Berliner Zeitung 05.06.2019

BerlinerVerlagGmbH

Jeder zweite Schüler nutzt YouTube zum Lernen – Netzwerk Seite 26

Was

wird aus

dem Soli?

Seite4

20°/34°

Heiter und heiß

Wetter Seite 2

Ratlos: Die Stimmung

in der SPD

Politik Seite 5

www.berliner-zeitung.de

Herausforderung: Wiedie

Pflege besser werden soll

Tagesthema Seite 2

Mittwoch, 5. Juni 2019 Nr.128 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Lauschen: Innenminister

möchten Alexa abhören

Politik Seite 4, Kommentar Seite 8

Wenn

Surrealismus

sehr real wird

VonIngeborg Ruthe

InLeipzig kochen die Emotionen

hoch. Einer, der sich als Patriot

sieht, hat einen Stein ins Facebook-

Wasser geworfen, und nun gibt es

Wellenkreise in allen Medien, landesweit.

Der aus Halle stammende

Leipziger Maler Axel Krause,60,Vertreter

der berühmten Neuen Leipziger

Schule mit ihrem neoromantischen,

surrealen bis magisch-fantastischen

Stil,

steht im Mittelpunkt

eines

Streites über die

Freiheit der

Kunst, in diesem

Falle der Meinungsfreiheit.

Axel Krause,

Maler in Leipzig,sieht

sich ausgegrenzt.

Kunstfreiheit

Mit Krauses

Malerei hat das

kaum zu tun.

Sein Stil orientiert

sich an

Caspar David Friedrich, Edward

Hopper, Balthus, Giorgio de Chirico,

anVermeer und Manet. Keine

schlechten Malerväter, die ihn inspirierten.

Das brachte ihn in die

Künstlerliste der Leipziger Galerie

Kleindienst sowie in internationale

Ausstellungen und zu Auktionen

bei Sotheby’sNew York.

Bereits 2018 aber kündigte ihm die

Galerie wegen seiner das linksliberale

Leipzig empörenden Social-Media-

Einträge.Krause,Mitglied des Kuratoriums

der AfD-nahen Desiderius-

Erasmus-Stiftung, hatte gepostet, er

halte „die illegale Masseneinwanderung

für einen großen Fehler und die

AfD für ein zu begrüßendes Korrektiv

im maroden Politbetrieb“. In der Zeitschrift

Anbruch –erstes patriotisches

Kunstmagazin –beklagt Krause die

„Ausgrenzung“. Der Künstler werde

„unfreier“ wegen der herrschenden

politischen Korrektheit, als Beispiel

führte er die Tilgung des Gomringer-

Gedichtes an der Berliner Alice-Salomon-Hochschule

an.

Nun hat es die Leipziger Jahreskunstschau

erwischt. Nachdem einige

Künstler nicht gemeinsam mit

Krause teilnehmen wollten, wurde

die Schau abgesagt, und der Vorstand

der Schau trat geschlossen zurück.

Feuilleton Seite 22

Steinmeier ehrt DDR-Bürgerrechtler

Bundespräsident spricht am 9. Oktober in Leipzig. Dissidenten kritisieren Mauerfall-Gedenken der Regierung

VonStefan Strauß

Ohne den 9. Oktober 1989

und seine Ereignisse in

Leipzig ist der 9. November,

der Tagdes Mauerfalls

vor 30 Jahren, nicht denkbar.

Namhafte DDR-Bürgerrechtler fordern

deshalb von der Bundesregierung,

die Ereignisse im Oktober

mehr zu würdigen. Ihrer Meinung

nach spielte die Demo an diesem Tag

bisher keine Rolle bei den Planungen

für die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr.Dabei

sei bereits der 9. Oktober

1989 der „Tag der Entscheidung“ gewesen,

an dem „die Ostdeutschen zu

Tausenden auf die Straße gingen und

sich selbst befreiten“, sagt Frank

Ebert von der Robert-Havemann-

Stiftung in Berlin.

Eberthat mit mehr als 50 Bürgerrechtlern

und DDR-Dissidenten einen

offenen Brief an das Bundesministerium

des Innern, für Bau und

Heimat geschrieben. Das hatte im

April 2019 eine Kommission einberufen,

die die Feierlichkeiten zum

30. Jahrestag des Mauerfalls vorbereiten

sollte – allerdings nicht im

Sinne der früheren Bürgerrechtler.

„Ohne den 9. Oktober 1989 hätte es

den 9. November 1989 nicht gegeben

und nicht den 3. Oktober 1990“,

steht in dem Brief. Unterschrieben

haben ihn Künstler, Historiker,Vertreter

von Kirchen, Umwelt- und

Friedensgruppen sowie Opferverbänden.

Auf der Liste stehen etwa

die Namen von Sebastian Pflugbeil,

Wolfgang Templin und Christoph

Wonneberger.

Zumindest Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier würdigt das

Oktoberdatum. Er wird an diesem

Taganden offiziellen Feierlichkeiten

in Leipzig teilnehmen und an die

Großdemonstration vor 30 Jahren

Der General

bleibt

Daniel Barenboims Vertrag als

Generalmusikdirektor der

Staatsoper wird bis 2027

verlängert –trotz aller Kritik

an seinem Führungsstil.

Seiten 8, 21

erinnern, als 100 000 Menschen mit

dem Ruf „Wir sind das Volk!“ über

den Stadtring zogen. DieDemos und

Friedensgebete hatten die friedliche

Revolution eingeleitet.

Steinmeier wird eine Rede im

Leipziger Gewandhaus halten und

die Bürgerrechtler und Oppositionellen

würdigen. Das bestätigte das

Bundespräsidialamt der Berliner

Zeitung. Steinmeier besucht aus diesem

Grund auch Plauen im Vogtland.

Dort gingen am 7. Oktober

1989 etwa 20 000 Menschen auf die

Straße. Diese Demo sei „eindeutig

der erste Sieg des Jahres 1989 über

die Staatsmacht“ gewesen, schrieb

der Berliner Historiker Ilko-Sascha

Kowalczuk.

Die Bürgerrechtler fordern inihremBrief,

die Bundesregierung solle

Opfern und DDR-Bürgerrechtlern

eine Stimme geben und weitereVertreter

in die Kommission berufen.

Zudem solle die Regierung bis zum

3. Oktober 2020, dem 30. Jahrestag

der Deutschen Einheit, ostdeutsche

Initiativen auszeichnen, die heute

demokratische und wirtschaftliche

Entwicklungen in Ostdeutschland

vorantreiben würden. Tom Sello,

Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung

der SED-Diktatur, kritisiert, die

Bundesregierung würde das Mauerfall-Jubiläum

„nicht so richtig ernst

nehmen“.

In Berlin wird esvom 4. bis 10.

November eine Themenwoche zum

Mauerfall geben. „Ohne den 9. Oktober

1989 lässt sich die Geschichte

derWende nicht erzählen“, sagtVeranstalter

Moritz van Dülmen von

der landeseigenen Kulturprojekte

GmbH.

Istdie Kritik der Bürgerrechtler berechtigt?Welche

Erinnerungen habenSie an diese Zeit im Herbst

1989? SchreibenSie uns: leser-blz@dumont.de

AP/MARKUS SCHREIBER

Berliner stehen

über 100

Stunden im Stau

Immer mehr Stillstand

auf den Autobahnen der Stadt

Autofahrer stehen in Deutschlands

Städten einer Datenauswertung

zufolge immer länger im

Stau. Die meiste Zeit verloren Autofahrer

im vergangenen Jahr in Hamburg,

Berlin und Nürnberg, wie der

Autoclub „Mobil in Deutschland“

am Dienstag nach Auswertung von

Daten des Karten- und Navigationsgeräteherstellers

TomTom mitteilte.

Diemeisten Probleme haben Autofahrer

mit dem Vorankommen in

Hamburg. In der „Stauhauptstadt“

dauertbeispielsweise eine halbstündige

Autofahrt im morgendlichen

Berufsverkehr 16 Minuten länger.

Abends sind es 18 Minuten mehr.Ein

Pendler,der täglich etwa eine Stunde

unterwegs ist, verliert dementsprechend

im Mittel 34 Minuten täglich.

Halbe Stunde mehr einplanen

Bei200 Arbeitstagen im Jahr sind das

laut dem Autoclub 113 Stunden, die

Pendler am Steuer saßen, ohne sich

fortzubewegen. Am schlimmsten ist

die Situation am Montagmorgen

und am Donnerstagnachmittag.

Über den ganzen Taggesehen brauchen

Autofahrer in Hamburg je

Stunde reine Fahrzeit etwa 20 Minuten

länger.

In Berlin müssen Pendler zu den

Hauptverkehrszeiten täglich im

Schnitt 31 Minuten zusätzlich einkalkulieren.

Somit standen sie 2018

während der Rush Hour für 103

Stunden im Stau. (AFP) Berlin Seite9

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Tagesthema

Reform

Die Verhältnisse in den

deutschen Pflegeeinrichtungen

müssen besser werden, vor

allem die Bezahlung der

Mitarbeiter. Darüber ist sich

die große Koalition einig. Und

woher kommt das Geld dafür?

Der Pflege-Fall

VonRasmus Buchsteiner

IMAGO IMAGES/GARY WATERS

Gut ein Jahr lang haben Politik,

Gewerkschaften und

Arbeitgeber beraten: Jetzt

liegen Ergebnisse der

„Konzertierten Aktion Pflege“ vor.

Gesundheitsminister Jens Spahn

(CDU), Familienministerin Franziska

Giffey und Arbeitsminister Hubertus

Heil (beide SPD) haben sie

vorgestellt. Doch die eigentliche Arbeit

beginnt jetzt erst. Undentscheidende

Fragen der Finanzierung bleiben

ungelöst. DiewichtigstenVorhaben

im Überblick:

Wo sind die Probleme in der Pflege

derzeit am größten?

DerFokus der Debatte lag zuletzt

bei der Altenpflege. Für den Krankenhaus-Bereich

hat die GroKo bereits

festgelegt, dass jede zusätzliche

Pflegestelle in diesem Bereich künftig

vonden Kassen bezahlt wird. Hoher

Arbeitsdruck, Fachkräftemangel

und das Lohngefälle zur Krankenpflege

–diese Probleme der Altenpflege

sollen jetzt angegangen werden.

EinZiel dabei sind verbindliche

Personalschlüssel.

Wie groß ist der Fachkräftemangel?

Laut Bundesagentur für Arbeit

waren 2018 rund 40 000 Pflegestellen

in Deutschland unbesetzt, 24 000 davon

inder Altenpflege. Einer Studie

der Bertelsmann-Stiftung zufolge

könnten im Jahr 2030 sogar 500 000

Pflegekräfte fehlen.

Um welche Gegenmaßnahmen geht

es jetzt?

Der Abschlussbericht der „Konzertierten

Aktion Pflege“ sieht eine

Fülle von Maßnahmen vor. So soll

der Wiedereinstieg in den Pflegeberuf

künftig verstärkt gefördert werden

–ebenso wie der Umstieg von

Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung.

Fachkräfte sollen aus dem Ausland

angeworben oder zur Ausbildung

nach Deutschland geholt werden.

Mit der bereits beschlossenen Reform

der Pflegeausbildung, die zum

1. Januar 2020 startet, soll der Beruf

aufgewertet werden, das Schulgeld

fällt weg. Eine große Rolle bei der

„Konzertierten Aktion Pflege“ spielte

jedoch die Bezahlung.

Wie wird in der Altenpflege bezahlt?

2017 haben Altenpflege-Fachkräfte

inWestdeutschland im Schnitt

2855 Euro pro Monat verdient. Im

Osten waren es 2356 Euro.Inder Altenpflege

im Westen verdienten

Fachkräfte 560 Euro weniger als in

der Krankenpflege, in Ostdeutschland

waren es sogar 670 Euro weniger.

Esgibt kirchliche, frei-gemeinnützige,kommunale

und private Arbeitgeber

–aber bislang keinen bundesweit

geltenden Tarifvertrag.

Kann die Regierung eine bessere Bezahlung

durchsetzen?

Nein, kann sie nicht. Aber sie will

die Rahmenbedingungen schaffen –

über die Aufnahme der Branche ins

Arbeitnehmerentsendegesetz. Derzeit

laufen dieVorbereitungen fürTarifverhandlungen

für weite Teile der

Altenpflege. Dafür soll ein neuer Arbeitgeberverband

gegründet werden.

Käme es zu einem Abschluss,

könnte der vonder Bundesregierung

für allgemeinverbindlich erklärt

werden. Er wäre dann für die gesamte

Altenpflege gültig, auch bei

den privaten Anbietern, die nach eigenen

Angaben etwa 50 Prozent der

Branche abdecken. Kommt es zu keiner

Tarifeinigung, setzt die Bundesregierung

auf eine Lösung über einen

höheren Pflege-Mindestlohn –

mit differenzierten Sätzen für Fachund

Hilfskräfte.

Welche Mehrkosten entstünden

durch höhere Löhne in der Altenpflege

voraussichtlich?

Das Bundesgesundheitsministerium

hat dazu ein Gutachten erarbeiten

lassen: Je nach Tarifmodell

beliefen sich die erwarteten Mehrkosten

durch höhere Löhne in der

Altenpflege von1,4 bis 5,2 Milliarden

Euro. 5,2 Milliarden Euro entsprächen

einer Erhöhung des Beitragssatzes

zur Pflegeversicherung um

mehr als 0,4 Prozentpunkte.

Wersoll die Mehrkosten tragen?

Dasist noch offen. Im Koalitionsvertrag

haben Union und SPD vereinbart,

dass die Leistungen der Pflegeversicherung

in dieser Legislaturperiode

noch einmal erhöht werden

sollen –was den Finanzbedarfweiter

erhöht. Bei den Beratungen in der

„Konzertierten Aktion Pflege“ gab es

lediglich zwei mehrheitlich getragene

Festlegungen: Erstens, dass

mehr Geld in die Pflegeversicherung

muss.Zweitens,dass eine finanzielle

Überlastungen bei den deutlich gestiegenen

Eigenanteilen verhindert

werden muss.UntermStrich könnte

dies auf eine weitere Beitragssatzerhöhung

oder einen Steuerzuschuss

aus dem Bundeshaushalt hinauslaufen.

Rasmus Buchsteiner

findet, dass die Regierung

genug zu tun hat.

Regierungsarbeit

Zurück zur Sachpolitik

VonRasmus Buchsteiner

Wir sind teamfähig“, ruft Jens

Spahn. „Wir sind kompromissfähig.

Wir sind handlungsfähig.“

Es ist Dienstagmittag, und der

Bundesgesundheitsminister präsentiert

mit Franziska Giffey und

Hubertus Heil von der SPD, seinen

Kabinettskollegen aus den Ressorts

für Familie und für Arbeit und Soziales,

in der Bundespressekonferenz

die Ergebnisse der„Konzertierten

Aktion Pflege“. Es geht um ein

180-Seiten-Papier, mit vielen Vorschlägen,

die helfen sollen, den

Pflegenotstand zumindest zu lindern.

Sachpolitik pur,also.

Und das in diesen Zeiten. Schon

einmal musste das Minister-Trio erleben,

wie schwer es ist, in Krisenzeiten

mit Sachpolitik durchzudringen.

Vor einem Jahr war das. In einer

Sonntagszeitung legten Spahn, Heil

und Giffey einen „Pflege-Schwur“

ab. Eswar der Tag, als der Migrationsstreit

zwischen CDU und CSU

völlig eskalierte und die Koalition an

den Abgrund brachte. Nun –nach

dem Nahles-Rücktritt –sind die Vorzeichen

andere. Es stellt sich die

Frage, wozu diese Koalition noch in

der Lage ist.

Schaut man, was die Innen- und

die Arbeitsmarktpolitiker zustande

gebracht haben, könnte man sagen:

Immerhin etwas. AmDienstag präsentierten

sie ein Migrationspaket

mit acht Gesetzen, unter anderem

das lange hoch umstrittene Fachkräfteeinwanderungsgesetz.

Das alles

soll nun in einer Art Schnell-Verfahren

durch den Bundestag gebracht

werden soll. Bloß nicht erst

den Eindruck von Lähmung oder

Stillstand aufkommen lassen.

Energisch gibt sich an diesem Tag

auch die Kanzlerin, die beim Bundesverband

der Deutschen Industrie

(BDI) zu Gast ist. Dort bekommt sie

von BDI-Präsident Dieter Kempf zu

hören, dass die Regierung einen großen

Teil des in sie gesetzten Vertrauens

verspielt habe. Sie stehe für das

„mutlose Abarbeiten kleinteiliger

Sozialpolitik“. Die Regierung schade

der deutschen Wirtschaft.

„Wir haben ja hier heute offenbar

den Tag der offenen Aussprache“,

kontert Merkel. Steuerliche Forschungsförderung,

die Strategie zur

Künstlichen Intelligenz, dazu das

Fachkräftegesetz – die Kanzlerin

zählt auf, was die Koalition alles zugunsten

der Wirtschaft auf den Weg

gebracht habe.

Am Morgen hatten Unionsfraktionschef

Ralph Brinkhaus (CDU) und

sein CSU-Stellvertreter Alexander

Dobrindt nun mit dem neuen –

kommissarischen –SPD-Fraktionschef

Rolf Mützenich gefrühstückt.

Ein erstes Beschnuppern, mehr

nicht. Nureines wirdvereinbart: Die

Klausurtagung der Fraktionsspitzen

nächste Woche, die eigentlich im

Wahlkreis von Andrea Nahles hatte

stattfinden sollen, wird nach Berlin

verlegt. Schon wegen der Symbolik.

Ein Aufbruchssignal in der Heimat

der gescheiterten SPD-Frontfrau zu

geben –unvorstellbar.

VonCDU-Vize Armin Laschet ist

der Satz überliefert, wenn eine Koalition

breche, müsse dies an einer

Sachfrage geschehen, was Nordrhein-Westfalens

Regierungschef allerdings

rasch wieder relativierte.

Szenarien für einen möglichen

Bruch werden allerdings schon

durchgespielt, in den Parteizentralen,

in Ministerien und bei den Abgeordneten.

Es könnte das Thema

Grundrente sein, an dem alles scheitert.

Es könnte aber auch der Klimaschutz-Streit

sein. Womöglich

kommt der Bruch aber auch ohne

den großen Knall in einer Sachfrage.

Es ist ein merkwürdiger Tagim

politischen Berlin –mit einer kämpferischen

Kanzlerin, die Kritik aus

der Wirtschaft nicht gelten lassen

will, Politikern, die sich plötzlich auf

etwas einigen, und dem Gefühl, dass

für die notwendigen Entscheidungen

bei Klimaschutz, Grundrente

und Soli-Abbau noch nicht einmal

Kompromisslinien erkennbar sind.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute hat Sonnenschein das Sagen. Dabei erreichen die Höchstwerte

31 bis 35 Grad, und der Wind weht schwach bis mäßig aus südöstlichen

Richtungen. In der Nacht ist es vielerorts sternenklar, und die Temperaturen

sinken auf Wertevon 19 bis 17 Grad.

Biowetter: Körper und Kreislauf

werden stark beeinträchtigt. Dies

führt zuSchwindelgefühlen, Kopfweh

und Migräneattacken. Eine geringe

Sauerstoffversorgung lässt

viele Menschen rasch ermüden.

Pollenflug: Die Belastung durch

Roggen-, Ampfer-, Wegerich- und

Gräserpollen ist mäßig bis stark.

Darüber hinaus sind Pollen von Linden

und Brennnesseln unterwegs.

Gefühlte Temperatur: maximal 35Grad.

Wind: schwach aus Südost.

Wittenberge

18°/35°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

18°/35° 20°/34°

Luckenwalde

18°/33°

Cottbus

16°/32°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Gewitter sonnig Regen

18°/30° 13°/26° 13°/21°

Prenzlau

17°/31°

Frankfurt

(Oder)

18°/32°

Eine Zone mit teils unwetterartigen Regenfällen und Gewittern bewegt sich im

Bereich entstehender Gewittertiefs über Ostfrankreich und das westliche Mitteleuropa

nordostwärts. Dabei dominiert nochmals schwüle und heiße Luft. Dagegen

hat sich über Nordwesteuropa kühle Meeresluft breitgemacht. Sie setzt sich

in Richtung Mitteleuropa in Bewegung.

Sylt

16°/22°

Hannover

18°/32°

Köln

19°/31°

Saarbrücken

15°/29°

Konstanz

17°/28°

Hamburg

20°/34°

Erfurt

17°/29°

Frankfurt/Main

19°/32°

Stuttgart

16°/30°

Rügen

16°/29°

Rostock

16°/30°

Magdeburg

18°/33°

Nürnberg

17°/32°

München

16°/32°

Dresden

19°/31°

Deutschland: Heute scheint immer

wieder die Sonne. Gebietsweise entwickeln

sich heftige Schauer und Gewitter.

Ihre Höchstwerte erreichen

die Temperaturen mit 22 bis

35 Grad. Die niedrigsten Wertesind

bei 20bis 12 Grad anzutreffen. Der

Wind weht schwach bis mäßig aus

Südost. Morgen klettern die Temperaturen

auf 16 bis 28Grad. Dazu ist

es vielerorts bewölkt. Hin und wieder

entladen sich Schauer oder Gewitter.

Der Wind weht schwach bis mäßig

aus westlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 14°-16°

Nordsee: 14°-16°

Mittelmeer: 19°-27°

Ost-Atlantik: 14°-18°

Mondphasen: 10.06. 17.06. 25.06. 02.07.

Sonnenaufgang: 04:46 Uhr Sonnenuntergang: 21:23 Uhr Mondaufgang: 06:35 Uhr Monduntergang: 23:33 Uhr

Lissabon

22°

Las Palmas

23°

Madrid

22°

Reykjavik

14°

Dublin

15°

London

20°

Paris

17°

Bordeaux

16°

Palma

26°

Algier

30°

Nizza

24°

Trondheim

21°

Oslo

17°

Stockholm

26°

Kopenhagen

22°

Berlin

34°

Mailand

30°

Tunis

35°

Rom

27°

Warschau

28°

Wien

28° Budapest

28°

Palermo

29°

Kiruna

17°

Oulu

23°

Dubrovnik

22°

Athen

28°

St. Petersburg

27°

Wilna

29°

Kiew

25°

Odessa

27°

Varna

25°

Istanbul

29°

Iraklio

23°

Archangelsk

18°

Moskau

24°

Ankara

26°

Antalya

28°

Acapulco 32° Schauer

Bali 34° wolkig

Bangkok 35° wolkig

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 19° wolkig

Casablanca 20° Regen

Chicago 30° wolkig

Dakar 29° wolkig

Dubai 42° sonnig

Hongkong 32° bewölkt

Jerusalem 35° heiter

Johannesburg 22° sonnig

Kairo 35° bewölkt

Kapstadt 17° Regen

Los Angeles 24° sonnig

Manila 36° heiter

Miami 33° wolkig

Nairobi 24° Schauer

Neu Delhi 45° heiter

New York 30° wolkig

Peking 30° wolkig

Perth 24° wolkig

Phuket 34° Gewitter

Rio de Janeiro 25° wolkig

San Francisco 25° heiter

Santo Domingo 32° heiter

Seychellen 29° wolkig

Singapur 33° Gewitter

Sydney 16° bewölkt

Tokio 29° wolkig

Toronto 22° Schauer


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 3 *

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Seite 3

Verbrannte Erde

Kurdische Peschmerga im Irak. Die Armee ist berühmt für ihren Kampfgeist.

AFP/SAFIN HAMED

Der Berg schmiegt sich an die

Ebene wie ein Riese, der sich

müde vonder Hitzeauf dem Boden

ausstreckt. Die Autobahn

führt von Erbil, der Hauptstadt der kurdischen

Autonomieregion im Nordirak, ohne

Umweg zum Qarachogh an der Grenze zum

arabischen Teil des Irak. Weil die Umgebung

ringsherum so flach ist, taucht der Berg bereits

in einiger Entfernung im Blickfeld auf

und erscheint mit jedem zurückgelegten Kilometer

mächtiger. Rauchwolken steigen in

den Himmel, die Erde ist schwarzverbrannt.

Eine Zementfabrik rostet verlassen am Fuß

des Qarachogh vorsich hin. Dann gibt es nur

noch die Asphaltschlange, die sich hinauf in

die Höhe des Gebirges windet. Sie erinnert

daran, dass hier nicht immer ein totes Land

war.Ein Militärposten taucht hinter Sandsäcken

in einer Kurveauf. EinKämpfer der Peschmerga,

der bewaffneten Kräfte der autonomen

Kurdenregion, winkt das Auto durch

ein Torhinein in die Festung der Kurden.

Seine Kameraden dösen im Schatten. Es ist

Ramadan, die beste Ausrede, einen heißen

Tagzuverschlafen.

Oberstleutnant Abdullah Mutadib empfängt

seine Gäste auf einer Matte.Neben ihm

sitzen Khoshnaw Azad, ein weiterer Peschmerga,

und Hamid Mohamed vomkurdischen

Geheimdienst Asayis.Seit Aprilsind die

beiden Militärs und der Geheimdienstoffizier

in einer wenig komfortablen Lage.Der eigentlich

schon besiegt geglaubte IS setzte sich mit

je nach Quellen 200 bis 600 Kämpfernindem

Gebirgsmassiv fest und setzt von dort aus in

der Umgebung in der Nacht eine Strategie der

verbrannten Erde um. Sobald der Morgen

dämmert, verschwinden die Kämpfer wieder

in ihre Höhlen. Auf der anderen Seite des

Bergs sind die Haschd asch-Scha’bi auf der

irakischen Seite der Demarkationslinie zwischen

der autonomen Kurdenregion und

dem Rest des Landes stationiert. Die irakischen

„Volksmobilmachungskräfte“, 2014

als Reaktion auf den IS vom schiitischen

Großajatollah Ali al-Sistani gegründet, haben

derzeit noch andere Sorgen als die

Dschihadisten. Die von den USA geführten

Koalitionstruppen operieren auch in der Gegend

um den Qarachogh. Seit Beginn der

Krise zwischen den USA und dem Iran voreinigen

Wochen stehen sich die Amerikaner

im Irak und die pro-iranischen Haschd asch-

Scha’bi als mögliche Feinde gegenüber. Die

Amerikaner und die mit ihnen verbündeten

Kurden auf der einen Seite,die Haschd asch-

Scha’bi auf der anderen Seite und mittendrin

gibt es mit dem Berg nun ein perfektes Versteck

für den IS.

Oberstleutnant Abdullah Mutadib stellt

klar, dass es so gut wie nie Absprachen zwischen

den Peschmerga und den schiitischen

Verbänden gibt. Die Peschmerga sehen sich

als Teil der westlichen Allianz gegen den IS.

Sie wollen mit den Irakern nichts zu tun haben

und am Ende kämpft jeder für sich allein.

DerPeschmerga Khoshnaw Azad nennt

die Haschd asch-Scha’bi sogar das „andere

Gesicht des Terrorismus“ im Irak. Die irakischen

Milizen am Qarachogh erhielten ihre

Befehle direkt von Irans Revolutionsgarden,

Die Irankrise wirft ihre Schatten auf den Irak. Der IS unternimmt eine

neue Offensive und kurdische Kämpfer träumen davon, an der Seite der

USA die Unabhängigkeit zu erreichen. Lösen die Spannungen einen

neuen Krieg aus?

sagt er.Etwas anderes sei wichtiger für einen

erfolgreichen Kampf gegen den IS, als etwa

die Zusammenarbeit mit den Schiiten im

Irak, meint der Geheimdienstler Hamid Mohamed.„Wir

danken den Deutschen, dass sie

das Training unserer Kämpfer in Erbil wieder

aufgenommen haben“, sagt Mohamed.

Solidarität mit Amerika

DieBundesregierung hatte im Maidie Ausbildung

für die Peschmerga in Erbil aufgrund

der Spannungen in der Region ausgesetzt.

Mittlerweile geht die Ausbildung weiter. Und

die Peschmerga verdanken den Deutschen

noch mehr.Modernste Panzerabwehrraketen

vomTyp Milan etwa, die Deutschland neben

anderen Rüstungsgüternandie Kurden geliefert

hat, machten aus einer für ihren Kampfgeist

gerühmten Guerillatruppe eine Armee,

die sich messen kann mit anderen in der Region.

Vielleicht beginnen die goldenen Zeiten

für die Peschmerga aber erst noch, wenn die

USA sie als Verbündete gegen Teheran entdecken.

Auf die Frage, obdie Spannungen zwischen

USA und Iran nicht Anlass zur Sorge

böten, antwortet Oberstleutnant Mutadib gelassen.

„Die autonome Kurdenregion ist neutral.“

Sollten die Haschd asch-Scha’bi aber

Neutralität mit Gleichgültigkeit verwechseln

und US-amerikanische Einrichtungen in den

Autonomiegebieten attackieren, würden sie

nicht nur den Zorn der Peschmerga zu spüren

zu bekommen. „Niemand wird ohne Strafe

unsereAlliierten auf unserem Territorium angreifen.

Zur Not werden auch die Zivilisten

jede US-Einrichtung verteidigen“, verspricht

er.Äußerungen glühender Liebe zu Amerika

haben wohl SeltenheitswertimMittleren Osten.

Bald wird klar, woher die Rührung

kommt. DerPeschmerga lässt das Wort „Unabhängigkeit“

fallen. 2017 scheiterte das kurdische

Unabhängigkeitsreferendum auch,

weil die USA sich nicht dahinter stellten. Der

Iran wiederum unterstützte schiitische Verbände

dabei, die Kurden aus einigen umstrittenen

Gebieten zu vertreiben. In Kirkuk,

das „kurdische Jerusalem“ genannt, weht

seit dem Herbst 2017 wieder die irakische

Flagge.Das schmerzt.„Ich glaube,dass Amerika

seine Meinung ändert, wenn wir treue

Verbündete sind“, meint der Geheimdienstoffizier

Mohamed und fügt gut gelaunt

hinzu: „Die Schiiten im Irak haben ihren

Iran. Aber unser Iran ist der Westen.“

Auf dem Wegins Talverfinstert sich der

Himmel. Eine Rauchwolke türmt sich auf. Es

muss ein großer Brand sein, der den Horizont

mit Qualm bedeckt. Der Berg, der den

VonCedric Rehman

Gotteskriegern als Versteck dient, liegt in einiger

Entfernung. Sind die IS-Kämpfer in der

Nacht soweit vorgedrungen und haben ein

derartgroßes Feuer gelegt? DerQualm hängt

träge über dem Land und verrät es nicht. Jenseits

der niedergebrannten Äcker beginnt

unvermittelt das Grün. Im DorfKapanikrash

herrscht Stille. Nur ein Schäfer treibt seine

Herdedurch denWeiher.Aneinem Haus hält

ein Humvee der Peschmerga. Die kurdischen

Kämpfer ruhen sich wieder im Schatten

aus. Der Frieden am Qarachogh scheint

vom Tageslicht so abhängig zu sein wie das

Wachstum der Ähren auf den Feldern.

Bürgermeister Sharif Kareem Ahmed

führt seine Gäste in den mit Teppichen ausgelegten

Empfangsraum seines Hauses. Ein

„Ich glaube, dass Amerika

seine Meinung ändert,

wenn wir treue Verbündete

sind. Die

Schiiten im Irak haben

ihren Iran. Aber unser

Iran ist der Westen.“

Hamid Mohamed, kurdischer Geheimdienstoffizier,

über die Weigerung der USA, die Unabhängigkeitspläne

der Kurden zu unterstützen

Gewehr hängt an der Wand. Der 72-Jährige

ist so etwas wie ein Wehrbauer gegen den

arabisch-sunnitischen IS. Er hat sich als einziger

seines Dorfes dagegen entschieden, vor

dem IS zu fliehen. Da er auch Familienoberhaupt

ist, blieb auch die Verwandtschaft im

Dorf, um etwa die Schafe der Ahmeds zu hüten.

So ist inmitten der vom ISgeschaffenen

Wüstenei etwas Leben übrig geblieben.

Der Bürgermeister lässt trotz Ramadan

auftischen. Frische Tomaten und Gurken aus

den Gärten, Omelett aus Eiern, die der IS

nicht samt den Hühnern gestohlen hat. Der

Hofist nach Einbruch der Dunkelheit im Belagerungszustand.

Die Söhne und Enkel des

Bürgermeisters patrouillieren Nacht für

Nacht an den Zäunen der Felder.Ahmed erinnert

sich, wann der Alptraum begonnen hat.

„Es war im April, da war das erste Feld am

Morgen schwarz“, sagt er. Seitdem sei keine

Nacht vergangen, in der es keine Überfälle gegeben

habe, erzählt Ahmed. „Sie kommen in

der Dunkelheit und fordernTribut. Ansonsten

zünden sie die Äcker an“, sagt er. Menschen

aus den Nachbardörfern seien verschwunden,

als sie Trüffel in den Bergen sammelten.

„Es wurde Lösegeld gezahlt“, sagt Ahmed. Er

will durchhalten, solange es geht. „Ich bin der

letzte Bürgermeister in der Region und der

einzige,der mitseiner Familienoch die Felder

im Dorfbewirtschaftet“, sagt er.Geheaucher,

dann verwandele sich noch mehr Land in

Asche. Der Bürgermeister glaubt nicht, dass

ein Krieg der Amerikaner mit dem Iran wirklich

vor der Tür steht. Im Zweifelsfall sollten

die Kurden an derSeite Amerikas stehen, findet

er.„DieAmerikanerhaben ihreInteressen,

aber meistens sind das auch die unseren“ sagt

er. Der Bürgermeister erklärt, wie er sich die

Zukunft der Kurdenregion vorstellt. Die Araber

behaupteten, die Kurden wollten das

zweite Israel in der Region werden und ein

Vorposten des Westens sein, meint er. „Ausnahmsweise

haben sie recht“,sagt er.

DieSorgenim„kurdischen Dubai“

Shivan Fazil blickt nachdenklich auf die Skyline

von Erbil.Die Wolkenkratzerlassen sich

voneinem Sessel im Café Barberaander Gulan-Straße

aus gut beobachten. Fazil arbeitet

für den Thinktank „Institute of Peace“. Im

Hier und Jetzt sieht es düster für den Frieden

aus. Fazil bestätigt den Eindruck, dass manche

im kurdischen Sicherheitsapparat die

Irankrise als Chance begreifen. Sie falle in

eine Zeit, in der Erbilmit Bagdad mal wieder

über die Auszahlung derGehälter für Beamte

und dafür von den Kurden zu liefernde Ölmengen

zankt. Einige hofften nun, dass die

Iraner die Straße von Hormus für Öltransporte

aus Saudi-Arabien sperren. Dann

hinge die Weltwirtschaft vom Öltransport

über die Kurdenregion ab.„Außerdem kommen

nur die Kurden imIrak als Bodentruppen

gegen den Iran infrage“, sagt er. Das

könnten sich dieUSA doch etwas zuungunstenBagdads

kosten lassen, so dasKalkül der

Falken. Und vielleicht winkt sogar der

Hauptgewinn, die Unabhängigkeit?

Die kurdisch-amerikanischen Beziehungen

nennt Fazil eine bittersüße Angelegenheit.

„Die USA hat die Kurden immer wieder

in ihrerjüngeren Geschichte vorden Arabern

gerettet. Beim kurdischen Unabhängigkeitsreferendum

2017 senkten sie aber den Daumen.Eswärevermessen,

nun auf einen Krieg

zu setzen, den keiner wünscht“, sagt Fazil.

„Und selbst wenn es dazu kommt, wäre die

Straße von Hormus wohl nur für einige Zeit

unpassierbar. Die USA müssen aber langfristig

etwa an die Interessen der Türkei denken.“

DerIrakhat seit Oktober 2018 mit Barham Salih

einen kurdischen Präsidenten. Eigentlich

seien dieVoraussetzungen für gute Beziehungen

zwischen Erbil und Bagdad noch nie so

gut gewesen, sagt Fazil. Die Kurdenregion

wäregut beraten, in der Irankrise einfach dem

Kurs der Zentralregierung zu folgen, findet er.

„Sie will, dass der Irak sich aus dem Streit heraushält.“

Ob das in dem gespaltenen Land auf

Dauer möglich sein wird, daran hat der Politikberater

wiederum Zweifel.

DasFeuer,das vomQarachogh aus gut zu

sehen war, wurde tatsächlich vom ISgelegt.

Am selben Tagexplodieren Bomben in Kirkuk.

DieSicherheitslage habe sich bereits verschlechtert,

sagt Fazil. Erbil könne bei all dem

Blei in der Luft seinen Plan begraben,wie vor

2014 als Oase der Ruhe Investoren aus aller

Welt anzulocken. „Es war ein schlechtes Zeichen,

dass die Deutschen kurzfristig ihreMission

in Erbil unterbrochen haben. Dasmacht

die Firmen nervös“, sagt er. Den verhältnismäßigen

Wohlstand in der Kurdenregion zu

retten,deren Zeichen die an Dubai erinnerndenWolkenkratzer

sind, das sollte für die Kurden

nun Priorität haben, findet er.

Daskurdische Dubai liegt vonden staubigen

Pfaden im Flüchtlingslager Debaga südlich

von Erbil aus gesehen auf einem anderen

Planeten. Hier sammelt sich das Elend,

das der IS in den vergangenen Jahren über

den Irak gebracht hat. Auch jene,die vorden

Dschihadistenjüngst aus der Umgebung des

Qarachogh geflüchtet sind, fanden hier Aufnahme.

Inzwischen ist das Camp voll. Die

Bewohner tragen die Spuren des Terrors auf

der Haut und in der Seele. Ein Mann zieht

den Träger seines Unterhemds nach unten,

als er nach dem Weggefragt wird. Er zeigte

seine Narben und sagt:„IS“. Bevordie Kämpfer

ihn folterten, musste er zusehen, wie sie

einen Mann köpften. „Ich kann seitdem

nicht mehr schlafen. Ich habe Angst, davon

zu träumen“, sagt der Mann.

Die 39-jährige Mutter Shaimma Aawad

Hussein lebt nur einige Container entfernt.

Sie ist mit ihrer Familie aus einem Dorf am

Qarachogh geflohen, das auf der arabischen

Seiteder Demarkationslinie liegt. Dortbreitet

sich die schwarze Flut des IS offenbar

noch ungehinderter aus. Hussein berichtet

von Morden wie zu den Zeiten, als die Terrormiliz

offen herrschte. Die Mutter fühlt

sich mit ihren Kindern unter dem Blechdach

ihres Containers fürs Erste sicher. Ob

sie in ihrer Misere überhaupt noch Gedankenverschwendet

an denKonfliktzwischen

Washington und Teheran? Sie nickt. „Wenn

es Krieg gibt, bekommt unser Lager vielleicht

keine Hilfsmittel mehr“, sagt sie. So

einfach und so wesentlich sind die Sorgen

derIraker in diesem Spiel, dasnicht dasihre

ist.

Cedric Rehmann konnte sich aus Sicherheitsgründen

nur tagsüber in dem

Gebiet aufhalten, in dem der IS aktiv ist.


4* Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Härtere Strafe für

Identitätstäuscher

DieRücknahmefrist für erschlichene

Einbürgerungen soll schon bald von

fünf auf zehn Jahreverlängertwerden.

Darauf haben sich Innenpolitiker

vonUnion und SPD am Dienstag

in Berlin in ihren abschließenden

Beratungen über acht Gesetzesvorhaben

der Bundesregierung zu Migration

und Asyl geeinigt. Bislang

kann eine Einbürgerung nur rückgängig

gemacht werden, wenn sich

bereits innerhalb der ersten fünf

Jahreherausstellte,dass der Neubürger

gar nicht derjenige ist, als der er

sich ausgegeben hatte. (dpa)

Merz wird Vizepräsident des

CDU-Wirtschaftsrates

DerfrühereCDU/CSU-Fraktionschef

Friedrich Merz ist zumVizepräsidenten

des CDU-Wirtschaftsrats gewählt

worden. Dasteilte derWirtschaftsrat

am Dienstag mit. DerWirtschaftsrat

der CDU, der keine Organisation der

Partei ist, vertritt nach eigenen Angaben

bundesweit rund 12 000 Unternehmer.Zur

neuen Präsidentin

wählte die Bundesdelegiertenversammlung

derVereinigung die Unternehmerin

Astrid Hamker. (dpa)

Bannons Kaderschmiede in

Italien vor dem Aus

DieEinrichtung einer Kaderschmiede

für europäische Rechtspopulisten,

die der frühereTrump-

Stratege SteveBannon in der Kartause

vonTrisulti nahe Romplante,

droht zu scheitern. Italiens Kulturministerium

hat jetzt ein Verfahren

zum Widerruf des Mietvertrages mit

dem ultrakonservativen katholischen

Think Tank Dignitatis Humanae

Institute (DHI) eingeleitet,

wegen „Verletzung verschiedener

vertraglicher Verpflichtungen“, hieß

es in einer Erklärung. Zudem sei die

Miete für 2018 in Höhe von100 000

Euro nicht gezahlt worden. DieStiftung

will nun klagen. (rek.)

Keine heiße Spur im

Fall Lübcke

Walter Lübckewurde durch einen Schuss

in den Kopf getötet.

DPA

Nach dem gewaltsamen Toddes Kasseler

RegierungspräsidentenWalter

Lübcke (CDU) dauerndie Ermittlungen

der Sonderkommission„Liemecke“

an. Ob sich auf den Zeugenaufrufder

Polizei schon Menschen gemeldet

haben, die am späten Sonnabendabend

oder in der Nacht zu

Sonntag etwasVerdächtiges bemerkten,

blieb am Dienstag unbekannt.

Der65Jahrealte Lübcke war in der

Nacht zu Sonntag durch einen Schuss

in den Kopf getötet worden. (dpa)

Viele Tote bei Protesten

gegen Sudans Militär

Nach der Eskalation der politischen

Krise im Sudan hat die Militärführung

alle bisherigen Zugeständnisse

an die Opposition aufgekündigt und

Neuwahlen angesetzt, berichtete die

Sudan Tribune.Sicherheitskräfte

waren am Montag in Khartum gewaltsam

gegen die Sitzblockade vorgegangen,

die zu einem Symbol der

Revolution geworden ist. Ärzte sprachen

von35Toten und Hunderten

Verletzten. (dpa)

Klimaprotest im Bundestag

Junge Aktivisten haben ein Jugend-Planspiel im Bundestag für eine

Protestaktion gegen die Klimapolitik genutzt. Während einer Rede von

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) legten sich am Dienstag

rund 20 Jugendliche auf den Boden und stellten sich tot. Mit dem

„Die-In“ wollten sie Druck auf die Regierung machen, sagte der Aktivist

Anzapfen bei Alexa

Daten, die über Sprachassistenten gesammelt werden, sollen künftig als Beweismittel gelten

VonJörg Köpke

Bund und Länder wollen sogenannte

digitale Spuren

aus dem Bereich „Smart

Home“ als Beweismittel

vorGericht verwenden. Dasgeht aus

einer Beschlussvorlage Schleswig-

Holsteins für die Innenministerkonferenz

(IMK) hervor. DieRessortchefs

aus Bund und Ländern kommen am

12. Juni zu ihrer dreitägigen Frühjahrskonferenz

in Kiel zusammen.

Digitale Spuren

VonTimot Szent-Ivanyi

Der Präsident des Bundesrechnungshofes,

Kay Scheller, forderte

am Dienstag die große Koalition

auf, den Solizuschlag so schnell wie

möglich für alle Steuerzahler entfallen

zu lassen. „Die Bundesregierung

sollte den Solidaritätszuschlag vollständig

und zügig abschaffen“, erklärte

der oberste Rechnungsprüfer.

Er lehnte damit das im Koalitionsvertrag

verankerte Vorhaben ab, den

Zuschlag ab 2021 nur für 90 Prozent

aller Zahler wegfallen zu lassen.

„Diese Vorgehensweise birgt erhebliche

Risiken – verfassungsrechtliche

und finanzwirtschaftliche“, so Scheller.

„Die Grundlage für den Solidaritätszuschlag

fällt Ende 2019 weg. Wie

Digitale Spuren sollen nach der Beschlussvorlage

des schleswig-holsteinischen

Innenministers und

IMK-Vorsitzenden Hans-Joachim

Grote (CDU) künftig gesichtet und

ausgewertet werden dürfen. Die Innenstaatssekretäre

von Union und

SPD haben sich in der vergangenen

Woche in Berlin auf einer Vorkonferenz

darauf verständigt, den Antrag

Schleswig-Holsteins unterstützen zu

wollen.

Laut Beschlussvorlage kommt digitalen

Spuren „eine immer größere

Bedeutung“ bei der Aufklärung von

Kapitalverbrechen und terroristischen

Bedrohungslagen zu. Fernseher,Kühlschränke

oder Sprachassistenten

wie Alexa, die mit dem Internet

verbunden sind, sammeln nach

Auffassung der Innenminister permanent

wertvolle Daten, die für Sicherheitsbehörden

von Bedeutung

sein könnten.

Der für die innere Sicherheit zuständige

Arbeitskreis II, dem auch

der Präsident des Bundeskriminalamtes

(BKA), Holger Münch, angehört,

soll bis zur IMK-Konferenz im

Herbst eine Handlungsempfehlung

erarbeiten. Ziel sei es, verfassungsrechtliche

Bedenken auszuräumen.

Digitale Spuren sollen nur mit richterlicher

Anordnung ausgewertet

werden dürfen. Die Innenminister

rechnen mit Widerstand seitens der

Datenschützer in Bund und Ländern.

Bei Amazons System Echo (auch

„Alexa“), dem Google Assistent oder

dem Handy-Sprachassistenten Siri

von Apple kann der Nutzer per

Sprachbefehl Internet-Recherchen

oder Online-Einkäufe auslösen. Allein

im vergangenen Jahr wurden

weltweit 56,3 Millionen solcher

smarten Lautsprecher verkauft.

Erst im Märzhatte jedoch die Stiftung

Warentest vor der Nutzung von

Sprachassistenten wie Alexa oder

Siri gewarnt. Nutzer würden einen

Teil ihrer Privatsphäre aufgeben. Es

sei völlig unklar, wie Alexa und Co.

mit den privaten Daten umgingen.

Zuvor hatte der Finanzdienst

Bloomberg enthüllt, dass Alexa-Aufnahmen

in den USA zum Teil von

Mitarbeiternangehörtund abgetippt

werden, um die Spracherkennung zu

verbessern. Dabei könnten sie trotz

Anonymisierung zum Beispiel auch

die ID-Nummer des Geräts sehen,

vondem dieAufnahme kam.

Löschen per Sprachbefehl

DPA/CHRISTOPH SÖDER

Maximilian Reimers.Schäuble stehe symbolisch für eine verfehlte Klimapolitik.

Andere Teilnehmer quittierten die Aktion mit Buh-Rufen.

Schäuble reagierte gelassen und sagte: „Bleiben Sie ruhig liegen. Ich

sage allerdings,morgen Mittag um 12Uhr muss ich hier die Sitzung des

Bundestags eröffnen, bis dahin sollten Siesich entfernt haben.“

Erhebliches verfassungsrechtliches Risiko

Der Bundesrechnungshof fordert die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags

im Fall der Kernbrennstoffsteuer ist

die Gefahr real, dass der Bund zu milliardenschweren

Steuerrückzahlungen

verurteilt wird.“ Dies würde ein

erhebliches Loch in die Finanzplanung

des Bundes reißen, so Scheller.

„Die verfassungsrechtlichen Probleme,die

bei Umsetzung des im Koalitionsvertrag

umrissenen Teilabbaukonzepts

drohen könnten, werden

bislang ausgeblendet“, warnte

Scheller. „Der Solidaritätszuschlag

stellt 25 Jahre nach seiner Einführung

einen Fremdkörper innerhalb

des Steuersystems dar“, argumentierte

er. Eine Umwidmung der Abgabe

für andereHaushaltszwecke als

die Finanzierung der Wiedervereinigung

erscheine verfassungsrechtlich

nicht vertretbar.

Zuvorhatten bereits Verfassungsexperten

gewarnt, mit dem Auslaufen

des Solidarpaktes II zum Ende

des Jahres entfalle die Grundlage für

den Solizuschlag. Bleibe er nach

2020 teilweise erhalten, dann hätten

Klagen von Steuerzahlern große

Chancen. Derzeit nimmt der Bund

mit dem Solizuschlag etwa 20 Milliarden

Euro jährlich ein. Durch die

bisherigen Pläne der großen Koalition

soll das Aufkommen ab 2021

halbiert werden. Die Union hatte

zwar den vollständigen Abbau gefordert,

angesichts der sinkenden Steuereinnahmen

sind die Rufe zuletzt

allerdings leiser geworden.

Nach Einschätzung des Bundesrechnungshofs

wäre esmöglich, zumindest

bis zum Ende 2023 einen

Amazon selbst hatte vorige Woche

auf die Kritik mit der Ankündigung

reagiert, das Löschen gespeicherter

Aufnahmen künftig auch per

Sprachbefehl zu ermöglichen. Die

Funktion, bisher nur per Appverfügbar,

ist zunächst nur in den USA verfügbar,andereLänder

sollen folgen.

Darüber hinaus will das Bundesinnenministerium

in Kiel eine Beschlussvorlage

einbringen, die sich

mit Überwachungsmaßnahmen im

5G-Zeitalter beschäftigt. Das Ministerium

unter Ressortchef Horst Seehofer(CSU)

will demnach sicherstellen,

dass deutsche Sicherheitsbehörden

auch nach dem Ausbau der fünften

Mobilfunkgeneration, kurz G5

genannt, Telekommunikationsüberwachung

(Quellen-TKÜ) und Online-Durchsuchungen

durchführen

können. „Auch Unternehmen wie

der chinesische Anbieter Huawei

müssen uns Zugang zu verschlüsselten

Systemen gewähren, sollten sie

den Zuschlag zum G5-Ausbau bekommen“,

sagte ein Insider der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland).

Einen weiteren Schwerpunkt auf

der IMK soll der Umgang mit Daten

bilden, die Computer in privat genutzten

Fahrzeugen sammeln. Wie

aus dem Kreis der Innenminister verlautete,

sei bislang völlig ungeklärt,

wie mit diesen Daten künftig in sicherheitspolitischer

Hinsicht umgegangen

werden soll.

Jörg Köpke fürchtet einen

verfassungswidrigen Eingriff

in die Privatsphäre.

vollständigen Abbau umzusetzen –

auch mit Blick auf die Vorgaben der

Schuldenregel.„Sosähe eine realistische

Haushalts- und Finanzplanung

aus, die ausreichend Vorsorge trifft“,

erläuterte Scheller. Der Rechnungshof

machte in einem Gutachten

auch Vorschläge,wie die Mindereinnahmen

gegenüber der aktuellen Finanzplanung

kompensiert werden

könnten. Darunter fällt eine kritische

Überprüfung der Leistungen

des Bundes für Aufgaben vonLänder

und Kommunen sowie der vielfältigen

Steuervergünstigungen. ZurVermeidung

von Einnahmeverlusten

könnte nach Ansicht der Rechnungsprüfer

der Solizuschlag auch

in den Einkommensteuertarif integriertwerden.

Totenstille

in

China

Peking will das Massaker

von 1989 vergessen machen

Zum 30. Jahrestag des Tiananmen-Massakers

hat Chinas Regierung

die Niederschlagung der Demokratiebewegung

verteidigt. Das

Außenministerium in Peking wies

auch Kritik an der Menschenrechtslage

durch die USA und die Europäische

Union scharf als „Einmischung

in innere Angelegenheiten“ zurück.

Während in China jedes öffentliche

Gedenken an die Opfer des blutigen

Militäreinsatzes in der Nacht zum 4.

Juni 1989 im Keim erstickt wurde,

versammelten sich in Hongkong

Tausende zu einer Andacht.

„Was die politischen Unruhen

Ende der 80er-Jahre angeht, hat die

chinesische Regierung schon vor

langer Zeit klare Schlüsse gezogen“,

sagte Außenamtssprecher Geng

Shuang. Chinas Erfolge zeigten, dass

der gewählte Pfad der Entwicklung

„völlig korrekt“ sei. Kritik von US-

Außenminister Mike Pompeo, der

die Opfer gewürdigt hatte, wies der

Sprecher als „boshaften Angriff“ auf

Chinas politisches System zurück.

„Diese idiotischen und geschwafelten

Worte sind dazu bestimmt, in

den Mülleimer der Geschichte geworfen

zu werden.“

Hunderttausende Menschen hatten

im Frühjahr 1989 wochenlang

für Demokratie, Freiheit und den

Kampf gegen Korruption demonstriert.

Auf dem Platz des Himmlischen

Friedens (Tiananmen) traten

Studenten in den Hungerstreik,

während ein Machtkampf die Führung

lähmte.Der reformerische Parteichef

Zhao Ziyang hegte Sympathien

für die Studenten, doch setzten

Studenten in Hongkong versammeln sich

zum Gedenken an einem Mahnmal. AP

sich am Ende die Hardliner unter

Deng Xiaoping durch, der die Truppen

rief. Hunderte Menschen kamen

ums Leben. Die genaue Zahl ist unbekannt.

US-Außenminister Pompeo sagte,

die USA hätten nach dem Massaker

gehofft, „dass Chinas Integration in

das internationale System zu einer offeneren,

toleranteren Gesellschaft

führen würde.“ Diese Hoffnungen

hätten sich aber zerschlagen.

Arrest und Zwangsferien

Ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften

am Tiananmen sollte jede

Aktion zum Gedenken an die Opfer

verhindern. Polizisten kontrollierten

Autos auf der Straße. Auf dem Fußwegmussten

sich Passanten ausweisen.

Mannschaftswagen sowie öffentliche

Busse standen bereit.

Lange Schlangen von Besuchern

standen an den Sicherheitskontrollen

zum Platz, der aber wie üblich

vonTouristen bevölkertwar.

Vordem Jahrestag waren in China

Aktivisten und Angehörige der Opfer

festgenommen, unter Hausarrest gestellt

oder zwangsweise „in die Ferien“

aus Peking weggebracht worden.

Die „Mütter von Tiananmen“,

ein Netzwerkder Familien der Opfer,

forderten eine ehrliche Aufarbeitung

des Militäreinsatzes, eine Liste der

Getöteten, Entschädigung für Familien

und die Bestrafung der Verantwortlichen.

„Wie können diese zahlreichen

Mörder am Ende dem Urteil

der Geschichte entkommen?“, hieß

es in einem offenen Brief. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 5 *

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Politik

Auf dem Wegzuihrer letzten Sitzung: Die scheidende Fraktionschefin Andrea Nahles (r.) und die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig am Dienstag in Berlin.

DPA/BERND VON JUTRCZENKA, CHRISTOPH SOEDER

Ratlos im Ortsverein

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles versucht die SPD, sich neu zu orientieren. Doch an der Basis scheint nur klar,was sie nicht will

VonAndreas Niesmann

und Tobias Peter

Immer wenn es besonders

schlecht steht um die SPD,entdeckt

die Parteispitze ihre Begeisterung

für die Basis. Das ist

nach der desaströsen Europawahl

nicht anders. Schon am Montag riefen

die drei kommissarischen Parteichefs

Malu Dreyer,Thorsten Schäfer-

Gümbel und Manuela Schwesig die

Gliederungen der SPD auf, Vorschläge

für denWegaus der Krise einzureichen.

Am Dienstag, als Andrea

Nahles sich von der SPD-Fraktion

verabschiedete und durch einen Hinterausgang

verschwand, legte Schwesig

nach. Es sei wichtig, „erstmal vor

Ort zudiskutieren“, sagte die Ministerpräsidentin

von Mecklenburg-

Vorpommern. Man wolle der Basis

zuhören undVorschläge sammeln.

Viel Zeit bleibt den 438 000 Genossen

in den Ortsvereinen, Unterbezirken

und Landesverbänden allerdings

nicht, denn schon bei der Sitzung des

Parteivorstandes am 24. Juni sollen

die nächsten Schritte beschlossen

werden. Drei eher technische Fragen

müssen zügig geklärtwerden: Soll die

SPD von einer Einzelperson oder einer

Doppelspitze geführt werden?

Wie und von wem soll das Personal

dafür bestimmt werden? Und: Muss

der für Dezember geplante Parteitag

vorgezogen werden?

Etwas mehr Zeit will sich die Partei

bei der Beantwortung der drei

großen strategischen Fragen lassen.

Welche Köpfe sollen die SPD aus der

Krise führen? Welche programmatischen

Weichenstellungen muss die

Partei dafür treffen? Und: Wiegeht es

weiter mit der großen Koalition?

Es gibt viel zu besprechen, und

der Plan, die Mitglieder möglichst

eng einzubinden, ist sicher nicht

dumm. Er hat nur einen Haken: den

Basis-Soziaus dem Geschichtsbuch,

aufgewachsen im Arbeitermilieu,

gewerkschaftlich organisiert, loyal

von der Wiege bis zur Bahre, gibt es

so nicht mehr.ImGegenteil: DieMitgliedschaft

der SPD ist höchst heterogen:

Industriearbeiter, Akademiker,

Großstädter, Dorfbewohner,

Modernisierer und Traditionalisten.

„Diese ganzen Personaldebatten sind einfach

super-ruinös gewesen in den ganzen letzten

Jahren für uns,weil der Eindruck entsteht, wir

drehen uns die ganzeZeit nur um uns selbst.“

Juso-Chef Kevin Kühnert in einem Interview mit RadioEins

Waswill die Basis? Diese Frage ist

alles andere als leicht zu beantworten.

Klar scheint nur, was die Basis

nicht will: Machtkämpfe und

Postengeschacher. „Es ist unfassbar

nervig und abschreckend, wie die

sich in Berlin gegenseitig zerlegt haben“,

sagt Andreas Pöttgen, 30 Jahre

alt, Sozialdemokrat aus Köln. „Ich als

SPD-Mitglied konnte das kaum mit

ansehen. Wie muss es da erst anderenMenschen

gehen?“

Pöttgen ist Ortsvereinsvorsitzender

in Ehrenfeld und Mitglied im Rat

der Stadt Köln. Die kommunal engagierten

Sozialdemokraten, heißt es

immer,seien das Rückgrat der Partei.

Doch Pöttgen fühlt sich zunehmend

hilflos. „Es gibt andere sozialdemokratische

Parteien in Europa, die den

Aufschwung schaffen“, sagt er. „Die

SPD bekommt es nicht hin –weil uns

der Mutfehlt.“ Dabei seien die wichtigsten

Fragen dieser Zeit ur-sozialdemokratische.„Wirmüssen

die grundlegenden

Fragen nach einer gerechten

Gesellschaft stellen“, fordertPöttgen.

„Egal, ob innerhalb oder

außerhalb der großen Koalition.“

Nils Beyer, stellvertretender Vorsitzender

der SPD Bottrop-Süd,

wünscht sich einen Bruch. „Jetzt

brauchen wir einen Parteivorsitzenden,

der nicht zur aktuellen Führungsmannschaft

gehört“, sagt der

24-jährige Student. „Ich will eine

schonungslose Neuaufstellung unserer

Partei.“ Er ärgert sich darüber,

dass trotz unzähliger Erneuerungsanläufe

die Strukturen auf vielen

Parteiebenen immer noch verkrustet

seien. „Was wir brauchen, sind lebendige

Parteitage und Vorstände“,

sagt er. „In meinem Ortsverein haben

wir das Interesse der Mitglieder

gesteigert, indem wir Diskussionen

um Würstchenpreise gestrichen und

tagespolitische kommunale Themen

in den Vordergrund gestellt haben.“

Wichtig sei auch, nicht nur im Wahlkampf

um die Bürger zu werben.

„Flyer und Rosen verteilen bringt

den Menschen nichts, sie wollen Ergebnisse

sehen“, sagt Beyer. Das

könne nur gelingen, wenn sich jedes

Mitglied der SPD einen Ruck gebe.

Sehnsucht nach Offenheit

Es ist die Sehnsucht nach mehr Offenheit,

Dialogbereitschaft und

Transparenz, die vor allem Jüngere

teilen. Die Basis-Initiative„SPDplusplus“

hat einen Aufruf im Internet gestartet.

Sie fordert, die Parteispitze in

einem offenen Verfahren zu bestimmen,

wozu auch eine Mitgliederbefragung

gehören soll. Nur sosei es

möglich, „dass neue Leute ihreIdeen

und Visionen präsentieren können.

Etwas, das wir dringend brauchen“,

heißt es. Mehr als 1000 Sozialdemokraten

haben unterschrieben.

Die Erwartungen in der SPD

wachsen schon wieder. Und mit ihnen

auch das Risiko, amEnde enttäuscht

zu werden.

Ein wenig Schmeichelei

US-Präsident Trump lobt plötzlich die britische Premierministerin für ihren Brexitkurs und stellt dem Königreich ein phänomenales Freihandelsabkommen in Aussicht

VonKatrin Pribyl, London

Es herrschte spürbare Erleichterung

in der Downing Street, als

der Dienstag dem Ende entgegenging.

Keine diplomatischen Eklats,

keine Spitzen vonSeiten des US-Präsidenten,

keine Demütigungen gegenüber

Premierministerin Theresa

May –der zweite Tagwährend des

Staatsbesuchs vonDonald Trump im

Königreich verlief nach Plan.

Während am Montag Glanz und

Gloria vor royaler Kulisse mit Queen

Elizabeth II. und anderen Mitgliedern

der Königsfamilie im Vordergrund

standen, rückte am Tagdarauf

das Geschäftliche in den Fokus.Und

der Gast aus den USA, der immer

wieder scharfe Kritik am Brexit-Kurs

von May sowie ihrer Verhandlungsstrategie

geäußert hat und stattdessen

innerparteiliche Kontrahenten

hochlobte, präsentierte sich während

der gemeinsamen Pressekonferenz

für seine Verhältnisse äußerst

milde. Überraschend kam etwa, wie

er die scheidende Regierungschefin,

deren mit Brüssel vereinbarter Austrittsdeal

dreimal im Parlament gescheitert

war, pries. „Sie ist wahrscheinlich

eine bessere Verhandlungsführerin

als ich“, sagte Trump,

und die Anwesenden in der ehrwürdigen

Empfangshalle des Außenministeriums

hoben erstaunt die Augenbrauen.

„Sie verdienen viel Anerkennung“,

richtete er sich an May.

Sie lächelte ein wenig gequält. Werden

die beiden Politiker in diesem

Leben doch noch beste Freunde?

Wohl eher nicht, doch Mays Tage in

der Downing Street sind ohnehin gezählt.

Am Freitag tritt sie offiziell als

Parteivorsitzende zurück.

Kandidat BorisJohnson

Derweil hat der Kampf um die Führung

der Konservativen längst begonnen

und es darfdavon ausgegangen

werden, dass sich Trump in der

Rolle des Königsmachers gefällt.

Mehrmals schon stellte er sich hinter

den Ex-Außenminister und Brexit-

Befürworter BorisJohnson, den aussichtsreichen

Kandidaten für den

Zum Glück kein Eklat: Donald Trump und Theresa May.

Posten des Premiers.Auch den aktuellen

Chefdiplomaten Jeremy Hunt

möge er,verkündete Trump.Mit seinen

Sympathiebekundungen sorgt

er bereits seit Tagen für einige Irritationen

im Königreich. Diplomatisch

geht anders.

Während May am Dienstag die

„kostbare und tiefgreifende Freund-

AFP/MANDEL NGAN

schaft“ hervorhob, griff der US-Präsident

zu gewohnten Superlativen.

Es handele sich um „das bedeutendste

Bündnis, das die Welt je gesehen

hat“, sagte er über die „special

relationship“, die besondere Beziehung

der beiden Länder. Und stellte

dann ein „phänomenales Freihandelsabkommen“

in Aussicht. Die

Briten hoffen auf einen raschen Deal

mit den USA nach dem Austritt aus

der EU, der zurzeit bis spätestens

zum 31. Oktober geplant ist. „Es gibt

ein riesiges Potenzial“, so Trump.Alles

werde auf den Tisch kommen,

auch Großbritanniens Nationaler

Gesundheitsdienst (NHS). Das

dürfte dann doch einigen Briten übel

aufstoßen. Beim NHS handelt es sich

um die heilige Kuhauf der Insel.

Fantasievoller Protest

Insgesamt aber werden die Offiziellen

diese Staatsvisite als Erfolg verbuchen.

Selbst die Zahl der Demonstranten

fiel deutlich geringer aus als

erwartet. Einige Tausend zogen ab

dem Vormittag durch das Londoner

Regierungsviertel. Fantasievoll ließen

sie etwa vor dem Westminster-

Palast einen sechs Meter großen Ballon

in Form eines Trump-Babys mit

blonder Haartolle, Handy in der

Hand und Ärger im orangefarbenen

Gesicht in die Luft steigen. Vomunweit

entfernten Trafalgar Square zog

ein knapp fünf Meter hoher Donald-

Trump-Roboter los, dargestellt mit

roter „Make America Great Again“-

Mütze, heruntergelassener Hose

und auf einer Goldtoilette sitzend.

Am Straßenrand verkauften zwei Demonstranten

„in einer Schmierkampagne“,

wie sie es nannten, Donald-

Trump-Klopapier. „Nein zu Rassismus,

nein zu Trump“, forderten einige

auf Postern. „Wir sind Britisch,

wir sind höflich, aber hau ab (bitte)“,

stand auf einem anderen Plakat.

Millionen Briten hatten sich bereits

im vergangenen Jahr in einer Petition

gegen den Besuch des US-Präsidenten

ausgesprochen. Sie kritisieren

Trumps Migrations- und Außenpolitik,

seine sexistischen und

rassistischen Äußerungen. Der Oppositionschef

der Labour-Partei, Jeremy

Corbyn, der am Montagabend

das Staatsbankett aus Protest boykottierte,

trat als Redner auf. Am Dienstag

jedoch verriet der US-Präsident,

dass Corbyn um ein Treffen gebeten

hatte, das von Trump wiederum abgelehnt

wurde. Der Labour-Politiker

sei„eine negativeKraft“.


6 Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Hauptstadt

BERLIN

VonTexas nach

Dallgow-Döberitz

61

Prozent der Stipendiaten

für das Jahr

2018/2019 waren

weiblich. Grundsätzlich

gibt es für das

CBYX mehr Bewerberinnen

als Bewerber.

„Hier hat niemand

Angst, seine politische

Meinung zu

vertreten. In

Deutschland kann

man sich über politische

Dinge streiten

und trotzdem

befreundet sein.

Die Fronten sind

nicht so verhärtet.“

Vergangene Woche berichteten wir über das Austauschprogramm des Bundestages

–jetzt ist die andere Seite an der Reihe: Mit dem Congress Bundestag Youth

Exchange kommen junge Amerikanerinnen und Amerikaner nach Deutschland

Zum Treffen in einem Café in

Berlin-Charlottenburg

kommt Eduardo Garcia-

Pompa mit Gepäck. Nach

dem Gespräch muss er weiter Richtung

Mitte: Die folgenden beiden

Tage wirderimRegierungsviertel verbringen,

die meiste Zeit davon im

Bundestag. Er wirdaneiner Plenarsitzung

teilnehmen, mit Abgeordneten

diskutieren, den Bundestagspräsidenten

treffen. Diesogenannten Berlin-Tage

gehören für Garcia-Pompa

zu den Höhepunkten seiner Zeit in

Deutschland, die Mitte Juni schon

wieder vorbei sein wird.

Traumberuf: Botschafter

VonTanja Brandes (Text) und Isabella Galanty (Grafik)

shington die Aussicht, als Junior-Botschafter zu

fungieren. So wie die deutschen Stipendiaten sind

auch die US-Schüler Repräsentanten ihres Landes:

„Es ist das Anliegen des CBYX-Programms, die

amerikanische und deutsche Jugend zu ermutigen,

durch einen Bildungsaustausch die gegenseitige

Gesellschaft und Kultur kennenzulernen und –basierend

auf dem gemeinsamen Wert der Demokratie

–für die amerikanisch-deutsche Freundschaft

zu werben“, heißt es etwas salbungsvoll in der Definition

des Büros für Bildung und Kultur des US-Außenministeriums.

Oft kommt das Interesse auch

Mit dem CBYX-Programm in Deutschland

Ein Austauschjahr in den USA ist beliebt bei

deutschen Schülern –allein über das Patenschaftsprogramm

des Bundestags (PPP) bewerben

sich jährlich mehrereTausend um ein Stipendium.

Umgekehrt zieht es viele junge Amerikanerinnen

und Amerikaner nach Deutschland –die Sprache

gilt dabei als größte Herausforderung. Dabei sind

Vorkenntnisse nicht nötig, um am amerikanischen

Partnerprogramm des Bundestags, dem Congress

Bundestag Youth Exchange Program (CBYX), teilzunehmen.

DerHauptgrund für die Bewerbung ist

nach Angaben des Abgeordnetenhauses in Waüber

familiäreVerbindungen –mehr als 45 Millionen

US-Amerikaner sind deutscher Abstammung.

Rob Bishop, Kongressabgeordneter aus Utah,

engagiertsich seit Jahren im CBYX-Programm. Aus

seinem Wahlbezirk sind derzeit drei Schüler in

Deutschland –fünf deutsche Stipendiaten sind in

seinem District zu Gast. In der Vergangenheit hat

Bishop alle Gastschüler immer auch persönlich getroffen

–diese Tradition möchte er wieder aufleben

lassen: „Die Austauschschüler zu verschiedenen

Anlässen zu treffen und mit ihnen in meinem

Wahlbezirkzuarbeiten, war eine tolle Erfahrung.“

Lederhosen und Streitkultur

Zehn Monate hat Garcia-Pompa als

Stipendiat des Congress Bundestag

Youth Exchange Program (CBYX) in

Deutschland verbracht –genauer gesagt

in Dallgow-Döberitz bei Berlin.

Nach der Highschool, die der 18-Jährige

aus SanAntonio in Texas ein Jahr

früher als üblich beendete,machte er

Praktika: Bei der Polizei und im Büro

des Senators seines Staates. Danach

war klar, dass er selbst in den Staatsdienst

möchte.„Mein Traum wärees,

irgendwann als Botschafter nach

Deutschland zurückzukommen.“

Eduardo Garcia-Pompas Interesse

für das Land begann mit den

deutschesten aller Klischees: Bier,

Wurst, Lederhosen. Nicht, dass er jemals

welche getragen hätte.Aber das

bayerische Beinkleid war allgegenwärtig

bei dem Volksfest, das Garcia-

Pompa seit seiner Kindheit regelmäßig

besuchte. Nicht in Bayern allerdings,

sondern in New Braunfels,

Texas. Dort leben seine Großeltern.

Deutsch hat Garcia-Pompa erst in

Deutschland gelernt. Dabei haben es

ihm seine Klassenkameraden

nicht leicht gemacht:

„Viele Deutsche freuen

sich, wenn sie jemanden

treffen, mit dem sie

Englisch sprechen können

–ich musste meine

Freunde hier ermahnen,

sich mit mir auf Deutsch

zu unterhalten.“ Geholfen

hat auch und vorallem seine

Gastfamilie. Seine drei Gastschwestern

waren selbst als

Eduardo

Garcia-Pompa

Austauschschülerinnen im

Ausland – sie machten es

dem Bruder auf Zeit leicht, sich zurechtzufinden.

„Natürlich gibt es in den USA

auch Vorurteile gegenüber Deutschen.

Zum Teil stammen die noch

aus der Zeit derWeltkriege.Deutsche

seien niederträchtig, zum Beispiel.“

Dass das Quatsch ist, war Garcia-

Pompa schon vor seiner Zeit in

Deutschland klar. Tatsächlich habe

er überhaupt keine schlechten Erfahrungen

gemacht.

Kompliziert sei einiges schon gewesen.

Beim Start an der neuen

Schule traf seine liebenswürdige Sonice-to-meet-you-Mentalität

auf urdeutsche

Zurückhaltung. „Ich habe

am Anfang nicht verstanden, warum

mich keiner angesprochen hat. Ich

dachte erst, meine Mitschüler hätten

kein Interesse daran, mich kennenzulernen.

Sobald ich den ersten

Schritt gemacht hatte,waren aber alle

unglaublich nett zu mir.“ Gestört

haben ihn diese kleinen

Hindernisse ohnehin

nicht, im Gegenteil.

Wenn etwas zu einfach

ist, langweilt ihn das:

„Ich mag es, mich her-

PRIVAT

auszufordern. Deshalb

bin ich ja nach Deutschland

gekommen.“ Einige angeblich

typisch deutsche Charakterzüge

hat Garcia-

Pompa inzwischen zu schätzen

gelernt. „Die Deutschen

sagen, was sie denken und

was sie wirklich meinen. Das finde

ichgut.“

Regelrecht begeistert ist Eduardo

Garcia-Pompa von dem, was er die

politische Streitkultur in Deutschland

nennt. „Hier hat niemand

Angst, seine politische Meinung offen

zu vertreten, das kenne ich aus

den USA anders“, sagt er. Vor allem

aber würden auch andereAnsichten

zugelassen. „Man kann sich über politische

Dinge streiten und trotzdem

befreundet sein. Die Fronten sind

nicht so verhärtet.“ Wie wichtig es

ist, verschiedene Meinungen zuzulassen,

hat Garcia-Pompa schon in

Texas gelernt. Die Familie seines Vaters

ist politisch eher liberal eingestellt,

die der Mutter konservativ.Als

Enkelsohn einer mexikanischen

Großmutter hat Garcia-Pompa

große Vorbehalte gegen die Ausländerpolitik

des US-Präsidenten und

teilt die Bewunderung vieler seiner

Landsleute für die Flüchtlingspolitik

der deutschen Kanzlerin.

Vorfreudeauf Zuhause

Unverständlich sei für seine deutschen

Schulkameraden hingegen

gewesen, dass seine Familie Waffen

besitzt. Ausflüge zur „Shooting

Range“ sind für den Texaner ganz

normal. „Darüber hatten wir viele

Diskussionen.“ Er kann das sogar

verstehen. „Allein seit ich in

Deutschland bin, gab esvier Schießereien

an US-Schulen. Am Tagdanach

fragten meine Freunde mich

immer: ‚Na? Unterstützt du immer

noch das Rechtauf Waffenbesitz?‘“

Dass seine Zeit in Deutschland

fast vorbeiist,findetEduardo Garcia-

Pompa sehr schade. Und er plant

schon seine Wiederkehr: Einen Teil

seines Studiums der Internationalen

Beziehungen, mit dem er bald in Washington

beginnt, würde er gern in

Deutschland verbringen. Natürlich

freut er sich aber auf Zuhause, auf

seine Eltern und die Geschwister.

Und–vor allem –auf mexikanisches

Essen. Dashat er während seiner Zeit

in Deutschland besonders vermisst.

350

Amerikanerinnen und Amerikaner

nehmen jedes Jahr

am CBYX-Programm teil.

Unter ihnen sind Schüler

und jungeBerufstätige.

„Seit ich in

Deutschland bin,

gab es vier Schießereien

anUS-Schulen.

Am Tagdanach

fragten meine

deutschen Freunde

immer:‚Na? Unterstützt

du immer

noch das Recht auf

Waffenbesitz?‘“

PLATZ DER REPUBLIK

Die Macht des

Provisoriums

Holger Schmale

über die politische Bedeutung vonArchitektur

Wieder einmal beherrscht das

Schicksal der SPD die politischen

Debatten in der Hauptstadt.

Das schon oft erlebte Drama erweist

sich nun zusehends als Tragödie. Sie

spielt an vielen Orten der Republik.

Überall dort, wo Sozialdemokraten

beieinandersitzen und versuchen, einen

Ausweg aus der immer auswegloseren

Lage zu finden. Aber natürlich

gibt es auch einen Hauptspielort, das

Willy-Brandt-Haus in Berlin.

Besonders hellsichtige Beobachter

des politischen Bauens hätten

vielleicht schon 1996, als die Sozialdemokraten

als erste Partei in der

Hauptstadt des wiedervereinigten

Deutschlands eine neue Parteizentrale

eröffneten, das weitereSchicksal

der SPD erkennen können. Jahrzehntelang

war die Parteiführung in

Bonn in einem Provisorium ihrer Arbeit

nachgegangen, das einen sinnfälligen

Namen trug: Baracke. Dahinter

verbarg sich eine Reihe von

einstöckigen Schlichtbauten, die

1951 in dem sicheren Glauben errichtet

wurden, dass diese Bonner

Hauptstadt ja nur ein kurzlebiges

Provisorium sein würde. Der Parteivorstand

tagte dort sozusagen auf

der Straße, auf Augenhöhe mit den

Wählern, die ja oft kaum besser untergebracht

waren.

Mitte der 70er-Jahre, die SPD war

nun Kanzlerpartei, ließ sie anstelle

der Baracken eine neue Parteizentrale

bauen, modern, licht und mit der

Maßgabe, „eine sachliche, nicht auf

Repräsentation gerichtete Haltung

der SPD“ auszudrücken. Auf dem

Flachdach leuchtete abends ein Glaswürfel

in der Parteifarbe,die in jenen

Jahren zeitgeistig orange war, man

baute schließlich am modernen

Deutschland. Dass er mit den Jahren

ein wenig schmuddelig wurde,störte

niemanden, man nannte die SPD-

Zentrale ja auch weiter„Baracke“.

Mit dem Umzug nach Berlin endete

die Bonner Republik, und mit

ihr kam auch die demonstrativ offene,

transparente politische Architektur

aus der Mode.Nichts zeigt den

Unterschied deutlicher als der

Wechsel des Bundestages aus dem

erst 1992 am Rhein eingeweihten

heiteren, lichtdurchfluteten gläsernen

Plenarbau des Architekten Günter

Behnisch in das aufpolierte wilhelminische

Reichstagsgebäude.

Ganz im Geiste der neuen Berliner

Republik ließ auch die SPD ihre Parteizentrale

bauen. Sieliegt immerhin

gerade noch in Kreuzberg, am südlichen

Ende der Wilhelmstraße, eine

letzte Verbeugung vordem einstigen

Arbeiterbezirkvoller SPD-Wähler.Es

ist ein machtvoll inszenierter Repräsentationsbau,

die Büros der Parteiführung

liegen hoch oben, an der

Spitze des an einen Schiffsbug erinnernden

Gebäudes. Es wirkt nicht

einladend, sondern mit seinen blau

verspiegelten Scheiben gerade so,als

solle niemand erkennen, was sich da

im Inneren abspielt. Mankann diese

Architektur auch als Ausdruck der

Abkehr vonden Wählernverstehen.

Die ursprüngliche Bonner Baracke

gibt es übrigens noch. Derdamalige

Parteivorsitzende Willy Brandt

schenkte die Fertigbauten der Arbeiterwohlfahrt,

die sie an der Ostsee

wieder aufbauen ließ und bis heute

als Erholungsheim nutzt. Vielleicht

sollte die SPD einmal ihren Büropalast

verlassen und dorttagen, sich inspirieren

lassen von echtem sozialdemokratischem

Geist.


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

5.3.19

▲ 11971,17 (+1,51 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

5.3.19

Euro in US-Dollar

5.3.19

Stand der Daten:04.06.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

4.6.19

▲ 62,01 (+1,82 %)

4.6.19

▲ 1,1244 (+0,53 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom04.06.zum Vortag

4.6.19

Hella 43,42 +5,44 WWWWWWWWWWW

Lanxess 46,93 +5,08 WWWWWWWWWW

Covestro 41,18 +4,81 WWWWWWWWWW

1&1 Drillisch 27,54 +4,64 WWWWWWWWWW

thyssenkrupp 12,14 +4,52 WWWWWWWWW

Deutsche Bank NA 6,24 +4,45 WWWWWWWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom04.06.zum Vortag

Sartorius Vz. 168,30 WWWWWW –2,72

MorphoSys 82,75 WWWWWW –2,47

Evotec 21,28 WWWWW –2,07

DeliveryHero 37,91 WWWWW –1,91

Healthineers 35,28 WWWW –1,64

Qiagen 33,82 WWW –1,31

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 04.06. ±% z. 03.06.

Euro Stoxx 50 (EU) +1,01

3541/2909 3333,49

CAC 40(FR) +0,51

5601/4556 5268,26

S&P UK(UK) +0,40

1569/1323 1459,16

RTS (RU) – 0,58

1323/1033 1307,55

IBEX (ES) +1,05

9986/8286 9117,60

Dow Jones (US) +1,91

26952/21713 25293,99

Bovespa (BR) –0,42

100439/69069 97017,94

Nikkei (JP) – 0,01

24448/18949 20408,54

Hang Seng (HK) –0,41

31521/24541 26771,31

Stx Singap. 20 (SG) +0,31

1635/1350 1523,06

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

PSD Bank Nürnberg

psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,94 2,94 2,94

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

Targobank

targobank.de 3,10 3,10 3,10

Commerzbank

069/98660966 3,73 4,73 4,73

Postbank

postbank.de 3,78 3,78 3,78

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,79 3,79 3,79

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 3,49 3,69 3,69

Sparda-Bank Berlin

sparda-b.de 4,95 5,95 6,25

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 4,49 4,49 3,39

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 4,22 4,31 4,39

1221

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

MAN und Scaniabildenden Kern von Volkswagens Lkw-Geschäft.

Ozeanriesen sinken seltener

Die Totalverluste in der Schifffahrt haben ein historisches Tieferreicht. Doch die Lage bleibt angespannt

Von Thomas Magenheim

Esist eine gute Nachricht. 2018 hat

sich die Zahl großer gesunkener

Schiffe global auf 46 Totalverluste

halbiertund das sowohl im Vergleich

zu 2017 als auch zum Schnitt der

jüngsten Dekade.Das geht auseiner

Studie der Allianz-Tochter AGCS hervor.

Voneiner entspannten Lage mag

Volker Dierks als Chef der AGCS-

Schifffahrtssparte dennoch nicht

sprechen. „2018 war ein positiver

Ausreißer“, sagt der Experte. Zwar

nehmedie Sicherheit in der globalen

Schifffahrt zu. Die Entwicklung im

Vorjahr sei aber auch dem Zufall geschuldet.

Zudem gebe es neue Gefahrenquellen

am Horizont und Risiken,

die kaum in den Griff zu bekommen

sind, von Cyberangriffen über

Die Geldtransporter

Nach einigem Zögern riskiert Volkswagen nun dochden Börsengang seiner Lkw-Sparte

Von Stefan Winter

Im Frühjahr hat Volkswagen

noch gezaudert, jetzt wagt sich

der Konzern doch noch vor: In

den nächsten Wochen soll ein

Teil der Lkw-Tochter Traton an den

BörsenFrankfurtundStockholmverkauft

werden. Eckdaten stehen noch

nicht fest, aber rund 2 Milliarden

Euro sollte das Geschäft mindestens

bringen, bei dem VW die Mehrheit

behalten will. Weitere Schritte dürften

später folgen, denn eigentlich

sollte der Börsengang eine Nummer

größer ausfallen. Doch das geben die

Finanzmärkte im Moment nicht her.

FürVWistderSchritt trotzdemein

Meilenstein. VW hat über die Jahre

zwar viele neue Tochtergesellschaften

gesammelt, aber extrem selten

abgegeben. Teil der Strategie war das

nie.Nun soll es öfter passieren.

Seit der Konzernvor knapp20Jahren

beim schwedischen Lkw-Hersteller

Scania einstieg, steht das Ziel,

ein weltweit führender Truck-Hersteller

zu werden. Später kamen

MAN und VWs eigenes Lkw-Geschäft

in Südamerika hinzu, alle zusammen

bilden die Traton SE. Deren Chef

Andreas Renschler drängt seit Jahren

an den Kapitalmarkt, um Geld für die

Expansion zu beschaffen. „Wir haben

ein ganz klares Ziel für Traton“,

sagt er zum Börsengang. „Die Schaffung

eines Global Champion der

Transportbranche.“

Renschler war fast am Ziel, da

stoppte der VW-Vorstand im März

Der Konzern: Die Traton SE

wurde 2015 gegründet und

hat ihren Sitz in München.

Sie gehörtzu100 Prozent

dem VW-Konzern. 2018

wurden 233 000 Nutzfahrzeugeverkauft,

14 Prozent

mehr als im Vorjahr.Der Umsatz

stieg auf 25,9 Milliarden

Euro, der operativeGewinn

auf 1,65 Milliarden

Euro. Die Gruppe beschäftigt

rund 80 000 Menschen.

die Vorbereitungen für den Börsengang.

DasUmfeld sei zu schlecht, erklärte

Finanzvorstand Frank Witter.

Man fürchtete, die angepeilten Erlöse

zu verfehlen. Nur zwei Monate

später kam die Kehrtwende: Die

Markteinschätzungen hätten sich

gebessert. Das sehen allerdings die

wenigsten Experten so.

Der Sinneswandel dürfte vor allem

Folge langer interner Debatten

sein. Renschler will mit Traton nicht

das fünfte Rad amVolkswagen sein.

Er weiß, dass der Konzern in den

nächsten Jahren für vieles Geld ausgeben

wird–und für die Trucks wird

es fehlen. Renschler braucht die Börse,

umeigene Mittel zu beschaffen

TRATON

Die Marken: Die schwedische

Scania gilt als Premiummarkeund

fährthohe

Gewinne ein. MAN rangiert

eine halbe Stufe tiefer,mit

denGewinnen ist VW noch

nicht zufrieden. Volkswagen

Caminhões eÔnibus in Brasilien

baut VW-Lkw für die

Schwellenländer.Die Marke

VW Nutzfahrzeuge, Produzent

vonBulli und Crafter,

gehörtnicht zu Traton.

Die Strategie: Eine engere

Zusammenarbeit zwischen

MAN und Scania soll die

Kosten senken und Investitionen

in Neuentwicklungen

erleichtern. Der zweite

Schritt könnten Zukäufe oder

Beteiligungen in Asien und

Nordamerika sein, um regionale

Lücken zu schließen.

Außerdem muss viel in autonomes

Fahren und neue Antriebe

investiertwerden.

und offen für anderePartner zu sein.

Witter wiederum, vorsichtig wie alle

Finanzer, will nicht in eine Börsenschwäche

hineinlaufen und Traton-

Aktien verschleudern müssen. Von

Streit und Lagerkämpfen will man im

Konzern nichts wissen –aber es sei

viel diskutiertworden.

Nun bekommt Renschler seinen

Börsengang und Witter ein bisschen

mehr Sicherheit: Nur gut 10 Prozent

der Traton-Aktien aus VW-Besitz

dürften im ersten Schritt verkauft

werden, schätzen Beobachter.Dafür

reiche die Nachfrage der Anleger in

jedem Fall. Sie wird inden nächsten

Wochen getestet, Anfang Juli wäre

das Börsendebüt denkbar.

Piraterie bis zu einer drohenden Zunahme

von Maschinenschäden

durchabgasarmen Sprit.

Wie unverändert die Risikolage

bei genauerem Hinsehen ist, verrät

die Zahl an Versicherungsfällen. Die

ist 2018 mit 2698 bei großen Schiffen

mit über 100 Bruttoregistertonnen

gegenüber 2713 Versicherungsfällen

2017 fast unverändert. Versichert

sind weltweit etwa 60000 Schiffe dieser

Größe.Ein Schiff muss nicht sinken,

um hohe Schäden zu verursachen.

Es reicht, wenn Container über

Bord gehen, ein Brand auf hoher See

ausbricht oder ein Maschinenschaden

für Havarie sorgt. Mehr als ein

Drittel aller Schadensfälle geht laut

AGCS-Studie auf Letzteres zurück.

DasgiltauchfürdasKreuzfahrtschiff,

das soeben in Venedig ein Ausflugsboot

gerammt hat. Dazu kommt

menschliches Versagen. So ist vorigen

Herbst eine tunesische Fähremit

einem Containerschiff kollidiert,

weil der diensthabende Offizier mit

seinem Handy beschäftigt war statt

mit dem Schiffsradar.

Zudem bereitet sich die Assekuranz

auf neue Risiken vor. Die können

politischer Natur sein, wie der

jüngste Angriff auf einen Öltanker im

Nahen Osten zeigt. Ab 2020 gelten

ferner strengereEmissionsvorschriften

auf See. Weil nicht jeder Motor

abgasärmeren Sprit problemlos verkraftet,

fürchten Versicherer mehr

Maschinenschäden, die allein in den

vergangenen fünf Jahren die Branche

900 Millionen Euro gekostet haben.

Eine wachsende Gefahr ist auch, dass

Containerschiffe immer größer wer-

FOTO: SVEN HOPPE/DPA

In weiteren Schritten könnte VW

bis zu knapp 25 Prozent abgeben, die

insgesamt schätzungsweise 6 Milliarden

Euro brächten.VWwill in jedem

Fall großer Ankeraktionär bei

Traton bleiben, was auf absehbare

Zeit auch die Mehrheit an der mühsam

aufgebauten Lkw-Gruppe bedeuten

dürfte.

Renschler, der einst die Truck-

Sparte des Daimler-Konzerns führte,

plant langfristig nicht weniger als die

Ablösung seines einstigen Arbeitgebers

an der Weltspitze. Daimler ist

mit Mercedes und weiteren Marken

in den USA und Asien der größte

Lkw-Hersteller der Welt. Die Traton-

Marken Scania und MAN haben vor

allem in diesen beiden Regionen

noch Lücken. Deshalb gelten Zukäufe

oder Beteiligungen in den nächsten

Jahren als sicher.Finanziertwerden

könnten sie durch weitere Aktienverkäufe,

Kapitalerhöhungen,

Anleiheemissionen oder auch einen

Aktientausch. All das wird der nun

angekündigte Börsengang möglich

machen.

Trotz der langen Vorgeschichte

hatte Renschler seit seinem Wechsel

zu Volkswagen vorallem mit Grundlagenarbeit

zu tun. Scania im schwedischen

Södertälje und MAN mit

Zentrale in München waren sich traditionell

spinnefeind. Erst jetzt werden

Teile und Motoren systematisch

gemeinsam entwickelt und ausgetauscht.

Mittelfristig soll das Synergien

vonrund700 Millionen Euro

bringen.

den und heute bis zu 24000 Transportboxen

laden. Bricht an Bord

eines solchen Riesen ein Brand aus,

ist dieser oft unerreichbar im Schiffsinneren

und kaum noch zu löschen.

Dazu gibt es regional ausgemachte

maritime Gefahrenzonen. Für Versicherer

am gefährlichsten sind die

Gewässer Südchinas, vor allem weil

dort ammeisten Schiffe unterwegs

sind. Auf den ersten gemeldeten

Schaden auf See durch Cyberkriminalität

warten Versicherer noch. An

Land ist die Infrastruktur vonReedereien

schon mehrmals ein Opfer von

Attacken aus dem Netz geworden.

Wenn auch große Schiffe einmal

autonom ohne Crew fahren, was

nicht mehr lange dauern dürfte, bekommen

Cyberszenarien auf See

eine neue Dimension.

Bestpreisklausel von

Booking.com ist rechtens

DasBuchungsportal Booking.com

darfHotels verbieten, ihre Zimmer

auf der eigenen Internetseite billiger

anzubieten als über das Portal. Eine

solche „enge Bestpreisklausel“ sei

zulässig, entschied das Oberlandesgericht

Düsseldorfund hob die

Untersagung dieser Praxis durch das

Bundeskartellamt auf. DieKlausel

sei nicht wettbewerbsbeschränkend,

sondernnotwendig, um „ein

illoyales Umlenken vonKundenbuchungen“

zu verhindern, hieß es

zur Begründung. (dpa)

Verbrauch dünner

Plastiktüten sinkt kaum

Kunden greifen im Supermarkt immer

noch häufig zu sehr leichten

Plastikbeuteln. DerVerbrauch dieser

Tüten, die etwa oft an Obsttheken

ausliegen, ist –imGegensatz zu den

dickeren Tragetaschen –inden vergangenen

Jahren nicht spürbar zurückgegangen.

Im vergangenen Jahr

wurden proKopf 37,3 dieser leichten

Tüten genutzt, im Jahr zuvor waren

es 39,5 Stück, nach 36,3 im Jahr 2016.

Dasgeht aus einer Kleinen Anfrage

der FDP-Fraktion im Bundestag hervor.

(dpa)

Autoabsatz zieht in

Deutschland kräftig an

Automontage im AudiWerkIngolstadt.

DerAutoabsatz in Deutschland hat

im Maikräftigzugelegt. Bundesweit

wurden 332962neue Pkw zugelassen

und damitrund 9Prozent mehr

als ein Jahr zuvor, teiltedas Kraftfahrt-Bundesamt

(KBA) mit.Nach

einigemAuf und Ab stehtfür die ersten

fünf Monatenun ein Plus von

1,7 Prozent aufgut 1,5Millionen

AutoszuBuche.Jeder dritte im Mai

neu zugelassene Pkw hatte einen

Dieselantrieb,imJahresvergleich

eine Steigerung um 16 Prozent. (dpa)

Tesla verkauft Abgasrechte

an GM und Fiat Chrysler

DerElektroautohersteller Tesla

kämpft mit Problemen im eigenen

Geschäft, verdient aber reichlich

Geld mit der schlechten Umweltbilanz

seiner US-Konkurrenten. So

kauften die Branchenriesen General

Motors (GM) und Fiat Chrysler Tesla

US-Verschmutzungsrechte ab.Sie

rüstensich damit für strengereAbgasvorgaben,

während ihreeigene

Modellpalette viele Spritschlucker

enthält. GM und Fiat Chrysler hätten

diese Deals in Dokumenten im

US-Bundesstaat Delawareoffengelegt,

schrieb der Finanzdienst

Bloomberg. (dpa)

Weniger Arbeitslose

in der Euro-Zone

FOTO: GÖRLICH/IMAGO-IMAGES

In der Euro-Zone ist die Arbeitslosigkeit

weiter auf dem Rückzug und

hat den tiefsten Stand seit mehr als

zehn Jahren erreicht. Im Aprilsank

die Arbeitslosenquote auf 7,6 Prozent

nach 7,7 Prozent im Vormonat,

so das Statistikamt Eurostat. Dies ist

die niedrigste Quote seit August

2008. Im Euro-Raum wurden die

niedrigsten Arbeitslosenquoten in

Deutschland und den Niederlanden

gemessen. Diehöchste Arbeitslosigkeit

verzeichnen weiter Griechenland,

Spanien und Italien. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Meinung

Daniel Barenboim

ZITAT

Vorfristig in die

Verlängerung

Harry Nutt

hält die Entscheidung,den Dirigenten

in Berlin zu halten, für richtig.

Aus künstlerischer Sicht war es ein eher

lästiger Termin, dem sich der große

Musiker und Dirigent Daniel Barenboim

am Dienstagnachmittag stellen musste.

Genies gehen nicht in Rente,und dass eine

Vertragsverlängerung überhaupt zur Disposition

stand, hatte keine ästhetischen

Gründe. Nachdem ein früherer Musiker

der Berliner Staatskapelle schwere Vorwürfe

gegen den autoritären Führungsstil

Barenboims erhoben hatte, stand Berlins

Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke)

unter erhöhtem Druck. Zuletzt konnte er

kaum einen öffentlichen Termin wahrnehmen,

ohne nach seiner dringlichsten Personalie

befragt zu werden.

Nun also herrschen klareVerhältnisse.

Der Verbleib des 76-jährigen Daniel Barenboim

an der Spitzeder Berliner Staatsoper

ist für weitere acht Jahre gesichert.

Barenboims noch bis 2022 laufender Vertrag

wurde vorfristig um fünf Jahre bis

2027 verlängert. Und obwohl die gegen

Barenboim erhobenen Vorwürfe nicht

einfach zu ignorieren waren, kann die naheliegende

kulturpolitische Konsequenz

der nun präsentierten Lösung kaum bezweifelt

werden. Barenboim repräsentiert

wie kein Zweiter den Anspruch Berlins,

eine Musikstadt von künstlerischem

Weltrang zu sein.Wasdas bedeutet, dürfte

einmal mehr in diesem Sommer offenbar

werden, wenn er mit zahlreichen jungen

Musikernden 20. Geburtstag des vonihm

und dem verstorbenen palästinensischen

Philosophen Edward Said gegründeten

West-Eastern-Orchestrafeiert. Es ist 1999

nicht nur um der Musik Willen ins Leben

gerufen worden, sondernauch als Symbol

eines politischen Brückenschlags. Berlin

hat davon nicht nur im Konzertsaal profitiert.

Barenboim ist auch außerhalb ein

Denkmal –trotz mancher Schroffheiten.

Überwachung

Alexa,

die Verräterin

Jörg Hunke

warnt davor, den Sprachassistenten

gutgläubig zu vertrauen.

Schon in der Vergangenheit sind in

Wohnungen Mikrofone angebracht

worden, um Kriminelle zu belauschen.

Telefone wurden später abgehört, Smartphones

natürlich auch. Es ist nur der

nächste Schritt, wenn die Innenminister

den Nachrichtendiensten in Zukunft ermöglichen

wollen, auch Sprachassistenten

wie Amazons Alexa anzuzapfen, um

Täter zu überführen. Die Sprachassistenten

können eben nichts für sich behalten,

die Behörden wissen, wie sie das nutzen

können. So geht Ermittlung 4.0. In den

Wohnungen können sich allerdings auch

Menschen aufhalten, die unverdächtig

sind und trotzdem belauscht werden können.

Gerichte haben also eine hohe Verantwortung,

wenn sie die Genehmigung

zum Abhören erteilen.

Die Sprachassistenten haben noch

eine weitere Schwachstelle: Je häufiger

wir mit ihnen kommunizieren, desto besser

können sie unsereStimme identifizierenund

zuordnen. UnsereStimme begleitet

uns immer, sie charakterisiert uns,

macht uns einzigartig, ein Leben lang.

Das Risiko: Wenn wir uns in Zukunft also

in der Öffentlichkeit unterhalten, wird es

nicht schwer sein, uns nicht nur durch

Videoüberwachung und Bilderkennung

zu finden, sondern auch anhand unserer

Stimme. Beispielsweise in Bussen und

Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe, in

denen die Videokameras schon jetzt mit

Mikrofonen ausgestattet sind.

Es bleibt das Dilemma unserer Zeit: Je

mehr persönliche Informationen wir

preisgeben, desto besser funktionieren

die High-Tech-Geräte. Aber desto größer

ist auch die Gefahr, dass die Informationen

gegen uns verwendet werden können.

Erst mal Ruhe reinbringen

Für den Moment ist die CDU wieder

zusammengerückt. Aber vielleicht

ist es auch nur ein Luftanhalten. Die

SPD zerlegt sich in einem Wirbel

aus Mobbing, Befindlichkeiten und Gestaltungsunwillen,

der vieles ist, aber sicher

nicht „sozial“, wie es die Partei im Namen

trägt.

Die CDU versucht sich in Normalitätsübungen:

Auch wenn die Koalition aufs Heftigste

wackelt, auch wenn die nächsten Tage

einen Regierungsbruch bringen können –

die CDU setzt erstmal Arbeitsgruppen ein

und gönnt der SPD allenfalls einen schulterzuckenden

Seitenblick. Ruhe soll das ausstrahlen,

Souveränität und Verantwortungsbewusstsein.

An der CDU, so betont die Parteichefin,

werde die Regierung nicht scheitern.

„Stabilität“ ist das CDU-Stichwort der

Stunde. Strategisch ist das der richtige

Schritt. Der Ruf als ruchlose Chaotentruppe

ist schließlich nicht gerade beliebtheitsfördernd

–warum sollte man ihn der SPD streitig

machen?

Dabei ist die Partei alles andere als gesammelt

und ruhig. DerWunsch nach einem

Ende der großen Koalition ist auch in der

CDU verbreitet, einige pflegen ihren Überdruss

an Kanzlerin Angela Merkel mit oppositionshafter

Inbrunst. Der Absturz bei der

Europawahl hat deutliche Schwächen offengelegt

und die neue Parteichefin Annegret

Kramp-Karrenbauer so aus dem Tritt gebracht,

dass die Kanzlerkandidatenfrage

wieder offen scheint. Unddie K-Frage ist immer

ein Grund für Unruhe.

Undunter all dem wabert die tiefe Sehnsucht

nach mehr „CDU pur“. Abgesehen davon,

dass auch in anderen Koalitionen Kompromisse

nötig wären –wofür „CDU pur“

stehen soll, ist nicht ausdefiniert.

Eine Klimapolitik, die alle verschont, verdient

den Namen nicht“, stand gerade in

der Süddeutschen Zeitung. Es gehe um das

sofortige Ende eines Wirtschaftssystems, ergänzten

die ARD-„Tagesthemen“, und „dieser

Systemwechsel wird natürlich schmerzhaft

sein“. Kompromisse und Verhandlungen

seien dabei so hilfreich wie Beten gegen

die Pest, twitterte der Journalist MarioSixtus.

Stattdessen: „Krise ausrufen, Krisenregierung

einberufen, die allein das Ziel hat, diese

Krise zu lösen. Alles andere ist nachrangig,

inklusive privatem Eigentum oder persönlichen

Lebensplanungen.“

Letzteres wirkt einen Hauch grundgesetzwidrig,

doch man sollte nicht kleinlich sein.

Werdavon ausgeht, dass man bald im Müggelsee

Kartoffeln kochen kann, den lockt

jede Vermeidungsstrategie knapp unterhalb

von Apocalypse Now. Einige Städte desensibilisieren

ihreBewohner bereits für das Wort

Klimanotstand. Kein Preis ist zu heiß. Immer

häufiger ist zu vernehmen, dass jetzt nur

noch eine Art Ökodiktatur helfen könne.

Mag sein. Ich weiß es ja auch nicht besser.

Mirgeht es hier allein um seltener ventilierte

Durchsetzungsdetails einer Radikaltotalumstellung.

Manche Menschen mögen nämlich keinen

Schmerz und würden gern verschont.

Nicht jeder hat das Talent für Opfer und Verzicht.

Maximale Kompromisslosigkeit

dürfte, was Jobs, Geld, Bratwurst und Fahrspaß

betrifft, vielen sehr wehtun. Negative

Kräfte könnten versuchen, dieses Massen-

CDU

Verstörte

Partei

Daniela Vates

sieht, dass auch die Christdemokraten zurzeit nicht gerade

Frische, Mut und Begeisterung ausstrahlen.

Die„soziale Marktwirtschaft“ steht plakativ

und gähnend theoretisch als Überschrift

bereit. Darunter hat die CDU alte Symbole abgeräumt,

die zum Festhalten taugten, wie die

Atomkraft und die Wehrpflicht. Eigene neue

Schwerpunkte hat sie kaum gesetzt. Das lag

auch daran, dass die bisherige Parteichefin

Angela Merkel als Bundeskanzlerin den Regierungskompromiss

gleich mitdachte.

Mühsam hat nun die neue Parteichefin

Annegret Kramp-Karrenbauer nach ihrer

Wahl versucht, die Risse in der CDU zu kitten.

Sie hat um Friedrich-Merz-Anhänger,

Flüchtlingspolitik-Enttäuschte und Merkel-

Verachter geworben. Aber so einfach ist das

nicht mit dem Umarmen: Die Hinwendung

nach rechts enttäuschte die Mitte.

KOLUMNE

Trotzki

und die

Klimarettung

André Mielke

Autor

missvergnügen auszunutzen. Gewiss, dagegen

ließen sich Bewusstseinsverbesserungsprogramme

auflegen. Demokratisch ist

dann, weroder was dem objektiven Interesse

der Menschheit folgt beziehungsweise den

Ratschlüssen des Krisenkommissariats.Freiheit

ist die Einsicht in die Notständigkeit.

Dennoch bleibt zu befürchten, dass Bürger

sich gegen die Nachrangigkeit ihrer Lebensplanungen

aufbäumen. Womöglich bedarf

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Wie schwierig es für die CDU ist, beide

Enden zusammenzubinden, zeigt sich auch

beim Klimaschutz. MitWucht ist es durch die

Schülerdemonstrationen auf der Tagesordnung

gelandet. Die CDU-Spitze verkroch

sich, Positionspapiere wurden angekündigt

und wieder verschoben, gerade diese Woche

erneut.

Das liegt an über Jahren ungelösten Konflikten

und an eingeübten Reflexen: Beim

Thema Steuerngehen in Teilen der CDU sofort

die roten Warnlampen an und verhindern

jedes weitere Nachdenken. Außerdem

warnen die ostdeutschen Wahlkämpfer, der

Klimaschutz sei der falsche Schwerpunkt im

schwierigen Kampf gegen die AfD. InWestdeutschland

haben dagegen die Grünen der

Union die Wähler abspenstig gemacht.

Es ist ein Konflikt, der für eine Parteichefin

kaum zu gewinnen ist. Abwarten statt Zupacken

wirddaraus.Das entzweit die Partei zwar

nicht erneut, aber es lähmt sie. Und es stärkt

die Unruhe,weilesdie Sehnsucht nach einer

starken Führung befördert. Dass die dann nur

akzeptiert wird, wenn sie die eigenen Ideen

unterstützt, gehörtauch zur Geschichte dazu.

Frische, Mut und Begeisterung sowie die

Kraft für neue Ideenstrahlt eine solche Partei

dann eben gerade nicht aus, selbst wenn die

Parteichefin den Tonändert und auch mal

Fehler einräumt. Das Video des Youtubers

Rezo mitdem Titel„Zerstörung der CDU“ hat

die Partei auch deswegen so aus dem Konzept

gebracht, weil es diesen Mangel so klar vor

Augen führte. Aneinem Ende der Regierung

kann die CDU eigentlich kein Interesse haben.

Sie müsste sich stabilisieren und inhaltlich

besinnen. Stabilität predigt die CDU in

diesen Tagen. Letztlich ist es eher ein Wettbewerb

darum, werinder GroKozuerst die Nervenverliert.

es einer Behörde, die solche Elemente neutralisiert.

Die Mehrheit wird davon wenig

mitbekommen. Deutsche, das lehrt die Geschichte,

können sehr diszipliniert sein,

wenn es ums Ganzegeht.

Dann naht, da bin ich zuversichtlich, der

Moment, in dem Deutschland alles Erdenkliche

unternimmt. Der Moment, in dem es,

wie schon bei der Flüchtlingskrise, verblüfft

feststellt, dass es auf der Erde noch andere

Staaten gibt und viele davon dem leuchtenden

Beispiel unzureichend folgen. In dem es

bemerkt, dass moralisch unreife Facharbeiter,

Ärzte und Ingenieure von dannen ziehen,

dorthin, wo sie ihren überkommenen

Wohlstandsbegriff noch ausleben können.

Ich sage es ungern, aber angesichts der

Staatsstabilität könnte es geboten sein, die

Grenzen nach innen zu sichern.

Die russischen Revolutionäre Stalin und

Trotzki hatten eine Kontroverse. Stalin sagte,

jedes Land möge seinen Systemwechsel nach

eigenem Gusto durchziehen. Trotzki fand,

derlei müsse schnellstmöglich in alle Welt exportiert

werden. Sonst funktioniere esnicht.

Stalin hatte seinen Versuch. ZurKlimarettung

wärenunTrotzki in Anschlag zu bringen, etwa

gegen Amerikaner, Inder und Chinesen.

Keine Verhandlungen, wie gesagt. Deutschland

müsste die Klimaschädlinge seinem besseren

Wollen und Wissen unterwerfen. Oder

zumindest ein polnisches Kohlekraftwerk

bombardieren. Aber ach, mit welcher Armee?

Insoweit stimme ich oben genannten Thesen

zu: DieserWegwirdkeinleichtersein.

„Man kann aus einer

Koalition nicht austreten,

wenn man keinen

Parteivorsitzenden hat.

Wie soll das gehen?“

Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef

im Bundestag, sieht den Fortbestand der

großen Koalition schon allein aus formalen Gründen

zunächst gesichert.

AUSLESE

China und der

Tiananmen

Am4.Juni 1989 schlug die chinesische

Regierung die friedlichen Proteste auf

dem Platz des Himmlischen Friedens

brutal nieder.Die liberal-konservativedänische

Tageszeitung Berlingske kommentiertden

Jahrestag mit einer Warnung vor

China.„Als wir China 2001 in dieWelthandelsorganisation

(WTO) einluden, dachten

viele, dass die Integration in die globale

Marktwirtschaft mit der Zeit zu einer

politischen Liberalisierung führen

würde“, schreibt das Blatt. „Das ist nicht

passiert. Stattdessen haben wir eine neue

Artvon Bedrohung bekommen, durch einen

kommunistischen Einparteienstaat,

der es geschafft hat, eine strenge staatliche

Kontrolle der Wirtschaft mit dem Kapitalismus

zu verbinden.“

Der Tagesspiegel argumentiertähnlich.

„China hat bereits den Wettkampf der politischen

Systeme ausgerufen“, heißt es

dort. „Unter Staats- und Parteichef Xi Jinping

hat sich das bevölkerungsreichste

Land der Welt offen von westlichen Werten

wie Demokratie und Menschenrechten

losgesagt ... Auch deshalb muss sich

Deutschland fragen, ob es technologische

Schlüsselkompetenzen wie die 5G-Netze

in Chinas Hand geben will.“ Für das Handelsblatt

ist der Begriff Tiananmen –Platz

des Himmlischen Friedens –ein Symbol

für westliche Irrtümer im Umgang mit

China: „Es war ein Fehlkalkül ... anzunehmen,

die Chinesen würden mit wachsendem

Wohlstand westliche ... Werte verinnerlichen.“

Christine Dankbar

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Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Bundeswehr und Polizei

üben in Brandenburg

eine extreme

Ausnahmesituation

Seite 16

Starke Bilder: Fotografin hilft krebskranken Frauen Seite 10

Klare Worte: Die Deutsche Wohnen verliert mal wieder vor Gericht Seite 14

Stadtbild

Schnee im

Hochsommer

Torsten Landsberg

trägt zurzeit ein weißes

Federkleid.

Dichtes Schneetreiben bei über

dreißig Grad? So verrückt steht

es zum Glück noch nicht um den Klimawandel.

Doch die Mutmaßungen

darüber, was da momentan in weißen

Massen durch die Luft weht, teils

so dicht wie ein Theatervorhang,

treiben tatsächlich wilde Blüten. Es

sind Pollen, meinen die einen. Vom

Wind verwehte Pusteblumen, sagen

die anderen –auch wenn nirgends

auch nur annähernd so viel Löwenzahn

wächst, um diesen Schwarm

einleuchtend erklären zu können.

Dieweiße Invasion überzieht Liegewiesen

und bedeckt die Oberfläche

von Seen. Werindiesen Tagen

nach ein paar Schwimmzügen aus

dem noch frischen Weißen See

steigt, trägt sogleich ein weißes Federkleid

am Körper. Eshandelt sich

um Pappelsamen oder –ihrem watteartigen

Erscheinen nach –Pappelwolle

oder -flaum. Da der Baum zu

den Frühblühern zählt, sind seine

Pollen schon keine Gefahr mehr,Allergiker

müssen die weißen Puschel

also nicht drastischer meiden als alle

anderen. So ganz ohne sind die

Knäuel trotzdem nicht: Sie heften

sich aufmüpfig an Kleidung und

Haare, lassen sich beim Einatmen

bereitwillig in die Nase ziehen und

fliegen immer dann in die Augen,

wenn man auf dem Fahrrad sitzt.

Der frankophile Preußenkönig

Friedrich der Große ließ Pappeln

einst im Park Sanssouci am Neuen

Palais pflanzen, um ein mediterranes

Ambiente zu schaffen. Unter seinem

ungeliebten Neffen und Nachfolger

Friedrich Wilhelm II. standen

sie am Marmorpalais und säumten

die ersten Staatschausseen von Berlin

nach Brandenburg und Frankfurt/Oder.

Inden Landschaftsgärten

verbreitete sich die Pappel rasch –

bis sie im Alter ihre Anmut verlor

und im 19. Jahrhundert als prätentiös

und ermüdend galt.

Die Pappel stand schon damals

im Ruf, aggressiv andere Bäume zu

verdrängen, was angesichts der gegenwärtigen

Ausbreitung ihrer Samen

schlüssig scheint. Mitdem Alter

werden Pappeln zudem brüchig,

weshalb sie oft vorsorglich gefällt

werden. Selbst in der Pappelallee

stehen kaum noch Pappeln. Die

Wolle löst sich übrigens bei Regen

auf, damit sich die Fruchtkapseln

öffnen. Bleibt der Regen aus,können

sich die Pappelsamen in der heißen

Sommersonne selbst entzünden. Da

bietet es sich doch an, lieber in Seenähe

zu verweilen und in Kauf zu

nehmen, nach dem Bad wie geteert

und gefedertauszusehen.

Leichte Flocken: Pappelsamen können

nerven –und brennen.

STICKFORTH

Alltag für viele Pendler:zahflüssiger Verkehr auf der Stadtautobahn –hier die A100 in Wilmersdorf.

Mieten treiben Berliner in den Stau

Der Pendlerverkehr auf den Straßen nimmt zu, so eine Analyse. Wielässt sich das Problem lösen?

VonPeter Neumann

Stau auf der Treskowallee in

Karlshorst, Stau auf der Gertraudenstraße

in Mitte, Stau

auf der Sonnenallee – um

nur drei Beispiele zu nennen. Dienstag

war ein ganz normaler TaginBerlin.

Wieder war die Lagekarte der Verkehrsinformationszentrale

Berlin im

Internet reichlich mit roten Flecken

gesprenkelt, und rot bedeutet: Stillstand.

Ein Hersteller von Navigationsgeräten

hat nun errechnet, wie

viel Zeit der durchschnittliche Berliner

Auto-Pendler im vergangenen

Jahr im Stau verloren hat: Es waren

rund 103 Stunden. Dasgeht aus dem

neuen TomTom-Traffic-Index hervor,

der nun veröffentlicht worden ist.

So schlimm wie im indischen

Mumbai, das in dem Negativ-Ranking

unter weltweit 403 Städten den

ersten Rang einnimmt, ist der Berliner

Verkehr zwar nicht. Doch wenn

die Analyse auf die 25 untersuchten

deutschen Städte beschränkt wird,

steht Berlin nicht gut da. Denn im nationalen

Vergleich findet sich die

Hauptstadt hinter Hamburgauf dem

zweitschlechtesten Platz wieder.

Kaum Platz für neue Straßen

Stau-Städte –TomTom Traffic Index,

Durchschnittliche Fahrzeitverlängerungen durch Staus 2018, Basis: 403 Städte in 56 Ländern

1. Mumbai (Indien)

2. Bogota (Kolumbien)

3. Lima (Peru)

... ... ... ...

40. London (Großbritannien)

67. Hamburg

91. Berlin

110. München

In Berlin mussten Autofahrer im vergangenen

Jahr im Tagesdurchschnitt

31 Prozent mehr Fahrzeit einplanen,

als auf freien Straßen nötig gewesen

wären. Dasist ein Prozentpunkt mehr

als 2017. Die hohen Mietsteigerungen,

im Durchschnitt 6,47 Prozent,

könnten dazu beigetragen haben,

hieß es.Auch andereStädte,indenen

die Wohnkosten stark zugenommen

haben, schneiden schlecht ab.Möglicher

Grund: Hohe Mieten treiben

Menschen ins Umland, die Pendlerstrecken

werden länger, der Verkehr

nimmt zu –Staus entstehen.

WerinBerlin ausschließlich während

der Stoßzeiten Auto fährt, hatte

noch größere Fahrzeitverlängerungen

zu ertragen: im Wochendurchschnitt

morgens 48, abends sogar

56 Prozent. „Besonders viel Zeit haben

Fahrer auf der Karl-Marx-Straße,

der Leipziger Straße, der Hermannstraße,dem

Tempelhofer Damm, der

Hermannstraße und der Seestraße

verloren“, so die Auswertung. „Wir

schöpfen aus verschiedenen Quellen“,

erklärte Firmensprecher

Tobias Kuderna.

Sie liefern anonymisierte

Daten, die

Aufschluss über die

Belastung von Straßen

und das dort

31%

30%

AUF DEM ZWEITSCHLECHTESTEN PLATZ

Mehr Autos unterwegs: Dass der Verkehr

umweltfreundlicher werden muss, wird längst

nicht mehr nur in grünen Sonntagsreden gefordert.

Doch die Entwicklung ging auch

2018 in die andere Richtung,heißt es im aktuellen

TomTom Traffic Index. „Insgesamt verzeichnen

wir eine Zunahme der Verkehrsbelastung“,

hieß es. Empfohlen werden Fahrgemeinschaften

und „Navi an bei jeder Fahrt“ –

nicht ungewöhnlich für einen Navi-Hersteller.

gefahrene Tempo

geben. Da sind zum

einen die TomTom-Navigationsgeräte,die

in vielen

Autosfest eingebaut sind.

Die Navis gibt es auch als App.

Dann übermitteln die Mobiltelefone

die Daten –ebenfalls in einer Form,

die keine Rückschlüsse auf die Besitzerermöglicht.

Auch die Strecken ließen

sich nicht nachvollziehen, für die

Auswertung werden dieRoutendaten

in viele Abschnitte zerstückelt. Geräte

des niederländischen Unternehmens

lotsen auch Lieferwagen und andere

33%

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58%

63%

BLZ/GALANTY; QUELLE: TOMTOM

Wohnkosten beeinflussen den Verkehr:

„Städte, in denen der Mietpreis pro Quadratmeter

besonders hoch ist oder in den letzten

Jahren stark gestiegen ist, landen im Traffic

Indexauf den vorderen Plätzen“, so TomTom.

Dazu zählen Hamburg (Platz 1), Berlin (2),

Stuttgart(5), München (6) und Frankfurtam

Main (8). Wenn es teurer wird, im Zentrum zu

wohnen, ziehen PendlerinAußenbezirkeoder

ins Umland. Das belastet die Straßen.

65%

Fahrzeugflotten über die

Straßen. So kam eine

große Menge vonInformationen

zusammen.

Jedes Mal wurde verglichen,

wie viel Zeit

ein Fahrtabschnitt in

IMAGO IMAGES

Anspruch nähme,

wenn die Straße leer

wäre –und wie lange die

Fahrt dann tatsächlich gedauerthat.

„Insgesamt hat Tom-

Tomdie Reisezeit von unglaublichen

3305 251 000 Kilometern, die 2018

real auf deutschen Straßen zurückgelegt

wurden, ausgerechnet“, erläuterte

Kuderna. „Für Berlin waren es

mehr als 400 Millionen Kilometer.“

Wegen der großen Datenbasis

könnten Vergleiche schwierig sein,

hieß es. Inder Tatweichen andere

Statistiken vom TomTom-Traffic-Index

ab.Sohat derVerkehrsinformationsanbieter

Inrixerrechnet, dass Berliner

Autofahrer im vergangenen Jahr

im Schnitt 154 Stunden im Stau standen–mehr

alsbei TomTom.

Aber wasbringen solche Analysen

überhaupt? Gehen sie nicht von unrealistischen

Annahmen aus? Zumindest

tagsüber sind Straßennie so leer,

dass dort niemand unterwegs ist.

Ebenso unrealistisch ist die Einschätzung,

dass sich die Stausdurch einen

massiven Ausbau des Straßennetzes

auflösen ließen, sagte Heinrich Strößenreuther

von der Initiative Clevere

Städte.„DieErfahrung zeigt: Jede neu

gebaute Straße füllt sich rasch wieder.

Und: Wo gäbe es in Berlin Platz dafür?“

Richtig sei, dass das Straßennetz

überlastet sei. Doch es gebe keine Alternative:

weniger Autos, dafür mehr

Platz für Verkehrsmittel, die den

knappen Platz in der Stadt effizienter

nutzen –Fahrräder,Busse,Bahnen.

Autosblockierensich oft selbst

„Die Ergebnisse für Berlin sind wenig

erstaunlich“, pflichtete Tilmann Heuservom

Bund für Umwelt und Naturschutz

Deutschland (BUND) bei.

Wenn die Zahl der Einwohner sowie

Erwerbstätigen zunimmt und das

Wohnen im Zentrum dank steigender

Mieten teurer wird, nehme der Verkehr

zu –das sei „erwartbar“. Keinen

Aufschluss gebe die Statistik darüber,

was zu dem Anstieg der Fahrzeitverlängerungen

geführt hat. Trugen

nicht auch Blockaden durch Zweite-

Reihe-Parker dazu bei? „Der Autoverkehr

blockiert sich selbst, gerade in

einer wachsenden Stadt.“

Der FDP-Verkehrspolitiker Henner

Schmidt hält neue Straßen

„punktuell“ für nötig. Zwischen Marzahn

und Köpenick müsse die Lücke

in der Tangentialverbindung Ost geschlossen,

die Autobahn A100 weiter

in den Osten verlängert werden, forderte

er.Auch das Bahnnetz sei unzureichend:

DasWachstum findet auch

immer mehr im Umland statt. Darum

braucht Berlin einen schnellen Ausbau

des Schienenverkehrs.“

Peter Neumann

ist in Berlin schon lange

nicht mehr Auto gefahren.

NACHRICHTEN

Immer mehr Lehrer

arbeiten in Teilzeit

Trotz Lehrermangels arbeiten immer

mehr Pädagogen inTeilzeit. Im Schuljahr

2014/15 habe lediglich jede

vierte Lehrkraft mit reduziertem

Stundenumfang gearbeitet, nämlich

6944 von28751. Im laufenden

Schuljahr arbeite bereits fast jeder

dritte Lehrer in Teilzeit und zwar genau

9492 von32312 Lehrern.

„Würde jedeTeilzeitlehrkraft nur zwei

Stunden mehr proWoche erteilen,

wäreetwaein Drittel des Einstellungsbedarfes

bereits gedeckt“, sagte

Linke-Bildungspolitikerin Regina

Kittler, diedie Zahlen mittels einer

parlamentarischen Anfrage ermittelt

hat. DieGründe für die viele Teilzeitarbeit

seien genau zu erfassen. (mak.)

Feuerwehr fischt

Entenküken aus Gully

Für die Rettung vonacht Entenküken

hat sich ein Feuerwehrmann am

Dienstag kopfüber in einen Gully in

Rudowgehängt.„Seine Kollegen hielten

ihn an den Beinen fest, während

er die Entenmit den Händen aus dem

Regenwassersammelbehälter

fischte“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.Die

Küken seien unverletzt. Die

Entenmutter,vier weitereEnten-Geschwister

und die acht Unglücksküken

wurden nach der Rettungauf einem

nahe gelegenen Teich zusammengeführt.

Mithilfe der Berliner

Wasserbetriebe konnte ausgeschlossen

werden,dass sich weitereEnten

in dem Schacht befanden. (dpa)

Hilfe für Menschen

ohne Krankenversicherung

Berlin stellt weitereHilfen für Menschen

ohne Krankenversicherung bereit.„Ich

bin sehr froh, dass seit letzter

Woche auch Menschen ohne Krankenversicherung

eine medizinische

Behandlung bekommen können“,

teilte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci

(SPD) mit. Diezuständige Beratungsstelle

habe vorwenigen Tagen

die ersten Scheine zur Kostenübernahme

ausgestellt. So könne etwa die

Krebstherapie bei einem nicht krankenversicherten

und wohnungslosen

Mann beginnen. (dpa)

Lufthansa Technik

verlängertMietvertrag

DieLufthansa Technik hat ihren

Mietvertrag bis 2022 auf dem Flughafen

Berlin BrandenburginSchönefeld

verlängert. Damit habe das Unternehmen

mehr Spielraum, die Zukunft

desWartungsgeschäfts mit 60

MitarbeiterninBerlinzuplanen,

teilte die Flughafen GmbH am Dienstagmit.InderWerkstatt

werden Komponenten

für Flugzeugtriebwerkegewartet.

(dpa)

Riesentechnik wird in Berlin gewartet.

Hier eine Boeing 747

IMAGO IMAGES


10 * Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Berlin

Schön und stark: Die Fotografin Franziska Günther porträtiertFrauen, die an Krebs erkrankt sind. Sie will ihnen wieder Zuversicht geben.

FRANZISKA GÜNTHER

Mut zur Selbstliebe

Mit ihrem Projekt „Schön &Stark“ will die Fotografin Franziska Günther krebskranken Frauen wieder zu mehr Selbstliebe und Zuversicht verhelfen

VonKristin Hermann, Brandenburg/Havel

Für Martina Mistler ist es ein

besonderer Tag. Zwar ist es

nicht das erste Mal, dass sie

sich für ein Shooting vorder

Fotografin Franziska Günther auszieht,

trotzdem weiß sie,dass die Bilder

dieses Malganz anders aussehen

werden. „Vollständiger“, wie sie sagt.

Die49-Jährige hat bis voreinigen

Monaten Brustkrebs gehabt und

musste sich deshalb ihre linke Brust

abnehmen und wieder aufbauen

lassen. Doch bis jetzt fehlte ein entscheidendes

Detail, um sich wieder

wohlzufühlen: die Brustwarze.Diese

hat sich Mistler nun bei einer Kosmetikerin

pigmentieren lassen. Das

Ergebnis möchte die Berlinerin in einem

Foto festhalten.

Dafür ist sie an diesem Tagindas

Studio von Franziska Günther in

Brandenburg ander Havel gekommen.

Vor einigen Monaten hat die

Fotografin das Projekt mit dem Namen

„Schön &Stark“ ins Leben gerufen,

für das sie Menschen kostenlos

fotografiert, die an Krebs erkrankt

sind. Ihre Bilder zeigen lebensfrohe

Frauen mit rotem Lippenstift und

buntem Schmuck, die in die Kamera

lachen. Es gibt aber auch sensible

Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die die

Narben der Erkrankten abbilden. In

einem Lebensabschnitt, den Betroffene

normalerweise ungern fotografisch

in Erinnerung behalten, soll die

Teilnahme an dem Projekt den

Frauen Freude machen und sie mit

ihrem angegriffenen Selbstbild versöhnen,

ihnen durch einen neuen

Blick auf ihren Körper auch wieder

Zuversicht geben, schreibt Franziska

Günther auf ihrer Internetseite.

Wochenlange Ungewissheit

Martina Mistler ist genau dort auf

das Angebot aufmerksam geworden.

Das war zu einer Zeit, in der sie gerade

das Schlimmste hinter sich gebracht

hatte. ImSommer 2017 spürt

die heute 49-Jährige, dass irgendetwas

mit ihrer linken Brust nicht

stimmt. Zwar kann sie keinen Knoten

ertasten, doch die Brust riecht

komisch. „Ich habe erstmal gedacht,

das sei eine hormonelle Schwankung“,

sagt sie. Als einige Zeit später

die Brustwarze zu bluten beginnt,

sucht Mistler das erste Mal einen

Arzt auf. Was folgt, ist die wochenlange

Ungewissheit, was mit ihr los

ist. Auf dem Ultraschall und der

Mammografie erkennt der behandelnde

Arzt nichts. Mistler holt eine

Zweitmeinung ein. Kurz vor Weihnachten

steht fest: Sie hat Brustkrebs.

„Scheiße, ich muss sterben“, ist

ihreerste Reaktion auf die Diagnose.

Sie selbst und ihr Umfeld seien zunächst

einmal in ein Loch gefallen.

Doch kurze Zeit darauf entwickelt

Mistler Kampfgeist. Sterben ist keine

Option, sagt sie sich immer wieder.

Sie hat Glück im Unglück. „Eine

Chemo war schnell vom Tisch. Ich

hatte einen hormonbedingten

Krebs,der relativ gut behandelbar ist

und meistens nicht tödlich verläuft“,

erzählt sie.

Dauerpatientin in der Klinik

Leicht werden die darauffolgenden

Wochen trotzdem nicht. Mistler

muss sich mit dem Gedanken anfreunden,

ihre linke Brust zu verlieren.

Zwar wirddiese während derselben

Operation mit Hilfe eines Implantats

rekonstruiert, doch die Optik

und das Empfinden sind nicht

mehr wie vorher. Mistler weint viel

zu dieser Zeit. „Es wäre vielleicht

leichter gewesen, wenn ich eine ganz

kleine oder eine Hängebrust gehabt

hätte. Aber ich hatte eine echt

schöne Brust, die ich auch betrauert

habe. Esgab Zeiten, da bin ich aus

der Dusche gekommen und habe gedacht,

das kann nie wieder jemand

schön finden“, sagt sie.

Komplikationen nach der ersten

Operation verschlimmern die Situation.

Die Wunden heilen nicht.

15 Wochen lang kann Martina Mistler

nicht richtig duschen, sie ist Dauerpatientin

im Krankenhaus und immer

wieder auf die Hilfe vonFamilie

und Freunden angewiesen. Eine

Zeit, die sie noch jetzt an ihre Grenzen

bringt, wenn sie daran zurückdenkt.

„Es war die Hölle“, sagt sie.

Eine zweite Operation wird notwendig,

bei der die Ärzte ein kleineres Silikonkissen

einsetzen. Mistler übersteht

den Eingriff besser als vorher,

bereits nach einerWoche können die

Fäden gezogen werden. Mittlerweile

ist sie krebsfrei.

Die 49-Jährige, die viel Wert auf

ihr Äußeres legt, fängt Stück für

Hilfe und Austausch: Am kommenden Donnerstag

findet wieder der jährliche German

Cancer Survivors Day(Deutscher Tagder

Krebsüberlebenden) im SonyCenter am

Potsdamer Platz statt. Organisiertwird die

Veranstaltung seit 2015 vonder Deutschen

Krebsstiftung.Ziel ist es, Menschen Mut zu

machen, mit der Krankheit selbstbewusst

umzugehen und sie als Lebenssituation in

den Alltag zu integrieren. Die Teilnahme am

GCSD ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht

erforderlich.

TAG DER KREBSÜBERLEBENDEN

Nach dem Abitur erlernte Franziska Günther in Iphofen (Unterfranken) den Beruf der Fotografin.

Nach zehn Jahren in Bayernkehrte sie 2010 in ihre Heimatstadt Brandenburg

an der Havel zurück und eröffnete dort2012 ein Fotostudio.

FRANZISKA GÜNTHER

„Eine Krebserkrankung bedeutet immer einen

massiven Einschnitt in das Leben der Betroffenen

in jeder Hinsicht: Körperlich, emotional,

gedanklich, bis hin in soziale Beziehungen

und Berufstätigkeit steht mit einem Mal

alles auf dem Prüfstand.“

Fotografin Franziska Günther über ihr Projekt

„Schön &Stark“ für Frauen mit Krebs

Infos und Vorträge: Zwischen 11 und 18 Uhr

gibt es verschiedene Vorträge. Dortsprechen

zahlreiche Krebsüberlebende öffentlich über

ihre persönlichen Alltagsstrategien. Begleitet

werden sie vonExperten, die ihnen während

der Erkrankung geholfen haben. Infostände

und Angebote vonSelbsthilfegruppen ergänzen

das Angebot an diesem besonderen Tag.

Auch Fotografin Franziska Günther und Martina

Mistler wollen beim German Cancer Survivors

Daymit einem Stand für ihr Projekt

werben.

Stück an, ihre linke Brust zu akzeptieren.

Durch die Krankheit habe sie

noch etwas gelernt: mehr Gelassenheit.

Das Shooting bei Franziska

Günther kommt für sie zur richtigen

Zeit. „Das war etwas ganz Besonderes

für mich. Ich hatte endlich Fotos

vonmeinem neuen Ichinder Hand,

die ich wirklich schön fand und die

mir geholfen haben, das neue Aussehen

der Brust zu akzeptieren“, sagt

sie.

Finanziert wird „Schön &Stark“

über Spender, die die Fotografin

Franziska Günther und ihreMitstreiterinnen

weiterhin suchen. Die Idee

zu dem Projekt existierte in der Vorstellungskraft

der Fotografin schon

länger –seitdem sie im Jahr 2015 eine

langjährige Kundin fotografierte, die

Brustkrebs hatte. Das habe ihr gezeigt,

dass es Ereignisse im Leben

gebe, die einen Menschen völlig aus

der Bahn werfen und alles in Frage

stellen, sagt sie.

Zu Beginn habe Franziska Günther

jedoch keine Teilnehmer finden

können, die sich so verletzlich aufnehmen

lassen wollten. „Im vergangenen

Jahr haben wir es dann noch

einmal versucht und haben seitdem

gut zu tun“, sagt die Fotografin. Die

Frauen kommen aus ganz Deutschland

nach Brandenburg ander Havel.„Es

wäreschön, wenn noch mehr

Frauen und Männer aus Brandenburgund

Berlin auf uns aufmerksam

werden“, sagt Günther. Angedockt

ist das Projekt an den Demokratischen

Frauenbund in Brandenburg.

Für sie als Fotografin sei das Projekt

eine neue Herausforderung neben

ihrer normalen Arbeit. „Ich

wollte nicht immer nur glückliche

Menschen für Hochzeiten oder Geburtstage

fotografieren“, sagt die 37-

Jährige zu ihren Beweggründen.

„Ziel ist es,trotz der schweren Krankheit

den Menschen Aufnahmen mitzugeben,

mit denen sie wieder mehr

Selbstliebe entwickeln können.“

Styling und Beratung

Damit sich die Teilnehmenden

wohlfühlen, gibt es an einem Shooting-Tag

ein Rundum-sorglos-Paket.

Neben Franziska Günther kümmern

sich eine Visagistin und eine Psychologin,

die insgesamt drei Beratungstermine

für die Betroffenen anbieten,

um die Frauen. „Wir nehmen

uns an diesem Tagalle Zeit, die die

Frauen brauchen. Durch das Styling

tauen viele von ihnen relativ schnell

auf“, sagt Günther. Termine vereinbart

das Team ausschließlich montags.

Indiesem Jahr hätten sich bereits

elf Frauen fotografieren lassen –

sie alle hatten oder haben Brustkrebs.

Das Projekt sei aber auch für

Frauen und Männer mit anderen

Krebserkrankungen offen.

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Wie sich die Frauen fotografieren

lassen wollen, bleibt ihnen überlassen.

Die meisten Frauen starten für

die Aufnahmen in Kleidung oder Unterwäsche.

Doch dann entwickeln

sie im Laufe des Foto-Shootings ein

gutes Gefühl dafür, sich nackt und

mit den Narben ihrer Krankheit zeigen

zu wollen. DerKrebs hat sie auch

stärker gemacht.

Mehr Informationen über das Fotoprojekt

„Schön &Stark“ vonFranziska Günther in Brandenburgander

Havelgibt es im Internet unter

www.schönundstark.deoder telefonisch unter

03381/347053.


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 11 *

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Berlin

Gesetz für

diskriminierte

Menschen

Berlin setzt Zeichen

gegen Benachteiligung

VonMelanie Reinsch

Berlin bekommt als erstes Bundesland

ein Landesantidiskriminierungsgesetz

(LADG). Der Senat

hat am Dienstag nach Vorlage des

Justiz- und Antidiskriminierungssenators

Dirk Behrendt (Grüne) einen

entsprechenden Entwurf beschlossen,

nun muss er noch im Abgeordnetenhaus

abgestimmt werden.

„Damit setzen wir ein richtiges

und wichtiges Zeichen gegen Diskriminierung“,

sagte Behrendt. Ziel sei,

den Schutz vor Diskriminierung zu

verbessern und Chancengleichheit

herzustellen. „Berlin schafft ein Diskriminierungsverbot

im Rahmen öffentlich-rechtlichen

Handels und

macht eine Kultur der Wertschätzung

vonVielfalt zum Leitprinzip der

Berliner Verwaltung“, erklärte der

Senator weiter. Erhofft zudem, dass

sich auch andere Bundesländer an

diesem Gesetz ein Beispiel nehmen.

Das neue Gesetz soll Menschen

vor Diskriminierung aufgrund rassistischer

Zuschreibungen, der ethnischen

Herkunft, des Geschlechts,

der Religion und Weltanschauung,

einer chronischen Erkrankung, des

Alters, der Sprache, der sexuellen

und geschlechtlichen Identität sowie

des sozialen Status schützen.

Betroffene, die sich zum Beispiel

von der Polizei, in Behörden oder

Schulen benachteiligt sehen, haben

nun ein Instrument, um dagegen

vorzugehen. Es gilt in der Berliner

Verwaltung, für landesunmittelbare

öffentlich-rechtliche Körperschaften,

Anstalten und Stiftungen sowie

Justizsenator DirkBehrendt

MARKUS WÄCHTER

für Gerichte oder die Staatsanwaltschaft.

Im Vergleich zum Allgemeinen

Gleichbehandlungsgesetz (AGG),

beschränkt sich das neue Landesgesetz

nicht auf die Erwerbstätigkeit

und den Privatrechtsverkehr. Im

AGG fehlt ein entsprechender

Schutz für Sicherheitsbehörden oder

das staatliche Bildungswesen. „Das

LADG füllt diese Schutzlücke nun

aus“, betonte Behrendt.

Für die Bürger bedeutet das,dass

sie durch das Gesetz auch Anspruch

auf Schadenersatz und Entschädigung

–das sogenannte Schmerzensgeld

–bekommen. Das läge durchaus

schon mal im vierstelligen Bereich,

so Behrendt. Dazu genügt es,

dass Tatsachen glaubhaft gemacht

werden können, die dasVorliegen eines

Verstoßes wahrscheinlich machen.

„Racial Profiling“, also das

Agieren vonPolizei oder Sicherheitsbehörden

nach Stereotypen und äußerlichen

Merkmalen, gehört zum

Beispiel dazu. Oder wenn Genehmigungen

bei dem einen erteilt wurden

und bei einem anderen nicht.

Die Verjährungsfrist, um Diskriminierungsfälle

zu melden, beträgt

ein Jahr. Sohätte man ausreichend

Zeit, sich über die Möglichkeiten zu

informieren, sagte Behrendt.

Zudem soll eine Ombudsstelle

eingerichtet werden, die betroffenen

Menschen die Möglichkeit eröffnet,

sich bei der Durchsetzung ihrer

Rechte Informationen zu holen und

sich dabei unterstützend beraten zu

lassen.

Die Gäste des Hoffestes wurden bestens unterhalten –und genossen den Abend vor der Kulisse des Roten Rathauses.

Senat fördert neue Heizungen und grüne Dächer

VonAnnika Leister

Klimaschutz ist das große politische

Thema, verbunden wird es

vor allem mit den Grünen. Die Bundespartei

profitiert davon zurzeit,

ganz ohne Regierungsverantwortung

tragen zu müssen. DenBerliner

Grünen geht es anders: Nach den Rekordergebnissen

bei der Europawahl

stehen sie in der Bringschuld.

Gerade zur richtigen Zeit kommen

da zwei Förderprogramme, die

schon lange angedacht sind und die

der Senat auf Antrag von Umweltund

Verkehrssenatorin Regine Günther

(parteilos,für Grüne) am Dienstag

beschlossen hat: ein Förderprogramm

zum Austausch von Ölheizungen

und eines zur Förderung von

begrünten Dächern inBerlin. Beide

Programme richten sich an Hauseigentümer.

Im Heizungsaustauschprogramm

sollen Ölheizungen durch

umwelt- und klimafreundliche Energien

ersetzt werden, möglichst mit

Erneuerbaren Energie-Systemen wie

Wärmepumpen, Holzpelletkesseln

oder Solarthermie. Rund 66 000 Ölheizungen

gibt es laut Umweltverwaltung

in Berlin, die meisten von

ihnen in den Außenbezirken. 1,2

Gewitterstimmung

Beim Hoffest im Roten Rathaus sorgt der Zustand der SPD für Gesprächsstoff unter den Gästen

VonMelanie Reinsch

Espasst ein bisschen zur aktuellen

Stimmung in der

SPD,dass beim traditionellen

Hoffest im Roten Rathaus

der Wetterdienst vorab vor

Hitzewarnte.Auch mit Gewitternsei

zu rechnen. Dass es dann aber doch

nicht so kam, kann vielleicht auch

als gutes Zeichen gewertet werden.

Gewitterstimmung, Hitze – so

kann man den Zustand in der SPD

knapp zusammenfassen, nachdem

sich die SPD-Chefin Andrea Nahles

überraschend aus dem Politikbetrieb

zurückgezogen hat. DasThema

spielte daher auch beim Sommerfest

am Dienstagabend eine Rolle. Die

Party zuder der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD) in alter

Tradition kurz vor der Sommerpause

einlädt und bei der sich neben

verdienten BürgernVertreter aus Politik,

Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft,

Sportund Medien treffen.

Die Krise der Sozialdemokraten –

so ganz aussperren konnte man sie

am Dienstag auch nicht aus dem Roten

Rathaus. Über Politik, da reden

allerdings die meisten lieber im intimen

Kreis.Die einen rufen das Ende

Der Gastgeber:Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). CHRISTIAN SCHULZ

der großen Koalition aus, die anderen

rufen nach Doppelspitzen und

Urwahlen, Mitgliederbefragungen

und Kurswechseln. „Ich wünsche

mir von der SPD, dass sie die Führungsfrage

schnell klärt und die

Hängepartie zügig beendet, um

nicht noch mehr Vertrauen zu verlieren“,

sagte KaiWegner,seit MaiLandesvorsitzender

der Berliner CDU,

am Rande des Festes. Die SPD als

Zwei Förderprogramme im Umfang von insgesamt 9,5 Millionen Euro wurden beschlossen.

Grüne Dächer sind gut fürsKlima –und sollen deswegen auch gefördertwerden.

Millionen Tonnen CO 2 stoßen diese

Heizungen laut Günther aus, das

mache rund sechs Prozent der gesamten

Berliner CO 2 -Emissionen

aus (20,1 Millionen Tonnen).

Bis zu5000 Euro sollen Eigentümer

bald für den Austausch hin zu

klimafreundlicheren Energien vom

Senat erhalten können. Sechs Millionen

Euro stellt der Senat dafür vorerst

zur Verfügung. Günther geht davon

aus, dass mit dem Geld rund

1200 Heizungen ausgetauscht werden

und so rund 30 000 Tonnen CO 2

-Emissionen eingespartwerden können.

eine der beiden großen Volksparteien

dürfe nicht noch mehr Verluste

einfahren. Neuwahlen hält Wegner

für keine Option. „Die Regierung ist

für vier Jahre gewählt“, betonte er.

Aus Angst vor dem Toddürfe man

keinen Selbstmordbegehen.

Bundestagsvizepräsidentin Petra

Pau (Linke) erklärte, dass es nicht

ihre Aufgabe sei, zu beurteilen, ob

die große Koalition weiter Bestand

IMAGO

Bei der Vorstellung des Programms

am Montag nannte Günther

die Größen vonsechs Millionen Euro

und 1200 Heizungen lediglich einen

Anfang und kritisierte die Bundespolitik

scharf. Das Programm sei

notwendig, um verzerrte Steueranreize

des Bundes auszugleichen.

Leichtes Heizöl werde zum Beispiel

nach wie vor geringer besteuert als

Gas, obwohl Gas weniger klimaschädlich

sei. „Wir fangen als Kommune

jetzt an, die Sünden des Bundes

zu korrigieren“, sagte Günther.

Das zweite Programm trägt den

etwas irreführenden Namen „1 000

CHRISTIAN SCHULZ

haben solle. Dass die Bundesregierung

in dieserWoche aber sieben Gesetzesvorhaben

auf denWegbringe –

unter anderem das sogenannte Abschiebegesetz

vonCSU-Innenminister

Horst Seehofer –hält Pau„für politischen

Selbstmord für die Sozialdemokratie“.

In seiner Begrüßungsrede ging

Gastgeber Michael Müller vorseinen

3800 Gästen nicht weiter auf die

Krise in der SPD ein. Ihn freue es,

dass die Rechtspopulisten bei der

Europa-Wahl Ende Mai „keinen

Durchmarsch“ machen konnten.

Dafür bekam der Regierende Bürgermeister

viel Applaus.

Aber nicht jedes Ergebnis freue

ihn, sagte er dann doch noch mit einem

Schlenker auf seine eigene Partei.

Müller betonte,wie sehr sich Berlin

in den letzten Jahren zu einer toleranten,

weltoffenen und internationalen

Metropole gewandelt habe,

zu „einer echten Hauptstadt“. Mobilitätsprobleme,

Wohnungsnot, das

seien Themen, die alle Metropolen

der Welt einen. „Und ich weiß, dass

vieles besser und schneller gehen

muss“, sagte Müller. Und vielleicht

war das auch ein kleiner Wink in

Richtung SPD.

grüne Dächer“. Günther will hier bis

2023 insgesamt 3,5 Millionen Euro

an Hauseigentümer vergeben, die

ihre Dächer bepflanzen wollen. Für

1000 Dächer wirddas Geld laut Einschätzung

der Verwaltung allerdings

keineswegs reichen, denn Dachgrün

ist teuer: 75Prozent der Kosten will

der Senat den Eigentümernzahlen –

bis rauf zu maximal 60 000 Euro pro

Gebäude beziehungsweise 60 Euro

proQuadratmeter.

Bisher einzige harte Bewerbungskriterien:

Das Dach muss größer als

100 Quadratmeter, das Haus darf

kein Neubau sein und muss in einem

der von der Verwaltung festgelegten

Postleitzahlen-Gebiet liegen. Sehr

große Teile von Treptow-Köpenick

und Steglitz-Zehlendorffallen bisher

nicht darunter,inPankowund Spandau

sind es nur wenige Kieze. Die

Förderzonen seien nach Stärke der

Umweltbelastungen ausgesucht

worden, so die Verwaltung.

Die finale Karte und Infos zum

Bewerbungsprozess will die Verwaltung

vor dem anvisierten Start des

Programms am 1. August veröffentlichen.

Noch stehen Heizungs- wie

Dach-Programm unter Vorbehalt:

Der Landesrechnungshof muss die

Finanzierung noch freigeben.

Blutiges Ende

einer

Hochzeitsnacht

Versehentlicher Schuss tötet

Schwester des Angeklagten

VonKatrin Bischoff

Samir O. bricht in Tränen aus, als

er an diesem Dienstag seine Personalien

vor Gericht angeben muss.

Er erklärt, dass er einen Autohandel

betrieben habe. Und Familienvater

sei. Am Freitag kam sein viertes Kind,

eine Tochter,zur Welt. Siehätten das

Mädchen Emina genannt. In Erinnerung

an seine Schwester, erklärt der

29-jährige Angeklagte. Die Schwester

Emina O. starb bei Gewalttätigkeiten

nach einer Hochzeitsfeier

durch einen Schuss, den Samir O.

aus einer Waffe abgegeben hatte.

Auf der Anklagebank sitzen noch

vier Verwandte von Samir O. Der älteste

Angeklagte ist sein Vater, erist

49 Jahrealt, die jüngste Beschuldigte

ist 16 Jahre alt. Die Jugendliche geht

noch zur Schule.Auch der Ehemann

der getöteten Emina O. ist unter den

Angeklagten. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft

versuchten Totschlag

und gefährliche Körperverletzung

vor. Samir O. muss sich zudem wegen

fahrlässiger Tötung verantworten.

Familie beleidigt

Es begann offenbar auf einer großen

Roma-Hochzeit in Spandau. Dort

sollen sich am 26. Oktober des vorigen

Jahres Mitglieder verfeindeter

Familien getroffen haben. Hamid H.

soll dabei die Toten der Familie O.

beleidigt und die Familie angeblich

in ihrer Ehreverletzt haben.

Der 39-jährige Hamid H. verließ

die Hochzeit, er ging in der Prinzenstraße

noch in eine Bar. Wasdann geschah,

ist nach den Worten des

Staatsanwalts Martin Glage durch

Videoaufzeichnungen dokumentiert.

Die nun angeklagten Angehörigen

der Familie O. seien in die Bargestürmt.

Mit einem Hammer, einem

Beil, einem Hockeyschläger, einer

Eisenstange und Fäusten hätten die

Angreifer Hamid H. attackiert. Insgesamt

etwa 130 Mal schlugen sie auf

ihr Opfer ein, um es für die Beleidigungen

abzustrafen, heißt es in der

Anklage. Allein die 16-Jährige soll 39

Mal auf Hamid H. eingeprügelt haben.

Die Angeklagten hätten bei der

Gewalttat den Toddes Mannes billigend

in Kauf genommen.

Samir O. soll auf den Geschädigten

vierzehnmal mit der Faust eingedroschen

und zum Schluss noch mit

einem Stuhl auf ihn eingeschlagen

haben. Dabei soll der 29-Jährige eine

halbautomatische Waffe in der Hand

gehalten haben. Bei einem der

Schläge löste sich ein Schuss, der

seine in die Barkommende Schwester

tödlich traf.

Hamid H. ist Nebenkläger

Auch die Frau vonSamir O. sollte ursprünglich

mit auf der Anklagebank

sitzen. Sie soll nach dem tödlichen

Schuss die Waffe an sich genommen

haben, um sie verschwinden zu lassen.

DieFrauhat am Freitag Samir O.

zum vierten Malzum Vater gemacht.

Das Verfahren gegen sie wegen versuchter

Strafvereitelung wurde abgetrennt.

Fast alle Angeklagten wollen sich

im Prozess zu den Vorwürfen äußern.

Am Freitag schon soll Samir O.

aussagen. Und das Opfer? Es überlebte

mit lebensgefährlichen Verletzungen.

Es hieß am Rande des Verfahrens,dass

es ein Wunder sei, dass

Hamid H. den Angriff überlebt habe.

Er soll noch immer schwer gezeichnet

sein. In dem Prozess ist er Nebenkläger,

wird aber derzeit im Gerichtssaal

von einem Anwalt vertreten.

Der 39-Jährige wird indem Verfahren

als Zeuge gehört. Dann, so

heißt es, sollen die Angeklagten, die

am Donnerstag neben ihren Anwälten

sitzen durften, aus Sicherheitsgründen

wieder in den Boxen aus

Panzerglas verschwinden.


12 Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Berlin

Wenn es nicht für alle reicht

Eltern zahlen ab August nichts mehr fürs Schulessen. VieleSchulen sind mit der Umsetzung des neuen Gesetzes allerdings komplett überfordert

VonMartin Klesmann

Schulessen

Anteil der Grundschulkinder,die bisher

nicht am Schulessen teilnehmen;

nach Bezirken, in Prozent, 2018

Friedrichshain-

Kreuzberg

Charlottenburg-

Wilmersdorf

Lichtenberg

Treptow-

Köpenick

6,4

6,1

7,5

5,7

Marzahn-

Hellersdorf

Neukölln

7,6

10,5 10,3

Mitte

8,1

8,5

Tempelhof-

Schöneberg

10,1

9,5

9,8

Reinickendorf

Pankow

Steglitz-Zehlendorf

Spandau

ZweiMonate vorEinführung

des kostenlosen Schulessens

ist immer noch nicht

geklärt, ob alle Grundschulen

die Speisung tatsächlich in vollem

Umfang anbieten können. „Wir haben

totalen Platzmangel und wissen

überhaupt nicht, wie viele Kinder

nun zusätzlich bei uns essen werden“,

sagt zum Beispiel FeeMergenthaler-Starke,

Leiterin der Andersen-

Grundschule in Gesundbrunnen.

Von400 Schülern hätten derzeit

nur 130 überhaupt einen Hortvertrag.

Viele Eltern täten sich wegen

nicht so guter Deutschkenntnisse

auch schwer, die Verträge mit dem

Caterer abzuschließen. Man rechne

erst einmal mit insgesamt 250 Essern,

auch dafür reiche aber der

kleine Essensraum nicht aus. Die

Schule hat bereits zusätzliche Teller,

Besteck und Essenswagen bestellt

und ist gerade dabei, flexible Pausenzeiten

einzurichten. Dann könnten

die Kinder wenigstens im

Schichtsystem essen.

Die Bildungsverwaltung hat die

Schulen nun in drei Kategorien unterteilt:

Grün, gelb und rot. Insbesondere

wegen der rot markierten

Schulen finden jetzt weitere „Werkstattgespräche“

mit den Bezirken

statt. In Steglitz-Zehlendorf beispielsweise

habe es der Bezirk nach

der ersten Gesprächsrunde schlicht

versäumt, den zu erwartenden Bedarf

wie besprochen zu ermitteln.

„Dem ist der Bezirk nicht nachgekommen“,

heißt es in einem Schreiben

von Bildungsstaatssekretärin

Beate Stoffers (SPD) an die Bezirksbürgermeisterin

Cerstin Richter-Kotowski

(CDU). Auch Umbauten hätten

dann früher begonnen werden

können.

Das kostenlose Schulessen hatte

das Abgeordnetenhaus erst Anfang

April beschlossen, es sollte nach

dem Willen der Regierungsfraktionen,

die sich erst im Dezember 2018

darauf verständigt hatten, eilig umgesetzt

werden.

Besonders betroffen sind Schulen

mit vielen Kindernaus armen Familien.

Kinder arbeitsloser Eltern hatten

bisher keinen Hortanspruch.

Doch die Bedarfsprüfung dafür fällt

ab August ebenfalls sukzessive weg.

Das heißt: Gerade an Schulen in sozialen

Brennpunkten wächst die Anzahl

der Esser. Ananderen Schulen

gibt es weniger Probleme, zumal im

Berliner Osten Schulbauten traditionell

eher große Speiseräume enthalten.

In Neukölln, Tempelhof-Schöneberg,

Reinickendorf und Spandau

nimmt derzeit nach statistischen Berechnungen

der Finanzverwaltung

jeder zehnte Schüler nicht am Essen

teil, in Treptow-Köpenick ist der An-

BLZ/HECHER; QUELLE: SENATSVERWALTUNG FÜR FINANZEN

teil am geringsten. Finanzsenator

Matthias Kollatz (SPD) kündigte in

einem Schreiben an die Bezirksämter

an, für die zusätzliche Ausstattung

fünf Millionen Euro zur Verfügung

zu stellen. Am meisten ist folgerichtig

für Neukölln eingeplant.

„Darüber hinaus können zum Beispiel

mobile Frischetheken, Fettabschneider

sowie Spülstraßen ad hoc

beschafft werden, soweit diese als

Folge eines erhöhten Nutzungsaufkommens

notwendig werden“,

schreibt der Finanzsenator. Obdie

Schätzungen der Finanzverwaltung

aber realistisch sind, wird sich erst

erweisen müssen.

DerBlick in die Andersen-Grundschule

zeigt, dass dort die tatsächliche

Anzahl der Kinder, die an der

Schulspeisung teilnehmen werden,

nur grob geschätzt werden kann.

Auch wegen der geringen Zahl der

Handwaschbecken würde es hygienisch

bedenklich, meint die Schulleiterin,

die liebend gerne mehr

Ganztagsangebote machen würde.

Caterer kaufen Kessel

„Der Vorlauf ist viel zu kurz“, sagte

auch Rolf Hoppe vom Caterer-Verband.

Er rechnet mit 50 000 täglichen

Essenportionen mehr für ganz

Berlin. Das koste gut 30 Millionen

Euro mehr pro Schuljahr, die seines

Wissensnochimmer nicht im Haushalt

eingestellt seien. „Wir haben jedenfalls

viele neue Kessel, Kombi-

Dämpfer und Kippbräter angeschafft.“

Hoppe,Geschäftsführer des

Essensanbieters Luna, geht davon

aus, dass ab August zunächst ganz

viele Grundschüler das Essen testen

werden, womöglich gut 95 Prozent.

Im Laufe des Schuljahres werde der

Anteil dann aber wieder abnehmen.

Martin Klesmann

meint, dass auch Lehrer

mitessen sollten.

Berlin im Herzen.

Und auf dem Handy

SO SCHREIBT MAN BERLIN.

app-berliner-zeitung.de


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 13

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Berlin

DER HIMMEL ÜBER BERLIN

Sommer, Sonne, Startwetter.

Der deutsche ESA-Astronaut

Alexander Gerst wird

am 6. Juni um 13.12 Uhr

vomRaumfahrtbahnhof Baikonur in

Kasachstan zur Internationalen

Raumstation ISS starten. Zusammen

mit Rosmoskos-Kommandant Sergej

Prokopjew und NASA-Astronautin

Serena Auñón-Chancellor wirder

zwei Tage in der Sojus-Kapsel verbringen

und am Nachmittag des

8. Juni an der Raumstation andocken.

Auf seiner mehrmonatigen Mission

„Horizons“ wird er später als

erster Deutscher und zweiter Europäer

das Kommando über die ISS

übernehmen. In Berlin werden wir

zumindest virtuell den Startmiterleben

können,

wenn dieser am

6. Juni von11bis

14 Uhr zum

Zeiss-Großplanetarium

übertragen

werden

wird und etwa

1000 Schulkinder

live dabei

TimFlorian Horn, sind.

Direktor des Zeiss- Zurück zu

Großplanetariums, den Dingen, die

Prenzlauer Allee 80 wir leibhaftig

mit unseren eigenen

Sinnen unter dem Berliner

Himmel beobachten können. Die

Temperaturen der vergangenen Wochen

haben uns schon eingestimmt:

Am 21. Juni um 12.07 Uhrbeginnt astronomisch

der Sommer. Damit erreichen

wir dank der Schräglage unserer

Erdachse den längsten Tagund

die kürzeste Nacht. ZumSommeranfang

geht die Sonne um 4.43 Uhrauf,

erreicht um 13.08 Uhr ihren höchsten

Punkt am Himmel und geht um

21.33 Uhr unter. 16Stunden und 50

Minuten pure Sonne. Die Raumstation

benötigt nur etwa 90 Minuten

für eine Erdumrundung und erlebt

somit in 24 Stunden ganze 16Sonnenauf-

und untergänge.

Geht dann am Abend unser Tagesgestirnregulär

unter,erstrahlt der

PlanetVenus als AbendsternimWesten.

Im Juni ist die Venus flink unterwegs

und durchwandert im Laufe

des Monats die Sternbilder Zwillinge,

Krebs und Löwe. Ihre Untergangszeiten

verlagernsich nur leicht

von 23.59 Uhr am1.Juni zu 23.32

Uhr am Monatsende. Lohnend

bleibt der Blick durch ein Teleskop.

Da sie von der Erde aus gesehen ein

EDINGER

innerer Planet ist, erkennen wir ein

schönes Beleuchtungsspiel mit verschiedenen

Phasen. Derzeit ist sie zu

drei Vierteln beleuchtet. Licht, das

sie nur von der Sonne reflektiert. Es

bleibt bei der deutlichen Unterscheidung:

Sterne wie unsere Sonne

leuchten vonsich aus,Planeten (fest

oder gasförmig) reflektieren das

Licht ihres Sterns.

Unser Blick geht weiter gen Süden,

wo wir am Abendhimmel tief

gen Horizont im Sternbild Waage

den Planeten Jupiter finden. Im Mai

stand er in Opposition zur Sonne,im

Juni ist er weiterhin ein auffälliger

Akteur. Bei ihm ist etwas mehr

Veränderung zu erwarten. Am

Andromeda

Monatsanfang geht er um

3.58 Uhr unter, zum 30.

Juni bereits um 1.58

Uhr. Genügend Zeit,

um mit einem Feldstecher

oder Tele-

Pegasus

skop nicht nur

Kepheus

seine Wolkenschichten

zu

beobachten,

sondernauch,

Deneb

um nach seinen

Monden

Schwan

Ausschau zu

halten – in

der Summe

69. Ein wirklich

schöner

O

Leier

Delphin

Wega

Anblick ergibt

sich in

Atair

Pfeil

Sommerdreieck Herkules

der Nacht

vom 23. auf

den 24. Juni,

wenn der Mond

nördlich an Jupiter

vorbeiwandert.

Die Sternkarte

zeigt den Sternenhimmel

über Berlin später in

der Nacht: am 15. Juni um

23 Uhrund am 30. Juni um 22

Uhr. Am Himmel steht das

Sternbild des Großen Bären als verlässlicherWegweiser

zum Polarstern:

Einen Teil des Sternbildes kennen

wir meist als Großen Wagen. Verbindet

man die hinteren beiden Kastensterne

und verlängert diese Linie

fünfmal, erreicht man den Polarstern.

Zieht man die kürzesteVerbindung

zum Horizont, finden wir die

Nordrichtung. Verlängernwir die gedachte

Linie über den Polarstern

hinaus, erreichen wir das Himmel-

W, das Sternbild der Königin Kassiopeia.

Himmelsanblick Berlin

Adler

Saturn

Flinke

Venus

TimFlorian Horn erklärt

das Firmament im Juni

am 15. Juni 23 Uhr,

Schlangenträger

Jupiter

Antares

Kassiopeia

Nördl.

Krone

Skorpion

N

S

30. Juni 22 Uhr

Perseus

Polarstern

Kl. Wagen /

Kl. Bär

Drache

Gemma

Waage

Kapella

Gr. Wagen

Bärenhüter

Arktur

Fuhrmann

Gr. Bärin

Zwillinge

Frühlingsdreieck

Spica

Kastor

Löwe

Jungfrau

BLZ/HECHER; QUELLE: STIFTUNG

Rabe

Nutzen wir den Schwung der

Deichsel des Großen Wagens, erreichen

wir erst den SternArktur im Bärenhüter

und weiter gen Horizont

Spica in der Jungfrau. Zusammen

mit dem hellen SternRegulus bilden

diese drei Sterne das Frühlingsdreieck.

zur Terrorabwehr

Auf der Sternkarte sehen wir diese

Sternbilder in Richtung Süden. Die

Erde dreht sich im Laufe der Nacht

unaufhörlich weiter, die bekannten

Sternbilder wandern weiter gen

Westen und gehen unter, während

im Osten neue Sterne aufgehen.

In Richtung Osten stehen die

imposanten Sommersternbilder.

Auch hier bilden

drei Sterne eine geometrische

Aufsuchhilfe.

Wega in der Leier,

Atair im Adler und

Pollux

Deneb im Schwan

ergeben das

Sommerdreieck.

Der

Schwan ist dabei

sicherlich

das schönste

Sternbild, da

man sich

PLANETARIUM BERLIN

Regulus

W

den langen

Hals und die

Schwingen

sehr gut vorstellen

kann.

So zieht der

Schwan entlang

der Milchstraße

über den

Sommerhimmel.

Der Ringplanet

Saturn kann die

ganze Nacht beobachtet

werden. Er steht

am 27. Juni in Opposition

zur Sonne. Geht an diesem

Tagdie Sonne unter, geht Saturn

auf. Genau 1353 Millionen

Kilometer trennen uns dann von

ihm. Selbst das Licht benötigt für

diese Strecke über 75 Minuten, obwohl

es mit knapp 300 000 Kilometern

pro Sekunde jede kosmische

Geschwindigkeitsbegrenzung

durchbricht. Am Tagder Opposition

geht Saturn um21.18 Uhr auf und

um 4.59 Uhrunter.Derzeit zeigt sich

Saturn mit weit geöffneten Ringen,

so dass die Beobachtung schon mit

einem Feldstecher gelingt.

Bald 50 Jahre ist es her, dass mit

Apollo 11 die ersten Menschen ih-

ren Fuß auf unseren Erdtrabanten

gesetzt haben. Mindestens bis 2024

soll die Internationale Raumstation

als unserVorposten im All noch weiter

betrieben werden. Während

China mit aller Macht und eigener

Raumstation auf dem Vormarsch

ist, planen die USA und Europa die

Rückkehr zum Mond. Zunächst

wirddie NASA die neue Raumkapsel

Orion testen –auch hier mit großer

technischer Unterstützung Europas.

Für später ist gar eine Station

für den Mondorbit geplant.

Der Monat Juni beginnt mit einem

abnehmenden Halbmond

(letztes Viertel) am Morgenhimmel

des 6. Juni, am 13. Juni verschwindet

er als Neumond zwischen Erde

und Sonne, umam20. Juni wieder

als zunehmender Halbmond (erstes

Viertel) am Abendhimmel neu zu

erstrahlen. Am 28. Juni steht er als

Vollmond am Himmel.

Auch das nächste Ziel der bemannten

Raumfahrt erscheint am

Himmel. Der rote Planet Mars ging

am 1. Juni um 1.07 Uhr auf, am 31.

Juni bereits um 23.35 Uhr. Dabei

wandert erebenfalls tief am Horizont

durch das Sternbild Schütze.

Da er einiges an Helligkeit gewinnt,

ist er leicht auszumachen. Mindestens

bis 2038 müssen wir uns noch

gedulden, bis eine bemannte Mission

zum roten Planeten aufbrechen

könnte.

Den schönsten Blick auf die

Sterne und die Planeten haben sicherlich

die Astronauten auf der

Raumstation selbst. Aber auch

umgekehrt funktioniert es. In der

ersten Juniwoche kann man die

ISS bereits ohne weitere Hilfsmittel

am Abendhimmel erkennen.

Denn während es bei uns auf der

Erde schon dunkel ist, werden in

400 Kilometer Höhe die Sonnensegel

und Module der Raumstation

noch beleuchtet, so dass wir

sie als hellen Punkt über den Himmel

ziehen sehen. Alexander Gerst

und die Crew der ISS werden auf

ihrer Mission wissenschaftliche

Experimente aus vielen Forschungsbereichen

durchführen

und neue Erkenntnisse über die

Erde und unseren Kosmos erlangen

–immer mit dem Blick auf die

nächsten Ziele der Raumfahrt und

damit auf die großen Ziele unserer

Menschheit. Das Verständnis von

dem, was unsere Welt im Großen

und im Innersten zusammenhält.

Auf zuneuen Horizonten!

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Berlin

Die Deutsche Wohnen verliert mal wieder

Das Landgericht weist den Vorwurf zurück, die Argumente des Unternehmens in einem Streit um den Mietspiegel nicht gewürdigt zu haben –insehr klaren Worten

VonUlrich Paul

Im Kampf um den Berliner

Mietspiegel hat die Deutsche

Wohnen eine überraschend

klare Niederlage einstecken

müssen. Das Landgericht hat in einem

jetzt bekanntgewordenen Urteil,

das der Berliner Zeitung vorliegt,

eine sogenannte Gehörsrüge des

Unternehmens als „unbegründet“

zurückgewiesen.

Erhoben hatte die DeutscheWohnen

diese Rüge,weil sie meinte,dass

sich die Richter einer Landgerichts-

Kammer in einem Streit um eine

Mieterhöhung mit den vorgebrachten

Argumenten nicht auseinandergesetzt

hätten. Die Richter hätten

zum einen den Berliner Mietspiegel

2017 nicht als Schätzgrundlage für

die ortsübliche Miete heranziehen

dürfen, zum anderen hätten sie die

Revision zum Bundesgerichtshof zulassen

müssen.

In der Abweisung der Rüge findet

das Gericht nun klareWorte.Zur Kritik

der Deutsche Wohnen, wonach

das Gericht die Höhe der ortsüblichen

Miete nicht auf Basis des Mietspiegels

2017 habe schätzen dürfen,

stellen die Richter fest: Dieser Einwand

beruhe „auf einem vollständigen

Fehlverständnis der richterlichen

Schätzbefugnis im Zivilprozess“.

Der zuständigen Kammer sei

es „nicht verwehrt“ gewesen, „ihrer

Schätzung den Berliner Mietspiegel

2017“ zugrunde zu legen. Die zuständige

Kammer des Landgerichts

habe die Argumente zur Kenntnis

genommen. Nur habe die Deutsche

Wohnen die Richter nicht überzeugen

können. Dies habe das Unternehmen

hinzunehmen, „ohne dass

dadurch ihr Anspruch auf rechtliches

Gehör verletzt“ werde.

Fall aus Spandau

Sitz der Deutsche Wohnen in der Mecklenburgischen Straße in Wilmersdorf.

IMAGO

Im vorliegenden Fall wollte die Deutsche

Wohnen die Miete für eine rund

42 Quadratmeter große Wohnung in

der Straße An der Kappe in Spandau

von226,77 Euro um 23,17 auf 249,94

Euro monatlich erhöhen. In der ersten

Instanz bekam die Deutsche

Wohnen recht. DasAmtsgericht verurteilte

den Mieter auf Basis eines

Sachverständigengutachtens zu der

Mieterhöhung von 23,17 Euro monatlich.

Der Sachverständige hatte

eine ortsübliche Vergleichsmiete ermittelt,

die den Wert, der sich aus

dem Mietspiegel ergeben hätte, um

85 Cent je Quadratmeter überstieg.

In der zweiten Instanz bekam jedoch

der Mieter Recht. Das Landgericht

entschied am 11. April dieses Jahres,

dass der Mietspiegel anzuwenden

sei. Da die gezahlte Miete bereits

über der ortsüblichen Miete liege,

stehe der Deutsche Wohnen keine

Mieterhöhung zu. Die Deutsche

Wohnen kritisiert am Mietspiegel

2017, dass die eher niedrigen Mieten

der landeseigenen Unternehmen

darin überrepräsentiertseien.

Der Alternative Mieter- und Verbraucherschutzbund

(AMV), der

den Mieter im vorliegenden Streit

vertritt, begrüßt die Zurückweisung

der Gehörsrüge und spricht von einer

„schallenden Ohrfeige“ für die

Deutsche Wohnen. Der AMV appelliere

andie Deutsche Wohnen, von

einer Verfassungsbeschwerde abzusehen,

das Urteil des Landgerichts

anzuerkennen und „damit ein Bekenntnis

zum Berliner Mietspiegel

2017 abzugeben“, so der ersteVorsitzende,

Marcel Eupen. Mit sämtlichen

vonder Deutsche Wohnen vorgebrachten

Argumenten habe sich

der Verfassungsgerichtshof des

Landes bereits auseinandergesetzt –

und die jeweiligen Verfassungsbeschwerden

als unbegründet zurückgewiesen,

da keine verfassungsrechtlich

zu korrigierenden Verstöße

zu erkennen gewesen seien.

„Angelegenheit abgeschlossen“

Die Deutsche Wohnen will zumindest

im vorliegenden Fall keine weiteren

rechtlichen Schritte einleiten.

„Auch wenn die Deutsche Wohnen

die Zurückweisung der Gehörsrüge

durch das Landgericht Berlin bedauert,

ist die Angelegenheit damit für

uns abgeschlossen“, erklärt Unternehmenssprecher

Marko Rosteck

auf Anfrage.

Den gerade in Kraft getretenen

Mietspiegel 2019 will die Deutsche

Wohnen nach Angaben aus den letzten

Wochen „in den nächsten Monaten

eingehend analysieren“. Unabhängig

davon werde man mit ihm

auch künftig die Mieterhöhungen

begründen, so das Unternehmen.

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Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 15

· ·

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Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

In Berlin gilt: freie

Fahrtfür freie Bürger

Berlin: „Umerziehungsprogramm für

City-Autofahrer“ von Annika Leister

(1. Juni)

Eine allgemeine Verkehrsabgabe,die

aber auch die Touristen über eine

Abgabe (als „Kurtaxe“) miteinbezieht,

mit kostenlosem ABC-Ticket

wäresinnvoll. Wenn da nicht die vielen

freien Bürger wären, die sich in

ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen

werden. Dass die Luft, die durch den

Individualverkehr für die Nichtfahrer

Körperverletzung bedeutet, dass

der öffentliche Raum nur vom Verkehr

dominiert wird, interessiert

wohl keinen der maßgeblichen Verursacher.

Esgibt Beispiele von Städten,

wo der Umbau geklappt hat.

Aber in Berlin gilt: freie Fahrtfür freie

Bürger.

Monika Zorn-Riedel, per E-Mail

Wieman es auch dreht, eine kostenlose

BVG ist absolut überfällig. Der

öffentliche Nahverkehr geht uns alle

an. Auch als Auto- und Fahrradfahrer

muss man das kapieren. Gerade

dann. Die Öffentlichen müssen gestärkt

werden. Die Kostenentstehung

für kostenloses Fahren wären

überschaubar.

Für Touristen muss man sich was

ausdenken. Wir alle als Autofahrer

werden dafür auch unseren Beitrag

leisten, leisten müssen.

Gunnar T. Kersten, Berlin-Mitte

Zur Zeit ist alles recht, um die Autofahrer

undifferenziert ins Abseits zu

schreiben. Ich fahre nie mit dem

Auto in die Innenstadt, ich fahre öffentlich.Wenn

nur ein Drittel der Autofahrer

umsteigt, erliegt Berlin dem

Verkehrskollaps. Man kann nur Forderungen

stellen, wenn die Bedingungen

für ihre Realisierung jetzt

vorhanden sind, nicht in 20 Jahren.

Gleiches gilt für die kostenlose

Schulspeisung: Wenn keine Rahmenbedingungen

vorhanden sind,

macht sich der Senat mit seinen Gesetzen

und Vorhaben nur lächerlich

und ruft massiven Widerspruch hervor.

Permanente Ankündigungspolitik

bringt nur eine nicht notwendige

Unruhe in die Stadt.

Peter Jäger,Berlin-Friedrichshain

Gute Idee, möchte man meinen.

Wenn der ÖPNV wesentliche Teile

des Auto-, Fahrrad- und Fußverkehrs

Berlins aufnehmen soll, erfordert

das einen massiven Ausbau des U-

Bahn-Netzes. Die aktuellen Streckenkapazitäten

von Bus und Straßenbahn

sind schon jetzt vielfach

überlastet. Das verhindert bei den

hoch ausgelasteten Linien eine dichtereTaktung.

Aufgrund der hohen Belastungsfrequenz

verschleißen Tramstrecken

immer schneller. Von fehlendem

Personal, Fahrzeugen und Betriebshöfen

will ich gar nicht sprechen.

Nur ein besser ausgerüstetes U-

Bahn-System könnte den Bedarfabdecken.

Manmöchte meinen, dass –

wenn nicht die Senatorin, dann doch

wenigstens ihre Expertenteams –

dies bereits bedacht haben. Also,wo

sind diese halbwegs zu Ende gedachten

Ideen?

DetlevZiemann, per E-Mail

Fotografieren im Museum kann nerven.

Ein besseres Klima, eine große Ruhe

Feuilleton: „Museum –die Spezies der Knipser“ von Nikolaus Bernau

(28. Mai)

Ich bin dafür, dass in Galerien und Museen das Fotografieren generell

untersagt wird. Dass zur Freiheit auch gehört, der andereMensch wird

respektiert und jeder behandelt sich mit Sorgfalt, kann beinahe nicht

mehr erwartet werden. Museumsbesucher blicken liebevoll auf das Gerät,

das sie vordem Bauch tragen. Sierichten das Gerät auf das Objekt

der Begierde,verursachen oftmals ein Geräusch, blicken wieder auf das

Gerät und gehen davon. In vielen Fällen haben sie das Gemälde nicht

Politik ist keine Empörungsschaukel

Titel: „Die Pannen der CDU-Chefin“

von Daniela Vates

(29. Mai)

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal

die CDU für ihr Verhalten loben

würde, aber im weiteren Verlauf der

Rezo-Kommunikation kann man

nur so reagieren. Politik ist keine Empörungsschaukel,

sondern der sich

modischen Bewertungen entziehende

Versuch, aus der Komplexität

von Interessen und Bedürfnissen einer

Gesellschaft einen tragfähigen

Kompromiss zu gestalten. Einfach

nur Forderungen zu stellen –sosinnvoll

sie auch sind –ist Populismus.

Empörungsdemokratie ist keine Demokratie.

Geht die Politik auf dieses

Verhalten ein, würde es nur Alibi-

Handlungen geben, die sich nur in

Deutschland auswirkten –und was

ist mit dem Rest der Welt? Kein Bergbau

mehr in Deutschland, aber dafür

Verstromung der Steinkohle aus Kolumbien,

Braunkohle aus Tschechien,

Atomstrom aus Frankreich?

Parteien, die für Stillstand stehen

Thema: „Grüne: Beruhigt Euch mal“

von Marina Kormbaki und Gordon Repinski

(31. Mai)

Die Gruppe der über 60jährigen

macht einen großen Anteil der Bevölkerung

aus.Sie wirdweiter wachsen.

Ihre Stimmen fallen also deutlich

ins Gewicht. Diese Generation

hat den Holocaust, den zweiten

Weltkrieg inklusiveFolgen, entweder

selbst erlebt oder aus erster Hand

von ihren Eltern davon erfahren.

Und trotzdem wählt jeder zehnte

vonihnen eine Partei, deren Mitglieder

sich zwar nicht Nazis nennen

wollen, diesen aber in nichts nachstehen.

Was den hohen Anteil der

CDU-Wähler bei den älteren Wählernangeht:

Istdas der Wunsch nach

keiner Veränderung? Denken sie,

dass die CDU in ihrer Altersgruppe

so viel zum Positiven wenden kann,

wie die Altersarmut verringern oder

die Pflege verbessern? Wo sie in den

vergangenen 14 Jahren doch auch

nichts in dieser Richtung zustande

gebracht haben.

Aber mal ganz davon abgesehen,

was mich am meisten nervt, ist, dass

so viele Ältere sich anscheinend

nicht für Klima und Umwelt einsetzen.

Na klar, die heute 70jährigen

werden nicht mehr erleben, wie die

Eiskappen weiter schmelzen, die

Meere leergefischt werden. Das sind

die Probleme der jungen Generation.

Diese Generation entscheidet

sich gerade dazu, diese Veränderungen

nicht einfach so hinzunehmen,

sondernzuhandeln.

Wie viele der Omas und Opas

dachten beim Wählen an ihre Enkel

und die Probleme der näheren Zukunft?

Stattdessen wählten sie Parteien,

die für Stillstand stehen, denen

es primär um Dinge wie Wirtschaftswachstum

geht. Parteien, die

in der Gegenwart leben, ohne sich

um die Zukunft zu kümmern. Ohne

funktionierende Umwelt können wir

nicht dauerhaft überleben. Deshalb

sollte es für alle oberste Priorität

sein, sich für den Umweltschutz einzusetzen

und etwas gegen die Klimakrise

zu tun. Die, die jetzt jünger

sind, betrifft das in größerem Ausmaß,

als die, die innerhalb der

nächsten 20 Jahren sterben. Deshalb

sollte ein Wahlrecht ab 16 diskutiert

werden. Zum Glück hängt das

Schicksal der jungen Generation, zu

der ich mich mit 27 Jahren auch

zähle, nicht nur von Politikern und

demWahlverhalten der über 60jährigen

ab. Jeder kann selbst etwas tun:

keine Einwegprodukte aus Plastik

verwenden, mehr öffentliche Verkehrsmittel

nutzen.

Annabel Sick, per E-Mail

Ich habe es in meinem beruflichen

Umfeld fast ausschließlich mit 20-

somethings zu tun. Liebe Leute,

keine Frage, wohlmeinend, intelligent

und kommunikativ. Aber im

Zweifel sind ihnen ihre Handys und

ihr Lifestyle wichtiger, als sich in

komplexe Thematiken einzuarbeiten.

Man darf ihnen nicht durchgehen

lassen, dass sie sich nur um ihre

eigene Lebenswelt sorgen. Ich finde

Rezo so sympathisch wie respektlos.

Das reicht für Klicks, aber nicht für

PICTURE ALLIANCE/JOHANNES SCHMITT-TEGGE

gesehen. Ein Kunsterlebnis hat nicht stattgefunden. Der Museumsbesucher

hat sich um den Sinn des Besuches gebracht, bringt aber eine

Trophäe vomRaubzug mit nach Hause.InMuseen und Galerien, in denen

nicht fotografiert werden kann, herrscht ein besseres Klima, eine

große Ruhe.Eskann auch in großen Gruppen, also bei starkem Besuch,

ein Kunsterlebnis stattfinden. Dabei lässt sich der Betrachter auf das

Kunstwerk ein, um zu erfahren, was zwischen ihm und dem Gegenstand

der Betrachtung stattfindet.

Peter Ibrik, Berlin-Pankow

Lösungen. Für meine Begriffe wird

der Jugendwahn gerade auf die

Spitzegetrieben. Isterdoch ein Kind

des Kapitalismus, weil sich junge

Verbraucher eher manipulieren lassen.

Es ist doch so, dass wir unter

dreißig noch viel zu sehr mit uns

selbst beschäftigt sind. Und Menschen

lernen nur aus Fehlern. Erst

danach heben wir den Blick und sehen

die Dinge in größeren Zusammenhängen.

Petra Viek, per E-Mail

Meinen Ausbildungsplatz habe ich

auf azubis.de gefunden!

Nebst Bootsliegeplatz

praktisch vor der Haustür

Berlin: „Pendeln lohnt sich nicht“ von

Ulrich Paul

(4. Juni)

Pendeln lohnt sich doch. Ichhabe einen

Wohnsitz in Kirchmöser, Brandenburg/Havel.

Monatskarte nach

Berlin ABC 134 Euro, Monatskarte

Berlin ABC 100 Euro. Also nur 34

Euro mehr proMonat. Im Jahr Mehrkosten

von 468 Euro. Und jetzt

Grundsteuerabgabe: Für meine Eigentumswohnung

in Berlin zahle ich

120 Euro vierteljährlich. Soviel zahle

ich für mein Häuschen in Kirchmöser

pro Jahr. Mehrkosten Berlin 360

Euro. Also bleibt nur eine Differenz

von ca. 170 Euro im Jahr. Rechnet

man noch den Bootsliegeplatz dagegen,

praktisch vor der Haustür, für

100 Euro im Jahr, mache ich gegenüber

Berlin schon einiges gut. Dort

würde ich mindestens das 10fache

bezahlen. Es lohnt sich doch.

Helmut Goepfert, per E-Mail

Der Thai-Markt hat seinen

Charakter längst verloren

Facebook: „Thai-Wiese im Preußenpark:

Strenge Regeln für die Händler“

von Mechthild Henneke

(4. Juni)

Es sollte in keinem Park sowas geben.

Parks sind kleine Naturinseln

zum Entspannen.

Erica Engel

Wenn Dir dieser nicht gefällt, geh

doch einfach woanders hin.

Tobias Bresson

Der Thai-Markt hat seinen ursprünglichen

Charakter schon länger

verloren. Mit der Umgestaltung

bleibt davon gar nichts mehr übrig.

Eine Beschränkung zum Schutz des

Parks und dem Erholungsbedürfnis

der Anwohner*innen wäre gut. Einen

offiziellen Markt mit allen möglichen

Auflagen und festen Installationen

finde ich überzogen.

Elfi Jantzen

Wenn jeder Straßenverkäufer und

Markthändler strenge Regeln befolgen

muss,stellt sich schon die Frage

nach dem Gleichbehandlungsgebot.

Marko Preuß

Manchmal schäme ich mich wirklich

für die Regulierungswut und

Borniertheit dieses Landes.

Constanze Meyer

Steuer- und Abgabengerechtigkeit

hat genauso wenig mit Amtsschimmel

zu tun wie z. B. die Einhaltung

vonHygienestandards.

Torsten Müller


16 * Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Berlin/Brandenburg

Ein Tausch mit

zwei

Gewinnern

Dragoner-Areal steht vor

Übergabe an Berlin

VonUlrich Paul

Jetzt stehen die Zahlen fest: Der

Bund tauscht das Kreuzberger

Dragoner-Areal im Wert von 36,8

Millionen Euro gegen sieben Berliner

Kultur-Immobilien mit einem

Wert von 179,6 Millionen Euro.

Trotzdem ist Berlin mit dem Geschäft

zufrieden, das im Hauptstadtvertrag

von 2017 vereinbart und an

diesem Mittwoch vom Bundestags-

Haushaltsausschuss abgesegnet

werden soll.

Der Grund: Der Bund bewirtschaftet

die Kultureinrichtungen,

darunter Gropius-Bau, Jüdisches

Museum, Haus der Kulturen der

Welt, schon seit Jahren. Sie sind ein

Zuschussbetrieb. Bereits im Hauptstadtvertrag

von 2007 waren dem

Bund die Immobilien zugesagt worden.

Berlin erhält nun im Gegenzug

ein Baugrundstück in bester City-

Lage, um das die Stadt lange gekämpft

hat –und kann dort endlich

den ersehnten Bau preisgünstiger

Wohnungen in Angriff nehmen.

Einziger Schönheitsfehler: Der

Vertrag zwischen Berlin und dem

Bund sieht für den Fall, dass das Dragoner-Areal

höherwertig genutzt

wird, als zum Zeitpunkt desVertragsabschlusses

vereinbart, eine Nachzahlungspflicht

Berlins vor. DieBundeshauptstadt

muss in einem solchen

Fall 50 Prozent der Werterhöhung

an den Bund abführen.

Das rund 47 000 Quadratmeter

große Dragoner-Areal steht beispielhaft

für das Bemühen Berlins, ein

bundeseigenes Filetgrundstück im

öffentlichen Besitz zu halten. Bereits

2012 wollte der Bund die Fläche für

22 Millionen Euro privatisieren.

Doch der Deal platzte, nachdem der

Käufer den Kaufpreis nicht aufbringen

konnte. Nach einem neuen Bieterverfahren

verkaufte der Bund das

Grundstück im Februar 2015 an ein

Unternehmen mit Sitz in Wien, das

36 Millionen Euro geboten hatte.

Zwar stimmte der Haushaltsausschuss

im März2015 zu, doch wurde

das Geschäft im September 2015 im

Bundesrat auf Initiative von Berlins

Finanzsenator Matthias Kollatz

(SPD) gestoppt. Der Bund weigerte

sich danach lange Zeit, den Verkauf

rückgängig zu machen, lenkte dann

aber doch ein. Die Berliner Bundestagsabgeordnete

Gesine Lötzsch

(Linke) ist zufrieden. „Es war ein zäher

Kampf, die CDU/CSU-SPD-Koalition

davon zu überzeugen, dass das

Dragoner-Areal in öffentliche Hände

gehört“, sagt sie. Nach dem Haushaltsausschuss

muss der Finanzausschuss

des Bundesrats dem Tausch

zustimmen. Er tagt am 14. Juni.

Training am Limit

Polizei und Bundeswehr üben in Brandenburg für eine extreme Ausnahmesituation

VonJens Blankennagel, Lehnin

Die Terroristen sind auf

der Flucht, fast ist es der

Polizei gelungen, sie an

einem Kontrollpunkt zu

stoppen, doch sie entkommen und

rasen mit ihrem bereits beschädigten

Auto über eine Kreuzung. Die

Bremsen quietschen, zwei Männer

springen heraus, schießen mit ihren

Kalaschnikows um sich und stürmen

ein Gebäude, andem „Post“ steht.

Drinnen fallen Schüsse,Handgranaten

explodieren. DieTerroristen nehmen

Geiseln.

Alles sieht ziemlich echt aus,

nicht wie im Film, sondern wie bei

einem Terroranschlag. DasGanzeist

Teil einer gemeinsamen Übung der

Brandenburger Polizei mit der Bundeswehr:

200 Polizisten und 80 Soldaten

haben sich nach sechsmonatiger

Vorbereitung am Montag und

Dienstag auf dem Truppenübungsplatz

im südbrandenburgischen

Lehnin getroffen, um den Ernstfall

zu testen. Dieser Ortwurde ganz bewusst

ausgewählt, weil die Armee

hier Häuser und Straßen bauen ließ

wie in einer Stadt. Hier kann unter

halbwegs realitätsnahen Bedingungen

geübt werden.

Es ist die erste gemeinsame

Übung der Polizei und der Armee im

Land Brandenburg. Davor gab es

eine solche in Bayern,weiteresind in

Niedersachsen und Baden-Württemberggeplant.

Kurz nach der Geiselnahme rasen

vier Panzer auf die Kreuzung und

postieren sich sehr nahe vor den

Mauerndes Postamtes –zweiPanzer

sind von der Polizei, zwei von der

Bundeswehr. Esfolgt ein gepanzertes

Polizeifahrzeug mit einer langen

Leiter,esfährtvon hinten an das besetzte

Haus heran. Innerhalb von

wenigen Sekunden stürmen schwer

bewaffnete Spezialpolizisten über

die Leiter des Fahrzeuges in ein

Fenster in der zweiten Etage.Wieder

sind Schüsse zu hören, Handgranaten

explodieren. Der Kampf mit den

Geiselnehmerntobt.

Absolute Ausnahme

Das ist der Höhepunkt der Übung.

Die Grundidee ist, dass die Lage im

Land Brandenburg mehr als ernst

ist, sie droht völlig außer Kontrolle zu

geraten. Trotzdem agiertanfangs nur

die Polizei, denn sie kann nicht einfach

die Armee rufen. Bundeswehr

und Polizeiführung betonen bei der

Übung immer wieder, dass ein Einsatz

der Bundeswehr –die eigentlich

für die Landesverteidigung zuständig

ist –imInland nur im absoluten

Ausnahmefall möglich ist.

„Es gibt klareHürden“, sagt Brandenburgs

Polizeipräsident Hans-Jürgen

Mörke.„Unddas ist auch gut so.

Die rechtlichen Hürden, die das

Grundgesetz stellt, sind hoch und

Schwerbewaffnet: Polizei und Bundeswehr üben gemeinsam.

„Wir hoffen und wünschen

uns, dass wir niemals in eine

solche Lage kommen, aber

wir wollen vorbereitet sein.“

Hans-Jürgen Mörke, Brandenburgs Polizeipräsident, über die gemeinsame Übung

von Polizei und Bundeswehr zur Terrorabwehr

eine Lehre aus unserer deutschen

Geschichte.“ Denn für die Innere Sicherheit

ist allein die Polizei zuständig.

Generalmajor Carsten Breuer

sagt: „Unterstützungsleistungen für

die Polizei zählen üblicherweise

nicht zu den originären Aufgaben

der Bundeswehr.“

Die Armee darf imInneren nur

eingesetzt werden, wenn „die demokratische

Grundordnung unmittelbar

gefährdet“ sei, oder wenn sich

GERD ENGELSMANN

das Land in einem„ungewöhnlichen

Ausnahmezustand katastrophalen

Ausmaßes“ befindet.

Bei dieser Übung wird nicht die

Bekämpfung eines Umsturzesgeübt,

sondern eine hochkomplexe Lage,

bei der Terroristen versuchen, das

Land durch Anschläge zu destabilisieren,

nachdem es eine Reihe von

Naturkatastrophen gegeben hat und

auch Unglücke. Kurz zusammengefasst:

Es müssen in Brandenburg,

aber auch in anderen Ländern so

viele Katastrophen zusammenkommen,

dass es für die Brandenburger

nicht mehr möglich ist, Polizisten

aus anderen Bundesländern anzufordern,

sondern dass die Bundeswehr

nötig ist.

Entsprechend dramatisch ist das

Szenario für die Übung: Seit längerer

Zeit gibt es Unwetter, Stürme und

Hochwasser –mit Schäden überall

im Bundesgebiet. Dazu einzelne Terroranschläge

im Bundesgebiet. Auch

in Brandenburggibt es eine Naturkatastrophe:

Bei einem Hochwasser in

Cottbus brechen die Dämme und

Teile der Lausitz-Großstadt müssen

evakuiert werden. Wegen des Unwetters

ist auch noch eine mehrmotorige

Maschine in Ostbrandenburg

bei Frankfurt (Oder) abgestürzt. Die

Polizei versucht nun, die Unglücksstelle

zu sichern. Dazu kommt ein

Zugunglück bei Seddin in Westbrandenburg.

EinTankzug ist beschädigt

und hochgiftiges Chlor wird vom

Wind immer weiter verbreitet.

Extreme Häufung

Die Bundesregierung zieht sich zu

einer außerordentlichen Kabinettssitzung

im nordbrandenburgischen

Schloss Meseberg zurück. Der Tagungsortwirdvon

schwer bewaffneten

Polizisten abgesichert. Also rasen

bei der Übung drei Kleinbusse der

Polizei heran und stellen sich so versetzt

auf der Straße auf, dass kein

normales Fahrzeug mehr passieren

könnte. Schwer bewaffnete Polizisten

in schusssicheren Westen und

mit Helmen springen aus denWagen

und sicherndie Kreuzung ab.Eswerden

Nagelgürtel so verlegt, so dass

jeder Autoreifen zerstört wird, wenn

jemand darüber fährt.

Ein Polizist stoppt einen Wagen

und kontrolliert die Insassen. Eine

Polizistin kommt mit einem Suchhund,

er schnüffelt am und im Auto

herum, ob er irgendwo Sprengsätze

findet. Als er nichts findet, kommt

ein Polizist mit einem langen Teleskopstab

mit einem Spiegel dran

und schaut unter den Wagen. Auch

die Ausweiskontrolle hat ergeben,

dass es sich tatsächlich um Anwohner

aus Meseberghandelt.

Doch dann versuchen Terroristen,

zur außerordentlichen Kabinettssitzung

vorzudringen, und

dann jagt sich auch noch ein Terrorist

in Oranienburg indie Luft. Erst

dann ruft die Polizei die Armee.

„Diese extreme Anhäufung von

Fällen zeigt, welches Szenario erst

nötig ist, damit die Verfassungshürden

genommen werden können“,

sagt Generalmajor Breuer.

Und Polizeipräsident Mörke ergänzt:

„Wir hoffen und wünschen

uns, dass wir niemals in eine solche

Lage kommen, aber man kann

nichts ausschließen –und wir wollen

vorbereitet sein.“

Waldbrände:

Firmen bieten

Hilfe an

Bundeswehr steht für

Einsätze bereit

Gleich an mehreren Stellen hat

die Feuerwehr am Dienstag gegen

Brände in Brandenburgs Wäldern

gekämpft. In Jüterbog hatte

sich ein Brand bis zum Nachmittag

auf mehr als 600 Hektar ausgebreitet.

Mit Löschhubschraubern versuchten

die Rettungskräfte,der Flammen

Herr zu werden. Die Winde drehten

ständig, das erschwere die Arbeiten

vorOrt,sagte Kathrin Burghardt von

der Stadt Jüterbog. Eine Gefahr für

die Anwohner bestehe derzeit aber

nicht. Der Brand, der am Montag

ausgebrochen war, befindet sich auf

einem ehemaligen Truppenübungsplatz.

„Das gesamte Gebiet ist mit

Munition aus 180 Jahren Militärgeschichte

des Schießübungsplatzes

kontaminiert“, teilte die Stadt mit.

„Es wird noch eine ganze Zeit lang

brennen“, sagte ein Sprecher der

Feuerwehr. Mehrere Firmen hätten

ihre Hilfe mit Wasser oder Technik

angeboten, unter anderem eine

Firma mit einer gepanzerten Holzernte-Maschine.

Auch die Bundeswehr prüft nach

eigenen Angaben eine mögliche Hilfestellung

beim Löschen. Ein Hubschrauber

stünde bereit, hieß es am

Dienstag aus der Operationszentrale

des Kommandos territoriale Aufgaben

in Berlin. Die Einsatzkräfte

müssten die Hilfe aber anfordern.

Der Rauch auf dem ehemaligen

Truppenübungsplatz zog amDienstag

bis nach Potsdam.

In Hennickendorf (Landkreis Teltow-Fläming)

brannten rund 60

Hektar Wald. DasFeuer sei dortaber

unter Kontrolle, sagte Landkreissprecherin

Heike Lehmann. In der

Lieberoser Heide bei Butzen (Landkreis

Dahme-Spreewald) brannten

am Dienstag rund 1000 Quadratmeter,

wie die Regionalleitstelle der

Feuerwehr Lausitz mitteilte. Der

Brand in einem Stück Wald und ein

weiterer Brand in Wolfslake nordwestlich

von Berlin (Oberhavel)

konnten am Nachmittag gelöscht

werden.

Insgesamt brannte es in Brandenburgs

Wäldern seit Jahresanfang 132

Mal, wie das Umweltministerium

mitteilte.AmDienstag war die Waldbrandgefahr

im Land leicht zurückgegangen.

Nur im Landkreis Elbe-

Elster galt noch die höchste Gefahrenstufe

5. Am Montag galt Stufe 5

noch für das gesamte Land.

„Jefeuchter die Luft ist, desto größer

ist die Chance, dass die Gefahr

für Waldbrände zurückgeht“, sagte

Klaus-Peter Wittich, Meteorologe

des Deutschen Wetterdienstes

(DWD). Schon am Mittwoch soll die

Waldbrandgefahr nach DWD-Angaben

aber wieder steigen. (dpa)

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Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 17

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Wissenschaft

Eizellspenden

sollen legal

werden

Forscher empfehlen Gesetz

für Fortpflanzungsmedizin

VonAnne Brüning

Eine Arbeitsgruppe der Nationalen

Akademie der Wissenschaften

Leopoldina hält eine Reform der

rechtlichen Regelungen für Kinderwunschbehandlungen

sowie andere

reproduktionsmedizinische Verfahren

für geboten und fordert ein umfassendes

Fortpflanzungsmedizingesetz

für Deutschland. Ihre Stellungnahme

zu dem Thema präsentierten

die Wissenschaftler am

Dienstagabend in Berlin.

Bislang regelt vor allem das 1990

geschaffene Embryonenschutzgesetz

Fragen wie den Umgang mit

überzähligen Embryonen und die

Zulässigkeit von Ei- und Samenzellspenden.

Mittlerweile habe sich

die Reproduktionsmedizin rasant

weiterentwickelt und neue diagnostische

und therapeutische Maßnahmen

für die Kinderwunschbehandlung

zur Verfügung gestellt, schreiben

die Forscher. Die derzeitige

rechtliche Regelung sei –auch angesichts

gewandelter gesellschaftlicher

Vorstellungen vonEhe und Familie –

lückenhaft, erzeuge Rechtsunsicherheit,

enthalte Wertungswidersprüche

und werde teils als ungerecht

oder gar dem Kindeswohl abträglich

angesehen.

Zu den konkreten Empfehlungen

der Leopoldina-Forscher gehört es,

Schluss mit der Ungleichbehandlung

von Ei- und Samenzellspende

zu machen und die bislang verbotene

Eizellspende zu erlauben. Die

Eizellgewinnung sei mittlerweile

schonender und dadurch nicht

mehr so riskant für Frauen. Auch

berge das Verfahren im Vergleich mit

konventionellen künstlichen Befruchtungen

keine zusätzlichen Risiken

für das Kind.

PIDohne Ethikkommission

Darüber hinaus plädieren die Wissenschaftler

dafür, die Regelungen

für die Präimplantationsdiagnostik

(PID) zu lockern. Seit 2011 dürfen

diese genetischen Tests im Rahmen

einer künstlichen Befruchtung unter

bestimmten Voraussetzungen erfolgen

– etwa wenn eine schwerwiegende

erbliche Erkrankung vorliegt

und nachdem eine Ethikkommission

zugestimmt hat. „In Zukunft

sollte die Entscheidung über eine

PID(...) unter Einbeziehung psychosozialer

Beratung, aber ohne besondere

Genehmigung durch eine

Ethikkommission getroffen werden“,

forderndie Forscher.

Außerdem sollte nach Ansicht der

Arbeitsgruppe hierzulande ein Verfahren

erlaubt werden, mit dem sich

Mehrlingsschwangerschaften bei

künstlichen Befruchtungen verhindern

lassen: der elective Single-Embryo-Transfer.

Dabei wird nur der

Embryo mit der besten Entwicklungsfähigkeit

auf die Frau übertragen.

In Deutschland ist das Verfahrenuntersagt.

Meist werden für bessere

Erfolgsquoten zwei bis drei befruchtete

Eizellen übertragen –was

die Rate der risikobehafteten und gesundheitsgefährdenden

Mehrlingsschwangerschaften

erhöht.

Diekomplette Stellungnahme:

www.leopoldina.org/fortpflanzungsmedizin

Künstliche Befruchtung: Eine Samenzelle

wird in eine Eizelle injiziert.

DPA

Humboldts Tableau Physique ist eine der ältesten Infografiken. Es zeigt am Beispiel des Chimborazo die Vegetation in Abhängigkeit von der Höhe. BIODIVERSITY HERITAGE LIBRARY/PUBLIC DOMAIN

Humboldts Schummelei

Forscher behaupten, dass die Chimborazo-Darstellung des berühmten Forschers von 1807 unkorrekt ist

VonWalter Willems

Alexander vonHumboldt gilt

als detailversessenes Forschergenie.

Doch wie zuverlässig

sind seine Daten?

Das untersuchen Forscher anhand

seiner berühmtesten Karte. Die Resultate

geben Einblick in die Arbeitsweise

desWissenschaftlers.

Als dänische Forscher im Sommer

2012 die Vegetation in den Anden untersuchten,

stießen sie noch in 5185

MeternHöhe auf Gefäßpflanzen: unter

anderem auf blühende Korbblütler

der Art Pentacalia hillii. Das Besonderedaran:

DiePflanzen wachsen

am Südosthang desVulkans Chimborazo,

dem mit knapp 6300 Metern

höchsten Berg von Ecuador. Auf diesem

Berg aber habe Alexander von

Humboldt im Jahre 1802 die Höhengrenze

für Gefäßpflanzen in 4600

Metern verortet, schrieben die Forscher

im Wissenschaftsjournal PNAS.

Die Verschiebung der Höhengrenze

binnen 210 Jahren um weit über 500

Meter zeige,wie sensibel Pflanzen auf

den Klimawandel reagierten, folgert

das Team um Naia Morueta-Holme

vonder Universität Aarhus.

Meilenstein der Forschung

Dass der Klimawandel Pflanzengesellschaften

in die Höhe getrieben

hat, ist unbestritten –aber um über

500 Meter? DenEinwand eines Prager

Botanikers, der das Ergebnis öffentlich

anzweifelte, wiesen die Autoren

entschieden zurück. Schließlich gilt

Humboldt als detailversessen, beim

Sammeln bestimmte er gewöhnlich

auch die Höhe der Funde. „Humboldts

Tableau und die begleitenden

Beschreibungen bilden den ältesten

bekannten Datensatz zur Vegetation

in Abhängigkeit von der Höhe“, erklärte

Studienleiter Jens-Christian

Svenning. „Das bot uns die einmalige

Gelegenheit zu untersuchen, wie sich

Pflanzenverteilungen in den Tropen

während der letzten beiden Jahrhunderte

veränderthaben.

DasTableau Physique (TP), so die

französische Originalbezeichnung

des Naturgemäldes, zeigt stark schematisiert

die Verteilung der Vegetationszonen

am Chimborazo. Versehen

mit Pflanzennamen, ausgestattet mit

Höhenlinien und eingerahmt vonTabellen,

etabliert das Schaubild das

Konzept der Höhenstufen und der

Pflanzengeografie. Die Karte sei „ein

ikonischer Meilenstein, fast ein Gründungsmythos

in der Geschichte der

Ökologie und Biogeografie“ und habe

Generationen von Künstlern und

Historikern beeinflusst, schreiben

nun Forscher um Pierre Moret von

der Universität Toulouse in PNAS.

Umso überraschender sei, dass

Reise. Humboldt und der französische

BotanikerAimé

Bonpland hatten von1799

bis 1804 weiteTeileAmerikas

erforscht. Dabei sammelten

sie unter anderem etwa 6000

Pflanzenarten, vondenen

3600 noch unbekannt waren.

PFLANZEN-GEOGRAFIE DER TROPENLÄNDER

der Inhalt nie wissenschaftlich überprüft

worden sei. Dasholte das Team

nun akribisch nach –und stößt auf einige

Ungereimtheiten. Die Resultate,

die im Humboldt-Jahr zum 250. Geburtstag

des Forschers erscheinen,

geben Einblick in Humboldts Arbeitsweise

–und auch in die heutige Welt

derWissenschaft.

Beispiel Pflanzengruppen: In dem

Schaubild von 1807 verortet Humboldt

in über 3900 Metern Höhe

noch 17 Pflanzengruppen. In späterenWerken

ergänzt er dies. Ineinem

Buch von 1817 sind es 23 Gruppen,

1824 schließlich 32. Nur eine Pflanzengattung

–die Enziane (Gentiana)

– tauche in allen drei Listen auf,

schreiben Moretund Kollegen.

Beispiel Höhenangaben: Die Höhenangaben

von 1807 und in späteren

Veröffentlichungen weichen den

Forschern zufolge teils um mehr als

1000 Meter voneinander ab. 1807

nennt Humboldt 4600 Meter als

Obergrenze für Gefäßpflanzen. Aus

späteren Veröffentlichungen geht dagegen

hervor, dass Humboldt und

Bonpland solche Pflanzen an diversen

Bergen noch in wesentlich größerer

Höhe fanden: etwa in 4678 Metern

amPichincha und in 4860 Metern

amVulkan Antisana. „Diese Resultate

zeigen, dass einem Teil der im

TP veröffentlichten Daten in späteren

Buch. Humboldt veröffentlichte

1807 das Buch „Ideen

zu einer Geographie der Pflanzen

nebst einem Naturgemälde

derTropenländer“. Die

französische Originalbezeichnung

für das Bild lautetTableauPhysique

(TP).

Alexander von Humboldt stieg einst selbst auf den Chimborazo.

Naturgemälde. Es zeigt stark

schematisiertdieVerteilung

derVegetationszonen am

Chimborazo. Humboldt selbst

zählt dieKarte zu seinen wichtigsten

Erkenntnissen neben

den Isothermen und der Forschung

zum Erdmagnetismus.

IMAGO IMAGES

Veröffentlichungen widersprochen

wurde“, betonen die Autoren.

Beispiel Vegetationszonen: In der

Kartevon 1807 folgen auf alpine Tropenpflanzen

(3 500–4 100 Meter) zunächst

Gräser (4 100–4 600 Meter)

und dann Flechten (4 600–4 795 Meter).

Allerdings seien weder die Abfolge

noch die Höhen zuverlässig, bemängeln

Moret und Kollegen –und

weisen darauf hin, dass Humboldt

später auch diese Angaben korrigiert

habe. Abschließend liefern die Forscher

eine Erklärung für den vomdänischen

Team berichteten Höhenunterschied

von über 500 Metern. Aus

den Aufzeichnungen vonHumboldts

Mitarbeiter Aimé Bonpland gehe hervor,

dass der Botaniker und Humboldt

die meisten alpinen Pflanzen

nicht am Chimborazo gesammelt

hätten, sondern viel weiter nördlich

am Antisana.

An diesem 5750 Meter hohenVulkan

verglich das Team die damalige,

von Bonpland und Humboldt notierte

Höhe der Pflanzen mit dem

heutigen Bewuchs.Demnach beträgt

der Höhenunterschied seit Humboldts

Besuch etwa 250 Meter –nur

die Hälfte des zuvor gefundenen Unterschieds.DieserWert

decke sich mit

weltweiten Veränderungen der Vegetationszonen

in den vergangenen 200

Jahren, schreiben die Wissenschaftler.

„All das zeigt, dass das TB eine

schematische Darstellung war,die einem

Teil der Beobachtungen im Feld

so sehr widersprach, dass Humboldt

tiefgreifende Änderungen in zwei

späteren Publikationen zur Pflanzengeografie

einführte“, folgern sie.Wegen

der Ungenauigkeiten, so die Forscher,könne

man aus der Kartenicht

ohne weiteres Veränderungen durch

den Klimawandel ableiten.

„Diese Studie zeigt, wie wichtig es

ist, historische Quellen kritisch zu

analysieren und im Kontext ihrer Zeit

zu sehen“, sagt Ulrich Päßler, der an

der Berlin-Brandenburgischen Akademie

derWissenschaften (BBAW)zu

Humboldt forscht. „Die Karte zeigt

eine schematische Darstellung des

Querschnitts der Anden. Sie ist eine

Abstraktion, und das war Humboldt

vollkommen bewusst.“

Scharfe Selbstkritik

Als naturgetreue Darstellung der Verhältnisse

am Chimborazo war die

Karte ohnehin nie gedacht. Humboldt

selbst betonte 1807 im Untertitel

des Buchs,sie beziehe sich auf die

Pflanzengesellschaften der Anden im

Äquatornähe. Zudem räumte er ein,

die Daten seien vorläufig und vervollkommnungsfähig.

Diese Ergänzungen

holte er später nach, unterstützt

von seinem Assistenten Carl Sigismund

Kunth.

„Die Arbeiten von Humboldt enthalten

Daten aus einer sehr frühen

Zeit, die für die Erforschung von Klimawandel

und Artenvielfalt wichtig

sind“, sagt der Humboldt-Experte Tobias

Kraft vonder BBAW. „Wir können

diese Daten nur im Kontext ihrer

Quellen –also Humboldts Reisetagebüchern

und Notizen –richtig einordnen.

Dafür schaffen wir derzeit an

der Akademie die Grundlage.“

Dass es sich bei der Karteumeine

starke Schematisierung handele,

zeige schon ein flüchtiger Blick, betont

Kraft. Denn darin verortet Humboldt

direkt neben dem Chimborazo

den Vulkan Cotopaxi, der tatsächlich

rund 80 Kilometer entfernt ist.

Die Leistung Humboldts sehen

Moret und Kollegen dennoch nicht

geschmälert. Die Karte biete den ältesten

historischen Datensatz mit

Höhenangaben zu Gebirgspflanzen,

bilanzieren sie. Sie enthalte Fehler,

die Humboldt in späteren Werken

korrigiert habe. Humboldt selbst

scheint diesbezüglich sein schärfster

Kritiker gewesen zu sein. Darauf deutet

ein 1824 verfasster Brief an seinen

Verleger Johann Friedrich Cotta über

die „Ideen zu einer Geographie der

Pflanzen nebst einem Naturgemälde

der Tropenländer“ hin: „Von dem altenWerkeist

nichts mehr wahr als das

allgemeine.“ (dpa/fwt)

Sechs Finger

an der Hand

wären besser

Experimente zeigen die

Vorteile der Polydaktylie

Menschen mit sechs statt der

üblichen fünf Finger an einer

Hand haben motorischeVorteile.Das

hat ein Forscherteam um den Freiburger

Neurowissenschaftler Carsten

Mehring herausgefunden. Demnach

kann eine Polydaktylie –eine angeborene

Überzahl von Fingern oder Zehen

–die Bewegungsfähigkeit deutlich

erweitern. So seien Menschen

mit sechs Fingerninder Lage,Bewegungen

mit nur einer Hand auszuführen,

für die Menschen mit fünf

Fingern beide Hände benötigen, berichten

die Wissenschaftler im Fachjournal

NatureCommunications.

DieForscher untersuchten für ihre

Studie zwei Menschen, die an beiden

Händen jeweils einen zusätzlichen

Finger zwischen Daumen und Zeigefinger

ausgebildet haben. Während

der Experimente wurde die Gehirnaktivität

mithilfe funktionaler Magnetresonanztomographie

beobachtet.

Dabei zeigte sich, dass die zusätzlichen

Finger mit eigenen Muskeln

und Nerven bewegt werden – die

Menschen können sie dadurch weitestgehend

unabhängig von den anderen

Fingernbewegen.„UnsereProbanden

können ihre zusätzlichen

Finger frei einsetzen, ähnlich wie einen

weiteren Daumen –und das allein

oder zusammen mit den anderen

fünf Fingern“, erklärte Mehring. „Dadurch

können sie ihreHand außergewöhnlich

vielseitig und geschickt

nutzen.“

Nach Angaben der Forscher

könnte die Studie die Entwicklung

von zusätzlichen künstlichen Gliedmaßen

vorantreiben. Denkbar wäre

demnach zum Beispiel ein zusätzlicher

Roboterarm, der Chirurgen ermöglicht,

Operationen ohne Assistenz

auszuführen. Allerdings betonten

die Wissenschaftler, dass Menschen

mit Polydaktylie den Umgang

mit ihren zusätzlichen Gliedmaßen

vonGeburtangelernt haben. (dpa)

Mehr als 2000

Ebola-Kranke

im Kongo

Epidemie ist nur sehr

schwer einzudämmen

ImKongo sind inzwischen mehr als

2000 Menschen an dem gefährlichen

Ebola-Virus erkrankt. Die Zahl

erfasster Infektionen liege bei 2008,

davon seien 1914 im Labor bestätigt

worden, teilte das kongolesische Gesundheitsministerium

am späten

Montagabend mit. Es gebe aber auch

positive Entwicklungen wie eine etwas

bessere Sicherheitslage in dem

betroffenen Gebiet im Ost-Kongo.

Die Erkrankungswelle habe bisher

auch keine großen Städte erfasst.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums

sind bei der seit Monaten

dauernden Epidemie bereits mehr als

1300 Menschen gestorben.

Es ist der bislang zweitschwerste

bekannte Ausbruch des hämorrhagischen

Fiebers. Trotz eines großen

Hilfseinsatzes ist die Epidemie sehr

schwer einzudämmen, da der Ost-

Kongo politisch instabil ist. Etliche

Milizen sind dort aktiv. Zudem

herrscht in der Bevölkerung große

Skepsis gegenüber den Helfern und

Behandlungszentren. Immer wieder

kommt es zu Angriffen. Die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) hatte

zuletzt gewarnt, dass eine Ausbreitung

auf andere Provinzen oder die

nahen Nachbarländer Uganda und

Ruanda nicht auszuschließen sei.

Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika

2014/2015 waren mehr als

11 000 Menschen ums Leben gekommen.

(dpa)


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Westufer des Gardasees hat sich bis heute den Charakter

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Olivenhaine, steile Felswände und die erdfarbenen Dachlandschaften

charakterisieren die mediterrane Ortschaft.

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Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 19 *

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Sport

Die

großen

Dinge

Alexander Zverev fordert

Novak Djokovic in Paris

VonDoris Henkel, Paris

Als Novak Djokovic im vergangenen

November nach dem verlorenen

Endspiel der ATP Finals in

London gefragt wurde, ob er sich

nach den Eindrücken aus diesem

Spiel vorstellen könne, den Sieger

des Tages bald auch als Sieger eines

Grand-Slam-Turniers zu sehen, verkündete

er:„Daswussten wir vorher

schon, dazu hätten wir das Spiel

heute nicht gebraucht. Es gibt keinen

Zweifel, dass er bei jedem

Grand-Slam-Turnier zu den Favoriten

gehört. Es gibt viele Ähnlichkeiten

in unseren Karrieren, und ich

hoffe,dass er mich überholen kann.“

DasLob und das Vertrauen galten

keinem anderen als Alexander Zverev.

Als der von Djokovics Prognose

erfuhr, musste er erst mal lachen.

Dann meinte er: „Leute! Ich hoffe,

ich kann große Dinge erreichen, aber

jetzt sollten wir uns vielleicht erst

mal ein bisschen beruhigen.“ Undso

kam es dann ja auch, wenn auch auf

eine andereArt,als er sich das an jenem

Sonntag im November nach

dem bis dahin größten Triumph seiner

Karrierevorgestellt hatte.

Deritalienische Schock

Wenn sich die Finalisten vondamals

an diesem Mittwoch im Viertelfinale

der French Open wiederbegegnen,

geht es unter veränderten Bedingungen

um neue Koordinaten. Djokovic

machte bisher in Parisden Eindruck,

als sei er auf einer geraden Route unterwegs

zum vierten Finale nacheinander

bei einem Grand-Slam-Turnier

nach den Siegen in Wimbledon,

bei den US Open und zuletzt nach

dem klaren Erfolg in Melbourne gegen

Rafael Nadal.

Schlägt härter als sein Schatten: Alexander

Zverev

AP/PAVEL GOLOVKIN

Aber Djokovic weiß selbst sehr

gut, wie es ist, wenn die Dinge mal

ein paar Wochen lang nicht gut laufen.

Voreinem Jahr verlor er im Viertelfinale

in Paris gegen einen Italiener

namens Marco Cecchinato und

machte danach den Eindruck, der

Himmel sei ihm auf den Kopf gefallen.

Er ließ an diesem Tagsogar offen,

ob er in Wimbledon spielen

wolle, und viele orteten ihn in einer

tiefen, tiefen Krise. Gut vier Wochen

später stand er zum vierten Mal mit

dem goldenen Pokal auf dem Rasen

Wimbledons, und die Zahl der gewonnenen

Spiele bei Grand-Slam-

Turniern nach der Niederlage gegen

den Italiener steht inzwischen bei 25.

Zverev verlor in den vergangenen

Wochen öfter als er gewann, und es

sah dabei manchmal so, als habe er

in Spiel komplett den Plan verloren.

Derweil rückte ein anderer in den

Fokus, der zuerst ein kleineres Turnier

in Portugal gewann und danach

in Madrid Rafael Nadal besiegte –

Stefano Tsitsipas,der ein Jahr jünger

ist als der deutsche Konkurrent. Aber

es muss keiner glauben, Zverev habe

damit ein Problem. Im Gegenteil.

„Ganz ehrlich? Das war das Beste,

was mir passieren konnte. Auf einmal

war er der neue Superstar.“ Aber

das könnte sich schlagartig wieder

ändern. Mit einem Sieg gegen die

Nummer eins auf einem der traditionsreichsten

Tennisplätzeder Welt.

Wild entschlossen

In derNations-League-Finalrunde will Ronaldo beweisen, dassernoch immer Außerordentliches leisten kann

VonMatti Lieske

Der Stachel namens Luka

Modric dürfte immer

noch tief sitzen bei Cristiano

Ronaldo. Hatte der

Teamkollege bei Real Madrid ihm

doch glatt den Titel des Weltfußballers

2018 weggeschnappt. Wozu neben

den brillantenVorstellungen des

Kroaten bei der WM in Russland vor

allem das dürftige Abschneiden des

Europameisters Portugal mit dem

Achtelfinal-Aus gegen Uruguay und

einem oft blassen Ronaldo beitrug.

In diesem Jahr wird esfür ihn noch

komplizierter.21Torefür Meister Juventus

Turin in der Serie A, nicht

schlecht, aber auch nicht überwältigend,

ausnahmsweise kein Champions-League-Gewinn

nach der

Viertelfinalpleite gegen Ajax Amsterdam,

da kann er seine Chancen nur

noch mit einer spektakulären Performance

bei der Finalrunde der Nations

League wahren, die heute mit

dem Halbfinale der Portugiesen in

Portogegen die Schweiz beginnt.

Nach der WM hatte Cristiano Ronaldo

eine Nationalmannschaftspause

eingelegt, die so lange dauerte,

dass viele meinten, dies sei es

gewesen mit der Länderspielkarriere

der Nummer 7. DasTeam schlug sich

dennoch erstaunlich wacker und erreichte

gegen Italien und Polen die

Endrunde der zunächst bespöttelten

neuen Nations League, die dann

aber mit dramatischen und heftig

umkämpften Partien eine Menge Renommee

einheimste. Dawar Englands

bejubelter Treffer von Harry

Kane zum 2:1 gegen Kroatien, der

Spanien aus dem Finale kippte. Da

war der 5:2-Sieg der Schweiz gegen

Belgien nach 0:2-Rückstand oder

das 3:0 gegen Deutschland, mit dem

die Niederländer eine Art Auferstehung

feierten und nun am Donnerstag

das zweite Halbfinale gegen die

Engländer bestreiten dürfen.

Revitalisiertdurch Juve

Bei Portugal kehrte Cristiano Ronaldo

allen Befürchtungen zum

Trotz im Frühjahr zurück, revitalisiertdurch

seinen neuen Klub Juventus

und offenbar wild entschlossen,

auf jeden Fall die EM 2020, womöglich

auch noch die WM 2022 in Katar

zu spielen. Der Effekt, den der 34-

Jährige auf die ersten EM-Qualifikationsspiele

des Teams im Märzhatte,

blieb indes überschaubar. Zwei Unentschieden

in zwei Heimspielen,

ein 0:0 gegen die Ukraine und ein 1:1

gegen Serbien, dürfen in einer nicht

Nach einer Pause wieder für Portugal im Einsatz: Cristiano Ronaldo.

Pfeifen: Schiedsrichter Felix Brych kommt

beim Halbfinale der Nations League zwischen

Gastgeber Portugal und der Schweiz

zum Einsatz. Der 43 Jahre alte Referee leitet

am Mittwochabend (20.45 Uhr/DAZN) die

erste Partie des Final-Four-Turniers in Porto,

wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am

Dienstag mitteilte.

DER DEUTSCHE BEITRAG

DPA/VIEIRA

Feiern: Für den gebürtigen Münchner wird es

der 101. Einsatz in einem Uefa-Wettbewerb,

sein Jubiläum hatte er zuletzt im Champions-

League-Halbfinale beiAjaxAmsterdam gegen

Tottenham Hotspur gefeiert. Auch bei den Video

Assistant Referees (VAR) kommen Deutsche

zum Einsatz: Christian Dingertsowie Tobias

Stieler.

Die Pläneschmiede

unkomplizierten Gruppe als glatter

Fehlstartbetrachtet werden. „Es gibt

keinen Grund, nervös zu werden

oder den Glauben an das Team zu

verlieren“, sagte Ronaldo. Zumal es

ja als Gruppensieger der Nations

League im schlimmsten Fall noch

die Hintertür über die Play-offs gäbe.

Trainer Fernando Santos ist dabei,

die Mannschaft, die lange in ähnlicher

Besetzung spielte,neu zu strukturieren

und zu verjüngen. Veteranen

wie Ricardo Quaresma, Nani

oder Bruno Alves stehen nicht mehr

im Kader,übriggeblieben vonder alten

Garde sind neben Ronaldo Verteidiger

Pepe und Mittelfeldmann

João Moutinho. Santos hofft, dass

Leute wie João Cancelo vonJuventus

Turin oder Bernardo Silva, der eine

großartige Saison bei Manchester

City spielte, mehr Verantwortung

übernehmen, und ganz Portugal

hofft auf João Felix.

Wunderlicher Spielort

Der 19Jahre alte Angreifer von Benfica

Lissabon gilt als größtes portugiesisches

Talent seit Ronaldo, auch

wenn er vom ehemaligen Nationalspieler

Tiago, heute Assistenztrainer

bei Atlético Madrid, eher mit Antoine

Griezmann verglichen wird.

Felix hat einen Torabschluss,der tatsächlich

an Ronaldo oder Griezmann

erinnert, wie er mit 15 Ligatreffern

für Benfica und seinen drei

Toren beim 4:2 gegen Eintracht

Frankfurt inder Europa League bewies,

ist aber auch ein geschickter

Passgeber. Ander Seite von gestandenen

Topspielern wie Eden Hazard

oder Pierre-Emerick Aubameyang

wurde João Felix in das All-Star-

Team der Europa League gewählt, im

Kader der Nationalmannschaft steht

er zum ersten Mal. Portugal gilt als

leichter Favorit beim Finalturnier

der Nations League, auch wenn

Coach Santos gewohnt vorsichtig

mahnt: „Bei der Europameisterschaft

2004 waren wir auch der Gastgeber

und haben es nicht geschafft.“

FürVerwunderung sorgte die Entscheidung,

das zweite Halbfinale am

Donnerstagabend in der nordöstlich

von Porto gelegenen Stadt

Guimarães auszurichten. Dort

wappnet man sich für den Ansturm

von 50000 Fans aus England und

den Niederlanden, obwohl nur

29 000 ins Estádio Dom Afonso Henriques

dürfen. Englands Verband hat

die Anhänger aufgerufen, doch bitte

schön „antisoziales Verhalten“ zu

unterlassen. Zuversichtlich klang

das nicht.

Albas Assistenztrainer erklärt, wie seine Berliner Basketballer das zweite Halbfinalduell gegen Oldenburg angehen

VonChristian Kattner

Es ist kein Angstschweiß, den

Thomas Päch auf seiner Stirn

trägt. Vielmehr hat das Gewitter am

Montagabend nicht wirklich für Abkühlung

gesorgt. Eine halbe Stunde

vorTrainingsbeginn ist es am Dienstagvormittag

in der Sporthalle in der

Schützenstraße ordentlich warm.

Die Be- und Entlüftung läuft auf

Hochtouren. Die sonst geschlossenen

Türen am Eingang zu Alba Berlins

Trainingszentrum sind weit geöffnet.

Während sich die Spieler mit

Übungen auf die bevorstehende Einheit

vorbereiten, wirkt der Assistenztrainer

entspannt. Das erste Spiel in

Oldenburg ist gewonnen, der vorgegebene

Plan ging voll auf, beziehungsweise

„die Jungs haben es sensationell

umgesetzt“, sagt Thomas

Päch.

Kraft einer Idee

Gemeinsam mit Cheftrainer Aito

Garcia Reneses und Israel Gonzalez,

dem zweiten Assistenztrainer,wurde

vor der Halbfinalserie ein Konzept

ausgetüftelt, vondem man natürlich

im Vorfeld nie so recht wisse, wie es

denn so funktioniere. „Es hängt immer

davon ab, wie man einen Plan

macht oder was für eine Idee man

hat“, erzählt der 36-Jährige.

So richtig spannend wird esmit

dem Pläneschmieden, wenn man

sich nur drei Tage nach dem ersten

Aufeinandertreffen erneut

gegenübersteht. Setzt Alba

am Mittwochabend in der

Arena am Ostbahnhof ab

20.30 Uhr auf den selben

Plan wie in Spiel eins oder

wird nach einer großen

Überraschung gesucht?

Päch muss kurz lächeln,

bevor er antwortet. „Der

Gegner muss ja erst einmal

herausfinden, was der Plan

war.“ Er glaube aber nicht, dass sich

die Ideen wiederholen lassen. „Weil

Heim- und Auswärtsspiele ganz unterschiedlich

sind. Oldenburg spielt

in Berlin anders als zu Hause. Das

macht schon einen Unterschied,

weil die Energie des eigenen Publikums

einem viel gibt“, sagt er.

Doch scheint diese Energie beide

Teams in dieser Saison bislang eher

IMAGO IMAGES/WIEDENSOHLER

gehemmt als beflügelt zu haben. In

der Hauptrunde hatte Alba in Oldenburg

gewonnen, die Baskets siegten

wiederum in Berlin. Und jetzt hat

Alba Spiel eins der Serie inOldenburggewonnen.

Diese Tatsache mache

die Best-of-Five-Serie sehr interessiert.

Auch mit Blick auf die Ausrichtung

der Mannschaft.

Am Grundansatz wirdsich

bei Alba wenig ändern.

„Gerade bei Aito geht es

immer darum, dass wir

unsere Sachen machen

müssen. Und die möglichst

gut“, sagt Päch. Kleinigkeiten,

von denen man

Freudig gespannt: denkt, dass sie dem Spiel

Thomas Päch guttun können, werden

zwar probiert, aber:„Wenn

die gutgehen, dann ist das super,

wenn sie nicht gutgehen, muss man

am Ende sowieso darauf zurückkommen,

was man das ganze Jahr

trainiert hat und kann“, erzählt

Päch. DiePlay-offs sind keine Zeit für

wilde Experimente, sondern für die

Sachen, die man extrem gut kann.

Im Trainerstab werden die Aufgaben

nur minimal verändert. Beide

Assistenten bereiten die Spiele vor

und nicht mehr nur einer. Israel

Gonzalez und Thomas Päch stimmen

sich da ab. Erspürt indieser

entscheidenden Phase der Saison

eine andere Anspannung, eine andereEnergie.„Manmerkt

den Unterschied

zwischen Leuten, die regelmäßig

an dieser Stelle sind, weil sie

eine andere Energie, einen anderen

Fokus am Ende der Saison bringen.“

Erfahrung hilft

Nach einer ohnehin schon extrem

langen Spielzeit das eigentliche

Highlight zu haben, koste noch einmal

viel Kraft, um den vollen Fokus

zu behalten, sagt Päch. Diese Fokussierung

kennt Alba. Selbst wenn die

Endspiele im BBL-Pokal und Eurocup

verloren gingen, ist der Assistent

davon überzeugt, dass alle gesammelten

Erfahrungen –positiv wie negativ

–amSaisonende helfen können.

„Wir haben als Mannschaft in

dieser Saison sicher mehr erlebt als

Oldenburg“, sagt er,lächelt und richtet

seinen Blick wieder auf die Spieler.

Und tüftelt vermutlich am Plan

für Spiel zwei.

NACHRICHTEN

Luka Jovic wechselt

zu Real Madrid

FUSSBALL. DerWechsel vonEintracht

Frankfurts Luka Jovic zu Real

Madrid ist perfekt. DieHessen bestätigten

am Dienstag, dass der 21-Jährige„vorbehaltlich

des positivenVerlaufs

des noch ausstehenden Medizinchecks“

einen Fünfjahresvertrag

bei den Königlichen unterschreiben

wird. DieAblösesumme soll rund 70

Millionen Euro betragen.

Ralf Rangnick wird

Fußballchef bei RedBull

FUSSBALL. Derbisherige Trainer

und Sportdirektor vonRBLeipzig,

Ralf Rangnick, wirdeine neue übergreifende

Rolle als Fußballchef einnehmen.

Der60-Jährige soll im

Netzwerkdes vonRed Bull alimentierten

Bundesliga-Klubs die Standorte

in Leipzig, Brasilien und New

York betreuen, wie der Sportbuzzer

am Montag berichtet. Neuer Sportdirektor

soll der vorherige Paderborner

Markus Krösche werden. Als

Rangnicks Chefcoach-Nachfolger

steht Julian Nagelsmann, der vonder

TSGHoffenheim nach Leipzig wechselt,

schon länger fest.

Lopetegui wird

Trainer des FC Sevilla

FUSSBALL. Nach seinen Kurzzeit-

Jobs bei der spanischen Nationalmannschaft

und beim spanischen

Rekordmeister Real Madrid bekommt

Julen Lopetegui eine neue

Chance: Der52Jahrealte Fußballlehrer

wirdneuer Coach beim Primera-División-Top-Club

FC Sevilla.

Dasgab der Rekordsieger der Europa

League am Dienstag bekannt. Lopetegui

werdebeim Tabellensechsten

der abgelaufenen LaLiga-Saison einen

Dreijahresvertrag unterzeichnen,

hieß es.

Eisbären vervollständigen

ihr Trainerteam

EISHOCKEY. DieEisbären Berlin haben

ihr Trainerteam für die neue Saison

komplett. DerAnfang Maiverpflichtete

kanadische Cheftrainer

SergeAubin wirdvom bisherigen Assistenztrainer

GerryFleming und

dem neuen zweiten Assistenten

Craig Streuunterstützt. Dasteilte der

Klub am Dienstag mit. Streuhat bereits

in den vergangenen drei Jahren

mit Aubin zusammengearbeitet.

ZumTrainerteam gehören zudem

weiterhin Goaliecoach Sebastian Elwing

(seit 2017), Fitnesstrainer Jake

Jensen (seit 2017), Videocoach Jeremy

Lee (seit 2016) und Sportpsychologe

Markus Flemming (seit

2007).

ZAHLEN

Eishockey

NHL, Finalserie, Best-of-Seven

St. Louis Blues -Boston Bruins 4:2

Play-off-Stand: 2:2

Fußball

Nations League, Halbfinale

Portugal -Schweiz Mi., 20.45

England -Niederlande Do., 20.45

Tennis

French Open in Paris

Frauen, Viertelfinale:

Johanna Konta (Großbritannien/26) -Sloane Stephens

(USA/7) 6:1, 6:4

Marketa Vondrousova (Tschechien) -Petra Martic

(Kroatien/31) 7:6 (7:1), 7:5

Männer,Viertelfinale:

Rafael Nadal (Spanien/2) -Kei Nishikori (Japan/7)

6:1, 6:1, 6:3

Roger Federer (Schweiz/3) -Stanislas Wawrinka

(Schweiz/24) 7:6 (7:4), 4:6, 7:6 (7:5), 6:4


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 – S eite 20 *

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Sport

Fifa-Präsident

Eine Wahl,

die keine ist

Matti Lieske

wünscht Gianni Infantino

eine straffreie Amtszeit.

Esist Zeit, Gianni Infantino auch

mal zu loben. Der Mann hat einen

Superjob gemacht, schließlich

hat es lange keine spektakulärenVerhaftungen

von Fifa-Funktionären

mehr gegeben. Könnte auch daran

liegen, dass sie nicht erwischt wurden,

aber wir wollen nicht kleinlich

sein. Einen Superjob hat der Präsident

des Weltfußballverbandes auf

jeden Fall in eigener Sache gemacht.

2016 in turbulenten Fifa-Zeiten als

eine Art Notnagel ins Amt gekommen,

weil alle anderen Kandidaten

entweder gesperrt, konfus oder

chancenlos waren, hat sich Infantino

als solider Alleinherrscher etabliert

und sitzt sicherer auf dem Fußballthron,

als es sich Vorgänger Joseph

Blatter jemals erträumen konnte.

An diesem Mittwoch wird Infantino

beim Kongress in Paris wiedergewählt,

ein Gegenkandidat ist nicht

in Sicht. Wozu auch beitrug, dass der

Schweizer allen 211 Mitgliedsverbänden

sechs Millionen US-Dollar

für vier Jahre versprochen hat. Da

muss man gar nicht mehr korrupt

werden als Fußballboss eines kleinen

oder auch größeren Landes.

Nicht schlecht jedenfalls für einen,

der vorher bloß Kugeln gezogen

hat, wie Michel Platini nun bei einer

privaten Pressekonferenz in Paris

lästerte.Die Tiraden des ehemaligen

Uefa-Chefs, für den Infantino einst

als Generalsekretär Auslosungen in

Festivals der Eitelkeit verwandelte,

belegen unfreiwillig die Machtposition,

die sich der einstige Untergebene

erworben hat.

Dasbeste Mittel? Geld!

Im Oktober läuft Platinis Sperre wegen

unethischenVerhaltens aus,und

offenbar hatte er sich allen Ernstes

Hoffnungen gemacht, danach doch

noch Fifa-Präsident anstelle eines

hoffentlich überforderten Infantino

werden zu können. Dass kann er vergessen,

auch wenn er kurz vor Beginn

der WM in Frankreich noch so

oft herumposaunt, dass der treulose

Usurpator Frauenfußball nicht mag.

Sympathie hat sich Infantino ohnehin

nicht erworben, schon gar

nicht in Europa, wo seine Projekte

bekämpft werden. Immerhin hat er

etwas Diplomatie gelernt, nachdem

er vor einem Jahr mit seiner Informationspolitik

bei einem obskuren

25-Milliarden-Dollar-Projekt für das

Novum gesorgt hatte, dass der sonst

so brave Fifa-Council das Vorhaben

eines Präsidenten ablehnte.

Die globale Nations League aus

diesem Paket hat er erst mal auf Eis

gelegt, die überfällige Reform der

Klub-WM mit 24 Teams ab 2021 anstelle

der bisherigenVariante,die mit

sieben Teilnehmern noch zwei Jahre

in Katar stattfindet, aber durchgesetzt.

Europas Klubs muss er dafür

noch begeistern, wofür er aber ein

probates Mittel hat: Geld! Da konnten

sie noch nie widerstehen.

Bayrische Wurzeln, bayrisches Gemüt: Sara Däbritz und Melanie Leupolz präsentieren sich vor der WM in gelassener Stimmung.

Zeit zu glänzen

Deutschlands Fußballerinnen sind überzeugt, dass sie bei der WM tatsächlich zu alter Stärke finden werden

VonFrank Hellmann, Bruz

Ein Golfhotel in der grünen

Peripherie der bretonischen

Hauptstadt Rennes: Der

Tross der deutschen

Frauen-Nationalmannschaft hat seit

Montag im Hotel Domaine de Cicé-

Blossac in der 20 000-Einwohner Gemeinde

Bruz sein erstes Quartier bezogen.

In holzvertäfelten Stelzenhäusernmit

Seeblick begann die Tour de

France, wie Bundestrainerin Martina

Voss-Tecklenburg die bevorstehende

Frauen-WM in Frankreich (7. Juni bis

7. Juli) nennt. Mit dem ersten Gruppenspiel

gegen China am kommenden

Sonnabend (15 Uhr/ARD und

DAZN) startet dann die im Deutschen

Fußball-Bund (DFB) mit einiger

Spannung verfolgte Mission. Denn

was das recht unerfahrene Ensemble

für den deutschen Fußball zu leisten

imstande ist, scheint schwierig vorherzusagen.

Aber warum steht auf dem Mannschaftsbus

„Dare toshine“ (Zeit zu

glänzen)? Als sich Melanie Leupolz

und Sara Däbritz am Dienstag leicht

verspätet nach dem Mittagessen in

dem umfunktionierten Klubhaus zur

ersten Pressekonferenz platzierten,

verbreiteten die beiden Mittelfeldspielerinnen

des FC Bayern viel Optimismus.

Die gut befreundeten Zimmerpartnerinnen

mit bayerischen

Wurzeln priesen artig das vorzügliche

Ambiente in ihrem neuen Zuhause.

Sowohl Leupolz („sehr weitläufig,

fühlen uns total wohl“) als auch Däbritz

(„tolle Anlage“) würden wohl liebend

gerne wiederkommen –dafür

müssten die deutschen Fußballerinnen

als Gruppenerster das WM-Viertelfinale

erreichen.

Die Stadien der Fußball-WM der Frauen in Frankreich

7. Juni bis 7. Juli 2019

Le Havre

Stade Océane

Rennes

Roazhon

Park

An der grundsätzlichen Befähigung

ihres Teams ließ das Duoauf der

Doppel-Sechs keine Zweifel. „In den

letzten Monaten hat sich viel getan.

Wir haben wieder die Qualität. Von

der EM 2017 bis heute ist ein toller

ProzessinGang gekommen“, erklärte

die Leupolz (58 Länderspiele), die genau

wie Däbritz (60) alle Höhen und

Tiefen der DFB-Frauen in der jüngeren

Vergangenheit miterlebt hat.

Beide bringen wertvolle Erfahrungen

aus der am Ende eher unerfreulichen

WM 2015 mit ein, als auf kanadischem

Kunstrasen die Finalspiele gegen

USA (0:2) und England (0:1) verloren

gingen.

Valenciennes

Stade du Hainaut

Reims

Auguste Delaune

Paris

Parc des Princes

Lyon

Groupama

Stadium

Grenoble

Stade des Alpes

Nizza

Allianz

Montpellier Riviera

La Mosson

BLZ/GALANTY; QUELLE: AFP

DerTrostpreis für Platz vier lautete

damals die Olympia-Qualifikation,

was 2016 in Rio de Janeiro ermöglichte,den

Abschied vonder langjährigen

Bundestrainerin Silvia Neid mit

der ersten Goldmedaille bei Olympischen

Spielen zu veredeln. Doch mit

der Inthronisierung ihrer überforderten

Nachfolgerin Steffi Jones ging es

steil bergab, ehe Interimstrainer

Horst Hrubesch und nun seit Jahresbeginn

Martina Voss-Tecklenburg

das alte Selbstverständnis mit Leben

füllten. Die letzte Niederlage (0:3 gegen

Frankreich beim SheBelieves-

Cup) liegt inzwischen fast anderthalb

Jahrezurück.

Aufstand jetzt!

DPA/GOLLNOW

Das Münchner Gespann ist unter

Voss-Tecklenburg beauftragt, für das

Gefüge die Balance zu wahren. „Gerade

im Zentrum ist ein großer Vorteil,

wenn man sich gut kennt“, betonte

Leupolz. Die 25-Jährige hatte

zuletzt allerdings Formschwankungen

gezeigt und wird sich im Verein

demnächst umgewöhnen müssen,

denn Däbritz hat erst kürzlich ihren

Wechsel zum französischen Topklub

ParisSt. Germainbestätigt. Als Fremdenführerin

wird sich die 24-Jährige

trotzdem im WM-Gastgeberland

nicht verdingen, denn:„Mein Französisch

ist noch nicht so gut.“

Däbritz wollte ohnehin allein über

das anstehende WM-Turnier reden.

„Der Traum wäre natürlich der Titel,

aber das wird megaschwer. Wir wollen

schrittweise denken.“ Jeder Ausrutscher

in den Gruppenspielen gegen

China, Spanien (12. Juni) und

Südafrika (17. Juni) könnte ja dazu

führen, dass der Weltmeister und

Topfavorit USA bereits im Achtelfinale

als Gegner auftaucht. Unddann

wäre auf einmal auch die avisierte

Olympia-Qualifikation für Tokio 2020

als Minimalzielflöten.

Zuerst ist in Rennes die einstige

Frauenfußball-Großmacht aus dem

Reich der Mitte zu besiegen. „Bei der

U20-WM haben wir gegen China mal

5:5 gespielt“, erinnerte sich Däbritz,

„und im Viertelfinale der Olympischen

Spiele war es auch knapp.“ Offenbar

bleibt die Leistungsstärke des

Auftaktgegners so schwierig vorherzusagen

wie das Wetter in der Bretagne.Vor

der Nachmittagseinheit im

Stade Municipal im nahe gelegenen

Örtchen Pont-Péan wechselten sich

Regenschauer und Sonnenschein

wahrlich hartnäckig ab.

Australiens Fußballerinnen wollen im Sinne einer gerechten Preisgeldpolitik gegen die Fifa sogar vor Gericht ziehen

Ein Spiel

für die

Zukunft

Warum die Handballerinnen

Kroatien schlagen müssen

Der Druck ist Henk Groener zumindest

äußerlich nicht anzumerken

– dabei lastet er vor dem

WM-Showdown der deutschen

Handballerinnen schwer auf den

Schultern des Bundestrainers. Mit

leiser und ruhiger Stimme spricht

der Niederländer über das entscheidende

Play-off-Spiel gegen Kroatien,

von dem die Teilnahme an gleich

zwei großen Turnieren abhängt.

„Klar, es hängt viel von diesem

Spiel ab“, sagt Groener, „aber wenn

man anfängt, über die Bedeutung

des Spiels nachzudenken, brauchen

wir erst gar nicht aufzulaufen.“ Nur

ein Sieg im Rückspiel am Mittwoch

(18.45 Uhr/Sport1) in Hamm/Westfalen

garantiert das Ticket für die

WM im Dezember in Japan und hält

den Traum von den Olympischen

Spielen 2020 am Leben.

Diese riskante Ausgangslage hat

sich seine Mannschaft am Sonntag

im Hinspiel in Koprivnica selbst eingebrockt.

Zu viele technische Fehler

hatte das Groener-Team gemacht,

am Ende sprang trotz einer Drei-

Tore-Führung kurz vor Schluss nur

ein Unentschieden (24:24) heraus.

„Wir haben nicht das gespielt, was

wir wollten“, sagte der 58 Jahre alte

Coach, aber: „Das Spiel war ein

Weckruf. Ichspürejetzt einen richtigen

Willen, es besser zu machen.“

Seit der späten Rückkehr nach

Deutschland am Montagabend bereitet

sich die Auswahl des Deutschen

Handballbundes (DHB) in der

Sportschule Kamen-Kaiserau auf die

Partie gegen Kroatien vor. Nach einer

Krafteinheit am Dienstagmorgen

folgte am Nachmittag das Abschlusstraining

in der Arena in

Hamm, wo am Mittwoch rund 2000

Zuschauer den letzten Push für die

Qualifikation geben sollen.

„Es geht um unglaublich viel für

den Frauenhandball, weil gerade

dort viel über öffentliche Förderung

funktioniert.WiralsVerband verspüren

dasicherlich einen ganz großen

Druck“, sagt DHB-Sportvorstand

Axel Kromer. Das gilt auch für die

rein sportliche Perspektive. Nach

dem ordentlichen neunten Platz bei

der EM 2018 hatte Groener unlängst

betont, mit seiner Mannschaft den

Sprung unter die besten Teams der

Welt schaffen zu wollen. Dafür

braucht es jedoch Spiele auf allerhöchstem

Niveau –und die gibt es

nur bei derWM in Japanoderbei den

Sommerspielen ein Jahr später an

gleicher Stelle.

Groener möchte sich deshalb gar

nicht erst mit einem möglichen

Scheitern beschäftigen. „Wenn es in

die Hose geht, haben wir noch genug

Zeit, über die Folgen nachzudenken“,

sagt er.Für Groener zählt im Moment

nur die Partie am Mittwoch, in der er

auf die gesamte Breite seines Kaders

um Kapitänin KimNaidzinavicius zurückgreifen

kann. Der Coach optimistisch:

„Ich spüre eine Aufbruchstimmung.“

(sid)

Lang lebe der Präsident: Gianni Infantino

hat keinen Gegenkandidaten. AP/FRANCOIS MORI

Die australische Fußball-Nationalmannschaft

der Frauen hat

in Abstimmung mit der australischen

Vereinigung der Profifußballer

PFAeine umgehende Preisgelderhöhung

für die WM in Frankreich (7.

Juni bis 7. Juli) gefordert. Demnach

geht es um eine Anhebung der WM-

Prämien für das komplette Turnier

von derzeit 30 Millionen US-Dollar

auf 57 Millionen US-Dollar.

WiePFA-Chef John Didulica sagte,

würde er für diese Forderung auch

gegen den Weltverband (Fifa) vorGericht

ziehen. Hintergrund ist ein Verweis

auf die Ungleichbehandlung vin

Bezug auf die Geldausschüttungen.

Die WM-Prämien für 2019 entsprechen

7,5 Prozent derer für das WM-

Turnier der Männer im vergangenen

Jahr in Russland (400 Millionen US-

Dollar). Bisherige Vermittlungsversu-

che haben bei der Fifa keine Reaktion

hervorgerufen.

Mit der Forderung geht die Kampagne

„Our Goal is now“ einher, mit

der auf eine Angleichung der WM-

Prämien gepocht wird. „Ist das zu viel

verlangt?“, lautet die zentrale Frage

an dieFifa. Sollte die Entwicklung des

Preisgelder nach bisherigem Verlauf

weitergehen, wäre eine Angleichung

erst im Jahr 2039 zu verzeichnen.

Beim Turnier in Frankreich erhält

der Weltmeisterverband einen Betrag

von vier Millionen US-Dollar, der Finalist

noch 2,6 Millionen. Bei der

Männern gingen 2018 anWeltmeister

Frankreich 38 Millionen US-Dollar

vonder Fifa. Für jeden der 32Teilnehmer

gab es mindestens acht Millionen,

jeder der 24 Teilnehmer der

Frauen-WM bekommt mindestens

750 000 US-Dollar. (sid)

Steht enormunter Druck: Bundestrainer

Henk Groener

HENK GROENER


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

„Das Wichtigste im

Leben“: Die Wiedergeburtder

Familienserie

Seite 23

„Die Bundestagsabgeordneten sollten sich diesen Film ansehen.“

Susanne Lenz hat „Das Leben meiner Tochter“ gesehen und ist tief beeindruckt Seite 22

Schreibstoff

Bevor es

explodiert

Ulrich Seidler

verbreitet sehr subtil eine

Gebrauchsanweisung.

Die Leserinnen und Leser ahnen

vielleicht, welchen Stellenwert

der Filterkaffee in einer Großraumredaktion

einnimmt. Aber vermutlich

haben Siesich noch keine angemessenen

Gedanken darüber gemacht,

wie zerstörerisch der Konfliktstoff

ist, den die Frage birgt, wer

die nächste Kanne des aufmunternden

Getränks zubereitet. Vermutlich

ahnen noch nicht einmal die Redakteurinnen

und Redakteure, die hier

auffällig unauffällig in ihre Monitore

starren, dass der da oben abgebildete,stets

um freundlichen Umgang

bemühte Kollege gleich explodiert.

Filter und Kaffee werden übrigens

vom Verlag gestellt, also von Ihnen

mitfinanziert. Vielen Dank.

Warum also streiten? Es gibt hier

Mitinsassinnen und Mitinsassen, die

nie Kaffee kochen, aber immer die

letzte Tasse aus der Kanne pumpen.

Sietun einfach so,als wärenichts.Dabei

ist das traurige Furzgeräusch, das

entsteht, wenn am Kannengrund die

letzte Pfütze abgesaugt ist und nur

noch Luft nachströmt, nicht zu überhören.

„Dubist dran“, röchelt es zaghaft

und bittend, doch der Leersäufer

geht kalten Herzens zurück an seinen

Platz und sondert seine koffein- und

also stichhaltigen Gedanken ab. Der

nächste, der sich seine Dosis zapfen

will, seine Tasse mit letzter Kraft unter

den Spender hält, nur ein paar

braune Bläschen abkriegt −und bei

dem es sich immer um den schon erwähnten,

eigentlich sehr beherrschten

Kollegen handelt −, muss wohl

oder übel eine neue Kanne aufsetzen.

Tank mit Wasser befüllen, Kanne

geöffnet und ohne Pumpvorrichtung

unterstellen, Filterhalter bestücken,

Papierfilter gründlich ausspülen,

am besten heiß, Tüte aufreißen,

Kaffeepulver in den Filter rieseln lassen,

klopfen, dass sich der Hügel verdichtet

und das Wasser möglichst

langsam durch das Pulver läuft, Filterhalter

einschieben, Startknopf

drücken, warten −fertig ist der Kaffee.

Woderselbe einzufüllen ist, damit

man Texte abpumpen kann, wissen

die Kollegen hoffentlich selbst.

Überwältigende Treue

Daniel Barenboims Vertrag als Generalmusikdirektor der Staatsoper wird bis 2027 verlängert

VonPeter Uehling

Für einen Moment mag einen

die Hoffnung auf ein

Ereignis getrogen haben,

darauf, dass es an der

Staatsoper nicht einfach weitergeht

wie immer. Aber der Kultursenator

Dr.Klaus Lederer hatte auf einer eilig

einberufenen Pressekonferenz „zur

Zukunft der Staatskapelle und der

Staatsoper Unter den Linden“ dann

doch nur zu verkünden, dass Daniel

Barenboims Vertrag als Generalmusikdirektor

des Hauses um fünf Jahre

verlängertwird; das gilt ab 2022, also

bis ins Jahr 2027.

Alles andere wäre eine Überraschung

gewesen. Daniel Barenboim

hat in dieser Stadt durchgesetzt, was

immer er durchsetzen wollte. Und

zugleich ist es glaubwürdig, wenn

die Staatskapelle,vertreten durch die

Orchestervorstände Susanne Schergaut

und Volker Sprenger,ihreunbedingte

Gefolgschaft verkündet: „Wir

freuen uns!“ sagte Sprenger lapidar.

Am Ende war es auch diese überwältigende

Treue der Musiker zu ihrem

seit 28 Jahren amtierenden

Chef, die Lederer dazu bewog, die

Vertragsverlängerung für „die richtige

Lösung“ zu halten.

Vorfälle ohne juristische Relevanz

Daniel Barenboim bei der Pressekonferenz am Dienstag in Berlin

In kulturpolitischer Hinsicht genügt

es, Barenboims Verdienste um das

Musikleben der Stadt summarisch

zu bilanzieren, sie stehen außer

Frage. Dass Anfang des Jahres ein

paar hässliche Vorfälle an die Oberfläche

kamen, führte dazu, dass eine

Mediationsagentur in die Staatsoper

geholt wurde. Die stellte fest, dass

keiner der beklagten Vorfälle juristische

Relevanz erreiche, aber eine

Ombudsstelle hat man dennoch im

Haus eingerichtet.Von„der richtigen

Lösung“ kann Lederer vor allem

sprechen, weil er bei Barenboim wie

seinen Musikern die Bereitschaft

festgestellt habe, das Betriebsklima

zu verbessern. Barenboim erklärte

dann noch, wie so eine Probe funktioniert:

Ein Dirigent müsse sich

durchsetzen. Das hat nie jemand in

Frage gestellt, wohl aber die Form

des Durchsetzens.

Fragen nach einer weiteren Erhöhung

der Bezüge der Staatskapell-

Musiker wischte Barenboim barsch

vom Tisch, und auch Lederer versicherte,

dass es erstmal nur um Barenboims

Vertragging.

Das glaubt man nicht so ganz,

weil der Poker um die Bezahlung seiner

Musiker bislang jede Vertragsverlängerung

entscheidend begleitete,

nämlich als Rücktrittsdrohung

des Dirigenten, falls seinen Wünschen

für die Staatskapelle nicht entsprochen

würde. Aktuell verdient

man in der Staatskapelle rund 1000

Euro mehr als in den Orchesternvon

Deutscher oder Komischer Oper,

AFP/JOHN MACDOUGALL

und im Interview hat Barenboim

mitgeteilt, dass die Staatskapelle zu

Hermann Görings Zeiten das bestbezahlte

Orchester Deutschlands

gewesen sei, und das sei wieder anzustreben.

Daniel Barenboim saß am Dienstagnachmittag

in enorm muffiger

Laune auf dem Podium und erklärte,

er sei bei bester Gesundheit und

würde sein Amt sofort aufgeben,

wenn er die Leistung nicht mehr

bringe –eine Ankündigung, die man

angesichts seiner fortgesetzten, internationalen

Standards längst nicht

mehr entsprechenden Auftritte als

Pianist getrost vergessen darf.

Die Verlängerung von Barenboims

Vertrag, so sehr sie auch den

Wünschen des Orchesters und der

Verlegenheit um die Benennung eines

Nachfolgers geschuldet ist, hat

etwas vonVerdrängung und Rauschzuständen.

Geradezu närrisch wirkt

die Staatskapelle an dem Mythos

mit, dass dieses Haus ohne Barenboim

keine Substanz hätte.Und wer

will heute behaupten, dass es mittlerweile

nicht tatsächlich so wäre,

weil die Frage nach einer künstlerischen

Entwicklung nicht damit beantwortet

werden kann, dass Barenboim

der amtlich größte Dirigent des

Universums ist. Die Berufung des

jungen Matthias Schulz zum Intendanten

dieses Kulturtankers geschah

sicher nicht mit dem Ziel, dem Generalmusikdirektor

einen ebenbürtigen

Partner an die Seite oder gar gegenüber

zu stellen. So verkümmert

die Staatsoper zum Anhängsel der

Staatskapelle und diese wiederum

zum Anhängsel Barenboims.

Die einen zu alt,die anderenzujung

Tatsächlich geht gerade eine ungemein

unergiebige Staatsopern-Saison

zu Ende.ZweiPremieren hat Barenboim

dirigiert, entlegene Stücke

wie Cherubinis„Medea“ und Prokofjews

„Verlobung im Kloster“, Produktionen

mit Ausstrahlung gab es

nicht. Undauch die folgende Saison

verspricht nicht viel. Im Konzertbereich

drehen Barenboim und die

Staatskapelle mittlerweile auch leer:

Im nächsten Jahr gibt es mal wieder

einen Beethoven-Zyklus, die Premiere

von Saint-Saëns’ „Samson et

Dalilah“ wird begleitet von Saint-

Saëns-Konzerten, dann gibt es bewährtes

vonElgar undDebussy.

DieStaatskapelle wird außervon

Barenboim vor allem von Zubin

Mehta und Lahav Shani dirigiert,

einmal kommt auch der 93-jährige

HerbertBlomstedt vorbei;die einen

sind zu alt, der andere zujung, um

als Barenboims Nachfolger erwogen

zu werden: Es besteht offensichtlich

von Seiten der Staatskapelle

wie ihres Chefdirigenten auf

Lebenszeit auch kein Interesse,sich

eine Zeit nach Barenboim auszumalen.

Wo soll das enden?

NACHRICHTEN

Humboldt Forumplant

Wechselausstellungen

MitWechselausstellungen will das

Humboldt Forumnach den Worten

seines Generalintendanten Hartmut

Dorgerloh künftig „neue Gemeinsamkeiten

möglich machen“. Als

Beispiel nannte Dorgerloh am

Dienstag in Berlin die für Ende 2020

geplante Ausstellung der Sammlung

von60Objekten des nordamerikanischen

Umonhon-Volkes,die aktuell

mit indigenen Vertreternfür das

Humboldt Forumkonzipiertwird.

Derzudem Volk gehörende Ethnologe

Francis La Flesche hatte die

Sammlung zwischen 1894 und 1898

für das damalige Berliner Museum

für Völkerkunde zusammengestellt,

das heute als Ethnologisches Museum

zu den Staatlichen Museen

Berlins gehört. (dpa)

Ehren-Oscarsfür

Geena Davis und David Lynch

DieSchauspielerin Geena Davis (63)

und der Regisseur David Lynch (73)

werden mit Ehren-Oscars ausgezeichnet.

Auch der Schauspieler Wes

Studi und die italienische RegisseurinLina

Wertmüller bekommen einen

Ehren-Oscar,wie die Akademie

am Montag in Los Angeles mitteilte.

Beieiner Gala am 27. Oktober sollen

die sogenannten Governors Awards

überreicht werden. Für die Ehren-

Oscars gibt es keine Jury,sonderndie

Akademie sucht Personen aus,„die

sich einem Leben voll künstlerischer

Errungenschaften verschrieben“

und der Branche „herausragende

Beiträge“ gelieferthaben. (dpa)

Karen Duve bekommt

Düsseldorfer Literaturpreis

DieSchriftstellerin KarenDuveerhält

den mit 20 000 Euro dotierten

Düsseldorfer Literaturpreis 2019.

Die57-Jährige wirdfür ihren Roman

„Fräulein Nettes kurzerSommer“

über die junge Dichterin Annette

vonDroste-Hülshoff ausgezeichnet.

Duve,die auch den Bestseller „Taxi“

geschrieben hat, lebt in Brandenburg.

DerLiteraturpreis wirdjährlich

vonder Kunst- und Kulturstiftung

der Stadtsparkasse Düsseldorfvergeben.

Bisherige Preisträger waren

unter anderem Marcel Beyerund

Esther Kinsky. (dpa)

UNTERM

Strich

Fontane der Woche

Mit seinem

liebevollen Blick

VonFranz Schorr

Ich bin auf Arbeit und sehe mich durch unsere

Gäste hart auf die Geduldsprobe gestellt,

denn ich stehe am Einlass und versuche,den

Leuten zu erklären, wo sie ihrePlätze

finden. Groblässt sich jedes Publikum in drei

Gruppen einteilen: die,die wissen, wo sie hinmüssen,

die, die zuhören und dann wissen,

wo sie hinmüssen, und die,die einfach draufloslaufen,

falsch sitzen und dann auch noch

rumpampen, wenn man versucht, sie zu ihremrichtigen

Platz zu geleiten.

Erschwerend kommt heute hinzu, dass

sich das Publikum durch den Comedian, den

wir heute zu Gast haben, ermuntert fühlt,

sich seinerseits in der Comedy zu versuchen.

Das ist die ersten 50 Mal noch ganz charmant,

aber bei 1500 zu erwartenden Menschen

gerate ich an meine Grenzen. Vorallem,

wenn einen jeder Witzereißer erwartungsvoll

anschaut, ob man die –leider zunehmend

weniger originellen – Pointen

auch ausreichend würdigt. Da hilft: Zähne

zusammenbeißen, (gequält) lächeln –und

an Fontane denken.

Seine liebevoll gezeichneten Charaktere

haben auch nach 100 Jahren nichts vonihrer

Lebendigkeit eingebüßt, denn er wirft einen

zwar kritischen, jedoch nie verächtlichen

Blick auf die Gesellschaft und ihre unterschiedlichen

Milieus. Er beschränkt sich

nicht auf Plattitüden, sonderngeht, sein vorher

erworbenes journalistisches Wissen nutzend,

in die Tiefe und bietet so seinem Leser

gerade in seinen Berlin-Romanen ein umfassendes

und vorallem gut recherchiertes Tableau

dieser Bevölkerung.

Dasist ja gerade das Schöne an Berlin und

eben auch an den Romanen Fontanes: Man

BARBARA WREDE

muss nicht weit reisen, um vom einen zum

anderen Milieu zu wechseln.

Es lässt sich zum Beispiel bei „FrauJenny

Treibel“ ganz vorzüglich beobachten, wie

diese Milieus in Wechselwirkung zueinandertreten

und sich dabei mehr oder weniger

auseinandernehmen. Dass Fontane dabei

nicht nur beobachtet, sondern seine Präferenzen

deutlich durchschimmern lässt, vergrößert

nur das Lesevergnügen. Ich komme

nicht umhin festzustellen, dass Fontane und

ich in dieser Frage auch auf einer Wellenlänge

liegen.

So kann es durchaus vorkommen, dass,

wenn ich die Blicke über mein Umfeld

schweifen lasse, mir der eine oder andere

Charakter,den ich schon bei Fontane getroffen

habe, in der Realität begegnet. Klar

könnte man auch die Berliner als solche zusamenfassen:

„Stimmt, so sind wir, immer

ein bisschen laut, immer ein bisschen drüber.“

Aber Fontane schaut nicht nur genauer

hin: auf all die Unzulänglichkeiten, die das

menschliche Geschlecht so aufweisen kann

− und das sind eine Menge. Sondern er

schaut immer mit liebevollen Augen und gewinnt

so selbst dem unsympathischsten

Charakter noch etwas ab.Und sei es nur,dass

man herzhaft über ihn lachen kann.

Insofern verstehe ich den Vorwurf der

Langeweile, der Fontane des Öfteren gemacht

wird, nicht. Man langweilt sich doch

immer nur mit denen, die man langweilt. So

stehe ich denn also weiter am Einlass, doch

das gequälte Lächeln ist einem aufrichtigen

Lächeln gewichen: „Na, euch gab es schon

vor gut hundert Jahren und euch wird es

auch noch weitere hundert Jahre geben.“

Und dieser Gedanke erfüllt mich mit einer

Ausgeglichenheit, sodass der Rest des Einlasses,

der jetzt so richtig inFahrt gekommen

ist, doch vergnüglich an mir vorübergeht.


22 * Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Feuilleton

Im Leipziger Künstlerareal in der ehemaligen Baumwollspinnerei sollte die 26. Jahreskunstausstellung stattfinden. Nun beraten die Künstler,wie das Unternehmen noch zu retten wäre.

IMAGO IMAGES/PETER ENDIG

Schwarzes Schaf im Kunstbetrieb

Der AfD-nahe Maler Axel Krause wurde von der Leipziger Jahreskunstschau ausgeladen –die istdaraufhin geplatzt

VonIngeborg Ruthe

Jetzt hat auch die Kunstwelt ihren

Uwe Tellkamp, hieß es vor

Monaten im Fachmagazin Monopol.

Ein Leipziger Maler,

Axel Krause,60, hatte in den sozialen

Medien seine „patriotische“ Meinung

zur „illegalen Masseneinwanderung“

Geflüchteter gepostet und

die AfD in diesem Kontext„ein zu begrüßendes

Korrektiv im maroden

Politbetrieb“ genannt.

Der gebürtige Hallenser Krause,

bis zum vergangenen Jahr von der

Leipziger Galerie Kleindienst vertreten,

die vor allem Protagonisten der

Neuen Leipziger Schule betreut, hat

seine Werkeauf Ausstellungen in der

ganzen Welt, er ist beliebt bei Sammlern,

also gut im Geschäft, wie es

auch in dieser Branche heißt.

Jetzt aber fühlt er sich ausgegrenzt

und verschmäht. Denn wegen

seiner politischen Ansichten ist die

lang vorbereitete und für Leipzigs

Gegenwartskunstszene wichtige

Jahreskunstausstellung –eswäredie

26. gewesen –mit Furorgeplatzt. Der

Vorstand der Schau im Künstlerareal

der ehemaligen Baumwollspinnerei

hatte Krause samt seiner Werke eingeladen.

Für seine Gemälde findet er

Sujets in verschiedenen historischen

Epochen. So stehen romantisch-surreale

Motivemit Zeppelinen in Krankenhausbetten

neben seltsamen

Flugobjekten, U-Booten und bizarrenMaschinen

und Gerätschaften.

Galerist trennte sich vonKrause

Nun jedoch sind Künstlerkollegen,

36 an der Zahl, ethisch-moralisch

entrüstet von Krauses patriotischen

Arbeiten. Für sie sind es „völkische“

Äußerungen ihres einstigen Mal-Gefährten.

Ihr Protest ist heftig, etliche

Künstler zogen ihreAusstellungsteilnahme

zurück. DerVorstand der Jahresschau

gab vor wenigen Tagen

nach und lud Axel Krause wieder

aus. In diesem Zuge trat das Gremium

wegen des Gesichtsverlustes

auch gleich geschlossen zurück.

Wasist passiert inder Kunstszene

jener Kommune, die sich gern Heldenstadt

nennen lässt, dieser Polis

der bürgerlichen Emanzipation, der

Freiheit und des unbedingten Demokratiewillens

von 1989? Warum reagieren

und agieren Veranstalter und

Künstlerschaft derartunsouverän auf

dieses Schwarze Schaf im liberalen

Kunstbetrieb?

Krause wird

ja nicht wegen

seiner Malerei

abgelehnt, was

also mitnichten

eine Einschränkung

der Kunstfreiheit

bedeutet,

sondern wegen

seiner AfDnahen

Meinung.

Galerist Kleindienst hat sich schon

vor Monaten von Krause getrennt,

gleich nach dessen fatalem Facebook-Auftritt.

Man befürchtete

Image-Verlust –inder Öffentlichkeit,

auf internationalen Messen und bei

Sammlern. Daraufhin hatte Krause

sich in der Zeitschrift„Anbruch –erstes

patriotisches Magazin“ über

Axel Krause malt surreale Bildwelten,

wie diese Motiv: „Halbzeit“, 2015

seine „Ausgrenzung“ und die zunehmende

Unfreiheit der Künstler wegen

der allseitigen „politischen correctness“

beklagt und dafür, leider,

eine Menge tatsächlich absurder

Beispiele anführen können, wo man

das Kind mit dem Bade ausschüttete,

etwa die

durch Feministinnen

erzwungene

Tilgung eines

Gedichtes

des Lyrikers Eugen

Gomringer

an der Fassade

AXEL KRAUSE/VG BILDKUNST BONN 2019

der Berliner

Alice-Salomon-

Schule.

In der eher

linksliberal gesinnten Kunstszene

der Messestadt stieß Krauses Kritik

an der Ablehnung seiner Ausstellungsteilnahme

umso mehr auf Gegenwind.

Alles kocht hoch. Die vielen

Künstler in ihren Spinnerei-Ateliers

und die Galerien auf dem Areal

wollen „keine Rehabilitation“ des

populistischen Malers, von dem sie

sich provoziert fühlen. Dann lieber

die Jahresschau opfern. Namhafte

Rechtspopulisten dürften sich nun

die Hände reiben ob dieses Akts,den

sie der emotionalisierten Leipziger

Kunstszene als Niederlage auslegen

könnten. Undder Künstler Krause ist

ihr Märtyrer.

„Kunst ist Kunst. Alles andere ist

alles andere“. Der Satz stammt von

dem amerikanischen Künstler Ad

Reinhardt, Maler schwarzer Bilder

und seinerzeit entnervt und angewidert

von den ideologischen Kämpfen

der Nachkriegsavantgarden –

Abstraktion gegen Figuration.

Es braucht mehr Zivilcourage

Solcheideologischen Fronten schienen

im heutigen globalen und zumindest

in der westlichen Hemisphäreliberalen

Kunstbetrieb begradigt.

Hätte sonst eine Neue Leipziger

Schule mit ihren figurativen, surrealen

und neoromantischen Bildsprachen

um das Jahr 2000 einen weltweit

derart erfolgreichen Kurs nehmen

können?

Inzwischen sind die Protagonisten

des Hypes um den Malerprofessor

Arno Rink und seinen Meisterschüler

Neo Rauch an der Leipziger

Hochschule für Grafik und Buchkunst

längst auf eigenen Wegen unterwegs,

ohne das besagte Label.

Weltweit erfolgreich sind sie alle.Wie

Axel Krause auch, der sich internationalen

Erfolgs erfreuen kann, aber

nationalistische Sprüche klopft.

Eine Künstler-Initiative, die sich

als unabhängig von dem Verein versteht,

fordert nun, die Jahresschau

doch noch zu organisieren. Ohne

Vorstand und dennoch professionell.

Und womöglich, darüber wird

noch ziemlich debattiert, mit Axel

Krause. Inkritischer Distanz zuseiner

politischen Haltung und mit einer

gereiften Streitkultur, die andere

Meinungen aushält.

Ingeborg Ruthe

hofft auf eine klugeund

gelassene Debatte.

Im Herzen der Verzweiflung

Darf man ein Organ kaufen, um das Leben seines Kindes zu retten? „Das Leben meiner Tochter“ führt den Zuschauer mitten hinein in ein ethisches Dilemma

VonSusanne Lenz

Dieser Film ist schwer zu ertragen,

denn es geht um ein todkrankes

Kind. Ich musste schon in

den ersten Minuten schluchzen, dabei

ist da noch gar nicht klar,dass die

achtjährige Jana ein neues Herz

braucht, wie die Ärztin den geschockten

Eltern wenig später erklärt.

Der Herzmuskel hat sich entzündet,

das Organ funktioniertnicht

mehr richtig. Das Glück der Familie

aus dem gehobenen Mittelstand, das

in zwei kurzen Einstellungen glaubhaft

etabliertwurde,ist zerstört. Aber

noch gibt es Hoffnung.

Durchschnittlich acht Monate

soll es dauern, bis ein Spenderherz

zur Verfügung steht. So lange kann

Jana (Maggie Valentina Salomon)

mit einer künstlichen Herzpumpe

überleben, ein viereckiger Kasten, so

groß wie das Kind. Ein normales Leben

ist in dieser Zeit nicht möglich,

Jana muss im Krankenhaus bleiben.

Die Belastung, unter der die Familie

steht, wirkt wie ein Katalysator,

der die Unterschiede vor allem zwischen

den Eltern hervortreten lässt.

Der Vater (Christoph Bach) reagiert

wie viele Männer: Erkann nicht mit

der Ohnmacht umgehen, die ihm

das Warten aufzwingt, und vorallem

nicht mit der Aussicht auf den Tod

seines Kindes.Ernervt das Krankenhauspersonal,

und als sich seine

Tochter ein Kinderbuch über das

Sterben aus der Bibliothek ausleiht,

nimmt er es ihr weg: „Du sollst dich

mit dem Leben beschäftigen.“ Die

Mutter (Alwara Höfels) tut, was die

meisten Frauen tun: Sie versucht

auszugleichen. Zwischen der Tochter

und dem Vater, zwischen sich

selbst und dem Ehemann. Doch das

Verhältnis trübt sich, als ob es nicht

schon genug Unglück gäbe,mit dem

sie fertig werden müssen.

EinJahr vergeht, ein Spenderherz

aber ist nicht gefunden, obwohl Jana

ganz oben steht auf der Liste vonEurotransplant,

der Vermittlungsstelle

für Organspenden. Als Jana aufgrund

der Medikamente,die sie einnehmen

muss, einen Schlaganfall

erleidet, wirdder Druck noch größer.

Der Vater kontaktiert schließlich einen

illegalen Organhändler in Bukarest.

„Sie brauchen ein Herz? –Kein

Problem.“ Nur teuer ist es: 250 000

Euro kostet das Organ. Der Film

Vater (Christoph Bach) und Tochter (Maggie Valentina Salomon) in der Klinik.

OBERON FILM

gefälle beruht und auf der Rechtlosigkeit

in manchen Staaten, die Hingerichtete

oder wehrlose Flüchtlinge

als Organspender ausbeuten. In

Deutschland macht sich strafbar,

wer sich darauf einlässt, auch auf

diesen Aspekt geht der Film kurzein.

Mit dem Organ, das benötigt wird,

treibt er das Dilemma auf die Spitze.

Kann man in Bukarest sicher sein,

packt einen spätestens jetzt an der

Gurgel, wird fast unerträglich spannend,

vorallem aber entfaltet er den

quälenden moralischen Konflikt,

den er benennt. Wie weit darf man,

wie weit würde man gehen, um das

Leben seines Kindes zu retten?

Schon das Fundament der illegalen

Organspenden ist amoralisch, als

es auf einem extremen Wohlstandsdass

das Herz voneinem Unfallopfer

stammt, oder ist es möglich, dass einer

armen Familie ihr Kind abgekauft

wurde, umesfür Kunden aus

dem reichen Teil der Welt auszuschlachten,

so grausam das klingt?

Eine Herzspende bedeutet, anders

als eine Nierenspende, den Toddes

Spenders. Das ist inakzeptabel.

Doch wie kommen Entscheidungen

in extremen Notsituationen zustande,und

was taugt die moralische

Bewertung, wenn es um das Leben

des eigenen Kindes geht?

Der Film behandelt diese Fragen

in Diskussionen zwischen Vater und

Mutter nur ganz knapp.Und was die

zunächst zurate gezogene Ärztin

dazu zu sagen hat, berührtnicht den

ethischen, sondern den medizinischen

Bereich. Stattdessen wird hier

gehandelt, und so überlässt es Steffen

Weinert dem Zuschauer, diesen

tragischen Zwiespalt mit sich selbst

zu diskutieren. Undbestenfalls nach

dem Film mit anderen. Man sollte

nicht allein ins Kino gehen.

In Deutschland leben rund 2000

Menschen mit einem Herzunterstützungssystem.

Sie alle warten auf ein

Spenderherz, und 8000 weiterePatienten

auf ein anderes Organ. Ungefähr

2000 der Wartenden sterben jedes

Jahr, darunter auch Kinder. All

diejenigen auf der Liste, ihre Angehörigen

und Freunde sehen dem Tag

im Herbst entgegen, an dem der

Bundestag über die von Gesundheitsminister

Jens Spahn vorgeschlagene

Widerspruchslösung entscheidet.

Diese sieht vor, dass als Organspender

gilt, wer nicht widerspricht,

so wie es in Österreich schon

praktiziert wird. Im Film erwähnt

dies kurz der Arzt in Bukarest, der

Jana und ihren Vater in Empfang

nimmt: „Und jetzt raten Sie mal, wo

der größereOrganmangel herrscht.“

Die Bundestagsabgeordneten

sollten sich zumindest diesen Film

ansehen, wenn sie schon mit keinem

Menschen sprechen können,

der ein Spenderorgan benötigt. Sie

sollten diese Entscheidung nicht

treffen, ohne der Not und Verzweiflung

gewahr geworden zu

sein, die es bedeutet, auf dieser

Warteliste stehen.

Das Leben meiner Tochter Deutschland2019,

Buchund Regie: Steffen Weinert, 92 Min., Farbe,

FSK: 12


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 23

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Feuilleton

Die Ironie

wird uns alle

vernichten

Patrick Salmen brummte

im Mehringhoftheater

VonTorsten Wahl

Liebe Räuberinnen und Räuber!“

– Patrick Salmens Begrüßungsformel

ist politisch korrekt. Doch

zeigt sich ein Bilderbuch-Räuber so

männlich wie er: dichter Bart, tiefe

Stimme.Beide machten ihn einst bekannt,

als er mit derVerteidigung seines

Bartes in den Farben „Rostrotkupferbraunfastbronze“

Deutscher

Meister im Poetry Slam wurde. Das

Youtube-Video wurde über drei Millionen

Mal abgerufen. Da war der

Wuppertaler, der inzwischen in

Dortmund lebt, Mitte zwanzig.

Heute, mit Mitte dreißig, hat er

auch in Berlin ein treues Stammpublikum

und agiert gesetzter: Ersitzt

am Tisch. Der Mann, der stolz von

sich behauptet, er reise gern inden

Misantropen, hat sich inzwischen

auf Kurzgeschichten und herrlich

trockene Dialoge spezialisiert. Manche

sind nicht länger als der Titel seines

Buches: „Treffen sich zwei

Träume. Beide platzen.“ Viele seiner

pointierten Miniaturen hat er unterwegs

aufgeschnappt: in der Bahn, im

Zoo, neuerdings vor allem auf dem

Spielplatz. Seine Beobachtungen

von der Bank neben dem Sandkasten

im Dortmunder Akademikerviertel

könnten auch aus dem Prenzlauer

Berg stammen. Salmen macht

sich hier einen Spaß daraus, die „jutegebeutelten

Alnatura-Eltern“ und

die „Dinkelmüttermafia“, deren Kinder

lieber Hannah Arendt statt Superman

sein wollen, mit mettbelegten

Weizenbrötchen und anderen

verpönten Dingen aus der Fassung

zu bringen, Motto: „Gluten Tag!“

Doch zugleich hat der Mann gemerkt,

dass die Wutund der Spott an

ihreGrenzen gekommen sind. In seinen

Moderationen grenzt er sich von

den immer lauter werdenden „Wutbürgern“

ab, schließt sich selbst in

seinen Spott mit ein und findet auch

positive Helden. Etwa den Vierjährigen,

der stoisch eine Dreiviertelstunde

regungslos lang auf seinem

Bobby Car sitzt, weil er „Stau“ spielt.

Seine Skepsis gilt auch der Ironie,die

er eigentlich gernpraktiziert, die ihn

Vorsicht mit dem Hackebeilchen:

der Satiriker Patrick Salmen FABIAN STUERTZ

aber als Dauermodus nervt.„Die Ironie

wird uns alle vernichten!“ heißt

es in einem Stück über Leute,die ihr

Spießbürgerleben stets ironisch verbrämen

und schließlich in der Meta-

Ebene im Sarg liegen. Doch bis dahin

macht es ihm viel zu viel Spaß, mit

albernen Wortspielen den Alltag aufzulockern.

Diesmal hat er sich die Seniorenheime

vorgenommen, die er, nach

dem Vorbild der Friseurläden, gern

mit neuen Namen versehen würde.

Seine Vorschläge reichen von „Art

Rhitis“, „Die kleine Rheuma-Bande“,

„Dicht und Schatten“ über das„Hotel

Inkontinental“ bis zu seinem Favoriten:

„Steuerung Alt und Entfernen“.

Für seine Rubrik der absurden Ebay-

Kleinanzeigen-Dialoge kommt der

Berliner Kollege Paul Bokowski mit

auf die Bühne.Seinen„BadVerse Battle-Rap“,

den er sonst mit Mitstreiter

Quichotte auf die Bühne bringt, muss

er allein vortragen:„Deine Zähne sind

wie Bochum und Duisburg. Da ist

noch Essen dazwischen!“

Ballett statt Basketball

„Das Wichtigste im Leben“: Dem Sender Voxgelingt eine Wiederbelebung der deutschen Familienserie

VonTorsten Wahl

Jeder Tagist ein Geschenk –er

ist nur scheiße verpackt und

man fummelt am Geschenkpapier

rum und kriegt es nur

mühsam wieder ab.“ Der Song „Das

Leichteste der Welt“ von Gisbert zu

Knyphausen läuft, während einVater

mit seinem Sohn zum Tierheim

fährt. Kurt (Jürgen Vogel) erfüllt dem

sechsjährigen Theo (David Grüttner)

seinen größten Wunsch – er kauft

ihm einen Hund. Für den Vater wäre

es das größte Geschenk, wenn sein

ältester Sohn Philipp (Sidney Holtfreter)

beim entscheidenden Basketball-Spiel

sein Talent zeigen würde.

„DasWichtigste im Leben“ ist erst

die dritte Eigenserie des Kleinsenders

Vox und dazu die erste selbst

entwickelte. Der erste Wurf „Der

Club der roten Bänder“, die Adaption

eines spanischen Formats, war

gleich ein Überraschungserfolg. Die

hochemotionale Serie umeine Clique

schwerkranker Jugendlicher gewann

diverse Preise, ein Prequel

lockte im Februar eine halbe Million

Fans in die Kinos. Der zweite Anlauf

„Milk and Honey“ um vier Landmänner,

die einen Escort-Service

aufziehen, war dagegen ein Flopp.

„Das Wichtigste im Leben“ wartet

nicht mit solch auffälligen Konstellationen

auf, die Geschichte entwickelt

sich überraschend ruhig und bedachtsam.

DieProbleme,die über die

Familie Fankhauser hereinbrechen,

wirken alltäglich: Fredo, der Mischling

aus dem Tierheim, wird geklaut,

während Theo beim Bäcker Brötchen

kauft. Der Sechsjährige ist so traurig,

dass er das Sprechen einstellt. Ebenso

geschockt ist sein Vater, als ihm sein

großer Sohn eröffnet, dass er nie

mehr beim Basketball antreten wird,

sondern Ballett-Tänzer werden will.

Mutter Fankhauser (Bettina Lamprecht)

muss feststellen, dass ihr Video-Blog

„Kochen für Kids“ auf kein

Interesse stößt –die einzigen Likes

stammen von ihrer Tochter (Bianca

Nawrath). IhrKichererbsen-Wrapmit

Brokkoli schmeckt nicht mal der eigenen

Familie.

Doch weretwas Geduld mitbringt

und sich auf diese Familie einlässt,

der wirdmerken, wie außergewöhnlich

„Das Wichtigste im Leben“ eigentlich

ist. Selbst ein so erfahrener

Schauspieler wie Jürgen Vogel, wegen

seines kantigen Äußeren gernin

Krimidramen besetzt, bekannte erstaunt,

noch nie an einer derartigen

VonJohannes von Weizsäcker

Kurt Fankhauser (Jürgen Vogel) und seine Frau Sandra (Bettina Lamprecht)

„Die sorgfältig ausgewählten Songs,

etwa von Wilco oder Nina Simone,

dienen hier nicht einfach als Zitathäppchen,

sondern werden in ihrer Emotionalität

voll ausgespielt. “

Emanzipation mit guter Laune

VOX

Seriemitgewirkt zu haben. Dabei hat

Familienvater Vogel privat immer

eine Kinderschar um sich. Auch Bettina

Lamprecht, bekannt aus knalligen

Comedy-Serien wie „Ladykracher“

oder „Pastewka“, hebt die entschleunigte

ArtundWeise hervor, die

sich absetze von jenen Produktionen,

die plotgetrieben und schnell

geschnitten sind. Selbst Aleksandar

Jovanovich, fast ausschließlich in

Krimis besetzt, zeigt hier als Tanztrainer

ungeahnte Qualitäten – er

war ursprünglich tatsächlich Tänzer.

Mit einem Krimi hatte auch der

Serienerfinder Richard Kropf auf

sich aufmerksam gemacht: Vonihm

stammen die Bücher zu „4 Blocks“.

Undauch im Familiensujet gelingen

ihm wieder glaubwürdige, alltagsnahe

Dialoge, in denen sich jeder

wiederfinden kann –nicht nur Fußballväter,

die darüber trauern, dass

ihr Sohn kein Messi ist. DieElterngeben

ihr Bestes und müssen doch erleben,

dass sie an Grenzen kommen,

wenn der Jüngste vonder Amtsärztin

(Annette Frier) für nicht schultauglich

befunden wird. Jedes Familienmitglied

ist eine Identifikationsfigur

– auch die mittlere Tochter, deren

Probleme um die erste Liebe zwischen

den Dramen um ihre Brüder

unterzugehen drohen.

Mit der sorgfältigen Inszenierung

hebt sich die Vox-Serie wohltuend

ab von all den Familienserien,

die es sonst noch im deutschen

Fernsehen gibt. Neben der „Lindenstraße“,

die im nächsten März nach

35 Jahren eingestellt werden soll,

und den billig produzierten Seifenopern

läuft hier eigentlich nur „Familie

Dr.Kleist“ in der ARD,die aber

auch von schicksalhaften Stereotypen

durchwirkt ist.

„Das Wichtigste im Leben“ findet

im Banalen immer wieder das Besondere

und gestattet auch optisch

ungewöhnliche Perspektiven. Auffällig

sind die langen Parallelmontagen,

die die fünf Fankhäusers nacheinander

zeigen und die nur vonMusikstücken

untermalt werden. Die

sorgfältig ausgewählten Songs, etwa

vonWilco oder Nina Simone,dienen

hier nicht einfach als Zitathäppchen,

sondernwerden in ihrer Emotionalität

voll ausgespielt.Werdas unauffällige

Geschenkpapier um „Das Wichtigste

im Leben“ abgefummelt hat,

wirdreich belohnt.

DasWichtigste im Leben fünfDoppelfolgen,

immer mittwochs um 20.15Uhr bei Vox

Das amerikanische Musikduo Martin Schmidt und Drew Daniel alias Matmos spielte im HAU

Martin C. Schmidt, die eine Hälfte von Matmos, lässt es rappeln.

Plastik ist schön und schrecklich,

genau wie das Leben. Plastik bedeutet:

Materie, die sich formen

lässt. Sehr passend also, dass das

U.S.-amerikanische Ehepaar und

Musikduo Martin Schmidt und Drew

Daniel alias Matmos anlässlich seines

25-jährigen Bestehens als Lebens-

und Musikpartnerschaft ein

Album mit dem Thema Plastik herausgebracht

hat. Matmos sind bekannt

dafür, aus gesampleten Geräuschprozessen

einen nicht unstressigen,

aber auch mit viel Funk

beseelten Musique-Conctrète-Elektropop

zu erzeugen, also gefundene

Materie in Musik umzuformen.

Gleichzeitig haben Schmidt und

Daniel dadurch einen von mehr

Selbstbestimmung charakterisierten

Lebensweg erzielt als die meisten

von uns. Wer kann schon von sich

behaupten, Geräusche von Schönheitsoperationen

in Musik verwandelt

und Klaviere durch die Wüste

gezogen zu haben oder als Backing-

Band von Björk umdie Welt getourt

zu sein, weil er oder sie dies als Lebensinhalt

wollten. Vomexemplarischen

Lebensweg der Bandmitglieder

aus homophoben Provinzumfeldern

indie Homo-Ehe hinein ganz

zu schweigen. Selten hat emanzipatorische

Selbstdarstellung mehr

Laune gemacht als mit Matmos, die

dank ihrer frivolen Intelligenz über

erhebliches komödiantisches Potenzial

verfügen.

So war es auch am Montagabend

im HAU, als Matmos hier ihr

Album „Plastic Anniversary“ vorstellten.

Zu Beginn, nachdem Martin

Schmidt erklärt hatte, erhabe

ROLAND OWSNITZKI

soeben mit „Rampensau“ ein

neues deutsches Wort gelernt, begann

die Vorstellung mit dem finster

wischenden Stück „Thermoplastic

Riot Shield“, in welchem

Aufnahmen vom Beklopfen und

Beknautschen eines beschusshemmenden

Polizeischutzschildes

verarbeitet wurden. Dazu erschienen

Videoaufnahmen von gewaltreichen

Polizeieinsätzen gegen Demonstranten,

in denen Polizisten

sehr schön rückwärts liefen, und

zum Schluss der Schild zu autoerotischen

Ballettformationen diente.

Später trommelte Schmidt mit

Klobürsten auf einem Plastikeimer,

Daniel nahm dies auf und baute

daraus einen hübschen Technopop-Extrakt,

nicht ohne Schmidt

zuvor mahnend daran zu erinnern,

dass dieser bereits mehrfach auf

dieser Tournee seine Klobürsten

verloren habe.

Nach einem tollen Plopp- und

Quietsch-Bauwerkmit einem gigantischen

blauen Dragee ereignete sich

mit dem Stück „Breaking Bread“ ein

besonderer Höhepunkt. Hier nämlich

brachte Schmidt seinen besonderen

Hass auf die 70er-Jahre-Band

Bread zum Ausdruck und zerschmetterte

lustvoll eine Bread-Vinyl-Platte,

umdann mit den Einzelstücken

an der Tischkante zu schnalzen

wie ein gelangweilter Schüler

mit dem Lineal. Weniger klamaukig

verlief das Finale, zudem Schmidt

diverse Plastiktüten in meerhaftes

Plätschernknüllte.Daniel schichtete

daraus Loop auf Loop, bis daraus

tranzendentaler White Noise wurde

–die Bilder dazu zeigten Plastikmüll

im Meer – so schön und zugleich

schrecklich wie das Leben.

Zerstäubend,

gelegentlich

pickend

Das Mariinsky-Orchester

mit Valery Gergiev

VonClemens Haustein

E

inmal im Jahr liegt Berlin in Sachsen.

Dann nämlich, wenn die

Dresdner Musikfestspiele ihren Arm

gen Norden ausstrecken und ihr nun

schon traditionelles Gastspiel im

Konzerthaus geben. Als Werbemaßnahme

ist das nicht unklug, Dresden

liegt von Berlin gesehen ja nicht aus

der Welt. UndWerbung für Sachsen

als Land der Kultur ist auch nicht verkehrt.

Im Programmheft schreibt die

Geschäftsführerin der sächsischen

Tourismus-Gesellschaft, dass es in ihrem

Land zum „guten Ton“ gehöre,

den „humanistischen Klang“ der

„großen Musikgeschichte Europas“

„zu pflegen und zu feiern“. Man ist

ein bisschen erstaunt, dass hier das

starke Wort „Humanismus“ aufgeboten

wird, denkt sich, wenn schon

Sachsen, dann doch eher das bürgerliche

Leipzig mit seiner Bach-,

Schumann- und Mendelssohn-Tradition

und nicht das feudale Dresden.

Undauch nicht unbedingt ValeryGergiev,

der dem russischen Präsidenten

Vladimir Putin treu folgt auch bei

dessen Ansichten zur Homosexualität

und zur Besetzung der Krim.

So gesehen passt es dann auch

wieder, dass als Botschafter der

Dresdner Musikfestspiele am Montag

am Gendarmenmarkt das Orchester

des Mariinsky-Theaters gemeinsam

mit seinem Chefdirigenten auftritt.

Sächsische Musik gibt es nicht, dafür

–man scheint es von dem Orchester

aus Sankt Petersburg zuerwarten –

russische.ImFalle der 4. Sinfonie von

Peter Tschaikowsky mit schönster Berechtigung.

Wie die Musikerinnen

und Musiker dieses Stück spielen unter

den zerstäubenden, gelegentlich

vogelartig pickenden Zittergesten

vonGergievs Händen: Manfühlt sich

an die Schönheit eines Schmetterlings

erinnert. Bloß nicht anfassen,

ihm nur beim Schweben zusehen!

Sanft verschattet ist der Klang dieser

Musik selbst noch, wenn existenzielle

Dramen verhandelt werden, in der

Härte ist immer noch eine melancholische

Zartheit zu ahnen, die ihr zugrunde

liegen muss. Das erscheint

beim Zuhören so logisch und schlagend,

dass man sich schwer vorstellen

kann, wie Tschaikowsky anders

klingen sollte.Hinzu kommt Gergievs

überlegene formale Gestaltung, sein

Gespür für die versteckten Energielinien

des Stückes.

Die Sinfonie haben die Beteiligten

spürbar verinnerlicht. Im ersten

Teil des Abends war Gergiev jedoch

stark mit Notenlesen beschäftigt.

Ohne auffallende Nebenwirkungen

bei Rodion Schtschedrins erstem

„Konzert für Orchester“ mit seinen

gewitzten Anleihen am Jazz. Zäh

hingegen gestaltet sich Schostakowitschs

zweites Cellokonzert. Weder

Jan Vogler als Solist (und Intendant

der Festspiele) noch das Orchester

vermögen dem Stück eine fassliche

Struktur zu verleihen. Beide sind

sich einig in ihrer Unlust auf Kante

und Härte. ImGegensatz zu Tschaikowsky

bräuchte Schostakowitsch

das aber –der Nervöse,Schreckhafte.

TOP 10

Montag,3.Juni

1 Wer wird Millionär? RTL 5,33 21 %

2 Unter a. Umständen ZDF 4,84 17 %

3 Tagesschau ARD 4,56 17 %

4 heute-journal ZDF 3,56 13 %

5 heute ZDF 3,31 15 %

6 SOKO5113 ZDF 2,92 17 %

7 RTL aktuell RTL 2,89 15 %

8 GZSZ RTL 2,85 11 %

9 Bares für Rares ZDF 2,57 25 %

10 heute in Europa ZDF 2,54 25 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: Othello

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

20.00 Tischlerei: Delirio

Dock 11 (✆ 448 12 22)

19.00: to be (un)seen /OnBodyand Belonging

(Hyoung-Min Kim /Anouk Froidevaux)

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

18.30, 21.00: Autorentheatertage: Café Populaire

HAU2(✆25 90 04 27)

20.00: Chinchilla Arschloch, waswas (Rimini Protokoll

(Helgard Haug)

Kleines Theater (✆ 821 20 21)

20.00: Die Rechnung

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Alles was Sie wollen

Prolog-Bühne (Open Air) (✆ 54 90 51 92)

19.30: Romeo&Julia /Die Fremden (Globe Ensemble

Berlin)

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Nein zumGeld

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00: status quo

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: CharlysTante

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

20.00 Hochzeitssaal: Keine Ahnung

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

19.30: Rigoletto

Theaterdiscounter (✆ 28 09 30 62)

20.00: DerWeibsteufel (MariaKron)

Theater im Delphi (✆ 70 12 80 20)

19.00: Musiktheaterwerkstatt: Die Fledermaus

(Gesangsstudierende der Hochschule für Musik

„Hanns Eisler“)

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: Bonjour Paris! Eine Begegnung mitder Moderne

(Gastspiel Volker Ranisch)

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Shakespeares sämtliche Werke(in 90

Minuten!)

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

19.30: Haußmanns Staatssicherheitstheater

Anzeige

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: Fame –The Musical

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Irgendwas stimmt immer (Vocal Recall)

BühnenRausch (✆ 44 67 32 64)

20.00: Inbal LoriNights

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Die Ding Show(ImproBerlin)

20.00: 2019: Odyssee im Hohlraum

Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31)

20.30: Simply The Best –Das Tina Turner Musical

(Dorothea „Coco“Fletcher)

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: The Filonthe Hill (Fil)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Cloozy (Mod.)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

18.30: The Band –Das Musical

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Let’sTwist Again! –Rockabilly Hits &Acrobatics

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

14.00: Espresso-Konzert

20.00 Kl. Saal: Zlata Chochieva,Berliner Klavierfestival2019,

Bach/Rachmaninow: Suite nach derPartita

für Violine solo E-Dur;Chopin: Mazurkas, Auswahl;

Skrjabin: Mazurkas, Auswahl; Liszt: „Valse oubliée“ Nr.

2; Liszt: „Mephisto-Walzer“ Nr.2;Rachmaninow: Vier

kleine Klavierstücke–Kanon e-Moll, Prélude F-Dur,

„Fragmente“, „OrientalischeSkizze“; Sonate Nr.1

d-Moll op. 28

20.00 Gr.Saal: Berliner Sibelius Orchester, Ltg.

Simon Rössler,Lukas Böhm (Marimbaphon), Berliner

Sibelius Orchester;Dirigent: Simon Rössler;, mit David

Friederich (Stepptanz) –F.Schubert: Ouvertüre zu

„Die Zauberharfe“ C-Dur;Ralf Schmid: „NeonFlight“

für Stepptänzer,Marimbaphon und Orchester; A.

Bruckner:Sinfonie Nr.6A-Dur

Operette

Im Strudel

von Walzer

und Galopp

Das Theater im Delphi ist

allein des Raumes wegen

einen Besuch wert. Das einstige

Stummfilmkino, geplant

von dem Architekten Julius

Krost, wurde als letztes Kino

seiner Art 1929 eröffnet. Es

überstand als eines der wenigen

die Weltwirtschaftskrise,

1959 aber war Schluss. Inden

Jahren danach wurde das

Foyer als Gemüselager, Rewatex-Wäschereistützpunkt,

Briefmarkengeschäft, Schauraum

für Orgelbau und als Lagerhalle

der Zivilverteidigung

der DDR genutzt. 2013 übernahm

das Künstlerpaar Brina

Stinehelfer und Nikolaus

Schneider das Haus und

machte es zu einem Kunstund

Kulturort. Heute und

morgen ist hier in Ausschnitten

die Operette „Die Fledermaus“

in einer Inszenierung

von Studenten der Musikhochschule

Hanns Eisler zu

sehen. Susanne Lenz

DieFledermaus 5./6.Juni, jeweils um

19.30 Uhr,Theater im Delphi, Gustav-

Adolph-Str. 2

Virtuose Tigerin: Die russische Pianistin Zlata Chochieva spielt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt

Peter Uehling

will Musik hören und keine Interpreten.

Im Berliner Musikleben sucht er nach

Veranstaltungen, die musikalische

Erfahrungen bieten könnten –neuartige,

begeisternde, interessante oder

herzerwärmende. Ob sie sich

tatsächlich einstellen, ist allerdings eine

Fragedes Glücks.

Zu den seltsamsten Erscheinungen

der Musikwelt gehört

Kit Armstrong. Bekannt

ist Alfred Brendels

Bemerkung, dies sei die größte musikalische

Begabung, der er je begegnet

sei. Da Armstrong als Kind bereits

Studien in Physik, Chemie,Biologie

und Mathematik trieb –parallel

zur Grundschule –und auf Youtube

in tadellosem Deutsch verwickelte

Spekulationen zum Thema Mathematik

und Musik anstellt, könnte

man ihn auch gleich als größte Begabung

des Planeten bezeichnen. Seltsam

sind nun die Zusammenhänge,

in denen der 27-Jährige erscheint.

Er tritt eigentümlich außer Konkurrenz

auf, interessiertsich offenbar

nicht für klassisches pianistisches Repertoire

– auch wenn gerade eine

Liszt-CD erschienen ist –, tritt nicht

mit Berliner Orchesternauf, sondern

ist jetzt mit den Festival Strings Lucerne

zu Gast. Mit diesen Maßnahmen

konserviert er seinen Phänomen-Status

und landet nicht auf der

Liste der „richtigen“ Pianisten von

Daniil Trifonov bis Grigory Sokolow.

Das ist zweifellos Absicht, aber was

genau ist seine alternative künstlerische

Agenda? BeiseinemGastspiel im

Konzerthaus kann man Kit Armstrong

von allen Seiten kennenlernen:

Allein spielt er Busonis Bearbeitung

von Bachs „Ich ruf zudir, Herr

Jesu Christ“, als Kammermusiker

Haydns Klaviertrio in es-Moll, und als

Solist Mozarts Klavierkonzert inEs-

DurKV482. Mansieht an diesem Programm,

dass Armstrong technisch

übersichtliche Musik bevorzugt, die

er bis in ihre Tiefenschichten durchleuchtet;

die belebte Darstellung eines

polyphonen Geflechts etwa beim

Renaissance-Komponisten William

Byrd interessiert ihn mehr alsdie Oktaven,

Tonleitern und Arpeggien des

19. Jahrhunderts. Auch dagegen ist

nichts einzuwenden – aber wohin

führtdas alles?

Der Zufall will es, dass indieser

Woche Pianisten mit ähnlicher Programmatik

zu Gast sind: Radu Lupu

ist mitSchubertberühmt geworden

und führt mit seinem zeitweiligen

Vierhändig-Partner Daniel Barenboim

am Pult der Berliner Philharmoniker

Beethovens Viertes Klavierkonzert

auf; dessen Zweites

spielt der inBerlin lebende, geistvolle

Francesco Piemontesi mit

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Rocketman

14.30, 17.15,20.15

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Monsieur Claude II

15.30, 20.30; Peter Lindbergh 17.50

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Rocketman

15.00, 17.40,20.30

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Roads (OmU)

13.50, 16.10, 18.30, 20.50; Rocketman (OF)

15.30, 18.15, 21.00; All My Loving 15.10, 17.50,

20.30;Van Gogh 15.00, 17.30, 20.00; Das Familienfoto

15.15; Das Endeder Wahrheit 17.30, 20.00;

High Life 15.30; High Life (OmU) 18.00, 20.30;

Edie (OmU) 14.30; Stan &Ollie (OmU) 16.45; Greta

(OmU) 19.00; BlownAway 21.15

Filmkunst 66 (✆ 882 1753) Stan &Ollie 18.00;

All MyLoving 20.00; Peter Lindbergh (OmU) 17.45;

Under theTree 20.15

Kant Kino (✆ 319 9866) Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 13.40, 15.40; Roads 15.20,

17.40,20.00; Nur eine Frau 14.00, 17.45, 20.00;

Stan &Ollie (m. Kurzfilm „Das verrückte Klavier“)

18.00, 20.45; Edie 15.45, 18.15; Der Flohmarkt

von Madame Claire 16.00, 20.30; Aladdin 14.00,

16.45,19.30

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Rocketman

17.00, 20.00; 3D: John Wick: Kapitel III 23.00;

Aladdin 11.15, 14.00; 3D: Aladdin 17.00; 3D,

Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.00; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 23.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.00; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters 14.30; Rocketman (OF) 17.40; Ma –

Sie sieht alles 20.30; Rocketman 23.00;Avengers:

Endgame 11.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30; John Wick: Kapitel III 17.10; 3D: Aladdin

20.00, 23.00; Rocketman 13.00; 3D: Godzilla 2–

King of the Monsters 15.30, 18.30; John Wick: Kapitel

III 21.30;Willkommen im Wunder Park 11.00,

12.30; Der Fall Collini 15.00, 20.15; Ma – Sie

sieht alles 17.50; Glam Girls: Hinreißend verdorben

23.00; Dumbo 12.45; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 15.30, 20.20; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.45; Ma–Sie sieht alles 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Blown Away

(OmU) 11.00; Luft zum Atmen –40Jahre Opposition

bei Opel in Bochum 13.00; Das schönste Paar

14.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.45;

Get Me Some Hair! (OmU) 17.15; Under the Tree

–Undir trenu (OmU) 18.45; Border –Gräns (OmU)

20.15;Der GoldeneHandschuh(DFmenglU)22.10;

Once Again –Eine Liebe in Mumbai (OmU) 11.00;

Berlin Bouncer (OmenglU) 12.45; Christo –Walking

on Water(OmU)14.15; Beautiful Boy(OmU) 16.15;

Free Solo (OmU) 18.15; Dave Made aMaze (OmU)

20.00; Diamantino (OmU) 22.00; The Wild Boys –

Les garcons sauvages (OmU) 23.30; Edie (OmU)

11.00; Green Book –Eine besondere Freundschaft

(OmU) 12.45; Das Ende der Wahrheit (DFmenglU)

15.00; BlownAway (OmU) 16.45; Iron Sky:The Coming

Race (OmU) 18.50; Van Gogh –AtEternity‘s

Gate (OmU) 20.30; One Cut of the Dead –Kamera

otomeru na! (OmU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Maquia: Eine

unsterbliche Liebesgeschichte 16.00; Mirai: Das

Mädchen aus der Zukunft –Mirai no Mirai (OmU)

18.15; „Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in

die Geschichte eingehen“ – „Imi este indiferent

daca in istorie vom intra ca barbari“ (OmU) 20.15;

Van Gogh –At Eternity‘s Gate (OmU) 22.50; Kleine

Germanen 16.00; Sunset Over Hollywood (OmU)

17.45; TheArtist &The Pervert(OmU) 19.45; Macht

das alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert

essolange? 21.40

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz John Wick: Kapitel

III 13.45, 17.00, 20.15; Aladdin 13.45, 17.00;

IMAX 3D: Godzilla 2–King ofthe Monsters 14.00;

Der Fall Collini 14.15, 20.00; Willkommen im Wunder

Park 14.30; Der Junge muss an die frische Luft

14.30; 3D: Aladdin 14.30, 17.30, 20.30; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.40, 17.15;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.00; Rocketman

15.00, 16.45, 19.45; Wenn duKönig wärst

15.10;Asterix und dasGeheimnis desZaubertranks

15.15; Godzilla 2–King of the Monsters 15.30,

16.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.45;

3D:Godzilla 2–King of the Monsters 17.00,20.15;

3D: Avengers: Endgame 17.10, 20.20; After Passion

17.45; Greta (2019 USA) 17.50; Dumbo17.55;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.30,

21.00; Lloronas Fluch 18.40; Nur eine Frau 19.45;

Preview,3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00;Avengers:

Endgame 20.15; Rocketman (OF) 20.45; Das Ende

der Wahrheit 21.00; 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters (OF) 21.15

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Free Solo (OmU)

18.00; Atlas 20.00; Antiporno –Antiporuno (OmU)

22.00; Lord ofthe Toys 18.00; Liebesfilm (OmenglU)

19.50; Dave Made aMaze (OmU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (✆ 04 51/703 02 00) Avengers:

Endgame 13.00; Rocketman 13.30, 16.30,

20.10; Aladdin 13.40, 16.40, 20.15; 3D: Godzilla

2–King ofthe Monsters 14.00, 17.10, 19.40; 3D:

Aladdin 14.00, 17.10;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.10,

16.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.20,

17.15; Ma–Sie sieht alles 17.00, 20.00; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 19.30; John Wick: Kapitel

III 19.50; 3D, Preview: X-Men: Dark Phoenix

20.15

Kino Kiste (✆ 998 7481) Der Fall Collini 14.00;

Mascha und der Bär –Die neuen Abenteuer 16.15;

Stan &Ollie 18.00; Das Ende der Wahrheit 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion Hohenschönhausen (✆

038 71/211 4109) 3D: Aladdin 14.15, 17.15,

20.10;Willkommen im Wunder Park 14.20; Rocketman

14.30, 16.45, 20.15; Aladdin 14.30, 17.45;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.40; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.40, 17.20;

Godzilla 2–King of theMonsters14.45,19.40;3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.50; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.00, 17.30; Avengers:

Endgame 16.30, 19.50; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters 17.00, 20.00; John Wick: Kapitel III

17.15, 20.00; Ma –Sie sieht alles 17.20, 20.20;

3D, Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.00; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 20.30

KREUZBERG

Babylon Kreuzberg (✆ 61 60 96 93) A Rocketman

(OmU) 17.10, 19.50, 22.30; B Nur eine Frau

17.15, 19.30, 21.45

fsk am Oranienplatz (✆ 614 2464) Ray &Liz

(OmU) 18.00; Der Stein zum Leben 18.00; Oray

(OmenglU) 19.45;„Mirist es egal, wenn wir als Barbaren

in die Geschichte eingehen“ –„Imi este indiferent

daca inistorie vom intra cabarbari“ (OmU)

20.15; Diamantino (OmU) 21.45

Moviemento (✆ 692 47 85) Rocketman (OmU)

10.45,13.30,16.15,19.00, 21.45; Moonlight (OF)

11.00; The Favourite –Intrigen und Irrsinn (OmU)

13.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

16.00; Roads (OmenglU) 18.15, 20.30, 22.45;

High Life (OmU) 15.00, 17.30, 20.00, 22.30

Sputnik (✆ 694 1147) Die Mission der Lifeline

(OmenglU) 17.00; Mirai: Das Mädchen aus der

Zukunft 18.30; Birds Of Passage: Das grüne Gold

der Wayuu –Pajaros de verano (OmU) 22.00; Von

Bienen und Blumen (OmenglU) 17.00; Sunset Over

Hollywood (OmU) 18.30; Border –Gräns (OmU)

20.15; Ray&Liz (OmU) 22.00; KinobarimSputnik

The Artist &The Pervert (OmU) 20.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 14.15; Rocketman 14.40,

17.20, 20.00; New All MyLoving 16.15, 21.00;

Nur eine Frau 18.50

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Aladdin 14.15,

17.00; Rocketman 14.30, 17.15, 19.30; Rocca

verändert die Welt 14.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.00, 17.00; Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 15.30; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters 17.15, 20.15; Van Gogh 17.45; 3D,

Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.00; 3D: Aladdin

20.00; John Wick: Kapitel III 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Union Filmtheater

Glam Girls: Hinreißend verdorben 10.00,

13.00, 17.45; Kleine Germanen 10.15; Edie10.30,

20.00; Sunset Over Hollywood 13.00, 15.15; Ballon

13.00; Rocketman 15.15, 17.45, 20.15; Willkommen

im Wunder Park 15.30; Monsieur Claude

II 17.30, 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Macht das alles einen

Sinn? –Und wenn ja –warum dauert essolange?

(OmenglU) 18.45; Liebesfilm (OmenglU) 20.45;

Der Stein zum Leben 18.00; Kleine Germanen

(OmenglU) 19.30; Das Ende der Wahrheit (OmenglU)

21.30

Babylon (✆ 242 5969) KinderWagenKino, New

York –New York: Frühstück bei Tiffany –Breakfast at

Tiffany‘s (OmU) 11.00; KinderWagenKino, New York

–New York: Frühstück bei Tiffany 11.05; Kusama:

Infinity (OmU) 17.15; NewYork–New York: Manhattan

(OmU) 18.00; HKIFF: Youyou chouchou de zou

le –Leaving in Sorrow (OmenglU) 18.15; New York

–New York: Inside Llewyn Davis (OF) 19.30; New

York –New York: DoThe Right Thing (OmU) 20.00;

HKIFF: 3Narrow Gates (OmenglU) 20.00; New York

–New York: TheWolf of Wall Street (OF) 21.15; New

York –New York: Inside Man (OF) 22.15; HKIFF: Out

of Frame (OmenglU) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)

Rocketman (OmU) 13.45, 16.15, 19.00, 21.45;

Rocketman (OmU) 10.30; Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 13.00; Greta (OmU) 15.00; Border

–Gräns (OmU) 17.15; Elcampo –Inthe Open

(OmenglU; m.Gast u.Gespräch) 20.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Willkommen

im Wunder Park 11.00; Rocketman 11.00,

13.30,16.20,19.30, 22.30; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 11.00, 13.50, 16.40, 19.45,

23.00; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.15;

Aladdin 11.20,13.15,16.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.30, 14.00; Alfons Zitterbacke –

Das Chaos ist zurück 11.30; Drachenzähmen leicht

gemacht 3:Die geheime Welt 11.45;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.00,

14.30,17.00;Avengers: Endgame 13.45; Monsieur

Claude II 14.15; After Passion 14.20; 3D: Aladdin

14.40, 17.10, 19.40, 22.45; John Wick: Kapitel III

17.00,20.00, 23.10; 3D:PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 17.10, 20.20; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.40, 20.20; Ma –Sie sieht alles 17.45,

19.45, 23.15; 3D, Preview: X-Men: Dark Phoenix

20.15; 3D: Avengers: Endgame 20.30, 22.20; The

Silence 22.50; Friedhof der Kuscheltiere 23.10

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Von Bienen

und Blumen 14.30; Roads (OmU) 16.45, 19.00;

Alita: Battle Angel (OmU) 21.15; Berlin Babylon

(Omdt+englU) 14.30; High Life (OmU) 16.30,

19.00; Blown Away (OmU) 21.30; Herr Zwilling und

Frau Zuckermann 14.30; Peter Lindbergh (OmU)

17.15; Preview: Nuestro tiempo –Our Time (OmU;

m. Gespräch) 20.00;The Artist &The Pervert(OmU)

15.00, 21.45; Sunset Over Hollywood (OmU)

17.15; Das Familienfoto –Photo de famille (OmU)

19.30; Kleine Germanen (DFmenglU) 15.00;All My

Loving 17.00, 19.30; Der Boden unter den Füßen

22.00

International (✆ 24 75 60 11) Rocketman (OmU)

16.15,19.00, 21.45

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Wilhelm Dieterle:

Liebesrausch auf Capri –September Affair (OF)

20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Willkommen im Wunder Park 14.00;MisterLink:Ein

fellig verrücktes Abenteuer 14.00, 17.30; Dumbo

14.00; Aladdin 14.00, 17.00, 19.40; Rocketman

14.15,17.10, 20.05; Godzilla 2–King of theMonsters

14.20, 16.30, 19.40; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.50, 17.20; 3D: Aladdin 14.50; Ein

Gauner &Gentleman 15.00; Avengers: Endgame

16.00; John Wick: Kapitel III 16.35, 20.15; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective

Pikachu (OF) 17.10; Ma–Sie sieht alles 17.50,

20.25; Aladdin (OF) 19.45;Rocketman(OF)19.55;

3D: Godzilla 2–King of the Monsters 19.55; Preview:

X-Men: Dark Phoenix 20.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19)Van Gogh –AtEternity‘s

Gate (OmU) 10.30; Ray &Liz (OmU) 12.30, 22.30;

Die rote Linie –Widerstand im Hambacher Forst

14.45; Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft 17.00;

Koudelka –Shooting Holy Land (m. Gästen u.Diskussion)

19.00; Koudelka –Shooting Holy Land

(OmenglU; m. Einführung u. Gästen) 21.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Roads (OmU) 16.00,

18.20,20.40

Passage (✆ 68 23 70 18) Rocketman (OmU)

17.50, 20.30; All My Loving 17.30, 20.00; Roads

17.00, 19.15, 21.30; Das Ende der Wahrheit

18.40; Border 21.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Rocketman (OF) 16.50,

19.30, 22.10; High Life (OmU) 18.00, 20.30,

21.45; Aladdin (OF) 16.15, 19.00; Sunset Over

Hollywood (OmU) 16.45; Peter Lindbergh (OmenglU)

19.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon

Detective Pikachu (OF) 21.30; John Wick:

Kapitel III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF)

17.00,19.50, 22.30

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Rocketman 14.00, 17.00, 20.15; Aladdin 14.00,

17.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.10;

Godzilla 2–King of the Monsters 14.30; Der Junge

muss an die frische Luft 14.30; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer 14.40; 3D: Godzilla 2

–King of the Monsters 16.50, 19.50; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 17.05; John Wick: Kapitel III

17.10, 20.00; Ma –Sie sieht alles 17.35, 20.10;

Avengers: Endgame 19.30; Preview, 3D: X-Men:

Dark Phoenix 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) High Life (OmU) 12.00,

21.00; Border –Gräns (OmU) 12.00;The Wild Boys

–Les garcons sauvages (OmU) 14.10; Under the

Tree –Undir trenu (OmU) 14.20; Pippi Langstrumpf

16.10; Von Bienen und Blumen (OmenglU) 16.20;

Diamantino (OmU) 19.00; Liebesfilm (OmenglU)

19.10;„Mirist es egal, wenn wirals Barbaren in die

Geschichte eingehen“ –„Imi este indiferent daca in

istorie vom intra ca barbari“ (OmU) 20.50

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 13.30, 15.30;

Rocketman 17.30, 20.15; Aladdin 13.30, 16.15,

19.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Rocketman

15.00, 17.45, 20.30; Preview: Unsere große

kleine Farm 20.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 13.40, 15.40; Roads 14.00, 17.40,

20.00;Aladdin 14.00,16.45;All My Loving 14.40,

17.20, 20.00; Nur eine Frau 16.15, 18.30; High

Life (OmU) 20.45

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Tea with the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag

–Nothing Like aDame (OmU) 13.45; Rocketman

(OmU) 13.45, 16.45, 19.45, 22.45; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.00, 17.30;

Aladdin (OmU) 14.15, 16.30, 19.30, 22.30; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 14.20;


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

dem Konzerthausorchester. Und

der Mozart-Experte Kristian Bezuidenhout

spielt mit dem Freiburger

Barockorchester das frühe Jénamy-

Konzert und das späte C-Dur-Konzert

KV 503 vonMozart.

Alswäreesnicht genug der musikalischen

Diszipliniertheit, startet

der Pierre-Boulez-Saal noch eine

Streichquartett-Woche. Die Ensembles

namens Ébène, Heath, Modigliani,

Belcea, Diotima oder Michelangelo

sind als künstlerische Individualitäten

kaum mehr auseinanderzuhalten;

sie alle klingen gut, sind

vermutlich jung, sehen gut aus und

hatten ihre Kurse beim Alban Berg-,

Juillard-, Hagen Quartett oder bei

Eberhard Feltz oder bei allen –deswegen

klingen sie alle so ähnlich.

Mittlerweile machen auch alle neue

Musik, so dass nicht einmal das seit

45 Jahren darauf spezialisierte Arditti

Quartett noch groß auffällt –andem

seit Jahrzehnten bemängelt wird, es

spiele alles gleich hemdsärmlig. Also

erwartet man einen doch individuelleren

Klang, wenn etwa das Quatuor

Modigliani Musik von Debussy, Bartók,

Saariaho und Hersant spielt, ein

maßvoll modernes, um Frankreich

Klingen gut,

sind jung

und sehen gut aus

KLASSIK

Zlata Chochieva 5.6., 20 Uhr,Konzerthaus

am Gendarmenmarkt

Spectrum Concerts 6. 6., 20 Uhr,

Kammermusiksaal, Herbert-von-Karajan-

Str.1

Radu Lupu 6. /7.6., 20 Uhr,8.6., 19

Uhr,Philharmonie, Herbert-von-Karajan-

Str.1

Quartett-Woche im Pierre-Boulez-Saal

ab 7.6., Programm unter boulezsaal.de

Kristian Bezuidenhout 7.6., 20 Uhr,

Kammermusiksaal

Francesco Piemontesi 7./ 8.6.,

20 Uhr,9.6., 16 Uhr,Konzerthaus

Kit Armstrong 11.6., 20 Uhr,Konzerthaus

Obauf dem Klavier,

ob mit dem Streichquartett –die nächste Woche

ist fixiert auf die Wiener Klassik

EVGENY EVTYUKHOV

zentriertes Programm –die Finnin

Kaija Saariaho lebt seit langem in

Frankreich und hat als Ligeti-Schülerin

zugleich einen zumindest geträumten

Enkelschüler-Bezug zu

Bartók, hätte György Ligeti doch

gern bei Bartók studiert. Natürlich

gibt es auch Klassisches: Ébène eröffnet

mit zwei Stücken aus Beethovens

Opus 59, Hagen beschließt mit

Opus 131, Belcea kreuzt Janácek mit

Haydn, und Diotima beschließt ein

interessantes Programm mit Werken

von Karol Szymanowski und Rebecca

Saunders mit Schuberts G-

Dur-Quartett. Und nicht zu vergessen:

Spectrum Concerts schlängelt

sich mit Mozarts Es-Dur-Streichtrio

und Brahms“ Erstem Sextett um die

Quartettbesetzung herum, aber ergänzt

das klassische Spektrum.

Und wobleibt bei soviel Klassik

der Spaß? Heute wird das Berliner

Klavierfestival zum Abschluss mit

einer virtuosen Tigerin aufwarten:

Die junge, souverän klar spielende

Zlata Chochievagreift tief in die romantische

Kiste mit Mazurken von

Chopin und Skrjabin, mit Liszts

Mephisto-Walzer und Rachmaninows

Erster Sonate.

Literatur

Die

Weite

so nah

Auf dem knarzigen Sand der

Kurischen Nehrung und

mit Blick auf die seltsam entrückte

Ostsee überkam Klaus

Mann in Litauen der Gedanke,

dass es wohl keinen anderen

Ort in Europa gebe, an dem

man sich zugleich weit weg

vonEuropa fühlen könne.Tatsächlich

ist die Ostsee noch

immer ein unterschätzter europäischer

Kulturraum, auch

wenn Easy-Jet die Wege dorthin

zumindest zeitlich erheblich

verkürzt hat. Der Buchhändlerkeller

trägt dem mit

seiner schönen Veranstaltung

„Ostseedialoge – Ein Meer,

zehn Länder“ Rechnung. Der

Berliner Dichter Tom Schulz

trifft dabei auf seinen lettischen

Kollegen Karlis Verdins.

Der 1979 in der lettischen

Hauptstadt Riga geborene Lyriker

hat neben zahlreichen

Gedichten auch Librettos für

Opern sowie zeitgenössische

Songs geschrieben. HarryNutt

Karlis Verdins im Gespräch mit Tom

Schulz,20.30 Uhr,Buchhändlerkeller,

Carmerstraße 1

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

18.55: Einführung (DeutschesSymphonie-Orchester

Berlin)

20.00: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Ltg.

Robin Ticciati, Karen Cargill (Mezzosopran), Simon

O’Neill (Tenor), Debussy: „Pelléas et Mélisande“.

Symphonie; Mahler: „Das Lied vonder Erde“

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

20.00: Deutsches Kammerorchester Berlin, Ltg.

Gabriel Adorján (Violine), Monty Norman: Thema

aus „James Bond“; Luigi Boccherini: Streichquintett

E-Dur:Menuett; Ennio Morricone: Thema aus „Spiel

mir das Lied vomTod“;Wojciech Kilar:„Dracula“:

Suite from the Film Music; Nino Rota: Concerto

per archi; Toru Takemitsu: Three Film Scores;Pietro

Mascagni: „Cavalleria rusticana“: Intermezzo; Bernard

Herrmann: „Psycho“: ANarrativefor String Orchestra;

Carlos Gardel: Poruna cabeza; John Williams Thema

aus „SchindlersListe“, „Star Wars“, Suite for orchestra

u. a.

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Frau Holle (ab 5J.)

10.30: Ferdi unddie Feuerwehr (ab 4bis 8J.)

Berlin mit Kindern (✆ 33 02 98 70)

11.00: Familienführung: Berlingeschichte in

Geschichten –Die Entstehungsgeschichte Berlins:

Das Nikolaiviertel (ab 6bis 11 J.). Anm. erf.

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

10.00: Der Wolf und die7Geißlein, Artisanen (ab

4J.)

Das weite Theater (✆ 991 79 27)

10.00: Ritter,Ritter oder Wirbauen eine Burg,Theater

des Lachens (FFO) &Das Weite Theater (ab 4J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00: Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt, Das

Weite Theater

10.30: Pippi Langstrumpf (ab 5bis 11 J.)

Figurentheater Grashüpfer (✆ 536 95 15 0/ 52)

10.00: Oh wie schön ist Panama, Kobalt Figurentheater

Berlin (ab 3J.)

Fliegendes Theater (✆ 692 21 00)

10.30: Ein Krokodil untermBett, Puppentheater (ab

4bis 8J.)

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

18.00: Das Nacktschnecken-Game (ab 12 J.)

Jaro Theater (✆ 341 04 42)

10.30: Anton macht Zirkus (Anton fait son Cirque)

(ab 3bis 11 J.)

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

11.30, 11.30 Hermann-Wolff-Saal: Kitakonzert

3-2-1-LOS!

Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50)

10.00: Paul will nicht in die Schule! (ab 5J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem

Walde (ab 8bis 12 J.)

Zeiss-Großplanetarium (✆ /42 18 45 10)

9.30: Lars –der kleine Eisbär

11.00: Mit Raketen zu Planeten

14.00: Raumschiff Erde

LITERATUR/VORTRAG

Begine (✆ 215 14 14)

20.00: 55. Lesbische Auslese. Ein literarisches

Quartett, Magda Albrecht-Autorin&, Laura Méritt-Sexpertin&Kommunikationswiss.

Katrin Raum-Supervision&Coaching

und Debora Antmann-Bloggerin&online-Kolumnistin

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

20.30: Ostseedialoge–Ein Meer,10Länder,Kärlis

Verdinis (Lyriker Lettland) und TomSchulz (Lyriker,

Deutschland) im Gespräch mit Milena Mikolova

Buchlokal (✆ 40 04 73 33)

20.00: GestrandeteRiesen,Gerd Wagner

Café Manstein (✆ 54 46 49 86)

20.00: Textetisch: Taschenglobus

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

18.30: Das Ende vomEnde der Welt, Jonathan

Franzen

Literaturforum im Brecht-Haus (✆ 282 20 03)

20.00: Aufklären ohne zu verklären! Wieumgehen

mit der Neuen Rechten?, Lesung,Buchvorstellung

und Gespräch mit Jörg-UweAlbig und Christian Fuchs

Moderation: Katja Kullmann

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: „Nudel im Wind“ plus Best of bisher, Jürgen

vonder Lippe

KONZERT

ART Stalker (✆ 22 05 29)

20.00: TomWaits àlacarte: Franz de Byl +Band

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Robin’sNest Jam Session

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: Sunset Rollercoaster

Badenscher Hof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: Will Jacobs Blues Band, Blue Wednesday

Show

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Hatchie

Bi Nuu (✆ 69 56 68 40)

20.00: IDKHow

Café Olé (✆ 75 50 31 20)

20.00: Michael Gechter’sVocal-Jazz-Project, cool

wednesday

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Faszination Handpan: KlangArt-Berlin

Indische Botschaft (✆ 25 79 50)

18.00 Saal: Dhrupad –Dhammar of Darbhanga

Tradition: Sumeet Anand Pandey(Gesang), Raimund

Engelhardt (Pakhawaj), Ritika Pandey(Tanpura),

Sumeet Anand Pandey

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: Sons Of The East

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

20.00: Orania.Jazz: Niklas Mascher akaNiklas on

Sax, Nino Ruggieri (g)

Panda (✆ 44 31 95 57)

20.00: Hanam Quintett

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstream Session –Rock &Pop

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Mexican Radio +Lastdays of Elvis, Lofi Lounge

Silent Green Kulturquartier (✆ 46 06 73 24)

20.00: Oh Land

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00: The Tallest Man on Earth

VertiMusic Hall (✆ 20 60 70 88 11)

20.00: Erykah Badu

Yorckschlösschen (✆ 215 80 70)

21.00: The Boogie Blasters

Zitadelle Spandau (✆ 35 49 44 29 7/)

19.00: Citadel Music Festival: The Smashing

Pumpkins

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Mangos &Peaches, Neo Beo &Baba

Sikander

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Mittwochs

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.00: Exhale, Darin Epsilon, Yannick Müller,Pascale

Voltaire, Daniel Schumann

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchenswingt,Evan&Friends

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

19.30: El Ocaso–TangoArgentino

Strandbar Mitte (Monbijoustr.3)

20.00: Argentinischer Tango, Michael Rühl &friends

KINO

Nur eine Frau 14.30, 19.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.45, 17.45; Das Familienfoto

15.00; Avengers: Endgame (OmU) 16.00, 20.00;

Edie (OmU) 16.30; Das Ende der Wahrheit 17.00;

Roads (OmU) 17.20,19.50, 22.20; Der Fall Collini

19.30;All My Loving 20.00; High Life (OmU)20.20,

22.20;Van Gogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 21.30;

Greta (OmU) 22.50; Border –Gräns (OmU) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Orangentage –Uzly a

pomerance 17.30; Herr Zwilling und Frau Zuckermann

(OmU) 19.00; „Mir ist es egal, wenn wir als

Barbaren in die Geschichte eingehen“ –„Imi este

indiferent daca in istorie vom intra ca barbari“

(OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Die rote Linie –

Widerstand im Hambacher Forst 18.00; Herr Zwilling

und FrauZuckermann20.00;Kurische Nehrung

22.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Rocketman

14.15, 17.10, 20.05, 23.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.15; Godzilla 2–King of

the Monsters 14.15; Aladdin 14.15, 17.10; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 14.20; Monsieur

Claude II 14.25;Royal Corgi: DerLiebling derQueen

14.35; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

14.50, 17.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.50, 17.20, 22.50; Avengers: Endgame 15.00,

19.00; John Wick: Kapitel III 16.40, 19.30, 23.00;

Roads 16.45, 19.35; 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters16.45, 19.50,22.40; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.50, 19.35; Ma–Sie sieht

alles 17.15, 19.50, 22.35; 3D: Aladdin 19.40,

22.30; Preview, 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00;

Der Fall Collini 20.00; 3D: Avengers: Endgame

22.15; Greta (2019 USA) 22.35; Friedhof der Kuscheltiere

22.50

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Godzilla

2–Kingofthe Monsters 13.30, 16.40, 20.00; Aladdin

13.30, 16.30; 3D: Avengers: Endgame 13.40,

20.00;Rocketman 13.45,17.00,20.15; RoyalCorgi:

DerLiebling der Queen13.50; PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 13.50; Monsieur Claude II 14.00;

3D: Aladdin 14.10, 17.15, 19.40; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer 14.20, 17.40; Avengers:

Endgame16.00, 19.15; Ma –Sie sieht alles 16.30,

20.30; JohnWick: Kapitel III 16.40, 19.45; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.45; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 19.20; 3D, Preview: X-Men:

Dark Phoenix 20.15

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Der Fall Collini 15.00; Monsieur Claude II 18.00,

20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) VanGogh 18.00; DerFall

Collini 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Rocketman (OmU) 15.00,

17.45, 20.30

Urania-Filmbühne (✆ 2189091) Science Cinema:

The Human Scale (m. Gästen u. Gespräch) 19.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Konsequenzen –Posledice

(OmU) 18.00; Nur eine Frau 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.15,17.00;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 10.00,

12.20, 14.30; Godzilla 2–King ofthe Monsters

10.00, 13.05, 16.15; Aladdin 10.00, 16.40,

19.40; Willkommen im Wunder Park 12.45; Rocketman

14.35, 17.35, 20.20; Ein Gauner &Gentleman15.00;JohnWickIII

17.20, 20.25; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 19.30; Preview: X-Men:

Dark Phoenix 20.00

Kino im KulturhausSpandau (✆ 333 60 81) Monsieur

Claude II16.00; Der Fall Collini 18.00; Van

Gogh 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 0711) Rocketman 14.00,

17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

Willkommen im Wunder Park 10.00, 12.00; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 10.00, 12.15,

14.05; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,

14.00, 17.20, 19.40, 23.00; Mister Link 10.00,

12.30, 15.00, 17.30; Godzilla 2 10.00, 13.00,

16.15; Checker Tobi 10.00; Aladdin 10.00, 12.00,

13.15, 14.20, 16.35, 20.00, 22.20; Asterix und

das Geheimnis des Zaubertranks 12.00; Ein Gauner&Gentleman

15.00; Avengers: Endgame16.15,

20.15, 22.25; John Wick: Kapitel III 16.30, 19.50,

23.00; Ma –Sie sieht alles 17.45, 20.20, 22.50;

3D: Godzilla 2–King of the Monsters 19.30, 22.40;

Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.00

Thalia MovieMagic (✆ 774 34 40) Aladdin 15.00,

20.30; Rocketman 15.30, 18.00, 20.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.30; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 15.45; John Wick: Kapitel III

17.45; Godzilla 217.45; 3D: Aladdin 17.45; 3D,

Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.30; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) DAAD-Stipendiat Manuel

Abramovich: Soldado –Soldier (u.a.; anschl.

Diskussion) 19.00; DAAD-Stipendiat Manuel Abramovich:

Titicut Follies (OV; m.Einführung) 21.30;

Ogawa: Summer inNarita –Nihon Kaiho sensen:

Sanrizuka no natsu(OmenglU)19.15; Ogawa: Eigazukuritomura

enomichi –Filmmakingand the Way

to the Village (OmenglU) 21.15

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.30, 13.10;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.30,

15.10, 17.50; Monsieur Claude II 12.50, 20.10;

VanGogh 13.00; Aladdin 13.00, 16.10,19.00; RoyalCorgi:

Der Liebling der Queen 13.20; Rocketman

13.20, 16.30, 19.30, 22.40; John Wick: Kapitel III

13.20, 16.50, 20.30, 23.05; Bohemian Rhapsody

13.20;3D: Godzilla 2–Kingofthe Monsters 13.30,

17.00, 19.40, 22.20; 3D: Avengers: Endgame

13.30, 17.50, 20.00, 22.10; After Passion 13.40,

19.20; Dumbo 13.50; 3D: Aladdin 14.00, 17.15,

20.30, 23.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.10, 15.20, 16.40, 19.30, 22.50; Der Junge

muss an die frische Luft 14.20; Der Flohmarkt

von Madame Claire 14.30; Edie 15.00, 16.00;

Avengers: Endgame 15.30, 19.00; All My Loving

16.00, 23.10; The Silence 16.40, 22.15; Nur eine

Frau 16.40, 20.30; High Life 17.00, 20.00; Roads

17.10, 20.00; Der Fall Collini 17.10, 19.10; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.20, 20.10,

23.00; Ma –Sie sieht alles 17.20, 20.10, 23.00;

3D, Preview: X-Men: Dark Phoenix 19.30; Greta

(2019 USA) 20.20, 23.00; Wir 22.10; Escape

Room 22.20;Lloronas Fluch 22.50; CaptainMarvel

23.00; Im Netz der Versuchung 23.10

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 0200)

Rocketman (OF) 13.30,17.00, 19.45, 22.45; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer –Missing

Link (OF) 13.30; Avengers: Endgame (OF) 13.30,

20.10; 3D: Godzilla 2–King ofthe Monsters (OF)

13.40, 16.30, 20.00, 23.10; Glam Girls: Hinreißend

verdorben –The Hustle (OF) 13.45; Aladdin

(OF) 13.45, 17.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

–Pokemon Detective Pikachu (OF) 13.50;

3D: Aladdin (OF) 14.00, 16.40,20.10,23.15; 3D:

Avengers: Endgame (OF) 16.00, 22.30; John Wick:

Kapitel III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF)

16.30, 19.40, 22.50; 3D: PokemonMeisterdetektiv

Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 17.10,

19.50; Ma –Sie sieht alles (OF) 17.30, 20.10,

22.50; 3D, Preview: X-Men: Dark Phoenix (OF)

20.15; 3D: Captain Marvel (OF) 23.10

CineStar IMAX (✆ 04 51/7030200) 3D: Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.15; 3D: Godzilla

2–Kingofthe Monsters (OF)12.45,16.00,19.15;

3D: Godzilla 2–King of the Monsters 22.30

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) The Wild Boys

–Les garcons sauvages (OmU) 17.45; „Mir ist es

egal, wenn wir als Barbaren indie Geschichte eingehen“

–„Imi este indiferent daca inistorie vom

intra ca barbari“ (OmU) 19.45; Greta (OmU) 22.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Rocketman 10.00, 15.00,

17.30, 20.00, 22.30; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 10.00, 12.00, 14.00, 16.00; Ma

–Sie sieht alles 10.00,12.00,18.00, 22.30; Godzilla

2–King of the Monsters 10.00, 14.30,17.15;

Aladdin 10.00, 12.30, 14.00, 17.00, 20.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.30, 17.00; 3D,

Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.00, 22.30; John

Wick: KapitelIII 20.00, 22.30; 3D: Godzilla2–King

of the Monsters 20.00,22.30

Casablanca (✆ 677 57 52) Stan &Ollie 16.00;

Monsieur Claude II18.15; Das Ende der Wahrheit

20.30

CineStar – Der Filmpalast Treptower Park (✆

04 51/703 02 00) 3D: Godzilla 2–King ofthe

Monsters 14.00, 17.00, 20.00; Aladdin 14.00,

16.25; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.05;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.10,

17.15; 3D: Aladdin 14.10, 17.10, 19.50; Rocketman

14.30, 17.00, 19.50; Avengers: Endgame

15.50, 19.50; John Wick: Kapitel III 16.45, 19.55;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.10; Ma–

Sie sieht alles 17.25, 20.10; 3D: Avengers: Endgame

19.20; GlamGirls: Hinreißend verdorben19.40;

3D,Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Willkommen

im Wunder Park 14.00; Rocketman 14.00,

17.15, 20.00; Godzilla 2–King of the Monsters

14.00, 17.00; Aladdin 14.20, 17.30,19.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.40, 16.15; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 15.00, 17.30;

Ein Gauner &Gentleman 15.00; John Wick: Kapitel

III 16.40, 19.45; Ma –Sie siehtalles 17.10, 20.30;

Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.00; Rocketman

(OF) 20.00; 3D: Godzilla 2–King of the Monsters

20.15

CityKino Wedding (✆ 01 77/2701976) Monsieur

Claude II –Qu‘est-ce qu‘on aencore fait auBon

Dieu? (OmU) 19.00; Border 21.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Die rote Linie –Widerstand

im HambacherForst18.00; Michel Houellebecq

&Iggy Pop: To StayAlive:AMethod (OmenglU)

20.00; The Wild Boys (OmU) 21.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Spatzenkino: Reisen

um die Welt 10.00; Rocketman 11.30, 14.15,

17.00,19.45; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

13.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 15.45; Monsieur Claude II 18.00; Das

Familienfoto 20.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Roads 15.30,

20.30; Sneak Preview 18.00

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05)Der alte deutsche

Film: Karussell 15.45; Stan &Ollie (OmU) 17.45;

Der Fall Collini 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Der Junge muss an die frische

Luft 18.00;Trautmann 20.30

Capitol (✆ 8316417) All My Loving15.30, 20.30;

Nur eine Frau 18.15

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Alita:

Battle Angel (OF) 21.30

Freiluftkino Kreuzberg Mackie Messer –Brechts

Dreigroschenfilm 21.30

Freiluftkino Rehberge Shoplifters: Familienbande

21.30

Open-Air-Kino Schlosspark Biesdorf (✆

998 74 81) Monsieur Claude II 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Gundermann

21.30

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz (✆

89 37 14 31) Preview: The Dead Don‘t Die (OmU)

21.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)

Hi, AI–Liebesgeschichten aus der Zukunft (OmU)

17.00; Ökofilmtour: Das Wunder von Mals (m.Gästen

u.Gespräch) 19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 7020) Van Gogh

13.30; Aladdin 13.30, 16.00, 20.45; Mirai: Das

Mädchen aus der Zukunft 14.15; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer 14.30; Rocketman

15.45, 18.30, 21.00; Edie 16.30; All MyLoving

16.30,21.00; Push –Für das Grundrecht auf Wohnen

18.45; Fotboll inöd och lust –Football for

better orfor worse 18.45; Roads 19.00; High Life

20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Rocketman 13.45, 16.55, 20.00; Godzilla 2–King

of the Monsters 13.45; Aladdin 13.45, 16.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.00; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 14.00, 20.15; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen14.15; Mister Link: Einfellig

verrücktes Abenteuer 14.30, 17.15; Avengers: Endgame

15.30, 19.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.30; John Wick:Kapitel III 16.45,19.35;

3D:Godzilla 2–Kingofthe Monsters 16.45, 19.45;

Ma –Sie sieht alles 17.00, 19.45; Preview, 3D: X-

Men: Dark Phoenix 20.00; 3D:Aladdin 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 03322/279 88 77)Ein Gauner

&Gentleman 15.00; Rocketman 17.15, 20.00

CineStar Wildau A10-Erlebniswelt (✆

04 51/703 02 00) Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.30; Rocketman 14.30, 17.15, 20.20;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 14.30, 17.25, 19.45;

3D: Aladdin 14.30, 17.30, 20.05; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 14.40, 20.15; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer 15.00, 17.30; Aladdin

15.00,16.45; Monsieur Claude II 15.15; 3D: Avengers:

Endgame 15.15, 19.30; John Wick: Kapitel III

17.00, 20.30;Avengers: Endgame 17.00; Ma –Sie

sieht alles 17.45, 20.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.50, 19.55; 3D, Preview: X-Men:

Dark Phoenix 20.15; Greta (2019 USA) 20.45

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) FB 1-3

Aladdin 15.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.00; Rocketman 15.00, 17.45, 20.30; John

Wick: Kapitel III 17.30; 3D: Aladdin 17.45, 20.30;

3D,Preview: X-Men: Dark Phoenix 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.00, 15.30;

Godzilla 2–King ofthe Monsters 14.15; Aladdin

14.30, 17.00; Willkommen imWunder Park 15.15;

Avengers: Endgame 17.00; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 17.15,20.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.45; 3D: Aladdin 19.30; Preview,

3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00; John Wick:

Kapitel III 20.30

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.00; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 18.00; John Wick: Kapitel

III 19.45

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.00; Aladdin 15.45,

17.15, 20.45; Nur eine Frau 18.30; 3D, Preview:

X-Men: Dark Phoenix 20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019

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Netzwerk

WERKSTATT

Routenplanung

für die

Radtour

VonDaniel Dangelmaier

Sollten die Meteorologen recht behalten,

dürfen wir uns im Juni auf

viel Sonne und steigende Temperaturen

freuen. Grund genug, die

Drahtesel aus dem Keller zu holen

und eine Fahrradtour zu planen. Bei

Bedarf helfen dabei Online-Werkzeuge.

Um sich kurz einen Überblick

über mögliche Routen zu verschaffen,

genügt schon Googles Kartendienst

unter google.de/maps. Ein

Klick auf das Radfahrer-Symbol im

Menü (abrufbar durch die drei Linien

oben links), und auf der digitalen

Landkarte erscheinen für Biker

freigegebene Wege und Straßen. Außerdem

kann Google Maps neben

Strecken für Autofahrer und Fußgänger

auch eine Routenplanung für

Radfahrer ausgeben.

Für ambitionierte Biker, die längere

Ausflüge machen wollen, empfehlen

sich allerdings spezialisierte

Portale mit deutlich mehr Funktionen.

DenWeg durch deutsche Großstädte

und deren Umland findet beispielsweise

die Webseite bbbike.org.

Anhand vonVorgaben wie dem favorisierten

Straßenbelag oder dem geplanten

Tempo berechnet das System

den passenden Kurs und die voraussichtliche

Fahrzeit. Bei naviki.orgwirdnach

Start, Ziel und der

Art des verwendeten Fahrrads gefragt.

Den Angaben entsprechend

kann die vorgeschlagene Route für

Mountainbiker über holprige Feldwege

und für Rennradfahrer ausschließlich

über asphaltiere Straßen

führen.

Wernicht selbst planen sondern

nachVorschlägen für schöne oder anspruchsvolle

Touren Ausschau hält,

sollte gpsies.com und bikemap.net/de

besuchen. In den Datenbanken

beider Dienste sind unzählige

Radwanderwege in Deutschland

und der ganzen Welt gespeichert. Mit

Hilfe vonFilternund Einstellungsoptionen

ist eine attraktive Rundfahrt

oder Einweg-Strecke schnell ermittelt.

Außerdem können sich die Nutzer

anden Bewertungen und Kommentaren

anderer User orientieren.

Ob persönlich erstellt oder aus

den Empfehlungen gewählt: Steht die

Tour, lässt sie sich als Karte ausdrucken.

Zudem ist es aber auch möglich,

sie als Datei in Fahrradnavigationsgeräte

zu laden. Wie Auto-Navis

zeigen diese kleinen GPS-Lotsen auf

ihren Bildschirmen den Wegan, den

die Radler nehmen müssen. Dazu liefern

sie noch topographische Informationen

wie die zu überwindenden

Höhenunterschiede und tracken

Strecke sowie Geschwindigkeit. Einfache

Geräte sind bereits ab etwa 100

Euro erhältlich; bessere Modelle mit

robusterem Gehäuse, länger haltenden

Akkus und umfangreicheren Zusatzfunktionen

sind erst ab ungefähr

150 Euro zu haben.

Natürlich können sich Radfahrer

auch von ihrem Smartphone die

Richtung vorgeben lassen. Das

Handy sollte dann mit einer passenden

Hartschalenfassung befestigt

oder in einer Lenkertasche mit transparentem

Sichtfenster verstaut werden.

Apps wie Komoot, Naviki oder

BikeMap dienen wahlweise als Navigationssystem.

Daniel Dangelmaier

schreibt seit 17 Jahren

über Digitales.

High-Tech im Kinderzimmer:Junge Schüler nutzen ganz selbstverständlich Smartphone, Kopfhörer und Laptop für die Hausaufgaben.

Smartes Lernen

Eine Studie belegt, dass Schüler für ihre Hausaufgaben häufig YouTube-Videos nutzen

VonJörg Hunke

Der Nachrichtengehalt des

ersten YouTube-Videos

war überschaubar. Im

April 2005 stellte sich Jawed

Karim, der übrigens in Merseburg

(Sachsen-Anhalt) geboren

wurde, imZoo von San Diego (Kalifornien)

vordas Elefantengehege und

sagte, was ihm an den Dickhäutern

imponierte. Es war der „wirklich,

wirklich, wirklich lange Rüssel“, sagte

Karim, dann war das Video nach 16

Sekunden auch schon vorbei.

„Platz für individuelle Fragen“

So begann die Erfolgsgeschichte von

YouTube, ein Jahr später verkauften

Karim und seine Mitentwickler die

Video-Plattform an Google, inzwischen

werden im Schnitt jede Minute

300 Stunden Videomaterial

hochgeladen, jeden Monat werden

3,25 Milliarden Stunden Videos geschaut.

Und wie eine Studie aus

Deutschland jetzt zeigt: Für viele

Kinder und Jugendliche ist YouTube

nicht einfach nur ein Zeitvertreib –

die Video-Plattform wird von jedem

zweiten jungen Nutzer auch als

Hilfsmittel für die Schule geschätzt.

Der„Ratfür Kulturelle Bildung“ hatte

die Befragung in Auftrag gegeben,

mehr als 800 Kinder und Jugendliche

machten mit.

Fast die Hälfte der befragten Youtube-Nutzer

zwischen 12 und 19 Jahren

(47 Prozent) sagt demnach, die

Videos seien wichtig oder sehr wichtig

bei Themen, die in der Schule behandelt

werden. Ein Großteil davon

nutzt die Clips für Hausaufgaben

oder um sich Dinge erklären zu lassen,

die im Unterricht nicht verstanden

wurden. Eckart Liebau, Vorsitzender

des Rates für Kulturelle Bildung,

erklärte, dass YouTube ein

Nutzung digitaler Plattformen/Kanäle

WhatsApp

YouTube

Instagram

Facebook

Snapchat

Twitter

Tik Tok (früher Musically)

Sonstiges

Nutze keine digitalen Plattformen/Kanäle

YouTube-Nutzung

nach Alter

12 bis 13 Jahre

14 bis 15 Jahre

16 bis 17 Jahre

18 bis 19 Jahre

Nutzungsintensität

Wie häufig wird YouTube genutzt?

mehrmals täglich

täglich

mehrmals die Woche

einmal die Woche

seltener

(noch) nie

3%

7%

11%

wichtiges Bildungsmedium geworden

sei, dass Lernkontexte und Bildungsinstitutionen

deutlich verändern

werde. Inden Schulen gebe es

die Möglichkeit, Übungsteile auszu-

5%

2%

Befragte: 818 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren

15%

21%

18%

20%

46%

61%

61%

75%

85%

86%

88%

92%

93%

41%

BLZ/GALANTY; QUELLE: RAT FÜR KULTURELLE BILDUNG

Tech-Unternehmen unter Beobachtung

GETTY

lagern. „Wenn man das Medium bewusst

einsetzt, gibt es in der Schule

mehr Platz für individuelle Fragen“,

sagte Bildungsexperte Liebau. Bundesbildungsministerin

Anja Karliczek

(CDU) äußerte sich nicht so euphorisch.

Die Schulverantwortlichen

müssten den Schülernbeibringen,

wie sie nutzbringend, aber auch

kritisch mit Informationen daraus

umgingen. Bei Elternabenden werden

Mütter undVäter oft auch aufgefordert,

das Thema in Familien aufzugreifen

und die Diskussion mit

dem Nachwuchs zu suchen.

Dialog mit den Eltern

Wie aufmerksam die Jugendlichen

verfolgen, was bei YouTube geschieht,

zeigte zuletzt das Video von

Rezo und seine Abrechnung mit der

CDU. Mehr als 14 Millionen Mal

wurde es angeklickt. Die Beurteilung,

wie seriös das Video gemacht

worden sei, gingen nachher weit

auseinander.

Johnny Haeusler, der gemeinsam

mit seiner Frau Tanja schon vor sieben

Jahren das Buch „Netzgemüse –

Aufzucht und Pflege der Generation

Internet“ veröffentlicht hat, in dem

es um den verantwortlichen Umgang

mit Netzthemen in der Familie

geht, ist überrascht, wie YouTubegerade

jetzt wahrgenommen wird.

„Schon seit Jahren ist das Medium

die wichtigste Informationsquelle

der Jugendlichen. Da wird auch viel

Quatsch und Blödsinn produziert,

aber auch viel Wissenswertes“, sagt

Haeusler und ergänzt: „Die Jugendlichen

haben ganz gut gelernt, das

richtig einzuschätzen.“ Und ihm ist

noch aufgefallen, dass die junge Generation

wieder den Dialog mit den

Eltern sucht, um herauszufinden,

was glaubwürdig ist.

Jörg Hunke schätzt denYou-

Tube-Wissenskanal maiLab

vonMai Thi Nguyen-Kim.

US-Behörden und der Kongress prüfen Ermittlungen, die möglicherweise zu Milliardenstrafen führen werden

Die amerikanischen Internet-

Riesen geraten verstärkt ins Visier

der US-Politik. Dabei werden Giganten

wie Google, Facebook und

Amazon gleich vonzweiSeiten in die

Zange genommen: Republikaner

werfen ihnen die Benachteiligung

konservativer Meinungen vor, die

Demokraten machen ihre wirtschaftliche

Macht zum Wahlkampfthema.

Konkret passiert ist bisher noch

nicht viel, aber US-Behörden und

der Kongress stecken den Rahmen

für Ermittlungen ab, anderen Ende

zumindest theoretisch Milliardenstrafen

und erzwungene Änderungen

am Geschäftsmodell stehen

könnten. Die Investoren reagierten

am Montag bereits mit Kursabschlägen

für die Aktien.

Die Internet-Riesen konnten sich

bisher auf eine lasche Regulierung im

Heimatmarkt verlassen. So wurde

zum Beispiel eine frühere Wettbewerbsuntersuchung

gegen Google

eingestellt, während die EU-Kommission

gegen den Internet-Konzern

in drei Verfahren Rekordstrafen verhängte.

Jetzt teilten das US-Justizministerium

und die Handelsbehörde

FTC, die Wettbewerbsermittlungen

durchführen können, laut Medienberichten

die Unternehmen unter sich

auf. So ist für Facebook und Amazon

die FTC zuständig –und für Google

das Justizministerium, wie aus Berichten

der NewYork Times und des

Wall Street Journal hervorgeht.

Diese Aufteilung ist der erste

Schritt, um die Basis für Ermittlungen

zu legen. Zugleich bedeute das

noch nicht, dass bereits Verfahren

gegen Google und Amazon eingeleitet

worden seien, schrieb die New

York Times unter Berufung auf informierte

Personen. Facebook steht bereits

seit rund einem Jahr im Visier

der FTC. Dieses Verfahren wurde

durch den Datenskandal um Cambridge

Analytica ausgelöst. Das On-

line-Netzwerk stellte bereits drei

Milliarden Dollar für eine mögliche

Strafzahlung zurück und bereitet

sich darauf vor, dass das Verfahren

auch fünf Milliarden Dollar kosten

könnte.

Am Montag kündigten auch die

US-Demokraten im Abgeordnetenhaus

an, sie wollten umfassend die

Marktmacht großer Technologiefirmen

wie Facebook, Google oder

Amazon unter die Lupe nehmen lassen.

DieUntersuchung soll unter anderem

ans Licht bringen, ob die Unternehmen

Monopolstellungen ausnutzen

oder wettbewerbsfeindliche

Maßnahmen ergriffen. (dpa)

Opfer von

Beleidigungen

gestärkt

Facebook muss versuchen,

Hasspostings zu finden

Facebook kann womöglich von

Gerichten zu einer umfassenden

Suche nach Hasspostings verpflichtet

werden. In einem Verfahren vor

dem Europäischen Gerichtshof

(EuGH) machte der zuständige Generalanwalt

Maciej Szpunar am

Dienstag in seinem Schlussantrag

zugleich deutlich, dass solche Verpflichtungen

verhältnismäßig sein

müssten.

Der Oberste Gerichtshof Österreichs

hatte den EuGH im Zusammenhang

mit einer Klage der früherenösterreichischen

Grünen-Chefin

Eva Glawischnig um Auslegung des

EU-Rechts gebeten. (Az. C-18/18)

Die Politikerin hatte gegen Kommentare

auf einer Facebook-Seite

geklagt, in denen sie im Zusammenhang

mit der Flüchtlingspolitik unter

anderem als „miese Volksverräterin“

beleidigt worden war. Nach einem

Gerichtsurteil sperrte Facebook in

Österreich den Zugang zu dem ursprünglich

geposteten Beitrag. Der

Oberste Gerichtshof musste sich

schließlich in dem Rechtsstreit mit

der Frage befassen, ob und in welcher

Form Facebook weltweit aktiv

werden muss.Dazu bat das österreichische

Gericht den EuGH um Auslegung

der maßgeblichen EU-Richtlinie.

Generalanwalt Szpunar vertrat

in seinem Schlussantrag die Ansicht,

dass Facebook bei der Feststellung

eines rechtswidrigen Postings

gezwungen werden könne,das

Netz auf wortgleiche Kommentare

zu durchsuchen. Dadurch könne

ein ausgewogenes Verhältnis zwischen

dem Schutz des Privatlebens

und der Persönlichkeitsrechte auf

der einen und dem Schutz der unternehmerischen

Freiheit sowie der

Meinungsfreiheit auf der anderen

Seite hergestellt werden. Facebook

kann nach Ansicht des Generalanwalts

auch verpflichtet werden,

nach sinngleichen Kommentaren

zu suchen. DieRichter sind nicht an

die Schlussanträge der Generalanwälte

gebunden, folgen diesen aber

in vielen Fällen. (dpa)

Ärger über

IT-Panne bei der

Commerzbank

Probleme bei

Zahlungsaufträgen

E

ine IT-Panne bei der Commerzbank

hat auch am Dienstag für

Ärger bei Kunden gesorgt. Siemachten

ihrem Unmut unter anderem

auf Twitter Luft.Wegen einer technischen

Störung konnten nach Angaben

des Instituts am Montag von

00.00 Uhr bis 08.30 Uhr Daueraufträge,

Überweisungen und Lastschriften

nicht verarbeitet werden.

Wieviele Kunden bei der Commerzbank

und der Online-Tochter Comdirect

betroffen waren, konnte ein

Sprecher des Instituts am Dienstag

in Frankfurtnicht sagen. Es handele

sich um Konten mit der Ziffer „4“ an

der achten Stelle der IBAN-Nummer.

Zunächst nicht ausgeführte Zahlungsaufträge,

die von einem Commerzbank-Konto

abgehen sollten,

hat die Bank mittlerweile weitgehend

auf den Weggebracht. Werauf den

Eingang von Geld wartet, sollte nach

Angaben der Bank kontrollieren, ob

die Zahlung eingegangen ist und sich

gegebenenfalls mit dem Geschäftspartner

oder dem Kundenberater in

Verbindung setzen. Gerade zum Monatsanfang

werden besonders viele

Daueraufträge ausgeführt und Lastschriften

eingezogen. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG)Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für

HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Die Tierärzte –Retter mit Herz

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant

18.00 (für HG) Quizduell 18.50 (für HG)

Watzmannermittelt. Fluch am Eckstein 19.45

(für HG) Quizzenvor acht 19.55 (für HG) Börse

voracht 20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 (für HG) Die Auferstehung

TV-Drama, D2019

Mit Leslie Malton, Joachim Król,

Herbert Knaup, Dominic Raacke u.a.

21.45 (für HG) Plusminus

DasARD-Wirtschaftsmagazin

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Maischberger

SPD am Boden, CDU unter Druck: Ist

die Regierung am Ende?

0.00 (für HG) Nachtmagazin

0.20 (für HG) DieAuferstehung

TV-Drama, D2019

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Susanna Ohlen, Angela Finger-Erben 8.30 (für

HG) Gute Zeiten,schlechte Zeiten. Daily Soap

9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles

was zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Repor

11.00 Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12

14.00 Die Superhändler –4Räume,1Deal

15.00 Mensch Papa! Väter allein zu Haus

16.00 Vorher Nachher –Dein großer Moment

17.00 Freundinnen –Jetzt erst recht. Unterhaltungsserie

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Vera unterwegs –Zwischen Mut und

Armut Mit Mit Vera Int-Veen

Die Moderatorin reist quer durch

Deutschland und besucht Orte, die

durchArmut traurige Schlagzeilen

gemacht haben.

22.15 stern TV

Enttäuschung oder echte Alternative?

Vegetarische Burger im sternTV-Test

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) CSI: Den Tätern auf der

Spur Im Kugelhagel /ImKugelhagel

Krimiserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR aufCamille, Marienbad, in die er Franzensbad, sichHalsüberKopf

Karlsbad Arte

14.00 (für HG) umzwei 15.15 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 16.00 (für HG) um vier

17.45 (für HG)Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG)

MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Tierisch,tierisch 20.15 (für HG) Exakt

20.45 (für HG) Exakt –Die Story 21.15 Echt

21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für HG) Tatort.

Ausweglos. TV-Kriminalfilm, D2008 23.35 HumorZone

2019 –Die Gala 0.20 Zärtlichkeiten

im Bus 1.20 (für HG) Lindenstraße 1.50 (für

HG) Exakt 2.20 (für HG) Exakt –Die Story

Bayern

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir

in Bayern 17.30 Abendschau –Der Süden

18.00 (für HG) Abendschau 18.30 (für HG)

Rundschau 19.00 (für HG) Stationen 19.30

(für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Jetzt red i 21.00

(für HG) Kontrovers 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 (für HG) Flugzeug: Immer noch

das sicherste Verkehrsmittel? 22.45 (für HG)

Die Siedler der Westbank. Spieldokumentation,

F/ISR/D/CDN 2016 0.15 kinokino 0.30 Tango

Libre. Drama, F/B/LUX 2012

Vox

14.00 Mein Kind,dein Kind –Wie erziehst du

denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten

und eine Traumreise 17.00 Zwischen Tüll

und Tränen 18.00 First Dates –EinTisch für

zwei 19.00 Das perfekte Dinner –Wer ist der

Profi? 20.00 Prominent! 20.15 DasWichtigste

im Leben 21.00 Das Wichtigste im Leben

21.55 (für HG) Gone 22.50 (für HG) Law &

Order: Special Victims Unit 23.50 nachrichten

0.10 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Tödliche Bündnisse

1.00 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

15.25 Tomund Jerry 15.50 HotelTranssilvanien

–Die Serie 16.20 Zig &Sharko –Meerjungfrauen

frisst man nicht! 16.45 Ninjago –Im

Land der Drachen 17.15 Voll zu spät! 17.40

Inspector Gadget 18.10 Dennis &Fletscher –

Blämtastisch! 18.40 Woozle Goozle 19.10

Tomund Jerry 19.40 Angelo! 20.15 (für HG)

Dr.House 21.10 (für HG) Dr. House 22.00 (für

HG) Dr.House 22.55 Die Kinderklinik –Familien

zwischen Bangen und Hoffen 23.25 Die

Kinderklinik –Familien zwischen Bangen und

Hoffen 23.50 Comedy total

Sport1

14.30 Yukon Gold. Dampf ablassen 15.30 Alone.

Trial by Fire 16.30 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Volle Kraft voraus 17.00 StorageWars

–Die Geschäftemacher. Mit Gunter

wird's bunter 17.30 Yukon Gold. Rekordverdächtig

18.30 StorageWars –Die Geschäftemacher

18.40 Handball: WM-Qualifikation der

Damen. Deutschland –Kroatien 20.30 Basketball:

BBL. Halbfinale, Spiel 2 22.15 Hans Sarpei

–Das Tsteht für Coach 23.15 Die PS-Profis

–Mehr Power aus dem Pott 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Leben daneben

11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Abflug

12.00 heute 12.10 (für HG) ZDF spezial

14.00 heute –in Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht

15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops.

Alles Schwindel 17.00 (für HG)

heute 17.10 (für HG) hallo deutschland 17.45

(für HG) Leute heute 18.00 (für HG) SOKO

Wismar. Geier Sturzflug 19.00 (für HG) heute

19.25 (für HG) Die Spezialisten –ImNamen

der Opfer. Shenjas Rückkehr.Krimiserie

20.15 (für HG)Aktenzeichen XY... ungelöst

Die Kriminalpolizei bittet umMithilfe

Grausiger Fund im Fluss /Jugendliche

stürzt von Brücke /Der XY-Preis 2019

Mit Rudi Cerne

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) Das Ende der Volksparteien?

SPD und Union in der Krise

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Das neue Brasilien –Rechtsruck

unter Bolsonaro

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Matthias

Killing,Alina Merkau 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz. Doku-Soap

14.00 Auf Streife.Reportagereihe 15.00 Auf

Streife –Die Spezialisten. Reportagereihe

16.00 Klinik am Südring 17.30 Klinik am

Südring –Die Familienhelfer 18.00 Endlich

Feierabend! 19.00 Genial daneben –Das Quiz

19.55 Nachrichten

20.15 TopChef Germany

Show

Gast: Marco Müller

Jury: Eckart Witzigmann, Peter Maria

Schnurr, Alexandra Kilian

Moderation: Daniel Boschmann

22.40 akte 20.19 Spezial

Raus aus dem Chaos!

23.40 TopTen!

Die verrücktesten Funparks weltweit

0.35 Top Chef Germany

Gast: Marco Müller

Moderation: Daniel Boschmann

14.55 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungenÄrzte

15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier

und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Markt 21.00 (für

HG) Achtung Mogelpackung! –Yvonne Willicks

deckt auf 21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für

HG) Vergewaltigt. Wir zeigen an! 22.55 (für

HG) sport inside 23.25 (für HG) Die Weltmeisterinnen

0.10 (für HG) Tiananmen 0.55 (für

HG) Maischberger 2.10 Erlebnisreisen

NDR

16.00 (für HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Seehund, Puma &

Co. 18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG)

Wie geht das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30

Ländermagazine 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Auf Leben undTod 21.00 (für

HG) Auf Leben und Tod 21.45 (für HG) aktuell

22.00 (für HG) Großstadtrevier 22.50 (für HG)

extra 3 23.20 (für HG) Zapp 23.50 (für HG) 7

Tage ... 0.20 Hafenpolizei. Taschendiebe 0.45

(für HG) Visite 1.45 (für HG) Weltbilder 2.15

(für HG) Panorama –die Reporter

Kabel eins

7.35 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

8.30 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

9.20 Navy CIS: L.A. 10.15 Navy CIS 11.10

Without aTrace 12.00 Numb3rs 12.55 Castle

13.55 The Mentalist 14.50 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal,Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir

kümmern uns drum 20.15 Red Planet. Sci-Fi-

Film, USA/AUS 2000 22.25 District 9. Sci-Fi-

Film, USA/NZ/CDN/SA 2009 0.35 Late News

0.40 Red Planet. Sci-Fi-Film,USA/AUS 2000

RTL 2

8.00 Frauentausch 12.00 Die Geissens –Eine

schrecklich glamouröse Familie! 15.00 Hilf

mir! Jung, pleite,verzweifelt ... 17.00 News

17.10 Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05

Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15

Kleine Helden ganz groß! –Wenn Kinder kämpfen

müssen 21.15 Voller Leben –Meine letzte

Liste 22.15 Die Babystation –Jeden Tagein

kleines Wunder 23.15 Autopsie –Mysteriöse

Todesfälle 0.10 Die Forensiker –Profis am Tatort

1.10 Die Forensiker –Profis am Tatort 1.55

Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

14.00 Tennis: French Open. Viertelfinale

17.00 Tennis. French Open –Matchball Becker

17.15 Tennis: French Open. Viertelfinale

20.00 Tennis. French Open –Matchball Becker.Analysen

und Interviews aus Paris mit

Boris Becker 20.30 Tennis 21.25 Eurosport

News 21.35 Springreiten: Global Champions

League 22.00 Springreiten: FEI Nations Cup

22.55 Eurosport News 23.05 Tennis: French

Open. Viertelfinale 1.00 Tennis. French Open –

Game, Schett &Mats

ARD, 20.15 UHR TV-DRAMA

Die Auferstehung

Als ihr Vater stirbt, ist es an Linda, ihreGeschwister Joschi (Joachim Król),

Jakobund Ulidavon in Kenntnis zu setzen. DasVerhältniszuihrem Erzeugerwar

überausschwierig, und so versammeln die Geschwister sich nichtan

seinem Totenbett–dasindiesemFall ein rotesSofaist –umzutrauern, sondern

lediglich, um dasErbeuntereinander aufzuteilen. Während dievier um die Leicheihres

Vaters herumsitzenund aufden verhasstenAnwaltMax und dasTestamentwarten,

gebendie Geschwister untereinander mehr ausihrem Lebenpreis,

als ihnen eigentlich liebist.Als dannendlich irgendwann Maxauftaucht,ist die

Stimmungbereits aufdem Tiefpunktangelangt. VonRegisseur Niki Stein („Bis

nichtsmehr bleibt“)großartig in SzenegesetzteEnsemble-Dramödie nach dem

gleichnamigenRoman vonKarl-Heinz Ott.

(Dtl./2019)

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ARTE, 23.05 UHR ROMANZE

Schicksalswald

Kurreisen

mit Haustürabholung

©Dmitry Ersler –Fotolia.com

Foto: ARD

verliebt. und AufWolkesiebenschwebt neu dabei:

Joachimsthal. Paul

durchParis,woerjedochleiderimmer In die Reisen integriert sind wieder

auch Halb- aufOdine oder Vollpension trifft ...Hauptdarsteller

GrégoireLeprince-Ringuet sowie diverse Kuranwendungen. gabmit dem

Liebesdrama, daserstmals 2016 aufdem

Filmfestival in Cannes gezeigtwurde,sein

Jetzt online entdecken: www.berliner-zeitung.de/leserreisen Spielfilmdebütals Regisseur.

(Frk./2016)

Foto: Arte

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

3

2 8

6 7 2

8 1

3 9

4 7 6 1

4 6

1 4 9

7 8 3

MitDIAGONALEN MIT –SCHWER -schwer

8 5 3 4

1

5

4 3

1 2

6 7

2

9 7

LESERREISEN

INFORMATION UNTER:

P aul(Grégoire 030 Leprince-Ringuet) –23276633 glaubt

mit Ondine www.berliner-zeitung.de/leserreisen

sein ganz großes Liebesglückgefunden

zu haben.Dochdie Realitätsiehtanders

aus, denn nach einer Weile

trenntsie Erholung sich vonihm.Verletzt pur von Anfang undschwer an:

enttäuscht Kurreisen beschließtPaulnie mit Taxiservice wieder nach einen

Menschen Bad zu Kissingen, lieben. Dann Bad jedoch Wildungen, trifft er

SUDOKU

9

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom VOM4.6.2019

mittel MITTEL

6 3 9 8 2 4 1 7 5

5 2 7 9 3 1 4 8 6

1 8 4 7 5 6 3 9 2

4 9 2 6 1 3 7 5 8

7 5 8 2 4 9 6 3 1

3 1 6 5 8 7 9 2 4

2 7 1 3 6 8 5 4 9

8 6 3 4 9 5 2 1 7

9 4 5 1 7 2 8 6 3

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 4. 6. 2019

vom 4.6.2019

SCHWER

schwer

2 1 3 8 9 6 7 4 5

8 6 7 2 5 4 1 3 9

4 5 9 1 3 7 6 2 8

7 4 6 3 2 8 5 9 1

9 8 5 6 4 1 2 7 3

3 2 1 9 7 5 4 8 6

6 3 2 7 1 9 8 5 4

5 7 8 4 6 3 9 1 2

1 9 4 5 8 2 3 6 7

6.20 zibb. zuhause inberlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin Dr. Mertens

13.00 rbb24 13.10 Deutscher Schulpreis

2019. Live 14.30 Land und lecker 15.15 Länder

–Menschen –Abenteuer 16.00 rbb24

16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00 rbb24

17.05 Giraffe, Erdmännchen &Co. 17.55

Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause inberlin &brandenburg

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 rbb Praxis

Doppelhüfte: zwei Kunstgelenke in

einer OP?

21.15 Die rbb-Reporter

Handwerk in Not! Der Nachwuchs fehlt

21.45 rbb24

22.00 Delfine inder Haifischbucht

Delfinbabys in der Shark Bay –Shape

der kleine Delfin

Dokumentarfilm,D2016

23.30 Talk aus Berlin

0.00 Liebe auf Persisch

Komödie,D2018

ProSieben

10.50 How IMet Your Mother. Die Ziege/Der

Lückenfüller.Comedyserie 11.45 2Broke Girls.

Der perfekte Lunch/Das Basketball-Desaster.

Comedyserie 12.35 Mom. Ex und Exitus. Comedyserie

13.00 Twoand aHalf Men. Santas Dorf

der Verdammten/Ein gewisses Ziehen/Selbsterniedrigung

ist ein visuelles Medium. Comedyserie

14.25 The Middle. Der vierte Valentinstag/

Die Klassenfahrt. Comedyserie 15.20 The Big

Bang Theory. Das Kohabitations-Experiment/

DieWhirlpool-Kontamination/Kick it like Baby/

DieVerzögerungstaktik. Comedyserie 17.00 taff

18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. Im

Rausch der Macht/Freundschaftsanfrage von

Lisa.Zeichentrickserie 19.05 Galileo

20.15 Grey's Anatomy –Die jungenÄrzte

Überleben und sterben

Mit Ellen Pompeo, Justin Chambers,

James Pickens jr.u.a.

21.15 Grey's Anatomy –Die jungenÄrzte

Der Test. Krankenhausserie

22.15 Grey's Anatomy –Die jungenÄrzte

Fast am Ziel.Krankenhausserie

23.20 Lucifer

Gebrochene Herzen. Krimiserie

0.15 Two and aHalf Men

Hochzeit auf Ibiza /DasTraumpaar

Comedyserie

14.10 (für HG)The Girl King. Biografie, FIN/D/

CDN/S/F 2015 15.45 Grenzenloses Frankreich

16.40 X:enius 17.10 Das Vereinigte Königreich

von oben –Geschichte(n) eines Staates

17.35 Mexiko –Die Wächter des Waldes

18.30 Unser Wild 19.20 Arte Journal 19.40

(für HG) Re: 20.10 Anderswo in Europa 20.15

(für HG) Gloria, die Gangsterbraut. Actionthriller,USA

1980 22.10 Gena Rowlands 23.05

Schicksalswald. Romanze, F2016 0.50 Arte

Journal 1.10 DieYes Men –Jetzt wird's persönlich.

Dokumentarfilm,USA/NL/DK/F/D 2014

3Sat

11.15 (für HG) Der Einsamkeit zum Trotze

11.45 (für HG) Lisa und Anton 12.15 Warum

bin ich wie ich bin? 12.30 Reporter 13.00 (für

HG) ZIB 13.20 Irlands Küsten 17.00 Irland von

oben 17.45 Im Garten der Queen 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00

(für HG)Tagesschau 20.15 Jemen –der vergessene

Krieg 21.05 Eine Familie ausSyrien 22.00

(für HG) ZIB 2 22.25 (für HG) Zur Hölle mit den

anderen. TV-Komödie, D2017 23.55 (für HG)

Späte Väter 0.25 10vor10 0.55 ECO 1.20 Slowenien-Magazin

1.45 Irlands Küsten

Phoenix

12.00 phoenix vor ort 12.30 phoenix plus.

Wahl in Kasachstan 12.45 phoenix plus. Vom

Feind zum Freund –Die deutsch-franzöische

Freundschaft 13.00 Bundestag live. Live

14.00 Deutscher Schulpreis 2019 15.20

phoenix vor ort 17.00 Auto gegen Fahrrad

17.30 phoenix der tag 18.00 planet e.18.30

(für HG) Mythos Kongo 20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 (für HG) Der geheime U-Boot-

Krieg 21.45 (für HG) heute-journal 22.15 Länderforum

23.00 phoenix der tag 0.00 phoenix

runde 0.45 Der geheime U-Boot-Krieg

Kika

13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O –

Plötzlich Meerjungfrau 15.45 Sherlock Yack –

Der Zoodetektiv 16.25 Zoom –Der weiße Delfin

16.50 (für HG) Hexe Lilli 17.35 DieAbenteuer

des jungen Marco Polo –Reise nach

Madagaskar 18.00 (für HG) Mascha und der

Bär 18.10 Super Wings 18.35 Beccas Bande

–Mit Mut wird alles gut! 18.50 Sandmann

19.00 (für HG) Lassie 19.25 (für HG) Die beste

Klasse Deutschlands 19.50 (für HG) logo!

20.00 (für HG) KiKA Live 20.10 Du bist STYLE!

Dmax

15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von

Texas (5) 16.15 Highway Cops 17.15 Fast 'N'

Loud 19.15 A8 –Abenteuer Autobahn 20.15

Auction Hunters –Zwei Asse machen Kasse

21.15 Hardcore Pawn: Das härteste Pfandhaus

Detroits 21.45 Hardcore Pawn: Das härteste

Pfandhaus Detroits 22.15 VintageTech

Hunters –Technik mit Kultfaktor! 22.45

Slobby's World –Verrückte Retro-Welt 23.15

SharkTank –Die Business-Profis 0.15 Die

Baumhaus-Profis 2.00 Die Baumhaus-Profis

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Menschen hautnah

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 Zetsche

geht –Wohin steuertDaimler? 11.00 Tagesschau-

Nachrichten 13.00 Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.15 Markt 20.00 Tagesschau

20.15 Der Moschee-Report 20.30 Report

München 21.02 Fakt ist! 22.00 Markt 22.45 Die

Tagesschau vor 20 Jahren 23.00 Tagesthemen

23.30 Kontrovers 0.15 defacto 1.00 Nachtmagazin

1.20 extra31.50 Extra 2.02 Brandenburg

aktuell 2.30 Sachsen-Anhalt Heute 3.02 SWR

Landesschau Rheinland-Pfalz 3.47 Extra 4.02

Abendschau 4.30 aktueller bericht

ONE

11.55 Sturmder Liebe 12.40 Sturm der Liebe

13.30 Um Himmels Willen 14.20 Hotel Heidelberg.

TV-Drama, D2019 15.50 Dawson's Creek

16.30 Bezaubernde Jeannie 16.55 Bezaubernde

Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50 Die Kanzlei

18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe

20.15 Agatha ChristiesPoirot (1)Nikotin. TV-Kriminalfilm,

GB 2010 21.45 Miss Fishersmysteriöse

Mordfälle 22.40 Agnosia –Das dunkle Geheimnis.

Thriller, E2010 0.20 Agatha Christies Poirot (1)Nikotin.

TV-Kriminalfilm, GB 2010 1.50 Miss Fishers

mysteriöse Mordfälle 2.45 Agnosia–Das dunkle

Geheimnis. Thriller, E2010 4.25 NightWash Kurzwäsche

4.40 Um Himmels Willen

ZDF NEO

5.00 TerraX5.45 TerraX6.30 TerraX7.10 Terra

X 7.55 Topfgeldjäger 8.50 Lafer! Lichter!Lecker!

9.35 Bares fürRares 10.25 Bares für Rares

11.20 Viel zu bieten 12.05 Die Rettungsflieger

12.45 DieRettungsflieger 13.30 Monk 14.10

Monk 14.55 Heldt 15.40 Die Rettungsflieger

16.20 DieRettungsflieger 17.05 Monk 17.45

Monk 18.30 Bares für Rares 19.20 Bares für Rares

20.15 (für HG)Wilsberg. 90 –60–90. TV-Kriminalfilm,

D2014 21.45 Undercover 22.30 Undercover

23.25 AktenzeichenXY... ungelöst 0.55 (für

HG)Wilsberg. 90 –60–90. TV-Kriminalfilm, D

2014 2.25 Gätjens großes Kino 2.30 TerraX3.15

TerraX4.00 TerraX4.45 Frag den Lesch

ZDF INFO

5.35 ZDF-History 6.20 MadameMao –Aufstieg

und Fall derJiang Qing 7.00 Kriminelle Karrieren

10.00 DerMilliardencoup –Jagdauf einen Geldwäscher

10.45 Kriminelle Karrieren 11.30 Kriminelle

Karrieren 12.15 DirtyDollars 13.00 (für HG) Geheime

Medikamentenversuche 13.30 (für HG)

Faszination Universum 18.45 Fremdenlegion –Die

härtesteElitetruppe derWelt 19.30 Armee am

Limit –Was wirdaus der Bundeswehr? 20.15 Balkan

in Flammen 21.00 Balkan in Flammen 21.45

Balkan in Flammen 22.30 ZDF-History 23.15 ZDF-

History 0.00 SerbiensMafia –Krieger,Kriminelle

und derStaat 0.45 heute-journal 1.15 (für HG)

Faszination Universum

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Zwischen Drama und Oper: Die

Schauspielmusik., ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Berlin trifft Korea. Mit Werken von Eisler,Paik,

Yun, W.A. Mozart, ca. 87 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik spezial „Ein bei den Deutschen

gebräuchlicher Tanz” –Die Allemande.,

ca. 56 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik 20. Biennale Aktueller Musik mit

Werken von Seyedi, Wassiljew, Trio Abstrakt,

ter Schiphorst,ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Kenah Cusanit liest aus ihrem

Debütroman „Babel” (1/2), ca. 30 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Die Zecke” Mit Katharina Marie Schubert,

Alina Stiegler,Holger Stockhaus,Oliver Urbanski,

Steffen C. Jürgens.,ca. 90 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (12/34), ca.

31 Minuten

MAGAZIN

13.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Länderreport Hessentag in Bad Hersfeld. Das

älteste deutsche Landesfest. Der Hessentag ist

das größte und älteste Landesfest inDeutschland

und findet alljährlich imFrühsommer

statt., ca. 55 Minuten

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Als Bürgermeister auf dem Misthaufen

landen. Der 17. Juni 1953 in den Dörfern

der DDR.,ca. 26 Minuten

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Über die Ostsee ins Silicon Valley –

Eine Republikflucht. Von Matthias Eckoldt,

Matthias Baxmann, ca. 56 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Luciana Souza., ca. 30 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Die Komponistin Rebecca

Saunders.Mit Margarete Zander Sie hat sich vor

allem mit ihren Raumkompositionen einen Namen

gemacht.Die Musik von Rebecca Saunders

entwickelt einen Sog und eine Farbigkeit, der

man sich kaum entziehen kann.,ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett,Comedy &schräge Lieder.Zingsheim

braucht Gesellschaft.Die politische

Radio-Show (2/2), ca. 55 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 128 · M ittwoch, 5. Juni 2019 – S eite 28 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Machel A. Emanuel verfolgt ein ehrgeiziges

Projekt: DemBiologen an der

University ofWest Indies in der jamaikanischen

Hauptstadt Kingston geht

es um eine Arthistorisch-kritische

Rekonstruktion, und zwar einer in Jamaika

heimischen Cannabis-Sorte,

die dereinst vondem Reggae-Heiland

BobMarley geraucht wurde und die

bis in die 70er-Jahreauch in einträglichen

Mengen auf der Karibikinsel

wuchs,dann allerdings auf mysteriöseWeise

vonder Bildfläche verschwand.

Unser Forscher,dem wir

einschlägige Studien etwa zur„Kultivierung

und Qualitätssicherung beim

medizinischen Cannabis in den Tropen“

verdanken, konnte bei seinen

karibikweiten Recherchereisen altes

Saatgut ausfindig machen und züchtet

es nun auf mehreren Dutzend

Quadratmeternineinem Gewächshaus

seines Instituts.Emanuel hofft,

dass Marihuana„Made in Jamaica“

nun gewinnbringend vermarktet

werden kann. Allerdings besteht der

gläubige Rastafariauf Fair-Trade-Bedingungen,

sollte es zum Handel mit

seinem Stoff kommen.

Jürgen Klopp (51) braucht nach dem

nerven- und kräftezehrenden Gewinn

der Champions League unbedingt

etwas Urlaub.Liverpools Erfolgscoach

will allerdings nicht verraten,

wo genau er sich vonden Strapazenerholen

will –dawäreerjaauch

schön blöd.Vonder Bild-Zeitung ließ

er sich jetzt immerhin entlocken,

„dass es weit, weit weggeht“. Nun, wir

empfehlen einen tiefenentspannten

Besuch auf Jamaika.

Nicolas Cage (55) hat sich nach nur

vier Tagen Ehe mit der Maskenbildnerin

Erika Koike Clark(34) scheiden

lassen.Vor

einem Gericht

im US-

Bundesstaat

Nevada

machte der

Hollywoodschauspieler

geltend, er habe

nicht gewusst, dass

seine Frau noch in

einer anderen Beziehung

gewesen sei.

Zu viel geraucht? Nee,

schlimmer:zuviel getrunken,

so Cage.

(schl./mit dpa)

Blitzscheidung: Hat die

vierte Ehe hinter sich

gebracht. IMAGO-IMAGES

TIERE

Der Spatz behauptet sich wacker in

deutschen Gärten. DPA/BERND THISSEN

Warjaklar: DerSpatz bleibt der häufigste

Gartenvogel in Deutschland. So

lautet das Ergebnis einer bundesweiten

Umfrage des Naturschutzbunds

(Nabu). Beider Zählaktion„Stunde

der Gartenvögel“ wurden etwas mehr

als fünf Spatzen proGarten gezählt.

Aufden zweiten Platz verortet der

Nabu die Amsel mit knapp dreiVögeln

proGarten –alarmierende elf

Prozent weniger als imVorjahr.Der

auch Haussperling genannte Spatz

legte dagegen sieben Prozent zu.

Wussten Sie, dass sich„Spatz“ vom

althochdeutschen„sparo“ ableitet

und„zappeln“ bedeutet? (schl.)

Dieses Bild vermittelt einen Eindruck davon, wie groß das Ausmaß der Zerstörung im Inneren der Kathedrale ist.

Schutzlose Kirche

Der Wiederaufbau von Notre-Dame hat noch nicht begonnen. Doch jetzt werden brisante Vorwürfe laut

VonBirgit Holzer,Paris

Der Abend des 15. April

2019 wird allen Liebhabernvon

ParisinErinnerung

bleiben. Jener

Abend, an dem die Kathedrale Notre-

Dame in Flammen stand, ihr Spitzturm

indie Tiefe stürzte und man

bangen musste, obdas Kirchenhaus

dem Feuer standhalten würde. Noch

suchen die Ermittler nach der Ursache

der Katastrophe und gehen dabei

weiterhin von einem Unfall aus.

Doch hätte der Brand oder zumindest

die Ausbreitung der Flammen

verhindertwerden können?

In der Zeitung Le Monde benennen

nun ehemalige und aktuelle Angestellte

der FirmaElytis,die seit 2014

mit der Überwachung der Kathedrale

beauftragt ist, klare Mängel im System,

die meisten vonihnen anonym.

Demnach hatte einer vonihnen seine

Vorgesetzten und die Regionaldirektion

für kulturelle Angelegenheiten

mehrmals auf eine schlechte Arbeitsorganisation

und fehlerhafte Brandmeldevorrichtungen

hingewiesen,

doch stets dieselbe beschwichtigende

Antwort erhalten: „Die Kathedrale

steht seit 800 Jahren, sie wird

nicht einfach so abbrennen.“

Vonden beiden Posten, die 2014

zunächst für das Brand-Sicherheitssystem

vorgesehen waren, wurde

bald einer eingespart, so dass sich

ein Angestellter die Überwachung

mit einem nur minimal ausgebildeten

Aufseher teilte. Der Elytis-Mitarbeiter

am Computersystem, der am

15. April imDienst war, hatte diesen

bereits um 7.30 Uhrbegonnen, doch

da keine Ablösung kam, ging seine

Schicht bis 23 Uhr. Erst dreiTage hatte

er in der Kathedrale gearbeitet und

noch nie einen kompletten Rundgang

durchs Gebäude gemacht.

Wertvolle halbe Stunde

Als um 18.18 Uhr ein erster Feueralarm

ausbrach, mit der Angabe

„Dachboden Kirchenschiff/Sakristei“

und einem Zahlencode, warnte

er den zuständigen Wachmann, welcher

bei einem ersten Check nichts

entdeckte.Trotzdem wurden die 600

bis 800 Besucher in der Kathedrale

über Lautsprecher dazu aufgefordert,

diese zu verlassen. Schließlich

rief der neue Mitarbeiter seinen Vorgesetzten

an, um den Zahlencode zu

entschlüsseln. Dieser schickte den

Wachmann in den Dachstuhl –wo

die Flammen bereits loderten. Um

18.48 Uhrwurde die Feuerwehr alarmiert,

von der eine erste Einheit innerhalb

von zehn Minuten eintraf.

Im Morgengrauen gelang ihr die Löschung.

Doch eine wertvolle halbe

Stunde war verloren gegangen.

Darüber hinaus gaben ehemalige

Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens

an, ihreWarnungen vorZi-

garettenstummeln an der Baustelle

im Dachstuhl der Kathedrale sowie

vor dem Herumliegen wärmeerzeugender

Materialien seien nie

ernst genommen worden. „Anders

als behauptet, gab es niemanden,

der nach Arbeitsende die Baustelle

überprüfte“, sagt ein Mann aus.

Die Anschuldigungen wirken

umso explosiver, da zigtausende

Menschen nach dem Brand für den

Wiederaufbau der Kathedrale gespendet

haben. Manche französischen

Gemeinden zogen sogar ihre

Versprechen wieder zurück angesichts

der hohen Summen, die insgesamt

eingingen, um sie für andere

Zwecke zu verwenden. Kultusminister

Franck Riester zufolge belaufen

sich die Spenden derzeit auf 850 Millionen

Euro, wobei zwischen bereits

überwiesenem Geld und Versprechen

zu unterscheiden sei. Die Regeln

zum Bewahren von Kulturerbe

und zum Umweltschutz würden

beim Wiederaufbau nicht umgangen,

versicherte er zudem:„Wir bringen

nicht Schnelligkeit mit Überstürzung

durcheinander.“

Tatsächlich plant die Regierung

ein umstrittenes Gesetz, das dem

Staat das Aussetzen verschiedener

vorgeschriebener Untersuchungen

ermöglicht, um die Arbeiten zu beschleunigen.

Präsident Emmanuel

Macron hatte unmittelbar nach dem

Brand verkündet, Notre-Dame

Money,Money,Money

AFP/PHILIPPE LOPEZ

werdeinnerhalb vonnur fünf Jahren

„noch schöner als zuvor“ wieder aufgebaut.

Er stehe zudieser Entscheidung,

wiederholte er nun, auch

wenn diese nicht auf einer detaillierten

Analyse basierte.Die Architektin

und Sprecherin des mit der Aufgabe

betrauten Teams, Charlotte Hubert,

ließ nun durchscheinen, dass die

Frist vonfünfJahren das Balkenwerk

betreffe,nicht aber den Spitzturm.

Noch wirdstabilisiert

Derzeit kümmern sich die Spezialisten

noch um die Absicherung und

Stabilisierung des Monuments, das

durch die Flammen starkbeschädigt

wurde und inzwischen einen provisorischen

Regenschutz erhalten hat.

An einen Beginn der Wiederaufbauarbeiten

ist noch nicht zu denken.

Auch wirdweiterhin gestritten, ob der

Spitzturm identisch wieder herzustellen

oder ob, wie von Macron gewünscht,

ein „modernes Element“

hinzuzufügen sei. Die Öffentlichkeit

plädiertfür einen authentischenWiederaufbau:

Demnach soll die Sicht

auf Notre-Dame in einigen Jahren

wieder ganz die alte sein –ebenso wie

die prachtvolle Kathedrale selbst.

Birgit Holzer wünscht sich,

dass der Wiederaufbau

bald beginnen kann.

Geld spielt eine Rolle: US-Rapper Jay-Z überschreitet als erster Rapper überhaupt die Milliarden-Schwelle

VonAnne Vorbringer

Daist sie wieder: Eine Meldung

des US-Wirtschaftsmagazins

Forbes aus der Welt der Großverdiener,die

uns vorAugen führt, wie viel

Geld wir niemals haben werden, und

bei wem stattdessen der Rubel mal

so richtig rollt. Forbes,auch bekannt

für die berühmte jährliche Auflistung

der reichsten Menschen der

Welt, hat einen neuen Schotter-Superlativ

aufgetan: Jay-Z, allseits bekannt

als Rapper und Ehemann der

auch nicht eben am Hungertuch nagenden

Sängerin Beyoncé, ist der

erste Rap-Milliardär der Geschichte.

In Zahlen ausgedrückt heißt das,

dass das Vermögen des amerikanischen

Musikers mit dem bürgerlichen

Namen Shawn Carter inzwischen

die Schwelle von einer Milliarde

Dollar (890 Millionen Euro)

überschritten hat. Ein Jeff Bezos mit

seinen 110 Milliarden mag darüber

nur müde schmunzeln, aber in der

Welt der Sprechsänger galt die Milliarden-Schallmauer

lange als nicht

überwindbar. Solag das Vermögen

von Dr. Dre im vergangenen Jahr

„nur“ bei etwa 770 Millionen Dollar.

Sean „Diddy“ Combs, ein weiterer

Gigant des Genres, sieht das Magazin

aktuell bei 825 Millionen Dollar.

Führ mich zum Schotter! Jay-Z kennt den

Wegzum ganz großen Geld. AP/KATHY WILLENS

Natürlich sind es nicht nur Plattenverkäufe,die

zu solchen Summen

führen. DieGroßen der Branche sind

längst Unternehmer. Jay-Z herrscht

über ein weit verzweigtes Geschäftsimperium.

Der 49-Jährige, der in

Brooklyn aufwuchs und früher Drogendealer

war, hält Anteile im Spirituosengeschäft,

am Fahrdienstanbieter

Uber und bei einem Streamingdienst.

Zusammen mit Beyoncé ist er

zudem im Besitz von Immobilien im

Gesamtwertvon 50 Millionen Dollar.

Kein Wunder, dass auch Investment-

Legende Warren Buffett den Rapper

schon lobend erwähnte: als „einen

Typen, vondem manlernenkann“.

Lebenslange Haft für

Hells-Angels-Rocker

Im Prozess um einen Mord im Leipziger

Rockermilieu sind alle vier Angeklagten

am Dienstag zu lebenslangen

Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Dievier Mitglieder des inzwischen

aufgelösten Leipziger

Chapters der Hells Angels wurden

wegen gemeinschaftlichen Mordes,

versuchten Mordes und gefährlicher

Körperverletzung in zwei Fällen verurteilt.

Laut Urteil hat der Jüngste

der zwischen 33 und 47 Jahren alten

MännernimSommer 2016 in der Eisenbahnstraße

ein Mitglied des rivalisierenden

Rockerclubs United Tribuns

erschossen. Zwei weitereMänner

wurden verletzt. (dpa)

Mädchen verliertBein und

Finger bei Hai-Attacke

EinHai hat vorder Küste des US-Bundesstaates

NorthCarolina eine Schülerin

beim Schwimmen angegriffen

und schwer verletzt. Die17-Jährige

habe ihr linkes Bein und mehrereFinger

verloren, meldeten US-Medien

am Montag (Ortszeit). IhrLeben habe

sie dem heldenhaften Einsatz ihres

Vaters zu verdanken. Derausgebildete

Sanitäter sei insWasser gesprungen

und habe den Haimit mehreren

kräftigen Schlägen auf die Schnauze

in die Flucht getrieben. Miteinem

Hubschrauber sei das Mädchen dann

in eine Klinik gebracht und notoperiertworden.

(dpa)

Müllkippe in Neu Delhi bald

so hoch wie das TajMahal

Hier wächst der Müll himmelwärts: die

Müllkippe von Ghazipur. AFP/PRAKASH SINGH

Sieumfasst die Fläche von40Fußballfeldernund

wächst jedes Jahr

um zehn Meter:Die Müllkippe von

Ghazipur in Indiens Hauptstadt Neu

Delhi könnte bereits im Jahr 2020 das

73 Meter hohe Wahrzeichen TajMahal

im nahe gelegenen Agraeingeholt

haben. Nach Angaben des zuständigen

Beamten Arun Kumar ist

die Müllkippe am östlichen Stadtrand

vonNeu Delhi schon jetzt 65

Meter hoch. Laut Vereinten Nationen

ist NeuDelhi die am meisten

verschmutzte Hauptstadt weltweit.

Umweltaktivisten und Mediziner

warnen vorden verheerenden gesundheitlichen

Folgen des riesigen

Müllbergs und seiner Emissionen

für die örtliche Bevölkerung. (AFP)

Polizist tauscht Crystal

Meth gegen Salz aus

In Myanmar hat ein Polizist 64 Kilogramm

beschlagnahmtes Crystal

Meth gegen Salz ausgetauscht und

ist mit den echten Drogen, die einen

Straßenverkaufswertvon umgerechnet

mehr als 740 000 Euro haben, getürmt.

Wiedie Polizei des südostasiatischen

Landes am Dienstag mitteilte,fiel

der Tausch bei einer Inventur

beschlagnahmter Drogenpakete

in einer Polizeiwache im Bundesstaat

Shan auf. 64 voninsgesamt 103

Drogenpaketen seien gefälscht gewesen,

sagte der stellvertretende Polizeichef

des BezirksKengtung,

Myint Swe. DerPolizist wurde am

Sonntag festgenommen. (AFP)