SANA_Lebensretter

lronline.de

Lebensretter

BEILAGE IN IHRER TAGESZEITUNG

AM 8. JUNI 2019

Sana-Herzzentrum

Cottbus

Herzerhaltend

Herzerfrischend

Herzerkundend

Mit Überwachungsmonitoren

im Gepäck fliegt Dr. Claude

Lukusa in den Kongo.

Präzise Schnitte, die das

Leben verändern – die Herzchirurgie

im Porträt.

Vorhofflimmern mit Kälte

heilen: Kardiologe Andreas

Terne im Hybrid-Saal.

Seite 3 Seiten 4 und 5 Seite 7


2 HERZERFRISCHEND LEBENSRETTER

hochleistungsmedizin mit gesicht und herz bei familiärer atmosphäre

em guten Ruf des

auses verpflichtet

as Sana-Herzzentrum Cottbus genießt einen

ervorragenden Ruf – sowohl, was die medizinichen

Leistungen angeht, als auch bei Umfragen

ur Patientenzufriedenheit.

chon der Blick auf das Internetportal „Weiße Liste“,

as unabhängig und transparent Ärzte und Krankenäuser

in ganz Deutschland vergleicht und bewertet,

estätigt die hohe Anerkennung der Cottbuser Speialklinik.

Mit einer Weiterempfehlungsrate von 95

rozent liegt das Herzzentrum sowohl im Vergleich

it allen deutschen Herzzentren als auch innerhalb

er Sana Kliniken weit über dem bundesweiten

urchschnitt von 81 Prozent und belegt stets einen

pitzenplatz. Geschäftsführer Sadık Taştan und

flegedirektorin Manuela Lehmann erklären, wie es

u diesem Ergebnis kommt.

Das Sana-Herzzentrum Cottbus ist eine

leistungsstarke, auf modernstem Niveau

funktionierende Einrichtung, in der pro

Jahr mehr als 4.000 Patienten stationär

und ambulant behandelt werden. Seit der

Gründung im Jahr 1995 wurden mehr als

30.000 Operationen am offenen Herzen

realisiert. Damit gehört die Klinik zu den

leistungsstärksten Herzzentren in den

neuen Bundesländern.

Als hoch spezialisierte Klinik mit dem

Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen

erfüllen wir im Land Brandenburg unseren

Versorgungsauftrag. Unser Anspruch ist es,

medizinisch-pflegerische Leistungsfähigkeit

auf modernstem Niveau mit wirtschaftlicher

Betriebsführung zu vereinen. Die Grundlage

für die tägliche Arbeit am Patienten auf

einem aktuellen Stand der Wissenschaft ist

die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung

unserer Mitarbeiter. Medizinern bieten

wir die Ausbildung zum Facharzt in den

Disziplinen Herzchirurgie, Kardiologie und

Anästhesiologie an.

Wir leben Krankenhaus!

as bedeutet Ihnen das sehr gute Abschneiden

eim Ranking der besten Kliniken?

adık Taştan: Durch diese Bewertung fühlen wir uns

n unserer Arbeit bestätigt. Unser Team lebt unsere

rundwerte. Der Patient steht im Mittelpunkt. Für uner

tägliches Engagement bekommen wir regelmäßig

ersönliche positive Rückmeldungen und darauf sind

ir besonders stolz.

ie erklären Sie sich die Patientenzufriedenheit?

anuela Lehmann: Wir machen nicht nur gute

edizin, sondern uns allen ist bewusst, dass sich die

atienten während des Aufenthaltes in einer Klinik

n einem persönlichen Ausnahmezustand befinden.

ementsprechend emphatisch reagieren wir und

eigen ihnen, dass wir für sie da sind. Mitunter wirkt

ier schon ein freundliches Lächeln beruhigend.

ie bleibt das Team immer auf dem aktuellen Stand?

anuela Lehmann: Wir bieten interne und externe

eiterbildungen für viele Bereiche an. Die sind nicht

ur fachspezifisch, sondern auch interdisziplinär

ngelegt. Es ist uns wichtig, unseren Mitarbeitern so

ft es geht die Chance zu geben, über den Tellerrand

u blicken und neue Ansätze aufzugreifen. Eine gute

öglichkeit bietet hier neben dem klinikinternen Ausausch

auch die Hospitation in anderen Kliniken.

adık Taştan: Nicht nur wir gehen auf die Mitarbeiter

u, sondern auch sie kommen mit eigenen Interessen

nd Vorschlägen, um sich fortzubilden oder zu qualifiieren.

Diesen Wünschen werden wir gern gerecht, da

s sowohl die Entwicklung des Einzelnen stärkt, als

uch die Arbeit unseres Hauses besser macht.

Woher bezieht das Team seine Motivation?

Sadık Taştan: Wir haben einen guten Tarifvertrag,

Prämien und zahlreiche Sonderleistungen wie das

Gesundheitsticket oder den Ferienlagerzuschuss.

Das trägt dazu bei, die tolle Leistung unserer Mitarbeiter

zu honorieren. Daneben ermöglichen die

flachen Hierarchien in unserer Klinik einen Dialog

auf Augenhöhe, der die Arbeit aller Fachbereiche

anerkennt.

Manuela Lehmann: Wir arbeiten gemeinsam, und

wir haben gemeinsam Spaß, sei es beim Drachenbootrennen

oder bei der Kinderweihnachtsfeier. Das

verbindet und stärkt auch den beruflichen Zusammenhalt

im Team.

Welche Herausforderungen gilt es mittelfristig im

Herzzentrum zu meistern?

Sadık Taştan: Zu den größten Herausforderungen

gehören für alle Kliniken die gesundheitspolitischen

Rahmenbedingungen. Dazu zählt zum Beispiel ein

immer größer werdender bürokratischer Aufwand,

der einen großen Anteil der Zeit in Anspruch nimmt.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der ebenfalls alle betrifft,

ist die Fachkräftesicherung.

Manuela Lehmann: Bisher konnten jährlich drei

Azubis in der Pflege ihre Ausbildung beginnen. Mit

diesem Jahr verdoppeln wir diese Zahl. Hierzu ist es

uns gelungen, neben der Medizinischen Schule Cottbus,

mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule

des Klinikums Dahme-Spreewald in Lübben einen

weiteren Ausbildungspartner zu finden.

Welche Investitionen sind in diesem oder im

nächsten Jahr geplant bzw. angeschoben worden?

Manuela Lehmann: Die größte Investition, wenn man

das so bezeichnen möchte, betrifft die Fachkräftesicherung.

Wir haben unser Pflegeteam aufgestockt

und zehn neue Pflegekräfte eingestellt. Des Weiteren

steht in den kommenden Jahren für uns vor allem

die Investition in die Aus- und Weiterbildung unserer

Mitarbeiter im Fokus.

Sadık Taştan: Daneben wird natürlich kontinuierlich

in neue Technik investiert. Aktuell laufen die Vorbereitungen

für die Einführung eines digitalen Systems

zur Patientendatenerfassung, das alle Daten bündelt.

Doppeldokumentationen können so zukünftig weitgehend

vermieden werden. Das schafft Freiraum für

Ärzte und Pflegekräfte und somit mehr Zeit für die

Patientenbetreuung.

Warum fühlen sich Patienten gut aufgehoben?

Manuela Lehmann: Wir sind ein Haus mit Gesicht

und Herz bei familiärer Atmosphäre. Diesen Anspruch

haben wir. Die erreichten Ergebnisse der

regelmäßigen Patientenbefragungen bestätigen

uns darin und sind doch gleichzeitig kontinuierlicher

Ansporn.

Sadık Taştan: Bei uns bekommen sie Hochleistungsmedizin

bei individueller Betreuung. Unsere

Patienten haben feste Ansprechpartner und erhalten

kurzfristig einen Behandlungstermin. Der gute Ruf

unseres Hauses ist eine Verantwortung,

der wir uns bewusst sind und der wir mit

hohem Einsatz täglich gerecht werden

wollen.

Das Herzschlag ABC aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus

Ablation

Bypass

Clip

Dekompensation

Bei dieser Behandlung werden mittels

Mit einem Bypass ist medizinisch die Um-

Dieses millimetergroße Implantat wird

Wenn die Funktion des Herzens nicht

Herzkatheter bestimmte Herzrhyth-

gehung von Blutgefäßen gemeint, deren

auch als MitraClip bezeichnet. Mittels Ka-

mehr im Gleichgewicht ist, das Herz es

musstörungen unterbunden, in dem das

Funktion eingeschränkt ist. Die Verbin-

theter wird an der defekten Mitralklappe

nicht mehr schafft, die Schwäche selbst

Gewebe, das die fehlerhaften Herzimpulse

dung wird künstlich hergestellt, um die

ein Clip angebracht, der wie eine Klammer

auszugleichen und Ödeme oder Luftnot

weiterleitet, verödet und somit ausge-

Sauerstoffversorgung des Herzens zu

die Klappensegel an der geschädigten

auftreten, ist von dekompensierter Herz-

schaltet wird.

verbessern.

Stelle zusammenhält.

insuffizienz die Rede.


HERZERFRISCHEND LEBENSRETTER 3

VERBESSERUNG DER TECHNISCHEN INFRASTRUKTUR BEI DER AUSBILDUNG VON MEDIZINABSOLVENTEN

Sana-Herzzentrum Cottbus in der Demokratischen Republik Kongo

Gutes tun – in der Cottbuser Spezialklinik und in der eigenen Heimat

Dr. Claude Lukusa, seit 2010 am Cottbuser Herzzentrum, ist davon überzeugt,

dass er in seinem Heimatland und auch hier in Deutschland viel

Gutes erfahren hat. Jetzt möchte er in Zukunft in seinem Heimatland von

seinem Fachwissen und seinen Erfahrungen etwas zurückgeben.

Menschen zu helfen empfindet Dr. Claude Tshibangu

Lukusa als Lebensaufgabe. Der Facharzt ist ein

Spezialist auf dem Gebiet der Inneren Medizin und

der Kardiologie. Mit seiner Arbeit im Herzkatheterlabor

hilft er Patienten, deren Herzkranzgefäße

und Herzklappen erkrankt sind, an Entzündungen

am Herzmuskel oder unter Herzrhythmusstörungen

leiden. Neben der medizinischen Kompetenz

kommt es dem Kardiologen auch darauf an, beruhigend

auf die Patienten einzuwirken.

Bei seinen Besuchen in der

DR Kongo gibt

Dr. Claude Lukusa auch

sein fachliches KnowHow

weiter. Während seines

Aufenthaltes hält er als

Privatdozent Vorlesungen,

der Antrag auf eine

Professur läuft bereits. Dem

Cottbuser Herzzentrum

bleibt er trotzdem erhalten,

denn dank der fortschreitenden

Digitalisierung kann

er seine Studenten via

Internet betreuen und mit

ihnen so gemeinsam die

anstehenden Prüfungen im

Juni vorbereiten.

roenterologie (Erkrankungen des Verdauungstraktes).

Im Jahr 2002 war Dr. Claude Lukusa Gastarzt auf der

Neonatologie am Charité Campus in Berlin Buch, danach

bis 2008 Arzt in Weiterbildung im Fachgebiet

Innere Medizin in Finsterwalde, Leipzig und Blankenhain.

2009 absolvierte er seine Facharztprüfung in der

Inneren Medizin. Seit April 2010 gehört er zum Team

des Cottbuser Herzzentrums, erst als Assistenzarzt

in der Kardiologie, seit 2016 als Facharzt für Innere

Medizin und Kardiologie, seit April 2019 als Oberarzt.

Damit ist das Lernen für ihn aber nicht abgeschlossen.

„Das faszinierende an dem Beruf ist, dass ständig

neue Erkenntnisse in unsere Arbeit einfließen,

Methoden und Technologien sich weiterentwickeln.“

Aktuell vertieft der Kardiologe seine Fähigkeiten in der

interventionellen Kardiologie, speziell dem Einsetzen

von Stents in Koronararterien. Die Stents, das sind

gitterförmige Röhrengeflechte, dienen dazu, verengte

Blutgefäße aufzudehnen, um einen ungehinderten

Blutfluss zu ermöglichen und damit gefährdete

Patienten vor Gefäßverschluss und im schlimmsten

Fall vor einem Herzinfarkt zu schützen. „Wir verfügen

hier über eine hochtechnologische digitalisierte moderne

Medizin. Das

Herzzentrum ist unglaublich

fortschrittlich,

was Technik

und Behandlungsmethoden

betrifft.

Dementsprechend

groß ist unsere

Möglichkeit, zu

helfen“. Diesen

Wunsch empfindet

er auch den Men-

„Ihnen die Angst zu nehmen und zu erklären, warum

diese Untersuchung nötig ist und welche Behandlungsmethode

wir für die geeignete halten, ist ebenfalls

eine wichtige Aufgabe“, sagt Oberarzt Dr. Claude

Lukusa. „Ich möchte Menschen helfen und es ist ein

großes Glück, dass wir das in unserem Beruf täglich

anbieten können.“

Geboren in der Demokratischen Republik Kongo, abgekürzt

DR Kongo, hat er 1989 dort das Medizinstudium

begonnen. 1996 erhielt er im russischen Sankt

Petersburg sein Diplom als Arzt der Humanmedizin

und spezialisierte sich dort auf die Pädiatrische Gastschen

seines Heimatlandes gegenüber. Ein Mal im

Jahr zieht es ihn deshalb für mehrere Wochen in die

DR Kongo, in diesem Jahr nahm er im März seinen

Sohn mit auf die Reise. Neben dem Geburtsort besuchte

Claude Lukusa die Université Officielle de

Mbuji-Mayi (UM). Der gleichnamige Ort Mbuji-Mayi

ist die Hauptstadt der Provinz Kasai-Oriental und

liegt rund 1.800 km von Kinshasa, Hauptstadt der DR

Kongo, entfernt. „Dort herrschen ganz andere Bedingungen.

Ein Herzkatheterlabor oder ähnliches gibt es

nicht. Dabei nehmen die Herzerkrankungen, auch wegen

des modernen Essens, immer weiter zu.“ Deshalb

kommen die beiden Überwachungsmonitore, die der

Oberarzt als Spende vom Herzzentrum erhalten hat

und mitnehmen konnte, einem Schatz gleich. Übergeben

hat er sie den Medizinstudenten der Universität

in Mbuji-Mayi. Mit diesem technischen Geschenk kam

der Kardiologe sogar ins Landesfernsehen, das über

Die medizinische Versorgung in der DR Kongo ist alles andere als

optimal. Da kamen die beiden Überwachungsmonitore, bereitgestellt vom

Sana-Herzzentrum Cottbus und von Dr. Claude Lukusa im März dem Rektor

Prof. Dr. Mpoyi Alexis der Université Officielle de Mbuji-Mayi für die

Ausbildung zukünftiger Mediziner übergeben, gerade recht. Weitere

Spenden, wie zum Beispiel eine Herzkatheteranlage, sind gemeinsam mit

der Unterstützung des Klinikums Dahme-Spreewald geplant.

seine Zukunftspläne berichtete. „Unser Traum ist es,

dort in einigen Jahren ein Medizinisches Zentrum zu

eröffnen, zu dem auch ein Herzkatheterlabor gehört“,

berichtet er von seiner Vision. „Bei diesem Vorhaben

werde ich nicht nur von der Klinikleitung unseres

Herzzentrums, sondern auch vom Geschäftsführer

Michael Kabiersch vom Klinikum Dahme-Spreewald

unterstützt. Das bedeutet mir sehr viel, und ich bin für

diese Unterstützung sehr dankbar. Es hilft den Menschen

dort, sich selbst zu helfen und das ist unglaublich

wichtig.“ Der neue Botschafter der DR Kongo in

Berlin hat ebenfalls seine Unterstützung zugesagt.

Das Herzschlag ABC aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus

Elektrophysiologische Untersuchung

Funktion

Gefäßverkalkung

Herzinsuffizienz

Die EPU des Herzens ist eine Rechts-

Die Funktion des Herzens, das rund 300

Sie wird auch als Arteriosklerose bezeich-

Diese Erkrankung zählt zu den häufigsten

katheter-Untersuchung, bei der unter

Gramm wiegt, ist der Motor des Blutkreis-

net und ist eine chronische Erkrankung

Todesursachen in Deutschland. Herz-

Röntgenkontrolle Elektrokatheter meist

laufs. Das Herz ist die Verbindung zwi-

der Arterien. Sie entsteht durch Ablage-

insuffizienz ist die krankhaft verminderte

über die Leistenvene entlang des Reizleit-

schen Lungen- und Körperkreislauf, es

rungen aus Fett und Kalk. Das Blut kann

Pumpfunktion des Herzens, die eine un-

systems der Herzens platziert werden.

pumpt Blut durch den Körper und versorgt

nicht mehr ungehindert fließen, es droht

zureichende Versorgung des Körpers mit

die Organe mit Sauerstoff.

ein Gefäßverschluss, also ein Infarkt.

Blut und Sauerstoff zur Folge haben kann.


4 HERZERHALTEND LEBENSRETTER HERZERHALTEND LEBENSRETTER 5

EIN HÖCHSTMASS AN MEDIZINISCHER KOMPETENZ UND FACHKOMPETENTE PFLEGE FÜR UNSERE PATIENTEN SIND IM HERZZENTRUM EINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT

Herzmedizin in allen Lebenslagen

Für eine bestmögliche Patientenversorgung täglich das Herz im Blick

Ob chronische Herzkrankheit, herzmedizinischer

Notfall oder angeborener Herzdefekt – Herzchirurgen

können gemeinsam mit Kardiologen

immer wirksamer helfen, mit innovativen Behandlungsmethoden

und viel Erfahrung.

Die Steuerung der Pumpfunktion des gesunden,

aber auch des kranken Herzens unterliegt faszinierenden

Gesetzmäßigkeiten. Die Herzchirurgie hat in

den vergangenen 130 Jahren gelernt, die Abläufe in

dem wichtigsten Muskel des menschlichen Körpers

zu verstehen und gezielt zu behandeln. Spektakuläre

Pionierleistungen und rasante technische Entwicklungen

haben das Spezialgebiet Herzchirurgie revolutioniert.

Am 9. September 1896 gelang dem Frankfurter

Chirurgen Ludwig Rehn erstmalig die erfolgreiche

Versorgung einer Herzstichverletzung. Damit wurde

eine Entwicklungsphase eingeleitet, die 1953 zu der

ersten „offenen“ Herzoperation mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine

führte. Noch vor 20 Jahren war ein

kathetergestützer Herzklappenersatz eine Zukunftsvision.

Heute ist er alltäglich.

Den Patienten steht eine individualisierte und maßgeschneiderte

Therapie zur Verfügung. „Obwohl

sich die Herzchirurgie gewandelt hat, auch weil bestimmte,

früher herzchirurgische Eingriffe mittlerweile

kathetergestützt von den Kardiologen übernommen

werden, erfährt sie in unserem Haus einen enormen

Zulauf. Übrigens entgegen dem bundesweiten

Trend“, sagt Dr. Sören Just, Leitender Oberarzt der

Herzchirurgie. Und er kann dieses Phänomen auch

erklären: „Die Qualität unserer interdisziplinären Zusammenarbeit

hat sich herumgesprochen. Die Mehrzahl

der Eingriffe, auch die im modernen Hybrid-Saal,

werden gemeinsam im ‘Herz-Team‘ besprochen und

entschieden. Dadurch wird die enge Kooperation der

Fachdisziplinen, die wir von je her pflegen, noch weiter

perfektioniert.“

Noch einen weiteren Grund für den Erfolg sieht der

Ärztliche Direktor und Chefarzt der Herzchirurgie,

Prof. Dr. Dirk Fritzsche: „Vereinfacht gesagt, leben wir

im Herzzentrum das Prinzip Autowerkstatt. Der Patient

erwartet einen persönlichen Empfang, eine Diagnose

und Lösungsvorschläge für eine Reparatur.

Nach der gelungenen Reparatur natürlich eine persönliche

Übergabe durch den Operateur in einem

Abschlussgespräch unter vier Augen mit der Beantwortung

der Fragen: Was war kaputt? Was wurde gemacht?

Und genau das setzen wir in unserem Klinikbetrieb

so um. Ich denke, dass das uns erheblich von

anderen Mitbewerbern in der Krankenhauslandschaft

unterscheidet.“

Gerade wenn eine Herzerkrankung festgestellt wird,

die untersucht und behandelt werden muss, empfiehlt

es sich immer eine Spezialklinik aufzusuchen. „In unserem

Haus ist alles auf das Herz ausgerichtet, vom

Pflegepersonal über die Therapeuten bis hin zu den

Medizinern und zur angewendeten Technik. Das klingt

völlig normal, ist aber nicht überall selbstverständlich.

Doch davon profitieren unsere Patienten und das

spüren sie“, ist sich Dr Sören Just sicher und fügt an:

„Wir leben täglich die Idee des ‘Herz-Teams‘.“ Diese

Expertenrunde besteht

mindestens aus einem

Herzchirurgen, einem

Kardiologen und einem

Kardioanästhesisten.

Die Spezialisten arbeiten

bei allen Schritten

eng zusammen. Sie

treffen nach genauer

Kontrolle die Entscheidungen

und führen die

Eingriffe gemeinsam

durch. „Dadurch sind

wir auf alle Eventualitäten

vorbereitet. Selbst

wenn während der Behandlung

festgestellt

wird, dass die Therapie

nicht minimalinvasiv

mittels Katheter durch-

Hoch konzentriert arbeitet das Team um Dr. Sören Just (2.v.l.), bei der Herzoperation. Chefarzt Anästhesie, Dr. Andreas

Smechowski (hinten), achtet auf die Stabilität der Vitalfunktionen. Mit im OP-Saal: Chirurgie-Assistentin Candy Blobel

(r.) sowie OP-Pflegekraft Anne Tietze (l.).

Immer mit dem Herzen dabei, bei jeder Operation und beim Fototermin morgens um 7.30 Uhr zwischen der Visite auf der Intensivstation und der Frühbesprechung zu den Eingriffen des Tages die Herzchirurgen (v.l.n.r.) Prof. Dr. Dirk

Fritzsche, Tomasz Stankowski, Dr. Sören Just, Dr. Horst Manus, Dr. Anja Mühle, MUDr. Igor Penicka, Takayuki Gyoten und Elena Filenberg.

geführt werden kann, sondern doch chirurgisch vorgenommen

werden muss, können wir sofort reagieren.

Das gibt uns und den Patienten eine große Sicherheit“,

erklärt der Herzspezialist.

Wenn beispielsweise Stents nicht mehr ausreichen,

um einen ungehinderten Blutfluss im Körper zu ermöglichen

und Verstopfungen oder Herzinfarkte zu

verhindern, dann bleibt nur noch die Herzchirurgie, um

das Leben und die Lebensqualität des Betroffenen zu

„Herzmedizin ist nicht gleich Herzmedizin.

Jede Krankheit hat fast ihre eigene Disziplin.

Eines aber gilt für alle: Im entscheidenden

Augenblick muss das Richtige getan werden.“

Dr. Sören Just

Leitender Oberarzt Herzchirurgie

erhalten. Auch im Nachhinein wird jeder Eingriff ausgewertet.

Diese engmaschige Qualitätskontrolle dient

nicht nur der Sicherheit der Patienten, sondern gibt

dem Team auch die Möglichkeit, seine Leistungen zu

überprüfen. „Die Vorgehensweise hat sich bewährt, wie

die Ergebnisse der Patientenzufriedenheit zeigen. Immerhin

liegt die Note bei der Gesamtzufriedenheit unserer

Patienten bei 1,3“, so Dr. Sören Just. „Das liegt

nicht nur an der medizinischen Qualität,

sondern dieser Erfolg ist zu großen Teilen

unserem dem Patienten sehr zugewandten

Pflegepersonal zu verdanken.“

Exzellente Voraussetzungen für eine Oberärztin

Spitzenleistung durch Teamarbeit – Herzchirurgin Dr. Anja Mühle im Porträt

Immer auf das Wohl der Patienten fokussiert, ein

freundlicher Umgang, professionelle Arbeitsweise,

flache Hierarchien, Vertrauen in die Leistungen

des Einzelnen und des Teams, so umschreibt

Dr. Anja Mühle die Atmosphäre im Sana-Herzzentrum

Cottbus. Seit September 2018 gehört die

38-jährige Herzchirurgin zur Cottbuser Spezialklinik.

Ihr Wunscharbeitsplatz, verrät die Oberärztin.

„Der hervorragende Ruf des Hauses geht weit über

Südbrandenburg hinaus, nicht nur für die Patienten,

sondern auch für Mediziner. Das betrifft zum einen

die kollegiale Zusammenarbeit, bei der jede Meinung

zählt, die des Assistenzarztes ebenso wie die

der OP-Schwester, des Anästhesisten oder des Chefarztes.

Alle wissen, dass der Patient im Mittelpunkt

steht. Daneben spielt die fachliche Kompetenz des

Hauses eine entscheidende Rolle. Ruhig, sicher und

hochprofessionell werden hier Spitzenleistungen auf

dem Gebiet der Herzmedizin vollbracht, die nicht nur

für die Region, sondern deutschlandweit und darüber

hinaus Bedeutung haben, etwa bei der TAVI (Transkatheter-Aortenklappen-Implantation).

Das ist beeindruckend,

was Cottbus hier leistet.“ Bei

ihrer Einschätzung kann die gebürtige

Leipzigerin auf viele Erfahrungen im In-

und Ausland zurückblicken. So hat sie ein Stipendium

am Cedar-Sinai Heart Institute in Los Angeles erhalten

und dort interventionelle Techniken für Aortenklappenerkrankungen

entwickelt und sich Spezialwissen

auf dem Fachgebiet der Aortenchirurgie angeeignet.

Zum ersten Mal die Herzchirurgie kennen gelernt, hat

Anja Mühle am Herzzentrum Leipzig in einem Krankenpflegepraktikum.

Die Begeisterung für dieses

Fach war geweckt und so studierte sie

ab 2000 an der Berliner Charité Medizin.

2006 erhielt die heutige Oberärztin

die Approbation und arbeitete bis 2016

am Herzzentrum Leipzig. Neben der

chirurgischen Ausbildung, mit dem Fokus

auf die minimal-invasive Herzchirurgie,

engagierte sie sich im Transplantation/

Kunstherz-Team und war Stationsärztin

der Intensivstation und später der

Herzinsuffizienzstation. Bereits 2014

bestand Anja Mühle ihre Facharztprüfung

und forschte dann bis 2015 am

Cedars-Sinai Medical Center in Los

Angeles an neuen Methoden zur Therapie

von Aorten- und Aortenklappenerkrankungen.

Ab 2016 arbeitete sie

als Oberärztin mit dem Schwerpunkt für

minimal-invasive Herzklappenchirurgie und als stellvertretende

Leiterin des ECMO-Teams am Klinikum

Kassel. „Ich habe mich seit meiner Jugend für Medizin

interessiert“, erzählt die Oberärztin. „Als Sportlerin

wollte ich wissen, wie der menschliche Körper

funktioniert, welche Prozesse in ihm ablaufen. Damit

bekam das Herz für mich immer mehr Bedeutung.“

Dass Anja Mühle nun in Cottbus angekommen ist, freut

sie in vielerlei Hinsicht. „Als ich hier zum Gespräch eingeladen

wurde, habe ich die vielen Pokale bewundert,

die das Sana-Team bei Sportwettkämpfen gewonnen

hat. Ich würde gern dazu beitragen, dass noch einige

Pokale hinzukommen.“ Beispielsweise durch die Teilnahme

am Drachenbootrennen. Als frühere Kanutin

freut sie sich auf diesen Mannschaftssport besonders.

„Natürlich steht der Spaß im Vordergrund, aber es kann

nicht schaden, Engagement zu zeigen.“

Begeisterung für das, was man tut, und einen gesunden

Ehrgeiz findet sie auch im Beruf wichtig. „Natürlich

möchte ich operieren, deshalb bin ich Herzchirurgin

geworden. In unserem Haus fördern die Vorgesetzten

die individuellen Fähigkeiten eines Jeden und achten

darauf, dass alle Ärzte gleichberechtigt eingesetzt

werden.“ Unter den insgesamt 19 Ärzten dieses Fachbereiches

ist Farzaneh Seifi Zinab eine weitere Ärztin

in der herzchirurgischen Abteilung. „Jeder wechselt

regelmäßig zwischen Stationsdienst und Operationssaal.

Wir können so unsere Patienten auch nach dem

Eingriff betreuen und die Qualität unserer Arbeit nachprüfen.

Außerdem bekommen auch die Assistenzärzte

die Möglichkeit, regelmäßig zu operieren.“

Das gemeinsame Ziel, den Patienten bestmöglich helfen

zu wollen, gibt der Arbeit den Rahmen. „Uns wird

vertraut, nicht nur von den Patienten. Auch die Chefärzte

und das Team zeigen, dass sie an unserer Seite stehen,

unsere Fähigkeiten schätzen und weiter fördern.“

Im Team „Herzraser“ startete Anja Mühle (Mitte vorn) mit weiteren neun Kollegen bei der 18.

Drachenbootregatta am 25. Mai auf der Spree. Gemeinsam belegten sie im Firmen-Cup im Wettbewerb

mit 19 weiteren Teams einen ehrenwerten 4. Platz.

Das Herzschlag ABC aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus

Das Herzschlag ABC aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus

Infarkt

Judkins-Technik

Kardiomyopathie

Linksherzbelastung

Minimalinvasive Chirurgie

NYHA

Operativer Herzklappenersatz

Pendelblut

Das ist ein Gewebsuntergang infolge einer

Sie bezeichnet eine Variante der Links-

Damit wird eine Erkrankung bezeichnet,

Diese Erkrankung kann durch einen ver-

Durch den endoskopischen minimal in-

Mit dieser Klassifikation können

Dabei wird die Herzklappe im Rahmen ei-

Aufgrund einer undichten Herzklappe

Sauerstoffunterversorgung durch unzurei-

herzkatheteruntersuchung. Über die

bei der sich die Struktur des Herzmus-

mehrten Ausflusswiderstand bzw. eine er-

vasiven Zugang in den Körper und den

Herzkrankheiten nach ihrem Schweregrad

ner Operation am offenen Herzen ersetzt.

strömt Blut immer wieder in den Vorhof

chenden Blutzufluss. Meist entsteht der In-

Oberschenkelarterie wird der Katheter

kels verändert. Die Leistungsfähigkeit

höhte Volumenbelastung (z.B. Pendelblut)

Einsatz spezieller Instrumente und Tech-

eingeteilt werden. Bei der Diagnose einer

Der Patient wird an die Herz-Lungen-Ma-

oder die Kammer zurück. Beim nächsten

farkt durch einen akuten Gefäßverschluss

bis zu den Koronararterien geführt. Der

des Muskels lässt nach, wodurch eine

verursacht werden. Eine Linksherzbelas-

niken werden nur kleinste Trauma, also

Herzinsuffizienz wird ebenfalls je nach

schine angeschlossen, die während der

Pumpvorgang müsste es noch zusätzlich

wie einen Thrombus. Bekannteste Infarkte

Katheter für die linke Koronararterie ist

Herzinsuffizienz (Erklärung siehe Herz-

tung tritt u.a. bei Aortenstenose, Arterio-

minimale Verletzungen von Haut und

Beeinträchtigung in vier verschiedene

Zeit des Eingriffs die Arbeit der lebens-

zur eigentlichen Menge weitergeleitet wer-

sind der Herzinfarkt und der Hirninfarkt.

J-förmig, der für die rechte C-förmig.

schlag-ABC Seite 3) entstehen kann.

sklerose oder Mitralinsuffizienz auf.

Weichteilen verursacht.

Klassen unterschieden.

wichtigen Organe übernimmt.

den. Es pendelt immer wieder hin und her.


6 HERZSCHLAGGEFAHR LEBENSRETTER

wirkungsvolle therapie bei mitralklappenbedingter herzmuskelschwäche

Internationale Studie bestätigt angewandte MitraClip-Methode

Einfach und effizient: Behandlung hochgradiger Mitralinsuffizienz mittels Kathetertechnik bereits seit Februar 2013 in Cottbus

MitraClip-Spezialistin Dr. Kristin Rochor, hier mit Oberarzt Dr. Volker

Herwig, führt mit einem speziellen Katheter den MitraClip über die Leistenvene

bis in den linken Vorhof des Herzens. Bei schlagendem Herzen

werden die nicht mehr komplett schließenden Herzklappensegel so

zusammengefügt, dass das Herz genügend Kraft hat, die Klappe wieder

komplett zu schließen.

Auf das Ergebnis der COAPT-Studie (Cardiovascular

Outcomes Assessment of the MitraClip

Percutaneous Therapy, deutsch: Kardiovaskuläre

Ergebnisbeurteilung der perkutanen Therapie

mit MitraClip) haben Dr. Kristin Rochor, Leitende

Oberärztin der Kardiologie am Cottbuser Herzzentrum,

und ihre Kollegen lange gewartet.

Seit einigen Monaten ist es offiziell – die im

Sana-Herzzentrum Cottbus und weltweit in Spezialkliniken

angewandte MitraClip-Methode steigert die

Lebensqualität von Patienten mit fortgeschrittener

Herzschwäche und Mitralinsuffizienz. Sie verringert

die Zahl der Krankenhausaufenthalte, verbessert die

Alltagsbelastbarkeit der Betroffenen und erhöht sogar

deren Lebenserwartung.

„Das ist eine tolle Nachricht, denn sie bestätigt uns

darin, richtig entschieden zu haben. Wir haben es bei

unseren Patienten erlebt, wie wirksam diese Methode

Bei einer hochgradigen

Mitralklappeninsuffizienz ist

die Mitralklappenchirurgie

das Therapieverfahren der

Wahl. Doch für Patienten

mit vorgeschädigtem

Herzen, zum Beispiel mit

schweren Begleiterkrankungen

oder Herzvoroperationen,

wie beim

78-jährigen Udo Hoffmann

aus Senftenberg, ist die

MitraClip-Methode eine

risikoarme

Behandlungsalternative.

Atemnot und Wasseransammlungen in der Lunge lindern

kann.“, sagt Dr. Kristin Rochor. Seit 2013 wird

die minimalinvasive Mitralklappenreparatur mit dem

Katheter im Herzzentrum angewandt. „Für Patienten

mit schwer vorgeschädigtem Herzen oder schweren

Begleiterkrankungen, Herzvoroperationen oder hochbetagten

Patienten, die wegen einer hochgradigen

Mitralklappeninsuffizienz operiert werden müssten, ist

die minimalinvasive Clipimplantation ohne Eröffnung

des Herzens und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine

eine risikoarme Behandlungsalternative.“

Beim minimalinvasiven Clipping werden die Segel

der Mitralklappe im Zentrum ihrer Undichtigkeit mit

Clips aneinandergeheftet und verleihen der Klappe

mehr Stabilität. Weltweit wurde in den vergangenen

zehn Jahren bei mehr als 70.000 Patienten

das MitraClip-Verfahren eingesetzt. Die erfahrenen

Cottbuser Spezialisten haben auf diese Weise bisher

350 Patienten behandelt. Auch deutschlandweit zählt

die Lausitzer Fachklinik,

die u. a. ein zertifiziertes

MitraClip-Zentrum ist, zu

den Spitzenhäusern. „In

den vergangenen Jahren

haben sich die Technik und

damit unsere Möglichkeiten

weiter entwickelt. Die Katheter

sind bedienerfreundlicher

und präziser geworden,

es gibt inzwischen

zwei Clipgrößen zur Auswahl“,

so Kristin Rochor.

Während die Pumpleis-

tung des Herzens bei einem gesunden Menschen bei

55 bis 70 Prozent liegt, ist sie bei Patienten mit einer

schweren Herzinsuffizienz auf 35 Prozent oder weniger

abgesunken. Häufig entwickelt sich parallel eine

undichte Mitralklappe, da die Segel praktisch zu klein

werden für das zunehmend vergrößerte Herz. Nun

fließt mit jedem Herzschlag ein Teil des Blutes aus

der linken Herzkammer in die falsche Richtung wieder

zurück Richtung Lunge. Das führt zur Überwässerung

und die Betroffenen leiden unter Luftnot. „Die gute

Nachricht ist jedoch, dass vielen von ihnen geholfen

werden kann. Sie müssen sich mit dieser Situation

nicht abfinden, sondern Linderung ist möglich.“

Jeder Eingriff wird im interdisziplinären Herzteam,

das aus Kardiologen, Herzchirurgen und Kardioanästhesisten

besteht, genau durchgesprochen. Die

Clipimplantation erfolgt unter Verwendung eines Spezialkatheters

über die rechte Leistenvene. Wenn nach

einer Passage des Vorkammerseptums der steuerbare

Katheter in der linken Herzvorkammer angekommen

ist, wird der geöffnete Clip dank modernster

dreidimensionaler echokardiografischer Bildgebung

am schlagenden Herzen unter den Mitralsegeln positioniert.

Bei korrekter Auflage beider Segel wird er

geschlossen, wodurch beide Segel aneinandergeheftet

werden, und bei gutem Ergebnis freigesetzt.

Bei sehr ausgedehnter Klappenundichtigkeit ist die

Implantation auch mehrerer Clips möglich. Gerade

mal knapp 45 Minuten dauert die unmittelbare Prozedur.

Präzise Millimeterarbeit – für die Spezialisten im

Herzzentrum ist das der Alltag. „Zukünftig wollen wir

auch insuffiziente Trikuspidalklappen mittels Clip und

anderen interventionellen Verfahren behandeln“,

berichtet Dr. Kristin Rochor.

ERSTE COAPT-STUDIENERGEBNISSE

Die Transkathetertherapie kann bei den betroffenen Patienten das

Leben und die Lebensqualität verlängern, davon ist das Team um

Oberärztin Dr. Kristin Rochor überzeugt und fühlt sich dank der

COAPT-Studie bestätigt. Diese beruht auf der Beobachtung von

614 Patienten mit schwerer Mitralinsuffizienz infolge einer Pumpschwäche,

die in den USA und Kanada behandelt wurden. Eine

Hälfte bekam ausschließlich Medikamente, die anderen erhielten

zusätzlich ein MitraClipping. Das Durchschnittsalter der Patienten

betrug 72,2 Jahre, 64 Prozent waren männlich. Die zusätzlich mit

MitraClip behandelten Patienten hatten nach zwei Jahren eine

um 38 Prozent höhere Lebenserwartung als die rein medikamentös

behandelten. Die Daten belegen, dass nach der

Therapie wieder alltägliche Dinge möglich werden, die

für gesunde Menschen selbstverständlich sind: normal

atmen, schlafen, sich bewegen.

Das Herzschlag ABC aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus

Qigong

Rechtsventrikulär

Sinusknoten

Trikuspidalklappe

Diese Kombination aus Atem-, Medita-

Der Ausdruck bedeutet: die rechte Herz-

Der „Taktgeber“ des Herzens ist eine

Die Trikuspidalklappe ist eine der vier

tions- und Bewegungsübungen zählt zur

kammer betreffend und bezieht sich auf

Anhäufung spezialisierter Zellen, die

Herzklappen. Sie befindet sich zwischen

chinesischen Medizin und wird dort seit

den rechten Ventrikel, linksventrikulär

regelmäßig einen elektrischen Impuls

dem rechten Vorhof und dem rechten

Jahrtausenden zur Aktivierung der Lebens-

meint die linke Herzkammer. Bei einer

über das Herz schicken. Der wird zum

Ventrikel. Die Segelklappe setzt sich

energie eingesetzt. Das Herz-Qigong trai-

Rechtsherzhypertrophie ist das Muskelge-

Herzmuskel geleitet und veranlasst diesen

aus drei (lateinisch tri) Segeln (lateinisch

niert sanft das „Herz-Kreislauf-System“.

webe im rechten Ventrikel vergrößert.

zur Kontraktion (Zusammenziehung).

cuspis ‚Zipfel oder Spitze‘) zusammen.


HERZERKUNDEND LEBENSRETTER 7

mehr als 100.000 mal pro tag schlägt das herz, jahr für jahr, ein leben lang

Eisige Kälte bringt stolperndes Herz zurück in den Takt

Vorhofflimmern heilen durch eine Kryoablation mit gezielter Verödung der Lungenvene

Wenn das Herz flimmert, statt regelmäßig und kräftig zu schlagen, besteht immer Gefahr für den Betroffenen. So auch für den 67-jährigen Friedberg

Asmus aus Großräschen, der seit 2014 an Vorhofflimmern leidet. Vor vier Wochen hat ihm im Sana-Herzzentrum Cottbus Oberarzt Andreas Terne mit

einer Kryoablation geholfen.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an

Herzrhythmusstörungen zu erkranken. Zu den

häufigsten zählt das Vorhofflimmern. Fehlerhafte

elektrische Impulse lassen das Herz stolpern,

rasen oder schmerzen, die Betroffenen bekommen

schlechter Luft und merken, dass ihre Leistungsfähigkeit

erheblich nachlässt.

Wenn das Herz aus dem Takt gerät, geht das für die

Patienten in vielen Fällen mit einer erheblichen Einbuße

an Lebensqualität einher. Daneben steigt durch

das Vorhofflimmern das Risiko, einen Schlaganfall zu

erleiden. Davon betroffen sind aber nicht nur ältere

Menschen mit Vorerkrankungen. Die Spezialisten

vom Sana-Herzzentrum Cottbus bieten mit der Elektrophysiologischen

Untersuchungen, kurz EPU, das

komplette Spektrum der modernen, minimalinvasiven

Behandlung von Herzrhythmusstörungen an.

„Wir behandeln auch jüngere Patienten mit Herzrhythmusstörungen“,

sagt Andreas Terne, Oberarzt der

Kardiologie, und Experte auf dem Gebiet der Elektrophysiologischen

Untersuchung sowie Fachmann

für invasiv-kardiologische Eingriffe und Ablationsverfahren.

„Die EPU ermöglicht uns, die betroffenen

Stellen präzise zu orten und die Ursachen der

Herzrhythmusstörung ausfindig zu machen“, so

der Kardiologe. Der Mediziner ist seit 2009

am Cottbuser Herzzentrum tätig und führt seit 2012

diese speziellen Untersuchungen durch, mehrere

hundertmal im Jahr. Bei dieser Methode werden minimalinvasiv,

also nur über eine kleine Punktion, dünne

Elektrokatheter über die Leistenvene eingeführt und

bis ins Herz geleitet. Sichtbar an Monitoren können

die Profis genau erkennen, ob und wo es Störungen

gibt und diese in vielen Fällen direkt behandeln. Möglich

macht das die Katheterablation, die seit Jahren

im Herzzentrum angewandt wird. „Bisher haben wir

die Übertragung der störenden Impulse mithilfe

von Wärmeenergie unterbrochen, in dem wir das

reizleitende Gewebe abladiert, also verödet haben.“

Mitunter gibt die Lungenvene Extraschläge

ab, die wiederum Auslöser für das Vorhofflimmern

sind. „Deshalb isolieren wir die Lungenvenen

elektrisch. Das so entstehende Narbengewebe

bildet eine Art Schutzlinie, die verhindert, dass der

Aussetzer von der Lungenvene in den Herzvorhof

übertragen wird.“ erklärt Andreas Terne.

Seit vergangenem Herbst wenden Andreas Terne

und sein Kollege Dr. Boris Keweloh die innovative

Behandlungsmethode der Kryoablation (Verödung

durch Kälte - kryo ist altgriechisch für Frost oder

Eis) an. Mehr als 80 Eingriffe dieser Art haben die

beiden Spezialisten seitdem durchgeführt. „Bei der

Kryoablation arbeiten wir mit einem Kälteballon.

Dabei wird der Kryoballonkatheter in den linken Vorhof

eingeführt und von dort aus über die Lungenvene

gestülpt. Dann kühlen wir ihn mittels Gas innerhalb

von drei bis vier Minuten auf bis zu minus 60 Grad

runter. Über das Monitoring kann ich genau verfolgen,

wie das Gewebe verödet und die Lungenvene

von einer Linie umschlossen wird. Diese unterbricht

die Weiterleitung der fehlerhaften elektrischen Impulse

und vermindert die Bereitschaft zum Auftreten von

Vorhofflimmern.“

Mit einem Durchmesser von 2,8 Zentimetern ist der

Kryoballon kaum größer als eine Wallnuss. Die Erfahrung

des Spezialistenteams um Oberarzt Andreas

Terne und Dr. Boris Keweloh sowie der Einsatz modernster

Technik bei diesem Eingriff ermöglichen es,

dass die Patienten innerhalb kurzer Zeit einen Großteil

ihrer Lebensqualität zurückerhalten. „Der Zeitfaktor

ist ein entscheidender Vorteil bei der Kryoablation,

denn die Behandlung aller vier Lungenvenen dauert

in der Regel kaum mehr als eine Stunde. Bei der Radioablation

ist es gut eine Stunde mehr.“

Der Eingriff geschieht unter einer normalen Schlafnarkose

und ist für die Betroffenen nicht spürbar – weder

wenn mit Hitze, noch wenn mit Kälte gearbeitet

wird. Schon am nächsten Tag kann der Patient das

Herzzentrum in dem meisten Fällen wieder verlassen.

„Die EPU ermöglicht es uns, alle Arten von Herzrhythmusstörungen

zu erkennen. Mit unserer Technik kommen

wir in jede Herzhöhle, sehen dank der hochauflösenden

Bilder, wo das Problem liegt und können es

häufig gleich behandeln“, betont Andreas Terne. „Für

die Patienten ist das eine enorme Erleichterung, da

sie ihnen einen langen Leidensweg erspart und ihre

Lebensqualität zurückgibt.“

Vorhofflimmern mit Kälte heilen: Oberarzt Andreas Terne bei der Kryoablation, bei

dem der Kryoballon während des Eingriffes aufgeblasen und mit Kühlmittel gefüllt

wird. Neben den grafischen Darstellungen der Herzfunktionen hat Andreas Terne das

Röntgenbild vom Katheter in Echtzeit auf dem Monitor.

Das Herzschlag ABC aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus

Thrombus

Ultraschall

Vorhofflimmern

Wassereinlagerungen

Das Blutgerinnsel wird medizinisch als

Der Ultraschall des Herzens wird Echo-

Diese Herzrhythmusstörung zählt zu den

Die so genannten Ödeme können ein Hin-

Thrombus bezeichnet, was so viel bedeu-

kardiografie genannt und gehört zu den

häufigsten Erkrankungen und kann unbe-

weis auf verschiedene Erkrankungen sein,

tet wie „Klumpen“. Wenn ein Blutgefäß

wichtigsten Untersuchungsmethoden. Sie

handelt zu einem Schlaganfall führen. Das

beispielsweise auch auf eine Herzmuskel-

verstopft, kann das Blutgerinnsel in einem

macht Herzmuskel, -höhlen, -klappen und

Herz schlägt unregelmäßig, stolpert oder

schwäche. Das Herz pumpt nur unzurei-

Gefäß oder im Herzen zu einem Schlag-

-beutel, die Pumpbewegungen und die

rast. Ursachen können Schilddrüsen- und

chend Sauerstoff, das Blut staut sich und

anfall oder einem Herzinfarkt führen.

Blutströmungsrichtung sichtbar.

Herzkranzgefäßerkrankungen sein.

die Flüssigkeit lagert sich im Gewebe ab.


8 HERZSCHÜTZEND LEBENSRETTER

UMFASSENDES HYGIENEMANAGENT SCHÜTZT PATIENTEN UND PERSONAL VOR INFEKTIONEN

Händedesinfektion: Kleiner Handgriff mit großer Wirkung

Keine Chance den Krankheitserregern und Krankenhauskeimen

Ein Händedruck kann sehr viel mehr sein als

ein Ritual zur Begrüßung oder Verabschiedung

– ein Übertragungsweg für Keime, Bakterien, Erkältungs-

und Grippeviren zum Beispiel. Selbst

wenn die Vorstellung unangenehm ist, dass jeder

Handschlag immer auch eine Portion Krankheitserreger

beinhalten kann, so sind Berührungen im

normalen Alltag meistens ungefährlich.

Anders sieht es dagegen in Arztpraxen oder Kliniken

aus. Denn hier werden Menschen betreut, deren Immunsystem

durch Erkrankungen, Entzündungen oder

auch operative Eingriffe ohnehin geschwächt ist. In

Deutschland treten pro Jahr etwa 500.000 Krankenhausinfektionen

auf. Durch mangelnde Hygiene steigt

das Risiko der Erregerübertragung stark an, da Keime

leichter verschleppt werden können. Vor allem Patienten

mit geschwächter Immunabwehr oder offenen

Wunden sind stark gefährdet. Darum ist es wichtig,

und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verlän-

auch im hektischen Alltag auf den Stationen oder im gern“, sagt Oberarzt Dr. Horst Manus, Herzchirurg

Operationssaal, stets auf sorgfältige Händedesinfektion

zu achten.

haushygiene. „Es ist wichtig, die Mitarbeiter immer

und mitverantwortlich für den Fachbereich Kranken-

Deshalb wird im Sana-Herzzentrum Cottbus ein umfassendes

Hygienemanagement praktiziert, um Pationsroutine

hinzuweisen“, ergänzt Hygienefachkraft

wieder auf den Stellenwert der täglichen Desinfektienten

und Personal vor Infektionen zu schützen. „Infektionen

bedeuten fast immer zusätzliches Leid für für die richtige Händehygiene, sondern auch für das

Katja Rähder, im Cottbuser Herzzentrum nicht nur

die Patienten, sie können die Genesung verzögern Wundmanagement mitverantwortlich.

In einem Hygieneplan ist die Händedesinfektion

genau festgelegt und geregelt,

IMPRESSUM

auf den Stationen und in den Patientenzimmern

befinden sich Desinfektionsmittelspender

in ausreichender Anzahl und für

die Mitarbeiter werden regelmäßig Fortbildungen

und Schulungen angeboten.

Doch auch Angehörige und

Besucher sollten darauf achten,

ihre Hände zu desinfizieren,

Herausgeber:

wenn sie ein Krankenhaus betreten.

Schon beim Öffnen der Tür bleiben

Sana-Herzzentrum Cottbus

Leipziger Straße 50 | 03048 Cottbus

Tel: 0355 . 480 0 | Fax: 0355 . 480 1001

Keime hängen, an der Hand und an der Türklinke.

Untersuchungen haben ergeben, dass

www.hz-cottbus.de | shc-info@sana.de

bei einem Handschlag mehr Bakterien übertragen

Geschäftsführung:

Sadık Taştan

werden, als bei einem Kuss. Denn die Hände sind

Redaktion:

ständig in Kontakt mit Gegenständen, die nicht keimfrei

sind: der Einkaufswagen, das Treppengeländer,

Irene Göbel | Daniela Kühn

Fotos / Illustrationen:

die Klingel, das Lenkrad, die PC-Tastatur, der Stuhl

shutterstock.com Natali_Mis (Titelbild) | Irene Göbel | usw. Bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Erkrankungen

werden über die Hände übertragen. Deshalb

Michael Helbig | Daniela Kühn

Layout / Satz:

Benjamin Seidemann, BenStyle

hängen auch für die Patienten und Besucher überall

Druck / Verteilung:

im Herzzentrum Spender mit Hände-Desinfektionsmitteln.

„Für den Hausgebrauch reicht das Händewa-

LR Medienverlag und Druckerei GmbH

Straße der Jugend 54 | 03050 Cottbus

schen mit Wasser und Seife, bei dem einige Keime

Das Herzschlag ABC aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus

Hygienefachkraft Katja

Rähder und Dr. Horst

Manus, Herzchirurg

und Hygienebeauftragter

Arzt, sind im

Sana-Herzzentrum

Cottbus für die Umsetzung

und Einhaltung

der Hygiene-Verordnungen

mit verantwortlich.

abgespült werden“, sagt Dr. Horst Manus. „Im Krankenhaus

aber gelten andere Maßgaben. Nur bei der

Handhygiene mit Händedesinfektionsmitteln werden

die Keime abgetötet. Das ist zwingend notwendig, um

die Übertragung multiresistenter Erreger zu verhindern.“

Mit der Hygiene beschäftigen sich permanent alle

medizinischen Einrichtungen. Dazu hat das Land

Brandenburg bereits 2012 eine Landeshygieneverordnung

erlassen, die neben der Erfassung

von Krankenhausinfektionen zwingend

den Einsatz von Hygienefachpersonal

vorschreibt. Die in dieser Verordnung

genannten Kriterien zur Infektionsprävention

und der Durchführung

der damit verbundenen notwendigen

hygienischen Maßnahmen

sind am Sana-Herzzentrum Cottbus

längst Standard. „Wir haben in unserem

Haus derzeit sieben Hygienebeauftragte

in der Pflege“, so

Schwester Katja Rähder. Sie ist sich

sicher, die Zeit zum Händedesinfizieren

sollten sich nicht nur die Mitarbeiter,

sondern auch die Besucher, die täglich ihre Angehörigen

im Herzzentrum besuchen, nehmen.

Alljährlich beteiligt sich die Spezialklinik an der

„Aktion Saubere Hände“. Sie klärt über die

Ansteckungsgefahren auf und informiert über die richtige

Händedesinfektion. Diese nimmt gerade mal eine

halbe Minute in Anspruch. So lassen sich in Sekundenschnelle

die Hände desinfizieren und die

Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern

minimieren – zum Schutz aller.

Xanthelasmen

Yoga

Zentralvenöser Katheter (ZVK)

Bezeichnen gelbliche Ablagerungen an

Diese Lehre aus Indien beinhaltet eine

Der ZVK wird auch Zentralvenenkathe-

den Augenrändern, die fettartige Substanzen

wie Cholesterin beinhalten und auf

eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hinweisen

Reihe geistiger und körperlicher Übungen

wie Konzentrations- und Atemübungen.

Sie ist für Menschen mit Herz-Kreislaufbe-

ter genannt und ist ein dünner Kunststoffschlauch,

der über eine Vene der oberen

Körperhälfte in das Venensystem einge-

Sana-Herzzentrum

Cottbus

können. Sie können im Rahmen der

schwerden geeignet und kann zum Wohl-

führt wird und vor dem rechten Vorhof des

Anamnese festgestellt werden.

befinden beitragen.

Herzens endet.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine