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patblaser

Jahresbericht

2018


Das ist Carelink

Die Einsatz- und Betreuungsorganisation

Carelink ist schweizweit führend. Sie unterstützt

Unternehmen und Organisationen

nach ausserordentlichen Ereignissen und leistet

psychosoziale Nothilfe.

Vorbereitung

Carelink berät und befähigt

seine Kunden, damit sie mit

klaren Strukturen und Kompetenzen

ausserordentliche

Ereignisse bewältigen können.

Verantwortung

Carelink leistet während und

nach einem ausserordentlichen

Ereignis organisatorische,

praktische und psychosoziale

Unterstützung, damit Unternehmen

ihre Verantwortung

gegenüber betroffenen Personen

wahrnehmen können.

Vernetzung

Carelink vermittelt seinen Kunden

Zugang zu Care-Leistungen

in anderen Ländern über

strategische Partner.


• INHALT •

Notfallpsychologie

mindert

Negativfolgen

Ein tödlicher Unfall am

Arbeitsplatz. Ein Brand. «Wenn

Etabliertes wankt, kann Notfallpsychologie

stabilisieren»,

sagt Yvonne Affolter.

10

«Wir fördern

das

Gesundbleiben»

Wie funktioniert Akutbetreuung?

Die Notfallpsychologen

Björn Keller und

Heinz Marty geben

Einblick in ihre Arbeit.

13

Software,

die jeden Einsatz

auf Mass

formt

Carelink nutzt ein neues

System. «Damit stimmen wir

Einsatzteams noch individueller

auf den Kunden ab», so

Danilo Segreto.

16

Wachstum führt zu Investitionen 4

Carelink baut auch inhaltlich aus 6

2018 in Zahlen 18

Personen und Partner 20

Finanzen 22

Jahresbericht 2018


4

• BERICHT DES PRÄSIDENTEN •

Carelink wächst und

gedeiht stetig

140 Kunden vertrauen jetzt auf Carelink. Das

Wachstum führt zu Investitionen, etwa in die

Digitalisierung. Alles zu Gunsten von Menschen.

Roland Frey

Der Erfolgsgeschichte von Carelink

konnte im Geschäftsjahr 2018 ein weiteres

Kapitel hinzugefügt werden. Seit

nunmehr 17 Jahren setzt sich die operative

Crew der Stiftung zusammen mit

dem Team der rund 350 Freiwilligen –

Caregivers, Notfallpsychologinnen und

Notfallpsychologen – engagiert und

kompetent in den Dienst von Unternehmen

und Institutionen. Sie leisten

praktische und psychologische Betreuung

von Menschen, die von einem Unglück

oder einer Katastrophe betroffen

sind. Oder sie beraten Unternehmen

beim Aufbau einer Krisenorganisation,

beüben diese regelmässig und leiten die

Aus- und Weiterbildung für interessierte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der angeschlossenen Unternehmen.

Verpflichtendes Wachstum

Zum Jahresende vertrauen 140 Kunden

auf die Fähigkeiten und die Einsatzbereitschaft

von Carelink im Notfall. Das

stetige Kundenwachstum verpflichtet

uns, die Strukturen, die Arbeitsabläufe

und die jederzeitige Einsatzbereitschaft

immer wieder aufs Neue zu

überprüfen. Dies umso mehr, als die

Organisation im zurückliegenden Jahr

jede Woche mehrmals für Ereignisse an

der Kundenfront hat aktiv werden müssen.

Im vorliegenden Jahresbericht beleuchten

wir Ihnen Beispiele, Methoden

und Funktionsweise für die Bewältigung

von Extremsituationen. Darunter

auch das Thema der zentral wichtigen

Akutbetreuung.

Raum für Investitionen

Die laufend zunehmende und kontinuierlich

gute Arbeit an der Kundenfront

stärkt unser finanzielles Gerüst.

Dies gibt uns mit Blick in die Zukunft

Sicherheit und schafft den Handlungsspielraum

und die notwendige Flexibilität,

um unsere Organisation wachsenden

Bedürfnissen anzupassen und

zielgerichtet zu investieren. Zum Beispiel

in die Digitalisierung und weitere

Professionalisierung unseres Einsatzmanagements.

Oder in die Carelink-

Fachtagungen, an denen praxiserprobte

Referentinnen und Referenten

massgeschneiderte Themen zur Krisenvorsorge,

zur Krisenbewältigung und

zu Care präsentieren. So waren an der

Fachtagung 2018 rund 150 interessierte

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

zu Gast am Sitz der Schweizer Börse

– auch sie Kundin von Carelink – und

liessen sich zu wichtigen Themen wie

zur Organisation und Funktionsweise

einer Krisen- und Notfallorganisation,

zur Kommunikation im Krisenfall und

zur Betreuung betroffener Menschen

praxisnah informieren. Viele positive

Rückmeldungen bestärken uns, mit diesem

Format weiterzufahren.

Leistungen im richtigen Licht

Menschen und Leistungen stehen bei

Carelink per definitionem im Zentrum.

Und dennoch ist es wichtig, alles auch

im rechten Licht zu präsentieren und

zeitgemäss aufzutreten. In diesem Sinn

erscheint der vorliegende Jahresbericht

in einem frischen, neuen Design,

sozusagen mit Magazincharakter. Auch

der Schriftzug, unser Signet oder Logo,

ist leicht überarbeitet worden. Dasselbe

gilt für die Website von Carelink, deren

Erscheinungsbild und Funktionalität

fit getrimmt worden sind. Auch solche

eher begleitende Themen sind Beweis

einer lebendigen, vorwärtsschreitenden

Organisation. Diese offensive Einstellung

wollen wir uns erhalten.

Zeit für vielfachen Dank

Traurig gestimmt hat uns gegen Ende

2018 der Tod unseres hoch geschätzten

Gründungspräsidenten Dr. Carlo

Pfund. Er hat den damals noch jungen

Verein Carelink im Jahr 2003 in eine

Stiftung überführt und die nicht leichte

Startphase unserer Organisation mit

viel Geschick bis 2007 geleitet. Wir sind

ihm zu Dank verpflichtet und werden

sein Andenken in Ehren halten.

Danken will ich auch den Mitgliedern

unserer Crew am Stiftungssitz in

Glattbrugg. Und herausheben will ich

schliesslich die hoch motivierten Personen

des Freiwilligenteams und – last not

least – die Mitglieder im Stiftungsrat,

welche mir und Geschäftsleiter Walter

Kälin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Uns allen gemeinsam ist das «Flair für

Care». Zusammen arbeiten wir alle daran,

dass Carelink die führende schweizerische

Einsatz- und Betreuungsorganisation

ist und bleiben wird.


5

«Menschen und Leistungen stehen

bei Carelink traditionell im Zentrum.

Zugleich ist ein zeitgemässer Auftritt

wichtig. Deshalb hat sich Carelink

ein frisches Design verpasst.»

Jahresbericht 2018


6

• BERICHT DES GESCHÄFTSLEITERS •

Ein intensives Jahr –

und es geht weiter so

Die Kompetenzen von Carelink sind von

Jahr zu Jahr gefragter. Das führt zu inhaltlichem

und personellem Ausbau.

Walter Kälin


7

Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in

dem ich so häufig mit dem Zug kreuz und

quer durch die Schweiz gereist wäre.

Nicht ziellos natürlich: Meine Kollegin

Dominique Rüfenacht und ich haben

2018 alle unsere Kunden besucht und

intensive Gespräche mit ihnen geführt:

Was wir in ruhigen Zeiten koordinieren,

kann im Krisenfall entscheidend sein.

Es mag unsere Beziehungspflege sein,

durch welche unsere Kompetenz stets

transparenter und somit noch gefragter

wird. Es mögen die guten Erfahrungen

sein, die unsere Kunden mit uns

machen, sodass sie uns weiterempfehlen.

Jedenfalls haben wir 2018 Monat

für Monat neue Kunden gewonnen.

Daraus resultieren 16 neue Leistungsvereinbarungen.

Seit 31. Dezember

2018 betreuen wir nun insgesamt 140

Kunden. Das ist gegenüber 2017 ein Zuwachs

von rund 13 Prozent.

Mehr Einsätze denn je

Die positiven Erfahrungen unserer

Kunden – auch deren erhöhte Aufmerksamkeit

und Sensibilität gegenüber

menschlichen Befindlichkeiten –

führen dazu, dass sie uns häufiger beiziehen.

Im Akutfall externe professionelle

Hilfe zu bekommen, die verlässlich

und nachhaltig wirkt, empfinden sie

als äusserst hilfreich. Carelink kann zum

Beispiel auch im Nachgang schwieriger

Mitarbeitenden-Gespräche betreuend

und einordnend wirken.

So kommt es, dass unsere Freiwilligen

2018 insgesamt 121 Einsätze geleistet

haben. Das ist mit Abstand die höchste

Zahl seit Bestehen unserer Organisation

– im Durchschnitt sind es zwischen

70 und 80 pro Jahr. Auffallend ist, dass

gerade langjährige Kunden vermehrt

unsere Dienstleistung in Anspruch nehmen.

Ein Zeichen des gegenseitigen

Verständnisses und Vertrauens, das ich

erwidere und aufrichtig verdanke.

Dass wir häufiger denn je zu Hilfe gerufen

werden, dürfte sich 2019 fortsetzen.

Die ersten Monate zeigen ein

ähnliches Bild wie 2018: Unser Einsatzmanagement

ist weiterhin mit ziemlicher

Konstanz gefordert. Wir erheben

deshalb das Thema Akutbetreuung zum

Schwerpunkt dieses Jahresberichts.

Erweiterte Kompetenzen

Der Akutbetreuung geben wir mit Björn Keller auch noch

mehr personelles Gewicht. Anfang August 2018 haben wir

ihn, den ausgewiesenen Fachmann für Notfallpsychologie,

in unser Team aufgenommen. Björn Keller wird sich ebenso

dem Thema der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet

der Notfallpsychologie widmen.

Gegen Ende 2018 zeichnete sich für Einsatzleiter Marco

Schmäh der nächste berufliche Schritt ab. Er hat Carelink

nach vier intensiven Jahren verlassen, in denen er unzählige

Einsätze und wichtige Aufbau- und Konzeptarbeit geleistet

hat. An seine Stelle ist am 1. April 2019 Claudia Lorrai getreten,

eine im Krisenmanagement sehr erfahrene Fachfrau.

«Wir werden häufiger

beigezogen und geben der

Akutbetreuung personell

mehr Gewicht.»

Konstant trainiertes Freiwilligenteam

Das Team der Caregivers, Teamleaders und Notfallpsychologen

ist 2018 mit rund 350 Freiwilligen gleich gross geblieben.

Mittlerweile sind 77 von ihnen zertifizierte Notfallpsychologinnen

und -psychologen.

Für die Mitglieder des Freiwilligenteams haben wir zwei neue

Weiterbildungskurse konzipiert: Der eine befasst sich mit

der Akutbetreuung von Kindern und Jugendlichen, der andere

mit der Akutbetreuung im interkulturellen Kontext.

Zusätzlich zu den Einsatznachgesprächen, die wir seit langem

durchführen, bieten wir seit 2018 alle zwei bis drei Monate

Fallbesprechungen für Notfallpsychologinnen und -psychologen

an. Sie diskutieren dann anhand praktischer Beispiele

besondere Themen der Notfallpsychologie. Das führt immer

wieder zu neuen Erkenntnissen, welche die Qualität unserer

Einsätze erhöhen und auch in die Weiterbildung einfliessen.

Ich danke unseren Freiwilligen sehr herzlich für die Konstanz,

mit der sie ihr Know-how auffrischen und vergrössern, sowie

für die Bereitschaft und die Einsätze, die sie Jahr für Jahr

leisten.

Diese allgemein starke Basis des Vertrauens macht gerade

in schwierigen und anspruchsvollen Situationen sehr vieles

möglich.

Jahresbericht 2018


Ein Mensch unter vielen, doch

seine Augen haben viel gesehen:

Carelink gibt sich eine neue Bildsprache

und ein neues Design.

Werfen Sie einen Blick auf die frisch gestaltete,

auch inhaltlich neu konzipierte Website: www.carelink.ch


10


11

Was Notfallpsychologie

für Unternehmen

erwirken kann

Krise! Alles im Griff? Ein hoher Anspruch.

Yvonne Affolter kennt Extremsituationen aus

ihrer Erfahrung als Notfallpsychologin.

Sie berichtet von realen Begebenheiten und

zeigt auf, wie sich mögliche Folgen für Betroffene

und Firmen minimieren lassen.

Yvonne Affolter

Lic. phil. Yvonne Affolter

ist Arbeits- und Organisationspsychologin.

Bevor sie in Zürich

als Psychotherapeutin und

Coach ihre eigene Praxis

eröffnet hat, arbeitete sie unter

anderem mehr als zehn Jahre als

Leitende Betriebspsychologin

in der Finanz- und Versicherungsbranche

und verantwortete

für ein Grossunternehmen

das Case- und Care-Management.

Seit 2013 ist Yvonne

Affolter auch NNPN-zertifizierte

Notfallpsychologin und

Teamleiterin im Freiwilligenteam

von Carelink.

Ein geschätzter Teamkollege erliegt im

Büro einem Herzinfarkt. Eine Praktikantin

wird am Arbeitsplatz mehrfach

sexuell belästigt und schliesslich vergewaltigt.

Ein Mitarbeiter, erzürnt über

die Beurteilung seiner Leistung, droht

Gewalt an. Selbst wer sonst stets Kontrolle

und Überblick wahrt, hat vielleicht

solche oder ähnliche Situationen

schon erlebt.

Ebenso schlimm, wenn jemand am

Arbeitsplatz Suizid begeht oder wenn

ein Kollege im Unternehmen verhaftet

wird unter dem Verdacht, mit kinderpornografischem

Material zu handeln.

Es kann aber auch passieren, dass ein

Brand mehrere Mitarbeitende tötet

oder dass ein Chauffeur einen tödlichen

Unfall verursacht, weil er kurz aufs Handy

geschaut hat.

Wie würden Sie als Arbeitgeber oder

Personalverantwortliche mit einer solchen

Situation umgehen? Was würden

Sie konkret tun? Welche Kompetenzen

wären gefordert? Könnten Sie diese

von null auf gleich abrufen? Fragen

über Fragen. Und es sind nicht die einzigen:

Wie würden Sie mit betroffenen

Mitarbeitenden kurz- und mittelfristig

umgehen? Wie nach innen und aussen

kommunizieren?

Schliesslich stellt sich auch die Frage,

was Sie unternehmen würden, damit

Ihre Geschäfte nach einem belastenden

Ereignis trotzdem weiterlaufen. Was Sie

machen könnten, damit der Ruf Ihres

Unternehmens nicht leidet.

Wenn Etabliertes wankt, …

Auf jeden Fall ist in einer solchen Situation

von einem Moment auf den anderen

nichts mehr so, wie es war. Fest etablierte

Strukturen, Arbeitsprozesse und

Befindlichkeiten verändern sich plötzlich

und in rasantem Tempo. Die komplexe

Situation kann sehr schnell unübersichtlich

werden und unerwartet in

alle möglichen Richtungen eskalieren.

Und dabei sollten Unternehmer, Führungskräfte

und Personalverantwortliche

schnelle und zugleich nachhaltige

Lösungen im Sinn ihrer Mitarbeitenden

liefern – dies nicht nur auf Grund ihrer

Jahresbericht 2018


12

Fürsorgepflicht, sondern auch aus gesellschaftspolitischen

Überlegungen.

… ist professionelles Krisenmanagement

gefordert

Die Bewältigung eines aussergewöhnlichen

Ereignisses kann rasch einmal

überfordern, vor allem wenn die eigene

Betroffenheit hoch ist und wenn die nötigen

innerbetrieblichen Kompetenzen

fehlen. Darum lohnt es sich, auf sachund

fachgerechte Krisenmanagementkompetenzen

zurückzugreifen und sich

unmittelbar nach einem Ereignis notfallpsychologisch

unterstützen zu lassen.

So bleibt die Situation – auf struktureller

wie individueller Ebene – unter

Kontrolle. Das entlastet alle Beteiligten,

gibt Orientierung und Sicherheit und

hilft den Betroffenen, das Ereignis zu

bewältigen.

Je früher, desto nachhaltiger

Grosse Unternehmen und Firmen der

Privatwirtschaft, aber auch die öffentliche

Hand haben sich meist über Verträge

mit spezialisierten Firmen wie

Carelink für den Notfall abgesichert.

Ideal ist eine Kombination aus firmenintern

geschulten Fachleuten und externen,

notfallpsychologisch erfahrenen

Fachpersonen. Kleine und mittelgrosse

Unternehmen hingegen stehen

bei ausserordentlichen Ereignissen

meist völlig unvorbereitet da. Die Zusammenarbeit

mit einem notfallpsychologisch

kompetenten Ansprechpartner

wäre dabei mit keinem grossen

Aufwand und vergleichsweise geringen

Kosten verbunden.

Wenn Erlebnisse nicht

bewältigt werden

Viele Betroffene zeigen akute Belastungsreaktionen.

Erste Anzeichen

sind etwa emotionale Taubheit, Rückzug

oder Interesselosigkeit. Gedanken

oder Erinnerungen belasten sie sehr.

Manche Betroffene werden auch reizbar

und schreckhaft, oder sie können

nicht mehr schlafen. Diese Symptome

können während oder unmittelbar nach

dem Erlebnis einsetzen und sich in den

folgenden Tagen noch intensivieren,

um dann in der Regel nach und nach abzuklingen.

Die akute Belastungsreaktion ist eine

normale Reaktion auf ein abnormales

oder extremes Ereignis. Sie lässt sich als

kurzfristiger psychischer Schutzmechanismus

ansehen. Bereits eine normale

Reaktion kann sich jedoch kurzfristig

auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.

Die einen können gut und ohne notfallpsychologische

Unterstützung damit

umgehen, und die Symptomatik nimmt

von alleine ab. Sie können das Ereignis

gut in ihr Leben integrieren und es als

Teil davon betrachten. Doch für rund einen

Viertel der Betroffenen sind die erlebten

Unglücksfälle eine traumatische

Erfahrung. Daraus können sich massive

Einschränkungen im Wohlbefinden und

in der Alltagsbewältigung entwickeln –

bis hin zu psychischen Störungen, die

etwa in eine posttraumatische Belastungsstörung

münden können.

«Notfallpsychologie hilft,

dauerhafte Beeinträchtigungen

zu verhindern.»

Solche chronifizierten Auswirkungen

sind am Arbeitsplatz längerfristig spürbar.

Unkonzentriertheit, Verhaltensveränderungen,

Fehlerzunahme – das

sind nur drei Stichwörter. Leistung und

Produktivität nehmen sehr häufig ab.

Wer längerfristig leidet, vermeidet allenfalls

auch anspruchsvollere Aufgaben.

Das Konfliktpotenzial steigt, und

das Betriebsklima verschlechtert sich.

Depressionen, Ängste und Burnout

können die Folge sein – und zu längerer

Arbeitsunfähigkeit führen. Selbst

Kündigungen von qualifizierten Fachpersonen

und hohe Personalfluktuation

lassen sich in letzter Konsequenz nicht

ausschliessen.

Solche Szenarien sind real und die

Auswirkungen keinesfalls gering. Sie

verursachen hohe indirekte betriebswirtschaftliche

und letztlich auch volkswirtschaftliche

Folgekosten.

Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet,

die Gesundheit ihres Humankapitals

zu schützen und zu fördern.

Dazu zählen sowohl präventive als auch

akute, fallbezogene Massnahmen, um

psychosoziale Risiken am Arbeitsplatz

einzudämmen. Arbeitgeber sind in jedem

Fall gut beraten, sich mit den Empfehlungen

und Vorgaben des Staatssekretariats

für Wirtschaft, des «SECO»,

sowie der kantonalen Arbeitsinspektorate

auseinander zu setzen.

Mit Carelink die Folgen

möglichst gering halten

Ziel von Carelink ist es, die Folgen eines

traumatisierenden Ereignisses für Mitarbeitende

und das Gesamtunternehmen

so gering wie möglich zu halten.

Es gilt, dauerhafte Beeinträchtigungen

zu verhindern und dazu beizutragen, die

Arbeits- und Leistungsfähigkeit von Betroffenen

zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Carelink unterstützt nicht nur Führungspersonen

und HR-Verantwortliche

im Umgang mit betroffenen

Mitarbeitenden, sondern bietet auch

sofortige Betroffenenhilfe und Entlastung

von akuten Belastungsreaktionen.

Die notfallpsychologisch spezifisch

ausgebildeten Fachleute begleiten und

fördern die rasche Wiederermächtigung

und die Rückkehr in den beruflichen

und privaten Alltag. Mit ihren gezielten

Interventionen unterstützen sie

letztlich die Arbeitgeber, ihre Fürsorgepflicht

gegenüber Mitarbeitenden im

Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements

wahrzunehmen.

Insofern hilft Carelink, möglichen Ressourcenverschleiss

zu verringern, die

Krisenkompetenz zu erhöhen und damit

mögliche hohe Folgekosten zu reduzieren.

Die Mitarbeitenden werden es

danken, und die Reputation nach innen

und aussen als verantwortungsbewusster

Arbeitgeber steigt, das Image profitiert.


13

«Wir fördern

das Gesundbleiben»

Klingt ja so einfach: Notfallpsychologinnen

und -psychologen unterstützen schnell und

möglichst vor Ort. Ihre umgehende

professionelle Hilfe gilt Menschen, die soeben

potenziell Belastendes erlebt haben. Das ist

die wohl kürzeste – und rationalste – Definition

von Akutbetreuung. Doch Psyche und

Emotionen spielen die Hauptrolle. Die beiden

Notfallpsychologen Heinz Marty und Björn

Keller berichten von ihrer Arbeit.

Interview: Ursula Trunz

Wie gehen Sie auf einen Ihnen unbekannten

Menschen zu, der gerade Tragisches, vielleicht

Traumatisierendes erlebt hat?

Heinz Marty Ruhiges Auftreten ist sehr wichtig. Ich stelle mich

vor und gebe der betroffenen Person zu verstehen, dass ich

für sie da bin.

Björn Keller Wir bieten einer betroffenen Person Unterstützung

an – zuerst allein durch unsere Präsenz. Die Person

kann selber entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder

ablehnen möchte. Ihr ureigenes Bedürfnis kommt zuerst.

Sie legen also quasi einen Teppich aus. Ob ihn

die betroffene Person betritt, ist deren Sache.

Heinz Marty Ja, genau. Dass ich – als Mensch und Fachperson –

in diesem Moment für die betroffene Person da bin, diese

Botschaft ist wichtig.

Björn Keller Wir bieten – neben Ruhe – auch Sicherheit, Schutz

und Entlastung an.

Heinz Marty Vor allem im behutsamen Gespräch können wir

das vermitteln. So findet die temporär destabilisierte Person

idealerweise Halt, damit sie das, was ihr soeben widerfahren

ist, nach und nach als Teil ihres Lebens akzeptieren

kann. Wir können ihr die Sorgen nicht abnehmen, aber ihre

eigenen Ressourcen anregen und aktivieren, damit sie mit

dem Erlebten umgehen lernt und zum normalen Tagesablauf

zurückfindet.

Björn Keller Wir betreuen sie so intensiv wie nötig und so zurückhaltend

wie möglich. Verkürzt gesagt, beugen wir nach

Möglichkeit einer psychischen Folgestörung vor, die sich aus

dem einschneidenden Erlebnis entwickeln könnte.

Gleichzeitig entlasten wir das betroffene Unternehmen,

denn wir nehmen diesem eine grosse Sorge ab. Wir beraten,

wenn es zum Beispiel um die Frage geht, wann eine

betroffene Person wieder arbeiten kann. Wir übernehmen

Jahresbericht 2018


14

Verantwortung gegenüber dem Unternehmen und schützen

zugleich die betroffene Person.

Gibt es für diese Akutbetreuung Modelle,

denen Sie als Notfallpsychologen folgen?

Heinz Marty In notfallpsychologischen Aus- und Weiterbildungen

werden Methoden und Modelle vermittelt – diese geben

Sicherheit. Ich passe solche Modelle jeweils der Situation an,

die ich an meinem Einsatzort antreffe. Mein Vorgehen – eine

Mischung aus Methode, Intuition und Erfahrung – orientiert

sich stets an der Person, die meine Unterstützung braucht.

Björn Keller Die Notfallpsychologinnen und -psychologen, die

für Carelink im Einsatz sind, individualisieren die Methode

in jedem Fall. Carelink hat über seine Standards hinaus ganz

klare Haltungserwartungen an die Notfallpsychologinnen

und -psychologen. Diese Haltung geben wir auch in unseren

Kursen weiter: Der Mensch steht immer an erster Stelle.

Nach jedem Einsatz führt Carelink ein Einsatznachgespräch

durch. Dabei geht es zum einen darum zu prüfen, wie es der

Notfallpsychologin, dem Notfallpsychologen geht, und zum

andern zu erfahren, wie welche Interventionen durchgeführt

worden sind.

Heinz Marty Diese Einsatznachgespräche dienen der Qualität.

Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass Carelink damit die

hohe Qualität der Akutbetreuung überprüft und sichert –

dies in grossem Vertrauen in die Kompetenzen seiner Notfallpsychologinnen

und -psychologen.

Björn Keller Seit 2018 besprechen wir in einem Kreis von Notfallpsychologinnen

und -psychologen auch regelmässig reale,

dafür natürlich anonymisierte Fälle. Wer daran teilnimmt –

das dürfen auch angehende Notfallpsychologinnen und

-psychologen sein –, untersteht zusätzlich der Schweigepflicht.

Diese Fallbesprechungen können die Qualität unserer

Akutbetreuung weiter steigern.

Nun wieder konkret: Wie

gehen Sie vor, wenn Sie von

Carelink aufgeboten werden?

Heinz Marty Werde ich von Carelink angerufen,

muss ich umgehend entscheiden,

ob ich mir den Einsatz zeitlich einrichten

kann. Es ist auch schon vorgekommen,

dass ich unterwegs zum Einsatzort telefonisch

noch meine anderen Termine

verschoben oder abgesagt habe. Bei

einem grösseren Ereignis informiere ich

mich, ob es allenfalls schon öffentlich bekannt

ist, damit ich weiss, was die Presse

oder andere Medien darüber berichten.

Heinz Marty arbeitet für

Carelink als Notfallpsychologe

und als Dozent in der Aus- und

Weiterbildung. Er ist psychologischer

Psychotherapeut mit

eigener Praxis in Zürich und lehrt

an verschiedenen Fachhochschulen.

Björn Keller Wir von Carelink können

unsererseits einige Vorinformationen

liefern, da wir mit dem betroffenen

Kunden bereits in engem Kontakt sind.

Allenfalls bieten wir zusätzlich eine

Notfallpsychologin oder einen Notfallpsychologen

in Ausbildung auf. Jemandem

quasi über die Schulter zu schauen,

ist lehrreich. Für einen Einsatz mit

mehreren Betroffenen stellen wir ein

grösseres Careteam zusammen, dem

allenfalls auch mehrere Notfallpsychologinnen

und -psychologen angehören.

Sind Sie allein im Einsatz, so

sind Sie auch mit Ihren Interventionen

und mit den Ratschlägen

allein, die Sie zum

Beispiel dem Arbeitgeber der

betroffenen Person geben.


15

Heinz Marty Ich bin, je nach Grösse des Ereignisses, wohl physisch

allein vor Ort, aber ich fühle mich nicht allein. Ich weiss

stets das Carelink-Team in meinem Rücken. Bei Bedarf kann

ich meine eigene Wahrnehmung mit einem Teammitglied in

Glattbrugg spiegeln und allfällige Unsicherheiten besprechen.

Der Ehrgeiz, einen Einsatz partout allein zu bewältigen,

ist völlig fehl am Platz. Oft kommt ein Caregiver mit

mir in den Einsatz. Das ist für mich zumeist eine Entlastung.

Wie lange dauert eine Akutbetreuung?

Heinz Marty Die Frage nach der Zeit entspringt wohl dem

derzeitigen Zeitgeist. Menschen reagieren auf belastende

Ereignisse sehr unterschiedlich. Es gibt viele Faktoren,

die die Ausprägungen und Belastungszeiten unterschiedlich

beeinflussen. Die einen Menschen brauchen länger,

um wieder zur Normalität zu finden, den anderen gelingt

das früher. Manchmal muss ich auch eine Nachbetreuung

durch eine Psychotherapeutin oder eine andere Fachperson

organisieren.

sätzlich nicht als krank, denn jede Reaktion auf ein abnormales

Ereignis ist in der Regel normal.

Wo also hört Notfallpsychologie auf, wo fängt

Psychotherapie an?

Björn Keller Notfallpsychologie und Psychotherapie – das sind

in der Tat unterschiedliche Disziplinen. Die Notfallpsychologie

ist ein psychologisches Fachgebiet wie etwa die Verkehrspsychologie

oder die Psycho-Onkologie.

Heinz Marty Als Psychotherapeut arbeite ich mit Menschen,

die psychische Schwierigkeiten oder gar eine psychische Erkrankung

haben. Als Notfallpsychologe gehe ich grundsätzlich

davon aus, dass die zu betreuende Person gesund ist. Ich

fördere daher ihr Gesundbleiben.

Björn Keller Die Akutbetreuung kann

zwischen einer Stunde und zwei bis

drei Wochen dauern, in vereinzelten

Fällen einen bis zwei Monate. Wenn

zum Beispiel eine betroffene Person

bereits psychisch vorbelastet ist, kann

die Akutbetreuung mehr Zeit beanspruchen.

Ich achte sowohl auf Risikofaktoren als

auch auf mögliche Schutzfaktoren und

frage eine Person ganz direkt: Können

Sie sich mit jemandem in Ihrem Umfeld

über das Erlebte austauschen?

Wer oder was kann Ihnen ganz konkret

in den nächsten Stunden helfen? Je

nach Antworten passe ich die Akutbetreuung

an.

Wir von Carelink sind nach wie vor da,

auch wenn die notfallpsychologische

Betreuung fürs Erste beendet ist. Falls

nötig, helfen wir auch überbrücken, bis

für die Nachsorge die richtige Therapieform

gefunden ist. Auf keinen Fall

aber wollen wir Abhängigkeiten schaffen.

Und: Wir stellen auch in einer länger

dauernden Akutbetreuung keine

Diagnosen.

Heinz Marty Als Notfallpsychologen erfassen

wir Belastungssituationen und

befassen uns mit der individuellen Betroffenheit

der Person, mit ihren Reaktionen

und Beschwerden. Wir betrachten

die betroffene Person grund-

Björn Keller, ehemals Leitender

Psychologe am Psychiatrischen

Dienst Thun, wirkt seit August

2018 im Carelink-Team in

Glattbrugg und verantwortet

den neu geschaffenen Bereich

Forschung & Entwicklung

Notfallpsychologie.

Jahresbericht 2018


16

Software, die jeden

Einsatz genau auf den

Kunden abstimmt.

Carelink hat seit Jahren

digitale Erfahrung

Menschen wirkungsvoll zu betreuen,

die gerade Ausserordentliches

erlebt haben, hängt von Kommunikation

ab. Vor allem auch von der

Kommunikation zwischen den Einsatzkräften.

Seit rund zehn Jahren

integriert sich Carelink bei grösseren

Ereignissen in das Informationsund

Einsatzsystem IES des Koordinierten

Sanitätsdienstes KSD.

Das IES vernetzt etwa Sanität,

Polizei und Feuerwehr. Ist Carelink

mit Careteams vor Ort oder betreibt

ein Call Centre für Betroffene,

können die Caregivers und die

Call-Centre-Fachleute via IES mit

hilfreichen Informationen und mit

Verhaltensanweisungen versorgt

werden. Umgekehrt ermöglicht

das IES, Hinweise etwa besorgter

Anruferinnen und Anrufer rasch

und unkompliziert zu erfassen und

an das zuständige Führungsorgan

zu übermitteln.

Carelink ist die einzige unternehmensunabhängige

Care-Organisation

der Schweiz, die direkt mit dem

Informations- und Einsatzsystem

IES des Koordinierten Sanitätsdienstes

KSD arbeitet.

Danilo Segreto leitet das Carelink-Einsatzmanagement:

«Dank der neuen Software erhält der Kunde genau die inhaltlichen Kompetenzen,

die in seinem Fall nötig sind.»


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Carelink ist bereit. Für jeden Fall. Seit kurzem

nutzt Carelink eine neue Lösung, um Einsatzteams

zu definieren. Diese können damit

noch gezielter abgestimmt werden: auf das

Ereignis, das betroffene Unternehmen und

dessen Bedürfnisse. Spezifisches, schnell abrufbares

Know-how schafft Vorsprung.

Text: Ursula Trunz

Die Kunden von Carelink machen weiterhin

alles wie bisher: Brauchen sie

Unterstützung, wählen sie 1414, die

Alarmnummer der Schweizerischen

Rettungsflugwacht Rega. Carelink

nimmt sofort Kontakt auf, um Einzelheiten

zum Ereignis zu erfahren. Die

Informationen des Kunden bestimmen

Grösse und prinzipielle Zusammensetzung

des Einsatzteams. «Das Vorgehen

bewährt sich, seit es unsere Organisation

gibt», sagt Danilo Segreto, der für

Carelink das Einsatzmanagement leitet.

Komplexität auch digital

bewältigen

«Was sich hingegen geändert hat», fährt

Danilo Segreto mit Blick auf die Kunden

weiter, «sind deren Bedürfnisse. Sie sind

über die Jahre gewachsen, und sie sind

komplexer geworden.» Carelink wird

dieser Komplexität nun bereits beim

Aufbieten der Caregivers, der Teamleaders

sowie der Notfallpsychologinnen

und -psychologen gerecht: Seit Anfang

April 2019 arbeitet das Carelink-Einsatzmanagement

mit der Alarmierungsund

Krisenmanagementlösung FACT24.

Aufwändige Vorarbeit führt

zur Wirkung

Das Carelink-Team hat für die Einführung

des neuen digitalen Einsatzmanagements

grosse Vorarbeit geleistet:

Im Wissen um die komplexen

Kundenbedürfnisse und um ihnen in jedem

Fall gerecht zu werden, hat es sehr

detaillierte Kriterien entwickelt. Welche

Care-Fachpersonen sind zum Beispiel

auch medizinisch geschult? Welche haben

Erfahrung im Betreuen von Kindern

oder im Umgang mit Angehörigen verschiedener

Kulturkreise und Religionen?

«Unsere rund 350 Freiwilligen sind sehr

gut ausgebildet, und alle bilden sich regelmässig

in Praxis und Theorie weiter»,

so Danilo Segreto. «Sie tragen die Kurse,

Trainings und Übungen, an denen sie

teilgenommen haben, auch sehr diszipliniert

in ihre Profile in unserer internen

Datenbank ein. Wir haben nun alle

ihre Profile gemäss ihren Einträgen und

unseren Detailkriterien weiter verfeinert

und geschärft – natürlich in voller

Transparenz gegenüber jeder einzelnen

Fachperson unseres Freiwilligenteams.»

Die Wirkung, die der Kunde

spürt

Die gleichen Detailkriterien sind in

der Alarmierungs- und Krisenmanagementlösung

FACT24 hinterlegt. Sie erlauben

es nun, ein Einsatzteam exakt

so zusammenzustellen, wie es ein betroffener

Kunde wünscht und braucht.

Er erhält genau die inhaltlichen Kompetenzen,

die in seinem Fall nötig sind.

Und er kann wie bisher davon ausgehen,

dass die Fachpersonen keine lange

Anfahrt zurückzulegen haben und

innert möglichst kurzer Zeit vor Ort

eintreffen. Carelink behält dazu die

bisherige geografische Aufteilung der

Schweiz in 21 Regionen bei.

«Wir sind auf dem neusten

Stand»

Die in Europa führende Software-asa-Service-

oder SaaS-Lösung FACT24

für professionelle und verlässliche

Alarmierung und Krisenkommunikation

nutzen weltweit bereits mehr als

800 Care- und Krisenorganisationen

sowie Unternehmen der verschiedensten

Branchen. Carelink ist die

bislang einzige Organisation ihrer Art

in der Schweiz, die mit FACT24 arbeitet,

und festigt damit seine führende

Position. «Wir sind nun auch im Bereich

der Alarmierungs- und Krisenmanagementsysteme

auf dem neusten Stand

der digitalen Entwicklung», bilanziert

Carelink-Geschäftsleiter Walter Kälin.

Das System wirkt im Einsatz weiter: Ist

ein Team zusammengestellt, wird über

den mobilen und sicheren «Business

Messenger TrustCase» automatisch

eine geschlossene Chat-Gruppe eröffnet,

in der die Mitglieder via Smartphone

miteinander kommunizieren und

auch Dokumente übermitteln können.

Sämtliche Informationen, die sie austauschen,

werden verschlüsselt übertragen.

Der Nachrichtenaustausch ist

damit garantiert vertraulich.

«Wir arbeiten mit und für Menschen»,

betont Walter Kälin. «Und gerade dafür

machen wir uns die Digitalisierung zunutze:

Wir betreuen Betroffene schnell

und gezielt.»

Jahresbericht 2018


18 • 2018 •

Carelink in Zahlen

KUNDEN NACH BRANCHEN

Finanzdienstleistungen

20

Versicherungsdienstleistungen

13

Öffentliche

Verwaltung

12

Luftfahrt

10

Gesundheits- und

Sozialwesen

9

Erziehung

und Unterricht

8

Energieversorgung

6

4

Wissenschaftliche

und technische

Dienstleistungen

Verkehr

15

Verarbeitendes

Gewerbe

13

Sonstige

Dienstleistungen

11

Information und

Kommunikation

6

Schifffahrt

4

Handel

4

2

2

1

Baugewerbe

Gastgewerbe/

Beherbergung

Wasserversorgung,

Abwasser- und

Abfallentsorgung

FREIWILLIGENTEAM

77

342

49

216

Überfälle 30

EINSÄTZE

121

Suizide 10

Bedrohungen 6

Unfälle 14

Entlassungen 12

Notfallpsychologen

Teamleaders

Caregivers

Sonstige

belastende

Situationen

49


19

INTERNE

AUS- UND WEITERBILDUNG

EXTERNE

AUS- UND WEITERBILDUNG

Anzahl Teilnehmende

Anzahl Kurse

Anzahl Teilnehmende

37 Grundkurse

16

211

335

Caregivers

22

8 76

240

Workshops Stabsarbeit

Kurse psychosoziale Betreuung

1. Hilfe (BLS/AED)

21

Teamleaders

1

8

Care-Übungen

76

Notfallpsychologen

2

9

80

261

Brand- und Evakuationsübungen

Stabsrahmenübungen

42

1. Hilfe (BLS/AED)

15

268

Kurse Care&Peer Practice

511 Total Teilnehmende 1144 Total Teilnehmende

Der Kundenstamm

wächst

kontinuierlich

weiter.

ENTWICKLUNG ANZAHL KUNDEN

140

70

1

2001 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018

Jahresbericht 2018


20 • STIFTUNGSRAT, NETZWERKPARTNER •

Von links: Reto Häuselmann, Ida Tanner, Franz Bucher, Roger Bula, Roland Frey.

STIFTUNGSRAT

· Roland Frey, Präsident

Inhaber Frey Investment & Management Advisory

· Franz Bucher

Ehemaliger Geschäftsleiter Stiftung Carelink

· Roger Bula

Leiter selbstbedienter Vertrieb und Services,

SBB Schweizerische Bundesbahnen

· Reto Häuselmann

Gesamtprojektleiter VAR (Video Assistant Referee) der Swiss Football League

· Ida Tanner

Leiterin Group Human Resources, AMAG Automobil- und Motoren AG

NETZWERKPARTNER

· Koordinierter Sanitätsdienst (KSD)

· Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS)

· FSP Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen

· SBAP Schweizerischer Berufsverband für angewandte Psychologie

· Verein notfallpsychologie.ch

· Medicall AG

· Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega)


• GESCHÄFTSSTELLE •

21

Von links: Claudia Lorrai, Fabienne Genoud, Regula Lanz, Björn Keller, Walter Kälin, Petra Strickner, Danilo Segreto, Arno Frei, Dominique Rüfenacht.

GESCHÄFTSSTELLE ab 2019

· Walter Kälin

Geschäftsleiter

· Danilo Segreto

Leiter Einsatzmanagement & ICT, Stellvertretender Geschäftsleiter

· Arno Frei

Leiter Finanz- & Rechnungswesen

· Fabienne Genoud

Koordinatorin Aus- & Weiterbildung

· Björn Keller

Leiter Forschung & Entwicklung Notfallpsychologie

· Regula Lanz

Leiterin Aus- & Weiterbildung

· Claudia Lorrai

Einsatzleiterin & Leiterin Notfallmanagement

· Dominique Rüfenacht

Leiterin Kundenbeziehungen & Kommunikation

· Petra Strickner

Leiterin Freiwilligenteam & Notfallpsychologie

Jahresbericht 2018


22 • FINANZEN •

BILANZ PER 31. DEZEMBER 2018

Aktiven 2018 2017

CHF

CHF

Umlaufvermögen

Flüssige Mittel 840 270 922 318

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 137 115 179 326

Übrige kurzfristige Forderungen 37 445 39 661

Nicht fakturierte Dienstleistungen 4 585 7946

Aktive Rechnungsabgrenzung 16 915 28 551

Total Umlaufvermögen 1 036 330 1 177 802

Anlagevermögen

Finanzanlagen 1 797 991 1 434 327

Mobile Sachanlagen 13 893 91436

Total Anlagevermögen 1 811 884 1 525 763

Total Aktiven 2 848 214 2 703 565

Passiven

Fremdkapital

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 190 201 116 558

Passive Rechnungsabgrenzung 165 902 209 697

Kurzfristige Rückstellungen 163000 127 782

Total Fremdkapital kurzfristig 519 103 454 037

Fondskapital

Fonds für Härtefälle/Kostendeckung 169 575 162 194

Organisationskapital

Stiftungskapital 190 838 190838

Erarbeitetes freies Kapital 1 896 496 1797993

Jahresgewinn 72 202 98 503

Total Organisationskapital 2 159 536 2 087334

Total Passiven 2 848 214 2 703 565


23

ERFOLGSRECHNUNG

Stiftungsertrag

Total Ertrag aus Beiträgen, Ausbildungen, Übungen,

Einsätzen und Projekten

2018 2017

CHF

CHF

2 587 783 2523 531

Bestandesänderung nicht fakt. Dienstleistungen -3 361 2 597

Total Stiftungsertrag 2 584 422 2 526 128

Stiftungsaufwand

Total Stiftungsaufwand 307 042 366 209

Bruttoergebnis nach Stiftungsaufwand 2 277 380 2 159 919

Personalaufwand

Total Personalaufwand 1 399 494 1 431 350

Bruttoergebnis nach Personalaufwand 877 886 728 569

Betriebsaufwand

Total übriger betrieblicher Aufwand 596 613 434 912

Betriebsergebnis 1 (vor Finanzerfolg und Abschreibungen) 281 273 293 657

Abschreibungen -77 543 -109 102

Betriebsergebnis 2 (vor Finanzerfolg) 203 731 184 555

Total Finanzaufwand -120 929 -145 235

Total Finanzertrag 4 400 74 183

Jahresgewinn vor Zuweisung/Verwendung Fonds 87 202 113 503

Zuweisung Fonds Härtefälle/Kostendeckung -15 000 -15 000

Jahresgewinn 72 202 98 503

Jahresbericht 2018


24 • FINANZEN •

ANHANG DER JAHRESRECHNUNG PER 31. DEZEMBER 2018

1. Angaben über die in der Jahresrechnung angewandten Grundsätze

Die vorliegende Jahresrechnung wurde gemäss den Vorschriften

des Schweizer Gesetzes, insbesondere der Artikel

über die kaufmännische Buchführung und Rechnungslegung

des Obligationenrechts (Art. 957 bis 962 OR), erstellt.

Die Rechnungslegung erfordert vom Stiftungsrat Schätzungen

und Beurteilungen, welche die Höhe der ausgewiesenen

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten

im Zeitpunkt der Bilanzierung, aber auch

Aufwendungen und Erträge der Berichtsperiode beeinflussen

könnten. Der Stiftungsrat entscheidet dabei jeweils im

eigenen Ermessen über die Ausnutzung der bestehenden

gesetzlichen Bewertungs- und Bilanzierungsspielräume.

Zum Wohle der Stiftung können dabei im Rahmen des Vorsichtsprinzips

Abschreibungen, Wertberichtigungen und

Rückstellungen über das betriebswirtschaftlich benötigte

Ausmass hinaus gebildet werden.

Detaillierte Bewertungsgrundsätze

Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die

übrigen kurzfristigen Forderungen werden zu Nominalwerten

ausgewiesen.

Nicht fakturierte Dienstleistungen

Die nicht fakturierten Dienstleistungen werden zum externen

Stundensatz abzüglich eines Abschlags von 20% bewertet.

Anlagevermögen

Grundsätzlich werden die mobilen Sachanlagen linear über

5 Jahre abgeschrieben. Im Berichtsjahr erfolgte die Restabschreibung

der EDV-Hardware.

2. Angaben, Aufschlüsselung und Erläuterungen zu Positionen der Bilanz und Erfolgsrechnung

2.1 Bilanz

31.12.2018 31.12.2017

CHF

CHF

Finanzanlagen

Wertschriften 1638240 1287134

Bankguthaben (Fondskapital) 159 751 147 193

1 797 991 1 434 327

2.2 Erfolgsrechnung

Finanzaufwand

Zinsen, Spesen, Gebühren 16 104 17453

Kursverluste 69502 0

Bildung kurzfristige Rückstellung 35323 127782

120 929 145 235


25

3. Erläuterungen zu ausserordentlichen, einmaligen oder periodenfremden Positionen der

Erfolgsrechnung

Es lagen in der Berichts- und Vorperiode keine wesentlichen ausserordentlichen, einmaligen oder periodenfremden Ereignisse

vor.

4. Bewertung von Aktiven zu Kurs-/Marktwerten

Finanzanlagen

31.12.2018 31.12.2017

CHF

CHF

Wertschriften 1 638 240 1 287 134

5. Gesamtbetrag der aufgelösten Wiederbeschaffungsreserven und stillen Reserven

Wesentliche Nettoauflösung stiller Reserven 0 0

6. Sonstige Angaben

Nicht bilanzierte Leasingverbindlichkeiten mit Restlaufzeit

bis 30.09.2019

3 665 8 550

Fester Mietvertrag mit Restlaufzeit bis 30.09.2020 276 116 433 896

7. Anzahl Mitarbeitende

Die Anzahl Vollzeitstellen liegt im Jahresdurchschnitt nicht über 10 10

8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag und bis zur Verabschiedung der Jahresrechnung durch den Stiftungsrat am 03.04.2019 sind keine

wesentlichen Ereignisse eingetreten, welche die Aussagefähigkeit der Jahresrechnung 2018 beeinträchtigen könnten bzw.

an dieser Stelle offengelegt werden müssten.

Glattbrugg, 03.04.2019

Stiftungsratspräsident

Roland Frey

Geschäftsführer

Walter Kälin

Jahresbericht 2018


26 • FINANZEN •

BERICHT DER REVISIONSSTELLE


27

Impressum

Herausgeberin Stiftung Carelink

Redaktion Ursula Trunz, trunz themen + texte

Fotos Patrick Rohr, Getty Images, Werner Geiger (S. 20)

Gestaltung furrerhugi. ag

Druck Haller + Jenzer AG, Burgdorf

Auflage 1500 Exemplare

Jahresbericht 2018


Stiftung Carelink

Sägereistrasse 20 • CH-8152 Glattbrugg

T +41 44 876 50 50 • www.carelink.ch

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