabend

ausgewertet. Ende 2018 lebten

demnach 1952 638 Kinder in Hartz-

IV-Bedarfsgemeinschaften. Dasentspricht

einem Rückgang von3,7 Prozent

gegenüber 2017. (rb.)

Massenproteste gegen

Bolsonaros Bildungspolitik

Brasilianer gingen gegen die Kürzungen

der Bildungsausgaben auf die Straße. AP

In Brasilien sind erneut Zehntausende

Menschen gegen massiveKürzungen

bei den Bildungsausgaben

auf die Straße gegangen. DieProteste

gegen den Kurs des rechtsextremen

Präsidenten Jair Bolsonarobegannen

in der Hauptstadt Brasília und

wurden in mehr als hundertweiterenStädten

fortgesetzt. Es waren die

zweiten landesweiten Proteste gegen

die Kürzungen der Regierung

seit dem 15. Mai. (AFP)

Türkeiermittelt gegen

deutsche Journalistin

DieStaatsanwaltschaft in Ankarahat

Ermittlungen gegen eine deutsche

Journalistin mit türkischenWurzeln

aufgenommen. Es gehe um Terrorvorwürfe,sagte

der Anwalt der Frau,

Arkin Hürtas,der dpa am Freitag.

Möglicherweise würden dieVorwürfe

noch um Präsidentenbeleidigung erweitert.

Zuerst hatte der NDR über

den Fall berichtet. Eine offizielle Anklage

gibt es laut Anwalt bisher nicht.

DieErmittlungen stützten sich auf

Beiträge,die die in Hamburglebende

Reporterin in sozialen Medien geteilt

haben soll, sagte Hürtas. (dpa)

Anti-IS-Koalition bestätigt

Todvon 1300 Zivilisten

Dieinternationale Koalition gegen

die Dschihadistenmiliz Islamischer

Staat (IS) hat zugegeben, bei ihren

Luftangriffen gegen die Extremistengruppe

im Irak und Syrien seit 2014

mehr als 1300 Zivilisten getötet zu

haben. Daserklärte das US-geführte

Militärbündnis am Freitag. Demnach

flog die Koalition zwischen August

2014 und Ende Aprildiesen Jahres24502

Luftangriffe in Syrien und

dem Irak. (AFP)

SPD-Chefin Andrea Nahles umarmt Achim Post auf dem Landesparteitag der NRW-SPD im Juni 2018. Ein Jahr später stehen sie sich als Konkurrenten gegenüber. IMAGO IMAGES/OSSOWSKI

Liebe Yael,

was ich dir heute schreibe, ist ein

wenig heikel. Ich habe gezögert, es

ist mir unangenehm. Es passiert so

viel in unseren Ländern, in Israel hat

sich das Parlament aufgelöst, in

Deutschland gehen Menschen mit

Kippa auf die Straße,umgegen Antisemitismus

zu demonstrieren. Und

mich, nun ja, beschäftigt inWahrheit

etwas ganz anderes.Der kleine blaue

Vogel in unserem Hof, das Nationalsymbol

der Palästinenser.

Es war vor ein paar Wochen, ich

saß am Schreibtisch, als ich ein leises

Piepen hörte. Ich drehte mich um

und sah unseren Kater insWohnzimmer

stolzieren, Jimmy Kater.Erhatte

etwas zwischen den Zähnen, etwas

Blaues. Eswar der kleine Sonnenvogel.

Ichsprang auf, rannte dem Kater

hinterher, flehte ihn an, den Vogel

loszulassen, erreichte damit aber

ungefähr so viel wie UN-Botschafter

bei Nahost-Friedensverhandlungen.

Jimmy Kater dachte gar nicht

daran, seine Beute rauszurücken. Er

kommt aus Reinickendorf und ist

eher schüchtern. Im Flugzeug hat er

gezittert vor Angst, nach seiner Ankunft

in Jaffa saß er tagelang unterm

Bett, bevor er sich raus zu den anderenKatzen

traute.Wenn die hübsche

Weiße mit dem blauen Halsband

über die Mauer kommt, versteinert

er vor Bewunderung, statt sein Revier

zu verteidigen. Er jagt gerne Fliegen.

Sein größter Fang war eine Kakerlake.Erlegte

sie vors Bett und sah

interessiert zu, wie sie hilflos auf

dem Rücken lag. Wenn der kleine

blaue Vogel vor seiner Nase herumflatterte,

umsein Nest zu verteidi-

Der Unterschätzte

Achim Post hat sich zum größten Widersacher von SPD-Chefin Andrea Nahles entwickelt

VonAndreas Niesmann

Der Blick ist neu. So ernst,

entschlossen, ja grimmig

wie vergangenen Mittwoch

hat man Achim

Post in Berlin noch nie gesehen. Der

Fraktionsvize der Bundestags-SPD

ist eigentlich ein ausgeglichener und

fröhlicher Charakter. Es müsse

schon eine Menge passieren, damit

„der Achim“ aus der Haut fährt, sagt

einer,der ihn gut kennt.

Aber es ist ja auch eine Menge passiert

in der SPD. Wahldesaster,

Putschgerüchte und die vorgezogene

Abstimmung über die Zukunft von

Fraktionschefin Andrea Nahles haben

die Partei in einen Zustand aus

Frust, Entsetzen und Aufruhr versetzt.

Es gibt immer mehr Sozialdemokraten,

die sich nach Veränderungen

an der Spitze sehnen. UndPost,

ein außerhalb des politischen Systems

bislang weitgehend Unbekannter,

ist plötzlich der Mann, der diese

Veränderung herbeiführen soll.

Alle Augen richten sich auf ihn,

wenn sich Fraktionschefin Nahles

am Dienstag zur Wiederwahl stellt.

Tritt Post persönlich gegen sie an?

Lässt er einem anderen Kandidaten

denVortritt? Dashängt auch wesentlich

von ihm ab. Achim Post, 60, Soziologe

aus dem ostwestfälischen

Minden, ist zum gefährlichsten Widersacher

der SPD-Partei- und Fraktionschefin

geworden.

Eindichtes Netzwerk

TelAviv –Berlin

Jimmy Kater und

der Sonnenvogel

gen, zogersich genervt ins Haus zurück.

Im Schlaf klappert ermanchmal

mit den Zähnen. Ichglaube,der

Sonnenvogel nahm den trägen deutschen

Kater nicht mehr ernst, und

dann: Schnapp, war es geschehen.

EinZufallstreffer.

Das machte es nicht besser. Der

Kater versteckte sich hinterm Sofa,

der Vogel sagte keinen Piep mehr.

Ich rief Alex, Alex kam nicht. Er

hatte Kopfhörer auf und verstand

den Ernst der Lage erst, als er von

seinem Schreibtisch aus sah, wie ich

mit dem Wasserschlauch hinter

dem Kater herrannte. Barfuß. Der

Anja Reich

Das Verrückte daran ist, dass Post

selbst jetzt noch von vielen in der

SPD unterschätzt wird. Das mag an

seinem, im Vergleich zu vielen anderen

Politikern, bescheidenen Auftreten

liegen, vielleicht auch daran,

dass er sehr lange anderen gedient

hat, bevor er selbst den Schritt in die

erste Reihe gewagt hat. Post hatte

jahrzehntelang Zeit, ein dichtes

Netzwerk zuknüpfen und die Mechanik

der Macht zu studieren.

1976 ist Post in die SPD eingetreten,

wegen Willy Brandt, wie so viele

seiner Generation. Zehn Jahrespäter

fing er als Mitarbeiter im Deutschen

Bundestag an. Später ging er ins Europaparlament,

wo er als Geschäftsführer

die Arbeit der SPD organisierte,

1999 folgte der Wechsel ins

Willy-Brandt-Haus.14Jahre lang leitete

Post dortdie „Internationale Abteilung“,

so etwas wie das Außenministerium

der SPD.Von 2002 bis 2012

war er auch Stellvertretender Bundesgeschäftsführer,

organisierte in

dieser Zeit Wahlkämpfe für Gerhard

Schröder und Frank-Walter Steinmeier.

2012 wurde Post Generalsekretär

der Sozialdemokratischen

Partei Europas (SPE). In dieser Funktion

zog erdie Strippen, damit sein

Freund Martin Schulz bei der Europawahl

2014 als Spitzenkandidat der

europäischen Sozialdemokraten antreten

durfte.

2013 folgte die Wandlung vom

Mitarbeiter zum Politiker –Post kandidierte

erfolgreich für den Bundestag.

Nur zwei Jahre später wurde er

Chef der Landesgruppe der NRW-

Abgeordneten in der Fraktion, 2017

auch Fraktionsvize.

Kurz vor der Europawahl feierte

Post seinen 60. Geburtstag in einer

alten Mühle in seinem Wahlkreis.

Viele Weggefährten waren da, auch

Kater floh. Ich rutschte auf den

Holzdielen aus, fiel auf den Rücken

und lag auf dem Hof wie die Kakerlake

vor dem Bett. Ich sah gerade

noch Jimmys Schatten über die

Mauer huschen, den Palästinenser

im Maul.Mir schossen Tränen in die

Augen, ich wusste nicht, was

schlimmer war, meine Schmerzen

oder meine Selbstvorwürfe, nicht

aufgepasst zu haben. Es gibt so viele

Probleme hier,große Probleme,und

ich war nicht mal in der Lage,einen

Vogel zu beschützen.

Jimmy Kater kam erst Stunden

später wieder ins Haus zurück, seine

ein paar Journalisten. Und Niedersachsens

Ministerpräsident Stephan

Weil. DasVerhältnis gilt als eng, und

Weil wird als möglicher Nachfolger

gehandelt, falls Andrea Nahles nach

einer Abwahl in der Fraktion auch

den Parteivorsitz hinwerfen sollte.

Zwar hat Post bei der Fraktionssitzung

der SPD am Mittwoch auch auf

Nachfrage hin seine Kandidatur

nicht erklärt, dass er aber ein Ende

der ÄraNahles will, gilt als sicher.

Er weiß, dass ein 60-jähriger

Mann nur schwerlich als Signal des

Aufbruchs verkauft werden kann.

Gutmöglich wäredeshalb,dass Post

einem jüngeren Kandidaten den

Vortritt lässt. Als die nordrhein-westfälische

SPD im vergangenen Jahr einen

neuen Vorsitzenden suchte, soll

er großen Anteil daran gehabt haben,

dass am Ende der bis dahin

weitgehend unbekannte Sebastian

Hartmann für den Landesvorsitz nominiertwurde

–aucherein persönlicher

Freund.

Gut möglich, dass Post gerade einen

ähnlichen Coup plant. Man

sollte ihn nicht unterschätzen.

Nase war dreckig, an seinem Bart

hing etwas Schwarzes. Ich würdigte

ihn keines Blickes.Erbekam Stubenarrest.

Das Sonnenvogel-Weibchen

kreiste alleine über den Hof. Kurz vor

Sonnenuntergang tauchte ein blauer

Vogel auf, ein anderes Männchen

wahrscheinlich. Vögel unterstützen

sich im Unglück, nahm ich an. Alex

fand, ich sei zu hart zuJimmy. Was

der Kater denn für seine Jagd-Instinkte

könne. Solidarität unter

Männern, dachte ich, und zweifelte

daran, ob er meine Hilferufe wirklich

nicht gehörthatte.

Am nächsten Morgen war das

Männchen vom Vortag wieder da,

der Vaterersatz. Ich betrachtete es

genauer – das zersauste Gefieder,

den spitzen Schnabel –und dann begriff

ich: Es war gar kein Ersatz. Es

war unser Sonnenvogel. Jimmy

muss ihn bei der Jagd verloren haben.

DieVogelfamilie lebte.Palästina

war gerettet.

Es war eine wunderbare Nachricht,

und das ist der Grund, warum

ich es dir schreibe. Dann doch. Weil

es eine kleine hoffnungsvolle Geschichte

ist in dem ganzen Chaos

hier. Das findet übrigens auch Alex.

Er sieht jetzt manchmal mit mir zusammen

den Vögeln hinterher. Die

Tierwelt des NahenOstens kann sehr

beruhigend sein.

Vorein paar Tagen kam ich morgens

auf den Hofund sah wie immer

ins Nest. Eswar leer, die Jungen waren

entflogen, bevor Jimmy sie bei

ihren Flugübungen stören konnte.Er

darf jetzt wieder raus. Ich habe ihm

verziehen.

DeineAnja

SPD: Kein

Ausspähen von

Journalisten

Kritik an Seehofers Plan für

den Verfassungsschutz

VonMarkus Decker

Die stellvertretende Vorsitzende

der SPD-Bundestagsfraktion,

Eva Högl, hat Widerstand gegen das

Vorhaben des Bundesinnenministeriums

angekündigt, dem Bundesamt

für Verfassungsschutz Rechte zum

Ausspähen von Journalisten zu geben.

„Das Gesetz wird soauf keinen

Fall kommen, jedenfalls nicht mit

uns“, sagte sie der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland)

und fügte hinzu: „Ohne unabhängige

Recherchen von Medien kommen

wir nicht aus. Die Möglichkeiten

dazu müssen eher noch gestärkt

werden.“ Deshalb würden „alle Versuche,

den Schutz von Journalisten

auszuhöhlen, auf den erbitterten

Widerstand der SPD stoßen“.

Zuvor hatte Reporter ohne Grenzen

gewarnt, die von Bundesinnenminister

Horst Seehofer (CSU) geplante

Reform ermögliche es, Journalisten

digital auszuspionieren, die

„Server großer Verlage und Rundfunksender

zu hacken“ und dabei

auch die Identität von Informanten

aufzudecken. Da Journalisten teilweise

in kriminellen Milieus recherchieren

müssten, könnten ihre Daten

bei der Überwachung verschlüsselter

Kommunikation und bei der

verdeckten Online-Durchsuchung

vom Bundesamt für Verfassungsschutz

(BfV) zudem leicht als „Beifang“

abgeschöpft werden.

Anlass der Kritik ist der Entwurf

eines Gesetzes zur Harmonisierung

des Verfassungsschutzrechtes.Darin

werden nach Angaben der Süddeutschen

Zeitung die Erlaubnis zur On-

Eva Högel (SPD) kritisiertden Gesetzesvorstoß

von Horst Seehofer (CSU). DPA

line-Durchsuchung genannt – und

bisher besonders geschützte Berufsgruppen

wie Priester, Anwälte, Ärzte

und Abgeordnete. Nicht genannt,

anders als bisher in solchen Zusammenhängen,

sind Journalisten.

Überdies sollten Online-Durchsuchungen

bei Journalisten nicht nur

im Zusammenhang mit Straftaten,

sondern auch bei allgemein politischen

Vorgängen möglich werden,

schreibt das Blatt. Und schließlich

sollen dem keine Richter zustimmen

müssen, sondern lediglich die G10-

Kommission, bestehend aus ehemaligen

Abgeordneten, die das Postund

Fernmeldegeheimnis schützt.

Das Bundesinnenministerium

ließ via Twitter verlauten: „Die Behauptung,

die vomBundesinnenministerium

vorgesehene Novelle gefährde

das journalistische Redaktionsgeheimnis

und würde es dem

Verfassungsschutz vergleichsweise

leicht machen, Redaktionen digital

auszuforschen, ist falsch.“ Es dementierte

nicht die vorgesehenen

Regelungen selbst.

Allerdings liegt der Entwurfohnehin

auf Eis. Es wirderwartet, dass Seehofer

in der Sache einen neuen Anlauf

nehmen wird, sobald die Nachfolge

vonBundesjustizministerin Katarina

Barley (SPD) geklärt ist. Ihr

Ministerium hatte den Entwurf im

März mit dem Hinweis gestoppt, die

darin vorgesehenen Befugnisse gingen

über die im Koalitionsvertrag von

CDU, CSU und SPD vorgesehene

„maßvolle“ Kompetenzerweiterung

von Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst

hinaus.


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 5 *

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Politik

Die Heldin von Harvard

Bei der Graduierungsfeier der Eliteuniversität wird Angela Merkel als Kontrahentin von Trump gefeiert. Doch manche Kontur der Kanzlerin ist unscharf

VonKarlDoemens, Cambridge

Der Satz ist wirklich gut. Er

klingt ein bisschen nach

John F. Kennedy und jedenfalls

sehr amerikanisch.

Er drückt Zuversicht und Optimismus

aus im Gegensatz zur Rhetorik

der Angst und des Hasses, die

derzeit in Washington dominiert.

„Fragen wir nicht zuerst, was nicht

geht oder was schon immer so war“,

ruft Angela Merkel ihren Zuhörern

auf dem Campus der Universität

Harvard zu: „Fragen wir zuerst, was

geht, und suchen wir nach dem, was

noch nie so gemacht wurde!“ Das

Publikum klatscht kräftig Beifall.

Die Rede der deutschen Bundeskanzlerin

ist zweifelsohne der Höhepunkt

der diesjährigen Graduierungsfeier

der traditionsreichen Eliteschmiede.

Mehr als 20 000 Menschen

sind gekommen, um mit den

diesjährigen Absolventen zu feiern.

Man trägt Talar, Anzug oder auch

Freizeitlook. Es ist ein Familienfest

des anderen Amerika, das Angela

Merkel als Verbündete und moralische

Führerin der freienWelt feiert.

Mag die Kanzlerin daheim in

Deutschland in jüngster Zeit bisweilen

abwesend gewirkt haben: Für die

liberalen Eliten der USA steht sie im

Zenit ihrer Macht. So groß ist der

Glanz, dass es zu Spiegelungen und

Projektionen kommt –etwa, als Margaret

Wang, die Vorsitzende der Ehemaligenvereinigung,

zu einer Eloge

ansetzt: Merkel habe während ihrer

14-jährigen Amtszeit die Energiewende

eingeleitet, den Mindestlohn

eingeführt, die Ehe für alle ermöglicht

und „die Grenzen für mehr als

eine Million Menschen geöffnet“.

Angesichts der Pirouetten der CDU-

Politikerin beim Atomausstieg und

ihres Neins bei der Ehe-Abstimmung

im Bundestag klingt das nun doch

ein bisschen schräg, ganz davon abgesehen,

dass der Mindestlohn vom

sozialdemokratischen Koalitionspartner

durchgesetzt wurde und die

Flüchtlingspolitik inzwischen in

Merkels eigener Partei höchst kritisch

diskutiertwird.

Ungewöhnlich persönlich

Angela Merkel(CDU) hat in Harvard die Ehrendoktorwürde verliehen bekommen.

AP

Doch die räumliche Distanz lässt

manche Konturen verschwimmen.

Andere Kontraste erscheinen dafür

umso schärfer –vor allem der zwischen

Merkel und Donald Trump.

DieKanzlerin muss den Wüterich im

Weißen Haus gar nicht beim Namen

nennen, um als seine natürliche Gegenspielerin

wahrgenommen zu

werden. So wirkt ihr 35-minütiger

Vortrag auf drei Ebenen: Äußerlich

ist es ein für MerkelsVerhältnisse ungewöhnlich

persönlicher, manchmal

etwas pathetischer Leitfaden für

die jungen Akademiker. Gleichzeitig

hört man als Unterton stets eine

Kommentierung über Trump heraus.

Und schließlich illustriert der

Vortrag, wie weit Merkel als Elder

Stateswoman inzwischen den Niederungen

des trüben Alltags der großen

Koalition entflohen ist.

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber

inne“, hat die Kanzlerin eingangs

Hermann Hessezitiert. Später philosophiert

sie: „Es gibt keinen Anfang

ohne ein Ende, keinen Tagohne die

Nacht, kein Leben ohne den Tod.“

Das kann man auf den Umbruch im

Leben der Uni-Absolventen beziehen

oder auf die politische Finsternis

unter dem derzeitigen US-Präsidenten

oder auch auf Merkels Herkunft

aus der DDR und ihre Zukunft nach

dem absehbaren Ende der Kanzlerschaft.

Danach nämlich will sie –so

viel lässt sie durchblicken –„wieder

etwas anderes und Neues“ machen.

Konkrete Kampfansage

Merkels klareAbsage an Protektionismus

und Handelskriege, ihr Aufruf

zur Bekämpfung des Klimawandels

und ihre Kampfansage an ignorante

Engstirnigkeit fallen deutlich konkreter

aus.Dafür erntet Merkel jedes Mal

viel Beifall. Ihre Mahnung, die Politik

dürfe „bei allem Entscheidungsdruck

nicht immer dem ersten Impuls folgen“

wirdfreudig als Abrechnung mit

der erratischen Trump’schen Twitterkratie

verstanden. Den euphorischsten

Zuspruch aber bekommt die

Kanzlerin für ihre Forderung, „dass

wir Lügen nicht Wahrheiten nennen

und Wahrheiten nicht Lügen“. Da

springen die Zuhörer buchstäblich

von ihren Sitzen und klatschen sich

die Hände wund. Vorein paar Jahren

wäre die Aussage noch banal gewesen.

In einer Welt der „alternativen

Fakten“ aber wird die spröde Nüchternheit

der Physikerin Merkel plötzlich

zum kostbaren Gut.

„Sie ist eine Frau der Wissenschaft“,

sagt Ryan Ortizo, der die Rede

in Robe und schwarzemAkademiker-

Hutverfolgthat. DerSohn philippinischer

Einwanderer hat sein Medizinstudium

abgeschlossen und wünscht

sich mehr Naturwissenschaftler in

der Politik. „Frau Merkel ist eine sehr

starke Anführerin“, schwärmt er. Ob

das zum Ende ihrer Amtszeit nicht

nachlässt? „Im Gegenteil“, kontert

Ortizo: „Jetzt, wo sie sich nicht mehr

um ihreWiederwahl kümmernmuss,

hat sie die Freiheit, noch mutiger in

ihrem Handeln zu werden.“

Ein interessanter Gedanke. Doch

Merkels Aufforderung, unbekannte

Wege zu beschreiten und nach dem

zu suchen, „was noch niesogemacht

wurde“ bezieht sich nicht auf ein

kühnes Projekt inder Spätphase der

Kanzlerschaft. Der Satz ist ein Zitat.

„Genau diese Worte habe ich im Jahr

2005 in meiner allerersten Regierungserklärung

als neu gewählte

Bundeskanzlerin gesagt“, sagt die

Kanzlerin. Das klingt eher nach einemVermächtnis

als nach Aufbruch.

KarlDoemens

fühlte sich in Harvard wie in

Trumps Gegenwelt.

Moderat im Ton, aber

hart in der Sache

©GEPA-pictures

Deutsch-amerikanische Gespräche zum Iran-Konflikt

VonMarina Kormbaki

Auf diesen Besuch hat die Bundesregierung

lange warten müssen.

Seit mehr als einem Jahr ist US-Außenminister

Mike Pompeo im Amt.

Vordrei Wochen sollte der Vertraute

vonUS-Präsident Donald Trump seinen

Antrittsbesuch in Berlin absolvieren.

Doch der Flieger mit Pompeo

an Bord änderte damals kurzfristig

die Route und steuerte Bagdad an.

Am Freitag aber landete die Maschine

mit Pompeo wie geplant in Berlin.

Viel Zeit hatte Pompeo für Kanzlerin

Angela Merkel und Außenminister

Heiko Maas nicht mitgebracht. Zur

beiderseitigen Zusicherung, dass

man einander verbunden sei, hat es

immerhin noch gereicht.„Die Vereinigten

Staaten sind und bleiben der

wichtigste Partner für Deutschland

außerhalb Europas“, sagte Merkel,

als sie mit Pompeo vor die Presse

trat. Pompeo beteuerte,erfreue sich

sehr,inDeutschland zu sein.

„Wir sind uns einig.“

Außenminister Heiko Maas

will die atomare

Aufrüstung des Iran verhindern.

Die Liste von Konflikten im

deutsch-amerikanischen Verhältnis

ist lang. Der deutsche Handelsüberschuss

mit den USA, die deutschrussische

Gaspipeline Nordstream 2,

die Verteidigungsausgaben: Berlin

und Washington waren im Laufe der

zurückliegenden 70 Jahre einander

nie so fremd wie heute.

Für akute Spannungen sorgt derzeit

der Konflikt zwischen den USA

und dem Iran. Seit der Aufkündigung

des Abkommens zur Einschränkung

des iranischen Atomprogramms

durch die USA verfolgen Washington

und Berlin eine völlig unterschiedliche

Iran-Politik. Das Thema stand

deshalb ganz oben auf der Liste, mit

der Außenminister Maas in das Gespräch

mit Pompeo gegangen war.

„Wir sind uns einig“, sagte Maas,

dass der Griff des Iran zu Atomwaffen

verhindert werden müsse. Essei

allerdings auch kein Geheimnis,

dass sich die Vorstellungen über den

Weg zudiesem Ziel unterschieden.

Deutschland hält gemeinsam mit

Großbritannien und Frankreich sowie

Russland und China am Atomabkommen

mit dem Iran fest. Die

USA haben dagegen die Wirtschaftssanktionen

gegen den Iran wieder

aufgenommen und drohen darüber

hinaus auch mit der Bestrafung

westlicher Unternehmen, die Geschäfte

mit dem Iran abwickeln.

Maas mahnte Pompeo indirekt, die

Folgen zu bedenken, die die US-Politik

im Mittleren Osten für Europa haben

könne.„Jede Einschätzung, egal,

von welcher Seite, betrifft auch unsereSicherheit

in Europa.“

DerUS-Außenminister rief die Europäer

auf, sich den US-Sanktionen

gegen den Iran anzuschließen. Die

Bundesregierung lobte er dafür, dass

sie der iranischen Fluglinie Mahan

Air die Landeerlaubnis in Deutschland

verweigert hat. Er forderte, die

vomIrangeförderte libanesische Terrororganisation

Hisbollah „aus

Deutschland zu verbannen“. Ausweichend

äußerte sich Pompeo zur

neuen Zweckgesellschaft namens Instex,

mit der Deutschland, Großbritannien

und Frankreich den Handel

mit dem Iran gemäß dem Atomabkommen

aufrechterhalten wollen.

Falls darüber humanitäre Güter gehandelt

würden, müssten die Unternehmen

keine Sanktionen fürchten,

so Pompeo. „Ansonsten werden wir

die Sanktionen umsetzen.“

In der Bundesregierung tut man

sich schwer damit, eine klare Strategie

hinter der US-Iran-Politik zu erkennen.

Die Befürchtung ist, dass

sich der Iran nach dem Austritt der

Amerikaner nicht mehr an die Atom-

Vereinbarung gebunden sieht –und

dann erst recht den Bau von Atomwaffen

vorantreibt.

Im

FREE TV

und in

HD

DIE MotoGP TM LIVE BEI SERVUSTV.

DER OAKLEY GRAND PRIX VON ITALIEN

DAS RENNEN, SONNTAG | AB 10:20

TRAINING UND ALLE QUALIFYINGS

SAMSTAG | AB 12:25

servusmotogp.com

Einfach gut fernsehen.


6 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Fahrdienste sollen zum

ÖPNV zählen

Immer mehr Verkehrsunternehmen

bieten ihren Fahrgästen neue Mobilitätsdienste

an. Sogenannte On-demand-Ridesharing-Angebote

kommunaler

Betriebe sowie Projekte mit

fahrerlosen Bussen gibt es inzwischen

in 17 Städten, wie der Verband

Deutscher Verkehrsunternehmen

mitteilte.Verbandspräsident Ingo

Wortmann will den neuen Markt

nicht der privaten Konkurrenz überlassen

und fordert, dass die Angebote

gesetzlich als öffentlicher Personennahverkehr

(ÖPNV)betrachtet

werden. „Dann gilt auch für sie eine

Tarif-, eine Betriebs- und eine Beförderungspflicht

und so weiter“, erklärte

Wortmann den Hintergrund

seines Vorschlags. (dpa)

Wirecard-Aktie nach

Zeitungsbericht unter Druck

DieAktie des Finanzdienstleisters

Wirecardleidet weiter unter Negativschlagzeilen:

BisFreitagmittag

verlor das Papier an der Frankfurter

Börse teilweise mehr als 10 Prozent.

Zuvorhatte das „Handelsblatt“ über

eine Bande mutmaßlicher Anlagebetrüger

in Wien und Sofia berichtet,

die einen Teil ihres Zahlungsverkehrs

über die Wirecard-Bank abgewickelt

haben sollen. EinTeil der Ermittlungen

liegt bei der Wiener

Staatsanwaltschaft, die gegen Wirecardaber

nicht ermittelt, sondern

nur Unterlagen angeforderthat.

„Aufgrund unseres Risikomanagements

wurde der Kunde frühzeitig

aktiv gekündigt“, sagte eine Wirecard-Sprecherin.

(dpa)

Aldi eröffnet erste

Filialen in China

Aldiexpandiertnach China.

DerLebensmittelhändler Aldi eröffnet

in China nach eigenen Angaben

in wenigen Tagen seine ersten Filialen.

Aldi Süd starte in der kommenden

Woche mit zwei Pilot-Filialen,

sagte ein Sprecher des Unternehmens

am Mittwochabend der Deutschen

Presse-Agentur.WeitereDetailsnannte

er zunächst nicht. Laut

„Lebensmittel Zeitung“ hat Aldi in

Shanghai schon eine erste Ladenfläche

belegt. Dabei präsentieresich

der deutsche Discount-Pionier höherwertiger.Der

Händlersetzestark

auf vonChinesen geschätzte Importwareaus

Europa. (dpa)

In Afrika fallen die

Handelsschranken

FOTO: IMAGO

Aufdem afrikanischen Kontinent

sollen Handelsbarrieren fallen. Ein

Freihandelsabkommen, an dem sich

52 von55Mitgliedsländern der Afrikanischen

Union beteiligen, ist nun

in Kraft. DerHandelsraum soll etwa

1,2 Milliarden Menschen umfassen.

DerVorsitzende der Kommission

der Afrikanischen Union, Moussa

Faki Mahamat, sagte,der afrikanische

Markthabe ein Bruttoinlandsprodukt

voninsgesamt 2,5 Billionen

Dollar (rund 2,2 Billionen Euro). Nigeria,

die größte Wirtschaft und das

bevölkerungsreichste Land in Afrika,

ist nicht an dem Abkommen beteiligt.

Dievollständige Umsetzung des

Abkommens wirdwahrscheinlich

Jahredauern. (dpa)

„Der Politik fehlt der Plan“

Danfoss-Deutschlandchef Ole Møller-Jensen über Wärmewende, EEG-Milliarden und eine eierndeCDU

Von Frank-Thomas Wenzel

FrankfurtBei der Diskussion

über denKlimaschutzwird

der Wärmesektor häufig

übersehen –dabei werden

für Heizungen, Warmwasserund industrielle

Prozesse gigantische

Mengen Energie verbraucht. Für

Ole Møller-Jensen, Deutschlandchef

des dänischen Technologieunternehmens

Danfoss, braucht es

vor allem einen gesellschaftlichen

Konsens, umbei der Wärmewende

voranzukommen. Er rät deshalb

nicht nurzur Einführung einer CO 2 -

Steuer, sondern plädiert auch für

einen massiven Ausbau der deutschen

Fernwärmenetze.

Herr Møller-Jensen, das Thema Klimaschutz

spielte sich jahrelang in

einer Nischeab. Nunist es ein zentraler

Punktder politischen Diskussion

geworden. Überrascht Siedas?

Nein, überhaupt nicht. Es gibt

hinreichend qualitativ hochwertige

Studien, die belegen, wie dramatisch

die Lage ist. Als einfacher EU-

Bürger muss ich aber sagen:Eswundertmichsehr,wie

die CDU bei dem

Thema CO 2 -Bepreisung herumeiert.

Wenn die Vorsitzende Annegret

Kamp-Karrenbauer erst jasagt

und dann zurückrudert, dann hilft

dasnichtunbedingtweiter.Dahätte

es gutgetan,wenn siesich zuvor ein

bisschen intensiver mit derMaterie

befasst hätte.

Ist die CO 2 -Steuer denn die Lösung

allerProbleme?

Nein, ganz bestimmt nicht. Wobei

wir ganz klar der Meinung sind,

dass CO 2 einen Preis haben muss,

weil dies gesellschaftlich eine Lenkungswirkung

hat. Aber es gibt keine

Patentlösung, keine Silver-Bullet.

Lange Zeit habenvieleLeute gedacht,

wirstellen alles –Autos, Heizungen

und soweiter –auf Erdgas

um und dann istalleserledigt. Dann

dachte man, alles zuelektrifizieren

bringt die Lösung. Oder manmacht

Wärmedämmung für Häuser und

alles ist erledigt. Die richtige Antwort

kann nureineSumme vonvielenAktivitäten

sein. Dafürfehlt aber

derPlan. Daranmüssen diePolitiker

arbeiten.

Und über die sogenannte Wärmewende

wird kaum diskutiert. Warum

ist diesesThema unterbelichtet?

Die Stromwende mit dem Ausbau

der Erneuerbaren ist wichtig,

aber mindestens genauso wichtig

ist die Wärmewende. Auch der Wärmesektor

ist ein riesigerEnergieverbraucher,

und hier können alle

Energieträger zusammengeführt

werden. Außerdem ist der Wärmesektor

ideal zurEinbindung vonerneuerbaren

Energien und Abwärme.

Der zentrale Punkt ist Energieeffizienz.

Je weniger wir verbrauchen,

umsowenigermüssen wir erzeugen.

Der Gebäudebereich muss

seinen Wärmeverbrauch drastisch

reduzieren, und konventionelle

Kraftwerke sollten immer Strom

und Wärme gleichzeitig erzeugen,

weil sie dann einen Wirkungsgrad

von90Prozent erreichen.

Immerhin muss bei jedem Neubau

längst mit Wärmedämmung gearbeitet

werden. Klimafreundliche

Wärmepumpen kommen vielfach

zum Einsatz. Da passiertdoch was.

Dasstimmt. Aber es wirdschnell

vergessen, was mitden Bestandsimmobiliengeschehen

soll.Das ist die

erheblich wichtigere Aufgabe. Wir

habenbei den Heizungen fürWohngebäude

eine jährliche Erneuerungsrate

voneinem Prozent.Wenn

wirmit der Geschwindigkeit weitermachen,

erreichen wir nie die Klimaschutzziele.Wir

müsstendie Rate

mindestensverdoppeln.

Aber können Sie nicht nachvollziehen,

dass der Besitzer eines Hauses,

das 100 Jahre alt, nicht gedämmt

und mit einer alten Ölheizung ausgestattet

ist, kein Interesse hat, eine

AndereLändersind beider Fernwärmeweiter als Deutschland.

Wärmepumpe für 20 000 Euro zu

installieren.

Das kann ich verstehen. Aber

diese Zurückhaltung hat auch damit

zu tun, dass die Leute unsicher

sind,obeineneue klimafreundliche

Heizung wirklich sinnvoll ist. Das

hat wiederum damit zu tun, dass

sich die Politik nicht auf einen Klimaschutzplan

einigen kann, der

eine Vielzahl von Maßnahmen beinhaltet.

Und zu diesem Plan müssen

natürlich auch staatliche Zuschüsse

und steuerliche Abschreibungsmöglichkeitengehören.

ZUR PERSON

FOTO: ARNO BURGI/DPA

Ole Møller-Jensen arbeitet seit 1978 durchgehend für Danfoss. Seit 2015 ist er Geschäftsführer

des deutschen Ablegers sowie Chef für die Region Zentraleuropa.

Danfoss ist hierzulande vorallem als Spezialist für Heizungsthermostate bekannt. Das Unternehmen

ist darüber hinaus Weltmarktführer bei zahlreichen Lösungen in den Bereichen Kälteerzeugung,Klima,

Heizung und Motorenregelung.

Unternehmen könntenihren gesamten

Energiebedarfumetwa einDrittel

im Schnitt senken,und zwar mittels

bekannter und erprobter Technologien.

Diese Investitionen würden

sichinspätestens drei Jahren bezahlt

machen. Warum nutzen

Unternehmen diese Potenziale

nicht?

Weil Geschäftsführer sich fragen

müssen, ob sie inEnergieeffizienz

mit einer Amortisationszeit vondrei

Jahren oder etwa in neue Produktionsverfahren

mit einer Amortisationszeitvon

einem Jahr investieren

sollen. Die Antwort liegt auf der

Hand.Deshalb mussesauch fürFirmen

finanzielle Anreize geben, die

die Amortisationszeit für energetische

Maßnahmen deutlichsenken.

Woher soll dasGeld für diese Subventionenkommen?

Wir haben schon eine große

Geldsammelstelle. Die Einnahmen

aus der EEG-Umlage, mit der die

Stromkunden die Förderungder erneuerbaren

Energien finanzieren.

In diesen Topf müssen jährlich

mehr als 24 Milliarden Euro eingezahltwerden.Häufig

kann dersoerzeugteStrom

nicht genutztwerden,

weil dieNetzefehlen. Zumindest bis

dieses Problem gelöst ist, wäre es

möglich,dieses Geld anders zu verteilen.Außerdem

drohen dem Bund

für das Verpassen der Klimaziele

Strafen in Brüssel. Statt Strafen und

Zusatzbelastung fürdie Bürger wäre

eine bessere Verteilung der Mittel

sinnvoll.

Halten Sie esimErnst für eine gute

Idee, neue Ölheizungen zuzulassen?

Natürlich. Esgibt ländliche Regionen

ohne Gas- oder Fernwärmeanschluss,

wo Ölheizungen noch

immer die beste Lösung sind. Aber

es müssen moderne sein, denn die

sind unglaublich effizient. Eine 30,

40 Jahre alte Ölheizung gegen eine

neue auszutauschen ist ein riesiger

Beitrag zum Klimaschutz. Ölkessel

zu verbieten ist bestimmt der falsche

Weg. Denn mit solchen Restriktionen

würden Sie einen gesellschaftlichen

Klimakonsens torpedieren.

Aber: Inunserem Szenario

muss der Hauseigentümer überlegen,

ob er sichdie billige Ölheizung

mit hohen Brennstoffkosten –wegen

derCO 2 -Steuer –anschafft oder

ob er eine Wärmepumpe anschafft,

für die es eine großzügige staatliche

Förderung gibt, dieerheblich geringere

Betriebskosten bringt und zugleichden

Wert der Immobilie massiv

steigert.

In Ihrem Heimatland Dänemark

jedenfalls werden vomnächstenJahr

an neue Ölheizungen verboten.

Dabei müssen Sie aber auch bedenken,

dass die Dänen einen weitenWeg

hinter sich haben. DiePolitik

hat schon vor mehr als 40 Jahren

entschieden, Fernwärme zu fördern.

In ganz Dänemark sind zwei

Drittel aller Gebäude an die Fernwärme

angeschlossen. Sieist insbesondere

in Ballungsgebieten als extrem

effizientes und klimafreundliches

System gut einsetzbar. Darüber

wird hierzulande gar nicht diskutiert.

Meine Forderung ist: Wenn

eine Straße aufgebaggertwird, dann

sollte buchstäblich etwas tiefer gegraben

werden, um Rohre für Fernwärme

zu verlegen.

Aber Investitionen in Fernwärme

sindimmensteuer.Die Amortisation

dauert für Stadtwerke Jahrzehnte.

Außerdem hat Fernwärme ein

schlechtes Image, sie erinnert irgendwieandie

DDR.

Das ist ein gesellschaftliches

Thema. Fernwärme funktioniert in

Dänemark, weil sich alle Parteien

einst für einen Anschlusszwang entschieden

haben –ich weiß, das ist

ein schreckliches Wort. Was dahinter

steht,sindKonsensund Solidarität.

Wenn alle angeschlossen sind,

wirddas Konzept wirtschaftlich und

die Kosten sinken für alle. Die Wärme

an sichist nämlich billig und klimafreundlich.

Undwie müssen wir dannden Wärmemarkt

organisieren?

Wir können den Wärmemarkt

ähnlich wie den Strommarkt organisieren.Wärme

wirdaneinerBörse

nachden Erzeugungskostender Anbieterofferiert.

In so einem Mechanismus

können die Abwärme eines

Supermarktes odereines Industriebetriebes

oder erneuerbare Energien

vermarktet werden. Für Städte

würde der Anreiz geschaffen, große

Netze zubauen, weil ein enormes

Angebot an preiswerter Wärme entstehen

kann. Eine ganz neueDynamik

würde entfacht.

DasGespräch führte

Frank-Thomas Wenzel.

DAX-30 in Punkten

1.3.19

1.3.19

MÄRKTE

▼ 11726,84 (–1,47 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

1.3.19

Stand der Daten: 31.05.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

31.5.19

▼ 61,62 (–7,55 %)

31.5.19

▲ 1,1151 (+0,15 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom31.05.zum Vortag

Dt. Wohnen Inh. 42,25 +1,68 WWW

Vonovia NA 46,96 +1,45 WWW

Rocket Internet 23,92 +1,18 WW

TAGImmobilien 21,00 +1,16 WW

Grand City Prop. 23,00 +1,05 WW

Telefonica Deutschl. 2,51

Verlierer

+1,05 WW

31.5.19

ausDAX und MDAXvom 31.05. zumVortag

Wirecard 140,10 WWWWWWWWWWW –8,67

Norma Group NA 34,86 WWWWWW –4,34

Dialog Semic.NA 28,50 WWWWW –3,78

thyssenkrupp 11,34 WWWWW –3,70

Siltronic NA 61,22 WWWWW –3,41

Evotec 21,65 WWWWW –3,26

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 31.05. ±% z. 30.05.

Euro Stoxx 50(EU) –1,14

3541/2909 3280,43

CAC 40(FR) – 0,79

5601/4556 5207,63

S&P UK(UK) – 0,78

1569/1323 1448,48

RTS (RU) +0,04

1297/1033 1287,09

IBEX (ES) –1,68

9986/8286 9004,20

Dow Jones (US) –1,27

26952/21713 24850,12

Bovespa (BR) +0,02

100439/69069 97718,88

Nikkei (JP) –1,63

24448/18949 20601,19

Hang Seng (HK) – 0,97

31521/24541 26886,17

Stx Singap. 20 (SG) –0,62

1635/1350 1513,20

Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro

Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)

Effektivzinsen in %für

Kundenkontakt 5Jahre 10 Jahre 15 Jahre

PlanetHome

089/76774188 0,61 0,88 1,13

Interhyp

0800/200151515 0,61 0,88 1,13

DTW-Immobilienfinanzierung

0800/1155600 0,61 0,88 1,13

Dr.Klein

0800/8833880 0,61 0,88 1,13

MKIB Online

030/6408810 0,70 1,02 1,25

BBBank

0721/1410 0,78 0,97 1,40

ING

069/50500109 0,70 1,04 1,40

Deutsche Bank

069/91010000 1,00 1,12 1,65

Commerzbank

069/98660966 0,94 1,18 1,78

Postbank

0228/55002010 1,33 1,25 1,62

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,78 0,93 1,42

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 0,97 1,20 1,79

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 0,96 1,21 1,62

Berliner Sparkasse

030/86986969 1,08 1,23 1,64

Berliner Volksbank

030/30363300 1,28 1,28 1,51

Mittelwert von 95 Banken 0,95 1,07 1,42

Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;

unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 7 *

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Wirtschaft

Trump setzt Mexiko mit Zöllen unter Druck

Neuer Handelsstreit versetzt Finanzmärkte weltweitinUnruhe

Von Klaus Ehringfeld

und Stefan Winter

Donald Trump heizt einen

weiteren Zollkonflikt an.

Völlig überraschend hat

der US-Präsident Mexiko

angedroht, vom10. Juni an 5Prozent

Zoll auf alle Warenvon dortzuerheben.

Die Abgaben würden bis zum

1. Oktober schrittweise auf 25 Prozent

ansteigen, sollte der südliche

Nachbar nicht wirksame Maßnahmen

ergreifen, um die Wanderung

Hunderttausender Migranten und

Flüchtlinge durch Mexiko in Richtung

USA zu stoppen.

Der Handelsstreit zwischen den

USA und seinen beiden Nachbarn

Kanada und Mexiko galt eigentlich

als gelöst. Nach heftigen Konflikten

hatten sich die Regierungen auf ein

Nachfolgeabkommen für die Freihandelszone

Nafta geeinigt. Mit der

aktuellen Verschärfung hatte kaum

jemand gerechnet.

Auch der Streit Trumps mit China

verschärft sich. Kurz vor der geplanten

Einführung weiterer Importzölle

auf US-Waren stellte China am Freitag

eine Liste mit „unzuverlässigen“

ausländischen Firmen auf, die angeblich

den Interessen chinesischer

Unternehmen schaden. Dazu sollen

Unternehmen gehören, die gegen

„Marktregeln verstoßen“ oder die

Belieferung chinesischer Firmen aus

nicht kommerziellen Gründen blockieren

oder gestoppt haben. DieListe

kann als direkte Antwort auf Wa-

Mexikoexportiertvor allem Autosund Autoteile, aber auch Fleisch, Gemüse und Früchte wie Bananen.

shingtons Entscheidung verstanden

werden, den chinesischen Huawei-

Konzern auf eine schwarze Liste zu

setzen und anderen Unternehmen

damit zu drohen.

Damit sind alle drei großen Handelskonflikte,

die Trump seit seinem

Amtsantritt losgetreten hat, ungelöst

–imGegenteil: Sie haben sich verschärft.

Dasgilt für den Streit mit China,

nun auch für den mit Mexiko und

FOTO: CORTESÍA/NOTIMEX/DPA

auch für den mit Europa. Dort hat

Trump die Entscheidung über Autozölle

gerade aufgeschoben, um den

DruckindenVerhandlungenhochzu

halten.

Entsprechend nervös reagierten

die Finanzmärkte am Freitag auf

Trumps Drohung. Von Asien über

Europa bis zur Eröffnung der US-

Börsen rutschten die Aktienkurse

deutlich ins Minus. Mexiko ist für

Unternehmen aus aller Welt der Brückenkopf

zum US-Markt, vor allem

für die Autoindustrie.Ein Einfuhrzoll

träfe allerdings auch die US-Marken,

die in Mexiko intensiv für den Heimatmarkt

produzieren. Zudem würden

die Zölle wohl vor der Welthandelsorganisation

landen, die ihreBerechtigung

prüfen könnte. Trump

beruft sich auf eine Gefährdung der

nationalen Sicherheit, die nach den

WTO-Statuten Zölle rechtfertigen

kann.

Für die mexikanische Wirtschaft

wären die Strafabgaben ein harter

Schlag. Mexikos Ökonomie hängt auf

Gedeih und Verderb am Handel mit

den USA. 2018 exportierte Mexiko

laut dem Nationalen Statistikamt

(Inegi) WarenimWertvon 450,9 Milliarden

Dollar in die USA.

Vorerst dürfte es Trump aber vor

allem um eine Drohkulisse gehen.

Mexiko habe in den vergangenen

Jahrzehnten dank der USA ein Vermögen

gemacht, twitterte er am Freitag.

„Es ist Zeit für sie,endlich zu tun,

was getan werden muss.“ Mexiko solle

die Zuwanderung in die USA stoppen.

Die Drohung aus Washington

verfehlte ihre Wirkung nicht. Kurze

Zeit später schickte der mexikanische

Präsident Andrés Manuel López

Obrador einen Sondergesandten zu

Gesprächen in die US-Hauptstadt.

Sein Land tue „alles Mögliche“, um

den Strom der Migranten ohne

Papiere zustoppen, „ohne dabei die

Menschenrechte zu verletzen“, betonte

Obrador allerdings.

Mehr Umsatz

und hohe

Verluste

Uber stellt neue

Quartalszahlen vor

Der

US-Fahrdienstvermittler

Uber hat zu Jahresbeginn tiefrote

Zahlen geschrieben, aber einen

kräftigen Umsatzanstieg verbucht.

Im ersten Quartal fiel ein Verlust von

1,0 Milliarden Dollar (0,9 Mrd Euro)

an, wie Uber am Donnerstag nach

US-Börsenschluss mitteilte. Imentsprechenden

Vorjahreszeitraum hatte

es einen Gewinn von3,8 Milliarden

gegeben, was allerdings an hohen

Sondererlösen durch Verkäufe von

Auslandsbeteiligungen lag.

Das operative Geschäft ist chronisch

unprofitabel und im vergangenen

Quartal drückten hohe Kosten

für die Vorbereitung des Börsengangs

die Bilanz noch tiefer ins Minus.

Uber debütierte vor rund drei

Wochen an der New York Stock Exchange,

bei der größten Börsenpremiere

seit Jahren sammelte das

Unternehmen rund 8,1 Milliarden

Dollar ein und brachte es auf eine Gesamtbewertung

von etwa 82 Milliarden.

Seitdem hat Uber bei Anlegernjedoch

einen schweren Stand und die

Aktie ist stark unter Druck geraten.

Immerhin konnte das Unternehmen

den Umsatz im Auftaktquartal im

Jahresvergleich um deutliche 20 Prozent

auf 3,1 Milliarden Dollar steigern

und damit die Prognosen der

Analysten leicht übertreffen. Auch

der hohe Verlust lag im Rahmen der

Markterwartungen. Uber hatte Investoren

vor dem Börsengang gewarnt,

möglicherweise nie die Gewinnzone

zu erreichen.

BeiAnlegernander Börse kam der

Quartalsbericht zunächst gut an, die

Aktie legte nachbörslich um fast zwei

Prozent zu. Uber könnte Rückenwind

gut gebrauchen, der Kurs notierte

zuletzt rund zehn Prozent

unter dem Ausgabepreis und die Aktienplatzierung

wird oft als Flop bezeichnet.

(dpa)

Von Hannes Breustedt

Kaufprämie für

Elektroautos verlängert

Bundesregierung will bis Ende 2020 zahlen

Von Andreas Hoenig

Autofahrer können beim Kauf von

Elektroautos länger als bisher

geplant eine staatliche Prämie bekommen.

Um die weiter schwache

Nachfrage anzukurbeln, verlängert

die Bundesregierung die Zahlung der

Prämie bis Ende 2020. DieFörderung

kann aber schon vorher auslaufen,

wenn der Prämientopf von insgesamt

1,2 Milliarden vor Ende 2020

leer ist. Ob es auch in den Jahren danach

eine Förderung gibt, ist offen.

Die Prämie sollte eigentlich Ende

Juni auslaufen. Der „Umweltbonus“

war vor drei Jahren eingeführt worden,

hat die Erwartungen bisher aber

nicht erfüllt. Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier kündigte am

Freitag die Verlängerung an, die sich

bereits angedeutet hatte. „Wir brauchen

Kontinuität bei der Förderung“,

sagte der CDU-Politiker, der die Federführung

beim Umweltbonus hat.

Altmaier forderte die Autoindustrie

auf, ihre Anstrengungen beim

Ausbau der Elektromobilität zu verstärken.

„Die Anzahl der E-Modelle,

die im Marktverfügbar sind, wächst,

aber hier ist die Industrie gefragt,

noch bessereAngebote zu machen.“

International erfolgreiche E-Autos

seien auch entscheidend für den

künftigen Erfolg der deutschen Autoindustrie.

Für reine Batterieautos gibt es

nach dem Programm 4000 Euro, für

Hybridautos 3000 Euro Zuschuss.

DasElektroauto muss einen Nettolistenpreis

für das Basismodell von

unter 60 000 Euro haben. Im Topf liegen

insgesamt 1,2 Milliarden Euro,je

zur Hälfte finanziert vom Bund und

vonder Autoindustrie.Die Mittel sollen

nicht erhöht werden.

Zwar steigen die Neuzulassungen

für E-Autos in Deutschland, die Zahl

der Fahrzeuge liegt aber immer noch

auf einem niedrigen Niveau. Nach

Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes

(KBA) lag 2018 der Bestand an Elektroautos

erst bei rund 83000 Fahrzeugen,

der an Hybridautos bei rund

341000 Autos –bei einem Gesamtbestand

von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen.

Deutlich mehr E-Autos in

Deutschland sind auch deshalb notwendig,

damit die Autobauer strengere

Klimavorgaben der EU erfüllen

können. Auch für die Bundesregierung

ist ein Durchbruch der Elektromobilität

wichtig, damit die Klimaziele

2030 erreicht werden können.

Wie esnach dem Auslaufen der

Prämie weitergeht und ob diese noch

einmal erhöht wird, ist offen. Verkehrsminister

Andreas Scheuer

(CSU) hatte vorgeschlagen, die Prämie

zu verdoppeln. Scheuers Pläne

werden im Klimakabinett der Bundesregierung

beraten. (dpa)

Der KaufeinesStromerswird mindestensbis Ende 2020 bezuschusst.

FOTO: WOITAS/DPA

Einblick in das Sicherheitsarchiv –

zutrittsgesichert und videoüberwacht.

Sicherheit ist kein Zufall

Datenschutzist einesder wichtigstenThemeninWirtschaft, Politikund im Privatbereich

Für den sicheren Umgang mit sensiblen Daten steht

das Familienunternehmen documentus. 1991 unter dem

Firmennamen „Reisswolf GmbH Berlin“gegründet, hatsich

die Firmainrund30Jahren gemeinsammit Kooperationspartnern

in ganzDeutschlandzum Spezialisten fürdie gesetzeskonformeVernichtung

vonAkten undDatenträgern

entwickelt. Zudem ist sie auch Anbieter von individuellen

Lösungenzur Archivierung vonDatenbeständen, dienach

gesetzlichen Aufbewahrungsfristen

in Sicherheitsarchiven

lagern und bei Bedarf jederzeit

digitalisiert ‒oder analog

als Original ‒zur Verfügung

gestellt werden können. Entsprechend

der zukunftsorientiertenWeiterentwicklung

der

Geschäftsmodelle im Zeitalter

des digitalen Wandels entschloss man sich 2017 unter einerumfassendenMarke

‒„documentus“‒zu agieren.Das

Augenmerk von documentus liegt imUmgang mit sensiblen

Daten auf den Organisationsprozessen, die sich im

Unternehmen in einer geschlossenen Sicherheitskette

wiederfinden. So erfolgt etwa die Abholung von zu vernichtenden

Datenträgern in verschlossenen Sicherheitsbehältern

durch eigenes, entsprechend der EU-DSGVO


Hier werden sensible Datensicher,individuell,

gesetzeskonform und nachvollziehbar

vernichtet. Dafür stehen rund 30 Jahre Erfahrung.

und dem BDSG verpflichteten Personal. Die documentus-Mitarbeiter

verbringen die Behälter inFahrzeuge mit

speziellem Sicherheitsaufbau. Dann folgt ein via GPS-

Überwachung nachvollziehbarerTransportindie Produktionsstätte,

wo in videoüberwachten,zugangskontrollierten

Sicherheitsbereichen einEntladenüberSchleusensysteme

und die Vernichtung der Daten inHochleistungsschreddern

erfolgt. Alles unter Einhaltung der Vorgaben der

EU-DSGVO sowie der DIN

66399. Akten und auch Datenträgerwie

CDsund Festplatten

werden zu winzigen Partikeln

zerkleinert und die darauf

enthaltenen Informationen

unwiderruflich zerstört. Ein

dem Kunden zur Verfügung

gestelltes Protokoll gibt alle

Prozessschrittewieder. Somitentstehteinegrößtmögliche

Nachvollziehbarkeit über den Weg und den Verbleib der

überlassenen Datenträger. documentus Berlin unterstützt

in Berlin und Brandenburg rund 6000 Kunden bei der Organisation

des Datenschutzes und imgesetzeskonformen

Umgang mitpersonenbezogenen Daten, unabhängigvon

derUnternehmensgröße‒vomkleinen Handwerksbetrieb

bishin zu großen Versicherungsunternehmen undBanken.

documentus GmbH Berlin &Co. Betriebs KG | Kanalstraße 30 | 12357 Berlin

(030) 7730-9702 | www.documentus-berlin.de | j.staedtler@documentus-berlin.de

Bild: documentus


8** Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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·

Meinung

BVG-Ticket für Autofahrer

AUSLESE

Zu

wenig

Globale

Selfies

Annika Leister

findet Regine Günthers Vorschlag

zu zurückhaltend.

Nur nicht aufregen, will man rufen.

Denn die Nutzer im Netz und die Opposition

im Abgeordnetenhaus schäumen

schon wieder. Regine Günther hat

bei einer Podiumsdiskussion eine neue

Idee rausgehauen, wie die Zahl vonAutos

in der Innenstadt reduziert werden

könnte. Autofahrer sollen eine Abgabe

leisten und dafür ein BVG-Ticket erhalten.

Ein vager Gedanke, zudem die Verwaltung

keine konkrete Pläne vorbereitet hat.

Zu radikal, rufen Kritiker dennoch, die

armen Autofahrer! Ichfinde: Dasist nicht

radikal genug. Günther geht den Weg, mit

dem sie sicher Zustimmung vonGrünen-

Wählern erhält: Sie will die Autofahrer

umerziehen, mit streichelzarter Pädagogik.

Hör auf mit dem Individualverkehr,

mit der Luftverschmutzung – und du

kriegst das BVG-Ticket gleich obendrauf.

Dabei müsste die Verkehrssenatorin

sich an uns alle wenden. An Autofahrer,

Radfahrer, Fußgänger. Denn die Öffentlichen

Verkehrsmittel sind Gemeingut. Ob

arm oder reich, Pimp oder Penner –sie

werfen die ganze Stadt zusammen in einen

Waggon. So viele Menschen wie die

Öffentlichen kann keine Berlkönig-Flotte

und auch kein neu gebauter Fahrradweg

befördern. Sie sind der wirksamste Hebel

für die so inbrünstig verlangte Verkehrswende.

Wollen wir diese Verkehrswende wirklich?

Dann sollten wir alle für die Öffentlichen

zahlen. 30 Euro proMonat und Bürger,

dafür keine Fahrscheine mehr –so

hatte die Linke es angedacht und ist dafür

zerrissen worden. Dabei würde die Flatrate

für Öffis vor allem die Politik in die

Pflicht nehmen. Eine höhereTaktung und

ein besserer Anschluss der Außenbezirke

müssten automatisch folgen. Denn wer

zahlt, hat Anspruch auf Beförderung.

Verfassungsschutz

Nicht die

Falschen schützen

Markus Decker

findet, dass die Pressefreiheit keine

Verhandlungsmasse sein darf.

Das Bundesinnenministerium lässt bei

dem Versuch, die Kompetenzen des

Verfassungsschutzes auszuweiten, wenig

aus.Ersoll die Befugnis zur Online-Durchsuchung

bekommen, Daten von Kindern

speichern und nun offenbar auch Informationen

von Journalisten abschöpfen

dürfen. Dasist mindestens irritierend.

Das Haus von Horst Seehofer (CSU)

neigt dazu, alles Mögliche und auch Unmögliche

in Gesetzentwürfe hineinzuschreiben.

Das Unmögliche lässt es sich

dann hinaus verhandeln, um das Maximum

des Möglichen durchzubringen. Ein

Angriff auf die Pressefreiheit wäresogesehen

gar nicht beabsichtigt, sondern gewissermaßen

„Spielmasse“. Die SPD hat

bereits Widerstand angekündigt.

Mankann sich freilich nicht sicher sein,

dass das Innenministerium nicht Ernst

machen würde, wenn man es ließe.

Schließlich stand auch im sogenannten

„Geordnete-Rückkehr“-Gesetz bis zuletzt

eine Passage,die es erlaubt hätte,Medienvertreter

für die Berichterstattung über bevorstehende

Abschiebungen von Flüchtlingen

haftbar zu machen. Hier war die

Pressefreiheit ebenfalls „Spielmasse“. Und

im Zuge der Affäreumdas Ibiza-Video des

österreichischen Ex-Vizekanzlers Heinz-

Christian Strache ließen zwei ehemalige

deutsche Geheimdienst-Chefs erkennen,

was sie für das eigentliche Problem hielten:

die Medien. Dabei ist das Ibiza-Video ein

herausragendes Beispiel dafür, dass guter

Journalismus auf anonyme Informanten

angewiesen ist. Werhier Verunsicherung

schafft mit der Folge, dass sich Informanten

ihrer Anonymität nicht mehr sicher

sein können, der schützt letztlich Menschen,

die es nicht verdient haben. Under

beschädigt die Demokratie.

Schredder Partei Deutschlands

Der erste Reflex: Das klingt nicht

gut für die Menschheit, denn

Computer scheinen tatsächlich

immer cleverer zu werden.

Wir hatten uns ja daran gewöhnt, dass die

Programme in klassischen Brettspielen

wie Schach und Go gegen die Weltmeister

gewinnen können. Aber jetzt ist der

nächste erstaunliche Schritt gelungen:

Erstmals erreichten die Systeme auch bei

einem Spiel mit mehreren Teilnehmern

eine höhere Erfolgsquote. Clever taten sie

sich mit Mitspielern zusammen und gewannen

viel öfter als menschliche Teams.

Wo das nur hinführt?

Es ging um das uralte Geländespiel „Capture

the Flag“ („Erobere die Flagge“). Zwei

Teams versuchen dabei auf einem großen

Feld, die Flagge des anderen Teams aus dem

gegnerischen Hauptquartier zu stehlen.

Auch an der digitalenVersion waren mehrere

Mitspieler beteiligt. Nach rund 200 000 Spielen

waren die KI-Agenten im Schnitt besser

als die besten Menschen. Zuletzt siegten sie

deutlich: Wenn zwei menschliche Spieler gegen

zwei KI-Agenten antraten, eroberten die

Programme durchschnittlich 16 Flaggen

mehr.

Und jetzt? Die Erkenntnisse aus dem

„Capture the Flag“-Experiment könnten

dazu führen, dass Roboter in Fabrikhallen

besser aufeinander eingehen oder selbstfahrende

Autos sich schneller auf der Straße verständigen,

sagen die Programmierer. Wenn

wir ehrlich sind, wissen wir längst, dass diese

moderne Technik schon seit Jahren unseren

Alltag beeinflusst, weil die Maschinen immer

schneller lernen. In vielen Haushalten werden

die Sprach-Assistenten wie Alexa ganz

selbstverständlich genutzt, ohne dass sich

jemand fragt, wie die Maschine antworten

Mit der Gleichberechtigung zwischen

Männern und Frauen ist es oft vorbei,

sobald das erste Kind da ist. Dann macht

Papa Karriere und Mama arbeitet Teilzeit.

Warum ist das so, darüber schreibe und diskutiere

ich immer wieder. „Wir haben uns

darüber gar nicht viele Gedanken gemacht“,

„Wir sind da irgendwie reingerutscht“,

„Keine Ahnung, wie das passieren konnte“,

das sind die Sätze, die ich höre.

Vielleicht müsste man Paare früher drauf

vorbereiten, was sie erwartet. Während der

Schwangerschaft. Mitspeziellen Kursen, um

zu verhindern, dass jede Generation immer

wieder neu in die gleichen Fallen tappt.

Heutzutage ist es sowieso üblich, dass

man als Paar gemeinsam einen Geburtsvorbereitungskurs

besucht. Dasläuft so ab,dass

man auf Yogamatten in einem Geburtshaus

oder in einer Hebammenpraxis sitzt und

über die verschiedenen Phasen der Geburt

sowie Atem- und Massagetechniken lernt.

Nett, manchmal gar nützlich. Das Schwierige

am Elternsein beginnt erst nach der Geburt.

Unddarauf sind viele Väter und Mütter

nicht vorbereitet. Unddamit meine ich nicht

die Frage,obStillen oder Flaschenmilch, Familien-

oder eigenes Bett, sondernich meine

die Veränderung, die Mütter und Väter persönlich

betrifft.

Man müsste die Geburtsvorbereitungskurse

erweitern, neu organisieren. Das können

die Hebammen nicht allein stemmen,

dazu müssten sie sich verbünden mit Finanz-

und Sozialexperten. Themen könnten

Künstliche Intelligenz

Technik

siegt

Jörg Hunke

über den Erfolg vonder Roboter-Teams in einem Kinderspiel

und die möglichen Auswirkungen für unsere Zukunft

kann. Beim Sortieren der Urlaubsfotos sind

die Programme auch längst hilfreich. Algorithmen

erkennen in der Medizin Tumore

zuverlässiger. Und vor einigen Wochen

wurde bei Spotify das erste künstlich erstellte

Musikalbum veröffentlicht (leicht erstellbare

Spa-Musik). Das sind die harmlosen Beispiele.

Bedenklich wird es, wenn Algorithmen

darüber entscheiden, welche Familie in

welcher Wohnung leben darf. Das sogenannte

„Social Scoring“ wird bereits in

China angewandt. In einer Umfrage zeigte

sich, dass die Bürger der Methode vertrauten,

weil sie die Computerprogramme für

weniger bestechlich halten als die Behörden.

Was natürlich sehr naiv ist, denn die

KOLUMNE

Die

neue

Eltern-Akademie

Sabine Rennefanz

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Programme werden von Menschen geschrieben,

die Beurteilungskriterien von

Menschen festgelegt. Der Computer ist nur

der Diener.Noch jedenfalls.

Wo das alles hinführen wird, weiß kein

Mensch. Auch die besten Forscher sind immer

wieder überrascht, was bei ihren Experimenten

mit neurolanen Netzen gelingt und

was nicht. In Science-Fiction-Filmen werden

meistens Horror-Geschichten von unkontrollierbaren

Robotern erzählt, wissenschaftlich

fundiert sind diese Szenarien von

dunklen Zeiten aber nicht. Es braucht kluge

Forscher und Experten, um die richtigen

Schlüsse für die Politik, Gesellschaft und

Wirtschaft zu ziehen. Denn, daran besteht

zumindest kein Zweifel: Künstliche Intelligenz

ist ein Treiber der Digitalisierung. Und

Regulierung ist unumgänglich.

Die siegreiche Software für das Abenteuerspiel

stammt übrigens voneinemTochterunternehmen

des Alphabet-Konzerns,

früher unter Google bekannt.Wasauch zeigt,

wer zurzeit bereit ist, viel Geld in die neue

Schlüsseltechnologie zu investieren. In

Deutschland tut sich die Regierung bei der

Förderung extrem schwer. Von drei Milliarden

Euro für die kommenden Jahre war die

Rede, zuletzt hieß es, dass es pro Jahr nur

noch 500 Millionen sein sollen. NurzumVergleich:

Das chinesische Unternehmen Alibaba

hat als Investitionssumme alleine bis

zu 16 Milliarden Euro vorgesehen.

Der Erfolg von Künstlicher Intelligenz in

einem Abenteuerspiel, das vor allem Kinder

auf der Wiese spielen, mag auf den ersten

Blick keine große Sache sein. In Ländernwie

China und den USA haben schon kleinere

Impulse in der Vergangenheit gereicht, um

das Potenzial der neuen Technologie zu erkennen.

sein: Wie teilt man die Elternzeit auf? Wie

überzeugt man den Chef? Wasbedeutet das

für die Berufstätigkeit desjenigen, der länger

zu Hause bleibt? Also meist für die Partnerin?

Es müssten auch soziale,mentale und rechtliche

Grundlagen des Kinderkriegens in

Deutschland vermittelt werden: Steuerrecht,

Arbeitsrecht, Rentenrecht, Geschlechterpsychologie.

Esist ja ein Konglomerat aus gesetzlichen

Regelungen und alten Rollenklischees,

das dafür sorgt, dass Mütter hierzulande

besonders benachteiligt werden. Das

ist auch ein Problem für die Männer.

Fakten gefällig?„Generell betrachten viele

Arbeitgeber Mutterschaft als Ausdruck fehlender

Karriereorientierung“, sagt die Sozialwissenschaftlerin

Yvonne Lott. Sie fand heraus,dass

Arbeitnehmerinnen nach mehr als

einem Jahr Elternzeit zehn Prozent weniger

pro Stunde verdienen. Für Frauen sind Kinder

beim Gehalt eine Strafe, sagt auch Josef

Zweimüller, Ökonomieprofessor in Zürich,

der in einer internationalen Studie untersuchte,wie

sich das Gehalt vonElternentwickelt.

„In Deutschland verdienen Mütter

zehn Jahre nach der Geburt des ersten Kindes

im Schnitt 61 Prozent weniger als im letzten

Jahr vor der Geburt! Bei Vätern gibt es

diesen Effekt nicht“, sagte Zweimüller der

SZ. Das sieht dann so aus, dass 63 Prozent

der verheirateten Frauen in Deutschland unter

1000 Euro netto verdienen. Nur zehn

Prozent der Frauen haben ein Nettoeinkommen

von2000 Euro.Diese Zahlen vomBundesfamilienministerium

sind schon vier

Jahre alt, schienen aber neulich auf Twitter

viele zu überraschen.

Die Kurse würden Eltern helfen, in die

neuen Rollen reinzufinden und sich besser

zu organisieren. Wersich danach für die traditionelle

Rollenverteilung entscheidet,

weiß immerhin, worauf er sich einlässt. Jetzt

muss die Familienministerin Franziska Giffey

nur noch die Schirmherrschaft übernehmen.

Für die „Moderne-Eltern-Akademie“.

In dem kleinen Bändchen sind auch

noch jede Menge Schwarz-Weiß-Fotos.

Keine zwei Stunden brauchte ich dafür

und war danach wahnsinnig viel schlauer.

Allerdings sagt das nicht viel. Ichwusste ja

nichts über Selfies.Ich bestaune noch immer

die Leute, die sich mit der Kamera

vorne an der langen Stange unentwegt

selbst fotografieren. Damit kenne ich aber

nur die touristischen

Selfie-Macher. Wer das

zu Hause, gar in intimen

Momenten

macht, den kenne ich

nicht. Und schon gar

nicht kenne ich Leute,

die sich systematisch

selbst fotografieren,

sich also in regelmäßigen

Abständen oder in

bestimmten Lokalitäten

immer wieder fotografieren.

Wolfgang Ulrich:

Selfies, Wagenbach,

80 Seiten,

10 Euro

Wolfgang Ulrich hat das alles erforscht.

Undist zu einem überraschendenden Ergebnis

gekommen: „Als Millionen über

Millionen weltweit damit anfingen, sich

selbst zum Bild zu machen, begann nicht

weniger als eine neue Phase der Kulturgeschichte.“

Ullrich zeigt sehr genau, wie

sehr die Selfies überall auf der Welt einander

gleichen. Es werden Grimassen gezogen.

Immer wieder die gleichen. Der

Kunsthistoriker Ullrich sieht darin „Pathosformeln“.

Es bilden sich neue –oder

auch gerade nicht neue –Gefühlsausdrücke

und Mimiken, die in Windeseile über

den Erdball gejagt, ausgetauscht und aufeinander

abgestimmt werden.

Ullrich betont die Neuheit des Verfahrens,

des Mediums. Ergeht davon aus,

dass es zu neuen Ausdrücken führen wird.

Hochinteressant ist die Rolle der technisch

erstellten Emojis.„Life imitates art“,

bemerkte OscarWilde. Heute imitiert das

Leben die Technik. Lustvoll.

Der Demokratisierungsschub, den die

Selfies bedeuten, ist nicht zu übersehen.

„Ein Bild von sich machen“ war eine

Frage der Innerlichkeit. „Ein Bild vonsich

machen lassen“ war nur wenigen vorbehalten.

Im Selfie kommt beides zusammen.

Für Milliarden Menschen. Das wird

politische Auswirkungen haben. Wenn jeder

ein Bild von sich macht, wird jeder

sich verorten. Folge: ein riesiges Gedränge.Nicht

nur in derWirklichkeit, sondernauchimBild,das

wir uns vonihr machen.

Arno Widmann

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Mehr Platz für

Richter und

Staatsanwälte

Seite 15

Teure Krachmacher: Wasdas Lärmschutzkonzept des BER vorsieht Seite 12

Begehrte Gymnasien: Für welche Schulen es die meisten Anmeldungen gab Seite 13

Enges Fahrwasser

Kann es auf Berliner Gewässern auch zu einem folgenschweren Unglück kommen wie in Budapest?

VonAlexander Schmalz und Florian Thalmann

Ausflugsschiffe auf der Spree am Bodemuseum. Vorallem im Sommer ist hier Hochbetrieb.

IMAGO/PANTHERMEDIA

Schon am Freitagvormittag

standen kleinere Gruppen

an der Anlegestelle an der

Jannowitzbrücke. AmNachmittag

bildeten sich die ersten

Schlangen. Eine Tour mit einem Ausflugsdampfer

steht dieser Tage hoch

im Kurs. Am Wochenende werden

über 30 Grad Celsius erwartet. „Wenn

das Wetter so schön bleibt, werden

die Schiffe wieder bis zur Maximalkapazität

ausgelastet sein“, sagt Florian

Freise. „Unddann ist in der Berliner

Innenstadt viel los –hier ist die Spree

sowieso die A100 derWasserstraßen.“

Freise ist Sicherheitsbeauftragter

bei der Berliner Reederei Riedel, die

als eine der größten Reedereien Ausflugsfahrten

auf der Spree anbietet.

Aber:Wirdsich der Blick der Gäste auf

das Schipper-Vergnügen jetzt trüben?

Am Mittwoch kam es auf der Donau

in Budapest zu einer schweren

Schiffskollision, bei der mindestens

sieben Menschen starben.

GeringereStrömung

An das Unglück dachte am Freitag

kaum jemand. „Wir fühlen uns auf

der Spree sicher. Die Katastrophe in

Ungarnist nicht in unseren Köpfen“,

sagte Frederike Leuschner, die mit

Mann und Tochter an der Jannowitzbrücke

auf einen der Ausflugsdampfer

wartete.Sorgen macht sich die Polizei

eher um die vielen kleinen Boote.

Eine Katastrophe wie in Budapest

können aber weder Polizei und Feuerwehr

noch die Deutsche Lebens-

UNGLÜCK IN UNGARN

Gedenken an die Opfer unter der Budapester Margaretenbrücke

Das Unglück: Das Flusskreuzfahrtschiff

„Viking Sigyn“

ist am Mittwochabend

auf der Donau in Budapest

mitdem fünf Malkleineren

Ausflugsboot„Hableany“ zusammengestoßen,das

Touristen

aus SüdkoreaanBord

hatte. Das Unglückpassierte

nach Angaben der ungarischen

Polizeium21.05Uhr

unterder Margaretenbrücke.

Daskleinere Schiff sei vordas

Kreuzfahrtschiff geraten und

innerhalbvon Sekundenuntergegangen,

so diePolizei.

Die Opfer: Sieben der 35 Insassen

der „Hableany“ starben

bei der Kollision,sieben

wurden gerettet, 21 werden

vermisst. Eine Leiche wurde

nach Polizeiangaben kilometerweit

flussabwärts vomUnglücksortgefunden.

Starke

Strömung und Hochwasser

behinderten am Freitag die

Suche nach denVermissten.

Sie werden vorallem im Inneren

des Schiffs vermutet, das

in sechs MeternTiefe liegt.

Taucher konnten es bisher

nicht erreichen.

DPA

Der Kapitän: Festgenommen

wurdeamDonnerstagabend

der Kapitänder „Viking Sigyn“,

ein 64-jähriger Ukrainer.Nach

der Sichtung von

Videoaufnahmen soll es so

aussehen, dassdie „Viking

Sigyn“ die kleinere „Hableany“

zwischenden Brückenpfeilern,wodie

Strömungbesondersstark

ist, in ihren Sog

zog.Zum Zeitpunkt des Unglücks

soll es geregnet haben.

Seit Freitag verstärken

südkoreanische Rettungskräfte

die Suchmannschaft.

Rettungs-Gesellschaft (DLRG) komplett

ausschließen. „So etwas kann

überall passieren, aber hier bei uns ist

es wahrscheinlicher, dass ein Segelboot

mit einem Fahrgastschiff kollidiert.

Dass in Berlin ein Schiff mit 35

Personen umkippt und sinkt, ist unwahrscheinlich“,

sagt Michael Neiße,

Sprecher der DLRG. Die Feuerwehr

ist vorsichtiger mit ihren Einschätzungen.

Immerhin gibt es inTegel Anlegestellen

für größere Hotelschiffe

mit hohen Fahrgastzahlen. Größe

und Tiefgang lassen es nicht zu, dass

diese Schiffe durch die Innenstadt

fahren. Auf Kanälen könnte es nach

Angaben eines Feuerwehrsprechers

aber schon zu Kollisionen zwischen

größeren Ausflugsschiffen kommen.

„Gegenüber der Donau haben wir

denVorteil, dass es in unseren Gewässern

nicht solche Fließgeschwindigkeiten

gibt. So werden die über Bord

gegangenen Menschen nicht sofort

von der Strömung weggerissen“, so

der Sprecher. Das bestätigt auch Florian

Freise von der Reederei Riedel.

DieStrömung sei mit neun Zentimetern

pro Sekunde gering, die Geschwindigkeit

der Ausflugskähne mit

sechs Kilometern pro Stunde ebenfalls

– „und im Hauptbereich zwischen

Mühlendammschleuse und

Schleuse Charlottenburg haben wir

eine Wassertiefe von rund 2,70 Metern.

Diemeisten Schiffe sind höher.“

Zudem seien die Sicherheitsbestimmungen

genau geregelt. Jedes

Schiff, das gewerblich unter deutscher

Flagge fährt, wird einmal im

Jahr von der Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission

auf die Einhaltung

aller Sicherheitsaspekte geprüft.

Wiewelches Schiff ausgestattet

sein muss, ist dabei exakt vorgeschrieben.

Pro Passagier müsse es

eine Schwimmweste geben, sagt

Freise. Hinzu kämen Sammelrettungsmittel

wie aufblasbare Rettungskissen,

an denen sich bis zu

zehn Personen festhalten können.

Außerdem gebe es Feuerlöscher und

Pumpen fürden Fall eines Lecks.

Die Sicherheitsvorkehrungen

richten sich nach dem Gewässer, auf

dem das Schiff verkehrt. „Es gibt vier

Klassen, die Spree ist beispielsweise

Kategorie vier“, sagt Freise. „Am

Rhein oder an der Donau sind die

Strömungen größer, deshalb sind sie

Kategorieeins oder zwei. Mankönnte

also mit Berliner Fahrgastschiffen

nicht den Rhein befahren, weil die

Schiffe gar nicht dafür zugelassen

sind.“ DieOrte, an denensich dieRettungsmittel

befinden, müssen außerdem

gekennzeichnet sein –Sicherheitseinweisungen

für die Passagiere,

wie etwa in Flugzeugen, seien aber

nicht vorgeschrieben. „Dafür gibt es

auf jedem Schiff eine vorgeschriebene

Ablauffolge, die regelt, wie in

Alexander Schmalz

besteigt mitunter Schiffe

mit ungutem Gefühl.

welchem Fall vorzugehen ist“, sagt

Freise. „Ziel ist es immer, dass der

Schiffsführer das Schiff vernünftig an

Land bekommt, dass das Personal bei

der Ausgabeder Rettungsmittel hilft.“

Auch Feuerwehr und DLRG versichern,

dass sie auf alles vorbereitet

sind. VonMai bis September sind die

Rettungsstellen der DLRGander Unterhavel,

der Oberhavel, dem Müggelsee

und an der Dahme-Spree besetzt.

Die Feuerwehr hat das ganze

Jahr über an fast allenWachen Aluminiumboote

mit Außenborder, die

schnell ausschwärmen können. Zudem

gibt es in Tegel und Wannsee jeweils

ein Mehrzweckboot, in Köpenick

sogar zwei.

Hunderte gekenterte Boote

Glaubt man jedoch den Zahlen, so ist

es auf den Berliner Gewässerngefährlicher

geworden. Im vergangenen

Jahr sind nach Angaben der DLRGin

Berlin zwölf Menschen ertrunken, im

Vorjahr waren es noch fünf. Laut

DLRG-Statistik kenterten 348 Boote,

zwei sanken. Das schwerste Unglück

der Berliner Fahrgastschifffahrt liegt

68 Jahre zurück. Am 5. Juli 1951 war

der Motor des Schiffes „Heimatland“

in Alt-Treptow explodiert. 28 Kinder

und zwei Erzieher starben.

Florian Thalmann

ist mal mit einem Boot

auf der Elbe gekentert.


10 * Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Berlin

Harmsens Berlin

Die Gesänge

der Heere

Torsten Harmsen

wohnt nicht weit vomUnion-

Stadion. Seine Beziehung

zum Verein ist platonisch.

Wowarst du, als die Amis auf dem

Mond …äh, äh, nee, Moment:

Wo warst du, als Union, der Fußballverein

in deiner Nachbarschaft, in die

1. Bundesliga aufgestiegen ist? Wenn

man mich das eines Tages fragen

wird, dann werde ich Folgendes erzählen:

Nun, ich habe aus dem Fenster

geguckt. An mir zogen lauter rotweiße

Leute vorbei –mit und ohne

Flaschen in der Hand. Am Himmel

dröhnte ein Hubschrauber.Stundenlang.

DieLuft roch nach Rauchtöpfen

und Bengalos. Noch um zwei Uhr

nachts knallte es vormeinem Fenster.

DieBVG schrieb im Internet, dass der

Verkehr zusammengebrochen sei.

Unddawusste ich, dass es mit dem

Aufstieg geklappt hatte.

„Du bist’n richtja kleena Ignorant“,

blubbertmein innerer Berliner.

„Dawohnste een paar Schritte vondit

Stadjon entfernt, bist’n uralter Köpenicka,

aber Unjoon interessiert dir

übahaupt nich. An so ’nem sensatzjonellen

Tach kiekste nur aus’m Fensta.

Watbist’n du für’n Lokalpatrijot?“

Moment mal, oller Meckerkopp!,

sage ich zu ihm. Ich freu mich ja für

Union. Aber eben auf andereWeise.

Dieerste Begegnung mit dem Verein

hatte ich als kleiner Schüler, als

plötzlich ein Großer auf mich zukam,

mir den Finger in die Brust piekte und

drohend fragte: „Unjoon oder Be-Eff-

Zeh?“ Ich wusste gar nicht, was er

meinte. Die Frage ähnelte anderen

sinnlosen Fragen wie: „Beatles oder

Stones?“, „Abba oder Smokie?, „Fix

oder Foxi?“,„Latsch oder Bommel?“

Union oder BFC? Das war allerdings

wirklich eine Glaubensfrage damals.Das

lernte man bald, wenn man

im Osten aufwuchs. Heute wird das

gernzugespitzt auf Union als„Underdog

aus Köpenick“ und BFC Dynamo

als „Stasi-Verein“. Die Wirklichkeit

war komplizierter, aber ich hatte immer

das Gefühl, dass der Club gleich

bei mir um die Ecke aus offizieller

Sicht ein Schmuddel-Image hatte.

Ichfreumich wirklich, dass der oft

von Pech verfolgte, sogar einst vom

Bankrott bedrohte Verein sich nicht

nur am eigenen Fan-Schal aus dem

Sumpf gezogen hat, sondernauch so

richtig durchstartet. Um mich her

brennen so viele nette Leute für

Union, mit oder ohne Bengalos,dass

man dieTruppe einfach mögen muss.

Für mich ist die Zuneigung aber

eher platonisch. Wer mich kennt,

weiß, dass ich gerne mal einen trinke.

Jedoch nicht in Stadien, von wegen

der Blase und so.Ich wärewohl bei jedem

wichtigen Torauf dem Klo.

Aber oft blicke ich bei Spielen hinüber

und sehe das Stadion in einer

hellen Leuchtwolke liegen, wie ein

Ufo. Ichschaue auf unsere Straße, in

der auch noch das kleinste Mauseloch

zugeparkt ist. Stolz scheppertdie

„Eisern-Union“-Hymne zu mir herüber,

geschmettert von Nina Hagen

mit reibeiserner Stimme. Ich höre,

wie Spieler angesagt werden –gefolgt

von einem tausendfachen „Hu-haho“.

So klingt es jedenfalls aus der

Ferne. Soll aber„Fußballgott“ heißen.

Undnun erwarte ich die Zeiten, in

denen sich „50 Prozent mehr Besucher“

durch unsere Nebenstraßen

wälzen werden.Wenn die krachledernen

Bayern erst zu zehnt nebeneinander

an meine Hauswand pinkeln,

dann weiß ich, dass man auch für platonische

Lieben Opfer bringen muss.

Der Hobby-Historiker in mir findet

es übrigens hoch spannend,

welch eineWuchtTrommeln und tausendstimmige

Gesänge haben können,

wenn man sie aus gewisser

Fernehört. Ichdenke an alte Römer-

Schlachten. So also muss es sich angehört

haben, wenn zehntausend

Mann im Wald standen, auf ihre

Schilde schlugen und grölten. Da

konnte man nur noch weglaufen oder

sich in die Hose machen. Doch heutzutage

ist es zum Glück nur Fußball.

So sieht

der Kiefernwald

neun Monate nach dem

Brand aus. Die Stämme sind

verkohlt, und die Kronen, die

eigentlich voller sattgrüner

Nadeln sein müssten,

sind völlig kahl.

BLZ/BLANKENNAGEL

Seit Tagen schien die Sonne.

Ausgerechnet in dieser

Nacht aber:ein kleinesWunder.

Nach Monaten ungewöhnlicher

Trockenheit, nach einem

Winter ohne Schnee und einem

Frühling mit nur einem richtigen Regentag

im April fällt endlich wieder

Niederschlag. Der Mai ist zwar kühl,

bleibt aber lange trocken. Erst am

Ende kommt Regen. An diesem Tag

hängt der Himmel tief über der Landschaft,

am Mittag noch ziehen dicke

Dunstschwaden über die Felder.

Nicht nur Landwirte haben solchen

Regen herbeigesehnt; nach

dem Dürresommer 2018 weiß auch

jeder Laie, wie sehr die Natur vor allem

im Nordosten Deutschlands

nach Feuchtigkeit dürstet. Unablässig

fällt an diesem Tag der Regen,

und die Natursieht aus wie frisch gewaschen:

sattgrün und lebendig.

Hinter dem Örtchen Klausdorf

bei Treuenbrietzen führt ein schmaler

Wegineinen dichten Wald, doch

keine 300 Meterweiter ist die schöne

grüne Welt zu Ende. Schlagartig öffnet

sich die Landschaft, nun geht es

einen leichten Hügel hinauf –von

dort oben bietet sich ein schauriges

Bild: ringsum eine Einöde. Eine riesige

verkohlte Brache, auf der fast

nichts mehr wächst.

„Hier standen überall Bäume“,

sagt Wolfgang Seehaus. „Richtig

dichter Wald.“ Seehaus ist 64 Jahre

alt, Rentner und ehrenamtlicher

Chef derWaldgenossenschaft Bardenitz,

der hier große Flächengehören.

Der Wald ist weg, vernichtet vor

neun Monaten bei dem mit

Abstand verheerendsten

Waldbrand in Brandenburg

seit 1983. Die der Berliner Zeitung und

Werden SieTeil

Flammen fraßen holen Sie sich unsereApp.Was

350 Hektar –immerhin

eine Fläche, fast

brietzen übrig geblieben?

ist vomWald vonTreuen-

so groß wie das Tempelhofer

Feld in Berlin. der.DieApp bekommen Sie

Zeigen Sie uns Ihre Bil-

kostenlos imApple Store oder

Für einenWaldbrand

Google PlayStore.

ist das gewaltig: 2017 verbrannten

395 Hektar –wohlgemerkt

im gesamten Bundesgebiet.

Hauptleidtragende des Feuers bei

Treuenbrietzen sind die 80Waldbesitzer

der Genossenschaft, die sich

verbündet haben, weil ihreEinzelflächen

oft so klein sind, dass sie die

kaum allein bewirtschaften können.

Sie besitzen 628 Hektar –davon hat

sich dasFeuer 100 Hektar geholt. Die

Flammen wüteten drei Tage, bis die

Feuerwehrleute sie niedergekämpft

hatten. Diekümmerlichen Reste,die

das Feuer übrig ließ, wurden gefällt.

Neben dem Weg türmt sich ein

Stapel Baumstämme. Überall liegen

abgebrochene, verkohlte Äste. Nur

noch ein Dutzend Bäume steht auf

der riesigen Fläche.Vor uns eine Kiefer:

stolz, gerade und sehr hoch. Aber

mit weggebrannten Ästen und nicht

einer einzigen Nadel in der dürren

Krone. Ein Baumskelett in einer unwirklichen

Landschaft.

DasGanzeist ein wirtschaftliches

Desaster für die betroffenenWaldbesitzer.

Die großen Fragen sind nun:

Wiesoll es hier weitergehen? Werbezahltdas

alles? Kann die Katastrophe

nicht auch genutzt werden, umhier

den Wald der Zukunft zu schaffen?

Kann hier exemplarisch aufgezeigt

Neue

VonJens Blankennagel, Klausdorf

Machen Sie mit

werden,dass manWirtschaftswälder

zukunftsfester machen kann –angesichts

des Klimawandels. Denn nun

wirdeswohl öfter längereDürren geben,

und die Waldbrandgefahr ist in

diesem Jahr bereits seit Aprilbedrohlich

hoch.

Neue Wälder braucht das Land.

Genau das ist das Ziel desLandesbetriebs

Forst –und der Feuerwald ist

das Freilandlabor.„Wir haben einen

Vorschlag erarbeitet, wie die Flächen

langfristig im Idealfall gestaltet werden

sollten“, sagt Karin Heintz, die

Chefin der Oberförsterei. „Bislang

standen hier zu 100 ProzentKiefern,

aber wir wollen einen guten Mischwald

mit 40 ProzentLaubbäumen.“

Dass Handlungsbedarf besteht,

ist klar, denn Brandenburg gehört

europaweit zu den Regionen mit der

höchstenWaldbrandgefahr.Das liegt

an den sandigen, trockenen Böden,

und daran, dass nicht übermäßig

viel Regen fällt – vor allem aber

daran, dass zu 70 Prozent Kiefern in

denWäldernstehen.

Der Wald bei Klausdorf ist ein

Musterbeispiel dafür, was seit vielen

Jahrzehnten in den Wirtschaftswäldernschiefläuft,

denn die vielen Kiefern

kommen zwar gut klar mit den

nährstoffarmen Böden, doch bei

Gluthitzebrennen sie wie Zunder.In

Brandenburg sehen die Wälder aus

wie Armeen voller Soldaten, die

dicht gedrängt stehen. Da ist klar,

was passiert, wenn ein Feuer durch

einen solchen industrialisierten

Forst fegt.

Wie dramatisch das Feuer

war,wirdauch daran deutlich,

wie präzise die Erinnerungen

der Beteiligten

sind. „23.

August um 12.38

Uhr ging die erste

Meldung ein: Es

brennt“, erzählt Karin

Heintz. „Das vergisst

man nicht.“

Drei Dörfer mussten

evakuiert werden, 600 Bewohner

bangten um ihr Hab und

Gut. Dazu kam, dass es an drei Stellen

fast gleichzeitig brannte. Alle gehen

von Brandstiftung aus, aber es

konnte nie bewiesen werden.

Das erste Feuer brach an einer

Straße aus.„Das Feuer lief durch die

Wälder“, erzählt Försterin Karin

Heintz. „Dann kam starker Wind auf

und trieb die Flammen mit Tempo

80 vor sich her.“ Das Feuer übersprang

eine breite Schneise,dortbefinden

sich eine Bundesstraße, Zuggleise

und ein Fahrradweg. „Keiner

hat geglaubt, dass das Feuer da rüber

kommt“, sagt sie.

Oft riskierten Feuerwehrleute ihr

Leben, um die Flammen von den

Häusern fernzuhalten. Am Ende gelang

es, die Dörfer zu retten. „Aber

der wirtschaftliche Schaden allein in

den Wäldern hier wird auf fünf Millionen

Euro geschätzt“, sagt Heintz.

Auch neun Monate später riecht

es am Boden noch leicht geräuchert

–selbstbei Regen. DerdüstereHimmel,

der Dunst und der Matsch lassen

das Areal aussehen wie ein

Schlachtfeld. Wolfgang Seehaus

steht imRegen und sagt: „Ach, hätte

es doch damals geregnet, als es


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 11 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Wälder braucht das Land

Der Waldbrand bei Treuenbrietzen im vergangenen Sommer war der größte in Brandenburg seit

1983. Das Feuer war auch 70 Kilometer entfernt in Berlin zu riechen. Dieses Desaster kann auch

eine Chance sein: Dort könnte der Wald der Zukunft entstehen –gerüstet für den Klimawandel.

Langfristiges Waldumbauziel

für die Wälder in Brandenburg

Ist (1996)

Soll (nach 2050)

Laubwald

14%

17%

Mischwald

11%

Nadelwald

42%

42%

75%

BLZ/GALANTY; QUELLE: LANDWIRTSCHAFTSMINISTERIUM

brannte, dann wäre die Katastrophe

nicht ganz so verheerend gewesen.“

Den Plan für den Wald der Zukunft

hat der Landesbetrieb Forst erstellt,

hausinternträgt er den Namen

„Einmal Pizza mit allem“. Karin

Heintz entrollt einen Plan, der ein

halbwegs rundes Areal zeigt, das

kunterbunt ist und tatsächlich an

eine Pizza erinnert. Doch die roten

Flecken sind keine Salamischeiben,

sonderndie Flächen, auf denen wieder

Kiefern wachsen sollen. Es gibt

hellgrüne Flächen für Birken. Das

sind sogenannte Pioniergewächse,

die widerstandsfähig sind, die

schnell wachsen und Schutz bieten

vor dem Wind, der sonst die letzten

Nährstoffe von der kahlen Fläche

pustet.

Dort, wo der Boden besonders

nährstoffarm ist, gibt es dunkelgrüne

Flächen –für Robinien. Deren

Wurzeln leben mit Bakterien in Symbiose

und sorgen für mehr Stickstoff

im Boden –bester Naturdünger also.

Mitten auf der Pizza gibt es auch

gelbe Streifen, wie Käsescheiben.

Dort sind Roteichen vorgesehen als

Brandschutzstreifen, denn ihreBlätter

fangen nur schwer Feuer.

Unddann gibt es noch das Problem

mit den Schädlingen. Derzeit

fressen sich die Raupen des Nonnenfalters

in Brandenburg durch

7000 Hektar Kiefern. Das löst aufgeregte

Debatten aus: Denn die Forstverwaltung

wollte per Hubschrauber

ein Insektizid mit dem martialisch

klingenden Namen „Karate Forst

flüssig“ versprühen, um die Wälder

zu retten. Doch Umweltschützer ließen

dies per Gericht verbieten. Sie

fürchten, dass „Karate“ in Zeiten des

großen Insektensterbens nicht nur

die Nonnen tötet.

Eine Aufgabe für Generationen

„Ach, hätte es doch

damals geregnet,

als es brannte,

dann wäre die

Katastrophe nicht

ganz so verheerend

gewesen.“

Wolfgang Seehaus, Vorsitzender der

Waldgenossenschaft Bardenitz

Auch für dieses Problem bietet die

Waldpizza eine Lösung. Es gibt rotweiße

Streifen, wo Sträucher geplant

sind. Dasist zwar teuer,bewirkt aber,

dass sich viele Insekten ansiedeln –

auch jene natürlichen Feinde, die

dann sogenannte Schädlinge wie die

Nonne wegfressen.

Diebunte Waldpizza ist die ideale

Welt für Brandenburgs arme Böden.

„Doch die Welt ist nicht ideal“, sagt

Karin Heintz. „Alles ist immer auch

eine Frage des Geldes. Es geht

darum, ob sich die kleinen privaten

Waldbesitzer die guten, aber teuren

Ideen leisten können und wollen.“

Wolfgang Seehaus von der Genossenschaft

rechnet die Kosten vor:

Wer einen reinen Kiefernwald anpflanzt,

zahlt 4000 Euro pro Hektar,

ein reiner Laubwald kostet 12 000.

„Das Bild einer idealen Welt ist nur

schwer in der Realität umsetzbar,

denn Mischwälder müssen auch viel

aufwendiger und teurer gepflegt

werden“, sagt er.Man muss zum Beispiel

teureZäune um dieWälder stellen,

damit die Rehe das junge Grün

nicht wegfressen. „Aber wir wollen

die Chance nutzen und einen möglichst

großen Teil der Empfehlungen

der Forstverwaltung umsetzen.“

Dabei hoffen die Waldbesitzer,

dass sie 60 Prozent ihrer Kosten über

Fördermittel erstattet bekommen.

DasProblem: Siemüssen alles vorfinanzieren,

denn Fördergeld gibt es

erst, wenn alles angepflanzt ist.

Seehaus fährtüber holprige Wege

zu einem eingezäunten Areal. Mit

dabei ist nun Ulrike Selk, die das Projekt

hinterm Zaun betreut. Die 31-

Jährige arbeitet im Landeskompetenzzentrum

Forst. Ihr Projekt trägt

den Titel„Plan B“. DerName ist doppeldeutig

gemeint: als Begriff für

eine Alternative, wenn sich der übliche

Wegals falsch erwiesen hat. Außerdem

steht das Bfür Birke.

„In der Forstwirtschaft hat die

Birkeein schlechtes Image,zuDDR-

Zeiten wurde sie sogar aus den Wäldern

rausgehackt“, sagt die Forstwirtschaftlerin,

die auch einen Master

in Ökologie und Biodiversität hat.

„Wir wollen den Ruf der Birke deutlich

verbessern.“ Sieerzählt, dass die

große freie Fläche nun wie eine winzige

Steppe ist: Der Wind fegt alle

Nährstoffe weg, die Sonne brennt alles

nieder.ImApril war es am Boden,

wo junge Bäume gepflanzt wurden,

manchmal 50 Grad heiß. Doch Birken

kommen mit Extremen gut klar.

„Wir wollen zeigen, dass die Birke

eine gute Baumart für den Klimawandel

ist“, sagt Ulrike Selk.

Sieund Wolfgang Seehaus steigen

aus dem Auto –und obwohl es in

Strömen regnet, holen sie volle Wasserkanister

aus dem Kofferraum, um

die Bäume zu gießen. Das scheint

erst einmal absurd, aber Ulrike Selk

erklärt, warum es nötig ist. Es steht

zwar reichlich Wasser um die Baumstämme,

aber das kann nicht in den

Boden sickern. Denn nach einem

solchen Großbrand liegt viel Asche

herum und der erste Regen, der fällt,

macht, dass sich auf dem Boden eine

kristalline Schicht bildet, die kaum

Wasser zu den Wurzeln lässt.

Wolfgang Seehaus geht zu einer

Birke. Der dünne Baum steht im

Wasser. Seehaus schabt mit der HackeseinesSchuhes

über den Boden.

Der Regen ist nur zwei Zentimeter

tief vorgedrungen. Seehaus schlägt

leicht mit der Hand auf den Sand. Es

ist so trocken, dass es staubt.

Nun könnten die Forstleute den

Wald einfach umpflügen und die

kristalline Sicht durchbrechen.

„Aber das ist auch nicht sinnvoll“,

sagt Ulrike Selk.„Die einzigen Nährstoffe

auf diesem armen Boden liegen

oben, und die wären untergepflügt.“

Selk und Seehaus gehen von

Baum zu Baum, schaben den Boden

frei und gießen. Sie kontrollieren,

wie viele Bäume das trockene Frühjahr

überstanden haben. Beiden Birken

sieht es ganz gut aus.

Das ist wichtig, denn sie sollen

nicht nur schnell als Windschutz

fungieren. Die fallenden Herbstblätter

sollen auch Humus bilden, sodass

andereBäume mehr Nährstoffe

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bekommen. In zehn Jahre sollen die

Birken bewirken, dass es hier wieder

aussieht wie ein Wald.

Zehn Jahre klingt viel, ist aber für

Forstleute –die Herren der Wälder –

fast nichts. Sie denken in sehr langfristigen

Dimensionen: Birken sind

zwar nach 60 Jahren erntereif, aber

im Falle von Kiefern sind es

150 Jahre, Eichen können 600 Jahre

alt werden. Der Umbau der Kiefern-

Monokulturen zu widerstandsfähigen

Mischwäldern ist eine Aufgabe

vonGenerationen.

Ulrike Selk will auch, dass dies

nicht nur ein Projekt vonFachleuten

ist. Es geht ihr um Schüler, die freitags

bei den„Fridays for Future“-Demonstrationen

für mehr Klimaschutz

eintreten. Selk organisiert

nun, dass die ganz konkret aktiv werden.

„Sie sollen mit uns Bäume

pflanzen“, sagt sie.

Nachdem sie und Wolfgang Seehaus

die Birken gegossen haben,

fahren sie an den Rand der märkischen

Einöde. Dort wurden im April

Tausende junge Kiefern gepflanzt.

Diesind winzig, sehen aus wie kleine

struppige Igel, vielleicht fünf Zentimeter

hoch. In langen Reihen stehen

sie zwischen all den verkohlten Ästen,

die am Boden herumliegen. Seehaus

läuft durch die Baumreihen des

Wieein Wachhund.

Aber nichtdurch

Wurstbestechlich.

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immer heftiger seinen Kopf.

Am Anfang ist nur jede zweite

Jungkiefer vertrocknet, schon bald

aber ist alles braun und tot. „Das

Frühjahr war einfach viel zu trocken“,

sagt er. „Der Regen kam zu

spät. Die Bäume sind nicht angewachsen.

Es ist ein Elend. Allein hier

sind 30 000 Euro flöten gegangen.“

Jens Blankennagel

hofft, dass die Genossenschaft

Spender findet.


12 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Berlin

Lautes Fliegen wird teuer

Die Flughafengesellschaft wird am BER Gebühren erheben. Die Höhe soll sich nach dem Lärm richten, den ein Flugzeug tatsächlich verursacht

VonGerhard Lehrke

Die Fluggesellschaften, die

künftig den BER anfliegen,

sollen über eine

neue Gebührenstruktur

dazu gebracht werden, moderne,

leise Flugzeuge einzusetzen und ihre

Piloten dazu anzuhalten, beim Starten

und Landen möglichst wenig

Krach zu verursachen. Das erklärte

EngelbertLütke Daldrup,Vorstandsvorsitzender

der Flughafengesellschaft

Berlin Brandenburg(FBB), am

Freitag in Berlin. Damit beschreite

die FBB in Deutschland Neuland,

um die Anwohner des Flughafens zu

schützen.

Die neue Struktur sieht vor, dass

die Gebühren nicht mehr nach sieben

Kategorien unterschiedlich lauter

Flugzeuge erhoben werden, sondern

inelf Lärmklassen nach dem

tatsächlich verursachten Krach. Um

das feststellen zu können, wird die

Zahl der Messstellen östlich und

westlich des Flughafens um sechs

auf 21 erhöht.

Für Anwohner oft eine Belastung: ein Flugzeug im Anflug

IMAGO IMAGES

Gemessen wird der Lärm bei jedem

Start und bei jeder Landung.

DieKosten dafür werden der jeweiligen

Fluggesellschaft sofort inRechnung

gestellt. Die Gebühr pro Flugbewegung

werde inder Kern-Flugzeit

von6Uhr bis 22 Uhrzwischen 40

und 7500 Euro betragen, sagte Lütke

Daldrup. Inden sogenannten Randzeiten

zwischen 5und 6Uhr sowie 22

Uhrund Mitternacht lägen sie nochmals

deutlich höher. Die Masse der

Flugzeuge dürfte laut Lütke Daldrup

Kosten von 100 bis 500 Euro pro

Flugbewegung verursachen. Bei einem

mit 100 Passagieren besetzten

Flugzeug würde das pro Person bis

zu vier Euro Unterschied beim Erlös

bedeuten, was beim Preiskampf der

Gesellschaften relevant sei.

Lütke Daldrup wies darauf hin,

dass die Airlines mit der Rechnung

sofort eine Rückmeldung erhalten

und ihrePiloten zu lärmarmen Starts

und Landungen anhalten können. In

Berlin sei die Belastung durch die

Flugzeuge an sich nicht so bedeutsam,

weil Ryanair, Easyjet und Lufthansa

die Stadt mit modernen Maschinen

bedienen wie zum Beispiel

dem Airbus A320neo.

BeiTests über jeweils ein Jahr mit

Maschinen des Typs Airbus A319

habe sich erwiesen, dass eine Startmethode,

bei der die Maschine erst

stark beschleunigt und dann erst

mithilfe ihrer Klappen schnell an

Höhe gewinnt, in der Umgebung

deutlich weniger Lärm verursacht

als die Methode,schnell starkzusteigen

und dann zu beschleunigen.

Lufthansa-Sprecher Michael

Lamberty sagte der Berliner Zeitung,

man halte es für richtig, dass derjenige,

der viel Krach macht, tiefer in

die Tasche greifen müsse. Ohnehin

gelte aber: „Keiner hat Interesse an

einem Kavalierstart.“ Schon wegen

des Spritverbrauchs, vor allem aber,

um das Flugzeug zu schonen. Fluggesellschaften

und Hersteller seien

immer im Gespräch, leise Flugzeuge

zu konstruieren, weil lärmabhängige

Gebühren bei einer Lebensdauer

von 30und mehr Jahren ein starkes

Kostenargument sind.

Was den Baufortschritt am BER

angeht, blieb Lütke Daldrup beim

Eröffnungstermin Oktober 2020. Die

Entrauchungsanlage habe man im

Griff: „Das Monster ist gezähmt.“

Die Entrauchungssteuerung

wurde am 10. April vom TÜV abgenommen,

die Anlagen der Lüftungstechnik

ohne wesentliche Mängel

am 23. Mai. Die maschinellen

Rauchabzugsanlagen haben am 24.

Mai die Prüfung bestanden. Am 28.

Maiwurde bescheinigt, dass die Entrauchungsanlage

insgesamt funktioniert.

Offen ist noch die Fertigstellung

der Brandmeldeanlage. Damit

rechnet Lütke Daldrup für Juli. Dann

sei auch die Behebung von für die

Abnahme relevanten Mängeln an

der Verkabelung zu erwarten. Lütke

Daldrup: „Die Eröffnung im Oktober

2020 ist aus unserer Sichtgesichert.“

Gerhard Lehrke

hat noch laute Flieger in

Tempelhof in Erinnerung.

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bekanntmachungen

Raumordnungsverfahren

für die Planung

„Neubau Gasanbindungsleitung Marzahn“

Bekanntmachung der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg

Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg informiert die

Öffentlichkeit gemäß der Verordnung über die einheitliche Durchführung von

Raumordnungsverfahren im gemeinsamen Planungsraum Berlin-Brandenburg

(GROVerfV) über die Eröffnung eines Raumordnungsverfahrens (ROV) für

die Planung

„Neubau Gasanbindungsleitung Marzahn“

Die ONTRAS Gastransport GmbH und die Vattenfall Wärme Berlin AG planen

die Verlegung einer neuen Gasanbindungsleitung. Sie wird von dem ONT-

RAS-Ferngasleitungsnetz zum Heizkraftwerkstandort Marzahn der Vattenfall

verlaufen. Dort entsteht aktuell eine hocheffiziente Gas- und Dampfturbinen-

Anlage.

Die neue Gasleitung ist mit einer Nennweite von DN 400 und einem maximalen

Betriebsdruck von 55 bar geplant. Durch das Vorhaben kann die Ausnutzung

des im Ferngasleitungsnetz bestehenden Gasvordrucks unmittelbar

für die Versorgung des Heizkraftwerks Marzahn genutzt werden. Auf diesem

Wege werden weitere Effizienzsteigerungen erzielt und damit ein wichtiger

Beitragzur Erreichung der Klimaschutzziele geleistet. Der geplante Anschluss

ist damit auch eine Maßnahme im Sinne der Umsetzung der Machbarkeitsstudie

„Klimaneutrales Berlin 2050“.

Es sind zwei alternative Trassenführungen mit jeweils zwei Untervarianten

mit unterschiedlichen Ausspeisepunkten aus der Ferngasleitung 211 bzw.der

Ferngasleitung 221 möglich. Je nach Trassenführung wird die Gesamtlänge

der Trasse zwischen 9und 12 Kilometern liegen. Vonder Planung unmittelbar

betroffen sind die Berliner Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf sowie

die Gemeinden Ahrensfelde, Altlandsberg, Hoppegarten und Neuenhagen

bei Berlin.

Im Raumordnungsverfahren erfolgt noch keine Feintrassierung; es werden nur

mögliche Korridore für Trassenverläufe der Gasanbindungsleitung betrachtet.

in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin

Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Raum 554,

im Bezirksamt Lichtenberg von Berlin

Alt Friedrichsfelde 60, 10315 Berlin, Raum 2.11 37,

im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

Helene-Weigel-Platz 8, 12681 Berlin, 4. Etage –Flur,

in der Kreisverwaltung Barnim

Dezernatfür Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Bauwesen, Amtfür

nachhaltige Entwicklung, Bau-, Kataster-und Vermessung, Paul-Wunderlich-

Haus, Haus D, 3. Etage (Counter), Am Markt 1, 16225 Eberswalde,

in der Kreisverwaltung Märkisch-Oderland

Landratsamt, Puschkinplatz 12, 15306 Seelow, Raum A-105,

in der Stadtverwaltung Altlandsberg

Bauverwaltung, Berliner Allee 6, 15345 Altlandsberg, Zimmer 22

in der Gemeindeverwaltung Ahrensfelde

Rathaus, Lindenberger Straße 1, 16356 Ahrensfelde, Raum 108

in der Gemeindeverwaltung Hoppegarten

Lindenallee 14, 15366 Hoppegarten, Foyer

in der Gemeindeverwaltung Neuenhagen bei Berlin

Am Rathaus 1, 15366 Neuenhagen bei Berlin

Neubau Erdgeschoss, Eingangsbereich

in der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg

ReferatGL5,Henning-von-Tresckow-Straße 2–8,

14467 Potsdam, Raum 475

Zusätzlich ist die Verfahrensunterlage während der Auslegungszeit im Internet-Auftritt

der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung (https://gl.berlinbrandenburg.de/sicherung-der-raumordnung/raumordnungsverfahren/artikel.725772.php)

einsehbar.

Anregungen zu der Planung sowie zusätzliche Informationen werden bis zwei

Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist schriftlich oder persönlich zur Niederschrift

bei den vorstehend genannten Dienststellen entgegengenommen.

Die schriftlichen Stellungnahmen können auch direkt an die Gemeinsame

Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg, Referat GL5,Henning-von-

Tresckow-Straße 2–8,14467 Potsdam, gerichtet werden.

www.junge-erwachsene-mit-krebs.de

Wichtige Information für unsere Anzeigenkunden:

Vorgezogener

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Pfingsten 2019

Am 10. Juni 2019

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Mehr Informationen auf:

stjosefs.de/indianerschule

St. Josefs Indianer Hilfswerk e.V.

Die Verfahrensunterlage wird in den von den Trassenkorridoren der Planung

betroffenen Landkreisen, amtsfreien Gemeinden, Bezirken von Berlin, der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung und Wohnen sowie in der Gemeinsamen

Landesplanungsabteilung zur Einsichtnahme für die Öffentlichkeit ausgelegt.

Das Raumordnungsverfahren für diese Planung wird von der Gemeinsamen

Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg durchgeführt und am 3. Juni

2019 eröffnet. Dabei werden die raumbedeutsamen Auswirkungen der Planung

unter überörtlichen Gesichtspunkten, die Übereinstimmung mit den Erfordernissen

der Raumordnung und die Abstimmung mit anderen raumbedeutsamen

Planungen und Maßnahmen geprüft. Das Raumordnungsverfahren

schließt eine raumordnerische Umweltverträglichkeitsprüfung, eine raumordnerische

Prüfung nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie eine artenschutzrechtliche

Einschätzung mit ein.

Hiermit wird der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Äußerung zur oben genannten

Planung gegeben.

Die Verfahrensunterlage liegt in der Zeit vom 12. Juni bis 26. Juli 2019 zu den

üblichen Dienst- bzw.Sprechzeiten öffentlich aus

Wichtige Hinweise

Das Raumordnungsverfahren trifft noch keine detaillierten Festlegungen.

Es hat deswegen keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber

dem einzelnen Bürger.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung dient der frühzeitigen Information der

Bürger über die Planung. Im Raumordnungsverfahren sind die Bürger

nicht Träger eigener Rechte, selbst dann nicht, wenn sie in eigentumsrechtlich

gesicherten Positionen berührt werden. Dies erfolgt erst im

nachfolgenden Planfeststellungsverfahren.

Die fachlich relevanten Hinweise aus den Stellungnahmen der Öffentlichkeit

werden im Verfahren berücksichtigt.

Über das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens wird die Öffentlichkeit

nach Abschluss des Verfahrens unterrichtet und die landesplanerische

Beurteilung wird im Internet-Auftritt der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung

einsehbar sein.


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 13 *

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Berlin

Umerziehungsprogramm für City-Autofahrer

Die Verkehrssenatorin Günther denkt über eine Innenstadtmaut und damit verbundene obligatorische BVG-Tickets nach. Die Koalitionspartner sind nicht erfreut

VonAnnika Leister

Verkehrssenatorin Regine

Günther (parteilos, für

Grüne) hat eine neue Debatte

über die Begrenzung

des Autoverkehrs in der Innenstadt

und die Förderung des ÖPNV losgetreten.

IhrVorschlag: Autofahrer sollen

eine Gebühr zahlen, wenn sie in

die Innenstadt fahren, und damit automatisch

ein Ticket für Bus und

Bahn erwerben. Im Grunde eine modifizierte

und mit der Bahn verknüpfte

Citymaut also. Sokönnten

Autofahrer problemlos umsteigen,

sagte Günther bei einem Leserforum

der Berliner Morgenpost. Es gehe

darum, dass diejenigen, die den öffentlichen

Raum in der Stadt nutzen

wollen, das auch bezahlen müssten.

Es ist nur einer von vielen Ansätzen,

mit denen Günther den Autoverkehr

in der Stadt reduzieren will.

Ein weiterer Angriffspunkt sind die

Parkgebühren: Die Verkehrssenatorin

will die Flächen ausweiten, auf

denen das Parken kostet. Allein in

der Innenstadt sollen so laut Günther

75 Prozent der Parkplätze kostenpflichtig

werden. Außerdem sollen

die Preise von ein bis drei Euro

proStunde auf zwei bis vier Euro erhöht

werden, wie Anfang der Woche

bekannt wurde.

Eine Citymaut war in Berlin

schon häufiger Reizthema. Die Opposition

trieb Günther mit ihrem

jüngsten Vorschlag, den sie selbst als

Um die Innenstadt vom Autoverkehr zu entlasten, will Senatorin Regine Günther Fahren und Parken teurer machen –und die Nutzung von Öffentlichen erzwingen.

Thema „für die nächste Legislaturperiode“

bezeichnete, rasch auf die

Bäume: Die „Anti-Auto-Senatorin“

plane eine „Zwangsbeglückung“,

schrieb die CDU. „Das lehnen wir

ab.“ Von„pathologischem Autohass“

und dem Versuch, den Bürgern bei

jeder Gelegenheit das Geld aus der

Tasche zu ziehen, sprach Frank

Scholtysek von der AfD. Solange der

Berliner ÖPNV nicht umfassend barrierefrei

und für alle nutzbar sei,

handle es sich bei Günthers Vorschlag

um nichts anderes als „ideologische

Schikane“, twitterte Thomas

Seerig, Sprecher für Sozial- und

Behindertenpolitik bei der FDP.

Auch die Koalitionspartner halten

wenig von Günthers Vorpreschen –

allerdings aus ganz anderen Gründen.

Linke,Grüne und SPD sind sich

einig darin, neue Wege finden zu

wollen, um den ÖPNV zu finanzieren

und gleichzeitig effizienter und für

Fahrgäste günstiger zu machen.

Dazu sollte eine Studie die zahlreichen

möglichen Modelle auf ihre

Machbarkeit untersuchen –infrage

kommen zum Beispiel eine Citymaut

für Autofahrer in der Innenstadt,

eine Nahverkehrsabgabe für

alle Berliner oder auch eine Sonderabgabe

für Touristen. Die Linken

warten bereits seit langem auf die Ergebnisse.

Sieplädieren für eine„Öffi-

Flatrate“, für die jeder Berliner 30

IMAGO-IMAGES

Euro für Busund Bahn zahlt und die

dann fahrscheinlos verkehren –zahlen

soll allerdings jeder, unabhängig

davon, ob er überhaupt mit den Öffentlichen

fährt. Günther solle sich

auf die Studie und die Erforschung

der bereits besprochenen Ansätze

konzentrieren, sagte Kristian Ronneburg(Linke)

der Berliner Zeitung am

Freitag, „und nicht darauf, ungelegte

Eier in der Öffentlichkeit zu kommunizieren“.

Laut Verkehrsverwaltung

ist die Studie von dem eigens eingesetzten

beratenden Gremium AG Tarife

gerade ausgeschrieben worden.

Mit Antworten sei wohl frühestens

Mitte 2020 zu rechnen, hieß es am

Freitag.

DieSPD hält nichts vonGünthers

Citymaut-Idee und Zwangsabgaben

generell, sondernsetzt auf Freiwilligkeit.

Zuerst müsse der Nahverkehr in

Berlin „leistungsfähig, barrierefrei,

preiswert und zuverlässig“ werden,

so Tino Schopf, verkehrspolitischer

Sprecher der Sozialdemokraten. Die

SPD gehe davon aus, dass die Menschen

dann freiwillig umstiegen.

Dazu gehöre unbedingt auch ein

Ausbau derU-Bahn, selbst wenn der

sehr teuer sei. Um den Autoverkehr

in der Innenstadt zu minimieren,

will die SPD außerdem verstärkt Park

&Ride-ParkplätzeinAußenbezirken

einrichten, an denen Autofahrer auf

die Öffis umsteigen könnten. „Wenn

das nicht funktioniert, kann man

auch in zehn oder 15 Jahren noch

über eine Zwangsabgabe sprechen“,

so Schopf. Er halte diesen Ansatz

auch für sozial gerechter. Mit einer

Citymaut laufe man Gefahr, genau

jene zusätzlich zu belasten, die aus

Kostengründen in die Außenbezirke

gezogen seien.

Annika Leister

fährttäglich mit den Öffentlichen

Verkehrsmitteln.

Ade, Wunsch-Schule!

Mehr als 2500 künftige Siebtklässler müssen woandershin

VonMartin Klesmann

Bei den diesjährigen Oberschulanmeldungen

haben mehr als 2500

Schüler keinen Platz an den gewünschten

Schulen erhalten. Es sind

so viele wie noch nie seit der Reform

2010. Vongut 23 000 künftigen Siebtklässlernbekam

jeder zehnte Schüler

einen Platz zugewiesen, der nicht seinem

Erst-, Zweit- oder Drittwunsch

entsprach. Immerhin 90 Prozent der

Schüler kommen nach Angaben der

Bildungsverwaltung an einer der gewünschten

Schulen unter,imvergangenen

Jahr lag dieser Wert noch bei

knapp 92 Prozent, im Jahr 2014 betraf

es lediglich knapp 1000 Schüler.

Steigende Schülerzahlen sowie

zahlreiche Bauarbeiten sorgen dafür,

dass es in den Berliner Schulen zunehmend

enger wird. Besonders voll

war es an Gymnasien in Pankowund

an Sekundarschulen in Treptow-Köpenick

und Lichtenberg. Das Kind

von Christian Schwanitz zum Beispiel

kam am musischen Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium

in

Prenzlauer Berg nicht zum Zug.

„Trotz Notendurchschnitt 2,0, zusätzlicher

Instrumentenausbildung

und Konfliktlotsen-Ehrenamt“, sagt

der Vater. Auch an den anderen beiden

gewünschten Gymnasien war

kein Platz mehr. Stattdessen erhielt

das Kind schließlich einen Platz am

Rathenau-Gymnasium in Grunewald.

Der Schulweg betrage laut

BVG-Fahrplanauskunft eine Stunde

und drei Minuten. Und das ist kein

Einzelfall. Mindestens 30 Kinder aus

Prenzlauer Berg sollen dorthin verfrachtet

worden sein. „Fast alle Pankower

Gymnasien sind teilweise

deutlich übernachgefragt“, sagte

Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU).

Ebenfalls die meisten Sekundar-und

Gemeinschaftsschulen.

Auch Treptow-Köpenick suchte

händeringend nach Plätzen.

75 Schüler waren Mitte Mai immer

noch nicht versorgt. Am Ende

machte die Stadträtin drei Schulen

voller als geplant. Nächstes Jahr stehen

dort also noch weniger Kapazitäten

zur Verfügung. „Die Bereitstellung

vonSchulplätzen in den nächsten

Jahren ist eine der zentralen Aufgaben

von Bezirken und Land“,

betonte Bildungssenatorin Sandra

Scheeres (SPD) am Freitag. 56 Prozent

der künftigen Siebtklässler besuchen

ab Sommer eine Sekundarschule,

44Prozent ein Gymnasium.

11 455 von12940 Sekundarschülern

erhielten ihren Erstwunsch, an den

Gymnasien waren es 9417 von

10 179 Schülern. Das heißt: Zweitund

Drittwünsche konnten kaum

berücksichtigt werden. Und nur

acht Härtefälle wurden anerkannt.

Das verwundert, weil dafür im Anmeldeverfahren

10 Prozent aller

Plätzereserviertwerden.

Geile Vans in deiner

Nähe wollen dich fahren.

DIE BEGEHRTESTEN SCHULEN

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Integrierte Sekundarschule

1. Max-Beckmann-Sekundarschule

2. Carl-Zeiss-Sekundarschule

3. Sophie-Scholl-Sekundarschule

4. Merian-Sekundarschule

5. Gutenberg-Sekundarschule

6. Martin-Buber-Sekundarschule

7. Heinz-Brandt-Sekundarschule

8. Bettina-von-Arnim-Schule

9. Alexander-Puschkin-Schule

10. Heinrich-von-Stephan-Schule und

Ellen-Key-Schule

Gymnasien

1. Primo-Levi-Gymnasium

2. Robert-Blum-Gymnasium

3. J.-Gottfried-Herder-Oberschule

4. H-Schliemann-Gymnasium

5. Bertha-v.-Suttner-Oberschule

6. Ernst-Abbe-Gymnasium

7. Fichtenberg-Oberschule

8. F.-M.-Bartholdy-Gymnasium

9. Friedrich-Ebert-Gymnasium

10. Friedrich-Engels-Gymnasium

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Berlin

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NACHRICHTEN

Zwei Gegendemos zum

Al-Kuds-Marsch angemeldet

Etwa 2000 Teilnehmer werden am

Sonnabend zum Al-Kuds-Marsch radikal-islamischer

Gruppen vomAdenauerplatz

zumWittenbergplatz erwartet.

Einbreites Bündnis hat zu Gegenprotesten

aufgerufen, dem

schloss sich der Antisemitismusbeauftragte

Lorenz Korgel an. Laut Polizeisind

zwei Demos mit jeweils 400

Teilnehmernangemeldet. (dpa)

Grüne Anja Schillhaneck

gibt ihr Mandat auf

DieGrünen-Abgeordnete Anja

Schillhaneck legt ihr Mandat aus

persönlichen Gründen nieder.Die

Diplom-Pädagogin werdezum Ende

der Sommerpause aus dem Abgeordnetenhaus

ausscheiden, bestätigte

der Parlamentarische Geschäftsführer

der Fraktion, Daniel

Wesener,amFreitag einen entsprechenden

Bericht der B.Z. (dpa)

Neue Notübernachtung für

Familien mit Kindern

DasEvangelische Jugend- und Fürsorgewerkbietet

ab soforteine Notübernachtung

für Familien mit Kindernan:

44 Plätzestehen in Heiligensee

zur Verfügung. Damit werdedas

bisherige Angebot von30Notschlafplätzen

in Kreuzbergergänzt, so die

Senatsverwaltung für Soziales.Wohnungslosigkeit

treffe zunehmend

auch Familien mit Kindern. (dpa)

VON POLL IMMOBILIEN-SHOP ORGANISIERT ERNEUT SPENDENVERANSTALTUNG IM RAHMEN DES JAZZFESTS

Entenrennen auf der Panke

Auch in diesem Jahr organisiert der

Von-Poll-Immobilien-Shop in Berlin-

Pankow das Entenrennen auf der

Panke. Es findet vom 8. bis 10. Mai im

Rahmen des Jazzfests im Bürgerpark

Pankow statt. Das Team aus der Florastraße

1ist in der Region tief verwurzelt

und engagiert sich für den Bezirk. „Wir

leben hier und wollen den Bezirk aktiv

mitgestalten“, sagt Inhaber Ulf Sobeck.

Die Aktion führt Sobeck erstmalig in

Kooperation mit dem Rathaus Center

Pankow durch. Zwischen dem 3. und

7. Juni können Interessierte Spielzeugenten

für eine Zwei-Euro-Spende erwerben.

Das Rennen startet Pfingstmontag, 10.

Juni, um 14 Uhr. Die Freiwillige Feuerwehr

hilft anschließend, die Enten aus dem

Wasser zu holen und die schnellsten drei-

Wohnungsverkauf mit Kampfansage

Kreuzberg erhebt Anspruch auf 500 Wohnungen im Milieuschutzgebiet an der Wilhelmstraße

VonFlorian Thalmann

Viele Mieter in Berlin fürchten

sich vor steigenden

Mieten. Die Angst war bei

einer Demonstration jetzt

wieder besonders deutlich zu spüren.

Rund 50 Menschen gingen am Freitag

in Kreuzberg auf die Straße, protestierten

gegen den Verkauf vonSozialwohnungen

an einen Immobilienkonzern.

Es geht um einen Block zwischen

Friedrich- und Wilhelmstraße

mit über 500 Wohneinheiten, die von

1973 bis 1976 im Karree an der Wilhelmstraße,Puttkamer

Straße,Friedrichstraße

und Hedemannstraße errichtet

wurden. Der bisherige Eigentümer,

ein internationaler Immobilienfonds,

will sich von den einst mit

Fördermitteln errichteten Sozialbauten

trennen –über den möglichen

Käufer wurde nun spekuliert.

Mieter im Ungewissen

Es heißt, ein geplanter Deal mit der

landeseigenen Gewobag sei geplatzt.

Nun schien die Deutsche Wohnen

der Hauptinteressent zu sein –das

Unternehmen steht wegen seiner

Mietenpolitik immer wieder im

Kreuzfeuer. Mieter berichteten, sie

hätten Mitarbeiter des Konzerns gesehen,

die sich im Block umgesehen

hätten. Am Freitag meldete die

Deutsche Wohnen, sie sei an einem

Kauf des Häuserblocks „definitiv

nicht interessiert“. Die Mieter bleiben

im Ungewissen. Karin H. (77)

wohnt mit ihrem Mann seit 1976 in

einer 89 Quadratmeter großen

Quietschvergnügte Entchen vorm Rennen.

ßig von ihnen erhalten attraktive Preise.

Der Erlös kommt neuen Spielplätzen in

Pankow zugute.

Mit von Poll Immobilien bietet Ulf Sobeck

professionelle Leistungen rund um

die Immobilienvermittlung an. Seine Kunden

profitieren auch vom Netzwerk des

international tätigen Maklerhauses. Von

FÜR SIE IN DEN BESTEN LAGEN

Kreuzbergs Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) bei der Demonstration

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Poll Immobilien ist mit über 300 Standorten

europaweit vertreten. „Dieses Netzwerk

bietet Eigentümern viele Vorteile,

dazu gehört auch ein großer Kreis qualifizierter

Interessenten“, sagt Ulf Sobeck.

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VOLKMAR OTTO

Dachgeschosswohnung. Sie zahlen

rund 1000 Euro Warmmiete –wie es

weitergeht, wissen beide nicht. „Ich

habe Angst, dass wir bald aus unsererWohnung

fliegen“, sagt die Rentnerin

der Berliner Zeitung. „Ich fühle

mich hier wohl, habe alle Ärzte in der

Nähe –und mein Mann ist schwer

krank. Ichmöchte nicht, dass wir unseren

Kiez wechseln müssen.“ Noch

zahlen die Bewohner eine Miete,die

unter dem Mietspiegel liegt. Doch

auch Klaus-Peter Beyrow befürchtet,

dass sich das ändert. Der alleinstehende

Rentner (76) wohnt auf

50 Quadratmetern, zahlt 490 Euro

Warmmiete. „Ich hoffe, dass die

Miete bleibt.“

„Zum limitierten Preis“

Einfach ist der Verkauf der Wohnungen

an einen privaten Eigentümer

aber nicht. Denn der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

hat ein Vorkaufsrecht,

weil der Block in einem

Milieuschutzgebiet liegt. Baustadtrat

Florian Schmidt (Grüne) macht

über Twitter klar, dass er eingreifen

will. „Ausverkauf geht weiter“,

schrieb Schmidt. Der Bezirk werde

die Ausübung des Vorkaufsrechts

„zum limitierten Preis prüfen“. Soll

heißen: Der Bezirk will nicht einen

überhöhten Marktpreis, sondern

nur einen niedrigeren Preis bezahlen.

„Langer Rechtsstreit wahrscheinlich“,

twittert Schmidt vorsorglich.

Die Botschaft an den Verkäufer:

Ermuss sich darauf einrichten,

dass er auf den Verkaufserlös

möglicherweise lange warten muss.

Eintritt für den Mauerpark?

Neues Tourismuskonzept enthält drastische Vorschläge

Der Bezirk Pankow hat ein neues

Tourismuskonzept erarbeiten

lassen. Das 239 Seiten starke Papier

enthält einige drastische Vorschläge

zum Schutz von Parks und Grünanlagen

vor drohender Übernutzung.

So könne die Überfüllung des Mauerparks

zum Beispiel mit einem Eintrittsgeld

bekämpft werden, heißt es

auf Seite 64. Außerdem wirdein Verbot

vonPartys im Grünen erwogen.

Erstellt wurde das „Tourismuskonzept

Pankow2018+“ vonder BTE

Tourismus- und Regionalberatung.

DieExperten befassen sich darin mit

der Frage, wie viele Stadturlauber

der Bezirkverträgt. Positiv hervorgehoben

wird, dass eine starke Auslastung

von Kultur- und Gastronomieangeboten

deren Erhalt sichere. Davonwürden

auch die Einheimischen

profitieren. Es gebe jedoch „tourismusinduzierte

Konflikte“, etwa das

Problem der Überfüllung vonParks.

DieTourismusberater empfehlen

dem Bezirksamt, Eintrittsgelder für

Grünanlagen im Rahmen eines„Teilerstattungssystems“

zu erwägen.

Dasheißt, ein Teil des eingenommenen

Geldes würde in die Grünpflege

investiert, für den anderen Teil des

Geldes erhielten zahlende Besucher

einen Rabattgutschein, zum Beispiel

für den lokalen Einzelhandel.

Dieser Teil des Konzepts stößt allerdings

auf Widerstand im Bezirksamt.

Bürgermeister Sören Benn

(Linke) betont, dass keine der vorgeschlagenen

Maßnahmen beschlossen

sei. Das Konzept sei nur eine

Handlungsempfehlung.„Das Thema

Eintritt in Parks ist aus meiner Sicht

auf absehbare Zeit keines, mit dem

wir uns ernsthaft auseinandersetzen

werden“, sagt Benn.

Auch Ordnungsstadtrat Daniel

Krüger (für AfD) kann der Idee nichts

abgewinnen. „Ich halte das für nicht

durchsetzbar“, sagte er. ImÜbrigen

sei es ein hohes Gut, dass es öffentliche

Grünflächen gebe, die für jedermann

zugänglich sind. (mow.,fred.)

Radfahrer auf der Avus

Autofahrer müssen wegen ADFC-Sternfahrt mit Staus rechnen

AmSonntag gehören Berlins Straßen

den Fahrradfahrern: DerAllgemeine

Deutsche Fahrradclub

(ADFC) ruft zur traditionellen Sternfahrt

zum Großen Stern auf. In diesem

Jahr fordern die Aktivisten Politik

und Verwaltung dazu auf, die Verkehrswende

anzupacken. Über Jahrzehnte

sei die Infrastruktur vorallem

für Autos geplant gewesen, heißt es

in dem Aufruf. Jetzt solle mehr Platz

fürs Radgeschaffen werden.

Während der Aktion müssen Autofahrer

in ganz Berlin mit Behinderungen

rechnen. Von12bis 15 Uhr

werden die Stadtautobahnen A100

(Südring) zwischen den Anschlussstellen

Stubenrauchstraße und Alboinstraße

sowie die A115 (Avus) zwischen

dem Autobahnkreuz Zehlendorf

und dem Autobahndreieck

Funkturm inbeide Richtungen gesperrt.

Auch davor ist in beiden Bereichen

sowie rund um den Großen

Stern mit erheblichen Einschränkungen

zu rechen. DiePolizei rät, auf

S- und U-Bahnen auszuweichen.

Insgesamt führen 19 Routen aus

Berlin und Brandenburg zur Siegessäule.

Aus dem polnischen Stettin

und aus Leipzig fahren Radfahrer bereits

in der Nacht los. Für Familien

gibt es eine kürzere Kinderroute ab

dem S-Bahnhof Jannowitzbrücke,

auf der langsam gefahren wird. Um

14 Uhr treffen sich alle am Großen

Sternzum Umweltfestival.

Angemeldet zur„größten Fahrraddemo

der Welt“ sind nach Veranstalterangaben

250 000 Radfahrer. (dpa)

POLIZEIREPORT

Mann niedergestochen.

Beieinem Raubüberfall hat ein

Mann in Reinickendorfeine Stichverletzung

erlitten. In einer Kleingartenanlage

im Interessentenweg war

es auf einer Feier zwischen dem

34-Jährigen und einer achtköpfigen

Gruppe zu einem Streit gekommen.

DerMann flüchtete aus der Gartenkolonie,wurde

jedoch vonder

Gruppe gejagt und stürzte zu Boden.

Einer aus der Gruppe stach dem

34-Jährigen in den Oberkörper.Die

Gruppe raubte dem Mann Handy

und Portemonnaie und flüchtete.

DerÜberfallene kam mit einem Rettungswagen

in ein Krankenhaus.

Nach Raub festgenommen.

Polizisten des Abschnitts 62 haben

am Donnerstagnachmittag drei Jugendliche

in Biesdorffestgenommen.

Siehatten zuvor einen 15- und

einen 19-Jährigen überfallen. In der

Berunder Straße forderten sie die

beiden zur Herausgabe ihrer Wertsachen

auf. Sieraubten dem 15-Jährigen

die Jacke,Turnschuhe sowie Kreditkarte

und Geld. Auch den 19-Jährigen

raubten die Jugendlichen aus

und schlugen ihm ins Gesicht. Dann

flüchteten die drei. Beider Absuche

nach den Täternstellten die Beamten

drei Jugendliche im Alter von

15 und 16 Jahren, die zunächst erkennungsdienstlich

behandelt und

anschließend wieder auf freien Fuß

gesetzt wurden. Der19-Jährige kam

mit einem Rettungswagen in eine

Klinik.

Fußgänger verletzt.

Beieinem Verkehrsunfall in der

Nacht zum Freitag hat in Friedrichshain

ein Fußgänger eine schwere

Kopfverletzung erlitten. Der36-Jährige

betrat gegen 23.45 UhrimBereich

der Straße der Pariser Kommune/Mühlenstraße/Stralauer

Platz bei Rotdie Fahrbahn und

wurde dabei vondem Auto eines

39-jährigen Taxifahrers erfasst.

Durchdie Wucht der Kollision erlitt

der Mann ein Schädel-Hirn-Trauma

und kam mit der Feuerwehr zur stationären

Behandlung in eine Klinik.

DerVerkehrsermittlungsdienst der

Polizeidirektion 6führtdie Ermittlungen

zum genauen Unfallhergang.

Fahrzeuge in Brand gesetzt.

Unbekannte haben in der vergangenen

Nacht in Kreuzbergund HellersdorfAutos

angezündet. In der Naunynstraße

sah eine Zeugin kurznach

Mitternacht Feuer an der Windschutzscheibe

eines geparkten VW

und rief die Polizei. Beamte des Polizeiabschnitts

53 begannen mit einem

Feuerlöscher,den Brand zu bekämpfen,

der kurzdarauf vonder

Feuerwehr im Frontbereich endgültig

gelöscht werden konnte.Hinweise

auf ein politisches Tatmotiv

hat die Polizei bisher nicht. Gegen 2

Uhrwurde in der Cottbusser Straße

ein VW-Touareg angezündet. Durch

die Flammen wurden auch ein VW-

Golf und ein VW-Polo beschädigt.

Auch hier liegen derzeit keine Hinweise

auf ein politisches Tatmotiv

vor.

Räuber flüchten über Gleise.

Am Bahnhof Ostkreuz hat ein Überfall

auf einen Taxifahrer in der Nacht

zum Freitag die Sperrung der Gleisanlagen

zur Folge gehabt. Gegen

23.30 Uhrbeobachteten Bundespolizisten

zwei Männer,die über den

Ringbahnsteig des Bahnhofs auf die

Gleise in Richtung S-Bahnhof Frankfurter

Allee rannten. Ein32-Jähriger

folgte ihnen bis auf den Bahnsteig.

Einer der beiden Männer,ein 21-Jähriger,kehrte

kurzdarauf wieder zurück.

Derzweite,bislang unbekannte

Mann wurde mit Hilfe eines

Polizeihubschraubers gesucht. Der

Bahnverkehr musste eine halbe

Stunde für die Suche gesperrtwerden.

Der32-jährige Mann gab an, als

Taxifahrer die beiden Männer zum

Bahnhof Ostkreuz gefahren zu haben.

Dortangekommen, sollen sie,

anstatt den Fahrpreis zu entrichten,

den Taxifahrer mit einem Messer bedroht

haben. Danach flüchteten sie.

Bundespolizisten nahmen den 21-

jährigen Mann fest. (kop.)


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 15

· ·

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Berlin

Turmstr.

Kriminalgericht

Verwaltungsgericht/

Amtsgericht

Alt-Moabit

Paulstr.

Altonaer Str.

Großer

Stern

Str. des 17. Juni

Hofjägerallee

Tiergarten

Kurfürstenstr.

Kleiststr.

Genthiner Str.

Potsdamer Str.

Kathreiner-Haus,

zukünftig Verwaltungsgericht

Kammergericht

Goebenstr.

In der Potsdamer Straße 186 steht das denkmalgeschützte Kathreiner-Haus. In fünf Jahren soll dortmit dem Verwaltungsgericht wieder Leben einziehen.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

BLZ/GALANTY

Justitia will hoch hinaus

Mehr Platz für Berlins Rechtsprechung: Das Verwaltungsgericht zieht im Jahr 2024 in das sanierte elfgeschossige Kathreiner-Haus am Kleistpark

VonKatrin Bischoff

Die Uhr ander Stirnseite

des Kathreiner-Hauses

an der Potsdamer Straße

in Schöneberg ist schon

vor langer Zeit stehen geblieben. Sie

zeigt zu jeder Tageszeit 9.15 Uhr an.

In dem Elfgeschosser, 1930 als eines

der ersten Hochhäuser Berlins erbaut,

saß zuletzt der Verfassungsschutz.

Doch seit Jahren steht das

landeseigene 10 000-Quadratmeter-

Gebäude in bester Lage leer.

Das soll sich nun ändern. Am

Freitag stellte Justizsenator Dirk

Behrendt (Grüne) die Pläne für das

Gebäude vor. Nach der Sanierung

soll dort – in unmittelbarer Nähe

zum Kammergericht –Berlins Verwaltungsgericht

einziehen. Und

auch die Uhrander Fassade soll wieder

richtig gehen. Am Mittwoch hat

der Hauptausschuss grünes Licht für

das Vorhaben gegeben.

Der Justizstandort Moabit mit

dem Kriminalgericht in der Turmstraße

und dem Verwaltungs- sowie

dem Amtsgericht in der Kirchstraße

platzt schon lange aus allen Nähten.

Richter, Staatsanwälte, Amtsanwälte

und andere Justizmitarbeiter klagen

über Raumnot und fehlende Sitzungssäle.

Im kommenden Herbst

werden 200 Staatsanwälte „ausgelagert“,

weil sie derzeit in Moabit in

Doppelbüros arbeiten müssen. Die

Staatsanwälte ziehen dann in das Air-

Berlin-Haus am Saatwinkler Damm,

das für fünf Jahre angemietet wurde.

Das sei eine Übergangslösung, betonte

Justizsenator Behrendt. Denn

im Jahr 2024 soll es in Moabit für die

Staatsanwälte wieder Platz geben.

VonMalzkaffee-Fabrik erbaut

Dann nämlich, wenn die 133 Richter

des Verwaltungsgerichts in das sanierte

Kathreiner-Haus umgezogen

sind. Das Gericht war laut Behrendt

mit der Flüchtlingswelle und den darauffolgenden

Klagen etwa gegen Abschiebebescheide

in den vergangenen

Jahren personell um 50 Prozent

aufgestockt worden, es hatte in der

Kirchstraße zu wenig Platz. 43 Millionen

Euro wird der Umbau des Kathreiner-Hauses

kosten. Dann stehen

dort inder ersten und zweiten Etage

zehn Sitzungssäle und in den übrigen

Stockwerken –getrennt vom Publikumsverkehr

–220 Büroräume für die

37 Spruchkammern zur Verfügung.

„Es freut mich, dass die Justiz den Zuschlag

für das Gebäude erhalten hat“,

sagte Behrendt. Die Konkurrenz sei

groß gewesen. So habe es auch Überlegungen

gegeben, das Gebäude dem

Bezirk Tempelhof-Schöneberg für

seine Jugendarbeit zu überlassen.

Auch eine Polizeidienststelle sei im

Gespräch gewesen.

Den letzten Neubau eines Gerichtsgebäudes

in Berlin hat es laut

Behrendt in den 50er-Jahren gegeben

– damals sei das Amtsgericht

Spandau errichtet worden. Danach

habe es immer nur Erweiterungsbauten

etwa für das Amtsgericht

Tempelhof-Kreuzberg gegeben. Ein

zusätzliches Gerichtsgebäude bekam

Berlin vor 14 Jahren, als das

Oberverwaltungsgericht Berlin-

Brandenburg inein Gebäude in der

Hardenbergstraße zog, in dem bis

dato das Bundesverwaltungsgericht

seinen Sitz hatte.

Dasaus drei Flügeln bestehenden

denkmalgeschützte Kathreiner-

Haus am U-Bahnhof Kleistpark

wurde von Bruno Paul im Stil der

Neuen Sachlichkeit entworfen. Erbaut

wurde es von der Kathreiner

Malzkaffee-Fabrik, die 1930 in das

Haus zogund dem Gebäude den Namen

gab. Für den künftigen Sitz des

Verwaltungsgerichts gehe man mit

dem heutigen Tag in die Planung,

sagte Behrendt. Er hoffe, dass die

Bauarbeiter im nächsten Jahr anrücken

können.

Für das Verwaltungsgericht in der

Kirchstraße, das nicht dem Land gehört,

muss Berlin jeden Monat

1,43 Millionen Euro Kaltmiete zahlen,

hinzu kommen eine Million

Euro Betriebskosten. Perspektivisch

sei geplant, Anmietungen für Justizgebäude

aufzugeben, sagte Behrendt.

Geplant sei nach dem Einzug

des Verwaltungsgerichts in das Kathreiner-Haus

auch, das Kriminalgericht

in Moabit Stück für Stück zu sanieren

und modernisieren.

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glückliches Miteinander freut!

Agt. Neue Liebe: t 2815055

Anja ,Anf. 50J., natürl. Wesen,

lacht u. kuschelt gern, hat keine

Lust auf Abenteuer, sucht ehrl.

Beziehung mit bodenständigem

Mann. HERZBLATT-BERLIN:

t 20459745

Lucia, bezaubernde Polin, 60+,

hübsche Figur, hat Herzenswärme,

kulturinteressiert, sehr

jung geblieben, mö. mit einem

Mann glücklich werden! Singlecontact

Berlin: t 2823420

Sylvia, kl. Witwe, 73 Jahre, weibliche

Rundungen, modern,

möchte f. den „Einen“ da sein,

dem sie Liebe u. Geborgenheit

schenken darf. Glücksbote:

t 27596611

Auch Medizinerinnen wollen küssen…

Patricia, 59, eine Frau mit

Lebensart, attraktiv, su. Ihn,

ohne große Altlasten u. Probleme,

lebenslustig u. ehrlich! Agt.

Neue Liebe: t 2815055

Mit 80zualt für die Liebe? Nette

Witwe, angen. Ä., su. Ihn! HERZ-

BLATT-BERLIN: t 20459745

Achtung: Schöne Frau Vera, 69,

die es nie gewohnt war, auf

„Männersuche“ zu gehen! Sie

hat ihr Leben gut im Griff u.

glaubt fest an eine 2. Chance!

Singlecontact Berlin:

t 2823420

Ab jetzt wieder zuzweit! Sie, 64,

Akademikerin, fast in R., eine

sehr aparte Frau, mag Ruhe u.

Geselligkeit, su. Mann für die

Zukunft ohne einzuengen!

Glücksbote: t 27596611

Gabriele, Mittsechzigerin, 1,60,

zierlich, kocht gerne u. gut, e.

Frohnatur, w. sich liebevollen

Partner mit Herz und Humor.

HERZBLATT-BERLIN:

t 20459745

Thi, 52, süße Asiatin, schlanke Figur,

fröhl. Wesen, möchte einen

Mann glücklich machen.

Glücksbote: t 27596611

er sucht sie

Freue mich auf ein gemeinsames

Leben u. wünsche mir Harmonie

an der Seite einer Frau, Alter

ist für mich unwichtig –nur die

Chemie muss stimmen. Bin

71/184, volles grau-meliertes

Haar, war selbständig, liebe

Klassik bis Rock, spiele Schach,

bin ein Naturmensch u. Gartenfreund

mit handwerkl. Händen,

die gern zupacken. Mag Seen u.

Wälder, schwimmen, Rad u.

PKW. Agt. 60 plus, Tel.

t 89 04 94 51

Spontaner, humorvoller Witwer,

77/185, Angestellter a. D., bin

grau meliert mit blauen Augen,

mag gern blonde Haare (muss

nicht sein), nur unkompliziert

sollten sie sein, so wie ich. Bin

interessiert an Technik, Spaziergänge

in ruhiger Natur,

gern am Meer, mag schnorcheln,

schwimmen, habe gesegelt

u. hoffe noch erfüllte Jahre

der Gemeinsamkeit zu erleben.

Agt. 60 plus, Tel. t 89 04 94 51

Antiquitätenhändler, 77, bin auf

der Suche nach meiner Partnerin,

mit der ich alles Schöne

u. Interessante noch erleben

möchte, was uns das Leben bieten

kann. Da wir finanziell gut

gestellt u. unabhängig, geistig

sehr beweglich, unternehmungslustig

sind, können wir

gemeinsam planen u. gestalten.

Agt. 60 plus, Tel. t 89 04 94 51

Charmanter Mann Claus aus der

Schweiz, Ende 70/mittelgroß,

mit kleinem süßen Hund, mö.

tierliebe „Sie“ kennen lernen.

Singlecontact: t 2823420

Humor u.Lachfalten inklusive ...

Sympath. Akademiker, 72/180,

verw., schlank, gepflegt, su. auf

diese Wege niveauv. Frau, die

gemeinsam mit ihm lachen, reisen

u. genießen möchte. Das

Herz sowie die Sympathie entscheiden.

Nur Mut -auch mir

ist es nicht leicht gefallen. Agt.

60 plus, Tel. t 89 04 94 51

Gebildeter, belesener, akadem.

Senior, 76/178, liebe Frankreich,

die blühenden Lavendelfelder,

die Kultur, su. eine romantische

Frau für jetzt u. heute,

eine wirkliche ehrliche Gemeinsamkeit,

wo wir uns ergänzen

u. unsere Interessen

teilen können. Agt. 60 plus, Tel.

t 89 04 94 51

Lade gern eine Seniorin ein zum

Ausflug mit PKW, bin 80/178,

noch rüstig u. reiselustig, höre

gern Musik, mag Kino, basteln

(drechseln), liebe Gemütlichkeit,

lebe ein solides ausgewogenes

Leben, aber allein macht

alles keine Freude. Bin gespannt

auf unseren ersten Kontakt.

Agt. 60 plus, Tel. t 89 04 94 51

Georg, 69/1.79, promov. Akad.,

charmant, hat das Alleinsein

satt. Am Wochenende läuft er

gern durch die Stadt, geht gut

essen, auch mal ins Konzert,

aber man lernt niemanden kennen,

wagt 2019 den 1. Schritt für

ein 2. Glück. HERZBLATT-BER-

LIN: t 20459745

Werner, 76/177, gebildet, kultiviert,

Witwer m. lebendigen

Unternehmungsgeist, sucht

Freundin für gute Gespräche,

Theater und Kultur. Wagen Sie

ein Anruf? HERZBLATT-BER-

LIN: t 20459745

Thomas, 58/180, ein normaler,

gutmütiger u. einfühlsamer

Mann wünscht sich ganz normale

Partnerschaft, in d. man

auch die Tiefen teilt u. die Höhen

zu genießen weiß. HERZ-

BLATT-BERLIN: t 20459745

Stefan, 64/182, grau-meliertes

volles Haar, attraktiver Revisor,

seit 1 Jahr allein. Trotz guter

Freunde fühle ich mich sehr

einsam. Werden Sie anrufen,

damit wir uns kennen lernen?

Glücksbote: t 27596611

Lutz, 65/175, s. sympathisch,

freundl., lustig. Naturfreund, m.

F.S., der auch mit in die Oper

geht, möchte, vielleicht Sie,mit

s. Charme verzaubern. HERZ-

BLATT-BERLIN: t 20459745

Uni-Dozent (63), sucht Frau zum

Heiraten. o ZU4000153667

BLZ, PF, 11509 BLN

Liebe alte Häuser, Mauern u. Gebäude,

das ist mein Beruf,

68/183, noch voll im Berufsleben.

Bin ein humorvoller

Mensch, der gern genießt, gut

isst, reisefreudig, bin sportl.

Typ –Wassersport, Volleyball,

freue mich, eine gern fraul. Frau

kennen zu lernen. Agt. 60 plus,

Tel. t 89 04 94 51

Ehefrau weg – Hund weg! Wer

hilft bei Neuanschaffung?

Symp. Jurist, 63/1,83, ausgeglichen

u. lustig, figurbemüht u.

etwas sportlich, liebt Musik jeder

Art, kennt Theater nicht nur

von außen, will nicht auf Zufälle

warten! Agt. Neue Liebe:

t 2815055

Dipl. Kaufmann, 66/188, wü. sich

liebevolles Miteinander, durchtanzte

Nächte, Kriminalabende

zu zweit, kochen, Ausflüge in

andere Städte, segeln u.v.m..

Und jetzt fehlst Du, die Frau

meines Lebens, sportl., aufgeschlossen.

Agt. 60 plus, Tel.

t 89 04 94 51

Er, 49/1,83, Geschäftsführer,

sportl.-muskulös, modisch, volles

Haar mit melierte Schläfen,

charmant u. zuverlässig, mag

Kultur, Musik, fährt Rad, mag

Wassersport, Hobbykoch, hat

das Alleinsein satt. „Sebastian“

Agt. Neue Liebe: t 2815055

Er, 71/1,80, promov. Wissenschaftler,

verw., unternehmungslustig,

hat das Gefühl,

jetzt ist der Zeitpunkt richtig,

eine Partnerin für die Freizeit u.

evtl. mehr zu finden! Singlecontact:

t 2823420

Liebst du Spaziergänge? Gehst

Du gerne tanzen? Magst Du die

Natur und endlose Gespräche?

Dann bin ich, Franz, 67/1,79,

bestimmt der Richtige f. eine

Freundschaft. Glücksbote:

t 27596611

Dynamische 60/1.88, Andre, ein

großer charmanter Kuschelbär,

mit Herz, großzügig im Denken

u. Handeln, Ing., mag Kultur,

Tanz, Reisen, hat Familiensinn,

su. natürl. „Sie“ bis ca. 62 J.

Glücksbote: t 27596611

Er,53/1.85! Alex, öfftl. D., mit Sinn

für Kultur, Reisen, schönes

Wohnen, hat dunkles Haar,

blaue Augen, familiär, su. lebensbejahende

Partnerin. Hab

Mut! Glücksbote: t 27596611

Peter, 70/184, ein charmanter Kavalier,

gebildet, wünscht s. liebevolle

Freundin f. gemeinsame

Unternehmungen, ohne zusammen

ziehen.

t 27596611

Glücksbote:

DieFreunde haben erfolglos im Internet

gesucht –ich versuche

es hier: Christoph, 59/ 1,90, Angest./Akad.,

schlank u. zuverlässig,

hat das Alleinsein satt.

Ihm fehlt die Nähe einer Frau,

Gespräche, zusammen planen.

Agt. Neue Liebe: t 2815055

Mann mit Profil, 67 –ein Kunstliebhaber

u. Naturfreund aus

dem med. Bereich, mit Blick für

alles Schöne. Welche Frau mit

Lebensstil hat wieder einen

Platz in ihrem Herzen frei für

einen einfühlsamen Mann? Agt.

60 plus, Tel. t 89 04 94 51

Stefan, 56/1.83, ltd. Angest., gut

aussehend, hat ein schönes Zuhause,

liebt Konzerte, die Ostsee

u.v.m., mö. Liebe u. Geborgenheit

verschenken, sucht

„Sie“, etwas sportlich, passenden

Alters. HERZBLATT-BER-

LIN: t 20459745

Du liebst das Meer, Sonne, Musik

u. Freunde einladen, bist aber

allein? Das ändern wir! Fröhlicher

Qualitätsmanager Steffen,

hat viele Interessen, 53/1,84,

sieht gut aus (sagt man), mag alles,

außer Ärger u. Streit). Agt.

Neue Liebe: t 2815055

Charmanter Mann, 69, Steuerberater

in Pension, ein ruhiger u.

sympath. Mann, belesen u.

weltoffen, NR, mag Reisen u.

Natur, mö. zu zweit das Leben

genießen. Singlecontact:

t 2823420

Arthur, gesunde 78 J., stolze 1,81,

unternehmungslustig, flexibel

und heiter, wünscht sich

Freundin bei getr. Wohnen.

Zum Glück fehlt nur ein Anruf!

Glücksbote: t 27596611


16 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Mo–Fr10–16 Uhr

(030) 63 33 11-457

Wegen der großen Zahl der Zuschriften

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Einladung zur Lesung mit

Nils Binnberg über Diätwahn

Keine Kohlenhydrate, kein Weizen,

keine Milch –der Journalist und Autor

Nils Binnbergfolgte jahrelang wie

besessen den Regeln diverser Diätgurus

und erkrankte an Orthorexie,

dem Zwang, gesund zu essen. Darüber

hat er ein

Buch geschrieben

(„Ich habe es

satt –Wie uns Ernährungsgurus

krank machen“,

Suhrkamp). Am

12. Juni um 19

Uhr stellt Binnberg

es im

Nils Binnberg Newscafé des

Dumont Berliner

Verlags vor. Zu der Lesung mit anschließendem

Gespräch, an dem

auch der Ernährungspsychologie-

Professor Christoph Klotter von der

Hochschule Fulda teilnehmen wird

und das Jochen Arntz, Chefredakteur

der Berliner Zeitung, moderiert, laden

wir Sie, liebe Leser, herzlich ein.

Unter den Gästen der Lesung verlost

die Berliner Zeitung am Veranstaltungsabend

15 Bücher.

BegrenztePlatzanzahl, kostenfrei, Anmeldung

erforderlich:https://dumontberlin.eventbrite.de

BLZ/WÄCHTER

Die Hautfarbe lässt sich

deutlich schwerer wechseln

Politik: „Es ist gefährlicher geworden,

sich als Jude zu erkennen zu geben“

von Anja Reich

(28. Mai)

Sicher ist es traurig, nicht überall mit

der Kippa laufen zu können, ohne

beleidigt oder angegriffen zu werden.

Das ist eine Schande für unser

Land. Ich habe Gastwissenschaftler

und Doktoranden, z. B. aus SriLanka

oder Westafrika, die in Hohenschönhausen

von Kurzhaarträgern angerempelt,

in der S-Bahn bespuckt

oder gar angegriffen werden. Die

Kippa kann man absetzen, die Hautfarbe

lässt sich da deutlich schwerer

wechseln. Wo bleibt ein/e Rassismusbeauftragte/r?

Warum nur ein

Antisemitismusbeauftragter?

Cornel Adler,Berlin-Steglitz

Der Berliner Notarzt Tankred Stöbe ist auch für die Organisation Ärzte ohne Grenzen tätig.

Warum wehrt sich die Welt nicht dagegen?

Magazin: „Haben Sie nie Angst? Der Berliner Notarzt Tankred Stöbe warin

den vergangenen Jahren mit Ärzte ohne Grenzen in allen großen Krisengebieten

der Welt“ von Annett Heide

(25. Mai)

Herzlichen Dank für den Artikel über einen Arzt vonhoffentlich vielen.

Er ist sehr berührend! Es wurde auch viel über Flüchtlinge geschrieben,

über die Ursachen der Flucht aber kein Wort!Die Flüchtlinge sind zum

größten Teil aus ihrer Heimat geflohen, weil dort Krieg ist. Kaputte

AKK soll zurück in ihr altes Micky-Maus-Land

Titel: „Die Pannen der CDU-Chefin“

von Daniela Vates

(29. Mai)

DiePannenserie vonAKK wächst rapid.

Sie ist jetzt gegen YouTuber, gegen

Meinungsfreiheit und sollte ins

Grundgesetz schauen. Dem Amt als

CDU-Chefin ist sie nicht gewachsen

und sollte schnellstens zurücktreten.

Zurück in ihr altes Micky-Maus-

Land (Saarland), wo sie gut aufgehoben

ist, und dorteinen neuen Jobsuchen

–als Präsidentin der Karnevalsgesellschaft.

Vinod Talgeri, Bietigheim

Da hat die CDU wohl die Zeit verschlafen

und mit AKK jemanden von

vorgestern aufgestellt. Jetzt will Frau

AKK auch noch den Meinungsfluss

reglementieren, der die anachronistische

Politik der CDU, die nur den

Reichen nutzt, offenbart. Klimaschutz,

Digitalisierung und vorallem

Verteilungsgerechtigkeit sind eben

nicht Kernthemen der Union. So

wird das nichts, und das ist sicher

auch gut so.Gleiches gilt für die SPD,

die sich ja schon lange nicht mehr im

Jetzt bewegt und stattdessen am

Schröder’schen Unsinn herumflickt

und doch nicht zur Erkenntnis

kommt, mit der Agenda 2010 ihre

treuen Wähler vergrault zu haben.

Traurig nur, dass all das einer Partei

zugute kommt, die noch gestriger ist.

Christian Schäler,per E-Mail

Diese Europawahl wurde durch die

Massenhysterie Umweltschutz, die

den Grünen zu Gute kam, gepaart

mit dem Ausspielen von Alt gegen

Jung, getragen. Auch die AKK-Äußerung

ist Meinungsfreiheit, oder dürfen

Politiker keine Meinung haben?

Wenn jedoch Youtuber einseitig die

Wahl beeinflussen, ist das noch Meinungsfreiheit

oder illegale Wahlwerbung

für andereParteien? Wenn hier

keine klare Regeln gesetzt werden,

wird bei der nächsten Wahl der

Wahlkampf nur noch im Internet

ausgetragen. Hass und Fake werden

ausufern. Sicherlich kann keiner die

PAULUS PONIZAK

Städte, keine Arbeit, Hunger. Schuld daran sind die Waffenexporte in

diese Länder,Exporte aus den USA, aus Russland, China und Deutschland.

Wenn es diese Geschäfte, bei denen Millionen verdient werden,

nicht gäbe,würden sehr viele Kriege nicht stattfinden. Warummüssen

dieWaffenproduzenten die materiellen Schäden, die durch ihreWaffen

verursacht werden, nicht bezahlen? Warum wehrt sich die Welt nicht

dagegen?

Klaus Kulawik, per E-Mail

digitale Welt aufhalten. Aber Regeln

wie beim Fußball, die dann für alle

verbindlich sind, werden dringend

gebraucht. Oder ist kulturvoller Umgang

miteinander ein Auslaufmodell?

Rose Konrad, per E-Mail

Beharrungsvermögen

an der falschen Stelle

Politik: „Europawahl 2019: der EU-

Kommissionspräsident Günter Oettinger

(CDU) über die Versäumnisse seiner

Partei“ von Daniela Vates

(28. Mai)

Oettinger will alle Veränderungsbemühungen

auf den Sankt-Nimmerleins-Tag

verschieben. Wenn er

meint, Alleingänge machten keinen

Sinn, drückt er damit aus, dass sich

doch erst alle europäischen Staaten

einigen sollten, bevor man zum

Thema Klima sinnvoll handeln

könne. Ein großer Irrtum. Es zeugt

vonBeharrungsvermögen an der falschen

Stelle.Natürlich kann auch ein

Staat eine Vorreiterrolle einnehmen.

Aber wer stets auf den anderen wartet,

tut zu wenig, um sich später den

Vorwurf ersparen zu können, man

hätte es besser wissen müssen.

Rüdiger Schlagowski, Berlin-Pankow

Weil die meisten lieber

quatschen als machen

Meinung: „Nackt im Tiergarten“ von

Katja Berlin (27. Mai)

Fleischkonsum und Klimaschutz zu

fordern – beides ist möglich und

gang und gäbe,scheinheilig und unglaubwürdig.

Wo anfangen, wenn

nicht bei sich selbst? Weil die meisten

lieber quatschen als machen,

brauchen wir ganz schnell eine ganz

strenge Umsetzung der neuen Klimareligion

–und zwar vonoben.

Wenn wir alle so weitermachen

wie bisher, werden wir uns schon

ganz bald nackt im Tiergarten treffen.

Tamara Wörner,per E-Mail

Susanne Dübber

will wissen, was Sie denken.

Es ist geschafft! Unsere Leserin

Gerda Berninghaus aus Prenzlauer

Berg kann nach über drei Monaten

nun endlich wieder warm duschen

und ihre Wohnung heizen!

Mehrfach hatte ich über ihren Ärger

mit Handwerkernberichtet.

Es ist kaum zu glauben, was sie erlebte.Vor

rund 1,5 Jahren war in ihrer

Wohnung eine neue Gastherme zur

Wassererhitzung und Heizung der

Einzimmerwohnung installiert worden.

Obwohl eine Fachfirma, die

auch in der Handwerkerrolle bei der

Innung Sanitär, Heizung, Klempner

eingetragen ist, die Arbeiten ausführte,

nahm der Schornsteinfeger

sie mehrfach nicht ab.Der Streit unter

den HandwerkernführteEnde Januar

dazu, dass die Anlage überhaupt

nicht mehr betrieben werden

durfte. Das Bauamt legte sie wegen

Lebensgefahr für die Mieterin still.

Gerda Berninghaus saß monatelang

frierend in der Wohnung, eingewickelt

in Wolldecken.

Eine furchtbareSituation. Sieverbesserte

sich über Wochen nicht,

denn der Streit der Handwerker ging

immer weiter. Ich konferierte mehrfach

mit dem Bauamt, das nun die

missliche Lage der Mieterin sehr genau

beobachtete. Zwangsmaßnahmen

wie eine Geldzahlung schlugen

fehl, da Einspruch eingelegt wurde.

Die regelmäßigen nachdrücklichen

Forderungen des Bauamtes fruchteten

aber schließlich.

„Nachdem der Monteur der Anlage

Mangelbeseitigungsmaßnahmen

durchgeführtund die Abnahme

erneut angezeigt hat, fand nun ein

neuer Vor-Ort-Termin statt“, teilte

mir Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn

(Grüne) jetzt mit. „Dabei konnte

nach der nunmehr vollständigen

Ausführung der Mangelbeseitigung

durch den Monteur die Abnahme

der Abgasanlage/Gaskombitherme

erfolgen. Die Anlage wurde in Betrieb

genommen. In der Wohnung

kann damit eine Beheizung und

Warmwasserbereitung erfolgen.“

Wasfür eine Erleichterung! Gerda

Berninghaus kann sich allerdings

noch nicht richtig freuen. „3,5 Monate

wurde von den Handwerkern

an einer Entlüftung meines

Innenbades gewerkelt. Die

gesamte Situation, der Ärger

und die Kälte haben mir sehr

zugesetzt. Ich habe bei der

Polizei Strafantrag wegen

Körperverletzung gegen den

Vermieter gestellt. Hoffnung

auf Erfolg machte mir diePolizei

nicht. Ich möchte aber

ein Zeichen setzen, da ich

unter großen gesundheitlichen

Schäden leide.“

BLZ/REEG

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute teilen sich Sonne und Wolken den Himmel, und die Höchstwerte erreichen

24 bis 27 Grad. Der Wind weht schwach aus West. In der Nacht

funkeln bei einigen wenigen Wolken verbreitet die Sterne. Die Temperaturen

belaufen sich auf 15 bis 11Grad.

Biowetter: Menschen, die zuKopfweh

und Migräne neigen, müssen

mit einem erhöhten Risiko von Beschwerden

rechnen. Die kühlen

Morgenstunden begünstigen das

Auftreten von Rheumaschmerzen.

Pollenflug: Derzeit fliegen Pollen

von Sauerampfer, Spitzwegerich

und Gräsern mäßig bis stark, Roggen-,

Linden-, Kiefern- und Brennnesselpollen

schwach bis mäßig.

Gefühlte Temperatur: maximal 27Grad.

Wind: leichter Wind aus West.

Wittenberge

12°/26°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

13°/25° 15°/27°

Luckenwalde

13°/26°

Cottbus

13°/27°

Sonntag

Montag

Dienstag

heiter sonnig wolkig

16°/31° 18°/31° 19°/30°

Prenzlau

13°/24°

Frankfurt

(Oder)

13°/26°

Zwischen dem Tief über Nordeuropa und dem Höhentief über der Adria setzt

sich von Südwesten zunehmend Hochdruckwetter durch. Dieses bringt reichlich

Sonnenschein und sommerliche Wärme nach Mitteleuropa. Über Südosteuropa

bilden sich viele Schauer und Gewitter. Über weiten Teilen Skandinaviens ist es

trüb und nass.

Sylt

11°/22°

Hannover

11°/25°

Köln

13°/28°

Saarbrücken

13°/27°

Konstanz

11°/25°

Hamburg

12°/22°

Erfurt

13°/24°

Frankfurt/Main

13°/28°

Stuttgart

13°/27°

Rügen

13°/22°

Rostock

13°/21°

Magdeburg

14°/26°

Nürnberg

13°/28°

München

11°/25°

Dresden

14°/25°

Deutschland: Heute wechseln sich

häufiger Sonnenschein und ein paar

Wolken am Himmel miteinander ab.

Dabei werden während des Tages

21 bis 28Grad erreicht, nachts

kühlt es dann auf 16 bis 10Grad ab.

Der Wind weht nur schwach aus

West. Morgen erreichen die Temperaturen

26bis 32 Grad. Dazu ist es

vielerorts sonnig oder heiter. Nur selten

ziehen Wolken durch. Der Wind

weht nur schwach aus südöstlichen

Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 12°-15°

Nordsee: 12°-15°

Mittelmeer: 17°-27°

Ost-Atlantik: 14°-19°

Mondphasen: 03.06. 10.06. 17.06. 25.06.

Sonnenaufgang: 04:49 Uhr Sonnenuntergang: 21:19 Uhr Mondaufgang: 04:14 Uhr Monduntergang: 18:50 Uhr

Lissabon

32°

Las Palmas

28°

Madrid

32°

Reykjavik

12°

Dublin

18°

London

26°

Paris

28°

Bordeaux

32°

Palma

26°

Algier

28°

Nizza

24°

Trondheim

14°

Oslo

18°

Stockholm

17°

Kopenhagen

18°

Berlin

27°

Mailand

30°

Tunis

25°

Rom

24°

Warschau

23°

Wien

25° Budapest

27°

Palermo

21°

Kiruna


Oulu

14°

Dubrovnik

22°

Athen

29°

St. Petersburg

19°

Wilna

21°

Kiew

25°

Odessa

28°

Varna

26°

Istanbul

27°

Iraklio

26°

Archangelsk

17°

Moskau

22°

Ankara

29°

Antalya

33°

Acapulco 34° wolkig

Bali 34° heiter

Bangkok 34° wolkig

Barbados 28° Regen

Buenos Aires 17° bewölkt

Casablanca 31° sonnig

Chicago 25° Gewitter

Dakar 28° heiter

Dubai 39° sonnig

Hongkong 32° wolkig

Jerusalem 36° heiter

Johannesburg 18° wolkig

Kairo 37° sonnig

Kapstadt 19° wolkig

Los Angeles 19° heiter

Manila 36° bedeckt

Miami 33° Gewitter

Nairobi 26° wolkig

Neu Delhi 46° heiter

New York 27° wolkig

Peking 29° bewölkt

Perth 26° heiter

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 29° heiter

San Francisco 23° sonnig

Santo Domingo 32° heiter

Seychellen 30° Gewitter

Singapur 34° wolkig

Sydney 18° wolkig

Tokio 29° wolkig

Toronto 19° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 – S eite 17

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Berlin

AM WOCHENENDE

Wilde Weite:

Ein Ausflug in die Uckermark

Schönes Wochenende Seiten 18 und 19

Schwingende Stöcke:

Nordic Walking im Test

Berlin bewegt sich Seite 20

Sake in

der Sauna

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Ich habe mir sagen lassen, in

Japan sehen die besten Restaurants

nicht immer so aus, wie

wir es hier als typisch japanisch

kennen. Oft liegen sie versteckt in

den oberen Etagen von Bürogebäuden

oder unter der Erde in Tiefgaragen.

Siesind nur über Fahrstühle erreichbar,ähneln

in ihrer Einrichtung

kitschigen Themenparks oder sind

einfach nur ziemlich hässlich. Jedenfalls

ist es selten das klare und lichte

Design, das wir gernmit Japan assoziieren.

DasZenkichi in Berlin ist daher

wohl ziemlich authentisch. Es

liegt im Keller eines Bürokomplexes

seitlich vomFriedrichstadtpalast.

Als ich die Kellerstufen

zum Zenkichi

hinabsteige, fühle

ich mich, als würde

ich eine etwas dubiose

Saunalandschaft

betreten. Es

ist ziemlich dunkel

hier und sehr verwinkelt,

und es

riecht nach ätherischen

Ölen. Die

Gänge,durch die die

Gäste in Separees

geführtwerden, sind

mit schwarzen Steinen ausgelegt.

Bambusrollos trennen die Separées

vomRest des Lokals.

Das alles ist nicht unbedingt

schön, aber definitiv ein Erlebnis,

und ich frage mich, warum ich noch

nie hier war.Das Restaurant existiert

schon seit 2015, es ist ein Ableger des

gleichnamigen Restaurants in New

York, eröffnet von der Japanerin

Motoko Watanabe und ihrem israelischen

Mann Shaul Margulies.

DasZenkichi in Berlin ist ein Phänomen.

Obwohl es die wenigsten

Berliner kennen, ist es gut besucht.

Diemeisten Gäste sind Foodies,Exil-

Japaner und Touristen, die das Lokal

gezielt ansteuern. Denn kaum ein

anderer Hauptstadt-Japaner zelebriert

sopur die Lehre: kein Sushi,

kein Wein, kein Deutsch –dafür ein

zeremonielles, von Proteinen hin zu

Kohlenhydraten aufbauendes Omakase-Menü.

Dazu feinster Sake, gekühlt

eingeflogen aus japanischen

Mikro-Brauereien und ausgewählt

voneiner eigenen Sake-Sommelière.

Die serviert zur Einstimmung einen

in Champagnermethode ausgebauten

Sake namens Kikuizumi

Hitosuji, erist unglaublich feinperlig,

hat eine elegante Süße, soetwas

habe ich noch nie gekostet. In Japan

werdeSake passend nach Saison angeboten,

erklärtdie Sommelière, der

Trend gehe derzeit zu perligem Sake

mit ausgeprägten Aromen. Ich bekommezum

ersten Maleine Ahnung

von der Vielfalt dieses Produkts. Inzwischen

habe ich mich an das sehr

AUFGETISCHT

Tina Hüttl

warimZenkichi.

sparsame Licht und die etwas nervigen

Jazztöne gewöhnt, die, wie ich

erfahre, traditionell gehobene japanische

Restaurants von Tokio bis

New York beschallen. Dann beginnt

mit dem achtgängigen Frühlingsmenü

eine regelrechte Reise durch

das traditionelle Japan. DieVorspeisen

werden als Quintett serviert, es

geht von den hauchzarten Aromen

eines in Kombu gebeizten Wolfsbarsch-Sashimis

über zu knackigen

Lotuswurzeln, die mit einer feinen

Eigelb-Essigsauce beträufelt sind.

Hinzu kommt ein Tartar aus Hokkaido

und Jakobsmuschel und kleine

angeflämmte und in Miso mari-

Oranienburger

Tor

MITTE

Friedrichstr.

nierte Frischkäse-

Taler.

Das Sashimi, das

folgt, ist ein Denkmal

an die Meerestier-Zubereitung:

Wie marmoriert

durchzieht das Fett

das Tunfisch-Filet,

das am Gaumen

schmilzt und mit einem

braunen, sanften

Wasabi gegessen

wird, das nicht aus

Pulver angerührt,

sondern frisch aus der Wurzel zubereitet

wird. Undselten habe ich eine

so perfekte Softshell-Krabbe in Tempura

genossen, bei der jedes Krabbenteil

saftig war und sich geschmacklich

unterscheidet. Brillant

auch das Kalbs-Shabu-Shabu in Premium-Sake

pochiert und der hausgemachte,seidige

Tofu zum Löffeln.

Natürlich kann man das alles

auch àlacarte bestellen und auf das

zugegeben teure Menü verzichten.

Doch es wäreein Fehler,weil ein Besuch

im Zenkichi fast einen Besuch

in Tokio ersetzen kann. Viel mehr

kann ein japanisches Restaurant

kaum leisten.

Zenkichi Johannisstr. 20, Mitte. Geöffnet

Mo–Sa 18–24 Uhr (Küche bis 22.30Uhr)und So

17.30–23.30Uhr (Küche bis 22 Uhr)

Vorspeisen 4,50–11 Euro,Hauptgerichte

9–26 Euro,Desserts 7Euro, 3-Gänge-Menü

45 Euro,8-Gänge-Menü 70 Euro,8-Gänge-

Gourmetmenü 105Euro

Linienstr.

Zenkichi

Johannisstr.

Ziegelstr.

Auguststr.

Oranienburger

Str.

50 m

BLZ/HECHER

Kaum ein anderer

Hauptstadt-Japaner zelebriert so pur

die Lehre: kein Sushi, keinen Wein,

kein Deutsch!

Familienausflug

Langsamkeit ist

keine Schmach

VonBarbaraWeitzel

Fips, der Nasenbär,will so gerne fliegen.

BELTZ &GELBERG

Rutti Berg wäre gerne eine Königin.

Sieist aber eine Bäuerin. Also

tauscht sie ihreKuh gegen eine Krone

und wünscht sich ein Schloss. „Fips

der kleine Nasenbär“ will hingegen

nichts lieber als fliegen. Ob es ihm mit

Hilfe seiner Freunde gelingen wird,

kann man im gleichnamigen Buch

von Sybille Hein erfahren. Sie hat

auch„Rutti Berg“geschrieben.

Um Freundschaft geht es ebenfalls

in Nina Hundertschnees Reihe

„Knuddelfant und Lenny“. Alle Geschichten

zeigen: Ohne jemanden

an der Seite, der fest und treu zu einem

hält, wäredas Leben kaum auszuhalten.Wieein

Leben ohne Bilderbücher.

Wie ein Leben ohne Buchhandlungen.

Gleich drei vonihnen –

Friebe,Wollschläger,Lust am Lesen –

feiern am Sonnabend zusammen

ein großes Bilderbuchfest. Dort lesen

(und singen!) unter anderem Sybille

Hein und Nina Hundertschnee

–welche ihrer Geschichten, ist eine

Überraschung. Neben weiteren Lesungen

gibt es ein Clown-Theater,

HipHop- und Zumba-Dance und

natürlich Bücher ohne Ende. Zwischen

20 Ständen kann man in aller

Ruhe schlendern. Denn wie uns Sybille

Heins „Prinz Bummelletzter“

gelehrt hat: Langsamkeit ist keine

Schmach. Manchmal bekommt der

die Prinzessin, der die Ruhe weghat.

LiLa Bilderbuchfest auf dem Ferdinandmarkt,

Ferdinandstr.34/35, LichterfeldeOst.So

10–16 Uhr,Eintritt frei


18 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Schönes Wochenende

WARENKUNDE

FUNDSTÜCKE

VonKirsten Herrmann

Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?

Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de

VonBettina Cosack

IMAGO/ZUMA PRESS

MARKTHALLE NEUN

Wie nützlich ist eine

Flasche aus Bio-Plastik?

Alles bio,alles gut? Können wir die Welt noch retten, wenn

wir uns der Natur gegenüber anständig benehmen? Nicht

mehr mit dem Flugzeug reisen, viel mehr radeln, anders heizen,

mit Vernunft konsumieren, essen, trinken? Maßhalten?

Alles bio,alles gut? Neulich landete ein kleines Paket auf

meinem Schreibtisch, in dem eine Flasche mit dem Namen

Be-o-Bottle lag. DieFlasche kam aus Holland, im Anschreiben,

verfasst vonWouter Moekotte,dem Mitgründer der Firma

BE O, hieß es,eshandele sich um eine wiederverwertbare

Wasserflasche aus Bio-Plastik, und mit ihr könne ich eine ölplastikfreie

Revolution erleben. Hm, dachte ich, Revolution

klingt super,mal ausprobieren.

DieFlasche,imInternet unter avocadostore.de für 14,95

Euro zu erwerben, ist milchig-weiß, es gibt sie aber auch in

Schwarz. Sieist extrem leicht und recht schick, sie fasst 500 Milliliter

Flüssigkeit und kann, wenn sie denn leer ist, in drei Teile

zerlegt werden, sodass man sie wunderbar verkleinertinjedem

übervollen Küchenschrank unterbringen kann. Dasist gut.

Wasist nun (angeblich) so revolutionär an dieser Flasche?

Siebesteht aus biobasiertem Plastik. Oder genauer:Sie ist zu

94 Prozent aus Plastik aus Zuckerrohr,einem nachwachsenden

Rohstoff, hergestellt worden beziehungsweise aus dem

Bioethanol, das aus Zuckerrohrflüssigkeit entstanden und

nachhaltig verarbeitet worden ist. „Dies ist der Beginn eines

neuen Standards.Wir lassen Öl, wo es hingehört, tief unter der

Erde“, schreiben die Macher.Das ist gut, aber nicht ganz so

großartig, wie es sich zunächst einmal anhört.

DieIdee,Bio-Plastik herzustellen, ist nicht neu, sondernrecycelt.

So ist es auf derWebsite des Umweltbundesamtes zu lesen.

Bisindie 30er-Jahreseien Kunststoffe fast ausschließlich

aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt worden, heißt es

dort. „Erst seit Ende des Zweiten Weltkriegs nutzt man in der

Kunststoffherstellung fossile Rohstoffe wie Erdöl oder Erdgas.“

Undweil diese knapp werden und dem Klima schaden, setzt

man jetzt wieder auf Bio-Kunststoffe.

Wiesieht die Ökobilanz vonBio-Plastik aus? DieErdölvorräte

werden geschont, das stimmt. Undbei der Herstellung wird

CO 2 eingespart. DerAnbau der neuen, alten Plastik-Rohstoffe –

Mais,Kartoffeln oder Zuckerrohr –bringe aber neue Probleme

mit sich, schreibt das Umweltbundesamt. Es wirdDiesel bei der

Ernte verbraucht, es werden Düngemittel eingesetzt, Pestizide

vielleicht. Und: Bio-Plastik wirdinFabriken hergestellt, logisch.

Aufden eigenen Komposthaufen sollte man Bio-Plastik übrigens

auch nicht werfen. Dasdauertmit dem Zersetzen.

So viel zum Stand der Revolution. Sagen wir mal: Es geht

voran. Einen Vorteil der Be-o-Flasche,die ich durchaus liebgewonnen

habe,möchte ich noch erwähnen: Sieriecht nicht

nach Plastik. Sieriecht nach überhaupt gar nichts.

Café

Kaffee zum

Geburtstag

Seit fast einem Jahr nehme ich mir nun schon vor, den ersten

europäischen Laden des Café-Franchise Arabica Coffee in

der Reichenberger Straße in Kreuzberg zubesuchen. Als ich

das erste Malvon dem Café hörte,schwärmte mir eine Freundin

vom Grilled-Cheese-Sandwich dort vor. Bald erfuhr ich,

dass dortaber –wie der Name schon andeutet –besonders der

Kaffee zelebriert wird. Auf die Produktionsbedingungen bis

hin zur Röstung und vor allem die Zubereitungsart wird hier

großen Wert gelegt. Fast schon hatte ich mein Vorhaben vergessen,

eines der gefeierten Sandwiches und den Kaffee zu

probieren, als mich die Ankündigung zum Café-Geburtstag

daran erinnerte. AmSonntag nämlich lädt Arabica Coffee zur

ersten Geburtstagssause –meine Chance! Neben dem üblichen

Angebot wird eszur Feier des Tages außerdem chinesische

Nudeln, veganes Eis, Wein und Craft Beer geben.

Arabica Birthday Party Reichenberger Straße 36,Kreuzberg,

So 12.30–22 Uhr,Eintritt frei

Festival

Radeln for

Future

Seit 1995 findet das Berliner Umweltfestival schon statt und

lockt in jedem Jahr etwa 70 000 Menschen auf die Straße

des 17. Juni. Zwischen Brandenburger Torund Großem Stern

werden am Sonntag wieder mehr als 200 Stände und eine

große Bühne aufgebaut. Hier geht es um die Themen Umweltund

Naturschutz und vorallem darum, sich in der Natur zu bewegen

und sie besser kennenzulernen. Waszum Beispiel gibt

es Neues in der Welt der Fahrräder? Oder:Wie funktioniertein

Bienenvolk? Kinder dürfen im Heutoben, mit natürlichen Farben

auf Gemüsebasis malen und auf dem Wasserspielplatz

planschen. Im Rahmen des Festivals findet außerdem die alljährliche

Sternfahrtstatt, bei der am Sonntag Tausende Radler

als weltweit größte Fahrraddemo aus allen Richtungen auf das

Brandenburger Torzufahren werden.

UmweltfestivalamBrandenburger Tor Mitte,Sonntag 11–19 Uhr,

Eintritt frei

IMAGO/SNAPSHOT

Markt

Richtig in den Tag

starten

Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.Das wusste

schon Oma und hat es auch gern kundgetan. Grund genug,

es ein wenig zu zelebrieren und am besten abwechslungsreich

zu gestalten. Dasgeht am Wochenende richtig gut

in der Markthalle Neun in Kreuzberg. Dort ist es wieder so

weit, die Halle öffnet ihre Türen zum beliebten Breakfast

Market –wie seit kurzem anjedem ersten Sonntag des Monats.Obsüß

oder salzig, gegen Kater oder zur Stärkung nach

der Joggingrunde, das Angebot ist vielfältig –von der Auster

über süße Teilchen von Canal Berlin und koreanisches Bibimbab

von Son Kitchen bis zu Bloody Mary und Smoked

Barbecue von Big Stuff. Und selbst Schlafmützen wie ich

kommen dabei in den Frühstücksgenuss,oder zumindest an

ein schmackhaftes Mittagessen, denn der Markt hat langschläferfreundlich

bis 16 Uhrgeöffnet.

Breakfast Marketinder Markthalle Neun Eisenbahnstraße42/43,

Kreuzberg.Sonntag 10–16 Uhr, Eintritt frei

Stadtführer

Berlins

feminine Seite

Ich stöbere gern inStadtführern für Berlin. Die Tipps sind

nicht nur für Besucher spannend, auch ich finde darin immer

wieder Inspiration für Ausflüge am Wochenende,Restaurants,

die außerhalb meines üblichen Dunstkreises liegen,

oder kleine Läden, die ich sonst vielleicht nie entdeckt hätte.

Der Guide „Berlin for Women only“, gerade neu aufgelegt,

wurde von bekannten Berlinerinnen für Frauen aus der ganzenWelt

geschrieben. Das„nur für Frauen“ im Titel stößt mir

auf, und tatsächlich ist das Buch für alle gedacht, die gern in

Berlin essen, ausgehen, entdecken und –ganz wichtig –sich

erholen. Denn neben den üblichen Kapiteln über Restaurants

oder auch Kunst und Kultur widmen sich gleich zwei Teile des

Buches der Entspannung. Ich habe darin neben Bekanntem

auch einige neue Tipps entdeckt.

Berlinfor Womenonly vonBirte C. Sebastian und Nicole Adler,erschienenim

Brandstätter Verlag,208 S.,24Euro

KIRSTEN HERRMANN

WOHIN AM WOCHENENDE?

Besuch in

Berlins

13. Bezirk

Eine abenteuerliche Reise

in die wilde, weite

Uckermark und speziell ins

Hipsterdorf Gerswalde

VonIda Luise Krenzlin

Berliner lieben es, amWochenende

ins Grüne zu fahren. Seen,

Wälder, Fahrradwege, das Berliner

Umland bietet unüberschaubar viele

Ausflugsziele. Ein großer Sehnsuchtsort

ist die wilde, weite Uckermark.

Dünn besiedelt, malerische

Dörfer, klare Luft. Im Frühjahr blühen

Apfel- und Kirschbäume um die

Wette. Zur Erntezeit stauben Mähdrescher

über die Felder.Meistens ist

man ganz für sich allein. Die Uckermarkist

riesig.

Es gibt einen Ort, der vonBerliner

Medien gerne als „Hipsterdorfinder

Uckermark“ oder sogar als „Berlins

13. Bezirk“ bezeichnet wird –Gerswalde.

Und dorthin fahren wir am

Wochenende. Schon abenteuerlich

ist die Anreise. Am verschlafenen

Bahnhof Wilmersdorf unweit von

Angermünde streunen Katzen über

den Vorplatz und vertreiben den Besuchern

schnurrend die Wartezeit

auf den Rufbus (vorher bestellen!).

Regional: Michael Wickerträuchertmit Holz aus Wäldernder Umgebung.

GUDATH

Dieser zuckelt auf leeren Landstraßen

über die Dörfer,durch Willmine,

Groß und Klein Fredenwalde. Am

Marktplatz von Gerswalde spuckt

der Bus schließlich seine Fahrgäste

aus.

Einmal wunderte ich mich, weil

eine größere Gruppe Japaner diese

Reise mit mir antrat. Es liegt an

AyumiSaito und SayuriSakairi, zwei

Japanerinnen, die in Gerswalde erfolgreich

das Café zum Löwen betreiben.

Auf dem Gelände der alten

Schlossgärtnerei bewirten sie am

Wochenende Gäste mit Onigiri, japanischen

Reisbällchen, Currys und

süßen Speisen. Besucher sitzen im

Palmenhaus, einem historischen

Gewächshaus,oder im wilden, weitläufigen

Garten. Auf Decken oder

windschiefem Mobiliar.

Der ehemalige Schlossgarten

wurde von Felix von Arnim im barocken

Stil angelegt. Familie vonArnim

ist ein märkisches Uradelsgeschlecht

und hat über Jahrhunderte die

Uckermark geprägt. Schloss Boitzenburg,

Schloss Suckow, Gut und

Schloss Gerswalde. Heute stehen

Höfe, Herrenhäuser und Schlösser

der Arnims für Besucher offen.

Im alten Heizhaus, einem ausgedienten

Backsteinfunktionsbau mit

imposantem Schornstein, befindet

sich eine Fischräucherei. Die Forellen

und Saiblinge stammen aus glasklaren

Seen, die von Binnenfischerei-Betrieben

aus dem Umland bewirtschaftet

werden. Der studierte

Fischereiwissenschaftler Michael

Wickert räuchert mit Holz aus benachbarten

Forsten. Alle Gerichte

sind somit regional und nachhaltig

zubereitet.

Seit Maifinden regelmäßig Workshops,

Konzerte und Ausstellungen

in Gerswalde statt. Bald wirdesauch

ein Gästehaus geben, für Besucher,

die über Nacht bleiben wollen. Sehenswert

ist auch die Feldsteinkir-


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 19

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Schönes Wochenende

STADT, LAND, MENSCH

Die große

Pause unter

Wasser

KOCHSTUNDE

Rezept der Woche

Gebratener Limonenseitling

Die Wahl-Berlinerin

Anna von Boetticher

ist eine der besten

Apnoetaucherinnen

der Welt. Und erklärt

anderen, wie man lernt,

Ruhe zu bewahren

VonAnne-Kattrin Palmer

PRESTEL

In ihrer Erinnerung ist es Sommer.

Daist das Schwimmbecken

daheim im wilden Garten.

Jede Minute verbringt

Anna von Boetticher als kleines

Mädchen im Pool. Es ist ihr Ozean.

Sie setzt ihre Taucherbrille auf,

nimmt einen tiefen Atemzug und

taucht unter.Immer länger hält sie es

aus. Die Arme werden schwer, die

Beine ebenso.Alles in ihr will atmen.

Sie ignoriert es. Bis schwarze Pünktchen

vorihren Augen tanzen. „Etwas

sagte mir dann, dass das die Grenze

ist, dass ich jetzt aufhören muss.“

Wir treffen Anna von Boetticher,

48 Jahre alt, in einem Café in Friedrichshain.

Hier lebt sie, wenn sie

nicht gerade auf Zypernoder den Bahamas

ist oder in einer Talkshow zu

Gast. Es ist das Atemlose,mit dem sie

die Menschen in den Bann zieht. Sie

lebt vor, wie man zu mentaler Stärke

finden, wie man in extremen Situationen

die Ruhe bewahren kann.

Anna von Boetticher ist eine der

erfolgreichsten Apnoetaucherinnen

der Welt, eine Freitaucherin. Immer

wieder erprobt sie,wie tief ihr Körper

sinken, wie lange sie mit nur einem

Atemzug unter Wasser bleiben kann.

DasWortApnoe leitet sich vomgriechischen

apnoia ab und wird mit

„Windstille“ und „Atemlosigkeit“

übersetzt. Ihr Rekord imApnoetauchen

liegt bei 125 MeternindreiMinuten.

Was sie Kind alleine im Pool

wagte, sei gefährlich gewesen, sagt

sie.Heute rät sie jedem, weder in der

Badewanne noch im Pool die Luft

anzuhalten, wenn man ungeübt ist.

Anna von Boetticher, 1970 in

München geboren, wächst auf dem

Land auf, sieht imWinter die schneebedeckten

Berge –und träumt sich

in eine noch weitereWelt hinaus.Sie

ist fasziniert vom Schnee, aber auch

vomMeer.Als sie mit Elternund Geschwistern

in Griechenland segelt,

fällt Besteck ins Wasser. Sie holt es

Die Frau mit dem Tauch-Gen: Anna von Boetticher unter Wasser.

wieder hoch –aus 16 Metern Tiefe.

„Ich habe früh gemerkt, dass ich das

Tauch-Gen habe“, sagt sie. Mit 17

macht sie einen Tauchschein. Später

entdeckt sie ihre Leidenschaft für

das Freitauchen. Vorher studiert sie

Literatur- und Theaterwissenschaften.

„Ich lese für mein Leben gern.“

Bis vor kurzem hatte sie noch eine

Anna von Boetticher in Berlin CAMCOP MEDIA/KLUG

Buchhandlung in Berlin. Seit 2015

trainiert sie mit Kampfschwimmern

und Minentauchern der Bundeswehr,die

unter schwierigsten Bedingungen

–ingroßer Tiefe,bei völliger

Dunkelheit – die Nerven behalten

müssen. „Sie dürfen unter Wasser

nicht in Panik verfallen“, sagt sie.

Im Vorwort ihres gerade erschienenen

Buchs „In die Tiefe. Wie ich

meine Grenzen suchte und Chancen

fand“ (Ullstein) wirdsie als „das perfekte

Beispiel“ dafür beschrieben,

dass sich jeder seinen Traum erfüllen

kann, wenn er es nur will. Anna von

Boettichers Lunge etwa ist kleiner als

die anderer Frauen. Zudem schränkt

eine Autoimmunkrankheit ihre Belastbarkeit

ein.

„Die meisten von uns limitieren

sich selbst, bevor sie etwas angefangen

haben“, sagt die Taucherin. Auch

sie habe nicht von Anfang an Erfolg

gehabt. „Aber ich war immer wahnsinnig

neugierig und wollte Neues

entdecken.Vorallem liebe ich es,immer

etwas Neues zu lernen.“ Hat sie

nie Angst? Diesei unter Wasser keine

VERLAG

gute Gefährtin. „Die hebe ich mir für

später auf, jetzt habe ich keine Zeit.“

Undwie fühlt es sich an, das Freitauchen

mit angehaltener Luft? „Es

ist die ultimative Pause, das Verharren

zwischen Ein- und Ausatmen,

ein Stillsein, wie es der Mensch sonst

nicht kennt. Es ist das Anhalten der

Welt, von dem wir alle manchmal

träumen“, schreibt Anna vonBoetticher

im Buch. Ist esauch ein Kick?

Sieschüttelt den Kopf. „Adrenalin ist

für uns die komplette Katastrophe,

es ist der Antichrist.“

Am Morgen nach dem Gespräch

fliegt sie nach Zypern, um für die

WM im September zu trainieren. Sie

freut sich wie immer auf das Meer.

Und wokann man tauchen, wenn

man nicht so weit reisen kann? In

Berlin gibt es Apnoe-Kurse ab 48

Euro. Ein guter Ort zum Tauchen sei

der Helenesee im Oder-Spree-Seengebiet,

sagt Anna vonBoetticher.

Informationen über Apnoe-Kurse unter

tauchzentrale.de oder freediving-center-berlin.de

sowie untertcb-berlin.de

ImSommer schaltet der Mensch auf Energiesparmodus.

DerKörper muss weniger heizen, und deswegen braucht

der Geist nicht ganz so viel zum Glücklichsein: ein Glas

kühlen Weißwein und ein Essen, das schnell zubereitet ist

und so frisch schmeckt wie die Brise Sommerwind, die einem

sacht um die Nase spielt –und das Leben ist schön.

Pilze machen sich dabei besonders gut, diese fantastischen

Organismen, die in Konsistenz und Geschmack so

wunderbar fleischig sind und doch so leicht daherkommen

–der Limonenseitling etwa, Hauptdarsteller dieses

Gerichts, das wir dem sehr lehrsamen Buch „Into The

Woods: Pilze suchen und Glück finden“ entnehmen (Prestel,

32 Euro). (chs.)

Zutaten

50 gWalnüsse

1kgfrische Limonenseitlinge

200 gjunger Spinat

10 gfermentierter Knoblauch (Asialaden)

500 ml reduzierter Geflügelfond

(2 kg Geflügelkarkassen, 5lWasser,2Karotten, 1Zwiebel,

1/4 Sellerieknolle: mindestens 3Stunden leicht köcheln

lassen, passieren und auf ca. 500 ml reduzieren)

3ELWalnussöl

2ELSchmand

2ELweißer Balsamico

1Knoblauchzehe

100 gButter

Salz

Zubereitung

DieWalnüsse bei 145 Grad für ca. 10 Minuten im Ofen rösten,

dann grob hacken. DiePilzeputzen und àlaminute mit etwas

Salz anbraten. DenSpinat mit Stiel waschen. DieStiele in feine

Streifen schneiden und in Eiswasser abschrecken, damit sie

gut knackig bleiben. Anschließend wie einen Salat àlaminute

mit dem Knoblauchschaum anmachen. DieBlätter àlaminute

anbraten.

Denfermentierten Knoblauch in feine Würfel schneiden. Den

Knoblauchschaum herstellen: Geflügelfond kochen und reduzieren,

mit Walnussöl, Schmand, weißem Balsamico,gehacktem

Knoblauch, Butter und Salz abschmecken, dann mit dem

Pürierstab aufschäumen.

ZumAnrichten die Pilzeseitlich in einer Schale platzieren, daneben

Spinat setzen, mit dem fermentierten Knoblauch, den

Spinatstielen und den Walnüssen garnieren, die Soße erneut

aufschäumen und angießen.

che des Ortes.Sie wurde 1250 auf einem

Hügel mitten im Dorf gebaut

TIPPS

und ist von weitem gut sichtbar.

Auch die Ruine einer alten Wasserburgkann

besichtigt werden.

Ruhebedürftige können auf das

große und grüne Burggelände ausweichen,

sollte es im Schlossgarten

zu hektisch sein. Man kann die Strecke

Anfahrtnach Gerswalde: Mit der Bahn

bis Wilmersdorf (bei Angermünde), dann

weiter bis Gerswalde Markt mit dem Rufbus

512. Anmeldung für den Bus bis 60

von Wilmersdorf nach Gers-

Minuten vorAbfahrt03332–44 27 55.

walde auch wunderbar mit dem

Fahrrad zurücklegen. Die Region Kulinarisches I: Café zum Löwen,

verfügt über ein gut ausgebautes

Radwegenetz. Der Uckermärkische

Sa 11 Uhr bis 20 Uhr,Sovon 11 Uhr bis

18 Uhr,Dorfmitte 11, 17268 Gerswalde.

Radrundweg führt auch nach Suckow.

Sehenswert im Ort sind ein

Gut, der SuckowerHaussee,die Ausläufer

des Oberuckersees sowie die

Kulinarisches II: Fischräucherei

Glut &Späne, Sa und So ab 12 Uhr,

Dorfmitte 11.

Kleine und Große Lanke.

Sie sollten sich unbedingt auch

den neuen Film der Filmemacherin

Lola Randl ansehen. „Von Bienen

und Blumen“ ist ihreGeschichte.Sie

Der Film: VonBienen und Blumen, Regie:

Lola Randl. Der Film läuft im Hackesche

Höfe Kino Sa und So 14.30 Uhr und im

Wolf Kino, Weserstraße 59, Sa 20 Uhr.

zogmit Kind und Kegel in die Uckermark.

Nach Gerswalde. International: Sayuri Sakairi und Ayumi Saito bringen Japanisches auf den Tisch. Romantisch: die Wasserburg Gerswalde. BLZ/MARKUS WÄCHTER, IMAGO IMGAGES


20 * Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Berlin bewegt sich

Mit

schwingenden

Stöcken

Ist Nordic Walking ein Rentner-Sport?

Gewiss nicht. Regelmäßige Touren verbessern

die Ausdauer und stärken das Immunsystem

VonMartina Doering

Unter Anleitung von Jörg Ewald absolviertunsere Autorin (rechts) ihre erste Nordic-Walking-Tour. GERD ENGELSMANN (2)

Wer Nordic Walking

hört, hat meist sofort

ein bestimmtes Bild

vor Augen: Etwas ältereMenschen

spazieren –mit etwas

forscherem Tempo – durch Parks

oder auf Waldwegen, schwingen bei

jedem Schritt dünne Stöcke und sehen

ziemlich entspannt aus. Das

kann doch jeder,denkt auch die Anfängerin,

die sich einer Gruppe anschließen

will, die jeden Freitagmorgen

zum Nordic Walking aufbricht.

Gehen ist schließlich die natürlichste

Art der Fortbewegung des

Menschen. Als Sportart hätte sie

diese Bewegungsform auch nicht

unbedingt bezeichnet. Aber sie irrt.

Linkes Bein, rechter Arm

Die Gruppe, die sich an der Treppe

zum Park am Nordbahnhof trifft, gehörtzum

SV Rot-Weiß Viktoria Mitte

08. Unter Anleitung von Übungsleiter

Jörg Ewald bricht sie entweder

am Montag oder am Freitag zum gemeinsamen

Nordic Walking auf. Die

Frauen und Männer, die sich heute

hier einfinden, sind in einem Alter ab

Mitte 30 aufwärts, sehen ziemlich

drahtig-durchtrainiert aus und widerlegen

schon dadurch das Klischee

des Rentner-Sports.

Geduldig warten sie auf die Neue,

die eine kurze Einweisung bekommt

–denn es braucht durchaus die richtige

Haltung und etwas Technik fürs

Nordic Walking. Also Oberkörper gerade

aber leicht nach vornegebeugt,

Kopf hoch und Schultern nach unten.

Dann fassen die Hände durch

die Schlaufen die Griffe der Stöcke.

Der rechte Fuß geht los, rollt über

den Mittelfuß, den Ballen und die

Zehen ab, während der linke Arm

nach vorn schwingt und den Stock

aufsetzt. Dann kommt der andere

Fußmit dem gegenläufigen Arm, der

Mitte: Nordic Walking bietet

zum Beispiel der SV Viktoria

Mitte an, die Läufe finden jeden

Montag und Freitag um

9.30 Uhr statt. Eingang Park

am Nordbahnhof, gegenüber

vomS-Bahnhof Nordbahnhof,

Julie-Wolfthorn-Straße.

Anmeldung: nordicwalking

@viktoriamitte.de.

nur leicht angewinkelt wird–nur auf

diese Weise kommt der große Rückenmuskel

zum Einsatz.

Zudem sollen die Hände gegen

den Griff drücken, wenn der Stock

aufgesetzt wird. Führt man sie nach

hinten, werden die Hände geöffnet.

So bewegen sich die Schultern nach

unten und das Brustbein nach vorn,

wodurch sich Verspannungen lösen

sollen. Es gäbe noch mehr zu beachten

und haltungstechnisch zu verbessern.

Zum Beispiel könnte man

den rechten Fuß stärker nach links,

den linken weiter nach rechts setzen.

Das sieht zwar aus, als ob man als

Model über den Laufsteg stolziert.

Aber so wird die Gegenrotation von

Oberkörper und Hüfte bewusst verstärkt

und das Kreuz-Darmbein-

Gelenk, das die Wirbelsäule mit dem

Steißbein verbindet, mobilisiert.

Diese Bewegungsabläufe funktionieren

nicht auf Anhieb, vielleicht

auch deshalb nicht, weil man sich

auf das „richtige Gehen“ konzentriert.

Aber allein diese Konzentration

sei schon gut für den Körper,

sagt der Kursbegleiter. „Aber beim

Nordic Walking werden 90 Prozent

der Muskeln trainiert und gekräftigt.“

Der Sport sei bestens geeignet,

um „die Ausdauer zu erhöhen, die

koordinativen Fähigkeiten zu verbessern,

Verspannungen zu lösen

und um an Gewicht abzunehmen“.

Schließlich verbrauche man bei dieser

Lauf-Art, so Jörg Ewald, 20 bis

über 50 Prozent mehr Energie als

beim normalen und selbst beim

schnellen Gehen. Zudem würden

Stresshormone abgebaut, aber zugleich

die Gelenke geschont. Und

weil man sich an der frischen Luft

aufhalte, werde auch noch das Immunsystem

gestärkt und durch das

ausgeprägte, schnelle alternierende

Gehen –also rechter Arm gegen linkes

Bein und umgekehrt–die Lunge

besser belüftet.

Allerdings war auch Jörg Ewald

anfangs skeptisch, als er 2013 mit

diesem Sport beim SV Viktoria Mitte

begann. Der IT-Spezialist saß jeden

Tagstundenlang am Computer, bewegte

sich im Alltag nicht viel, hatte

IN DER GRUPPE

Treptow: Beim SG Treptow

93 e.V.laufen die Nordic

Walker freitags von15.45

bis 16.45 Uhr,Treffpunkt ist

der Parkplatz an der

Schwimmhalle Baumschulenweg,Neue

Krugallee 209,

Mehr Infos im Internet:

sgtreptow93.de/

gesundheitssport

Neukölln: Die Nordic Walker

des SV Buckow 1897 e.V.

laufen montags und donnerstags

18.30 bis 20 Uhr

im Britzer Garten, ab Eingang

Sangerhauser Weg. Es werden

zudem Kurse angeboten.

Im Internet: nordicwalking-kurs-berlin.de/

nordic-walking-gruppe

Schlaufen an den Stöcken ermöglichen es, die Hände beim Nachhintenschwingen

zu öffnen und die Griffe loszulassen.

deshalb einige Gesundheitsprobleme

und zu viele Pfunde auf den

Hüften. Inzwischen haben sich seine

Cholesterin-Werte enorm verbessert,

erklärter, auch seine Herz-und

Kreislaufprobleme seien verschwunden.

Tatsächlich fühlt er sich

sichtlich wohl in seiner Haut, bewegt

sich schnell und sicher und man

mag kaum glauben, dass er mal

übergewichtig war.

Nordic Walking ist ein recht junger

Sport, der vom Skilanglauf abstammt,

bei dem das ausgreifende

Gehen mit Stöcken zum Sommertraining

gehört. Zu Beginn der 70er-

Jahre hatte der finnische Ski-Trainer

MauriRepo Nordic Walking dann als

eigenständige Sportartdefiniertund

ein Buch mit Erklärungen, Instruktionen

und Übungen veröffentlicht.

Weil aber ab 1997 eine finnische

Firma die ersten Nordic-Walking-

Stöcke auf den Markt brachte und

der Sportdamit seinen Siegeszug antrat,

wurde diese Bewegungsformoft

als Marketingidee der Sportartikelhersteller

abgewertet.

Apropos Ausrüstung: Man

braucht wetter-gerechte Kleidung

und gute Laufschuhe.Stöcke werden

oft von den Clubs oder Vereinen gestellt;

wer sich eigene kauft, sollte

solche aus Aluminium oder Carbon

wählen; sie sind ab etwa 50 Euro zu

haben. Daneben entstehen Kosten,

wenn man sich einem Verein anschließt.

Beim SV Viktoria Mitte beträgt

die Aufnahmegebühr 25 Euro

und der Monatsbeitrag 20 Euro.

DieSV-Viktoria-Mitglieder,die an

diesem Freitag am Nordbahnhof

starten, arbeiten entweder selbstständig,

können sich ihre Zeit also

einteilen und vormittags Sport treiben.

Anderehaben Spätschicht oder

sind eben – ganz klischeehaft –

schon im Ruhestand. DieTeilnahme

an einer solchen Gruppe ist vielen

vom Orthopäden, vom Hausarzt

oder von Freunden empfohlen worden,

alle sind schon einige Jahre dabei

und ziemlich fit. Zügig geht es

durch den Park, bis zum Humboldthain,

dort auf die Humboldthöhe

mit der Aussichtsplattform, die auf

den Trümmern eines Bunkers aus

der Nazi-Zeit errichtet wurde. Auf

dem Wegauf den Mini-Berg hat der

Kursleiter Ratschläge erteilt, falsche

Haltungen korrigiertoder effizienteren

Stockeinsatz vorgeführt. Allein

oder zu zweit, miteinander im Gespräch,

in Gedanken versunken oder

den Vögeln lauschend, läuft jede so

vor sich hin. Schließlich trudeln alle

auf der Anhöhe ein, um nach den

Anweisungen von Jörg Ewald ein

paar Dehnungsübungen zu machen.

Puste und Koordination

Zurück geht es durch den Rosengarten

wieder zum Nordbahnhof. Jörg

Ewald hatte die Strecke vordem Start

beschrieben, was zumindest die eine

Anfängerin, also mich, ins Grübeln

brachte, obsie über die rund sechs

Kilometer plus Anhöhe mit den anderen

mithalten kann. Aber die anderthalb

Stunden Lauf vergehen wie

im Fluge. Koordinationsprobleme

und Technikschwierigkeiten verschwinden

mit der Zeit. Vielleicht

auch deshalb, weil man nicht mehr

über die Abläufe grübelt, sondern

durch Gespräche mit den anderen

abgelenkt wird und dann vieles automatisch

macht. Puste und Kondition

reichen, aber könnten sich –im

Vergleich zu den Mit-Läuferinnen –

durchaus noch verbessern.

Wieder am Ausgangspunkt hat

man ein gutes Gefühl: Es war anstrengend,

aber nicht erschöpfend.

Man spürt die Muskeln in Armen,

Beinen und Rücken, freut sich aber,

dass sie offenbar beansprucht wurden.

Nichts tut weh. Nur die Hände

haben sich nicht geöffnet, sondern

um den Griff geklammert. Aber das

wird noch, denn die Nordic Walker

vomSVViktoria Mitte haben freitags

eine neue Mitläuferin, die künftig die

Stöcke schwingt.

Gut zu Fuß

Beim Skilanglauf werden fast alle

Muskeln beansprucht.

Skilanglauf

Skilanglauf stand Pate für Nordic

Walking. Die Bewegungsabläufe

sind daher ähnlich, die Stöcke beim

Nordic Walking in der Regel allerdings

kürzer als beim Skilanglauf.

Beim Gleiten auf den Skiernsorgt der

Einsatz der Stöcke dafür, dass sich

der Läufer nicht nur abwärts, sondernauch

in der Ebene oder bergauf

auf Schnee bewegen kann. Auch

beim Skilanglauf werden fast alle

Muskeln betätigt, durch den Einsatz

von Beinen und Armen gehört der

Lauf zu den Sportarten mit dem

höchsten Sauerstoffumsatz.

Die Verwendung von Gleitbrettern

anden Füßen, um das Einsinken

im Schnee zu verhindern, wurde

bereits in der Urgesellschaft nachgewiesen.

(doe.)

Wandernschont die Gelenkeund

soll die Psyche stärken.

Wandern

Wandernhat mit Nordic Walking

das weit ausgreifende Gehen

gemeinsam, wird jedoch über längereZeit

betrieben.

Studien zufolge soll der Energieumsatz

beim Wandern mit dem

beim Joggen vergleichbar hoch sein.

DasRisiko für Herz-Kreislauferkrankungen

wird gesenkt, Knochen, Gelenke

und Bänder ebenso wie Immunsystem

und Atemwege werden

gestärkt. Positiv auf die Psyche wirkt

der Abbau vonStresshormonen und

die vermehrte Ausschüttung des

Glückshormons Serotonin.

Früher war das Wandern eine

Form des Reisens, heute ist es eine

Freizeit- und Ferienbeschäftigung

und wird auch als Sportart bezeichnet.

(doe.)

Der Kreislauf wird beim Joggen in

Schwung gebracht. IMAGO IMAGES (3)

Joggen

Joggen, die etwas schnellere Form

des Laufens, stärkt bei regelmäßigem

Training ebenfalls die Ausdauer

und das Herz-Kreislaufsystem. Bei

dieser Bewegungsart wird –anders

als beim normalen Laufen –zuerst

die Ferse auf dem Boden aufgesetzt,

bei der Landung aus der Flugphase

werden die Gelenke und das Knie

mit dem Dreifachen des Körpergewichts

belastet. Menschen mit Kniegelenkverschleiß,

Übergewicht oder

Herzkrankheiten wird daher vom

Joggen abgeraten.

Als Vorteil hervorgehoben wird

oft, dass Joggen kaum Kosten verursacht,

zur Grundausstattung gehörten

nur gute Laufschuhe –die allerdings

sehr kostenintensiv sein können.

(doe.)


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 21 *

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Sport

NACHRICHTEN

BFC Dynamo lässt Trainer

Maucksch ziehen

FUSSBALL. DerBFC Dynamo und

Trainer Matthias Maucksch gehen

getrennte Wege.Wie der Regionalligist

am Freitag auf seiner Homepage

mitteilte,habe man demWunsch des

49-Jährigen nach einer Vertragsauflösung

Folge geleistet. Maucksch,

der den BFC in der vergangenen Saison

auf einem Abstiegsplatz übernommen

hatte und zum Klassenerhalt

führte,wirdmit Union Fürstenwalde

in Verbindung gebracht.

Werder verkauft für 30

Millionen Euro Stadionnamen

FUSSBALL. Als einer der letzten

Klubs aus der Bundesliga verkauft

offenbar nun auch Werder Bremen

den Namen seines Stadions.Nach

übereinstimmenden Medienberichten

heißt das Weserstadion ab der

kommenden Saison „Wohninvest

Weserstadion“. Einentsprechender

Zehnjahresvertrag über 30 Millionen

Euro mit dem Immobilien-Unternehmen

„Wohninvest Holding

GmbH“ werdedemnach in Kürze

unterschrieben. Werder plant diesen

unter Fans umstrittenen Schritt

schon seit längerer Zeit.

Spandaus Wasserball-Frauen

wollen Finalserie drehen

WASSERBALL. DieFrauen vonSpandau

04 brauchen am Sonnabend

(16.00 Uhr) im zweiten Play-off-Finalspiel

bei BayerUerdingen einen

Sieg, um wie die Männer des Klubs

doch noch den deutschen Meistertitel

zu holen. Spiel eins in der Serie

„Best of Three“ gegen Bayerhatten

die Berlinerinnen zu Hause mit 8:9

verloren. Beieinem Berliner Sieg

würde es am Sonntag (13 Uhr) ein

Entscheidungsspiel wieder in Uerdingen

geben.

Conte wird neuer Trainer

von Inter Mailand

FUSSBALL. Antonio Conte ist neuer

Trainer vonInter Mailand. Der49

Jahrealte ehemalige Nationalspieler

beerbt Luciano Spalletti, der trotz

der erreichten Champions-League-

Qualifikation gehen musste.

Alarmstufe Gelb

Darum muss Alba Berlin im Halbfinale gegen Oldenburg auf Center Rasid Mahalbasic besonders aufpassen

VonChristian Kattner

Wie viele andere Männer

machte sich auch

Rasid Mahalbasic am

Vatertag vormittags

auf den Weg. Allerdings nahm er

nicht einen Bollerwagen, sondern

das Auto. Mit gepackter Sporttasche

ging es für den Center in die Oldenburger

Trainingshalle. Trotz des Vatertags

„habe ich mir das Frühstück

selber gemacht“, sagte er auf der

Fahrt zur Halle. AmVorabend war

der 28-jährige Österreicher mit der

Familie Essen gewesen. Nun aber

richtet sich der Fokus auf das Playoff-Halbfinale

gegen Alba Berlin.

Oder wie Mahalbasic sagt: „Volle

Vorbereitung, Alarmstufe Gelb.“

Und zur Vorbereitung gehört die

perfekte Frisur. Die hat sich Mahalbasic

bereits Anfang der Woche verpassen

lassen. Alle ein, zwei Wochen

lässt der 2,10 Meter große Basketballer

sich in dieser Saison die Haare

schneiden. „Im vergangenen Jahr

war ich ja mit einer Glatze unterwegs.Aber

jetzt, wo ich Vater geworden

bin, muss ich ja mal ein bisschen

normal ausschauen.“ Er lacht.

Mr.Triple Double lacht

Bei elf Vereinen spielte der Wandervogel

bis zur Landung in Oldenburg,

lediglich bei zwei Klubs hielt er es

länger als eine Saison aus. Nicht nur

in Österreich lebte er, auch in der

Türkei, Tschechien, Kroatien, Polen,

Kasachstan, Russland, Spanien. In

Oldenburg scheint er jetzt sein Nest

zu bauen, seinen Vertrag bei den

Baskets hat er jedenfalls bis 2021 verlängert.

Oldenburg und Mahalbasic,

das scheint zu passen. Menschlich,

aber vorallem sportlich. Seine Statistiken

sind im Vergleich zur Premierensaison

in der Bundesliga (BBL)

bei den Punkten zwar von 16,1 auf

14,2 gesunken, dafür aber hat der

2,10 Meter große Center in zwei weiteren

wichtigen Statistiken draufgepackt.

Aus6,2 Rebounds proPartie in

der Saison 2017/18 sind in der abgeschlossenen

Hauptrunde der BBL

9,0 geworden, seine Assistrate steigerte

Mahalbasic von3,3 auf 4,8.

Seine Statistiken brachten ihm in

dieser Spielzeit vor allem am 2. Februar

deutschlandweite Beachtung:

Im Spiel gegen Braunschweig erzielte

Rasid Mahalbasic ein Triple

Bescheidener Schlüsselspieler:Oldenburgs Center Rasid Mahalbasic

IMAGO IMAGES

Double, legte bei den Punkten (19),

Rebounds (13) und Assists (10) jeweils

zweistellige Werteauf. Daswar

in der BBL seit dem 1. Mai 2010 keinem

Spieler mehr gelungen. Seit

Aufzeichnung in der digitalen Datenbank

in der Saison 1998/99 war es

erst das sechste Mal, dass einem

Spieler dieses Kunststück gelang.

Mahalbasic ließ es darauf nicht

beruhen, legte gegen Würzburg und

Gießen sowie im Play-off-Viertelfinale

in Bonn drei weitereTriple Doubles

nach. Das trug ihm den Beinamen

Mr. Triple Double ein. Doch er

bleibt gelassen. „Ich bin kein Vertreter

von individuellen Statistiken.

Wenn die BBL 50 Jahrefeiert, werden

sie mich vielleicht irgendwo kurzerwähnen,

aber mehr kann ich mir davonauch

nicht kaufen.“

Sein Team profitiert. Seine Rebounds

ermöglichen zweite Wurfchancen,

seine Pässe finden oft die

besser postierten Mitspieler. Ohnehin

findet er, „dass die Punkte das

Problem“ bei einem Triple Double

sind. „Wir sind im Offensivspiel so

breit besetzt, da halte ich mich oft

zurück und dann klappt es ab und zu

mal mit zehn Punkten.“ Mahalbasic

wirkt bescheiden: „Das Rebounden

kann ich nicht so gut.“ Deshalb

müsse er ab und zu auch werfen und

Pässe spielen, „damit ich mir meine

Minuten auf dem Feld verdiene“.

Tragende Säule

Tatsächlich aber ist Mahalbasic eine

tragenden Säulen in einem Team,

das es Alba am Sonntag in Oldenburgschon

beim Startins Halbfinale

schwer machen kann. „Er ist ein

großartiger Spieler,hat sehr viele Fähigkeiten,

einen großen Körper und

ist trotzdem ein so smarter Spieler.

Es ist sehr schwer ihn zu verteidigen“,

sagt Luke Sikma. Der Forward

hat mit Alba zudem den Nachteil,

dass es bei maximal fünf Spielen

dreimal nach Oldenburgginge.

Beide Spiele der Hauptrunde aber

gewann der Gast. Ob der Heimvorteil

den Ausschlag gibt, kann Mahalbasic

nicht nur deshalb schwer einschätzen.

„Man weiß ja nie, wie die

Verfassung an dem Tagist. Wir spielen

am Sonntag um 15 Uhrund Mittwoch

in Berlin um 20.30 Uhr. Wenn

der Luke Sikma kein Frühaufsteher

ist, haben wir sicher zu Hause bessere

Karten“, sagt Mahalbasic und

lacht schelmisch. Stattdessen glaube

er, dass es für sein Team psychologisch

von Vorteil sein könne, dass

Alba diese Saison zwei Finals verlor.

Am Sonntagabend weiß Mr.

Triple Double mehr. Bis dahin „versuche

ich mich so gut wie möglich zu

entspannen, weil ich glaube,dass ab

Sonntag 15 Uhrbis zum Ende der Serie

genug Druck ausgeübt wird. Es

wirddas Euroleague-Ticket verteilt.“

Es gilt Alarmstufe Gelb.

ZAHLEN

Fußball

Champions League, Finale in Madrid

Tottenham Hotspur -FCLiverpool Sa., 21.00

Tottenham Hotspur:Lloris -Trippier,Alderweireld,

Vertonghen, Rose -Wanyama, Sissoko-Son, Alli,

Eriksen -Kane

FC Liverpool: Alisson -Alexander-Arnold, Matip,

VanDijk, Robertson -Fabinho, Henderson, Wijnaldum

-Mane, Firmino, Salah

Schiedsrichter:Damir Skomina (Slowenien)

Handball

Bundesliga, 34. Spieltag

THW Kiel -TSV Hannover-Burgdorf

Füchse Berlin -HSG Wetzlar

Frisch AufGöppingen -SCMagdeburg

MT Melsungen -TBV LemgoLippe

DHfK Leipzig -Rhein-Neckar Löwen

Die Eulen Ludwigshafen -GWD Minden

Bergischer HC -SGFlensburg-Handewitt

SG BBM Bietigheim -VfL Gummersbach

Stuttgart-HCErlangen alle So., 9.6., 15.00

1. Flensburg-Handewitt 33 931:744 62: 4

2. THW Kiel 33 988:780 60: 6

3. SC Magdeburg 33 979:843 52:14

4. Rhein-Neckar Löwen 33 934:823 50:16

5. MT Melsungen 33 891:873 40:26

6. Füchse Berlin 33 898:871 38:28

7. Bergischer HC 33 867:853 38:28

8. FA Göppingen 33 877:868 36:30

9. HC Erlangen 33 825:855 28:38

10. HSG Wetzlar 33 832:858 27:39

11. TBV Lemgo 33 834:854 26:40

12. Hannover-Burgdorf 33 909:930 26:40

13. DHfK Leipzig 33 833:845 25:41

14. GWD Minden 33 911:945 25:41

15. TVB Stuttgart 33 885:970 23:43

16. VfL Gummersbach 33 784:938 13:53

17. Bietigheim 33 784:958 13:53

18. Ludwigshafen 33 771:925 12:54

Radsport

Giro d’italia

19. Etappe Treviso/Italien -San Martino di

Castrozza/Italien (151,00 km), 31.5.2019:

1. Esteban Chaves(Kolumbien) -Mitchelton-Scott

4:01:31 Std.; 2. Andrea Vendrame (Italien) -Androni

Giocattoli +10Sek.; 3. Manuel Amaro Antunes

(Portugal) -CCC Team +12... 94. Christian

Knees (Rheinbach) -Team Ineos +18:30 …139.

Pascal Ackermann (Landau in der Pfalz) -Borahansgrohe

+27:39

Gesamtwertung: 1. Richard Carapaz (Ecuador) -

Movistar Team 83:52:22 Std.; 2. Vincenzo Nibali

(Italien) -Bahrain-Merida +1:54 Min.; 3. Primoz

Roglic (Slowenien) -Team Jumbo +2:16

Tennis

French Open in Paris

Frauen, 3. Runde: Petra Martic (Kroatien/31) -

Karolina Pliskova(Tschechien/2) 6:3, 6:3; Garbine

Muguruza (Spanien/19) -Jelina Switolina

(Ukraine/9) 6:3, 6:3

Männer,3.Runde: Rafael Nadal (Spanien/Nr.2)

-David Goffin (Belgien/Nr.27) 6:1, 6:3, 4:6, 6:3,

Roger Federer (Schweiz/Nr.3)-Casper Ruud (Norwegen)

6:3, 6:1, 7:6 (10:8)

Traueranzeigen

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied

von unserer lieben Mutter, Oma und Uroma, Schwester,

Tante und Freundin

der langjährigen Bereichsoberin vom

Teil II -Hufeland Krankenhaus -imKlinikum Berlin-Buch

Friedel Hornickel

*16. Oktober 1926 †24. Mai 2019

In stiller Trauer

Karola Hinze im Namen der Familie

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung

findet am Freitag, dem 21. Juni 2019 um 14.00 Uhr

auf dem Neuen Friedhof in Bernau statt.

Ihre Traueranzeige

in der Berliner Zeitung

wir beraten Sie gern.

Ihr letzter sehnlichster Wunsch hat sich erfüllt...

Ruth Margot Girnus

geb. Zink

*15.01.1926 †16.05.2019

Wir trauern um sie.

IhreJungs

Peter,Wolf, Stefan

und Angehörige

„Sie las und schrieb fast ihr Leben lang.

Nur ganz am Anfang und am Ende nicht.“

Wir nehmen Abschied von

Ursula Fratzke

geb. Diesing

7.4.1939 –26.4.2019

In stiller Trauer:

Sabine, Michael, Susanne, Sibylle,

Juliane, Simon, Christine und Familien

sowie Helga, Magna, Dieter, Kathrin, Anke, Peter, Norman

Kontakt: Familie.Fratzke@gmx.net

TOTER SUCHT

ANGEHÖRIGEN

www.graebersuche-online.de

Traueranzeige

Das schönste, was ein

Mensch hinterlassen

kann, ist ein Lächeln im

Gesicht derjenigen, die

an ihn denken.

Ihr Berater Im trauerfall

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22 * Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Sport

Im

freien

Fall

Gummersbachs Handballern

droht der erstmalige Abstieg

Heiner Brand wird am Pfingstsonntag

nicht nach Bietigheim

fahren. Dort kämpft sein VfL Gummersbach

gegen den ersten Abstieg

nach 53 Jahren in der Handball-Bundesliga,

und „die hohe nervliche Belastung

wäremir zu viel“, sagt Brand.

Sein ehemaliger Teamkollege aus

den goldenen Gummersbacher Jahrenbleibt

deutlich gelassener.„Es ist

erst vorbei, wenn es vorbei ist“, sagt

Kult-Torhüter Andreas Thiel: „Es hat

doch immer irgendwie geklappt.“

Vorallem aber ist es in den letzten

beiden Jahrzehnten immer bergab

gegangen im Oberbergischen Land,

wo man in den Siebziger- und Achtzigerjahren

die Sportart prägte.

Überall war der VfL Gummersbach

ein Begriff, jeder Spieler,der was auf

sich hielt, wollte das blau-weiße Trikot

tragen. Irgendwann kamen dann

die Rattenfänger in die Stadt. So jedenfalls

formuliert es Hansi

Schmidt, fast 13 Jahre lang Torjäger

und Identifikationsfigur des Vereins.

„Irgendwann haben sie angefangen,

hinter den falschen Leuten herzurennen,

und das machen sie bis

heute“, sagt der 76-Jährige.„Gravierende

Fehler“ seien in den letzten

Jahrzehnten begangen worden von

„Leuten, die meinen, viel mehr zu

sein, als sie sind. Manhat sich auf altem

Lorbeer ausgeruht, aufs falsche

Pferd gesetzt, falsche Entscheidungen

getroffen. Bisheute.“

Finanzielle Nöte

Nun waren viele dieser vermeintlich

falschen Entscheidungen wohl auch

die Folge finanzieller Nöte, die erstmals

Ende der Neunzigerjahreoffenbar

wurden. „Der VfL war häufig in

einer Position, in der man nicht nach

vorneschauen durfte,sondernnach

hinten gucken musste“, sagt Thiel,

Justiziar der Handball-Bundesliga

(HBL) und Vorsitzender der Handball

Bundesliga Frauen (HBF). Bedingt

durch die Verpflichtung, negatives

Eigenkapital abzubauen, sei

Gummersbach in seinen Möglichkeiten,

neue Spieler zu verpflichten,

immer wieder begrenzt gewesen.

Und dennoch schaffte es der VfL,

junge Leute zu holen und sie zu erstklassigen

Handballern zu entwickeln.

Julius Kühn, Paul Drux oder

Simon Ernst weckten schnell das Interesse

anderer Klubs.

Begehrter Spieler:Kawhi Leonard hat die Toronto Raptorsins Finale der NBA geführtund bei der Konkurrenz Begehrlichkeiten geweckt.

Das große Schachern

Für die Toronto Raptors geht es in der NBA-Finalserie gegen die Warriors auch darum, ihre Stars zu halten

VonSebastian Moll

Man konnte spüren, wie

sich die angestaute

Energie am Donnerstagabend

in der Arena

vonToronto entlud. Daserste Viertel

der NBA-Finals zwischen den Raptors

und den Golden State Warriors

wirkte wie ein überspannter Bogen,

der abgeschossen wurde. Beide

Teams gingen mit einem wahnwitzigen

Tempo an Werk, die Dreipunkt-

Würfe zischten nur so durch die Luft,

nach zwölf Minuten hatte das Publikum

bereits 50 Punkte gesehen.

Elf Tage hatten der Vierfach-

Champion der vergangenen fünf

Jahre, Golden State, auf das erste Finalspiel

warten müssen, die kanadischen

Gastgeber sechs, doch beiden

war anzumerken, wie froh sie waren,

dass es nun endlich losgeht. Dabei

schien es ein wenig so,als hätten die

Warriors während der langen Wartezeit

ein wenig Rost angesetzt. Trotz

ihres furios aufspielenden Kapitäns

Stephen Curryhatten die Kalifornier

nie eine Chance, anden Gastgebern

vorbeizuziehen, die ihrem Publikum

beim ersten Finalauftritt ihrer Vereinsgeschichte

mit ihrem 118:109-

Sieg große Freude bereiteten.

DerTrainer hat die Nase voll

Doch die beiden Teams waren nicht

nur froh, dass sie endlich spielen

durften. Die Spieler und Trainer warenauch

sichtlich erleichtert, dass es

bei den Interviews und Gesprächen

rund um die Arena endlich wieder in

erster Linie um das Spiel ging. In der

langen Wartezeit vordem Finale hatten

nämlich andere Dinge die Konversation

bestimmt. So sehr,dass sogar

der gleichmütige Warriors-

Coach Steve Kerr zu verstehen gab,

dass er „von allen diesen Gerüchten

und diesem Gerede“ ein wenig die

Nase voll habe.„Ichhabe manchmal

das Gefühl, als wäre ich in einer Seifenoper.“

Dass sich das Basketball-Publikum

die Zeit bis zum Finale mit Spekulationen

vertrieben hat, ist jedoch

nur allzu verständlich. Denn nur drei

Wochen nach Ende der Finalserie

enden auch dieVerträge der Superstars

der beiden Teams. Und hinter

den Kulissen hat das Schachern um

die vielleicht besten Spieler der Liga,

Kahwi Leonard und Kevin Durant,

längst begonnen.

Natürlich hoffen ihre beiden jetzigen

Mannschaften, die Raptors

und die Warriors, dass sie ihre

Schlüsselspieler behalten können.

Denn für beide Teams würde ihr Verlust

einen Neuanfang bedeuten.

In einem Sport, in dem nur fünf

Athleten auf dem Platz stehen, kann

der Weggang oder der Zuzug eines

einzigen Spielers den Geschicken eines

Klubs eine komplett neue Wendung

geben. DieGeschichte der NBA

ist reich an Konstellationen, in denen

ein einziger Superstar ein Team

zum „Contender“ gemacht hat, zu

einer Formation, die um den Titel

„Ich habe von alle diesen Gerüchten und

diesem Gerede ein bisschen die Nase voll.

Ich habe manchmal das Gefühl, als wäre ich

in einer Seifenoper.“

Trainer Steve Kerr über die Personalspekulationen, die über seine Golden State Warriors

derzeit angestellt werden.

spielt – Michael Jordan, LeBron

James,Kobe Bryant, sicher auch Dirk

Nowitzki sind nur einige Beispiele.

Die derzeitigen Raptors gehören

zweifellos ebenfalls zu den Formationen,

die sich durch den Einkauf

eines einzigen Stars in bislang unerreichbare

Höhen aufgeschwungen

haben. Ohne den Coup, durch den

Torontos Manager Masai Ujiri Leonard

aus Texas über die kanadische

Grenze locken konnte, würden die

Raptors niemals im Finale stehen.

Die beste Hoffnung der Raptors,

Leonard zuhalten, ist nun, dass sie

es schaffen, gegen die Warriors den

Titel zu gewinnen. Alleine die Aussicht,

Teil einer Meister-Mannschaft

zu sein, so spekulieren die Experten,

könnte den gebürtigen Kalifornier in

Kanada halten. Doch selbst dann

sind die Kräfte,die ihn nach Los Angeles

zu den Clippers oder den Lakers

ziehen, mächtig. Lakers-Ikone

LeBron James macht schon seit Monaten

keinen Hehl daraus,wie gerne

er mit Leonard anseiner Seite selbst

wieder ins Finale vordringen würde,

das er in diesem Jahr zum ersten Mal

seit zehn Jahren aussitzen muss.

Durant zu den Clippers?

AP/SHAMUS

Ein wenig hängt die Entscheidung

jedoch auch davon ab, was Kevin

Durant macht. Denn alternativ zu einer

Paarung mit James wird über einen

gemeinsamen Wechsel vonLeonardund

Durant zu den LA Clippers

spekuliert. Über all diesen Gerüchten

und Spekulationen fällt es den

beiden Finalgegnern nicht leicht,

sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Zumal die Zukunft auch

am Donnerstag wieder mit Macht

auf den Platz drängte.

So bekamen die Warriors einen

unbequemen Einblick in eine Zukunft

ohne Kevin Durant. Das Team

kam zwar im Halbfinale gegen Portland

bestens ohne den 30-Jährigen

aus, der eine Muskelzerrung auskuriert.

Gegen die überzeugenden Raptors

hat Durant jedoch schmerzlich

gefehlt. Nun hofft man, dass der

Shooting Guardsich für die nächsten

Spiele aufrappelt und Oakland noch

mal zu einem großen Augenblick verhilft.

Über das nächste Jahr kann man

sich im Juli noch Sorgen machen.

Unerfahren,

aber

beschwingt

DFB-Frauen reisen mit

positivem Gefühl zur WM

VonFrank Hellmann, Regensburg

Die Abenddämmerung war

längst hereingebrochen, als der

Mannschaftsbus der Frauen-Nationalmannschaft

die Ausfahrt vom

Parkplatz vor der Regensburg Arena

nahm. Dahinter das rot schimmernde

Fußballstadion, davor die

Silhouette der Donaustadt. Zuvor

hatten noch 100 Fans ausgeharrt,

um die deutschen Fußballerinnen

mit ordentlich Beifall auf die Heimreise

zu schicken, wobei Bundestrainerin

MartinaVoss-Tecklenburggroßen

Wert darauf legte,bis Freitag gemeinsam

in der Region zu verbleiben.

Nach einer

Regenerationseinheit erfolgte die

Verabschiedung der „Backup-Spielerinnen“

von Lisa Schmitz bis Felicitas

Rauch, die bei der Frauen-WM

in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) nicht

gebraucht werden.

Für die 23 Auserwählten wartet

das letzte freie Wochenende,umden

Akku im familiären Kreis aufzuladen,

ehe am Montag vom Frankfurter

Flughafen der Charter in den ersten

WM-Spielort Rennes abhebt. „Nach

aktuellem Stand“ (Voss-Tecklenburg)

wird auch die an der Schulter

lädierte Stammtorhüterin Almuth

Schult in die Bretagne fliegen, wo das

erste Gruppenspiel gegen China (8.

Juni/15 Uhr) für eine etwas andere

„Tour de France“ (Voss-Tecklenburg)

steigt.

Probleme bei der Effizienz

Die Chinesinnen hat Assistenztrainerin

Britta Carlson am Freitag persönlich

bei ihrem letzten Test in Augenschein

genommen. Ihre Chefin

erteilte nach der Generalprobe gegen

den weitgehend überforderten

WM-Neuling Chile (2:0) dem einzigen

Reporter aus dem Reich der

Mitte zwar artig Auskünfte, aber

mehr verraten, als dass ihr Trainerteam

auch auf diesen Gegner gut

vorbereitet sei, wollte die 51-Jährige

nicht. Immerhin: Den zweifachen

Weltmeister Deutschland begleitet

ein positives Grundgefühl ins Nachbarland.

10 135 Zuschauer bedeuteten

die beste Kulisse für ein Heim-

Länderspiel seit mehr als vier Jahren.

Das fleißig mit Deutschland-Fähnchen

wedelnde Publikum erzeugte

„fast WM-Atmosphäre“, wie Schult

lobte,und ein besseres Ambiente als

zuletzt bei manch einem Männer-

Länderspiel.

Heiner Brandt wirkt betrübt, wenn er an

Gummersbach denkt.

IMAGO/DEUTZMANN

Brand beklagt auch die „fehlende

Grundeinstellung“ in der Mannschaft,

die am Mittwoch gegen Frisch

Auf Göppingen 22:26 verlor und zur

Rettung aus eigener Kraft beim Rivalen

Bietigheim gewinnen muss. „Die

Basis müsste eine knallharte Abwehr

sein“, sagt der 66-Jährige: „Außerdem

darfsich in einer eher durchschnittlichen

Mannschaft nicht jeder das

Recht herausnehmen, im Angriff

ständig Fehler zu machen.“

Immerhin hat der Klub seit Freitag

Klarheit, dass er im Falle eines Abstiegs

in der Zweiten Liga spielen

darf, also nicht um seine Existenz

bangen muss. Die Bedingungen, um

die Lizenz zu erhalten, wurden gerade

noch rechtzeitig erfüllt. „Das ist

in unserer Situation eine positive

Meldung“, sagte Geschäftsführer

Christoph Schindler. (sid)

1R-2R-3R-2R-?

Andrea Petkovic spürt kurz vor ihrem Karriereende keinen Druck mehr –und weiß dies für sich in Paris zu nutzen

Vor fünf Jahren stand Andrea Petkovic

im Halbfinale der French

Open –seitdem aber kam sie in Melbourne,

Paris,Wimbledon oder New

York nicht über die Rolle der Rundenzählerin

hinaus.Inden Statistikbüchern

der Tennis-Organisation

WTAfinden sich unter ihrem Namen

in schöner Reihenfolge die Kombinationen

1R-2R-3R-2R und so fort,

um das Abschneiden der früheren

Top-Ten-Spielerin bei den vier

Grand-Slam-Turnieren zu dokumentieren.

Nun aber, dadie beiden

deutschen Spitzenspielerinnen Angelique

Kerber und Julia Görges diesmal

schon zum Auftakt gescheitert

sind, darf Petkovic als einzige der

deutschen Frauen um den Einzug in

das Achtelfinale kämpfen. Am Sonnabend

trifft sie bei den French Open

auf die Australierin Ashleigh Barty.

„Heute habe ich mentale Stärke

gezeigt“, sagte Petkovic nach dem 4:6,

6:3, 8:6 gegen die an Position 25 der

Setzliste eingestufte Hsieh Su-Wei aus

Taiwan. „Mir ist schon bewusst, dass

Barty (die Nummer acht

auf der Setzliste,d.R.) eine

der besten Spielerinnen

ist in diesem Jahr.Aber ich

muss an mich glauben,

sonst muss ich gar nicht

auf den Platz gehen.“

Mentale Stärke, der

Glaube an sich –und eine

lange nicht erlebte Gelassenheit:

Man muss kein

Hobby-Psychologe sein,

um Gründe dafür zu finden, dass Petkovic

die Wimbledon-Halbfinalistinnen

Kerber,31, und Görges,30, in diesen

Tagen aus den Schlagzeilen

drängt. „Was mir auf jeden Fall ganz

viel Entspannung gibt, ist, dass das

Ende naht“, sagte sie. Und schob sofort

präzisierend nach: „Nicht, weil

ich sofort aufhören möchte. Mir

macht es mehr Spaß als jemals zuvor,

aber ich habe nicht mehr

diesen Druck.“ Dieses und

nächstes Jahr will sie noch

spielen, wenn sie gesund

bleibt. „Dann werde ich

mir meine Gedanken machen.“

DPA/MURAT

Im Gegensatz zu vielen

anderen Profis

Kraftvoll unterwegs:

Andrea Petkovic

schwirren Andrea Petkovic

so viele Ideen und Gedanken

durch den Kopf

für die Zeit nach der Karriere, dass

sie nicht Gefahr läuft, sich zu langweilen

oder in das so oft zitierte

„Loch“ zu fallen. Sie ist so vielseitig

interessiert an Literatur, Musik,

Kunst, Politik und gesellschaftlichen

Themen, dass zu ihren Pressekonferenzen

auch gerne ausländische Reporter

kommen und die bizarrsten

und abseitigsten Fragen stellen.

Langweilig wirdesnie,ein wenig anstrengend

und ausschweifend bisweilen

aber schon.

Zum Dank gibt es dann jedoch

auch Sätze wie jene nach der Partie

gegen Su-Wei, als Petkovic sagte, sie

habe sich so gefreut, „Teil dieses

Matches gewesen zu sein“ oder dass

sie gezeigt habe,„dass ich auch unter

großem Druck und fünfmal mit dem

Rücken gegen die Wand noch ein

paar Schlenkerchen in mir habe“.

Oder besonders schön:„Irgendwann

habe ich gedacht, ich bin Roger und

bin ans Netz gerannt wie ein Ochse.

Ich weiß nicht, welcher Teufel mich

da geritten hat.“ (dpa)

Daumen hoch für Deutschland: Spielführerin

Alexandra Popp

DPA/WEIGEL

Diebeschwingten wie unerfahrenen

DFB-Frauen –15Spielerinnen

bestreiten ihre erste WM –werden

sich indes in Sachen Effizienz steigernmüssen.

Schon gegen den zweiten

WM-Gegner Spanien dürfte es in

Valenciennes um den Gruppensieg

gehen; und darum, ein mögliches

Achtelfinale gegen den Weltmeister

USA zu verhindern.„Ich glaube zwar,

dass wir jeden Gegner schlagen können,

aber solch ein Knallerspiel

gleich im Achtelfinale“, sagte Schult,

braucht dieses junge Deutschland

nicht wirklich. Zur Erinnerung: Bei

der WM 2015 hatten die US-Girls im

Halbfinale das Stoppschild in den

Kunstrasen des alten Olympiastadions

vonMontreal gerammt.


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 23

· ·

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Sport

Bett

statt

Bank

Sportunfall zwingt

Bundestrainer Löw zur Pause

Bundestrainer Joachim Löw liegt

nach einem Sportunfall in der

Klinik und muss sich bei den anstehenden

EM-Qualifikationsspielen

vonseinem Assistenten Marcus Sorg

vertreten lassen. „Ich fühle mich

schon wieder ganz gut, muss mich

aber in den nächsten vier Wochen

noch ein bisschen schonen“, teilte

Löw am Freitag mit und kündigte mit

Blick auf die Spiele in Weißrussland

(8. Juni) und drei Tage später gegen

Estland an: „Ich bin in ständigem

Austausch mit meinem Trainerteam,

und wir werden auch rund um die

beiden Länderspiele in engem telefonischen

Kontakt bleiben.“

Sorg rückt in die Verantwortung

Dem 59-Jährigen ist nach Informationen

der Bildzeitung beim Krafttraining

eine Hantel auf den Brustkorb

gefallen, was zu Durchblutungsstörungen

führte. Nach Angaben

des Deutschen Fußball-Bundes

(DFB) wurde eine Arterie gequetscht.

Löw nahm den Vorfall zunächst

nicht ernst, das Pokalfinale

am vergangenen Sonnabend zwischen

Bayern München und RB

Leipzig (3:0) verfolgte er als Zuschauer

im Olympiastadion auf der

Tribüne.Statt am Sonntag zum Treffpunkt

der Nationalmannschaft ins

Hotel De Bovenste Molen im niederländischenVenlo

zu reisen, wirdLöw

laut Bildzeitung in der Freiburger

Uniklinik behandelt. Eine Operation

ist derzeit aber nicht geplant.

Der viermalige Weltmeister muss

nun ohne seinen Chef nach dem

Auftakterfolg beim Erzrivalen Niederlande

(3:2) die nächsten Schritte

Richtung EM 2020 gehen. Der 53-

jährige Sorg wirdbei den Begegnungen

in Borissowsowie am 11. Juni in

Mainz in Kooperation mit Torwarttrainer

Andreas Köpke und Nationalmannschaftsdirektor

Oliver Bierhoff

die Verantwortung tragen. Löw

sprach dem Trio bereits sein Vertrauen

aus: „Sie haben im Zusammenspiel

viel Erfahrung, und gemeinsam

werden wir diese kurze

Pause gut überbrücken.“

Die Stunde des Tüftlers

Der Druckauf Liverpool-Coach Jürgen Klopp ist beimdiesjährigenChampions-League-Finale so groß wienie

VonHendrik Buchheister,Madrid

Manchmal kann es dauern,

über eine Enttäuschung

hinwegzukommen,

das gilt im

Sportgenau so wie im echten Leben.

Bei Jürgen Klopp ging es angeblich

ganz schnell, vor einem Jahr, nach

dem 1:3 des FC Liverpool im Finale

der Champions League gegen Real

Madrid in Kiew. Ineinem Interview

mit dem Independent hat der deutsche

Trainer gerade berichtet, wie er

in den Morgenstunden nach der Partie

am Flughafen der ukrainischen

Hauptstadt gestanden habe, inder

Schlange für den Check-in, um ihn

herum nur hängende Köpfe. Indieser

Situation reifte in ihm offenbar

der Entschluss, die Niederlage so

schnell wie möglich zu vergessen.

Das hat hervorragend funktioniert,

wenn man ihm glauben darf.

„Natürlich, ich war enttäuscht und

traurig. Aber als wir wieder in England

gelandet waren, war ich schon

darüber hinweg“, sagte er. Mehr

noch: Er war hochmotiviert, so

schnell wie möglich wieder das Finale

zu erreichen und die Aufgabe zu

erledigen, an der er in Kiew noch gescheitert

war – nämlich, Liverpool

zum sechsten Mal zuden Königen

Europas zu machen. Undtatsächlich

besteht schon ein Jahr später wieder

die Chance darauf, und zwar an diesem

Sonnabend im Metropolitano-

Stadion von Madrid gegen Tottenham

Hotspur.

DerBlick für Kleinigkeiten

Klopp und seine Mannschaft haben

die Niederlage aus der Vorsaison als

Motivation genutzt, als Treibstoff auf

dem Wegins nächste Endspiel. „Sie

war der Startschuss für die Entwicklung

dieses Teams, zu100 Prozent“,

sagt er:„Wir hatten das Gefühl, dass

wir zurückkommen müssen. Wir

konnten es nicht so stehen lassen.“

Zur Erinnerung: Die Partie gegen

Real Madrid war höchst unglücklich

verloren gegangen. Torjäger Mohamed

Salah musste früh mit einer

Schulterverletzung ausgewechselt

werden. Torwart Loris Karius erlitt

eine Gehirnerschütterung und

patzte doppelt. Das Gefühl, dass die

Mannschaft kurz vor dem Triumph

stand, dass sie die Partie unter normalen

Umständen möglicherweise

gewonnen hätte,begleitete sie durch

die Saison.

Doch der Wunsch nach Wiedergutmachung

genügt natürlich nicht

als Erklärung dafür, dass Liverpool

Jetzt also Madrid, das Duell mit Tottenham: Jürgen Klopp

Gemeldet: Der frühere Bundesliga-Profi

Joel Matip soll

beim Champions-League-Finalisten

FC Liverpool vorzeitig

einen neuen Vertrag erhalten.

Das vermeldete die

britische Zeitung „The Daily

Telegraph“ am Freitag.

MATIP ERHÄLT NEUEN VERTRAG

Gewechselt: Matip, 27, ist

der einzigedeutsche Spieler,

der bei diesem Finale in Madrid

dabei ist. 2016 wechselte

der Innenverteidiger

vomFCSchalkezum FC

Liverpool, wo sein Vertrag

noch bis 2020 gültig ist.

Geboren: Der in Bochum

geborene Verteidiger hat

zwar eine deutsche Mutter,

wird vonder Europäischen

Fußball-Union aber als

Kameruner geführtund ist

für die DFB-Elf nicht

spielberechtigt.

AP/VIEIRA

zum zweiten Mal nacheinander im

Endspiel um Europas Krone steht.

Der Verein hat viel Geld investiert.

Torwart Karius wurde durch den

Brasilianer Alisson ersetzt, der für

mehr als 60 Millionen Euro vom AS

Rom kam und jeden Euro wert zu

sein scheint. Die weiteren Zugänge

Fabinho, Naby Keïta und Xherdan

Shaqiri haben dazu geführt, dass

Klopp mehr Optionen hat als in der

vergangenen Saison.

Außerdem hat der Trainer in dieser

Spielzeit verstärkt an Details gearbeitet.

Er ließ noch intensiver

Standardsituationen üben, mit dem

Ergebnis, dass Liverpool zur besten

Standard-Mannschaft der Premier

League wurde.Erengagierte den dänischen

Einwurf-Spezialisten Thomas

Gronnemark, der dem Team 18

verschiedene Varianten dieser Disziplin

beibrachte. Und er erkannte,

dass auch die Balljungen zum Erfolg

beitragen können. Klopp ließ sie vor

der wundersamen Auferstehung gegen

den FC Barcelona im Halbfinal-

Rückspiel instruieren, den Ball bei

Einwürfen und Ecken noch schneller

zurückzugeben. Nur sowar es möglich,

dass Trent Alexander-Arnold

mit seiner Ecke vor dem entscheidenden

4:0 die komplette Defensive

des Gegners lächerlich machte. Und

so hat Klopp, der vor allem über

seine Künste als Motivator und über

seinen krachenden Spielstil definiert

wird, in dieser Saison eine neue Seite

an sich gezeigt. Er hat gezeigt, dass er

auch ein Tüftler sein kann, ein Mann

mit Blick für Kleinigkeiten. Jetzt also:

Madrid, das Duell mit Tottenham.

26 Punkt vorden Spurs

Es ist ein besonderes Spiel für Klopp,

er hat so viel Druck wie vielleicht

noch nie. Seine Final-Bilanz (siehe

unten) ist durchwachsen, er verlor

die jüngsten sechs Endspiele mit

Dortmund und Liverpool. In der Liga

wurde seine Mannschaft in dieser

Saison Vizemeister hinter Manchester

City. Solangsam droht dem Trainer

der Rufdes ewigen Zweiten.

Außerdem ist seine Elf diesmal

klarer Favorit –anders als 2013, im

Endspiel vonWembley gegen den FC

Bayern oder im vergangenen Jahr gegen

Real. Liverpool landete in der

Liga 26 Punkte vorTottenham, beide

Spiele in dieser Saison wurden gewonnen,

jeweils 2:1. Eine Niederlage

in Madrid wäre ein heftiger Schlag.

Doch Klopp ist zuversichtlich. „Ich

war nie mit einer besseren Mannschaft

als mit dieser in einem Finale“,

sagt er.

Ein eisernes

Kommen und

Gehen

Union bastelt schon eifrig an

seinem Bundesligakader

VonMathias Bunkus

Das musste ja so kommen. Mitten

in den Aufstiegsjubel platzte

die unschöne Botschaft, dass Marvin

Friedrich der Rückruf ins Werk ereilt

hat. DerFCAugsburghat die bei seinem

Transfer gen Köpenick Anfang

Januar 2018 vereinbarte Rückkauf-

Option auf den Innenverteidiger gezogen.

WasUnion bis zu 1,5 Millionen

Euro beschert, doch lieber es

wäre den Eisernen, den 22-Jährigen

weiter in ihren Reihen zu wissen.

Friedrich, obwohl er gerne bleiben

möchte,kann da nichts machen.

Dass die bayerischen Schwaben auf

den Transfer bestehen, ist wenig verwunderlich.

Wer 71Gegentore kassiert

hat –nur Absteiger Hannover

war auch so frei –muss etwas tun im

Defensivbereich. Gemessen an seiner

Entwicklung, laut Kicker-Notendurchschnitt

viertbester Abwehrmann

der Liga, ist Friedrich ein

Schnäppchen. Nicht unwahrscheinlich

aber ist, dass die Fuggerstädter

den aus Kassel stammenden 1,90-m-

Mann als Spekulationsobjekt betrachten.

Unions Manager Oliver

Ruhnert könnte sich also um einen

Rückkauf des Rückkaufes bemühen.

Dabei kann der sich ohnehin derzeit

nicht über Arbeit beklagen. „Wir

sind schon relativ weit“, hatte er am

späten Montagabend unmittelbar

nach dem Triumph erklärt und seinen

Worten prompt Taten folgen lassen.

Mittelfeldspieler Julius Kade

kommt wie seit geraumer Zeit gemunkelt

von Hertha BSC, dazu Florian

Flecker, 23, vom österreichischen

Erstlisten TSVHartberg.

Transfer Nummer drei –wie die

anderen ablösefrei –ist dagegen einer,

der einen Dominoeffekt nach

sich ziehen könnte. Aus Mönchengladbach

kommt U21-Nationalspieler

Moritz Nicolas, 23. Das Torwarttalent

wird von Union für zwei Jahre

ausgeliehen und besitzt einen Anschluss-Kontrakt

bei den Fohlen bis

2023. Aber schon kommenden Sommer

könnte deren Manager Max

Eberl eine Rückholaktion einleiten.

Zahlentrauma

Jürgen Klopp ist ein herausragender Trainer,nur seine Endspielbilanz ist doch ziemlich dürftig

Muss zwei Länderspiele aussetzen:

Bundestrainer Löw

DPA/CHARISIUS

Doch die Situation ist ungewöhnlich.

Beim EM-Viertelfinale 2008 gegen

Portugal hatte der gesperrte Löw

ein Innenraumverbot, doch im Stadion

war der Bundestrainer bei jedem

seiner 173 Länderspiele. „Das

Wichtigste ist, dass Jogi in ein paar

Tagen wieder topfit ist. Auch wenn

man spürt, dass er am liebsten schon

wieder am Trainingsplatz stehen

würde,ist es sicher richtig, sich noch

zu schonen“, sagte Bierhoff.

Für Sorg wird die vorübergehende

Chefrolle dennoch ungewohnt

sein. Dergelernte Diplom-Ingenieur

für Grundlagen- und Bauphysik

wollte zwar schon immer

„hauptberuflich im Fußball arbeiten“,

doch sein Ziel sei es „nicht unbedingt

gewesen, Bundesligatrainer

zu werden“. Seit März 2016 ist der

frühere Coach des SC Freiburg Löws

Assistent. „Ich arbeite Tagfür Tagmit

ihm zusammen und weiß genau,

was er will und braucht, kenne seine

Vorstellungen“, sagte Sorg zuletzt.

Diese Vorstellungen muss er nun

umsetzen. (sid)

Für Jürgen Klopp ist das Endspiel

in der Champions League das

bereits achte Finale seiner Trainerkarriere

–sein Erfolg ist übersichtlich.

Nachdem der 51-Jährige sein

erstes Endspiel 2012 im DFB-Pokal

mit Borussia Dortmund gegen Bayern

München 5:2 gewonnen hatte,

musste er mit seinen Klubs seither

sechs Niederlagen in Folge hinnehmen.

12. Mai 2012, DFB-Pokal-Finale: Borussia

Dortmund -Bayern München

5:2

Es ist eine Demütigung für den

Rekordpokalsieger und nach zwei

Meisterschaften der dritte große Titel

für Klopp. Robert Lewandowski

schießt seinen heutigen Arbeitgeber

mit drei Treffern (45., 58., 81,) ab,

Shinji Kagawa (3.) und Mats Hummels

(41., Elfmeter) hatten zuvor

zweimal die Führung erzielt. „Das ist

definitiv nicht in Worte zufassen“,

schwärmt Klopp.

25. Mai 2013, Champions-League-Finale:

Bayern München - Borussia

Dortmund 2:1

DieMünchner Revanche folgt auf

der größtmöglichen Bühne. Im

Champions-League-Finale setzen

sich die Münchner gegen Klopps

BVBnach Torenvon MarioMandzukic

(60.) und Arjen Robben (89.)

durch. DerTrainer kündigte an, wieder

angreifen zu wollen. „Wann das

ist, weiß ich nicht“, sagte er. Seither

kam der BVB in der Königsklasse

nicht mehr über das Viertelfinale

hinaus.

17. Mai 2014, DFB-Pokal-Finale: Borussia

Dortmund -Bayern München

0:2 n.V.

Zwei Jahre nach dem Pokaltriumph

steht der BVB wieder im Endspiel

im Berliner Olympiastadion,

und erneut heißt der Gegner Bayern

München. Die Schwarz-Gelben

zwingen die Münchner nach 90 Minuten

in die Verlängerung, dort entscheiden

die Treffer von Arjen Robben

(107.) und Thomas Müller (120.)

die Begegnung zugunsten des Branchenführers.

30. Mai 2015, DFB-Pokal-Finale: Borussia

Dortmund -VfL Wolfsburg 1:3

Der BVB kann eine absolut verkorkste

Saison im Pokal versöhnlich

beenden. Klopp hat nach sieben Jahren

seinen Abschied aus Dortmund

angekündigt. „Der letzte Traum, den

ich noch habe, ist noch einmal mit

einem guten Grund mit dem Laster

um den Borsigplatz zu fahren“, sagt

er vor dem Endspiel gegen den VfL

Wolfsburg. Es wird nichts daraus:

Zwar schießt Pierre-Emerick Aubameyang

(5.) Schwarz-Gelb früh nach

vorn, dann antworten die Wölfe

durch Luiz Gustavo (22.), Kevin De

Bruyne (33.) und BasDost (38.).

28. Februar 2016, Finale im englischen

Ligapokal: FC Liverpool -Manchester

City 1:3 i.E.

Weniger als ein Jahr später ist

Klopp nicht nur Teammanager des

FC Liverpool, er darfgleich nach seinem

erstenTitel mit den Reds greifen

– im Ligapokal wartet Manchester

City. Der LFC zwingt den Favoriten

ins Elfmeterschießen. Dort haben

die Citizens die besseren Nerven.

18. Mai 2016, Europa-League-Finale:

FC Liverpool -FCSevilla 1:3

Schon drei Monate nach der Ligapokal-Pleite

ergibt sich die nächste

Chance. Nach einer spektakulären

Europapokal-Saison, in der Klopp

mit dem LFC unter anderem Borussia

Dortmund ausschaltet, wartet im

Endspiel der Europa-League-Seriensieger

FC Sevilla. Klopps Team

nimmt dank Daniel Sturridge (35.)

eine Führung mit in die Kabine.

Nach der Pause schlagen Kevin Gameiro

(46.) sowie Coke (64., 70.) für

die Andalusier zu.

26. Mai 2018, Champions-League-Finale:

Real Madrid -FCLiverpool 3:1

Die jüngste Final-Pleite ist die

vielleicht schmerzhafteste für den

Trainer. In seinem zweiten Champions-League-Finale

ist kein geringerer

als der spanische Rekordmeister

Real Madrid der Gegner. Liverpool

hält gut mit, doch nach einer

Verletzung des Ausnahmestürmers

Mohamed Salah, zwei kapitalen

Blackouts des deutschen Keepers

Loris Karius sowie einem spektakulären

Fallrückzieher-Treffer von Gareth

Bale zerschlägt sich Klopps

Traum vomHenkelpott. (dpa)

Torwarttalent aus Mönchengladbach:

Moritz Nicolas.

IMAGO IMAGES/DE FODI

Neben Rafal Gikiewicz, der aber

gerne seinen im Vergleich zu dieser

Spielzeit schon besser dotierten

Erstligavertrag etwas aufhübschen

möchte, Lennart Moser und Jakob

Busk wäre Nicolas Keeper Nummer

vier an der Wuhle.Das nährtdie Spekulationen,

dass Busk das Weite suchen

könnte. Schon im Januar hatte

der Däne mit dem FC Brentford verhandelt,

der vonseinem Landsmann

Thomas Frank in der Championship

gecoacht wird.

Das ist nicht die letzte Baustelle,

mit der sich Ruhnert befasst. Jüngst

hat er durchblicken lassen, dass

Union sich vor allem vorne verstärken

muss, weil beim Umschaltspiel

Optimierungsbedarf von ihm und

Trainer UrsFischer ausgemacht worden

sind. Übrigens könnten da auch

hochtalentierte Angreifer von anderen

Erstligisten eine Option werden.

„Wir habe ja keine U23. Aber selbst

wenn sie sich nicht sofort bei den

Profis durchsetzen, bekommen sie

weiter Spielpraxis bei der U19“, so

Ruhnert.


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 – S eite 24

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Sport

Hoffentlich mehr als ein Fähnlein im Wind: der 1. FC Union, der beteuert, seine Seele auch in der ersten Bundesliga nicht zu verkaufen.

O.BEHRENDT

Der Aufstieg von Union

Berlin habe ihn sehr gefreut,

sagt Kaweh Niroomand,

66, der Manager

des deutschen Meisters BR Volleys.Er

ist Sprecher und Interessenvertreter

der sechs größten Sportklubs der

Stadt, die sich vor sieben Jahren als

„Initiative Berliner Proficlubs“ zusammengetan

haben. Aber wird die

Freude überall in der Stadt geteilt?

Herr Niroomand, weshalb hat es Sie

gefreut, dass der 1. FC Union aufgestiegen

ist?

Ich bin deswegen froh, weil ich

denke,das bedeutet für die Stadt Berlin

nicht nur in sportlicher, sondern

auch in wirtschaftlicher und touristischer

Hinsicht eine weitere Steigerung.

Für die Unioner freue ich mich

sehr,das habe ich Präsident Zingler in

der Aufstiegsnacht noch geschrieben,

denn das ist der verdiente Lohn einer

konsequenten Arbeit über die letzten

Jahre. Sie sind einen eigenständigen

Weg gegangen, auf dem sie Rückschläge

einstecken mussten. Am

Ende ist die Anstrengung, eine eigene

Markeinder Sportstadt Berlin zu entwickeln,

belohnt worden. Für die

Union-Fans freue ich mich insbesondere,

weil sie bewiesen haben, mit

welchem Herzblut sie über die ganzenJahrehinter

ihrer Mannschaft gestanden

sind.

Siesagen, für die Sportstadt Berlin ist

der Aufstieg ein Imagegewinn?

Ja, absolut. Jetzt haben Sie zweimal

Bayern München hier, zweimal

Borussia Dortmund, zweimal Mönchengladbach

hier.Touristisch bringt

jede dieser Begegnungen einen wirtschaftlichen

Effekt für Berlin, der oft

sehr unterschätzt wird. Aufmerksamkeitsmäßig

geht das ganz anders

durch die Medien.

Aber sind nicht andereSportarten wie

Basketball, Eishockey, Volleyball,

Tischtennis oder Leichtathletik Verlierer,

weil die Aufmerksamkeit, die auf

den Fußball fällt, noch größer wird?

Im Sport geht die Berichterstattung

ja leider nicht analog mit den

sportlichen Erfolgen der Berliner

Mannschaften einher. Leider wird

keine Chefredaktion jetzt sagen: Ab

morgen haben wir eine Sportseite

mehr,weil wir einen Erstligisten mehr

haben. Damit ist zu befürchten, dass

der Raum enger wird.

Dass andereSportarten also noch weniger

Beachtung finden?

Aus der Sicht als Volleyball-Geschäftsführer

sage ich: Wenn man

seine Nische entdeckt und diese Nische

vernünftig und erfolgreich bearbeitet,

wird man trotzdem wahrgenommen

werden. Insofern mache

ich mir darüber keine Sorgen. Das

hängt auch vonuns selber ab.Natürlich

wäre es wünschenswert, wenn

die Verantwortlichen in den Medien

dem Wachstum des Sports mehr Gehör,mehr

Platz geben würden, damit

alle besser zur Geltung kommen.

Hält Berlin langfristig zwei Fußball-

Bundesligisten aus? In München ging

es mit dem FC Bayern und dem TSV

1860 München nicht allzu lang gut, in

Stuttgartmit demVfB und den Kickers

auch nicht.

Ichglaube, esgibt eine Besonderheit

im Vergleich zu Stuttgart oder

München: Berlin ist vielfältiger. In

dieser Vielfalt widerspiegeln wir die

beiden Fußballvereine. Weil einfach

die MarkeUnion eine ganz andereist

als die MarkeHertha. Daher sehe ich

eine gute Basis,dass beide nebeneinander

existieren können. Die andere

Frage ist die wirtschaftliche Frage,

aber die gilt nicht nur berlinintern,

sondern fußballintern: Die reicheren

Vereine werden durch die Systematik

der Geldverteilung durch die Uefa, in

der Champions League oder durch

neu zu schaffende Wettbewerbe immer

reicher. Die Lücke zwischen unten

und oben klafft so immer weiter

auseinander.

Die Marke unterschied sich auch bei

1860 und Bayern: Arbeiter und Millionäre.

In Stuttgart vertraten die Roten

und die Blauen andereMilieus.

Ja,aber ich glaube,inBerlin ist die

Diversität deutlicher und klarer.Man

darf das Ganze nicht ohne den Hintergrund

einer geteilten Stadt sehen.

Dennoch ist eine ganz andere Historie

und Kultur dahinter. Das ist der

große Unterschied. Damit soll aber

nicht gemeint sein, dass wir die Teilung

damit verfestigen wollen. Im Gegenteil:

Es wäre schön, wenn es trotz

aller Konkurrenz zu mehr Gemeinsamkeit

im Sinne der Sportmetropole

Berlin kommen würde.

Sie sagen, die Kluft zwischen reichen

und ärmeren Vereinen wächst. Kann

sich Union sein Image bewahren, kein

Kommerzverein zu sein?

Bisher hat Union es geschafft, dieses

Image beizubehalten. Das wäre

ihnen zu wünschen, dass das weiter

so bleibt. Es ist eine Chance zu zeigen,

dass man diesen Wettlauf mitgehen

kann, ohne seine Seele zu verlieren.

„Wer ist

der Advokat

des

Sports?“

Kaweh Niroomand deutet den

Aufstieg des 1. FC Union als Chance

für die Stadt und fordert eine eigene

Sportverwaltung in Berlin

Wird sich Union das leisten können?

Bis jetzt haben die Union-Verantwortlichen

bewiesen, dass sie sich der

Verantwortung gegenüber den Fans

und der eigenen Vergangenheit bewusst

sind. Bei aller Euphorie ist es

natürlich keine Kleinigkeit, einenVerein

in der Bundesliga auch wirtschaftlich

zu stabilisieren: Die Spielergehälter

ändern sich kolossal, die

Frage des Stadionbaus ist eine riesige

finanzielle Herausforderung.

Auch Hertha will ein neues Stadion.

Kann es passieren, dass die Präsidenten

Zingler und Gegenbauer wie einst

Wildmoser und Hoeneß ein Stadion

zusammen bauen?

ZUR PERSON

Kaweh Niroomand, 66, lebt seit 1971 in Berlin. Er ist Geschäftsführer der BR Volleys und

Sprecher der sechs großen Berliner Profiklubs (Hertha, 1. FC Union, Eisbären, Füchse, Alba

und BR Volleys). Der frühere Bundesliga-Volleyballer und Topmanager aus der Software-Branche

gehörtzudem seit vorigem Herbst dem Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes

(DOSB) an. 2016 wurde dem gebürtigen Iraner der Berliner Verdienstorden verliehen.

Das sehe ich nicht als realistisch.

Berlin ist viel größer als

München und verkraftet zwei gute

Fußballstadien.

Wie sehen Sie die Diskussion um das

neue Hertha-Stadion?

Wenn wir so eine Sportstadt sind:

Wer kümmert sich eigentlich übergreifend

um dieses Thema? Werist

der Champion? Der Ansprechpartner?

DerAdvokat des Sports? Das ist

etwas, was mir wirklich fehlt. Auch

angesichts der aktuellen Wahlergebnisse.

Gerade die Parteien, die

jüngst erfolgreich aus den Wahlen

hervorgegangen sind, müssen vielmehr

Gehör und Interesse für den

Sport und insbesondere für den

Spitzensport zeigen. Sie müssen erkennen,

dass der Sportund der Profisport

ein Teil des Berliner Lebens

ist. Man kann das Thema nicht immer

vom Tisch wischen, nach dem

Motto: Der Profisport verfolgt nur

kommerzielle Ziele oder viele internationale

Sportverbände seien sowieso

korrupt.

Dasbedeutet?

Die führenden Parteien müssen

mehr Interesse für den Sportzeigen.

So, wie es Klaus Lederer in der Kultur

vormacht. Er schaltet sich sofort

ein, wenn in Kreuzberg ein Theater

geschlossen werden soll. Vielleicht

braucht auch der Sport eine eigene

Verwaltung. Beider Fülle der Aufgaben,

die der Innensenator zu erfüllen

hat, wird der Sport immer Fragen

wie die nach der inneren Sicherheit

untergeordnet sein. Das

sage ich bei voller Anerkennung der

Arbeit, die gerade Senator Geisel für

den SportinBerlin leistet.

Dasbedeutet fürs Hertha-Stadion?

Wenn Hertha der Meinung ist,

dass ein neues Stadion für derenWeiterentwicklung

wichtig ist, würde ich

mir wünschen, dass die Politik sagt:

Okay,ich nehme mich dieses Themas

an. Ob in Tegel oder im Olympiapark,

ist für mich sekundär.

Wasist Ihnen primär wichtig?

Wirtschaftlich ist das eine Investition

in mehrere hundert Millionen

und in Hunderte von Arbeitsplätzen.

So ein Stadion hat eine Leuchtturmfunktion,

macht jedes Wochenende

für die Stadt Werbung. Dazu ein Verein,

der so eine Tradition und so eine

Kultur hat –dakann doch die Politik

nicht zwei Jahre lang nur Argumente

bringen, warum etwas nicht geht.

Sondern?

Die Berliner Politik muss endlich

mal den Sport und gerade den Spitzen-

und Profisport genauso behandeln,

wie sie die Kultur behandelt

oder andere Themen aus dem Bereich

Nachhaltigkeit, Infrastruktur

oder Umweltschutz. Was der Sport

etwa in der Nachwuchsarbeit, der Integration

oder derWerbung für Berlin

leistet, wirdviel zu sehr unterschätzt.

Wasfürs Hertha-Stadion gilt, gilt auch

fürs Wasserball-Stadion, um das sich

Spandau 04 seit 30 Jahren bemüht?

Es gebe viele Beispiele: Der Jahn-

Sportpark gehört dazu. Es gibt viele

Diskussionen, bei denen ich das Gefühl

habe, dass das Thema Sport auf

falschen ideologischen Gründen

nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit

gesehen wird, weil man da etwas

über einen Kamm schert.

Der Aufstieg der 1. FC Union könnte

politisch mehr Gewicht verschaffen?

Das ist meine Hoffnung. Schauen

Sie, mit welchen Herausforderungen

Union zu kämpfen hat. Dasdarfnicht

bei Lippenbekenntnissen und beim

Mitfeiernbei Meisterschaften enden.

Der Sport muss eine andere Bedeutung

bekommen, denn Berlin ist in

Europa eine einmalige Stadt, was das

Thema in allen Facetten angeht.

Wasist in Berlin anders als in London,

Paris oder Madrid?

Nirgends ist der Sport sovielfältig

aufgestellt. Wir haben viele Großveranstaltungen,

die mit Hilfe der Senatsverwaltung

und der Sportverwaltung

auf die Beine gestellt wurden.

An der Stelle muss man die Politik

auch fairerweise loben, da ist viel

passiert. Viel passieren wird auch

künftig: Special Olympics, DFB-Pokalfinale,Marathon,

Istaf plus die erfolgreichen

Ligamannschaften. Die

sind ja in ihren Ligen alle eine Marke:

Füchse, Alba, BR Volleys. Dazu

kommt der Breitensport, mehr als

630 000 Mitglieder im Landessportbund.

Wir haben über eine halbe

Million Menschen, die Freizeitsport

treiben. Was muss noch passieren,

damit man dem Faktor Sportinseiner

Vielfalt eine entsprechende Bedeutung

einräumt?

Ist das Budget der Berliner Haushalte

nicht begrenzt, um die Vielfalt in Anspruch

nehmen zu können?

Wir können uns ja alle nicht beklagen:

Mit Handball, Basketball,

Eishockey, selbst mit Fußball sind

wir alle mit dem Zuschauerschnitt

im vorderen Teil der Ligen. Wir haben

ja Konzepte mit Hilfe unserer

Sponsoren, die Ticketpreise sind

angepasst und nicht zu vergleichen

mit anderen Städten. Unsere Profiteams

spielen parallel zu den Amateurstaffeln.

Überall sind ausreichend

Zuschauer, weil die Sportbegeisterung

groß ist.

Sie hoffen auf einen Windschatteneffekte

durch den Aufstieg vonUnion?

Es hat sich in derWirtschaft immer

gezeigt: Da,womehr voneinem Produkt

angeboten wird, wird dieser

Markt eher florieren, als dass er kaputtgeht.

DasGespräch führte Karin Bühler.


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 – S eite 25

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Feuilleton

Claus Löser über drei

Filme vonVolker Koepp,

der im Juni 75 wird

Seite 28

„Die Angelegenheit gilt als abgeschlossen.“

Das glaubte jedenfalls der Leiter einer DDR-Behörde in Bezug auf die mysteriösen Prälatenbilder. Seiten 26 und 27

Lilith Stangenberg in der Titelrolle. Den Mund öffnen und zum Mikrofon greifen −damit könnte die Revolution losgehen.

JULIAN RÖDER

Mühen mit Männern

Volksbühne: Stefan Pucher inszeniert Wedekinds „Lulu“ mit Virginie Despentes’

„King Kong Theorie“ als feministisches Empowerment-Drama

VonUlrich Seidler

Aha. Deshalb also der fünffache,

fast das gesamte

Portal der Volksbühne ausfüllende

Rahmen: „Männer

wollten das Objekt ihrer Fantasien

nicht aus dem besonderen Rahmen

heraustreten sehen, in den sie

es einsperrten“, so schreibt Virginie

Despentes in ihrem 2006 erschienenen,

autobiografisch abhebenden feministischen

Pamphlet „King Kong

Theorie“. Dass der Regisseur Stefan

Pucher lange Passagen daraus in seiner

am Donnerstag zur Premiere gekommenen

„Lulu“-Inszenierung deklamieren

lässt, ist noch die beste

Idee des Abends.Obesaber eine gute

Inszenierungsidee ist, dass der Rahmen

die Hauptrolle spielt, ist zu bezweifeln.

Er verstellt die Bühne nicht

nur, sondern erbildet sie, sodass die

Figuren ihn erklettern oder ihm entsteigen

müssen, immer wieder daran

abrutschen, ihn zwar umdrehen,

aber niemals sprengen können, stattdessen,

wenn sie ihn verlassen, ins

Nichts laufen. Pucher macht den

Spielraum Theater zur Gedankenund

Diskursvitrine,die zu Beginn sogar

noch mit Klarsichtfolie verschlossen

ist (Bühne: BarbaraEhnes).

Als Lilith Stangenberg den zitierten

Despentes-Text spricht, steht sie

hoch oben in der lächerlich kleinen

Bildfläche, die die fünf einander umfassenden

Rahmen in ihrer Mitte

noch freilassen. Frank Wedekinds

Lulu ist der Bühne enthoben, ein leider

unüberwindlicher Sicherheitsabstand

hält sie fern−wie groß muss die

Angst der Männer vor den eigenen

Projektionen sein, wenn sie sie derart

weit entrücken und fest einfassen!

Warum sie das tun? „Um die Libido

der Männer zu schützen, die wollen,

dass das Objekt der Begierde an seinem

Platz bleibt, kein Mensch aus

Fleisch und Blut und vor allem

stumm ist“, so die Despentes-Text

sprechende Stangenberg-Lulu weiter.

Das will bekanntlich schon bei

Wedekind nicht so ganz klappen.

Seine Lulu bedient Sehnsüchte und

erfüllt Begierden der Männer und

beutet sie zugleich aus −nicht nur finanziell,

auch das, aber vor allem zu

ihrer eigenen Erhöhung, zum Erwerb

vonMacht, die sie,bis sie am Ende erstochen

wird, gebraucht und die ihr

Lust verschafft. Eine feministische

Empowerment-Geschichte, wenn

man so will −bei der vorallem offenbar

wird, wie leicht es ist, Männer reihenweise

zu demütigen und zu vernichten,

und zwar auch körperlich,

zumal da geistig vonAnfang an nicht

viel kaputt zu machen ist. Lulu tut

dies, indem sie den sittlichen Rahmen,

in dem sie als gebändigte sexuelle

Fantasie gefangen ist, verlässt.

Einen ähnlichen Kampf beschreibt

die im Juni fünfzig werdende

Virginie Despentes in „King Kong

Theorie“, einem humorvollen, bösen,

sinnlichen und reflektierten

Wutausbruch. Als 17-Jährige wurde

sie vergewaltigt und hatte nicht nur

an den Verletzungen der Gewalttat zu

leiden, sondern vielleicht noch mehr

darunter, wie man sie damit allein

ließ, wie man ihr einenTeil der Schuld

zuschob, weil sie sich in Gefahr gebracht

hatte, und darunter, wie man

sie in ihren Freiheiten beschnitt, indem

man sie zwischen Erwartungen

und Anforderungen geschlechtlicher

Zuschreibungen einklemmte und so

zum Objekt degradierte,ihr das Recht

auf Fantasien, Wünsche, auf ihren

Körper nahm.

In „King Kong Theorie“ macht sie

den Mund auf. Sie spricht darin

auch vonihren Erfahrungen mit der

Prostitution, die im Vergleich zum

verdeckten Tauschgeschäft der bürgerlichen

Ehe den zwischengeschlechtlichen

Umgang auf unverblümtere

Weise regele und, wenn

die Bedingungen stimmen, Frauen

einen selbstbestimmten Gelderwerb

ermögliche. Prostitution und

Pornografie würden künstlich in die

Schmuddelecke verbannt, weil hier

die Geschäftsverhältnisse zwischen

den Geschlechtern geklärt sind und

das Spiel als Illusion verabredet ist −

wenn auch meist als ein Spiel von

nicht gerade bereichernden Männerfantasien.

Dass Depentes, die nach eigenem

Bekenntnis aus dem Punkrock

kommt, als Opfer selbst auch

VIRGINIE DESPENTES

Biografie: Virginie Despentes wurde am 13. Juni 1969 in Nancy als Tochter links engagierter

Postangestellter geboren. 1986 bis 1993 lebte sie in dem Lyoner Stadtteil Pentes de la Croix-

Rousse, vondem sich ihr Künstlername herleitet.

Werk: Ihr Roman und Film „Baise-moi“ (Fick mich, 2000) löste wegendrastischer Gewaltund

Sexszenen Skandale aus −und machte sie berühmt. 2006 erschien das autobiografische

Pamphlet „King Kong Theorie“. Spätestens mit der Vernon-Subutex-Roman-Trilogie wandelte

sich ihr Imagevon derSkandalautorin zur preisgekrönten Literatin.

von erregenden Vorstellungen

spricht, die durchaus mit Gewalt

zu tun haben dürfen, wird für

manche Leserin, manchen Leser

erst einmal schwer zu begreifen

sein. Dabei braucht man nur zu

akzeptieren, dass das Ich nicht

Herr im eigenen Haus ist und dass

es nicht hilft, die Türen zu verrammeln.

„Unsere sexuellen Fantasien

sprechen auf die gleiche Art von

uns wie die verschlüsselten

Träume. Sie sagen nichts aus über

das,was wir tatsächlich erleben wollen.

Wasuns erregt oder nicht erregt,

kommt aus unkontrollierbaren, verborgenen

Zonen und stimmt selten

mit dem überein, was wir uns bewusst

wünschen.“

Aber zurück ins Theater, dessen

Existenzberechtigung darin besteht,

einen gerahmten Schutzraum zu

bieten. Stefan Pucher interessiert

sich offenbar nur für diesen Rahmen,

nicht für den Raum. Er demonstriertThesen

–postpathetisch,

postironisch und postglamourös.

Die Schauspieler agieren künstlich

und überzogen, sie machen uns und

einander etwas vor − mit großer

Geste, die zugleich immer die Mühe

mittransportiert, die zu ihrer Ausführung

nötig ist, und die überwältigende

Müdigkeit, die aus ihr folgt.

DieMänner brüllen und zappeln betont

lächerlich herum, ohne dass

man sich fürchten müsste. Sie leben

freudlos und plump ihre lächerlichen

Eitelkeiten aus, ohne dass sie

imstande wären, Lulu die Show zu

stehlen. Undwenn sie weinen, dann

nicht, wie es im Text heißt, wie Kinder,

sondern wie schlechte Schauspieler.

Leider fällt so auch ein Schatten

auf die Macht, die Lulu über diese

Männer hat. Warum gibt sie sich

überhaupt mit diesen hysterischen,

ihr in allem vonBeginn an unterlegenen

Sklaven ab? Sie wechselt Perücken

und Kostüme, sie küsst die

Männer, besteigt sie, betrügt sie, erschießt

sie −aber in keinem Moment

gewinnt sie ihnen etwas Brauchbaresab,

schon gar keine Lust, sondern

sie wird immer nur unglücklicher

und vorallem müder.

Diese Ermächtigung scheint einfach

zu viel Arbeit zu machen. Egal,

ob sie zum Mikrofon greift, wenn sie

zum live und viel zu laut eingespielten

eklektizistischen Elektropop

(Réka Csiszér, Michael Mühlhaus

und Sarah Maria Sander) singt, oder

ob sie sich bewaffnet und sich gemeinsam

mit der lesbischen Gräfin

Geschwitz (SandraGerling) aus dem

Theater freischießt. Und hilft es ihrem

Kampf überhaupt weiter, wenn

sie schließlich die Volksbühne anzünden?

Ja, das Theater ist der Ort, an

dem Menschen auf Rollen reduziert,

Bedeutungen produziert,

Zeichen in Zusammenhänge gebracht,

Klischees reproduziert

werden −all das, was in der Wirklichkeit

und im Leben auch passiert,

mit dem Nachteil, dass man

da draußen teilnimmt, drinsteckt,

unterworfen und gefangen ist. Nur

mithilfe der Reflexion, also mithilfe

dessen, was Theater ausmacht,

kann man sich Bewusstsein

über diese Mechanismen verschaffen

und mit ihnen spielen.

Ausgerechnet diesen Schutzraum

der Freiheit abzufackeln, das könnte

als starkes Fanal gemeint sein, aber

so groß ist das Bedauern hier wohl

doch nicht, nachdem Pucher deutlich

macht, dass ihn die Möglichkeiten,

die das Theater und das Spiel

bieten, wenig interessieren. Oder hat

er Angst, in die Falle der Reproduktion

zu treten, die man ihm als Mann

natürlich zum Vorwurf machen

würde? Deshalb die Flucht vorSinnlichkeit

und Erotik? Vorauseilende

Enthaltsamkeit wäre das Gegenteil

dessen, was wir Despentes und Wedekind

verdanken.

Lulu 1.,6., 13. Juni, 19.30Uhr,

Volksbühne, Karten:24065777oder:

volksbuehne.berlin

Ulrich Seidler

rät vonBrandstiftung

im Theater ab.


26 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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Feuilleton

SONNTAGSKRIMI

Entschuldige,

wo leben

wir hier!

VonFrank Junghänel

Dawaren sie aber fix, die Wiener.

So heißt es auch an einer Stelle

dieses Films: „Manchmal geht es in

Österreich schneller,als man denkt.“

Der neue Fall für die alten Spezis

Moritz Eisner und Bibi Fellner dreht

sich um einen Politiker, der sich als

„selbst ernannte Reinigungskraft der

Nation“ aufspielt, wie Moritz mit

verkniffenem Gesicht befindet. Es

muss gar kein Parteiname genannt

werden, um die politische Farbe des

Saubermannes Raoul Ladurner

(Cornelius Obonya) ahnen zu können.

Sein Kampf gegen Korruption

gerät allerdings etwas ins Zwielicht,

als sein privater Kontakt zu der

ukrainischen Geschäftsfrau Natalia

Petrenko (Dorka Gryllus) ins Spiel

kommt, gegen die er eigentlich einen

Untersuchungsausschuss leitet.

Zwar gibt es keine Videoaffäre, aber

einen gefinkelten Innenminister,der

die Ermittlungen in die gewünschte

Richtung lenken will, wobei wir nun

endlich beim Sonntagsmord wären.

Frau und Tochter dieses dubiosen

Politikers werden in ihrer Villa Opfer

eines Raubüberfalls, die Frau stirbt,

das Kind liegt im Koma.

UliBrée (Drehbuch) und Catalina

Molina (Regie) halten lange offen, in

welche Richtung sich die Geschichte

bewegt. Das Ganze beginnt launig

mit Wiener Schnitzel und Kleiner

Nachtmusik, wandelt sich dann zu

einem Politthriller, um schließlich

ein Familiendrama zu offenbaren.

Oder sitzen die Zuschauer wie auch

die Ermittler den Manipulationen

von Ladurner auf? Der Fall nimmt

mysteriöse Wendungen, die nicht

immer ganz plausibel wirken, dafür

aber die Spannung konstant hoch

halten, was ja auch schon was ist.

Der mal mehr, mal weniger subtile

politische Druck im Hintergrund

formuliert sich in einem Satz des

Vorgesetzten Ernstl: „Ich kann auch

oft nicht so,wie ich will.“ UndMoritz

Eisner kontert an anderer Stelle:

„Entschuldige bitte, woleben wir!“

So sind in diesem „Tatort“, dessen

Drehzeit ja Monate zurückliegt, die

seismischen Schwingungen in der

österreichischen Tektonik zu spüren,

die sich jetzt in einem politischen

Erdbeben entladen haben, wie es

immer so schön heißt.

Tatort–Glück allein So,20.15 Uhr, ARD

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi

Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln –

hoch aktuell –imWiener Polit-Milieu. ARD

TOP 10

Donnerstag,30. Mai

1 Tagesschau ARD 4,51 17 %

2 Wenn Frauen... ZDF 3,75 13 %

3 Hirschhausens Quiz ARD 3,49 12 %

4 heute-journal ZDF 3,09 11 %

5 heute ZDF 3,03 15 %

6 Vaiana Sat.1 3,00 10 %

7 RTL aktuell RTL 2,52 14 %

8 Bares für Rares ZDF 2,51 19 %

9 Tagesthemen ARD 2,49 10 %

10 Maybritt Illner ZDF 2,47 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %

Als Bundeskanzler Helmut

Kohl am 30. Mai 1994 zum

deutsch-französischen

Gipfel ins elsässische

Mülhausen reiste, hatte er für

Staatspräsident François Mitterrand

ein besonderes Geschenk dabei.

Es war das 1869 entstandene

Ölgemälde „Route, effet de neige,

soleil couchant“ (Schnee in der untergehenden

Sonne) von Claude

Monet, das –zusammen mit weiteren

27Werken überwiegend französischer

Impressionisten – während

der deutschen Besetzung

Frankreichs geraubt worden war.

Nach Kriegsende hatte sich die

Spur der Bilder verloren. Erst 1990

spürte das französische Magazin

L’Express den Kunstschatz auf der

Museumsinsel auf. Dort lagerten

die Bilder seit Mitte der 70er-Jahre

in einem Holzschrank.

Glückliches Ende einer Irrfahrt

Ende Juni 1994, wenige Wochen

nach dem Gipfeltreffen im Elsass,

gab Deutschland schließlich auch

die restlichen geraubten Bilder

aus dem Schrank an Frankreich

zurück. Fast ein halbes Jahrhundert

nach Kriegsende schien damit

die Irrfahrt des geheimnisvollen

Bilderschatzes ein glückliches

Ende zu nehmen. Dennoch blieben

viele Fragen offen: Wer waren

die ursprünglichen Besitzer dieser

Gemälde? Wiegelangten die Bilder

in den Schrank der Nationalgalerie?

Hatte sich die DDR um die

Rückgabe der Bilder an Frankreich

bemüht oder versteckte man den

Schatz, um ihn irgendwann auf

dem grauen Kunstmarkt gegen

harte Devisen zu verkaufen?

25 Jahre nach der Rückgabe der

Raubkunst an Frankreich lassen

sich diese Fragen nach Recherchen

im Archiv der Staatlichen

Museen zu Berlin und in der Stasi-

Unterlagenbehörde weitgehend

beantworten.

Zugleich ist die Geschichte ein

Lehrstück darüber, wie Regierungen

und Museen Verantwortung

übernehmen können für ein Unrecht,

das sie selbst nicht begangen

haben. Indem sie nämlich versuchen,

einen direkten und schnellen

Wegder Wiedergutmachung zu finden,

anstatt sich hinter Paragraphen

zu verschanzen. Dass politische

Gegebenheiten solche Lösungen

mitunter auch komplizieren

und verzögern können, wird man

in der folgenden Geschichte zwar

auch sehen. Dennoch steht der Fall

der sogenannten Prälatenbilder für

einen verantwortungsvollen Umgang

mit NS-Raubgut, der sich

deutlich abhebt von dem oftmals

unwürdigen Gezerre um Provenienzen

und Nachweispflichten der

jüngsten Zeit.

Die erstaunliche Geschichte der

sogenannten Prälatenbilder beginnt

im Dezember des Jahres

1971. Prälat Heinrich Solbach, Finanzdirektor

im Erzbischöflichen

Kommissariat in Magdeburg,

nahm damals einem Bekannten

aus der Elbestadt die Beichte ab.

Später kehrte der Mann noch einmal

zurück zum Prälaten und

übergab ihm zwei Koffer. Der Kirchenmann

solle doch bitte dafür

sorgen, dass der Inhalt der beiden

Koffer an die rechtmäßigen Eigentümer

zurückgeht, bat er. Als der

Prälat in seinem Dienstzimmer die

Behältnisse öffnete, fand er darin

28 kleinformatige Gemälde, Pastelle,

Zeichnungen und Aquarelle.

Schon wenige Tage später

wandte sich Solbach an das Institut

für Denkmalpflege in Halle/Saale,

mit dem er in seiner kirchlichen

Funktion häufig zusammenarbeitete,

und bat um eine Expertise der

Kunstwerke. Der Landeskonservator

reiste an –und alarmierte noch

vor Weihnachten das Kulturministerium

in Berlin. Bei den an die katholischen

Kirche übergebenen

Raubkunstwerken handele es sich

um Bilder berühmter Künstler,darunter

Cézanne,Courbet, Delacroix,

Gauguin, Manet, Monet und Renoir,

informierte er SED-Vizekulturminister

Kurt Bork. Allerdings

fehle jede Spur zu den letzten Eigentümern,

denen die Bilder geraubt

wurden, heißt es in dem Bericht.

Vondem Unbekannten, der die

Koffer mit den Gemälden an die

Kirche übergeben hatte, war keine

Aufklärung zu erwarten. Er wollte

anonym bleiben, und auch Prälat

Solbach weigerte sich unter Verweis

auf das Beichtgeheimnis,

seine Identität preiszugeben. Gegenüber

DDR-Verantwortlichen

gab er lediglich an, es handele sich

bei dem Mann um den einstigen

Burschen eines deutschen Wehr-

Kohl und Mitterrand 1994 im elsässischen Mülhausen

Monet

und

Manet

aus dem

Koffer

Vor25Jahren gab Bundeskanzler

Helmut Kohl 28 von den Nazis geraubte

Bilder an Frankreich zurück. Warum

lagen sie zuvor so lange in einem

Holzschrank der Nationalgalerie in

Ost-Berlin? Und wie kamen sie dahin?

Die Geschichte einer geheimnisvollen

Odyssee.

machtsoffiziers. Dieser habe ihn

vor Kriegsende damit betraut, einen

Koffer mit den Bildern für ihn

nach Deutschland zu bringen.

Zwar habe sich der Offizier nie

mehr gemeldet, aber der ehemalige

Soldat bewahrte den Koffer

mit den Bildern dennoch auf, bis

er sie kurz vor seinem Tod übergab,

erzählte Solbach.

Eine falsche Spur

Es scheint jedoch, dass der Prälat in

seiner Schilderung eine falsche

Spur für die DDR-Behörden legte.

Denn als deutsche Zeitungen die

von L’Express enthüllte Geschichte

der Prälatenbilder aufgriffen, meldeten

sich bei den Staatlichen Museen

zu Berlin mehrere Personen

mit Hinweisen darauf, wer der geheimnisvolle

Unbekannte mit den

Koffern gewesen sein könnte. Darunter

waren auch gute Bekannte

des 1976 verstorbenen Prälaten,

die sich daran erinnerten, dass Solbach

ihnen eine andereGeschichte

über die Herkunft der Koffer erzählt

habe: Demnach stammten sie

aus dem Nachlass eines in Frankreich

gefallenen Offiziers und waren

von dessen Vater bis 1971 aufbewahrtworden.

VonAndreas Förster

MUSÉE DES BEAUX-ARTS DE ROUEN

Im Mai 1972 übergab Prälat Solbach

die 28 Bilder seines Beichtsohnes

in Absprache mit dem

DDR-Kulturministerium zur

„einstweiligen Verwahrung“ an die

Generaldirektion der Berliner Museen.

In einem Protokoll wird als

Ziel der Übergabe die ordnungsgemäße

Erhaltung der Kunstwerke

festgehalten, „bis sie baldmöglichst

den rechtmäßigen Besitzern

in Frankreich zugestellt werden

können“. Dass die Bilder in den folgenden

18 Jahren jedoch in einem

gerade mal 1,20 Meter hohen und

1,50 Meter breiten Holzschrank im

Kustos-Büro der Nationalgalerie

verschwinden würden, bevor sie

französische Journalisten finden

sollten, ahnte zu diesem Zeitpunkt

vermutlich niemand.

Tatsächlich hatte die DDR die

Prälatenbilder –anders als in vielen

Medien 1991 behauptet –vor Paris

nicht versteckt. Den imArchiv der

Staatlichen Museen aufbewahrten

Unterlagen zufolge war Frankreich

bereits im Juni 1975 erstmals eine

Liste der aus Magdeburgstammenden

Raubkunstwerke übergeben

worden. Anlass waren die wenige

Jahre zuvor aufgenommenen Verhandlungen

zwischen Paris und

Berlin über offene Vermögensfragen

und französische Eigentumsansprüche

in der DDR. Bei den in

regelmäßigen Abständen stattfindenden

Konsultationen waren vorliegenden

Protokollen zufolge stets

auch die Prälatenbilder Gegenstand

der Beratungen. Allerdings

wurden die Nachforschungen zur

Provenienz der Werke inParis offenbar

nicht mit besonderem

Nachdruck betrieben. Bis 1980

hatte Frankreich lediglich herausgefunden,

dass die Gemälde weder

dem Staat noch Staatlichen Museen

gehören, mithin also aus Privatsammlungen

stammen müssen.

Ein geplanter Schwarzverkauf

Der Umstand, dass Paris und Ost-

Berlin in den Verhandlungen über

die Prälatenbilder nicht vorankamen,

weckte Begehrlichkeiten bei

der KoKo. Hinter der Abkürzung

KoKo verbarg sich die Kommerzielle

Koordinierung, ein spezieller

Bereich des DDR-Außenhandelsministeriums.Die

vondem Staatssekretär

und Stasi-Oberst Alexander

Schalck-Golodkowski geleitete

KoKo dirigierte ein undurchsichtiges,

über West und Ost verteiltes

Netz von Handelsfirmen, die mit

legalen und illegalen Geschäften

Devisen für die darbende DDR-

Wirtschaft beschafften. Zu dem

Firmenimperium gehörte auch die

in Mühlenbeck bei Berlin ansässige

Kunst und Antiquitäten

GmbH (KuA), die unter anderem

wertvolle Kunstwerke aus ostdeutschen

Museen und von enteigneten

DDR-Sammlern gegen harte

D-Mark an westdeutsche Kunsthändler

verkaufte. Im Sommer

1980 bereitete die KuA bereits einen

illegalen Verkauf der Prälatenbilder

vor.

Der damalige KuA-Geschäftsführer

Horst Schuster hatte dem

aus Las Vegas stammenden amerikanischen

Geschäftsmann Edwin

Slade, dem er bereits wertvolle Altaktien

aus dem Keller der ehemaligen

Reichsbank in Berlin-Mitte

verkauft hatte,von den Prälatenbilder

erzählt. Da diese vermutlich

aus jüdischem Besitz stammten,

könnten sie nicht offiziell verkauft

werden, hatte Schuster gesagt. Der

Amerikaner wusste Rat: Er habe einen

Einzelkunden, der alle Bilder

für seine Privatsammlung kaufen


Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 27

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Feuilleton

NACHRICHTEN

Büro von Al-Dschasira im

Sudan geschlossen

DerMilitärrat im Sudan hat nach Angaben

des arabischen Fernsehsenders

Al-Dschasiradessen Büroinder

Hauptstadt Khartum geschlossen.

DenKorrespondenten und Mitarbeiterndes

Senders sei mit sofortiger

Wirkung die Arbeitserlaubnis entzogen

worden, berichtete der Sender

am Donnerstag auf seiner Website.

Al-Dschasirahatte regelmäßig über

die Demonstrationen im Sudan berichtet.

Dorthat nach dem Sturzdes

autoritären Staatschefs Omar al-Baschir

infolge vonmonatelangen

Massenprotesten ein Militärrat die

Führung übernommen. Mitdiesem

einigte sich die Protestbewegung

Mitte Maidarauf, dass ein gemeinsamer

Übergangsrat die Geschicke des

Landes in den nächsten drei Jahren

lenken soll. Seither herrscht aber

Streit darüber,welche Seite dieses

Gremium führen soll. (AFP)

Claude Monets Gemälde „Schnee in der untergehenden Sonne“, das eine Straße in Louveciennes bei Paris zeigt, wurde während der deutschen Besetzung Frankreichs geraubt .

würde. „Slade bot einen Preis von

700 000 Dollar als Diskussionsgrundlage

an“, heißt es in einem

Schreiben Schusters an Manfred

Seidel, Schalcks Vize bei der KoKo,

vom 28. August 1980. „Zweifellos

übersteigt der Handelswertder Gegenstände

diese Summe bei weitem.

Sie ist jedoch nur dann zu erzielen,

wenn man öffentlich diese

Kunstgegenstände verkaufen kann,

was aus begreiflichen Gründen

nicht möglich ist.“

Weitere Unterlagen zu dem geplanten

Schwarzverkauf der Kunstwerke

finden sich weder in den Akten

des Staatssicherheitsdienstes

noch in den überlieferten KoKo-

Beständen. Es kann aber mit einiger

Sicherheit davon ausgegangen

werden, dass Schalck und sein Vize

Seidel mit entsprechenden Überlegungen

im DDR-Kulturministerium

abgeblitzt sind. Unddas nicht

nur wegen des geradezu unverschämt

niedrigen Kaufpreisangebots

aus den USA –schon bei der

Übernahme der Kunstwerke 1972

schätzten Experten den Wert der

Bilder auf zwei Millionen D-Mark.

Noch schwerer ins Gewicht dürfte

die Tatsache gefallen sein, dass

Ost-Berlin in den Verhandlungen

mit Paris bereits die Existenz des

Raubguts bekannt gemacht hatte.

Ein Verkauf der Bilder, wohin auch

immer, war damit unmöglich geworden,

wollte man keine diplomatischen

Verwicklungen mit

Frankreich riskieren.

Paris war wählerisch

Möglicherweise aber hatte das unmoralische

Angebot der KoKo dafür

gesorgt, dass die DDR nun darauf

drängte, die Prälatenbilder

endlich loszuwerden. Im November

1980 schlug man Frankreich in

den bilateralen Konsultationen

über offene Vermögensfragen eine

Übergabe der Bilder vor. Die Rückführung

könne auf der Grundlage

eines Notenwechsels zwischen den

Außenministerien beider Staaten

durchgeführt werden, heißt es in

einer Direktive der Ost-Berliner

Seite für die Verhandlungen. Aber

Pariswollte gar nicht den gesamten

Kunstschatz. Im Jahr 1983 übergaben

die Franzosen eine Liste jener

Bilder, die sie zurückhaben wollen.

Die DDR-Unterhändler reagierten

enttäuscht: „Dabei hat die französische

Seite insgesamt 15 Kunstwerke

der bekanntesten französischen

Impressionisten ausgewählt

…und die Bilder weniger bekannter

Künstler …außer Acht gelassen.

Ein anderer Gesichtspunkt als der

Wert der Bilder ist für die Auswahl

der französischen Seite nicht erkennbar“,

heißt es in einem Bericht.

Nach 1989 weiter im Schrank

Weil Ost-Berlin aber auf der Rückgabe

sämtlicher 28 Prälatenbilder

bestand, kam eine Einigung bis

zum Ende der DDR nicht mehr zustande.

„Die Angelegenheit gilt

zwischenstaatlich als abgeschlossen

und wird von den Regierungen

nicht weiter verfolgt“, heißt es in

einem Schreiben von dem –indie

jahrelangen Verhandlungen einbezogenen

–Leiter des Ost-Berliner

Amtes für Rechtsschutz des DDR-

Vermögens an die Nationalgalerie

vom März 1989. Deshalb stimmte

das Amt nun auch zu, die Kunstwerke

„in die ständige Ausstellung

der Nationalgalerie zu integrieren“.

Soweit kam es dann aber doch

nicht mehr. Die politische Lage in

der DDR spitzte sich im Verlaufe

des Jahres 1989 immer mehr zu, bis

der Mauerfall alle bis dato erlassenen

Gesetze und Entscheidungen

infrage stellte. Und so blieben die

Kunstwerke weiterhin in dem nicht

besonders gesicherten Holzschrank

des Kustos der Nationalgalerie

verborgen.

Bis zum 4. Dezember 1990, als

der französische Journalist Jean-

Marc Gonin von L’Express beim

Generaldirektor der Staatlichen

Museen zu Berlin, Günther Schade,

erschien. Gonin und seinen Kollegen

waren französische Unterlagen

aus den Verhandlungen mit Ost-

Berlin zugespielt worden, in denen

es um die Prälatenbilder ging. Gut

drei Wochen später erschien das

Pariser Magazin mit einer langen

Titelgeschichte „Das Geheimnis

der Museen von Berlin“ und vielen

Fotos der 18 Jahre auf der Museumsinsel

versteckten Kunstwerke.

DieStoryerregte weltweites Aufsehen.

Die Bilder wurden nun endlich

aus dem Schrank geholt und in

den folgenden Jahren in Berlin und

Bonn ausgestellt, bis sie Frankreich

im Sommer 1994 endlich zurückbekam.

Der Rückgabe vorausgegangen

waren allerdings auch diesmal

komplizierte Verhandlungen

zwischen Bonn und Paris, da die

Bundesrepublik zunächst einen

von Paris erhobenen pauschalen

Herausgabeanspruch für alle Bilder

zurückwies. Bonn beharrte

stattdessen auf konkreten Eigentümernachweisen

für die aus privaten

Sammlungen stammenden Bilder.

Schließlich fügten sich die

Deutschen jedoch, möglicherweise

telefonische Anzeigenannahme: 030 2327-50

auch auf Druck aus dem Kanzleramt,

weil Helmut Kohl für den Gipfel

im Elsass ein passendes Gastgeschenk

mitbringen wollte.

Auch in Paris wurden die Prälatenbilder

später in einer Schau gezeigt.

Weitere Ausstellungen fanden

noch einmal 2008 statt, in Paris

und Jerusalem. Aber die Hoffnung,

dass sich die ehemaligen Besitzer

oder ihre Erben melden würden,

hat sich nur teilweise erfüllt. Bis

heute konnten die Eigentümer von

kultur pur

MUSÉE DES BEAUX-ARTS DE ROUEN

lediglich sieben der 28 Kunstwerke

gefunden werden. Dierestlichen 21

Bilder, darunter Werke von Monet,

Delacroix und Seurat,werden nach

wie vor treuhänderisch verwahrt

vomfranzösischen Verband der nationalen

Museen.

Andreas Förster

recherchierteinen erstaunlichen

Raubkunstfall.

ZUKÜNFTIG IN DER BERLIN

AUSSTELLUNG IM HUMBOLDT FORUM

Illegale Giacometti-Kopien

auf Sizilien ausgestellt

Eine Ausstellung auf Sizilien soll illegale

Kopien vonzweiBronze-Skulpturen

des Schweizer Bildhauers Alberto

Giacometti (1901–1966) gezeigt

haben. DieObjekte,die auch

gefälschte Künstlersignaturen getragen

hätten, seien beschlagnahmt

worden, teilte die Polizei am Freitag

mit. Dieauf Kunst spezialisierte Polizei-Einheit

habe im Rahmen ihrer

Ermittlungen und auch unter Zuhilfenahme

des Archivs der Giacometti

Foundation in Paris„eindeutige Hinweise“

darauf gefunden, dass die

Skulpturen gefälscht seien. Siewaren

im Rahmen einer zeitgenössischen

Kunstschau –die im Titel auch mit

dem Namen Giacomettis warb –in

den Räumen eines ehemaligen Klosters

in Syrakus ausgestellt worden.

EinSprecher des Kulturvereins Sicilia

Musei, der die Ausstellung organisierte,kommentierte

den Vorfall auf

Anfrage zunächst nicht. DieAusstellung

sei wegen „Wartungsarbeiten“

zwischenzeitlich geschlossen gewesen,

öffne aber in den kommenden

Tagen, sagte er. (dpa)


28 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

Pilotenhemd und Lederhose

Inden letzten Jahren ist man dazu übergegangen, Bryan Ferryvor allem als

Stilikone wahrzunehmen. Dazu hat er sich bisweilen selbst angeboten. In

Berlin wurde 2011 eine Ausstellung gezeigt, die den einstigen Frontmann von

Roxy Music im Wandel der Anzug- und sonstigen Männermoden seit den

70er-Jahren zeigte. Und wenn er passend dazu Konzerte gab, saßen die wie

das gut geschnittene Outfit seiner Gesamterscheinung. Bryan Ferry geht

nicht mehr auf Tournee, wie es gewöhnlichen Popstars abverlangt wird. Er

kommt als der Mann, der die glamouröse Geschichte seiner vielen kunstvollen

Wendungen mit sich herumträgt. So trat er auch in der TV-Serie „Babylon

Berlin“ in Erscheinung, als er dem glitzernden Historien-Pop-Spektakel einen

stilvollen Gastauftritt spendierte. Und so darf man ihn sich auch heute

vorstellen und wünschen, dass er einen ansehnlichen Querschnitt seiner

über 40 Jahrewährenden Art-Rock-Karriereabliefert. HarryNutt

BryanFerry 20 Uhr,Tempodrom,Möckernstraße 10

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Max und Moritz

20.00 Kleines Haus: Wheeler

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Die Zauberflöte

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.00: Autorentheatertage: Wut

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: DieSanfte

Hamburger Bahnhof /Museum für GegenwartBerlin

(& 39 78 34 11) 19.00, 21.30: Flying Pictures

(Flying Steps &Osgemeos)

HAU1(&25 90 04 27)

19.00: Performing Arts Festival: Reflection

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: VanDijk |Eyal(Staatsballett Berlin)

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 20.00: Der Raub der Sabinerinnen

Prime Time Theater (& 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding (Sitcom –

Folge122: Das Weddingstock-Festival)

Prolog-Bühne (Open Air) (& 54 90 51 92)

19.30: Romeo&Julia /Die Fremden (Globe Ensemble

Berlin)

Schaubühne (& 89 00 23)

17.00 Saal B: abgrund

19.30: Champignol wider Willen

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Charlys Tante

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

19.00: Pelléas et Mélisande

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Shakespeares sämtliche Werke(in 90

Minuten!)

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.30: Lulu

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Pigor singt. Benedikt Eichhornmuss begleiten.

Volumen 9

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

20.30: Stars in Concert

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30, 19.30: Vivid

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Ill-Young Kim, Helmuth Steierwald,

Hennes Bender u. a., Mod.: Sascha Korf)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Ju-Rim (Mod.)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue ManGroup –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

15.00, 19.30: The Band –Das Musical

20.00 Wolfgang-Neuss-Salon:zwischen.spiel (frei.

wild)

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Let’sTwist Again! –Rockabilly Hits &Acrobatics

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

14.00Gr. Saal: Konzerthausorchester Berlin, Ltg.

Giedre Šlekyte, Konzert, Haydn: Konzertfür Violoncello

und Orchester C-Dur; Bizet: Sinfonie Nr.1C-Dur

19.00 Kl. Saal: Galakonzertder Internationalen Musikakademie,

Werkevon Bach, Vivaldi, Brahms u.a.

21.00 Werner-Otto-Saal: Hope@9pm–Musik und Talk

mit Daniel Hope, Gast: Matthias Brandt, mit Jacques

Ammon (Klavier)

Anzeige

Foto: Marco Borggreve

So 26.03.2017 ·20.00 Uhr

KONZERTHAUS BERLIN ·Großer Saal

FRANCESCO

PIEMONTESI

POP

SONNABEND

Philharmonie (& 25 48 83 01)

18.00: Einführung (Berliner Philharmoniker)

19.00: Berliner Philharmoniker,Bruno Delepelaire

(Violoncello), Ltg.Michael Sanderling,Haydn: Konzert

für Violoncello und Orchester Nr.2D-Dur;Schostakowitsch:

Symphonie Nr.7C-Dur op. 60 „Leningrad“

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: Berlin trifft Korea: Kammersymphonie Berlin,

Seoul Tutti-Ensemble, Ltg.Jürgen Bruns, Hanns Eisler:

5Stückefür Orchester „The 400 Million“; Young-Eun

Paik: Song of aMan Resting in Peace für Daegeum und

Orchester;Isang Yun: Doppelkonzertfür Oboe, Harfe

und Kammerorchester;W.A. Mozart: Exsultate jubilate

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

15.00 Studio: Mathilde, die Mathe-Ratte, Robert

Metcalf (ab 5J.)

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

10.00: Internationales Kindertagsfestival

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

16.00: Flimmer-Billy (ab 5J.)

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

19.00 Alter Orchesterprobensaal:Die Liebe zu den

drei Orangen, JungeStaatsoper &Kinderopernhaus

Berlin, Musiktheater

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

16.00: Bettina bummelt,Martin Clausen und Peter

Trabner,Tanzstück (ab 5bis 10 J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

14.00: MitRaketen zu Planeten

15.30: Raumschiff Erde

LITERATUR/VORTRAG

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.30: Autorentheatertage: Menschen Tiere Religionen,

Leseparcours mit neuen Texten vonSvenja Viola

Bungarten, Caren Jeßund Nele Stuhler

22.00: Autorentheatertage: Autorinnensalon,

Kulturbrauerei/Alte Kantine (& 44 31 50)

20.00: Kantinenlesen –Das Gipfeltreffen der Berliner

Lesebühnen, Dan Richter und Gäste

Literaturhaus Berlin (& 88 72 86 -0)

20.00: Manns Kinder VI: Wälsungenblut, Thomas

Mann, mit Blache Kommerell

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00 RoterSalon: Vierzehn Tage –Sommernovelle,

Holger Brüns, Buchpremiere mit Überraschungsgästen

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: „Nudel im Wind“ plus Best of bisher,Jürgen

vonder Lippe

KONZERT

Freilichtbühne an der Zitadelle (& 333 40 22)

20.00: More Town Soul

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

21.00: Niciton,Gast: Alma Naidu

Parkbühne Wuhlheide (An der Wuhlheide)

16.30: Peace XPeace:Alligatoah, Silbermond, Fettes

Brot, Gentleman, Alice Merton, Lea, SDP,Matthias

Schweighöfer,Drangsal, Die Orsons, Lary, Nico Santos

Quasimodo (& 318 04 56 70)

22.00: Delvon LamarrOrgan Trio

Tempodrom (& 69 53 38 85)

20.00: BryanFerry,Paradisia

Waldbühne (& 018 06 57 00 70)

19.30: The Kelly Family,WeGiveLove

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

21.00: Maria Schüritz

BALLROOM

Strandbar Mitte (Monbijoustr.3)

16.00: Argentinischer Tango, Ilana

20.00: Schwoof, Antoine

EinSommernachtstraum

Schauspiel mitBühnenmusik

Klavier

KONZERTHAUS

ORCHESTER

07.06. ·08.06.·09.06.2019 BERLIN

KONZERTHAUSORCHESTERBERLIN · OLARIELTS Dirigent

ELLERHEIN GIRLS´ CHOIR · THEATERENSEMBLE NO99

FelixMendelssohn Bartholdy "Ein Sommernachtstraum" op. 61

KONZERTHAUS BERLIN·GROSSER SAAL

ELIAHUINBAL Dirigent

Beethoven Klavierkonzert

Nr.2B-Dur op. 19

Mahler Sinfonie Nr.1D-Dur

Ticket-Hotline 030 ·203092101,konzerthaus.de

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Rocketman 14.15,

17.00, 20.00, Sa a. 23.00

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Monsieur Claude II 15.30,

20.30; Peter Lindbergh 17.50; Matinee: Exhibition on

Screen: Rembrandt: Aus der National Gallery, London und

dem Rijksmuseum, Amsterdam So 11.00; Peter Lindbergh

(OmU) So 13.00

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Rocketman 15.00,

17.40, 20.30; Matinee: Sunset Over Hollywood So 12.45

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Roads (OmU) 13.50, 16.10,

18.30, 20.50; Matinee: Der Boden unter den Füßen So

11.15; Rocketman (OF) 15.30, 18.15, 21.00; Matinee: Atlas

So 11.00; Das schönste Paar So 13.20; All My Loving

15.10, 17.50, 20.30, So a. 12.30; VanGogh 15.00, 17.30,

20.00; VanGogh –AtEternity‘s Gate (OmU) So 12.30; Das

Familienfoto 15.15; Das Ende der Wahrheit 17.30, 20.00;

Matinee: Kleine Germanen So 11.00; Matinee: Mid90s

(OmU) So 13.00; High Life 15.30; High Life (OmU) 18.00,

20.30; Matinee: Klasse DeutschSo11.15;Christo –Walking

on Water (OmU) So 13.15; Edie (OmU) 14.30; Stan &Ollie

(OmU) 16.45; Greta (OmU) 19.00; Blown Away21.15; Matinee:

RBG –Ein Leben für die Gerechtigkeit (OmU) So 12.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Peter Lindbergh (OmU) Sa

15.30; Stan &Ollie 18.00; All MyLoving 20.00, Saa.

22.15; Teawith the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag

So 15.30; Alfons Zitterbacke–Das Chaos ist zurück 15.00;

Tea with the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag –

Nothing Like aDame (OmU) Sa 18.15; Under the Tree

20.15; Get Out Sa 22.15; Peter Lindbergh (OmU) So 17.45

Kant Kino (✆ 319 98 66) Mister Link 13.40, 15.40; Roads

15.20, 17.40, 20.00; Matinee: Wieich lernte, bei mir selbst

Kind zu sein So 11.00; Royal Corgi 13.30; Nur eine Frau

14.00, 17.45, 20.00; Ein Gauner &Gentleman So 11.15;

Drachenzähmen leicht gemacht 313.30; Stan &Ollie (m.

Kurzfilm „Das verrückte Klavier“) 18.00, 20.45; Matinee: Tea

with the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag So 11.30;

Edie 15.45, 18.15; Der Flohmarkt von Madame Claire

16.00, 20.30; Matinee: The Favourite –Intrigen und Irrsinn

So 11.30; Aladdin 14.00, 16.45, 19.30; Matinee: Die Berufung:

Ihr Kampf für Gerechtigkeit So 11.30

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Aladdin 11.00; 3D:

Godzilla 214.00; Rocketman 17.00, 20.00; 3D: John Wick

III 23.00; Aladdin 11.30, 14.15; 3D: Aladdin 17.15; John

Wick III 20.15; 3D: Godzilla 223.15; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.20; 3D: Avengers: Endgame 13.45; Rokketman

(OF) 17.40; Ma –Sie sieht alles 20.30; Rocketman

23.00; Avengers: Endgame 11.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.30; John Wick III 17.10; 3D: Aladdin 20.00,

23.00; Rocketman 11.45, 14.40; 3D: Godzilla 217.30,

20.30; Willkommen im Wunder Park 11.00, 12.30; Der Fall

Collini 15.00, 20.15; Ma –Sie sieht alles 17.50; Glam Girls

23.00; Dumbo 12.45; Glam Girls 15.30, 20.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.45; Ma –Sie sieht alles 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Prinzessin Emmy

11.00; Klasse Deutsch (OmU) Sa 12.15; Willkommen im

Wunder Park 13.45; 3D: Drachenzähmen leicht gemacht 3

Sa 15.15; Get Me Some Hair! (OmU) Sa 17.15; Dave Made

aMaze Sa 18.45; Border –Gräns (OmU) 20.15; Der Goldene

Handschuh (DFmenglU) 22.10; Die sagenhaften Vier –

Marnies Welt So 12.15; Drachenzähmen leicht gemacht 3

So 15.15; Berlin Bouncer (OmenglU) So 17.15; Dave Made

aMaze (OmU) So 18.45; Peter Lindbergh (OmU) 11.00; Die

Wiese –Ein Paradies nebenan Sa 12.45; Atlas (OmenglU)

Sa 14.15; Sztuka znikania –The ArtofDisappearing (OmU)

Sa 16.00; Free Solo (OmU) 18.15; Der Prinz und der Dybbuk

–Ksiaze idybuk (OmU) Sa20.00; Diamantino (OmU)

22.00; Beach Bum (OF) Sa 23.30; Pettersson und Findus:

Findus zieht um So 12.45; Weil Du nur einmal lebst –Die

Toten Hosen auf Tour So 14.00; Domino Effekt –Efekt domina

(OmU) So 16.00; Mauerhase –Krolik po berlinsku (OmU)

So 20.00; Antiporno –Antiporuno (OmU) So 23.30; Once

Again –Eine Liebe in Mumbai Sa 11.00; Vice –Der zweite

Mann (OmU) Sa 12.45; Macht das alles einen Sinn? –Und

wenn ja –warum dauert essolange? (DFmenglU) 15.00;

Blown Away (OmU) 16.45; Edie Sa 18.45; Van Gogh –At

Eternity‘s Gate (OmU) 20.30; One Cut of the Dead –Kamera

otomeru na! (OmU) Sa 22.30; Der Junge muss an die

frische Luft So 11.00; Bohemian Rhapsody (OmU) So

12.45; Edie (OmU) So 18.45; The Wild Boys –Les garcons

sauvages (OmU) So 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Die Wiese –Ein Paradies

nebenan 12.15; Edie (OmU) 14.00; Maquia: Eine unsterbliche

Liebesgeschichte Sa 16.00; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft –Mirai no Mirai (OmU) Sa 18.15; „Mir ist es

egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ –

„Imi este indiferent daca in istorie vom intra ca barbari“

(OmU) 20.15; Wir –Us(OmU) Sa 22.50; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft So 16.00; Maquia: Eine unsterbliche

Liebesgeschichte –Sayonara no asa ni yakusoku no hana o

kazaro (OmU) So 18.00; Van Gogh –At Eternity‘s Gate

(OmU) So 22.50; Familie Brasch 12.00; Christo –Walking

on Water (OmU) 14.00; Kleine Germanen 16.00; Sunset

Over Hollywood (OmU) 17.45; The Artist &The Pervert

(OmU) 19.45; Macht das alles einen Sinn? –Und wenn ja

–warum dauert essolange? Sa 21.40; Der Funktionär So

21.40

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Wenn du König wärst

11.00, 13.45; IMAX 3D: Godzilla 211.00, 14.00, 17.00,

20.00, 23.00; Dumbo 11.00, 16.45; Rocketman 11.10,

14.00, 17.15, 20.15, 22.30; Monsieur Claude II 11.15,

13.45, 20.00; John Wick III 11.15, 14.15, 17.00, 20.15,

23.00; 3D: Aladdin 11.15, 14.30, 17.30, 20.15, 23.00;

Shazam! 11.30, 13.45; Willkommen imWunder Park Sa

11.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.45, 14.15;

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks 11.45, 14.00;

Mister Link 12.00, 17.30,Saa.14.40,Soa.14.45; Royal

Corgi 12.15; Ostwind 4–Aris Ankunft 12.15; Aladdin 14.15,

16.30; Der Fall Collini 19.45, 22.45, Sa a. 14.30; Godzilla

214.45, 17.15, 19.30, 22.45; 3D: Avengers: Endgame

14.45, 20.20, 22.00; Avengers: Endgame 16.30, 19.15;

Nur eine Frau 16.45, 23.15; Greta (2019 USA) 16.45,

20.30, 23.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.00,

19.45, 22.30; Das Ende der Wahrheit 17.50; 3D: Godzilla 2

(OF) 18.40; Rocketman (OF) 19.30; Lloronas Fluch 20.30;

John Wick III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF)

22.30; Friedhof der Kuscheltiere 23.15; 3D: Alita: Battle

Angel 23.15; Muklawa So 11.30; Preview: TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang So 14.30

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) #Female Pleasure (OmU)

Sa 16.00, So 18.00; Free Solo (OmU) Sa 18.00, So 16.00;

Atlas 20.00; Antiporno –Antiporuno (OmU) Sa 22.00; Lords

of Chaos (OmU) Sa 23.30; Border –Gräns (OmU) So 22.00;

Berlin Bouncer (OmU) 16.15; Lord of the Toys 18.00; Liebesfilm

(OmenglU) Sa 19.50; Dave Made aMaze (OmU) Sa

21.30; One Cut of the Dead –Kamera otomeruna! (OmU)

Sa 23.05; Berlin Bouncer So 19.50; The Wild Boys –Les

garcons sauvages (OmU) So 21.35

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (✆ 04 51/703 02 00) Avengers:

Endgame 13.00, Sa a. 22.10; Rocketman 13.30, 16.30,

20.10, Sa a. 22.30; Aladdin 13.40, 16.40, 20.15, So a.

11.20; 3D: Godzilla 214.00, 17.10, 19.40, Sa a. 22.45;

3D: Aladdin 14.00, 17.10; Mister Link 14.10, 16.50, So a.

11.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.15, Sa a.

14.20, So a. 11.00; Ma –Sie sieht alles 17.00, 20.00, Sa

a. 23.00; 3D: Avengers: Endgame 19.20; Glam Girls 19.30;

John Wick III 19.50, Sa a. 23.00; The Silence Sa 23.10;

Friedhof der Kuscheltiere Sa 23.10; Royal Corgi So 11.10;

Monsieur Claude II So 11.20; Willkommen im Wunder Park

So 11.45; Preview: TKKG So 14.30

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Das Ende der Wahrheit Sa

14.00, So 20.00; Mascha und der Bär –Die neuen Abenteuer

Sa 16.00; Der Fall Collini Sa 17.45, So 13.45; Stan &

Ollie Sa 20.00, So 18.00; Pünktchen und Anton So 16.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion Hohenschönhausen (✆ 038 71/211 41 09)

Star Trek: Raumschiff Enterprise –Das nächste Jahrhundert

Sa 11.00; 3D: Aladdin 11.50, 14.15, 17.15, 20.10, Sa a.

23.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.00, 17.30, Sa

a. 15.00, So a. 14.15; Aladdin 12.00, 14.30, 17.45; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.50, Sa a. 12.10, So a.

11.50; Royal Corgi 12.15, Sa a. 14.40; Willkommen im

Wunder Park 12.20, So a. 14.20; Mister Link 12.20, 14.40,

17.20; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 12.30;

Rocketman 14.30, 16.45, 20.15, Sa a. 23.00; Godzilla 2

14.45, 19.40, Sa a. 22.40; 3D: Godzilla 217.00, 20.00, Sa

a. 23.00; John Wick III 17.15, 20.00, Sa a. 22.45;

Ma –Sie sieht alles 17.20, 20.20, Sa a. 22.50; 3D: Avengers:

Endgame 19.30; Avengers: Endgame 19.50, So a.

16.30; Glam Girls 20.30; Friedhof der Kuscheltiere Sa

23.00; Dumbo So 12.10; Preview: TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang So 15.00

KREUZBERG

Babylon Kreuzberg (✆ 61 60 96 93) A Rocketman (OmU)

17.10, 19.50, 22.30; B Nur eine Frau 17.15, 19.30, 21.45

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Diamantino (OmU)

13.15, 21.45; Klasse Deutsch 13.45; „Mir ist es egal, wenn

wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ –„Imi este

indiferent daca in istorie vomintra ca barbari“ (OmU) 15.15,

20.15; Der Boden unter den Füßen 15.45; Ray&Liz (OmU)

18.00; Der Stein zum Leben 18.00; Oray19.45

Moviemento (✆ 692 47 85) Rocketman (OmU) 10.45,

13.30, 16.15, 19.00, 21.45; Birds Of Passage: Das grüne

Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU) Sa 11.00; Unheimlich

perfekte Freunde Sa 13.45; Alfons Zitterbacke –

Das Chaos ist zurück 16.00; Roads (OmenglU) 18.15,

20.30, 22.45; Der kleine Maulwurf (1963-1975) So 10.00;

Border –Gräns (OmU) So 11.30; Cold War: Der Breitengrad

der Liebe –Zimna wojna (OmenglU) So14.00; High Life

(OmU) 10.00, 12.30, 15.00, 17.30, 20.00, Sa a. 22.30;

Climax (OmenglU) So 22.30

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Zeit für Utopien (m.

Gast u. Diskussion) Sa 20.00; Atlas So 20.30

Sputnik (✆ 694 11 47)Die Wiese –Ein Paradies nebenan

Sa 15.00; Die Mission der Lifeline (OmenglU) Sa 16.30;

Macht das alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert

es so lange? Sa 18.00; Das Ende der Wahrheit (OmenglU)

Sa 20.00, So 21.00; Birds Of Passage: Das grüne Gold der

Wayuu –Pajaros de verano (OmU) Sa 22.00; Janoschs

Komm wir finden einen Schatz! So 14.30; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft So 15.45, 19.15;

KINO

Die Mitte der Welt

Claus Löser über drei Filme von Volker Koepp,

die anlässlich seines bevorstehenden 75. Geburtstags

Vor allem deutsche Kultur-Reisende, die

von Polen aus mit Bussen in die Westukraine

fahren, besuchen gern den jüdischen

Friedhof in Czernowitz, der einstigen

Hauptstadt der Bukowina. An den Gräbernvon

Rosa Roth-Zuckermann (1908–2002) und Mathias

Zwilling (1931–1999) legen sie Steine nieder. Dass

diese beiden Ruhestätten zu einem Anziehungspunkt

geworden sind, ist einem Film zu danken.

Volker Koepps 20 Jahre alter Film „Herr Zwilling

und Frau Zuckermann“ hat wie kaum ein anderes

Werk die menschlichen und kulturellen Verluste

erahnbar gemacht, die sich

in dieser Region vollzogen

haben. Gerade noch rechtzeitig

trafen Koepp und sein

Team auf die beiden Überlebenden

und gewannen

ihr Vertrauen. Gerade aus

der scheinbar verengten

Perspektive der privaten

Gegenwart heraus öffneten

sich weite Perspektiven auf

sonst emotional verschlossene,

weil abstrakte geschichtliche

Vorgänge. Jeden

Tagbesucht der melancholisch-sarkastische

Zwilling

die noch immer vitale,

90-jährige Frau Zuckermann

–wie um sich Kraft zu

holen für das Aushalten von

grauenhafter Vergangenheit

und tristem Alltag. Die

beiden sprechen über Politik

und kleine Ereignisse.

Wichtiger als der Austausch

von Worten scheint jedoch

der Fakt ihres Zusammenseins

zusein. Sie wirken wie die Statthalter einer

untergegangen Epoche.IhreHeimat gehörte im 20.

Jahrhundert nacheinander zu Österreich-Ungarn,

zu Rumänien und zur Sowjetunion. Seit deren Zerfall

bildet die Bukowina den südwestlichsten Zipfel

der jungen Ukraine. Europa liegt weit hinter den

Karpaten. Und die kleine jüdische Community

schmilzt altersbedingt und durch Auswanderung

weiter zusammen. Dabei war ihre Geburtsstadt

einmal die Mitte der Welt. In familiärer wie auch in

literarischer Hinsicht. Hier in„Klein-Wien“ wirkten

neben dem rumänischen DichterMihaiEminescu

(1850–1885) und der ukrainischen Schriftstellerin

Olha Kobyljanska (1863–1942) u. a. auch Karl Emil

Franzos, Leopold von Sacher-Masoch, Itzik Manger

und Gregor vonRezzori.Und hier wurden 1901

Rose Ausländer und 1920 Paul Antschel alias Paul

Celan geboren – zwei der prägenden Stimmen

deutscher Lyrikim20. Jahrhundert.

Koepps Film schafft dank der präzisen Beobachtung(Kamera:

Thomas Plenert) und der völlig

undidaktischen Herangehensweise einen vielschichtigen

Aufriss aus individuellen Erinnerungen,

historischen Einschnitten und aktuellen Stimmungen,

die mehr über die Paradoxie von

Geschichte erzählen als vielbändige Konvolute.Als

der Filmemacher für „Dieses Jahr in Czernowitz“

fünf Jahre später noch einmal nach Czernowitz

fuhr, lebten Herr Zwilling und Frau Zuckermann

wieder gezeigt werden.

DAS FLIEGENDE AUGE

Der Filmemacher Volker Koepp wird am 22. Juni

75 Jahre alt. IMAGO

VonBienen und Blumen (OmenglU) So 17.30; B-Movie: Lust

&Sound in West-Berlin (OmenglU) So 23.00; Janoschs

Komm wir finden einen Schatz! Sa 15.00; Sunset Over Hollywood

(OmU) Sa 16.15, So 14.30; Mirai: Das Mädchenaus

derZukunft Sa 18.00; Ray&Liz (OmU) Sa 19.45; Border –

Gräns (OmU) Sa 21.45, So 23.00; Die Mission der Lifeline

(OmenglU) So 16.15; Free Solo (OmU) So 17.45; Was kostet

die Welt So 19.30; The Artist &The Pervert (OmU) So

21.15; Kinobar im Sputnik The Artist &The Pervert (OmU)

Sa 22.00; Berlin Bouncer (OmenglU)So21.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) Mister Link 13.20, 15.20; Rocketman

13.45, 17.20, 20.00, Sa a. 22.30; New All My Loving

16.15, 21.00; Nur eine Frau 18.50

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Aladdin 14.15, 17.00, So

a. 12.45; Rocketman 14.30, 17.15, 20.00; Rocca verändert

die Welt Sa 14.45, So 12.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.45, 17.00, So a. 10.15, 12.30; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 15.30, So a. 10.15; 3D: Godzilla 2

17.15, 20.15; VanGogh 17.45; Avengers: Endgame 19.30;

3D: Aladdin 20.00; John Wick III 20.15; Willkommen im

Wunder Park So 10.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

So 10.00, 12.15; Urfin: Der Zauberer von OzSo

10.30; RoyalCorgi So 12.00; Preview: TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang So 14.45

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Union Filmtheater

Sunset Over Hollywood Sa 13.15, 15.30, So 13.00, 17.45;

Glam Girls 20.00, Sa a. 13.15,Soa.13.00; Edie Sa 13.15,

So 15.15; Willkommen im Wunder Park 15.30, So a. 13.30;

Rocketman Sa 15.30, 18.00, 20.30, So15.15, 17.45,

20.15; Monsieur Claude II Sa 17.30, So 20.00; Kleine Germanen

So 17.30

bereits nicht mehr. Der Nachfolgefilm versucht

sich dann auch gar nicht erst an einer Fortsetzung,

sondernfindet einen völlig neuen konzeptionellen

Ansatz. Er versicherte sich für diese zweite Reise

der Mitwirkung mehrerer Wegbegleiter,die mit der

Stadt und der Region persönlich verbunden sind,

und ging dabei Umwege überWien und Berlin.Erst

nach knapp 60 Minuten kommt die Stadt selbst

wieder ins Bild.Hierkniet der Cellist Eduard Weissmann

am Grab seines ermordeten Onkels nieder,

hier rezitiert Harvey Keitel aus einem Gedicht von

Paul Celan: „... sie wurden nicht weise, erfanden

kein Lied, erdachten sich

keinerlei Sprache.“

Anlässlich des 75. Geburtstags

des Filmemachers

Volker Koepp kommen

jetzt die beiden Czernowitz-Filme

digital restauriert

wieder ins Kino. In

ihnen wird die ästhetische

Strategie des Regisseurs besonders

deutlich. Aus der

feinfühligen visuellen und

kommunikativen Annäherung

ergeben sich auf fast

beiläufige Weise komplexe

Geschichtsbilder. Der zielgenaue

zeitliche Ansatz

weiß stets um die Dynamik

der abgebildeten Wirklichkeit,

schafft Augenblicksaufnahmen,

die historische

Dimension gewinnen. So

erzählen die Filme einerseits

von Historie und werden

selbst zu deren Teil.

Durch ihre künstlerische

Dimension stellen sie jedoch

weit mehr als nur Fußnoten dar. Dieses Verfahren

wird auch in anderen Filmen Koepps wirksam,

wie im 2001 an der östlichen Ostsee gedrehten

„Kurische Nehrung“, der die Mini-RetrospektiveimLichtblick-Kino

zur Trilogie macht. Tausend

Kilometer weiter nördlich gelegen, wurde auch

diese Gegend von ihren geografischen und politischen

Bruchstellen geprägt. Auch hier finden

Koepp und PlenertZeugen, die aus der großen humanen

Verschiebemasse in der Mitte des 20. Jahrhunderts

herausgefallen sind und noch an Orten

leben, aus denen die Politik sie vertreiben wollte.

Vorlaufender Kamera gräbt eine Baltendeutsche

ihrefast vergessene Spracheaus undfindet mit jedem

Wort weiter zurück zu ihrer Herkunft. Und

auch in diesem Film geht es nie um volkstümelnde

Sentimentalität, sondern umdie Anwesenheit des

GesternimHeute –und damitumdas Morgen.

Drei Filme von Volker Koepp Lichtblick-Kino,nochbis zum

9. Juni.Am5.Juni(Mittwoch)werdenum20Uhr „HerrZwilling

und FrauZuckermann“ und um 22 Uhr„Kurische Nehrung“ in

Anwesenheit desRegisseurs gezeigt.

Claus Löser

ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.Er

kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98)Der kleine Drache Kokosnuss –Auf

in den Dschungel! 15.00; Die Wiese –Ein Paradies nebenan

16.45; Under the Tree Sa 18.45; Das Ende der Wahrheit

(OmenglU) Sa 20.45; Macht das alles einen Sinn? –Und

wenn ja –warum dauertessolange? (OmenglU) So 18.45;

Liebesfilm (OmenglU) So 20.45; Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 16.00; Der Stein zum Leben Sa 17.45, So

19.30; Kleine Germanen (OmenglU) Sa 19.15; Liebesfilm

(OmenglU) Sa 21.00; Das Ende der Wahrheit (OmenglU) So

21.00

Babylon (✆ 242 59 69) Christo (OmU) 15.45; NewYork –

NewYork: BeingJohn Malkovich (OF) Sa 17.45; HKIFF: Leaving

in Sorrow (OmenglU; m. Diskussion) Sa 17.45; Metropolis

(1925/26/2010) –Restaurierte Fassung (m. Live-

Musikbegleitung) Sa 19.30; NewYork –New York: Harry und

Sally (OmU) Sa 20.00; HKIFF: 3NarrowGates (OmenglU; m.

Diskussion) Sa 20.00; NewYork –New York: MIB –Men in

Black (OmU) Sa 22.00; HKIFF: AWoman is aWoman

(OmenglU) Sa 22.15; Stummfilm um Mitternacht:Die Docks

von New York (OV; m. Live-Musikbegleitung) Sa 0.00; New

York –New York: Ghostbusters –Die Geisterjäger (OmU) So

14.00; NewYork –New York: Der Pate –The Godfather (OmU)

So 14.45; CinemAperitivo: Wirwaren so verliebt –C‘eravamo

tanto amati (OmenglU; m. Diskussion) So 16.00; NewYork

–New York: Der Pate II –The Godfather Part II (OmU) So

18.00; HKIFF: Lost in the Fumes (OmenglU; m. Diskussion)

So 18.00; NewYork –New York:Birdman oder die unverhoffte

Macht der Ahnungslosigkeit –Birdman or the Unexpected

Virtue of Ignorance (OmU) So 18.30; HKIFF: I‘ve Got the

Blues (OmenglU) So 20.00; NewYork –New York: Rosemaries

Baby(OmU) So 20.15; NewYork –New York: Der Pate III

–The Godfather Part III (OmU) So 21.45; HKIFF: Xianggang

zhizao –Made in Hongkong (OmenglU) So 21.45


Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 10.45; Monsieur Claude II –

Qu‘est-ce qu‘on aencore fait au Bon Dieu? (OmU) 12.45;

Rocketman (OmU) 14.45, 17.15, 20.00, 22.45; Rocketman

(OmU) Sa 10.00, 12.30, So 11.15; Alfons Zitterbacke–Das

Chaos ist zurück Sa 15.00; Greta (OmU) 17.00; Border –

Gräns (OmU) 19.15; Monsieur Claude II –Qu‘est-ce qu‘on

aencore fait au Bon Dieu? (OmU) 21.45; Der kleine Maulwurf

(1963-1975) So 10.00; Taiwan Film Festival Berlin:

BlackBearForest(OmenglU)So14.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Willkommen im

Wunder Park 11.00; Rocketman 11.00, 13.30, 16.20,

19.30, 22.30; 3D: Godzilla 211.00, 13.50, 16.40, 19.45,

23.00; RoyalCorgi Sa 11.15; Aladdin 11.20, 13.15, 16.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.00; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 11.30; Drachenzähmen

leicht gemacht 311.45; Mister Link 12.00, 17.00, Sa a.

14.30, So a. 14.15; Avengers: Endgame 13.45; Monsieur

Claude II Sa 14.15; After Passion 14.20; 3D: Aladdin 14.40,

17.10, 19.40, 22.45; John Wick III 17.00, 20.00, 23.10;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.10, 20.20; Glam

Girls 17.40, 20.20, So a. 23.10; Ma –Sie sieht alles 17.45,

19.45, 23.15;Der Fall Collini Sa 19.40; 3D: Avengers: Endgame

20.30, 22.20; Friedhof der Kuscheltiere Sa 22.40;

The Silence Sa 22.50; Mascha und der Bär –Die neuen

Abenteuer So 11.40; Preview: TKKG –Jede Legende hat ihren

Anfang So 14.30; Kurier (OmenglU) So 20.00; Greta

(2019 USA) So 22.50

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) VonBienen und Blumen

14.30, Soa.10.30; Roads (OmU) 16.45, 19.00, So a.

12.30; Green Book –Eine besondere Freundschaft (OmU)

Sa 21.15; Der Vorname So 21.15; Berlin Babylon

(Omdt+englU) 14.30; High Life (OmU) 16.30, 19.00; Blown

Away (OmU) 21.30, So a. 12.00; Herr Zwilling und Frau

Zuckermann 14.30, So a. 11.00; Peter Lindbergh (OmU)

17.15; Nur eine Frau (OmU) 19.45; Under the Tree –Undir

trenu (OmU) 22.00; The Artist &The Pervert (OmU) 15.00,

21.45, So a. 11.00; Das Familienfoto –Photo de famille

(OmU) Sa 17.00, So 19.30; Sunset Over Hollywood (OmU;

anschl. Gespräch) Sa 19.00; Sunset Over Hollywood (OmU)

So 13.00, 17.15; Kleine Germanen (DFmenglU) 15.00, So

a. 10.45; All My Loving 17.00, 19.30, So a. 12.45; Der

Boden unter den Füßen 22.00

International (✆ 24 75 60 11) Rocketman (OmU) 13.30,

16.15, 19.00, 21.45; Matinee: Gundermann So 11.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Bilder von Drüben: Zwischenfall

in Benderath Sa 19.00; Wilhelm Dieterle: Der

Teufel und Daniel Webster –The Devil and Daniel Webster

(OF) Sa 21.00; Wilhelm Dieterle: Am Rande der Welt So

17.30; Bilder vonDrüben: Genosse Münchhausen So 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) Willkommen

im Wunder Park 12.00, 14.00; Urfin: Der Zauberer

von OzSa12.00; Royal Corgi 12.00, 14.50; Rocketman

12.00, 14.15, 17.10, 20.05, Saa.23.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.50, 17.20; Mister Link

12.00, 14.00, Sa a. 17.30, So a. 16.55; Godzilla 212.00,

14.20, 16.30,19.40, Sa a. 22.40; Alfons Zitterbacke–Das

Chaos ist zurück 12.00; Aladdin 12.00, 14.00, 17.15,

19.40, Saa.22.45; Dumbo 14.00; 3D: Aladdin 14.50;

Avengers: Endgame 16.00; John Wick III 16.35, 20.30, Sa

a. 22.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective

Pikachu (OF) Sa 16.55; Ma –Sie sieht alles 17.50,

20.25, Sa a. 23.00; Aladdin (OF) 19.30; Rocketman (OF)

19.55; 3D: Godzilla 219.55; John Wick III –John Wick:

Chapter 3–Parabellum (OF) Sa 20.00; Godzilla 2(OF) Sa

22.50; Ma –Sie sieht alles (OF) Sa 23.00; Greta (2019

USA) Sa23.00; Preview: TKKG –Jede Legende hat ihren

Anfang So 12.00; Kurier (OmU)So20.00

IL KINO (✆ 91702919) Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft

Sa 14.00, So 12.10; Van Gogh –AtEternity‘s Gate

(OmU) Sa 16.00, So 20.00; Die rote Linie –Widerstand im

Hambacher Forst Sa 18.10, So 15.50; Ray&Liz (OmU) Sa

20.15, So 18.00; Greta (OmU) Sa 22.15; Sunset Over Hollywood

(OmU)So10.30; Free Solo (OmU) So 14.00; Birds

Of Passage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano

(OmU) So 22.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Roads (OmU) 16.00, 18.20,

20.40, Sa a. 22.50

Passage (✆ 68 23 70 18) Rocketman (OmU) 15.10,

17.50, 20.30; All My Loving 15.00, 17.30, 20.00, Sa a.

22.30; Roads 14.45, 17.00, 19.15, 21.30; Der Boden unter

den Füßen 16.15; Das Ende der Wahrheit 18.40; Border

21.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Rocketman (OF) 14.10, 16.50,

19.30, 22.10; Creepy Crypt: Preview: Burning –Beoning

(OmU) Sa 22.15; High Life (OmU) 15.30, 18.00, 20.30, Sa

a. 22.30; Aladdin (OF) 16.15, 19.00; Van Gogh – At

Eternity‘s Gate (OmU) 14.20; Sunset Over Hollywood (OmU)

16.45; Peter Lindbergh (OmenglU) 19.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF)

21.30; Stan &Ollie (OmU; m. Kurzfilm „Das verrückte Klavier“)

14.15; John Wick III –John Wick: Chapter 3–Parabellum

(OF) 17.00, 19.50

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Aladdin

11.15, 13.55, 16.40, 19.40, Sa a. 22.45; Godzilla 211.20,

14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.25, 14.10;

Royal Corgi 12.05; Mister Link 12.20, 14.40; Rocketman

14.00, 17.00, 20.15, Sa a. 23.10, So a. 11.35; Glam Girls

17.05, Saa.14.20; 3D: Godzilla 216.50, 19.50, Sa a.

23.00; John Wick III 17.10, 20.00, Sa a. 23.05; Ma –Sie

sieht alles 17.35, 20.10, Sa a. 22.50; Avengers: Endgame

19.30; Preview: TKKG So 14.30

Wolf (✆ 921 03 93 33) High Life (OmU) 12.00, 21.00;

Border –Gräns (OmU) 12.00; The Wild Boys –Les garcons

sauvages (OmU) Sa 14.10, 23.10, So 18.50; Underthe Tree

–Undir trenu (OmU) Sa 14.20, So 21.10; PippiLangstrumpf

16.10; Von Bienen und Blumen (OmenglU) Sa 16.20, So

14.20; Diamantino (OmU) Sa 19.00, So 14.10; Liebesfilm

(OmenglU) Sa 19.10; Screening im Studio 6: Ray &Liz

(OmU) Sa 20.00; „Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in

die Geschichteeingehen“ –„Imi este indiferent daca in istorie

vomintra ca barbari“ (OmU) Sa 20.50; Antiporno –Antiporuno

(OmU) Sa 23.30; Ray &Liz So 16.20; „Mir ist es

egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ –

„Imi este indiferent daca in istorie vom intra ca barbari“

(OmenglU) So 18.30

PANKOW

Blauer SternPankow (✆ 47 61 18 98) Mister Link 13.30,

15.30; Rocketman 17.30, 20.15; Matinee: Nur eine Frau So

11.15; Aladdin 13.30, 16.15, 19.00; Matinee: VanGogh So

11.15

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Rocketman 15.00,

17.45, 20.30, Sa a. 22.20, So a. 12.30; Mister Link 13.40,

15.40; Roads 14.00, 17.40, 20.00; Matinee: VanGogh So

11.15; Aladdin 14.00, 16.45, 19.30; Stan &Ollie (m. Kurzfilm

„Das verrückte Klavier“) So 11.15; All My Loving 14.40,

17.20, 20.00, Sa a. 22.30; Das Ende der Wahrheit So

12.15; Nur eine Frau 16.15, 18.30; High Life (OmU) 20.45,

Sa a. 22.15; Matinee: Exhibition on Screen: Rembrandt: Aus

der National Gallery, London und dem Rijksmuseum, Amsterdam

So 12.00

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) Teawith

the Dames: Einunvergesslicher Nachmittag –Nothing Likea

Dame (OmU) Sa 11.30; Mister Link 11.30, 14.00, Sa a.

17.30, So a. 17.15; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

Sa 11.30,So12.00; Das Familienfoto Sa 11.45; Dumbo

11.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.45, Sa a.

12.00, 15.00, So a. 11.50, 14.30; Checker Tobi und das

Geheimnis unseres Planeten Sa 12.45; All My Loving 13.45,

20.00; Royal Corgi Sa13.50, So11.30; Aladdin (OmU)

14.15, 16.30, 19.30, Sa a. 22.30; Nur eine Frau 19.00, Sa

a. 14.30, Soa.16.30; Rocketman 19.45, Saa.14.45,

16.45, So a. 14.30, 17.00; Avengers: Endgame (OmU) Sa

16.00, 20.00, So19.30; Edie Sa 16.30, So 11.45; Das

Ende der Wahrheit 17.00; Roads 17.20, 19.50; Der Fall

Collini Sa 19.30; High Life 20.20; Van Gogh –AtEternity‘s

Gate (OmU) Sa 21.30; Roads (OmU) Sa 22.20; High Life

(OmU) Sa 22.20; Rocketman (OmU) Sa 22.45; Greta

(OmU) Sa 22.50; The Hole in the Ground (OmU) Sa 23.00;

Preview: TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang So 14.30;

50 Jahre GripsTheater So 18.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Orangentage–Uzly apomerance

16.00; Der Funktionär 17.30; Macht das alles einen Sinn?

–Und wenn ja –warum dauertessolange? 18.45; „Mir ist

es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“

–„Imi este indiferent daca in istorie vom intra ca barbari“

(OmU) 20.30

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Kommissar Gordon &

Buffy Sa 15.15; Die rote Linie –Widerstand im Hambacher

Forst Sa 16.30; Casablanca (OmU) Sa 23.59; Supa Modo

So 15.00; Macht das alles einen Sinn? –Und wenn ja –

warum dauert essolange? So 16.15; Preview: Push –Für

das Grundrecht auf Wohnen (OmU) So 18.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Rocketman

12.00, 14.15, 17.10, 20.05, 23.00; Mister Link 12.00,

14.50, 17.15; Aladdin 12.00, 14.15, 17.10; Royal Corgi

12.10, 14.35; Der kleine Drache Kokosnuss –Auf in den

Dschungel! 12.10; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

12.10; Willkommen im Wunder Park 12.15; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.15, 14.15; Godzilla 214.15;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 14.20; Monsieur

Claude II Sa 14.25; Glam Girls 14.50, 17.20, 20.00, 22.50;

Avengers: Endgame 15.00, 19.00; John Wick III 16.40,

19.45, 23.00; Roads 16.45, 19.35; 3D: Godzilla 216.45,

19.50, 22.40; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.50,

19.35; Ma –Sie sieht alles 17.15, 19.50, 22.35; Greta

(2019 USA) 19.40, 22.35; 3D: Aladdin 19.40, 22.30; 3D:

Avengers: Endgame 22.15; Friedhof der Kuscheltiere 22.50;

Preview: TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang So 14.30

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Tortuga: Die unglaubliche

Reise der Meeresschildkröte Sa 16.30, So 17.30

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Wenn du König wärst

11.00; Mister Link 17.40, Sa a. 11.00, 14.20, So a. 11.50,

14.00; Dumbo 11.00; Aladdin 11.00, 13.30, 16.30; Willkommen

im Wunder Park 11.15; Royal Corgi Sa 11.20, So

11.30; Drachenzähmen leicht gemacht 311.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 13.50, Sa a. 11.40, So a. 11.10;

Avengers: Endgame 12.00, 16.00, 19.15; 3D: Godzilla 2Sa

13.30, 16.40, 19.50, 22.50, So 14.00, 17.15, 20.15; 3D:

Avengers: Endgame 13.40, 20.00, Sa a. 21.50; Rocketman

13.45, 17.00, 20.10, Sa a. 23.10; Monsieur Claude II Sa

14.00; 3D: Aladdin 19.40, Sa a. 14.10, 17.15, 23.10, So

a. 13.50,17.10; Ma–Sie sieht alles 16.30, 20.30,Saa.

23.15; John Wick III 16.40, 19.45, Sa a. 23.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.45, So a. 20.15; Glam Girls

19.20; Der Fall Collini Sa20.15; The Silence Sa 23.05;

Greta (2019 USA) Sa 23.15; Preview: TKKG So 14.30

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Drachenzähmen

leicht gemacht 312.30; Der Fall Collini 15.00;

Monsieur Claude II 18.00, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Ein letzter Job 18.00; Der Fall

Collini 20.15; Monsieur Claude II So 15.30

Odeon (✆ 78 70 40 19) Rocketman (OmU) 15.00, 17.45,

20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Konsequenzen (OmU) 18.00; Nur

eine Frau 20.15; Wir: der Sommer, als wir unsere Röcke

hoben und die Welt gegendie Wand fuhr (OmU) Sa 22.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 12.15, 14.35, 17.00; Mister

Link 10.00, 14.30, Sa a. 12.20, So a. 11.30; Godzilla 2

10.00, 13.05, 16.15; Aladdin 10.00, 13.35, 16.40, 19.40,

Sa a. 22.40; RoyalCorgi Sa 11.30; Willkommen im Wunder

Park 12.45; Rocketman 14.45, 17.35, 20.15, Sa a. 23.00;

John Wick III 17.10, 19.50, Sa a. 23.00; 3D: Godzilla 2

19.30, Saa.22.45; Avengers: Endgame 20.25; Preview:

TKKG –Jede Legendehat ihren Anfang So 12.00

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Monsieur

Claude II Sa 16.00, So13.45; Van Gogh Sa 18.00, So

15.45; Der Fall Collini Sa20.15, So18.00; Bohemian

RhapsodySa21.30, So 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Stan &Ollie Sa 11.30; Rokketman

14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 22.50; Berlin, wie es

war So 12.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) Willkommen

im Wunder Park 10.00, 12.00; Royal Corgi 10.00,

12.15, 14.05; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,

14.00, 17.20, 19.40, 23.00; Mister Link 10.00, 12.30,

15.00, 17.30; Godzilla 210.00, 13.00, 16.15; Checker Tobi

und das Geheimnis unseres Planeten 10.00; Aladdin 10.00,

12.00, 13.15, 14.20, 16.35, 20.00, 22.20; Asterix und das

Geheimnis des Zaubertranks Sa 12.00; Dumbo 15.00;

Avengers: Endgame 16.15, 22.25, Sa a. 20.15; John Wick

III 16.30, 19.50, 23.00; Ma –Sie sieht alles 17.45, 20.20,

22.50; 3D: Godzilla 219.30, 22.40; Glam Girls 20.00;

Preview: TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang So 12.00;

Kurier (OmU) So 20.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Dumbo Sa 12.45;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu Sa 13.00, 15.45, So

10.45, 13.30,15.30; Die sagenhaften Vier –Marnies Welt

Sa 13.00, So 11.00; Aladdin 13.00, 20.30, Sa a. 15.00, So

a. 10.45, 15.15; Royal Corgi Sa 15.00, So 13.00; Rocketman

18.00, 20.30, Sa a. 15.15, So a. 15.30; Avengers:

Endgame Sa17.00; Godzilla 217.45; 3D: Aladdin 17.45;

John Wick III 20.30; 3D: Godzilla 220.30; Alfons Zitterbakke

So 11.00; Pünktchen und Anton So13.00; Preview:

TKKG So 15.45; Der Fall Collini So 18.00

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Magical HistoryTour: Der weiße

Hai –Jaws(OF) Sa 20.00; Magical HistoryTour: Faust –Eine

deutsche Volkssage (m. Live-Musikbegleitung) So19.30;

MagicalHistoryTour: Z32 (OmU) Sa 19.30; Öffentliche Sichtung:

Tupamaros (OmenglU) /Agripino (OV; m.Gast) So

19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.30, 13.30; Orangentage Sa

12.30; Mister Link Sa 12.30, 15.10, 17.50, So 13.20,

14.30, 17.20;Glam Girls14.10,Saa.12.40,15.20, 16.40,

19.40, 22.50, So a. 12.30, 15.40, 19.50, 22.40; Monsieur

Claude II 20.10, Sa a. 12.50; VanGogh 13.00; RoyalCorgi

13.20; Rocketman 16.30, 19.50, 22.40, Sa a. 13.20, So a.

13.10; John Wick III 13.20, 16.50, 20.30, Sa a. 23.00, So

a. 22.50; Bohemian Rhapsody 13.20; Dumbo Sa 13.30;

3D: Avengers: Endgame 13.30, 17.50, 20.00, 22.10; Aladdin

19.00, Sa a. 13.30, 16.10, So a. 13.10, 16.30; Green

Book –Eine besondere Freundschaft 13.40, 19.20; After

Passion13.40, 19.20;3D: Aladdin 14.00, 20.40,23.00, Sa

a. 17.20; Der Junge muss an die frische Luft 14.20, Sa a.

16.40; Der Flohmarkt von Madame Claire Sa 14.40; Avengers:

Endgame 19.00, Sa a. 15.30, So a. 15.50; All My Loving

15.50, Sa a. 23.10, So a. 23.00; Die Goldfische Sa

16.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.30, 19.30,

22.30; Willkommen im Wunder Park Sa 16.40, So 16.30;

High Life 17.00, 20.00; 3D: Godzilla 222.20, Sa a. 17.00,

19.30, So a. 17.15, 19.20; Roads 17.10, 20.00; Der Fall

Collini 19.10, Sa a. 17.10; Ma –Sie sieht alles 17.20,

20.10, 23.00; Greta (2019 USA) Sa20.20, 23.00, So

19.30, 22.20; Nur eine Frau Sa 20.30, So 16.40, 20.10;

Wir 22.10; Escape Room 22.20; The Silence 22.40, So a.

16.40; Lloronas Fluch 22.50; Captain Marvel 23.00; Im

Netz der Versuchung Sa 23.10, So 22.50; Edie So 16.00

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00) Rocketman

(OF) 13.30, 17.00, 19.45, 22.45; Mister Link –Missing

Link (OF) 13.30; Avengers: Endgame (OF) 13.30, 19.15;

3D:Aladdin (OF) 13.30, 16.40, 20.10, 23.15; 3D:Godzilla

2(OF) 13.40, 16.30, 20.00, 23.10; Glam Girls –The Hustle

(OF) 13.45, 20.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon

Detective Pikachu (OF) 13.50, 23.00; Aladdin (OF)

14.00, 17.00; 3D: Avengers: Endgame (OF) 16.00, 22.30;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective

Pikachu (OF) 16.30, 19.50;John Wick III –John Wick: Chapter

3–Parabellum (OF) 16.30, 19.40, 22.50; Ma –Sie sieht

alles (OF) 17.30, 20.10, 23.15; Wir–Us(OF) 22.50

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.15; 3D: Godzilla 2(OF) 16.00,

19.15, Sa a. 12.45, So a. 22.30; 3D: Godzilla 2Sa22.30,

So 12.45

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) The Wild Boys –Les garcons

sauvages (OmU) 17.45; „Mir ist es egal, wenn wir als

Barbaren in die Geschichte eingehen“ –„Imi este indiferent

daca in istorie vomintra ca barbari“ (OmU) Sa 19.45; Boyz

nthe Hood –Jungs im Viertel (OF) So 20.00; Greta (OmU)

So 22.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Urfin: Der Zauberer vonOzSa10.00,

12.15; Royal Corgi Sa 10.00, 12.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu10.00, 12.15, 17.00,Saa.14.30; Mister Link

10.00, 12.00, 14.00, 16.00; Aladdin 10.00, 12.30, 14.00,

17.00, 20.00, 22.30; Godzilla 214.30, 17.15; Rocketman

15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Ma –Sie sieht alles 18.00,

20.15, 22.30; John Wick III 20.00, 22.30; 3D: Godzilla 2

20.00, 22.30; Preview: TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

So 14.30

Casablanca (✆ 677 57 52) Alfons Zitterbacke–Das Chaos

ist zurück Sa 14.00; Gundermann Sa 16.00; Der Flohmarkt

von Madame Claire Sa 18.30; Das Ende der Wahrheit Sa

20.30; Rocca verändert die Welt So 14.00; MonsieurClaude

II So 16.00; Der Fall Collini So 18.00; Stan &Ollie So 20.30

CineStar – Der Filmpalast Treptower Park (✆

04 51/703 02 00) Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

11.30, 14.05; Aladdin 11.30, 14.00, 16.25; Drachenzähmen

leicht gemacht 311.40; Alfons Zitterbacke–Das Chaos

ist zurück 11.40; Willkommen im Wunder Park 11.45;

Royal Corgi 11.50; Avengers: Endgame 11.50, 15.50,

19.50; Ostwind 4–Aris Ankunft 12.00; Mister Link 12.00,

14.10, 17.15; 3D: Godzilla 214.00, 17.00, 20.00, Saa.

22.40; 3D: Aladdin 14.10, 17.10, 19.50, Sa a. 23.00; Rokketman

14.30, 17.00, 19.50, Sa a. 23.10; After Passion

14.30; Glam Girls 19.40, Sa a. 14.40, 22.30; John Wick III

16.45, 19.55, Sa a. 22.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.10, Sa a. 19.45; Ma –Sie sieht alles 17.25,

20.10, Sa a. 23.10; 3D: Avengers: Endgame 19.20, Sa a.

22.35; Friedhof der Kuscheltiere Sa 23.10; Preview: TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang So 14.30; Der Fall Collini

So 19.45

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Willkommen im

Wunder Park 12.00, 14.00; RoyalCorgi 14.30, Sa a. 12.00;

Rocketman 12.00, 14.00, 16.55, 20.00, Sa a. 23.00; Rafadan

Tayfa: Dehliz Macerasi (OmU) 12.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.40, 16.15;

Mister Link 12.00, 15.00, 17.30; Godzilla 2 12.00, 14.00,

17.00; Aladdin 14.20, 17.30, 19.45, Saa.22.45; John

Wick III 16.40, 19.45, Sa a. 23.00; Ma –Sie sieht alles

17.10, 20.30, Sa a. 23.00; Avengers: Endgame 19.00; 3D:

Godzilla 219.50, Sa a. 23.00; Rocketman (OF) 20.00; Ma

–Sie sieht alles (OF) Sa 23.00; Godzilla 2(OF) Sa 23.00;

Preview: TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang So 12.00

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Der Jungemuss

an die frische Luft Sa 17.00; Monsieur Claude II Sa 20.15,

So 14.00; So finster die Nacht Sa 22.15, So 20.15; Supa

Modo So 16.00; Border So 17.45

Kino im Silent Green Kulturquartier (✆ 46 06 73 24)

Under the Strawberry Sun – Super-8-Filme von Dagie

Brundert(OmenglU; m. Gespräch) Sa 20.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 4714001) Die rote Linie –Widerstand

im Hambacher Forst 18.00; Michel Houellebecq &IggyPop:

To StayAlive: AMethod (OmenglU) 20.00; The Wild Boys –

Lesgarcons sauvages (OmU) 21.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Der kleine Maulwurf (1963-

1975) Sa 10.30, So 10.15; Der Flohmarkt von Madame

Claire Sa 12.00; Rocketman Sa 14.15, 17.00, 19.45, So

11.45, 16.45, 19.30; Preview: TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang So14.30; Rocketman Sa 11.00; Asterix und

das Geheimnis des Zaubertranks Sa 13.45;AlfonsZitterbakke

–Das Chaos ist zurück Sa 15.45, So 15.30; Monsieur

Claude II Sa 18.00, So 17.45; Das Familienfoto Sa 20.15;

Der Flohmarkt von Madame Claire So 11.15; Checker Tobi

und das Geheimnis unseres Planeten So 13.30; Der Fall

Collini So 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Lord of the Toys (m.

Gästen) Sa 15.30; Roads 18.00; Roads (OmU) 20.30; Der

Duft des Westpaketes (m. Gästen) So 11.00; Die Wiese –Ein

Paradies nebenan So 13.30; Hommage Gisela Uhlen: Der

Prozesswirdvertagt (m.Gast) So 15.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Teawith the Dames: Ein

unvergesslicher Nachmittag –Nothing Like aDame (OmU)

Sa 11.00; RoyalCorgi 13.15; Der Fall Collini 15.15; Stan &

Ollie Sa 17.45, So 11.00; Nur eine Frau 20.30; Brot und

Tulpen So 18.00

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

16.00; Der Jungemuss an die frische Luft 18.00; Trautmann

20.30

Capitol (✆ 831 64 17) All My Loving 15.30, 20.30; Nur

eine Frau 18.15; Matinee: Exhibition on Screen: Rembrandt:

Aus der National Gallery, London und dem Rijksmuseum,

Amsterdam So 11.00; Matinee: VanGogh So 13.00

FREILUFTKINOS

Freilichtbühne Weißensee (✆ 24 72 78 01) Der Vorname

Sa 21.45

Freiluftkino Friedrichshagen (✆ 65 01 31 41) Monsieur

Claude II Sa 21.15; Ballon So 21.15

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Green Book –Eine

besondere Freundschaft (OmU) Sa 21.30; Der Vorname So

21.30

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (✆ 35 12 24 49) AStar

Is Born(OmU) So 21.30

Freiluftkino Kreuzberg Call Me By Your Name (OmU) Sa

21.30; Cold War: Der Breitengrad der Liebe –Zimna wojna

(OmU) So 21.30

Freiluftkino Rehberge Der Junge muss an die frische Luft

Sa 21.30; Der Fall Collini So 21.30

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) The Killing ofa

Sacred Deer (OmU) So 21.30

Pompeji – Freiluftkino am Ostkreuz

(✆ 01 76/56 70 92 98) Dogman (OmU) So 21.30

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Ballon (DFmenglU)

Sa 21.30; Ramen Shop –Ramen Teh(OmU) So 21.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Alfons Zitterbacke–Das

Chaos ist zurück 15.00; Beach Bum Sa 17.00;

Border Sa 19.00; 25 km/h Sa 21.00; Hi, AI –Liebesgeschichten

aus der Zukunft (OmU) So 17.00; Birds Of Passage:Das

grüne Gold der Wayuu So 19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Urfin: Der Zauberer

von OzSa13.30, So11.15; Rocketman 13.30, 18.30,

21.00; Mister Link Sa 14.00, 16.15, So 10.40, 14.40; Mirai:

Das Mädchen aus der Zukunft Sa 14.15, So15.15;

Aladdin Sa 15.15, 18.00, 20.45, So 12.45, 17.30, 20.15;

Der Fall Collini 16.00; All My Loving 16.30, 21.00; Edie Sa

18.30, So16.30; Roads 19.00, So a. 10.15; High Life

20.45, So a. 11.15; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

So 9.40; Blown Away(OmU) So 12.05; Preview: TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang So 14.15; Preview: Zwischen

den Zeilen So 18.30

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33) Rocketman

11.00, 16.55, 20.00, Sa a. 13.45, 23.00, So a. 14.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.00, 14.00, Sa a.

23.00; Monsieur Claude II 11.00; 3D: Godzilla 211.00,

16.45, 20.15, Sa a. 23.00; Avengers: Endgame 11.00,

15.30, Sa a. 19.30; Aladdin 11.00, 13.45, Sa a. 16.30, So

a. 17.00,20.00; Willkommen im Wunder Park 11.15; Mister

Link 11.30, 14.30, 17.15; Godzilla 213.45; Glam Girls

20.15, Sa a. 14.00; Royal Corgi 14.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.30; John Wick III 16.45, 19.35, Sa

a. 23.00; Ma–Sie sieht alles 17.00, 19.45,Saa.22.45;

Der Fall Collini 19.45; 3D: Aladdin Sa 20.00, 23.00; Preview:

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang So 14.30; Rokketman

(OF) So 20.00

UMLAND

ALAFalkensee (✆ 033 22/279 88 77) Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00; Rocketman 14.30, 17.15, 20.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77) Vom

Lokführer, der die Liebe suchte Sa 17.15, So 20.00; Das

Ende der Wahrheit Sa 20.00, So 17.15

CineStar Wildau A10-Erlebniswelt (✆ 04 51/703 02 00)

RoyalCorgi Sa 14.30, So 12.15; Rocketman 14.30, 17.15,

20.20, Sa a.23.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30, So a. 12.00; 3D: Godzilla 214.30, 17.25, 19.45, Sa

a. 22.45; 3D: Aladdin 14.30, 17.30, 20.05, Sa a. 23.10;

Glam Girls 14.40, 20.15; Mister Link 15.00, 17.30, So a.

12.40; Aladdin 15.00, 16.45, So a. 12.00; Monsieur Claude

II 15.15; 3D: Avengers: Endgame 15.15, 19.30; John

Wick III 17.00, 20.30, Saa.23.00; Avengers: Endgame

17.00, Sa a. 22.25; Ma –Sie sieht alles 17.45, 20.30, Sa

a. 23.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.50,

19.55, Sa a. 23.15; Der Fall Collini 20.00; Greta (2019

USA) 20.45; Escape Room Sa 22.40; The Silence Sa 23.00;

Friedhof der Kuscheltiere Sa 23.30; Willkommen im Wunder

Park So 12.00; Urfin: Der Zauberer von OzSo12.10; Drachenzähmen

leicht gemacht 3So12.10; Asterix und das

Geheimnis des Zaubertranks So 12.20; Dumbo So 12.30;

Die Goldfische So 12.30; Preview: TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang So 14.30

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) FB 1-3 Aladdin

15.00, Sa a. 12.15, So a. 12.30; RoyalCorgi Sa 12.45, So

12.30; Alfons Zitterbacke–Das Chaos ist zurück Sa 12.45;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu Sa 14.45, So 12.30; Rokketman

15.00, 17.45, 20.30; 3D: Avengers: Endgame Sa

17.00; 3D: Aladdin 17.45, 20.30; John Wick III 20.30; Preview:

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang So 15.45; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu So 18.00

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28) Aladdin

12.00, 14.30, 17.00; Royal Corgi Sa 12.30, So 13.15;

Dumbo Sa 13.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu Sa

13.15, 15.30, So 12.45, 14.45; Godzilla 2Sa14.15, So

15.00; Willkommen im Wunder Park Sa 15.15, So 13.00;

3D: Godzilla 217.15, 20.00, Sa a. 23.00; Glam Girls Sa

17.30, So 20.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.45; Avengers: Endgame Sa 19.30, So 17.00; 3D: Aladdin

19.30, Sa a. 22.15; John Wick III 20.15, Sa a. 23.15;

Lloronas Fluch Sa 23.15; Preview: TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang So 15.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.00; Glam Girls 18.00; John

Wick III 19.45

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Royal Corgi 14.30,

So a. 11.00; Aladdin 15.00, 17.45, 20.30, So a. 11.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.30, So a. 12.45; Nur

eine Frau Sa 18.45, So 21.00; Greta (2019 USA) Sa 21.00,

So 18.45

Tagestipp

Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019 29 · ·

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KINO

SONNTAG

Kunst, Diskurs und Differenz

D er Projektraum ist ja nicht nur ein Kunstraum, sondernlässt sich durchaus

als eigene Kunstformbetrachten. Heute beginnt die fünfte Ausgabe

des Project Space Festivals in Berlin. Dutzende Projekträume verschiedenster

Zuschnitte gibt es allein in dieser Stadt, die vom Einraum für Ausstellungen

und Veranstaltungen bis zum komplexesten Kiez-Kulturhaus reichen und

dort hierarchiefrei mit Kunst, Diskurs und Differenz aller Arten versorgen.

Für das Festival mit dem Titel„When the hunger starts“ (Wenn der Hunger

kommt) hat das Team vonKreuzbergPavillon etwa 20 davon ausgewählt und

noch neun internationale Orte dazugeladen. Am Eröffnungswochenende

kann man mit Urlaubs Projects aus dem Wedding die Ringbahn als Raum einer

Techno-Beat-Session erfahren und die Arbeit des Projektraums Editorial

ausVilnius kennenlernen, in der etwa die Kunst des ungeschickten Nachrichtenschreibens

eine Rolle spielt (Pseudo-Authentizität!). PetraKohse

Project SpaceFestivalBerlin 1. bis 30. Juni, Programmunterwww.projectspacefestival-berlin.com

Projekträume-Festival

MINDJAZZ

Die rote Linie

„Das ist kein Film, der versucht, den Konflikt von allen Seiten

gleich zu beleuchten“, sagt die Regisseurin KarindeMiguel Wessendorf.

„Das ist ein Film über den Widerstand. Mich hat interessiert,

was Menschen dazu bringt, einen eigentlich aussichtslosen

Kampfzuführen.“ Derknapp einstündige Dokumentarfilm zeigt

unter anderem die Besetzer des HambacherForstes und –Bagger

gegen Steinunter verhangenemHimmel –den Abriss des Dorfes

Immerath samt seinem Dom für den Braunkohletagebau –20

Jahrebevor Deutschland aus der Braunkohle aussteigt. peko

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

18.00 Kleines Haus: Wheeler

19.30: Max und Moritz

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Zwei wie Bonnie und Clyde

Brotfabrik (& 471 40 01)

20.00: Dogville improvisiert(Improvisionäre &

Improbanden)

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Don Quichotte

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.00: Autorentheatertage: Ich weiß nicht, was ein

Ortist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini Studien)

(Gastspiel Schauspielhaus Zürich)

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: DieSanfte

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (& 39 78 34 11) 19.00: Flying Pictures (Flying

Steps &Osgemeos)

HAU1(&25 90 04 27)

19.00: Performing Arts Festival: Reflection

HfS Ernst Busch (& 75 54 17 -0)

19.00 OBEN: Prometheus Unbound

Kleines Theater (& 821 20 21)

18.00: Die verlorene Ehre derKatharina Blum

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.00: Ball im Savoy

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 18.00: Der Raub der Sabinerinnen

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00 Studio: ist die welt auch noch so schön

Prime Time Theater (& 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding (Sitcom –

Folge122: Das Weddingstock-Festival)

Radialsystem (& 288 78 85 88)

18.00: NewEmpathies: Harleking (Ginevra Panzetti

und Enrico Ticconi)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

18.00: Spatz undEngel –Die Geschichte derFreundschaft

zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich

Schaubühne (& 89 00 23)

17.00 Saal B: abgrund

19.00 Studio: März

19.30: Champignol wider Willen

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

18.00: Charlys Tante

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

18.00: Rigoletto

Stammtisch (Weserstr.159/160)

16.00: Les BonnesBonnes (Farrar Krämer Komedi)

Varia Vineta (& 43 72 32 44)

11.00: Aschenputtel (Varia Vineta Ensemble). Anm. erf.

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00: Theycalled herNico

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

19.00: Pigor singt. Benedikt Eichhornmuss begleiten.

Volumen 9

Chamäleon (& 400 05 90)

18.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (& 204 47 04)

19.30 Studio: Parlamentarier aller Länder,bereichert

euch! Das EU-Wahl-Spezial (Tilman Lucke, Valenske

&Gäste)

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

17.00: Stars in Concert

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

19.00: Die LiveShow(Ill-Young Kim, Helmuth Steierwald,

Hennes Bender u. a., Mod.: Sascha Korf)

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

18.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

14.30: The Band –Das Musical

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

18.00: Let’sTwist Again! –Rockabilly Hits &Acrobatics

Z-Bar (& 28 38 91 21)

20.00: Adorable Idiots –EnglishComedyOpen Mic

(Zackarias Branzell, Brittni Bowering and guests)

KLASSIK

Philharmonie (& 25 48 83 01)

10.00: Einführung (Orgelmatinée mit David Briggs)

11.00: Orgelmatinée mit David Briggs, Saint-Saëns:

Symphonie Nr.3c-Moll op. 78 „Orgelsymphonie“:

Finale; Vivaldi: Concerto d-Moll; Wagner:Isoldes

Liebestod; Ravel: Ma Mère l’Oye; Cochereau: Scherzo

symphoniqueund Berceuse àlamémoire de Louis

Vierne; Mahler:Symphonie Nr.5:Rondo-Finale

16.00: Berliner Symphoniker,Ltg.David Robert

Coleman, Peter Zazofsky (Violine), Siegfried Wagner:

Vorspiel zur Oper „Sonnenflammen“op. 8, Konzertfür

Violine undOrchester,Symphonie in C

18.55: Einführung (Deutsches Symphonie-Orchester

Berlin)

20.00: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Ltg.

Christoph Eschenbach, Tzimon Barto (Klavier), Bartók:

Konzertfür Klavier und Orchester Nr.1;Tschaikowsky:

„Francesca da Rimini“, Orchesterfantasie op. 32

Bartók Konzertfür Klavier und Orchester Nr.3

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

15.00Studio: Oh wie schön ist Panama (ab 4bis

8J.)

Das weite Theater (& 991 79 27)

16.00: Ritter,Ritter oder Wirbauen eine Burg,Theater

des Lachens (FFO) &Das Weite Theater (ab 4J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

14.00, 16.00: Der Teufel mit den drei goldenen

Haaren, Puppentheater Böhmel,

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

10.00: Internationales Kindertagsfestival

Figurentheater Grashüpfer (& 536 95 15 0/ 52)

16.00: Oh wie schön ist Panama, Kobalt Figurentheater

Berlin (ab 3J.)

Fliegendes Theater (& 692 21 00)

16.00: Ein Krokodil untermBett, Puppentheater (ab

4bis 8J.)

Freilichtbühne am Weißen See (& 24 72 78 01)

16.00: Hänschen Faust, Peter Waschinsky (ab 3J.)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

12.00: Die Bremer Stadtmusikanten –Mitspieltheater

(ab 4J.)

17.00: Dornröschen –Mitspieltheater (ab 4J.)

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

16.00 Alter Orchesterprobensaal: Die Liebe zu den

drei Orangen, JungeStaatsoper &Kinderopernhaus

Berlin, Musiktheater

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

11.00: Bettina bummelt, Martin Clausen und Peter

Trabner,Tanzstück (ab5bis 10 J.)

Theater o.N. (& 440 92 14)

16.00: Schnürchen,Installation/Konzert/Labor (ab 3J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

11.00: Raumschiff Erde

14.00: Mit Raketen zu Planeten

LITERATUR/VORTRAG

Begine (& 215 14 14)

15.00: Literaturcafé: Mascha Kaléko–Sozusagen

grundlos vergnügt,mit Blanche Kommerell,Gedichte,

Leben, Geschichten der jüdisch-berlinischen Dichterin.

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

19.40: Autorentheatertage: Autorensalon

Kulturhaus Karlshorst (& 475 94 06 10)

19.00 Am Fenster:Kalleslam –Der Karlshorster

PoetrySlam, Mod.: Ortwin Bader-Iskraut

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.00 Grüner Salon: Noam Brusilovsky: Der Toddes

Iwan Iljitsch –SterbeninBern, Hörspielpräsentation

und Gespräch

20.00: Reformbühne Heim &Welt: mit Moritz Hürtgen

&DannyDziuk

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: „Nudel im Wind“ plus Best of bisher,Jürgen

vonder Lippe

KONZERT

AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)

21.00: The Good, The Bad &The Queen

Bi Nuu (& 69 56 68 40)

20.00: Sons of an Illustrious Father

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

11.00 Restaurant: Jazz &Breakfast: Mitglieder der

BigBand der Deutschen Oper Berlin

Freilichtbühne an der Zitadelle (& 333 40 22)

11.00: Spandauer Blasorchester 1960 e.V., Umsonst

&Draußen

Hangar 49 (Holzmarktstr.15-18)

21.00: Nytt Land, The Order Of The Black Star

Mercedes-Benz Arena (& 20 60 70 88 99)

20.00: Tool

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: Tropical Fuck Storm

Prolog-Bühne (Open Air) (& 54 90 51 92)

15.00: kleineReise –ein 2PersonenOrchester

Quasimodo (& 318 04 56 70)

22.30: ADHD

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

20.00: Xtra3

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Hans Anselm Quintett

tik –Theater im Kino (Nord) (& 29 00 03 70)

17.30: Harlem Nocturne –Die TIK Jamsession feat.

Christian Korthals (sax, voc), HeikoKulenkampff (p),

David Hagen (b) u. a.

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

19.00: Gitte Haenning &Band, Meine Freunde, meine

Helden, Ihre Gitte!

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

11.00: Ernies Sonntagscocktail

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

20.00: Angelika Laitenbergerund RobertOstheimer,

Deine Wahl!

CLUB

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

23.30: SundaySelection, Mystic Roots

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(& 89 75 13 27) 21.00: Liquid Brunch with King

Josephine and Sing on Stage-Karaoke

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.55: Rituals xBeatMovement, Joy, Beat Movement,

Kana Mechaniker, N:ck, Vacos Malcom (live)


30 Berliner Zeitung · N ummer 125 · 1 ./2. Juni 2019

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TV-Programm am Sonnabend

Tagesschau 24

14.15 Luftbrückefür die Pflege 15.00 Tagesschau-

Nachrichten 15.30 Plusminus 16.00 Tagesschau-

Nachrichten 16.30 Weltbilder 17.00 Tagesschau-

Nachrichten 17.30 Kontraste–Die Reporter

18.00 Tagesschau-Nachrichten 18.30 Zapp 19.00

Tagesschau-Nachrichten 19.30 Weltspiegel-Reportage

20.00 Tagesschau 20.15 Quarks &Co.

21.02 Dasgeheime Leben der Katzen 21.47 Tier

zuliebe –Die Reportage 22.17 Exakt–So leben

wir! 23.17 Weltspiegel-Reportage 23.47 Extra

0.00 Tagesthemen 0.20 Zetsche geht –Wohin

steuert Daimler? 1.05 Weltreisen 1.35 DieTagesschau

vor 20 Jahren 1.52 Extra 2.00 Tagesschau

2.05 Dasgeheime Leben der Katzen

ONE

12.35 kinokino 12.50 Brisant 13.30 extra 3

14.00 „Denver-Clan” ohne Maske 14.30 „Denver-

Clan” ohne Maske 15.00 Großstadtrevier 15.50

Lindenstraße 16.20 Lindenstraße 16.50 Lindenstraße

17.20 Lindenstraße 17.50 Lindenstraße

18.20 Paris, Paris –Monsieur Pigoilauf dem Weg

zum Glück. Komödie, F/D/CZ2008 20.15 Nord

bei Nordwest. Der wilde Sven. TV-Kriminalfilm, D

2015 21.45 kinokino 22.00 Night on Earth. Komödie,

F/GB/D/USA/J1991 0.00 Miss Fishers

mysteriöseMordfälle 0.55 AgathaChristies Poirot.

Der Todwartet.TV-Kriminalfilm,GB2008 2.25

Doctor Who 3.10 Doctor Who 4.00 Hustle–Unehrlich

währtamlängsten 4.50 Torchwood

ZDF NEO

5.45 TerraXpress 6.15 TerraX7.00 TerraX7.45

TerraX8.25 TerraX9.10 TerraX9.55 TerraX

10.40 TerraX11.25 TerraX12.10 TerraX12.50

TerraX13.35 TerraX14.20 TerraX15.05 TerraX

15.50 TerraX16.35 Die glorreichen1017.20 Die

glorreichen1018.00 SketchHistory 18.25 Topfgeldjäger

19.20 Topfgeldjäger 20.15 The Core –

Der innere Kern. Actionfilm, USA/D/CDN/GB

2003 22.15 La zona –Donot cross (1) 23.10 La

zona –Donot cross 0.00 The Fog–Nebel des

Grauens. Horrorfilm, USA 1980 1.25 The Core–

Der innere Kern. Actionfilm, USA/D/CDN/GB

2003 3.25 Im Knast 3.50 Im Knast 4.15 Im

Knast 4.45 Im Knast

ZDF INFO

6.15 So tickt China 7.45 (für HG)HungrigerDrache

8.15 Südkorea –Erfolgumjeden Preis 9.00

Operation Yellow Bird 10.00 (für HG)Zockenmit

Zöllen 10.30 Murder Maps –Geheimnisvolle Verbrechen

13.30 Aufgeklärt–SpektakuläreKriminalfälle

17.15 DemVerbrechen aufder Spur 18.45

ZDF-History 20.15 Dem Verbrechen aufder Spur

21.00 DemVerbrechenauf der Spur 21.45 Aufgeklärt–Spektakuläre

Kriminalfälle 22.30 Aufgeklärt–Spektakuläre

Kriminalfälle 23.15 Aufgeklärt

–Spektakuläre Kriminalfälle 0.00 Aufgeklärt

–Spektakuläre Kriminalfälle 0.45 Aufgeklärt

–Spektakuläre Kriminalfälle 1.30 Murder

Maps–Geheimnisvolle Verbrechen

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kammermusik Béla Bartók und seine Sonate

für zwei Klaviere und Schlagzeug., ca. 56 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Konzert amSamstagabend Mit Werken von

Mendelssohn, R. Strauss, Beethoven, ca. 176 Min.

21.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Die besondere Aufnahme Ernst von Dohnányi:

Sinfonie Nr.1d-Moll op. 9; „Sinfonische Minuten”

op. 36, ca. 120 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Atelier neuer Musik Die Stille der abwesenden

Vögel. Die argentinische Komponistin Natalia

Solomonoff., ca. 45 Minuten

HÖRSPIEL

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Elena Mendoza: „Der Fall Babel”,ca. 115 Min.

20.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

„Hafen” Mit Tanja Schleiff, Nico Holonics. Regie:

Mishka Lavigne, ca. 115 Minuten

MAGAZIN

9.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Eine Pille für den Zappelphilipp. Diagnose

ADHS und die Folgen., ca. 31 Minuten

11.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Gesichter Europas „Deutschenkinder” –Vergangenheitsbewältigung

in Norwegen, ca. 55 Min.

18.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Feature Ihave fallen into amagic pot when I

was achild. Mohani über ihr Leben nach

Bhagwan. Von Nora Bauer,ca. 55 Minuten

23.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lange Nacht „Das große Sterben für die Freiheit”.

Eine Lange Nacht zum D-Day vor 75 Jahren.

Von Peter Kaiser,ca. 175 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Literatur Exil und Kreativität. Schriftsteller über

das Schreiben in der Fremde., ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

1.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Deutschlandfunk Radionacht Lied und Chanson.

Liederbestenliste: die Platzierungen im Juni

/Global Sound: neue internationale Singer/

Songwriter-Alben /Original im Ohr: ungewöhnliche

Coverversionen /OnTour. Gast: Fabrizio

Cammarata (Singer/Songwriter)., ca. 235 Min.

10.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Klassik –Pop –etcetera Mit Malte Arkona

(Moderator), ca. 55 Minuten

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Betty Carter., ca. 30 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Late Night Jazz Jazzfest Berlin 2018 –Nubya

Garcia. Mit Ulf Drechsel, ca. 56 Minuten

ARD

9.55 (für HG) Giraffe, Erdmännchen &Co.

10.45 (für HG) HalloSchatz –Vom Plunder zum

Prachtstück 11.30 (für HG)Quarks im Ersten

12.00 (für HG) Tagesschau 12.05 (für HG) In

aller Freundschaft–Die jungen Ärzte 12.55 (für

HG)Tagesschau 13.00 (für HG) Familie inklusive.

TV-Komödie,D2013 14.30 (für HG) Pampa

Blues. TV-Komödie,D2015 16.00 (für HG)W

wie Wissen 16.30 (für HG) Weltspiegel-Reportage

17.00 (für HG) Tagesschau 17.10 (für HG)

Brisant 17.50 (für HG) Tagesschau 18.00 (für

HG) Sportschau 18.25 Sportschau Thema.

Druck im Leistungssport 19.25 (für HG) Sportschau.

Moneten statt Moral–Wieder FIFA-Boss

den Fußball verkauft 20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 (für HG) Die Bestatterin –Der Tod

zahlt alle Schulden

TV-Krimikomödie, D2019

21.45 (für HG) Donna Leon

Todzwischen den Zeilen

TV-Kriminalfilm, D2017

23.15 (für HG) Tagesthemen

23.35 (für HG) Das Wort zum Sonntag

23.40 (für HG) Sherlock Im Zeichen der Drei

TV-Kriminalfilm, GB/USA 2014

1.10 (für HG) Die Bestatterin –Der Tod

zahlt alle Schulden

TV-Krimikomödie, D2019

RTL

8.55 Familien im Brennpunkt. Doku-Soap

9.55 Der Blaulicht-Report 10.55 Der Blaulicht-Report

11.50 Der Blaulicht-Report 12.50

Der Blaulicht-Report. Doku-Soap 13.45 Der

Blaulicht-Report. Aufregende Geschichten aus

dem Berufsalltag von Polizisten, Sanitätern

und Notärzten 14.45 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal. Moderation: Sükrü Pehlivan

15.40 Die Superhändler –4Räume, 1Deal.

Moderation: Sükrü Pehlivan 16.45 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal. Moderation: Sükrü

Pehlivan 17.45 Best of ...! Moderation: Angela

Finger-Erben 18.45 aktuell 19.05 Life –Menschen,Momente,

Geschichten. Moderation:

Annika Begiebing

20.15 Die größten Fernsehmomente der

Welt Dancing with the Stars /Missing

People Choir /Die tragische Geschichte

der Königin der Herzen /Olympia

2018 –Was für ein Glücks-Moment

beim Eiskunstlauf' /Labour Games

0.20 Die größten Fernsehmomente der

Welt Show

4.00 Willkommen bei Mario Barth

Gäste: Paul Panzer,Menderes Bagci

4.55 Willkommen bei Mario Barth

Gäste: Katrin Bauerfeind, Hendrik

Duryn

TV-Tipps

ZDF

Sat.1

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MDR WDR Arte

14.00 Die Bergpolizei –Ganz nah am Himmel

15.45 MDR vor Ort 16.10 (für HG) Aktuell

16.20 (für HG) Sagenhaft 17.50 MDR vor Ort

18.00 (für HG) Heute im Osten 18.15 (für HG)

Unterwegs in Wien 18.45 (für HG) Glaubwürdig

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG)

MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Quickie 20.15 (für HG) Wer weiß denn

sowas XXL 23.30 (für HG) Aktuell 23.35 Eröffnungskonzert

des Musiksommers 2019 0.55

Geigen, Gärten und Gesang 1.40 (für HG) Der

Rekordbeobachter. TV-Romanze, D2012

Bayern

16.15 (für HG) Bester Freund, größter Feind

17.00 Gernstl in Griechenland 17.15 Kreuzer

trifft ... 17.45 (für HG) Zwischen Spessart und

Karwendel 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Gut zuwissen 19.30 (für HG) Kunst &

Krempel 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Eva Zacharias. TV-Drama, D/A 2006

21.45 (für HG) Rundschau Magazin 22.00 (für

HG) Der Wettbewerb. TV-Komödie, A/D 2011

23.30 (für HG) Das Glück ist eine Insel. TV-

Liebesfilm,D2001 1.00 (für HG)Alleine war

gestern. Tragikomödie, D2014

Vox

7.35 Criminal Intent –Verbrechen im Visier

11.50 Shopping Queen 16.55 Der Hundeprofi

18.00 hundkatzemaus 19.10 Die Pferdeprofis

20.15 Mit besten Absichten. Tragikomödie,

USA 2015 22.10 (für HG) Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin. Zweifelhafte

Zeugen 23.15 (für HG) Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin. Suche

nach Wahrheit 0.10 (für HG) Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Mörderische Gene 1.05 (für HG) Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin

Super RTL

12.00 Barbie –Die Magieder Delfine. TV-Animationsfilm,

USA 2017 13.30 Spirit: wild und

frei 14.00 Friends –Freundinnenauf Mission

14.20 Sally Bollywood 15.00 ALVINNN!!! und

die Chipmunks 16.45 ALVINNN!!! und die Chipmunks

17.15 Voll zu spät! 17.40 Spirit:wild

und frei 18.10 Dennis &Fletscher –Blämtastisch!

18.40 Woozle Goozle und die Weltentdecker

19.10 Tomund Jerry 19.40 Angelo! 20.15

(für HG)Asterix –Operation Hinkelstein. Zeichentrickfilm,

F/D 1989 21.45 GirlsUnited. Komödie,

USA 2000 23.30 Böse Mädchen

Sport1

9.00 Teleshopping 9.15 Die PS-Profis –Mehr

Power aus dem Pott 9.30 Normal. Magazin der

Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien

10.00 Teleshopping 12.00 Sport-Quiz 14.30

Poker 15.30 Poker 16.30 Poker 17.30 Poker

18.30 Poker 19.30 Motorsport: Porsche Supercup.

Highlights Monaco 20.00 Die PS-Profis

–ImEinsatz. Rennsemmel 21.00 Die PS-

Profis –Mehr Power aus dem Pott. Doku-Soap

21.30 Sport-Quiz 23.30 Change ofHeart. Erotikfilm,

USA 2013

SAT.1, 20.15 UHR ANIMATIONSFILM

Störche –Abenteuer im Anflug

Früher wurden die Babysvom Klapperstorch insHausgeliefert. DieseZeiten

sind langevorbei. Die Störche der FirmaCornerstore habenlängst aufgehört,

Säuglinge zu transportieren, seit ihr Chef aufein neues Geschäftsmodell verfallen

ist: Nunliefern Junior (Foto) und seine KollegenimAuftrageines internationalen

Online-Shops Pakete aus. Juniors besteFreundin istdas Mädchen Tulip,

das damals als letztes Kind nichtmehr ausgeliefertwerden konnte,und das noch

immer unter den Störchenlebt. Eines Tagessetzt sie versehentlichdie längstaußerBetriebgenommene

Produktionsmaschine für Babys in Gang. Nunhaben sie

und Junior ein BabyamHals,und da Junior um seine Beförderungbangt,plant

er,das Kind heimlich auszuliefern. Doch die hinterhältige Taube„Nuss“ist ihnen

aufdie Schliche gekommen. Miteinem Budget von 70 Millionen Dollar realisiertendie

RegisseureNicholas Stoller und Doug Sweetland einen temporeichen

Animationsfilmen für Jung und Alt.Sebastian Schulz (Junior) und Nora Tschirner

(Tulip) liehen dem ungleichen Gespann ihreStimmen für die deutsche Fassung.

(USA 2016)

Foto:Sat.1

ARD, 20.15 UHR TV-KRIMIKOMÖDIE

Die Bestatterin –Der TodzahltalleSchulden

Der Unfalltod ihrer Mutter lässt die lebenslustige LisaTaubenbaum (AnnaFischer)

in ihr Heimatdorfauf der Schwäbischen Alb zurückkehren. Mitihrem

seit den Unfall gelähmten Vater Alfons (Hartmut Volle) und ihrem schreinernden

Bruder Hannes (Frederik Bott)will sie dasfamilieneigene Bestattungsunternehmen

weiterführen.

einNachdem Wochenendgrundstück,einen

das Geschäft sich zunächst alsäußrst

Kleingarten,

einSeegrundstück,einen offenbar einem Jagdunfall erlegen, und Bauernhof die alte Frau

schleppend

erweist, bekommen sieeines Tagesbinnen 24 Stunden glichzweineue Kunden:

Bankdirektor Hubingerist

Wertbacher erlageinem oder etwasVergleichbares Herzanfall. Oder? Lisa fallenim an OmaWertbachersHals

Grünen?

Würgemal auf. Undwie erschießtman sich versehentlich selbstmit der eigenen

Jadgflinte? Während DorfpolizistGoller darannichtungewähnliches findet,lässt

der Fall Sprechen Lisa keineSie Ruhe,und mit uns es muss –wir erst der findenIhren KommissarKommissar Nachfolger. Zellinger(Christoph

Letkowski)aus STuttgartangereits kommt, scheintjemand Lisas

Verdachtzuteilen. Laupi GmbH Mit„DerTod ·Immanuelkirchstraße zahlt alle Schulden“ 19 ·10405Berlin

gelangRegisseurin Isabel

Braakein Telefon:030 launigerSchwabenkrimi. 34725103 ·E-Mail: Fortsetzungensind info@laupi.de nichtauszuschließen.

·www.laupi.de

(Dtl./2019)

RTL 2, 20.15 UHR ACTIONKOMÖDIE

Hot Fuzz –Zwei abgewichste Profis

ZDF NEO, 22.15 UHR ACTIONSERIE

La zona –Donot cross

Sie verkaufen…

Doppelvorstellungfür EdgarWright. Der

britischenRegisseur und Drehbuchautor

hat sich aufGenre-Parodien spezialisiertund

hat dafür mit Simon Pegg (r.) und

Nich Frost(l.) zwei kongeniale Hauptdarsteller

gefunden. In „Hot Fuzz“gibt Pegg

einen schießwütigenPolizisten, der wegen

seines Übereifers aufs Land versetzt wird

und dortauf seinen gemütliche Kollegen

Butterman(Frost) trifft.Gut,dassesdort

schon bald zu einer ganzen Serievon Todesfällen

kommt. Anschließend mimtPeggin

der noch schwärzerenKomödie„Shaun of