Ausgabe_02_2019

c.karpe

Kundenmagazin der Stadtwerke Erfurt Gruppe. Sommerausgabe 2019 mit den Themen: 20x1000-Projekt von der SWE gefördert, Upcycling, Grüne Oase Petersberg, So verändert sich die Nördliche Geraaue im Umfeld der BUGA Erfurt 2021, Eine Stadtführerin erklärt Erfurter Redewendungen, Solarthermie in Marbach u. v. m.

Journal

Sommer 2019

Das Magazin für unsere Kunden

Die Kraft der Sonne

Solarthermie in Marbach

Seite 10

Hier tut sich was

KulturQuartier Erfurt setzt auf

neue Formate

Seite 38

Stadt, Land, Hund

Unterwegs mit Tierfotografin Jarmila Eckardt Seite 24


Inhalt

Die Kurve kratzen

Stadtführerin erklärt Erfurter

Redewendungen....................................4

Was kreucht und fleucht denn da?

Hinter den Kulissen der BUGA 2021....... 12

Grüne Oase inmitten der Stadt

Flora und Fauna auf dem Petersberg.... 14

Retter im Anmarsch

21x1000: Jugendeinsatzteam

der DLRG.............................................. 18

Auf den Spuren der Gurke

Sommerliche Cocktails mit

dem Gemüse des Jahres...................... 22

Seelenstücke von der Krämerbrücke

Zu Besuch bei Keramikerin

Isabel Franke........................................ 26

Für alles, was wichtig ist

Upcycling am Erfurter Zughafen..........30

Wasser macht Geschichte

Quellwasserwerk Peterborn

öffnet seine Türen................................ 32

Fitness am Lago di Alpi

Ein Sommer mit dem

Schülerferienticket..............................34

Leckerschmecker

Unterwegs mit Julchens

Kochmobil............................................40

Unser Nordbad

1925 wurde das Nordbad als Erfurter Volksbad provisorisch

eröffnet. Dass die Bauarbeiten erst 1929 beendet

waren, störte die Besucher nicht. Schon damals erfreute

es sich großer Beliebtheit. In der Architektur der bereits

zu dieser Zeit sehr modernen Badeanstalt spiegelt sich

nicht nur der niederländische Expressionismus wider:

Der Baustil ist auch vom Weimarer Bauhaus geprägt.

Ihre Stadtwerke im Netz:

www.stadtwerke-erfurt.de

Der Stadtwerke-Blog:

www.swefuererfurt.de

Unsere Facebook-Seite:

www.facebook.com/sweerfurt

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Impressum

HERAUSGEBER: SWE Stadtwerke Erfurt GmbH

REDAKTION: Henry Köhlert, Anke Roeder-Eckert,

E-Mail: presse@stadtwerke-erfurt.de, Telefon: 0361 564-1128

BEIRAT: Udo Bauer, Ivo Dierbach, Annett Glase, Anne Griese,

Christine Karpe, Inka Kaufmann, Sabine Lehmann,

Barbara Mörstedt, Hanno Rupp, Anett Schmidt, Maxi Wähnert

REDAKTIONSSCHLUSS: 15. Mai 2019

GESTALTUNG: Stefan Waldert

TITELBILD: Steve Bauerschmidt

SWE-Journal 02_2019

SWE-Journal 02_2019

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UNSER ERFURT

Auf

Sprichwort-Tour

durchs schöne

Erfurt

„Ich hab‘ gar nicht gewusst, wie schön Erfurt ist.“ Das sagen die einen. „Ich hatte zwei Tage Weimar

eingeplant, einen Tag Erfurt – umgekehrt wäre besser gewesen“, das sagen manch‘ andere. „Ich komm‘

wieder“, das sagen die meisten …

Stadtführerin Marlen Wiedenstritt (37) erlebt jeden Tag, wie sehr Erfurt seine Besucher aus aller Welt verzaubert.

Die einen lieben das südliche Flair der Stadt, das bunte Treiben in Gassen und Straßen – andere, vor allem

aus Amerika oder Asien, können kaum glauben, wie alt so manches Haus hier ist, dass es tatsächlich schon

seit 800 Jahren am selben Fleck steht. Und vor allem – dass es auch wirklich bewohnt ist und keine Kulisse.

Erfurt und das Mittelalter, das passt wie die Faust aufs Auge. Marlen Wiedenstritt kennt zu den allermeisten

Häusern der Innenstadt die Geschichte und auch die Redewendungen rund um diese alten Gemäuer, die wir

heute noch nutzen und die oft aus dem Mittelalter stammen.

„Der Ausdruck stinkreich zum Beispiel“, sagt sie, als sie vor einem Waidspeicher (erkennbar an den vielen

kleinen Fenstern im schrägen Dach) steht – also dem einstigen Speicher, in dem vor mehr als 500 Jahren der

kostbare Waid hergestellt und gelagert wurde. „Erfurt zählte im späten Mittelalter dutzende Waidspeicher,

und um das begehrte Waidblau herzustellen, brauchte man viel Urin. Es muss bestialisch gestunken haben. Ein

Gramm Färbepigment aus Waid war so viel wert wie ein Gramm Gold – wer also Waid besaß, war stinkreich.“

Erfurt war „stinkreich“. In den besten Zeiten der Waidherstellung, also bevor das viel günstiger herzustellende

Indigoblau aus Indien das Waidblau verdrängte, wurden hier drei Tonnen Waid hergestellt. So wertvoll wie

drei Tonnen Gold. Vielleicht kommt auch daher die Redewendung „Geld stinkt nicht“ – im Gegensatz zum Waid …

„Viele Touristen sind überrascht,

wie ruhig und

entspannt es mitten

in Erfurt zugeht.“

Marlen Wiedenstritt, Stadtführerin

(hat auf einem sogenannten

Klatschstein Platz genommen).

HENRY KÖHLERT

JACOB SCHRÖTER

Blau gehörte im Mittelalter wie Grau oder Braun zu den Farben, die vom einfachen Volk getragen werden

durften – eine zu große Vielfalt an Farben war verpönt. Wer es also „zu bunt trieb“, der verhielt sich nicht standesgemäß,

ungebührlich.

Blau machen? „Kaum ein Tourist weiß, dass diese Redewendung mit der Herstellung des Waidblaus zu tun

hat. Tücher, die zum Färben in die Laugenbottiche eingelegt wurden, verblieben dort einen Tag, bis sie langsam

die gewünschte Färbung angenommen hatten – von Grün zu Blau.“ An diesem Tag hatten die Färber nichts

zu tun, sie mussten abwarten – und machten blau. Und vielleicht, so die Stadtführerin, kommt von der plötzliche

Farbänderung auch der Ausdruck „blaues Wunder“ …

Nur ein paar Schritte vom Wenigemarkt entfernt, dort, wo eine schmale Stiege zur Rückseite der Krämerbrücke

führt, ist die nächste Redewendung quasi in Stein gemeißelt: „Kurve kratzen“, sagt Marlen Wiedenstritt

und zeigt auf einen recht großen Stein, der auf dem Boden vor einer Ecke des Cafés Nüsslein liegt. Ein „Stein

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SWE-Journal 02_2019 SWE-Journal 02_2019

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UNSER ERFURT

kam an diesen Kirchen vorbei, ohne einen Obolus für die Geistlichkeit

zu entrichten …

„50 Kirchtürme prägten das Stadtbild im Mittelalter, es gab 25

Pfarrkirchen, 15 Klöster, zehn Kapellen – davon stand eine mitten

auf dem Fischmarkt“, sagt die Stadtführerin. „Bei solch’ einer

Fülle an Gotteshäusern passt der Ausdruck, wer’s glaubt, wird

seelig.“

Marlen Wiedenstritt

unterhalb der Bursenhäuser

an der Gera.

Hier wurde auch viel

„schmutzige Wäsche“

gewaschen.

des Anstoßes“! „Er diente als Schutz der Fassade vor den Rädern

der Fuhrwerke, die durch die engen Gassen mussten und manche

Ecken zu eng nahmen. Außerdem halfen die Steine den Fuhrwerken,

besser um die Kurven zu kommen“, sagt sie und demonstriert

mit einem Hüftschwung, was sie meint.

Apropos Stein. „Wer weiß schon, woher der Ausdruck steinreich

kommt?“, sagt die Stadtführerin. „Im Mittelalter bestanden

die meisten Häuser aus Holz, nur Reiche konnten sich Häuser aus

Stein leisten.“ Holzhäuser waren Fachwerkhäuser, wobei „Fach“

ein alter Ausdruck für „Wand“ ist, daher vielleicht auch der Ausdruck

„unter Dach und Fach“.

Hinter der einmaligen Krämerbrücke treffen Touristen und Einheimische

auf die alte Furt durch die Gera, die, wie jeder Erfurter

wissen sollte, der Landeshauptstadt ihren Namen gab (von althochdeutsch

Erphesfurt, zusammengesetzt vom alten Namen der

Gera, der so viel wie dunkel, bräunlich bedeutet, und der Furt

durch den Fluss). Übrigens: Wer jemals in Florenz war, der weiß,

dass sich die Krämerbrücke gegenüber dem Ponte Vecchio nicht

zu verstecken braucht. Die eine, weltberühmt, ist nicht wirklich

durchgängig mit Häusern bebaut – die andere, auch schon recht

berühmt, hat in ihren Häusern ein viel bunteres Treiben zu bieten

als der italienische Mitbewerber.

Von der Rückseite der Krämerbrücke geht’s an der Mikwe,

dem einstigen jüdischen Ritualbad, vorbei, weiter zum Benediktsplatz.

Hier, am westlichen Ende der Krämerbrücke, stand bis ins

19. Jahrhundert eine Brückenkopfkirche – die Benediktinerkirche.

„Vier solcher Kirchen gab es davon in Erfurt, sie wurden zum göttlichen

Schutz von Brücken und Reisenden errichtet. An der Langen

Brücke stand die 1809 abgerissene Vitikirche, von der Nikolaikirche

an der Lehmannsbrücke steht nur noch der Turm. Die

Ägidienkirche am Wenigemarkt ist die letzte Brückenkopfkirche

in Deutschland“, sagt Marlen Wiedenstritt. Kaum ein Reisender

Wo Geld war, wurden Kirchen gebaut. Und Erfurt war ja „stinkreich“.

Pilger kamen im Mittelalter in Scharen nach Erfurt, wollten

ihre Seelen reinigen, die Reliquien von Adolar und Eoban sehen.

„Mit rund 20.000 Einwohnern entwickelte sich die Stadt im 14. und

15. Jahrhundert zu einer mittelalterlichen Großstadt, die einwohnermäßig

im Deutschen Reich nur von Köln, Nürnberg und Magdeburg

übertroffen wurde“, sagt Marlen Wiedenstritt. Erfurt lag

an zwei großen Handelsstraßen, sein Waidmarkt gehörte zu den

größten des Reiches, es hatte das Messeprivileg, es war gebildet

– keine andere Stadt in Deutschland hatte in der zweiten Hälfte

des 13. Jahrhunderts mehr Studenten.

„Das sind durchaus Fakten, mit denen Erfurt bei unseren Besuchern

Eindruck macht – umso mehr sind viele Touristen dann

überrascht, wie ruhig und entspannt es mitten in dieser Stadt zugeht.“

Gerade an der Gera hinter der Krämerbrücke, wo im Sommer

Hunderte ihre Seele (und so manche auch die Füße im Fluss)

baumeln lassen, gibt es idyllische Orte voller Ruhe. „Das war nicht

immer so“, sagt die Stadtführerin. „In Erfurt gab es mehr als 40

Wassermühlen, alle hatten ein unterschlächtiges Wasserrad – das

Wasser strömte also im unteren Bereich und trieb so die Mühlen

an.“

Um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen, wurde das sogenannte

Dämmchen angelegt – die künstliche, langgezogene Insel in

der Gera hinter der Krämerbrücke. In Höhe der Studentenbursen

(einst eine Wohn- und Lebensgemeinschaft von Studenten,

den Burschen) ist eine Querrinne aus alten Steinen angelegt, die

den einstigen Verlauf eines Wasserarmes verdeutlichen soll. „Es

gab im Mittelalter viel mehr davon, heute sind nur noch wenige

übrig geblieben.“

„Der Lieblingsplatz vieler

Touristen in Erfurt ist der

Fischmarkt. Hier gibt es so

viele Baustile nebeneinander

wie sonst nirgendwo.“

Die Stadtführerin: „An vielen Uferbereichen der Gera ging es

im Mittelalter nicht nur wegen der vielen Mühlen laut zu – hier

wurde auch Wäsche gewaschen“, sagt Marlen Wiedenstritt. „Und

ich kann mir auch gut vorstellen, wie die Frauen beim Waschen

über so manchen Mitbürger herzogen – und so schmutzige Wäsche

gewaschen haben.“ Viele Waschfrauen waren alt – also daher

vielleicht der Ausdruck „altes Gewäsch“.

Ein Mühlstein, ein Weg aus Pflastersteinen – hier tat im Mittelalter eine Wassermühle ihren Dienst.

Übrigens: Dass die Bursenhäuser mit knapp einem Drittel ihrer

Grundfläche über die Gera hinausragen, hat etwas mit der damaligen

Grundsteuer (galt nur für die Fläche auf festem Boden) und

Platzausnutzung zu tun. Und vielleicht auch damit, dass die Latrinen

praktischerweise über dem Fluss lagen …

„Hier ganz in der Nähe, am Anfang der Furthmühlgasse, gibt es

etwas Ungewöhnliches: Eine uralte Mauer, die nur noch teilweise

stand, wurde mit Stampflehm wieder hochgezogen, um zu zeigen,

wie im Mittelalter solche Mauern ausgesehen haben“, sagt Marlen

Wiedenstritt. Nur wenige Meter weiter steht die Universität

(in der zweiten Woche nach Ostern 1392 offiziell eröffnet), bei der

nur das Portal den II. Weltkrieg überstanden hat. „Wer nach oben

guckt, kann in den verzierten Fenstern über dem Portal sehen,

was hier einst gelehrt wurde: Philosophie, Medizin, weltliches und

kirchliches Recht, Theologie.“ Zeitweise mit mehr als 1.100 Lehrkräften

und Studenten während der Jahre 1392 bis 1521 war sie

nach Wien die am stärksten besuchte Hochschule dieser Zeit.

Nur wenige Meter weiter fällt in der Allerheiligenstraße ein

Haus mit einem wunderschönen Erker auf, in dessen Mauern

ebenfalls Geschichte geschrieben, beziehungsweise gedruckt

wurde. „Erfurt war eine Druckerstadt, im Haus zum Güldenen

Stern wurde 1473 der erste Ablassbrief nach Johannes Gutenberg

gedruckt“, sagt Marlen Wiedenstritt. Schnelles Drucken statt mühevolles,

handschriftliches Kopieren – das war eine Revolution,

die sich nicht nur die Kirche zunutze machte, um ihre lukrativen

Ablassbriefe zu verkaufen, auch die Reformation hätte es ohne

das gedruckte Wort so wahrscheinlich nicht gegeben. „Er lügt wie

gedruckt, diese Redewendung kennt jeder. Sie entstammt vielleicht

der Tatsache, dass Schreiber ihre Werke kennzeichneten,

Drucke aber meist anonym blieben. Damit ließen sich Lügen in

die Welt setzen, die kaum überprüfbar waren.“ Fake News gab’s

auch schon im Mittelalter …

„Etwas abkupfern kommt auch vom Drucken. Denn der Kupferstich

war in der frühen Neuzeit die übliche Technik zum Vervielfältigen

von Bildern, die beliebig oft kopiert werden konnten“,

sagt Marlen Wiedenstritt.

Doch nicht nur geistige Nahrung, Erfurt bot im Mittelalter für

den, der es sich leisten konnte, auch körperliche Nahrung in Hülle

und Fülle. Vor allem – Bier! „Weil Wasser aus der Gera, aber auch

Wasser aus den Brunnen durch die enorme Verschmutzung oft

ungenießbar war, tranken die Menschen Bier. Egal, ob Alt oder

Jung – da gab es höchstens in der Menge Unterschiede“, sagt

Marlen Wiedenstritt. „Mitte des 16. Jahrhundert gab es in Erfurt

500 Bierbrauer, ein Recht für Bürger mit viel Geld, z. B. für

Waidhändler.“

Wenn Bier gebraut worden war, musste es auch frisch getrunken

werden. „In sogenannte Bierlöcher steckten die Brauer dann

Weizen- oder Gerstenbüschel als Zeichen, dass es hier frisches

Bier gab. Herolde, genannt Bierrufer, zogen mit der Neuigkeit

durch die Straßen.“ Doch Bier war nicht gleich Bier: „Es gab eine

Art Alltagsbier, genannt Plempe. Das hatte weniger als drei Prozent

Alkohol und war recht dünn. Daher der Ausdruck Geld verplempern.“

Und wer zu viel Bier trank, wurde schnell plemplem.

Das allerdings gelang eher mit einer Art Festtagsbier, der

Schluntze, die mehr als doppelt so viel Alkohol wie die Plempe

hatte.

Übrigens: Der Lieblingsplatz vieler Touristen in Erfurt ist der

Fischmarkt. „Hier gibt es so viele Baustile nebeneinander wie

sonst nirgendwo: Klassizismus, Gotik, Barock, Renaissance –

auch Bauhaus kommt vor, vorne bei der Sparkasse. Doch egal,

wie unterschiedlich die Stile sein mögen, alles fügt sich zu einem

harmonischen Gesamtbild. So wie die Stadt, die buntes Treiben

genauso beherbergt, wie beruhigende Stille, Nähe und Abgeschiedenheit,

Vergangenheit und Zukunft.“

Eine schönere Liebeserklärung an Erfurt kann’s kaum geben


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SWE-Journal 02_2019

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EGAPARK

Sommer,

Sonne,

egapark ...

Wenn der Sommer erst da ist, wünschen wir

uns, er möge nie zu Ende gehen mit all seinen

einzigartigen Seiten: einen schönen Tag im

Freien mit der Familie verbringen, mit Freunden

zum Picknick treffen und zur Sonnenuntergangszeit

mit Popcorn und Getränken einen Film

im Sommerkino schauen. Wir laden Sie ein, einen

unvergesslichen Sommer mit uns zu verbringen.

Licht- und

Musikspektakel

Wenn der Sommer am schönsten ist,

freuen wir uns auf das Lichterfest. Die

53. Auflage lockt am 9. und 10. August

2019 Groß und Klein zu einer gigantischen

Licht- und Musikshow in den

Park. An zwei unterschiedlich gestalteten

Tagen ist für jeden Geschmack

etwas dabei: der Freitag ganz entspannt

mit junger Musik und Plätzen

zum Chillen, der Samstag ein bunter

und turbulenter Familientag.

Film ab!

Die Parkbühne steht vom 1. Juni bis zum 31. August

2019 wieder ganz im Zeichen des Sommerkinos!

Erstmals wird in diesem Jahr am 3. August ein

Wunschfilm gezeigt, den Sie vorher auf unserer Internetseite

mit auswählen können. Dort finden Sie

auch die einzelnen Filme.

22.06. A Star is born

06.07. Bohemian Rhapsody

20.07. The Favourite - Intrigen und Irrsinn

03.08. Wunschfilm

17.08. Green Book

31.08. Der Junge muss an die frische Luft

Genießen Sie die Sommerabende bei einem Glas

Wein und guter Unterhaltung. Es ist für jeden Geschmack

etwas dabei! Die Bühne ist überdacht und

ein Regenschauer kein Grund, zu Hause zu bleiben.

EGAPARK

Was auf die Ohren

Das Freiklang Open Air geht in die dritte Runde! Der egapark

Erfurt und die Handmade-Musikredaktion von Radio F.R.E.I. laden

wieder zum Tagesfestival auf die Parkbühne. Junge, regionale

Bands präsentieren sich einem breiten Publikum. Radio

F.R.E.I als lokaler Medienpartner und Mitveranstalter überträgt

das Festival live ab 18:00 Uhr. Vier Bands unterschiedlichen

Genres werden das Publikum begeistern: Eagle & The Men

mit Folk-Rock, Princes of Provinces mit Indierock, MiezeSKAze

mit Ska-Reggae-Soul-Dub-Fuckadelic und die Band Krom mit

feinen Beats des Rap und Rock. Eintritt: 6 Euro (egapark-Eintritt

ist inklusive).

StreetFood & More

Zum zweiten Mal ist der egapark vom 8. bis 10. Juni

2019 Pilgerstätte für alle Genießer aus Erfurt und weit

darüber hinaus. Auf sattgrünen Wiesen und zwischen

blütenprächtigen Beeten darf geschlemmt, gechillt und

einfach die Seele baumeln gelassen werden. Streetfood

aller Art wird an mehr als 30 Foodtrucks angeboten.

Dazu gibt es bequeme Plätze auf dem Rasen und erstklassige

Unterhaltung.

Bühne frei!

Sommertheater und Musik verschiedener

Genres sind in der schönsten Jahreszeit wieder

auf der Parkbühne zu erleben:

Von klassisch bis modern reicht das Spektrum

unserer musikalischen Angebote am 16.

und 21. Juni, 7. und 14. Juli sowie am 18. August.

Ein bekanntes Märchen steht am 28. Juli

mit dem Stück „Die Prinzessin auf der Erbse“

auf dem Programm.

Einfach genießen

Vier neue gastronomische Angebote locken seit dem

Frühjahr in den Park. Hinter Halle 4 werden im neuen

Cafe „Pelargonie“ Kaffeespezialitäten, Getränke,

Softeis, Kuchen, Torte und kleine Bistrogerichte serviert.

Jeweils 50 Sitzplätze stehen innen und außen

zur Verfügung. Im Eispavillon am Spielplatz „Gärtner-

Reich“ gibt es Eis auf die Hand, Kaffee und Getränke.

Beide Einrichtungen werden von der Firma Polster betrieben.

Die Caponniere ist im April mit dem neuen Diner-Anhänger

im amerikanischen Stil im Ateliergarten nahe

dem Deutschen Gartenbaumuseum gestartet. 120 Sitzplätze

auf der Außenfläche warten auf hungrige Gäste.

Ein zweiter Trailer steht nahe der Philippswiese.

Im Cafe Grün werden Kaffee, Eis und Kuchen gereicht.

Zehn bis 15 Sitzplätze laden zum Verweilen ein.

CHRISTINE KARPE CHRISTIAN FISCHER

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Marbach fängt sich

jetzt die Sonne ein

ENERGIE

Blick auf eine Reihe Flachkollektoren.

Röhren führen

von den Kollektoren

zurück zur Solarstation,

das Wasser darin ist bis

zu 115 Grad heiß.

Hier sehen Sie Erfurts

umweltfreundlichstes

Versuchskaninchen – es

ist Thüringens größte Solarthermie-Anlage

in Marbach,

die seit Ende Mai

jede Menge heißes Wasser

für das Erfurter Fernwärmenetz

der SWE produziert.

Errichtet hat das Ganze

die SWE Energie GmbH.

Motto: „Wir wollen die

Wärme für Erfurt grüner

machen!“ Denn diese Art,

Wärme zu erzeugen, ist

die mit Abstand umweltfreundlichste

Methode, um Wohnungen in der Landeshauptstadt

zu heizen oder heißes Wasser (z.B. für die Dusche) bereitzustellen.

Hier, im Westen von Erfurt, wird keine Kohle verfeuert, kein

Öl verheizt, kein Atomstrom produziert – hier leistet einzig die

Sonne die ganze Arbeit und schafft durch ihre Strahlung heißes

Wasser.

Nur – warum ist diese Anlage ein Versuchskaninchen? Weil

die SWE Energie GmbH mit dieser Art der Wärmeerzeugung erst

einmal Erfahrungen sammeln will. „Zwar ist Solarthermie kein

Neuland mehr, aber wir setzen in dieser Anlage unterschiedliche

Technologien ein und wollen in Hinblick auf die Zukunft wissen,

wie effizient diese sind“, sagt Karel Schweng, Chef der SWE

Energie GmbH.

Was für unterschiedliche Technologien? Ganz einfach: In Marbach

produzieren sowohl Flachkollektoren als auch Vakuumröhrenkollektoren

heißes Wasser für die SWE. Die ersten sind

günstiger, die zweiten sind teurer in der Anschaffung – dafür aber

effektiver.

Und so funktioniert’s: Elektromagnetische Sonnenstrahlen

enthalten Energie. Je mehr Strahlung ein Gegenstand absorbieren

kann (z.B. durch die Farbe Schwarz), desto mehr Energie

kann er speichern. Diese Energie kann dann in andere Energieformen

umgewandelt werden, z.B. in Wärme für Erfurter Bürger.

Bei Flachkollektoren erwärmt Sonnenlicht eine flache, wärmeabsorbierende

(schwarze) Fläche, die mit Röhren durchzogen ist.

Darin: ein Wasser-Propylenglycol-Gemisch (damit starker Frost

im Winter nicht die Anlage kaltstellt), das die Wärme aufnimmt

und über einen Wärmetauscher an das Wasser in der Fernwärmeleitung

abgibt.

Bei Vakuumröhrenkollektoren produzieren Kupferrohre Wärme,

drumherum ist eine Vakuumröhre aus Glas. Ihre Aufgabe:

einfach nur zu isolieren. Das Wasser (bei dieser Anlage ist

es ganz normales Wasser)

wird dabei auf bis zu

115 Grad erhitzt) und kann

ohne Wärmeverlust an den

Verbraucher abgegeben

werden.

Die beiden Anlagen

brauchen nicht unbedingt

direktes Sonnenlicht, um

Wärme zu produzieren –

das geht auch bei Wolken.

Nur nachts und im Winter

sieht’s mau aus mit der Ökoenergie.

Karel Schweng:

„Gleichzeitig mit der Inbetriebnahme

dieser Anlage

gehen auf unserem Gelände

an der Iderhoffstraße zwei neue Heizkessel an den Start, die

mögliche Schwankungen bei der Wärmeversorgung ausgleichen

sollen.“ Das Prinzip dahinter: Die riesigen Heizkessel produzieren

immer dann Wärme, wenn das große Kraftwerk der SWE im Nordosten

der Landeshauptstadt und die Sonnenkollektoren in Marbach

nicht genug davon liefern können. Die Kessel sind also eine

Art Sicherung, damit Erfurter nie kalte Füße kriegen …

Übrigens: Das „Sonnenstrahlensammelfeld“ in Marbach – genauer

Sonnenkollektorfeld – ist rund 3.000 Quadratmeter groß

und kann bis zu 120 Haushalte mit warmem Wasser versorgen.

Auf 2.000 Quadratmetern davon tun die Vakuumröhren ihre

Dienste. Rund 20 Jahre, so die Erwartungen der Ingenieure, soll

Auf rund 2.000 Quadratmetern wird in Marbach heißes Wasser produziert –

und das nicht nur, wenn die Sonne scheint.

die Anlage im Einsatz sein – für Erfurt!

HENRY KÖHLERT

STEVE BAUERSCHMIDT

Das Erfurter Fernwärmenetz

ist 195 Kilometer lang.

Das Wasser ist bis zu 115 Grad heiß.

Im Dampfnetz sind es bis zu 200 Grad.

40.000 Erfurter werden mit

heißem Wasser versorgt.

14.000 Kubikmeter heißes Wasser

werden zukünftig zwischengespeichert.

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BUGA ERFURT 2021

UNSER ERFURT

Was kreucht

und fleucht

im egapark?

Der Waldkauz straft neugierige Beobachter mit Missachtung. Das Warten an der alten

Linde nahe der egapark-Bühne wird nicht belohnt. In dem verbliebenen, ca. 1,5 Meter

langen Astrest hat er für sich und seinen Nachwuchs ein gemütliches Zuhause gefunden.

Seit einigen Jahren ist der ca. 15 m hohe Baum bewohnt. Direkt gegenüber lebt

Familie Star mit ihrem Nachwuchs. Es herrscht reger Flugbetrieb. Die Altvögel sind mit

dem Beschaffen von Nahrung voll ausgelastet. Wer wie Baumexperte Markus Gresser

den Waldpark – den Bereich zwischen Sternwarte und Ausgang Gothaer Platz – aufmerksam

durchquert, kann in vielen der Bäume Löcher finden, in denen Vögel, Fledermäuse

und Eichhörnchen leben. Bis zu sechs Löcher übereinander an einem Baum

zeigen, hier war der Specht fleißig und sein Werk hat Nachnutzer gefunden. Manchmal

hört man ihn auch eifrig klopfen.

500 der 2600 egapark-Bäume sind Habitatbäume. Das sind

Großgehölze, die besondere Lebensräume für andere Lebewesen

anbieten. Im Naturkreislauf übernehmen sie eine wichtige

Funktion. Markus Gresser ist im 36 Hektar großen Parkgelände

für die Bäume verantwortlich. Er kennt nahezu jeden Bewohner,

weiß, welche Höhle genutzt wird und welche nicht. Die meisten

beeindruckenden Baumriesen sind noch keine 100 Jahre alt,

sagt der Fachmann. Im Park stehen einige mehr als 100-jährige

Baumoldies, z.B. die Linde im Liliengarten. Über 50 Arten gibt

es im Gelände: Eichen, Rotbuchen, Winterlinden, Bergahorn und

Hainbuchen, aber auch Flatterulmen, Speierling und die seltene

Elsbeere, der Baum des Jahres 2011.

Bäume stehen im egapark aber nicht nur im Waldpark. Hinter

den Hallen, am Spielplatz und entlang der Umzäunung zur Gothaer

Straße prägen sie das Bild des Gartenparks. Zur Verantwortung

von Markus Gresser gehört auch die jährliche Kontrolle

der Bäume mit einem Gutachter auf Standsicherheit, Krankheiten

oder Schäden. Aufgelistet ist all das im Baumkataster. Die-

Markus Gresser mit einem

der Molche, die im se Akribie ist notwendig, denn die Sicherheit der Besucher geht

Karl-Foerster-Garten vor. Deshalb werden gerade die Habitatbäume genau beobachtet

oder Gehölze, die bereits in ihrer Vitalität eingeschränkt sind.

ungestört leben.

Ist die Standsicherheit gefährdet, dann muss bei der Unteren Naturschutzbehörde

die Fällung beantragt werden. Das kommt zum Glück nicht so häufig

vor, mit Maßnahmen wie dem Kronenentlastungsschnitt kann die Lebenszeit geschädigter

Bäume verlängert werden.

Markus Gresser hat bei seinen Gängen durch den Park nicht nur ein wachsames Auge

für die Bäume, sondern für alles, was kreucht und fleucht. In Richtung des Gothaer Platzes,

nahe dem Ausgang, befindet sich der Karl-Foerster-Garten. Für die Bundesgartenschau

wird auch hier umgestaltet, die Bauarbeiten an den Treppen haben begonnen, die

egapark-Freunde wollen unter fachlicher Anleitung des ehemaligen Parkleiters Horst

Schöne neuen Glanz in eine Terrasse der Anlage bringen.

Noch ist es ruhig und vor allem Molche und Frösche fühlen sich in den und um die

runden Wasserbecken besonders wohl. Deshalb bleiben diese erhalten und der Bereich

wird besonders behutsam saniert. 40 bis 50 Vogelarten, Hasen, Füchse, Dachse und

Steinmarder haben im egapark ein Zuhause am Rande der Stadt gefunden, das ihnen

besonderen Schutz bietet. Das wird in Vorbereitung der Bundesgartenschau und darüber

hinaus so sein, ist sich Markus Gresser sicher. CHRISTINE KARPE

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Baum-

Geschichten

aus dem

Erfurter

Norden

Die Fläche des Alten Klärwerks ist so etwas wie ein Lost Place –

ein verlassener Ort, den nur wenige Menschen kennen. Vor anderthalb

Jahren noch verhinderte ein Zaun den Zugang, eine

dichte Strauchvegetation verbarg alles Dahinterliegende vor neugierigen

Blicken. Für den Bau des Abwassersammlers 2017 öffneten

sich die Türen des Areals. Mit der begonnenen Umgestaltung

der Geraaue im Zuge der BUGA Erfurt 2021 wird das ca.

1 Hektar große Terrain nun wieder für die Erfurter zugänglich gemacht

und nicht nur das, mit den hier entstehenden Geraterrassen,

Sitzbänken, Liegeflächen und neuen, besonders starken Einzelbäumen

erhält es eine ganz neue Qualität der Nutzung. Auf der einstigen

Brache können die Erfurter dann direkt am Wasser Zeit verbringen,

Natur erleben und entspannen.

Die Strauchvegetation, die über Jahrzehnte von dem bis dato

ungenutzten Gelände Besitz ergriffen hatte, ist weitgehend verschwunden.

Für den Einlauf des neuen Abwassersammlers wurde

das Ufer verändert, das Gelände wird bis 2021 neu geformt. Konstanten

inmitten der vielen Veränderungen sind zwei Schwarzpappeln

am Gewässerrand inmitten anderer großer Bäume.

Manja Landefeld klettert mit festen Schritten über den Erdwall

und die Uferböschung hinunter. Die Baumgruppe, auf die sie zustrebt,

ist mit einem rot-weißen Flatterband abgesperrt, hier ist

eine Bautabuzone, erklärt die Mitarbeiterin des Umwelt- und Naturschutzamtes.

Der große Baum mit der markanten Form und

vom Alter gezeichneten Rinde ist eine der in Thüringen seltenen

Schwarzpappeln. Zwei der genetisch unverfälschten und daher

einheimischen, resistenteren Bäume als die Hybridsorten stehen

auf dem Areal. Mit ihren vielfältigen Strukturen wie Rindenabris-

sen, Mulm und Hohlräumen bieten sie Raum für Fledermäuse, Käfer,

Vögel. Die Fläche, auf der die zwei Schwarzpappeln stehen,

wird demnächst eine schlafende Sicherung erhalten, die als Prallschutz

verhindert, dass die Gera das Ufer und die Standsicherheit

der Schwarzpappeln gefährdet. Im Stamm ist eine Höhle, die ihre

Vitalität einschränkt, sie aber für Kleingetier aller Art besonders

wertvoll macht.

Bevor die Fläche für die geplanten Arbeiten beräumt wurde, untersuchten

Gutachter, Fledermaus- und Käferexperten ca. ein Jahr

lang Bäume, Sträucher und jeden Winkel der Alten Kläranlage. Die

Bautabuzone und Festlegungen, in welcher Entfernung der geplante

Unterhaltungsweg an den Schwarzpappeln vorbeiführen darf,

waren einige der Ergebnisse. Nach Abschluss der Arbeiten, erzählt

Manja Landefeld, wird überlegt, ob ein Baumkronenschnitt notwendig

wird, um die Lebenserwartung des Baumes zu verlängern.

Schwarzpappeln sind in Thüringen selten geworden. Im Zuge der

BUGA-Vorbereitungen werden deshalb Bäume dieser Art für Erfurt

in einer Baumschule in Tonndorf herangezogen. Nahe dem Erfurter

Pappelstieg sollen sie auch künftig zu Hause sein, so wollen es

die Planer und die Verantwortlichen für die Umgestaltung der Geraaue.

CHRISTINE KARPE

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BUGA ERFURT 2021

BUGA-Umgestaltung im

Einklang mit Flora und

Fauna des Petersberges

Ein Berg mitten in der Stadt, umgeben von dichter

Bebauung – kann das ein Naturidyll für Tiere

und Pflanzen sein? Beim Spaziergang über und um

den Berg mit Inga Hampel und Jeanette Köhler sind die

Zweifel darüber schnell beseitigt. Beide arbeiten im Erfurter

Umwelt- und Naturschutzamt, die eine verantwortlich

für Fauna und Artenschutz, die andere

für Flora und Landschaftsplanung. Mit

den beginnenden Baumaßnahmen der

Bundesgartenschau 2021 für die Umgestaltung

des Innenstadtareals sind die

2

Themen Natur- und Artenschutz sowie

Landschaftspflege in den öffentlichen Fokus

gerückt. Bisher war kaum über den

Kreis von Experten und besonders interessierten

Erfurtern hinaus bekannt, welches

Naturkleinod sich hier entwickelt hat. Dies ist

der positive Effekt des jahrzehntelangen Dornröschenschlafes,

aus dem der Petersberg jetzt geweckt

wird. Wecken heißt aber nicht, die positive Entwicklung in Naturund

Artenschutz nun umzukehren, versichern beide. Bei jeder

geplanten baulichen Veränderung werden die Auswirkungen

auf Tier- und Pflanzenwelt vorab geprüft

und durch geeignete Maßnahmen möglichst gering

gehalten.

In Bereichen, die von Besuchern unberührt

blieben, haben seltene Tierarten ein Zuhause gefunden.

Das Plateau ist keiner dieser Bereiche,

die bisherige Grüngestaltung und die intensive

Nutzung durch Besucher stehen dem entgegen.

Einflugschneise an der Bastionsmauer

Eine Etage unterhalb, in den Mauerritzen der Bastion

Leonhard, in bester Südlage, sind die Wildbienen beheimatet.

Anders als ihre domestizierten Verwandten leben sie als Einzelgänger

und jede kümmert sich nur um den eigenen Nachwuchs,

erzählt Inga Hampel. Löcher und Ritzen zwischen den Steinen

sind attraktive Wohn- und Brutorte für sie, die gefährden aber

den Erhalt des Mauerwerkes. Die Naturschutzfachfrau erklärt,

wie man wildbienenfreundlich Mauerwerk saniert: Die Wand in

Teilen mit Planen abhängen, dann sind diese Flächen nicht mehr

warm und attraktiv für die Insekten. Diese weichen in die unverhüllten

Bereiche aus. Insektenhotel und verbleibende Löcher und

Spalten bieten anschließend neuen Lebensraum. Man muss Kompromisse

schließen zwischen Denkmalschutz und Anforderungen

der Bienen. Die Wandbewohner an der Bastion Leonhard gehören

zur seltenen Gattung der Blattschneiderbienen. Sie bauen ihr

Nest auch in Hohlräume und tapezieren diese mit abgeschnittenen

Blattstücken aus. Sie sammeln die Pollen der Pflanzen wie

des Zimbelkrautes, die den schwierigen Bedingungen zum Trotz

die Mauerfugen besiedelt haben.

Die Wildbienen sind nicht die einzigen Bewohner der sonnigen

Wand. Im Inneren, in den Horchgängen, in Bauspalten, Lüftungs-

1

3

schächten und schwer

zugänglichen Lücken im

Mauerwerk, findet man

Breitflügelfledermaus, Graues

und Braunes Langohr oder die

Mopsfledermaus. Wie groß die Population

der einzelnen Arten wirklich ist, kann selbst die Fledermausfachfrau

nicht sagen, die einmal im Jahr im Winter

auf Kontrollgang ist. Die Hufeisennase hat den Petersberg verlassen.

Nicht der Mensch hat sie vertrieben, sie liebt es wärmer und

bevorzugt Reviere im Steiger. Alle anderen Fledermäuse finden

auf dem Petersberg all das, was einen Wohnort für sie attraktiv

macht: Insekten als Beute, Bäume oder Gebüschsäume als Leitstrukturen

und Schutz vor nächtlichen Jägern wie Eulen. Auch

der Große Abendsegler, der aber in Bäumen lebt, wird hier öfter

gesehen. Auf sie alle wurde die Illumination abgestimmt, die die

Zitadelle touristisch ins rechte Licht rücken soll.

Geschützter Rückzugsort

4

GRÜNE OASE inmitten

der Stadt

Fotos: Steve Bauerschmidt,

Adobe Stock, Inga Hampel

Christine Karpe

5

1 Die

Blattschneiderbienen

leben in der Bastionsmauer.

2 Die Fledermäuse nutzen

alle Spalten und Ritzen. 3 Der Rosenkäfer

hat seinen Nachwuchs in dem kranken

Baum abgelegt. 4 Das Zimbelkraut bietet

Nahrung für die Bienen, das Insektenhotel

auch Quartier für andere Arten. 5 Der

geschützte Landschaftsbestandteil

- ein Wald inmitten der

Stadt.

Bei den Arbeiten am Bewuchs entlang der Bastionsmauer wurden

in den vergangenen Jahren Kompromisse gefunden, mit denen

beide Seiten gut klarkommen, erzählt Jeanette Köhler. Ihr

Fachgebiet ist die Flora: Bäume, Sträucher und Unterwuchs.

Beides findet sich im geschützten Landschaftsbestandteil Petersberg

an der Mauerkrone Richtung

Lauentor und hier zwischen

Bastion Leonhard und der Bechtheimer

Straße. Entstanden sind beide

Gehölzflächen erst nach der militärischen

Nutzung des Petersberges. Umweltrechtlich gelten

sie als Wald, erzählt die Fachfrau. Füchse und Feldhasen finden

hier inmitten der Großstadt einen Rückzugsraum. Bevor der

Mensch eingreifen darf, werden Gutachten erstellt und ggf. noch

weitere Fachleute hinzugezogen, erklärt Jeanette Köhler. Das gilt

z.B. auch für die Strauchvegetation entlang der Bastion Leonhard.

Für die Mauersanierung musste Platz geschaffen werden,

aber nur so viel, wie für die Ausführung der Sanierung unbedingt

notwendig ist. Entlang des Weges zur Bechtheimer Straße verbirgt

sich noch ein geologisches Kleinod, ein Bodenschnitt durch

die Keupererhebung des Petersberges. Er gehört zur Erfurter

Störungszone wie auch der Domberg und die Schwellenburg (am

nördlichen Stadtrand nahe der B4). Geologisch gesehen, verbindet

alle drei Erhebungen dieselbe Entstehungsgeschichte.

Zurück auf dem Plateau: Nahe einer Reihe beachtlicher Kastanienbäume

fällt ein Baumtorso sofort ins Auge. Er trotzt der

begonnenen Umgestaltung. Ein Schild verweist darauf, warum

er trotz begonnener Erdarbeiten hier noch steht. Im Baum befindet

sich – von außen nicht sichtbar – der Nachwuchs des Rosenkäfers.

Kotspuren und Reste toter Käfer haben die Fachleute

darauf aufmerksam gemacht. Früher als der

Mensch hat der Käfer die Schwäche des Baumes, die

absterbenden Stellen im Inneren, erkannt und für seinen

Nachwuchs genutzt. Eine gute Stelle, die morschen Baumteile

sind Wohnung und Nahrung zugleich. Das Schicksal des in großen

Teilen kranken Baumes ist von Amts wegen besiegelt. In der

Fällgenehmigung ist der Wechsel des Totholzes mit Käferlarven

in eine Gehölzfläche auf dem Petersberg festgeschrieben. Ganz

vorsichtig wird das Baumstück dann aus der Erde gehoben und

umgesiedelt.

Auf dem Petersberg arbeiten Naturschutz und Grünflächengestaltung

Hand in Hand. Mit dem Bau des Panoramaweges entstehen

kräuterreiche Wiesen, die ein- oder zweimal jährlich gemäht

werden, mehr Nahrung für Insekten bieten und damit auch

die Bedingungen für die insektenjagenden Fledermäuse verbessern.

Neben dem Wert für die Tiere erfordern solche Flächen

auch weniger Pflege.

CHRISTINE KARPE

Noch mehr Themen, Informationen und Geschichten zu

Flora und Fauna des Petersberges, zum Rosenkäfer und zu

besonderen Bäumen gibt es auf unserem BUGA-Blog zu lesen:

www.buga2021blog.de.

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SWE-Journal 02_2019

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BUGA ERFURT 2021

Erfurt macht sich

schick für die BUGA!

Im Friseursalon „HaarArt“ in der Neuwerkstraße klappert die

Schere – kein Spezialmodell aus dem Friseurbedarf, eine rustikal

anmutende Version aus dem Baumarkt. Auch nach der Ladenschließzeit

herrscht im Laden von Simone Korn noch emsiges

Treiben. Hauptdarsteller sind nicht die Friseure, statt Waschbecken,

Haarpflegeprodukten und Föhn stehen nun Licht, Requisiten

und Kamera im Mittelpunkt. Die Grafikerin der Agentur

Zebra in Chemnitz und Ideenlieferantin für das Motiv der Kampagne

hat ihre Vorstellungen vom künftigen Foto gezeichnet. So

weiß der Fotograf, welche Positionen er berücksichtigen muss,

wo im Bild Schrift verläuft und mit welcher Perspektive das Foto

gemacht werden soll. Nach ca. anderthalb Stunden sind

beide mit dem Licht und der Kameraposition

zufrieden. Jetzt sind die Models

gefragt. Beide haben die 90 Minuten

mit Styling und Gesprächen

verbracht, kennengelernt

haben sie sich beim

Eintreffen im Geschäft.

Vivien Korn ist die

Tochter der Ladeninhaberin

und im

richtigen Leben

Lehrerin. Als das

BUGA-Marketingteam

den

Salon als Ort

des Fotoshootings

anfragte,

meldete

sie sich als Model

auf dem Friseurstuhl

gleich

an. Für den Fotoabend

hat sie sich extra

eine schicke Steckfrisur

machen lassen. Umsonst, wie

sich schnell herausstellt. Ihre

Haarpracht verschwindet unter

einer lustigen Buchsbaumperücke

– ein grüner Natur-Afrolook.

Drei Varianten stehen zur Wahl,

gefertigt wurden sie in der Kostümwerkstatt

des Theaters Erfurt. An die

Haare, pardon den Buchsbaum, will ihr

Mario Weigel als Friseur oder besser Gärtner?

Im wirklichen Leben ist er Verantwortlicher

für das Objektmanagement in den Erfurter

Stadtwerken. Gemeldet hat er sich als Model auf einen Aufruf im

Intranet der SWE. Seine Gartenschere klappert und kommt Viviens

Buchsbaumkopf gefährlich nah. „Das Friseurspiel macht mir

Spaß, ich war schon seit vielen Jahren nicht mehr beim Friseur“,

lacht der 57-Jährige mit Verweis auf seinen glattrasierten Kopf.

Fast zwei Stunden dauern dann die Fotoaufnahmen. Es ist

draußen längst dunkel, als alle Aufnahmen im Kasten sind und

nur noch manchmal drückt sich ein Neugieriger die Nase an der

Scheibe platt.

Das zweite Motiv, Vater und Sohn mit dem Rad auf dem Domplatz,

ist wenige Tage zuvor entstanden. Auch hierfür hatten

sich Stadtwerker als Model gemeldet. Swen Thorhauer,

bei der EVAG IT-Anwendungsbetreuer,

ist begeisterter Radfahrer und freut sich

auf die BUGA, die Erfurt 2021 in

ein Blumenmeer verwandelt.

Eine Minivariante davon hat

er in einem Weidenkorb

an seinem Fahrrad.

Neben ihm steht

der achtjährige

Anton. Das Bildmotiv:

Vater

und Sohn mit

Fahrrädern

und Blumenkörben

vor

Dom und Severi.

Auf dem

Kopf tragen

beide die unvergleichlichen

Buchsbaumperücken.

Nach drei

Stunden sind die

Fotos im Kasten,

trotz ständiger Wiederholungen

kommt der

Spaß bei beiden nicht zu

kurz. Genau der soll auch bei

den Betrachtern der ersten Kampagne

der BUGA Erfurt 2021 aufkommen.

Zu den witzigen Bildern wirbt dann

noch der Spruch „Erfurt macht sich schick für

die BUGA“ um Sympathie. Den Models gehört

sie auf jeden Fall schon.

/ CHRISTINE KARPE

Foto: Marcus Scheidel

egapark – Ein Fest für die ganze Familie

Am 23. Juni ist von 11:00 bis 17:00 Uhr WBG-Fest mit Musik,

Spiel und Spaß angesagt.

Hüpfburgen und Bühnen, wohin das Auge schaut. Dazu jede Menge Platz zum Tanzen,

Zuhören und Spielen. Und an Essen und Trinken ist natürlich auch gedacht. Dafür

steht das Familienfest der Erfurter Wohnungsbaugenossenschaften im egapark.

Motto in diesem Jahr: „Zeitlos spannend – eine Reise durch die Zeit“. Der Name ist

Programm: Los geht es mit den 1950er-Jahren und einem Double der Stilikone Marlene

Dietrich. Sie verzaubert die Besucher mit bekannten Berliner Gassenhauern

und Chansons. FOKUS FASHION aus Erfurt begeistert mit Tanzshows zu Ohrwürmern

aus den 1960er- und 1980er-Jahren. Ein weiteres Highlight wird Harpo sein.

Der Schwede lädt mit seinen Superhits „Moviestar“, „Horoscope“ und „Motorcycle

Mama“ zum Tanzen und Mitsingen ein. Zum Abschluss erleben Sie die Neuzeit:

Kaum ein anderes deutsches Musikprojekt ist das ganze Jahr so erfolgreich unterwegs

wie das von Christina Rommel und Band. Ihre Songs sprühen vor Energie und

Leidenschaft. Durch den Tag und das Bühnenprogramm begleitet uns Johannes-Michael

Noack, den MDR-Hörern wohl besser bekannt als „Johannes und der Morgenhahn“.

Die Genossenschaftskarte gilt am 23. Juni 2019 für bis zu vier Personen als Eintrittskarte für

den egapark sowie als Fahrkarte von der Wohnadresse zum egapark und zurück im Stadtgebiet

Erfurt (Tarifzone 10). Mehr Infos: www.erfurter-genossenschaften.de

Theater: Krönender Abschluss

Am 21. Juni klingt die Spielzeit im

Theater Erfurt aus. Traditionell wird

das letzte Sinfoniekonzert der Saison

live auf den Theaterplatz übertragen.

Wenn hunderte Menschen zum Theater Erfurt pilgern, kulinarische

Leckereien, Picknickdecken oder Klappstühle im Gepäck

haben, die Stimmung ausgelassen ist, dann steht der Spielzeitabschluss

des Theaters vor der Tür. Für viele Erfurter ist das

ein fester Termin im Kalender. Dieses Jahr gibt es eine Premiere.

Denn erstmals durfte das Publikum über das Konzertprogramm

bestimmen – das 11. Sinfoniekonzert wird zum Wunschkonzert.

Zur Auswahl standen populäre Orchesterstücke von

Barber bis Weber. Bis Ende Februar konnte in verschiedenen

GUT ZU WISSEN

Medien abgestimmt werden. Zusätzlich durften die Zuhörer

entscheiden, mit welchem Stück die Solisten des Philharmonischen

Orchesters an Violine, Cello, Klarinette und Schlagzeug

zu erleben sein sollen. Ein spannender Konzertabend voller

Überraschungen ist also garantiert! Um 20:00 Uhr geht es

los. Wer gute Plätze ergattern möchte, sollte den Vorplatz aber

schon früher aufsuchen. Die Stadtwerke Erfurt verlosen einen

Picknicktisch für zwei mit kulinarischer Überraschung und unverstelltem

Blick auf die Live-Übertragung, und zwar über die

App SWE Für Erfurt. Teilnehmen können Kunden der SWE Energie

GmbH, Inhaber der egapark-Saisonkarte und EVAG-Abonnenten.

Einfach im Profil der App eine der SWE Geschäftspartnernummern

hinterlegen und los geht‘s.

Mehr Infos und den direkten Weg zum Herunterladen

gibt es unter www.stadtwerke-erfurt.de/swe-app.

Einfach mit dem

Handy scannen.

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SWE-Journal 02_2019

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21X1000

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Retter im

Anmarsch!

Tim, Wiebke, Emma,

Yola und Katerina bereiten

sich auf den

Ernstfall vor. Sie gehören

zum Jugendeinsatzteam

des DLRG

Stadtverbandes

Erfurt e.V. ANKE ROEDER-ECKERT

KARINA HEßLAND-WISSEL

1

Die Stadtwerke Erfurt

fördern 21 tolle Projekte mit

jeweils 1.000 Euro: z.B. die

JETs des Stadtverbandes

Erfurt der Deutschen-

Lebens-Rettungs-Gesellschaft

2 3

(1) Bergung aus dem Auto. (2) Gar nicht so einfach: der Transport eines Verletzten. (3) Robert zeigt an der Puppe Mund-zu-Mund-Beatmung

und Herzdruckmassage: 30 mal drücken, zweimal beatmen.

Zugegeben, echte Retter sind sie noch nicht.

Aber sie arbeiten dran: Tim, Katerina, Wiebke,

Emma und Yola gehören zum Jugendeinsatzteam

– kurz JET – des DLRG Stadtverbandes

Erfurt e.V. „Wir wollen mehr als nur

gut schwimmen können, sondern selbst auf Einsätze fahren

und helfen“, fasst es Katerina kurz zusammen. Wie die anderen

ist sie schon seit der Grundschule bei der DLRG und trainiert

regelmäßig. Ihr Ziel: Wasserretter werden. Das allerdings

geht frühestens mit 16. Bis dahin ist zum Glück noch ein bisschen

Zeit, denn es gilt, einiges zu lernen. Nicht nur das Rettungsschwimmabzeichen

in Silber steht auf dem Programm,

sondern auch der Sanitätsdienst. Der nimmt eine wichtige Rolle

ein. Denn die DLRG stellt nicht nur Rettungsschwimmer, sie

ist auch zur Absicherung von Veranstaltungen im Einsatz oder

beim Katastrophenschutz aktiv – alles komplett ehrenamtlich.

Fachwissen in der Ersten Hilfe ist das A und O. Das wissen

auch die JETies. Die sechs Mädchen und drei Jungs sind voller

Eifer dabei. Regelmäßig treffen sie sich mit ihren Ausbildern.

Die sind selber noch ziemlich jung und vom Fach, sowohl medizinisch

als auch pädagogisch – die ideale Kombination: Robert

Rau (22) liegt gerade in den letzten Zügen seiner Ausbildung

zum Notfallsanitäter. Doreen Wilke (36) ist Erzieherin und Jugendwart

beim Stadtverband. Florian Schlaak (25) ist gelernter

Gesundheits- und Krankenpfleger und Andrea Hofmann (25)

Sozialpädagogin. Wenn kein Training in der Schwimmhalle Johannesplatz

ansteht – die JETies trainieren fleißig für das Rettungsschwimmabzeichen

Silber – wird eifrig gepaukt. Nicht nur

graue Theorie steht auf dem Stundenplan, auch jede Menge

praktische Übungen: stabile Seitenlage, Retten von Verletzten,

Behandlung bei Schock, Herz-Lungen-Wiederbelebung. Immer

so realitätsnah wie möglich, damit die Abläufe in Fleisch und

Blut übergehen. Aber auch das Funken will gelernt sein, ebenso

der Betrieb einer Feldküche. Tauchen, Flossen- und Kleiderschwimmen,

Verhalten im Rettungsboot – all das gehört dazu.

„Wir gehen es langsam an, setzen auf spielerisches Lernen, es

soll ja auch Spaß machen und nicht zur Pflicht werden“, sagt

Andrea Hofmann.

Im August steht die erste große Bewährungsprobe an.

„Dann nehmen wir die JETies mit zum Einsatz. Beim Langstreckenschwimmen

in Stotternheim wird jede helfende Hand gebraucht“,

sagt Doreen Wilke. Währenddessen begutachten die

Teens zwischen 13 und 15 Jahren stolz ihre nagelneue Uniform:

T-Shirt, Hose und Funktionsjacke für warme und kalte Tage. Alles

ganz neu, rot und mit strahlend gelben Streifen, finanziert

durch die Projektförderung 21x1000 der Stadtwerke Erfurt. „So

müssen JETies aussehen“, finden sie.

Infos zum DLRG Stadtverband Erfurt gibt

es im Internet unter: www.erfurt.dlrg.de.

Mehr zur Projektförderung 21x1000 gibt es hier:

Einfach den QR-Code scannen.

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UMWELT

Die Verwandlung

Aus einem Diesel

wird ein E-Fahrzeug

Papierkörbe werden in Erfurt mit speziellen Entsorgungsfahrzeugen

geleert. Jeder hat sie schon einmal gesehen. Jeder hat

sie auch schon gehört: Ein Diesel treibt das Fahrzeug an. Diesel

und Innenstadt? Ein Diesel ist laut und gerade in der Diskussion

wegen Feinstaub- und Stickoxidbelbelastung zudem eher für die

Langstrecke gedacht. Und es gibt optimalere Antriebsaggregate.

Da dachte sich das Entsorgungsunternehmen der Erfurter Stadtwerke:

Hier testen wir mal einen Elektroantrieb.

Die Kollegen der SWE Stadtwirtschaft GmbH suchten und

suchten, es gab kein Elektrofahrzeug auf dem Markt, welches

eine zufriedenstellende Leistung brachte. Was nun? Aufgeben?

Warten, bis ein entsprechendes Fahrzeug auf den Markt

kommt? Nein. Warum nicht ein vorhandenes VW Crafter-Entsorgungsfahrzeug

auf Elektroantrieb umrüsten? Aus dem Programm

„E-Mobil Invest“ des Thüringer Umweltministeriums gibt

es die entsprechende Förderung.

Der Technikchef der SWE Stadtwirtschaft GmbH Frank Döring

musste nicht lange suchen. Die Anzahl von Firmen, die Fahrzeuge

mit Verbrennungsmotoren in Elektrofahrzeuge umrüsten, ist

noch gering in Deutschland. Aber ein Unternehmen sitzt sogar

ganz in der Nähe – im Erfurter Norden. Die Elerra motiv GmbH

baut in der Grubenstraße in einer 1.000 Quadratmeter großen

Halle Elektrofahrzeuge – genauer: Sie rüstet Fahrzeuge um. Chef

vom Erfurter Unternehmen ist der 49-jährige Architekt Hans-Georg

Herb. Was hat ein Architekt mit E-Autos zu tun? Hans-Georg

Herb kam über die Ladeinfrastruktur zum Thema Elektromobilität.

Der Ärger über die Industrie, die einfach nicht in die Gänge

kommt, hat ihn zur Tat schreiten lassen. Wo ist das lässige E-Cabrio?

Wo der E-Transporter? Nicht existent! Also hieß die Devise:

Bau dir dein E-Auto selbst! Genau das macht die Firma seit 2014

erfolgreich. Gerade baut Hans-Georg Herb für sich ein BMW Cabrio

in ein Elektromobil um. Daneben steht ein alter Jaguar, den

möchte ein Kunde mit einem Elektromotor versehen. Fachliche

Unterstützung bekommt der Geschäftsführer von Ingenieur Sven

Bohn. Das Rüstzeug hat er sich an der Technischen Universität

in Ilmenau geholt. Seine Kenntnisse waren schon in den USA gefragt,

wo er mehrere Jahre lebte. Nun ist er zurückgekommen,

um Verbrennungsmotoren aus- und E-Motoren einzubauen. Ok,

das ist etwas zu einfach ausgedrückt.

Ein Elektroauto entsteht

Zuerst müssen für das Fahrzeug alle relevanten Einbauteile beschafft

werden. Das gilt auch für das Entsorgungsfahrzeug. Die

Akkus sollen eine Schicht durchhalten und dem Motor eine Energie

von 60 KW oder 100 KW zur Verfügung stellen. Nicht nur das

Fahrzeug wird mit dem Motor angetrieben, auch die Abfallpresse

am Aufbau. Schließlich sollen viele Papierkörbe geleert werden.

Energie brauchen auch die Heizung und die Klimaanlage.

Die Einbauteile kommen aus der ganzen Welt. Der Motor ist aus

Deutschland, das Getriebe aus den USA und die Akkus kommen

aus Rumänien.

Teamarbeit: Geschäftsführer Hans-Georg Herb (l.) und Ingenieur Sven Bohn (r.) wandeln mit ihrem Team im Erfurter Norden Fahrzeuge

mit Verbrennungsmotoren in Elektromobile um.

Sven Bohn lässt zunächst sämtliche Teile aus dem Auto entfernen,

die speziell für den Dieselbetrieb gedacht sind, also Kühler,

Auspuff, Tank und natürlich den Motor.

Anstelle des Tanks befinden sich jetzt Akkus. Ein kleiner Kasten

ersetzt den großen Diesel. Das ist der Elektromotor. Er sieht

im Motorraum etwas verloren aus. Beim Diesel tritt man auf das

Gaspedal. Der Vergaser steuert die Leistung. „Beim E-Fahrzeug

heißt es wohl auch noch Gaspedal, aber ein Controller steuert

nun die Leistung des Elektromotors“, erläutert Hans-Georg Herb

und schaut auf den orangefarbenen Kasten, der gerade eingebaut

RAUS

wird. Viel „Kleinkram“ muss noch umgerüstet werden. Damit die

Fahrer beim Rangieren in der Stadt kein Krafttraining machen

müssen, wird z.B. auch die Servolenkung auf elektrisch umgestellt.

Die Geschwindigkeit sollte korrekt angezeigt werden, und

und und. Darum kümmert sich das erfahrene fünfköpfige Team

der Elerra motiv GmbH im Erfurter Norden. Ab Sommer werden

die Papierkörbe in Erfurt fast lautlos und emmissionsfrei geleert.

Wenn alle zufrieden sind, kann sich das Team wohl bald auf einen

nächsten Umbau freuen.

IVO DIERBACH SANDRO JÖDICKE

REIN

Der Dieselmotor vom VW Crafter wurde ein Ersatzteil. Kleine Kästen befinden sich nun im Motorraum und sorgen für ein emissionsloses Fahren.

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DEUTSCHES GARTENBAUMUSEUM

Erfrischend oder aromatisch:

die Gurken-Cocktails Neradina, Valera

Rouge, Gaumea Fizz und Liroy (v. l.).

fürs Überleben der Matrosen, wenn wieder eine Flaute drohte

oder das Trinkwasser zur Neige ging. Sogar Gewürzgurken hatten

sie früher mit an Bord. Immerhin waren sie lange haltbar.

Alles Gurke oder was?

Vom Allerweltsgemüse zum mineralischen Hipster

Sie ist für uns ganz alltäglich. Als Snack oder im Salat ist sie allgegenwärtig.

Dennoch fristet sie eher ein Schattendasein – die

Gurke. Das soll jetzt anders werden, denn nicht ohne Grund ist

sie zum Gemüse des Jahres ausgerufen worden.

Ursprünglich gab es so viele Formen und Farben, angefangen

von der Zitronengurke bis hin zum Weißen Wunder. Übrig

geblieben sind am Ende die schlanke elegante Salatgurke und

die leicht gekrümmte raue kleine Variation, die sich perfekt für

salzig oder sauer eingelegte Gemüse eignet. Doch warum sind

nur noch so wenige Sorten im allgemeinen Bewusstsein? Und

warum läuft das grüne Gemüse nicht unter Superfood? Schließlich

hat es so einige positive Effekte für die Gesundheit, angefangen

von der Entschlackung bis hin zur Stärkung von Haut,

Haaren und Nerven.

Dabei wussten sie schon die alten Seefahrer zu schätzen,

denn sie enthält unendlich viel Wasser und sorgte nicht selten

Ben Schuchardt

ist Bartender

aus Leidenschaft.

Für uns

hat er im Kräutergarten

des

Deutschen

Gartenbaumuseums

ein

paar erfrischende

Gurken-Cocktails

gemixt.

Einfach lecker.

Tag der Gurke

Jetzt soll die Gurke auch bei uns ihren Siegeszug antreten: Das

Deutsche Gartenbaumuseum widmet ihr einen ganzen Thementag:

„Gurke satt! Das Gemüse des Jahres“ heißt es am 7. September

2019 von 11:00 bis 18:00 Uhr. Große und kleine Besucher

können sich auf eine Verkostung ungewöhnlicher Sorten,

Anbautipps, Kreativworkshops sowie ein Quiz rund um die Gurke

und ihre Verwandten freuen. Mit dabei ist Heike Mohr, freie

Autorin des MDR-Gartens. Wer mag, kann in der süßsauren Mitmachküche

werkeln oder sich an der Gurkenbar entspannen.

Erfrischende Sommerdrinks

Bis September ist es lange hin, wir machen jetzt schon mal Appetit

auf das unterschätzte Allerweltsgemüse. Ben Schuchardt,

seines Zeichens Bartender und Limonadenfachmann – er kennt

über 100 Limonaden- und mehr als 300 Cocktail-Rezepte, hat

extra für uns ein paar auf den ersten Blick etwas bizarr anmutende,

aber unendlich erfrischende Gurkendrinks gemixt. Keine

Angst, sie sind lecker, wir haben sie gekostet.

Der Gaumea Fizz ist ein leichter Drink, angelehnt an den klassischen

Gin Fizz, aber leicht abgewandelt, „praktisch eine alkoholische

Limonade und damit perfekt für den Sommer“, sagt

Ben Schuchardt. Ganz wichtig sind gefrostete Gläser, nicht nur,

weil es schön aussieht, sondern weil die Drinks auch länger kalt

bleiben, erklärt er. Gut zu wissen: Bei Drinks mit Gurke sollte

man ruhig zum Muddler greifen und die Gurke stoßen, so entfalten

sich die Aromen besser.

Natürlich hat er auch seine Wunderwaffe – den Verjus – im

Einsatz. Der Saft wird aus unreifen Trauben gepresst und war im

Mittelalter Bestandteil vieler Rezepte, bei denen frische, spritzige

Säure gefragt war. Leider geriet er in Vergessenheit, als die

Zitrone einst ganz Europa eroberte.

Der Neradina hingegen ist nichts für schwache Gemüter, besticht

aber durch sein kraftvolles, aromatisches Bouquet. Für

den ultimativen Wow-Effekt sorgt der Valera Rouge, der mit

saurem Gurkenwasser versetzt wird. Wir geben zu, wir waren

etwas zögerlich beim Probieren, aber schon nach dem ersten

Schluck begeistert. Zart, beerig und erfrischend kommt der

alkoholfreie Liroy daher.

ANKE ROEDER-ECKERT

STEVE BAUERSCHMIDT

Mehr zum Tag der Gurke im

Gartenbaumuseum gibt es im

Blog. Einfach den QR-Code scannen.

Cocktail-Rezepte

Gaumea Fizz – blumig-fruchtig-frisch

5 Scheiben Gurke, 50 ml Gin, 30 ml Verjus, 20 ml Holunderblütensirup,

2 Dash Apfel-Balsam-Essig, Ginger Ale zum Auffüllen

Fürs Auge: das Longdrinkglas längs mit Honig bestreichen

und Blütenstaub darübergeben. 3 Gurkenscheiben mit dem

Muddler stoßen, damit sich die Aromen entfalten und dann

mit Gin, Verjus, Sirup und Essig und vielen Eiswürfeln im Shaker

schütteln, ins Longdrinkglas

geben, mit Ginger Ale auffüllen

und mit Gurkenscheiben

garnieren und genießen.

Neradina – kraftvollaromatisch

4 Scheiben Gurke, 50 ml Vodka,

20 ml trockener Vermouth,

10 ml Honigsirup, 10 ml Verjus,

Räuchersalz

Für den Shortdrink sind Coupette-Gläser

bestens geeignet,

sie erinnern ein bisschen an

Weingläser.

Nicht nur fürs Auge, sondern

auch für den Geschmack: Das

Glas am oberen Rand mit Honig

bestreichen und mit Räuchersalz

bestreuen. Die Zutaten,

darunter drei gestoßene

Gurkenscheiben, mit viel Eis in den Shaker füllen, schütteln

und ins Glas gießen, mit einer Scheibe Gurke garnieren.

Valera Rouge – würzig-aromatisch

10 ml Verjus, 10 ml Honigsirup, 60 ml Gurkenwasser (aus

dem Saure-Gurken-Glas), 120 ml Tomatensaft

Zutaten mit viel Eis im Shaker schütteln und ins Glas geben.

Mit saurer Gurke garnieren.

Liroy – beerig-erfrischend

5 Scheiben Gurke, 30 ml Wildbeerensirup, 20 ml Verjus,

Tonic zum Auffüllen

Sirup und Verjus mit viel Eis in den Shaker, drei gestoßene

Gurkenscheiben dazu, schütteln, ins Glas geben und mit Tonic

auffüllen, mit Gurke, Himbeere oder Brombeere verzieren.

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SWE-Journal 02_2019 SWE-Journal 02_2019

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UNSER ERFURT

Tierisches

Topmodel Kira

Fotografin

Jarmila Eckardt

www.stadthundeerfurt.de

www.instagram.com/

lost.in.dogs

Im Mittelpunkt stand die zwölfjährige

Terrierhündin bisher selten. Kira

– so tauften Tierheimmitarbeiter die

Hündin – wurde ausgesetzt. Abgemagert,

stumpfes Fell, das Laufen fiel

ihr schwer. Nach einer Woche im Erfurter

Tierheim begann sie sich sichtlich

zu erholen. Das Fell glänzt wieder

und die Beine sind beweglicher.

Es gab wieder Streicheleinheiten.

Nun kam ein Tag, an dem sie so richtig

im Mittelpunkt stand: Nach einer

kurzen Autofahrt zum ehemaligen

Güterbahnhof kam die „Leberwurstfrau“

mit einem komischen Apparat.

Die „Leberwurstfrau“ ist Jarmila

Eckardt. Sie verbindet zwei Leidenschaften:

Das fotografische Entdecken

von verlassenen Orten – sogenannten

Lost Places – und Hunde.

Ihre Fotografien von Hunden in Lost

Places haben eine magische Ausstrahlung.

Die Hunde machen verlassene

Orte wieder lebendig.

Eine Tube mit Leberwurst in der Hand der Fotografin

erweckt Kiras sofortiges Interesse. Der

schwarze Apparat ist unwichtig. Selbst laute

Lkw stören die Konzentration auf die Tube mit

der schmackhaften Paste nicht. Gut für Jarmila

Eckardt. Sie bringt Kira in Pose und drückt im

richtigen Moment auf den Auslöser. Die Ergebnisse

können sich sehen lassen. Ein paar Tage nach

dem Shooting hat Kira auch eine neues Zuhause

gefunden und genießt endlich

ein schönes Hundeleben.

Die Fotografien machen

sie aber unvergesslich.

Mehr Fotos und Infos

im SWE Blog.

IVO DIERBACH

Kira ist das

geborene Fotomodell.

Jarmila ist nicht nur in Erfurt als

Hundefotografin sehr bekannt.

Sogar der „Stern“ widmete ihr

schon eine Story. Hier ist sie mit

ihrem Hund Raffi zu sehen.

Foto: Tina Bauer

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SWE-Journal 02_2019 SWE-Journal 02_2019 25


KRÄMERBRÜCKE

Ton, Farbe und

Scherben von der

Krämerbrücke

Zu Besuch bei

Keramikerin

Isabel Franke

Seit 1995 lebt und malt

Isabel Franke auf der

Krämerbrücke.

Wie hingehaucht wirken die sommerfrischen Muster.

Von ihren Seelenstücken mag sie sich nur ungern

trennen. Die Vasen stehen in ihrer gemütlichen

Küche über dem Laden. Stück für

Stück gibt sie sie her, aber immer fällt es ihr

schwer. „Die meisten hab ich nachts gemalt, in aller Stille“, gesteht

Isabel Franke. „Dann lass ich abends das Rollo im Laden

runter und meine Freunde wissen: Jetzt möchte sie nicht gestört

werden.“ Wie hingetupft sehen die Muster aus, sie haben

eine unglaubliche Leichtigkeit, wirken wie Sommerwiesen im

Wind – traumhaft schön. Wer ihr dabei zuschaut, wenn sie ihre

Keramiken bemalt – denn ihr Lädchen an der Krämerbrücke

ist gleichzeitig Töpferwerkstatt und Brennerei – ist erstaunt.

Unglaublich schnell huscht sie mit Pinsel, Feder, Stempel

oder Finger über die Vasen, Tassen und Teller. Denn Isabel

Franke malt mit allem, was ihr in die Finger kommt. „Jahrelange

Übung, wenn ich nicht schnell bin, geht die Leichtigkeit verloren“,

seufzt sie und erzählt die chinesische Geschichte vom

Mann, der zu einem Maler ging, weil er gern ein Bild von einem

Hahn wollte … „Zehn Jahre musste er darauf warten. Ich

ANKE ROEDER-ECKERT

STEVE BAUERSCHMIDT

habe 20 gebraucht“, sagt Isabel Franke, die große bauchige Vasen

und straff geformte Zylinder liebt. „Die Form ist mir sehr

wichtig, möglichst schlicht, aber gut gedreht sollte sie sein“,

sagt sie. Aber auch Scherben haben es ihr angetan. „Die haben

schon etwas Berückendes, sogar, wenn ein ganzes Regal

zusammenstürzt.“ So geschehen vor vielen Jahren. Als sie die

vielen, vielen Scherben zusammenkehrte, kamen ihr nicht nur

die Tränen, sondern auch die Idee zu Scherbenkästen aus Ton.

Große und kleine baute sie über die Jahre. „Überall, wo es rüttelte

und schüttelte, war ich zur Stelle. Denn leider geht auch

auf Töpfermärkten vieles zu Bruch. Das ist an sich sehr traurig,

aber auch faszinierend“, sagt sie.

Seit 1997 arbeitet und lebt sie auf der Krämerbrücke. Ihr allererstes

Häuschen hatte sie dort, wo heute die „Mundlandung“

ist. Dass sie irgendwann hier leben würde, hätte sie sich mit 16,

17 Jahren nicht zu träumen gewagt. Damals lernte sie Bauzeichner,

spazierte öfter über die Brücke und bestaunte die Auslagen.

In einer kleinen Galerie entdeckte sie eine Keramikdose

mit Deckel. Sie stand im Schaufenster, Vergissmeinnicht steck-

Isabel Franke malt mit allem, was ihr in die Finger kommt, auch

mit Federn.

Isabel Franke mit Gerd Krambehr und Doreen Ihme, sie malt hin

und wieder für Isabel.

26

SWE-Journal 02_2019

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Isabel Franke an der Töpferscheibe.

Luftig leicht wirken ihre Keramiken.

Interkulturelles Sommerfest

Multikulti wird es am 27. Juni im Dreienbrunnenbad. Von 14:00 bis

17:00 Uhr laden der Evangelische Krichenkreis und die SWE Bäder

GmbH zum Interkulturellen Sommerfest mit Spiel und Spaß für die

ganze Familie.

Sommer-

Pool-Party

Spiel- und Badespaß ist

am 21. Juli im Nordbad

garantiert. Von 14:00 bis

18:00 Uhr geht es beim

Torwandschießen, Pedalorennen

und Rasenski so

richtig zur Sache.

BÄDER

Langstreckenschwimmen

Seit 1985 ist der Stotternheimer See eine handfeste Größe

für Athleten. Auch dieses Jahr kommen die Sportler hier

wieder zusammen. Auftakt ist am 2. August der Aqua-Run,

bestehend aus 1.000 Meter Schwimmen und 5.000 Meter

Laufen. Am 3. August steht das Langstreckenschwimmen

mit Distanzen von 1.000, 2.000 und 5.000 Metern an.

Die Stadtwerke Erfurt unterstützen das

Event nicht nur seit Jahren. Es gibt auch

einen SWE Cup über 1000 Meter Distanz.

Für Neugierige wird nachmittags ein

„Jedermannschwimmen“

über 500 Meter angeboten.

Mehr unter:

www.thueringer-sv.de/sportarten/

schwimmen/freiwasser

Mal ruhig und besinnlich, dann quirlig bunt: Isabel Franke liebt die Krämerbrücke.

Gerd Krambehr mit einem seiner keramischen Spiegel.

ten darin … „Die musste ich unbedingt haben. Fast die Hälfte

meines Lehrlingsgeldes gingen dafür drauf“, erinnert sie sich

und auch, dass sie jeden Tag wiederkam, um zu sehen, ob die

Vergissmeinnicht verblüht waren. Denn das war die Bedingung,

vorher konnte sie die Dose nicht kaufen. Sie war quasi ihr erstes

Seelenstück. Denn an die Lehre knüpfte sie eine Ausbildung

als Töpferin an, zog durch viele Werkstätten von der Saale bis

an die Elbe, lernte die verschiedensten Techniken.

„Die Wanderjahre haben mir

sehr viel gebracht“, sagt sie. Bei

einer älteren Dame lernte sie alles

über die Fayencemalerei. „Das

sah so leicht, so japanisch bei ihr

aus. Ich hab’ immer zugeschaut“,

erzählt sie.

Inzwischen ist sie

selbst eine Meisterin

der besonderen

Technik,

die ursprünglich

aus dem italienischen

Faenza

Die Welt ist ein Dorf:

Gerds Krämerbrücke

als Weltkugel.

stammt. Schon zu Zeiten der Renaissance wollte man dort das

chinesische Porzellan nachahmen und versah Keramiken mit

einer weißen, zinngetrübten Glasur. „Die Ware wird noch mal

gebrannt, bei 1.100 Grad, das sind sehr hohe Temperaturen,

und danach bemalt. Ein sehr aufwendiges Verfahren, aber die

Leute lieben es und ich, wenn sie aus meinen Tassen trinken“,

erklärt Isabel Franke.

Auch bei ihr klopfen regelmäßig Gesellen an die Tür. Viele

Wanderer zieht es zu ihr auf die Krämerbrücke. Wenn sie im

Lädchen sitzt, malt und mit den Leuten plaudert, drehen sie

die zartwandigen Gefäße auf der Töpferscheibe. „Zehn Tage

bleiben sie im Schnitt. Sie lieben mein Wohnzimmer mit Laubengang“,

verrät sie.

Seit 13 Jahren steht ihr Gerd Krambehr zur Seite. „Eigentlich

bin ich Liedermacher, aber irgendwann bin ich hier gestrandet,

wenn man so will, bin ich ein Tongestalter in doppeltem

Sinn“, sagt er. So schreibt er nicht nur Lieder – darunter

zwei über die Krämerbrücke – zupft die Klampfe und bringt

ein Ständchen, wenn Touristen vorbeikommen. Er macht auch

in Ton, experimentiert gern mit Formen, baut Spiegel und Isabels

Scherbenkästen. Die Krämerbrücke als Weltkugel ist seine

Idee. „Schließlich ist die Welt auch nur ein Dorf“, meint er

augenzwinkernd. „Es hat etwas sehr Beruhigendes, Ursprüngliches

hier auf der Krämerbrücke, die Mischung aus Ruhe und

quirligem Leben … ein bisschen ist es hier noch heute wie im

Mittelalter.“

Fotos: Adobe Stock,

Andreas Hultsch

Erfurt-Triathlon

Sportlich geht es am 24. und 25. August

im Strandbad Stotternheim zu.

Dann ist wieder Erfurt-Triathlon angesagt.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene

können hier beim Schwimmen,

Radfahren und Laufen zeigen, was in

ihnen steckt.

Mehr unter: www.erfurt-triathlon.de

Nicht nur

für Piraten

Piratenparty ist am 29. Juni im

Strandbad Stotternheim angesagt.

Von 14:00 bis 18:00 Uhr

kommen große und kleine Freibeuter

der Meere auf ihre Kosten.

Geschicklichkeit ist auf dem

Balancebrett und bei Wurfspielen

gefragt. Auch ein Piratenrätsel

gilt es zu lösen. Sogar ein

großes Piratenschiff ist vor Ort.

Auf der Pirateninsel können sich

große und kleine Seeräuber austoben.

Kinder im Piratenkostüm

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SWE-Journal 02_2019 29

haben freien Eintritt.


UNSER ERFURT

Mit den öffentlichen Netzen für die Kommunikation, also die, die

wir alle für PC, Handy und Co. nutzen, ist das so eine Sache: Mal

gehen sie, mal gehen sie eher weniger. Und manchmal gehen

sie gar nicht.

An der Nähmaschine ist er Profi. Hier ist kein Material vor ihm sicher,

egal, ob Luftmatratze, Herrensakko oder Sofabezug.

FÜR ALLES,

WAS WICHTIG IST

FAWWI steht für geniales Upcycling am Erfurter Zughafen

Der eine hat sie in Grün, der andere in Geblümt, der nächste in

Kariert – Geldbörse, Handtasche oder Rucksack – und alle sind

sie einzigartig. Einzigartig, weil sie aus der Werkstatt von

FAWWI stammen … und weil jede ihren eigenen Namen hat:

„Die ruhende Gerda“, „Der bizarre Balduin“ oder „Die feine

Britta“. Am Erfurter Zughafen hat Thomas Heer sein Domizil

aufgeschlagen. Seit 2010 frönt er hier dem Upcycling, und das

im wahrsten Sinne des Wortes. Aus alten Sakkos, Zeltplanen,

Maßbändern, Luftmatratzen oder Sofabezügen näht er die un-

Thomas Heer in seinem kreativen

Reich am Erfurter Zughafen.

ANKE ROEDER-ECKERT

KARINA HEßLAND-WISSEL

glaublichsten Dinge. Alles Hingucker und Neidobjekte für die,

die keine haben. Nicht umsonst heißt sein Laden FAWWI – für

alles, was wichtig ist …

Wer einmal die Schwelle zu FAWWIs kleinem Reich überschritten

hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schön

hat er es, der Taschenmann aus Leidenschaft. Farbenfroh,

holzreich, kreativ. Die perfekte Atmosphäre zum Arbeiten, findet

nicht nur er. Neue Dinge mag er nicht, das spiegelt sich

auch in seiner Werkstatt wider. Die Möbel sind aus alten Paletten.

Viele Sachen, die andere wegwerfen würden, haben bei

ihm ein neues Zuhause gefunden.

Von Haus aus ist er zwar Trockenbauer, doch Upcycling hat ihn

schon sein ganzes Leben lang begleitet. „Ich fand es schon immer

schade, wenn Altes weggeworfen wird. Das wurde mir

wohl in die Wiege gelegt“, meint er und erklärt: „Mein Vater

sammelte alles und baute etwas daraus. Aus altem Glas wurden

Lampen. Altes Holz wurde mit der Laubsäge in Schmuckstücke

verwandelt, und irgendwie war ich immer dabei“, erzählt

der 40-Jährige, der schon in der Schule ein Händchen

fürs Handwerk entwickelte.

Angefangen hat alles mit einer Tasche. „Mein Lieblingsstück,

aber schon etwas in die Jahre gekommen, also hab ich mich

hingesetzt und es repariert“, sagt er. Wenig später saß er an

der Nähmaschine – die stand damals noch in seinem Schlafzimmer

– und entwarf sein ganz eigenes Modell. „Im Nachhinein

klingt das alles ganz einfach, aber ich habe immer wieder

neu angefangen, Sachen ausprobiert, neu kreiert. Als ich

Farbenfroh: die individuelle Kollektion von Thomas Heer.

anfing, hat es ewig gedauert“, erinnert er sich. Doch die Mühe

hat sich gelohnt. Man sieht es den Taschen an: Viel Liebe und

Geduld stecken in jedem seiner Unikate.

Am Anfang kamen die Leute mit einer Plane und wollten daraus

eine Tasche genäht haben. „Und auch die Idee mit der

Luftmatratze stammt nicht von mir. Damit stand irgendwann

jemand bei mir vor der Tür und wollte, dass ich was draus

nähe“, sagt er.

Inzwischen verkauft er nicht nur auf Kunsthandwerkermärkten,

sondern auch online. Sogar Taschenpartys bietet er an.

Auch in Geschäften, vielfach in Berlin, sind seine Produkte inzwischen

zu finden – allerdings nur, wenn sie sich der Philosophie

der Nachhaltigkeit verschrieben haben, z.B. Mrs. Hippie

in Erfurt.

Seine Kunden kommen aus ganz Deutschland. Die meisten

sind zwischen 35 und 55 und wissen zu schätzen, dass Thomas

Heer in seinen Taschen ein Stück Vergangenheit konserviert,

auch wenn es manchmal nur die Schnalle eines alten Schulranzens

ist. Aber auch die erzählt eine ganze Geschichte.

Was er am liebsten mag? „Das ist schwer“, meint er. Aber die

Stücke aus alten Sakkos haben es ihm schon angetan. Die gehören

– genau wie die Taschen aus Luftmatratzen – zu seinen

Verkaufsschlagern.

Mehr zu Thomas Heer und seinen Upcycling-Ideen gibt es im

Internet unter www. fawwi-taschen.de.

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WASSER

Wasser macht

Geschichte

Woche des

offenen Denkmals

Einmal im Jahr öffnen sich die Tore des Quellwasserwerks

Peterborn für die Besucher – 2019

in der Woche des offenen Denkmals am 4. September

(13-17 Uhr). Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung

Denkmalschutz im September bundesweit die Woche

des offenen Denkmals. Sie setzt sich für die Rettung

und Bewahrung unseres kulturellen Erbes ein. Das

Wasserwerk ist von der Stadtbahnhaltestelle

Hauptfriedhof und „Am Kreuzchen“ über einen

ausgeschilderten Fußweg zu erreichen.

An der Anlage stehen keine Parkplätze

zur Verfügung.

Philipp Reusse und

Leon Romp bei

der Arbeit.

Der Petersberg ist wieder in aller Munde, seit er als Ausstellungsfläche

für die Bundesgartenschau 2021 ausgewählt

wurde. Auf oder im Berg schlummert so manches historische

Kleinod und bis 2021 soll Erfurts Stadtberg dauerhaft neue

touristische Anziehungspunkte für die Besucher erhalten.

Mit dem Petersberg eng verbunden ist auch das Quellwasserwerk

Peterborn in den Alacher Höhen. Um 1136 errichteten

es die Mönche für die Versorgung des Petersklosters

und vollbrachten eine wahrhaft ingenieurtechnische Meisterleistung.

Über 2,5 Kilometer wurde das Wasser von der

Quellfassung zum Kloster geleitet, einen Teil des Weges sogar

den Berg hinauf.

6 Kubikmeter pro Stunde lieferte Deutschlands ältestes,

noch funktionsfähiges Wasserwerk. Als Vergleich: 1.400 Kubikmeter

werden für die Versorgung Erfurts stündlich gebraucht.

Das schmälert die Leistung der Erbauer aber keinesfalls.

„Das Quellwasserwerk ist seit fast 900 Jahren

ununterbrochen in Betrieb und für uns als Wasserwerker ein

wichtiger Teil unserer Geschichte“, erzählt Andreas Degelmann,

er leitet den Betrieb der Wassergewinnungsanlagen in

der ThüWa ThüringenWasser GmbH. Zu seinem Verantwortungsbereich

gehört auch das Wasserwerk

Peterborn, das heute noch die umliegenden Gärten

mit Brauchwasser beliefert. Regelmäßig wird kontrolliert,

ob die Pumpen funktionieren, die Elektrik

und die neue LED-Beleuchtung in Ordnung sind oder

wie hoch das Wasser in der Anlage steht. Wenn Besichtigungen

geplant sind, muss das Wasserwerk

leergepumpt werden. Der Wasserstand richtet sich

nach der Witterung. Eine steile Treppe führt hinunter

in die Quellkammer. Sommer und Winter waren

trocken, das Wasser reichte am Tag zuvor bis zur

unteren Treppenstufe, erzählt Andreas Degelmann.

Seither wird abgepumpt. Die zwei Becken am Fuße

der Treppe sind noch zur Hälfte gefüllt, ein Mitarbeiter

reinigt einen der Behälter mit dem Besen.

Die Mauer gegenüber dem Eingang trägt die Jahreszahl 1513.

Von hier führen zwei schmale Gänge zu den Quellfassungen.

Zwei Besucher passen hier nicht aneinander vorbei, es geht

im Gänsemarsch vor und zurück. Das alte Wasserwerk ist

ein wahres Schmuckstück. Philipp Reusse und Leon Romp

sind seit dem Morgen damit beschäftigt, es für die Besucher

vorzeigbar zu machen. Für die zwei jungen Mitarbeiter der

ThüWa ist es etwas Besonderes, in der historischen, unter

Denkmalschutz stehenden Anlage zu arbeiten, hier spürt

man Wassergeschichte und Unternehmenstradition.

CHRISTINE KARPE PAUL PHILIP BRAUN

Beim Besuch des alten Quellwasserwerkes erleben

die Kinder Geschichte zum Anfassen.

Wasser marsch! Bevor die Besucher kommen,

wird die Anlage entleert.

Die Quellfassungen

wurden erneuert.

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UNTERWEGS

Paddeln, Campen,

Spaß haben –

alles ohne Eltern

Foto: aqua-FUN® - Erfurt

Aqua-Fun am Lago di Alpi

Klingt sehr exotisch, ist aber gleich um die Ecke: der Lago di Alpi,

wie die Sportler von aqua-FUN® den Alperstedter See liebevoll

nennen. Nur 12 Kilometer von Erfurt entfernt, können Freunde

des Wassersports sich im Stand-up-Paddeln versuchen, Kitesurfen

oder – der neueste Schrei – dem SUP-Yoga frönen. Wer sich

erst ausprobieren möchte, kann einen Schnupperkurs machen.

Stand-up-Paddeln

„Beim SUP Surfing steht der Sportler auf einem überdimensionierten

Surfbrett und bewegt sich mithilfe eines Stechpaddels

fort. Auf diese Weise kann er gezielt in der Strömung steuern

und schneller brechende Wellen oder andere Ziele erreichen.

Durch den Einsatz des Paddels werden keine Winde und Wellen

benötigt, ideal für heimische Seen und Flüsse“, erklärt Tim

Hauschild von aqua-FUN®.

Yoga auf dem Wasser

Für alle, die schon sicher auf dem SUP Board sind, wäre vielleicht

SUP-Yoga etwas – die Trendsportart des Sommers. Yogamatte

war gestern, jetzt wird direkt auf dem Board im Wasser

trainiert – mit Frischegarantie.

Urwald live

Wie wäre es mit einem Trip ins Urwald-Life-Camp nach Lauterbach?

Hier gibt’s Natur, nicht nur für Ranger. Der Urwald

ist gleich um die Ecke – mit uralten Baumriesen, unberührten

Lichtungen, seltenen Pflanzen. Abenteuer pur ist bei der Übernachtung

angesagt. Je nach Belieben im Tipi oder über der

Erde: Coole Baumhäuser sorgen für ein besonderes Feeling.

Der Baumkronenpfad ist in der Nähe. Hier könnt ihr dem Ur-

wald aufs Dach steigen. Neben einem atemberaubenden Panorama,

das sonst nur Eichhörnchen und Vögeln offensteht, gibt

es auf dem 534 Meter langen Weg in den Wipfeln der Bäume

viel zu entdecken – in einer Höhe von 10 bis 24 Metern.

Mythos Baum

Sogar Abendführungen gibt es auf dem Baumkronenpfad:

Im Sonnenuntergang können Besucher der Magie der Bäume

nachspüren, z.B. am 7. Juni oder am 9. August, jeweils ab 20:00

Uhr.

Aber auch biologische Abendexpeditionen werden angeboten.

Hier kann man Geräusche und Tiere wahrnehmen, die man

tagsüber kaum bemerkt. Die Tag-Nacht-Grenze ist eine gute

Zeit, um die Natur in ihrer ganzen Faszination zu erleben, z.B.

am 22. Juni oder am 14. Juli, jeweils ab 18:30 Uhr.

Mehr zum Schülerferienticket sowie Tipps zu Ausflügen rund

um Thüringen gibt es unter www.sft-thueringen.de.

34

Der Lago die Alpi ist bei Wassersportlern

sehr beliebt und gleich

um die Ecke: in Alperstedt.

Die Baumhäuser im Urwald-Life-Camp sind ein Traum.

Foto: DJH Lvb. Thüringen e.V./Archiv

Ihr

wollt in den Sommerferien was erleben? Nicht nur ins

Freibad fahren, sondern auch was von Thüringen sehen

und das ganz ohne Eltern? Dann holt euch das Schüler-Ferienticket!

Damit sind Kletterpark, Zeltplatz oder Stand-up-

Paddeln kein Problem.

Für 28 Euro sind Schüler bis 20 Jahre, die ganzen Sommerferien

über – also vom 6. Juli bis 18. August 2019 – mobil, und das mit

Bus, Bahn und Straßenbahn. Das Ticket gibt es im EVAG-Mobilitätszentrum

am Anger, bei den EVAG-Agenturen und an den

EVAG-Fahrkartenautomaten an den Haltestellen.

Damit habt ihr freie Fahrt in der 2. Klasse der Nahverkehrszüge,

in Straßenbahnen und Bussen bei über 40 Verkehrsunternehmen

in Thüringen.

Wir haben zwei Tipps für euch, einer beruhigend und entspannend,

der andere steckt voller Power.

ANKE ROEDER-ECKERT

Foto: Nationalpark Hainich

SWE-Journal 02_2019 SWE-Journal 02_2019

Steigt dem Urwald aufs Dach: im

Baumkronenpfad im Hainich.

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UNSER ERFURT

André Häring

denkt in Bildern.

Sein Herz schlägt

für die Illustration.

ANKE ROEDER-ECKERT

KARINA HEßLAND-WISSEL

Unser Engagement

für Erfurt

S

eit einigen Wochen rollt sie durch Erfurt: Farbenfroh und

verspielt präsentiert sich die neue Straßenbahn der Stadtwerke

Erfurt. Der Zauberer von Oz, kleine Gärtner, Kinder,

die Papier sammeln, und vieles mehr zieren die Stadtbahn.

Alles Motive, die eng mit Erfurt und den Stadtwerken Erfurt

verbunden sind. Denn die Stadtbahn zeigt eine Auswahl der Engagements,

für die sich die SWE stark macht: Das Theater Erfurt

gehört dazu, ebenso wie die Basketball Löwen oder die Volleyballerinnen

von Schwarz-Weiss-Erfurt, die Erfurter Kinderbuchtage

oder die Radsportler von RSC Turbine Erfurt. Acht Motive

zieren die Bahn. Alle sind liebevoll illustriert und haben einen direkten

Erfurt-Bezug.

Doch wer hat sie gemalt? Das war André Häring. Der studierte

Diplomdesigner hat die Motive am Computer entworfen.

Vorlage waren Fotos, z.B. von Volleyballturnieren oder Basketball-Events.

Seit Januar hat er an den farbenfrohen Illustrationen

gearbeitet. „Eine Straßenbahn ist schon was anderes, hier

gilt es viel mehr zu beachten, als wenn man ein Buch illustriert

oder ein Plakat gestaltet“, erzählt er. So war das Format sehr

schmal, lang und aufgrund der Fenster zerklüftet. Schließlich

sollen die Fahrgäste ja auch rausschauen können. „Darauf muss

man sich einstellen. Am Anfang hab ich alles erst mal analog

geskribbelt, auch wenn Illustrationen am Grafiktablet effizienter

sind“, meint der junge Mann, der lange als Produktdesigner

gearbeitet hat, vor allem im Industriedesign. Früher hat André

Häring vorrangig hochwertige zweckmäßige Geräte für Labore

und die Forschung entworfen. Ein langwieriger Prozess, bei

dem die Funktionalität immer im Vordergrund steht. „Das war

schon spannend, aber ich arbeite lieber im kreativen Bereich“,

sagt der 36-Jährige, der in Bildern denkt und verrät: „Mein Herz

schlägt für die Illustration.“ Seit 2011 arbeitet er als freier Illustrator,

auch für Agenturen, z.B. Viertakt, die ihn für die Gestaltung

der Engagementbahn der Stadtwerke Erfurt gebucht hat.

Sein Steckenpferd sind 3D-Illustrationen. In seiner Freizeit malt

er gern mit Farbe und Pinsel oder mit der Airbrushpistole. „Das

ist recht aufwendig, macht aber wirklich Spaß. Wichtig ist nur,

dass man das Bild schon im Kopf hat, bevor man es auf Papier

bringt.“ Sein Lebenstraum? Ein eigener Comic.

Kontakt: hello@haering-design.de

Am Grafiktablet entstehen die Entwürfe.

Vorlage sind Fotos.

Auch die Radsportler setzt André Häring in Szene.

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UNSER ERFURT

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Hier

bewegt sich was

Kino unterm Radar, Sommer

in Rosé, Tango Argentino: Das

KulturQuartier Schauspielhaus

startet schon vor Umbau durch

Imposant ist der große Saal im KulturQuartier.

Auch das Erfurter Tanztheater wird künftig

hier proben und auftreten.

Kino im

Schauspielhaus

Einlass: 19:00 Uhr, Filmstart: 19:30 Uhr

Inga Hettstedt,

Thomas Schmidt,

Ronald Troué und

Tely Büchner (v. l.)

vom Vorstand des

KulturQuartier

Erfurt e.V. Stolz

präsentieren sie

den Bühnenturm.

Wieder haben sie

sich einen Schritt

weiter ins Haus

hineingekämpft.

5. Juni The Tribe

12. Juni Teheran Tabu

19. Juni Enter the Void

26. Juni November

3. Juli Tangerine L. A.

ANKE ROEDER-ECKERT

SWE-Journal 02_2019

STEVE BAUERSCHMIDT

Das alte Schauspielhaus:

erst Theater, dann Drehort

von Schloss Einstein, jetzt

KulturQuartier.

„Wir stehen in den Startlöchern, jetzt erst recht“, sagt Tely Büchner, Vorstand

des KulturQuartier Erfurt e.V. „Nicht nur, weil immer mehr Erfurter Anteile

zeichnen und die Million inzwischen in Sichtweite gerückt ist – wir sind aktuell

fast bei einer dreiviertel Million Euro -, sondern, weil wir jetzt auch den

Bühnenturm haben. Das eröffnet ganz neue Dimensionen“, erklärt sie und

bekommt glänzende Augen.

Die Vorbühne hat ja nur drei, vier Meter, hinter dem eisernen Theatervorhang

aber liegen noch mal 20 Meter. Ideal für Esther Ambrosino und das

Erfurter Tanztheater, die händeringend nach einem neuen Raum für Proben

und größere Aufführungen sucht und guter Dinge ist, auch die 400 Plätze im

großen Saal zu füllen.

„Endlich findet das Haus zu sich selbst zurück und wir müssen bei Anfragen

für Theateraufführungen nicht mehr absagen“, freut sich Tely Büchner.

Währenddessen skizziert Architekt Thomas Schmidt mit raumgreifender Gestik

die Pläne für den Umbau. Auf 4.800 Quadratmetern sollen ein Kino, ein

Café und Ausstellungsräume entstehen. Auch Radio F.R.E.I. wird mit einziehen.

Obwohl das Haus noch auf seinen Umbau wartet, kann von Dornröschenschlaf

keine Rede sein.

Wie in den Vorjahren öffnet die Genossenschaft die Türen und setzt

auf bewährte Formate.

Jetzt sind aber erst mal die Cineasten rund um Ronald Troué vom Kinoklub

dran: Seit Mitte Mai haben sie im KulturQuartier „PRIMETIME

– Kino unterm Radar“ laufen, und zwar im Bereich der hinteren Bühne.

Bis Anfang Juli ist hier mittwochs ein Film zu sehen, der es nicht

auf die große Leinwand geschafft hat. „Es ist eine Reihe verpasster Filme,

inhaltlicher Experimente, nicht alltäglicher Streifen, die aus verschiedenen

Gründen nicht im Kinoklub liefen. Teilweise sind sie sehr

speziell, teilweise fallen aber immer wieder Filme raus, da wir nur einen

Saal haben und nicht alles zeigen können“, erklärt Ronald Troué.

Man darf gespannt sein. Nach einer kurzen Sommerpause geht es ab

21. August bis Mitte Oktober weiter.

Zeitgleich laufen viele andere Veranstaltungen. Das Event-Team rund

um Sebastian Thiem hat den Sommer in Rosé generalstabsmäßig geplant.

Am 7. Juni verrät ein Bandoneon seine Geschichte. Denn ohne eine deutsche

Erfindung wäre der Argentinische Tango nicht das, was er heute ist:

Weltkulturerbe. 19:30 Uhr sind Jürgen Karthe & Fabian Klentzke zu „Tango

Amoratado – Lesung mit Musik und Tanz“ zu Gast.

„Fracksausen“ ist am 22. Juni um 19:00 Uhr angesagt. Das A-Cappella-Quartett

gastiert mit neuem Programm. Für die Kleinen gibt es am 21. Juli

„Erfreuliches Theater“. Ab 16:00 Uhr machen „Der Wolf und die 7 jungen Geißlein“

das KulturQuartier unsicher. „Chuckamuck“ spielt am 26. Juli ab 20:30

Uhr klassischen Rock’n’Roll.

Die Preview läuft vom 18. bis 22. September. Und auch hier hat der Verein

einige Überraschungen parat: Eröffnet wird sie beispielsweise von der Autorin,

Moderatorin und Journalistin Christine Westermann.

Mehr zu den Events gibt es im Internet unter www.kulturquartier-erfurt.de.

Mehr zum KulturQuartier gibt es

im Blog der Stadtwerke Erfurt.

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SWE-Journal 02_2019 39


KINDER

Kerstin Ullrich betreut Julchens Kochmobil. Hier lernen Kinder gesundes Kochen.

Oskar freut sich.

Gleich gibt’s Müsli,

und zwar selbstgemacht.

Knuspermüsli-

Rezept

für 1 Portion

1 TL Leinsamenschrot,

50 bis 60 g Dinkel-,

Hafer- und Roggenflocken,

gern etwas

Haferkleie in eine beschichtete

Pfanne geben

und ohne Fett rösten –

bis die Flocken ganz leicht

Farbe kriegen.

½ TL Agavensirup dazu

– das macht es schön

knusprig – fertig!

Nach Belieben mit Milch

oder Joghurt und Früchten

servieren.

Guten Appetit!

KINDER

Leckerschmecker!

Unterwegs mit Julchens Kochmobil

ANKE ROEDER-ECKERT

KARINA HEßLAND-WISSEL

„Hm, schlecker“, Oskar grinst bis über beide Ohren, als er die

Haferflocken probiert. Der Erstklässler sitzt mit acht anderen

Kindern in Julchens Kochmobil, einem grünen Bauwagen. Das

ist im wahrsten Sinne des Wortes mobil, denn es fährt kreuz

und quer durch Thüringen. Hier lernen Kinder gesundes Kochen.

Heute ist Kerstin Ullrich in der Moritzschule zu

Gast. „So aufgeschlossen wie Oskar sind nicht

alle Kinder. Die meisten sind eher skeptisch,

Das macht Spaß: Gemüse schnippeln.

Das

Kochmobil

können Schulen und Kindergärten

buchen. Mehr dazu gibt

es im Internet unter www.

stiftung-kinderplanet.de/

julchens-kochmobil.

wenn sie Aubergine, Dinkelflocken oder Sellerie auf dem Teller

haben“, sagt sie und erklärt: „Die Kinder müssen die Früchte

begreifen können. Am besten geht das, wenn sie nicht nur im

Schulgarten bei der Pflege der Pflanzen helfen, sondern die

Ernte am Ende auch selbst verarbeiten. Dann sind sie unglaublich

stolz“, erzählt sie aus ihrem reichen Erfahrungsschatz.

Zwar ist das Kochmobil in Thüringen – initiiert von der

Stiftung Kinderplanet – noch ziemlich neu. Kerstin Ullrich

aber führt schon seit sieben Jahren eine eigene

Kochschule für Kinder. Währenddessen greifen die

Kinder zu Gemüseschäler, Reibe und Co. Denn heute

steht Müsli auf dem Programm, und zwar selbstgemachtes.

Doch bevor es losgeht, gibt es noch einen virtuellen

Blick in die Regale im Supermarkt. Hier kennt sie keine

Gnade. Haarklein analysiert sie die Müslis namhafter Markenhersteller.

„Oh je, ist da viel Zucker drin“, Oliver ist regelrecht

entsetzt. Und auch Mia bekommt runde Augen. Denn Müsli mögen

sie alle gern. Etwas betrübt schauen die Kinder auf ihre

Handflächen, als Kerstin Ullrich ihnen erklärt, wie viele Süßigkeiten

man am Tag essen darf, wenn man sich gesund ernähren

will. „Nicht mehr als das, was in eure Handfläche passt, und ich

meine keinen Berg“, sagt sie. Das könnten sein: drei Stück Schokolade

und ein Bonbon oder eine kleine Tüte Gummibärchen.

Doch die Stimmung ist nur kurz getrübt. Denn schon geht es

an die Pfanne. Gemeinsam zaubern die Schüler ein super leckeres

Müsli. Und da nicht alle Kinder gleich experimentierfreudig

sind, hat sie zwei Variationen parat: eins aufgekocht mit Milch,

eins in der Pfanne knusprig geröstet.

Kerstin Ullrich greift ins Regal – die Küche ist perfekt ausgerichtet,

ganz wie zu Hause. Schließlich sollen die tollen Ernährungstipps

auch im Elternhaus nachgekocht werden können. Sie

schüttet Hafer in eine kleine Schüssel und gibt sie herum. Die

Kinder staunen. „Was ist das denn? Das soll Müsli sein?“ Elias

ist skeptisch. „Noch nicht“, sagt sie und winkt ihn an die Getreidemühle.

Oskar ist der erste, der an der Mühle drehen darf.

Stadtwerke Erfurt fördern junges Gemüse

Was am Ende aus der Mühle kommt, kennen sie dann doch:

Haferflocken, nur frisch gemahlen.

Gemeinsam mit Leinsamenschrot, Haferkleie, Dinkel- und

Roggenflocken wandern sie in eine beschichtete Pfanne. Fine

ist total stolz, als sie die Zutaten hin- und herwendet, damit sie

nicht zu stark geröstet werden. Jill darf den Agavensirup dazugeben,

nur einen halben Teelöffel pro Portion. Das reicht schon.

„Hm, schön knusprig“, sagt Rosalie nach dem ersten Kosten.

Wenig später haben alle Kinder ihre ganz individuelle Portion

im Schälchen. Die einen haben Nüsse dazugegeben, andere

frische Apfel- oder Bananenstreifen oder getrocknete Früchte.

Dazu Milch oder Naturjoghurt und alle sind zufrieden …

Warum die Stadtwerke Erfurt das Vorhaben finanziell unterstützen? „Es passt perfekt in unser Angebot zur nachhaltigen Bildung

und schließt den Kreis zu unserem Schulgartenprojekt, denn dieses Jahr fördern wir auch gärtnerische Projekte direkt

vor Ort: in den Schulgärten, vom Kneippbeet bis zur Vitaminhecke, vom Insektenhotel bis zum Gewächshaus“, sagt Annett

Glase, Referentin Schulkommunikation. Eine der drei Kategorien heißt „Gesunde Ernährung“ – und das passt ganz wunderbar

zu Julchens Kochmobil, das nicht nur von den Stadtwerken Erfurt, sondern auch vom Regionalverbund

der Erfurter Genossenschaften unterstützt wird. So wird es auch immer wieder auf SWE Veranstaltungen zu

sehen und Leckeres daraus zu schmecken sein.

Mehr zum Projekt „Junges Gemüse“ gibt es im Blog unter

www.swefuererfurt.de – einfach den QR-Code scannen.

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KINDER

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Zwergenaufmarsch

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IN ERFURT WIMMELT’S!

Die Stadtwerke Erfurt sind

überall in unserer Stadt zu finden.

Auf unserem Wimmelbild gingen

uns einige dieser Bilder verloren.

Könnt ihr sie wieder an die richtige

Stelle bringen? Wer das geschafft

hat und noch dazuschreibt, was auf den

einzelnen Bildern zu sehen ist, der kann

bei unserem Rätsel mitmachen. Schick

uns einfach ein Foto von der fertigen

Seite und gewinne das komplette Poster

mit einem Überraschungspreis vom

SWEPP!

Lösung bitte bis zum

30. Juni 2019 per E-Mail an:

info@stadtwerke-erfurt.de.

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Zwerge sind immer klein? Stimmt nicht! Stolze 180 Zentimeter misst der Zwerg, den

die Kinder aus dem Evangelischen Kindergarten Hochheim im März und April mit

Ideen, Begeisterung und Geschick gestaltet haben. Damit ist er deutlich größer als

die Vorschulkinder und schaut ihnen auf den Kopf. Der Hochheimer Zwerg ist einer

von acht Exemplaren, die 2019 neu zur Osterausstellung im Thüringen-Park präsentiert

wurden.

Annett Glase von der Schulkommunikation der Erfurter Stadtwerke dachte bei der

Zwergenmalaktion gleich an die Hochheimer Kinder. Sie sind egapark-Fans, aktiv im

dortigen Schulgarten und damit der ideale Partner für eine solche Aktion. Bei Kindergartenleiterin

Lilian Schlögl traf das Angebot ebenso auf Begeisterung und so stand

dem echten Hochheimer Zwerg nichts mehr im Wege.

Schritt für Schritt – die Farben wurden in Schichten aufgetragen und mussten gründlich

trocknen – veränderte sich der Zipfelmützenträger vom unscheinbaren Weiß in eine

schillernde Erscheinung mit kunterbuntem SWE Schriftzug, SWEPP-Figur als Gärtner und

Blumenranken am Hut. Er ist einer von 21 Zwergen und doch ganz besonders. Die anderen

20 tragen so wie er die Handschrift der Designer. 2017 wurden die ersten 13 Zwerge

an Firmen und Vereine verteilt. Von den Firmen engagierte Nachwuchs- und Hobbykünstler,

Kunstschaffende mit regionaler Bekanntheit, Graffiti-Sprayer oder Malbegeisterte aus

Kunstschulen gestalteten die Figuren. Weitere acht erweitern 2019 die Zwergenfamilie bis

zur Zahl 21 – so wie das BUGA-Veranstaltungsjahr 2021.

Alle 21 zogen zu Ostern in den Thüringen-Park ein. Dort erfreuten sie die zahlreichen

Besucher und waren ein deutlicher Hinweis, dass in zwei Jahren die BUGA beginnt.

Nach der Ausstellung ist Geduld gefragt, bei den Zwergen und den Gestaltern. 2021,

so wünschen es sich die Initiatoren, sollen die Zwerge an verschiedenen Standorten

in Erfurt auf die BUGA hinweisen, an Ortseingangsschildern, am Flughafen oder an

stark frequentierten Plätzen in der Stadt.

Die wahre Größe des Zwerges kann man nicht in Zentimetern messen. Die liegt

in seinen inneren Werten wie der charmanten Art, Groß und Klein für die BUGA

Erfurt 2021 zu begeistern. Und davon sind wir begeistert.

180 cm

/ CHRISTINE KARPE

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UNSER ERFURT

In einem prähistorischen Dorf am Gelben Fluss in China

wurden bei Ausgrabungen 4.000 Jahre alte Nudeln entdeckt,

schon seit der griechischen Antike kennt Europa

Nudelgerichte. In Erfurt sind Nudelmacher seit 1793 dabei

und haben Erstaunliches geleistet. Lesen Sie mal, was:

Der

NUDELMACHER

von Erfurt

Mal kühlt sie, mal wärmt sie: die Fernwärme.

Mehr dazu in unserem Blog:

einfach den QR-Code scannen:

Gerhard Gabel hat gut lachen: Die Erfurter

„Nudelbude“an der Eugen-Richter-Straße ist

Deutschlands größte Pastafabrik und wächst ständig.

E

ngländer sind berühmt für ihr Understatement.

Doch 140 Erfurter sind die wahren

Meister in dieser Kunst. Auf kulinarischem

Gebiet …

Denn: Sie arbeiten bei der „Erfurter Teigwaren

GmbH“. Gerhard Gabel ist Chef der Erfurter

„Nudelbude“, so wird Deutschlands ältester Nudelmacher

(produziert seit 1793) im Volksmund

genannt. Wenn man vor den Hallen an der Eugen-Richter-Straße

steht, kann man nur erahnen,

was hier abgeht. Rund um die Uhr, sieben

Tage die Woche.

Es ist Präzision pur. Doch kaum jemand, der in

die Pasta der Erfurter beißt, weiß, wo die Nudel

herkommt. Denn die Erfurter Nudeln sind namenlos

– oder besser, sie bekommen ihren Namen

erst in den verschiedenen Verpackungen.

Aldi, Edeka, Lidl, Rewe, Real, Kaufland, Netto –

alle haben die Erfurter Pasta im Sortiment. Mit

verschiedenen Namen …

„Das unterscheidet uns von den italienischen

Produzenten mit ihren klangvollen Namen – Barilla,

Buitoni, De Cecco. Aber in ihnen steckt genau

dasselbe, was auch in unserer Pasta steckt:

Hartweizengrieß und Wasser“, sagt Gerhard Gabel,

der Strom und Fernwärme von den Stadtwerken

Erfurt bezieht.

Doch damit zu werben, also Geld ins Marketing

zu stecken, das kommt für die Erfurter

nicht infrage. „Das ist für uns rausgeschmissenes

Geld. Das Besondere an unseren Nudeln ist,

dass sie nicht besonders sind. Sie sind einfach

nur gut.“ Denn nicht nur das Erfurter Trinkwasser,

mit dem die Nudeln produziert werden, ist

das Beste, was aus dem Wasserhahn sprudeln

kann, auch beim Hartweizen achten die Nudelmacher

auf höchste Qualität. Gabel: „Dieses Getreide

kommt aus warmen Gegenden, es braucht

kontinentales Klima, um gute Erträge bringen

zu können. Italien, Kanada – das sind die größten

Produzenten.“

Aber Thüringen und Sachsen-Anhalt holen

auf: 2004 wurden 20.000 Tonnen geerntet, jetzt

sind es schon 70.000 Tonnen – zum großen Teil

Spitzenqualität. Boden und Wetter – das sind die

Faktoren, die die Qualität (z.B. den Proteingehalt

des Korns) beeinflussen. „Wir brauchen pro

Jahr rund 75.000 Tonnen Hartweizengrieß, rund

40 Prozent davon sind aus heimischer Produktion,

der Rest aus benachbarten Ländern.“

Was kaum ein Erfurter weiß: Die Nudelmacher

sind nicht nur die ältesten Produzenten

Deutschlands, sie sind auch die größten hierzulande.

Gabel: „Wir haben 2017/2018 rund 40

Millionen Euro investiert, können jetzt doppelt

so viele Nudeln fertigen wie früher: bis zu

100.000 Tonnen pro Jahr!“ Das sind 200 Milli-

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2

GUT ZU WISSEN

1

onen Päckchen Nudeln. Der gesamte

deutsche Markt braucht

knapp 600.000 Tonnen pro Jahr.

„Es gibt zurzeit drei Tendenzen

auf dem Nudelmarkt: Die Verbraucher

wollen weniger Eiernudeln, dafür mehr

Vielfalt in den Formen und Rezepturen,

der Anteil der Handelsmarken steigt.“ Die

Erfurter können 100 verschiedene Nudeln

produzieren, darunter 30 verschiedene Spiralnudeln.

Die Hallen, in denen die Nudeln produziert

werden, sind beeindruckend: beeindruckend

groß (20.000 Quadratmeter), beeindruckend

sauber (um nicht zu sagen blitzblank)

und versehen mit beeindruckenden Pastamaschinen

aus der Schweiz (kosten ca. 7 Millionen

Euro das Stück, dieselben, die auch in vielen „Nudelbuden“

Italiens produzieren). Und es ist beeindruckend

warm. Gabel: „Gleichmäßig ca. 30 Grad.

Wenn es kälter wäre, würden die Maschinen Probleme

bekommen.“

Apropos Nudelproduktion: Der Grieß hat am

Anfang 15 Prozent Feuchtigkeit, als Teig 20 Prozent,

getrocknet 13 Prozent. Gabel: „Wir produzieren

mit unseren neuen Anlagen rund 5,2

Tonnen Fusilli und 3,6 Tonnen Spaghetti in

der Stunde. Und wo wir früher zehn Minuten

brauchten, um im offenen Mischtrog

den perfekten Teig zu kneten, sind es

heute 1,2 Sekunden.“

Die Herausforderung ist das Trocknen.

„Pasta muss sehr sorgfältig

4

3

(1) Spaghetti á la Erfurt

– einfach nur bester

Hartweizengrieß und

bestes Erfurter

Wasser: 3,6 Tonnen

werden pro Stunde

produziert.

(2) Das Matrizenlager:

Die Erfurter

Nudelmacher können

mit diesen Formgebern

100 verschiedene

Pastasorten

produzieren.

(3) 5,2 Tonnen Penne

kann die Schweizer

Präzisionsnudelmaschine

in der

Stunde produzieren.

(4) Penne haben den

Vorteil, dass sie

sowohl innen als auch

außen Soße aufnehmen

können. Schmeckt

also doppelt gut.

von innen nach außen getrocknet

werden. Wenn nicht, werden

die Nudeln gräulich, bekommen

Risse und zerfallen. Das Trocknungsklima,

also Temperatur und

Luftfeuchte, muss perfekt sein, damit

das Trocknen gelingt.“

Gabel: „Produzenten, die ihre Produktion

nicht im Griff haben, kann man auch

daran erkennen, dass die Nudeln gerissen

sind, Lufteinschlüsse haben. Manche Werke

verkaufen den Bruch mit – wir sieben ihn aus.“

Knapp zwei Tonnen am Tag. Die Erfurter haben

ein Prinzip: Sie verzichten aufs teure Marketing

– und punkten bei ihren Abnehmern, den Discountern

und Supermärkten, lieber mit anderen

Dingen. „100 Prozent Qualität, 100 Prozent Liefertreue,

100 Prozent Service und das Bewusstsein

unserer langen Tradition. Wir machen einfach

nur unseren Job, und den machen wir richtig gut –

so, dass unsere Kunden zufrieden sind. Wir sind in

der Region verwurzelt, wir schätzen unsere Mitarbeiter.“

Übrigens: Dass in manchen Nudelsorten Eier

verarbeitet werden, hat mit dem früher kühleren

Klima in Deutschland zu tun. Hier wuchs

vor allem „normaler“ Weizen – dessen Mehl

allerdings taugt nur dann zur Pasta, wenn

man Ei dazugibt. Ohne Ei zerfallen die Nudeln

im heißen Wasser.

HENRY KÖHLERT

JACOB SCHRÖTER

Mit CityFlex 25 sparen

Neues Angebot im VMT geplant

Bald gibt es für preisbewusste ÖPNV-Nutzer im Verkehsverbund Mittelthüringen

(VMT) ein neues Angebot: CityFlex25. Dies ist eine Berechtigung zum Kauf einer

günstigeren Einzelfahrt CityFlex 25 und Kinder-Einzelfahrt CityFlex 25 in den CityZonen

Erfurt, Weimar, Jena und Gera. Das Angebot wird es ausschließlich als

digitales Handy-Ticket geben.

Das CityFlex 25 ist für 36 Euro pro Jahr erhältlich und gilt für 12 Monate. Damit

ist die Einzelfahrt für Erwachsene und Kinder ein Jahr lang 25 Prozent günstiger

gegenüber dem Normalpreis (Einzelfahrt nur noch 1,58 Euro statt 2,10 Euro und

die Kinder-Einzelfahrt 1,20 Euro statt 1,60 Euro).

Das CityFlex25 und die vergünstigten Tickets gibt es in ein paar Monaten in der

EVAG-App „Erfurt mobil“ und der VMT-App.

EVAG erweitert Angebot im GVZ

Umfrage: Gefällt Ihnen unser Journal?

Grönemeyer-

Tickets zu

gewinnen!

GVZ

Es ist kein Geheimnis: Erfurt wächst

und mit ihm das Güterverkehrszentrum

(GVZ). Immer mehr Firmen siedeln

sich an, immer mehr Menschen

arbeiten hier. Ein Grund

mehr, auch den ÖPNV

prüfend unter die Lupe

zu nehmen. Deshalb gab

es im Februar eine Umfrage

bei den dort ansässigen

Unternehmen.

286 Mitarbeiter haben

sich beteiligt und wertvolle Anregungen

gegeben. Auf der Grundlage der

Analyse erweitert die EVAG nun – in

Abstimmung mit der Stadt – das Fahrplanangebot

auf der Bus-Linie 52. Vorbehaltlich

der Zustimmung durch die

Genehmigungsbehörde werden ab

19. August fünf zusätzliche Haltestellen

angefahren. Aktuell

werden sie durch

die Stadt errichtet.

„Wir werden für das

GVZ einen einprägsamen

Takt anbieten.

Der Test wird ein

Jahr laufen. Dann hoffen

wir, dass das Angebot angenommen

wird und wir in den Regelbetrieb

übergehen können“, sagt Myriam Berg,

Vorstand der EVAG.

Seit diesem Jahr verteilen wir unser Journal an alle Erfurter Haushalte – das ist unser erklärtes Ziel.

Viermal im Jahr liegt es in Ihrem Briefkasten. Aber klappt das auch? Wie finden Sie unsere Mischung

aus Geschichten über die Erfurter und ihre Stadt sowie die Themen rund um die Stadtwerke Erfurt?

Gefallen Ihnen die Bilder, das Layout, unsere Schreibe? Das würden wir gern wissen. Schenken Sie

uns fünf Minuten Ihrer Zeit und beantworten Sie unsere Fragen. Über oben abgebildeten QR-Code können

Sie an der Befragung teilnehmen. Sagen Sie uns, was Ihnen gut gefällt und was wir verbessern können.

Welche Themen finden Sie interessant?

Unter allen Teilnehmern verlosen wir drei mal zwei Freikarten für das

Grönemeyer-Konzert am 30. August 2019. Teilnahmeschluss ist der 15. Juli 2019.

Wir sagen Danke!

Bauarbeiten in

der Andreasstraße

In den Sommerferien baut die EVAG in der

Andreasstraße. Massive Schäden an den Gleisen

machen die Arbeiten notwendig. Im Zuge

dessen wird auch an der Trassierung gearbeitet,

damit das Begegnungsverbot der Stadtbahnen

in diesem Bereich aufgehoben werden

kann.

Die Haltestelle stadteinwärts wird barrierefrei

ausgebaut. Vom 8. Juli bis 16. August

2019 können die Stadtbahnen der Linien 3

und 6 nicht durch die Andreasstraße fahren,

es kommt zum Schienenersatzverkehr. Dadurch

müssen auch einige Stadtbahn-Linien

angepasst werden:

1 Europaplatz – Rieth – Anger – Thüringenhalle

2 Ringelberg – Anger – P+R-Platz Messe

3 Domplatz – Anger – Urbicher Kreuz

4 Bindersleben – Anger – Wiesenhügel

5 Zoopark – Anger – Hauptbahnhof –

Steigerstraße

6 Rieth – Klinikum

8 Europaplatz – Klinikum

Schienenersatzverkehr wird zwischen Domplatz

und Klinikum eingerichtet. Aufgrund

der Vollsperrung der Andreasstraße müssen

der SEV und die Bus-Linie 90 über Lauentor

fahren.

Genauere Infos zur Linienführung gibt es im

Internet unter: www.evag-erfurt.de.

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Termine von Juni bis September

egapark-Highlights

Familienfest des Regionalverbundes

Erfurter Genossenschaften

23.06.2019, 11:00–17:00 Uhr

Orchester Franz’L. mit dem Kinderkonzert

„Bremer Stadtmusikanten“

07.07.2019, 16:00 Uhr, Parkbühne

Spohr-Quartett der Thüringer Philharmonie

14.07.2019, 17:00 Uhr, Parkbühne

Ferienspiele: Sommerferien im egapark

15.07.–02.08.2019

Galli Theater Erfurt mit „Die Prinzessin

auf der Erbse“

28.07.2019, 16:00 Uhr, Parkbühne

53. egapark-Lichterfest

09.–10.08.2019, 16:00–23:00 Uhr, Freigelände

Jugendblasorchester Kammerforst

18.08.2019, 16:00 Uhr, Parkbühne

Thüringer Gartentage

24.–25.08.2019, Freigelände

Manege frei – Kürbisaustellung

01.09.–31.10.2019, Freigelände

Yoga-Fest

07.–08.09.2019, Halle 1 und Freigelände

NaturErlebnisTag für Kinder

22.09.2019, 11:00–17:00 Uhr

Sommerkino im egapark

jeweils an der Parkbühne

01.06. Der Vorname 21:30 Uhr

22.06. A Star is born 21:30 Uhr

06.07. Bohemian Rhapsody 21:30 Uhr

20.07. The Favourite – Intrigen und Irrsinn

21:30 Uhr

03.08. Wunschfilm 21:00 Uhr

17.08. Green Book 21:00 Uhr

31.08. Der Junge muss an die frische Luft

21:00 Uhr

egapark-Führungen

Treffpunkt jeweils Haupteingang

Blütenmeer im Staudenbeet

09.06.2019, 11:00 Uhr

Fuchsien – Grazile Schönheiten aus Südamerika

14.07.2019, 11:00 Uhr

Bunte Vielfalt für einen Sommer –

Sommerblumen im egapark

18.08.2019, 11:00 Uhr

Gebäude im Stil des Bauhaues

05.09.2019, 14:00 Uhr

Gartenarchitektur im Zeichen des Bauhauses

06.09.2019, 14:00 Uhr

Mexiko trifft egapark – Im Farbrausch

der Dahlien

08.09.2019, 11:00 Uhr

Abendlicher Weinspaziergang

Wildobst & Organic-/Vegane Weine

07.07.2019, 18:00 Uhr, egapark

Kürbis, Kunst, Kerner & Co.

01.09.2019, 18:00 Uhr, egapark

Deutsches Gartenbaumuseum

Getreideworkshop

03.07.2019, 18:30–20:45 Uhr

Workshop „Fundstücke“

21.08.2019, 18:30–20:45 Uhr

Workshop „Vintage-Floristik“

04.09.2019, 18:30–20:45 Uhr

Gemüsetag „Gurke satt! Das Gemüse des Jahres“

07.09.2019, 11:00–18:00 Uhr

Tag des offenen Denkmals

08.09.2019, 11:00 und 15:00 Uhr, Eingang

Gothaer Platz, egapark

Vortrag „Alraune, Teufelsapfel und

Hexensessel – die Pflanzen der Götter, Hexen

und Druiden“

19.09.2019, 18:30 Uhr

EVAG-Thementour

Luther und der Wein

06.07.2019, 17:00 | 18:30 | 20:00 Uhr,

Abfahrt: ab Haltestelle Stadtrundfahrten,

Domplatz Süd

Stöberhaus

Stöbermarkt

15.06. | 06.07. | 31.08. | 21.09. | 26.10. (indoor) 2019

Bücherwochen

22.– 26.07. | 09.09.–13.09.2019

Nicht verpassen!

44. Krämerbrückenfest/New Orleans-Festival

14.–16.06.2019

6. SWE Stadtmeisterschaft

16.06.2019 Turnierbeginn um 10:30 Uhr,

Grubenstraße 65

11. Sinfoniekonzert – Spielzeitabschluss

Theater Erfurt:

21.06.2019, Theatervorplatz

Tag der offenen Tür am Thüringer Landtag

22.06.2019 von 10:00–17:00 Uhr, SWE Aktion mit

interaktivem Spaß- und Sportmodul

Sommerfest

29.06.2019, 10:00–16:00 Uhr, Tierheim am

Lutherstein

20. SWE Ausbildungsmesse

18.09.2019 von 09:00–18:00 Uhr am 19.09.2019

von 09:00–14:00 Uhr, SWE, Magdeburger Allee 34

Bäder

Erfurter Stadtmeisterschaften

16.06.2019, 07:00–16:00 Uhr,

Schwimmhalle Johannesplatz

Thüringer Meisterschaften

22.–23.06.2019, 08:00–16:00 Uhr,

Roland Matthes Schwimmhalle

Wasserball

22.06.2019, 17:00–22:00 Uhr,

Roland Matthes Schwimmhalle

Interkulturelles Sommerfest

27.06.2019, 14:00–17:00 Uhr, Dreienbrunnenbad

Piratenparty

29.06.2019, 14:00–18:00 Uhr,

Strandbad Stotternheim

Aquaballturnier

02.07.2019, 10:00–14:00 Uhr, Nordbad

Förderverein Dreienbrunnenbad/

Theatervorstellung

12.07.2019, 20:00–22:00 Uhr, Dreienbrunnenbad

Galli-Theater Kindervorstellung

14.07.2019, 15:00–16:00 Uhr, Dreienbrunnenbad

Sommer-Pool-Party

21.07.2019, 14:00–18:00 Uhr, Nordbad

34. Stotternheimer Langstreckenschwimmen

02.–03.08.2019, ganztägig, Strandbad Stotternheim

Theater im Dreienbrunnenbad

„Faust für Einsteiger“

09.08.2019, 20:00–22:00 Uhr, Dreienbrunnenbad

Familienfest

11.08.2019, 14:00–18:00 Uhr, Freibad Möbisburg

33. Erfurt-Triathlon

24.–25.08.2019, ganztägig, Strandbad Stotternheim

Kontakte

■ SWE HAUPTSITZ

Magdeburger Allee 34, Erfurt

■ VERSORGUNG

Kommunales Dienstleistungszentrum

An-, Um- und Abmeldungen Gas, Strom und

Wasser, Telefon: 0361 564-1010

Störungsnummern

Strom 0361 564-1000

Wärme 0361 564-3000

Erdgas 0361 564-3333

Wasser 0361 51113

Entsorgung

Kundendienst

Telefon: 0361 564-3455

■ MOBILITÄT

EVAG-Mobilitätszentrum

am Anger: Beratung, Verkauf

und Information

Fahrplan und Tarifauskünfte

Telefon: 0361 19449

Kundenbetreuung

Telefon: 0361 564-4644

■ FREIZEIT

egapark Erfurt

Besucherservice

Telefon: 0361 564-3737

Bäder

Telefon: 0361 564-3532

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