Schulmagazin Einmalig Ausgabe 3

schnackofatz

Das Schulmagazin "Einmalig" ist ein Schulmagazin für und von deutschlernende Schülerinnen und Schüler aus Pécs.

Juni 2019

3. Ausgabe

PÉCS UND

UNGARN

Temeswar:

Die Kulturhauptstadt Europas

2021

I N T E R V I E W M I T

I L D I K Ó F R A N K

SZALAGAVATÓ

Journalismusworkshop

in Pécs und Arad

R Ä T S E L , S E R I E N E M P F E H L U N G E N


Die Einmalig-Redaktion

Fanni, Babits Gymnasium

Nati, Babits Gymnasium

Anna, Janus Gymnasium

Krisztina, ANK Gymnasium Csenge, ANK Gymnasium Máté, ANK Gymnasium

Jule, kulturweit-Freiwillige

am ANK Gymnasium

Paula, kulturweit-Freiwillige am

Fachgymnasium für Handel,

Tourismus und Gastgewerbe

Antonia, kulturweit-Freiwillige

am Babits Gymnasium

Sandra, ifa-Kulturmanagerin im Lenau Haus


Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

vor vier Jahren wurde Einmalig von Max Pittke und Aileen Kleve gegründet. Unsere

Vorgänger präsentierten im Jahr 2016 schließlich die erste Ausgabe des Schulmagazins

Einmalig. Durch die nachfolgenden kulturweit-Freiwilligen in Pécs wurde das Projekt

weitergeführt und es entstand noch ein Exemplar.

Nach einem Jahr Pause ist es nun endlich wieder soweit: wir halten unsere Ausgabe des

Schulmagazins Einmalig in den Händen! Von der Planungsphase im Dezember bis zu

diesem Moment sind viele ereignisreiche Wochen vergangen, in denen unsere fleißigen

Redakteure kreative Beträge gestaltet haben. Die Zeit war geprägt von Workshops und

etlichen Treffen am Nachmittag, für die die Schülerinnen und Máté einen Teil ihrer Freizeit

geopfert haben. Doch die harte Arbeit hat sich gelohnt. Zusammen als Gruppe haben wir

unter anderem Ideen gesammelt, Texte geschrieben, eine Fahrt nach Rumänien

unternommen und das Titelblatt gestaltet. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen,

finden wir.

An dieser Stelle wollen wir uns herzlich beim Institut für Auslandsbeziehungen bedanken.

In Zusammenarbeit mit dem Funkforum wurde uns ein dreitägiger Workshop in Arad

ermöglicht, bei dem auch viele tolle Gastbeiträge entstanden sind.

Außerdem geht ein riesiges Dankeschön an unsere Ansprechpartnerin und ifa-

Kulturmanagerin Sandra György, die uns einen Rahmen für dieses Projekt gegeben und

uns immer unterstützt hat. Sandra, ohne Dich gäbe es diese dritte Ausgabe von Einmalig

nicht. ;)

Genauso zu erwähnen sind aber auch Sandras Kollegen aus dem Lenau Haus, die uns

stets mit viel Geduld bei unseren Vorhaben mit Räumen, Schlüsseln, Stiften und Papier

unterstützt haben.

Und das Wichtigste zum Schluss: Unsere Redaktion besteht aus sechs Redakteuren aus

drei verschiedenen Schulen in Pécs. Trotz unterschiedlicher Sprachkenntnisse,

verbrachten wir immer eine tolle Zeit zusammen. Ihr, ihr Pressefrauen und -männer, die

so engagiert zu diesem tollen Gesamtergebnis beigetragen habt – ihr könnt stolz auf

euch sein!

Nun wollen wir euch aber nicht weiter abhalten vom Lesen unserer Schülerzeitung.

Beste Grüße,

Antonia und Paula

3


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Mein Wohnort

Pécs und Ungarn

von Kristina Király

Pécs liegt im Südwesten Ungarns am

Rande des Mecsek Gebirges. Die Stadt ist

die Kommitatshauptstadt von Baranya. Im

Jahr 2010 Fünfkirchen war UNECSO-

Kulturhaupstadt. Der deutsche Name von

Pécs ist Fünfkirchen. Dieser Name

stammt von den fünf christlichen

Grabkapellen der Stadt ab.

In der Stadt gibt es die meisten türkischen

Denkmäler in ganz Ungarn. Auf dem

Hauptplatz, dem Széchenyi Platz, steht

die sogenannte Dzsami, eine ehemalige

Moschee, und am Korház Platz gibt es

eine weitere Moschee mit Minarett und

einem türkischen Bad.

In der Pécser Innenstadt gibt es viele

außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten.

Ein Beispiel sind die frühchristlichen

Grabkammern, die zum UNESCO-

Weltkulturerbe gehören. Wenn man etwas

über Kunst lernen will, ist das Vasarely

Museum ideal. Dort findet eine kleine

Ausstellung mit Kunstwerken von Victor

Vasarely statt, der in Fünfkirchen geboren

wurde. Bemerkenswert ist ebenfalls der

Dom mit vier Türmen. Man kann auf den

Turm hochsteigen und die blendende

Schönheit der Stadt von oben genießen.

Beispielsweise sieht man die Moschee,

verschiedene Stadtteile und auch meine

alte Schule, sie heißt Ciszterci Nevelési

Központ.

In der Freizeit hat man auch die

Möglichkeit, ins Kino zu gehen. Es gibt das

Cinema City Kino, das Urania Kino und das

Apollo Kino, in denen immer interessante,

und manchmal auch deutsche Filme laufen.

Wenn man Sport treiben möchte, gibt es

verschiedene Sportvereine. So kann man

Fußball, Tischtennis, Tennis, Basketball,

Handball, Federball und Badminton spielen.

Aus mehreren Kampfsportarten kann man

auch wählen. Vor Kurzem hat man in der

Stadt Fahrradstationen aufgebaut. Jetzt

kann man mit dem Fahrrad durch die Stadt

fahren.

Es gibt viele Parks in

Pécs, in denen man sich

hinsetzen und ausruhen

kann. Der wunderschöne

Stadtteil Tettye bietet

einen wunderbaren Park

und eine gemütliche

Aussichtsplattform, zu

der man gut mit der

Familie wandern kann.

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Dieser Aussichtspunkt über Tettye bedeutet mir sehr viel. Ich verknüpfe damit zahlreiche

glückliche Momente. Von klein auf habe ich hierher Wanderungen mit meiner Familie

gemacht. Heutzutage schlängele ich mich nicht so oft hinauf, aber es lohnt sich auf

jeden Fall, weil man von oben die ganze Stadt bewundern kann. Es gibt auch noch eine

Wanderroute Richtung Ilona-Raststätte und „Mandulás” oder sogar zum Fernsehturm.

Anna Balász

Árkád ist das beliebteste

Gebäude für Jugendliche in

Pécs. Das Kaufhaus

befindet sich in der

Innenstadt. Dort gibt es viele

Geschäfte und auch

Restaurants. Mein

Lieblingsrestaurant ist KFC.

Árkád hat eine sehr gute

Lage. Es ist in der Nähe vom

Busbahnhof. Es gibt

manchmal verschiedene

Ausstellungen und

Veranstaltungen, wie zum

Beispiel das

Schokoladenfestival.

Bianka György

Warum heißt Pécs auf Deutsch „Fünfkirchen”?

Die Stadt hatte schon seit vielen Jahrhunderten viele Namen. Der bekannteste

Name von Pécs war Sopianae. Nachdem die Kelten weggejagt wurden, hat

Pécs einen neuen Namen bekommen: es hieß auf Latein „Quinque Basilicae”,

was so viel wie „fünf Basilika“ bedeutet. Danach wurde dieser Name auf

„Quinque Ecclesiae” umbenannt, was „fünf Kirchen/Türme“ bedeutet. Der

deutsche Name wurde aus dem lateinischen Name übersetzt, und Pécs heißt

jetzt auch auf Deutsch „Fünfkirchen”. Diese fünf Kirchen sind: die Basilika,

Cella Trichora, Cella Septichora, das altchristliche Mausoleum und die fünfte

Grabkammer.

Fanni Nyers

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Mein Lieblingsort in Pécs

ist das PMFC Stadion. Im

Zuschauerraum gibt es

eine gute Stimmung, weil

das Stadion nicht so groß

ist und die Fans ihrem

Team die Daumen

drücken können. Die Sitze

sind so gefärbt wie die

Farbe der Mannschaft

vom PMFC - schwarz und

rot. Es liegt an der

Hauptstraße. Man kann es

mit einigen Bussen

erreichen. Jedes

Wochenende, und

manchmal auch an

Arbeitstagen, gibt es ein

Spiel oder ein

Trainingsmatch.

Unsere

Lieblingsorte

in Pécs

Alexa Spiel

Mein Lieblingsort in Pécs ist der Tüskésréti See,

weil es dort sehr schön und stimmungsvoll ist. Es

ist auch gut für sportliche Menschen, weil um

den See eine Laufbahn ist. Neben dem See ist

ein Spielplatz für Kinder. Es gibt noch einen

Fußballplatz und einen Platz, wo man Volleyball

spielen kann. Auf dem See ist eine

Wakeboardbahn. Sie ist sehr beliebt. Ich mag die

Laufbahn besonders. Ich kann den See für alle

empfehlen, weil der Ort unterhaltsam und

familienfreundlich ist.

Adonika Lehmann

Mein Lieblingsort in Pécs

ist Alagút tető, weil ich hier

viele gute Erinnerungen

gemacht habe, zum

Beispiel mit meiner

Schwester und mit meinem

Freund. Es gibt hier einen

sehr schönen Ausblick auf

die Stadt. Dort ist ein Teil

der Burgmauer, und wenn

man die Treppe hochgeht,

kann man über die

Burgmauer der Stadt

sehen. Es ist sehr schön

und idyllisch, man muss

diesen Ort sehen, wenn

man nach Pécs kommt.

Fanni Nyers

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Entspannen und heilen in

einer schönen Umgebung

Vor einigen Jahren hatte ich die

Möglichkeit, mit meiner Familie nach

Hévíz zu fahren und dort einen Tag zu

verbringen. Es war ein richtiges

Erlebnis für mich, da ich Schwimmen

und Wellness sehr mag. Wer diesen

Kurort besucht, kann aus zahlreichen

Hotels, Restaurants, Wellness- und

Heilbehandlungen wählen.

Traditionelle Thai-Massagen werden

an jeder Ecke angeboten. Die

Hauptattraktion ist aber der Heilsee, in

dem man das ganze Jahr baden kann.

Er wird durch eine Thermalquelle

gespeist, sodass die Temperatur sehr

angenehm ist. Teichrosen sorgen für

eine wunderschöne Atmosphäre. Das

Wasser enthält viele heilsame

Substanzen und wird in erster Linie für

die Behandlung von rheumatischen

Problemen vorgeschrieben. Trotzdem

fühlen sich hier alle Menschen wohl

and erleben wahre Erholung.

Anna Balázs

Unsere

Lieblingsorte

in Ungarn

Kultur am Ungarischen

Meer

Meine Lieblingsstadt ist Keszthely am

Balaton. Die Stadt ist mit ca. 20000

Einwohnern nicht sehr groß, aber

trotzdem sehr schön und ein

freundlicher Ort. Üblicherweise

kommen viele Touristen hierher. Es

gibt zahlreiche Sehenswürdigkeiten,

wie zum Beispiel der Festetics-Palast,

der Festetics Aussichtspunkt und

viele Berge, in denen man wandern

kann. In Keszthely ist auch ein großer

Strand, der Helikon Park, eine schöne

Einkaufsstraße, und es gibt auch die

Möglichkeit, eine Schifffahrt zu

machen. Ich liebe diese Stadt so sehr,

weil die Stimmung gut ist.

Adonika Lehmann

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Warum gerade die Hauptstadt?

Weil sie niemals schläft und das Leben immer sprudelt.

Ich liebe die schönen Lichter, die den ganzen Himmel

beleuchten.

Ich liebe es, dass es in der Stadt so viele Möglichkeiten

gibt.

Ich mag, dass die Stadt so groß ist, dass die Leute, die

hier geboren sind, sie auch nicht ganz kennen.

Ich denke, Budapest ist die schönste Stadt Ungarns.

Anonym

Für Entdecker vergangener Zeiten

Ipolytarnóc ist ein Naturschutzgebiet im Norden

Ungarns. Es ist perfekt für Leute, die Fossilien mögen.

Ipolytarnóc ist eines der nördlichsten Dörfer im Nógrád

Komitat. Es liegt an der slowakischen Grenze. Hier

leben nur etwa 455 Personen, aber viele Touristen

besuchen das Dorf. Die meisten kommen für das

Ipolytarnócer Fossilien Naturschutzgebiet.

Hier kann man viele Fossilien anschauen, zum

Beispiel Skelette, Fußabdrücke, versteinerte Bäume

(Mammutbäume) und vieles mehr. Es gibt auch ein 4D

Kino, in dem man einen Film über prähistorische

Lebewesen anschauen kann, und es gibt eine geologische Tour mit

einem Fremdenführer. Es gibt auch ein Restaurant, das nicht so groß,

aber sehr gemütlich ist. Außerdem gibt es einen Souvenirladen, in dem

man viele Geschenke kaufen kann z.B. Fotos, Kühlschrankmagnete, T-

Shirts und vieles mehr. Die Bedienung ist sehr gut, die Mitarbeiter sind

nett und hilfreich. Es ist auch interessant für Leute, die nicht sehr an

Fossilien interessiert sind. Für sportbegeisterte Besucher hält das

Gebiet noch einen kleinen Kletterpark bereit.

Máté Wéber

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Zwei Städte, die ich liebe

von Csenge Orgyán

Wenn man an Ungarn denkt, denkt man als

erstes an Budapest. Budapest ist eine

Großstadt mit zwei Millionen Einwohnern. Es

liegt in der Mitte, also im Herzen von Ungarn.

Doch in meinem Herzen liegt auch Villány. Ich

persönlich lebe dort mit meiner Mutter,

meinem Vater und meiner Schwester. Der

ungarische Name: Villány, bedeutet übersetzt

auf deutsch „Licht”.

Die Stadt Villány hat 3.000 Einwohner, also ist

sie eher eine kleine Stadt. Die nächste größere

Stadt ist Pécs, sie ist 42 Kilometer entfernt.

Man sieht also große Unterschiede zu

Budapest. Die Stadt Budapest ist die

Hauptstadt Ungarns und das Zentrum des

K u l t u r e l l e n , d e s H a n d e l s u n d d e s

gesellschaftlichen Lebens. Sehr viele

Touristen besuchen die Hauptstadt und das

ist kein Zufall, denn es gibt dort viel zu sehen.

Zum Beispiel: das Parlamentsgebäude, den

Heldenplatz, die Fischerbastei und die

Kettenbrücke.

Doch ich mag Villány sehr, weil es eine kleine

und stille Stadt ist. Mir gefällt es, Leute zu

kennen und viele Freunde zu haben. Auch

meine Grundschule liebte ich sehr.

Villány ist sehr berühmt für seinen Wein. Über

das Jahr gibt es fünf Weinfeste, vier im Sommer

und eins im Herbst. Auf diesen werden viele

Konzerte gespielt und natürlich viel Alkohol

getrunken. In Villány gibt es eine Bibliothek,

einen Kindergarten und ein Gymnasium.

Mein Lieblingsort ist der Fernsehturm, der auf

dem Szarsomlyo Berg steht. Besonders schön

sind die blühenden Blumen und die vielen

glücklichen Menschen. Ich gehe dort gerne

alleine oder mit Freundinnen hin. Ein anderer

Lieblingsort von mir ist die Bibliothek. Ich liebe

lesen sehr und ich liebe den Geruch von

Büchern. Villány ist eine fahrradfreundliche

Stadt. Ich selbst bin stolze Fahrerin eines

blauen Fahrrads. Aber auch durch die Stadt zu

spazieren liebe ich sehr. An Weihnachten ist es

besonders schön, weil alle Baume mit Lichtern

verziert sind. Man sieht also Villány hat sehr viel

Charme.

Später jedoch möchte ich im wunderschönen

Budapest leben. Besonders zum Studieren

kann ich es mir sehr gut vorstellen. Budapest

finde ich nachts am schönsten, wenn die

Lichter leuchten. Aber trotzdem ist Budapest für

mich am Tag und in der Nacht schön.

Der Heldenplatz in Budapest

Das Rathaus von Villány

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Mehr als nur Journalist

von Sara Wasicsek und Antonia Polgár

Mit seinen 37 Jahren hat Ervin Güth schon viel erfahren. Er hat zwei Berufe und

spricht drei Sprachen. Wir haben ihn danach gefragt.

Möglicherweise ist es auch das Gefühl von Freiheit in einem sonst stressigen Beruf,

weshalb Ervin Güth sich entschieden hat, als freier Journalist tätig zu sein, statt einen

einkommenssicheren Job bei einer Zeitung anzunehmen oder bei einem Sender als

festangestellter Redakteur zu arbeiten. „Als freier Journalist hat man keinen Boss und

man wählt sich die Kunden und auch die Themen selbst”, sagte der 37 Jährige. Ervin

Güth spricht drei Sprachen und ist außer als Journalist auch noch als Übersetzer tätig.

Am liebsten würde er Bücher übersetzen, aber seiner Aussage nach verdient man dabei

viel zu wenig, um

d a v o n l e b e n z u

können. Als Kind

beziehungsweise

Jugendlicher hätte

er niemals daran

g e d a c h t , e i n e n

d i e s e r B e r u f e

haben. Archäologie

und Psychologie

hatte er da auf dem

Zettel, auch einen

Beruf als Computerp

r o g r a m m i e r e r

k o n n t e e r s i c h

damals doch sehr

g u t v o r s t e l l e n .

Schließlich hat Ervin

Güth Journalismus studiert und diesen Beruf sowohl in Budapest als auch in Pécs

ausgeübt. Im „Trafik”, dem Restaurant im ältesten Kino von Pécs, sitzt er uns gegenüber

und erzählt einiges aus seinem Leben. Seine Karriere als Journalist begann vor vielen

Jahren als er zunächst als Praktikant bei Zeitungen in Pécs arbeitete, dann in Budapest

als Journalist aktiv war und vor etwa zwölf Jahren erneut in die spätere Kulturhauptstadt

zurückkehrte. Hier nahm er erst einmal eine Auszeit vom Journalismus und war als

Übersetzer beschäftigt. Aber auch andere Bereiche interessieren ihn sehr: So hat er in

einem Seminar gelernt, wie man Wein verkostet.

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Ein Cocktail aus Geschichte und Musik

von Péter Fábián und Neo Papadopol

Der Historiker Zsolt Vitári, der in Pécs

geboren wurde, hat sein ganzen Leben hier

verbracht. Er hat seine Studien am Leöwey

Klara Gymnasium in der deutschen

Abteilung begonnen. Vitári hat mehrere

Universitäten in Ungarn und Deutschland

besucht, zum Beispiel in Köln, Rostock und

Pécs. Jetzt ist er Experte für die Geschichte

der Ungarn- deutschen Minderheit und

Lehrstuhlleiter der Pécser Universität.

Schon im

Kindesalter

interessierte

er sich für

das Lesen.

S o l a s e r

viele Bücher

zum Thema

Geschichte.

N a c h d e r

U n i v e r s i t ä t

machte er im

J a h r 2 0 0 1

s e i n e n

Doktortitel,

im Jahr 2002

zog er für ein Jahr nach Deutschland,

schließlich im Jahr 2003 kehrte er zurück

und fing dann an, an der Uni zu lehren. Er

lehrt an der philosophischen Fakultät der

Universität Pécs. Der Historiker hat sich

schon immer gut mit den Studenten

verstanden und arbeitet gerne mit ihnen

zusammen. Er meint, dass alle Lehrer und

Schüler die selben Rechte haben. Als Kind

hätte er nicht einmal davon geträumt, dass

er ein Germanistik Historiker an einer

Universität sein würde Er dachte, er würde

sich eher mit Gartenbau beschäftigen. Er

erzählte lachend über seine Freizeit, in der

er an seinem Haus arbeitet und viel Zeit mit

seinem Sohn verbringt, was ihn sehr froh

macht. Sie machen viele Aktivitäten

zusammen, wie zum Beispiel zu einem

Konzert zu gehen. Zuletzt waren sie

zusammen bei einem Konzert der Band

„Neoton Familias”. Außerdem arbeitet er

sehr viel an seinem Old Timer, einem

Skoda Octavia, den er nun wieder

funktionsfähig

machen will.

Für eine Weile

musste Vitári

die Reparatur

des Autos auf

Eis legen, da

es ihm zu viel

Zeit kostete

und sehr teuer

w a r. E r h a t

nicht so viel

Z e i t , w e g e n

der vielen Vorbereitungen

für

seine Arbeit.

Deswegen ist er oft wach bis mitten in der

Nacht. Anderseits beschäftigt er sich aber

auch viel mit Musik. So ist er auch DJ. Er

hört gerne vielfältige Arten von Musik wie

zum Beispiel Pop, Rock und auch

klassische Musik. Er ist für jeden Spaß zu

haben und freut sich, wenn er seine

Studenten glücklich machen kann. Das gilt

auch für uns: der Lehrstuhlleiter will gerne

jedes Jahr wieder als Interviewpartner bei

einem Journalismus-Workshop mitmachen

und hofft, dass sich mehr und mehr

Schüler dafür interessieren werden.

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Typisch Ungarisch

Die ungarische Küche

von Michelle Myszoglád und Dominika Frisko

In Ungarn haben wir eine einzigartige Küche. Wir haben Traditionen von

anderen Ländern in der Vergangenheit übernommen, zum Beispiel aus

der Türkei.

Wir verwenden viel Fleisch und Paprika in unseren traditionellen

Gerichten, insbesondere Schwein und Rind. Wir haben Gerichte, die

nur in Ungarn vorkommen, zum Beispiel Gulyás, Lángos, Guba mit

Mohn und Paprikahuhn. Wir dürfen viel Mohn benutzen, dank unseren

Traditionen, obwohl es in anderen europäischen Ländern verboten ist.

Ungarische Leute sind bekannt für viele besondere alkoholische

Getränke, zum Beispiel Pálinka und guter Rotwein.

Eines unserer ungarischen Lieblingsgerichte ist Lángos. Es wird aus

einem Brot ähnlichem Teig zubereitet, aber wir strecken es zu einem

dünnen Kreis. Dann frittieren wir es in Öl. Wir haben verschiedene Arten

von Lángos: mit Knoblauch, mit Käse und Sauerrahm, aber einige

Leute essen es auch mit Marmelade. Es gibt auch gefüllten Lángos.

Wenn du in Ungarn bist, solltest du diese traditionellen Gerichte und

Getränke einmal im Leben probiert haben. Es kann eine sehr

einprägsame Erfahrung sein.

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MÁKOS GUBA MIT

VANILLEPUDDING

ZUTATEN

ZUBEREITUNG

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Das Fest der Feste

Szalagavató - die wichtigste Feier der

Zwölftklässler in Ungarn

von Barnabás Emberovics

Jedes Jahr haben die Schüler im 12.

Jahrgang am Ende des Schuljahres eine

große Herausforderung – das Abitur. Aber

schauen wir nicht so weit nach vorne in

der Zeit. Die 12. Klasse ist in jedem Jahr

für alle besonders und nicht nur wegen

des Abiturs. Das Abitur ist nur ein Teil des

ganzen Wegs von September bis Mai und

Juni. Inzwischen haben wir viele Feste

und Ereignisse, die uns auf dem Weg zum

Erwachsenwerden begleiten. Wie zum

Beispiel das „Szalagavató”, die letzte

Klassenleiterstunde, das Abschiedsfest,

das sogenannte „szerenád” oder der

Schulabschlussball. Muss man sagen, wir

haben ganz viele Feste in Ungarn, auch

noch in der 12. Klasse. Das erste und das

schönste Fest ist das „Szalagavató”.

kleinen Stadt in der Slowakei, stammt.

Und dieses Fest wurde eingeführt, um zu

symbolisieren, dass die 12. Klässler

schon auf dem Weg zum Abitur sind und

in kurzer Zeit das Abitur schreiben

werden. Als kleines Geschenk bekommen

alle Schüler ein kleines Band mit dem

ersten und dem letzten Schuljahr der

Gymnasialzeit darauf und mit dem

Wappen der Schule.

Natürlich hat sich das „Szalagavató” mit

der Zeit verändert. Mittlerweile gibt es ein

gemeinsames Essen mit den Eltern, die

ihr Kind bisher unterstützt haben und

auch mit den Lehrern, die als „Quelle alles

Wissens” dienen.

„Szalagavató” am Babits

In diesem Jahr werden insgesamt 120

Schülerinnen und Schüler aus fünf

Klassen das Abitur am Babits Gymnasium

im Mai schreiben. Unser „Szalagavató”

fand am 07. Dezember in der „Dezső

Lauber” Sporthalle statt. Nach der

festlichen Rede von Frau Sulyok und der

Begrüßung von Frau Bedő ist der

Zeitpunkt, auf den alle gewartet haben,

gekommen. Alle haben ihr Band

bekommen.

„Szalagavató”

Aber woher kam diese Tradition? Das ist

ganz einfach herauszufinden. Nach einer

halben Stunde Recherche weiß man schon,

dass diese Tradition aus Selmecbánya, einer

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Im Babits Gymnasium ist es auch eine

langjährige Tradition, dass jede 12. Klasse

einen Tanz vorstellt, auf den sie sich

vorher vorbereitet hat. Meine Klasse (die

12.E) hat einen „modernen“ bayerischen

Volkstanz vorgestellt. Aber natürlich gab


es noch viele andere Tänze, wie Ausschnitte

aus „High School Musical” oder moderne

Hip-Hop-Funk-Choreographien. . Neben

den Klassentänzen gibt es immer einen

traditionellen ungarischen Tanz, den Schüler

aus allen Klassen tanzen und der heißt

„Palotás”.

Gespräche mit ihren Klassenkameraden,

ihren Lehrern und natürlich mit ihren

Familienmitgliedern haben. Am 12 Uhr war

der Ball zu Ende, aber die Party war noch

vorbei, weil es eine After-Party (wie in allen

Gymnasien in Ungarn) gab. Aber das ist

eine andere Geschichte…

Nach den Tänzen konnten sich alle Schüler

ausruhen, weil der Ball, der von den

Schülern und Lehrern organisiert wurde, in

der Aula der POTE war. Seit drei Jahren

findet der Ball immer im Gebäude der ÁOK

(Allgemeine Medizinische Universität) statt.

Es ist eine Möglichkeit für die Schüler, ihre

Lehrer besser/näher kennenzulernen und ein

bisschen freier mit ihren Lehrern zu

sprechen.

Ich habe mich während des ganzen Festes

entspannt gefühlt, aber ich war auch ein

bisschen aufgeregt. Für mich war dieses

Fest ein ganz großes Erlebnis und ich

glaube, das war es für alle, weil wir fühlen

konnten, dass wir keine Kinder mehr,

sondern bald Erwachsene sind. Wir sind

also auf dem Weg, Erwachsene zu sein und

wir treffen schon eigene Entscheidungen

und haben eigene Verantwortung. Ich habe

mich gut gefühlt, weil ich ein bisschen Zeit

mit meiner Familie, Freunden und Lehrern

verbringen konnte. Nach diesem feierlichen

Fest können sich alle auf das Abitur

konzentrieren.

Der erste Tanz, der an dieser Abend getanzt

wird, ist immer der Elterntanz. Es ist ein

ganz wichtiger Aspekt des Balles, weil die

Kinder ihren Dank gegenüber ihren Eltern

zeigen können. Nach dem Tanz mit den

Eltern beginnt der Ball und alle können gute

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Viel zu erzählen

„Talk, talk!” - ein Erasmus+

Jugendaustauschprogramm in Polen

von Anna Balázs

Hast du manchmal Probleme

damit, vor einem Publikum zu

sprechen? Ist es schwierig für

dich, das Lampenfieber zu

bekämpfen? Möchtest du dich

in einer diversen internationalen

Umgebung ausprobieren? Hast

du Lust dazu, deine Meinung in

verschiedenen Themen zu

äußern? Wenn die Antwort „Ja”

ist, dann wäre ein Erasmus+

A u s t a u s c h p r o g r a m m f ü r

Jugendliche eine spannende

und einmalige Möglichkeit für

dich!

Hier möchte ich über meine eigenen Erfahrungen erzählen. Vom 11. - 19. Februar habe

ich an meinem zweiten Erasmus+ Projekt in Krasnystaw, Polen teilgenommen. Die

beteiligten Länder waren Lettland, Polen, Ungarn und Tschechien. Während der Woche

haben wir die Techniken von Oxford Debatte kennenlernt, LARP - eine Art Rollenspiel -

ausprobiert, wunderschöne polnische Städte besichtigt und leckere Speisespezialiäten

gekostet. Wir haben gelernt, wie man improvisieren, kritisch denken, argumentieren und

den Stress überwinden kann. Neue Freundschaften wurden geknüpft und natürlich neue

fremd-sprachige Wörter wurden gelernt. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und würde

ähnliche Programme allen ans Herz legen, die vielleicht nicht eine Menge Geld ausgeben

möchten, aber von einem Abenteuer träumen.

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Neue Freunde

und neue

Wörter

2017 und 2018 haben wir, die Schüler vom

PTE Babits Mihály Gimnázium, zusammen

m i t d e m D a m m e G y m n a s i u m i n

Deutschland ein Austauschprogramm

gemacht. Das war nützlich, um unsere

Sprachkenntnisse und unseren Wortschatz

zu verbessern und wir konnten auch

Erfahrungen sammeln.

Zuerst sind die Deutschen nach Ungarn

gekommen, und wir hatten hier eine Woche

zusammen Spaß: wir waren in Villány, Siklós,

an verschiedenen Orten in Pécs und vieles

mehr. Außerdem haben wir zusammen eine

Projektarbeit gemacht, in der es um Romeo

und Julia ging. Am Ende der Woche

veranstalteten wir gemeinsam einen

Elternabend für die ungarischen Eltern.

Danach haben unsere Eltern einen Brief von

den Deutschen bekommen, und wir sind noch

ein bisschen in der Schule geblieben: wir

haben gegessen, getrunken, miteinander

erzählt und viel Spaß gehabt. Am nächsten

Tag sind die Deutschen nach Hause gefahren.

Wir haben sie sehr vermisst.

Am 5. Juni 2018 ist unsere Klasse nach

Deutschland gefahren, und zuerst machten wir

einen Klassenausflug nach Hamburg. Am

dritten Tag unseres Ausfluges fuhren wir nach

Damme, zu unseren Austauschpartnern. Die

meisten waren sehr nervös und neugierig, und

wir wollten die anderen endlich wiedersehen.

Wir wohnten in verschiedenen Orten. Die

Schule war in Damme. Ich habe in Holdorf

gewohnt, das ein sehr schönes Dorf ist. Hier

gibt es alles, was für nötig ist, und ich war ein

bisschen erstaunt, weil es größer war, als viele

Dörfer hier in Ungarn. Ich war auch sehr

aufgeregt, und ich hatte Angst, dass ich mich

nicht so gut ausdrücken kann, oder dass ich

sie nicht verstehen werde. Aber es war nicht so

schwer, wie ich dachte. Ich konnte sehr viel

Deutsch sprechen und habe sehr viele neue

Ausdrücke und Wörter gelernt. Ich konnte auch

meine Austauschpartnerin und ihre Familie

besser kennenlernen.

Am folgenden Wochenende hatten alle ein

unterschiedliches Programm. Wir sind an die

Nordsee gefahren, und wir haben dort eine

Wattwanderung gemacht, worüber ich vorher

noch nie etwas gehört habe. Es war für mich

sehr seltsam, aber auch sehr interessant, und

meine Gastfamilie war sehr geduldig und nett.

Wir waren einmal beim Heidesee, wo wir

schwimmen waren und Volleyball gespielt

haben. Am Montag fuhren wir mit den anderen

zusammen nach Osnabrück. Wir waren auch in

der Schule, wenn wir kein Programm hatten.

Wir haben auch in Damme ein Projekt

gemacht, und zwar Beschäftigten wir uns mit

Sprichwörtern. Es gab viele kreative Aufgaben,

zum Beispiel ein Video zu drehen oder etwas

zu malen. Wir arbeiteten in verschiedenen

Gruppen, in denen sowohl deutsche als auch

ungarische Schüler waren. Am Donnerstag

waren wir schon ein bisschen traurig, weil es

unser letzter Tag war. Wir beschäftigten uns mit

dem Elternabend. Es lief sehr gut und wir

haben uns sehr wohl gefühlt, wir haben dort

gegessen, gesprochen, und danach gingen alle

nach Hause oder zum Bowling. Um 3 Uhr

nachts mussten wir nach Hamburg fahren. Der

Abschied war sehr traurig, weil wir nicht

wollten, dass wir uns nicht mehr treffen. Aber

wir haben uns versprochen, dass es nicht

unser letztes Mal ist. Insgesamt es war die

beste Sache, die uns im Gymnasium passiert

ist, und wir werden die tolle Zeit nie vergessen.

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Hinter den Kulissen

mit einem

Sprachtalent

Interview mit Ildikó Frank, einer

bekannten Schauspielerin aus Pécs

von Anna Balázs und Fanni Nyers

Vor Kurzem hatten wir die Möglichkeit, ein

Interview im Haus der Kunst, in Pecs mit

Ildikó Frank zu führen. Obwohl es ein kalter

und bewölkter Tag war, wurde das Zimmer

mit lustiger Stimmung gefüllt. Sie ist eine

Schauspielerin, die nicht nur auf Ungarisch

und Deutsch, sondern auch auf Rumänisch

spielt. Neben dem Theater kann man sie in

verschiedenen Projekten treffen, zum

Beispiel leitete sie im Lenau Haus einen

Rhetorik-Workshop. Sie war sehr offen und

lebenslustig und hat viel erzählt.

Warum sind Sie Schauspielerin geworden und

warum spielen Sie auf Deutsch?

Wir könnten sagen, dass es ein Zufall war,

dass ich Schauspielerin geworden bin, aber

es würde nicht ganz stimmen. Seit ich ein

kleines Kind war, habe ich in den schulischen

Theatergruppen mitgewirkt. Nach dem

Gymnasium studierte ich an der Universität in

Pécs aber etwas ganz anderes, nämlich

Literatur und Englisch.

Ich wusste aber sehr wohl, dass ich keine

Lehrerin werden möchte. Ich war schon im

zweiten Jahr, als ich von der Möglichkeit

erfahren habe, in Temeswar zu studieren. Ich

habe die Aufnahmeprüfung erfolgreich

abgelegt und ich war außer mir vor Freude,

weil ich so ein Stipendium bekam. Erst als ich

im Oktober 1996 in Temeswar angefangen

habe, habe ich festgestellt, wie beängstigend

es eigentlich ist, von den Eltern weg- und

dann gleich in ein fremdes Land zu ziehen,

sein selbstständiges Leben anzufangen und

auch noch in einer fremden Sprache zu

20

studieren. Das Stipendium hatte ich 4 Jahre

lang. Die Bedingung war, dass ich danach 5

Jahre an der Deutschen Bühne in Szekszárd

spielen sollte. Ihr Ziel war es, für Ungarn

d e u t s c h s p r a c h i g e S c h a u s p i e l e r

auszubilden. Nach den wunderbaren Uni-

Jahren in Temeswar musste ich also

zurückkommen, obwohl ich es dann nicht

mehr wollte. Ganz im Gegenteil zu

Szekszárd ist Temeswar eine coole,

multikulturelle und lebendige Stadt und ich

wäre gern dageblieben.

Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit und in Ihrem

Leben?

Man hat immer Wünsche und Sehnsüchte.

Es gibt immer Gedanken, die mich nicht in

Ruhe lassen, und diese motivieren mich

sowohl in meiner Arbeit als auch in meinem

Leben. Etwas das ich gesehen oder gelesen

habe, Projekte, die ich gerne machen

möchte.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Mein Hobby ist Romane lesen, weil diese

nicht oder nicht unbedingt zu meinem Beruf

gehören. In meiner Freizeit mache ich auch

gerne Sport, zum Beispiel TRX (Anm. der

Redaktion: Ganzkörper-Krafttraining),

Eislaufen und Rollschuh fahren.

Wie war Ihre Kindheit?

Ich war ein braves Kind. Ich habe fleißig

gelernt und meinen Eltern geholfen. Ich

musste Musik studieren und Sprachen


lernen. Wenn ich zurückblicke, habe ich

trotzdem den Eindruck, dass ich sehr

glücklich war. All meine Kindheitserinnerungen

spielen sich in verschiedenen idyllischen

Gärten ab, an Orten, wo ich gerne war: am

Plattensee bei meiner Urgroßmutter oder in

Mosonmagyaróvár bei meinen Großeltern.

Haben Sie auch mal auf Ungarisch gespielt?

Nicht allzu oft, aber ja. In Temeswar war es

zum Beispiel ganz toll, weil das deutsche,

rumänische und ungarische Theater in einem

einzigen Gebäude waren und ich bei allen

spielen durfte. Ich habe auch mehrmals auf

der Universitätsbühne in Pécs gespielt. Ich

würde aber sehr gerne mehr auf Ungarisch

spielen.

Haben Sie ein Vorbild?

Eigentlich nicht. Es gibt viele gute

Eigenschaften, die ich an bestimmten

Personen sehr schätze - zum Beispiel die

unerschöpfliche Energie meiner Mutter -, aber

es gibt keine einzige Person, die ein Vorbild

für mich wäre. Trotzdem würde ich Meryl

Streep erwähnen, die als Schauspielerin auf

jeden Fall ein Vorbild für mich ist.

Wird man Ihrer Meinung nach durch das

Schauspielen selbstbewusster?

Auf jeden Fall, auch wenn man kein

Schauspieler werden möchte. Diese

Selbstsicherheit ist auch im Privatleben

nützlich.

Haben Sie Lampenfieber vor einem Stück?

Ja, das hört nie auf. Ich bin daran gewöhnt.

S o g a r v o r m e i n e n K o ff e r m ä r c h e n

(Kindervorstellung) habe ich immer ein

bisschen Lampenfieber. Wahrscheinlich ist es

die Sache, die mich motiviert, und mir die

nötige Kraft auf der Bühne gibt.

Was ist ihr Lieblingsgenre auf der Bühne?

Ich denke, ich bin eine dramatische

Schauspielerin. Mir gefällt es zu glauben, dass

große dramatische Kraft in mir steckt (lacht),

aber das heißt nicht, dass ich ungerne

Komödien spiele.

Was war die größte Herausforderung in Ihrer

Karriere?

Die größte Herausforderung kam, als ich nicht

mehr die Deutsche Bühne leiten durfte. Ich war

bis dahin als Intendantin und Schauspielerin da

angestellt, was mir existenzielle Sicherheit

garantierte. Danach musste ich mein Leben neu

erfinden: wovon ich leben werde, was ich

machen werde. Das war eine herausfordernde

Situation, aber ich bin schlussendlich glücklich,

dass es passiert ist, weil ich seither sehr viele

neue Aufgaben gefunden habe und ich mehr

kreative und weniger administrative Arbeit

habe.

H a b e n I h r e K i n d e r a u c h ä h n l i c h e

Zukunftspläne?

Mein Sohn möchte Schauspieler werden, er

besucht ein Dramagymnasium in Budapest. Am

Wochenende habe ich ihn in der Hauptrolle des

Stückes ’Reise im Mondlicht’ gesehen, es war

seine Schauspielprüfung. Ich bin natürlich sehr

stolz auf ihn. Meine Tochter hat andere Pläne.

Sie studiert Medizin, aber als sie klein war, hat

auch sie gern in verschiedenen Stücken

mitgemacht. Ich wollte sie nie von ihren Plänen

abbringen: sie sollen machen, wofür sie

Leidenschaft fühlen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Es gibt ein paar neue Theaterprojekte, die ich in

diesem Jahr entwickeln werde. Auch werde ich

meine bereits existierenden Vorstellungen,

meinen Soloabend Café Klimt und meinen

Loriot-Abend, weiterspielen und möglichst viel

m i t i h n e n h e r u m r e i s e n . I n m e i n e n

Theaterprojekten arbeite ich mit einfachen

Mitteln, weil ich gerne all die Leute erreichen

m ö c h t e , d i e d a s B e d ü r f n i s h a b e n ,

deutschsprachiges Theater zu erleben. Im

Moment ist die Absolvierung meines

Lehrerdiploms im Gange. Wenn ich die Zeit

dafür habe, würde ich auch gerne einen

theaterpädagogischen Kurs belegen. Und Filme

zu machen ist auch eine meiner motivierenden

Sehnsüchte.


21


In einem

fremden Land

arbeiten

Interview mit Brigitta

Fülöp, einer

ungarischen

Physiotherapeutin in

der Schweiz

von Anna Balázs

Sie leben seit 4 Jahren in der Schweiz. Wie

war für Sie der Anfang in einem neuen

Land?

Wenn ich eine Zusammenfassung für Dich

geben müsste, dann würde ich sagen, dass

der Anfang gar nicht einfach war. Ich habe

meinen neuen Arbeitsvertrag vor der Reise

bekommen, mit dem ich ein bisschen

ruhiger in die Schweiz kommen konnte.

Zum ersten Mal bin ich lustigerweise mit

zwei großen Koffer angekommen, habe

aber weiterhin in einem kleinen Zimmer

gewohnt.

Mir war natürlich bereits klar, dass man

allgemeine Kenntnisse über die neue Kultur

und Umgebung kennen sollte. Es dauerte

aber dennoch einige Monate, bis ich mich

eingelebt hatte und alles flott und glatt

laufen konnte. Eines meiner größten

Probleme war es ausländische Namen

auszusprechen. Damals haben meine

Arbeitskolleginnen mir sehr viel geholfen.

In meiner Freizeit machte ich viele

Ausflüge, weil ich sehr neugierig war und

die Umgebung besser kennenlernen

wollte.

Erzählen Sie uns bitte über Ihre Arbeit!

Wie sieht der Berufsalltag für Sie aus?

Ich arbeite als Physiotherapeutin, zurzeit

in einer Praxis in der Schweiz.

Morgens stehe ich spätestens um 6:30

Uhr auf. Ich pendele jeden Tag 20

Minuten mit dem Zug zur Arbeit. Meine

Arbeitszeit beginnt um 8:00 Uhr, wird um

12:00 Uhr von einer Stunde Mittagspause

unterbrochen und endet um 17:30 Uhr.

Es gehört zu meiner täglichen Tätigkeit

ambulante Therapie für Patienten zu

leisten. In den meisten Fällen kommen

Patienten mit verschiedenen Problemen in

meine Praxis, wie zum Beispiel bei

orthopädischen Erkrankungen (Arthrose,

Skoliose, Bandscheibenvorfall, etc.),

neurologischen Erkrankungen (Parkinson-

Krankheit, Schlaganfall, etc.), zur

Traumatologie (nach einer Fraktur, vordere

Kreuzbandriss bei Knie, etc.) oder zur

Rehabilitation nach einem Unfall oder

nach einer langfristigen Erkrankung.

Mein Arbeitspensum ist 80%, das heißt,

dass ich 4 Tage pro Woche arbeite. Dazu

gehört die Behandlung der Patienten und

theoretisch gibt es 30 Minuten Bürozeit

pro Tag, um verschiedene auftauchende

Angelegenheiten abzuwickeln und

ankommende Anrufe entgegenzunehmen.

Dazu gehören auch folgende Aufgaben:

Abrechnungskontrolle, Annahme neuer

Patienten, Terminplanungen, usw.

Zu meiner Arbeit gehört auch, Patienten

im Altersheim oder zu Hause zu

besuchen, weil sie wegen verschiedenen

Einschränkungen nicht in der Praxis

22


kommen können. Ich fahre in diesen

Fällen vor allem mit meinem Fahrrad

(schweizerdeutsch genannt: Velo) zum

Hausbesuch.

Wo leben Sie jetzt und was machen Sie in

der Stadt?

Ich wohne in einem großen Dorf, es heißt

Siebnen und hat mehr als 7000

Einwohner. Das Dorf befindet sich in

Kanton Schwyz, in der Ostschweiz.

Dieses Dorf ist speziell, weil es politisch

zu 3 verschiedener Gemeinde gehört:

Galgenen, Wangen und Schübelbach. Es

hat glücklicherweise einen Bahnhof und

sehr gute Busverbindungen. Das Dorf ist

im Allgemeinen ruhig, Ausnahme sind der

Herbst und der Fastnachtszeit. Im Herbst

findet der dreitägige Siebner Märt statt,

der zu den größten Jahrmärkten dieser

Region zählt. Andere Veranstaltungen sind

beispielsweise die Fastnachtsumzüge im

Januar und Februar, an denen jeweils

mehr als 40 Vereine und Verbände

teilnehmen.

In unserem ungarischen Schulsystem wird

meistens "Hochdeutsch" unterrichtet. Wie

schwer ist es danach, den Dialekt zu

verstehen?

Schweizerdeutsch hat sehr viele und

verschiedene Dialekte. Es kann sein, dass

zum Beispiel ein Berner überhaupt nicht

versteht, worüber ein Einwohner aus

Kanton Graubünden spricht. In der Schweiz

gibt es vier offizielle Landessprachen:

Deutsch, Französisch, Italienisch und

Rätoromanisch.

Am Anfang war es für mich sehr schwierig

die Schweizer zu verstehen. Meine

Kollegen haben mit mir Hochdeutsch

gesprochen, aber untereinander haben sie

sich in ihrer Muttersprache unterhalten,

weswegen ich längere Zeit gebraucht habe

bis ich zu einem Thema etwas hinzufügen

konnte. Es war nicht unmöglich, nur es

brauchte etwas länger Zeit.

Was empfehlen Sie Jugendlichen, die sich

ins Ausland möchten?

Ich empfehle, Jugendlichen sich in der

Schulzeit für Stipendium zu bewerben,

damit sie eine Vorstellung über das

ausgewählte Land bekommen, die Sprache

gut üben und Bekanntschaften machen

können.

23


Journalismus

Workshop in

Pécs

von Fanni Nyers

„Zeitung lesen kann jeder. Aber eine

Zeitung machen? Das muss man lernen!“

Unter diesem Motto fand im Lenau Haus

ein deutschsprachiger Journalismus-

Workshop statt, an dem auch Fanni Nyers

und Péter Fábián aus der 11 C des Babits

Gymnasiums teilnahmen. Der Workshop

wurde vom Funkforum veranstaltet.

Vom 15. bis zum 18. November fand im

Lenau Haus ein Journalismus-Workshop

statt, von dem wir vorher von unserem

Klassenlehrer erfahren haben. In diesen 4

Tagen bekamen wir die Möglichkeit, die

Grundlagen des Journalismus und das

Schreiben eines Artikels zu erlernen und

dabei ein bisschen Deutsch zu üben. Auch

konnten wir neue Menschen kennenlernen.

An dem Programm haben insgesamt 10

Schüler teilgenommen: 6 Schüler aus

Temeswar und 4 Schüler aus Pécs.

Am ersten Tag hatten wir, nachdem wir ein

paar Informationen über den Workshop

bekommen haben, die Gelegenheit, das

Theaterstück „Café Klimt“ mit Ildikó Frank

anzuschauen. Danach haben wir mit einigen

„Kennenlernspielen“ die Gruppe besser

kennengelernt. Im Anschluß haben wir noch

zusammen gegessen und sind dann nach

Hause gegangen.

Am Freitag begann die richtige Arbeit: Um 9

Uhr trafen wir uns im Lenau Haus, wo

Siegfried Thiel bis um 12 Uhr einen Vortrag

über die Grundlagen des Journalismus

gehalten hat.Danach haben wir unsere

Partner bekommen, mit denen wir Fragen für

ein Interview vorbereitet haben. Meine

Partnerin war Adda, ein Mädchen aus

Rumänien. Adda und ich haben zusammen

insgesamt 21 Fragen notiert und später

gemeinsam das Interview geführt und

geschrieben.

Als Interviewpartner gab es fünf sehr

interessante Menschen, von denen wir uns

jemanden aussuchen konnten. Sie hatten

verschiedene Berufe: Es gab einen Journalisten,

einen Pécs-Experten, einen Historiker und

Hobby-DJ, eine Studentin aus Kenia und zwei

kulturweit - Freiwillige aus Deutschland. Unsere

Interviewpartner waren die zwei Freiwilligen und

wir haben sie im Café Nappali getroffen. Meine

Interviewpartnerin war Paula, die in Pécs

arbeitet. Sie war sehr nett und ich habe von ihr

sehr viele interessante Informationen über sie

und den Freiwilligendienst erfahren. Die anderen

Gruppen sind zum Beispiel an die Universität

gegangen oder sie sind im Lenau Haus

geblieben.

Als wir wieder im Lenau Haus waren, haben wir

gleich mit dem Artikel angefangen. Es war nicht

so einfach, da wir auch auf die kleinste Dinge

aufpassen und alles auf Deutsch schreiben

mussten. Hilfe bekamen wir aber von Antonia,

die an meiner Schule als Freiwillige arbeitet, von

Florian, Siegfried, Sandra und den anderen

Schülern. Es war sehr gut, mit den anderen

Schülern zusammenzuarbeiten, sie waren

immer hilfsbereit.

Die gemeinsamen Mittag- und Abendessen

waren auch sehr gut, weil wir dort miteinander

und über alles reden konnten. Der Abend

endete mit einem Spielabend, wo wir PS4,

Tischfußball und auch Gesellschaftsspiele

spielen konnten. Wir haben uns sehr gut gefühlt.

24


Am Samstag haben wir den Tag mit einer

Stadtrallye angefangen. Wir wurden in

Gruppen eingeteilt, und mussten ein paar

Fragen über Pécs beantworten. Die

Ergebnisse wurden aber erst am Sonntag

verkündet. (Das beste Team bildeten Neo und

Peti). Nach der Stadtrallye sind wir wieder ins

Lenau Haus gegangen, wo wir mit unserer

Arbeit weiter gemacht haben. Die meisten

waren schon mit dem größten Teil ihrer Artikel

fertig, so blieb nur noch der letzte Feinschliff.

Am Abend haben wir einen Filmabend

gemacht, bei dem wir wir „Fack ju Göhte 1“

auf Deutsch mit deutschen Untertiteln

gesehen haben.

Der Sonntag begann um 10 Uhr und wir

haben unsere Artikel beendet. Wir mussten

noch Bilder für den Artikel suchen, den Text

korrigieren (Grammatik) und die Dinge, bei

denen wir nicht sicher waren, noch einmal

suchen oder nachfragen.

Zum Ende des Journalismus-Workshops haben

die Veranstalter nochmal den Workshop

zusammengefasst und sie haben sich bei uns

für unserer Teilnahme bedankt. Danach haben

die Gruppen ihre Arbeit präsentiert und wir

haben ein bisschen darüber gesprochen, wie

die Arbeit und der Prozess waren, was schwer

war, warum usw. Zum Schluss bekamen wir

eine Urkunde und ein Schlüsselanhänger.

Abgesehen davon wurde uns eine weitere

Möglichkeit in Aussicht gestellt: Vielleicht

können wir bald nach Temeswar fahren und

noch einen Workshop oder etwas anderes

zusammen machen.Der Workshop wurde mit

einem gemeinsamen Mittagessen beendet.

Danach haben wir uns von unseren neuen

Freunden verabschiedet.

Ich denke, dass diese 4 Tage sehr nützlich

waren und wir warten schon ungeduldig darauf,

dass wir uns wieder mit den anderen treffen

können. Wir hoffen, dass wir noch viele solcher

Möglichkeiten haben werden!

25


Was du brauchst:

2-4 Spielfiguren, einen Würfel und ein paar Minuten Zeit.

Eigentlich ist man im Handumdrehen von der Kathedrale zum Lenau-Haus gelaufen -

eigentlich! Trete gegen Deine Freunde an und schau, wer als erstes beim Lenau-Haus

ankommt, um die neuste Ausgabe Einmalig abzuholen!

26


So funktioniert das Spiel: Zunächst würfeln alle Spieler. Der Spieler mit der

höchsten Augenzahl beginnt. Felder mit einem schwarzen Punkt sind

Ereignisfelder: entweder man muss aussetzen (wenn man auf ein Feld mit einem

Kreuz geleitet wird) oder einen Umweg gehen. Wer als erstes im Ziel ist, gewinnt!

von Fanni Nyers und Antonia Welck

27


Journalismus

Workshop

in

Pécs

November

2018

28


29


Zip, Zap, Layout - Workshop

von Jule Nagel

Journalismusworkshop in Arad

Nach einem erfolgreichen ersten Teil des

Workshops in Pécs, fuhren wir für den

Aufbau Workshop nach Arad, Rumänien.

Am Donnerstag, dem 16. Mai, reisten wir

über Szeged nach Arad. Dort trafen wir

ifa-Kulturmanager Florian Kerzel und

Chefredakteurs der Banater Zeitung und

Workshopleiter Siegfried Thiel.

Am nächsten Tag begann offiziell der

Aufbau Workshop, der vom Funkforum

veranstaltet wurde. Nach dem Frühstück

machten wir uns auf den Weg zum

Theoretischen Lizeum Adam Müller

Guttenbrunn in Arad, das uns nicht nur

sehr herzlich empfangen, sondern uns

s o g a r s e i n e n C o m p u t e r r a u m z u r

Verfügung gestellt hat. Dort trafen wir die

anderen fünf Workshopteilnehmer aus

Temeswar und Arad an. Drei Schüler aus

Arad selbst nahmen teil und außerdem

reisten zwei Schüler mit Siegfried und

Florian aus Temeswar an. Nach sehr

netten Worten des Schulleiters Mircea

Mario Stoica, des Deutschlehrers Martin

Schwägerl und auch Michael Szellner,

begann Siegfried Thiel mit dem ersten Teil

des Journalismusworkshops. In seinem

Vortrag ging es vorrangig um die Kunst,

gute Interviews zu führen und sie später in

30

interessante Artikel für eine Zeitung zu

verwandeln. Dies war besonders spannend

für unser Team, da wir in unserem

Schulmagazin schließlich auch diverse

Interviews veröffentlichen. Auch wie man

Informationen für Zeitungen sammelt und

wie eine Redaktion arbeitet, wurde uns

vermittelt. Obwohl sich Siegfried Thiel oft

als einen Journalisten der alten Schule

bezeichnete und auch seine Methoden als

teilweise veraltet ansah, bekamen wir von

ihm einen brillanten Einblick in die Arbeit

des Journalismus.

Gelerntes in die Tat umsetzen!

Nur weil man etwas theoretisch verstanden

hat, heißt das noch nicht, dass man es

auch in der Praxis anwenden kann. Um das

unter Beweis zu stellen, fanden sich alle

Workshopteilnehmer in kleinen Gruppen

zusammen und nachdem jeder einen

kurzen Text gelesen hatte, interviewten sie

sich gegenseitig in fiktiven Rollen. Als

nächstes folgte die Arbeit an den Artikeln

unserer Schülerzeitung. Alle Texte wurden

sprachlich überarbeitet, wobei die Hilfe von

einem waschechten Journalisten natürlich

sehr hilfreich war.

Tag zwei begann mit einer Runde „Zip-Zap-

Boing“ und weniger Theorie. Izabella Veibel

veranstaltete einen interaktiven Workshop

zum Thema Layout für Onlinemagazine,

Zeitschriften und Zeitungen. Sie gab den


Schülern Impulse für eine ansprechende

Bildanordnung, die sie direkt in die Praxis

umsetzen konnten.

Dabei entstanden wirklich tolle Fotos.

Nachmittags lernten wir bei einer

vielseitigen Stadtführung zahlreiche

Fakten über Arads Geschichte und

Architektur. Dabei konnten wir nicht nur

Arads schöne Straßen erkunden, sondern

erlangten Einblicke in die Minoritenkirche

und in zwei Wohnhäuser der Sezession.

Den Tag voller Eindrücke ließen wir mit

einem Filmabend ausklingen.

An Tag drei wurde der Vormittag zur letzten

Korrektur der Artikel und zur Evaluation des

Workshops genutzt. Florian und Sigfried

mussten am frühen Nachmittag mit den

Schülern aus Temeswar bereits wieder

abreisen, für unsere Gruppe stand aber

noch mehr auf dem Programm. Wir nutzten

die Zeit, um an der Titelseite unseres

Magazins zu arbeiten. Drei verschiedene

kreative Titelseiten wurden von unserer

Redaktion entworfen. Nach der ganzen

Arbeit beschlossen wir, uns in einem Café

in der Stadt mit den Arader Schülern und

der Kulturweit Freiwilligen Maya Sigl zu

treffen und gemeinsam auf einen Street

Food Market zu gehen. Nach dem

Abschied von allen Teilnehmern, traten

auch wir am Montagmorgen den Heimweg

an.

Wir möchten uns sehr herzlich bei allen

Beteiligten für die tolle Möglichkeit

bedanken - besonders bei Zita Édel, die

kurzfristig als Betreuerin eingesprungen ist

und ohne die wir nicht nach Arad hätten

fahren können!

31


32


Fahrt nach Arad, Rumänien - 16.05.2019 - 20.05.2019

33


Musik, die Zukunft der Kultur

von Vanessa Molnar

,,Man braucht Leidenschaft, man

braucht Herz und Seele”

Georgiana Maria ist die Musiklehrerin des

deutschen Lyzeums aus Arad. Bevor sie

Lehrerin wurde, spielte sie Geige im

Symphonieorchester des Rumänischen

Rundfunks.

Sie war 22 Jahre alt, als das Nationale

Symphonieorchester sie als Geigerin

aufnahm. Sie war der Stimmführer der

ersten Geige. „Es hat mir sehr viel Spaß

gemacht, im Orchester zu spielen. Ich

habe vieles von meinen erfahrenen

Kollegen und von den Dirigenten gelernt.

Im Orchester zu spielen war eine sehr

große Möglichkeit für mich prachtvolle

Symphonien und Stücke zu interpretieren

und sehr viele besondere Menschen

kennenzulernen.” bestätigt sie. Bis 2008

hat sie im Rundfunkorchester gearbeitet.

Râmnicul Vâlcea gemacht und den dritten

Platz beim Regionalen Theater-Festival für

Schüler gewonnen. Georgiana erklärt, dass

außerschulische Aktivitäten sehr wichtig für

die Kinder und für die Schule sind. „Den

Kindern werden andere Sachen geboten.

Um auf die Bühne zu gehen braucht man

Mut und diese AG’s helfen den Kindern,

diesen Mut zu finden und von den Handys

fern zu bleiben. Die AG’s machen Spaß und

sind sehr edukativ.“

Musik war schon immer Georgianas

Leidenschaft. ,,Schon seit ich klein war,

habe ich gesungen und wurde zu

symphonischen Konzerten mitgenommen.

Selbstverständlich habe ich mich in die

Musik verliebt.“

Am deutschen Lyzeum „Adam Müller

Guttenbrunn“ Arad arbeitet Georgiana seit

2012 als Lehrerin. ,,Erstmal habe ich ein

paar Stunden Musik in Deutschland für

Vier- bis Sechsjährige unterrichtet, damals

war ich 20. Bis 2011 hab ich nicht mehr

unterrichtet, dann habe ich meine Karriere

als Lehrerin an der Schule angefangen.“

Georgiana Maria ist bekannt für ihre

Theater AG und die Chor AG. Mit den

kleinen „Künstlern” haben sie viele Preise

mit nach Hause genommen. Dieses Jahr

hat die Schultheater AG den 1. Platz bei

dem Festival „Scena Talentelor“ in

Für alle diese Aktivitäten braucht man

Energie und immer frische Ideen. Begabte

Leute sucht man überall. „Man braucht

Leidenschaft, man braucht Herz und Seele,

um alles zusammenzubringen. Aber die

Freude, die man in den Augen der Kinder

sieht, ist die Freude, die ich fühle, wenn

alles gut geht. Die Entwicklung der Kinder

ist sehr wichtig, als Erwachsene werden sie

viel selbstbewusster sein und das zählt am

meisten,“ verkündet Georgiana Maria.

34


Ein Vorbild an der eigenen Schule

von Iarina Miuta

Der Mathematik-Lehrer und Schulleiter des

Deutschen Lyzeums „Adam Müller

Guttenbrunn” aus Arad, Mircea Mario

Stoica, zeigt uns, wie der Optimismus

eines Mannes uns alle beeinflussen kann.

Was bedeutet für Sie eine gute Schule?

Eine gute Schule bedeutet, sagen wir, drei

Sachen: Die erste Sache sind fleißige Kinder,

dann motivierte Lehrer und die dritte Sache

ist, dass die Schule eine normale, moderne

Infrastruktur hat. Das bedeutet, die

Ausstattung der Gebäude soll gut sein und

auch die Technik, die man gebraucht, soll

funktionieren.

Können Sie mir sagen, wie schwer es ist,

diese Schule zu leiten?

Wenn ich es nicht gewollt hätte, hätte ich

diese Aufgabe nicht auf mich genommen. Es

ist eine Freude, eine Schule zu leiten. Es gibt

sowohl gute, als auch weniger gute Aspekte.

Meiner Meinung gibt es mehr positive

Aspekte als negative, auch wenn es viele

Sachen gibt, die nicht so sind, wie sie sein

sollten. Aber so sind die Zeiten jetzt bei uns

im Land: Wir müssen Vieles langsam ändern.

Wie sehen Sie diese Schule in zehn Jahren?

In einem besseren Infrastrukturzustand mit

besseren und fleißigeren Schülern und vielleicht

auch mit einer viel besseren technischen

Ausstattung.

Welche Ziele haben Sie für die Schule?

Wir haben ein Hauptziel und mehrere

Nebenziele. Unser Hauptziel ist, dass die

Kinder, die in unserer Schule lernen mit guten

Leistungen ihre Zeit hier beenden und dass sie

froh sind, dass sie etwas in der Schule gelernt

haben. Unter den Lernzielen, als wichtiger Teil

für die Deutsche Fachschaft ist, dass sie die

deutsche Sprache gut beherrschen. Und auch

die Schüler der rumänischen Fachschaft sollen

Deutsch und English gut verstehen und

sprechen können.

Was war Ihre größte Leistung als Schulleiter?

Ich warte noch auf meine größte Leistung, aber

ich kann sagen, dass eine wichtige Leistung die

ereignis- und erfolgreiche Nationalphase der

Deutscholympiade war, die hier in Arad

stattgefunden hat. Eine andere wichtige

Leistung war die Verbesserung unserer

Infrastruktur.

35


Temeswar: Europäische

Kulturhauptstadt durch die

Augen eines Journalisten

von Alexia Bagiu

Gespräch mit dem deutschen Journalisten

Thomas Wagner

2021 wird Temeswar Kulturhauptstadt

Europas sein. Thomas Wagner ist ein

deutscher Journalist, der seit 1994

regelmäßig nach Rumänien kommt.

Damals hatte er das Thema „Fünf Jahre

nach der Wende” behandelt. Er hatte

mehrere Städte besucht, die bisher

Kulturhauptstädte Europas waren. Seit er

in Temeswar eine Wohnung hat, ist die

westrumänische Großstadt so etwas wie

seine zweite Heimat geworden.

Welches Potential sehen Sie speziell aus Sicht

der deutschen Minderheit?

Die deutsche Minderheit sollte sich vielleicht ein

wenig stärker in das Projekt einbringen, als sie

das derzeit tut. Es gäbe ja einiges, was sie

einbringen könnte: Das Deutsche Staatstheater

beispielsweise, aber auch das Deutsche

Kulturzentrum. Vor allem aber sollten die

Vertreter der deutschen Minderheit auch ihre

Kontakte nach Deutschland spielen lassen, um

von dort Künstler und Gruppen nach Temeswar

zu bringen - im Europäischen Kulturhauptstadt-

Jahr.

Im Jahr 2021 wird Temeswar Kulturhauptstadt

Europas sein. Welches Potential birgt dies für

die Stadt?

Temeswar hat für das Projekt "Europäische

Kulturhauptstadt" großes Potential - und das

aus zwei Gründen: Einmal kann die Stadt auf

eine jahrhundertwährende multikulturelle

Geschichte zurückblicken. Hier lebten

Deutsche, Serben, Rumänen, Ungarn und

andere Ethnien friedlich zusammen - und

dieses friedliche Miteinander funktioniert auch

heute noch. Das ist vorbildhaft für viele

andere Regionen Europas. Und zum anderen

bewundere ich das reiche Kulturleben in der

Stadt: Das Deutsches und Ungarische

Staatstheater, die Oper, dann aber auch tolle

Rockkonzerte im Bunker, Art Performances

unter freiem Himmel, das jährliche Jazzfestival

und die Open-Air-Konzerte vor der Oper, dazu

viel Kleinkunst - das ist aus meiner Sicht eine

tolle Basis für das Projekt „Europäische

Kulturhauptstadt”

36

Welche Chancen bringt dieser Titel für die

Jugendlichen in der Stadt mit sich?

Für Jugendliche bringt das Kulturhauptstadtjahr

nur dann Chancen, wenn man ihnen

Gelegenheit gibt, sich auch aktiv einzubringen.

Das heißt: Auch junge Nachwuchskünstler

b r a u c h e n v e r s c h i e d e n e F o r m e n u n d

Darstellungsmöglichkeiten, um auftreten zu

können. Und sie müssen dafür auch finanzielle

Unterstützung erhalten. Das heißt: Es müsste

nach meiner Meinung einen Fördertopf geben,

der vor allem Projekte jugendlicher Künstler

unterstützt. Doch auch für diejenigen


Jugendlichen, die sich nicht selbst einbringen

wollen oder können, kann das Projekt

" E u ro p ä i s c h e K u l t u r h a u p t s t a d t " e i n

besonderes Erlebnis werden: So viele

unterschiedliche Kunst- und Kulturprojekte

innerhalb eines einzigen Jahres werden so

schnell nicht mehr angeboten. Allerdings sind,

um Jugendliche an solche Projekte

h e r a n z u f ü h re n , a u c h p ä d a g o g i s c h e

Begleitprojekte erforderlich. Zum Beispiel gut

gemachte, ansprechende Einführungen im

Umgang mit darstellender Kunst und Musik.

Schließlich sollte es aber auch Angebote

geben, die Jugendlichen einfach nur Spaß

machen: Warum nicht auch ein Rock- und

Pop-Festival integrieren?

Wo muss sich Temeswar insgesamt noch

verbessern und was davon könnte im Zuge des

Kulturhauptstadtjahres geschehen?

Wenn die Stadt etwas tun muss, dann sind es

zwei Dinge: Die Verkehrsinfrastruktur ist

grausam. Die Staus auf den Straßen werden

immer länger. Hier muss dringend etwas

verbessert werden. Und es fehlt für junge

Menschen, die sich nicht gleich eine Wohnung

oder ein Haus kaufen können, an bezahlbaren

Mietwohnungen, die einigermaßen attraktiv

eingerichtet sind. Hier wäre aus meiner Sicht

dringender Handlungsbedarf geboten.

Werden Sie dabei sein? Gibt es bereits ein

Projekt an dem Sie teilnehmen möchten oder

haben Sie Kontakte zu Personen oder

Organisationen, die spezielle Projekte planen?

Dabei sein werde ich sicherlich. Ein spezielles

Projekt, bei dem ich mitmachen werde, sehe

ich allerdings erst mal nicht. Ich bin Journalist

und muss über die Dinge berichten. Das

schließt eigentlich ein aktives Mitmachen aus.

Aber möglicherweise ist ja auch ein

länderübergreifendes Medienprojekt geplant.

Wir könnten auch mal über eine Sendung

während des Kulturhauptstadtjahres

nachdenken. Das wäre ein Ansatz.

Viele Jugendliche verlassen Temeswar nach

der Schule. Muss die Stadt Ihrer Meinung

nach mehr für Jugendliche machen?

Die Stadt hat auf den "Brain Drop", also auf

den Wegzug jugendlicher Menschen, leider

nur beschränkten Einfluss. Denn viele

Jugendliche gehen weg, weil sie anderswo

bessere Job- oder Ausbildungsmöglichkeiten

sehen. Ich finde das auch gar nicht so

schlimm, weil es eigentlich gut tut, nach der

Schule einmal etwas anderes zu sehen. Im

Gegenzug ist Temeswar ja auch attraktiv für

viele jungen Menschen, die aus allen

Landesteilen beispielsweise zum Studieren

hierherkommen. Selbst aus Deutschland

entscheiden sich immer mehr junge Leute, ein

Praktikum oder ein paar Auslandssemester in

Temeswar zu machen. Das spricht für die

Qualität der Hochschulen – (lacht) und der

vielen Kneipen, die es mittlerweile gibt.

Waren Sie in anderen Städten, als diese

Kulturhauptstadt waren und wenn ja, haben Sie

auf Basis dieser Empfehlungen Tipps für

Temeswar?

Ich war im ungarischen Pécs, kurz bevor die

Stadt offiziell Kulturhauptstadt wurde. Im

Vergleich zu Temeswar fand ich dort die

Altstadt ein wenig sauberer und viele Dinge

geordneter. In Temeswar herrscht eben häufig

noch das Chaos. Aber Vorsicht: Ein bisschen

Chaos ist ja gar nicht so schlecht. Es fördert die

Kreativität. Aber eben nur...ein bisschen Chaos!

Und zu Hermannstadt: Welche Unterschiede

sehen Sie zwischen den Jugendlichen aus

Hermannstadt und denen aus Temeswar?

Da muss ich passen. So häufig bin ich nicht in

Hermannstadt. So große Unterschiede sehe ich

da nicht: Sowohl in Hermannstadt als auch in

Temeswar trinkt man gerne mal ein Bier, geht

gerne in Kneipen mit Musik - und feiert gerne.

Und das ist gut so.

37


Temeswar als

Kulturhauptstadt 2021

von Sara Wasicsek

Gespräch mit dem rumäniendeutschen

Politiker Ovidiu Ganț

Ovidiu Ganț ist ein rumäniendeutscher

Politiker des Demokratischen Forums der

Deutschen in Rumänien und vertritt die

Deutsche Minderheit im Parlament.

Außerdem war er lange Direktor der

Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar. Er

lebt mit seiner Familie in Temeswar. Fast

jeden Sonntagabend fährt er mit der Bahn

nach Bukarest und kommt donnerstags,

freitags oder samstags, je nachdem wie

das Programm aussieht, zurück. Aber er

fährt nicht nur nach Bukarest, sondern

auch in andere Regionen, in denen

Deutsche leben oder wo verschiedene

Veranstaltungen stattfinden. Ihm wurden

ein paar Fragen über Temeswar als

Kulturhauptstadt 2021 gestellt.

Im Jahr 2021 wird Temeswar europäische

Kulturhauptstadt sein. Welche Chancen sehen

Sie für die Stadt, sich dadurch auch

weiterzuentwickeln?

Der Titel „Kulturhauptstadt“ bietet besondere

Chancen für die Stadt, in dem Sinne, dass die

Stadt bekannter wird, und so werden z.B.

auch mehr Gebäude renoviert. Wenn man

eine gute PR-Kampagne startet, wird die

Stadt überall bekannt. Temeswar könnte sich

auch bemühen, die Fassade der Lenau-

Schule zu renovieren.

Bereitet man sich auch im Parlament in

Bukarest auf das Hauptstadtjahr vor?

Nein, das Parlament in Bukarest hat nichts

damit zu tun. Im Haushalt für 2021 wir Geld

für das Projekt eingeplant. Es werden

38

Kulturprojekte finanziert, wenn die Regierung

damit einverstanden ist.

Wie können Sie Temeswar bei dieser Aufgabe

unterstützen?

Ich habe es schon getan. Ich habe meinen alten

Freund Radu Gabrea, der leider verstorben ist,

überzeugt, sein Film-Festival von Mediaș nach

Temesar zu bringen. Temeswar hatte im Bereich

Filmkunst fast keine Angebote. Es fanden

bisher zwei Auflagen des Film-Festivals statt.

Ich habe mich mit Vertretern der Politik in

Deutschland unterhalten und habe ebenfalls

v o r g e s c h l a g e n , d a s s s i c h d e u t s c h e

Kulturinstitutionen in Temeswar präsentieren

können. Das habe ich auch der deutschen

Kulturpolitikerin Monika Grutters nochmal an

Möglichkeiten dargestellt, die es in Temeswar

gäbe. Ich habe mit Vertretern der Adenauer-

Stiftung darüber gesprochen, inwiefern sie eine

grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen

Novi Sad und Temeswar veranstalten und

mitgestalten können. Andere Vertreter wurden

auch eingeladen, die nach Temeswar kommen

werden. Ich werde ihnen den Vorschlag

machen, dass im Jahr 2021 die gemischte

Regierungskommission in Temeswar stattfinden

soll.

Was können wir als Bürger von Temeswar

unternehmen?

Jeder Bürger kann dafür sorgen, dass sein

Haus gut aussieht oder dass die Straße, in der

sie wohnen, sauber sind. Es sollte auch viele

Volontäre geben. Man kann Vorschläge

formulieren, was man an Temeswar verbessern

könnte.

Was kann Temeswar tun, um eine grünere Stadt

zu werden?

Temeswar ist in Vergleich zu anderen Städten

eine grüne Stadt, aber man könnte auch mehr


tun. Ich glaube, dass es besser wäre, wenn

man rund um Temeswar Bäume pflanzen

würde, damit der Staub von außen nicht in

unsere Stadt kommt. Die Spielplätze sollten

gepflegt werden, man sollte das Müll-

Management besser organisieren. Die Bürger

könnten dafür sorgen, dass die Blumen nicht

zerstört werden.

Als Schülerin, die jeden Tag mit der

Straßenbahn zur Schule fährt, sehe ich viele

Plakate, die mich vor Taschendieben warnen.

Damit fühle ich mich jedoch nicht geschützt.

Glauben Sie, dass die Gefahr bis 2021

gebannt werden kann oder dass das ein

Problem für Besucher sein könnte?

Es bleibt ein Problem für die Besucher, sofern

die Lokalpolizei sich nicht dafür einsetzt,

dieses Phänomen zu bekämpfen. Die Plakate

sind nett, weil du darauf aufmerksam

gemacht wirst. Aber es sollte mehr Schutz für

die Bürger geben. Wenn die Polizei weiterhin

nichts dafür macht, wird Diebstahl auch 2021

ein großes Problem bleiben. Die Touristen, die

Temeswar besuchen werden, werden ein

starker Magnet für Taschendiebe sein. Die

Sicherheitsbehörden müssen sich darauf

vorbereiten.

d i e A n z i e h u n g s k r a f t i s t e h e r g e r i n g .

Hermannstadt (Sibiu) hat es verstanden und

investiert jedes Jahr eine Menge Geld in Kultur,

weil sie wissen, dass diese Kultur auch Geld

einbringen wird. Daraus müsste auch Temeswar

lernen. Diese Leute, die in den Museen

arbeiten, sind bemüht. Sie sind sicherlich gute

Fachleute, aber ohne Geld funktioniert nichts.

Es muss investiert werden.

Aus welchen Erfahrungen von Hermannstadt als

Europäische Kulturhauptstadt 2007 kann

Temeswar lernen?

Aus dem gesamten Programm. Angefangen mit

dem Management der gesamten Stadt. Klaus

Johannis als Bürgermeister und seine

Mannschaft könnten ein Vorbild für viele Städte

Rumäniens und mit Sicherheit auch für

Temeswar sein. Im Moment bin ich sehr

unzufrieden damit, wie mit der Zeit gemanagt

wird. Unser Bürgermeister könnte Einiges von

Klaus Johannis lernen. Auch das Management

der ganzen Kulturveranstaltungen verlief in

Hermannstadt reibungslos. Die Leute waren

sehr zufrieden. Es gab keinen Streit, keinen

Zirkus wie in Temeswar, wo sich verschiedene

Gruppierungen bekämpfen - wer was für

Projekte einbringen und leiten kann. Es gab

keine Eitelkeiten dieser Art.

Welche Botschaft haben Sie für Temeswar?

Für die Temeswarer: Temeswar, macht euch an

die Arbeit, lasst den Streit, seid solidarisch,

gemeinsam könnten wir das Projekt sehr gut

meistern.

Temeswar hat einige Museen, aber die

Gestaltung ihrer Inhalte ist besonders für

Schüler selten wirklich interessant. Wie sehen

Sie das?

Im Allgemeinen wird nicht viel investiert. Das

heißt, es gibt weiterhin diese langweiligen

Museen, die dich nicht ansprechen und nicht

interessieren. Vor allem als junger Mensch

nicht. Die Kultur wird nicht modernisiert. Auch

Und den potentiellen Gästen sage ich: Herzlich

Willkommen in Temeswar.

39


2010 / 2021: Eine ehemalige und

eine zukünftige

Kulturhauptstadt im Vergleich

von Anahid Ehrenberger, Antonia Apreotesei

2010 war Pécs in Ungarn Kulturhauptstadt

Europas. Was kann Temeswar aus den

Erfahrungen von dort lernen? Viel, meint

der deutsch-ungarische Touristenführer

Johann Habel.

Neun Jahren sind vergangen, seitdem Pécs

nicht mehr die Kulturhauptstadt Europas

ist. Temeswar bleiben noch zwei Jahre, bis

es diesen Titel erhalten wird. Eine gute

Möglichkeit für die Hauptstadt des Banats

einmal nach Westen zu schauen und die

Entwicklungsprozesse zu vergleichen.

Dafür haben wir uns mit Johann Habel

getroffen. Als Touristenführer, Historiker,

Experte für die Stadtgeschichte von Pécs

und zuletzt auch noch Zeuge des

Kulturhauptstadtjahres in Pécs kann er viel

zu diesem Thema sagen.

Das Kulturhauptstadtjahr 2010, so Habel, war

ein hervorragendes Jahr für Pécs. Viele

Touristen kamen in die Stadt, viele

Veranstaltungen wurden organisiert – viel Geld

floss durch Investitionen in die Stadt. Dies

merkte man auch schnell am Stadtbild selbst:

der Konzertsaal der Stadt, die riesige

Bibliothek, das Puppentheater. Viele Gebäude

wurden hier damals renoviert. So gut das Jahr

2010 aber war, so enttäuschend sieht Habel

die Folgejahre: Seit Pécs nicht mehr die

Kulturhauptstadt Europas war, verlor die Stadt

viel Gewonnenes gleich wieder: große Hotels

wurden geschlossen, der Lohn von

Stadtführern, wie Johann Habel verkleinerte

s i c h a u c h . N u n k o m m e n To u r i s t e n

hauptsächlich im Sommer in die Stadt. Der

traditionelle Bustourismus verliert immer mehr

an Bedeutung. Lediglich Touristen, die mit

den Donauschiffen von Passau bis zum

Donaudelta fahren und dabei regelmäßig einen

Zwischenstop mit Ausflug nach Pécs machen,

bringen dem Experten für die mittelungarische

Stadt noch regelmäßig Kunden. Wenn diese

Donauschiffe nicht wären, müsste Habel in

Österreich oder Deutschland nach Arbeit

suchen. Dabei hat die Stadt viel zu bieten:

Viele historische Gebäude, besondere Museen,

Kunstausstellungen, eine aktive Barszene mit

Ruinenbars, so wie man sie aus Budapest

auch kennt. Jede Altersgruppe von Touristen

könnte in Pécs etwas finden. Vor allem aber ist

es die Multikulturalität, welche die Stadt so

besonders macht. Eine aktive deutsche

Gemeinde – zu der nicht zuletzt auch Johann

Habel gehört – gehört dazu, aber nicht nur.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Denn eine Besonderheit, weswegen Pécs den

Titel der Kulturhauptstadt überhaupt gewann,

sind die vielen Kulturen die hier nebeneinander

und gleichzeitig lebten und leben: Die

kroatische Gemeinde gibt es hier schon seit

Jahrhunderten – Pécs liegt nur etwa 30

Kilometer von der kroatischen Grenze entfernt.

Und wenn das Wetter gut ist, kann man von

manchen Punkten aus sogar die kroatischen

Berge sehen. Aber auch nicht alteingesessene

40


Die Synagoge in der Pécser Innenstadt

Bevölkerungsgruppen beleben die Stadt.

O b w o h l e s n i e e i n e n e n n e n s w e r t e

tschechische Gemeinde gab, gehört die

tschechische Kneipe vor allem unter

Studenten zu den beliebtesten der Stadt. Und

durch die beliebte Medizinuniversität kommen

viele internationale Studenten zum studieren

nach Pécs.

Johann Habel hat großes Interesse an allem,

was ihn umgibt. Er beschäftigt sich gerne mit

Fachliteratur und historischer Literatur.

Geboren wurde er allerdings nicht in Pécs,

sondern in dem davon südöstlich gelegenen

Dorf Nagynyárád. Er arbeitete auch als

Übersetzer mit Deutsch-Ungarisch. Nach

seinem Studium in Kulturmanagement und

Germanistik an der Pécser Universität erwarb

er eine Lizenz als Stadtführer und beginnend

mit dem Jahr 2011 arbeitete er als

Touristenführer. Die Region, in der er lebte

interessierte ihn schon immer sehr und durch

Wanderungen und Fahrradtouren mit seinen

Kindern erkundete er sie auch früher schon

gerne.

Die Barockzeit, die Osmanische Zeit, das

Avarische Zeitalter und die Römer: Viele

Epochen haben ihre Spuren im Stadtbild

hinterlassen. Johann Habel führt uns

allerdings auch außerhalb des alten

Stadtkernes zu einem Monument der

jüngeren Geschichte, welches entscheidend

für die Entwicklung der Stadt war, obwohl

dies nicht vielen Touristen und selbst nicht

allen Pécsern bekannt ist. Das Monument

über die Bergbauarbeiten im Großraum von

Pécs liegt nur unweit der alten Stadtmauern,

weist aber auf die Einkommensquellen und

Entwicklungsfaktoren von Pécs hin. Viele

Stollen gab es hier, einige noch bis Anfang

der 2000er Jahre in Benutzung. Unter

anderem wurde auch Uran abgebaut, eine

gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeit

für die Kumpel.

Dann geht es zurück in die Innenstadt, bis zur

großen Synagoge. Obwohl in Pécs nicht mehr

viele Juden leben, gibt es noch eine kleine

Gemeinde mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit.

Auch daran hat Johann Habel seinen Anteil,

obwohl er nicht zu dieser Gemeinde gehört.

Ehrenamtlich engagiert er sich dennoch für

die Gemeinde, unter anderem kümmert er

sich um deren Facebook-Auftritt und weist

Touristen auf die reichhaltige jüdische

Geschichte der Stadt hin. Mehr als 400

Menschen folgen der Facebook-Seite –

obwohl die jüdische Gemeinde in Pécs nur

noch sehr klein ist. Wieviele Juden es hier

41


noch gibt, das will Johann Habel nicht

beantworten. Denn dies komme darauf an,

wer fragt. Die Regierung, ein Reporter aus

einem anderen Land, der Rabbiner: Je

nachdem, wer die Antwort gibt, würde auch

die Zahl schwanken. Daher mache es wenig

Sinn, sie mit einer Zahl kurz zu beantworten.

Mit den neuen Medien kennt sich Johann

Habel gut aus: Denn neben der Facebook-

Seite der jüdischen Gemeinde hat er auch

noch zwei weitere: seine private und eine

Geschäftsseite für seinen Nebenberuf als

Fach-Übersetzer. Oft schicken Menschen ihm

Fotos von Texten in alter Schrift. Nur wenige

sich gerne an die Stadt an der Bega. Gerade

deshalb will er Tipps geben, auch weil er sich

an viele Versäumnisse in Pécs erinnert: Bereits

ein Jahr im Voraus müssten die Daten der

wichtigsten Veranstaltungen stehen, denn viele

Touristen aus dem Ausland planen ihre

Urlaubsreisen schon so lange im Vorfeld. Das

Niveau der Organisation muss stimmen: In

Pécs erinnert sich Habel auch an kaltes Essen

beim Festival, schmutzige Zimmer und

Toiletten. Die Temeswarer haben schon

begonnen Hotels zu bauen und Stadtviertel und

Straßen zu reparieren, um sich für das Jahr

2021 vorzubereiten.

Temeswar

Menschen können diese lesen – Johann

Habel ist einer von ihnen und übersetzt sie

professionell. Auch in seiner Freizeit

beschäftigt er sich mit Geschichte: Er geht in

die Archive der Stadt, forscht in den alten

Texten und Geschichten und veröffentlicht

seine Ergebnisse.

Die vielen ethnischen Gruppen und die

reichhaltige Geschichte: Nicht nur für Pécs

war dies ein Grund den Titel der Europäischen

Kulturhauptstadt zu erhalten – auch Temeswar

ist in diesen Punkten ähnlich. Johann Habel

ist etwa Mitte der 2000er Jahre mit einer

Gruppe nach Temeswar gereist und er erinnert

Auch Mehrsprachigkeit ist essentiell: Wenn

Temeswar 2021 Kulturhauptstadt Europas wird,

dann müssen auch die Minderheiten stark mit

eingebunden werden, so Habel. Nicht nur

Rumänisch und Englisch – auch auf Deutsch,

Bulgarisch, Ungarisch und Serbisch müssen

die Informationen zu finden sein. Das gehöre

sich für eine multikulturelle Kulturhauptstadt,

wie Pécs sie war, und wie Temeswar sie sein

wird.

Temeswar muss nach Pécs schauen, um aus

den dortigen Erfolgen, aber auch Misserfolgen

zu lernen und es besser zu machen.

42


Über eine Weltenbummlerin,

die sechs Sprachen spricht

von Anna Balázs und Maria Alexia Imling

Linda Ouma ist eine sehr besondere 41-

jährige, aus Kenia stammende Frau, die in

Fünfkirchen lebt. Wir haben die Möglichkeit

bekommen, uns mit ihr bei einer heißen

Schokolade und Tee unterhalten zu können.

Wir hatten Glück, weil sie kurz danach zurück

nach Kenia flog. Sie spricht folgende sechs

Sprachen: Swahili, Luo

und auch Englisch als

Muttersprachen (alle

Kinder lernen diese in

K e n i a ) , a u ß e r d e m

perfekt Französisch,

und sehr gut Deutsch

und Ungarisch. Als ein

Tischnachbar etwas

mitbekommt und sich

interessiert, antwortet

Linda sehr stolz auf

Ungarisch. Sie liebt die

europäische Kultur und

lebt seit 12 Jahren hier.

Ihre Heimatstadt ist

Kericho, die in der Nähe

von Nairobi liegt. Sie

kommt aus einer großen

Familie mit vier jüngeren Geschwistern. Sie ist

die einzige, die Reiselust hat und andere

Kulturen gern kennenlernt. Sie erzählt

offenherzig und lebenslustig über ihr Leben. Im

Gymnasium lernte sie Französisch als

Fremdsprache und es hat ihr sehr gefallen.

Später studierte sie Sprachwissenschaften an

der Universität Sorbonne in Frankreich. Für eine

Forschung hat sie dort Ungarisch gewählt,

woraufhin sie nach Ungarn kam. In Budapest

beim Balassi-Institut und hier in Pécs an der

Universität hat Linda Hungarologie studiert. Ihre

Lieblingssprache ist Ungarisch geworden, weil

sie sich sehr wohl fühlt, wenn sie diese Sprache

spricht. Ihr Lieblingssatz ist „Az élet gyönyörű”,

das bedeutet: „Das Leben ist wunderschön”.

Für sechs Monate war sie in Pforzheim,

Deutschland als Babysitter tätig und hat in einer

Volkshochschule Deutsch auf dem Niveau B2

gelernt. Jetzt ist sie Übersetzerin und hat einen

großen Freundeskreis, mit dem sie sehr gerne

Kaffee trinkt oder Mittagessen geht. Beim

Sprechen lächelt und gestikuliert sie oft, und

steckt uns direkt mit ihrer guten Laune an. Ihre

Hobbys sind Joggen, ungarische Volkstänze,

Lesen und Reisen. Mit ihrer Familie hat sie eine

starke Verbindung. Obwohl sie sich zuletzt vor

drei Jahren persönlich getroffen haben,

k o m m u n i z i e r e n s i e

weiterhin regelmäßig

über WhatsApp. Das

Sprachtalent mag die

ungarische Kultur, weil

sie viel Charakter hat.

Auch mit ungarischer

Literatur beschäftigt sie

sich gerne, zur Zeit liest

sie einen sehr berühmten

Roman auf Ungarisch.

Die Nationalfeiertage in

Ungarn gefallen ihr sehr,

aber sie sagt auch, dass

diese Feste sie traurig

machen. Laut Linda gibt

es auch Ähnlichkeiten

zwischen ungarischen

u n d k e n i a n i s c h e n

Speisen. Hier isst sie Gulasch, Nudeln mit

Mohn oder Backwaren mit Quark und Bejgli

am liebsten. Ihre Lieblingsorte in Pécs sind

Tettye und Mecsek, Nappali, das Lenau Haus

und die Alliance Francaise, wo sie an Stunden

teilnimmt, in denen sie ihr Französisch üben

kann. Sie hat auch erwähnt, dass eine große

Gemeinsamkeit zwischen den Menschen in

Afrika und Europa besteht: Sie sind beide

willkommend, hilfsbereit und offen. Sie kann

sich auf beiden Kontinenten zu Hause fühlen,

aber manchmal vermisst sie Kenia.

In der Zukunft möchte sie Finnisch lernen und

sich ein bisschen ausruhen, aber immer nach

dem Motto „Lebe jeden Tag, als wäre es dein

letzter” leben.

43


kulturweit in Ungarn

von Alexandra Lolea und Fanni Nyers

Zwei kulturweit-

Freiwillige erzählen

über ihre Erfahrungen -

Simon Mendel aus

Potsdam und Paula

Recknagel aus

Schmalkalden sind

zwei Freiwillige aus

Deutschland, die

derzeit in Mohács und

Pécs in Schulen tätig

sind. Wir haben die

beiden bei einer heißen

Schokolade in einem

gemütlichen Café

getroffen und ein

bisschen mit ihnen

erzählt.

Warum machst Du einen Freiwilligendienst?

Paula: Ich weiß noch nicht, was ich

studieren möchte, ich will reisen, ein

bisschen die Welt sehen, und es danach

herausfinden. Dieser Freiwilligendienst

bedeutet für mich eine Pause zwischen der

Schule und der Universität.

Simon: Ich habe den Freiwilligendienst

gewählt, weil ich nicht wusste, was ich

weiter studieren will.

Was bedeutet es, wenn man ein Freiwilliger

ist und was muss man dafür tun?

Paula: Man tut dies, wenn man etwas Gutes

tun möchte, anderen helfen möchte und ein

bisschen Deutschland präsentieren möchte.

Man muss gute Sprachkenntnisse haben,

man muss kommunikativ, offen für Neues,

und ein bisschen abenteuerlich sein.

Simon: Als Freiwilliger arbeitet man unbezahlt

und in meinem Fall bin ich auch im Ausland.

Man muss sich bewerben, die richtigen

Qualitäten und außerdem viel Glück haben.

Man muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Warum hast Du den Freiwilligendienst in

Ungarn gewählt?

Paula: Ich habe Ungarn nicht direkt gewählt,

wir konnten nur den Kontinent wählen. Ich

wollte nicht sehr weit weggehen, aber

trotzdem eine neue Welt kennenlernen.

Deshalb habe ich sofort mit ja geantwortet,

als ich gehört habe, dass Ungarn infrage

kommt.

Simon: Man konnte nur die Region wählen.

Ich wollte nach Südamerika oder Afrika, aber

dort habe ich keine Stelle bekommen. Dann

musste ich mich für Kroatien oder Ungarn

entscheiden und letztendlich wurde es dann

Ungarn.

44


Was machst Du in deiner Einsatzstelle?

Paula: Ich arbeite hier in Pécs am

Fachgymnasium für Tourismus, Handel und

Gastgewerbe. Ich spreche mit den Schülern

über alles Mögliche, zum Beispiel darüber,

was sie gerade im Unterricht gemacht

haben.

Außerdem helfe ich bei der Vorbereitung auf

die DSD-Prüfung, manchmal helfe ich auch

bei Ausflügen.

Simon: Ich unterrichte Deutsch und

Englisch am Kisfaludy-Károly Gymnasium.

Ich helfe im Deutschunterricht, bei der DSD-

P r ü f u n g u n d i c h k o n t ro l l i e re z . B .

Schülertexte auf Deutsch und auch auf

Englisch.

Weißt Du schon, was Du nach deinem

Freiwilligendienst machen möchtest?

Paula: Ich möchte studieren, aber ich weiß

noch nicht, was ich studieren will. Ich

interessiere mich für Sprachen, Medien,

Film und Theater.

Simon: Ich habe noch 8 Monate bis zum

Studium in Frankfurt/Oder. Dort werde ich

Wirtschaft studieren, was ich sehr praktisch

finde.

Seit wann bist Du in Ungarn und bis wann

wirst Du noch hier bleiben?

Paula: Ich bin seit dem 13. September in

Ungarn, und ich werde bis zum August

2019 bleiben.

Simon: Ich bin seit dem 14. September hier,

und ich werde bis zum 20. Februar bleiben.

Was war die größte Überraschung in

Ungarn?

Paula: Für mich war es die Schule, weil es

dort viele Schüler gibt, die älter sind als ich

und weil die Schüler in der Schule

gleichzeitig für das Abitur und einen Beruf

lernen können.

Möchtest Du vielleicht später nochmal nach

Ungarn kommen?

Paula: Ich möchte auf alle Fälle wieder

zurückkommen, zum Beispiel um Urlaub zu

machen, oder wenn ich einen Job bekomme,

kann ich vielleicht auch wieder nach Ungarn

ziehen.

Simon: Ja, ich möchte auch später nach

Ungarn zurückkommen, aber nur nach

Budapest, weil es eine sehr schöne Stadt ist.

Welche Sprachen, außer Deutsch, sprichst Du

und interessierst Du dich für die ungarische

Sprache?

Paula: Ich spreche Englisch, ein bisschen

Französisch und ich versuche Ungarisch zu

lernen. Ja, ich interessiere mich dafür, obwohl

die Sprache schwer ist. Es macht mir Spaß,

eine neue Sprache zu lernen, und es wird hier

einfacher, wenn ich die Sprache kenne. Die

kleinen Erfolge motivieren mich.

Simon: Ich spreche Französisch, Spanisch

und Englisch. Ja, ich interessiere mich für die

ungarische Sprache, weil ich sie hier im Alltag

verstehen muss.

Was gefällt Dir am besten in Pécs oder

Mohács?

Paula: Mir gefällt das Nationaltheater und

Tettye sehr und dass ich viele Reisen machen

kann. Ich finde die Menschen sind freundlich.

Simon: Es ist eine schöne Stadt und obwohl

sie recht klein ist, gibt es sehr viele

Einkaufsmöglichkeiten.

Was machst Du in deiner Freizeit?

Paula: Ich lese gern Bücher, höre Musik und

treffe mich mit meinen Freunden.

Simon: In meiner Freizeit mache ich gern

Musik mit meinem Computer.

Simon: Für mich war es, dass es in Ungarn

viele deutsche Filme zu sehen gibt.

45


Unterhaltung

Steinbock (22. Dezember - 20. Januar)

Die ungarische Fischsuppe schmeckt wie

Heimat und verlockt dazu, nach Hause zu

fahren. Rufe doch mal wieder Deine Familie

an und schlage vor, Fischsuppe zu

Weihnachten zu essen - so wie es die

Ungarn machen. Da bleibt nur noch eine

Frage: Fischsuppe aus Baja oder Szeged?

von Paula Recknagel

Wassermann (21. Januar - 19.

Februar)

Deine verantwortungsbewusste

Persönlichkeit und verlässliche Seite

sind bewundernswert. Du solltest nicht

ständig bescheiden, sondern stolz

darauf sein. Ebenso wenig bescheiden

geben sich Ungarn mit ihren simplen

Gerichten wie dem Paprika Hühnchenvollkommen

zurecht, das

Geschmackserlebnis ist fantastisch.

Stier (20. April - 20. Mai)

Du bist bereit für weitere Abenteuer! Suche

diese aber nicht in der Ferne, sondern

probiere etwas Neues in Deiner näheren

Umgebung aus. Wie wäre es denn, den

Lángos einmal mit Marmelade anstelle von

Sauerrahm zu essen?

Jungfrau (24. August - 23.

September)

Ein ausgeglichenes Leben und

stetiges Gleichgewicht ist für

Dich von großer Bedeutung.

Das spiegelt sich ebenfalls in

Deinem Geschmack wieder.

Eine gute Kombination aus

verschiedenen Dingen schätzt

Du sehr. Dementsprechend ist

für Dich das Zusammenspiel

aus Fleisch und Sauerkraut

beim gefüllten Kraut

unschlagbar.

Zwilling (21. Mai - 21. Juni)

Deine fröhliche Art und positive

Ausstrahlung macht mindestens

genauso gute Laune wie ein

Kűrtőskalács. Der Baumstrietzel

ist ebenfalls wie Du ein toller

Begleiter bei einem Ausflug und

am besten in Gesellschaft zu

geniessen!

Waage (24. September - 23. Oktober)

Durch Deine Kommunikationsfähigkeit

erlangst Du viele Vorteile in Deinem Alltag.

Versuche auch, andere davon profitieren zu

lassen. Gib Ratschläge und Empfehlungen.

Allerdings nicht nur im professionellen Sinne,

sondern auch in der Freizeit. Empfehle doch

mal das Rezept der Mákos Guba (S.15)

weiter!

46


Fische (20. Februar - 20. März)

Lecsó ist vielfältig, mit viel Gemüse und

immer eine gute Wahl im Restaurant oder

einfach zu Hause zubereitet. Paprika,

Tomaten und Zwiebeln sind die simple

Grundlage. Das eignet sich perfekt, um

einmal wieder selbst zu kochen.

Widder (21. März - 20. April)

Mit Deinem Engagement könntest

Du mehr erreichen, als Du denkst.

Gehe ein bisschen

selbstbewusster durch die Welt.

Durch die einfachsten Sachen

kannst Du etwas besonderes

erreichen. Kombiniere Mehl, Salz,

Eier, Milch, Zucker und

Sprudelwasser und schon kannst

Du Palacsinta geniessen.

Krebs (22. Juni - 22. Juli)

Nach all der Energie, die Du in

Deine Arbeit investiert hast,

müsstest Du dich wieder einmal

selbst belohnen. Was eignet

sich da besser, als ein

köstliches Dessert, was

traditionell und luxuriöser nicht

sein könnte? Die Schomlauer

Nockerl solltest Du definitiv als

kleine Belohnung in Erwägung

ziehen.

Löwe (23. Juli - 23. August)

Du liebst es Zeit mit Deinen Freunden zu

verbringen und bist ein Mensch, der

Traditionen gerne mag. Modernität ist für

Dich aber auch kein fremder Begriff.

Vielleicht solltest Du beide Dinge

kombinieren und eine traditionell ungarische

Paprikaschote zubereiten.

Schütze (23. November -

21. Dezember)

Skorpion (24. Oktober - 22. November)

Nimm Dir mehr Zeit im Alltag. Stress und

Hektik wirken sich nicht gut auf Deine

Gesundheit aus. Wenn Du ein freies

Wochenende hast, nutze die Chance und

koche eine aufwändige Mahlzeit, wie zum

Beispiel Pörkölt, aber ganz traditionell im

Kessel.

Pogácsa kommen in vielen

unterschiedlichen

Geschmäckern. Das ist

ideal für Deine (manchmal)

launische Persönlichkeit.

Wenn Du kein Interesse

hast, etwas neues

auszuprobieren, halte Dich

an den Klassiker mit Käse

überbacken.

47


EINMALIGER

Suchselzeit

Finde die 19 versteckten Wörter in unserem Suchsel,

passend zur aktuellen Ausgabe!

48


RÄTSELSPAß

1. Welche ist die älteste Stadt in

Ungarn?

2. Welche Ausgabe des Einmalig-

Schulmagazins wurde dieses Jahr

veröffentlicht?

3. Welcher Fluss durchquert

Budapest?

4. Welche ungarische Stadt ist

besonders für ihren Wein bekannt?

5. Wo ist Ungarns Audi-

Produktionsstandort?

6. Was ist der höchste Berg in

Ungarn?

7. Wofür ist Mohács berühmt?

8. Was ist der größte See Ungarns?

9. Wie lautet ein anderes Wort für

„Magazin“?

10. Was ist der Zweitname der

deutschen Kanzlerin?

11. In welcher Stadt liegt die größte

Universität Ungarns?

12. Wie heißt die Hauptstadt

Deutschlands?

13. Welches gemeinsame

Nachbarland haben Ungarn

und Deutschland?

49


Serien Empfehlungen:

Das könnte dir gefallen

von Fanni Nyers

Anime

Der Name „Anime” kommt vom englischen

Wort „Animation”, das die Menschen in

Japan für Zeichentrickfilme benutzen.

Heutzutage gibt es Anime in allen Genres,

wie zum Bespiel Romantik, Komödie,

Action oder Fantasy. Sie sind sehr vielfältig,

und es gibt sie für alle Altersstufen. Die

ersten Anime sind zur Zeit des zweiten

Weltkriegs erschienen.

In Ungarn konnten wir Anime erst in den

80er Jahren auf TV2 oder RTL Klub sehen.

2004 hat die erste TV-Sendung gestartet,

die sich mit Anime beschäftigt: es war

Animax, das jeden Tag von 20 Uhr bis 2

Uhr im Fernsehen gelaufen ist. Hier konnte

man Pokemon, Dragon Ball, Kaleido Star,

Inuyasha, Slayers, Naruto usw. sehen.

Animax wurde 2014 wieder abgesetzt.

Heutzutage kann man Anime im Internet

sehen. Mein Lieblingsanimefilm ist “Kimi no

na wa”, der im Jahre 2016 erschienen ist.

Er gehört zu den Genres Drama, Romantik

und Übernatürliches. Im Film geht es um

Körpertausch, den Tiamat-Komet und die

Verbindung von Mitsuha und Taki.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass

Anime sehr vielseitig und unterhaltsam

sind. Ich kann

deswegen auch

allen Leser n

empfehlen, sich

e i n e n A n i m e

anzuschauen.

Dark - Das Stranger Things

der Deutschen

von Anna Bálasz

Die Serie „Stranger Things”

kennt sicherlich jeder. Oder

zumindest diejenigen, die ab

und zu Serien gucken. „Dark”

wurde von vielen Kritikern als

eine zweite, deutsche Version

dieser Serie bezeichnet. Sie

sprechen aber auf positive Art

und Weise über das Netflix

Original, da es zahlreiche Ideen

enthält und das Grundkonzept

Zeitreise auch originell ist.

Dark ist die erste Serie von

Netflix, die in Deutschland

entwickelt, produziert und

gefilmt wurde. Schnell wurde sie

bei Jugendlichen, auch in vielen

anderen Ländern, sehr beliebt.

Das ist kein Wunder, denn die

vielen Charaktere haben sehr

faszinierende Geschichten und

die Musik und die Kulisse

verbreiten auch eine düstere

Stimmung. Der Hauptdarsteller,

Jonas, ist eine typische Figur,

die nichts weiß und Allem auf

den Grund gehen will. Er erlebt

viele Abenteuer und Gefahren

und dadurch verändert sich sein

Leben für immer. Ich empfehle

Dark für alle, die Sci-Fi, Thriller

oder Drama mögen.

50


Impressum


Mitwirkende Fotograf*innen

Titelblatt: Antonia Welck

Redaktionsfotos: Natália Szász

Sandra György - S. 11; Csenge

Orgyán - S. 10; Ildikó Frank - S.

20; Maria Francis - S. 11;

Vanessa Molnar - S. 34; Anna

Balázs - S. 18; Natália Szász - S.

32

Jule Nagel - S. 5, 8; Zeichnung

S.9, Rätsel S. 48/49

Florian Kerzel - S. 12, 13, 24, 25,

28, 29, 30, 31, 35, 36, 37, 39, 42

Fanni Nyers - S. 11, 19, 28, 31,

33; Zeichnungen S. 50

Antonia Welck - S.4, 6/7, 9,

10, 11, 32, 33, 40, 41, 43, 44;

Zeichnung S.9

Verantwortliche Schlussredaktion:

Paula Recknagel, Antonia Welck

Layout: Paula Recknagel

Titelblattgestaltung: Natália Szász

Lenau Haus

Mukácsy Mihály utca 8.

7621 Pécs

Schulmagazin Einmalig, 3. Ausgabe

Juni 2019, Pécs

Mit freundlicher

Genehmigung des PTE

Babits Gymnasiums: https://

www.babits.pte.hu/galeriak/

szalagavato_2018_bal;

https://www.babits.pte.hu/

galeriak/

szalagavato_2018_tuzes_tan

cok - S. 4, 16/17

Lösungen Rätselseite S.48/49

Lösungen Kreuzworträtsel

1. Sopron

2. dritte

3. Donau

4. Eger

5. Gyoer

6. Kekes

7. Buschofest

8. Balaton

9. Zeitung

10. Dorothea

11. Pécs

12. Berlin

13. Oesterreich

Lösungssatz: Du bist super!


kulturweit in

Ungarn

Interview mit

Ildikó Frank

3. Ausgabe

Journalismus

Workshop

Pécs und

andere Städte

JUNI 2019

Einmalig

PÉCS

Juni 2019

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