Berliner Kurier 08.06.2019

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LEUTE

SEITE13

BERLINER KURIER, Sonnabend, 8. Juni 2019

Phil Collins:

In the chair

tonight

Nicht am Schlagzeug, aber

mitten im Geschehen. Nach

dem ersten Schock –Phil

Collins gibt das ganze Konzert

im Drehstuhl –feiern die

Fans mit.Against all odds!

Eine Legende zerbricht nicht: Zusammen mit einer starken Band rockt der Hit-Gigant das Olympiastadion

Von

KLAUSKRONSBEIN

Wo gibt’s denn so was? Ein

Ticket und drei Bands! Natürlich

in Berlin, natürlich im

Olympiastadion. Freitagabend,

Sommernachthimmel

über der Stadt. Und Phil Collins

auf der Bühne! Leider

auf einem Stuhl sitzend. Was

soll’s? In the chair tonight!

Mit dem ironischen Titel seiner

Tour „Still not dead yet“ beweist

der 68-Jährige genau das.

Und wieso drei Bands? Als Vorgruppe

spielt kein Geringerer

als Genesis-Kollege Mike Rutherford

auf. Mike &the Mechanics

und der Hit „Silent

Running“. Der Sound lässt zwar

zu wünschen übrig, aber egal.

Über dem Stadion schwebt der

Geist der Genesis – was will

man mehr?

Dann: 20.20 Uhr, Auftritt Phil

Collins: „Good evening, Berlin!“

Zunächst leidet man mit. Nach

einer Rücken-OP ist sein rechter

Fuß gelähmt. Zudem macht

ein Nervenschaden es Collins

unmöglich, Drums zu spielen.

Während der Konzerte auf seiner

Europa-Tournee bleibt der

Hit-Gigant „against all odds“

tapfer auf der Bühne sitzen, auf

die er nur mit Gehstock kommen

konnte.

Foto: dpa

Doch wer die Karriere von

Phil Collins schon abgehakt

hatte, wurde gestern Abend eines

Besseren belehrt. der 68-

Jährige ist noch lange nicht tot.

Und was für eine Kulisse das

Olympiastadion bietet! Wenige

Sitze sind noch frei, der Innenraum

ist zum Bersten gefüllt.

Phil Collins hat eine sensationelle

Tour-Band zusammengestellt.

Vollblutmusiker, die seit

Jahren mit ihm spielen, Rhythmusgitarrist

Ronnie Caryl sogar

schon seit einem halben

Jahrhundert. Am Schlagzeug

sitzt Sohn Nicolas (18). Dessen

Solo ist mit das Spektakulärste

des Abends. Und Phil steigt mit

ein. Ein bisschen geht noch. Das

Stadion tobt.

Zum Schluss „Sussudio“ als

Vollgas-Finale. Einzige Zugabe:

„Take Me Home“. Aber viele

Fans waren da auch schon

ebenso verausgabt wie ihr Idol.

Paul Haggis

Hollywood-GlanzbeimBerlinSeriesFestival

Weltstars bekommen wir in

Berlin in Serie, Paul Haggis

ist allerdings einer

von der speziellen Sorte.

Haggis (66, „Million Dollar

Baby“) wurde mit seinem

2004 erschienenen

Anti-Rassismus-Werk

„L.A. Crash“ quasi zum

Vater aller mitfühlenden

Episodenfilme, was ihn

trotzdem nicht daran hinderte,

Foto: dpa

Paul Haggis

in der Folgezeit auch den einen

oder anderen Flop zu landen.

Kurz und gut: So einen

haben Festspiele gern

an Bord. Und auch das

diesjährige TV Series Festival

in Berlin (12. bis 16.

Juni) setzt auf die Qualitäten

des Kanadiers:

Haggis ist Mitglied der

Jury und führt eine eigene

„Masterclass“. KM

Herbert

Herrmann

wurde 78.

Foto: dpa

HerbertHerrmann

Zum78. eine Theaterpremiere

Er

sieht aus wie ein Sonny-

dabei wurde Herbert

boy,

Herrmann am Freitag

78 Jahre alt. Zum Geburtstag

schenkte sich

der Komödienstar eine

eigene Theaterpremiere.

Da

wollten, klar, etliche

Kollegen und Freunde vor-

Marijam Agi-

beischauen:

schewa etwa oder auch

Tanja Bülter, Anne-Marie

Descôtes, Andreas Elsholz,

Anita Kupsch, Otfried

Laur, Lilo Pfitzmann,

Achim Wolff und Denise

Zich. „Gefeiert“ werden

sollte erst auf der Bühne

des Schiller-Theaters („Alles

was Sie wollen“), danach

im Foyer. Theaterchef

Martin Woelffer wollte

eigens eine Geburtagstorte

herbeischaffen.

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