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4 DAS FAHRRADMAGAZIN IM VEST

GUTGEKAUFT ISTGERNGEFAHREN

So findenSie dasrichtige Kinderfahrrad

VonDianaPfister

Mit Dreirädern, Rollern und Laufrädern geht esbei den Kleinsten los. Doch spätestens wenn die älteren Geschwister und

Freunde mit ihren schicken Rädern auf Tour gehen, wünschen sich Kinder ihr erstes „richtiges“ Fahrrad mit allem, was dazu

gehört. Doch wasgehörteigentlichdazu, worauf kann man getrostverzichtenund wann istder richtige Zeitpunktfür das erste

Fahrradgekommen?

„In der Regel kann der Wechsel vom Laufrad auf das Spielrad

beieiner Körpergrößevon etwa 95 Zentimetern undeinem Alter

von drei Jahren erfolgen“, erklärt René Filippek, Sprecher des

Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). „Dann sollten sie

groß genug sein, um das Rad zu beherrschen, und auch motorischweitgenug

entwickelt sein.“ Natürlichkönne es im Einzelfall

auch früher oder später so weit sein.

DasRad sollte natürlich dieentsprechende Größe haben,sodass

das Kind sich bei den ersten Fahrversuchen möglichst sicher

fühlt. „Man sollte Räder nicht auf Zuwachs kaufen, also ein zu

großes Rad, indas das Kind noch hineinwächst. Denn das kann

gefährlich sein, weil esdas Rad nicht unter Kontrolle hat“, sagt

Filippek. Die Füße müssenbei niedrigsterSattelhöhe den Boden

berühren, dieBremsen müssen guterreichbar sein,und dasKind

sollte generellnichtzugestrecktsitzen.

Auch ein gebrauchtes Kinderrad kann eine Alternative sein.

Das sollte aber noch ineinem verkehrstauglichen Zustand sein.

„Wenn man noch Geld für Reparaturen hineinstecken muss,

lieber Abstand nehmen“, sagt Thomas Geisler vom Pressedienst

Fahrrad (pd-f). Der Rahmen sollte möglichst noch rostfrei sein

und die Bremsen funktionstüchtig. Sattel und Lenkergriffe müssen

noch gut polstern. „Ganz wichtig ist wie beim Neuradkauf,

dass dasKindambestenzumindest einmal Probesitzt undwenn

möglich eine Runde dreht, damit man sieht, ob das Rad passt“,

sagt Geisler.

Aber auch dieElternselbstsollten sich dieKonstruktion undAusstattungder

Rädergenau ansehenund dann eine Entscheidung

treffen. David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verbands

(ZIV) empfiehlt etwa einen geschlossenen Kettenschutz, „damit

die Hose sich nicht einklemmt“. Empfehlenswert seien auch

Lenkerpolster für den Fall eines Sturzes und ein tiefer Einstieg

zum einfachen Auf- und Absteigen. Natürlich braucht es auch

funktionierende Bremsen.

„Unserer Erfahrung nach sind eine Rücktrittbremse und eine

Handbremse am Anfang eine sinnvolle Wahl“, ergänzt Filippek.

Beide Experten sind sich einig: Am Anfang ist weniger mehr.

So benötigen Kinder etwa zunächst keine Gangschaltung, die

womöglich ablenkt.„Siesollen sich erst einmal aufihreFahrleistung

konzentrieren und sicher fahren lernen“, sagt Eisenberger.

Auch von Stützrädern rät erab. Früher, als das Laufrad noch

nicht verbreitet war, seien Stützräder gerne benutzt worden.

„Heute werden sie nicht mehr gebraucht, weil das Kind bereits

mitdem Laufrad dienötigeBalance erlernt.“Sie seiendie bessere

Vorbereitung. „Stützräder hingegen verleiten dazu, sich zu sehr

zu verlassen undnicht zu lernen, Schwankungen auszugleichen.“

Übrigens kommt es auch auf die Optik des ersten Fahrrads an.

„Sie ist nicht zuunterschätzen, denn für Kinder entscheidet sie

mit darüber, obsie das Fahrrad gerne nutzen oder nicht. Daher

sollte ein Kind das Rad auch mit aussuchen dürfen und es nicht

einfachals Geschenkpräsentiertbekommen“, rätFilippek.

Dassieht ja cool aus: Wenn das Fahrrad auch dem Kind optisch gut gefällt,

wirdesdieses auch lieber fahren wollen. Foto:Kay Tkatzik/www.pd-f.de

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