Berliner Zeitung 04.06.2019

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Die Akte Schmücker: Vor45Jahren starb der Verfassungsschutz-Spitzel im Grunewald – Report Seite 5

Lassen sich

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Berlin United: „Icke“ Häßler

wird ausgewechselt

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Wärmer als Mallorca:

Hitze in der Hauptstadt

Berlin Seite 10

Dienstag,4.Juni 2019 Nr.127 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Trump in London: Der

unhöfliche Besucher

Politik Seite 6

In Berlin

kann er

nicht landen

VonFrederik Bombosch

Mit Rückschlägen kann man unterschiedlich

umgehen. Man

kann die Brocken hinwerfen. Man

kann anderen an allem die Schuld

geben. Oder man übt sich in Gelassenheit

–sowie Thomas Keller, Unternehmensberater

und Fallschirmjäger

der Reserve aus Hamburg. „Es

hat nicht geklappt“, so kommentiert

er den Rückschlag, mit dem er einen

Umgang finden

muss. „Aber ich

hätte es doch

sehr bedauert,

wenn wir es

nicht einmal

probierthätten.“

Thomas Keller,

Initiator des Luftbrücken-Gedenkflugs

Tempelhof

Man kann

nur erahnen, wie

viel Disziplin solche

Sätze den

62-Jährigen kosten.

Drei Jahre

lang hat er darauf hingearbeitet, sich

und anderen einen Traum zu erfüllen:

Zum75. Jubiläum des Endes der

Luftbrücke wollte er den legendären

Hilfskonvoi auferstehen lassen.

Zusammen mit seinen Mitstreitern

kontaktierte Keller die Besitzer

historischer Douglas-Flugzeuge in

aller Welt, rund zwei Dutzend sagten

zu. Knapp eine Woche lang werden

sie vom 10. Juni an historische Luftbrücken-Flugplätze

besuchen. Nur

ein Ortfehlt: Berlin.

Zwar soll die Oldtimer-Karawane

am dritten Juniwochenende über die

Innenstadt fliegen. Eine Landung in

Tempelhof ist aber nicht möglich –

am Wochenende wurde die Absage

des Senats bekannt. Eine Absperrung

wäreunvereinbar mit dem Gesetz zur

Bewahrung des früheren Flughafens.

Eine Landung im Umland scheiterte

an den Versicherungen. Keller

musste feststellen, dass die demokratische

Ordnung, die mit der Luftbrücke

verteidigt wurde, inzwischen

so gefestigt ist, dass sie deren Neuauflage

verhinderte. Waren die Mühen

vergebens? Nein, sagt Keller.

„Die Luftbrücke ist eines der bedeutendsten

Zeichen von Völkerverständigung.“

Die Jugend der Welt

hätte damals zusammengehalten.

„Viele Piloten waren erst 25 Jahre

alt.“ Auch das solle eine Botschaft

der Flugzeugkarawane sein. Die

heutigen Jugendlichen müssen ihre

Blicke nicht mal allzu weit vom

Smartphone heben, um sie zu erheischen.

Die Flughöhe der Douglas-

Maschinen über Berlin soll weniger

als 400 Meter betragen. Wenn sie

denn die endgültige Genehmigung

bekommen –noch steht sie aus.

Zusammenhalten und führen: Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig und Malu Dreyer sind das neue Spitzentrio der SPD –auf Zeit.

VonAndreas Niesmann und Tobias Peter

Die drei Fragezeichen

Eine neue Troika fürdie SPD: Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten

Schäfer-Gümbel führen jetzt die SPD. Doch in welche Richtung soll es gehen?

Der Rücktritt von SPD-

Fraktions- und Parteichefin

Andrea Nahles

aus der Politik zieht in

den Regierungsparteien personelle

Umbesetzungen und inhaltliche

Richtungsdebatten nach sich.

Die endgültige Entscheidung in

der SPD wurde aber zunächst vertagt.

Den SPD-Parteivorsitz übernimmt

vorübergehend eine Troika aus den

Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern

und Rheinland-Pfalz,

Manuela Schwesig und

Malu Dreyer, und dem hessischen

SPD-Politiker Thorsten Schäfer-

Gümbel. Dauerhaft wolle aber keiner

von ihnen Parteichef werden, erklärten

sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz

in Berlin. Schwesig und

Dreyer wollen Regierungschefs in ihren

Ländern bleiben, Schäfer-Gümbel

wie geplant im Herbst in die Chefetage

der staatlichen Entwicklungshilfe-Organisation

GIZ wechseln.

Über die Zukunft der gemeinsamen

Bundesregierung mit der Union

sowie über das weitereVorgehen für

die Wahl der neuen Parteispitze soll

der SPD-Vorstand am 24. Juni beraten.

Dann soll es auch um die künftige

Struktur der SPD-Führung gehen.

MehrereSozialdemokraten plädieren

inzwischen für eine Doppelspitze.

„Die Zeit, in der eine Person

drei Spitzenämter parallel ausüben

konnte, ist aus meiner Sicht vorbei“,

sagte dazu der Sprecher des konservativeren

Seeheimer Kreises in der

SPD, der nordrhein-westfälische

Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese,

der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). „Ich finde

aber, wir sollten das in Ruhe, gemeinsam

und möglichst breit diskutieren.

Die Zeiten schneller Entscheidungen

im Hinterzimmer müssen

ein Ende haben.“ Wiese forderte

für den künftigen Parteikurs,die SPD

müsse wieder „mehr soziale Marktwirtschaft

wagen“: „Wir müssen die

Freiheit des Einzelnen mit der sozialen

Absicherung aller verbinden“,

sagte er.Zudem stehe die SPD dafür,

„Klimaschutz und die Interessen der

arbeitenden Menschen unter einen

Hut zubringen“, sagte er. „Das ist

„Machen Sie’sgut.“

nicht leicht, aber genau deshalb

braucht es hier mehr SPD und weniger

Grün.“

Der Vorsitzende des einflussreichen

NRW-Landesverbandes, Sebastian

Hartmann, plädierte bei der Führungsfrage

für eine Mitgliederbefragung:„Damit

die SPD zu neuer Stärke

Andrea Nahles

am Montag beim Verlassen der Parteizentrale in Berlin-Kreuzberg.

In der Sitzung hatte sie ihren Rücktritt als Parteivorsitzende erklärt. An diesem Dienstag

will sie in der Bundestagsfraktion ihren Job ebenfalls aufgeben.

findet, braucht es viel Rückhalt und

eine breite Legitimation des oder der

neuen Vorsitzenden in der Partei“,

sagte er. Eine Mitgliederbefragung,

die klare Ergebnisse liefere, sei dafür

ein geeigneter Weg. „In dieser für die

SPD existenziellen Lage brauchen wir

–neben dernotwendigen Klärung inhaltlicher

und strategischer Fragen –

einen offenen und transparenten

Prozess für die Neubesetzung des

Parteivorsitzes.“ Inhaltlich müsse die

SPD „wieder spannender werden.“

Deshalb müsse man auch bei der

Wahl „ganz bewusst mit alten Ritualen

brechen“.

AFP/TOBIAS SCHWARZ

In der Bundestagsfraktion übernimmt

derweil der Außenpolitikexperte

Rolf Mützenich als dienstältester

Fraktionsvize die kommissarische

Führung. Er zählt wie Nahles

zum linken Parteiflügel.

Am Vormittag hatte Nahles im

Parteivorstand offiziell ihren Rücktritt

erklärt. Sie verließ das Willy-

Brandt-Haus mit den Worten „Machen

Sie’s gut“. Der Vorstand tagte

weiter ohne sie.

Von der parallel dazu tagenden

CDU hieß es am Montag, sie fühle

sich einer stabilen Regierung verpflichtet

–sei aber auch für den Fall

gewappnet, dass die SPD aus der

großen Koalition austritt. CDU-Chefin

Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte

auch auf die Frage nach einer

Unions-Kanzlerkandidatur bei möglichen

Neuwahlen: „Für alles, was

kommt oder nicht kommt, können

Sie davon ausgehen, dass die CDU

vorbereitet ist.“ Inhaltlich sprach sie

sich für eine klimafreundlichere

Steuer-und Abgabenpolitik aus –der

Wirtschaftsflügel der Union lehnt

das ab. CDU-Vize und Hessens MinisterpräsidentVolker

Bouffier sagte,

angesichts der aktuellen Umfragen

müsse der Kampf um die politische

Führung in Deutschland eher „zwischen

der Union und den Grünen

geführtwerden“. Seiten 2und 3, 8

Jeder zweite

Berliner für ein

Kopftuchverbot

Exklusive Forsa-Umfrage

für die Berliner Zeitung

VonMartin Klesmann

Genau 51 Prozent der Berliner

sprechen sich für ein Kopftuchverbot

an den Grundschulen aus,44

Prozent sind dagegen. Das ergab

nun eine repräsentativeUmfrage des

Meinungsforschungsinstituts Forsa

im Auftrag der Berliner Zeitung. Es

ist ein Thema, das in Berlin äußerst

kontrovers gesehen wird. Während

ältere Berliner für ein striktes Verbot

sind, ist die junge Generation mehrheitlich

dagegen und somit wesentlich

toleranter. Auch parteipolitisch

stehen sich die Lager in dieser Frage

unversöhnlich gegenüber. Während

die Anhänger von Rot-Rot-Grün

mehrheitlich gegen ein solches Verbot

sind, sind CDU- und FDP-Anhänger

mehrheitlich dafür, Anhänger

der AfD sowieso.

Das österreichische Parlament

hatte Mitte Maimit den Stimmen der

rechten FPÖ und der konservativen

ÖVP ein Kopftuchverbot an den

Grundschulen des Landes beschlossen.

In Österreich endet die Grundschulzeit

nach der 4. Klasse,inBerlin

erst nach der 6. Klasse.

In Berlin und anderswo gibt es allerdings

überhaupt keine belastbaren

Daten, wie viele Grundschülerinnen

tatsächlich bereits das muslimische

Kopftuch tragen. Einzelne

Berliner Schulleiterinnen sprachen

zuletzt voneiner wachsenden Zahl.

Laut Forsa sprechen sich aber

noch mehr Berliner dafür aus, alle

sichtbaren religiösen Symbole an

staatlichen Schulen zu verbieten.

Und das inzwischen umstrittene

Neutralitätsgesetz finden sogar 76

Prozent der Befragten gut. Dieses

Gesetz untersagt es Lehrern, Polizisten

und Justizbediensteten, im

Dienst religiöse Symbole zu tragen.

Berlin Seite9

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2* Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Krise der großen Koalition

Dass die Koalition im Bundestag aus Union und SPD bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 bestehen bleibt, erscheint unwahrscheinlicher denn je.

Ruhepol in

stürmischer

Zeit

VonPeter Berger,Köln

InZeiten, in denen die Sozialdemokraten

ihr Spitzenpersonal

schneller verschleißen als der

Hamburger SV,ist Rolf Mützenich

(59) so etwas wie ihr Zeugwart.

Wenn man ihn braucht, ist er zur

Stelle. Die Genossen wissen: Auf

den Kölner Bundestagsabgeordneten

können sie sich verlassen.

Wenn es ihn kurzzeitig mal nach

vornespült, weil die Hütte brennt,

macht er diesen Job. Vorübergehend.

Ohne großes Aufhebens.

Als Dienstältester im Fraktionsvorstand

wird Mützenich, Experte

für Außenpolitik, für Verteidigung,

Entwicklungspolitik und

Menschenrechtsfragen, Andrea

Nahles als Fraktionsvorsitzender

geschäftsführend beerben. Kommissarisch

bis zu einer Neuwahl.

Seit 2002 sitzt der Politikwissenschaftler

Mützenich

im

Bundestag,

hat seinen

Wahlkreis im

Kölner Norden

immer di-

Rolf

Mützenich

SPD-Fraktion

DPA

rekt erobern

können.

Mützenich,

der aus

einer Kölner

Arbeiterfamilie stammt und sich

von der Hauptschule über das

Gymnasium bis zum Studium vorarbeitete,hat

in der SPD durchgedrückt,

dass die Bundesregierung

zumindest bis Herbst keine deutschen

Waffen an Saudi-Arabien

mehr verkaufen lassen will. Er kritisiert

die Entscheidung von US-

Präsident Trump,den Vertragüber

landgestützte Mittelstreckenraketen

in Europa zu kündigen mit den

Worten, dass es „weltweit mehr

unverantwortliche Entscheider als

Verantwortungsträger gibt“.

Im Bundestag gehört der 59-

Jährige zu denjenigen, dieWert auf

Abgrenzung zu Lobbyismus legen.

„Mein Mandat steht für mich im

Mittelpunkt meiner Arbeit“, betont

er auf seiner Homepage.Über

Einkünfte aus Nebentätigkeiten

oder zur Wahrnehmung von Lobbyinteressen

verfüge er nicht.

So manch einer in der SPD hat

sich im Laufe der vielen Krisen

schon gewünscht, Mützenich

würde mal so richtig mit der Faust

auf den Tisch hauen. Macht er

aber nicht. Er bewahrtlieber Haltung

und versucht, aus der zweiten

Reihe etwas zu bewegen.

Berlin schaut auf Berlin

Doppelspitze, Urwahl, Neuwahlen –bei den Berliner Sozialdemokraten herrscht nach dem Nahles-Rücktritt auch Aufbruchstimmung

VonMelanie Reinsch

Da ist Bedauern. Da ist

Scham. Aber eben nicht

nur. Denn auch eine gewisse

Portion Neugier

und Aufbruchstimmung vernimmt

man, wenn man sich nach diesem

Wochenende mit seiner kleinen innenpolitischen

Eruption bei den

führenden Köpfen der Berliner SPD

umhört. Dass die SPD-Fraktionsund

Parteivorsitzende Andrea Nahles

überraschend von all ihren Ämtern

zurückgetreten ist, kann Lars

Rauchfuß, Kreisvorsitzender von

Tempelhof-Schöneberg, nur allzu

gut nachvollziehen. Es sei schade,

betont er. „Aber der Druck ist zu

groß geworden. Nahles musste viel

einstecken in der vergangenen

Zeit.“

Nichts überstürzen

VonTimot Szent-Ivanyi

Nach dem Rückzug vonSPD-Partei-

und Fraktionschefin Andrea

Nahles wird bei den Sozialdemokraten

der Ruf nach einem Auszug aus

der großen Koalition lauter.

Aber welche Szenarien sind denkbar,

wenn die Regierung zerbrechen

sollte? Undwelche davon sind überhaupt

realistisch? Was könnte passieren,

wenn die SPD doch in der Regierung

bleiben will? EinÜberblick.

Koalitionswechsel

Da die Union eine Koalition mit

der AfD und der Linkspartei praktisch

ausgeschlossen hat, kommen

nur die Grünen und die FDP als neue

Partner in Frage. Allerdings waren

die Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition

bereits im Herbst

2017 gescheitert.

Und nun? Für Rauchfuß bedeutet

der Rückzug der SPD-Chefin vor allem

eins: Schluss mit Hinterzimmerpolitik!

In Ruhe müsse man nun eine

Nachfolge finden. „Das sollte nicht

überstürzt werden und in einem geordneten

Prozess passieren“, findet

der SPD-Mann. Er hält eine Mitgliederbefragung

für sinnvoll. Eine

Urwahl, wie sie auch SPD-Bundesaußenminister

Heiko Maas am Montag

forderte, hält auch Rauchfuß für

eine gute Idee – sofern sich überhaupt

ausreichend Kandidaten fänden.

Bei einer Urwahl wird der Parteivorsitz

direkt von der Basis bestimmt.

Auch die Rufe nach Neuwahlen

werden wieder lauter. Der Kreisvorsitzende

von Tempelhof-Schöneberg

appelliert andie große Koalition

zwischen SPD und Union, sich

in der Halbzeitbilanz zu fragen, ob

die GroKo weiterhin noch Bestand

haben könne,wenn „man vonWahlklatsche

zu Wahlklatsche“ marschiere.

„Deshalb ist es so wichtig,

die Halbzeitbilanz zu nutzen, um offen

und ehrlich festzustellen, ob unsere

inhaltlichen Ziele in der Koalition

zu erreichen sind“, betont

Rauchfuß.

Harald Georgii, Kreisvorsitzender

von Friedrichshain-Kreuzberg,

sieht Neuwahlen kritisch. „Es war

grottenfalsch in die große Koalition

zu gehen“, resümiert er. Aber er

habe Zweifel, dass dies der richtige

Zeitpunkt sei, die Koalition wieder

zu verlassen. Wahlklatschen seien

kein Argument für solch einen

Schritt.

Stattdessen hat Georgii andere

Vorschläge. Der Fokus sollte in den

kommenden Wochen auf einen

neuen Findungsprozess gesetzt

werden, den der SPD-Politiker mit

einem Kulturwechsel vergleicht. „Es

müssen neue Talente gesucht und

entdeckt werden. Daskönnen exponierte

Kommunalpolitiker sein,

aber auch Persönlichkeiten aus an-

„Es war

grottenfalsch, in

die große Koalition

zu gehen.“

Harald Georgii,

SPD-Kreisvorsitzender von

Friedrichshain-Kreuzberg

Merkels Optionen

deren Bereichen“, so der Kreisvorsitzende.

Hätte man dann sieben oder

acht Kandidaten zusammen,

könnte man eine Art Vorwahl ähnlich

den Primaries in den USA

durchlaufen, schlägt Georgii vor.

„Ausscheiden sollte kein Scheitern

bedeuten“, erklärt er. Stattdessen

solle die Form der Vorauswahl die

Kultur des Einbringens fördern und

die Art zuarbeiten verändern. Eine

Urwahl, so der SPD-Politiker,

stünde am Ende, wenn nur noch

drei Kandidaten übrig seien.

Wie auch der Regierende Bürgermeister

Michael Müller kann sich

auch Georgii eine Doppelspitze in

der Partei gut vorstellen. „Das wäre

wünschenswertund gut “, sagt er.

AufFavoriten für die neue Kandidatenaufstellung

auf Bundesebene

möchte sich aktuell kaum einer so

recht festlegen. Man wolle nicht

vorgreifen, heißt es. Aber nicht erst

seit Nahles’ Rückzug fällt ein Name

immer wieder,wenn es um die Neuausrichtung

der Sozialdemokraten

auf Bundesebene geht: Der No-

GroKo-Verfechter und Bundesvorsitzende

der Jusos: Kevin Kühnert.

Eine Doppelspitze mit dem 29-jährigen

Kühnert–das lässt Harald Georgii

dann doch noch wissen –halte

er persönlich jedenfalls für eine

gute Idee.

Auch für Annika Klose,Vorsitzender

Berliner Jusos ist klar,dass„Kevin

Welche Szenarien sind denkbar,wenn die große Koalition zerbrechen sollte? Gibt es in diesem Jahr noch Neuwahlen?

Zudem haben die Grünen am

Wochenende angekündigt, ohne

Neuwahlen nicht als Koalitionspartner

zur Verfügung zu stehen. Die Liberalen

allein reichen der Union jedoch

nicht für eine Mehrheit. Damit

ist ein Koalitionswechsel keine Option.

Minderheitsregierung

Sollte die SPD aus der Regierung

aussteigen, könnte Kanzlerin Angela

Merkel (CDU) mit einer Minderheitsregierung

weiter regieren. Dann

muss sie versuchen, bei jedem politischen

Vorhaben wechselnde Mehrheiten

zu organisieren, beispielsweise

mit der FDP oder den Grünen.

Das ist aufwendig, könnte aber

zumindest zeitweise funktionieren.

Es gilt aber als eher unwahrscheinlich,

dass sich Merkel auf ein derartiges

Experiment einlassen wird.

Abwahl der Kanzlerin

SPD, Grüne, FDP, Linke und AfD

haben rein rechnerisch eine Mehrheit,

die Kanzlerin abzuwählen.

Nach dem Grundgesetz ist aber nur

ein „konstruktives Misstrauensvotum“

möglich. Danach ist eine Abwahl

lediglich durch die erfolgreiche

Neuwahl eines Nachfolgers möglich,

um instabile Zustände zu verhindern.

Es dürfte jedoch ausgeschlossen

sein, dass sich die fünf Parteien auf

einen gemeinsamen Kandidaten einigen.

Damit ist diese Variante ausgeschlossen.

Neuwahl

Eine Neuwahl kann ausgelöst

werden, wenn der Kanzler im Bundestag

die Vertrauensfrage stellt und

diese verliert. Auf diese Weise hatte

Merkels Amtsvorgänger Gerhard

Schröder (SPD) 2005 gezielt vorzeitige

Neuwahlen in dieWege geleitet –

die er verlor.

Steigt die SPD aus der Koalition

aus,würde Merkel im Bundestag die

Vertrauensfrage verlieren. Dann

könnte Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier den Bundestag innerhalb

von 21 Tagen auflösen. Neuwahlen

muss es dann innerhalb von

60 Tagen geben. Kommt es tatsächlich

zum Bruch der großen Koalition,

sind Neuwahlen das wahrscheinlichste

Szenario.

Zeithorizont

Krisen haben immer eine Eigendynamik,

so dass schwer abzuschätzen

ist, wie es mit der großen Koalition

tatsächlich weitergeht. Realistisch

erscheint aber, dass die große

Koalition zumindest über den Sommer

Bestand hat. Die SPD dürfte die

ein Teil der Neuaufstellung der Partei

sein muss“. „Man muss jetzt nicht

gleich Tabula rasa machen“, sagt

Klose,aber etwa ein Drittel des SPD-

Vorstands könne man in einem vorgezogenen

Parteitag austauschen,

findet sie.Und die Jusos müssten dabei

eine Rolle spielen. Gleichzeitig

betont Klose, dass ein Personalkarussell

nur ein Teil der Lösung sei,

vor allem, wenn man nur eine einzige

Person austausche. Denn Aufbruch

könne nur funktionieren,

wenn sich auch inhaltlich verändert

werde. Ob dazu auch Neuwahlen gehören?

„Die SPD muss sich fragen,

ob sie sich noch weitere zwei Jahre

an die Union ketten möchte. Auch

vor dem Hintergrund der Europa-

Wahlen“, sagt die Berliner Juso-Chefin.

Hausaufgaben für Berlin

Für Klose bedeuten die nun geführten

Debatten im Bund, dass auch die

Berliner Sozialdemokraten ihre

„Hausaufgaben machen müssten“.

Trotzdem könne man die große Koalition

auf Bundesebene nicht mit der

rot-rot-grünen Landesregierung in

Berlin vergleichen. „Wir haben politisch

mehr Spielraum“, stellt Klose

fest. Trotzdem sollten die desaströsen

Zahlen auch in der Hauptstadt

dazu führen, dass zumindest über

Personalien geredet werde. Auch

wenn„man hier nichts über das Knie

brechen sollte“.

Landtagswahlen in Sachsen und

Brandenburg am1.September abwarten.

Verliert die SPD dort massiv

–wovon den aktuellen Umfragen zufolge

auszugehen ist –, dann dürfte

das Ende der großen Koalition endgültig

besiegelt sein.

Darüber müssten die Sozialdemokraten

auf einem Bundesparteitag

entscheiden, der regulär allerdings

erst im Dezember geplant ist.

EinVorziehen oder die Einberufung

eines Sonderparteitags ist aber jederzeit

mit einer Frist von drei Monaten

möglich.

Bleibt die große Koalition zunächst

im Amt, wäre als Variante jederzeit

eine Kabinettsumbildung

möglich. Zwar ist bekannt, dass Merkel

keine Anhängerin von Umbildungen

ist. Im Zweifel muss sie aber

akzeptieren, wenn die SPD Minister

austauschen will.


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 3 *

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Krise der großen Koalition

OPTEC

Am Ende ihrer politischen

Karrierewirkt Andrea Nahles

auf einmal so, als wäre

sie ganz mit sich im Reinen.

Es ist viertel vorelf am Montagmorgen,

als die 48-Jährige das Willy-

Brandt-Haus durch den Haupteingang

verlässt. Siehätte auch die Tiefgarage

wählen können, aber sie will

noch etwas loswerden an ihrem letzten

Tagals SPD-Chefin. Zielstrebig

steuerte sie den Pulk der wartenden

Journalisten an. „Ja, guten Tag“, sagt

sie,„ich habe mich eben vomParteivorstand

der SPD verabschiedet, bin

zurückgetreten, und nun möchte ich

mich auch noch von Ihnen verabschieden.“

Es folgen ein Dank an die

Journalisten für die vielen Stunden

des Wartens im und vor dem Willy-

Brandt-Haus und ein Gruß zum Abschied:

„Machen Sie’sgut.“

30 Sekunden dauert das Statement,

dann verschwindet die ehemals

mächtigste Frau in der Geschichte

der Sozialdemokratie im

Fond ihres Dienstwagens.Sollte dieser

letzte Auftritt ihr schwergefallen

sein, hat sie es sich nicht anmerken

lassen. Im Gegenteil, auf den Bildern,

die die Kameraleute später herumzeigen,

umspielt ein Lächeln

ihreLippen.

Es ist ein gerader, ein souveräner

Abgang. Und espasst irgendwie zu

all den Volten und Überraschungen

der vergangenenWochen in der SPD,

dass die Frau, die so viel Kritik für

ihreöffentlichen Auftritte einstecken

musste, imAbschied mehr Stil beweist

als all die Männer vorihr.

Viel Zeit für die Vergangenheitsbewältigung

bleibt den SPD-Gremien

allerdings nicht. Im Parteivorstand

überwiegt die Erleichterung

darüber, als Nahles nach einer emotionalen

Rede zügig den Saal verlässt.

Sie haben auch so eine Menge

zu besprechen.

Zunächst einmal geht es darum,

werdie SPD nun führen soll. EinVorschlag

der engeren Parteiführung,

die stellvertretenden Vorsitzenden

Malu Dreyer,Manuela Schwesig und

Thorsten Schäfer-Gümbel kommissarisch

mit dieser Aufgabe zu betrauen,

trifft auf Zustimmung. Auch,

weil allen klar ist, dass damit keine

Vorentscheidungen gefällt werden.

Dreyer hat immer wieder erklärt,

dass sie keine Karriere imBund anstrebt.

Sie leidet an Multipler Sklerose

und hat mit ihrem Amt als

Mainzer Ministerpräsidentin gut zu

tun. Thorsten Schäfer-Gümbel hat

seinen Abschied aus der Politik bereits

erklärt. Im Oktober tritt er eine

Stelle als Arbeitsdirektor der Gesellschaft

für Internationale Zusammenarbeit

an. Bleibt Manuela

Schwesig. Doch auch sie wischt alle

Im Krisenmodus

Eine Troika übernimmt die Führung der SPD –aber nur vorübergehend.

Eine Mehrheit im Vorstand will raus aus der großen Koalition –aber nicht sofort.

Die CDU tut so, als ginge sie das Elend der Sozialdemokraten nichts an.

Doch auch unter den Christdemokraten droht Streit um den künftigen Kurs.

Spekulationen beiseite. „Mein Platz

ist in Mecklenburg-Vorpommern.“

Werder Übergangs-Troika folgen

wird, lässt sich nur erahnen. Vizekanzler

Olaf Scholz hat abgesagt,

Niedersachsens Ministerpräsident

Stephan Weil schließt ebenfalls eine

Bewerbung aus.

Weil nicht klar ist, auf weneshinausläuft,

diskutieren die SPD-Vorstandsmitglieder

erstmal Strukturen.

Es sind die Ost-Landesverbände,

die eine Doppelspitze ins

Spiel bringen. Sachsens Landeschef

Martin Dulig spricht sich dafür aus,

genau wie Sachsen-Anhalts Fraktionsvorsitzende

Katja Pähle. Auch

Außenminister Heiko Maas macht

sich für den Vorschlag stark. Er fordert

außerdem eine Urwahl, um die

künftige Doppelspitze zu bestimmen.

„Die Zeit der Hinterzimmer

muss endlich vorbei sein.“

NRW-Chef Sebastian Hartmann

geht noch einen Schritt weiter. „Die

SPD muss wieder spannender werden“,

sagt er.Deshalb gelte es,mit alten

Ritualen zu brechen. „Damit die

SPD zu neuer Stärke findet, braucht

es viel Rückhalt und eine breite Legitimation

des oder der neuen Vorsitzenden“,

sagt Hartmann. Eine Mitgliederbefragung,

die klare Ergebnisse

liefert, sei ein geeigneter Weg.

Während die SPD Wege aus der

Krise sucht, tut die CDU ein paar Kilometer

entfernt im Konrad-Adenauer-Haus

so, als gehe sie das

Drama der Genossen nichts an. Die

Christdemokraten analysieren auf

ihrer Klausurtagung die Europawahl-Ergebnisse.Und

sie denken gar

nicht daran, ihr Programm zu ändern.

„Die Hütte brennt, und wir

schauen nicht hin“, so beschreibt es

ein Vorstandsmitglied.

DieUnterstützer vonParteichefin

Annegret Kramp-Karrenbauer geben

morgens die Linie vor. „Wir müssen

über unsere eigenen Probleme

reden“, sagt der saarländische Ministerpräsident

Tobias Hans im

Deutschlandfunk. Sein schleswigholsteinischer

Kollege Daniel Günther

beteuert derweil im ZDF-Morgenmagazin,

die SPD sei nicht das,

„was uns am meisten beschäftigt“.

VonAndreas Niesmann und Daniela Vates

Malu Dreyer, 58, Ministerpräsidentin von

Rheinland-Pfalz. Sie führtinMainz eine sogenannte

Ampelkoalition aus SPD,FDP und Grünen.

Dreyerist die erste Ministerpräsidentin von

Rheinland-Pfalz, in der Partei ist sie seit 2017

Vize-Vorsitzende. 1995 wurde bei ihr

Multiple Sklerose festgestellt.

Manuela Schwesig, 45, Ministerpräsidentin von

Mecklenburg-Vorpommern. Aufgewachsen im

brandenburgischen Seelow, arbeitetesie,bevor

sie in die Politikging,als Steuerfahnderin. Seit

2009 ist sie SPD-Vize im Bund. Sie war Landesministerin

in Schwerin und 2013 bis2017 Familienministerin

im dritten Kabinett Merkel.

Thorsten Schäfer-Gümbel, 49, in Hessen

Vorsitzender des SPD-Landesverbandes und der

Fraktion im Landtag,seit 2013 auch

Stellvertreter auf Bundesebene. Im März hatte

Schäfer-Gümbel angekündigt, dass er sich im

Laufe dieses Jahres aus der aktiven Politik zurückziehen

möchte.

DPA (3)

Am Sonntagabend hat die Union

über die Europawahl gesprochen

und über neue Kommunikationsformen,

am Montag ist das Thema Klimaschutz

an der Reihe. Das mögliche

Ende der großen Koalition?

„Wir haben über dieses Szenario

nicht diskutiert“, verkündet Kramp-

Karrenbauer auf einer Pressekonferenz.

„Wir wollen dem Regierungsauftrag

gerecht werden.“ Dann referiert

sie die CDU-Planung: Eine bessere

Koordination von Bundespartei

und Landesverbänden, eine Digitalcharta

bis Dezember und noch einen

neuen Anlauf für ein Klimaschutz-

Konzept –inzweiTeilen: Verkehr und

Mobilität bis zum 24. Juni, eine Positionierung

zu umstrittenen Punkten

wie der CO 2 -Steuer „bis zum Herbst“.

Die Sache sei schließlich komplex,

sagt die Parteichefin.

Der Satz gilt nicht nur inhaltlich:

In der CDU gehen die Meinungen

zur CO 2 -Steuer so weit auseinander,

dass jede Positionierung Ärger bedeuten

kann. Ministerpräsident

Hans fordert nationale Lösungen

und Offenheit für die CO 2 -Steuer.

Der Vorsitzende der NRW-Landesgruppe

im Bundestag, Günter

Krings, sagt dagegen, die CDU

müsse sich in der Klimapolitik deutlich

von den Grünen abgrenzen.

Eine „Me-Too-Politik“, die die Ziele

und Ideen anderer nur kopiere, sei

nicht sinnvoll. „Wer auf einen fahrenden

Zug aufspringt, kriegt meist

nur noch einen Stehplatz. Die CDU

müsse die Klimapolitik daher „anders

spielen als die Grünen“. Wichtig

sei etwa zu betonen, wie viel die Partei

schon getan habe, und auch den

Kohleausstieg offensiv zu vertreten.

Es droht neuer Streit, den Kramp-

Karrenbauer fürs Erste verschieben

will –auch wenn sie das öffentlich

anders darstellt. Sie habe den Fehler

gemacht, ihren Mut und ihreVeränderungsbereitschaft

nicht konsequent

verfolgt zu haben. Siehabe der

CDU zugesagt, „dass ich das ändern

will“, sagt sie. Und die CDU sei bereit,

dies mitzugehen –„und zwar gemeinsam

mit mir“. Kramp-Karrenbauer

behauptet so ihren Führungsanspruch,

fast nebenbei.

Trotz aller guten Vorsätze: Am

Ende der CDU-Klausur drängt der

Koalitionspartner dann doch noch

einmal auf die Tagesordnung. Ein

Ministerpräsident warnt in der Klausur

vorsorglich, dass es gar nicht so

einfach sei, eine Minderheitsregierung

zu bilden, falls die SPD die

große Koalition verlasse. Und die

Parteichefin sagt über ihre Bereitschaft

zu einer Kanzlerkandidatur in

diesem Fall: „Für alles, was möglicherweise

kommt oder nicht

kommt, können Sie davon ausgehen,

dass die CDU vorbereitet ist.“

Auch die amtierende Bundeskanzlerin

Angela Merkel spricht über

Spannung und außergewöhnliche

Ereignisse. Aber Merkel meint gar

nicht den Koalitionspartner. Sie redet

über die Energieversorgung der

Zukunft. „Wer denkt darüber nach,

wie toll es doch ist, dass Strom aus

der Steckdose kommt?“, fragt sie bei

der Verleihung eines Preises an den

Verein „Elektriker ohne Grenzen“.

Derhilft in Entwicklungsländerndabei,

Stromanschlüsse zu legen. Oder

„Licht ins Dunkel des Alltags zu bringen“,

wie Merkel sagt.

Ob sie vielleicht ganz kurzdarüber

nachdenkt, die Elektriker auch mal

zur SPD zu schicken? Es könnte in ihrem

eigenen Interesse sein. Denn es

wird immer unwahrscheinlicher,

dass die große Koalition bis zum Ende

der Legislaturperiode durchhält. Mit

Nahles’ Rückzug ist einer der wichtigsten

Stützpfeiler auf der SPD-Seite

weggebrochen. Undesübernehmen

drei Landespolitiker, die alle nach

dem Platzen der Jamaika-Sondierungen

extrem skeptisch waren, was eine

Neuauflage des Bündnisses mit der

Union angeht. Auch im SPD-Parteivorstand

ist die Skepsis mit Händen

greifbar. Zwei Vorstandsmitglieder

fordern den sofortigen Bruch. Die

überwiegende Mehrheit will raus,

aber nicht sofort. MehrereGenossen

fordern die neue Führung auf, darüber

nachzudenken, wie das Ende

der Koalition eingeleitet und begründet

werden könnte.

Das Thema Grundrente könnte

eines sein, an dem die Genossen die

Regierung scheiternlassen, sollte die

Union weiter auf einer Bedürftigkeitsprüfung

bestehen.

Vermutlich sieht Merkel inzwischen

sehr klar, welches Ungemach

da auf sie zurast. Am Nachmittag ist

sie in Weimar, wodie Unions-Fraktionsvorsitzenden

tagen. Nach dem

Treffen schaut sie ernst drein. Voreinem

Jahr sei die Lage der Regierung

schwierig gewesen wegen des Streits

zwischen CDU und CSU, sagt sie.

„Jetzt arbeitet die Koalition eigentlich

sehr konsequent viele Punkte ab.“

Betonung auf eigentlich.

Gesetzesvorhaben

Niedrigere

Hürden für

Zuwanderung

VonRasmus Buchsteiner

Union und SPD haben ihren

Streit über die geplante

Lockerung der Regelungen für Arbeitsmigration

nach Deutschland

beigelegt. Dasgeht aus einem Änderungsantrag

der großen Koalition

zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz

hervor, der der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland/RND) vorliegt.

Nach RND-Informationen soll

das Gesetz, das eine Senkung der

Hürden für die Zuwanderung von

Nicht-Akademikern mit Berufsausbildung

vorsieht, noch in dieser

Woche vom Bundestag verabschiedet

werden.

Die sogenannte Beschäftigungsduldung

für Ausländer, die

durch Arbeit dauerhaft ihren Lebensunterhalt

selbst sichern und

gut integriert sind, soll länger laufen

– bis Ende 2023. Profitieren

können davon allerdings nur Ausländer,die

vordem 1. August 2018

nach Deutschland eingereist sind.

DieFachpolitiker haben in den

Schlussberatungen vorallem Präzisierungen

vorgenommen –

etwa, was den Datenaustausch

zwischen Behörden angeht. Konkreter

gefasst wurden insbesondere

die Regelungen für Arbeitsmigranten

mit Berufsausbildung

ab 45 Jahren. Sie sollen nur dann

eine Aufenthaltsgenehmigung

zur Ausübung einer Beschäftigung

erhalten, wenn sie ein monatliches

Einkommen von mindestens

3685 Euro nachweisen

können. Ausnahmen sind bei

Nachweis einer „angemessenen

Altersversorgung“ möglich und

sowie,wenn ein „regionales,wirtschaftliches

und arbeitsmarktpolitisches

Interesse an der Beschäftigung

des Ausländers“ besteht.

Laut Änderungsantrag soll die

Bundesagentur für Arbeit im Zuge

eines bis Ende 2023 befristeten

Modellversuchs eine „zentrale

Servicestelle für anerkennungssuchende

Fachkräfte im Ausland“

errichten.

Im Paket mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz

sollen

weitere Vorhaben noch in dieser

Woche durch den Bundestag gebracht

werden. Dazu zählen neben

einem Gesetz, das Flüchtlingen

den Zugang zu Sprachkursen

und Ausbildungsförderung erleichtern

soll, auch das Geordnete-Rückkehr-Gesetz

für schnellere

Abschiebungen sowie das

Asylbewerberleistungsgesetz.


4* Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Italiens Regierungschef

Conte droht mit Rücktritt

Italiens Ministerpräsident Giuseppe

Conte hat am Montag mit

Rücktritt gedroht, sollten die Koalitionsparteien

Lega und Fünf-

Sterne-Bewegung ihreStreitigkeiten

infolge der Europawahl nicht

beilegen. „Ich forderebeide politischen

Kräfte dazu auf, eine Entscheidung

zu fällen und mir zu sagen,

ob sie die Absicht haben, die

Pflichten der Regierung weiter zu

erfüllen“, sagte Conte vorJournalisten.

Falls nicht, „werde ich einfach

mein Mandat niederlegen“. (AFP)

Schwedisches Gericht lehnt

Haftbefehl gegen Assange ab

Einschwedisches Gericht hat die

Ausstellung eines Haftbefehls gegen

den Wikileaks-Gründer Julian Assange

im Zusammenhang mit einem

Vergewaltigungsvorwurfaus dem

Jahr 2010 abgelehnt. DasBezirksgericht

in Uppsala wies am Montag einen

entsprechenden Antrag der

Staatsanwaltschaft zurück, die damit

ein Auslieferungsverfahren gegen

den Australier in Gang setzen wollte.

Assange sitzt derzeit in Großbritannien

in Haft. (AFP)

Expertenregierung in

Österreich im Amt

Brigitte Bierlein hat die Aufgabe mit Demut

angenommen.

GETTY IMAGES

Nach dem Ende der rechtskonservativen

Regierung in Österreich hat

Bundespräsident Alexander Vander

Bellen die erste Expertenregierung

des Landes vereidigt. Erste Kanzlerin

Österreichs ist seit Montag die Verfassungsrichterin

Brigitte Bierlein

(69). DieÜbergangsregierung soll bis

nach den Neuwahlen im September

die Geschäfte führen. (dpa)

Mitte-Links übernimmt in

Finnland das Ruder

Nach vier Wochen Verhandlungen

hat Finnland eine neue Regierung.

DieKoalition aus Sozialdemokraten,

der liberalen Zentrumspartei, der

Schwedischen Volkspartei, den Grünen

und den Linken präsentierte am

Montag in Helsinki ihr Regierungsprogramm.

Unter anderem soll

mehr in Infrastruktur und Bildung

investiertwerden. Ministerpräsident

wirdvoraussichtlich der Sozialdemokrat

Antti Rinne. (dpa)

Letzter Überlebender des

KZ Sobibor gestorben

Semion Rosenfeld, der letzte bekannte

Überlebende des Nazi-Vernichtungslagers

Sobibor,ist tot. Wie

die Jewish Agency mitteilte,starb Rosenfeld

am Montag mit 96 Jahren in

einem Seniorenheim in Israel. Der

aus der Ukraine stammende Rosenfeld

gehörte zu einer Gruppe von

knapp 300 Gefangenen, denen bei

einem Aufstand im Oktober 1943 die

Flucht aus dem Lager im Südosten

Polens gelang. Nachdem Rosenfeld

als Soldat der Roten Armee in deutsche

Kriegsgefangenschaft geraten

war,wurde er zwei Jahreineinem Lager

in Minsk festgehalten, bevor er

nach Sobibor verlegt wurde.Indem

Lager traf er rund drei Wochen vor

dem Aufstand vom14. Oktober 1943

ein. (AFP)

Teamwork: Annalena Baerbock und RobertHabeck sind das unangefochtene Führungsduo bei den Grünen.

Bereit für den Ernstfall

In der Debatte um die große Koalition halten sich die Grünen zurück. Doch die Partei bringt sich in Stellung

VonMarkus Decker

Annalena Baerbock ließ sich

am Montag nicht locken.

Auf die Frage, obsie denn

Lust habe, Kanzlerin der

Bundesrepublik Deutschland zu

werden, sagte die 38-Jährige: „Ich

habe auf vieles Lust.“ Damit war das

Ping-Pong-Spiel zwischen den Journalisten

und der Grünen-Chefin

endgültig beendet.

Zwar richten sich die Augen seit

dem Wochenende noch etwas mehr

auf die Ökopartei. Erstens, weil sie

das Meinungsforschungs-Institut

Forsa zuletzt bei 27 Prozent taxierte –

eine Zahl, die viele im Regierungsviertel

trotz des grünen Aufschwungs

nicht für realistisch halten.

Undzweitens,weil immer mehr

Bürger den Eindruck gewinnen, die

große Koalition sei von ihrem Ende

nur noch einen Schritt entfernt.

Gleichwohl halten die Grünen den

Ball flach. Bloß keine unnötige Aufmerksamkeit

erregen, so lange die

Regierung derartmit sich beschäftigt

ist.

Keine „Ersatzspieler“

Wohl betonen sie seit Sonntagabend,

nicht als „Reserverad“ (Baerbock)

oder „Ersatzspieler“ (Bundesgeschäftsführer

Michael Kellner) zur

Verfügung zu stehen, wenn Union

und SPD demnächst tatsächlich getrennte

Wege gehen sollten. Sie wären

also heute –anders als nach der

Bundestagswahl 2017 – nicht willens,

ineine Jamaika-Koalition einzutreten.

Vielmehr sagte Baerbock

nun ganz klar:„Wenn die Regierung

nicht mehr handlungsfähig ist, haben

die Menschen das Recht, neu zu

wählen.“

WasBaerbock nicht sagte: Träten

die Grünen heute in die Bundesregierung

ein, dann täten sie das auf

der Basis jener 8,9 Prozent, die sie

2017 holten –und nicht auf der Basis

jener jüngsten Umfragen, die sie bei

20 oder gar 27 Prozent sahen. Andererseits

gehen die Grünen nicht so

weit, offensiv Neuwahlen zu fordern.

Sie warten allenfalls darauf, dass sie

sich vonselbst ergeben.

Worauf sich die Grünen definitiv

nicht einlassen, ist die Frage nach

der Kanzlerkandidatur.„Wir werden

in jedem Fall mit einer Doppelspitze

antreten“, sagte Baerbock am Montag

–wobei diese Doppelspitze gewiss

aus ihr und ihrem Co-Vorsitzenden

RobertHabeck bestehen würde.

Beide sind längst unangefochten.

Entscheiden müssten über diese

und weitere Fragen die Parteimitglieder

bei einer Urwahl oder ein

Parteitag.

Die Grünen-Spitze weiß natürlich,

dass sich die Frage nach einer

Kanzlerkandidatin oder einem

Kanzlerkandidaten stellen wird,

wenn sie mit den aktuellen Umfrageergebnissen

in einenWahlkampf ziehen

sollte. Doch Baerbock pochte

am Montag darauf, dass sie „im

„Wenn die Regierung nicht mehr

handlungsfähig ist,

haben die Menschen das Recht,

neu zu wählen.“

Annalena Baerbock, Grünen-Chefin

Team“ agierten. Während zu Beginn

ihrer Amtszeit im Januar 2018 übrigens

Habeck als der Stärkerevon beiden

erschien, hat sich die Wahrnehmung

zuletzt geändert. Neuerdings

gilt Baerbock als „die Handfestere“.

Doch auch das ist lediglich eine Momentaufnahme.

Fest steht, dass sich die Grünen

nach wie vor imAufwind befinden.

Nicht allein die Umfragenwerte werden

stetig besser, sondern auch die

Wahlergebnisse. Außerdem treten

immer neue Frauen und Männer in

die Partei ein. Erst kürzlich hat sie die

Kopfschuss aus nächster Nähe

Marke von 80 000 Mitgliedern geknackt.

Und wenig spricht dafür,

dass sich all das so rasch ändert.

Denn die Grünen haben mit dem

Klimaschutz das Megathema dieser

Tage auf ihrer Seite.

Fest steht ebenso, dass den Grünen

vor der Europawahl vor Neuwahlen

ein wenig bange war. Die

Führung sei schließlich noch relativ

neu, heißt es –und größereTeile des

Apparats ebenfalls. Nach der Europawahl

sehe dies anders aus.Jetzt, so

heißt es, seien die Grünen für den

Ernstfall bereit.

Mitihnen ist zu rechnen

Dass sie mit diesem Ernstfall durchaus

rechnen, zeigen die jüngsten Äußerungen

des einstigen Fraktionsvorsitzenden

Jürgen Trittin. „Die

Schwarzen spielen jetzt Schwarzer

Peter“, sagte er der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland).

„Sie appellieren an die SPD, besonnen

an der großen Koalition festzuhalten,

tun aber alles,umsie auflaufen

zu lassen.“ Dies gelte in der Klimaschutzpolitik

genauso wie in der

Sozialpolitik. Trittin fuhr fort: „Wenn

die große Koalition im Herbst kracht,

sollen die Roten schuld sein.“

Der Fahrensmann, 64 mittlerweile,

weiß zweifellos, wovon er

spricht.

Markus Decker

erlebt die Grünen gerade

als relativ gelassen.

Kassels Regierungspräsident Lübcke wird tot auf seiner Terrasse gefunden. Bislang gibt es noch keine Hinweise auf den Täter

VonGöran Gehlen

Knapp 40 Stunden dauerte es,

dann stellten die Behörden erste

Ermittlungsergebnisse nach dem Tod

vonKassels Regierungspräsident vor.

Walter Lübcke wurde mutmaßlich

Opfer eines Verbrechens. Erstarb an

einem Schuss aus nächster Nähe in

den Kopf, wie die Kasseler Staatsanwaltschaft

und das hessische Landeskriminalamt

am Montagabend sagten.

Erstmals äußerten sie sich damit

öffentlich zum Toddes 65 Jahrealten

CDU-Politikers in Nordhessen. Ein

Rätsel bleibt der Toddes beliebten

Politikers weiterhin.

Istha unter Schock

Der Tatort ist ein idyllisches Fleckchen

im ländlichen Nordhessen. Nur

rund 900 Einwohner hat Istha, ein

Ortsteil der Kleinstadt Wolfhagen.

Lübcke wohnte am Ortsrand. Von

seinem Haus aus hat man einen weiten

Blick über die Felder. Doch die

Straße zum Haus ist am Montag wie

ausgestorben, nur ein paar Polizeibeamte

und ein Einsatzfahrzeug

gen unbekannt wegen der Tötung

Lübckes ermittelt. „Konkrete Hinweise

bezüglichen eines Tatverdächtigen

beziehungsweise eines Tatmotivs

haben die Ermittlungen bisher

nicht ergeben“, erklärte Streiff.

Morddrohungen und Schmähungen

Antworten soll nun eine 20-köpfige

Sonderkommission finden, die aus

Mitarbeitern des Landeskriminalamts

und der nordhessischen Polizei

gebildet wird. „Wir ermitteln in alle

Richtungen“, sagte LKA-Chefin Sabine

Thurau. Hinweise auf einen Zusammenhang

mit den Morddrohungen,

die Lübcke während der Flüchtlingskrise

2015 erhielt, sehen die Ermittler

bisher nicht. Damals hatte

sich der Regierungspräsident gegen

Schmährufe zur Aufnahme von

Flüchtlingen gewehrt und gesagt,

wergewisse Wertedes Zusammenlebens

nicht teile,könne das Land verlassen.

Lübcke wurde 2009 durch den damaligen

Ministerpräsidenten Roland

Koch (CDU) als Kasseler Regierungspräsident

berufen. Er stammte aus

DDP IMAGES/ALEXANDER FLOCKE

sind vordem Gebäude zu sehen. Das

Absperrband um das Haus flattertim

Wind. Ein paar Meter weiter bauen

Arbeiter gerade ein Bierzelt ab.Denn

in der Tatnacht wurde schräg gegenüber

des Tatorts eine Kirmes gefeiert.

Ob es einen Zusammenhang der

Tatzur Kirmes gibt, sagen die Ermittler

nicht. Auch zu Fragen, ob Zeugen

etwas gesehen haben oder eine Tatwaffe

gefunden wurde, schweigen

sie.Klar ist laut den Ermittlerndagegen:

Der CDU-Politiker Lübcke

wurde in der Nacht zu Sonntag kurz

nach Mitternacht von einem Verwandten

auf der Terrasse gefunden.

Kurze Zeit später wurde der Toddes

65-Jährigen festgestellt.

„Die umgehend anberaumte und

noch am selben Tagdurchgeführte

Obduktion hat ergeben, dass Dr.

Lübcke an den Folgen einer Schussverletzung

verstorben ist“, sagte

Horst Streiff, Leiter der Kasseler

Staatsanwaltschaft. Das Projektil einer

Kurzwaffe –darunter fallen Pistolen

–habe ihn am Kopf getroffen.

Der Schuss sei aus nächster Nähe

abgegeben worden. Nun werde gedem

nordhessischen BadWildungen.

Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler

galt als beliebt und volksnah.

Er war oft auf öffentlichen Terminen

und Festen anzutreffen. Auch

die Konfrontation mit Kritikern

scheute der 65-Jährige nicht.

Das Regierungspräsidium war

unter seiner Leitung auch an vielen

umstrittenen Genehmigungsverfahrenbeteiligt.

Dazu gehörte beispielsweise

der Bauvon Windkraftanlagen

im Reinhardswald, die Planungeiner

Pipeline für Salzabwässer von Ostnach

Nordhessen durch den Salzund

Düngerproduzenten K+S und

der Ausbau des Regionalflughafens

Kassel.

Die Nachricht von seinem Tod

löste am Wochenende hessenweit

über Parteigrenzen hinweg Trauer

aus. Der hessische Ministerpräsident

Volker Bouffier (CDU) erklärte:

„Ich bin tief bestürzt über den unerwarteten

Tod von Walter Lübcke

und trauere umeinen langjährigen

Weggefährten.“ Lübcke hinterlässt

eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

(dpa)

Wagenknecht

macht bis

Herbst weiter

Entscheidung über

Linken-Fraktionsspitze

VonMarkus Decker

Linksfraktionschef

Dietmar

Bartsch hat sich dafür ausgesprochen,

die Fraktionsführung im Bundestag

erst nach den Landtagswahlen

im Herbst neu zu wählen. Bis

dann will er zusammen mit Sahra

Wagenknecht die Doppelspitze bilden.

Bartsch begründete seinen Vorschlag

am Montag im ZDF mit der

Krise der großen Koalition. „Angesichts

dieser Lage kann man nicht

ernsthaft jetzt in der Linken chaotische

Verhältnisse produzieren“,

sagte er.

Wagenknecht selbst erklärte sich

anschließend ebenfalls dazu bereit.

Zuletzt war diskutiert worden, die

Fraktionsspitze vor der Sommerpause

neu zu besetzen. Ihr persönlich

wäre das lieber gewesen, sagte

Wagenknecht am Montag der Deutschen

Presse-Agentur. „Aber es gab

die ausdrückliche Bitte der ostdeutschen

Landesvorsitzenden, mit Blick

auf die Wahlkämpfe im Osten jetzt

keine Wahlen in der Fraktion durchzuführen.“

Hinzu komme die allgemeine

politische Unsicherheit.

„Dietmar Bartsch hat mich deshalb

gebeten, dass wir die Wahlen auf

Herbst verschieben. Dashabe ich akzeptiert“,

so die 49-Jährige.

Sahra Wagenknecht hatte im

März angekündigt, sich aus der

Fraktionsspitze zurückzuziehen,

und dafür gesundheitliche Gründe

angegeben. Am 1. September finden

Landtagswahlen in Sachsen

und Brandenburg statt, am 27. Oktober

wählt Thüringen. Bekannt ist,

Dietmar Bartsch würde die Fraktion gern

alleine führen.

IMAGO IMAGES

dass Bartsch eigentlich gern allein

weitermachen würde. Maßgebliche

Frauen in der Fraktion wollen dies

allerdings nicht; sie bestehen darauf,

dass eine neue Frau an seine

Seite rückt.

Die stellvertretende Linksfraktionsvorsitzende

Caren Lay begrüßte

die Verschiebung. „Ich finde es richtig,

die neue Fraktionsführung erst

später zu wählen“, sagte sie der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). „Denn die allgemeine

politische Lage ist im Moment total

unübersichtlich. Deshalb sollten wir

mit dem jetzigen Team erst mal weitermachen.“

Keine weitereAufregung

Lay wirdals mögliche Wagenknecht-

Nachfolgerin gehandelt – zumal

nachdem die Parteivorsitzende Katja

Kipping in der vorigen Wocheerklärt

hatte, nicht kandidieren zu wollen.

Diebeiden sindVertraute. DieFraktionsbildungsexpertin

Nicole Gohlke,

die ebenfalls gehandelt wurde,sagte:

„Ich werde nicht kandidieren. Der

Vorsitz wäre mit meiner persönlichen

Lebenssituation schwer vereinbar.“

Gohlke hat in München ein

kleines Kind.

DieLinke hat bei der Europawahl

1,9 Prozentpunkte verloren und ist

auf 5,5 Prozent abgesackt. Nicht zuletzt

in Ostdeutschland waren die

Verluste erheblich. Deshalbsagte der

sächsische Fraktionschef Rico Gebhardt

bereits vor einigen Tagen, die

Linke könne derzeit keine weitere

Aufregung gebrauchen.


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 5

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Report

Die Nacht auf den 5. Juni

1974 ist recht frisch, gerade

mal 10 Grad zeigt

das Thermometer an.

Die50amerikanischen Soldaten, die

im Berliner Grunewald seit einigen

Stunden eine Militärübung absolvieren,

sind froh, als sie sich kurz nach

Mitternacht auf den Rückweg zu ihremKommandozelt

auf einem Parkplatz

an der Krummen Lanke machen

können. Zwei von ihnen, die

sich etwas abseits der Truppe parallel

zum Ufer des Sees durchs Unterholz

schlagen, hören plötzlich ein

Röcheln und leises Stöhnen. Es

kommt aus einer Schonung am

Rande einesWaldwegs.ImSchein ihrer

Taschenlampen finden die beiden

GIsschließlich den Körper eines

jungen Mannes.Erliegt auf dem Rücken,

sein Kopf ist unter den Zaun

gerutscht, der die Schonung umgibt.

Auseiner Einschusswunde an seiner

StirnsickertBlut.

Um 0.50 Uhr können die herbeigeeilten

Ärzte nur noch den Toddes

Mannes feststellen. DiePolizei findet

bei dem Leichnam eine Brieftasche

samt Personalausweis. Der Tote

heißt demnach Ulrich Schmücker,er

wurde 22 Jahre alt. Wasdie Beamten

im Grunewald zu diesem Zeitpunkt

vermutlich noch nicht wissen: Derin

Hagen geborene Student war Terrorist

und zugleich V-Mann des Verfassungsschutzes.

Seine Ermordung

wird tags darauf ein „Kommando

Schwarzer Juni“ als Hinrichtung eines

Verräters rechtfertigen.

Seit jener Nacht vor45Jahren steht

Schmückers Name für einen in der

bundesdeutschen Geschichte beispiellosen

Geheimdienstskandal und

eine unglaubliche Justizaffäre. Dreimal

wurden die mutmaßlichen Täter

verurteilt, dreimal hob der Bundesgerichtshof

die Urteile auf –weil die Berliner

Richter weder die Tatumstände

umfassend aufgeklärt hatten noch

die Verwicklung des Verfassungsschutzes

in den Mord.AmEnde blieb

dasVerbrechen ungesühnt.

Der Journalist Stefan Aust, der

zwei Bücher über den Schmücker-

Mord geschrieben und mit seinen

Recherchen wesentlich zur Aufklärung

beigetragen hat, nannte die Affäre

einmal den „wohl abenteuerlichsten

Fall von Manipulation des

Rechtsstaates, der in der Bundesrepublik

je bekannt wurde“. Fast ein

halbes Jahrhundert nach dem Mord

im Grunewald verblüffen aber auch

die Parallelen der Affäre mit dem

Skandal um die rechte Mörderbande

„Nationalsozialistischer Untergrund“

(NSU). In beiden Fällen

wurde vom Verfassungsschutz gelogen

und manipuliert, um die eigenen

Verstrickungen zu vertuschen.

Selbstgebastelte Bomben

Ulrich Schmücker, der aus einem

Lehrerhaushalt stammte, kam als

20-Jähriger aus Bad Neuenahr nach

Berlin. An der Freien Universität

schrieb er sich im Oktober 1971 als

Student der Geschichte und Ethnologie

ein. Er war ein ernsthafter

Mann mit linken Ideen, der bald Anschluss

fand an radikale Gruppen.

Die erste Protestaktion, an der sich

Schmücker beteiligte, verlief noch

vergleichsweise harmlos: Als die

BVG Anfang 1972 die Fahrpreise erhöhte,

verstopften er und seine

neuen Freunde die Fahrscheinautomaten

am U-Bahnhof Rudow mit

Metallkitt. Material und Flugblätter

hatten sie von Verena Becker erhalten,

über die Schmücker nun auch

mit Inge Viett in Kontakt kam. Mit

beiden Frauen, die später für die

Rote Armee Fraktion in den Kampf

zogen, schloss er sich im März 1972

der neugegründeten linksterroristischen

„Bewegung 2. Juni“ an.

Im April 1972 –die USA hatten

ihre Bombenangriffe auf Nordvietnam

wieder aufgenommen – verübte

der 20-Jährige seinen ersten

Bombenanschlag. Unter dem unbesetzten

Privatwagen eines US-Offiziers

zündete Schmücker in der

Nacht des 11. Aprileine selbstgebastelte

Benzinbombe.Ein weiterer Anschlag

auf einen amerikanischen Offiziersklub

in Dahlem in dieser

Nacht misslang –ein mit einem explosiven

Gemisch gefüllter Kochtopf

ging nicht in die Luft.

Schmücker war nun ein anerkanntes

„2. Juni“-Mitglied. Mit Becker

und Viett sollte er demnächst in

den Libanon gehen, um sich dort

zum Guerillero ausbilden zu lassen.

Für die Finanzierung des Lehrgangs

bei der PLO planten sie Banküberfälle.

Doch bevor es dazu kam, wurden

Schmücker und drei seiner

Komplizen am 8. Mai1972 verhaftet.

Bei einer Polizeikontrolle war ein

Sprengsatz in ihrem Auto gefunden

worden, den sie am türkischen Generalkonsulat

in Bonn zünden wollten.

Im Gefängnis bekam Schmücker

Besuch von einem Mann aus Berlin,

der sich ihm als Verfassungsschützer

mit Namen Peter Rühl vorstellte.Der

richtige Name des Mannes lautete

Michael Grünhagen. DerBeamte des

West-Berliner Landesamtes (LfV)

spähte die linke Szene der Stadt aus

und war dafür stets auf der Suche

nach V-Leuten. Schmücker ließ sich

von ihm zu umfassenden Aussagen

über die „Bewegung 2. Juni“ überreden.

Dank seines Geständnisses kam

der Student im Februar 1973 auf Bewährung

aus der Haft frei. Einen Monat

später, am22. März 1973, registrierte

ihn Grünhagen als Informant

mit dem Tarnnamen „Kette“.

Aber hatte sich Schmücker wirklich

an die Kette des Landesamtes legen

lassen? Oder registrierte ihn

Grünhagen nur zum Schein, um vor

seinen Chefs gut dazustehen? Aus

Schmückers Verhalten nach seiner

Die Kriminalpolizei ermittelt im Juni 1974 am Tatort.

Mord im

Grunewald

Haftentlassung lassen sich keine eindeutigen

Hinweise auf seine tatsächlichen

Beziehungen zum Verfassungsschutz

ableiten.

Fest steht, dass er sich schnell

wieder um Anschluss an den politischen

Untergrund bemühte. Das

entpuppte sich als schwierig, denn

nach seinem Geständnis vor Gericht,

in dem er mehrere Gefährten

belastet hatte, war er von der Szene

verstoßen worden. Zwischenzeitlich

schien sich aber dann doch wieder

eine Tür für Schmücker zu öffnen,

als er im Laufe des Jahres 1973 Kontakt

zur Wolfsburger Kommune um

die Anarchistin Ilse Jandt –die damals

noch Bongartz hieß –bekam.

Umgehend meldete sich Schmücker

bei Rühl alias Grünhagen.

Am 26. September 1973 kam es

zum Treffen mit Grünhagen im Rasthaus

Grunewald. Schmücker wollte

dabei vermutlich erreichen, dass

ihm seine Reststrafe vonelf Monaten

erlassen wird, die er wegen seines

Nichterscheinens als Zeuge in einem

Prozess noch absitzen musste. Als

Gegenleistung bot er Informationen

über die Wolfsburger Jandt-Gruppe

an, die enge Beziehungen zur „Bewegung

2. Juni“ unterhielt. Grünhagen

notierte in einem Vermerk vor

dem Treff jedoch, dass er dem Informanten

„unmissverständlich sagen

(werde), dass ich …keine Veranlassung

sehe, mich des weiteren mit

VonAndreas Förster

ihm zu treffen“. Ob das LfV an diesem

Septembertag aber tatsächlich

die Zusammenarbeit mit „Kette“ beendete,ist

unklar.

Bald hätte Schmücker sowieso

nicht mehr viel zu berichten gehabt,

das Misstrauen in der Szene gegen

ihn verstärkte sich wieder. ImFrühjahr

1974 flog er aus der linken

Wohngemeinschaft in der Kreuzberger

Zeughofstraße. Auch für die

Wolfsburger Gruppe um Ilse Jandt

stand fest, dass Schmücker ein Verräter

war, andem man ein Exempel

statuieren müsse. Ein Mordplan

wurde entwickelt.

Schmücker ahnte offenbar, dass

sich etwas gegen ihn zusammenbraute.

Noch einmal traf er seinen

Führungsoffizier Grünhagen vom

West-Berliner Landesamt. Wenige

Tage vor seiner Ermordung sagte er

dem Beamten, dass er sich bedroht

fühle und Schutz brauche. Doch

Grünhagen wiegelte ab.

Dabei hatte er zu dieser Zeit bereits

Kenntnis von dem Mordkomplott.

Ein anderer V-Mann mit dem

Decknamen „Wien“ hatte ihm darüber

berichtet. Hinter „Wien“ verbarg

sich Volker Weingraber Edler

von Grobeck, Thekenwirt in der

Kreuzberger Szenekneipe Tarantel.

Der aus einem gutbürgerlichen

Hause stammende Adelige, der auf

die schiefe Bahn geraten war und

sich als Zuhälter betätigte,hatte sich

ULLSTEIN BILD

Im Juni 1974 wurde der V-Mann Ulrich Schmücker im

Grunewald erschossen. Ein Fememord, denn Schmücker hatte

für den West-Berliner Verfassungsschutz die linke Szene

ausspioniert. Die Aufklärung geriet zur Farce

Ulrich Schmücker,Mitglied der linksterroristischen

„Bewegung 2. Juni“ und zugleich V-Mann des

Verfassungsschutzes, ermordet im Juni 1974

an der Krummen Lanke.

GETTY IMAGES/ULLSTEIN BILD

dem Verfassungsschutz im November

1972 angedient, als ihn Terroristen

um die Beschaffung von Waffen

baten. Über die Wolfsburger Jandt-

Gruppe und Schmücker berichtete

er seinem Führungsoffizier Grünhagen

erstmals im April 1974. Von

„Wien“ erfuhr der Dienst einige Wochen

später auch, dass sich die

Gruppe angeblich bereits eine Waffe

besorgt habe, umSchmücker zu erschießen.

Am Vormittag des Tattages

4. Juni informierteWeingraber bei einem

Treffen Grünhagen darüber,

dass der offenbar als Schütze auserkorene

Wolfgang W. sich am späten

Abend seinen VW-Bus ausleihen

werde. DerVerfassungsschützer wies

laut einem von ihm gefertigten Vermerk

seinen V-Mann „Wien“ lediglich

an, denWolfsburgerndasVorhaben

„mit einer politischen Begründung

auszureden“.

Wernun tatsächlich Schmücker in

der Nacht auf den 5. Juni 1974 erschossen

hat, ist nie endgültig aufgeklärt

worden. Nach Aussagen Weingrabers,

die sich in dessen V-Mann-

Akte befinden, soll ihm Wolfgang W.

kurz nach Mitternacht den VW-Bus

zurückgebracht und die Tatwaffe –

eine Parabellum 08, Kaliber neun Millimeter

–zur Aufbewahrung übergeben

haben. Unmittelbar darauf soll

„Wien“ zu Grünhagen gefahren sein

und ihm die Waffe gezeigt haben.

Der Beamte habe die Pistole laut

Weingraber aber erst 24 Stunden später

übernommen. Fest steht, dass die

Tatwaffe beim Verfassungsschutz lag

und damals nicht an die Ermittler

übergeben wurde.Erst 1989, 15 Jahre

nach dem Verbrechen, kam heraus,

dass die Parabellum bis dahin in einem

Tresor im LfV versteckt worden

war.

Die Mitschuld der Behörden

DerVerfassungsschutz hatte den Behörden

auch die Aussagen vorenthalten,

die mutmaßliche Tatbeteiligte

aus der Wolfsburger Jandt-Gruppe

gegenüber Weingraber gemacht haben

sollen. Sogar das angebliche GeständnisW.s,

der demV-Mann„Wien“

den Mord an Schmücker detailliert

geschildert haben soll, verschwand

im Archiv. Wie man es Jahrzehnte

später auch in der NSU-Affäre erlebte,

ging esdem Geheimdienst damals

vor allem darum, seine Quellen

und Zugangsmöglichkeiten in die

Szene zu schützen. Zu diesem Zweck

nahm das Landesamt auch direkten

Einfluss auf dieErmittlungender Berliner

Staatsanwaltschaft, indem es

Akten manipulierte sowie Ankläger

und Richter dazu brachte, die Verwicklung

der V-Leute indas Verbrechen

aus dem Verfahren rauszuhalten.

Nach 15 Jahren Verhandlungsdauer

kamen Schmückers mutmaßliche

Mörder straffrei davon. Am 28.

Januar 1991 stellte die 18. Strafkammer

des Landgerichts das mittlerweile

vierte Verfahren gegen die insgesamt

fünf Angeklagten der Wolfsburger

Jandt-Gruppe ein und sprach

ihnen für die zumTeil jahrelange Untersuchungshaft

eine Entschädigung

zu. Begründet wurde dies damit,

dass die Angeklagten durch einen

„Extremfall rechtsstaatswidrigen

Verhaltens staatlicher

Behörden“ in ihrem Recht auf ein

faires Verfahren schwerwiegend verletztworden

seien. UnterVerweis auf

die Einmischung des Landesamtes

in die Ermittlungen sprachen die

Richter von „einer weitreichenden

Steuerung des Strafverfahrensdurch

eine hierzu nicht berufene Behörde“.

In seiner Urteilsbegründung

schrieb das Gericht dem Verfassungsschutz

zudem eine erhebliche

Mitschuld an der Ermordung

Schmückers zu. Obwohl der Dienst

ernstzunehmende Hinweise aufeine

massive Bedrohung seines V-Manns

hatte, sei er nicht geschützt worden,

rügten die Richter. Dem Verfassungsschutz

sei esvielmehr darum

gegangen, durch ihn und den zweitenV-MannWeingraber

alias„Wien“

weiter an Informationen über die

Jandt-Gruppe unddie mit ihrinKontakt

stehende „Bewegung 2.Juni“ zu

gelangen. „Schmücker sollte somit

als Lockvogel dienen“, stellte dasGerichtfest.

Die anden manipulierten Ermittlungen

beteiligten Beamten ausVerfassungsschutz

und Staatsanwaltschaft

machten Karriere im LfV und

im Innensenat. V-Mann-Führer MichaelGrünhagenversteckte

das Amt,

nachdem seine Identität durch die

Schmücker-Prozessebekannt geworden

war, ineinem Landhaus. Angeblich

starb er am 19. Januar 1988 mit 50

Jahren an Hautkrebs. Im West-Berliner

Sterberegister ist er nach der Recherche

eines Anwalts jedoch nicht

verzeichnet.

Volker Weingraber alias V-Mann

„Wien“, der die Tatwaffe, mit der

Schmücker erschossen wurde, dem

Verfassungsschutz übergeben hatte,

ist Winzer geworden. Das LfV schaltete

ihn bereits 1979 ab und stattete

ihn mit einer neuen Identität aus.

Vonseiner Abschaltprämie in Höhe

von 500 000 Mark legte er sich ein

Weingut in der Toskanazu. Als Weingrabers

V-Mann-Tätigkeit 1986

durch den Spiegel enttarnt wurde,

überwies ihm der Geheimdienst

noch einmal 450 000 Mark, damit er

ein weiteres Mal seine Identität

wechseln konnte. Aber Weingraber

investierte das Geld lieber in den

Ausbau seines toskanischen Gutes.

Dortlebt er noch heute.

Andreas Förster hält es auch heute

noch für nötig,den Verfassungsschutz

strenger zu kontrollieren.


6** Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Politik

Ein Foto ganz nach dem Geschmack des US-Präsidenten: Donald Trump wird eingerahmt von Queen Elizabeth II. und Thronfolger Prinz Charles. Links FirstLady Melania und rechts Herzogin Camilla.

DPA/YUI MOK

Prunk und Protest

Die britische Königin Elizabeth II. empfängt Donald Trump im Buckingham-Palast. Ihre Untertanen kritisieren die Politik des US-Präsidenten energisch

VonKatrin Pribyl, London

Donald Trump genoss

sichtlich den Prunk und

Pomp, als er langsam

durch die Reihen der

Gardesoldaten in ihren roten Uniformen

und den Bärenfellmützen

auf dem Kopf schritt. 82 Salutschüsse

hallten vom nahen Green

Park in den Garten des Buckingham-Palasts.Während

sich der US-

Präsident also Zeit ließ und an der

Seite von Prinz Charles mit einigen

der Militärangehörigen plauderte,

stand die Queen neben First Lady

Melania auf der Veranda des Palasts

und verfolgte das Spektakel. Zuvor

hatte sie das Präsidentenpaar offiziell

zum Auftakt des dreitägigen

Staatsbesuchs empfangen.

Für die Monarchin ist das Prozedere

Routine, zwölf der letzten 13

US-Präsidenten hat die 93-Jährige

im Laufe ihrer Regentschaft getroffen.

Im britischenVolk wirddieVisite

dagegen zutiefst kontrovers diskutiert.

Es handelt sich immerhin um

die höchste EhreimKönigreich –um

eine seltene dazu. Nach George W.

Bush und Barack Obama ist Trump

erst der dritte US-Präsident, der

zum Staatsbesuch geladen wurde.

Die Pracht, der goldene Glanz

soll auf den Republikaner abfärben,

der auf schöne Bilder fürs heimische

Publikum auf der anderen

Seite des Atlantiks hofft, wo die Königsfamilie

große Popularität genießt.

Es ist zudem kein Geheimnis,

dass der US-Präsident persönlich

die Queen bewundert, die auf dem

Thron sitzt, seit er ein kleiner Junge

war.

Anders aber als üblich bei Staatsbesuchen

fuhr der US-Präsident

nicht an der Seite der Königin in der

vergoldeten Kutsche mit prächtigem

Tamtam durch London, sondern

landete mit dem Hubschrauber auf

dem perfekt getrimmten Rasen des

Palastgartens. Zugroß war offenbar

die Sorge, dass Proteste das Präsidentenpaar

irritieren könnten.

Die werden für den heutigen

Dienstag erwartet und könnten

durch Trump selbst weiter angeheizt

worden sein. Denn noch bevor die

Ankunft: US-Präsident Donald

Trump und seine Gattin

Melania trafen am Montag

zum Staatsbesuch in Großbritannien

ein. Sie wurden

mit militärischen Ehren im

Buckingham-Palast in London

empfangen.

TRUMPS PROGRAMM

Politische Gespräche: Am

Dienstag trifft Trump die

scheidende Regierungschefin

Theresa May. Entgegen aller

diplomatischen Gepflogenheiten

empfahl Trump Ex-

Außenminister Boris Johnson

als Nachfolger.

Air Force One am Montagmorgen

britischen Boden berührt hatte,

sorgte er bereits für diplomatischen

Ärger.Aus der Maschine heraus attackierte

der US-Präsident via Twitter

Londons Bürgermeister Sadiq Khan,

den er als „Komplettversager“ bezeichnete.

Khan habe „furchtbar

schlechte Arbeit“ geleistet. Das

Stadtoberhaupt der britischen Metropole

und der amerikanische Regierungschef

liegen regelmäßig via

D-Day: Am Mittwoch wollen

die Trumps in Portsmouth an

Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag

des D-Days teilnehmen.

Am Donnerstag reisen

sie zum Gedenken in die

Normandie. Dazwischen liegt

ein Abstecher nachIrland.

Twitter im Clinch. Erst am Sonntag

verglich Khan die Sprache des US-

Präsidenten mit der von„Faschisten

des 20. Jahrhunderts“.

Tausende Menschen wollen am

heutigen Dienstag aus Protest gegen

die Politik Trumps auf die Straße gehen.

Dann dürfte auch wieder jener

sechs Meter große Ballon in Form eines

Trump-Babys mit blonder Haartolle,

Handy in der Hand und Ärger

im orangefarbenen Gesicht zum

Einsatz kommen – wie bereits im

vergangenen Jahr, als der US-Republikaner

zu einem Arbeitsbesuch auf

die Insel reiste. Ursprünglich sollte

es damals schon die volle Staatsvisite

sein, doch es wird davon ausgegangen,

dass der Widerstand die Offiziellen

zurückrudern ließ. Fast zwei

Millionen Briten hatten sich in einer

Petition gegen den Besuch ausgesprochen,

sie kritisierten unter anderem

Trumps Migrations- und Außenpolitik,

seinen Sexismus und

Rassismus.

Seit seiner Amtsübernahme hat

die „special relationship“, die besondere

Beziehung zwischen den beiden

Ländern, merklich gelitten. Bei

einem Staatsbankett zu Ehren

Trumps im Buckingham-Palast am

Montagabend lobte die Queen in ihrer

Ansprache die „enge und langjährige

Freundschaft“ zwischen den

beiden Staaten, mahnte Trump jedoch

zugleich ungewöhnlich deutlich

zur Wahrung internationaler Institutionen.

Nach den royalen Festlichkeiten

und einer Kranzniederlegung

in Westminster Abbey am

Montag trifft Trump am heutigen

Dienstag auf Theresa May, die nach

monatelangem Machtkampf innerhalb

der eigenen Partei angekündigt

hat, am Freitag den Parteivorsitz niederzulegen.

Die Zusammenkunft

dürfte kaum ohne Spannungen über

die Bühne gehen. Erst im vergangenen

Jahr hatte Trumpdie scheidende

Premierministerin vor aller Welt düpiert,

als er sie vorseinem Besuch in

London in einem Interview scharf

kritisiert hatte. Auch dieses Mal

sorgte er im Vorfeld für Schlagzeilen,

weil er sich in die Debatte um den

Brexit einmischte. Soverkündete er

seine Sympathien für den europaskeptischen

Hardliner Boris Johnson,

der gerne May inder Downing

Street beerben will, und riet den britischen

Gastgebern via Zeitungsinterviews

zum schnellen EU-Austritt,

mit oder ohne Austrittsabkommen.

Katrin Pribyl amüsiertes,

wie die Briten auf die „special

relationship“ bestehen.

Der Mauerspecht von Nikosia

Niyazi Kizilyürek ist der erste türkische Zypriot, der bei der Europawahl ein Mandat im griechischen Süden der Insel erhielt. Er will den Stillstand überwinden –und sieht Berlin als Vorbild

VonFrank Nordhausen, Nikosia

Ersorgte für ein politisches Erdbeben

auf der geteilten Mittelmeerinsel

Zypern, und die Nachbeben

halten an. Beider Wahl zum Europaparlament

am 26. Mai erhielt erstmals

ein türkischer Zypriote ein Abgeordnetenmandat

im griechischen

Süden, dazu noch jemand, der sich

zu einer föderalen, gleichberechtigten

Wiedervereinigung der Insel bekennt.

Niyazi Kizilyürek will in Zukunft

„die Zyprioten beider Seiten

ohne Diskriminierung“ in Straßburg

vertreten.

Vorallem aber macht der 60-Jährige

Schlagzeilen, weil er die erste

Stimme der Zyperntürken in einem

wichtigen politischen Gremium der

EU und auf der internationalen

Bühne sein will: Der Soziologieprofessor

hat angekündigt, im Plenum

auf Türkisch, einer der Amtssprachen

der Republik Zypern, zu sprechen.

Unter anderem deshalb zweifeln

griechische Zyprioten seine Loyalität

zur griechisch-zyprischen Republik

an und attackieren seine zyperngriechischen

Wähler als „Verräter“. Im

Norden wurde KizilyüreksWahl dagegen

als Versuch des Südens denunziert,

türkische Zyprioten durch „Osmose“

zu„griechifizieren“.

Nicht nur wegen dieser Angriffe ist

der Quereinsteiger der interessanteste

Abgeordnete aus Zypern, sondern

weil er den Willen bekundet,

„die zwei Gemeinschaften näher-zubringen“.

Die Insel ist geteilt, seit die

Türkei nach dem griechischen Putsch

1974 das nördliche Drittel militärisch

besetzte. Seither scheiterten alle Versuche

einer Wiedervereinigung. Zwar

trat Zypern 2004 der EU bei, aber im

türkischen Norden bleibt das EU-

Recht ausgesetzt. Trotzdem haben

alle türkischen Zyprioten, die vorder

Teilung auf Zypern lebten, das Recht

auf einen Pass der (griechischen) Republik

Zypern und auf Teilnahme an

Europawahlen.

Zwar beteiligten sich nur 5600 von

81 000 registrierten zyperntürkischen

Wählern, doch waren dies rund dreimal

so viele wie vorfünf Jahren. Zwei

der sechs Sitze Zyperns sind theoretisch

für die türkischen Zyprer reserviert,

die ein Fünftel der 1,3 Millionen

Menschen auf der Insel ausmachen.

Praktisch schaffte es bis jetzt noch nie

ein Zyperntürke ins EU-Parlament.

Niyazi Kizilyürek, 60, Soziologieprofessor und Europaabgeordneter.

„Wir türkischen Zyprioten sind die

Aschenputtel der europäischen Gemeinschaft.

Aber wir haben es auch

zugelassen, dass nur die griechischen

Zyprioten unsere Gemeinschaft repräsentieren“,

sagt Kizilyürek.

Seine Wahl bricht Tabus.Erist Zyperntürke,

lebt aber seit fast 30 JahrenimgriechischenSüden

Nikosias,

wo er an der staatlichen Zypern-Universität

lehrt. Er war der erste türkische

Zypriot, der für eine zyperngrie-

AP/PHILIPPOS CHRISTOU

chische Partei bei Wahlen antrat. Er

kandidierte auf der Liste der sozialistischen

Akel, die „einzige Partei im

Inselsüden, die die türkischen Zyprioten

als gleichberechtigte Mitbürger

akzeptiert“, sagt Kizilyürek, der Griechisch

und zudem Englisch, Französisch

und Deutsch spricht.

Der überzeugte Föderalist vertritt

klarePositionen zur Zypernfrage.Mit

Kizilyürek verbinde sich für viele Bürger

daher die Hoffnung, Bewegung in

die erstarrten Fronten zu bringen, erklärt

der türkisch-zypriotische Politikexperte

Mete Hatay vom norwegischen

Friedensforschungsinstitut

Prio in Nikosia. Hinzu komme, dass

sich die politische Atmosphäre im

Norden stark verändert habe. „Viele

Leute besinnen sich auf ihreeuropäische

Identität.“

Kizilyürek wurde 1959 in einem

von Griechen und Türken bewohnten

Dorf Südzyperns geboren. Seine

Familie wurde mehrfach vertrieben

und gelangte schließlich in den türkisch

besetzten Norden. 1977 ging er

zum Studieren nach Bremen. DieZeit

in Deutschland habe ihn stark geprägt,

sagt er.„Dortlernteich daskritische

Denken.“ Auch die deutsche

Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

beeindruckte ihn.

„Ich begriff, dass auch wirauf unserer

kleinen Inseleinen ähnlichen Prozess

durchlaufen müssen.“

VonVersöhnung undVergangenheitsbewältigung

wollten dieMachthaber

imNorden jedoch nichts wissen.

Als Kizilyürek 1993 mit einem

zyperngriechischen Co-Autor den

ersten bikommunalen Film über die

Zypernfrage für das ZDF drehte, erklärte

ihn das Regime zur „Persona

non grata“. Damals entschied er

sich, im Inselsüden zu leben und

sich aufeine Stelle an derstaatlichen

Universität zu bewerben. Auch wenn

sich die Nationalisten imSüden wie

im Norden an dem Menschenrechtlerstießen,

so wurde er –gesamtzyprisch

– zu einer intellektuellen Instanz,

den die Präsidenten beider

Seiten als politischen Berater für

geopolitische Fragen engagierten.

Türkisch als Amtssprache

Mehr als 25000 Stimmen gewann

Kizilyürek, vier Fünftel davon aus

dem Süden. Seine Pläne sind sehr

konkret.„Auf Zypern möchte ich die

Zweisprachigkeit voranbringen,

könnte mir einen gemeinsamen

Fernsehsender wie Arte vorstellen

undwill mich gegenden Nationalismus

engagieren“, sagt er. Und er

möchte eine Lanzefür das Türkische

als 25. EU-Amtssprache brechen.

Für Kizilyürek ist das geeinte Europa

der Schlüssel, um den politischen

Stillstand zu überwinden. „Die

Mauer in Nikosia wird genauso fallen

wie die Mauer in Berlin, davon

bin ich fest überzeugt“, sagt er.


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

4.3.19

4.3.19

▲ 11792,81 (+0,56 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

4.3.19

Stand der Daten:03.06.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

3.6.19

▼ 60,78 (–1,59 %)

3.6.19

▲ 1,1185 (+0,30 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom03.06.zum Vortag

Wirecard 145,20 +3,64 WWWWWW

Wacker Chemie 72,94 +2,94 WWWWW

Healthineers 35,87 +2,93 WWWWW

thyssenkrupp 11,61 +2,43 WWWW

Aroundtown 7,77 +2,18 WWWW

Merck 88,28 +2,11 WWWW

Verlierer

3.6.19

aus DAXund MDAX vom03.06.zum Vortag

Infineon NA 14,79 WWWWWWWWWWW –8,05

1&1 Drillisch 26,32 WWWWWW –3,80

Knorr-Bremse 95,80 WWWW –2,79

AarealBank 25,65 WWWW –2,25

DialogSemic. NA 27,91 WWWW –2,07

Osram Licht NA 26,20 WWW –1,91

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 03.06. ±% z. 31.05.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,60

3541/2909 3300,22

CAC 40(FR) +0,65

5601/4556 5241,46

S&P UK(UK) +0,34

1569/1323 1453,40

RTS (RU) +2,19

1323/1033 1315,22

IBEX (ES) +0,21

9986/8286 9022,80

Dow Jones (US) –0,21

26952/21713 24763,50

Bovespa (BR) –0,30

100439/69069 97429,75

Nikkei (JP) – 0,92

24448/18949 20410,88

Hang Seng (HK) –0,02

31521/24541 26880,45

Stx Singap. 20 (SG) +0,34

1635/1350 1518,36

Tagesgeld Zins p.a. für Beträge

Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€

Advanzia */**

advanzia.com - 1,00 1,00

NIBC Direct */**

nibcdirect.de 0,75 0,75 0,75

Renault Bank direkt */**

renault-bank-direkt.de 0,70 0,70 0,70

PSA Direktbank

psa-direktbank.de 0,25 0,70 0,70

Akbank

akbank.de 0,41 0,41 0,41

ING *

ing.de 1,00 1,00 1,00

Santander

santander.de 0,03 0,03 0,03

Postbank

postbank.de 0,01 0,01 0,01

Targobank

targobank.de 0,01 0,01 0,01

Commerzbank

commerzbank.de 0,00 0,00 0,00

Berliner Sparkasse (Online)

berliner-sparkasse.de 0,01 0,01 0,01

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)

mbsdirekt.de 0,01 0,01 0,01

Berliner Volksbank

030/30633300 0,00 0,00 0,00

Sparda Berlin (Online)

sparda-b.de - 0,001 0,001

BBBank

bbbank.de 0,00 0,000 0,000

Mittelwert von 85 Banken 0,18 0,18 0,18

*Neukunden /Neuanlagen

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

FehlerabWerk: Boeing-Fabrik in Renton(US-Bundesstaat Washington).

Infineon plant Milliardenkauf

Gegen eine Übernahme des US-Rivalen Cypress könnte Donald Trump jedochEinsprucherheben

Von Thomas Magenheim

Pannen in Serie

Boeing räumt ein, dass an Tragflächen desTyps737 fehlerhafte Teile verbaut wurden

Von Frank-Thomas Wenzel

Die Pannenserie bei Boeing

reißt nicht ab. Jetzt

muss der US-Flugzeugbauer

auch noch einräumen,

dass an den Tragflächen von

Mittelstreckenmaschinen des Typs

737 fehlerhafte Teile verbaut wurden

– während noch immer an neuer

Software eines Stabilisierungssystems

ebenfalls für 737-Modelle gearbeitet

wird. Die Mängel bringen

nicht nur Boeing, sondern die gesamte

Luftfahrtbranche in zunehmende

Bedrängnis.

Die 737 ist das Arbeitspferd der

globalen Luftfahrt. Doch jetzt müssen

die Flügel von 312 Maschinen

untersucht werden, um Schäden

während des Flugs zu verhindern.

Die US-Flugfahrtaufsicht FAA teilte

am Sonntagabend mit, dass ein Zulieferer

vonBoeing Teile gelieferthabe,die

die Anforderungen an Festigkeit

und Haltbarkeit nicht erfüllten.

Es handelt sich um insgesamt 148

verschiedene Komponenten für Leading

Edge Slats. Das ist eine Konstruktion

an der Vorderkante des Flügels,

die von Piloten beim Starten,

Landen und bei Manövern während

des Fluges ausgefahren wird, um die

Maschine zu stabilisieren.

DieMangelteile wurden weltweit

bei 133 Jets der älteren Baureihe

Next Generation und bei 179 Flugzeugen

des neuesten Typs Max verbaut.

DieMax-Flieger stehen derzeit

Passagiere: Werden die

Fluggäste künftig überhaupt

noch bereit sein, in eine

737 Max einzusteigen?

Mehrere Airline-Chefs –auch

Lufthansa-Boss Carsten

Spohr –haben bekräftigt,

dass eine Artkonzertierte

Genehmigungsaktion der

weltweiten Aufsichtsbehörden

hilfreich wäre.

ohnehin wegen eines weltweiten

Flugverbots am Boden, das seit Mitte

März gilt. Zuvor waren zwei Maschinen

jeweils kurznach dem Start

abgestürzt, weil es Probleme mit

dem automatischen Stabilisierungssystem

MCAS gab, das beim

Steigflug eingesetzt wirdund eigentlich

ein Abreißen der Luftströmung

verhindernsoll, aber offenbar genau

das Gegenteil bewirkt hat. 346 Menschen

starben deshalb.

DieFAA teilte nun mit, Boeing habe

zehn Tage Zeit, um die maroden

Bauteile auszutauschen. Zugleich

betonten die Experten der Aufsichtsbehörde,dass

ein Versagen der Edge

Slats nicht zum Absturz einer Maschine

führen könne. Gleichwohl

men so perfekt zueinander passen

würden, sei dieser gerechtfertigt.

Wirkliche Sorgen bereitet eher US-

Präsident Donald Trump.DennInfineon

ist 2016, noch bevor dieser ins

Weiße Haus eingezogen ist, schon

einmal wegen US-Sicherheitsbedenken

am Kauf eines dortigen Konzerns

gescheitert. Der damalige Kandidat

Wolfspeed hatte sicherheitsrelevante

Produkte im Portfolio.Seit Trump im

Amt ist, hat die Frage der Sicherheitsrelevanz

noch einen ganz anderen

Stellenwert erhalten. Sie wird auch

immer schamloser missbraucht, um

Zölle und Handelskonflikte zu rechtfertigen,

wo es eigentlich keine

Rechtfertigung gibt.

Eigentlich habe er ein gutes bis

sehr gutes Gefühl, was eine Genehmigung

des Cypress-Kaufs durch US-

ORDERS AUF EIS GELEGT

Bestellungen: Die Boeing

737 Max ist bei fast allen

großen Airlines für die

nächsten Jahre eingeplant.

Boeing hat mehr als 4500

Orders in seinen Büchern

stehen. Viele Fluglinien haben

aber weitere geplante

Bestellungen inzwischen auf

Eis gelegt oder prüfen Alternativen.

Alternativen: Infragekommt

als Alternativeeigentlich nur

die A320-Familie vonAirbus.

Der europäische Konzern

wäre aber garnicht in der Lage,ingroßem

Stil für Boeing

in die Bresche zu springen.

Experten sind sich einig,

dass eine Max-Dauerkreise

die gesamte Luftfahrt massiv

bremsen könnte.

kursieren in diversen Internetforen

Spekulationen, dass Defekte an den

Flügelvorrichtungen doch in Zusammenhang

mit den beiden Crashs stehen

könnten –daEdge Slats auch im

Steigflug eingesetzt werden.

Klar ist indes,dass die neuen Pannen

das Vertrauen in Boeing und das

Modell 737 weiter aushöhlen werden.

So betonte denn auch Alexandre

de Juniac, Chef der globalen Luftfahrtorganisation

Iata, am Sonntagabend

beim Jahrestreffen des Verbands,

dass das Vertrauen in Sicherheitsstandards

erschüttert sei und

dass die gesamte Branche unter verschärfter

Beobachtung stehe. Nach

dem Absturz der zweiten 737-Max-

Maschine weigerten sich unter ande-

Behörden betrifft, meinte Ploss dennoch.

Kartellrechtliche Hürden gebe

es nicht. Cypress habe anders als

2016 Wolfspeed auch keine sicherheitsrelevanten

Produkte im Portfolio.

Rational gebe es keinen Grund,

dieÜbernahmezuuntersagen.„Aber

wir wissen nicht, was den Großen

dieser Welt einfällt“, räumt der Infineon-Bossein.Esistklar,anwen

erin

diesem Moment denkt, auch wenn

der Name Trump nicht fällt.

Man habe den Kauf von Cypress

nicht über Nacht, sondernnach reiflicher

Überlegung beschlossen, wobei

speziell auch der US-chinesische

Handelsstreit eine Rolle gespielt habe,betont

Ploss.Infineon hat zuletzt

eigene Chiplieferungen an den chinesischen

Huawei-Konzern begrenzt,

der in Trumps Visier geraten

FOTO: TED S. WARREN/AP

remFlugbegleiterindenUSA,weiter-

hin mit den Jets zu fliegen. TimClark,

Chef der arabischen Emirates Airlines,

betonte auf dem Iata-Treffen,

Boeing habe einen enormen Schaden

für den Luftfahrsektor verursacht.

Das Unternehmen trage nun

die Verantwortung, dies wieder gutzumachen.

Wie groß der Schaden

tatsächlich ist, lässt sich nur schwer

ermessen. Airlines weltweit setzen

Ersatzmaschinenein.Dasverursacht

nicht nur zusätzliche Leasingkosten.

Die Maschinen sind auch vielfach

teurer im Flugbetrieb, daessich in

der Regel um ältere Modelle handelt,

die mehr Sprit als die Max-Flieger

verbrauchen. Icelandair und andere

Anbieter haben ferner ihreFlugpläne

ausgedünnt. Die Isländer wollten

ihreneuenBoeingsebensowieTuifly,

SunExpress,Norwegian oder die polnische

LOT eigentlich in diesem

Sommer auch im Deutschland-Geschäft

einsetzen.

Boeing hat mehrfach Hoffnungen

gemacht, dass die neue Software für

das MCAS demnächst von der FAA,

der europäischen Easa und anderen

Aufsichtsbehörden genehmigt und

dann eingesetzt werden könne.Mutmaßungen

darüber gehen indes weit

auseinander. Die indische Airline

Spice-Jet hält es für möglich, dass die

Flugerlaubnis bereits im Juli wieder

erteilt wird. Emirates rechnet eher

mit Dezember, Singapore Airlines

will garkeine Prognosen mehr abgeben.

Gerade erst wurde der Münchner

Chipkonzern Infineon noch als

Übernahmekandidat gehandelt.

Jetzt wird erselbst zum Käufer im

großen Stil oder will es zumindest

werden. „Heute ist ein großer Tagfür

Infineon“, sagt Konzernchef Reinhard

Ploss. Gerade habe er mit seinem

dortigen Amtskollegen Hassane

El-Khoury einen Vertrag zum Kauf

des US-Rivalen Cypress unterschrieben.

Knapp 24 Dollar will Infineon je

Aktie zahlen, was einen Aufschlag auf

dessen jüngste Kurse von fast der

Hälfte bedeutet und den Vernetzungsspezialisten

insgesamt mit

9Milliarden Euro bewertet. „Es ist ein

stolzer Preis, ohne Zweifel“, räumt

Ploss ein. Weil aber beide Unternehist.

Auch der Handel vonHuaweimit

der EU und speziell Deutschland ist

dem US-Präsidenten ein Dorn im

Auge. Mit einer Übernahme von Cypress

würde Infineon zum weltgrößten

Chiplieferanten der gesamten

Autobranche aufsteigen. Daskönnte

Trumps Aufmerksamkeit erregen.

Strategisch wäreder Kauf ein großer

Wurf, findet Ploss. Mit ihm entstünde

ein Chipriese mit addiert

10 Milliarden Euro Umsatz, der auf

Rang acht der Chipbranche aufsteigen

würde. Überschneidungen im

Produktportfolio gibt es so gut wie

nicht. Infineon ist stark inEuropa,

mit Leistungshalbleitern, Sensoren

und Sicherheitstechnologie.Cypress

brächte Mikrokontroller, Software

und allerlei Vernetzungstechnologie

mit in die Firmenehe.

Post erhöht Briefporto

um zehn Cent

DieDeutsche Post erhöht das Briefporto.Das

Versenden eines Standardbriefs

im Inland soll vonJuli an

80 Cent kosten statt bisher 70 Cent,

wie der KonzernamMontag in Bonn

mitteilte.Für die Postkarte ist eine

Erhöhung von45auf 60 Cent vorgesehen,

auch andereBriefartenwerden

teurer.Der Schrittwar schon

lange geplant, aber die genaue Höhe

stand noch nicht fest. DieBundesnetzagentur

hatte einen sogenannten

Preiserhöhungsspielraum festgelegt

–auf dieser Basis beantragt

die Deutsche Post das Portoinden

einzelnen Sendungsarten. Dieendgültige

Genehmigung durch die

Bonner Behörde gilt nur noch als

Formsache. (dpa)

Streik legt weltweit

größtes Nutella-Werk lahm

DieProduktioninder weltweit größten

Nutella-Fabrik in Frankreich

steht fast still. Seit rund einer Woche

blockieren streikende Arbeiter das

Werk in Villers-Ecalles in der Normandie.Die

Gewerkschaft Force

Ouvriereberichtete auf ihrer Website,dass

160 der 350 Beschäftigten

der Ferrero-Fabrik seit dem vergangenen

Dienstag im Ausstand seien

und die Ein- und Ausfahrtfür Lastkraftwagen

blockierten. DieFabrik

ist für rund ein Viertel der Nutella-

Produktion zuständig. DieGewerkschaft

forderteineGehaltserhöhung

und lehnt das Ferrero-Angebot als

zu niedrig ab.Das Unternehmen betonte,man

habe sechsTage lang versucht,

Gespräche zu führen. (dpa)

Ablösesumme für

abgeworbene Azubis

Azubis im Klavierbau.

FOTO: SOSNOWSKI/DPA

WerAzubis gleich nach der Lehre

aus einem Betrieb abwirbt, soll

künftig Ablösesummen zahlen. Er

denke über eine Entschädigung für

solche Ausbildungsbetriebe nach,

sagte Handwerkspräsident Hans Peter

Wollseifer.Zweivon drei Fachkräften,

die im Handwerkqualifiziertwürden,

arbeiteten im Laufe

ihres Berufslebens in anderen Wirtschaftsbereichen.

„Unseregut ausgebildeten

jungen Leute werden abgeworben“,

so Wollseifer.Für die Betriebe

sei das problematisch, weil sie

während der LehrevielGeld in ihre

Azubis steckten. (dpa)

Mietschulden sind im Osten

häufiger als im Westen

Mietschulden sind in Ostdeutschland

deutlich weiter verbreitet als im

Westen. Wegen Rückständen für die

Wohnung suchte 2018 fast jeder

Dritte (31 Prozent) im Osten Hilfe

bei einer Schuldnerberatung. In den

alten Bundesländernkamen nur

18 Prozentwegen Mietschulden zu

einer Beratungsstelle,sodas Statistische

Bundesamt. Die Bürger im Osten

haben auch höhereMietschulden.

MitimSchnitt 1147 Euro waren

die ausstehenden Zahlungen höher

als in Westdeutschland (786 Euro).

Jedoch haben die Bürger im Osten

auch niedrigereWohnkosten: Während

diese dortimSchnitt 420 Euro

im Monat betrugen, fielen im Westen

512 Euro an. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Meinung

Straßenverkehr

ZITAT

Egoismus auf

allen Seiten

Andreas Kopietz

findet, dass Verkehrsüberwachung

alle im Blick haben muss.

Auf Berlins Straßen herrscht Chaos.

Mehr als 144 000 Unfälle ereigneten

sich im vergangenen Jahr. 15630 Verkehrsteilnehmer

wurden leicht und 2542

schwer verletzt, 45 starben. Fußgänger

und Radfahrer waren in mehr als die

Hälfte der Unfälle verwickelt. Die Lage

wirdnicht besser.1,2 Millionen Autos sind

in der Stadt zugelassen, Tendenz steigend.

Da kommt eine Verkehrssicherheitsaktion,

wie sie am Montag von Polizei,

BVG und Ordnungsämtern gestartet

wurde, sicher bei vielen gut an. Es ist ja

auch unerträglich, wenn Autofahrer auf

der Busspur oder auf Tramgleisen parken

und das Vorankommen vieler stoppen. Es

ist unerträglich, wenn in zweiter Reihe geparkt

wirdmit der Folge,dass der Verkehr

zum Erliegen kommt. Es ist richtig, dass

die Polizei gegen solche Egoisten vorgeht.

Apropos Egoisten: Wichtig wäre es,

dass die Polizei dasselbe Augenmerk auf

jene hat, die sich moralisch auf hohem

Roß wähnen und glauben, dass die Straßen

nur ihnen gehören: Gemeint sind

Fahrradfahrer, die über Gehwege heizen

und Rentner umfahren. Die sich ihre

„Vorfahrt“ gegenüber den bösen Autofahrern

erzwingen. Die nicht wissen, wozu

ein Fußgängerüberweg daist, weil sie nie

eine Fahrerlaubnis machten und die Straßenverkehrsordnung

gar nicht kennen.

DasProblem dieser Stadt ist der Egoismus

aller Seiten. Er nimmt auch zu, weil

der Platz im öffentlichen Raum enger

wird. Wenn demnächst noch E-Roller

hinzu kommen, wirdeseine neue Kategorie

von Unfällen geben. Eine ausgleichende

Verkehrspolitik, die alle Verkehrsteilnehmer

berücksichtigt, würde helfen.

Momentan regiert jedoch Klientel-Politik

– zugespitzt gesagt – von Kreuzberger

Radfahrernfür Kreuzberger Radfahrer.

Kosten

Pflege ist die Aufgabe

von uns allen

Rasmus Buchsteiner

hält einen Steuerzuschuss für die

Pflegekassen für sinnvoll.

Ein Minister-Trio widmet sich einem

der drängendsten Themen unserer

Gesellschaft. An diesem Dienstag wollen

Gesundheitsminister Jens Spahn und

seine Kollegen aus den Ressorts für Familie

und Soziales,Franziska Giffey und Hubertus

Heil, die Ergebnisse der „Konzertierten

Aktion Pflege“ vorstellen. Die Bezeichnung

mag technokratisch daherkommen.

Dahinter verbirgt sich schnöde

Sachpolitik –und damit ein fast schon

wohltuendes Kontrastprogramm zur

Krise in den GroKo-Parteien.

Diewichtigste Botschaft wirdsein, dass

Pflegekräfte deutlich besser bezahlt werden

müssen, wenn der Fachkräftemangel

wirklich überwunden werden soll. Es ist

tatsächlich höchste Zeit, die Lohnlücke zur

Krankenpflege schrittweise zu schließen.

Am besten wäredas wohl über einen Tarifvertrag

zu bewerkstelligen, der vom Arbeitsministerium

nach dem Vorbild anderer

Branchen für allgemeinverbindlich erklärt

werden könnte. Die Vorbereitungen

dafür sind weit gediehen. Es besteht daher

berechtigte Hoffnung auf bessere Bezahlung

in der Altenpflege.

Nurwirdesdie nicht zum Nulltarif geben.

Irgendwo muss das Geld ja herkommen.Wenn

es das umtriebige Ministertrio

wirklich ernst nimmt, was es sich vorgenommen

hat, darf essich um die Frage

der Gegenfinanzierung nicht herumdrücken.

Bereits in den vergangenen Jahren

sind die Eigenanteile rasant gestiegen, die

von den Heimbewohnern und ihren Angehörigen

zu entrichten sind. Da ist die

Belastungsgrenzeerreicht.

Es geht hier um eine gesamtgesellschaftliche

Aufgabe, die von allen zu

stemmen ist. EinSteuerzuschuss aus dem

Bundeshaushalt darfkein Tabu sein.

Very special relationship

Esläuft einfach nicht gut für die SPD.

Am Sonntag hatte sich Generalsekretär

Lars Klingbeil noch gewünscht,

dass die „Rituale alter Politik“

endlich enden mögen. Am Montag bekamen

die Genossen dann ihre nächste

Troika verpasst. Malu Dreyer, Torsten Schäfer-Gümbel

und Manuela Schwesig sollen

die SPD übergangsweise führen.

Auch wenn das Führungsgremium sich

„Trio“ nennt, war das Internet sofortvoll von

hämischen Bemerkungen über die legendäreTroika

aus GerhardSchröder,Oskar Lafontaine

und Rudolf Scharping in den 90er

Jahren. Die Herren reden heute bekanntlich

nicht mehr miteinander. Schon zuvor hatte

die geschichtsträchtige Partei eher Pech mit

derartigen Konstellationen: Willy Brandt,

Herbert Wehner und Helmut Schmidt harmonierten

auch nicht wirklich. Der letzte

Versuch zwischen Peter Steinbrück, Sigmar

Gabriel und Frank-Walter Steinmeier scheiterte

schon in den Anfängen.

Die Erinnerung an die Geschichte gescheiterte

Kooperationen macht klar,dass es

in der SPD eine lange Geschichte des ruppigen

Umgangs miteinander gibt. In der Union

übrigens auch. Das weiß nicht nur Helmut

Kohls„Mädchen“, die heutige Kanzlerin. Damals

stimmten aber die Wahlergebnisse

noch halbwegs. Man hat die Ochsentour

deshalb auf sich genommen. Bis man irgendwann

selbst an der Reihe war. Angela

Merkel hat sich so durchgebissen, Andrea

Nahles ebenso.Dass die beiden sich gut verstehen,

resultiert vielleicht auch aus ihrer

ähnlichen Geschichte.Beide nutzten Krisensituationen

in ihrer Partei zum Sprung nach

oben. Undbeide sind mit ihren innerparteilichen

Gegnern auch nicht gerade zimperlich

umgegangen.

Soeben widerlegten die Ergebnisse der

Europawahl die Behauptung vom Ende

der Volksparteien. In Bayern kam die CSU

auf 40,7 Prozent; in Tübingen holten die

Grünen 39,9 Prozent; die AfD schaffte in

Meißen 31 Prozent (die SPD 7,2 Prozent).

Aber auch im übrigen Europa gibt es Volksparteien:

Die regierende Fidesz in Ungarn

verschlechterte sich zwar,allerdings auf 52

Prozent, in Polen erhielt die rechtskonservative

PiS 45,4 Prozent. Während es die

SPD auf niederschmetternde 15,8 Prozent

brachte, verbesserten sich die gleichfalls

regierenden Sozialisten in Portugal und

Spanien auf rund 33 Prozent. Die FDP stagniert,

doch legten die europäischen Liberalen

kräftig zu.

Die Parteienlandschaft verändert sich.

Aber die Leute wenden sich nicht von der

Politik ab, sie suchen Orientierung. Doch

fragt sich angesichts der Zunahme populistischer

Strömungen, wie sich Wähler für

die soziale, liberale, ökologische und/oder

konservative demokratische Mitte zurückgewinnen

lassen. Angesichts des Entschwindens

der SPD seien vier Empfehlungen

zum Verhalten skizziert–nicht zum

Programm, den sogenannten „Inhalten“.

Erstens: DieWähler schätzen gutes Verwaltungshandeln,

konstruktiven Umgang

mit politischen Gegnern und den Verzicht

auf innerparteiliches Gehacke. Das erklärt

zum Teil den Erfolg der Grünen und der

CSU, seitdem beide Parteien ihr Auftreten

zivilisiert haben. Wer anderen „eins in die

Große Koalition

Nur noch

Rituale

Christine Dankbar

fällt das Mitleid mit den ehemaligen Volksparteien und ihrem

Spitzenpersonal sehr schwer.

KOLUMNE

Volksparteien

kommen und

gehen

Götz Aly

Historiker

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Die Diskussion um den Umgang mit Andrea

Nahles droht daher in eine falsche Richtung

abzubiegen. Um es klar zu sagen: Natürlich

hat sie kein geringes MaßanFrauenfeindlichkeit

abbekommen auf ihrem Weg

nach oben. Vermutlich wurden ihre Ausrutscher,

ihre Aggressionen und Peinlichkeiten

auch deshalb so unbarmherzig kritisiert,

weil sie eine Frau ist. Aber das überlagertdie

Diskussion über die wirkliche Kritik an ihr.

Andrea Nahles ist gescheitert, weil sie geradezu

typisch den Apparatschik der SPD

verkörperte. Den versprochenen und überfälligen

Neuanfang der Sozialdemokraten

konnte sie gar nicht organisieren. Schließlich

war sie ja ein Teil des Problems.Öffnung zuzulassen

bedeutet, Machtverlust zu riskieren.

Eine Parteikarriere aber fußt genau auf

dieser Machtfülle.

Das weiß auch Annegret Kramp-Karrenbauer.

Seitdem sie Parteivorsitzende ist,

kann man ihr förmlich beim Taktieren zusehen.

Den Merz-Flügel integrieren, die eigenen

Machtbasis stärken, sich zum politischen

Gegner abgrenzen, wenn es sein muss,

aus Prinzip.Höhepunkt ihrer Parteisoldatinnen-Rhetorik

am Sonntag war eine abgelesene

ton- und empathielose Stellungnahme

zum Nahles-Rücktritt, die in dem Satz gipfelte:„Dies

ist nicht die Stunde vonparteitaktischen

Erwägungen.“ Immer wenn ein Politiker

oder eine Politikerin so etwas sagt, fällt

vermutlich irgendwo ein Kommunikationsberater

tot um.

Es ist fast schon zum Verzweifeln. In allen

Bereichen des Lebens schreitet die Disruption

der bisherigen Lebensverhältnisse

voran, aber die Politik macht weiter wie bisher.

Irgendeiner sagt immer, dass man nun

zu den Sachthemen zurückkommen müsse.

Dabei haben die Volksparteien ja gar keine

Sachthemen mehr. Googeln Sie mal die Ergebnisse

der letzten Zusammenkunft des sogenannten

Klimakabinetts. Richtig, es gab

keine. Die Umweltministerin, auch sie von

der SPD, zeigte sich im Interview dennoch

sehr zuversichtlich. Im Herbst wird esdann

schon was werden. Vielleicht.

Es hat vermutlich wenig Sinn, in absehbarerZeit

eine wirklich glaubhafte Erneuerung

der SPD und auch der CDU zu erwarten. Es

entbehrtnicht einer gewissen Ironie,dass es

den ehemaligen Volksparteien so geht wie

den Pleite-Banken zu Zeiten der Finanzkrise.

In Analogie zu damals kann man ihnen nur

versichern: Die Wählerstimmen sind nicht

weg. Siesind jetzt nur woanders.ÄndertEuer

Geschäftsmodell!

Fresse“ (Andrea Nahles) hauen will, verliert.

Zweitens: Unsere Politiker deklamieren

häufig Phrasen („Wichtiges Signal!“). Der

Niedergang des anfangs mit glänzenden

Umfragewerten verwöhnten Regierenden

Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller

(SPD), hängt damit zusammen. Bürgermeister,Ministerpräsidenten

und Minister

müssen öffentlich sprechen. Wenn es gesellschaftlichen

Streit gibt, abscheuliche

oder tödliche Ereignisse, dann müssen

sich Politiker spontan hinstellen und im

Namen des Gemeinwohls sagen: Ein Neubau,

eine Stromtrasse oder ein sicherer

Fahrradweg für Schüler hat Vorrang.

Drittens: Viele unserer Parteien reagieren

auf die Wünsche einzelner Gruppen

wie ein genervter Vater in der Kassenschlange,

dessen Söhnchen Süßigkeiten

erquengelt und –infolge lascher Erziehung

–dennoch mit nichts zufrieden ist. Politiker

müssen Zielkonflikte benennen, ihrem

Volk auch widersprechen. Sie müssen erklären,

dass man einen Euro nicht zweimal

ausgeben kann, und dass der Staat allen

verpflichtet ist, nicht den lautesten. Roman

Herzog, Helmut Schmidt und Franz

Müntefering verschafften sich auf diese

Weise Respekt.

Viertens: Gute Politiker sollen auch

über die nächsten zehn Jahre, also über die

nahe Zukunft sprechen. Sie müssen sagen,

wie die Kinderförderung mittelfristig verbessertund

Fehlgeleitetes (Ehegattensplitting,

Freibeträge) gestrichen werden soll.

Sie müssen für die Energiewende streiten,

aber denen, die deshalb um ihre Arbeitsplätze

fürchten, darlegen, wie der Übergang

gemeinsam geschafft werden kann.

Nichts gegen den im stillen Kämmerlein

erzielten Kohlekompromiss. Er muss jedoch

öffentlich verteidigt werden –auch

von der innenpolitisch oft etwas maulfaul

entrückten Kanzlerin.

„Ich weiß, dass Trump ein

unfassbar lockeres

Verhältnis zurWahrheit hat.

Am Ende aber wird ihn die

Wahrheit einholen.“

Philip Collins, früherer Redenschreiber

des britischen Ex-Premierministers Tony Blair,

im Spiegel-Interview über die Kraft der Sprache und

der Wahrheit in der Politik

AUSLESE

Trump und die

Downing Street

Der US-Präsident hat am Montag seinen

Staatsbesuch in Großbritannien

angetreten. Donald Trump hat wie so oft

schon im Vorfeld für Irritationen gesorgt.

Etwa indem er sich –entgegen aller diplomatischen

Gepflogenheiten –indie britische

Innenpolitik einmischte und sich für

Boris Johnson als neuen Premierminister

aussprach. Im Handelsblatt ist man der

Meinung, dass er Johnson damit nicht unbedingt

einen Gefallen getan hat. „Boris

Johnson wird Trumps Worte als Beweis

heranziehen, dass er der beste Kandidat

für das Amt des Premierministers ist. Ein

guter persönlicher Draht zum US-Präsidenten

gilt schließlich als ausschlaggebender

Faktor, umindiesen Zeiten im

Weißen Haus etwas zu erreichen“,

schreibt das Blatt. „Dem US-Präsidenten

käme ein williger Helfer in der Downing

Street gerade recht. Johnson nutzt der

Schulterschluss, umsich als Macher zu

inszenieren. Der Tory muss aber aufpassen,

dass er nicht als Pudel der USA wahrgenommen

wird. Dasgeht in Großbritannien

schnell nach hinten los.“

Die Neue Osnabrücker Zeitung sieht

das ähnlich: „Tatsächlich würde Johnson

als May-Nachfolger Trump gut zupasskommen“,

heißt es dort. „Nicht zuletzt

könnte Johnson auch Türöffner sein für

ein lukratives Handelsabkommen zwischen

den USA und Großbritannien nach

dem Brexit. Damit würde sich Trump erneut

als erfolgreicher Wirtschaftsförderer

Amerikas profilieren.“ Christine Dankbar

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Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Die Morde der NSU

und der Brandenburger

Verfassungsschutz

Seite 15

Ausgerechnet –Ein Umzug ins Umland kann teuer werden Seite 10

Abkassiert –Großaktion gegen Falschparker Seite 12

Stadtbild

Ode an den

Nieselregen

Kristina Auer schwärmt

für Lieder über Liebeskummer

und Goldfische.

Vom Berliner Koffer, den Marlene

Dietrich besang, über WimWenders’„Himmel

über Berlin“ bis zum

„Dicken B“ der Dancehall-Gruppe

Seeed –Berlin ist eine schier unerschöpfliche

Quelle der Inspiration

für Künstler und Kulturschaffende.

Unzählige Romane, Filme und Lieder

haben deshalb die Stadt zum Inhalt.

Einer,der ohne seine tiefe Hassliebe

zu Berlin womöglich nie die

Anerkennung eines breiten Publikums

erlangt hätte, ist der Bremer

Sven Regener. Seit über drei Jahrzehnten

singt er in der Band Element

of Crime über Menschen, Herzensleid

und die großen Lebensfragen.

Immer wieder –und immer expliziter

im neuesten Album „Schafe,

Monster und Mäuse“ –wird Berlin

zum Schauplatz dieser in Melodien

gegossenen Kurzgeschichten. Welche

Zeilen könnten die Hauptstadt

besser beschreiben als diese: „Und

ob du deine Currywurst /mit oder

ohne Darm isst /obreich du oder

arm bist /daschaut kein Schwein

genauer hin /wenn es dunkel und

kalt wirdinBerlin.“ Dann sind da natürlich

noch Regeners Bücher, allen

voran der Wende-Roman „Herr Lehmann“.

Immer geht es um ein diffuses

Lebensgefühl zwischen Freiheit

und Desorientierung, ums Scheitern

und das Glück, um Gedanken, mit

denen Regener vielen Berlinern aus

der Seele spricht.

Die Stadt scheint auf so viel Aufmerksamkeit

zu reagieren: In Berlin

entstehen Orte, die sich auf Regener

beziehen. Undzwar längst nicht nur

in Form von Roman-Schauplätzen

wie dem berühmten Kreuzberger

Markthallen-Restaurant, in dem Besucher

auf den Spuren des verkaterten,

Schweinebraten bestellenden

Herrn Lehmann wandeln können.

Das„Café An einem Sonntag im August“

in Prenzlauer Berg erweist Regener

seit 1998 mit einem Namen die

Ehre, den nur der Monat vom Albumtitel

einer Element-of-Crime-

Platte unterscheidet. Und die Einrichtung

„Birgit &Bier“ am Schleusenufer

ist nach einer von Regeners

Liedzeilen benannt.

Eine Gruppe, die es wohl ohne

Berlin überhaupt nicht gäbe, sind

Isolation Berlin mit ihren vier Mitgliedern.

In den stimm- und klanggewaltigen

Stücken zwischen Ballade

und Punkrock quält sich Sänger

Tobias Bamborschke am Schlachtensee

mit Liebeskummer, hegt

Selbstmordgedanken in der U2 und

besucht die Goldfischkönigin im

Aquarium am Zoo. Oft eskalieren die

Lieder zum Ende hin in einen Ausbruch

von Lärm, Verzweiflung und

Wut–ein Zustand, mit dem sich jeder

identifizieren kann, dem die

Stadt zwischen Nieselregen, Verkehrschaos

und Hundekacke schon

einmal fast den Verstand geraubt

hat. Gerade waren Isolation Berlin

übrigens mit Element of Crime auf

Tour und standen im Tempodrom

gemeinsam auf der Bühne.

Der Punkt ist: Bei allem, was in

Berlin gefühlt seit jeher schlecht

oder gar nicht funktioniert –das mit

der Kunst und der Kreativität scheint

noch immer zu laufen wie am

Schnürchen. Vielleicht eröffnet ja

demnächst eine erste Kneipe mit

dem Namen „Isolation Berlin“.

Auf der Kinder- und Jugendmesse YOU2011 ist das Kopftuch kein Problem. An Berliner Grundschulen sorgt es für Diskussionsstoff.

Diskussions-Stoff

Forsa-Umfrage: Gut die Hälfte der Befragten will ein Kopftuchverbot für Grundschülerinnen

VonMartin Klesmann

An vielen Berliner Grundschulen

tragen bereits

junge Mädchen das muslimische

Kopftuch, obwohl

sie noch gar nicht religionsmündig

sind. Eltern und andere Familienmitglieder

bestimmen das in der Regel.

Neuköllner Schulleiter berichten

voneiner steigenden Zahl kopftuchtragender

Mädchen an ihren Grundschulen.

Werden junge Mädchen

frühzeitig religiös indoktriniert und

fremdbestimmt? Womöglich gegen

ihren Willen? Und wie verträgt sich

das mit der grundgesetzlich garantierten

Religionsfreiheit und dem Erziehungsrecht

der Eltern?

Das Kopftuch bietet also einmal

mehr Diskussionsstoff.Vorallem seit

es in Österreich Grundschulkindern

gesetzlich untersagt wurde, das

muslimische Kopftuch zu tragen.

Auch Nordrhein-Westfalen, das

größte deutsche Bundesland, prüft

dies nun. Doch wie stehen die Berliner

zu dieser heiklen Frage?

Zuspruch für Neutralitätsgesetz

Überraschenderweise findet gut die

Hälfte der Berliner den Vorstoß aus

Österreich gut. Dasergab nun eine repräsentativeUmfrage

des Meinungsforschungsinstituts

Forsa im Auftrag

der Berliner Zeitung. Genau 51 Prozent

der Befragten sprechen sich dafür

aus, dass es ein Kopftuch-Verbot

für Mädchen an Grundschulen auch

in Berlin geben sollte, 44Prozent der

Befragten sind dagegen.

Bei näherem Hinsehen tun sich

anlässlich dieser Frage tiefe Gräben

auf: Insbesondere scheint es eine

Generationenfrage zu sein. Während

die über 45-Jährigen ein solches

Kopftuchverbot an Grundschulen

mehrheitlich gutheißen, lehnen die

jüngeren Berliner dies ab. Bei den

Unter-30-Jährigen sind sogar 74 Prozent

gegen ein solches Verbot, während

63 Prozent der 45- bis 59-Jährigen

und sogar 69 Prozent derjenigen,

die 60 Jahre und älter sind, dieses

Verbot fordern. Wer also an seiner

Schule und im Alltag Mädchen mit

Kopftuch kennengelernt hat, der

sieht das Ganze wesentlich entspannter.

Ost-Berliner sind mit 55

Prozent übrigens eher gegen das

Tuch an Grundschulen als Menschen

aus den westlichen Bezirken

(49 Prozent).

Abgelehnt wirdein Kopftuch-Verbot

an Grundschulen mehrheitlich

von Anhängern der SPD und Linkspartei

(je 55 Prozent) sowie vonGrünen-Anhängern

(52 Prozent). Mehrheitlich

Befürworter sind unter den

Anhängern der sonst so liberalen

FDP (64 Prozent), der CDU (76 Prozent)

und, wenig überraschend, unter

fast allen AfD-Anhängern(95 Prozent)

zu finden. Belastbare Zahlen

darüber, wie viele Grundschulmädchen

tatsächlich Kopftuch tragen,

gibt es übrigens nicht.

Nicht nur die inzwischen dahingeschiedene

ÖVP/FPÖ-Regierung

machte in dieser Frage Stimmung.

Die libertäre Frauenrechtsorganisation

Terre des Femmes fordert sogar

ein Kopftuch-Verbot für Mädchen

bis zur Volljährigkeit. Ein Verbot

auch für Mädchen an weiterführenden

Schulen wiederum würden laut

aktueller Forsa-Umfrage nur 34 Prozent

der Berliner befürworten, 60

Prozent der Befragten sind dagegen.

Die Anhänger von CDU und FDP

sind bei dieser Fragestellung tief gespalten,

und wiederum sind die Älteren

besonders verbotsbereit – und

die Jüngeren nicht. Wenn es nicht

nur gegen das Kopftuch, sondern

um sämtliche religiösen Symbole

geht, sind die Berliner übrigens

deutlich rigider:Soist laut Forsa eine

deutliche Mehrheit der Berliner dafür,

religiöse Symbole an staatlichen

Schulen generell zu verbieten. 59

Prozent der Berliner sprechen sich

dafür aus, dass auch Schüler weder

Kopftuch noch Kreuz oder Kippa tragen

sollten, 38 Prozent sind dagegen.

Auffällig ist hier, dass sich Ältere,

Konfessionslose und Befragte aus

dem Berliner Osten deutlich häufiger

gegen religiöse Symbole aussprechen

als Jüngere, Katholiken und

Menschen, die im Berliner Westen

Kopftuchverbot

Sollte es an staatlichen Grundschulen in Berlin ein Kopftuchverbot geben?

insgesamt

nach Alter

18- bis 29-Jährige

30- bis 44-Jährige

45- bis 59-Jährige

60 Jahre und älter

24%

27%

32%

leben. So gesehen ist es konsequent,

dass eine Drei-Viertel-Mehrheit der

befragten Hauptstädter das Berliner

Neutralitätsgesetz gutheißt. Die

breite Zustimmung überrascht, weil

zuletzt heftig gestritten wurde, ob

das Gesetz überhaupt noch zeitgemäß

und verfassungskonform sei.

Genau 76 Prozent finden es richtig,

dass Lehrer an allgemeinbildenden

Schulen generell keine religiösen

Symbole tragen dürfen – weder

Kopftuch noch Kippa oder Kreuz.

Genauso regelt es das seit 2005 geltende

Neutralitätsgesetz. Dagegen

zogen in den vergangenen Jahren

mehrere muslimische Lehrerinnen

vor das Arbeitsgericht und erhielten

dort inmehreren Fällen in zweiter

Instanz Entschädigungszahlungen

Ja

Nein

44% 51% 74%

44%

49%

63%

69%

BLZ/GALANTY; QUELLE: FORSA

zugesprochen, weil sie mit Kopftuch

nicht arbeiten durften. Vorzwei Jahrenmusste

eine Lehrerin in Wedding

auch einmal ein großes Fisch-Embleme,

das christliche Ichthys-Symbol,

aufgrund des Neutralitätsgesetzesvon

ihrer Jacke entfernen.

Männer befürworten das Neutralitätsgesetz

noch deutlich häufiger

als Frauen, Konfessionslose eher als

Protestanten oder Katholiken. Und

bemerkenswert: Das Neutralitätsgesetz

findet in allen Wählergruppen

mehrheitlich Zustimmung,auch unter

den Anhängern von Linke (72

Prozent) und Grünen (64 Prozent).

Dabei wollen führende Politiker dieser

beiden Parteien das Neutralitätsgesetz

verändern und begründen

das mit verschiedenen, einschlägigen

Gerichtsentscheidungen. „Der

Konflikt um das Neutralitätsgesetz

darf nicht auf dem Rücken der betroffenen

Frauen ausgetragen werden“,

hatte Justizsenator Dirk Behrendt

(Grüne) gesagt.

Karlsruhe könnte übernehmen

DPA

Selbst die Bildungsverwaltung hat

den Juristen Wolfgang Bock damit

beauftragt, die Verfassungsmäßigkeit

des Gesetzes zu überprüfen. Das

ursprünglich für Februar angekündigte

Gutachten liege aber noch

nicht ganz vor, hieß es. Demnächst

beschäftigt sich das Erfurter Bundesarbeitsgericht

mit einem Berliner

Fall. Gut möglich, dass die dortigen

Richter zunächst das Bundesverfassungsgericht

in Karlsruhe anrufen,

um klären zu lassen, ob das Berliner

Neutralitätsgesetz verfassungskonformist.Eine

breite Mehrheit in Berlin

will an dem Gesetz jedenfalls

nicht rütteln.

Das Meinungsforschungsinstitut

Forsa hatte 1006 Berlinerinnen und

Berliner in der Zeit vom 20. bis 27.

Maibefragt.

Martin Klesmann

baut in Sachen Toleranz auf

die jungeGeneration.

NACHRICHTEN

Rechnungshof rügt

Mängel bei Bauprojekten

DieBerlinerVerwaltung weist nach

Einschätzung des Rechnungshofes

erhebliche Defizite bei der Planung

öffentlicher Bauprojekte auf. Beikeinem

einzigen von42untersuchten

Vorhaben seien vorBaubeginn alle

vorgeschriebenen Prüfungen vorgenommen

worden, kritisierte Rechnungshof-Präsidentin

KarinKlingen.

Folge dieserVersäumnisse seien

starkeVerzögerungen bei der Fertigstellung

und Kostensteigerungen in

Millionenhöhe.Als ein Beispiel prangertder

Rechnungshof die Kurt-

Schumacher-Grundschule in Kreuzbergan.

Hier seien die Brandschutzplanung

und die Planungsunterlagen

unzureichend gewesen. Folge: 2,2

Millionen Euro Mehrkosten. (dpa)

Streit unter Männern

endet mit Schuss in den Hals

In einem Mehrgeschosser an der

Sächsischen Straße haben sich am

Sonntag zwei Mieter gestritten. In

diesen Streit mischte sich ein Unbeteiligter

ein. Der58-Jährige schlug dabei

einem 60-Jährigen zunächst mit

der Faust ins Gesicht. Anschließend

schoss er mit einer Schreckschusspistole.Das

Opfer wurde lebensgefährlich

am Hals verletzt und musste notoperiertwerden.

Polizisten nahmen

den Schützen fest. DieHintergründe

der Auseinandersetzung sind noch

unklar. (ls.)

Innensenator weist Kritik

an Olympia-Plänen zurück

Innensenator Andreas Geisel (SPD)

hat sich gegen die Einschätzung gewehrt,

Olympische Spiele 2036 in

Deutschland könnten als Jubiläum

für die Nazispiele 1936 wahrgenommen

werden.Diese vonBundesinnenminister

Horst Seehofer im Interview

der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung abgegebene Bewertung bezeichnete

Geisel als absurd.„Dieses

Datumkönnte doch vielmehr dafür

genutzt werden,umauchauf der

Bühne des Sports zu zeigen, dass

Deutschland seine Lektion aus der

Geschichte gelernt hat.“ (dpa)

Trächtig oder nicht?

Rätselraten um Meng Meng

Auch etwa zwei Monate nach dem

Befruchtungsversuch bei Berlins

Panda-Dame Meng Meng ist unklar,

ob sie ein Junges erwartet.„Wir überprüfen

regelmäßig den Progesteron-

Wert im Urin“, sagte eine Sprecherin

des Zoos.Weildie Pandas noch unerfahren

in Liebesdingen sind, haben

Experten Anfang Aprilnachgeholfen:

Meng Meng wurde künstlich besamt,

um die Nachwuchs-Wahrscheinlichkeit

zu erhöhen. (dpa)

Panda-Dame Meng Meng wurde künstlich

befruchtet. Jetzt heißt es: warten. DPA


10 * Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Berlin

So lange ist das Umland

günstiger als Berlin

Zeitspanne in Jahren, in der der Umzug

in eine der Städte der Umlandkreise

günstiger ist, bei Nutzung von:

ÖPNV*

Pkw

Kilometerangabe: vom Bahnhof bzw.

Ortsmitte zum Berliner Hauptbahnhof

*öffenlticher Personen-Nahverkehr

B5

BRANDENBURG

A24

Nauen

40 km

21,4 10,2

Brieselang

23,9 11,6 29 km

23,7 15,1

Hohen Neuendorf

26 km

19,5 16,1

Hennigsdorf

22 km

36,0 14,7

Falkensee

22 km

23,1 11,4

Oranienburg

36 km

BERLIN

18,7 13,7

Wandlitz

33 km

23,5 17,6

Mühlenbecker Land

17 km

Hauptbahnhof

A10

B2

Bernau

28 km 36,9 14,6

24,4 18,0

Panketal 24 km

Eberswalde

61 km 20,6 8,5

B158

21,6 12,6

Strausberg

37 km

Neuenhagen bei Berlin 25 km 22,3 16,8

Hoppegarten 23 km 23,1 17,3

B167

Schöneiche 28 km 18,7 15,1

B1

Seelow

78 km

7,8 6,7

B112

POLEN

SACHSEN-ANHALT

A2

B102

B1

18,4 8,5

Bad Belzig

90 km

10,7 5,6

A9

Werder

49 km

B2

Potsdam

36 km

8,0 3,7

A10

17,5 8,1

Luckenwalde

61 km

Jüterbog

Kleinmachnow

25 km

17,716,1

Ludwigsfelde

32 km

32,9 14,1

B101

40,6 18,8

Teltow 19 km

B115

Blanken-

felde-

Mahlow

24 km

30,5 15,8

Zossen

38 km

17,5 10,9

B96

Schönefeld

24 km

Zeuthen 35 km 15,7 10,9

20,0 10,5

Königs

Wusterhausen

38 km

A13

25,4 14,7

B115

A12

B179

B246

Lübben

85 km 11,1 5,7

B320

B5

18,9 8,3

Fürstenwalde/Spree

64 km

Beeskow

93 km

8,8 6,3

B87

Frankfurt (Oder)

Eisenhüttenstadt

123 km

9,4 5,0

BLZ/GALANTY; QUELLE: POSTBANK

Pendeln lohnt sich nicht

Eine Untersuchung zeigt, wie schnell günstigere Immobilienpreise im Umland durch hohe Fahrtkosten nach Berlin aufgebraucht werden

VonUlrich Paul

Jahr für Jahr ziehen mehr Berliner

ins Umland als umgekehrt–

oftmals, weil Häuser und Wohnungen

im Speckgürtel sehr viel

billiger sind. Doch der finanzielleVorteil

ist durch die Kosten für das Pendeln

zum Arbeitsplatz in Berlin häufig

schon nach wenigen Jahren wieder

aufgebraucht. Das geht aus einer

Sonderanalyse aus dem Postbank

Wohnatlas 2019 hervor, die der Berliner

Zeitung vorliegt.

Am längsten profitieren danach

Pendler in Teltow (Landkreis Potsdam-Mittelmark)

vom günstigeren

Wohnungskauf. Dahinter folgen

Pendler aus Bernau (Landkreis Barnim)

und Falkensee (Landkreis Havelland),

wie das Hamburgische

Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) in

der Analyse errechnet hat. Ausgangspunkt

für die Modellrechnung

sind die durchschnittlichen Kaufpreise

für eine 70 Quadratmeter

große Wohnimmobilie in Berlin und

im Umland. In die Auswertung floss

dabei die Distanz vomBahnhof oder

der Ortsmitte der jeweiligen Stadt

zum Berliner Hauptbahnhof ein. Für

Pendler aus Teltowist der Kaufpreisvorteil

gegenüber Berlin laut der Untersuchung

erst nach mehr als 40

Jahren aufgebraucht, wenn öffentliche

Verkehrsmittel genutzt werden.

Bei täglicher Fahrt mit dem Auto reduziertsich

derVorteil auf 18,8 Jahre.

Teltow ist die Stadt mit der schnellsten

öffentlichen Anbindung an den

Berliner Hauptbahnhof: In nur 17

Minuten können Pendler die Strecke

bewältigen.

Autofahren verschlechtertBilanz

In Bernau ist der Vorteil durch den

günstigeren Kaufpreis nach 36,9 Jahre

aufgezehrt, wenn öffentliche Verkehrsmittel

zum Pendeln genutzt

werden. Autofahrer hingegen verfahren

den Preisvorteil aus dem Immobilienkauf

schon in 14,6 Jahren.

In Falkensee haben Bahnpendler

das gesparte Kapital rechnerisch

nach 36 Jahren aufgezehrt. Für Autopendler

zwischen Falkensee und Berlin

beläuft sich der Vorteil immerhin

noch auf 14,7 Jahre. Bernau und Falkensee

liegen vorallem dank sehr guter

Verkehrsverbindungen im Ranking

auf den vorderen Plätzen. Für die

rund 28 Kilometer aus Bernau wie

auch die 22 Kilometer aus Falkensee

benötigen Pendler per Bahn gut 20

Minuten. Mitdem Auto sind sie doppelt

so lange unterwegs.

Weitere Standorte, in denen der

Immobilienkauf auch nach mehr als

30 Jahren Pendeln günstiger bleibt als

in Berlin, sind Ludwigsfelde und

Blankenfelde-Mahlow im Landkreis

Teltow-Fläming –aber nur,wenn der

Arbeitnehmer mit der Bahn in die

City fährt. Autopendler kommen im

Umland generell schlechter weg,

denn die Fahrtmit dem Pkw ist nicht

nur häufig zeitaufwändiger, sondern

proKilometer auch teurer.

Die geringsten Kaufpreisvorteile

der 33 untersuchten Städte und Gemeinden

im Umland erzielen Berufspendler

mit einem Umzug nach Seelow

(Landkreis Märkisch-Oderland).

Käufer kommen dort nur 7,8 Jahre

lang günstiger weg, wenn sie täglich

„öffentlich“ nach Berlin pendeln. Autofahrer

hätten 6,7 Jahrelang Geld gespart.

Das liegt vor allem an der langen

Pendelstrecke von78Kilometern

und der eher ungünstigen Verkehrsanbindung.

Bus- und Bahnfahrer

sind rund zwei Stunden unterwegs,

Autofahrer immerhin noch fast anderthalb

Stunden.

Lange unterwegs

Auch ein Umzug nach Potsdam rentiert

sich trotz guter Verkehrsverbindungen

nicht lange: Nach acht Jahren

haben Bus- und Bahnpendler den

Kaufpreisvorteil

Autofahrer sogar schon

nach 3,7 Jahren, heißt

es in der Untersuchung.

Grund dafür

ist der recht hohe

Quadratmeterpreis

für Immobilien von

durchschnittlich

3589 Euro, der in der

brandenburgischen

verfahren,

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Landeshauptstadt fällig

wird. Der Kaufpreisvorteil gegenüber

dem Wohnungskauf in Berlin

fällt damit deutlich geringer aus als in

den weit günstigerenLandkreisen im

Speckgürtel.

Generell sind die Pendelzeiten aus

dem Berliner Speckgürtel indie City

recht lang: Nurbei sieben der 33 untersuchten

Städte brauchen Pendler

mit Bus- und Bahn weniger als 30 Minutenpro

Strecke.Autofahrersind lediglich

aus Teltow in weniger als einer

halben Stunde am Ziel. Eine Stunde

und mehr am Steuer sind keine Seltenheit.

Der Faktor Zeit ist für den

Pendelkostenrechner aber eine entscheidende

Größe.

DieBerechnung der Pendelkosten

in der Analyse basiert auf der

Annahme, dass ein Familienmitglied

in Berlin

arbeitet und 220 Mal

im Jahr dorthin pendelt.

Da auch Stadtbewohner

einen Arbeitsweg

zu bewältigen

haben, wird bei

dem Vergleich zugrunde

gelegt, dass die

Fahrtzeiten innerhalb der

City identisch sind mit denen des

Pendlers vonder Haustürzum Bahnhof

der betrachteten Stadt und vom

Berliner Hauptbahnhof zu seinem

Arbeitsplatz. Zusätzliche Zeiten entstehen

also für Pendler nur vomUmland-Bahnhof

zum Berliner Hauptbahnhof.

Analysiert wurden sowohl

die Fahrtzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln

als auch mit dem Auto.

In einem zweiten Schritt werden

die Pendelkosten berechnet: Einerseits

werden die Kosten für das Ticket

für Bus und Bahn beziehungsweise

für das Auto –inklusiveKaufpreis und

laufende Kosten –herangezogen. Andererseits

wird der zusätzliche Zeitaufwand

für den Umlandbewohner

mit dem in Berlin im Mittel erzielten

Bruttolohn im Jahr 2018 (23,07 Euro je

Stunde) veranschlagt.

„Mit der Berechnung der Pendelkosten

zeigen wir,wie wichtig die einzelnen

Faktoren sind –und wie sie am

Ende als Variablen die Kostenrechnung

beeinflussen“, sagt Christian

Hesse von der Postbank Immobilien

GmbH. „Von den günstigeren Preisen,

die imUmland locken, sollten

sich Kaufinteressierte nicht blenden

lassen, sondern ganz genau nachrechnen.“

Ulrich Paul ist froh, dass er

nicht zwischen Stadt und

Umland pendeln muss.

Berliner Dieselfahrer bekommen eine Schonfrist

Fahrverbote und neue Tempo-30-Zonen verzögern sich. Doch das nimmt die Deutsche Umwelthilfe nicht hin –und zieht nun erneut gegen das Land vor Gericht

VonPeter Neumann

Für manche Autofahrer in Berlin

liest es sich wie ein Horrorkatalog.

15 Straßenabschnitte sollen für

Dieselfahrzeuge bis einschließlich

Euro 5gesperrt werden. Für insgesamt

85 Teilstücke ist geplant, die

Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer

in der Stunde zu senken. So

will der Senat erreichen, dass weniger

gesundheitsschädliche Stickstoffdioxide

in die Luft entweichen.

Doch jetzt bekommen die Kraftfahrer

eine Schonfrist. Das nimmt die

Deutsche Umwelthilfe nicht hin –

und zieht nun erneut vorGericht.

Zuletzt hieß es, dass die Durchfahrverbote

und die neuen Tempo-

30-Zonen zum 1. Juli dieses Jahres

eingerichtet werden sollen. Dieser

Termin ließe sich aber nicht einhalten,

teilte die Senatsverwaltung für

Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

auf Anfrage der Berliner Zeitung mit.

Frühestens ab August

„Die Maßnahmen können nach jetzigem

Stand frühestens ab August

umgesetzt werden“, sagte JanThomsen,

Sprecher der Senatorin Regine

Günther (parteilos, für Grüne). Der

neue Berliner Luftreinhalteplan, der

die rechtliche Grundlage für die geplanten

Beschränkungen sein wird,

sei noch nicht fertig. „Beschluss und

Umsetzung verzögern sich um einige

Wochen“, erklärte Thomsen.

nen.„Der Senatsbeschluss zum Luftreinhalteplan

ist für Ende Juli geplant“,

sagte der Sprecher.

„Offensichtlich meint der Senat,

dass ein Urteil nur eine unverbindliche

Aufforderung ist – das ist ein

merkwürdiges Rechtsstaatsverständnis“,

entgegnete Peter Kremer,

der die Umwelthilfe vor dem Berliner

Verwaltungsgericht vertrat. Der

letztmögliche Termin für den neuen

Luftreinhalteplan war Ende März,

doch im Juni denke der Senat immer

noch über einen Entwurf nach –das

sei inakzeptabel, bemängelte der Jurist.

Darum will erdem Senat nun

auf gerichtlichem Weg Beine machen.

„Damit sich die Umsetzung

des rechtskräftigen Urteils nicht län-

Das Berliner Verwaltungsgericht

hatte den Senat im vergangenen Oktober

dazu verpflichtet, den Plan bis

zum 31. März 2019 so fortzuschreiben,

dass der Grenzwert für Stickstoffdioxid

künftig eingehalten wird.

Die Umwelthilfe hatte dieses Urteil

erreicht. Doch die Zeitvorgaben des

Gerichts waren „trotz hoher Arbeitsintensität

aller Beteiligten nicht ganz

einzuhalten, die frühe Sommerpause

kommt hinzu“, hieß es nun.

„Bis zum 31. Maikonnten schriftliche

Einwendungen zum Entwurf

des Luftreinhalteplans kommen, sie

werden geprüft und eingearbeitet“,

soThomsen weiter.Esfolge eine Mitzeichnungsphase,inder

sich andere

Senatsverwaltungen äußern könger

verzögert und die Berlinerinnen

und Berliner so schnell wie möglich

zu ihrem Recht auf saubere Luft

kommen, wird die Umwelthilfe einen

Vollstreckungsantrag einreichen“,

teilte der Verband am Montagnachmittag

mit. „In einem solchen

Vollstreckungsverfahren kann

das Gericht gegen den Senat bei

Nichtbeachtung eines Urteils Bußgelder

verhängen und notfalls auch

zu schärferen Maßnahmen greifen.“

Schmutzige Luft auch an der A100

Die Umwelthilfe betonte zudem,

dass sie den Luftreinhalteplan in seiner

jetzt geplanten Form für nicht

ausreichend halte.„Mit diesem Entwurf

lässt sich der Grenzwert weder

rechtzeitig noch überhaupt einhalten“,

sagte Kremer. Esreiche nicht

aus, nur wenige Straßenabschnitte

mit einer Gesamtlänge von 2,4 Kilometer

zu sperren –unter anderem

auf der Leipziger, Brücken-, Friedrich-

und Silbersteinstraße. Der Senat

lasse außer Acht, dass auch andere

Bereiche stark belastet seien –

etwa entlang der Stadtautobahn im

Bereich des Dreiecks Funkturm.

Nötig sei ein „zonales Dieselfahrverbot“,

das die Innenstadt umfasst,

bekräftigte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer

der Umwelthilfe. Nur

so werde esgelingen, „in Berlin als

eine der am stärksten mit Dieselabgasen

belasteten Stadt die Luftqualität

ausreichend zu verbessern“.


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 11 *

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Berlin

Nichts wie raus: So sieht es im Strandbad Wannsee fast immer aus, wenn die Hitze brennt. Werbraucht da schon das Meer?

DPA/HIRSCHBERGER

Die Stadt klebt

und brennt

Berlin ist heißer als Mallorca. Überall schwitzen

Menschen. Im Grunewald hat es gebrannt. Und in

den nächsten Tage kühlt es nur wenig ab

Gerudert: Kajakfahrer auf dem Landwehrkanal.

Gelöscht: An der Havelchaussee in Grunewald brannte der Wald.

DPA/ZINKEN

KLAUS OBERST

AmMontag war es so heiß in

Berlin und in Brandenburg,

dass der Deutsche

Wetterdienst (DWD) in der

Nacht zuvor eine amtliche Hitzewarnung

herausgegeben hat. Bis zu35

Grad Celsius könnte die Temperatur

am Montag steigen. „Man sollte genug

trinken und exzessiven Sportauf

kühlere Abendstunden verlegen“,

sagte Meteorologe Robert Noth vom

DWD. Für den Monat Juni sei es eindeutig

zu heiß, sagte er. „Es ist aber

kein Jahrhundertwetter.“

Die angekündigten 35 Grad

schaffte das Wetter zwar nicht, aber

33 Grad zeigten die Thermometer in

Berlin am Nachmittag immerhin an.

Werkonnte,suchte sich unter einem

Sonnenschirmen ein schattiges Plätzen.

Oder unter den Bäumen am

Ufer der Spree.

Die Freibäder und Schwimmbäder

waren gut besucht, allerdings

war es dort längst nicht so voll wie

am vergangenen Wochenende.Etwa

66 000 Besucher kamen an den ersten

beiden Juni-Tagen, sagte der

Sprecher der Berliner Bäderbetriebe,

Matthias Oloew. „Das war ein ordentlicher

Startindie Saison.“

Mitten in der Hitze ist in Grunewald

ein großes Feuer ausgebrochen.

An der Havelchaussee brannten

etwa 20 000 Quadratmeter

Waldboden. Ein Feuerwehrsprecher

sagte, essei kompliziert, das

Feuer zu löschen. Der ausgetrockneteWaldboden

könne bis zu einem

Meter tief schwelen. 50 Feuerwehrleute

waren im Einsatz, sie hatten

das Feuer allerdings schnell unter

Kontrolle.Doch es bleibt gefährlich:

DieHitzelässt die Waldbrandgefahr

in Berlin und Brandenburg weiter

steigen.

Das Bezirksamt Mitte hat am

Montag mitgeteilt, dass das im April

2019 ausgerufene Grillverbot im

Monbijouparkbestehenbleibe.„Die

derzeitige Hitzeperiode führt nach

wie vor zu einer hohen Brandgefahr“,

begründet das Amt seine Entscheidung.

In Brandenburg gilt

mittlerweile fast flächendeckend

die höchste Gefahrenstufe.„Für uns

beginnt eine heiße Woche“, sagt der

Waldbrandschutzbeauftragte von

Brandenburg, Raimund Engel.

Doch ganz so heiß wie am Montag

wird eswohl nicht bleiben. „Am

Dienstag macht die Hitzeeine kleine

Pause, die Temperaturen steigen auf

25 bis 30 Grad –imVergleich zu Montag

ist das eine kleine Abkühlung“,

sagt DWD-Meteorologe Noth. In

Berlin könnten es am Dienstag etwa

28 Grad werden. Am Mittwoch sehe

es ähnlich aus –mit Temperaturen

von bis zu 34 Grad. Normalerweise

liege die Mitteltemperatur Anfang

Juni bei 22 bis 23 Grad.„Daliegen wir

deutlich drüber“, erklärte der Wetterexperte.

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Für Donnerstag deute sich eine

vonWesten kommende Regen- und

Gewitterfront an. Auch in Brandenburg

und Berlin sei daher vielerorts

mit Gewittern und schauerartigen

Niederschlägen zu rechnen. Durch

diese Wetterlage kühle sich die Temperatur

auch wieder etwas ab –auf

etwa 25 Grad am Freitag. „Das ist für

Anfang Juni völlig normal.“ (str.)

Balanciert: Ein Junge planscht durch den Brunnen im Lustgarten.

Erholt: Ein Mann mit Handy liegt am Spreeufer in Treptow.

Gespritzt: Kinderspiele im Freibad Weißensee.

DPA/SOEDER

DPA/ZINKEN

THOMAS UHLEMANN


12 * Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Berlin

Lehrer und

Eltern planen

Schulbau mit

Dafür gibt es

nun klare Regeln

VonMartin Klesmann

Politiker bereiten ihre Pressekonferenzen

in der Regel akribisch

vor. Doch nicht immer kommt dann

das dabei heraus, was sie sich wünschen.

So passierte es am Montagmittag,

als Bildungssenatorin Sandra

Scheeres (SPD) die neue Regelung

zur Partizipation im Schulbau vorstellte.ImRahmen

der „Schulbauoffensive“

erhalten Lehrer und Elternvertreter

die Möglichkeit, bereits in

die Planungen einbezogen zu werden.

Scheeres schwärmte von den

neuen Schulbauten, die entstehen,

von dezentralen Team- und Lernhäusern

und von Grundschul-Compartments,

wo Lerngruppen und

ihre Pädagogen in eigenen Räumen

weitgehend unter sich bleiben. Mit

Scheeres auf dem Podium saß auch

Irina Wißmann, Leiterin der Grundschule

an der Bäke.„Wirwollen diese

Compartments so gar nicht, weil wir

finden, die Schüler können nicht

den ganzen Taganeinem Ort bleiben“,

sagte die Schulleiterin plötzlich

zur offensichtlichen Verwunderung

der Senatorin. An ihrer Schule

kooperiere man ja mit der Musikschule

und wolle, dass die Schüler

auch mal den Ort wechseln, um ruhiger

zu werden. Jetzt sollen an der

Schule ganz besondere„Bäke-Compartments“

geschaffen werden.

DerVorfall zeigt, dass Lehrer und

Eltern tatsächlich in die Planungen

eingreifen können, selbst wenn damit

Zielvorgaben der Politik ausgebremst

werden. DieBildungsverwaltung

hat nun klare Beteiligungsstufen

in einer Broschüreveröffentlicht.

Bei Schulsanierungen und Umbauten

ohne Wettbewerb werden Schulvertreter

noch vor den eigentlichen

Planungen informiert und konsultiert.

Planungsbüros führen moderierteWorkshops

durch, die konkrete

Ergebnisse bringen sollen. Dafür

stellt der Finanzsenator probetroffener

Schule zwischen 20 000 und

35 000 Euro bereit. Beim Umbau mit

Wettbewerb und beim Schulneubau

dürfen die Vertreter der Schule sogar

konkret mitgestalten und mitentscheiden.

„Ein Vertreter der Schulgemeinschaft

nimmt als stimmberechtigter

Sachpreisrichter an der Jury

teil“, sagt Hermann Budde, Vorsitzender

des Landesbeirats Schulbau.

Gerade bei Schulsanierungen lassen

sich aber die Wünsche nicht immer

umsetzen. Denkmal- und Brandschutz

setzen hier oft enge Grenzen.

Durch einen zugeparkten Radwegmuss eine Fahrradfahrerin auf die Fahrbahn ausweichen. Eine Woche werden jetzt Falschparkerverstärkt zur Kasse gebeten.

Großaktion gegen Falschparker

In dieser Woche gehen Polizei, Ordnungsämter und Verbände intensiv gegen Verkehrssünder vor

VonAndreas Kopietz, Klaus Oberst

und Lutz Schnedelbach

In dieser Woche werden Autofahrer

verstärkt zur Kasse gebeten,

die verkehrswidrig parken.

Mitdieser bis Freitag laufenden

gemeinsamen Aktion wollen Polizei,

BVGund die Ordnungsämter die Verkehrssicherheit

erhöhen. Es gehe dabei

nicht nur darum, Strafen zu verhängen,

sondern auch darum, Autofahrer

von mehr Rücksichtnahme zu

überzeugen, erklärte die Polizei.

„Vor allem in der Innenstadt werden

Rad- und Busspuren zu oft zugeparkt,

um sich die Parkplatzsuche zu

ersparen“, sagte ein Polizeisprecher.

„Wir werden Verstöße konsequent

mit Verwarngeld in Höhe von 10bis

35 Euro ahnden.“

An den nachhaltigen Erfolg der

Kontrollaktion glauben indes nicht

alle.Erhabe bereits mit seinen Kollegen

gewettet, dass einen Tag nach

den Kontrollen die Busspuren wieder

zugeparkt sind, sagte ein BVG-Busfahrer,

der auf der Linie 100 unterwegs

ist.„Falschparkernist es egal, ob

wir die Fahrpläne einhalten oder

nicht. Wir müssen dann den Unmut

der Fahrgäste ausbaden.“

Im Oktober 2018 wurden bei einer

ähnlichen Aktion in einer Woche in

Berlin 7515 Halte- und Parkverstöße

geahndet. 370 Fahrzeuge wurden

kostenpflichtig umgesetzt. Die jetzigen

Kontrollen begannen am Montagvormittag

auf der Schlüterstraße,

Ecke Kurfürstendamm in Charlottenburg.

Dieses Areal gehört zujenen,

die besonders vonFalschparkernbetroffen

sind.„Ich muss liefern, wie soll

ich das machen, wenn alles zugeparkt

ist?“, sagte der Fahrer eines Transporters.Erwar

einer der ersten, der zahlen

musste. „Das zahlt mein Chef“,

sagte er.Pünktliche Lieferung sei dem

wichtiger als 35 Euro. „Ich musste

dringend austreten“, rechtfertigte

eine Fiat-Fahrerin ihr Falschparken

auf dem Radweg. Polizisten belehrten

sie und kassierten zehn Euro.

Unter dem Motto „Knollen statt

Knöllchen“ setzt sich seit einigen Tagen

ein Bündnis aus zwölfVerbänden

für höhereStrafen ein. Um seiner Forderung

Nachdruck zu verleihen, startete

es eine Online-Petition. Das

Bündnis verlangt eine Erhöhung des

Bußgeldes für Falschparken auf mindestens

100 Euro. Dazu solle jeder

Verstoß mit einem Punkt in Flensburg

geahndet werden. DiePetition unterschrieben

bis Montagmittag 29 360

Menschen. Außerdem beteiligen sich

mehrereVerbände an der jetzigen Aktionswoche.Sosollen

in diesen Tagen

Falschparker mit sogenannten Gelben

Karten gekennzeichnet werden.

„Falschparkern ist es egal,

ob wir die Fahrpläne einhalten oder nicht.

Wir müssen dann den Unmut

der Fahrgäste ausbaden.“

Ein Busfahrer der Linie 100, der sich immer wieder verspätet, weil die

Busspur im Bezirk Mitte zugeparkt ist

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In diesem Jahr

soll es noch zwei

weitere Schwerpunkt-Aktionen

gegen

verkehrswidriges

Parken auf Fahrradund

Busspuren geben.

PlayStore.

Zudem will der Senat die Verkehrssicherheit

erhöhen. „Wir werden

noch in diesem Jahr die Fahrradstaffel

der Polizei von Mitte nach

DPA/ALEXANDER HEINL

Friedrichshain-Kreuzberg ausweiten“,

sagte Innensenator Andreas

Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss.

Die Fahrradstreife soll

personell verstärkt werden.

Rund 144 000 Unfälle haben sich

im vergangenen Jahr in Berlin ereignet.

Dritthäufigste Ursache neben

Abbiegefehlernund Missachtung der

Vorfahrt ist unangepasste Geschwindigkeit.

Deshalb soll auch das Rasen

öfter geahndet werden. An 32 Unfallschwerpunkten

stehen stationäreGeschwindigkeits-Überwachungsanlagen.

Laut Polizeipräsidentin Barbara

Slowik decken die Anlagen die unfallbelasteten

Kreuzungen nunmehr ab.

Die Grünen bezeichneten die Zahl

am Montag als zu gering.

Für mehrere hunderttausend

Euro proJahr sollen in diesem und in

den kommenden Jahren die mobilen

Radarfallen modernisiert werden.

60 Prozent der mobilen

Überwachungen finden

laut dem Leiter des Verkehrsdienstes

der Polizei,

Markus van Stegen,

vorSchulen, Kindergärten

und Seniorenheimen

statt. Neu

sind zwei Mess-Anhänger,die

die Polizei seit Februar

erprobt. Diese kamen

bisher 94 Mal zum Einsatz, es

wurden knapp 89 000 Geschwindigkeitsüberschreitungen

gemessen.

„Diese Hänger sind eine tolle Ergänzung

zu unserer bisherigen Technik“,

sagte van Stegen. „Sie sind rund um

die Uhreinsetzbar und sehr robust.

Berlin hofft auf

Energiesparte

von Siemens

Hauptstadt als Sitz von „Gas

and Power“ im Gespräch

VonUlrich Paul

Der Berliner Senat hofft, dass der

Technologiekonzern Siemens

den Sitz seiner Energiesparte „Gas

and Power“ aus dem US-Bundesstaat

Texas in die deutsche Hauptstadt verlegt

–und damit seine Präsenz an der

Spreeweiter ausbaut.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop

(Grüne) sagte am Montag: „Wir werden

uns mit aller Kraft dafür einsetzen,

dass Berlin auch für die Energiesparte

unseres Partners das neue Zuhause

wird.“ Gemeinsam mit Siemens

arbeite die Stadt schon jetzt

„eng und intensiv an dem zukunftsweisenden

Projekt Siemensstadt 2.0.“

Dabei entstehe ein neues, auch klimafreundliches

Quartier mit einer

Mischung aus Forschen, Entwickeln,

Arbeiten und Leben. „Kernthemen

sind Energieerzeugung, dezentrale

Energie- und Gebäudetechnik sowie

moderne Mobilität – der perfekte

Standortalso für die Siemens Gasand

Power“, so Pop. Siemens hatte sich

erst im vergangenen Jahr entschieden,

seinen Zukunftscampus für 600

Millionen Euro auf dem alten Industriegelände

in der Spandauer Siemensstadt

zu errichten.

Derzeit ist der Sitz von „Gas and

Power“ (27 Milliarden Euro Umsatz,

88 000 Beschäftigte) noch in Houston.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung

(FAZ) berichtete am Montag jedoch,

dass Siemens den Sitz wohl in

die Bundeshauptstadt verlegen

werde. Spätestens im September

2020 solle Siemens Power an der

Frankfurter Börse gehandelt werden.

Nach langer Zeit könnte Berlin dann

wieder zur Adresse eines Dax-Konzerns

werden. In Wirtschaftskreisen

wird eine Entscheidung über den

künftigen Sitz der Siemens-Energiesparte

bis Ende des Jahres erwartet.

Es gebe für Siemens aber mehrere

Optionen, heißt es.AlsVoraussetzung

für eine Entscheidung zugunsten

Berlins gilt, dass dies unternehmerisch

sinnvoll ist. Siemens wurde in

Berlin gegründet. Mit11000 Beschäftigten

ist Berlin größter Standort des

Konzerns.Anders als in Europa gibt es

in den USA zwar einen Marktfür Siemens-Turbinen

aus Berlin. Diepolitischen

Rahmenbedingungen in den

USA gelten jedoch nicht als die besten,

nachdem US-Präsident Trump

im Ringen um milliardenschwere

Aufträge im Irak zugunsten des US-

Konzerns General Electric intervenierthatte.

„Ostseewind“, 2015

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Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 13

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Berlin

Noch wird auf dem Boden serviert: Der Thai-Markt im Wilmersdorfer Preußenpark

BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN

Das Pad-Thai-Problem

Der asiatische Straßenmarkt im Preußenpark wird neu geordnet. Bis das Konzept steht, zeigt die Polizei hin und wieder Präsenz

VonMechthild Henneke

Die Frauen sitzen auf flachen

Schemeln und bieten

in Plastikschalen Pad

Thai, Rindfleisch mit Gemüse

und Reis,und sogar Heuschrecken

an. Dicht an dicht hocken sie

nebeneinander, die meisten sind

Asiatinnen aus Thailand, den Philippinen

und China, ein paar Männer

sind auch dabei. Sieunterhalten sich

von Stand zu Stand. Wer zuihnen

tritt, hat Mühe,den Blick derVerkäuferinnen

zu erhaschen. Augenkontakt

wirdauf dem Thaimarkt vermieden.

Das Bild, das sich dem Besucher

auf dem Gelände am Fehrbelliner

Platz in Wilmersdorf bietet, ist immer

wieder überraschend: Berlin

fühlt sich auf diesen Quadratmetern,

die eigentlich Preußenpark heißen,

wie ein Stück Asien an. Auch die gastronomischen

Arbeitsbedingungen

sind fremd: Fließend Wasser,professionelle

Kühlung von Fleisch und

Gemüse und Vorschriften für Hygiene

–was sonst beim Verkauf von

Lebensmitteln in Berlin streng eingefordertwird,

scheint weit weg.

Seit 20 Jahren ist der Thaimarkt

am Wochenende im Preußenpark

eine Institution. Er begann als Treffpunkt

von Frauen aus Südostasien,

die dort kochten und ihr Essen an

Passanten verkauften. Die Atmosphäre

war familiär, dann schlossen

sich immer mehr Menschen an,

auch asiatische Restaurants begannen

dort zukochen. Lange ging das

gut, doch in den letzten Jahren gab es

Streit.

NurPräsenz gezeigt

DerTrubel und die vielen blauen Säcke

nach Ende des Verkaufs störten

die Anwohner. Die große Rasenfläche

ist überstrapaziertund hat keine

Zeit zur Regeneration. Die Proteste

wurden lauter und das Bezirksamt

sah Handlungsbedarf.

Polizei und Ordnungsamt sollen

im Park präsenter sein. Daswar auch

der Grund, warum die Ordnungshüter

am vergangenen Sonnabend vor

Ort waren –und der Markt deshalb

ausfiel. Der Bezirksstadtrat für Ordnungsangelegenheiten,

Arne Herz

(CDU), sagte am Montag dazu: „Wir

wollen den Markt nicht kaputt machen,

sondern den Anwohnern zeigen:

Wir tun etwas.“ Generell könne

der Marktweiter stattfinden.

Dasbegrüßen die zahlreichen Besucher.

Bei schönem Wetter ist im

Thaipark, wie er auch genannt wird,

kein Fleckchen Rasen frei. „Hier

empfinde ich ein Gefühl von Freiheit“,

sagt Krzysztof, ein 34-jähriger

Sozialarbeiter, der mit seiner Frau

auf der Wiese im Schneidersitz sitzt.

„Das Essen ist lecker und nicht teuer,

man kann sich auch einen kleinen

Mojito holen“, sagt die Studentin

Eva, 23. Die Besucher sehen jedoch

auch, dass die Essenstände und die

vielen Gäste die Natur strapazieren.

„Der Boden ist staubig und es

kommt leicht Dreck ins Essen“, sagt

eine Frau.

Der Park soll jetzt umorganisiert

werden. Deshalb lud das Bezirksamt

Studenten der TU Berlin ein, Pläne

für seine Umgestaltung zu entwerfen.

DieErgebnisse wurden im Frühjahr

auf einer Bürgerversammlung

vorgestellt. DerPlan „Heimathafen –

multikulturelle Begegnungszone“

vonLene Anne Sommer,29, und Robin

Schick, 24, Masterstudenten im

Studiengang Landschaftsarchitektur,fand

am meisten Anklang.

„Die Gestaltung ist ein bisschen

in die Jahregekommen“, sagt Schick.

Der Spielplatz am Eingang Konstanzer

Straße wird nach ihrem Entwurf

in die Mitte des Parks verlegt. An

seine Stelle wird eine etwa 1000

Quadratmeter große, befestigte Fläche

mit einem Multifunktionsgebäude

am Rand gebaut. Die Fläche

wird leicht erhöht und ragt wie ein

Balkon in das Rasenrondell. Besucher

können auf den Rändernsitzen

und zum Beispiel essen.

Das Multifunktionsgebäude beherbergt

einen Kiosk, Toiletten, eine

Waschküche, eventuell ein Café. Es

soll als Unterstand für sogenannte

Marktmobile dienen. Diese Wägelchen,

die erst noch gebaut werden

müssen, gehören zur neuen Organisation

des Thaimarkts. Die Händler

holen sich die Marktmobile morgens

aus dem Lager, schieben diese auf

die vorgesehene Fläche und geben

sie abends wieder ab.„In der Fläche

befinden sich Anschlüsse, zum Beispiel

für Strom und Wasser“, sagt

Schick. So sollen sich auch die hygienischen

Bedingungen verbessern.

Weniger Stände

Eine wichtige Neuerung: „Die Zahl

der Verkaufsstellen wird auf 60 beschränkt“,

kündigt Oliver Schruoffeneger

(Grüne), Bezirksstadtrat für

Umwelt, an. Eine offizielle Registrierung

derVerkäufer sei aber nicht vorgesehen.

Das Provisorische des

Thaimarkts soll erhalten bleiben.

Auch das Flair soll nicht zerstörtwerden.

„Man kann weiterhin auf der

Wiese sitzen und essen, aber es kann

nicht das pure Chaos ausbrechen“,

sagt Schruoffeneger. Die Marktmobile

soll ein Träger ausgeben, etwa

eine gemeinnützige Stiftung.

Das Bezirksamt beauftragt derzeit

ein Planungsbüro, den Entwurf

in Zusammenarbeit mit den Studenten

zu einem konkreten Plan auszuarbeiten.

Im Herbst wird die neue

Lösung auf einer Bürgerversammlung

vorgestellt. Auch Köchinnen

des Thaimarkts sollen gehört werden.

Im kommenden Jahr sollen die

Veränderungen umgesetzt werden.

Die Köchinnen sind skeptisch, was

auf sie zukommt. „Wir müssen abwarten,

was passiert“, lautet die Antwortauf

Fragen nach der Zukunft.

Das Stück Asien hat es mittlerweile

in viele Reiseführer geschafft.

An diesem Abend kommt kurzvorm

Abbau der Stände ein älteres Ehepaar

aus Malaysia, um sich Essen zu

kaufen.„Wir sind gerade in Berlin gelandet

und wollen die Stadt besichtigen.

Jetzt freuen wir uns, hier ein

Stück Heimat zu finden“, sagen sie.

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Wir trauern um unsere liebe Mutter, Großmutter,

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*26.05.1928 †14.05.2019

Die Urnenbeisetzung fand am 1. Juni 2019 im

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Berlin

Senat zahlt

Zuschüsse für

Elektroautos

Förderprogramm soll bis

2020 verlängert werden

VonPeter Neumann

So unbeliebt scheinen Elektrofahrzeuge

nun doch nicht zu

sein. Jedenfalls machen Berliner Unternehmer

vonder Möglichkeit, sich

den Kauf fördern zu lassen, regen

Gebrauch. Das Interesse am Förderprogramm

wirtschaftsnahe Elektromobilität

(WELMO) „übertrifft die

Erwartungen“, stellt die Wirtschaftsverwaltung

fest. Mittlerweile gingen

proMonat 140 bis 150 Anträge ein.

„Mich freut die große Nachfrage

sehr, auch die Wirtschaft will ihren

Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so

Senatorin Ramona Pop (Grüne). Sie

will an diesem Dienstag dem Senat

vorschlagen, WELMO über 2019 hinaus

bis Ende 2020 zu verlängern.

Das Programm richtet sich ausschließlich

an Selbstständige, kleine

und mittlere Unternehmen. Für ein

Elektroauto gibt es bis zu 4000, für

ein Nutzfahrzeug bis zu 8000 Euro.

Das Land fördert auch Elektroroller

und E-Bikes. Die Kosten für Ladesäulen

werden bis zu 50 Prozent erstattet

–maximal 30 000 Euro. Beratungszuschüsse

und Abwrackprämien

sind ebenfalls vorgesehen.

1218 Anträge trafen seit dem vergangenen

September ein. Daringing

es um 1556 Fahrzeuge,in306 Fällen

um Ladeinfrastruktur und in 40 Fällen

um Beratung. BisEnde Aprildieses

Jahres wurden 577 Anträge bewilligt

–fast 2,7 Millionen Euro. 180 geförderte

Elektrofahrzeuge wurden

bereits ausgeliefert. In Berlin waren

Anfang des Jahres 4957 solcher

Fahrzeuge zugelassen, so der Senat.

Neustart für Klößchen &Co. im Kino

ROBERT THALHEIM

hat schon mit seinem jüngsten Kinofilm

für Erwachsene gezeigt, dass er

liebevoll mit Kult umgeht. In „Kundschafter

des Friedens“ entdeckten

2017 viele Zuschauer Hinweise auf

Vorbilder des Agentenfilms in Ost

und West (mit einem Schwerpunkt

auf der östlichen Ausprägung). Am

Donnerstag startet in den deutschen

Kinos nun der Kinofilm„TKKG–Jede

Legende hat ihren Anfang“, mit dem

eine Filmreihe neu gestartet werden

soll, die auf der Jugendbuchreihe

„TKKG“ basiert. Thalheim erzählt

dabei das Kennenlernen von Tim,

Willi (genannt „Klößchen“), Karl und

Gabi, die Klößchens Vater aus den

Fängen von Entführern befreien

müssen. Große Deutschlandpremiere

wurde am Sonntag in der

Lichtburg in Essen gefeiert. Eine

kleine Berlin-Premiere gab es am

Montagabend im Zoo-Palast.

MANUEL SANTOS GELKE

übernahm in „TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang“ die Rolle von Karl

(und wird demnächst im „Benjamin

Blümchen“-Kinofilm als Otto zu sehen

sein). Der 13-Jährige steckt gut

im TKKG-Stoff, kennt eine dreistellige

Zahl der Geschichten als Bücher

oder Hörspiele. Das hat er dem

Schauspieler TomSchilling voraus,

der im Kinofilm den Lehrer Pauling

spielt. Und seine bisherige TKKG-

Abstinenz damit begründet, dass er

in der DDR aufgewachsen ist. Dabei

war er beim Fall der Mauer sieben

Jahrejung und damit im besten Alter

für diese Reihe. Sie hat ihn trotzdem

nie erreicht. Nun, wo er selbst zum

Teil des „TKKG“-Universums geworden

ist, will er allerdings nicht ausschließen,

dass seine Kinder die Geschichten

mal zu hören bekommen,

wenn sie das passende Alter dafür erreicht

haben.

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

TKKG feiert Berlin-Premiere im

Zoo-Palast. MaxMara-Show im

Neuen Museum

„Die Hauptdarsteller des Films „TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang“: lyes Moutaoukkil,

Manuel Santos Gelke, Lorenzo Germeno, (v.l.) und Emma Luise Schimpf. CHRISTIAN SCHULZ (3)

Anna Sharypova und André Schürrle

Gast bei MaxMara: NickyHilton Rothschild.

LUIGI MARAMOTTI

hatte sich einen besonderen Ort für

die Show mit den neuesten Entwürfen

seiner Firma MaxMara ausgesucht:

Am Montagabend wurden die

im Neuen Museum auf der Museumsinsel

gezeigt. In den vergangenen

Jahren war man mit den Kollektionen

auf großer Welttournee gewesen

und hatte sie in London, New

York und Reggio Emilia (am norditalienischen

Firmensitz) gezeigt.

ANDRÉ SCHÜRRLE

kam gemeinsam mit seiner Frau

Anna Sharypova. Der Fußball-Weltmeister

von2014, der zuletzt vonseinem

Verein Borussia Dortmund an

den FC Fulham ausgeliehen war

(den Aufsteiger der abgelaufenen

Saison aber nicht vor dem direkten

Wiederabstieg in die Zweitklassigkeit

bewahren konnte), hat in der spielfreien

Zeit Muße für solche Termine.

Wo er nächste Saison spielen wird,

kann er noch nicht sagen: „Ich habe

Vertrag in Dortmund. Das ist das

Einzige, was da ist.“ Den Abend im

Museum verbrachten seine Frau und

er auf Abruf. Ihre gemeinsame Tochter

Kaia, die am 24. April geboren

wurde, befand sich in familiärer Obhut.

Der Papa: „Die Kleine hat Vorrang.

Wenn sie die Mama braucht,

sind wir schnell da.“

NICKY HILTON ROTHSCHILD

erzählte zum Entzücken der zahlreich

erschienenen Reporter von

Boulevardmagazinen von ihrer

deutlich berühmteren Schwester Paris

Hilton: „Meine Schwester ist

schwerer zu erreichen als der Präsident.

Manchmal bin ich ihr richtig

böse, weil sie nicht zurückruft.“

Ebenfalls unter den Gästen: Xenia

Gorbatschowa (ja, die Enkelin),

Opernsängerin Aida Garifullina,

Schauspielerin Angela Bassett.

POLIZEIREPORT

Biker schwer verletzt.

Zwei Motorradfahrer sind am Sonntag

bei Unfällen in Tempelhof und

Rummelsburgschwer verletzt worden.

Gegen 13 Uhrwar auf der Ringbahnstraße

ein 31 Jahrealter Biker

mit dem Tesla eines 47-Jährigen zusammengestoßen.

Beider Kollision

stürzte der Motorradfahrer vonseiner

Maschine.Erwurde gegen einen

Baum geschleudert. DasMotorrad

prallte anschließend gegen drei geparkte

Autos.Der Biker schwebt in

Lebensgefahr.Sieben Stunden später

prallte ein 40 Jahrealter Biker auf

der Kynastbrücke frontal gegen den

Renault einer 75-Jährigen. Der40-

Jährige hatte zuvor ein vorihm fahrendes

Auto überholt und den ihm

entgegenkommenden Pkw übersehen.

DerMotorradfahrer kam mit

schwersten Beinverletzungen in ein

Krankenhaus.

Bar ausgebrannt.

In einer Table Dance Barinden Wilhelminenhöfen

in Schöneweide ist

in der Nachtzum Montag ein Feuer

ausgebrochen. DasLokal wurde erheblich

beschädigt. Verletzt wurde

niemand. DiePolizei geht vonvorsätzlicher

Brandstiftung aus.

Raser gestoppt.

Polizisten haben in der Nachtzum

Sonntag in Heiligensee einen Raser

gestoppt. Der19-jährige Fahrer

wurde gezwungen in der Heiligenseestraße

seinen Mercedes-Benz anzuhalten.

DasAutound der Führerschein

des 19-Jährigen wurden beschlagnahmt.

Fuchs von Qualen erlöst.

Am Falkenseer Damm in Spandau

hat ein Polizist am Sonntagabend einen

Fuchsvon seinen Qualen erlöst.

DasTier war vermutlich angefahren

worden. Es konnte sich nicht mehr

selbstständig bewegen. (ls.)

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Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 15 *

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Berlin/Brandenburg

Fünf Berliner

Polizisten

angezeigt

Weil die Senatoren Geisel

und Breitenbach uneins sind

VonAnnika Leister

Fünf Berliner Polizisten sind in

den vergangenen Monaten wegen

Hausfriedensbruchs angezeigt

worden –weil sie ihren Jobmachten.

Grund für die Anzeigen sind unterschiedliche

Rechtsauffassungen der

Innenverwaltung unter Andreas Geisel

(SPD) und der Sozialverwaltung

unter Elke Breitenbach (Linke). Geisel

bezog zudem Streit am Montag

im Innenausschuss Stellung.

Im Kern geht es um die Frage, ob

die Polizei im Rahmen von Abschiebungen

Flüchtlingsunterkünfte betreten

darf. Die linksgeführte Sozialverwaltung

ist der Ansicht, dass die

Polizei ohne Durchsuchungsbeschluss

keinen Zutritt erhalten darf.

Dabei stützt Breitenbachs Haus sich

auf Artikel 13 im Grundgesetz, der

die„Unverletzlichkeit derWohnung“

zusichert. Aus Sicht der Sozialverwaltung

fallen auch Räume in

Flüchtlingsheimen unter diese

Schutzklausel.„Diese Auffassung besteht

hier schon länger, sie wurde

nur bisher zum Teil nicht eindeutig

umgesetzt“, sagte eine Sprecherin

am Montag der Berliner Zeitung. Im

vergangenen Monat habe man die

Betreiber von Flüchtlingsunterkünften

noch einmal per Schreiben informiert,

dass sie der Polizei den Zugang

verweigerndürften.

Neue Regelungen durch Bundestag

Diefür die Polizei zuständige Innenverwaltung

sieht das anders: Sie beruft

sich auf Paragraf 58 im Aufenthaltsgesetz

sowie drei weitere Paragrafen

und kommt zu dem Schluss,

dass Polizisten Flüchtlingsheime bei

Abschiebungen betreten dürfen. Innensenator

Geisel sagte am Montag,

er habe versucht, den Streit in der vorigen

Senatssitzung beizulegen. Das

allerdings sei am „Widerstand“ von

Breitenbach gescheitert. Um den

Streit nicht auf dem Rücken vonPolizisten

auszutragen, von denen fünf

schon angezeigt worden seien, habe

er eine vorübergehende Weisung erlassen.

Demnach gehen Polizisten

zurzeit nicht in Flüchtlingsheime,

um Abschiebungen durchzuführen.

„Ich möchte nicht, dass Polizisten

vonDritten angezeigt werden bei der

Durchsetzung von geltendem

Recht“, so Geisel. Polizisten wie

Heimleitungen bräuchten Rechtssicherheit.

Geisel hofft darauf, dass

der Bundestag diese Klarheit am

Freitag mit einer entsprechenden

Regelung schafft.

Der neue CDU-Landesvorsitzende

KaiWegner kritisierte die Weisung

des Innensenators scharf als

„Einknicken“ vor den Linken und

eine „Bankrotterklärung des Rechtsstaates“.

Geisel verfehle sein Amt,

wenn er es nicht hinbekomme, Abschiebungen

durchzusetzen.

Auch Bettina Jarasch, Sprecherin

für Integration der Grünen, kritisierte

die „öffentliche Weisungsschlacht“

zwischen den Verwaltungen. Für sie

wirddas Thema aber auch nach Klarstellung

auf Bundesebene aktuell

bleiben. Die Grünen lehnen Gesetze

zur Erleichterung von Abschiebungen

ab,wie sie am Freitag vermutlich

im Bundestag beschlossen werden.

„Politisch wird das Thema weiter auf

der Agenda bleiben.“

Innensenator Geisel will weiter aus

Flüchtlingsheimen abschieben.

DPA

Gedenkstein für Mehmet Kubasik in Dortmund, der ein Mordopfer der Terrorgruppe NSU war. Insgesamt brachte der NSU zehn Menschen um.

Brandenburg und die Morde des NSU

DerPotsdamer Untersuchungsausschuss legt Abschlussberichtvor –die Bewertungen gehen weit auseinander

VonJens Blankennagel, Potsdam

Es gehört zu den größten

Skandalen der bundesdeutschen

Sicherheitsbehörden,

dass sie nicht erkannten

oder dass sie es verschwiegen,

dass ab dem Jahr 2000 die Terrorgruppe

Nationalsozialistischer

Untergrund (NSU) insgesamt zehn

Menschen ermordete. Neun davon

waren Einwanderer oder Ausländer.

Die Hintergründe des „NSU-Komplexes“

–wie die Sache in Anlehnung

an den Begriff vom linksextremistischen

„RAF-Komplex“ genannt wird

–sind noch lange nicht aufgeklärt.

Einen Beitrag zur Aufklärung

wollte und sollte ein Untersuchungsausschuss

des Brandenburger Landtages

leisten. Doch die Ergebnisse

des Ausschusses werden vonden beteiligen

fünf Landtagsfraktionen

höchst unterschiedlich, teilweise sogar

recht gegenteilig bewertet.

Die einen sagen: Die Sicherheitsbehörden

haben zwar schlampig gearbeitet,

aber nicht gegen Gesetze

verstoßen. Dieanderen erklären: Der

Verfassungsschutz hat der Polizei

entscheidende Fakten verheimlicht,

es wurden auch Straftaten von den

Behörden verschwiegen oder sogar

selbst begangen.

MassiveMängel

Dieunterschiedlichen Auffassungen

der Fraktionen können so zusammengefasst

werden: DieSicherheitsbehörden

– vor allem der Verfassungsschutz

–haben auf keinen Fall

zufriedenstellend gearbeitet; sie waren

sich nicht bewusst, dass es sich

tatsächlich um potenzielle Terroristen

handeln könnte,und es gab massive

Mängel im Umgang mit sogenannten

V-Leuten – also „Vertrauensleuten“

oder auch Spitzeln in der

Neonazi-Szene. Der Potsdamer

Landtag wurde aktiv,obwohl die drei

direkten NSU-Mitglieder aus Sachsen

stammten, aber sie hatten überall

Unterstützer in der Neonazi-

Szene.SoauchinBrandenburg.

Dem Brandenburger Verfassungsschutz

kommt in diesem Zusammenhang

durchaus eine besondereBedeutung

zu, denn es geht um

die grundsätzliche Frage, ob die

Mordserie vielleicht hätte sogar verhindert

werden können. Denn es

gibt die unrühmliche Geschichte um

einen Brandenburger V-Mann aus

der Neonazi-Szene. Carsten Szczepanski

aus Berlin-Neukölln galt Anfang

der 90er-Jahreals gefährlichster

Neonazi inBrandenburg. So wurde

er 1995 wegen eines Mordversuchs

zu acht Jahren Haft verurteilt, weil er

mit anderen Neonazis einen Lehrer

aus Nigeria ins Koma geprügelt

hatte.

NSU-Tatort: Nach einer Explosion in Köln im Jahr 2004.

Die Terrorgruppe Nationalsozialistischer

Untergrund

(NSU) bildete sich 1999. Direkte

Mitglieder waren die

drei Neonazis UweMundlos,

UweBöhnhardt und Beate

Zschäpe. Sie stammten aus

Jena, waren erst in der Szene

aktiv,lebten dann ab 1998

im Untergrund vorallem wohl

in Chemnitz und Zwickau.

Unklar ist, wie viele Unterstützer

diese Terroristen in

der Szene hatten. Manche

Experten gegenvon bis zu

200 Leuten aus.

NEONAZI-TERROR

Der NSU ermordete von

2000 bis 2007 neun Migranten

und eine Polizistin.

Der Terrorgruppe werden 43

Mordversuche zugeordnet,

drei Sprengstoffanschläge

und 15 Raubüberfälle. Obwohl

das Trio Kontakt zu

V-Leuten der Ermittlungsbehörden

hatte, war in der Öffentlichkeit

völlig unbekannt,

dass es sich um eine Mordserie

handelte, die vonNeonazis

verübt wurde. Das

wurde erst nach dem Todder

zwei NSU-Männer bekannt.

In der U-Haft soll der Neonazi

dann zum V-Mann des Verfassungsschutzes

geworden sein. Bei seinen

Spitzelberichten soll er vor dem

mörderischen Trio aus Sachsen gewarnt

haben.

Der Vorwurf gegen die Sicherheitsbehörden

lautet nun: Hätten sie

die Warnung ernst genommen, und

hätten die Ermittler intensiv nach

den drei im Untergrund lebenden

Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und

Beate Zschäpe gesucht, wären die

Neonazis eventuell verhaftet worden

–bevor sie zu Mördernwurden.

Das ist die Kernfrage, der der

Potsdamer Untersuchungsausschuss

seit Juli 2016 in 45 Sitzungen

und in 291 Stunden nachging und

dabei etwas mehr als eine Millionen

Blätter Akten produzierte. Nun kam

der Ausschuss nicht zu einer gemeinsamen

Bewertung. Üblicherweise

ist es das Ziel in solchen Untersuchungsausschüssen,

dass eine ge-

DPA/ROSAR

Mundlos und Böhnhardt

wurden am 4. November

2011 tot in einem Wohnwagengefunden.

Die Theorie eines

Selbstmordes ist hochumstritten.

Die Gruppe

wurde erst bekannt, als

Beate Zschäpe nach dem

Todder beiden ein Bekennervideo

verschickte. 2018

wurde Zschäpe als Mittäterin

zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Oberlandesgericht

München stellte zudem die

besondere Schwere ihrer

Schuld fest.

meinsame Abschlusserklärung verfasst

wird. Doch selbst die

Bewertung innerhalb vonRot-Rot ist

gegensätzlich.

So sagte der ehemalige Brandenburger

Justizminister Volkmar Schöneburgfür

die Linke,dass derVerfassungsschutz

bereits vor der Mordserie

von ihrem V-Mann „verwertbare

Informationen“ zum NSU-Trio besessen

habe.„DerVerfassungsschutz

wäre zur direkten Weitergabe an die

Strafverfolgungsbehörden verpflichtet

gewesen, kam dem aber nicht

nach.“

Schöneburg sagte, der Geheimdienst

habe „rechtswidrig“ gehandelt.

Hätte man die Warnung des

V-Mannes ordnungsgemäß nach

Sachsen und Thüringen weitergeben,

hätten man dort entsprechend

reagieren können. „Eine Ergreifung

des NSU-Trios und seines Unterstützernetzwerkes

ist dadurch zumindest

erschwertworden.“

DPA/BERND THISSEN

BjörnLüttmann vonder SPD sagte

hingegen: „Die Brandenburger Behörden

haben den Zugriff auf das

NSU-Trionicht behindert.“ In der Bewertung

geht es um Detailfragen: So

sagte Lüttmann, dass die Infos durchaus

mündlich an die Ermittler in

Sachsen und Thüringen weitergegeben

worden seien, diese hätten aber

nichts damit angefangen. Der Vorwurflautet

nun: Hätten die Brandenburger

die Warnung schriftlich weitergegeben

–als offiziellen Akteneintrag

–dann hätte sie niemand unter

den Tisch fallen lassen können.

CDU-Vertreter Björn Lakenmacher

erklärte: „Ich kann die klare

Aussage nicht treffen, dass die

Morde hätten verhindert werden

können, wenn die Brandenburger

Behörden anders gehandelt hätten.“

GegenVerfassungsschutz

Undsounterscheiden sich die Sichten:

Die CDU hält den Verfassungsschutz

weiterhin für einen notwendigen

Teil der hiesigen Sicherheitsarchitektur,

auch wenn die Führung

der V-Leute deutlich verbessert werden

müsse. Die Linke sagte, der Geheimdienst

habe nicht beweisen

können, dass er unverzichtbar sei. Er

sollte abgeschafft und durch eine

„Koordinierungsstelle“ zur Dokumentation

neonazistischer,rassistsicher

und antisemitischer Bestrebungen

ersetzt werden. Zudem wirft die

Linke Mitarbeitern von Sicherheitsund

Justizbehörden vor, Ermittlungen

in anderen Bundesländern„torpediert“

zu haben. Zudem hätten

sichV-Mann-Führer an Straftaten ihrer

V-Leute beteiligt, weil sie zum

Beispiel die Produktion von Hassmusik

anregten.

Die Linke erhebt sogar den Vorwurf,

dass das Innenministerium

mit einzelnen Staatsanwaltschaften

Absprachen getroffen habe, umzu

verhindern, dass Straftaten von V-

Leuten oder Beamten des Verfassungsschutzes

verfolgt werden.

Auch die Grünen teilen einige

Einschätzungen der Linken. So sagte

Ursula Nonnemacher, dass die Infos

des V-Mannes hätten weitergegeben

werden müssen. „Das hätte die

Chancen erhöht, sie rechtzeitig zu

schnappen.“ Folglich treffe Brandenburg

eine gewisse Mitschuld an

den beispiellosen Verbrechen des

NSU. Aus diesem Grund sollte das

Land dem Thüringer Beispiel folgen

und finanzielle Mittel für die Opfer

und Angehörige sowie für Geschädigte

des NSU bereitstellen.

Jens Blankennagel

ist schockiertvom Handeln

einiger Sicherheitsbeamter.

Werbung für

Lehrberufe

NACHRICHTEN

Um Schüler für die Berufsausbildung

in der Region zu gewinnen,

setzt die Industrie- und Handelskammer

(IHK) Ostbrandenburgauf

sogenannte Ausbildungsbotschafter.Azubis

erzählen vorSchulklassen

aus ihrem Lehrlingsalltag, beantworten

Fragen rund um Arbeitstag, Entlohnung,

Aufstiegsmöglichkeiten

und Voraussetzungen für den Beruf.

Im IHK-Bereich Ostbrandenburg

werden insgesamt 135 unterschiedliche

Lehrberufe ausgebildet. 86

Ausbildungsbotschafter hat die IHK

Ostbrandenburginden vergangenen

zwei Jahren geschult, 75 vonihnen

sind derzeit in der Uckermark,

dem Barnim, in Märkisch-Oderland,

Oder-Spree sowie in Frankfurt

(Oder) unterwegs. (dpa)

Schwere Unfälle

auf der A12

BeizweiUnfällen auf der A12 sind

am Montag ein Mensch getötet und

ein weiterer schwer verletzt worden.

Zwischen der Anschlussstelle Fürstenwalde

West und Storkow(Oder-

Spree) fuhr laut Polizei ein 49-jähriger

Fahrer mit seinem Auto an einem

Stauende auf einen Lastwagen auf.

EinNotarzt konnte nur noch denTod

des Mannes feststellen. DieAutobahn

war in Richtung Berlin für etwa

drei Stunden gesperrt. Wenige Stunden

später krachte zwischen Briesen

(Oder-Spree)und Fürstenwalde Ost

ein 36-jähriger Lastwagenfahrer mit

seinem Lkw in einen stehenden Sattelzug.

DerMann wurde schwer verletzt.

(dpa)

Besucherrekord bei

Spargelfest

Eine Spargelpyramide fährtzum Fest

durch die Innenstadt von Beelitz.

DPA

Nach dem Spargelfest in Beelitz

(Potsdam-Mittelmark) hat die Stadt

eine positiveBilanz gezogen. „Das

Fest war ein voller Erfolg mit erstmals

über 40 000 Besuchern“, wie

Stadtsprecher Thomas Lähns am

Montag sagte.Gut angenommen

wurden die etwa 20 000 Mehrwegbecher,die

vorabandie Getränkehändler

verteilt wurden. Dadurch

habe es weniger Müll gegeben. Erstmals

hatte die Stadt auch Shuttlebusse

vomBahnhof in die Innenstadt

eingesetzt. Am Sonntag wurde

Beelitz offiziell als „Fairtrade-Stadt“

ausgezeichnet. DieStadt bemüht

sich seit anderthalb Jahren mit PartnernausWirtschaft

undVereinen besonders

um Nachhaltigkeit. (dpa)

LOTTO-QUOTEN

Samstag-Lotto:

3-15-22-25-29-30, Sz. 7

QUOTEN

Klasse 1: Unbesetzt

Klasse 2: 1x1575 704,90 Euro

Klasse 3: 63 x12505,50 Euro

Klasse 4: 545 x4336,80 Euro

Klasse 5: 4356 x180,80 Euro

Klasse 6: 32 698 x48,10 Euro

Klasse 7: 85 082 x18,50 Euro

Klasse 8: 633 812 x11,10 Euro

Klasse 9: 666 180 x5,00 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!


16 Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Wissenschaft

Ein Mann lässt sich seine Tätowierung mit Hilfe eines starkenLasersentfernen.

DPA/FREDRIK VON ERICHSEN

Für immer gezeichnet

Moderne Laser sollen Tattoos ohne bleibende Spuren entfernen. Doch das Verfahren ist nicht nur unzuverlässig, sondern kann auch gefährliche Folgen haben

VonMichael Brendler

Auch früher –bevor Tattoos

eine Massenerscheinung

wurden –gab es schon Probleme.Wenn

sich etwa ein

Matrose den Namen seiner Herzensdame

auf den Oberarm tätowieren

ließ, sich aber dann in eine andere

verliebte. Die Entfernung eines Tattoos

war mit großen Unannehmlichkeiten

verbunden. Zu den Methoden

gehörten: kräftiges Scheuernmit groben

Salzkörnern, Wegätzen mit Salpetersäure

und Terpentin, eine höllisch

brennende Spritze Tanninsäure

unter die Haut, gefolgt von Silbernitrat

zum Einrubbeln. Hatte man

Glück, war das Tattoo großenteils verschwunden.

Aber eine Narbe blieb.

Tinte vongestern

All das ist dunkle Vergangenheit, verkünden

die Hautärzte von heute.

Ganz schmerzfrei arbeiten zwar ihre

Laser auch nicht. Aber sie sollen zumindest

garantieren, dass das Tattoo

einen nicht mehr auf dem ganzen

Lebensweg begleitet. Auch schwierig

zu entfernende Farben seien damit

endgültig Tinte von gestern, um einen

der Werbesprüche zu nennen.

Was ist dran an diesen Versprechen?

Ist ein Tattoo heute wirklich

nur noch ein Körperschmuck auf

Zeit? Wolfgang Bäumler, Dermatologe

an der Universitätsklinik Regensburg,

würde das bestreiten. „Ich

kenne kein Tattoo, das komplett beseitigt

wurde“, sagt der Leiter der

Forschungsgruppe Laser und Photobiologie.

Womöglich bemerke es

nicht jeder Außenstehende auf den

ersten Blick. „Aber man selbst wird

immer sehen, dass da mal etwas gewesen

ist.“ Im vergangenen Jahr

wurde das Thema in Dresden von

der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie

diskutiert. Das Fazit:

Mit den Farben Gelb, Ocker, Türkis

und Weiß hat selbst der Laser regelmäßig

seine Schwierigkeiten. Aber

auch bei Blau, Grün und Rot inder

Haut kann es sein, dass noch Schlierenoder

Schatten übrigbleiben.

Voreiniger Zeit machte Wolfgang

Bäumler mit Kollegen eine Online-

Umfrage dazu, wie Kunden die Ergebnisse

beurteilen: Jeder dritte von

157 Probanden gab in einer Fachzeitschrift

an, unglücklich mit dem

Resultat zu sein. Nur 38Prozent berichteten,

dass von der Hautzeichnung

nichts mehr zu sehen sei.

Auch modernste Pikosekundenlaser

können oft nicht alles entfernen.

Nach Aussagen ihrer Hersteller haben

diese Laser den Vorteil, dass sie

gründlicher und mit weniger Schaden

für die Umgebung arbeiten als

ihreVorgänger aus dem Nanosekunden-Bereich.

Um das zu verstehen,

muss man etwas tiefer in die Materie

einsteigen. Für die Hautgravur werden

mit den Tätowiernadeln Farbteilchen

in etwa ein bis zwei Millimetern

Tiefe verteilt. Als Fremdkörper alarmieren

sie dort die Fresszellen des

Immunsystems,die mit ihren Beseitigungsversuchen

zunächst scheitern,

weil sie die Pigmente nicht zerstören

können. Ein Teil der Makrophagen

schleppt sich mit der Last zu den

Lymphknoten weiter, andere bleiben

BEI MÄNNERN AM ARM, BEI FRAUEN AM KNÖCHEL

Jeder vierte Deutsche ab

18 Jahren ist tätowiert. Das

ergab 2017 eine Statistika-

Umfragemit 1029 Teilnehmern.

10 Prozent der Befragten

hatten mehrere Tattoos,

14 Prozent nur eins. 21 Prozent

ziehen eine Tätowierung

in Betracht, für 55 Prozent

kommt sie nicht in Frage.

Bevorzugte Stellen für Tätowierungen

sind bei Männern:

Oberarme (65 Prozent), Rücken

und Schultern(je 58

Prozent) und Unterarme (55

Prozent). Bei Frauen sind es

Fuß und Knöchel (61 Prozent),

Schultern, Rücken,

Oberarme und Körperseiten

(43 bis 51 Prozent).

Als Motive geben vieleTätowiertean:

die Herausstellung

vonIndividualität, größere sexuelleAnziehungskraft

in der

gleichgesinnten Zielgruppe.

Psychologen stellten fest:Tätowierte

sind experimentierfreudiger

und abenteuerlustiger,

neigen also zu einem riskanteren

Lebensstil.

in der Haut und sorgen so dafür,dass

auch die Farbe vorOrt bleibt.

Schon in den 1970er-Jahren kam

die Idee auf, dass man Tattoos mit

dem Laser beseitigen könnte,indem

man die Farben in den Zellen so

stark aufheizt, dass sie zerplatzen.

Dasgroße Problem dabei: Manmuss

sehr genau auf die Pigmente zielen,

um nicht auch andere Gewebe in

Mitleidenschaft zu ziehen. Bei dunkelhäutigen

Menschen und Solariumanhängern

ist zum Beispiel

manchmal zu beobachten, dass der

Laser ihnen auch die normalen

Hautpigmente zerschießt. An das

frühere Kunstwerk erinnert dann

noch lange Zeit ein heller Schatten.

Aber man wusste sich zu helfen:

Bestrahlt man die Tattoos nur mit

bestimmten Wellenlängen, saugen

vorallem die Farbpigmente die Photonen-Energie

auf. Jede Farbe muss

dazu mit einer speziellen Wellenlänge

erwischt werden. Zudem haben

die verschiedenen Farbteilchen

unterschiedlich lange thermale Relaxationszeiten.

Damit wird die

Spanne bezeichnet, die sie brauchen,

um wieder abzukühlen. Der

Laserimpuls sollte möglichst kurz

sein. Je länger es braucht, um Energie

in die Pigmente zu pumpen,

desto größer die Gefahr, dass auch

die Umgebung verglüht wird. Hier

liegt die Stärke des Pikosekundenlasers.

Dank seiner hohen Geschwindigkeit

mit ultrakurzen Lichtimpulsen

kann er auch kleinere Teilchen

ins Visier nehmen. Mitden schnelleren

Geräten könne man deshalb

noch weiterarbeiten, wenn die alten

Laser an den Resttrümmern scheitern,

erklärt Laurence Imhof, Leiterin

für Physikalische Therapie und

Ästhetische Dermatologie des Universitätsspitals

Zürich.

Letztlich haben aber auch diese

Geräte ihre Grenzen: Das liegt zum

einen daran, dass manche Bruchstücke

in tiefereSchichten wandern, wo

sie die Laser kaum noch erreichen.

Zumanderen geht der Plan der Ärzte

oft nicht auf: Eigentlich sollen frische

Fresszellen die Trümmer abräumen.

Manchmal ziehen diese aber nicht

wie geplant Richtung Lymphknoten

weiter, sondern rühren sich nicht

vonder Stelle.Dann können sich die

unsichtbaren kleinen Fragmente in

ihrem Inneren wieder zu sichtbaren

großen zusammenballen.

Zudem steht nicht für jede Farbe

immer die passende Wellenlänge zur

Verfügung. Bei Blau und Schwarz

kann der Laser seine Stärken zeigen,

auf sie lässt sich gleich mit mehreren

Wellenlängen zielen. Für Gelb, Grün

und Rotgibt es dagegen praktisch nur

eine einzige. Für Türkis gar keine. In

diesem Fall müsse man, sagt Laurence

Imhof, schon ein bisschen mit

den Einstellungsparametern des Gerätes

spielen. Und jeweniger Spielraum

man hat, desto schwieriger wird

es auch, tiefer sitzende Pigmente zu

erwischen. Wellenlänge und Strahldurchmesser

bestimmen auch über

die Eindringtiefe.

Die meisten Tattoo-Entfernungen

scheitern aber, sagt die Dermatologin,

weil den Trägern entweder

Geld oder Geduld ausgehen. Was

nicht erstaunt: ZurEntfernung eines

bunten Hautgemäldes muss man

durchschnittlich zehn- bis zwanzigmal

wiederkommen. Weil man dem

Immunsystem zwischen den Sitzungen

mindestens sechs Wochen Zeit

geben muss, kann sich die Kur über

Monate bis Jahre ziehen. Und jede

Sitzung kostet je nach Größe des Tattoos

zwischen 100 und 600 Euro.

JörgLaske,Dermatologe am Universitätsklinikum

Dresden, ist zu

dem Thema gekommen, weil ihn immer

wieder Menschen mit einer der

schwersten Tattoo-Komplikation

aufsuchen: juckende und brennende

Allergien, vor allem auf die

rote Farbe. Mit dem Laser ist hier

nicht mehr viel auszurichten. Der

Experte kann die Farbteilchen samt

der umgebenden Haut nur mit einem

Dermatom abhobeln. In der

Regel unter Inkaufnahme einer Narbenbildung.

Auch das Zerstören von

Farbpigmenten, sagt er, kann solche

Abstoßungsreaktionen auslösen.

Unddas ist womöglich nicht die einzige

Nebenwirkung.

Krebserregende Stoffe

Schon 2015 stellte das deutsche Bundesinstitut

für Risikobewertung fest,

dass unter Laser-Beschuss aus den

Pigmenten krebserregendes Benzol

und Blausäure entweichen – „in

Konzentrationen, die hoch genug

wären, Zellschäden zu verursachen“.

Das galt für die Farbe Blau,

andere Pigmente wiederum setzen

potenziell kanzerogene Amine frei.

Auch sie könnten einem ein Leben

lang erhalten bleiben. Wie sich die

Gifte im Körper verteilen und welche

Langzeitfolgen sie haben, gelte als

ungeklärt, so das Institut.

Eingriff ins Erbgut: Schutz vor Aids erhöht Risiko für andere Leiden

Die Entfernung des Gens CCR5 gilt als Weg, den Körper vor HIV zu schützen. Die Folgen sind jedoch unklar.Eine Analyse zeigt jetzt zum Beispiel, dass die Lebenserwartung sinken würde

Eine genetische Veränderung, die

unempfindlich gegen den Aids-

Erreger HIV macht, erhöht das Sterberisiko

durch andere Krankheiten.

Menschen mit der Genveränderung

haben eine um 21 Prozent verminderte

Chance,das Alter von76Jahren

zu erreichen, wie US-Forscher im

Fachjournal NatureMedicine berichten.

Bekanntheit erlangte diese Mutation

vor einem halben Jahr, als der

chinesische Biotechnologe He Jiankui

verkündete, esseien zwei Mädchen

geboren worden, deren Erbgut

er entsprechend veränderthabe.

Bei der Veränderung geht es um

das Gen CCR5. Der Aidserreger HIV

nutzt als Haupteintrittspforte in die

Zellen ein Eiweiß, das von diesem

Gen codiert wird. He hatte das

CCR5-Gen bei den Zwillingsschwestern

imRahmen einer künstlichen

Befruchtung entfernt, um die Kinder

vor Aids zu schützen. Zur Entfernung

des Gens hatte er die

GenschereCrispr/Cas9 genutzt –ein

relativ neuesVerfahren, mit dem sich

Gene gezielt manipulieren lassen.

Sein Vorgehen löste eine weltweite

Welle des Protests aus. Heverteidigte

seine Strategie in einem weiteren

Video.Und er behauptete,dass

etwa 100 Millionen Menschen, die

wegen der genetischen Mutation

Delta 32 kein CCR5-Protein bilden,

gesund seien.

He Jiankui empörte die Welt mit den genmanipulierten Crispr-Babys. MARK SCHIEFELBEIN/AP/DPA

Ob die Mutation nicht doch Auswirkungen

auf die Gesundheit von

Menschen hat, untersuchten Xinzhu

Wei und Rasmus Nielsen von der

University of California in Berkeley

mittels der britischen Gen-Datenbank

UK Biobank. Darin ist von

mehr als 400 000 Menschen im Alter

von 40 bis 78 Jahren verzeichnet,

welche Varianten von CCR5 sie tragen.

Weil jedes Gen doppelt vorhanden

ist, kann es sein, dass die Delta-

32-Mutation beide CCR5-Gene betrifft,

nur eines von beiden oder keines

vonbeiden.

DieAnalyse zeigte: Menschen mit

der zweifach vorhandenen Delta-32-

Mutation haben eine um 21 Prozent

geringere Wahrscheinlichkeit, 76

Jahre alt zu werden, als solche, die

keine oder nur eine Delta-32-Mutation

geerbt hatten.

Welche Probleme die Mutation

verursacht, ist noch nicht klar. Untersuchungen

ergaben, dass die

Delta-32-Mutation zwar möglicherweise

auch Schutz gegen Krankheitserreger

wie Pocken und einige

andere Viren bietet. Andererseits ist

die Sterblichkeitsrate bei einer

Grippe-Infektion einer früheren Studie

zufolge um das Vierfache erhöht.

He wurde mittlerweile von seiner

Universität im südchinesischen

Shenzhen entlassen, weitere Forschung

wurde ihm untersagt. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 17 *

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Sport

Und das war

sein dritter

Streich

Springreiter Lüneburg

gewinnt erneut das Derby

VonGabriele Pochhammer

Holsteiner Jungs, zumindest

wenn sie aus Reiterfamilien

stammen, träumen schon als Kind

davon, das Springderby in Klein

Flottbek zu gewinnen. Wenigstens

einmal. Nisse Lüneburg, dem Züchtersohn

aus Hetlingen bei Wedel, ist

das jetzt schon zum dritten Mal gelungen.

Der 30Jahre alte Profireiter

sicherte sich die 90. Auflage des Klassikers

am Sonntag mit dem 13-jährigen

Holsteiner Cordillo,nach seinen

beiden Siegen 2012 und 2014 mit

Calle Cool. NurLüneburgund der Ire

Shane Breen auf Ca Ya Makan meisterten

über dem 1250 Meter langen

Kurs alle Klippen, auch den Großen

Wall mit unmittelbar folgender weißen

Planke, der dieses Jahr wie immer

den meisten Reitern zum Verhängnis

wurde. Nisse Lüneburg als

letzter Starter steuerte seinen großen

Braunen mit der Abgeklärtheit des

erfahrenen Derbyreiters über den

Stechparcours und unterbot den

Iren um mehr als eine Sekunde.

„Cordillo hat einen Wahnsinnscharakter“,

sagte Lüneburg: „Er

würde mich nie im Stich lassen.“Wes

Geistes Kind ein Pferd ist, zeigt sich

im Derby amvier Meter hohen Wall.

Bei keinem anderen Hindernis der

Welt ist der Reiter so sehr dem Pferd

ausgeliefert. Es muss Vertrauen zu

sich und seinem Reiter haben, möglichst

Schritt für Schritt in die Tiefe

halb klettern, halb rutschen, um im

richtigen Moment abzuspringen

und passend zur weißen Planke zu

kommen. So wie es Lüneburg und

Cordillo und Shane Bree mit CanYa

Makan vorgemacht haben.

Nicht ganz so glatt ging es für die

Vielseitigkeitsweltmeisterin von

2014, Sandra Auffarth. Ihre Fuchsstute

LaVista sprang auf halber Höhe

Holsteiner Jung erfüllt sich erneut seinen

Traum: Nisse Lüneburg.

DPA/BOCKWOLDT

mit einem Riesensatz vomWall und

stand schon ganz dicht vor der

Planke, schraubte sich aus fast aussichtsloser

Lage wieder in die Höhe

und tatsächlich blieben die weißen

Bretter alle oben. „Dass sie sich da so

rausgezaubert hat, zeigt ihr Springvermögen

und ihre Einstellung“,

sagte Auffarth. Auch eine Charakterfrage

also. Platz drei mit einem Abwurf

verdankt Auffarth der schnellsten

Zeit des Tages,157,67 Sekunden,

mit der sie die vier anderen Vierfehlerreiter

hinter sich lassen konnte.

Ahlmann versucht sein Glück

Wie schon in den letzten Jahren zogen

die meisten Spitzenreiter es vor,

sich das Derby zusparen. Es erfordert

nicht nur sehr mutige Pferde,

sondernauch eine besondereVorbereitung.

NurChristian Ahlmann versuchte

mit dem Zangersheider

Hengst Atomic sein Glück, konnte

zwar am Ende mit drei Fehlernnicht

ins Geschehen eingreifen. Atomic,

der in der zweiten Qualifikation nur

widerwillig den Wall heruntergerutscht

war,ließ sich dann im Derby

doch überreden, nach einem kurzen

Zurücktreten, den Abstieg zu wagen.

Klüger geworden ist er auf jeden Fall.

Nächstes Jahr weiß er dann, wie es

geht. Dann wirdder Derby-Klassiker

100 Jahrealt.

Impuls gegen Routine

Fußball-Sechstligist Berlin United ersetzt Trainer Thomas Häßler durch den jungen Fabian Gerdts

VonMichael Jahn

Am zurückliegenden Sonntag

erlebten zwei Berliner

Trainer ihr jeweils letztes

Spiel mit ihren angestammten

Mannschaften. In der

Landesliga, 2. Abteilung ,spielte Berlin

United unter Thomas „Icke“ Häßler

2:2 bei TSVRudowII, ließ die Saison

austrudeln, denn der souveräne

Aufstieg in die Berlin-Liga mit sechs

Punkten Vorsprung auf Fortuna

Biesdorf stand schon lange fest. 103

Treffer gelangen United in dieser

Spielzeit! Eine Etage höher, in der

Berlin-Liga, bezwang der Berliner SC

im letzten Duell unter Trainer Fabian

Gerdts seinen Gegner SD Croatia 3:2,

was Rang vier in der Abschlusstabelle

einbrachte. Das völlig Überraschende

wurde wenig später publik:

Berlin United trennt sich nach drei

Jahren von Thomas Häßler und hat

in dem jungen Coach Fabian Gerdts

schon den neuen Mann verpflichtet.

Erste Schritte beim Berliner SC

Dererst 29-jährige Gerdts tritt ab sofort

die Nachfolge von Häßler, dem

Weltmeister von1990 und 101-maligen

Nationalspieler an. Häßler, 53,

war bislang das prominente Gesicht

vonBerlin United. Gerade wegen des

ehemaligen Weltklassespielers

wechselten zahlreiche Kicker zu

United, einem Verein, der Großes

vorhat und bislang auf dem Weg

nach oben überzeugen konnte.

Erst 2017 gründete Stefan Teichmann,

gelernter Architekt und Projektentwickler

für Immobilien, den

Verein, fusionierte mit dem Club Italia

und ist der Präsident, der keinen

Stillstand duldet. Lange arbeitete er

erfolgreich mit Thomas Häßler zusammen.

Derübernahm im Februar

2016 den Club Italia in der Bezirksliga

und blieb auch nach der Fusion

zum neuen Verein Berlin United

Cheftrainer. Er führte die Mannschaft

in die Landesliga und schaffte

nun sicher den Aufstieg in die Berlin-

Liga. Teichmann sagte nach einer

umfassenden Analyse der abgelaufenen

Saison dieser Zeitung: „Es hatte

sich eine gewisse Routine eingeschlichen.

Wir bekamen das Gefühl, dass

wir neue Impulse im Trainerstab benötigen,

um unsere hohen Ziele angehen

zu können. Wir benötigen

neuen Schwung.“

MitGerdts habe man einen „kleinen

Nagelsmann“ verpflichtet, „der

sich in der Berlin-Liga sehr gut auskennt

und viele gute Ideen hat“,

schwärmt der Präsident. Gerdts,

Vergangenheit: Thomas Häßler führte United in die Berlin-Liga.

Zukunft: Mit Coach Gerdts will United-Macher Teichmann hoch hinaus.

Zum Sieg geflucht

IMAGO IMAGES

IMAGO IMAGES

einst selbst viele JahreAbwehrspieler

beim Berliner SC, löste im Juli 2018

den erfahrenen Wolfgang Sandhowe

als Chefcoach bei dem Klub ab.

Sein bisheriger Arbeitgeber

schrieb auf der Homepage: „Wir bedauern

seinen Weggang, weil er ein

Riesenloch reißen wird. Aber Fabian

will eine neue,größereHerausforderung

annehmen.“ Gerdts besitzt

schon seit vier Jahren die DFB-A-Lizenz

als Trainer, gehörte viele Jahre

als Spieler zum Verein, wo er einst

wegen starker Leistungen auf dem

Platz vorzeitig von der A-Jugend ins

Männerteam beordertworden war.

Wechsel in den Vorstand?

Stefan Teichmann möchte allerdings

Thomas Häßler und auch dessen

langjährigen Assistenten Christoph

Höche weiter an den Verein binden.

Häßler soll eine Funktion im Vorstand

bekommen und seine vielfältigen

Kontakte weiter einbringen, Höche

kann als Trainer im Nachwuchsbereich

arbeiten. „Icke ist ein toller

Mensch“, sagt Teichmann, „ich

würde ihn gerne weiter bei uns haben.“

Ob es dazu kommt, ist offen.

Nach seinem letzten Spiel am Sonntag

sagte Häßler einem Reporter der

Fußball-Woche: „Ich bin Fußballer

durch und durch, ich gehöreauf den

Platz. Ich muss das alles erst einmal

sacken lassen.“ Häßler hat sich nun

erst einmal Bedenkzeit erbeten.

Fabian Gerdts bekam bei United

einen Zweijahres-Vertrag. Wie kam

man auf den Neuen? Teichmann

sagt: „Wir scouten ja auf vielen Berliner

Plätzen, schauen nach unseren

Wunschspielern und beobachten

auch Trainer.Gerdts ist uns als engagierter

und gieriger Trainer aufgefallen.

Er hat mit einer jungen, nur

durchschnittlich besetzten Mannschaft

mit dem Berliner SC starke

Leistungen gezeigt. Wirhaben parallel

mit Spielern gesprochen, die von

seinem Training begeistert sind. Wir

trauen ihm viel zu.“ Sogar Fabian

Blecher vom Nachwuchsleistungszentrum

des Erstligisten RB Leipzig

gratulierte Teichmann per SMS„zum

jungen und talentierten Trainer“.

Laut Teichmann wird Gerdts

„eine schlagkräftige Mannschaft“

bekommen. Spieler mit Erfahrung in

der Regionalliga und der Oberliga

stehen vor der Verpflichtung. „Wir

geben uns zwei JahreZeit in der Berlin-Liga“,

sagt Tempomacher Teichmann,

„wir wollen sofort oben angreifen

und möglichst erneut aufsteigen.“

KlareWorte und ordentlich

Druck auf Neu-Trainer Gerdts.

Alexander Zverev trifft im Viertelfinale der French Open auf Novak Djokovic, der Jan-Lennard Stuff keine Chance lässt

VonDoris Henkel, Paris

Nach diversen Umwegen auf

holprigem Terrain –und damit

ist nicht der rote Sand im Stade Roland

Garros gemeint –inder ersten

Woche des Turniers startete Alexander

Zverev am Montag deutlich solider

in die zweite.Beim Sieg in knapp

drei Stunden gegen Fabio Fognini

aus Italien (3:6, 6:2, 6:2, 7:6) hatte er

die Sache nach dem verlorenen ersten

Satz bald recht souverän im Griff;

er schenkte sich und seinem Team

auf der Tribüne einen vergleichsweise

zitterfreien Nachmittag und

landete damit zum zweiten Mal in

seiner KarriereimViertelfinale eines

Grand-Slam-Turniers.

Bei der Premiere vor einem Jahr

steckten ihm die Anstrengungen von

drei Fünfsatzspielen in den langen

Beinen. Die Sache ging bekanntlich

nicht gut für ihn aus, als er dann

ohne nennenswerte Chance gegen

den Österreicher Dominic Thiem

verlor. Die Aussicht, dass es ihm

beim zweiten Versuch auf dieser

Ebene besser gehen wird, ist einerseits

nicht schlecht. Beim Sieg am

Montag gegen Fognini brauchte er

eine Dreiviertelstunde, um in

Schwung zu kommen. Am Anfang

fluchten beide, doch Zverev beruhigte

sich deutlich eher.Und danach

bog er in eine Umlaufbahn ein, die

die ihn vergleichsweise sicher zum

Matchball trug.

Er spielte deutlich

konsequenter als bei seinen

Siegen in den Runden

eins und drei, auch

variabler, während Fognini

nur in kurzen Abschnitten

an jenen Mann

erinnerte, der von ein

paar Wochen beim Turnier

in Monte Carlo gegen

Rafael Nadal gewonnen

und sich später den

bisher größten Titel seiner Karriere

geschnappt hatte. Die Bedingungen

auf dem CourtSuzanne Lenglen verbesserten

sich im Laufe der Partie,

die unter grauem Himmel und begonnen

hatte, später kam die Sonne

raus, und auch die zu Beginn recht

gedämpfte Stimmung auf den Rängen

stieg. Die vorletzte Gefahr

wehrte Zverev beim Stand von4:4 im

Obenauf:

Alexander Zverev

AP/EULER

vierten Satz bei einem Breakball für

Fognini mit einem sehenswerten

Rückhandschuss der Linie entlang

ab, bei der letzten im nächsten Aufschlagspiel

befreite er sich aus ähnlicher

Gefahr,und zehn Minuten später

klappte er das Buch dieses Spiels

beim dritten Matchball

entschlossen zu.

Im Interview auf dem

Platz bedankte sich der

sichtlich zufriedene Sieger

noch mal ausdrücklich

bei Rainer Schüttler,

der ja nicht nur Angelique

Kerbers Coach,

sondern auch Direktor

des Turniers in Genf ist,

das Zverev vor zehn Tagen

gewonnen hatte.

Kurz vordem Ende der Einschreibefrist

hatte Schüttler ihn angerufen

und gefragt, ob er nicht in der

Schweiz spielen wolle, und seit diesem

Angebot geht es deutlich voran.

Nach einer ganzen Sammlung von

Problemen in den vergangenen Monaten

kann man das Erreichen des

Viertelfinales in jedem Fall erst mal

so stehen lassen.

Wieesnun um Alexander Zverevs

Chancen am Mittwoch im Viertelfinale

gegen Novak Djokovic steht? Einerseits

nicht schlecht, gemessen an

den bisherigen Begegnungen der

beiden mit einer Bilanz von 2:2. Vor

gut zwei Jahren hatte er das Finale

des Masters-1 000-Turniers in Rom

gegen den Serben gewonnen, noch

wichtiger war der Sieg im November

im Spiel um den Titel bei den ATP-Finals

in London. Andererseits sollte

man aber besser nicht übersehen,

wie gut Djokovic dieser Tage in Paris

in Form ist. Beim Sieg am Montag gegen

Jan-Lennard Struff (6:3, 6:2, 6:2)

gab er ab Mitte des ersten Satzes

wirklich mächtig Gas, und danach

gab es für Struff nicht mehr viel zu erben.

Er selbst habe wie geplant offensiv

begonnen, berichtete Struff hinterher,

aber nach dem ersten Aufschlagverlust

habe er defensiver gespielt,

um Fehler zu vermeiden, und

das sei sicher nicht richtig gewesen.

„Ich bin sehr enttäuscht, wie es dann

gelaufen ist; ich war chancenlos,und

er war Klassen besser,das muss man

einfach anerkennen.“

NACHRICHTEN

Seehofer entschieden gegen

Olympia-Bewerbung für 2036

OLYMPIA. Bundesinnenminister

Horst Seehofer hat sich mit aller

Deutlichkeit gegen eine deutsche

Bewerbung für die Olympischen

Spiele 2036 und speziell gegen eine

Bewerbung Berlins für die Sommerspiele

in 17 Jahren ausgesprochen.

100 Jahrenach den Nazi-Spielen

könne es Olympia in Deutschland

nicht geben. „Das halte ich für nicht

denkbar“, sagte der CSU-Politiker

der FAZ. „Wir bekämen eine unsägliche

internationale Diskussion und

würden damit auch die olympische

Idee beschädigen. Wiewürde man

das in der Welt sehen? DieDeutschen

feiernhundertjähriges Jubiläum

bezogen auf die Nazi-Olympiade?

Daskann nicht sein.“

Golden State

schlägt zurück

BASKETBALL. NBA-Champion Golden

State Warriors hat nach dem

missglückten Final-Auftakt zurückgeschlagen.

DieMannschaft feierte

im zweiten Spiel der SerieBest-ofseven

beim Hauptrundenprimus Toronto

Raptors einen 109:104-Erfolg

und glich damit zum 1:1 aus.Die

Warriors empfangen die Raptors

nun zu den Duellen drei und vier am

kommenden Donnerstag und Sonnabend

im heimischen Oakland.

Semenya darf wieder auf ihren

Lieblingstrecken antreten

LEICHTATHLETIK. Dank einer Anordnung

des Schweizerischen Bundesgerichtes

darfdie südafrikanische

Spitzenläuferin Caster Semenya

vorläufig wieder wieder auf

Strecken zwischen 400 und 1500

Meternlaufen antreten. Im Streit um

erhöhte Hormonwerte bei der zweimaligen

Olympiasiegerin und dreimaligen

Weltmeisterin ordnete das

Gericht die Aussetzung einer umstrittenen

Regel des Leichtathletik-

Weltverbandes an.

Wollitz bleibt Trainer bei

Drittliga-Absteiger Cottbus

FUSSBALL. Claus-Dieter Wollitz

bleibt auch nach dem Abstieg aus

der Dritten Liga Cheftrainer des FC

Energie Cottbus.Das bestätigte der

Verein am Montag dem RBB.

Union startet am 29. Juni

die Saison-Vorbereitung

FUSSBALL. Union Berlin startet am

29. Juni in die Vorbereitung auf die

Bundesligasaison. Bereits einen Tag

später geht es vom30. Juni bis 3. Juli

in ein Kurztrainingslager nach Bad

Saarow.Nach der Saisoneröffnung

am 6. Juli im Stadion An der Alten

Försterei ist vom8.bis 18 Juli das

Trainingslager in Windischgarsten in

Oberösterreich angesetzt. Daserste

Pflichtspiel steht zwischen dem 9.

und 12. August in der ersten Runde

des DFB-Pokals an. Eine Woche später

beginnt die Bundesliga.

ZAHLEN

Tennis

French Open in Paris

Frauen, Achtelfinale:

Simona Halep (Rumänien/3) -Iga Swiatek (Polen)

6:1, 6:0; Ashleigh Barty (Australien/8) -Sofia Kenin

(USA) 6:3, 3:6, 6:0; Madison Keys (USA/14) -

Katerina Siniakova(Tschechien) 6:2, 6:4; Amanda

Anisimova (USA) -Aliona Bolsova Zadoinov(Spanien)

6:3, 6:0

Männer,Achtelfinale: A. Zverev(Hamburg/Nr.

5) -Fognini (Italien/Nr.9)3:6, 6:2, 6:2, 7:6 (7:5),

Djokovic (Serbien/Nr.1)-Struff (Warstein) 6:3,

6:2, 6:2, Thiem (Österreich/Nr.4)-Monfils

(Frankreich/Nr.14) 6:4, 6:4, 6:2, Nishikori (Japan/Nr.7)-Paire

(Frankreich) 6:2, 6:7 (8:10),

6:2, 6:7 (8:10), 7:5


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 – S eite 18

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Sport

„Vielleicht läuft es so gut,

dass es schon mein letzter Job ist“

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg über die WM in Frankreich, die Frage der

Gleichberechtigung und einen viel diskutierten Werbespot

Große Ambitionen, aber eher verhaltene Ziele für die WM in Frankreich: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

DPA/HOPPE

Martina Voss-Tecklenburg

verströmt große

Vorfreude auf die bevorstehende

Frauen-

WM in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli).

Die Bundestrainerin hat sich eine

Mischung aus Gelassenheit und Anspannung,

Fröhlichkeit und Ernsthaftigkeit

zum Markenzeichen gemacht,

die ausgesprochen gut ankommt.

Das Motto: Die 51-Jährige,

geboren in Duisburg, wohnhaft in

Straelen am Niederrhein, sieht sich

für ihre Spielerinnen als Dienstleister.

Das Ziel: Die ehemalige Nationalspielerin

(125 Länderspiele) will

dem deutschen Team wieder ein

neues Gesicht geben und gleichzeitig

an alte Erfolge anknüpfen.

In dem Werbespot der Frauen-Nationalmannschaft

hält die Bundestrainerin

Martina Voss-Tecklenburg entspannt

das Kaffeeservice, das es 1989

nach dem ersten EM-Titel als Prämie

gab.Haben Siedas Setnoch?

Ja,das wird bei uns tagtäglich benutzt.

Hermann (Ehemann Hermann

Tecklenburg, d. Red.) nimmt das immer

aus dem Schrank.

Dann war diese oft verspotteteWürdigung

seitens des Deutschen Fußball-

Bundes (DFB) doch werthaltiger als

gedacht, wenn es immer noch seinen

Zweck erfüllt?

Ich empfinde es so. Eswar auch

mein erster Titel mit der Nationalmannschaft

und das ist meine Erinnerung

daran. Mein Service ist leider

total unvollständig, denn ein Teil

steht in Köln, ein Teil in Dortmund im

Fußballmuseum und ein Teil war

wohl mal in Nürnberg. Aber es ist

trotzdem im Alltag im Hause Voss-

Tecklenburggut integriert(lacht).

Der Clip hat siebenstellige Zugriffszahlen

in den sozialen Netzwerken.

Was haben Sie bei der Passage gedacht,

in der es über die DFB-Frauen

heißt: „Wir haben keine Eier –wir,wir

haben Pferdeschwänze“?

Wirsaßen im Februar zusammen,

als UweHellmann (Leiter Brand Management

Commerzbank, d. Red.)

uns das Skript vorgestellt hat und wissen

wollte:„Könnt ihr das mitgehen?“

Dieser Satz war mir ehrlich gesagt

lange gar nicht mehr präsent, bis ich

dann im Mai das Ergebnis gesehen

habe.Dadachte ich nur:„Wow!“ Und

je häufiger ich es mir ansah, konnte

ich sagen:„Ja, das sind wir.“

Hilft so ein selbstironischer Ansatz,

um dauerhaft die Akzeptanz zu erhöhen?

Mannimmt sich ja erst mal sehr

zurück, wenn man selbst behauptet,

die Nation kennt unsereNamen nicht.

Dasist nur die Einleitung. Ausdem

Zusammenhang wird deutlich, dass

einfach anerkannt werden soll, dass

wir Fußball spielen. Wereine Nation

vertritt, erwartet, unabhängig vonder

Sportartunterstützt zu werden.

Eine breitere Öffentlichkeit schaut

aber nur bei Großereignissen Frauenfußball.

Es geht nicht nur unserer Sportart

so. Wir haben bei der Handball-WM

im Winter alle der deutschen Mannschaft

die Daumen gedrückt. Wenn

wir jetzt im Sommer eine tolle sportliche

Leistung bringen, können wir einen

Transfer zurück in die Frauen-

Bundesliga bewirken.

Wo der Zuschauerschnitt jetzt bei

rund 800 liegt.

Im normalen Ligabetrieb müssen

wir uns im internationalen Vergleich

aber gar nicht verstecken. Da haben

England, Frankreich, Spanien oder

Italien im Durchschnitt auch nicht

mehr Zuschauer, aber sie haben es

nun mal durch spezielle Events geschafft,

neues Interesse zu wecken.

Wir waren mit dem deutschen Frauenfußball

sehr weit vorne. Viele Nationen

haben auf uns geschaut oder

haben sich etwas abgeschaut. Wer

weit oben ist, hat eine größere Fallhöhe.

Wasmuss denn gegen eine Stagnation

getan werden?

ZumFrauenfußball locken wir keinen

Zuschauer,wenn er keine Atmosphäre

vorfindet und kein Dach

übermKopf hat. Für mich ist die SGS

Essen ein positives Beispiel: Früher

haben sie Frauen-Bundesliga vor400

Zuschauern gespielt, dann haben sie

es mit Unterstützung von Stadt und

Politik geschafft, ins Stadion vonRot-

Weiss Essen zu ziehen. Man sitzt

komfortabel auf der Haupttribüne,

kann sich im VIP-Raum Kaffee und

Kuchen holen –und plötzlich kommen

permanent an die 1000 Zu-

ZUR PERSON

schauer. Natürlich muss sich auch

der DFB fragen, ob es noch eine Liga-

Reform oder andere Lizenz-Auflagen

braucht.

Die Spielerin: Bereits als 15-Jährigespielte die in Duisburg geborene Martina Voss-Tecklenburg

auf höchstem Niveau, gewann mit dem KBC Duisburg 1983 den DFB-Pokal der Frauen,

um sich im Jahr 1985 mit dem KBC auch ihren ersten vonsechs Meistertiteln zu sichern. Insgesamt

bestritt sie 125 Länderspiele, wurde 1995 mit der DFB-Auswahl Vize-Weltmeister.

Die Trainerin: Beim FCR Duisburg sammelte sie als Trainerin zwischen 2008 und 2011 erste

Erfahrungen, coachte im Anschluss ein Jahr den FF USV Jena. Von2012 bis 2015 war sie Nationaltrainerin

der Schweiz. Seit April 2018 ist sie für die DFB-Auswahl verantwortich.

Nationaltorhüterin Almuth Schult

hat die mangelnde Rückendeckung in

vielen Bereichen beklagt. War ihre

Kardinalkritik also richtig?

Ich fand es bemerkenswert, dass

Almuth als meinungsstarke Spielerin

ihreHaltung vertritt.Wenn die Spielerinnen

etwas so empfinden, muss

man das ja hinterfragen. Ich möchte

nur eine differenzierte Betrachtung.

Im Vergleich zu anderen Sportarten

haben wir in unserem Verband sehr

viel Support.

In Norwegen haben die Spielerinnen

dieselbe Prämie wie die Männer verlangt,

in den USA tobt deswegen sogar

ein juristischer Streit.

Wenn wir das aber auf Deutschland

übertragen, würden wir Äpfel

mit Birnen vergleichen. DieUS-Spielerinnen

schließen Verträge mit dem

Verband, das ist also eine völlig andere

Struktur. InSkandinavien ist es

grundsätzlich eine andere Situation,

was Themen wie die Gleichstellung

der Frau in der Gesellschaft angeht.

Sie geben als Bundestrainerin ein gutes

Beispiel ab, die Trennlinien im

Fußball zwischen Männern und

Frauen zu durchschneiden. Sie sitzen

auch im Aufsichtsrat von Fortuna

Düsseldorf.

Im Aufsichtsrat bei Fortuna ist es

egal, ob ich eine Frau oder ein Mann

bin. Das ist aber nicht vom Himmel

gefallen, sondern ich bin da reingewachsen.

Wenn ich davon überzeugt

bin, dass ich gewisse Dinge gut kann,

biete ich einen Mehrwert für die anderen.

Bei anderen Themen nehme

ich mich zurück, die nicht in meine

Kernkompetenz fallen. Zu Marketing-

oder Finanzthemen nehme ich

nicht Stellung. Ichhabe diese Nebentätigkeit

nicht angenommen, weil ich

eine Profilneurose habe,sondernweil

ich es als Bereicherung ansehe.

Beim SV Straelen haben Sieals Trainerin

mit Männern gearbeitet. Wie lief

das ab?

Dieser Einsatz war ja zweigeteilt.

Der erste Einsatz war bei der ersten

Mannschaft, als ich noch Verbandssportlehrerin

in Niederrhein war. Offiziell

war ich Teammanagerin, aber

tatsächlich dieTrainerin. Mitmeinem

Mann zusammen sind wir dann in

die Oberliga aufgestiegen. Ich hatte

damals drei Ex-Profis im Team, die

natürlich einen Anspruch hatten. Ein

halbes Jahr später übernahm ich die

zweite Mannschaft, nachdem dort

der Trainer aufhörte und ich zufällig

am Sportplatz stand.

Daswar nicht im Leistungsbereich.

Bezirksklasse. Ich sollte für die

letzten neun Spiele helfen. Dann kam

das erste Training und nur sechs,sieben

Spieler kamen. Es hat sich herumgesprochen,

dass ich das mache.

Beim zweiten Training waren zwölf

und beim dritten dann 18. Die sind

dann immer gekommen, und wir

sind dringeblieben. Es gab keinerlei

Akzeptanzprobleme. Wichtig war

nur:Macht das Training Spaß? Gibt es

von der Trainerin einen Input, um

besser zu werden?

Könnten Sie sich denn vorstellen, die

erste Trainerin im deutschen Profifußball,

vielleicht sogar in der Ersten oder

Zweiten Liga, zu werden?

Im Moment ist das gar keinThema

für mich. Aktuell wünsche ich mir,

dass ich längerfristig beim DFB arbeiten

kann. Vielleicht läuft es ja jetzt so

gut, dass es schon mein letzter Jobist.

Sie haben die Erwartungen für einen

Weltranglistenzweiten mit der Olympiaqualifikation

verhalten angesetzt.

Weil wir uns in einer Umbruchsituation

mit vielen jungen Spielerinnen

befinden, vondenen 15 ihreerste

Frauen-WM spielen. Wir wollen zurück

in dieWeltspitze, aber ich bin der

festen Überzeugung, dass sechs bis

acht Mannschaften die Chance haben,

Weltmeister zu werden. Um unter

den besten drei europäischen

Teams zu landen, die sich für Tokio

2020 qualifizieren, müssen wir wahrscheinlich

ins Halbfinale kommen.

Haben Sie eine Titelprämie im Vertrag?

Da muss ich mal reingucken.

DasGespräch führte

Frank Hellmann.

Immer wenn er Dreier nahm

Albas Ausgangslage vor dem zweiten Halbfinalduell gegen Oldenburg ist komfortabel, weil die Basketballer einen klaren Plan haben –und einen Anführer namens Peyton Siva

VonChristian Kattner

Und plötzlich waren sie gestrandet.

Verpassen gelegentlich

Züge in Wolfsburgden planmäßigen

Halt am dortigen Hauptbahnhof, kamen

Alba Berlins Basketballer von

dort erst einmal nicht weiter. Stillstand

am Sonntagabend um 23.41

Uhr. Die Laune ließen sich die Spieler

davon nicht vermiesen, machten

Faxen auf dem Bahnsteig. Miteinem

Auswärtssieg in Oldenburg, der

gleichzeitig die 1:0-Führung in der

Best-of-Five-Serie bedeutet, nimmt

man solche Verspätungen etwas gelassener.

Erst recht, wenn man am

Montagvormittag noch trainingsfrei

hat und erst am Nachmittag in die

Halle muss.

Trainingseinheiten gibt es ohnehin

im Moment viel zu viele, wie

Martin Hermannsson mit einem

breiten Lächeln im Gesicht sagte.

Mehr Spiele, dafür weniger Training

wünscht sich der Isländer also.Auch

wenn das sicherlich spaßig gemeint

war, soist niemand im Alba-Lager

aktuell traurig über die komfortable

Situation von lediglich einem oder

zwei Spielen proWoche.Endlich gibt

es genügend Zeit, um sich auf den

Gegner intensiv vorzubereiten.

In Play-off-Serien,

wo man mindestens dreimal

gegen das gleiche

Team spielt, ist das gar

nicht so verkehrt. Denn:

„Die Dynamik ist ganz anders“,

sagt Aufbauspieler

Joshiko Saibou, „vielleicht

ist im ersten Spiel etwas

passiert und im zweiten

will man es wieder gutmachen. Oder

man hat das erste Spiel gewonnen

und will den Deckel draufmachen.

Die Dynamik ändert sich so extrem

vonSpiel zu Spiel.“

Runde Sache?

Peyton Siva

DPA/GENTSCH

Gut, den Deckel kann

Alba Berlin am Mittwochabend

(20.30 Uhr) in der

Arena am Ostbahnhof

noch nicht ganz draufmachen,

aber hält den Deckel

mit einem zweiten Sieg

gleich dreimal in der

Hand. Eine 2:0-Führung

wäre nämlich gleichbedeutend

mit drei Matchbällen.

Die Grundlage dafür bildet

aber die Vorbereitung.

Alba Berlin ist mit einem klaren

Plan in die erste Partie in Oldenburg

gegangen. „Wir wollten unser eige-

nes Tempo spielen, den gegnerischen

Korb attackieren“, sagte Peyton

Siva. Als Spielmacher war er

auch gleichzeitig der Anführer des

Plans.

Allein zehn Freiwürfe holte er sich

durch seinen starken Zug zum Korb

und hängte seinen Gegenspielern

viele Fouls an. Als dann bei ihm auch

noch der Dreier fiel, lief er zur

Höchstformauf. Besonders auffällig:

Immer dann, wenn es darauf ankam,

zeigte sich Siva. Zwei Punkte zum

Ende des ersten Viertels, fünf kurz

vor der Halbzeitpause, erneut die

letzten fünf Zähler für sein Team

kurz vor dem Ende des dritten Abschnitts.

Auch den letzten Korb des Spiels,

ein Dreier zum 100:93, erzielte Peyton

Siva. 15 seiner insgesamt 26

Punkte sammelte Albas Regisseur

also jeweils in der Schlussphase und

machte damit den Unterschied.

Ganz nebenbei nahm er auch noch

gegen Will Cummings ein Offensivfoul

an. Der wertvollste Spieler der

Hauptrunde in der BBL musste danach

vorzeitig vom Feld. Jetzt sollte

diese Dynamik nur nicht am Bahngleis

in Wolfsburgverloren gegangen

sein.


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 – S eite 19 *

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Feuilleton

Eine Streitschrift zur

Konzertlandschaft:

Die Popkolumne

Seiten 22 und 23

„Gerade Familiengeschichten sind unglaublich eingängig.“

Die Künstlerin Ellen Kobe über die Erfindung von Biografien Seite 20

Youtuber

Betreutes

Sehen

Harry Nutt

erleidet einen sentimentalen

Überfall.

Wenn ich behaupte, dass ich ein

Youtuber bin, sollte das nicht

als Einschmeichelei bei der digitalen

Jugend missverstanden werden. Ich

gebe weder Schminktipps noch sage

ich den Leuten da draußen, wie der

Hase läuft. Es ist eher umgekehrt.

DieVideoplattformYoutube versorgt

mich regelmäßig mit Produkthinweisen.

Dieses oder jenes möchte

ich mir bitte unbedingt ansehen.

Habe ich mich anfangs über die

Tipps mehr gewundert als geärgert,

muss ich nun eingestehen, dass

mich die auf diese Weise bedienenden

Algorithmen ganz gut kennen.

Es ist immer etwas dabei. Kürzlich

zum Beispiel dies: „The Final Concert

ofJohnny Cash“. Es zeigt den

großen alten Country-Man bei einem

intimen Auftritt vor ein paar

Dutzend Leuten im Juni 2003. Seine

Frau June Carter Cash war kurzzuvor

gestorben, Johnny Cash folgte ihr am

12. September.

Während sein Auftritt feierlich

angesagt wurde, saß Cash in einem

Rollstuhl, als es losgehen sollte,

hievte man ihn umständlich auf einen

Stuhl, in dem er sitzend Gitarre

spielte. Das Konzert dauert etwas

länger als eine halbe Stunde.

Johnny Cash singt und spielt buchstäblich

mit letzter Kraft. In der

Mitte des Auftritts singt er „Ring of

Fire“, June Carter Cash hat den

Song einst für ihn geschrieben.

DasVideo ist nicht neu, es wurde

bereits mehr als sechs Millionen Mal

aufgerufen. Ichglaube,dass es überwiegend

in voller Länge gesehen und

nicht bloß angeklickt wurde.Wer etwas

mit dem Namen Cash verbindet,

wird berührt sein. Youtube lässt es

dabei nicht bewenden. Wenn man

nicht auf Stopp drückt, folgen weitereVideos

des Sängers,auch ein gemeinsamer

Auftritt mit June Carter

Cash wenige Jahrezuvor.

Der sentimentale Überfall blieb

nicht folgenlos. Wenig später fühlte

ich mich ertappt. Ichgab ein paar störende

Suchbegriffe ein, irgendetwas

Atonales, Schrilles. Der Algorithmus

soll es nicht zu leicht mit mir haben.

Die Verrohung der großen Städte

VonPeter Uehling

Was soll das sein da auf

dem Vorhang, George

Grosz? Was hat der

Maler der urbanen

Dekadenz und Unmenschlichkeit

mit Verdis „Rigoletto“ zu tun, einem

Werk über feudale Dekadenz und

Unmenschlichkeit? Der Wink, den

der Regisseur Bartlett Sher an der

Staatsoper Unter den Linden seiner

am Sonntag vorgestellten Inszenierung

mittels Vorhangbemalung vorausschickt

–allzu viele werden nicht

mehr folgen – ist ein kategorialer

Missgriff. Man zögert, ihn als harmlos,

als nicht allzu intelligenten Versuch

abzutun, einen modernistischen

Farbtupfer zu setzen, den das

Publikum in Berlin vermeintlich

braucht, der an der koproduzierenden

New Yorker Met aber nicht störendarf.

Die große Stadt selbst taucht in

der Inszenierung in keinem Moment

auf, hier geht mehr oder minder alles

brav historistisch kostümiert einher.

Wohl aber erscheinen Grosz’ Bilder

auf der Bühne,imHintergrund jener

Säulenhalle, die den Palast des Herzogs

vonMantua repräsentiert. Man

kann auf ihnen nichts mehr erkennen,

sie erscheinen neutralisiert als

„moderne Kunst“ und der Herzog

mithin als Kunstsammler, der sein

Investment an die Wand hängt. Soll

das ein Hinweis auf die heutigen Reichen

sein, auf eine reiche Gesellschaft

gar, die alles platt trampelt,

was ihrer Bequemlichkeit und ihrem

Amüsierbedürfnis im Wege steht –

zum Beispiel die Liebe eines verkrüppelten

Vaters zu seiner Tochter?

Nein, das inszeniert Sher nicht.

Der Hausregisseur des New Yorker

Lincoln-Center mit Broadway-Erfahrung

arrangiert das Libretto so

treuherzig, wie man das von manchen

Repertoire-Altlasten der Deutschen

Oper kennt, und bei manchem

Gedränge auf den Staatsopern-Brettern

mag man sich vorstellen,

dass Sher schon an die

breitere Bühne der Met gedacht hat:

Hier würde sich ein dunkel gekleideter

Rigoletto vermutlich besser von

der ebenso dunkel gekleideten Chormenge

abheben.

Man ist versucht zu sagen: Kein

Gedanke ist immer noch besser als

falsche Gedanken. Und wenn viele

Bartlett Sher greift bei seinem „Rigoletto“ an der Staatsoper daneben

Der Herzog (Michael Fabiano, l.) und Rigoletto (Christopher Maltman) BRINKHOFF/MOEGENBURG

am Ende sagen: „Rigoletto“ ist ein

verdammt gutes Stück, dann hat die

Regie keine groben Fehler gemacht.

Und doch verärgert sie durch ihre

Feigheit, mit der sie das fatale Treiben

auf der Bühne mit Hilfe von

George Grosz auf die allgemeineVerrohung

in den großen Städten

schiebt. Meinte sie den Hinweis auf

den Kunstsammler von Mantua

ernst, dann müsste sie ihn am Ende

als glücklich entwischten Triumphator

zeigen. Die Regie müsste seine

ganzen Sauereien ins Bild setzen, die

rücksichtslos durchgedrückte Geilheit

jener Schicht, die durch #MeToo

offenbar geworden ist und zum neofeudalen

Kapitalismus gehört wie

auch das selbstverständliche Ausnutzen

jener, die anders sind und

nicht mithalten können. Aber wem

an seiner Karriereliegt, wirdsoetwas

nicht ausgerechnet an der Met zeigen

wollen, einem Publikum, das bis

zu 800 Dollar pro Karte zahlen kann

und damit genau jener neofeudalen

Schicht angehört; diesen Leuten

weicht man eher mit vagen Hinweisen

auf die schlimmen Verhältnisse

in der Großstadt aus.

Immerhin können sich die Sänger

mit der ambitionslosen Inszenierung

glücklich schätzen, dürfen sie

doch in den jeweils bequemsten,

klanglich vorteilhaftesten Haltungen

singen. Christopher Maltman singt

einen sehr kernigen, weniger auf italienischer

Vokalität als auf stimmlicher

Energie gegründeten Rigoletto,

indes geht er mit diesem spezifischen

Klang so geschickt um, dass

man wenig vermisst. Seinen Dienstherrnund

Gegenspieler,den Herzog

von Mantua, singt Michael Fabiano,

dessen Timbre zur sinnlichen Sorglosigkeit

gut passt, der aber für die

Spitzentöne seiner bereits angestrengte

Höhe zuweilen brutal aufreißen

muss, daran aber so wenig

findet, dass er die hohen Cs und Des’

noch häufiger anpeilt, als Verdiesfür

gut hielt. Für solche Forcierungen

bekam Fabiano nach seinen Arien

und auch beim Schlussapplaus auch

heftigen Protest zu hören. Nichts weniger

als ideal besetzt erscheint Nadine

Sierra als Gilda: Ein zauberhaft

schönes, jungesTimbre, vollendetes

piano und eine unmittelbar berührende

Schlichtheit und Leidenschaft

des Ausdrucks prägt ihre große Arie

im ersten Akt und alle weiteren Auftritte.

Beeindruckend geschlossen

die von Martin Wright einstudierten

Chor-Herren, ihre Erzählung im

zweiten Akt eine schier vorbildliche

Leistung chorischer Artikulation.

Zwiespältig fällt das Debüt

Andrés Orozco-Estradas am Pult

der Staatskapelle aus. Wie viele lateinamerikanische

Dirigenten hat

auch der gebürtige Kolumbianer

Orozco-Estrada wenig Erfahrung

im Graben, aber während die Koordination

zwischen Sängern und

Orchester gut läuft, bleibt Orozco-

Estrada zuvorsichtig, hält das Rubato

so knapp wie den Klang. Er

verkauft die Partitur feinsinniger,

als sie ist, und verschenkt dafür die

Drastik ihres Auftretens – als

glaube er nicht recht daran, dass

Verdi die knalligen Trivialitäten in

diesem Werk genau kalkulierthat.

Rigoletto StaatsoperUnter denLinden.Musikalische

Leitung:AndrésOrozco-Estrada, Regie: BartlettSher.

DienächstenTermine:5., 8.,12., 14.

und 16.Juni, jeweils19.30 Uhr

Tickets unter030 20 35 45 55

NACHRICHTEN

Künstler sympathisiertmit

AfD –Ausstellung abgesagt

Nach Ärger um die Teilnahme eines

AfD-nahen Künstlers ist die 26. Leipziger

Jahresausstellung in der Baumwollspinnerei

abgesagt worden. Die

„starkpolitisierte und aufgeheizte

Situation“ sei Künstlern, Förderern

und Besuchernnicht zuzumuten,

teilte der Verein der Leipziger Jahresausstellung

auf seiner Internetseite

mit. DieAusstellung mit mehr als 30

Künstlernhätte am Donnerstag beginnen

sollen. Am vergangenen Freitag

hatte der Vorstand des Vereins

bekanntgegeben, dass der Beitrag

des Künstlers Axel Krause zur Jahresausstellung

ausgeschlossen werden

soll. Krause hatte zuvor auf seinem

privaten Facebook-Profil Sympathien

für die AfD und Kritik an der

Flüchtlingspolitik kundgetan. (dpa)

Literaturfest Niedersachsen

im früheren Grenzgebiet

DasLiteraturfest Niedersachsen will

mit Künstlernanungewöhnlichen

Orten neue Lesergruppen ansprechen.

Veranstaltungen gibt es im

September unter anderem im Marinefliegerstützpunkt

Nordholz, im

Bremer Weserstadion und im Automobilmuseum

in Einbeck. Die

Schauspieler Florian Lukas und Annett

Rennebergpräsentieren unter

der Überschrift „leise,laut, verboten“

Literaten in der DDR. Dramaturgin

des Abends mit Schlagzeuger

Günter „Baby“ Sommer ist die

Schriftstellerin Katja Lange-Müller.

DieAufführungsorte liegen an der

früheren deutsch-deutschen Grenze

in Konau (Amt Neuhaus) und im

Grenzlandmuseum Eichsfeld. (dpa)

Goethe-Medaillen in Weimar

verliehen

DieGoethe-Medaillen werden dieses

Jahr an drei Persönlichkeiten verliehen,

die sich beispielhaft mit dem

Verhältnis vonDichtung und Wahrheit

auseinandergesetzt haben. Ausgewählt

wurden der deutsch-türkische

Schriftsteller Dogan Akhanli,

die aus dem Iran stammende Künstlerin

und Filmemacherin Shirin Neshat

und der mongolische Verleger

Enkhbat Roozon, wie das Goethe-Institut

am Montag mitteilte. (dpa)

UNTERM

Strich

Meine Tiere

Mut beim

Essen

VonHilal Sezgin

Der folgende Text ist für alle gedacht, die

in diesem Sommer keine Gelegenheit

finden, nach Malmö zu reisen –obwohl dort

ein relativ neues Museum eröffnet hat, das

sich auf „ekliges Essen“ spezialisiert. Berichten

zufolge ist da vergammeltes Robbenfleisch

zu bestaunen, inklusive vergammelter

Alkvögelfüllung. Es gibt ein mongolisches

Tomatensaftrezept mit Schafsauge, chinesischen

Mäusewein oder Fledermaussuppe

nach pazifischer Art.

Angesichts dessen, dass weder Serranoschinken

aus frischem Schwein noch Käse

aus frischer Milch bestehen, sondern auch

deren Geschmack auf mikrobiologischen

„Reifungs“-Prozessen beruht, hätte man gar

nicht so weit suchen müssen. Oder man

denke an all das,was in so einem Wurstdarm

landet, oder wie Truthähne fixiert und „abgesamt“

werden, oder in was für einem

Dreck die Legehühner vor sich hin vegetieren,

deren oft verletzte Kloaken Frühstückseier

herauspressen… Jedes Politmagazin

bietet heutzutage so viel Reality-Grusel zum

Thema „unser Essen“, dass viele Zuschauer

lieber rasch den Fernsehkanal wechseln.

Eine Mutprobe bestünde somit darin, in

Malmö vom ekligen Essen zu kosten; eine

andere, sich dem Horror dessen zu stellen,

was im heimischen Kühlschrank respektive

im eigenen Magen ruht. Aber Ekel ist nun

mal kulturabhängig und relativ. Und so verfolgt

der Kurator des Museums Zeitungsberichten

zufolge eine gleichsam volkspädagogische

Absicht. Immer öfter ist schließlich

vonden Umweltproblemen die Rede,die der

Fleischkonsum verursacht; da wäre esdoch

praktischer (meint der Kurator), wir würden

HENDRIK JONAS

auf Insekten umsteigen! DieHerstellung von

menschlicher Nahrung aus Insekten sei ressourcen-

und energieschonender als die von

Fleisch und könnte daher eine Rettung für

die Menschheit bedeuten.

Letzteres bezweifle ich; denn am ressourcenschonendsten

wäre es zweifellos, wir

Menschen würden Getreide,Eiweißpflanzen

und Gemüse, die wir an Mast-Vieh respektiveMast-Insekten

verfüttern,direkt verspeisen.

Unmengen von Ackerland würde frei;

unendlich viel Süßwasser könnte gespart

werden. Der Energieverbrauch durch den

Transport sowie durch Beleuchtung, Heizung

und Kühlung der Ställe fielen weg.

Hier kommt der Ekel-Faktor als positiver

Werbefaktor ins Spiel. Bereits letztes Jahr haben

dank gewisser Gesetzesänderungen Insektenburger

und Insekten-Grillgut auch in

deutsche Kühlregale Einzug gehalten; immer

wieder wurden sie mit dem Motiv „Mut“ beworben.

Während sich die einen Werbebotschaften

Jahr ums Jahr bemühen, blutige

Steaks mit Testosteron verheißender Männlichkeit

zu verknüpfen, versprechen die anderen

den Kitzel beim Zermalmen von Maden

oder beim Nagen an Insektenbeinchen.

’Tschuldigung, aber das ist beides gleich

lächerlich. Muterfordertes, sich ohne Betäubungsspritze

inden Zähnen bohren zu lassen,

Menschen aus dem Mittelmeer zu retten

oder meinetwegen auch das Bungee-Jumping.

Mut braucht es, mit gesellschaftlichen

Konventionen und Hierarchien radikal zu

brechen. Wie zum Beispiel der Dominanz

der Menschen über die Tiere. Ungelogen:

Man hat schon bibbernde Fleischesser an

veganen Grillbuffetts stehen sehen und wispern

hören: „Ich weiß nicht, ob ich mich

traue, von der Sojawurst zu probieren.“ Nur

Mut! Tomaten, Erbsen und Bohnen sind gar

nicht so gefährlich, wie sie tun.


20 Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Feuilleton

„Geglaubt wird, was man glauben will“

Die Berliner Künstlerin Ellen Kobe, die als Urenkelin von Walter Gropius in die Nachrichten kam, über die ästhetische Kraft und Wirkung von Fake Identities

Im Fall der 31-jährigen Marie

Sophie Hingst, die als Bloggerin

und Historikerin jahrelang

auf dem Ticket einer erfundenen

jüdischen Familiengeschichte

reiste (Berliner Zeitung vom 3.Juni)

und der israelischen Gedenkstätte

YadVashem eine gefälschte Liste von

Holocaust-Opferneinreichte,vermischen

sich die Motive gesellschaftlicher

Hochstapelei und der Inanspruchnahme

künstlerischer Freiheit.

Ihren Blog nämlich erklärte

Hingst, nachdem das Magazin Der

Spiegel ihr Ende Maiauf die Schliche

gekommen war, imnachhinein zu

einem Kunstprojekt. Gerade Der

Spiegel ist nach der Enttarnung des

belletristischen Talentes seines Reporters

Claas Relotius ja besonders

sensibel geworden und auch politisch

wird immer wieder über die

Grenze zwischen Dichtung und

Wahrheit und die Grenzen der

Kunstfreiheit gestritten.

Die Berliner Künstlerin Ellen

Kobe experimentiert inihrer Arbeit

nicht nur mit dem Abwesenden

(wenn sie etwa detailgenau durch

eine Ausstellung ohne Bilder führt,

wie in „MOMA goes on“, 2004 in der

leeren Neuen Nationalgalerie), sondern

erfindet auch Fake Identities.

Wir erreichen sie telefonisch im

Oderbruch, wo sie ihre nächste Arbeit

vorbereitet und fragen nach der

spektakulär letzten Aktion.

Ellen Kobe am 4.12.2016 in Dessau beim Festakt zur Grundsteinlegung des neuen Bauhaus-Baus.

Frau Kobe, bei der Grundsteinlegung

des Bauhauses Dessau im Dezember

2016 sind Sie als Urenkelin vonWalter

Gropius aufgetreten. Obwohl es

keine leiblichen Nachkommen von

Gropius gibt, hat der Ministerpräsident

von Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff

damals offenbar an diese Rolle

geglaubt –woran war das spürbar?

Das Programm war als Protokollveranstaltung

durchgeplant und geprobt.

Und ich war eindeutig als

Künstlerin mit einer Performance

angekündigt. Dann aber gab es während

des Festaktes plötzlich eine Situation

außerhalb dieses Protokolles,

als sich der Ministerpräsident

vor die 500 Gäste stellte und mich

nochmals ausdrücklich als Ehrengast

begrüßte. Als dann auch noch

der Oberbürgermeister von Dessau

mit ähnlichen Worten einstieg, habe

ich leichten Drehschwindel bekommen,

aber beschlossen, in der Rolle

zu bleiben. Am Ende kamen auch

noch Gäste der Veranstaltung und

wollten Autogramme haben. Ich

habe mit meinem Namen unterschrieben,

und sie dachten, die Urenkelin

von Walter Gropius hieße

eben Ellen Kobe.Später gab es sogar

eine entsprechende Falsch-Meldung

in den Nachrichten –und am nächsten

Tagkam der MDR zu mir nach

Hause,umdie Sache für sich und die

Öffentlichkeit richtigzustellen.

Washat Sie bewogen, sich für diesen

Anlass eine Figur auszudenken?

Als der Auftrag von der Stiftung

Bauhaus Dessau kam, die Grundsteinlegung

mit einer Performance

zu begleiten, habe ich mich gefragt,

was mich eigentlich berechtigt, bei

diesem Ereignis anwesend zu sein.

Dann habe ich die Lösung gefunden,

mich in meinem Hier und Heute zu

der historischen Figur Walter Gropius,

dem Gründer des Bauhauses,

ins Verhältnis zu setzen. Ichhabe die

Lücke zwischen ihm und mir mit einer

Erzählung gefüllt, die glaubwürdig

war, weil ich die Figur nicht frei

erfunden, sondern meine Biografie

in die Geschichte implementiert

habe. Ich habe mich gefragt: Was

hätte werden können, wenn seine

reale Tochter Manon, die er mit Alma

Mahler-Werfel hatte und die mit 18

Jahren starb,vorher ein Kind bekommen

hätte. Ich habe Fotos gezeigt,

aber vor allem hat es funktioniert,

weil ich mich selber als Person darin

habe vorkommen lassen.

AufderWebsite des Trinity Colleges in

Dublin kann man nachhören, wie

die Historikerin Marie Sophie Hingst,

KÜNSTLERIN UND NÄCHSTES WERK

Ellen Kobe,1968 in Dresden geboren, studierte

Kunst an der Kunsthochschule Berlin

Weißensee. Sie lebt als Bildende Künstlerin,

Performerin und Kuratorin in Berlin. Ihr Fokus

liegt auf Interventionen im öffentlichen Raum

zum Thema Geschichtsrezeption und Geschlechteridentitäten.

Internetpräsenz:

www.ellenkobe.de

In Vorbereitung:„Klasse Damen! 100 Jahre

Öffnung der Berliner Kunstakademie für

Frauen“, historische und zeitgenössische Positionen“,

co-kuratiert(mit Ines Doleschal)

und mit einer Eröffnungsperformance begleitet

vonEllen Kobe, Performance am 16.6.,

18 Uhr,Laufzeit vom17.6. bis 13.10.,

Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55.

ein Mädchen aus Wittenberg, aus

evangelischem Haus und mit starkem

deutschen Akzent dort 2018 vor

Akademikern aus Anlass einer Preisverleihung

über sich als Enkelin einer

Holocaust-Überlebenden sprach, die

erst mit 18 Jahren aus Israel nach

Deutschland gekommen sei. Wieso

wurde ihr geglaubt?

MILA HACKE

Geglaubt wird, was man glauben

will. Menschen wollen berührt

werden. Gerade Familiengeschichten

sind ja unglaublich eingängig.

Und auch in gewisser Weise tabu:

Wer wagt schon, die Familiengeschichte

eines anderen grundsätzlich

anzuzweifeln. Wobei die Recherche

sowieso oft sehr flüchtig

ist. Im Fall der „Grundsteinlegung“

haben die Medien nicht einmal das

Programm gelesen, auf dem ganz

deutlich stand, dass ich als Künstlerin

eine Performance mache. Es

braucht nur eine Kleinigkeit, um

eine falsche Geschichte zu legitimieren.

Mir ist der Ministerpräsident

selbst zu Hilfe gekommen,

aber sicherheitshalber hatte ich

auch Zeugen vorgesehen: Eingeweihte,

die an der richtigen Stelle

nicken. Manipulation ist ein Spiel

mit dem Feuer und in der Kunst ein

ganz schmaler Grat zwischen Authentizität

und Fiktion, auf dem

man sich bewegt.

Siesind Co-Kuratorin der demnächst

eröffnenden Ausstellung „Klasse Damen!“,

die aus Anlass der Öffnung der

Berliner Kunstakademien für Frauen

vor100 Jahren historische Positionen

zeigt. Die Pressemotive sind eine

Zeichnung von Lotte Laserstein aus

den 40er-Jahren, die zwei Frauen

zeigt, eine davon mit Zigarette in der

Hand. DasandereBild zeigt Sieselbst

als junge Frau, historisch zurechtgemacht

und mit Zigarettenspitze. Ist

das auch eine Implementierung in

die Kunstgeschichte?

Ja,das ist ein Foto vonmir,aufgenommen

vonTom Wagner,als ich 25

Jahre alt war, mein Kunststudium

abgeschlossen hatte und in allem am

Anfang stand. Undesist ein Foto der

Figur, die ich derzeit für die Eröffnungsperformance

der Ausstellung

erfinde: Eine junge, bereits international

erfolgreiche Künstlerin, die

sich gerade wegen der Eröffnung ihrer

Ausstellung in Schweden aufhält

(wohin Lotte Laserstein emigrieren

musste) und deshalb nicht zur Eröffnung

kommen konnte.Ich in meiner

heutigen Person trete vorOrt als ihre

Projektassistentin und Sprecherin

auf und kann mich auf diese Weise

einerseits in Beziehung zur Zeit von

Lotte Laserstein setzen, andererseits

meine Biografie als Künstlerin temporär

neu erfinden.

Wasunterscheidet Kunst von Hochstapelei?

Die Ehrlichkeit, den schöpferischen

Akt als solchen zu kennzeichnen.

Unddie Form. Ich komponiere

ganz präzise auf einen bestimmten

Rezeptionszeitraum und einen bestimmten

Ort hin. Und am Ende

muss die künstlerische Erzählung

offengelegt werden. Ich habe das in

Dessau getan, indem ich mich verbeugt

habe wie eine Schauspielerin

nach der Vorstellung. Aber weil das

nicht ausgereicht hat, um die Situation

zu klären, hat meine Auftraggeberin,

die Direktorin der Stiftung

Bauhaus Dessau, Claudia Perren,

später noch vor den Medien Aufklärung

geleistet.

Auch Marie Sophie Hingst hat ihren

Blog, auf dem sie die falsche Familiengeschichte

kommuniziert hat,

jetzt zum Kunstprojekt erklärt.

In der Kunst muss die Rahmung

in jeder einzelnen Situation ganz klar

sein. Und esdarf auch niemand in

seinen Gefühlen oder seinen Rechten

verletzt werden. Wenn es einem

um Kunst geht, braucht man niemanden

in die Irre zu führen und

kann trotzdem auf die Kraft der Imagination

des Moments.

DasGespräch führte PetraKohse

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Pfingsten 2019

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Am 10. Juni 2019

erscheint die

Berliner Zeitung nicht

Ganz bei sich

Das Deutsche Theater veröffentlicht seine Pläne für 2019/2020

VonUlrich Seidler

Ein Mann mit Tigerkopf und Tigertatzen

fährt aus seinem aufgeklappten

Sarg, macht Muskeln

und steigt auf einem Strahlenbündel

protzig in den Himmel auf. Hinten

gucken zwei Menschen zu, die recht

gemütlich aus ihren Schneckenhäusern

lehnen. Aha. Vielleicht verstehen

wir Christoph Feists Illustration,

die das nächste Spielzeitheft des

Deutschen Theaters schmücken

wird, besser,wenn wir uns das Motto

für 19/20 daneben legen: „Außer

sich“, lautet es. Esscheint irgendwie

aufbauend und motivierend gemeint

zu sein, zu Selbstbefreiung aus

scheinbar unwandelbaren Gegebenheiten

aufzurufen, vielleicht einhergehend

mit einer Abkehr von den

Festlegungen der ohnehin immer

weiter zerfasernden Identitäten. Wir

Zuschauer dürfen vielleicht im

Schneckenhaus bleiben und die

Strahlentiger still bewundern.

Es geht vermutlich eher dunkel

los mit Sebastian Hartmanns nächster

Großtextverknetung, diesmal

kein Dostojewski, sondern Shakespeares

„Lear“, wieder mit Wolfram-

Lotz-Einschub. (Premiere: 30. August).

Im Deutschen Theater folgen

Inszenierungen vonJan Bosse („Don

Quijote“, 12.10.), Daniela Löffner

(„Franziska Linkerhand“, 2.11.), Stephan

Kimmig („Hekabe −ImHerzen

der Finsternis“, 22.11.), Ulrich Rasche

(„4.48 Psychose“, 17.1.), Kirill

Serebrennikow („Decamerone“,

8.3.), Jette Steckel („Letzten Sommer

in Tschulimsk“ vonAlexander Wampilow,

27.3.) und mal wieder ein Andreas

Kriegenburg („Michael Kohlhaas“,

29.5.) −dazu kommen zwei

neue René-Pollesch-Uraufführungen

(15.12. und 24.4.).

Zwei weitereUraufführungen finden

in den Kammerspielen statt:

„Ode“ von Thomas Melle (Regie:

Lilja Rupprecht, 20.12.) und „Das

Herz der Krake“ von Nis-Momme

Stockmann (Regie: Nora Schlocker,

28.4.). Außer den prominenten Regisseuren

Serebrennikovund Rasche

debütieren Amir Reza Koohestani,

Charlotte Sprenger, Data Tavadze

und Timofey Kuljabin am DT.

Jürgen Kruse inszeniert Horváths

„Glaube Liebe Hoffnung“, und von

Martin Laberenz kommt die nächste

Jelinekiade: „Wolken.Heim“. Wasdas

Regie-Duo Jürgen Kuttner/Tom Kühnel

und András Dömötör inszenieren

werden, wirdnoch nicht verraten.

Außer sich? Alles in allem eine typische

Ulrich-Khuon-Spielzeit mit

inszenierenden Weggefährten, Gegenwartsdramatik

und dem Blick

nach Osteuropa –sie wird traditionell

mit der nächsten Ausgabe der

Autorentheatertage enden, die gerade

noch laufen. Und wenn es so

weit ist, werden wir uns wieder wundern,

wie schnell das ging. Über die

Khuon-Nachfolge müssen wir uns

heute nicht ereifern, sein Vertrag

läuft noch bis 2022.


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 21

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Feuilleton

Die Wahrheit

jenseits

der Noten

Piaf und Dietrich im

Renaissance-Theater

Willkommen

zu

Hause

Joachim Meyerhoff kommt

an die Schaubühne

VonIrene Bazinger

Die neue Produktion im Renaissance-Theater

heißt „Spatz und

Engel“, was eigentlich ziemlich

harmlos klingt. Aber das stimmt

überhaupt nicht. Denn hinter diesem

„Theaterstück mit Musik von

Daniel Große Boymann und Thomas

Kahry nach einer Idee von David

Winterberg“ (2013) verbirgt sich die

bündige Darstellung der Freundschaft

zwischen Marlene Dietrich

und Edith Piaf samt der Frage, obes

nicht doch eine zeitweilige Liebesgeschichte

war.Vor allem beinhaltet es

fast zwei Dutzend Lieder,von denen

einige wie „Milord“, „La vie en rose“

oder „Where have all the flowers

gone“ Welthits und in den Interpretationen

der beiden Diseusen unsterblich

geworden sind.

Wersich daran wagt, muss nicht

nur famos bei Stimme sein, sondern

sich ihnen auch mit Haut und Haar,

mit Herz und Hirn verschreiben, um

ihr Fluidum, ihren Subtext glaubwürdig

nachzeichnen zu können.

Anika Mauer als Dietrich und Vasiliki

Roussi als Piaf kriegen all das großartig

und bewegend hin. Sie erkennen

die Wahrheit jenseits der Noten und

die Strahlkraft zwischen den Akkorden.

Anika Mauer in Hosen und

manchmal Frack ist ganz die kühle

Preußin, die ihre Melancholie gut

unter Sarkasmus und Disziplin verstecken

kann. Vasiliki Roussi im

schwarzen Kleidchen und mit lockiger

Mähne ist vollkommen der getriebene

„Spatz von Paris“, der nirgendwo

sonst einen Halt findet als in

seinen Chansons.

Das Stück schildert halbwegs

chronologisch, wie Piaf bei ihren ersten

Konzerten in NewYorkscheiterte

und wie Dietrich, die sie unendlich

bewunderte, ihr schließlich zum Erfolg

dort verhalf. Daraus ergibt sich

in der schönen Inszenierung von

Torsten Fischer zu Beginn eine ausgelassene

erotische Szene,inder die

zwei, zunehmend beschwipst, immer

wieder „Wenn die beste Freundin

mit der besten Freundin“ intonieren.

Aber das Verhältnis hat trotz

Marlene Dietrich (Anika Mauer,l.) und

Edith Piaf (Vasiliki Roussi)

IMAGO

aller Anziehung und Sympathie wenig

Zukunft, besonders als die Piaf

nach mancherlei Schicksalsschlägen

Zuflucht bei Alkohol, Schmerzmitteln

und Drogen suchte.

Auf der hinten durch eine Spiegelwand

begrenzten Bühne sitzen

Harry Ermer am Flügel und Eugen

Schwabauer mit einem Akkordeon

und geben den atmosphärisch dichten

Rahmen vor–etwa für„Non, rien

de rien“, vonVasiliki Roussi zum Metronom

wie ein verzweifelter Marsch

gegen die verrinnende Zeit angesungen.

Oder für „Sag mir, wodie Blumen

sind“, von Anika Mauer mit

schlackenfrei grandioser Wehmut

vorgetragen. Ralph Morgenstern

und Guntbert Warns spielen alle Figuren

vom Zimmerkellner bis zum

Dramatiker Noël Coward. Der hinreißende

Abend freilich gehört den

Frauen und ihrer Kunst –bravourös!

Spatz undEngel 18.–21.,25.,26.,29.,30.Juni

sowie 5.–7. und 11.–14.Juli,

Renaissance-Theater,Tel. 3124202

Die Schauspielerin Kathrin Angerer in dem Stück „Ich weiß nicht, wasein Ortist, ich kenne nur seinen Preis“ von René Pollesch

Auf halber Strecke

Noch ausbaufähig: Die Autorentheatertage im DT beginnen mit Gastspielen und einem Leseparcours

VonDoris Meierhenrich

Plötzlich trägt Martin Wuttke

ein schwarz-gelbes Show-

Kostüm, es ist wohl das

dritte oder vierte an diesem

Abend –die diversen Langhaarperücken

und Bärte nicht eingerechnet –

und legt sich zum Nickerchen aufs

Polster.Soganzbequem will der fleischige

Innenhandballen der Riesengorilla-Hand

als Polster aber nicht

werden, denn Wuttke windet sich,

bäuchlings, rücklings, rutscht hoch

in Richtung Arm, dann wieder runter

gen Finger und klemmt sich am

Ende dann wie ein Zahnstocher zwischen

Daumen und Mittelfingerkuppe,

was gerade in seiner grotesken

Gymnastik aber den gewünschten

Liegeerfolg bringt.

Gutgelaunter Abend

Nein, kein Ortfür den üblichen Lauf

der Dinge,über den die drei wunderbaren

Schauspieler Katrin Angerer,

Marie Rosa Tietjen und ein bestens

aufgelegter Wuttke hier durchdringend

rätseln, ist die gruselige King-

Kong-Hand, die eigentlich sehr gütig

aus dem Schnürboden hängt. Genau

in dieser Paradoxie aber ist sie der

beste Ort darüber nachzudenken,

wo und wie das größte Mysterium

überhaupt, „das Reale“, dem René

Pollesch hier wie in allen Stücken

nachspürt, einen Platz finden kann.

Nein, einfach abzubildende „Realität“

ist es nicht, dieses „Reale“, das

weder im Wörtlichen noch im Symbolischen

steckt. Viel eher in dem

aus der Filmbranche bekannten,

ganz materialistisch entstehenden

Anschlussfehler. Oder einfach im

„Knacks“, in den dieser gut gelaunte

Abend überraschend klar einführt.

Es ist Sonntagabend, als wir in dem

geistreich verdutzten King-Kong-

Theater mit dem Titel „Ich weiß nicht,

was ein Ort ist, ich kenne nur seinen

Preis“ vom Zürcher Schauspielhaus

sitzen und zum ersten Malinden vergangenen

vier Tagen so etwas wie Begeisterung,

ja Festivalstimmung im

DT zu spüren ist. Seit Donnerstag laufen

im ganzen Haus zum zehnten Mal

nun die Autorentheatertage, die mit

zehn Gastspielen und sechs Halb- bis

Ganzpräsentationen neuster Stücke

der Gegenwartsdramatik ein Fest bereiten

wollen. Erst mit diesem vierten

Abend des nun auch nicht mehr ganz

neuen Performance-Klassikers René

Pollesch aber, indem drei Schauspieler

sich mit all ihrer herrlichen Lässigkeit

gegen die leere Routine einer

schon wieder vergessenen Shakespeare-Aufführung

stemmen, stattdessen

das Ereignis des gemeinsamen

Sprechens, Denkens und einfachen

Seins zurück auf die Bühne holen, versteht

man plötzlich, worunter Gegenwartallgemein

und ihreDramatik insbesondere

leidet: dass sie am Anfang

ihr Ende immer schon mitweiß, dazwischen

deswegen nie wirklich etwas

passieren kann.

Nicht so am Sonntag, als das ausströmende

Publikum um 22 Uhr

noch auf dem Theatervorplatz stehen

bleibt, um das große Miteinander

dieses kleinen Abends weiter zu denken.

Vielleicht hätte auch Armin Petras’

Inszenierung seines eigenen Textes

„Love You, Dragonfly“ (unter seinem

Autorenpseudonym Fritz Kater)

aus Bremen ähnliche Wirkung gehabt,

hätte er nicht kurzfristig wegen

Krankheit abgesagt werden müssen.

VonKleist bis Müller

Wenn auch komplett anders als Pollesch,

versucht auch Kater, nicht ein

fach vermeintliche Gegenwartabzubilden.

Vielmehr taucht er in sechs

Bildern insechs verschiedene Vergangenheiten

ein –vom Sowjetrussland

der 30er-Jahre über das Frankreich

der 60er bis hin zu den USA der

nahen Zukunft. Vor allem aber

schreibt er darin literarische Vorlagen

vonKleist über Heiner Müller bis

Georges Bernanos wie Spuren der

Geschichte ins Heute weiter. Faszinierend

an diesen teils sehr poetischen

Skizzen ist, wie tief sie in die

Schmerz- und Grenzregionen ihrer

Figuren eindringen, Widersprüche,

ja auch Paradoxien herausarbeiten,

um und gegen die sich Leben nun

mal maßgeblich entwickelt.

Liebe, Begehren, Schuld und

Missbrauch, das alles verbindet sich

in der Geschichte von einem alten

Mann und einem Mädchen, das sich

von ihm magisch angezogen fühlt,

am Ende jedoch vergewaltigt wird,

auf höchst subtile Weise. Beklemmend

ist das, doch in seiner Zerrissenheit

so viel substanzreicher als all

Zeitgemäßes Update

LENORE BLIEVERNICHT

die halb durchdachten, naiv bleibenden

Sprachspielereien der meisten

neuen Texte, die in diesem Jahr

erstmals auch in einem Leseparcours

namens „Menschen, Tiere, Religionen“

in Häppchenauszügen

dargeboten wurden. Den platteren

Texten diente es, den feineren, wie

dem absurden Migrantendrama von

Svenja Viola Bungarten, schadete es.

Beispielgebend für die auf halber

Strecke verharrende Gegenwartsdramatik

ist auch Boris Nikitins

„Aufführung einer gefälschten Predigt

über das Sterben“, die das Nürnberger

Staatstheater ans DT schickte.

Sietut, was Predigten tun: mit monologischer

Verführungstechnik etwas

propagieren. Hier: eine Form christlicher

Sterbeethik. Egal wie sarkastisch-kritisch

Nikitin die weihevolle

One-Man-Show auch meint, sie

bleibt nur Machtdiskurs,der alle Widersprüche

in sich verschluckt.

Ganz unerwartet knüpfte er damit

auch noch an das eigentlich besonders

vielstimmig sein wollende

Gastspiel aus Köln an, das mit seiner

Uraufführung des skialpinen Missbrauchsstücks

„Schnee Weiss“ von

Elfriede Jelinek die Autorentheatertage

groß eröffnen sollte. Leider versandete

der textlich eingeebnete,

auch spielerisch fahrige Aufsageabend

in Stefan Bachmanns ideenlosem

Einerlei vonPuppenkopf-Aufund

Abtritten.

Autorentheatertage bis 8.6., DeutschesTheater

Tel: 28441221

Der Hörspielklassiker „TKKG“ als familienkompatibler Kriminalfilm von Robert Thalheim mit humoristischen Einlagen

VonMichael Kienzl

TKKG“ konnte manchmal

richtig grausam sein. Hört

man sich alte Hörspielfolgen

des jungen Ermittlerquartetts

an, traut man teilweise seinen

Ohren nicht. Als in der Episode

„Ufos in BadFinkenstein“ eine Klassenkameradin

der Bande überfallen

wirdund bereut, dass sie eine Abkürzung

durch den Park genommen hat,

tritt Alpharüde Tim noch mal nach:

„Du warst sehr leichtsinnig. Davon

spricht dich keiner frei“.

So spannend die Kriminalfälle

der ab 1979 von Rolf Kalmuczak

unter dem Pseudonym Stefan Wolf

verfassten Jugendbuchreihe auch

waren, ideologisch gab es darin

häufig Reibungspunkte.Die immer

etwas spießig wirkenden Junior-

Detektivetraten mitunter nicht nur

äußerst selbstgerecht und obrigkeitshörig

auf, sondern hatten es

auch oft mit Widersachern zutun,

denen man das Böse durch Narben,

rote Haare oder Punkerkluft

schon vonweitem ansah.

Wenn Regisseur RobertThalheim

(„Eltern“, „Kundschafter des Friedens“)

die Reihe nun nach jeweils

zwei Fernsehserien und Kinofilmen

erneut adaptiert, bringt er die Geschichte

zu ihrem Anfang zurück.

„TKKG“ erzählt, wie sich der

sportliche, aus einfachen Verhältnissen

stammende Tim (Ilyes Moutaoukkil),

der etwas gefräßige, aber

gutmutige Millionärssohn Willi

alias „Klößchen“ (Lorenzo Germeno),

der Computernerd Karl

(Manuel Santos Gelke) und die Polizistentochter

Gaby (Emma-Louise

Schimpf) kennenlernen und nach

kleinen Startschwierigkeiten zusammentun,

um die Entführung

vonKlößchens Vater aufzuklären.

Schon früher funktionierten die

„TKKG“-Geschichten vor allem als

Genre-Stücke, die psychologisch etwas

eindimensional sein konnten.

Solche Schwächen versucht Thalheim

– für dessen Kundschafter-

Filmproduktion es der erste richtige

Mainstreamfilm ist –zuüberwinden.

DieFiguren bleiben zwar zugespitzt,

sind aber etwas komplexer und moderner

als gewohnt. Am stärksten

bemerkbar machen sich die Veränderungen

bei Tim, der zumindest einen

angedeuteten Migrationshintergrund

hat, und Gaby,die nicht mehr

das ängstliche Häschen von damals

ist, sondernein Mädchen, das anpacken

kann.

Teilweise scheint der „TKKG“-

Film sogar gezielt klassische Erwartungen

unterlaufen zu wollen. Als

sich Tim etwa für die Teilnahme an

einer spiritistischen Seance als

Frau verkleiden muss, ist der Film

sichtlich darum bemüht, daraus

bloß keinen Travestieklamauk àla

„Charleys Tante“ zu machen.

Grundsätzlich ist dieses zeitgemäße

Update begrüßenswert, und als

familienkompatibler Kriminalfilm

mit humoristischen Einlagen ist

„TKKG“ ohnehin passabel geraten.

Allerdings konzentriert sich Thalheim

am Ende fast mehr auf die Korrektur

alter Fehler als auf die Fortschreibung

einerTradition. Daranändern

dann auch nostalgische Referenzen

wie der Synthesizer-Sound

nichts, der mit seiner 80er-Jahre-Mimikry

vor allem an die Eltern gerichtet

sein dürfte. Der Film wirkt in solchen

Momenten wie in einer Identitätskrise,weil

er sich ständig auf eine

Vergangenheit bezieht, die er doch eigentlich

überwinden will.

TKKG Deutschland2019. Regie: RobertThalheim.

Darsteller:Ilyes Moutaoukkil,ManuelSantos

Gelke, Lorenzo Germeno,Emma-Louise

Schimpf, Milan Peschel,Trystan Pütter,Tom Schillingu.a.,

96 Minuten, Farbe. FSK:ab6Jahre

Der Film kommt am Donnerstagindie Kinos.

VonUlrich Seidler

Die Schaubühne war am Wochenende

selbst überrascht davon,

dass der Schauspieler Joachim

Meyerhoff dem Nachrichtenmagazin

Der Spiegel von seinem Wechsel

an den Kudamm erzählt hatte. Was

auch immer das genau bedeutet,

sagt das Theater noch nicht: Ob er

mehr als eine Rolle pro Saison spielen

wird, ob er seine autobiografischen

Solo-Abende mitbringt, ob er

selbst nach Berlin ziehen wird oder

ob dieser Wechsel überhaupt bedeuten

muss,dass er die mehr oder minder

feste Ensemblemitgliedschaft

sowohl im Schauspielhaus Hamburg

als auch am Wiener

Burgtheater

ganz aufgibt −

egal. Wir stellen

überhaupt keine

Exklusivforderungen,

sondern

heißen ihn willkommen.

Berlin,

jawohl, hat ihm

für „Alle Toten

DPA/OLE SPATA

fliegen hoch“

schon eine Stadttheaterbühne geboten,

als noch nicht abzusehen war,

dass diese Beschäftigung mit dem eigenen

Leben in viele preisgekrönte

Theaterabende und schließlich in

eine ganze Batterie von Bestsellern

münden würde.

Diese Erfolgsgeschichte, das dürfen

wir in unserer Berliner Bescheidenheit

betonen, begann 2001 am

Gorki mit einer Oper, die ursprünglich

den Titel „Ich“ tragen sollte und

vor allem von Jockels Kindheit als

Chefarztsohn in der Psychiatrie Hesterberg

erzählte. Gibt es jemanden,

der,was dann alles geschah, aus den

Meyerhoff-Büchern noch nicht besser

kennt als den eigenen Lebenslauf?

Wenn ja, lesen Sienach!

Der künsterlische Werdegang ist

nur in den Anfängen Gegenstand

seiner Lebenserzählungen − er

führte den 1967 Geborenen von der

TOP 10

Sonntag,2.Juni

Joachim

Meyerhoff

Münchner Otto-Falckenberg-

Schauspielschule über Kassel, Bielefeld,

Dortmund ans Gorki, wo er leider

nur ein Jahr blieb, umdann mit

Jan Bosse, einem seiner wichtigsten

Regisseure, nach Hamburg zuTom

Stromberg zugehen. 2005 kam der

Rufandie Burg,2013 kehrte er,ohne

die Burg richtig zu verlassen, nach

Hamburgzurück. In Berlin trat er zuletzt

bei Gastspielen unter anderem

beim Theatertreffen in dem gigantischen

Einmann-Abend „Die Welt im

Rücken“ nach dem autobiografischen

Roman von Thomas Melle in

Erscheinung, Regie: JanBosse.

Undnicht nur, weil er dabei ganz

allein auf der Bühne einen mehrstündigen

Abend und viele hundert

Seiten Text bewältigte, zeigte er sich

als ein Solitär im deutschsprachigen

Theater. Erist ein über dem Betrieb

schwebender und zugleich für den

Zuschauer stets auf dem Kumpelteppich

erreichbar bleibender Schauspieler,der

sich des Menschseins am

eigenen Leibe freut. Und wir freuen

uns mit ihm daran.

1 Tatort ARD 7,42 26 %

2 Brennpunkt ARD 6,86 25 %

3 Tagesschau ARD 5,72 22 %

4 heute-journal ZDF 4,09 16 %

5 Anne Will ARD 3,82 17 %

6 Ein Sommer in... ZDF 3,66 12 %

7 heute ZDF 3,14 16 %

8 Terra X ZDF 3,04 12 %

9 ZDF-spezial ZDF 2,88 14 %

10 RTL aktuell RTL 2,64 15 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

20.00 Tischlerei: Delirio

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

19.30: Autorentheatertage: Welche Zukunft?! Let

Them Eat Money

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

19.30: Autorentheatertage: Der Tempelherr

20.00: Autorentheatertage: atlas (Gastspiel Schauspiel

Leipzig)

Justizvollzugsanstalt Plötzensee

(Friedrich-Olbricht-Damm 17) 18.00: DieFestung

(aufBruch –Kunst Gefängnis Stadt –Gefangenenensemble

in der JVAPlötzensee). Anm. erf.

Schaubühne (& 89 00 23)

20.00: status quo

Schloss Britz (& 609 79 23 -0)

19.00 Freilichtbühne: Die Zähmung der Widerspenstigen!

(Shakespeare Company Berlin)

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Charlys Tante

Staatsoper Unterden Linden (& 20 35 45 55)

19.30: Balanchine |Forsythe |Siegal (Staatsballett

Berlin)

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Shakespeares sämtliche Werke(in 90

Minuten!)

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.30: Drei Milliarden Schwestern

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Besetzt! (Esther Zimmering)

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Fame –The Musical

Cabuwazi –Zelt Tempelhof (Columbiadamm 84)

19.00: 100 Jahre Waldorfschule: Zwischenwelt (Emil

Molt Akademie (8. Klasse)

Cafe Spreeblick /Zille Stube (& 242 52 47)

15.00: Mit Zille in der juten Stube (Albrecht Hoffmann).

Anm. erf.

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (& 204 47 04)

20.00: 2019: Odyssee im Hohlraum

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: HowtobecomeaBerliner in one hour?

(Karsten Kaie)

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

20.00 Salon: Der Spielekönig

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)

20.00: The Filonthe Hill (Fil)

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

18.00: Wermit wem? (TheatersportBerlin)

Ratibortheater (& 618 61 99)

20.30: Ick &Berlin (Die Gorillas)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

KLASSIK

BKA (& 202 20 07)

20.30: Die UnerhörteMusik, Neue und zeitgenössische

Musik des ausgehenden 20. und des 21.

Jahrhunderts

Französische Friedrichstadtkirche

(& 20 64 99 22) 15.00: Kilian Nauhaus, 30 Minuten

Orgelmusik, Orgelwerkeaus verschiedenen Epochen

Hochschule für Musik Hanns Eisler im Neuen

Marstall (& 203 09 21 01) 19.00 Krönungskutschen-Saal:

Vortragsabend Kontrabassklasse Prof.

EskoLaine

Philharmonie (& 25 48 83 01)

13.00 Foyer: Lunchkonzert

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: Ekaterina Frolova (Violine) und Vesselin

Stanev(Klavier), Beethoven: Violinsonate c-Moll op.

30 Nr.2;Brahms: Sonate für Violine und Klavier Nr.

1G-Dur op. 78, Ungarischer Tanz Nr.17fis-Moll;

Kreisler:Variationen über ein Thema vonCorelli F-Dur;

Kreisler:LaGitana, Caprice viennois; M. de Falla:

Danse espagnole aus „La vida breve“; Paganini: Le

streghe op. 8

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.30: Akademiekonzert–Studierende der Barenboim-Said

Akademie stellen sich vor

St. Marien-Kirche Mitte (& 242 44 67)

19.00: Chorkonzert: Ökumenische Seniorenkantorei

Berlin, Solisten und Orchester,Ltg.KMD Konrad

Winkler,Bach: Kantaten; Händel: Anthem „I magnify

Thee“

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00 Studio: Frau Holle (ab 5J.)

10.30: Spaghettihochzeit (ab 9J.)

Brotfabrik (& 471 40 01)

10.00: Der Wolf und die 7Geißlein,Artisanen (ab

4J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Das weite Theater (& 991 79 27)

10.00: Ritter,Ritter oder Wirbauen eine Burg,Theater

des Lachens (FFO) &Das Weite Theater (ab 4J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

10.00, 14.00: Kasper und das Wahrheitstuch,

Puppentheater Böhmel,

10.30: Bunte Töne –Hip-Hop-Show, Breakdance,

Beatboxing,Graffiti, Rap und DJing –Mitmach-Event

für Schüler*innen (ab5bis 12 J.)

Figurentheater Grashüpfer (& 536 95 15 0/ 52)

10.00: Oh wieschön ist Panama, Kobalt Figurentheater

Berlin (ab 3J.)

Fliegendes Theater (& 692 21 00)

10.30: Ein Krokodil untermBett, Puppentheater (ab

4bis 8J.)

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

17.00: Die LückeimBauzaun, anlässl. 50 Jahre Grips

Theater (ab6J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Heimat Berlin, Projektschau und Aktionsraum

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (& 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel –Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

MACHmit! Museum für Kinder (& 74 77 82 00)

10.00: Aufdem Holzweg,Ausstellung über Holz

Puppentheater Berlin (& 342 19 50)

10.00: Paul will nicht in die Schule! (ab 5J.)

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

10.00: Die Unbehausten –Das Battle um die Stadt

(ab 11 bis15J.)

Theater Lichterfelde (& 84 31 46 46)

10.00: HerrLaut und Frau Leise, Kristina Feix (ab 3

J.). Anm. erf.

Theater MorgensternimRathaus Friedenau

(& 92 35 59 50) 9.30: Reineke,der gerissene Fuchs

(ab 9J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

9.30: Raumschiff Erde

14.00: Mit Raketen zu Planeten

Frauenbilder

WasFotos

im Internet

bewirken

Das Supermodel Gisele

Bündchen veröffentlichte

2013 ein Foto auf Instagram,

das sie beim Stillen ihres Babys

zeigt. Der vermeintlich intime

Moment wird begleitet durch

zwei Männer und eine Frau,

die sich mit Haaren, Augen

und Fingern Bündchens beschäftigen.

Annekathrin Kohout

nimmt das Bild zum Ausgangspunkt,

um in derWagenbach-Reihe

„Digitale Bildkulturen“

über „Netzfeminismus“

zu schreiben. DieInszenierung

Bündchens als berufstätige

Mutter fand viele Nachahmer

mit Online-Stillfotos. Was bedeutet

es für die Wahrnehmung,

wenn jeder sich jederzeit

im Foto präsentieren kann?

Welche Ziele können damit erreicht

werden? Inszenieren

sich Frauen anders als Männer?

René Aguigah vom Deutschlandfunk

spricht mit Annekathrin

Kohout über ihre Kulturgeschichte

der weiblichen

Bildpolitik. Cornelia Geißler

Netzfeminismus 19 Uhr, Kindl, Am Sudhaus3(Neukölln),

Eintritt frei

Licht ins Dunkel!

Eine Streitschrift entzaubert den Mythos der blühenden

Konzertlandschaft, die sich auf künstlerischer Ebene aber

auch diese Wochewieder fein aufgestellt präsentiert.

Kurt Vile kommt vom traditionellen Indiefolkrock

Der ebenso streitbare wie

wortmächtige Berliner

Konzertveranstalter und

Publizist Berthold Seliger

hat ein neues Buch am Start. Es

heißt „Vom Imperiengeschäft“ und

handelt auch genau davon: Wieeine

globaleVeranstaltungsindustrie,also

Unternehmen wie Live Nation, die

deutsche CTSEventim, AEG (die Anschutz

Entertainment Group), mit

monopolistischer Energie den Markt

unter sich aufteilt und dabei Imperien

errichtet, die es jederzeit in der

strikten Businessorientierung wie

dem Datenkrakentum mit den anderen

Herrschern der digitalen Sphären

aufnehmen, also mit Amazon,

Google, Microsoft etc. Und wie sie

dabei clever bis freibeuterisch die

steuerlichen und juristischen

Schlupflöcher nutzen und ihre

Kundschaft weniger bedienen als

vielmehr abschöpfen. Die Hochpreispolitik

schaffe,soSeliger,künstlerisch

wie wirtschaftlich einen segregierten

Markt der Besserverdienenden.

Ein geringer Prozentsatz

sahnt ab,der Rest hat Pech.

Dasist, weil aus jahrzehntelanger

Insidererfahrung gespeist und mit

akribischer Zahlenrecherche gefüttert,

überaus erhellend; insbesondere,

wo es darum geht, wie das eigentliche

Konzertgeschäft im High-

End-Bereich, der Gegend von Milliardenumsätzen,

gar nicht mehr auf

den Konzerteinnahmen selbst beruht,

sonderndas Geld in einem undurchsichtigen

Ticketing-System

aus symbolischer Verknappung, erstaunlichen

Abwicklungsgebühren,

Zweitmarktumtrieben sowie Werbeeinnahmen

erwirtschaftet wird. Dabei

bleiben die darbenden lokalen

Veranstalter, die ihre Bands mit Leidenschaft

und Loyalität entwickeln

(müssen), auf der Strecke oder werdenmonopolymäßig

aufgekauft und

abgestoßen.

Etwas weniger überzeugend wird

es für mich dort, wo er den Idealismus

der Kleinen rundum antikapitalistisch

verklärt und persönlichen

Geschmack in die strukturelle Kritik

mischt. Einmal mehr schlägt er dabei

aufs Popkultur-Festival des Berliner

Musicboards ein. Dessen öffentliche

Subvention ist Seliger, imGegensatz

zur begrüßten Förderung

der Hochkultur, ein Dorn imAuge,

weil die Auswahl entweder langwei-

Markus Schneider

empfiehlt die Lesung des Konzertveranstalters

und Publizisten Berthold Seliger,

dazu die verwertungslogischen

Querläufer Lafawndah mit ihrem

arabisch zerschossenen Future-R&B und

die schluffigen US-Indiekreisel

vonKurtVile.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Rocketman

14.30, 17.15,20.15

Cinema Paris (& 881 31 19) Monsieur Claude II

15.30, 20.30; Peter Lindbergh –Women‘s Stories

17.50

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) Rocketman

15.00, 17.40,20.30

Delphi LUX (& 322 93 10 40) Roads (OmU)

13.50, 16.10, 18.30, 20.50; Rocketman (OF)

18.15, 21.00; All MyLoving –Eine Geschichte von

drei Geschwistern 15.10, 17.50, 20.30; Van Gogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit 15.00, 17.30, 20.00;

Das Familienfoto 15.15; Das Ende der Wahrheit

17.30, 20.00; High Life 15.30; High Life (OmU)

18.00, 20.30; Edie –Für Träume ist esnie zu spät

(OmU) 14.30; Stan &Ollie (OmU) 16.45; Greta

(OmU) 19.00; Blown Away –Music, Miles and Magic

21.15

Filmkunst 66 (& 882 17 53)Under theTree 18.00;

All My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern20.00;Tea

with theDames: Einunvergesslicher

Nachmittag 17.30

Kant Kino (& 319 9866) Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 13.40, 15.40; Roads 15.20,

17.40,20.00; Nur eine Frau 14.00, 17.45, 20.00;

Stan &Ollie (m. Kurzfilm „Das verrückte Klavier“)

18.00, 20.45; Edie –Für Träume ist esnie zu spät

15.45, 18.15; Der Flohmarkt von Madame Claire

16.00,20.30; Aladdin 14.00,16.45,19.30

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) 3D: Aladdin

11.00;3D: Godzilla 2–King of theMonsters 14.00;

Rocketman 17.00,20.00; 3D:John Wick: KapitelIII

23.00; Aladdin 11.30, 14.15; 3D: Aladdin 17.15;

JohnWick: Kapitel III 20.15; 3D:Godzilla2–King of

theMonsters 23.15;PokemonMeisterdetektiv Pikachu

11.00; 3D: Avengers: Endgame 13.15; Rocketman

(OF) 17.00; Hauptrolle Berlin: Der Hauptmann

von Köpenick 20.00; Rocketman 23.00; Avengers:

Endgame 11.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30; John Wick: Kapitel III 17.10; 3D: Aladdin

20.00, 23.00; Rocketman 11.45, 14.40; 3D:

Godzilla 2–King ofthe Monsters 17.30, 20.30;

Willkommen im Wunder Park 11.00, 12.30; Der Fall

Collini 15.00, 20.15; Ma –Sie sieht alles 17.50;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 23.00; Dumbo

12.45; Glam Girls: Hinreißend verdorben 15.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.45; Ma–Sie

sieht alles 20.15, 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Diamantino

(OmU) 11.00; Birds Of Passage: Das grüne Gold

der Wayuu (OmU) 13.00; Willkommen imWunder

Park 15.45; Luft zum Atmen 17.15; Under the

Tree –Undir trenu (OmU) 18.45; Border –Gräns

(OmU) 20.15;Der Goldene Handschuh (DFmenglU)

22.10; Once Again (OmU) 11.00; Berlin Bouncer

(OmenglU) 12.45; The Wild Boys (OmU) 14.15; Ray

&Liz (OmU) 16.15; Free Solo (OmU) 18.15; Dave

Made aMaze (OmU) 20.00; Diamantino (OmU)

22.00; Antiporno –Antiporuno (OmU) 23.30; Der

Junge muss andie frische Luft 11.00; Green Book

(OmU) 12.45; Das Ende der Wahrheit (DFmenglU)

15.00;Blown Away–Music,Miles and Magic (OmU)

16.45; Edie –Für Träume ist es nie zuspät 18.45;

Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 20.30; One

Cut ofthe Dead 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Mirai: Das

Mädchen aus der Zukunft 16.00; Maquia: Eine unsterbliche

Liebesgeschichte –Sayonara no asa ni

yakusoku nohana okazaro (OmU) 18.00; „Mir ist

es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte

eingehen“ –„Imi este indiferent daca in istorie vom

intra cabarbari“ (OmU) 20.15; Wir –Us (OmU)

22.45; Kleine Germanen 16.00; Sunset Over Hollywood

(OmU) 17.45; The Artist &The Pervert (OmU)

19.45; Familie Brasch 21.40

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Monsieur Claude II

13.45, 20.00; John Wick: Kapitel III 13.45, 17.00,

20.15; IMAX 3D: Godzilla 2–King ofthe Monsters

14.00, 17.00, 20.00; Aladdin 14.15, 16.30;

Willkommen im Wunder Park 14.30; Der Fall Collini

14.30, 19.45; 3D: Aladdin 14.30, 17.30, 20.15;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.40,

17.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.00;

Rocketman 15.00, 17.15, 19.45; Wenn duKönig

wärst 15.10; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

15.15; Godzilla 2–King ofthe Monsters

15.30, 16.45, 19.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.45; Nur eine Frau 16.45; 3D: Avengers:

Endgame 17.10; After Passion 17.45; Greta (2019

USA) 17.50, 20.30; Dumbo 17.55; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 18.30, 21.00; Lloronas

Fluch 18.40; Avengers: Endgame 20.15; 3D: Aladdin

(OF) 20.20; Rocketman (OF) 20.45; Das Ende

der Wahrheit 21.00; 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters (OF) 21.15

Zukunft (& 01 76/57861079) #Female Pleasure

(OmU) 18.00; Atlas 20.00; Border –Gräns (OmU)

22.00; Lord of the Toys 18.00; Berlin Bouncer

19.50; The Wild Boys – Les garcons sauvages

(OmU) 21.35

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (& 04 51/703 0200) Avengers:

Endgame 13.00; Rocketman 13.30, 16.30,

20.10; Aladdin 13.40, 16.40, 20.15; 3D: Godzilla

214.00,17.10, 19.40; 3D: Aladdin 14.00,17.10;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.10,

16.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.20,

17.15; Ma17.00, 20.00; 3D: Avengers: Endgame

19.20; Glam Girls 19.30; John Wick III 19.50

Kino Kiste (& 998 74 81) Das Ende der Wahrheit

14.00; Mascha und der Bär –Die neuen Abenteuer

16.00; Der Fall Collini 17.45; Stan &Ollie 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion Hohenschönhausen (&

038 71/211 4109) 3D: Aladdin 14.15, 17.15,

20.10;Willkommen im Wunder Park 14.20; Rocketman

14.30, 16.45, 20.15; Aladdin 14.30, 17.45;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.40; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.40, 17.20;

Godzilla 2–Kingofthe Monsters14.45,19.40;3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.50; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.00, 17.30; Avengers:

Endgame 16.30, 19.50; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters 17.00, 20.00; John Wick: Kapitel III

17.15, 20.00; Ma –Sie sieht alles 17.20, 20.20;

3D: Avengers: Endgame 19.30; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 20.30

KREUZBERG

Babylon Kreuzberg (& 61 60 96 93) A Rocketman

(OmU) 17.10, 19.50, 22.30; B Nur eine Frau

17.15, 19.30, 21.45

fsk am Oranienplatz (& 614 2464) Ray &Liz

(OmU) 18.00; Der Stein zum Leben 18.00; Oray

19.45; „Mirist es egal, wenn wirals Barbaren in die

Geschichte eingehen“ –„Imi este indiferent daca in

istorie vomintra ca barbari“ (OmU) 20.15; Diamantino

(OmU) 21.45

Moviemento (& 692 4785) Rocketman (OmU)

10.45,13.30, 16.15, 19.00, 21.45;#Female Pleasure

(OmU) 13.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 16.00; Roads (OmenglU) 18.15, 20.30,

22.45; High Life (OmU) 10.00, 12.30, 15.00,

17.30, 20.00, 22.30

Sputnik (& 694 1147) Die Mission der Lifeline

(OmenglU) 17.00; Mirai: Das Mädchen aus der

Zukunft 18.30; Das Ende der Wahrheit (OmenglU)

20.15; Birds Of Passage: Das grüne Gold der

Wayuu –Pajaros deverano (OmU) 22.00; Klasse

Deutsch (OmU) 17.00; Sunset Over Hollywood

(OmU) 18.30; The Artist & The Pervert (OmU)

20.15; Border –Gräns (OmU) 22.00; Kinobar im

Sputnik Lordofthe Toys (OmenglU) 18.30;Filmclub

(OmU) 20.30

Yorck (& 78 91 32 40) Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 14.15; Rocketman 14.40,

17.20, 20.00; New All MyLoving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern 16.15,21.00; Nur eine Frau

18.50

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 9590) Aladdin 14.15,

17.00; Rocketman 14.30, 17.15, 20.00; Rocca

verändert die Welt 14.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.00, 17.00; Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 15.30; 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters 17.15, 20.15;Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit 17.45; Avengers: Endgame 19.30; 3D:

Aladdin 20.00; John Wick: Kapitel III 20.15

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Union Filmtheater

Rocketman13.00, 17.30,20.00; Monsieur

Claude II 13.00, 20.00; Sunset Over Hollywood

13.15, 17.45; Willkommen imWunder Park 15.30;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 15.30, 20.00;

Edie –Für Träume ist es nie zu spät 15.30; Kleine

Germanen 17.30

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Birds Of Passage: Das grüne

Gold der Wayuu 18.45; Das Ende der Wahrheit

(OmenglU) 21.00; Vom Bauen der Zukunft –100

Jahre Bauhaus (OmU) 18.00; Under the Tree –Undir

trenu (OmU) 20.00; OfFathers and Sons –Die

Kinder des Kalifats (OmU) 21.45

Babylon (& 242 59 69) New York –New York:

Ghostbusters – Die Geisterjäger (OmU) 17.15;

New York –New York: Das verflixte 7. Jahr –The

Seven Year Itch (OmU) 17.45; HKIFF: A Family

Tour (OmenglU) 17.45; Premiere: APostcard from

Pyongyang –Traveling Through North Korea (OmU;

m. Gästen) 19.30; New York –New York: French

Connection I–Brennpunkt Brooklyn (OmU) 19.45;

HKIFF: Reunification (OmenglU) 20.00; New York

–New York: West Side Story (OmU) 21.45; HKIFF:

Yellowing (OmenglU) 21.45

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Greta

(OmU) 12.30; Rocketman (OmU) 14.30, 19.30,

22.15; Border –Gräns (OmU) 17.00; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 15.15; Rocketman

(OmU) 17.15; Becoming Animal (OmU) 20.00;

Monsieur Claude II–Qu‘est-ce qu‘on aencore fait

au Bon Dieu? (OmU) 22.15

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) Willkommen

im Wunder Park 11.00; Rocketman 11.00,

14.10,16.20, 19.30, 22.30; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 11.00, 13.50, 16.40, 19.45,

23.00; Royal Corgi 11.15; Aladdin 11.20, 13.15,

16.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30,

14.00; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die

geheime Welt 11.45; Mister Link 12.00, 14.30,

17.00; Avengers: Endgame 13.45; After Passion

14.20; 3D: Aladdin 14.40, 17.10, 19.40, 22.45;

John Wick: Kapitel III 17.00, 20.00, 23.10; 3D: PokemonMeisterdetektivPikachu

17.10,20.20; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 17.40, 20.20, 22.40;

Ma – Sie sieht alles 17.45, 19.45, 23.15; Der

Fall Collini 19.40; 3D: Avengers: Endgame 20.30,

22.20; Greta (2019 USA) 22.50

Hackesche Höfe (& 283 4603) Von Bienen und

Blumen 14.30; Roads (OmU) 16.45, 19.00; Vice

–Der zweite Mann (OmU) 21.15; Berlin Babylon

(Omdt+englU) 14.30; High Life (OmU) 16.30,

19.00;Blown Away–Music,Miles andMagic(OmU)

21.30; Herr Zwilling und Frau Zuckermann 14.30;

Peter Lindbergh –Women‘s Stories (OmU) 17.15;

Nur eine Frau (OmU) 19.45; Under theTree –Undir

trenu (OmU) 22.00; TheArtist &The Pervert (OmU)

15.00, 21.45; Sunset Over Hollywood (OmU)

17.15; Das Familienfoto –Photo defamille (OmU)

19.30; Kleine Germanen (DFmenglU) 15.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

17.00,19.30; Der Boden unter den Füßen 22.00

International (& 24 75 60 11) Rocketman (OmU)

16.15,19.00,21.45

Z-inema (& 28 38 91 21) Leere Stadt 20.00

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Wilhelm Dieterle:

Der Teufel und Daniel Webster –The Devil and Daniel

Webster (OF) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (& 01 80/505 06 44)

WillkommenimWunderPark 14.00;MisterLink:Ein

fellig verrücktes Abenteuer 14.00, 17.30; Dumbo

14.00; Aladdin 14.00, 17.00, 19.40; Rocketman

14.15, 17.10, 20.05; Godzilla 2 – King of the

Monsters 14.20, 16.30, 19.40; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 14.50; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.50, 17.20; 3D: Aladdin 14.50;

Avengers: Endgame 16.00; John Wick: Kapitel III

16.35, 20.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –

Pokemon Detective Pikachu (OF) 16.55; Ma –Sie

sieht alles 17.50, 20.25; Aladdin (OF) 19.30; Rocketman

(OF) 19.55; 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters 19.55; John Wick: Kapitel III –John Wick:

Chapter 3–Parabellum (OF) 20.00

IL KINO (& 91 70 29 19) Ray &Liz (OmU) 10.30,

22.50;Die rote Linie13.00;Sunset Over Hollywood

(OmU) 15.15; Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft

17.00; Zentralflughafen THF (OmenglU) 19.00;

Überraschungsfilm (OmenglU) 21.00

Neues Off (& 62 70 95 50) Roads (OmU) 16.00,

18.20,20.40

Passage (& 68 23 70 18) Rocketman (OmU)

17.50, 20.30; Sneak Preview 22.30; All My Loving

–Eine Geschichte von drei Geschwistern 17.30,

20.00; Roads 17.00, 19.15, 21.30; Das Ende der

Wahrheit 18.40; Border 21.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Rocketman (OF) 16.50,

19.30, 22.10; High Life (OmU) 18.00, 20.30,

21.45;Aladdin(OF) 16.15,19.00; Sunset Over Hollywood

(OmU) 16.45; Peter Lindbergh –Women‘s

Stories(OmenglU) 19.00;Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 21.30;

John Wick: KapitelIII –John Wick: Chapter 3–Parabellum

(OF) 17.00, 19.50, 22.30

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Rocketman 14.00, 17.00, 20.15; Aladdin 14.00,

16.40, 19.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.10; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.20,

17.05; Godzilla 2–King ofthe Monsters 14.30;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.40;

3D: Godzilla 2–King of the Monsters 16.50, 19.50;

John Wick: Kapitel III 17.10, 20.00; Ma –Sie sieht

alles 17.35, 20.10;Avengers: Endgame 19.30

Wolf (& 921 03 93 33) Baby Wolfgang präsentiert:

The Wild Boys (OmU) 10.30; High Life (OmU)

12.00, 21.00; Under the Tree –Undir trenu (OmU)

14.20; Antiporno –Antiporuno (OmU) 14.20; Pippi

Langstrumpf 16.10; Ray &Liz 16.20; „Mir ist es

egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“

–„Imi este indiferent daca inistorie vom

intra ca barbari“ (OmenglU) 18.30; The Wild Boys

–Les garcons sauvages (OmU) 18.50; Diamantino

(OmU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 13.30, 15.30;

Rocketman 17.30, 20.15; Aladdin 13.30, 16.15,

19.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88)Rocketman

15.00,17.45,20.30; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 13.40, 15.40; Roads 14.00, 17.40,

20.00;Aladdin 14.00,16.45,19.30; All MyLoving

–Eine Geschichte von drei Geschwistern 14.40,

17.20, 20.00; Nur eine Frau 16.15, 18.30; High

Life (OmU) 20.45


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

lig sei oder mit „großen und etablierten“

Acts wie Neneh Cherry, den Türen

und der Ndagga Rhythm Force

kleinen, lokalen Veranstaltern die

Hits versauere. Andererseits findet

Seliger die kommissionierten Arbeiten

schlicht läppisch. Das ist mir zu

polemisch. Ich verstehe das Festival

des Musicboards als legitime Jahresbilanz

der (sehr nützlichen) Arbeit.

Ob es im Detail etwas taugt, darüber

kann mandiskutieren. Aber:Auch in

der stärker geförderten Hochkultur

haut nicht alles hin. Gerade angesichts

der von Seliger mit Wut im

Bauch dargestellten prekären Situation

eines großen Teils des kreativen

Milieus finde ich jede öffentliche

Aufmerksamkeit für Kunst, die nicht

in erster Linie kommerziell daherkommt,

okay.

Wenn Seliger naserümpfend vom

Sumpf eines „embedded journalism“

spricht, weil einige Medien

(nein, die BLZ gehörtnicht dazu)wie

DLF-Kultur, Spex, The Quietus ein

bisschen Geld zum Popkultur-Festival

gegeben haben, wird esmir zu

selbstgerecht. Trotzdem ist es ein

höchst anregendes Buch, gründlich,

kenntnisreich undleidenschaftlich.

POP

Berthold Seliger 4.6., 20 Uhr,Privatclub,

Skalitzer Straße 85–86

KurtVile 4.6., 20 Uhr,Astra,

Revaler Straße 99

Lafawndah 10.6., 20 Uhr,Roter Salon,

Rosa-Luxemburg-Platz

GREG CHOWX

Leidenschaftlich, um zum musikalischen

Teil zu kommen, inszeniert

auch Lafawndah ihre Sounds.

Sie gehört zuden Post-Pop-Künstlern,

die auf offensive Weise keine

Lust auf den Markt haben. Die iranisch-französische

Kosmopolitin arbeitet

in den zugänglichen Momenten

an einem um nahöstliche Nuancen

(in Percussion und harmonischen

Linien) erweiterten

Future-R&B, dessen Clubebene sie

oft experimentell den Boden wegzieht.

Ich finde sie mitunter ein wenig

forciert abseitig und zu dezentriert

hergerichtet. Aber mir gefällt,

wie sie das nicht schert, wie sie ihre

elektrogeräuschigen Spielereien um

ihre feine, kunstgesangliche Stimme

ganz rücksichtslos ausufern oder

sich ganz auflösen lässt.

Vonganz woanders her,nämlich

einem traditionellen Indiefolkrock,

verfolgt Kurt Vile gern ähnlich mäandernde

Pfade. Allerdings führt

das bei ihm nicht zum Verlust der

Richtung: Er kreiselt vielmehr konzeptschlaff

mit näselnden Bewusstseinsströmen

durch schlaufenförmige

Songs, die den Hörer

seltsam hypnotisch einwickeln.

Buchvorstellung

Gammler

und

Halbstarke

ImJahre1959 ereigneten sich

im Berliner Bezirk Wedding

Krawalle,die vonsogenannten

Halbstarken ausgelöst wurden.

DieTageszeitung DieWelt

forderte sogleich, die Mopeds

der jungen Leute zu konfiszieren.

Der Bezirksbürgermeister

indes versprach, einen Jugendtreffpunkt

mit Jukebox

einzurichten. Was man heute

als gefällige Anekdote liest, beschreibt

Bodo Mrozek im Kontext

seiner umfangreichen Studie

„Jugend – Pop – Kultur:

Eine transnationale Geschichte“

(Suhrkamp) als Ursprungserzählung

des Pop, die

vorallem auch in der Kriminalisierung

von Kultur liegt. Zunächst

jedenfalls bedeutet Pop

Konflikt. Und wenn nicht gerade

die Fetzen flogen,

herrschte ein weitreichendes

gesellschaftliches Unverständnis.

Mrozeks Buch kann

auch als Geschichte von Abweichung

und Normalisierung

gelesen werden. HarryNutt

Jugend –Pop –Kultur 20 Uhr,

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

LITERATUR/VORTRAG

Alte Pfarr-Kirche (Breite Str.38)

19.00: Die Macht der Kerzen, Werner Krätschell,

Buchpremiere

Berliner Landeszentrale für politische Bildung

(& 902 27 49 66)18.00 Besuchszentrum: 1989 in

Berlin –Schauplätze der Friedlichen Revolution, Ingo

Juchler,Buchvorstellung,anschl. Gespräch mit der

Zeitzeugin Ulrike Poppe

Ethnologisches Museum (& 266 42 42 42)

19.30: Das russische Berlin, KarlSchlögel, Buchpräsentation

undGespräch mit Jens Bisky

Ev.Gemeindehaus Alt-Pankow (& 47 53 42 53)

19.00: Die Machtder Kerzen. Erinnerungen an die

Friedliche Revolution, Werner Krätschell, Buchpremiere

mitanschließendem Gespräch

exploratorium berlin (& 84 72 10 52)

18.00: Lesezirkel Improvisationsliteratur,mit Reinhard

Gagel. Anm. erf.

Fahimi (Skalitzer Str.133)

20.00: Verbrecher Versammlung: Ich bin Özlem, Dilek

Güngör

Helene-Nathan-Bibliothek (& 902 39 43 42)

18.00: LEA Leseklub

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: VomImperiengeschäft –Wie Grosskonzerne

die kulturelle Vielfalt zerstören, Berthold Seliger

schleichersbuch /Museen Dahlem

(& 84 19 02 -0) 19.30: Das russische Berlin.

Aktualisierte, erweiterte Neuausgabe, KarlSchlögel,

Buchvorstellung und Gespräch, Moderation: Jens

Bisky

Schloss Schönhausen (& 033 19 69 42 00)

16.00Schlosskasse:Fontanes Ruppiner Land, Robert

Rauh, Buchpremiere,Mod.: Günter Rieger

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: LSD –Liebe Statt Drogen

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

19.00 Großer Salon: Ankunft –Meine Heimat im

Gepäck, JungegeflüchteteAutorInnen, Mod.: Junge

Erwachsene derLiteraturInitiativeBerlin

Staatsbibliothek Unterden Linden (& 266 -0)

18.00 Wilhelm-von-Humboldt-Saal: Fontane –Meine

Kinderjahre, mit Simone vonZglinicki, Buchvorstellung.Anm.erf.

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00 Roter Salon: Jugend –Pop –Kultur.Eine transnationale

Geschichte, Bodo Mrozek, Buchpremiere

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: „Nudel im Wind“ plus Best of bisher,Jürgen

vonder Lippe

FÜHRUNG

Bärentouren (& 46 06 37 88)

14.00: The most Famous Historical Buildings of Berlin:

Architecture tour to thePrussian kings and their

architects, Meeting point: ‚Granitschale’ (big stone

bowl), Lustgarten, Führung in engl. Spr.. Anm. erf.

14.00: Architekturführung zu den berühmtesten Bauten

Preußens und Berlins: Die Hohenzollernund ihre

Baumeister,Treff: Granitschale, Lustgarten. Anm. erf.

16.00: The Berlin Wall Tour:Along themost famous

wall monuments, Meeting point: Guard House,

„Checkpoint Charlie“, Friedrichstr., Führung in engl.

Spr.. Anm.erf.

16.00: Geschichte der Berliner Mauer –Ab„Checkpoint

Charlie“ entlang der bekanntesten Mauerrelikte,

Treff: Wachhäuschen „Checkpoint Charlie“, Friedrichstr..

Anm. erf.

20.00: Kriminaltour: Verbrechen, Gerichtsfälle und

Richtstätten im alten Berlin, Treff: Heiliggeistkapelle,

SpandauerStr.1.Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf den Spuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí –Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

16.00: Mantegna undBellini. Meister der Renaissance,

Treff: Information. Anm.erf.

Hamburger Bahnhof /Museum fürGegenwart

Berlin (& 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Materialität

in der Kunst, Treff: Foyer

Jüdisches Museum (& 25 99 33 00)

14.00: Familienporträts: Bildbetrachtung für Menschen

mit Demenz, Treff: Meeting-Point im Altbau

Museum für Kommunikation (& 20 29 40)

18.30: Gesten –gestern, heute, übermorgen

KONZERT

AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)

20.00: KurtVile&The Violators

Auster Club (& 611 33 02)

20.00: She DrewThe Gun

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Move String Quartett

Badenscher Hof Jazzclub (& 861 00 80)

21.00: Reggie Moore Trio, Cookin’ with Jazz

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Rico Nasty

Bi Nuu (& 69 56 68 40)

20.00: Grandson, allusinlove

Cafe Tasso (& 48 62 47 08)

20.00: Echo Chamber

Hangar 49 (Holzmarktstr.15-18)

19.00: Carlos Dalelane &Band, After Work Music

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

20.00: Songslam –Der Sänger-Wettstreit

Huxleys Neue Welt (& 301 06 80 88)

20.00: Gunna

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

20.00: Atreyu, special guests: ForIAm King,Venues

Mercedes-Benz Arena (& 20 60 70 88 99)

20.00: Eric Clapton, support: Marc Amacher

Monarch (Skalitzer Str.134)

19.00: MoneyFor Rope

Petruskirche Lichterfelde (& 81 80 99 66)

20.00: Les Poules àColin

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: HerbertPixner Projekt

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17)

20.00: Birds Free Funk

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: Bluesrock-Session mit Heinz Glass u. a.

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Asger Nissen (as), Valentin Gerhardus (p),

Jacob Mundt (b), Johannes Koch (dr)

Waldbühne (& 018 06 57 00 70)

18.30: Kiss,End of the RoadWorld

CLUB

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

23.00: Super Tuesday, RayBang,Dick Nasty

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00: ClärchensDiscodienstag,Clärchen &friends

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Berlin House Night, Siggatunez, Zola

Humboldthain Club (& 46 90 53 65)

20.00: Open Decks for VinylDJs &Tischtennis

Maxxim Berlin (& 41 76 62 40)

19.00: Farout After Work Party, Tiefton, Dee Noe Ree

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(& 89 75 13 27) 21.00: The House of Presents

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.55: Encore une fois

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00 Spiegelsaal: Argentinischer Tango, Gaia,

Leandro

Strandbar Mitte (Monbijoustr.3)

20.00: Cha Cha, Walzer &Co, Evan,Josefina und

Antoine

KINO

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

Tea withthe Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag

–Nothing Like aDame (OmU) 13.45; Rocketman

13.45, 16.45, 19.45; Mister Link: Einfellig verrücktes

Abenteuer 14.00, 17.30; Aladdin (OmU) 14.00,

16.30, 19.30, 22.30; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.20; Nur eine Frau 14.30, 19.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.45, 17.45; All My

Loving – Eine Geschichte von drei Geschwistern

15.00, 20.00; Avengers: Endgame (OmU) 16.00;

Edie –Für Träume ist es nie zu spät 16.30; Roads

17.00,19.50;Das Endeder Wahrheit 17.00;Sneak

Preview (OmU) 20.00; Das Leben meiner Tochter

20.00; High Life 20.20; Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit –At Eternity‘s Gate (OmU) 21.30; High

Life(OmU) 22.20; Rocketman(OmU) 22.45; Roads

(OmU) 22.50; Greta (OmU) 22.50; The Hole inthe

Ground (OmU) 23.00

Krokodil (& 44 04 92 98) Orangentage –Uzly a

pomerance 17.30; Herr Zwilling und Frau Zuckermann

(OmU) 19.00; „Mir ist esegal, wenn wir als

Barbaren in die Geschichte eingehen“ –„Imi este

indiferent daca in istorie vom intra ca barbari“

(OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79)Luft zum Atmen –

40 Jahre Oppositionbei OpelinBochum 17.00; Die

rote Linie –Widerstand im Hambacher Forst 18.15;

Dieses Jahr inCzernowitz 20.15; Lord ofthe Toys

(OmenglU) 22.30

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Rocketman

14.15, 17.10, 20.05, 23.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.15; Godzilla 2–King of

the Monsters 14.15; Aladdin 14.15, 17.10; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 14.20; Monsieur

Claude II 14.25; RoyalCorgi: Der Lieblingder Queen

14.35; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

14.50, 17.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.50, 17.20, 20.00, 22.50; Avengers: Endgame

15.00, 19.00; John Wick: Kapitel III 16.40, 19.45,

23.00; Roads 16.45, 19.35; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 16.45, 19.50, 22.40; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.50, 19.35; Ma –

Sie sieht alles 17.15, 19.50, 22.35; Greta (2019

USA) 19.40,22.35; 3D:Aladdin 19.40,22.30;3D:

Avengers: Endgame 22.15; Friedhof der Kuscheltiere

22.50

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) 3D: Godzilla

2–King ofthe Monsters 13.30, 16.40, 19.50;

Aladdin 13.30, 16.30; 3D: Avengers: Endgame

13.40, 20.00; Rocketman 13.45, 17.00, 20.10;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.50;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.50; Monsieur

Claude II 14.00; 3D:Aladdin 14.10, 17.15,19.40;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.20,

17.40; Avengers: Endgame 16.00, 19.15; Ma –

Sie sieht alles 16.30, 20.30; John Wick: Kapitel III

16.40, 19.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

16.45, 20.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

19.20

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (&

8523004) DerFall Collini15.00;MonsieurClaude

II 18.00,20.30

Cosima (& 85 07 58 02)Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit 18.00; Der Fall Collini 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Rocketman (OmU) 15.00,

17.45, 20.30

Urania-Filmbühne (& 218 90 91) Van Gogh: An

der Schwelle zur Ewigkeit 19.00

Xenon (& 78 00 15 30) Spatzenkino: Reisen um

die Welt 10.00; Konsequenzen –Posledice (OmU)

18.00; Nur eine Frau 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.15, 14.35,

17.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

10.00, 12.20,14.30; Godzilla 2–King of theMonsters

10.00, 13.05, 16.15; Aladdin 10.00, 13.35,

16.40, 19.40; Willkommen im Wunder Park 12.45;

Rocketman 14.45, 17.35, 20.15; John Wick: Kapitel

III 17.10, 19.50; 3D: Godzilla 2–King ofthe

Monsters 19.30;Avengers: Endgame 20.25

KinoimKulturhausSpandau (& 333 60 81) Monsieur

Claude II 16.00; Der Fall Collini 18.00; Van

Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 20.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Rocketman 14.00,

17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 0520)

Willkommen imWunder Park 10.00, 12.00; Royal

Corgi: Der Liebling derQueen 10.00, 12.15, 14.05;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 14.00,

17.20, 19.40,23.00; Mister Link: Ein fellig verrücktesAbenteuer

10.00, 12.30, 15.00, 17.30; Godzilla

2–King of the Monsters 10.00, 13.00, 16.15;

Aladdin 10.00, 12.00, 13.15, 14.20, 16.35, 20.00,

22.20; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

12.00; Dumbo 15.00; Avengers: Endgame 16.15,

20.15, 22.25; John Wick: Kapitel III 16.30, 19.50,

23.00; Ma –Sie sieht alles 17.45, 20.20, 22.50;

3D: Godzilla 2–King of the Monsters 19.30,22.40;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.00

Thalia MovieMagic (& 7743440) Aladdin15.00;

Rocketman 15.30, 18.00, 20.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.30; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 15.45; Godzilla 2–King ofthe Monsters

17.45; 3D: Aladdin 17.45; Monsieur Claude

II 18.15, 20.30; John Wick: Kapitel III 20.30; 3D:

Godzilla 2–King of the Monsters 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Ogawa: Sanrizuka: Heta

buraku –Sanrizuka: HetaVillage (OmenglU; m.Einführung)

20.00;Magical HistoryTour,Filmevon Ken

Jacobs: Seeking the Monkey King (u.a.) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.30, 13.10;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.30,

15.10, 17.45; Glam Girls: Hinreißend verdorben

12.40, 14.10, 15.20, 16.50, 19.50, 22.40;

Monsieur Claude II 12.50, 20.10; Van Gogh: An

der Schwelle zur Ewigkeit 13.00; Aladdin 13.10,

16.10, 19.00; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

13.20; Rocketman 13.20, 16.30, 19.50, 22.40;

John Wick: Kapitel III 13.20, 16.50, 20.30, 23.00;

Bohemian Rhapsody 13.20; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 13.30, 17.00, 19.30, 22.20; 3D:

Avengers: Endgame 13.30, 17.50, 20.00, 22.10;

After Passion 13.40, 19.20; Dumbo 13.50; 3D:

Aladdin 14.00, 17.20, 20.30, 23.00; Der Junge

muss andie frische Luft 14.20; Der Flohmarkt von

Madame Claire 14.30; Avengers: Endgame 15.30,

19.00; Edie –Für Träume ist es nie zuspät 16.00;

All MyLoving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

16.00, 23.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.20, 19.20, 22.30; The Silence 16.40,

22.40; Nur eine Frau 16.40, 20.20; High Life

17.00, 20.00; Roads 17.10, 20.00; Der Fall Collini

17.10, 19.10; Ma–Sie sieht alles 17.20, 20.10,

23.00; Green Book –Eine besondere Freundschaft

19.20; Greta(2019 USA)20.20, 23.00; Wir22.10;

Escape Room 22.20; Lloronas Fluch 22.50; Captain

Marvel 22.50; ImNetz der Versuchung 22.55

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 0200)

Rocketman (OF) 13.30, 17.00, 19.45,22.45; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer –Missing

Link (OF) 13.30; Avengers: Endgame (OF) 13.30,

19.15; 3D: Aladdin (OF) 13.30, 16.40, 20.10,

23.15; 3D: Godzilla 2–King ofthe Monsters (OF)

13.40, 16.30, 20.00, 23.10; Glam Girls: Hinreißend

verdorben –The Hustle (OF) 13.45, 20.10; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective

Pikachu (OF) 13.50,23.00; Aladdin (OF) 14.00,

17.00; 3D: Avengers: Endgame (OF) 16.00, 22.30;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon

Detective Pikachu (OF) 16.30, 19.50; John Wick:

Kapitel III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF)

16.30, 19.40, 22.50; Ma –Sie sieht alles (OF)

17.30, 20.10, 23.15; Wir –Us (OF) 22.50

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D: Buckelwale:

Giganten der Meere 11.15; 3D: Godzilla 2–

Kingofthe Monsters 12.45; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters (OF) 16.00, 19.15, 22.30

Filmrauschpalast (& 394 4344) The Wild Boys

–Les garcons sauvages (OmU) 17.45; „Mir ist es

egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“

–„Imi este indiferent daca in istorie vom

intra ca barbari“ (OmU) 19.45; Greta (OmU) 22.15

TREPTOW

Astra (& 636 16 50) Mister Link: Ein fellig verrücktesAbenteuer

14.00, 16.00; Aladdin 14.00, 17.00,

20.00, 22.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30, 17.00; Godzilla 2–King ofthe Monsters

14.30, 17.15; Rocketman 15.00, 17.30, 20.00,

22.30; Ma –Sie sieht alles 18.00, 20.15, 22.30;

John Wick: Kapitel III 20.00, 22.30; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 20.00,22.30

Casablanca (& 677 5752) Spatzenkino: Reisen

um die Welt 10.00; Der Flohmarkt von Madame

Claire 16.15; Das Ende der Wahrheit 18.15; Van

Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 20.30

CineStar – Der Filmpalast Treptower Park (&

04 51/703 02 00) 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters 14.00, 17.00, 20.00; Aladdin 14.00,

16.25; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.05;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.10,

17.15; 3D: Aladdin 14.10, 17.10, 19.50; Rocketman

14.30, 17.00, 19.50; Avengers: Endgame

15.50, 19.50; John Wick: Kapitel III 16.45, 19.55;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.10; Ma–

Sie sieht alles 17.25, 20.10; 3D:Avengers: Endgame

19.20; Glam Girls: Hinreißend verdorben 19.40;

Der Fall Collini 19.45

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) Willkommen

im Wunder Park 14.00; Rocketman 14.00,

16.55, 20.00; Godzilla 2–King ofthe Monsters

14.00, 17.00; Aladdin 14.20, 17.30, 19.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.40, 16.15; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 15.00, 17.30;

John Wick: Kapitel III 16.40, 19.45; Ma –Sie sieht

alles 17.10, 20.30; Avengers: Endgame 19.00; 3D:

Godzilla 2–Kingofthe Monsters19.50; Rocketman

(OF) 20.00

City Kino Wedding (& 01 77/2701976) Monsieur

Claude II19.00; Sneak Preview 21.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 40 01) Die rote Linie –Widerstand

im Hambacher Forst18.00; Michel Houellebecq

&Iggy Pop:ToStayAlive:AMethod (OmenglU)

20.00; The Wild Boys –Les garcons sauvages

(OmU) 21.30

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Asterix und das

Geheimnis des Zaubertranks 15.30; Rocketman

17.30, 20.15; Das Tagebuch der Anne Frank 9.30;

Rocketman 12.15, 15.00; Monsieur Claude II

17.45; Der Fall Collini 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Roads 15.30,

20.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 18.00

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Nur eine Frau

15.30; Stan &Ollie 17.45; Der Fall Collini 20.15

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Der Junge muss an die frische

Luft 18.00;Trautmann 20.30

Capitol (& 831 6417) All My Loving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern 15.30, 20.30; Nur

eine Frau 18.15

FREILUFTKINOS

FreiluftkinoHasenheide (& 283 46 03)Vice –Der

zweite Mann (OmU) 21.30

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (& 35 12 24 49)

Preview: Push –Für das Grundrecht auf Wohnen

21.30

Freiluftkino Kreuzberg Climax (OmU) 21.30

Freiluftkino Rehberge Womit haben wir das verdient?

21.30

Open Air Kino Mitte (& 28 59 99 73) Night On

Earth (OmU) 21.30

Open-Air-Kino Schlosspark Biesdorf (&

998 74 81) Wie gut ist deine Beziehung? 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Mackie

Messer – Brechts Dreigroschenfilm (DFmenglU)

21.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12) 25

km/h 17.00; Birds Of Passage: Das grüne Gold der

Wayuu –Pajaros de verano (OmU) 19.15

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) KinderWagenKino:

Rocketman 10.30; Der Fall Collini 13.15;

All MyLoving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

13.30, 20.45; Aladdin 13.45, 16.15, 21.00;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.00,

16.15; Rocketman 15.45, 18.30, 21.00; Roads

16.00, 19.00; Edie –Für Träume ist es nie zu spät

18.30; High Life 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 72 33)

Rocketman 13.45, 16.55, 20.00; Godzilla 2–King

of the Monsters 13.45; Aladdin 13.45, 16.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.00; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 14.00, 20.15; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.15;Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 14.30, 17.15; Avengers: Endgame

15.30, 19.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.30; John Wick:Kapitel III 16.45,19.35;

3D:Godzilla 2–Kingofthe Monsters 16.45, 20.15;

Ma –Sie sieht alles 17.00, 19.45; Der Fall Collini

19.45; 3D: Aladdin 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 88 77) Rocketman

16.45, 19.30

Capitol Königs Wusterhausen (&

033 75/46 97 77) Das Ende der Wahrheit 17.15;

Vom Lokführer,der die Liebe suchte 20.00

CineStar Wildau A10-Erlebniswelt (&

04 51/703 02 00) Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.30; Rocketman 14.30, 17.15, 20.20;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 14.30,17.25, 19.45;

3D: Aladdin 14.30, 17.30, 20.05; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 14.40, 20.15; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer 15.00, 17.30; Aladdin

15.00,16.45; Monsieur Claude II 15.15; 3D: Avengers:

Endgame 15.15, 19.30; John Wick: Kapitel III

17.00, 20.30;Avengers: Endgame 17.00; Ma–Sie

sieht alles 17.45, 20.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.50, 19.55; Der Fall Collini 20.00;

Greta (2019 USA) 20.45

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) FB 1-3

Aladdin 15.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.00; Rocketman 15.00, 17.45, 20.30; 3D: Aladdin

17.45, 20.30; Monsieur Claude II18.15; John

Wick: Kapitel III 20.30; Der Flohmarkt von Madame

Claire 20.30

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 4828)

Godzilla 2–King of the Monsters 14.15; Aladdin

14.30, 17.00; Willkommen im Wunder Park 15.15;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.30; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 17.15, 20.00; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 17.30; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.45; Avengers: Endgame

19.30; 3D: Aladdin 19.30; John Wick: Kapitel

III 20.15

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Aladdin

15.00, 17.45, 20.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

16.30; Greta (2019 USA) 18.45; Nur eine

Frau 21.00


24 ** Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019

·························································································································································································································································································

Netzwerk

CHAT

„Meine Kinder

sind bessere

Architekten“

Kurze Fragen, schnelle Antworten:

Im Chat kommen Menschen

zu Wort,die sich in der digitalen

Welt bewegen. Oliver Daniel ist

Deutschlandchef beim Medienunternehmen

Audible, das kommerzielle

Hörbuch-Downloads anbietet.

Womit beginnt morgens Ihr Einstieg

in die digitale Welt?

Nachdem ich vonmeinem analogen

Wecker geweckt wurde, lese ich

auf meinem Smartphone die Nachrichten

und Branchen-News – aus

Deutschland, aber auch aus UK und

USA. Danach beantworte ich direkt

die wichtigsten E-Mails, die über

Nacht eingetroffen sind.

Eingroßes Thema zurzeit ist Künstliche

Intelligenz. Wie werden Menschen

und Computer in Zukunft zusammenleben?

KI ist bereits Alltag in ganz vielen

Lebensbereichen. Ichnutzeseit einigen

Jahren Alexa über diverse Echo-

Geräte zu Hause,vor allem beim Duschen

und beim Frühstück. Digitale

Sprachassistenten finde ich auch

deshalb besonders spannend, weil

sie eine komplett neue Integration

von Audio-Inhalten in den Tagesablauf

erlauben.

Was geht gar nicht in der digitalen

Welt, was verurteilen Sie?

Ichfinde es wichtig, das Recht auf

freie Meinungsäußerung und den

aktiven Diskurs von durchaus kontroversen

Positionen zu fördern und

zuzulassen. In manchen aktuellen

Diskussionen nehme ich zu viele

vermeintliche Tabus und Vorverurteilungen

wahr, was eine Gefahr ist

für eine freiheitliche Gesellschaft,

wie ich sie mir wünsche.

Es gibt Menschen, die behaupten,

Computer sind nur erfunden worden,

damit gespielt werden kann.

Spielen Sieauch?

Ich bin kein klassischer Gamer.

Seit meine Kinder aber ins Gaming-

Alter gekommen sind, lerne ich auch

etwas über die Attraktion dieser Art

des Spielens. Aktuell ist „Minecraft“

bei uns sehr beliebt. Meine Kinder

sind die besseren Architekten.

Hörbuch oder Streaming-Serie?

Die Frage beantwortet sich ja eigentlich

von selbst: Hörbuch, Hörspiel

und Podcasts natürlich. Ichbin

wirklich begeistert von der Renaissance

des Storytellings im digitalen

Zeitalter. Aber ich schaue durchaus

auch mal gerne gut gemachte Serien,

noch lieber aber Filme.

Viele Menschen sorgen sich um die

Zukunft. Welcher Podcast macht Ihnen

Mut?

DerAudible Original Podcast „Sag

mal, du als Physiker. Der P.M. Podcast“.

Da geht es vor allem um Fakten

aus der wunderbaren Welt der

Wissenschaft, und das auf sehr unterhaltsame

Weise.

Fällt es Ihnen schwer, amAbend abzuschalten?

Manchmal, wenn mir viel im Kopf

herumgeht. Aber wenn ich meine

beiden Kinder und meine Frau um

mich habe, ist das das beste Programm

zum Abschalten.

Oliver Daniel hörtgerade

das Original-Hörspiel

„Auris“ (Sebastian Fitzek).

Genutzte

Geräte

in deutschen

Haushalten

2019

2015

68,9

64,7

BLZ/GALANTY; QUELLE: DSIN 2019

Laptop/

Notebook

66,9

57,4

Smartphone

Erst einmal ein Kompliment

an alle Internet-Nutzer: Einer

Studie zufolge ist das

Wissen, wie man sich sicher

im Netz bewegt, leicht gestiegen.

In den Vergangenheit war der

Wert von Jahr zu Jahr gefallen. Jetzt

hat eine Befragung ergeben, dass das

Wissen von87,2 auf 88,6 Prozent gestiegen

ist. Die Nutzer haben also

verstanden, dass sie regelmäßig ihr

PasswortamRechner ändernsollen,

unterschiedliche Passwörter für verschiedene

Zwecke sinnvoll sind und

beim Smartphone den PIN zuaktivieren

auch vorteilhaft ist, um feindliche

Angriffe zu vermeiden.

Trick am Telefon

Der Verein „Deutschland sicher im

Netz“ hatte Anfang des Jahres 2000

Bürger zu ihrem Verhalten im Netz

befragt. Was dabei allerdings auch

herauskam: DieNutzer wissen zwar

um Gefahren, wissen auch, wie sie

sich besser schützen können, viele

Befragte machen es aber trotzdem

nicht. Noch immer ist die Gruppe

der Gutgläubigen und der Fatalisten

sehr groß. Sie hoffen insgeheim,

dass ihnen schon nichts passieren

wird.

Dabei gehen die Kriminellen immer

geschickter vor, um an persönliche

Daten zu gelangen. Seit einiger

Zeit werden Windows-Kunden beispielsweise

telefonisch bgedrängt,

ihre Programme unter angeblich

fachkundiger Anleitung zu ändern.

Natürlich ein übler Trick, um die

Kunden abzuzocken.

Für Schlagzeilen sorgte Anfang

des Jahres die Nachricht, dass bei einem

Hackerangriff Daten vor allem

von Bundestagsabgeordnete und

Prominenten erbeutet worden waren.

Handynummern, parteiinterne

Dokumente,Kontodaten und private

Chats fanden so den Wegindie Öffentlichkeit.

Bald gestand ein Schüler

aus Hessen, dass er ausWutsogehandelt

habe. Der Datenschutzbeauftragter

Ulrich Kelber erklärte später in

einem Interview der Berliner Zeitung:

„Sehr bedenklich war zudem, dass

54,5

61,8

Desktop-

PC

Phishing-Versuch

42,6

30,7

Fernseher

Ausspähen von Zugangsdaten zu

sonstigen Plattformen

8,6

6,4

Betrug, Online-Einkauf/-Buchung

8,3

9,4

Infizierung mit Schadsoftware (z. B. Viren)

8,2

9,7

Ausspähen von Zugangsdaten zu

einem Online-Shop

6,9

6,4

Manipulation von Hausvernetzung

3,3

2,6

Unbefugter Zugriff auf verlorenes/

gestohlenes Gerät

3,9

3,8

Die Verräter im Haus

Viele Deutsche wissen, wie sie sicher mit Laptops

und Smartphones umgehen können. Schon droht

41,6

34,6

Tablet-

PC

Sicherheitswissen

Sicherheitsverhalten

2019 2018

2019 2018

Änderung von Passwörtern

Unterschiedliche Passwörter für

unterschiedliche Zwecke

Starke Passwörter

Schutz des Handys mit PIN o.ä.

Antiviren-Programm

Inkognito-Funktion

83,6

79,7

99,0

98,0

98,7

97,4

98,5

97,4

98,4

97,1

98,3

97,6

Plug-ins zur Erhöhung der Datensicherheit

83,4

82,0

Auslesen der E-Mail-Kopfzeile

83,4

80,5

Sicherheitsvorfälle

Gefährdungsgefühl

2019 2018

2019 2018

30,7

35,8

aber neue Gefahr durch Smarthome-Geräte

21,3

15,7

Spielekonsole

Schutz des Handys mit PIN o.ä.

76,6

82,3

Regelmäßiges Update des Betriebssystems

76,3

77,6

Regelmäßige Updates von Apps

75,8

78,5

Ständige Aktivierung

eines Antiviren-Programms

Herunterladen von Software (keine Updates)

38,8

41,4

Austausch vertraulicher Inhalte

38,6

48,7

38,3

37,0

Bankgeschäfte im Internet

37,5

42,0

Nutzung webbasierter Programme

14,1

14,7

75,4

79,8

Nutzung sicherer Zahlungssysteme

75,4

80,8

Verschlüsselung der Festplatte

28,1

25,0

Nutzung eines Passwortmanagers

24,8

22,6

Einsatz elektronischer Signaturen

18,1

13,9

Öffnen von Anhängen in E-Mails

Soziale Netzwerke

57,8

63,1

Nutzung von (Weiter-) Bildungsangeboten

12,2

11,6

Feuerwerk an Innovationen

BLZ/GALANTY; QUELLE: DSIN2019

7,5

2,0

Sonstige vernetzte

mobile Geräte

VonJörg Hunke

4,1

0,6

Sonstige stationäre

Geräte

Abgeordnete in ihrem Bemühen, wieder

die Kontrolle über ihre Daten zu

erlangen, von den Dienstanbietern

zum Teil regelrecht behindert wurden.

Insofern hat der Vorfall belegt,

dass guter Selbstschutz wichtig ist,

aber alleine oft nicht reicht. Auch

viele Anbieter müssen ihre Sicherheitsvorkehrungen

verstärken. Es

kann nicht sein, dass im Sinne des Bedienungskomforts

einen Wettbewerb

nach unten gibt.“

Forderung nach Updates

Bedienungskomfort –das war auch

das zweite große Thema bei der Vorstellung

des Berichts.Esging um den

Trend, Haushaltsgeräte mit dem Internet

zu verbinden. Einer Bitkom-

Umfrage zufolge plant jeder Dritte

die Anschaffung eines Smart-Home-

Gerätes.Besonders gefragt sind ferngesteuerte

Heizungsthermostate,

smarte Staubsauger-Roboter, Gartengeräte

wie Mähroboter oder

Sprachassistenten wie Amazon Echo

oder Google Home.

Was viele Nutzer dabei übersehen:

Geräte, die ans Netz angeschlossen

werden, bieten die Möglichkeit

für Hackerattacken. Internetverbindungen

werden nicht verschlüsselt,

Passwörter bleiben auf

den Voreinstellungen des Herstellers

stehen, Kameras und Mikrofone sind

permanent aktiviert.

Was noch dazu kommt: Die Geräte

sollen in der Regel viele Jahre

halten. Ein Update ist also zwangsläufig

notwendig, um die Sicherheitsstandards

auf dem neuesten

Stand zu halten. Aber das garantierennicht

alle Hersteller.„Wenn man

aber beispielsweise an Heizungsanlagen

denkt, die ja nicht nach zwei

oder drei Jahren ausgewechselt werden,

dann ist so eine Verpflichtung

ganz wichtig“, sagte Rita Hagl-Kehl,

Staatssekretärin beim Ministerium

für Justiz und Verbraucherschutz.

Thomas Kremer, Vorstandsvorsitzender

des Vereins, wurde noch

deutlicher: „Wir brauchen eine gesetzliche

Verpflichtung zu Updates.“

Apple stellt auf seiner Entwicklerkonferenz zahlreiche Softwarelösungenvor und bringt einen neuen Mac Pro auf den Markt

Apple will seine Geräte mit zahlreichen

neuen Funktionen attraktiver

für die Nutzer machen. Unter

anderem wird man auf dem

iPhone künftig Videos umdrehen

und mit Farbfiltern bearbeiten können.

Die Computer-Uhr Apple

Watch wird unabhängiger vom

iPhone und damit auch interessanter

für Nutzer konkurrierender Android-Smartphones.

Die iPad-Tablets

bekommen erstmals ein eigenes Betriebssystem,

das sie stärker wie einen

vollwertigen PC-Ersatz nutzen

lässt. Außerdem stellte Apple am

Montag nach Jahren wieder einen

neuen Hochleistungs-Computer der

Mac-Pro-Reihe vor, der für professionelle

Nutzer mit hohen technischen

Ansprüchen gedacht ist.

Aufdem iPhone,dem wichtigsten

Apple-Produkt, wird auch die Karten-App

verbessert. Zunächst in den

USA bekommen Nutzer bis Jahresende

die Möglichkeit, sich dreidimensionale

Straßen-Ansichten anzusehen.

Es ist so etwas wie Googles

Street View in 3D.

Einen Fokus setzte Apple zum

Start seiner Entwicklerkonferenz

WWDC in SanJose weiterhin auch auf

den Datenschutz. So bekommen

Nutzer die Möglichkeit, ihren Aufenthaltsort

auch nur einmal mit einer

App zuteilen –bisher kann man nur

der permanenten Nutzung vonOrtsdaten

bei aktiver Anwendung zustimmen.

Wenn eine App versucht, zu

schummeln und trotzdem den Aufenthaltsort

abzurufen, bekommt der

Nutzer eineWarnmeldung.

AufMac-Computernwirddie betagte

Multimedia-App iTunes in einzelne

Apps für Musik, Podcasts und

Videoinhalte aufgeteilt. Außerdem

macht es Apple für Entwickler insgesamt

deutlich einfacher, iPhone-

Apps in Programme für den Mac

umzuwandeln. Das könnte die Programm-Auswahl

auf den Apple-

Computernstarkverbessern.

Der iPhone-Konzern stellte am

Montag einen vonGrund auf neu entwickelten

Rechner der Reihe MacPro

vor. Er soll ausreichend Kapazität zum

Beispiel für professionelle Videoaufbereitung

oder Musik-Komposition

bieten. Unter anderem kann man damit

mit mehrerenVideos in extrem hoher

8K-Auflösung gleichzeitig arbeiten.

Zusammen mit dem Mac Pro

stellte Apple auch einen neuen Monitor

mit sehr präziser Farbwiedergabe

und hoher Auflösung vor. DerComputer

hat einen US-Preis ab 5999 Dollar,

für den Monitor werden 4999 Dollar

fällig –plus 999 Dollar für den passenden

Standfuß. (dpa)

NACHRICHTEN

Russische Behörden fordern

Nutzerdaten von Tinder

Russische Behörden fordernvon der

Dating-App Tinder die Herausgabe

vonNutzerdaten. DieBetreiber von

Tinder seien verpflichtet, die Informationen

mindestens ein halbes

Jahr zu speichernund den Behörden

auf Anfrage bereitzustellen, teilte die

russische Medienaufsichtsbehörde

Roskomnadsor mit. Unter anderem

könnten neben der Polizei auch der

russische Inlandsgeheimdienst FSB

sowie das Innenministerium die Daten

verlangen. Seit 2016 dürfen die

Behörden auf Daten per Gesetz zugreifen,

wenn sie kriminelle Machenschaften

vermuten oder einem

Terrorverdacht nachgehen. (dpa)

Kelber verteidigt Regelung

zum Datenschutz

DerBundesbeauftragte für den Datenschutz

Ulrich Kelber hat voreiner

Aufweichung der Vorschriften in

kleinen und mittleren Unternehmen

gewarnt. „Das wäreKompetenzabbau,

nicht Bürokratieabbau“, sagte

Kelber auf dem Datenschutz-Kongress

DuDinBerlin. Zuletzt hatte die

FDP die Bundesregierung aufgefordert,

die Vorgaben zu lockern, die

etwa für Betriebe ab zehn Mitarbeiternvorschreibt,

einen eigenen Datenschutzbeauftragten

zu bestellen.

Daskäme einer Schwächung des Datenschutzes

gleich, sagte Kelber.In

der Rückschau nach einem Jahr

DSGVOhätten sich viele Befürchtungen

wie etwa eine drohende Abmahnwelle

nicht bewahrheitet, betonte

Kelber. (dpa)

DFB-Kickerinnen spielen

lieber Karten als Playstation

Die Weltmeisterschaft lässt sich auch am

Computer bei FIFAspielen.

EA

Diedeutschen Fußball-Nationalspielerinnen

haben wenig übrig fürs

Zocken am Computer.„Wirmüssen

dieses Thema noch nicht mal ansprechen,

weil die Spielerinnen die

Playstation nur wenig bis gar nicht

benutzen. Letztens wurde sie sogar

im Hotel vergessen“, sagte Bundestrainerin

Martina Voss-Tecklenburg.

Beider Männer-WM in Russland sollen

sich im Vorjahr einige deutsche

Nationalspieler im Team-Quartier

Watutinki bis spät in die Nacht noch

mit Online-Spielen beschäftigt haben.

DasFrauen-Team ist Coach

Voss-Tecklenburgzufolge da anders.

„Sie spielen eher Karten, Tischtennis

oder Gesellschaftsspiele.“ (dpa)

Springer stellt Zeitschrift

für Gamer ein

DieZeitschrift Computer Bild Spiele

wirdeingestellt. Die„Spielekompetenz

und alle Inhalte rund um Games“

würden künftig online bei

computerbild.de gebündelt. „Computer

Bild Spiele wirdals eigenständiger,gedruckter

Titel letztmalig im

August 2019 im Vorfeld der Gamescom

erscheinen“, erläuterte ein

Sprecher.Die Redakteurewürden

weiter bei „Computer Bild“ beschäftigt.

„Wichtige Spielethemen werden

zukünftig auch verstärkt in Computer

Bild oder in ePapernstattfinden.“

Dieverkaufte Auflage war laut IVW-

Zahlen mit den Jahren drastisch gesunken,

vongut 736 000 Exemplaren

im vierten Quartal 2002 auf weniger

als 28 000 im ersten Quartal dieses

Jahres. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 25

· ·

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für

HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Die Tierärzte –Retter mit Herz

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant

18.00 (für HG) Quizduell 18.50 (für HG)

WaPo Bodensee. Blutsbrüder.Krimiserie 19.45

(für HG) Quizzen voracht 19.55 (für HG)Börse

voracht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Um Himmels Willen

Wunderheiler.Unterhaltungsserie

Mit Janina Hartwig,FritzWepper u.a.

21.00 (für HG) In aller Freundschaft

Liebestrunken. Arztserie

21.45 (für HG) Report München

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Mord mit Aussicht

Sankt Kennedy. Krimiserie

23.35 (für HG) Mord mit Aussicht

Todeines Roadies. Krimiserie

0.25 (für HG) Mord mit Aussicht

Sophie kommet doch all. Krimiserie

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12 14.00

Die Superhändler –4Räume,1Deal 15.00

Mensch Papa! Väter allein zu Haus 16.00 Vorher

Nachher –Dein großer Moment. Mit Janine

Kunze 17.00 Freundinnen –Jetzt erst recht

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –

Das Magazin. Moderation: Sandra Kuhn 18.30

Exclusiv –Das Star-Magazin. Moderation: Bella

Lesnik 18.45 aktuell 19.05 (für HG) Alles was

zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 (für HG) Nachtschwestern

Ausnahmezustand. Arztserie

Mit Ines Quermann, Mimi Fiedler,Oliver

Franck, Nassim Avat u.a.

21.15 (für HG) Sankt Maik

Wiedervereinigung.Dramaserie

22.15 Doc meets Dorf

Wer glaubt denn noch an Märchen

23.10 Schmidt –Chaos auf Rezept

Gebrochene Herzen. Comedyserie

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) Bones –Die Knochenjägerin

Das Drama in der Queen. Krimiserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

AusZinninklusiveLederpatch

DasGeschenk jährt: Damals fürweltoffene wurde einBerlin-Fans

Protestvon Studenten

vonder Weltzeituhraus chinesischenRegierunggewalt-

Zinn, perfektfür denTisch

Ein Modellder

oder die Fensterbank. voll niedergeschlagen. EinBlickfang undTeil zwei läuft im

Statement fürdie Hauptstadt und

direkten Anschluss, um 21.10 Uhr. Thema-

ihre multikulturelle Gesellschaft.

MDR WDR tisch ergänzend strahlt Arte diesen Abend Arte

16.00 (für HG) MDR um vier 17.45 (für HG)

Aktuell 18.10 (für HG) Brisant 18.50 (für HG)

Gedanken zum Fastenbrechen 18.54 (für HG)

Sandmann 19.00 (für HG) MDR Regional

19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG) Einfach

genial 20.15 (für HG) Umschau 21.00 (für HG)

Der Osten –Entdecke wo du lebst 21.45 (für

HG) Aktuell 22.05 Prost Mahlzeit DDR 22.50

(für HG) Polizeiruf 110. Ein Fall ohne Zeugen.

TV-Kriminalfilm, DDR 1975 23.55 (für HG) Morden

im Norden 0.45 (für HG) Umschau 1.30

(für HG) Der Osten –Entdecke wo du lebst

Bayern

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir

in Bayern 17.30 Abendschau –Der Süden

18.00 (für HG) Abendschau 18.30 (für HG)

Rundschau 19.00 (für HG) Gesundheit! 19.30

(für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort. Im Schmerz

geboren. TV-Kriminalfilm, D2014 21.45 (für

HG) Rundschau Magazin 22.00 Eröffnung des

Museums der Bayerischen Geschichte 22.30

(für HG) Capriccio –extra 23.00 nacht:sicht

extra 23.45 BR-Klassik 1.20 (für HG) Dahoam

is Dahoam 1.50 (für HG) Wir inBayern

Vox

16.00 4Hochzeiten und eineTraumreise

17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First

Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das perfekte

Dinner –Wer ist der Profi? 20.00 Prominent!

20.15 Sing meinen Song –Das Tauschkonzert

(5) 22.15 Die Milow-Story 23.10 100 Songs,

die die Welt bewegten. Die erfolgreichsten Hits

über Nacht 0.15 nachrichten 0.35 (für HG)

Medical Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Todaus dem Nichts 1.30 (für

HG) Medical Detectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Spuren ins Ungewisse

Super RTL

15.00 Dragons –Auf zu neuen Ufern 15.25

Tomund Jerry 15.50 HotelTranssilvanien –Die

Serie 16.20 Zig &Sharko –Meerjungfrauen

frisst man nicht! 16.45 Ninjago –ImLand der

Drachen 17.15 Voll zu spät! 17.40 Inspector

Gadget 18.10 Dennis &Fletscher –Blämtastisch!

18.40 Woozle Goozle und die Weltentdecker

19.10 Tomund Jerry 19.40 Angelo!

20.15 Snapped –Wenn Frauen töten 21.10

Snapped –Wenn Frauen töten 22.00 Snapped

–Wenn Frauen töten 22.55 Snapped –

Wenn Frauen töten 23.50 Comedy total

Sport1

19.00 Storage Hunters. Kammerjäger und Kanonen

19.30 Storage Hunters. Wettlauf ums

Geld 20.00 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Grenzenlose Schätze 20.30 Storage

Wars –Die Geschäftemacher. Süße Träume

21.00 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Pitschnass 21.30 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Voll auf die Neuen 22.00 Flip

Wars –Buying Blind. Schlecht in Schuss 23.00

Flip Wars –Buying Blind. Müllkippen Romantik

0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Wutbürger

11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Die Söhne Abrahams

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00

(für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Der Schlaf des

Gerächten 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SOKO Köln. Mülheimer Dämmerung

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) Die

Rosenheim-Cops. Haarscharf ins Herz

20.15 (für HG) Deutschland unddie

Flüchtlinge

Die große Bürgermeister-Bilanz

21.00 (für HG) Frontal 21

Moderation: Ilka Brecht

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Im Schatten der Clans

Eine Frage der Ehre

22.45 Leschs Kosmos

Unter Beobachtung: Wenn die Daten

dich verratensch

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Matthias

Killing,Alina Merkau 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.00 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Endlich Feierabend! 19.00

Genial daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Whiskey Cavalier

Die netten Flemings. Actionserie

Mit Scott Foley,Lauren Cohan, Ana

Ortiz, Tyler James Williams u.a.

21.15 LethalWeapon

Leos Podcast. Actionserie

22.15 Hawaii Five-0

Aufgeflogen. Krimiserie

23.10 SpiegelTV–Reportage

Ramsch oder Reibach? –Auf der

Suche nach dem verborgenen Schatz

Moderation: Maria Gresz

0.15 Dinner Party –Der Late-Night-Talk

13.05 Planet Wissen 14.05 (für HG) In aller

Freundschaft –Die jungen Ärzte 14.55 (für HG)

In aller Freundschaft –Die jungenÄrzte 15.45

(für HG) Aktuell 16.05 Hier und heute 18.00

(für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG)

Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde

19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Abenteuer Erde 21.00 (für HG)

Quarks 21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für HG)

Nord bei Nordwest. TV-Kriminalfilm, D2016

23.40 (für HG) Gold. Drama, D/CDN 2013

1.15 (für HG) Quarks

NDR

14.15 (für HG) die nordstory 15.15 (für HG)

Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG) aktuell

16.20 (für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für

HG) Seehund, Puma &Co. 18.00 Ländermagazine

18.15 (für HG) NaturNah 18.45 (für

HG) DAS! 19.30 Ländermagazine 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Visite 21.15

(für HG) Panorama –die Reporter 21.45 (für

HG) aktuell 22.00 (für HG) Tatort. Treibjagd.

TV-Kriminalfilm, D2018 23.30 (für HG) Weltbilder

0.00 Könige der Welt. Dokumentarfilm,

D2016 1.35 (für HG) 3nach 9

Kabel eins

6.45 The Mentalist 7.35 Blue Bloods –Crime

Scene NewYork 8.30 Blue Bloods –Crime

Scene NewYork 9.25 Navy CIS: L.A. 10.20

Navy CIS 11.10 Without aTrace 12.05 Numb3rs

13.05 Castle 14.00 The Mentalist 14.55

Navy CIS: L.A. 15.50 News 16.00 Navy CIS

16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein

Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 18.55 Achtung

Kontrolle! Wir kümmern uns drum 20.15

Kein Pardon. Komödie, D1993 22.20 Der bewegte

Mann. Komödie, D1994 0.15 Kein Pardon.

Komödie, D1993 1.55 Late News

RTL 2

7.00 Die Kochprofis –Einsatz am Herd 8.00

Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00 Die

Geissens –Eine schrecklich glamouröse Familie!

13.00 Die Geissens –Eine schrecklich

glamouröse Familie! 14.00 Die Wollnys –Eine

schrecklich große Familie! 15.00 Hilf mir!

Jung,pleite, verzweifelt ... 17.00 News 17.10

Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Pleite

unter Palmen 22.15 Armes Deutschland –

Deine Kinder 0.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

1.05 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

17.00 Tennis. French Open –Matchball Becker

17.15 Tennis: French Open. Viertelfinale

20.00 Tennis. French Open –Matchball Becker.Analysen

und Interviews aus Paris mit

Boris Becker 20.30 Tennis 21.25 Eurosport

News 21.30 Horse Excellence. Die Pferdesport-Highlights

der Woche 22.00 Motorsport:

Blancpain GT Series Endurance Cup 22.55

Eurosport News 23.05 Tennis: French Open.

Viertelfinale 1.00 Tennis. French Open –

Game, Schett &Mats

3SAT, 20.15 UHR TV-DRAMA

Die Fremde und das Dorf

Nachdem ihre italienische Heimat voneinemErdbebenheimgesuchtwurde,

nimmtdie Lehrerin Rosaria (Henriette Confurius) das Angeboteines kleinen

Dorfes in der Steiermark an, dort miteiner Gruppe vonder Naturkatastrophe

traumatisierter Kinder denSommer zu verbringen.InÖsterreich angekommen

verliebt sich Rosaria in denunkonventionellen Bauern Josef(Manuel Rubey).

Obwohl sie überzeugtsind, füreinander bestimmtzusein, steht dieLiebe von

Rosaria undJosef unterkeinemguten Stern. Nachdem einStreit zwischen Josef

und seinem Vater außerKontrolle gerät, muss Josefeine Haftstrafe absitzen. Zwar

versprichtRosaria aufihn zu warten, doch auch sein missgünstigerBruderFranz

hat einAuge aufdie Lehrerin geworfen. VonRegisseur PeterKeglevic inszeniertes

Heimatdramaumdas düstereGeheimniseiner Bergbauernfamilie.

(Österr./2014)

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Weltzeituhr

Foto: 3sat

Erster Teil der zweiteiligenDokumentationsreihe,die

an das Tian’anmen-Massakererinnert,

das sich heute zum30. Mal

Maße:6,5 ×11cm(B/H)

Gewicht:180 noch g die Talk-Sendung„Gespräch mitPierre

Haski über das verboteneGedenken an

Art.-Nr. 1040001

Tian’anmen“ und um 22.20 Uhrdas Porträt

des Friedensnobelpreisträgers LiuXiaobo

aus, der sich an den PekingerStudentenprotesten

1989 beteiligte und in der Folgefür

mehreJahreinhaftiertwurde.

(Frk./USA/2019)

Foto:Arte

NORMALVARIANTE -mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

8 2

5 4

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3 7 8

5 2 1

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6 9 8 1 5 7 3 2 4

5 1 3 9 4 2 7 6 8

8 2 5 3 6 9 1 4 7

9 6 1 5 7 4 2 8 3

7 3 4 2 1 8 9 5 6

3 5 7 4 9 6 8 1 2

2 4 9 8 3 1 6 7 5

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SCHWER schwer

4 8 6 9 3 5 2 7 1

1 5 3 8 7 2 6 9 4

2 7 9 1 4 6 3 5 8

5 2 1 3 9 8 4 6 7

8 3 7 4 6 1 5 2 9

9 6 4 5 2 7 1 8 3

6 9 2 7 1 3 8 4 5

3 4 8 2 5 9 7 1 6

7 1 5 6 8 4 9 3 2

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin Dr.Mertens

13.00 rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00

Land und lecker 14.45 Traumhäuser 15.15 Mit

dem Rad durch China: An den Grenzen Tibets

16.00 rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas?

17.00 rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen &

Co. 17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das

Ländermagazin 18.30 zibb. zuhause in berlin

&brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Geheimnisvolle Orte

Hitlers Wolfsschanze

21.00 Berlin, Berlin

Die Polizei –Kripo,Vopo, Freund und

Helfer

21.45 rbb24

22.00 Meine heile Welt

22.30 Kessler feiert Heinz Erhardt

23.15 Talk aus Berlin

23.45 Berlin, Berlin Die Polizei –Kripo,Vopo,

Freund und Helfer

0.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

1.30 zibb zuhause in berlin &brandenburg

ProSieben

10.50 How IMet Your Mother. Die Kette des

Anbrüllens/Jugendliebe. Comedyserie 11.40 2

Broke Girls. Der Mietbetrug/Eher ungewöhnlich

da unten. Comedyserie 12.30 Mom. Neue Ziele.

Comedyserie 12.55 Twoand aHalf Men.

Ich will tanzen/Ein Witz mit Urknall/Etwas Salziges

mit Biss. Comedyserie 14.15 The Middle.

Der Typvon nebenan/Das Lächeln. Comedyserie

15.15 The Big Bang Theory. Die Annäherungs-Versuchung/Die

Beischlaf-Vermutung/

Die Schweige-Verpflichtung/Das künstliche

Koffein-Problem. Comedyserie 17.00 taff

18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. Agentin

mit Schmerz/Weihnachten –Die nächste Generation.

Zeichentrickserie 19.05 Galileo

20.15 Joko &Klaas gegen ProSieben

Mit Joko Winterscheidt, Klaas

Heufer-Umlauf. Mit Steven Gätjen

Ihr neuer Gegner ist groß, rot und mächtiger

denn je: Heute fordern Joko und

Klaas einen Fernsehsender heraus.

22.50 1:30

Moderation: TeddyTeclebrhan

23.45 Die Simpsons

Marge und das Brezelbacken. Der Berg

des Wahnsinnsie

0.40 Die Simpsons

Homer ist „Poochie” der Wunderhund.

17.10 Das Vereinigte Königreich vonoben –

Geschichte(n) eines Staates 17.40 Haenyeo–Heldinnen

der Tiefsee 18.30 (für HG) Igel unter uns

19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.10 Anderswo in

Europa 20.15 1989, Platz des Himmlischen Friedens

22.10 Gespräch mitPierre Haski über das

verbotene Gedenken an Tian'anmen 22.15 Liu

Xiaobo –Der Mann,der Peking die Stirnbot 23.20

Gespräch mit Pierre Haski über das verbotene Gedenken

an Tian'anmen 23.25 (für HG) Für Demokratie

und Freiheit 0.25 Die geliebten Schwestern.

Historienfilm, D/A/CH2014

3Sat

13.00 (für HG) ZIB 13.15 (für HG) Universum

14.00 (für HG) Universum 14.45 (für HG) Universum

15.30 (für HG) Universum 16.15 (für

HG) Universum 17.00 (für HG) Universum

17.45 (für HG) Universum 18.30 nano 19.00

(für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Die Fremde und

das Dorf. TV-Drama, A2014 21.45 kinokino

22.00 (für HG) ZIB 222.25 50+ und arbeitslos

23.15 Sozialhilfe unter Druck –Wie viel

darf man haben? 0.10 Reporter 0.30 10vor10

1.00 (für HG) Universum

Phoenix

13.00 Pressekonferenz mitFranziska Giffey,Hubertus

Heil und Jens Spahn. Live 14.00 phoenix

vorort 15.15 phoenix plus 15.30 phoenixplus.

Republik im Umbruch–Parteien unter Druck

16.00 planet e. 17.30 phoenixder tag 18.00

Plattgemacht –Wennein Stadtteil verschwindet

18.30 Mythos Sisi 19.15 (für HG)Die Königin

vonWien –Anna Sacher und ihr Hotel 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG)MythosKongo

21.45 (für HG)heute-journal 22.15 (für HG)

phoenix runde 23.00 phoenix dertag 0.00

phoenix runde 0.45 (für HG) Mythos Kongo

Kika

13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O –

Plötzlich Meerjungfrau 15.45 Sherlock Yack –

Der Zoodetektiv 16.25 Zoom –Der weiße Delfin

16.50 (für HG) Hexe Lilli 17.35 Die Abenteuer

des jungen Marco Polo –Reise nach

Madagaskar 18.00 (für HG) Mascha und der

Bär 18.10 Super Wings 18.35 Beccas Bande

–Mit Mut wird alles gut! 18.50 Sandmann

19.00 (für HG) Lassie 19.25 (für HG) Die beste

Klasse Deutschlands 19.50 (für HG) logo!

20.00 (für HG) KiKA Live 20.10 Du bist STYLE!

Dmax

13.15 Yukon Men –Überleben in Alaska 14.15

Das Survival-Duo: Zwei Männer,ein Ziel 15.15

Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von Texas

16.15 Highway Cops 16.45 Highway Cops

17.15 Fast 'N' Loud 18.15 Fast 'N' Loud 19.15

A8 –Abenteuer Autobahn 20.15 Steel Buddies

–Stahlharte Geschäfte 21.15 112: Feuerwehr

im Einsatz 22.15 Roter Stahl –Der Panzer-

Clan 23.15 Jack Maxwell: Hochprozentig umdie

Welt 0.15 Fast N' Loud präsentiert: Crash-Clips

1.10 Fast N' Loud präsentiert: Crash-Clips

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Quarks &Co. 10.00

Tagesschau-Nachrichten 10.15 Super.Markt 11.00

Tagesschau-Nachrichten 13.00 Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15 Luftbrücke

für diePflege 20.00 Tagesschau 20.15 Hartaber

fair.Moderation: Moderation: Frank Plasberg

21.32 EchtesLeben 22.00 Marktcheck 22.45

MDR Kultur 23.00 Tagesthemen 23.30 Report

München 0.00 Tagesthemen 0.30 Umschau 1.15

7Tage ... 1.45 Tagesschau 1.55 DieTagesschau

vor 20 Jahren 2.15 Sachsen-Anhalt Heute 2.45

Schätze der Welt 3.02 SWR Landesschau Rheinland-Pfalz

3.47 Extra 4.02 Abendschau

ONE

9.50 Bezaubernde Jeannie 10.15 Bezaubernde

Jeannie 10.40 Lindenstraße 11.10 Dawson's

Creek (1) 11.55 Sturmder Liebe 12.40 Sturmder

Liebe 13.30 Um HimmelsWillen 14.20 Dannkam

Lucy. TV-Drama, D2011 15.50 Dawson'sCreek

16.30 Bezaubernde Jeannie 16.55 Bezaubernde

Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50 Die Kanzlei

18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe

20.15 DoctorWho 21.00 Doctor Who 21.45 Hustle

–Unehrlich währtamlängsten (1) 22.35 Torchwood

23.25 Doctor Who 0.10 Doctor Who 0.55

Hustle–Unehrlich währtamlängsten(1) 1.50

Torchwood 2.35 Quarks 3.20 Die Kanzlei 4.10

Lindenstraße 4.40 Um Himmels Willen

ZDF NEO

9.35 Bares für Rares 10.25 Baresfür Rares

11.20 Viel zu bieten 12.05 DieRettungsflieger

12.45 DieRettungsflieger 13.30 Monk 14.10

Monk 14.55 Heldt 15.40 Die Rettungsflieger

16.20 Die Rettungsflieger 17.05 Monk 17.45

Monk 18.30 Baresfür Rares 19.20 Bares für Rares

20.15 München Mord. TV-Kriminalfilm, D2016

21.45 (für HG) MordkommissionKönigswinkel.

Liebebis über denTod. TV-Kriminalfilm, D2017

23.15 Blockbustaz 23.45 Blockbustaz 0.15 (für

HG) Modus –Der Mörder in uns. TV-Kriminalfilm,

S/DK/N/D/IRL 2018 1.45 Largo Winch II –Die

Burma-Verschwörung. Actionfilm, F/B/D 2011

3.30 TerraX4.15 TerraX

ZDF INFO

5.30 Krieg im Pazifik –Die Schlacht um Okinawa

6.15 Spuren des Krieges 7.00 TödlichesManöver

–Das Drama vor dem D-Day 7.45 ZDF-History

8.30 Tagder Entscheidung 10.00 Als derKrieg

nach Deutschland kam 13.00 Hitler und Ludendorff

–Der Gefreite und der General 15.15 ZDF-History

15.45 Das unterirdische Reich 16.30 Das

unterirdische Reich 17.15 UFOs Declassified–Die

Geheimakten 21.45 Mysteriendes Weltalls 0.45

heute-journal 1.15 Chinas unaufhaltsamer Aufstieg

–Die Welt desXiJinping. Dokumentarfilm, F

2018 2.30 Operation Yellow Bird 3.30 (für HG)

Supermächte 4.15 ZDF-History 4.45 Madame

Mao –Aufstieg und Fall derJiang Qing

Radio

KLASSIK

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Dresdner Musikfestspiele 2019 Mit Werken

von Berlioz, Saint-Saëns, ca. 117 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik-Werkstatt Carl Ruggles: Sun-Traeder.

Die Werke des amerikanischen Komponisten

Carl Ruggles umfassen gerade einmal 80 Minuten

Spielzeit. Diese haben es allerdings in sich.

Neben Charles Ives gilt er als wichtigster Komponist

der 20er Jahre in Amerika., ca. 56 Min.

22.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Alte Musik Mit Werken von Höffler,Kühnel,

ca. 30 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (11/34). Es

liest Iris Berben, ca. 30 Minuten

20.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

„Alles Rumi” Mit Aljoscha Stadelmann, Sebastian

Blomberg,Nele Rosetz, Lea Draeger,

Patrick Güldenberg,ca. 50 Minuten

MAGAZIN

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Sprechstunde Arbeitsmedizin. Schichtarbeit

und die gesundheitlichen Folgen, ca. 80 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Frauenfußball in Argentinien. Kicken

gegenArmut und Ausgrenzung,ca. 26 Min.

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Feature 30 Jahre Amnesie. Von Lilian

Baum, Fritz Apfel, ca. 45 Minuten

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Märkische Wandlungen Fontane.200/Brandenburg

–Bilder und Geschichten. Gespräch

mit der Kuratorin Christiane Barz und heutigen

Schreibern, die auf den Spuren Fontanes unterwegs

sind., ca. 56 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Feature Bottroper Protokolle –Gespräche im

Ruhrgebiet. Ein Bericht in Originalaufnahmen.

Von Erika Runge, ca. 55 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Cécile Verny.,ca. 30 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente Weltmusikstadt Barcelona.

Mit Peter Rixen, ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Jazz live Denis Gäbel Quartett., ca. 55 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musikszene In die Wiege gelegt. Geschichten

von Musikern und ihren Familien. Musik ist ihr

täglich Brot. Geschwister,die üben, bevor die

Schule losgeht., ca. 45 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 127 · D ienstag, 4. Juni 2019 – S eite 26 **

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Alecia Moore (39) kennen wir besser

unter ihrem Künstlernamen Pink,

gleichwohl wollen wir hier nicht von

der Sängerin, sondernder Mutter

sprechen: Eines ihren beiden Kinder,

Tochter WillowSage,feierte am

Sonntag den achten Geburtstag, was

Pink einen überschwänglichen

Glückwunsch auf Instagram posten

ließ –„Es gibt keine Wortefür dieses

Gefühl, diese Liebe …“ –und später

dann ein Video,

das sie während

der Geburtstagsfeier

in einer

Turnhalle aufgenommen

hat

und dabei zeigt,

TurntamReck,

dass es kracht.

DPA/RICHARD WAINWRIGHT

wie sie kopfüber

an einem Reck

hängt, sich fallen

lässt, um nach

einer Drehung in

einem herrlich weichen Schaumstoffbad

zu landen. Pink wollte es offenbar

wissen und schrieb geistesgegenwärtig

dazu: „Wenn Mama dich

auf deiner eigenen Geburtstagsparty

in Verlegenheit bringt.“ So isses.

Jérôme Boateng (30) wechselt das

Fach und wirdSchauspieler.Jedenfalls

ein bisschen: Bekanntlich hat der

Fußballer momentan einen schwerenStand

beim FC Bayern München

und ist deswegen„so froh, einTeil von

,Men in Black‘ zu sein“. In dem Hollywood-Streifen

spielt Boateng in einer

winzigen Nebenrolle einen Außerirdischen.

Grusel. (schl./mit dpa)

TIERE

Leckerschmecker:Eine Raupe im

Blätterparadies. DPA/HENDRIK SCHMIDT

Oh nein, sehen wir da einen dieser fiesen

Eichenprozessionsspinner,die

nicht nur unsereWälder gefährden,

sondernauch schwereAllergien bei

Menschen auslösen können? Mitnichten,

schauen wir mal genau hin:

Unser Bild zeigt eine Seidenraupe,die

auf dem Blatt ihres Lieblingsgewächses

sitzt –des Maulbeerbaumes.Der

wiederum steht im Schulgarten der

sachsen-anhaltinischen Franckeschen

Stiftungen: Dort, im ältesten

Schulgarten Deutschlands,wirdder

aus China stammende Maulbeerspinner

(Bombyx mori)nach mehr als

210 Jahren wieder gezüchtet. (schl.)

Proteste gegen die „Monster“ aus Stahl, die Venedig jeden Tagheimsuchen.

Koloss außer Kontrolle

Auf Kreuzfahrt in die Lagunenstadt: Nach einem Schiffsunfall in Venedig gibt es Proteste und Streit

VonRegina Kerner

Arrigo Cipriani ist einer der

bekanntesten Venezianer.

Der 87-Jährige Betreiber

von „Harry’s Bar“, der legendären

Stammkneipe von Ernest

Hemingway, woder Bellini-Cocktail

und das Carpaccio erfunden wurden,

hat Kreuzfahrtschiffe bisher

nicht als Gefahr gesehen. Im Gegenteil.

Die Kolosse, die sich wie

schwimmende Hochhäuser durch

die zerbrechliche Lagunenstadt

schieben, gefielen ihm. „Die Bilder

erinnern mich an Fellini-Filme“,

pflegte er zu sagen.

Politischer Streit

Dabei warnen Umweltschützer und

Bürgerinitiativen schon seit vielen

Jahren davor, dass es wegen der

Schiffsriesen zu einer Katastrophe

im Unesco-Weltkulturerbe Venedig

kommen könnte.Erst recht seit dem

Costa-Concordia-Unglück 2012, als

vor der Insel Giglio 32 Menschen

starben.

Nach dem Unfall vomSonntag hat

auch Cipriani seine Meinung geändert

–wie wohl die meisten bisherigen

Befürworter des Kreuzfahrttourismus

in Venedig. Die Schiffsriesen

müssten aus seiner Heimatstadt verbannt

werden, fordertder Barbesitzer

jetzt. „Das war ein Unfall, der viel

schlimmer hätte enden können.“Tatsächlich

scheint es beim Betrachten

der im Netz veröffentlichten Handy-

Videos wie ein Wunder, dass es nur

fünf Leichtverletzte gab. Die 275 Meter

lange, 54Meter hohe und 66000

Es entstand nur ein vergleichsweise kleiner Schaden.

AFP/ANDREA PATTARO

Tonnen schwere „MSC Opera“ hatte

am Sonntagmorgen den Markusplatz

passiert, als sie im Giudecca-Kanal

wegen eines Motorschadens plötzlich

außer Kontrolle geriet.

Mit gellendem Sirenenalarm lief

das Riesenschiff ungebremst auf die

Anlegestelle San Basilio zu. Dort

schrammte es an der Kaimauer entlang

und rammte schließlich das Ausflugsboot

„River Countess“. Dessen

130 Passagiere, die eine Tour der venezianischen

Villen entlang des Po

gebucht hatten, flohen panisch. Mehrere

ältere Touristen und ein Besatzungsmitglied

kamen dabei zu Schaden.

Zwei Australierinnen, eine Neuseeländerin

und eine Amerikanerin

wurden im Krankenhaus behandelt.

Anwohner berichteten, beim Aufprall

des Schiffes habe der Boden gezittert

wie bei einem Erdbeben.

Der Unfall hat die seit Jahren geführte

Kontroverse über den Kreuzfahrttourismus

inVenedig wieder voll

entfacht.„Man kann nicht warten, bis

diese Monster von Toten gestoppt

werden“, schrieb die Bürgerinitiative

„Comitato No grandi navi“ auf Facebook

und protestierte mit einem Sitin

vordem Ordnungsamt. Dorthatte

Bürgermeister Luigi Brugnaro am

Sonntag eine Krisensitzung einberufen.

Er verlangte ein sofortiges Durchfahrt-Verbot

im Giudecca-Kanal.

Dasvon einer Mitte-Rechts-Mehrheit

gestützte Stadtoberhaupt, der

zur rechten Lega gehörende Gouverneur

der Region Venetien sowie Italiens

Innenminister,Lega-Chef Matteo

Salvini, sie alle wollen den Schuldigen

am Unglück ausgemacht haben: Salvinis

Regierungspartner, die Protestbewegung

Fünf Sterne, und insbesondere

deren Verkehrsminister Danilo

Tonninelli, der den Bau eines

Kreuzfahrt-Terminals im Industriehafen

von Marghera blockiert habe.

„Ohne das Nein der Fünf Sterne hätte

der Unfall verhindert werden können“,

erklärte Salvini.

Noch unter der Vorgängerregierung

war Ende 2017 mit der Stadt und

der Region vereinbart worden, dass

Kreuzfahrtschiffe ab 2021 nicht mehr

durch den Giudecca-Kanal bis in den

Hafen von Venedig, sondern südlich

durch die Lagune nach Margheraans

Festland fahren sollen.

Wirtschaftsfaktor

AFP/ANDREA PATTARO

Umweltschützer,aber auch die Fünf

Sterne lehnten das ab.Große Schiffe

dürften gar nicht mehr in die ökologisch

stark gefährdete Lagune einlaufen,

fordern sie. „Venedig rettet

sich nur, wenn die Lagune gerettet

wird“, mahnt etwa die Präsidentin

des Umweltverbands Italia Nostra,

Lidia Fersuoch.

Als Alternativen gelten vorgelagerte

Kreuzfahrt-Terminals, etwa in

Chioggia oder auf dem Lido. Tonninelli

versprach am Montag, in Kürze

werde der Altstadt-Kanal für große

Schiffe gesperrtund bis Ende Juni die

Entscheidung für ein Alternativprojekt

gefällt. Er sagte aber auch, man

müsse nicht nur die Umwelt, sondern

auch die Arbeitsplätzeschützen.

Dass die Kreuzfahrt für Venedig

ein Wirtschaftsfaktor ist, kompliziert

die Sache.2018 passierten knapp 600

Riesenschiffe den Giudecca-Kanal,

im Schnitt zwei proTag, sie brachten

mehr als 1,5 Millionen Touristen. Die

Reisenden, die Reedereien und die

Besatzungen lassen täglich mehr als

400000 Euro in der Stadt, rund 150

Millionen jährlich.

Weitere Leichen nach

Donau-Unglück gefunden

Fünf Tage nach dem schweren Unglück

auf der Donau mit mindestens

neun Toten sind am Montag

zwei weitereLeichen gefunden

worden. EinToter wurde am Vormittag

nahe der Ortschaft Harta,

100 Kilometer südlich vonBudapest,

aus dem Wasser gezogen und

als Opfer der Schiffskatastrophe

identifiziert. Diezweite Leiche bargen

am selben TagTaucher,als sie

das Wrack des Unglücksschiffs unter

der Budapester Margaretenbrücke

untersuchten, bestätigten Behördensprecher.

(dpa)

Sängerin Shakira muss in

Spanien vor Gericht

Diekolumbianische Popsängerin

Shakiramuss in Spanien vorGericht.

DieAnklagebehörde wirft der Musikerin

vor, zwischen 2011 und 2014

keine SteuerninSpanien gezahlt zu

haben. Am Mittwoch kommender

Woche soll Shakiravor dem Gericht in

der Stadt Esplugues de Llobregat bei

Barcelona aussagen. Dortlebt die Kolumbianerin

gemeinsam mit ihrem

Lebensgefährten, demVerteidiger

des FC Barcelona Gerard Piqué. Shakiraargumentierte,dass

ihreEinkünfte

bis 2014 vonihren internationalen

Konzerten stammen. (dpa)

Seenotretter schleppen

Ausflugsschiff in Hafen

Seenotretter haben auf der Nordsee

ein manövrierunfähiges Ausflugsschiff

mit 97 Menschen an Bord abgeschleppt.

DieMaschine des rund

35 Meter langen Schiffes„AdlerV“ sei

am Sonntag ausgefallen, als es gerade

südlich vonPellworm(Kreis

Nordfriesland) unterwegs gewesen

sei, teilte die Deutsche Gesellschaft

zur Rettung Schiffbrüchiger mit. Der

herbeigerufene Seenotrettungskreuzer„Eiswette“

habe das Schiff in den

Hafen vonStrucklahnungshörnauf

Nordstrand gebracht.(dpa)

Taxigast steigt aus und

stürzt in die Tiefe

Weil er sich nach einem Unfall auf

der Autobahn hinter der Leitplanke

in Sicherheit bringen wollte,ist ein

Taxifahrgast rund acht Meter in die

Tiefe gestürzt. Aufder A42 bei Oberhausen

stieg der Mann aus,während

sein Taxifahrer einem verunglückten

Autofahrer half. Im Dunkeln

übersah der Mann den Abhang,

stürzte und zogsich

Kopfverletzungen zu, wie die Polizei

mitteilte.Der Taxigast wurde ins

Krankenhaus gebracht. (dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE REISEWETTER

Heute scheint die Sonne, doch teilweise laden Quellwolken Schauer oder

Gewitter ab. Die Temperaturen machen bei 24 bis 30 Grad halt, und der

Wind weht schwach aus Nordost. In der Nacht liegen die Temperaturen

bei 18 bis 16 Grad. Dazu kommen zeitweise die Sterne heraus. Gebietsweise

treten Schauer auf.

Biowetter: Witterungsbedingt gibt

es oft Kopfweh, Schwindelgefühle

und Migräne. Diese Beschwerden

stehen mit einem niedrigen Blutdruck

und Kreislaufproblemen in Zu-

14°/26°

Wittenberge

sammenhang.

Pollenflug: Der Flug von Roggen-,

Ampfer-, Wegerich- und Gräserpollen

ist mäßig bis stark. Außerdem

ist die Konzentration von Lindenund

Nesselpollen schwach.

Gefühlte Temperatur: maximal 29Grad.

Wind: leichter Wind aus Nordost.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

18°/30° 19°/29°

Luckenwalde

18°/30°

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

sonnig Gewitter heiter

19°/32° 19°/29° 15°/26°

Prenzlau

17°/24°

Cottbus

17°/30°

Frankfurt

(Oder)

19°/28°

Über den Britischen Inseln und Nordfrankreich formiert sich ein neues Gewittertief,

das sehr warme Luft vor sich her schiebt. Nach einer Verschnaufpause

überquert esabends und nachts den Westen und Nordwesten Zentraleuropas

und sorgt für lokale Unwetter. Gewittrig ist es auch vom Balkan bis zur Ukraine.

Am westlichen Mittelmeer dominieren Sonne und Wärme.

Sylt

11°/22°

Hannover

14°/26°

Köln

16°/28°

Saarbrücken

14°/29°

Konstanz

15°/28°

Hamburg

12°/25°

Erfurt

16°/24°

Frankfurt/Main

17°/32°

Stuttgart

15°/29°

Rügen

13°/21°

Rostock

14°/21°

Magdeburg

17°/26°

Nürnberg

17°/31°

München

17°/30°

Dresden

19°/26°

Deutschland: Heute ist esüberwiegend

wolkig. Stellenweise gibt es gewittrige

Schauer. Die Temperaturen

steigen auf 21bis 32 Grad. Nachts

gehen die Werteauf 19 bis 13Grad

zurück. Der Wind weht schwach aus

nordöstlichen Richtungen. Morgen

wird die Sonne gelegentlich von Wolken

verdeckt, die wenige Schauer

und Gewitter abladen. Dabei belaufen

sich die Temperaturen auf maximal

22 bis 33 Grad, und der Wind

weht nur schwach aus südöstlichen

Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 14°-17°

Nordsee: 13°-15°

Mittelmeer: 18°-27°

Ost-Atlantik: 15°-19°

Mondphasen: 10.06. 17.06. 25.06. 02.07.

Sonnenaufgang: 04:47 Uhr Sonnenuntergang: 21:22 Uhr Mondaufgang: 05:46 Uhr Monduntergang: 22:31 Uhr

Lissabon

24°

Las Palmas

27°

Madrid

28°

Reykjavik

12°

Dublin

14°

London

20°

Paris

26°

Bordeaux

26°

Palma

28°

Algier

32°

Nizza

25°

Trondheim

17°

Oslo

20°

Stockholm

24°

Kopenhagen

19°

Berlin

29°

Mailand

31°

Tunis

32°

Rom

27°

Warschau

28°

Wien

29° Budapest

29°

Palermo

26°

Kiruna

13°

Oulu

16°

Dubrovnik

21°

Athen

28°

St. Petersburg

27°

Wilna

27°

Kiew

26°

Odessa

26°

Varna

24°

Istanbul

28°

Iraklio

23°

Archangelsk

11°

Moskau

22°

Ankara

26°

Antalya

28°

Acapulco 32° Schauer

Bali 34° wolkig

Bangkok 36° wolkig

Barbados 29° Gewitter

Buenos Aires 20° heiter

Casablanca 24° sonnig

Chicago 27° wolkig

Dakar 29° sonnig

Dubai 42° heiter

Hongkong 34° wolkig

Jerusalem 36° heiter

Johannesburg 22° sonnig

Kairo 34° wolkig

Kapstadt 17° Regen

Los Angeles 23° sonnig

Manila 36° wolkig

Miami 34° heiter

Nairobi 25° bewölkt

Neu Delhi 46° heiter

New York 23° wolkig

Peking 31° wolkig

Perth 23° sonnig

Phuket 34° Gewitter

Rio de Janeiro 23° bewölkt

San Francisco 25° sonnig

Santo Domingo 32° Gewitter

Seychellen 28° heiter

Singapur 33° wolkig

Sydney 15° Schauer

Tokio 30° heiter

Toronto 16° Regen


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