Berliner Zeitung 11.06.2019

BerlinerVerlagGmbH

Lange Nacht der Wissenschaften: Mit Höhentraining gegen Übergewicht – Seite 16

Versicherungen

für

E-Tretroller

Seite 6

21°/28°

Sonne und Wolken

Wetter Seite 2

Panikmache? Berlin und

der Klimanotstand

Kommentar Seite 8, Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

Tempelhofer Träume: Was

Bürgermeisterin Schöttler will

Berlin Seite 15

Dienstag,11. Juni 2019 Nr.132 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Göttertränen: Abbau von

Bernstein in der Ukraine

Seite 3

Fußball-WM

Ankunft

einer neuen

Generation

VonChristian Schwager

Der FC Bayern, natürlich. Giulia

Gwinn wechselt zum FC Bayern,

der damit ein Klischee zu bestätigen

scheint: Dass er auf dem deutschen

Fußballmarkt alle verpflichtet,

die nachhaltig beeindrucken. Giulia

Gwinns Transfer stand allerdings

schon vordemWochenende fest.Vor

dem Sieg ihrer deutschen Nationalelf

bei der WM gegen China, dem 1:0

per Vollspann in

der 66. Minute.

Ein beeindruckendes

Torwar

es dennoch und

nachhaltig nicht

nur deshalb,weil

es die Deutschen

vor einem Fehlstart

in Frank-

Giulia Gwinn,

Torschützin im Auftaktspiel

gegenChina Giulia Gwinn

reich bewahrte.

steht für die Ankunft

einer neuen Generation auf

der großen Bühne, und es ist sicher

kein Zufall, dass die 19-Jährige in

Freiburg fußballerisch sozialisiert

wurde.Beim SC, jenem Klub,der die

meisten Spielerinnen des aktuellen

deutschen WM-Kaders ausbildete.

Giulia Gwinn hat im Breisgau vor

allem eins gelernt: Vielseitigkeit. Gegen

China wechselte sie nach der

Pause von der offensiven Außenposition

in die der linken Verteidigerin.

Siegab auch dortImpulse,setzte Akzente

in vertrackter Lage, tat in ihrem

erst neunten Länderspiel das,

was die routinierten Teamkolleginnen

hätten leisten müssen. Denn sie

hat ein Talent, das im Fußball oft

mehr wert ist als ein strammer

Schuss per Vollspann. Sie ist eine

Problemlöserin. Sie entschlüsselt

scheinbar ausweglose Situationen,

verwandelt Druck in eine Idee.

Dann, wenn sie „viel auf die Socken

bekommt“, wie Giulia Gwinn es

nach dem Auftaktspiel formulierte.

Sie will aktiv sein, immer, mit und

ohne Ball. Dass sie ihr Torals Verteidigerin

erzielte, ist bezeichnend,

auch wenn sie selbst später meinte:

„Das gelingt mir kein zweites Mal.“

Da hatte sie gerade die Auszeichnung

„Spielerin des Spiels“ erhalten.

Diese Ehre war ihr schon zur Premierebei

der U17-WM 2016 und der

U20-WM 2018 zuteil geworden. Nun

gelang ihr das Kunststück, als Teenager

ein Torfür eine deutsche A-Auswahl

bei einer Weltmeisterschaft zu

erzielen. NurBirgit Prinz und Ariane

Hingst hatten das vorher geschafft.

Es gibt ein Foto vonGiulia Gwinn,

das sie schon vorihrem Torauf Instagram

gepostet hat, das aber passt,

weil es vorübereilten Superlativen zu

warnen scheint. Darauf hält sie den

Zeigefinger vorden Mund. Bleibt mal

ruhig, könnte das heißen und sich auf

Erwartungen beziehen, die in München

aufkeimen. Nicht immer haben

sie mit Fußball zu tun. EinBoulevardblatt

informierte seine Leserschaft

über Giulia Gwinn so: „Sie erfreut die

Fans auch bei Instagram mit heißen

Fotos.“ Ganz ohne Klischee funktioniert

der Wechsel zum FC Bayern

wohl doch nicht. SportSeite 18

Vermieter fordern Senat heraus

VonUlrich Paul

Haus &Grund will dem geplanten Mietendeckel zuvorkommen und

ruft zu kurzfristigen Erhöhungen auf.

Der Regierende Bürgermeister warnt vor einer Konfrontation

Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller

(SPD) warnt im Streit um

den geplanten Mietendeckel

voreiner Konfrontation.

Nachdem der Eigentümerverband

Haus &Grund die Vermieter

dazu aufgerufen hat, vor einem Beschluss

des Senats zum Mietendeckel

am 18. Juni noch schnell die

Miete anzuheben, sagte Müller am

Montag zur Berliner Zeitung: „Ich

bin sicher, dass diese Äußerung

nicht im Interesse aller Vermieter

ist.“ Genau diese Haltung führe ja

„zu der Konfrontation, die wir gerade

erleben“, so Müller. „Um gemeinsam

nach Lösungen zu suchen,

brauchen wir auch das Engagement

der Privaten“, betonte der Regierungschef.

Es gehe nur miteinander.

„Aber so wie die meisten Vermieter

verantwortungsbewusst handeln,

muss auch der Senat darauf reagieren,

dass viele Berliner mit einem

normalen Einkommen ihre Miete

kaum noch bezahlen können.“

Haus &Grund fordertdieVermieter

auf seiner Internetseite dagegen

zum Handeln auf: „Erhöhen Sie unbedingt

bis zum 17. Juni die Miete!“,

schreibt der Verband –und führt die

Tage, Stunden, Minuten und Sekunden,

die den Vermietern dafür noch

verbleiben, in einem Countdown

auf. Nach dem 17. Juni werde die

Miete in Berlin womöglich „für lange

Zeit“ nicht mehr angehoben werden

können, warnt Haus &Grund. Der

Anlass: Mit dem Mietendeckel will

der Senat die Mieten für fünf Jahre

einfrieren. Die neue Regelung soll

zwar erst Anfang 2020 in Kraft treten,

doch rechnet Haus &Grund damit,

dass die Landesregierung mit einer

Stichtagsregelung Anhebungen bereits

vomTag des Senatsbeschlusses

an untersagen könnte. „Das geht“,

sagt der Geschäftsführer des Berliner

Mietervereins, Reiner Wild. Die

letzte Möglichkeit für die Vermieter

wäredann, die Miete bis zum 17. Juni

zu erhöhen.

„Haus &Grund hält eine Mieterhöhung

für erforderlich, damit deutlich

wird, dass die Eigentümer auf

die Mieteinnahmen angewiesen

sind, um die Immobilie ordnungsgemäß

zu bewirtschaften“, sagt Carsten

Brückner, Chef von Haus &

Grund Berlin. DerTagesspiegel hatte

zuerst darüber berichtet.

Die rot-rot-grüne Koalition geht

auf Distanz zum Aufruf des Eigentümerverbands.„Mit

dem Countdown

für die letzte Mieterhöhung demaskiert

sich Haus und Grund selbst“,

sagt die Linken-Abgeordnete Gaby

Gottwald. „Ziel des Eigentümerverbandes

ist ganz offensichtlich, aus

Mietwohnungen die maximale Rendite

herauszuquetschen.“ Angesichts

des völlig überhitzten Wohnungsmarktes

den Run auf Mieterhöhung

zu organisieren, sei „völlig

unverantwortlich“. Die SPD-Abgeordnete

Iris Spranger äußert sich

ähnlich. Haus & Grund offenbare

sich als „Mietpreistreiber“, sagt sie.

„Die Vermieter,die bisher ordentlich

mit ihren Mieternumgegangen sind,

werden dies auch in Zukunft tun –

und nicht auf Haus &Grund hören“,

so Spranger.

Die Linken-Politikerin Gottwald

kritisiert, dass in der Debatte „mit

falschen Informationen“ Panik gemacht

werde. So seien „gesetzlich

vorgeschriebene Modernisierungen

auch weiterhin“ möglich. Und eine

Umlage der Modernisierungskosten

werde erlaubt, wenn Einspareffekte

bei den Betriebskosten erzielt würden.

„Unterbunden wird lediglich

„Ich bin sicher, dass diese Äußerung nicht im

Interesse aller Vermieter ist.

Genau diese Haltung führt ja zu der

Konfrontation, die wir gerade erleben.“

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, zur Aufforderung des Verbandes

Haus &Grund, jetzt noch schnell die Mieten anzuheben

der Schindluder, der jetzt mit Modernisierungen

betrieben wird“, so

Gottwald. DieLinken-Politikerin bezeichnet

die „Kampagne“ von Haus

&Grund als „unterirdisch“. Der Eigentümerverband

wiederum findet

noch drastischere Worte an die

Adresse des Senats. Haus &Grund-

Chef Brückner verweist darauf, dass

sein Verband trotz Bedenken den

neuen Mietspiegel unterzeichnet

habe.„Wenn der Senat auf Betreiben

der Senatorin (für Stadtentwicklung,

die Red.) jetzt den Mietspiegel außer

Kraft setzt, indem Mieterhöhungen

gar nicht mehr zulässig sein sollen,

sind wir nicht nur enttäuscht vom

Verhalten der Politik, sondernfühlen

uns –pardon –verarscht“, so Brückner.Die

Zukunft des Mietspiegels sei

IMAGO IMAGES [M]

völlig ungewiss, denn in den nächsten

fünf Jahren werde dieser keine

Bedeutung mehr haben. Der Mietspiegel

gibt Auskunft über die sogenannte

ortsübliche Miete einerWohnung.

Werden Mieterhöhungen

künftig per Mietendeckel verboten,

entfällt seine Funktion als Instrument

zur Begründung von Mieterhöhungen.

Denkbar ist, dass der

Mietspiegel in den nächsten fünf

Jahren als Richtschnur für die ebenfalls

geplanten Mietobergrenzen

herangezogen wird, die parallel zum

fünfjährigen Mietenstopp eingeführt

werden sollen. Die Kombination

aus Mietenstopp und Mietobergrenzen

soll dazu führen, dass Mieten

oberhalb der Grenzen abgesenkt

werden –Mieten, die noch unter den

zulässigen Grenzen liegen, dürfen

indes nicht weiter steigen.

Der geplante Mietendeckel wäre

der gravierendste Eingriff des rotrot-grünen

Senats in den Wohnungsmarkt.

Er soll den Mieterneine

„Verschnaufpause“ von den sonst

üblichen Mietsteigerungen von bis

zu 15 Prozent in drei Jahren verschaffen.

Der Mietendeckel soll für alle

preisfreien Wohnungen in Mehrfamilienhäuserngelten.

Dassind etwa

1,4 Millionen der 1,9 Millionen Wohnungen

in der Bundeshauptstadt.

Ausgenommen sind Ein- und Zweifamilienhäuser

sowie Sozialwohnungen.

Für Neubauten, die noch

nicht vermietet wurden, soll der Deckel

ebenfalls nicht gelten. Wichtig:

DerMietendeckel soll nicht nur Mieter

in bestehenden Verträgen schützen,

sondern zugleich bei der Wiedervermietung

greifen.Werumzieht,

soll nicht mehr Miete bezahlen als

derVormieter.Ein Effekt könnte sein,

dass Mieter wieder häufiger umziehen,

wenn die bisherigeWohnung zu

Grüne nehmen

Onlinehändler

ins Visier

Vernichtung von Retouren

soll verboten werden

Online-Versandhändlern

wie

Amazon, Otto und Co. sollte

nach Ansicht der Grünen verboten

werden, von Kunden zurückgeschickte

neuwertige Waren zu vernichten.

„Wir erleben eine Perversion

der Wegwerfgesellschaft“, sagte

Fraktionschefin Katrin Göring-

Eckardt den Zeitungen der Funke-

Mediengruppe.Hier sei der Staat gefordert.

Beiden Retouren handele es

sich oftmals um neuwertige Produkte,

die voll funktionsfähig seien

und höchstens einen Kratzer hätten.

Die Politikerin schlug vor, zurückgeschickte

Produkte,die nicht mehr in

den Verkauf könnten, zu verschenken

–etwa über Sozialkaufhäuser.

Greenpeace betonte,man fordere

bereits seit der Enthüllung der „gängigen

Vernichtungspraktik“ des

Handels im Sommer 2018 ein umfassendes

Ressourcenschutzgesetz von

Bundesumweltministerin Svenja

Schulze (SPD). Dieses sollte neben

einem Verbot der Vernichtung neuwertiger

beziehungsweise voll funktionstüchtiger

Konsumgüter etwa

auch die steuerliche Förderung von

Reparaturleistungen beinhalten.

Wirtschaftswissenschaftler der

Universität Bamberghaben ermittelt,

dass die Bundesbürger bei Bestellungen

im Internet jedes sechste Paket

wieder zurückschicken. Im vergangenen

Jahr sind das demnach 280 Millionen

Pakete und 487 Millionen Artikel

gewesen. BeiKleidung und Schuhen

geht sogar fast die Hälfte der Pakete

zurück an den Absender, teilten

die Forscher im Aprilmit.

Die Retouren belasten durch zusätzliche

Transporte das Klima, die

Kosten müssen einerseits die Kunden

durch höhere Marktpreise tragen,

andererseits erzielen die Händler

geringereMargen. Nach Erkenntnis

der Forscher landen rund vier

Prozent der zurückgeschickten Artikel

im Müll. Immerhin gut 79 Prozent

werden direkt wieder als A-Ware

verkauft, 13 Prozent als B-Ware. Und

drei Prozent würden an industrielle

Verwerter verkauft oder an gemeinnützige

Organisationen gespendet.

Amazon erklärte, die überwiegende

Mehrheit der zurückgegebenen

Produkte komme erneut in den

Verkauf, gehe an Lieferanten zurück

oder werde angemeinnützige Organisationen

gespendet. (dpa)

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2* Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Tagesthema

Anfang Juni überraschte das

Bundesinnenministerium

mit dem Plan, künftig die

Online-Durchsuchung

auch gegen Journalisten einsetzen

zu wollen. Bei einer solchen Online-

Durchsuchung hacken Ermittler

sich unerkannt in Handys oder Computer

ein, um dort die Festplatte zu

durchsuchen oder Kommunikation

mitzulesen. In dieser Woche nun

wollen die Innenminister von Bund

und Ländern prüfen, wie man Sicherheitsbehörden

den Zugriff auf

Daten vonAlexa und anderen digitalen

Assistenten sowie smarten Haushaltsgeräten

ermöglichen kann.

All das klingt wie eine höhnische

Antwortauf die Kritik des Bundesdatenschutzbeauftragten

Ulrich Kelber.

Der Sozialdemokrat hatte bei

der Vorstellung seines Tätigkeitsberichtes

am 7. Mai inungewöhnlich

deutlicher Form die ungebremste

Datensammelwut deutscher Sicherheitsbehörden

attackiert. Voneinem

„atemlosen Wettbewerb um immer

neue Sicherheitsgesetze, immer

neue Befugnisse, immer höhere

Strafen“ sprach der 51-Jährige: „Wir

brauchen dringend eine Sicherheitsgesetz-Pause

in Deutschland.“

Einsolches Moratorium sollte vor

allem dazu genutzt werden, die Effektivität

der bereits gültigen Überwachungsmaßnahmen

zu prüfen.

Denn in den vergangenen vier Jahren

sind deutschen Sicherheitsbehörden

immer mehr Zugriffsrechte

auf Daten der Bürger genehmigt

worden. Ein Überblick der wichtigsten

Regelungen:

Am 16. Oktober 2015 wurde die Vorratsdatenspeicherung

beschlossen.

Demnach sollten Metadaten vonTelefonaten

und Textnachrichten zehn

Wochen lang, Standortdaten von

Handys vier Wochen lang gespeichert

werden. Eine Entscheidung

durch das Bundesverfassungsgericht

darüber steht allerdings aus.

Am 17. November 2015 erhielt das

Bundesamt für Verfassungsschutz

(BfV) deutlich mehr Kompetenzen,

Sicherheitsgesetze

Polizei und Geheimdienste

haben immer mehr

Zugriffsrechte auf Daten

der Bürger erhalten.

Jetzt reden die Innenminister über

die Nutzung von Informationen

digitaler Sprachassistenten wie

Alexa.

Geld und Personal. Der Informationsaustausch

sollte damit verbessert

und gemeinsame Datenbanken

von Bundes- und Landesämter umfangreicher

gefüllt werden – ohne

dass eine effektivere und unabhängige

Kontrolle der Daten geregelt ist.

Am 11. Mai 2016 wurden nationale

Polizeibehörden verpflichtet, an Europol

„unverzüglich“ Daten zur Terrorismusbekämpfung

zu übermitteln,

die dortineiner Datenbank zusammengeführt

werden. Eine konkrete

Information, wann welche

Daten übermittelt werden sollen

und ob bestimmte Personen- und

Berufsgruppen davon ausgenommen

sind, ist nicht bekannt.

Am 1. Juni 2016 erließ die GroKo

neun Sicherheitsgesetze. Das Anti-

Der Staat rüstet auf

Terror-Paket regelte zum Beispiel

eine Ausweispflicht für SIM-Karten

bei Prepaid-Handys und ermöglichte

dem Bundesnachrichtendienst

(BND), mehr Daten ausländischer

Bürger zu erfassen, etwa Finanzdaten

und Telefonnummern.

Außerdem erlaubte das Paket den

deutschen Geheimdiensten einen

intensiven Datenaustausch über

Terrorverdächtige mit wichtigen

ausländischen Partnerdiensten insbesondereinder

EU und der Nato.

Am 21. Oktober 2016 erweiterte die

Bundesregierung erneut die Kompetenzen

des BND. Seitdem darf der

Auslandsgeheimdienst inner- und

außerhalb der EU Datenleitungen

anzapfen und Informationen herausfiltern,

wenn dies der „Handlungsfähigkeit

Deutschlands“ dient.

VonAndreas Förster

Am 27. April 2017 wurde der Einsatz

vonTrojanern durch das Bundeskriminalamt

auf eine gesetzliche

Grundlage gestellt. Mit dem neuen

BKA-Gesetz wurde nicht nur der Einsatz

von„Staatstrojanern“ klarer geregelt,

sondernauch eine ArtPolizei-

Cloud geschaffen, in der die Inhalte

verschiedener Datenbanken der Polizei

zusammengeführtwerden.

Am 28. April 2017 trat ein Gesetz

über die Speicherung von Fluggastdaten

in Kraft. In der seit Mai2018 arbeitenden

Fluggastdatenzentralstelle

des BKA werden für jeden Flugreisenden

Passenger Name Records (PNR)

erfasst, die Informationen in knapp

20 Kategorien enthalten. Zu diesen

Kategorien gehören neben den Namen

und Flugdaten auch sensible Informationen,

etwa Geburtsdatum

ISTOCKPHOTO/ANDREY SUSLOV

und Namen von Begleitpersonen,

Vielflieger-Nummern und die zum

Ticketkauf verwandten Zahlungsmittel.

Ein nicht näher definiertes Freitextfeld

bietet Platz für Zusatzinformationen.

Die Daten, die das BKA

auch an Geheimdienste weitergeben

darf, werden fünf Jahre gespeichert.

Mithilfe von Algorithmen sollen verdächtige

Flugbewegungen ermittelt

werden. Allerdings liefert das System

laut Süddeutsche Zeitung überwiegend

Falschtreffer, die von Beamten

per Hand aussortiertwerdenmüssen.

Am 18. Mai 2017 erhielten BKA und

Landespolizeien sowie die drei deutschen

Nachrichtendienste (BND,

BfV und MAD) das Recht, biometrische

Passfotos aus einer zentralen

Datenbank automatisch abrufen

und verarbeiten zu können.

Am 22. Juni 2017 wurde den Ermittlungsbehörden

die Möglichkeit eingeräumt,

im Laufe vonStrafverfahren

verschlüsselte Kommunikation abzufangen.

Dazu dürfen Computer und

Smartphones gehackt und Überwachungssoftwareaufgespielt

werden.

Im Jahr 2018 verschärften mehrere

Bundesländer ihre Polizeigesetze.

Häufig können Landespolizeien nun

bei „drohender Gefahr“ zur Überwachungschreiten

–und zwar nichtnur

bei Terrorverdacht, sondern einer

Reihe vonDelikten. Verdächtige können

in Präventivhaft genommen werden,

Polizisten Messengerdienste

mitlesen und „erweiterte“ DNA-Analysen

durchführen, mit denen sich

„äußereMerkmale“ wie eine afrikanische

Herkunft feststellen lassen.

Am 22. März 2019 wurde ein Gesetzentwurfaus

demBundesinnenministerium

publik, der dem Verfassungsschutz

noch mehr Kompetenzen einräumen

soll. Dazu gehörtunter anderem,

dass der Einsatz von

Trojanersoftware zum Ausspionieren

von Handys und Computern künftig

auch dem Inlandsgeheimdienst erlaubt

sein soll. Zudem soll der Dienst

künftig unter Voraussetzungen auch

Kinder insVisier nehmen.

Am 30. März 2019 werden Pläne der

Bundesregierung für erweiterte Befugnisse

des BND bekannt. Der Auslandsgeheimdienst

soll künftig unter

bestimmten Voraussetzungen auch

Handys und Computer von deutschen

Staatsbürgernund Firmen ausforschen

dürfen. Beschränkt werden

soll diese Erlaubnis auf Straftaten wie

Terrorismus und Menschenhandel,

aber auch bei Bedrohung der IT-Sicherheit.

Der BND darf demnach –

anders als die Polizei –aktiv werden,

ohne dass ein konkreter Anfangsverdacht

bestehen muss.

Andreas Förster plädiert

dafür,alle Sicherheitsgesetze

zu überprüfen.

Berlins Innensenator will mit Europol gegen Clans vorgehen

Berlins Innensenator Andreas

Geisel (SPD) hat für den Kampf

gegen kriminelle Clans einen verstärkten

Austausch zwischen den

Bundesländern sowie eine abgestimmte

Strategie auf Bundesebene

gefordert. Auch Europol müsse mit

einbezogen werden, um auch auf

europäischer Ebene vernetzt zu sein

mit den Staaten, die vondiesem Kriminalitätsphänomen

betroffen

seien, teilte Geisel im Vorfeld der Innenministerkonferenz

mit. Dort

steht in dieser Woche das Thema

Clans auf der Tagesordnung.

Geisel betonte: „Wir müssen uns

national und international stärker

mit diesem Thema beschäftigen,

weil es hier nicht nur um spektakuläre

Straftaten geht, sondern auch

um den kalkulierten Bruch mit den

geltenden Regeln, der die Werte unseres

friedlichen Zusammenlebens

infrage stellt.“ Das habe Auswirkungen

auf das Sicherheitsempfinden

der Bürger. „Hier stehen wir alle in

der Verantwortung.“ Geisel verwies

auf den Berliner 5-Punkte-Plan zur

Bekämpfung der Clankriminalität

und die Einrichtung einer Koordinierungsstelle

Organisierte Kriminalität.

Zentraler Baustein des Konzepts

ist die ressortübergreifende Zusammenarbeit

verschiedener Behörden:

Polizei, Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung,

Gewerbeaufsicht, Jobcenter.

Dazu kommt die konsequente

Verfolgung auch von kleineren

Regelverstößen und die Einziehung

vonVermögen.

Im Kampf gegen kriminelle Clan-

Mitglieder wollen mehrere betroffene

Bundesländer künftig zudem

Organisierte Kriminalität

Polizisten führen ein Mitglied einer Berliner Großfamilie zur Vernehmung ab.

besser zusammenarbeiten. Dabei

gehe es um Erfahrungsaustausch,

die Abstimmung von Maßnahmen

und die Einbeziehung des Bundeskriminalamtes

(BKA), erklärten die

DPA

Innenminister von NRW und Berlin

sowie die Bremer Polizei.

Nordrhein-Westfalens Innenminister

Herbert Reul (CDU) sagte der

Deutschen Presse-Agentur:„Die Aktivitäten

krimineller Clans machen

an Bundesländergrenzen nicht halt,

also dürfen es die Ermittler auch

nicht tun.“ Daher müssten sich die

Polizeibehörden „dringend besser

vernetzen“. Nötig sei zum Beispiel

ein einheitliches, bundesweites Lagebild.

„Clan-Kriminalität ist keine

Kleinkriminalität“, betonte Reul.

Einkünfte kommen dem Lagebild

zufolge aus Drogenhandel, Shisha-

Bars, Wettbüros und dem Autohandel,

aber auch aus Betrugsmaschen

etwa mit falschen Polizisten und betrügerischen

Schlüsseldiensten sowie

dem Sozialleistungsbetrug. Er

sei zuversichtlich, dass sich die Innenminister

in Kiel auf eine „dringend

erforderliche Roadmap“ auf

diesem Gebiet verständigen.

Reul hatte Mitte Maidas erste Lagebild

zur Clan-Kriminalität in NRW

vorgestellt –mit alarmierenden Ergebnissen.

Demnach verortet die

Polizei in NRW104 kriminelle Clans.

Allein in den Jahren 2016 bis 2018

sollen rund 6500 Verdächtige aus

der Szene für mehr als 14 000 Straftaten

verantwortlich gewesen sein.

Ihre Hochburg in NRW ist Essen.

Jede fünfte Straftat geht den Erkenntnissen

zufolge auf das Konto

zweier Clans.

In Bremen sagte Polizeisprecher

Nils Matthiesen: „Ein übergreifendes

und koordiniertes Vorgehen gegen

Clans wirdseitens der Polizei Bremen

befürwortet. Dies umfasst einen verbesserten

Informationsaustausch der

Polizeidienststellen und Landeskriminalämter

länderübergreifend.“ Es

gebe bereits einen engen Austausch

mit NRW, Berlin, Niedersachsen und

dem BKA. (pde./dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute gibt es Sonne und Wolken. Regenschauer oder Gewitter sind eher

die Ausnahme, und die Höchstwerte liegen bei 25bis 30 Grad. Der Wind

weht schwach bis mäßig aus Südwest. In der Nacht sorgen teils mächtige

Quellwolken für Schauer oder Gewitter. Die Tiefstwertesind bei 21bis

17 Grad anzutreffen.

Biowetter: Auf den Straßen muss

mit einer erhöhten Unfallgefahr gerechnet

werden, dadas Reaktionsvermögen

häufig zu wünschen übrig

Wittenberge

lässt. Arbeiten fallen schwer.

18°/25°

Zudem ist man oft müde.

Pollenflug: Die Belastung durch

Roggen-, Linden-, Sauerampfer-,

Spitzwegerich- und Gräserpollen ist

mäßig bis stark. Zusätzlich sind Pollen

von Brennnesseln unterwegs.

Gefühlte Temperatur: maximal 29Grad.

Wind: schwach aus Südwest.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg

19°/27°

Luckenwalde

20°/28°

BERLIN

21°/28°

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

heiter heiter heiter

20°/30° 17°/27° 17°/29°

Prenzlau

20°/26°

Cottbus

19°/30°

Frankfurt

(Oder)

21°/30°

Höhenkaltluft über dem westlichen Zentraleuropa lässt viele Schauer und Gewitter

über dem französischen Festland entstehen und lenkt kühleres Wetter bis

nach Mitteleuropa und zur Iberischen Halbinsel. Sommerlich warm mit einzelnen

teils kräftigen Gewittern bleibt es im östlichen Mitteleuropa. Sehr heiße Luft

wird von Italien bis nach Osteuropa transportiert.

Sylt

13°/18°

Hannover

14°/21°

Köln

13°/21°

Saarbrücken

12°/15°

Konstanz

14°/21°

Hamburg

14°/22°

Erfurt

15°/23°

Frankfurt/Main

14°/21°

Stuttgart

13°/19°

Rügen

18°/25°

Rostock

16°/21°

Magdeburg

18°/25°

Nürnberg

15°/25°

München

15°/21°

Dresden

21°/27°

Deutschland: Heute entladen sich

hier und da Gewitter. Mitunter gibt

es auch sonnige Momente, und die

Temperaturen klettern am Tage auf

15 bis 30Grad. Nachts sinken die

Wertedann auf 22 bis 12Grad. Der

Wind weht schwach aus südwestlichen

Richtungen. Morgen bestimmen

Schauer und lokale Gewitter

das Wetter. Dabei kommen die

Höchsttemperaturen auf 20bis

31 Grad voran, und der Wind weht

nur schwach aus westlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 14°-16°

Nordsee: 13°-16°

Mittelmeer: 18°-28°

Ost-Atlantik: 13°-17°

Mondphasen: 17.06. 25.06. 02.07. 09.07.

Sonnenaufgang: 04:43 Uhr Sonnenuntergang: 21:28 Uhr Mondaufgang: 14:11 Uhr Monduntergang: 02:20 Uhr

Lissabon

24°

Las Palmas

23°

Madrid

21°

Reykjavik

17°

Dublin

15°

London

20°

Paris

20°

Bordeaux

17°

Palma

25°

Algier

27°

Nizza

25°

Trondheim

18°

Oslo

20°

Stockholm

16°

Kopenhagen

20°

Berlin

28°

Mailand

28°

Tunis

28°

Rom

29°

Warschau

31°

Wien

31° Budapest

31°

Palermo

34°

Kiruna


Oulu

14°

Dubrovnik

28°

Athen

32°

St. Petersburg

23°

Wilna

30°

Kiew

31°

Odessa

31°

Varna

28°

Istanbul

31°

Iraklio

25°

Archangelsk

16°

Moskau

28°

Ankara

27°

Antalya

27°

Acapulco 34° heiter

Bali 33° wolkig

Bangkok 33° bewölkt

Barbados 28° wolkig

Buenos Aires 18° Schauer

Casablanca 22° heiter

Chicago 25° wolkig

Dakar 28° heiter

Dubai 44° sonnig

Hongkong 33° Gewitter

Jerusalem 32° sonnig

Johannesburg 20° sonnig

Kairo 36° sonnig

Kapstadt 18° heiter

Los Angeles 30° wolkig

Manila 35° wolkig

Miami 34° heiter

Nairobi 25° wolkig

Neu Delhi 46° wolkig

New York 26° Regen

Peking 34° sonnig

Perth 17° Schauer

Phuket 35° heiter

Rio de Janeiro 31° sonnig

San Francisco 30° sonnig

Santo Domingo 33° wolkig

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 34° bewölkt

Sydney 23° sonnig

Tokio 25° bewölkt

Toronto 22° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 3 *

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Seite 3

Auf den Strommasten über Dubrowyzja

thronen Storchennester,unten

blühen Apfelbäume, die Häuser

sind klein, manche aus Holz,

aber so gründlich geweißt, dass die Bretter

wie verputzt aussehen. Auf der Hauptstraße

überholt ein Infiniti-Geländewagen ein Pferdegespann.

UndamStadtrand stehen neue,

adriatisch wirkende Villen. „Die haben unsere

Bernstein-Millionäre gebaut“, sagt

Oleksandr Sadoroschni.

Bernstein heißt auf Ukrainisch Burschtin,

verballhornt Brennstein. Früher zündeten

die Leute in Dubrowyzja mit dem Urzeitharz

Herdflammen an, jetzt befeuert es eine

ganzeUntergrund-Branche.

Die Stadt Dubrowyzja hat 9500 Einwohner

und gilt als eine Hochburg des illegalen

Anbaus in der Nordwestukraine, die Kiewer

Presse hat das Gebiet um Dubrowyzja„Bernsteinrepublik“

getauft.Weil die Bernsteinwäscher

bewaffnet gegen die Staatsmacht rebellierthätten

wie die prorussischen Separatistenrepubliken

Donezk und Luhansk. Aber

in Wahrheit geht es hier in der Region eher

darum, wie korrupte Behörden mit ökologischem

Raubbau Profit machen.

Leichter als Wasser

Der Sand ist feucht, die Abdrücke geriffelter

Gummistiefelsohlen sind noch frisch, am

Rand eines wassergefüllten Trichters liegt

eine leere Wodkaflasche, Marke Medoff.

„Hier waren die Pumpen noch vor ein paar

Tagen.“ Oleksandr Sadoroschni sieht sich

mit leicht zusammengekniffenen Augen um.

Kahle Sandflächen zerfressen die Wälder um

Dubrowyzja, „Strand“ – so nennt Sadoroschni

sie ironisch. Der„Strand“ ist durchzogen

von metertiefen Kratern, als hätte jemand

den Forst bombardiert. Eine sterbende

Birkelehnt sich schräg an eine andere.

Mannshohe Erdwälle säumen einen grün

schimmernden Wassergraben, den ein

Schaufelbagger ausgehoben hat. Denn die

Pumpen brauchen Wasser.

Es ist der Fluch oder Segen des Bernsteins,

dass er einfach zu haben ist. An der

Ostsee wirderseit Jahrhunderten als Strandgut

gesammelt. Hier, in der Nordwestukraine,

wird er regelrecht aus der Erde gepresst.

Oleksandr Sadoroschni schätzt, dass im

Kreis Dubrowyzja etwa 100 Pumpen arbeiten,

mit je fünf bis zehn Mann Bedienung.

Die handgebauten Pumpen, von alten Mercedes-Dreilitermotoren

getrieben, sind das

Herz der Branche.„Du drückst ein Stahlrohr

in den Boden, schließt einen Feuerwehrschlauch

an, die Motorpumpe presst den

Wasserstrahl durch das Rohr in die Erde,

höhlt sie aus, vier bis fünf Meter tief.“ Und

schwemme den Bernstein, der leichter als

Wasser ist, nach oben. Dort fischten die

Männer ihn dann in kleinen Netzen heraus.

Vorausgesetzt, man hat an der richtigen

Stelle gebohrt. Oleksandr Sadoroschni

grinst. Der hochgewachsene Mann sitzt für

die nationalistische Swoboda-Partei im

Kreisrat, dortwurde er zum Vizesprecher gewählt,

der 32-Jährige wird respektiert inDubrowyzja.

Er habe 2012 und 2013 selbst an

der Pumpe malocht, sagt Sadoroschni.

„Knochenarbeit. Du stehst bis zu 14 Stunden

an der Pumpe, inHitze, Regen und Frost,

viele Männer haben ihre Gesundheit ruiniert.“

Die Ökologen des Naturschutzgebietes

Riwne wiederum klagen, schon der Lärmder

Motoren verscheuche seltene Raubvögel

und Hochwild, die Pumpen saugten das

Grundwasser in die Höhe, schnell wachsende

Pflanzen verdrängten den gelichteten

Mischwald. Allein im Naturschutzgebiet sei

der Lebensraum von über 1300 Arten bedroht.„Bernsteinwäscherei

ist schlimmer als

Krieg“, sagt der Kiewer Umweltschützer

Oleksi Wasyljuk.

Bernstein, auch Feuer- oder Brennstein

genannt, ist Nadelholzharz, vor Millionen

von Jahren gehärtet, brennbar und elektrostatisch

aufladbar, die antiken Griechen

nutzten ihn, um Staub aus Kleidernzubürsten.

Er wurde im Altertum als„Träne der Götter“

verehrt, als begehrtes Handelsgut gelangte

er noch in der Jungsteinzeit von der

Ostsee bis nach Nordafrika.

Auch nachdem seine mythische Herkunft

widerlegt war, blieb Bernstein mit seinen

schönen Farben hoch im Kurs, wird noch

heute von vielen für einen Edelstein gehalten.

Für die Wissenschaft ist Bernsteinwichtig,

weil seine schnell härtenden Tropfen

einst vorzeitliche Insekten fingen und konservierten.

70 bis 90 Prozent der globalen Bernsteinreserven

befinden sich heutzutage in der Region

Kaliningrad, die legal etwa 450 Tonnen

jährlich abbaut. Polen fördertoffiziell 20 Tonnen,

die Ukraine 10 Tonnen. 2015 erreichte

der Bernstein-Weltmarkt ein Volumen von

etwa zwei Milliarden Dollar, davon ein gutes

Viertel für Rohbernstein. 30 Prozent des Bernsteins

werden zu Schmuck verarbeitet, wobei

Illegaler Abbau von Bernstein: Kleinfloß mit Motorpumpe

an einem Stausee nahe Grizki. STEFAN SCHOLL (2)

In der Nordwestukraine wird eifrig Bernstein abgebaut –

illegal und mit fatalen Folgen für die Umwelt.

Die Sicherheitsbehörden schauen zu

die Chinesen den Markt für aus Kieseln gepressten

Bernstein beherrschen, Polen und

Litauen den für massiven Rohbernstein.

27 Prozent des Bernsteins werden für Lack

oder Parfüm eingeschmolzen, 14 Prozent

wandern inPharmazie, Maschinenbau und

Holzverarbeitung, aus 10 Prozent kocht man

Bernsteinsäure für Lebensmittelzusätze, die

in China populär sind. Allerdings fällt die

Nachfrage nach Bernstein seit Jahren, das Angebot

auf dem Weltmarkt überstieg sie 2018

um 60 Prozent.

Das „Kaliningrader Bernsteinkombinat“,

das den Abbau im russischen Baltikum monopolisiert

hat, fördert imTagebau 450 Tonnen

Rohbernstein jährlich. Gleichzeitig buddeln

mit Schaufeln bewaffnete Kaliningrader

POLEN

VonStefan Scholl, Dubrowyzja

RUMÄNIEN

Der

Bernstein-Fluch

Bernstein –einst „Träne der Götter“ genannt

WEISSRUSSLAND

UKRAINE

MOLDAWIEN

Dubrowyzja

Kiew

Dnjepr

Odessa

Oleksandr Sadoroschni, Lokalpolitiker aus Dubrowyzja, an

den Kratern, die vom Bernstein-Abbau bleiben

Krim*

Schwarzes Meer

*defacto abgespalten und

von Russland angegliedert

150 km

RUSSLAND

Donezk

BLZ/ISABELLA GALANTY

IMAGO IMAGES

illegal 50 bis 150 Tonnen aus. Und die ukrainischen

Eigenbaupumpen heben ebenso illegal

120 bis 300 Tonnen, legal fördert die

Ukraine 10 Tonnen im Jahr. Auf dem Markt

ist sehr viel schwarzerBernstein unterwegs.

Von2011 bis 2014 stieg nach einer Statistik

des litauischen Branchenkonsortiums

Le’Amber der Durchschnittskilopreis für

ukrainischen Rohbernstein von900 auf 2000

Dollar. Oleksandr Sadoroschni sagt, in Dubrowyzja

konnte man nach dem Maidan

2014 für ein Kilo 20 bis 50 Gramm schwerer

Bernstein-Kiesel mehr als 5000 Dollar bekommen.

Ganz zu schweigen von den Preisen

für massive Mehrpfundsteine. Inmanchen

Dörfern gingen Jugendliche zum

Burschtinwaschen statt in die Schule.

Damals gab es einen Bernstein-Boom in

China. Unter Neureichen war es schick geworden,

Badezimmer mit Bernstein zu fliesen.

Und2014 verlor der erzkorrupte StaatschefViktor

Janukowitsch mit der Macht auch

die Kontrolle über die ukrainischen

Schwarzmärkte. Die Branche verteilte sich

neu, in Dubrowyzja stiegen die Preise auf sagenhafte

7000 Dollar. Dreieinhalb Jahreslöhne

eines Busfahrers.

DiePreise sind wieder abgestürzt, auf unter

1000 Dollar.„DieLage hat sich beruhigt“,

sagt Anton Kruk, Chef der Abteilung für

Kommunikation bei der Gebietspolizei

Riwne.Die Zahl derAnzeigen sei starkgefallen,

vergangenes Jahr habe man inder Region

119 Motorpumpen und eine Tonne

Bernstein beschlagnahmt und 77 illegale

Bernsteinwäscher verhaftet. Trotz sinkender

Nachfrage lieferte der ukrainische Untergrund

laut Le’Amber 2018 aber noch immer

70 Prozent der Fördermenge von2014.

Die Trichter beginnen schon in den Feldern,

wenige Kilometer vom Stadtrand entfernt.

Auf noch grünen Wiesen sind frische

Erdwälle aufgehäuft. Hier bereite eine Pumpenmannschaft

ihren künftigen Claim vor,

sagt Oleksandr Sadoroschni. Und eramüsiert

sich: „Sie hätten in Riwne nicht mit der

Polizei reden sollen. Jetzt kriegen wir keine

einzige arbeitende Pumpe zu sehen.“ Dielokalen

Ordnungshüter hätten bestimmt alle

Brigaden gewarnt.

Es gibt Videos vonMassenprügeleien und

sogar Schießereien in den Wäldern. Auch

westliche Medien, etwa die Nachrichtenagentur

dpa, berichten von einer verrohten,

mit Kalaschnikows bewaffneten Bevölkerung

im „wilden Nordwesten der Ukraine“.

Von„täglichen Kämpfen“ schreibt National

Geographic.

„Unsinn“, sagt Sadoroschni, „wir hatten

hier keine Bernsteinrepublik.“ In Nachbarkreisen

gab es mehrere Morde, hier einige

Raubüberfälle. Aber mehr Opfer hätten die

Verkehrsunfälle junger Männer gefordert,

die sich zu schnelle Autos zulegten.

Die Leute seien auf die Straße gegangen,

um die Legalisierung der Bernsteinwäscherei

zuverlangen. „Sie würden lieber Steuern

zahlen als Schutzgeld.“ Aber daran seien weder

Parlamentarier noch Präsident interessiert,

weil sie alle an den Schmiergeldströmen

im Staatsapparat mitverdienten.

Eigentlich nichts Neues. „KeinFeld arbeitet

ohne ,Schutzdach‘ der Polizei, ohne Deckung

des SBU, des ukrainischen Geheimdienstes,

oder der örtlichen Behörden.“ So

beschrieb der Ex-Präsident Petro Poroschenko

das nationale Bernsteingeschäftsmodell

und kündigte an, binnen zwei Wochen

fürOrdnung zu sorgen. Daswar 2015.

Schutzgeld fürjedePumpe

Wir kurven weiter durch die Landschaft, die

Pumpen schweigen. Am zweiten Tag aber

stoßen wir an einem Stausee beim Dorf

Grizki auf ein Kleinfloß mit aufmontierter

Motorpumpe, imGelände stehen ein Lastwagen

und ein Kleinbus herum, Menschen

sind keine zu sehen. Aber am Ufer gegenüber

spritzt eine Wasserfontäne. Menschen stehen

zwischen Autos und Motorpumpe.

„Schauen Sie, denen ist der Wasserschlauch

geplatzt“, sagt Sadoroschni. Und urteilt:

„Hinfahren istzwecklos.Bis wirdrüben sind,

verschwinden die auch.“

Man hat uns bemerkt. Eine halbe Stunde

später bekommt Oleksandr Sadoroschni einen

Anruf: Andri, ein Unternehmer, der

mehrerePumpen betreibt. Er will reden. Wir

treffenuns in einem Café am Marktplatz.

„Eine Pumpebraucht Diesel füretwa100

Dollar am Tag, plus 200 Dollar Lohn für die

Bedienung, plus 250 Dollar Schutzgeld.“

Andrisieht auswie Russell Crowe, er ist Ende

30, die Ärmel seines Baumfällerhemds sind

aufgekrempelt. Das Schutzgeld, erzählt er,

kassierten kleine Banditen für die Sicherheitsorgane,

der hier den Bernstein kontrollierten.

„An ertragreichen Plätzen kostet ein

Tagnoch immer bis zu 1500 Dollar.“ Werde

jemand festgenommen oder seine Pumpe

beschlagnahmt, dann nicht, weil er Bernstein

gewaschen habe. Sondern weil erkein

Schutzgeld zahlen wollte.

Das Café ist schick, es gibt Espresso,

Smoothies.Der Inhaber habe auch Bernstein

gewaschen, erzählen die Männer. Draußen

kurven Kinder auf Rollschuhen herum, ein

friedlicher Lärm.

Andri hat eine bunt gesprenkelte Landkarte

hervorgeholt. „Diese Kartehaben noch

sowjetische Geologen erstellt“, sagt er und

lächelt froh. „Sie zeigt die Bodenschätze,

auch die Bernsteinvorkommen in unserer

Region.“ Die Karte verspricht den Pumpen

vonDubrowyzja noch viel Arbeit.

Stefan Scholl

fand noch Bernsteine vonder Größe

und Farbe kleiner Hustenbonbons.


4* Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Tausende Venezuelaner

beantragen Asyl in der EU

DieZahl der neuen Asylbewerber in

der Europäischen Union ist in den

ersten vier Monaten 2019 gestiegen.

Dazu trägt auch die Krise inVenezuela

bei. DasEU-Frühwarnsystem

weist für den Zeitraum vonJanuar bis

Ende Aprilrund 206 500 Erstanträge

auf Asyl aus,imVergleich zu rund 179

000 im gleichen Zeitraum desVorjahrs.Zuerst

hatte die Funke-Mediengruppe

darüber berichtet. DieZahl

der Asylbewerber ausVenezuela erhöhte

sich in den ersten vier Monaten

um 121 Prozent auf 14 257. (AFP)

Fast 100 Tote bei Angriff auf

Dorf in Mali

Beieinem mutmaßlich terroristischen

Angriff auf ein DorfimZentrum

Malis sind mindestens 95

Menschen getötet worden. Rund 20

Bewohner galten zunächst noch als

vermisst, wie die Regierung des

westafrikanischen Staates am Montag

mitteilte.ImZentrum des

Landes kommt es wegen ethnischer

Spannungen immer wieder zu Gewalt.

Häufig spielt dabei auch der

Kampf um die seltenen Weidegründe

und Äcker in der trockenen

Sahelzone eine Rolle. (dpa)

Austauschschüler in

Canterburyangegriffen

EinAustauschschüler aus Deutschland

ist einem Pressebericht zufolge

im Südosten Englands vonmehrerenJugendlichen

angegriffen und

schwer verletzt worden. Demnach

wurde der 17-Jährige im Zentrum

der Stadt Canterburyangegriffen.

DiePolizei gehe einem möglichen

rassistischen Hintergrund nach. Der

Junge habe anscheinend libanesische

Wurzeln. Sechs Teenager seien

festgenommen worden, aber gegen

Kaution freigekommen. (dpa)

Massenproteste in Hongkong

gegen Auslieferungsgesetz

VonTobias Peter

Auf in die Zukunft …aber

nicht auf roten Socken!“ So

plakatierte es die CDU in

den 90ern. Im Zentrum des

Plakats: eine rotes Strümpflein, an

einerWäscheleine aufgehängt. Kommen

jetzt die alten Plakate zurück –

nur mit grün eingefärbten Socken?

Die CDU-Vorsitzende Annegret

Kramp-Karrenbauer hat den Tongegenüber

den Grünen verschärft.

„Wer von einer neuen Regierung

träumt und Grün wählt, muss wissen,

dass er mit der Linkspartei aufwachen

kann“, warnte sie,nachdem

die Grünen sich entschieden haben,

in Bremen in ein rot-grün-rotes

Bündnis und nicht in eine Jamaika-

Koalition zu gehen.„Der Fall Bremen

zeigt: Im Zweifel entscheiden sich

die Grünen nicht für bürgerliche Politik,

sondern für links“, sagte

Kramp-Karrenbauer der Bild am

Sonntag.

HarteWorte

Die Entscheidung der Bremer Grünen

lieferte den Anlass für die Worte

der CDU-Chefin. Zugleich liegt der

Eindruck nahe, dass Kramp-Karrenbauer

mit ihren harten Worten auch

auf eine verschärfte Konkurrenz-Situation

mit den Grünen reagiert. Die

Grünen liegen in Umfragen zurzeit

gleichauf mit CDU und CSU –teils

sogar erstmals vor der Union. Viele

Wähler wünschen sich, dass die Grünen

einen Kanzlerkandidaten aufstellen.

Die CDU-Chefin hat derweil

miserable persönliche Werte.

Entsprechend gelassen reagierten

die Grünen auf den Vorstoß

Kramp-Karrenbauers. Die Fraktionschefin

im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt,

verwies schlicht darauf,

dass Koalitionsentscheidungen

immer Landesentscheidungen

seien. „Wir regieren in den Ländern

in vielen verschiedenen Konstellationen“,

sagte Göring-Eckardt der

Funke-Mediengruppe.

AndereGrüne strichen heraus,der

CDU-Chefin sei ihrewachsende Nervosität

mehr als nur anzumerken.

„Erst YouTuber, jetzt Umfragewerte

und die Stärke der Grünen: DieCDU-

Chefin wirkt angstgetrieben. Ihre

Führungsschwäche wirddamit umso

sichtbarer“, sagte der Kölner Bundes-

Im Kampfmodus

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer warnt die Grünen vor einem linken Bündnis

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat derzeit schlechte Umfragewerte.

TIEF DER UNION

Historisch: In der aktuellen Forsa-Umfragefür

RTL und n-tv fallen CDU und CSU

in der Wählergunst auf ein Rekordtief. Sie

erreichen nur 24 Prozent der Stimmen.

Das ist noch weniger als in der Zeit des

CDU-Spendenskandals im Jahr 2000.

Die Grünen sind demnach erneut stärkste

Kraft –mit deutlichem Vorsprung.

AFP

Sonntagsfrage Bundestagswahl

Juni 2019 „Wenn am Sonntag Bundestagswahl

wäre...“ in KlammernVeränderung zur

Bundestagswahl 2017

SPD

12 %

(–8,5)

Grüne

27 %

(+18,1)

Linke

8%(–1,2)

CDU/CSU

24 % (–8,9)

FDP

8%(–2,7)

AfD

12 % (–0,6)

Sonstige

9%(+3,8)

BLZ/HECHER; QUELLE: FORSA

tagsabgeordnete Sven Lehmann, sozialpolitischer

Sprecher der Fraktion

und vom linken Parteiflügel der Grünen,

der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland/RND).

Lehmann fügte hinzu: „Die Menschen

erwarten Lösungen für Probleme,keine

Koalitionsdebatten. Mit

alten Socken vongesternmacht man

keine Politik vonmorgen.“

Auch die SPD –Koalitionspartner

der Union im Bund und nach dem

Rücktritt von Parteichefin Andrea

Nahles selbst in der Krise –nutzte die

Gelegenheit zur Gegenattacke auf

Kramp-Karrenbauer.„Die große Koalition

ist nicht für immer in Steingemeißelt.

Konstellationen jenseits der

Union werden künftig auch wieder

möglich sein“, sagte SPD-Generalsekretär

Lars Klingbeil dem RND. Er

setzte hinzu: „Was deshalb nicht

mehr funktioniert, ist die plumpe

Angstmacherei der Union vor einer

Zusammenarbeit von SPD, Grünen

und Linken. Da fallen die Bürgerinnen

und Bürger nicht drauf rein.“

Blick zur AfD

Klingbeil pochte zugleich auf ein

eindeutiges Bekenntnis der Union

bei der Abgrenzung nach rechts:

„Was ich allerdings erwarte, ist eine

klareAbgrenzung der Union vonder

AfD“, sagte er.„In den ostdeutschen

Bundesländern gibt es immer wieder

Stimmen, die die Zusammenarbeit

ausbauen wollen“, führte Klingbeil

aus. „Dazu höre ich von Frau

Kramp-Karrenbauer nichts.“

Der stellvertretende SPD-Chef

Ralf Stegner fordert die Grünen im

Handelsblatt auf, sie müssten sich

entscheiden, „ob sie Jamaika-Koalitionen

oder soziale und progressive

Bündnisse präferieren“. Die Grünen

wiederum dürften wenig Interesse

an einem allzu klaren Bekenntnis

haben.

Denn in einem hat Kramp-Karrenbauer

recht: Die CDU-Chefin sagte,

die Grünen böten sich zurzeit„als Projektionsfläche

für vieles und viele an“.

Für die CDU-Chefin ist das ärgerlich –

für die Grünen überaus günstig.

Tobias Peter trägt manchmal

rote oder grüne Socken

–aber nie in Kombination.

Befragter im

Fall Lübcke

wieder frei

Polizei: KeineAnhaltspunkte

für Tatbeteiligung

Nach der Freilassung eines Mannes

hat die Sonderkommission

zum Fall des erschossenen Kasseler

Regierungspräsidenten am Montag

weiter ermittelt. Die mehrstündige

Vernehmung des zuvor in Gewahrsam

genommenen Mannes in der

Nacht zu Sonntag hatte keine Anhaltspunkte

für seine Tatbeteiligung

ergeben. Aus ermittlungstaktischen

Gründen machte die Polizei am

Montag aber keine Angaben zu möglichen

Fortschritten bei der Untersuchung

des gewaltsamen Todes von

Walter Lübcke (CDU).

Ein Polizeieinsatz bereits am

Sonnabendnachmittag auf zwei

Fähren zur Insel Wangerooge soll

laut Bild-Zeitung im Zusammenhang

mit dem Fall gestanden haben.

Eine Augenzeugin berichtete der

Zeitung, dass zwei Männer und eine

Frau vor dem Ablegen in Harlesiel

(Niedersachsen) weggeführtworden

seien. In einer Mitteilung der Polizei

in Wilhelmshaven hatte es am Sonnabend

geheißen, der Einsatz habe

für ein anderes Bundesland stattgefunden.

Um das laufende Verfahren

nicht zu gefährden, könnten keine

weiteren Auskünfte erteilt werden.

EinSprecher des LKA Niedersachsen

widersprach laut n-tv Gerüchten,

wonach es sich bei den Festgenommenen

um die drei gesuchten RAF-

Terroristen Ernst-Volker Staub,

Burkhard Garweg und Daniela Klette

handelt.

Die Staatsanwaltschaft Kassel

und die Soko teilten am Sonntag mit,

dass der zur Befragung in Gewahrsam

genommene Mann in den frühen

Morgenstunden wieder entlassen

worden sei. Sie riefen in ihrer

Mitteilung dazu auf, „sich nicht an

Spekulationen zu beteiligen, um

nicht den Eindruck einer Vorverur-

Maas’ Mission

Der deutsche Außenminister wirbt im Iran für den Erhalt des Atomabkommens, aber Teheran reagiert mit Skepsis

Ermittler der Polizei am TatortinWolfhagen-Istha

DPA

Mit Schlagstöcken geht die Polizei in

Hongkong gegen Demonstranten vor.

Beiden Massenprotesten in Hongkong

gegen ein geplantes Auslieferungsgesetz

ist es am Sonntag zu gewaltsamen

Auseinandersetzungen

zwischen Demonstranten und der

Polizei gekommen. Polizisten setzten

Schlagstöcke und Pfefferspray

ein, als sie gegen Demonstranten

vorgingen, die vordem Parlament

ein Nachtlager aufschlagen wollten,

wie ein Reporter der Nachrichtenagentur

AFP berichtete.Protestteilnehmer

warfen Flaschen auf die Beamten

und setzten Metallgitter gegen

die Polizisten ein. (AFP)

Britische Konservative

suchen Nachfolger für May

DieSuche nach einem Nachfolger für

die britische Premierministerin Theresa

Mayhat am Montag offiziell begonnen.

Einknappes Dutzend Politiker

der regierenden Konservativen

wollte sich um den Posten als Chef

der Partei bewerben –und damit

auch um das Amt des Premierministers.Jeder

Kandidat braucht die Unterstützung

vonmindestens acht Abgeordneten.

Es wurde erwartet, dass

dabei bereits einige der elf Interessenten

aus dem Rennen scheiden. (AFP)

AP

VonMarina Kormbaki, Teheran

Die Mimik des Mohammed

Dschawad Sarifführtindie Irre.

Breit lächelnd steht Irans Außenminister

im Pressesaal seines Ministeriums

an der Seite des deutschen Außenministers

Heiko Maas. Als er zu

den Journalisten schaut, nimmt sein

Blick einen gütigen, milden Ausdruck

an. Er passt kein bisschen zu

Sarifs harten Worten.

„Die USA haben uns einen Wirtschaftskrieg

angesagt“, sagt Sarif. Wer

solche Kriege anzettle, der könne

nicht erwarten, sicher zu sein, warnt

er.Und lächelt. Maas lächelt nicht.

Der Bundesaußenminister hat

am Montag in Teheran Station gemacht.

Das Gespräch mit Sarif markierte

den Höhepunkt von Maas’

viertägiger Reise durch den Mittleren

Osten. Am Nachmittag traf er

auch Irans Präsident Hassan Ruhani.

Es war die heikelste Reise,die der

SPD-Politiker im Amt des Außenministers

bisher unternommen hat.

Maas will das Nuklearabkommen

mit dem Iran retten. Er will einen

letzten Versuch unternehmen, um

zu verhindern, dass der Iran den Bau

vonAtomwaffen wieder aufnimmt.

Zwölf Jahre haben Amerikaner,

Deutsche, Briten, Franzosen, Russen

und Chinesen mit der Führung in Teheran

verhandelt. DerIransollte sich

zur Beschränkung und Kontrolle seiner

Urananreicherung verpflichten.

Im Gegenzug würde er wieder Anschluss

an den Welthandel erhalten

und Erdöl exportieren dürfen. 2016

trat das Abkommen in Kraft –zwei

Jahrespäter zogen sich die USA unter

Donald Trump daraus zurück. Den

Worten Trumps zufolge ist das „der

schlechteste Deal aller Zeiten“. Inzwischen

sind die US-Sanktionen

wieder voll in Kraft getreten.

DerÖlexport–Irans

wichtigste Einnahmequelle

–kommt zum Erliegen. Die

Landeswährung hat seit

Beginn 2018 mehr als 60

Prozent anWert verloren.

Um das Abkommen zu

retten, stellt Maas den Iranern

das von Deutschland,

Frankreich und Großbritannien

entwickelte Finanzinstrument

„Instex“ vor. Damit soll der Handel mit

dem Iran unter Umgehung der US-

Sanktionen wieder in Gang kommen,

zunächst beschränkt auf humanitäre

Güter. Dass allerdings die Europäer

mit „Instex“ die Verluste ausgleichen

können, die Irans Wirtschaft nun

durch die US-Sanktionen erleidet,

gilt in Berlin als illusorisch.

Sarif aber erklärt dies zur Bedingung

für den Fortbestand des Atomabkommens.

Sein Land sei bereit,

sich daran zu halten –„je nachdem,

Außenminister

HeikoMaas

wie die europäische Seite ihre Maßnahmen

trifft“. Die aber dämpft sogleich

die Erwartungen. Man werde

keine Wunder bewirken können,

sagt Maas und stellt den Iranernvage

weitere„Initiativen“ in Aussicht.

Maas’ Mittelost-Reise war von

seiner Sprecherin als „Reise in die

Krise“ angekündigt worden. Tatsächlich

war es eine Reise in die Krisen,

Plural. Die Konflikte

im Nahen und Mittleren

Osten überlappen einander

und verstärken sich.

Im Irak erfährt Maas

von der Befürchtung des

Landes, erstes Opfer des

amerikanisch-iranischen

DPA

Konflikts zu werden. Rund

5200 US-Soldaten sind

dortstationiert, US-Unternehmen

sind maßgeblich

am Wiederaufbau des Landes beteiligt.

Sie könnten zum Ziel iranischer

Angriffe werden, befürchten Washington

und Bagdad. Im Gespräch

mit Maas beschrieb Iraks Führung,

wie verwundbar das Land aktuell sei.

Die Terrororganisation Islamischer

Staat ist mitnichten besiegt. Er

kämpft im Untergrund weiter.Indieser

Situation sei der Bundeswehreinsatz

zur Unterstützung des Kampfes

gegen den IS„absolut unabdingbar“,

sagte Maas in Bagdad. Das Mandat

endet jedoch im Oktober. InMaas’

Partei, der SPD, blickt man jedoch

skeptisch auf die Verlängerung.

In Jordanien wiederum vernimmt

Maas Sorgen über den „Friedensplan“

für Israelis und Palästinenser,

den Trump bald verkünden will. In

den Vereinigten Arabischen Emiraten

ist der Ärger über Irans Einmischung

in Syrien und Jemen groß.

Das Misstrauen sei überall groß, die

Nachbarn müssten miteinander reden,

mahnt Maas in Teheran. Doch

die iranische Seite hält vom Aufruf

zum Dialog nicht viel. Sie weist alle

Verantwortung vonsich.

„Waren etwa wir diejenigen, die

Saddam HusseinWaffen geliefert, Al-

Kaida unterstützt oder im Jemen Zivilisten

bombardiert haben?“, fragt

Sarif. Auch gegen Israel fährt errhetorisch

schweres Geschütz auf. Es

wolle den Iran mit seinen Atomwaffen

zerstören. „Aber wenn ein Land

gegen uns Krieg beginnt, wirddieses

Land den Krieg nicht zu Ende führen.“

Eine lächelnd vorgetragene

Drohung mit Vernichtung, die Maas

nicht so stehen lassen kann.

„Das Existenzrecht Israels gehört

zur deutschen Staatsräson und ist

für uns völlig unverhandelbar“, sagt

er. „Und daran ändert sich ganz sicherlich

nichts,weil ich hier in Teheranstehe.“

Es ist einer der rarenMomente

während dieser Pressebegegnung,

in denen Sarifnicht lächelt.

teilung zu erwecken.“ Dies schade

den Ermittlungen.

Ein Sprecher der „Soko Liemecke“,

die im Fall Lübcke ermittelt,

machte am Montag ebenfalls keine

Angaben. DieSoko arbeite aber auch

an den Feiertagen intensiv an der

Auswertung der Spuren. Nach Angaben

eines Sprechers der Staatsanwaltschaft

wurden telefonische Hinweise,

Fotos und Videos ausgewertet.

Zuletzt waren 160 Hinweise eingegangen.

Der Fall war am

Mittwochabend in der ZDF-Sendung

„Aktenzeichen xy...ungelöst“

vorgestellt worden.

Der politische Spitzenbeamte

Lübcke leitete seit einem Jahrzehnt

das nordhessische Regierungspräsidium,

eine Behördenebene zwischen

Landesregierung und Kommunen.

Er war in der Nachtzum vorletzten

Sonntag gegen 0.30 Uhr auf

der Terrasse seines Wohnhauses in

Wolfhagen-Istha bei Kassel miteiner

Schussverletzung am Kopf entdeckt

worden. DerSchuss war den Ermittlungen

zufolge aus nächster Nähe

abgegeben worden.

DieTrauerfeier ist für den 13. Juni

in Kassel geplant. In der Martinskirche

wirdeseinen Trauergottesdienst

mit „protokollarischen Ehrenbekundungen“

geben, wie eine Sprecherin

der hessischen Landesregierung angekündigt

hatten. (dpa/BLZ)


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Probleme beimLaufen

und Sitzen.Nach5Tagen

Einnahmewurdendie

Schmerzen weniger

undsindjetztkomplett

verschwunden!“

Dank der

Tropfenform

wird der

Wirkstoff

direkt über

die Schleim-

(HeikeM.)

häute aufgenommen

und kann

so seine

schmerzlindernde Wirkung

ohne Umwege entfalten. Zudemlässt

sich Rubaxx je nach

Stärke und Verlaufsform der

Schmerzen individuell dosieren.

Rubaxx wirkt 100%

natürlich und schlägt nicht

auf den Magen. Damit sind

Rubaxx Arzneitropfen auch

ideal zur regelmäßigen Einnahme,

etwa beichronischen

Schmerzen, geeignet.

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den

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und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. •PharmaSGP GmbH,82166 Gräfelfing •Die Einnahme von Arzneimitteln überlängere Zeit solltenachärztlichem Rat erfolgen.

*Arzneitropfen beirheumatischen Schmerzen;

Absatz nach Packungen, Quelle:Insight Health,

MAT02/2019

Eingeschlafene

Füße? Häufig

kein Gefühl in

den Beinen?

Erektionsstörungen?

Damit Mann wieder kann

So können Sie Ihre

Nervengesundheit

unterstützen

Unsere Nerven sind in

erster Linie für die Signalund

Reizübertragung

zuständig. Damit diese

reibungslos abläuft, ist

eineausreichende Versorgung

mit speziellen Mikro-

Nährstoffen notwendig.

Doch gerade Diabetiker

scheiden häufig vermehrt

Vitamin B1 aus, was zu

verschiedenen Beschwerden

des Nervensystems

führen kann. Deshalb habenWissenschaftlereinen

speziellen Mikro-Nährstoffkomplex

entwickelt:

Restaxil Komplex 26. Darin

sind neben Vitamin B1

auch 25 weitere wichtige

Vitamine und Mineralstoffe

enthalten. Kupfer und

Vitamin B12 fördern z. B.

einenormale Funktion des

Nervensystems. Calcium

unterstützt zusätzlich eine

normale Reizübertragung

zwischen den Nervenzellen.

Unser Tipp: 1-mal

täglich ein Glas Restaxil

Komplex 26(Apotheke).

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Sexuelle Schwäche (z.B.

Erektionsstörungen) ist ein

weit verbreitetes Problem.

Bei den Männern über 60

ist bereits jeder Dritte betroffen.

Wir verraten Ihnen,

wie Sie Erektionsstörungen

bekämpfen können – mit

einem natürlichen Arzneimittel,

das sogar rezeptfrei

erhältlich ist (Neradin,

Apotheke).

Erektionsstörungen –

häufigein Altersproblem

Erektionsstörungen treten

häufig mit fortschreitendem

Alter auf. Viele Betroffene

haben zunächst nur gelegentlich

Probleme im Bett,

doch diese werden meist

über die Jahre stärker und

häufiger. Die meisten Männer

schrecken vor dem Griff

zu chemischen Potenzmitteln

zurück, aus Angst vor

möglichen starken Nebenoder

Wechselwirkungen.

Abbildungen Betroffenen nachempfunden,Namen geändert

Wirksame Hilfe–ganz

ohne Rezept

Wasviele nicht wissen: Es

gibt ein natürliches Arzneimittel

bei sexueller Schwäche,

das rezeptfrei in der

Apotheke erhältlich ist –

Neradin. In Neradin steckt

die Wirkkraft der Arzneipflanze

Turnera diffusa, die

aus Mittelamerika stammt.

Schon die Maya schätzten

ihre Wirkung als Aphrodisiakum,

um verlorengegangene

Manneskraft

zurückzuerlangen.LautArzneimittelbild

setztder Wirkstoff

im Urogenitalsystem

an und wird hauptsächlich

bei sexueller Schwäche, z.B.

Erektionsstörungen, angewendet.

Seitdem dieser spezielle

Wirkstoff in Neradin

auch hierzulande erhältlich

ist, vertrauen zahlreiche Betroffeneauf

seineWirkkraft.

Begeisterte

Anwender berichten

EntscheidendeVorteile

Mit Neradin ist es Forschern

gelungen, einArzneimittel

zu entwickeln, dessen

Wirkung nicht vom Einnahmezeitpunkt

abhängig

ist–anders alsbei vielen herkömmlichen,

chemischen

Präparaten. Betroffene

müssen daher nicht jedes

Mal rechtzeitig vor dem Sex

an die Einnahme denken.

Stattdessen wird Neradin

regelmäßig eingenommen.

Dadurch kann der Sex wieder

spontan und aus der

Leidenschaft des Moments

heraus entstehen. Ein weiterer

Pluspunkt: Neradin ist

gutverträglich undhat keine

bekanntenNebenwirkungen

oder Wechselwirkungen mit

anderenArzneimitteln–ein

Vorteilvor allemfür diejenigen,

die auf weitere Medikamenteangewiesensind.

„Potenz und

Durchhaltevermögen

sind

wieder gewährleistet.

Ich bin froh,

dieses Präparat gefunden

zu haben!“

(Robert L.)

„Absoluter

Volltreffer!

Seitdem ich

dieses Arzneimittel

nehme,

ist mein Liebesleben

wie ausgewechselt.“

(Rainer H.)

„Spaß wie mit

20. Empfehlung

an alle, die

unter Erektionsstörungen

leiden!“

(Gerhard T.)

Für Ihren Apotheker:

Neradin

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NERADIN. Wirkstoff: Turneradiffusa Trit.D4. HomöopathischesArzneimittel beisexueller Schwäche.www.neradin.de•ZuRisikenund Nebenwirkungen lesenSie die Packungsbeilage undfragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.•PharmaSGP GmbH,82166 Gräfelfing •Die Einnahme von

Arzneimitteln über längereZeitsolltenach ärztlichem Raterfolgen.


6* Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Signa-Gruppe schluckt

Karstadt-Kaufhof komplett

DieSigna-Holding des österreichischen

Geschäftsmanns René Benko

wirdzum alleinigen Eigentümer von

Galeria Karstadt Kaufhof. Signa teilte

am Montag mit, die restlichen Anteile

der Warenhausgruppe vomkanadischen

Einzelhandelskonzern

Hudson’s BayCompany (HBC) zu

übernehmen. Bislang war HBC mit

49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen

beteiligt. Signa

übernehme zudem sämtliche Anteile

am bisher gemeinsamen Immobilienbestand.

Dievon Benko 1999 gegründete

Signa-Gruppe gehörtmit

einem Immobilienvermögen von

mehr als 14 Milliarden Euro zu

einemder größten Immobilieninvestoren

in Europa. (dpa)

Jeder Dritte in Deutschland

nutzt Sprachassistenten

Digitale Sprachassistenten erobern

trotz mancher Datenschutzbedenken

in Deutschland den Markt. Laut

einer Studie der Postbank nutzen

bereits 32 Prozent der Menschen Assistenten

vonApple, Google und

Amazon. Im Vergleich zum Vorjahr

sei das ein Anstieg um 12 Prozentpunkte.Bei

Menschen im Alter

unter 40 Jahren spricht fast jeder

Zweite (48 Prozent) mit Siri,Google

Assistant oder Alexa. In derVerbreitung

liegt der Google Assistant mit

19 Prozent vorn,gefolgt vonApples

Siri (15 Prozent) und Amazons Alexa,

die von8Prozent der Befragten genutzt

wird. Unter den Jüngeren hat

allerdings Siri (28 Prozent) die Nase

vorn. (dpa)

Russland hält am

Superjet 100 fest

138 Maschinendes Typs SuchoiSuperjet

100 sindimEinsatz. FOTO: SERGEI ILNITSKYDPA

Ungeachtet der Flugzeugkatastrophe

voreinem Monat in Moskau mit

41 Toten will Russland an seinem

Flugzeug vomTyp Suchoi Superjet

100 festhalten. Es gebe keinen

Grund, die Produktion des Flugzeugs

zu stoppen oder das Projekt

gänzlich infrage zu stellen, sagte Vizeregierungschef

Juri Borissow. Die

Nachfrage sei unverändert. „Das

Projekt sollte fortgesetzt werden.“

EinAeroflot-Superjet war Anfang

Maibeim Landeanflug auf den Flughafen

Scheremetjewo mehrfach auf

den Boden aufgeprallt und in Flammen

aufgegangen. (dpa)

Handwerk beklagt

„ausufernde Bürokratie“

Handwerkspräsident Hans Peter

Wollseifer hat die Bundesregierung

zu deutlich größeren Anstrengungen

beim Bürokratieabbau aufgefordert.

„Viele Handwerkerinnen und

Handwerker haben die Sorge, wegen

der ausufernden Bürokratie keine

Zeit mehr für ihreKunden und die

eigentliche handwerkliche Tätigkeit

zu haben“, sagte Wollseifer.„Stetig

müssen unsereBetriebeneue Gesetze

undVorschriften umsetzen, sei es

beim Abfallrecht, im Arbeitsrecht,

bei der Vergabe öffentlicher Aufträge

oder beim Datenschutz“, sagte Wollseifer.„Angesichts

der schieren Masse

scheint sich immer häufiger das

Gefühl der Überbelastung einzustellen.

DerUnmut wächst.“ (dpa)

Da rollt was auf Sie zu

Für einenE-Tretroller muss eine Kfz-Haftpflicht abgeschlossen werden –die schützt aber nicht vor allem

Von Theresa Dräbing

Beim Thema E-Tretroller

könnten die Auffassungen

kaum unterschiedlicher

sein. Die einen sehen die

elektrisch betriebenen Roller als zusätzliches

Instrument zu einer nachhaltigenVerkehrswende,dieanderen

befürchten eine erhöhte Unfallgefahr,

wenn zwischen den anderen

Verkehrsteilnehmern ein weiteres

Gefährt mit einer Geschwindigkeit

vonbis zu 20 Kilometernpro Stunde

unterwegs ist. Dennoch: Vondiesem

Sonnabend an sollen E-Tretroller auf

Deutschlands Straßen zugelassen

sein. DieLänder haben sich auf einen

Kompromiss geeinigt, der Bürgersteig

bleibt tabu. Außerdem gelten

weitere Vorschriften wie zum Beispiel

eine Versicherungspflicht. Für

jeden E-Tretroller, auch E-Scooter

genannt, muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung

abgeschlossen werden.

Reicht meine private Haftpflichtversicherung

aus?

Nein. Weil E-Scooter gefahren

werden können, ohne eigene Kraft

aufzuwenden, braucht es dafür eine

Haftpflichtversicherung für Kraftfahrzeuge.

Und zwar eine eigene –

den Tretroller in eine bestehende

Kfz-Haftpflicht zu integrieren ist

nicht möglich, darauf weist der Gesamtverband

der Versicherungswirtschaft

(GDV)hin.

Für welche Schäden kommt eine Kfz-

Haftpflichtversicherung auf?

DieVersicherung zahlt, wenn andere

Personen oder fremde Gegenstände

durch den Roller Schaden

nehmen: wenn ein Fußgänger angefahren

und verletzt oder eine Macke

ineinAutogefahrenwurde.DieVersicherung

zahlt hingegen nicht, wenn

bei einem Sturmder Roller demoliert

worden ist oder ein Marder das Kabel

durchgebissen hat. Dafür müsste zusätzlich

eine Teilkaskoversicherung

abgeschlossen werden. Während die

Haftpflicht gesetzlich vorgeschrieben

ist, stellt die Teilkasko aber einen

freiwilligen Versicherungsschutz dar.

Ob sich dieser lohnt, komme auf

den individuellen Bedarfan, sagt PhilippOpfermannvonderVerbraucherzentrale

Nordrhein-Westfalen. „Als

Faustregel gilt: Je teurer der

E-Scooter,destosinnvolleristderTeilkaskoschutz.

Denn nur mit diesem

besteht beispielsweise auch eine Absicherung

bei Diebstahl des Rollers.“

Für unwahrscheinlichere Schäden

wie Marderbisse oder Wildunfälle sei

eine Teilkasko eher vernachlässigbar.

Einen Vollkaskoschutz für

E-Scooter bietet derzeit kein Versicherer

an. Geht also der eigene Roller

bei einem selbst verschuldeten Unfallkaputt,wirdderSchadennichtersetzt.

„Die Risiken sind noch nicht

kalkulierbar“, sagt dazu ein Sprecher

der Allianz. Der Versicherer kann

nicht abschätzen, wie häufig ein solcherVersicherungsfalleintretenwürde

und er den Schaden übernehmen

müsste.Das Gleiche gilt für Vandalismus.Das

Risiko trägt der Besitzer.

VORAUSSETZUNG FÜR DIE ZULASSUNG VON E-SCOOTERN

Betriebserlaubnis: Neben der Versicherungspflicht

braucht der E-Scooter eine allgemeine

Betriebserlaubnis oder eine Einzelbetriebserlaubnis.

Auch ist eine selbstklebende

Versicherungsplakette Pflicht. Wenn am

15. Juni die Verordnung in Kraft tritt, ist die

Plakette über den Kfz-Versicherer erhältlich.

ben wir, dass Flüchtlinge oft unterhalb

ihrer Qualifikation beschäftigt

werden“, sagt Buntenbach dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland

(RND). Dabei beobachten Wissenschaftler,

dass Flüchtlinge im Niedriglohnsektor

unter prekären Bedingungen

arbeiten. „Wir sehen teilweise

systematische Überschreitungen

des Arbeitsrechts und Missachtung

des Arbeitsschutzes“, berichtet Felix

Bluhm vom Soziologischen Forschungsinstitut

Göttingen.

Für eine noch unveröffentlichte

Studie haben Bluhm und sein Team

mehr als 100 Flüchtlinge befragt, die

Fahrzeugmerkmale: Die mögliche Geschwindigkeit

darf 20 Kilometer pro Stunde

nicht überschreiten, der E-Scooter muss über

ein Vorder-, Rück- und Bremslicht sowie eine

Lenk- und Haltestangeverfügen. Auch Klingel

sowie Vorder- und Rückbremsen sind verpflichtend.

GRAFIK: SASCHA JAECK

Zu welchen Konditionen werden die

Versicherungen angeboten?

Immer mehr Versicherer bringen

Kfz-Haftpflicht-Policen für E-Scooter

heraus, darunter die Allianz, die

Bayerische oder die HUK Coburg.

DieKosten liegen zwischen knapp 20

und fast 90 Euro im Jahr.Mit Teilkasko

kann es auch das Doppelte sein.

DiePreise richten sich aber auch danach,

wie alt der Fahrer des E-Scooters

ist –Tarife für unter 23-Jährige

sind zumeist teurer. Minderjährige

müssen außerdem die Einwilligung

ihrer Elterneinholen, um eine Versicherung

abzuschließen.

DieVersicherung muss immer für

ein Jahr abgeschlossen werden. Das

Versicherungsjahr beginnt wie bei

Mopeds im März –Kunden können

aber monatlich einsteigen, der Beitrag

reduziertsich entsprechend.

„Bei der Wahl des Versicherers

sollte vor allem auf die Versicherungssumme

geschaut werden“, rät

Opfermann. Diesolltenicht zu niedrigliegen.

Denn spätestens,wenn bei

einem Unfall auch Personen betroffen

sind, können Schäden schnell

auch in die Millionen gehen. „Hier also

ruhig in die Vollen und über die gesetzliche

Mindestanforderung hinausgehen

–Versicherungssummen

von 50 Millionen Euro oder mehr

werden angeboten und sind durchaus

zu empfehlen“, sagt Opfermann.

EinweiteresKriterium kann sein,

ob man vorhat, den Roller auch in der

ausländischen Urlaubsdestination

zunutzen. Fallsja, sollteeinVersicherungsschutz

über außereuropäische

Grenzen im Versicherungsvertrag

enthalten sein.

Muss ich auch eine Haftpflichtversicherung

abschließen, wenn ich mir

nur einen Roller leihe?

Die Versicherung abschließen

muss immer der Besitzer,also im Fall

von Sharing-Anbietern sind das die

Betreiber.Schäden, die Nutzer verursachen,

sind dann darüber versichert.

Das gilt auch, wenn zum Beispiel

Freunde und Bekannte einen

privaten Roller nutzen. Allerdings

muss das Alter des Fahrers zu dem im

Versicherungsvertrag angegebenen

passen.AnsonstenbleibtderBesitzer

im Schadensfall womöglich auf den

Kosten sitzen.

Kann ich einen bestehenden E-Scooter

anmelden und versichern?

Theoretisch ist das unter Umständen

möglich, praktisch kann es

schwierig werden. Roller, die bereits

auf dem Marktsind, erfüllen nicht alle

die gesetzlichen Vorgaben, die von

der Bundesregierung erst nach und

nach festgezurrtworden sind. „Viele

haben keine Betriebserlaubnis“, sagt

Opfermann. Um einen solchen E-

Scooter anmelden und versichernzu

können, müsste der also erst einmal

nachgerüstet werden und dann vom

TÜV abgenommen werden. DerVerbraucherschützer

rät davon ab, sich

jetzt kurz vor der Zulassung schon

einen Roller zu kaufen. „Ein vermeintliches

Schnäppchen ist dann

unter Umständen ein Reinfall.“

Vielen Flüchtlingen droht die Arbeitslosigkeit

Einfache Hilfstätigkeiten gehören im wirtschaftlichen Abschwungzuden ersten Jobs, die gestrichen werden

Von Christoph Höland

Von den Flüchtlingen in Deutschland

arbeiten 50,5 Prozent als

Fachkräfte oder Spezialisten –für die

deutscheWirtschaftAnlass,dieErfolge

bei der Integration in den Arbeitsmarkt

zu betonen. DieandereHälfte

der berufstätigen Flüchtlinge bereitet

Annelie Buntenbach vom Vorstand

des Deutschen Gewerkschaftsbunds

(DGB) Sorge.

Aus ihrer Sicht stecken viele

Flüchtlinge in einfachen Helfertätigkeiten

fest, obwohl sie eigentlich

mehr leisten könnten. „Generell erle-

unter anderem bei Reinigungsdiensten,

Schlachtbetrieben und Logistikunternehmen

arbeiten. Die Befragten

hätten von unzureichender

Schutzkleidung, vielen Überstunden

und Schmiergeld für die Vermittlung

einer Arbeitsstelle berichtet.

Dafür,dass viele Flüchtlinge trotzdem

Helferjobs annehmen, gibt es

viele Gründe: Geringqualifizierte

schildern häufig, zufrieden zu sein,

wenn sie überhaupt einen Job fänden.

Beratungsstellen berichten,

dass oft die schnelle Aufnahme einer

bezahlten Tätigkeit im Vordergrund

stehe –weil imHerkunftsland Verwandte

unterstützt oder Kosten für

die Flucht zurückgezahlt werden

müssten. Allerdings gibt es auch Fälle,bei

denen Flüchtlinge gegen ihren

Willen in Helfertätigkeiten geschoben

wurden. Manche fühlen sich von

Jobcentern zur Aufnahme einfacher

Tätigkeiten gedrängt.

Wer jetzt als einfacher Helfer

arbeitet, sei im Fall eines möglichen

Abschwungsbesonderskündigungsgefährdet.

„Ein großes Risiko ist die

Konjunktur“, sagt Buntenbach.

„Läuft es nicht so gut, gehören viele

Flüchtlinge in den Betrieben zu den

Ersten, die gehen müssen.“

Scheuer

stärkt

Radfahrer

Verkehrsminister plant

zwölf neue Regeln

Von Steven Geyer

Verkehrsminister Andreas Scheuer

(CSU) will Fahrradfahrer auf

der Straße stärken –unter anderem

mit eigenen Fahrradzonen und

Überholverboten für Autos. Wie das

Ministerium im Internet verkündet,

plant Scheuer offenbar „die größte

Radreform seit 20 Jahren“. Scheuer

will seine neuen Regeln den Bundesländern

vorlegen, damit sie

„schnellstmöglich“ in Kraft treten

können. Einige Regelungen könnten

schon Ende 2019 gelten, die Gesetzesänderungen

ab 2020.

„Das Rad ist ein gleichberechtigter

Teil des Straßenverkehrs“, betonte

Scheuer. Und sogar der Autofahrerclub

ADAC lobte die Pläne. Sie

könnten „Konflikte zwischen Radverkehr

und Auto entschärfen“. Die

wichtigsten Änderungen im Überblick:

Halteverbot auf Radstreifen: In Städten

gibt es nicht immer eigene Radwege,

oft ist für Radfahrer ein

„Schutzstreifen“ auf der Straße mit

einer weißen Linie abgetrennt. Obwohl

darauf bereits Parkverbot

herrscht, sind die Streifen aber oft

vonAutos blockiert. Scheuer will deshalb

ein komplettes Halteverbot erlassen:

Auch unter drei Minuten darf

kein Auto mehr auf dem Schutzstreifen

stehen. Auch die Strafe für Parken

in zweiter Reihe wirdangehoben.

Überholabstand für Autos: Die Straßenverkehrsordnung

verlangt von

Autos nur „ausreichend Abstand“,

wenn sie Räder überholen. Scheuer

will in Ortschaften einen Mindestabstand

von1,50 Meternvorschreiben,

außerorts zwei Meter. Ist es zu eng,

soll das Überholen von Radfahrern

ganz verboten werden –mit einem

neuen Verkehrsschild. Weil es gehäuft

zu tödlichen Unfällen kommt,

wenn Lastwagenfahrer beim Rechtsabbiegen

Radler übersehen, gilt für

Lkw künftig Schrittgeschwindigkeit

beim Abbiegen. DieGrünen kritisierten,

dass Lkw nicht zu Abbiegeassistenten

verpflichtet werden.

Grüne Pfeile: Bisher gibt es nur für

Autos grüne Pfeile an der Ampel, die

auch bei Rot vorsichtiges Rechtsabbiegen

erlauben. Künftig soll das

auch für Fahrräder auf Radwegen erlaubt

sein. Erleichtertwirdden Städtenauch,EinbahnstraßenfürFahrräder

in beide Richtungen freizugeben.

Eigene Fahrradzonen: Scheuer will

Straßen ausweisen lassen, auf denen

gar keine Autos erlaubt sind, sondern

nur Räder.Erknüpft damit an die guten

Erfahrungen vieler Städte mit

Fahrradstraßen an. Zudem sind eigene

Parkplätze und Ladezonen für

Lastenfahrräder geplant. Für Autos

wirddas Parkverbot vorKreuzungen

und Einmündungen verschärft.

Nebeneinander radeln erlaubt: Bisher

müssen Fahrräder einzeln hintereinander

fahren – künftig wird das

Nebeneinanderfahren ausdrücklich

erlaubt, wenn der Verkehr nicht behindertwird.

Der grünePfeil für Fahrradfahrerwirdbereits

erprobt.

FOTO: CHRISTOPHE GATEAU/DPA


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 7

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Wirtschaft

G-20-Länder planen eine gerechtere Besteuerung

Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer schieben der Vermeidungstaktik der Internetkonzerne wie Google, Facebook und anderen einen Riegel vor

Von Timot Szent-Ivanyi

Digitalkonzerne wie Google

und Facebook schreiben

zwar Milliardengewinne,

zahlen darauf

aber kaum Steuern. Sie treiben das

auf die Spitze, was international tätige

Konzerne seit Jahren praktizieren:

Gewinne auch durch Tricks dort anfallenzulassen,wosienurniedrigbelastet

werden. Die G-20-Staaten haben

sich am Pfingstwochenende

beim Treffen ihrer Finanzminister im

japanischen Fukuoka grundsätzlich

darauf geeinigt, Steuerregeln weltweit

zu ändern, um die Strategien der

Konzerne zu durchkreuzen und das

Steueraufkommen zu sichern.

Wie funktioniertdas Steuersystem?

Traditionell werden die Gewinne

von Unternehmen in dem Land besteuert,

in dem sie ihren Hauptsitz

oder eine Betriebsstätte haben. Das

stammt aus einer Zeit, in der es ausschließlich

um die Produktion materieller

Güter ging und die Wirtschaft

noch nicht global aufgestellt war.

Wie wird das System ausgenutzt?

International tätige Firmen verschieben

die Gewinne innerhalb des

Konzerns dorthin, wo die Steuersätze

niedrig sind. Dabei bedienen sie sich

verschiedener,oftmals legaler Tricks.

Bei Digitalkonzernen sind derartige

Tricks gar nicht mehr nötig, weil sie

über das Internet weltweit operieren

Die weltweite Mindestbesteuerung kommt: Bundesfinanzminister Olaf Scholz(SPD) scheintimKreis seiner internationalen Kollegenzufrieden.

können. Die Zentralen liegen in der

Regel in Staaten, in denen niedrige

Steuerngelten. Dassind in Europa Irland

oder die Niederlande. Laut EU-

Kommission zahlen Unternehmen

der Digitalwirtschaft im Schnitt

10 Prozent Steuern, während es bei

den übrigen Firmen 23 Prozent sind.

Wasplanen die G-20-Staaten?

Es herrscht Einigkeit darüber,

dass es angesichts der zunehmenden

Digitalisierung keinen Sinn ergibt,

unterschiedliche Steuersysteme für

dieDigitalwirtschaftunddieanderen

Unternehmen zu schaffen. Schließlich

verschmelzen beide Welten immer

mehr.Deshalb soll es auch keine

eigene Digitalsteuer geben. Stattdessen

will man grundsätzlich neu definieren,

welche Staaten das Recht auf

eine Besteuerung des Konzerngewinns

haben. Künftig soll dieses

Recht nicht nur der Staat haben, in

dem ein Unternehmen seinen Sitz

hat. Besteuerungsrechte soll auch

das Land bekommen, in dem die

Nutzer wohnen („Marktstaat“). Da-

fürsindverschiedeneModelleimGe-

spräch. Eine Einigung über die konkrete

Ausgestaltung gibt es aber noch

nicht.

Welche Folgen hätte diese Neuverteilung

für Deutschland?

Bezogen auf die Digitalkonzerne

könnte der Staat mehr Steuern einnehmen,

denn Deutschland ist für

Google,Facebook und Co ein großer

Markt mit zig Millionen Kunden.

Gleichzeitig könnte Deutschland als

Exportnation aber auch verlieren:

FOTO: FLORIAN GAERTNER/PHOTOTHEK

Wird die Besteuerung weitgehend in

die Markt- beziehungsweise die Absatzländer

verlagert, würde das zum

Beispiel auch für Autokonzerne gelten.

Dann verlöreDeutschland einen

Teil der Steuereinnahmen, weil die

Konzerne dortbesteuertwürden, wo

die Autos gekauft werden.

Wasist noch geplant?

Um die Strategie der Verschiebung

von Gewinnen zu durchkreuzen

und auch bei Digitalkonzernen

eine gewisse Besteuerung zu sichern,

ist als zweiter Pfeiler eine weltweite

Mindestbesteuerung geplant. Das

Grundprinzip des Vorschlags,der auf

Deutschland und Frankreich zurückgeht:

Der Staat, in dem ein Konzern

seinen Hauptsitz hat, darf Gewinne

nachversteuern, wenn ein Tochterunternehmen

in einem Niedrigsteuergebiet

unterhalb eines weltweit

einheitlichen Mindestsatzes belastet

wird. Tochterunternehmen

können höher belastet werden, wenn

die Muttergesellschaft in einer

Steueroase einen zu niedrigen Satz

zahlt. Damit sollen Anreize zur Verschiebung

von Gewinnen verringert

und ein Steuerwettbewerb nach

unten gestoppt werden. Die Höhe

des Mindestsatzes ist noch offen. Die

USA haben national bereits eine derartige

Regelung eingeführt. Dort gilt

ein Satz vonrund 13 Prozent, was als

Richtwert für eine globale Lösung

dienen dürfte.

Wie ist der Zeitplan?

Geplant ist, alle Details bis Mitte

2020 zu klären und die Neuregelung

dann weltweit umzusetzen. Das erscheint

sehr ambitioniert, weil die

Neuverteilung des Steueraufkommens

überaus kompliziert ist. Eine

Einigung auf eine Mindestbesteuerung

könnte zwar bis 2020 durchaus

erreicht und auch schnell umgesetzt

werden, weil es dort imGrunde nur

um die Festlegung eines einzigen

Steuersatzes geht. Doch die G-20-

Staaten streben eine Paketlösung an.

40 Prozent der stillgelegten

Bahnstrecken im Osten

Linke-Fraktion sieht Fehlentwicklung

Von Rasmus Buchsteiner

Seit 1990 sind in Deutschland

6467 Kilometer Bahnstrecken

stillgelegt worden –davon 2623 Kilometer

in Ostdeutschland. Das entspricht

einem Anteil vonrund40Prozent.

Das geht aus der Antwort des

Bundesverkehrsministeriums auf

eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion

hervor, die dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND)

vorliegt.

Am stärksten betroffen war Bayern.

Im Freistaat sind seit 1990 Bahnstrecken

mit einer Gesamtlänge von

929 Kilometern außer Betrieb genommen

worden. In Nordrhein-

Westfalen waren es 775, in Niedersachsen

713, in Sachsen 527, in

Mecklenburg-Vorpommern 299 und

in Brandenburg 539 Kilometer. Für

Sachsen-Anhalt liegen lediglich für

die Zeit nach 1994 genaue Angaben

vor: Dort wurden bis heute Strecken

auf einer Länge von 660 Kilometern

eingestellt.

Nach Angaben der Linksfraktion

entsprechen die Streckenstilllegungen

in Ostdeutschland in etwa dem

gesamten Bahnnetz der Niederlande.

Linken-Fraktionschef Dietmar

Bartsch sprach von einer Fehlentwicklung.

„Der Bund als Eigentümer

hat diese Bilanz des Scheiterns politisch

zu verantworten und steht in

der Pflicht, den Kurs zu ändern. Die

Stilllegungen waren vielerorts ein

schwerer Fehler“, sagte Bartsch dem

RND.„Wirbrauchen über den Zerfall

des Lands in abgehängte Regionen

nicht zu reden, wenn den Menschen

in der Fläche Bahnverbindungen

und Mobilität genommen werden.“

Bartsch forderte Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer (CSU) auf,

ein Reaktivierungsprogramm für

stillgelegte Bahnstrecken vorzulegen:

„Die Koalition will laut Koalitionsvertrag

die Fahrgastzahlen bis

2030 verdoppeln. Dafür brauchen

wir die Rückkehr der Bahn in die Fläche

für den Zusammenhalt der Gesellschaft

und für den Klimaschutz.“

Unterdessen reagiert die Deutsche

Bahn auf mögliche Ungereimtheiten

bei Beraterverträgen. Demnach

dürfen frühere Konzernvorstände

die Bahn nur noch gegen Geld

beraten, wenn der Aufsichtsrat das

vorher genehmigt, wie es in Konzernkreisen

hieß. An diesem Donnerstag

soll eine Sondersitzung des Aufsichtsrats

zum Thema stattfinden.

DieBahn prüft derzeit Beraterverträge

mit früheren Managern. Dabei

geht es auch um ehemalige Konzernvorstände.

Braucht Ihr Unternehmen

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8* Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Meinung

Klimakrise

ZITAT

Dabei sein ist

nicht alles

Melanie Reinsch

braucht kein neues Label, wenn

dann nichts folgt

Oft ruft ein Land einen Notstand nach

einer verheerenden Naturkatastrophe

oder einem Terrorangriff aus.Imverfassungsrechtlichen

Sinn bedeutet er eine

gefährliche Situation, die durch schnelles

Handeln bereinigt werden muss.

Fast täglich rufen Städte den Klimanotstand

aus. Das ist zunächst nicht mehr als

ein symbolischer Akt, ähnlich einer unverbindlichen

Resolution. Städte erkennen

damit die Gefahr der Klimakrise an.

Bleibt es danach nur bei Lippenbekenntnissen,

ist das Ausrufen des Klimanotstands

kaum etwas wert. Ein neues

Label, mehr nicht. Dabei sein ist in diesem

Fall eben nicht alles.Dann kann auch

Berlin getrost darauf verzichten, wenn es

nur darum geht, sich in die globale Bewegung

einzureihen.

Berlin hat sich schon längst das Ziel gesetzt,

bis 2050 klimaneutral zu sein. Auch

andere Zielmarken gibt es bereits. Sowill

das Land in zehn Jahren aus der Kohle

ausgestiegen sein.

Trotzdem sollte auch Berlin die Bewegung

für sich nutzen. Zum einen, um

mehr Sensibilität für den Klimaschutz zu

schaffen, aber auch, um Neues auf den

Wegzubringen. Konstanz hat sich, nachdem

die Stadt den Klimanotstand ausgerufen

hat, darauf verständigt, künftig alle

Entscheidungen unter Klima-Vorbehalt

zu stellen. Zudem soll jeder fünfte Parkplatz

entsiegelt werden und stattdessen

ein Obstbaum gepflanzt werden. Daswird

wehtun, zu Konflikten führen. Autsch, ja.

Solche Beispiele zeigen auch, wie viel Luft

nach oben noch ist. Auch in Berlin.

Undwenn Umweltaktivisten den Notstand

von unten ausrufen, müssen auch

sie konkreter denken. Da muss mehr

kommen, als nur zu fordern, dass das

Klima irgendwie besser werden muss.

CDU

Kramp-Karrenbauers

hilfloser Zorn

Daniela Vates

rät der CDU-Vorsitzenden, sich

nicht an den Grünen abzuarbeiten.

Die Zeiten sind zum Haareraufen, zumindest,

wenn man gerade CDU-

Vorsitzende ist. In den Umfragen haben

die Grünen die CDU überholt. Der Grünen-Chef

gilt als kanzlertauglicher als

man selbst. Bei der Europawahl haben

sich die Wähler abgewendet. Und inBremen,

wo es schon so aussah, als könne

nach Jahrzehnten die CDU der SPD die

Regentschaft abnehmen, stehen die Zeichen

auf Rot-Grün-Rot.

Für die Grünen läuft es also gut, für die

CDU könnte es kaum schlechter laufen.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer

hat daraus eine einfache Rechnung

gemacht und vorderWahl der Grünen gewarnt.

Bremen zeige, dass sie nicht für

bürgerliche, sondern für linke Politik

stünden. Und imÜbrigen habe die CDU

die besseren Konzepte,auch in der Klimapolitik.

Es ist eine Variante der Rote-Socken-Kampagne,

mit der die CDU einst

vor der Linken warnte. Kramp-Karrenbauers

rote Socken sind grün.

EinStück weit ist das verständlich. Die

Grünen sind zu einer Partei geworden, die

bis weit ins bürgerliche Lager hinein gewählt

wird. Zumindest in Westdeutschland

sind sie damit der Hauptkonkurrent

der CDU. Dass Kramp-Karrenbauer sie

nicht zur Wahl empfiehlt –logisch, aber

auch ein bisschen sehr einfach.

Hilflos wirkt es, wenn ein Verlierer vor

allem damit beschäftigt ist, den Erfolgreichen

madig zu machen. Statt beleidigt zu

sein, sollte die CDU nachholen, was sie

bisher versäumt hat: konkrete Konzepte

liefern und nicht nur ankündigen, sich

nach vorne wagen, statt zu zögern. Wenn

die grünen Socken im Schrank bleiben

sollen, ist es hilfreich, wenn schwarze Socken

ohne Löcher bereitliegen.

Außenpolitik ist Innenpolitik

Das Problem lässt sich sehr einfach

beschreiben, eine Lösung

scheint auf der Hand zu liegen:

Internetriesen wie Google oder

Facebook machen hierzulande und in anderenStaaten

weltweit hohe Gewinne,die aber

vor Ort praktisch nicht versteuert werden.

Auch der deutsche Fiskus geht leer aus. Da

liegt es nahe,diese Gewinne durch eine neue

Abgabe,eine Digitalsteuer,abzuschöpfen.

Doch so einfach ist die Sache dann eben

doch nicht. Deutschland könnte zwar dadurch

einige HundertMillionen Euro gewinnen,

gleichzeitig aber Milliarden an Steuereinnahmen

verlieren. Warumdas so ist, liegt

in der Logik des geltenden internationalen

Steuerrechts. Gewinne werden in dem Land

versteuert, wo die Produkte hergestellt werden.

Denn dortprofitieren die Unternehmen

von der Infrastruktur und ausgebildeten Arbeitskräften.

Dieses System kommt Ländern

wie Deutschland zugute, weil wir vom Exporttraditioneller

Produkte wie Autos leben.

Nur ein kleiner Teil des Gewinns bleibt dort

hängen, wo die Produkte verkauft werden.

Die Digitalkonzerne haben hingegen ein

neues Geschäftsmodell. Sie steuern ihre Geschäfte

mit Plattformen und Netzwerken

über Zentralen in den USA oder Niedrigsteuergebieten

und „produzieren“ vor Ort Nutzerdaten,

ohne dafür physische Fabriken

oder Niederlassungen zu benötigen. Deshalb

haben Deutschland und andereStaaten

bisher keine Chance, andie digitalen Gewinne

heranzukommen.

Eine Digitalabgabe würde nun allerdings

bedeuten, die bisherigen Steuerprinzipien

umzudrehen: Gewinne würden dortversteuert,

wo der Markt ist, wo die Konsumenten

wohnen. Die USA und viele andere klassische

Marktstaaten wittern bereits ihre

Damit eine Partei als Volkspartei gelten

kann, muss sie 25 bis 30 Prozent der abgegebenen

Stimmen auf sich vereinen. Zudem

sollte sie vonWählernaus allen sozialen

Schichten einigermaßen gleichmäßig Zuspruch

erhalten. Auf Bundesebene ist die

FDP die einzige Partei, die diesen Anspruch

nicht vertritt. Das ist gut so. Nicht alle müssen

Volkspartei sein. Die Grünen befinden

sich im Transformationsstadium. Warten wir

ab.

Beide Kriterien, das quantitative wie das

sozial qualitative, erfüllte die PDS/Die Linke

bravourös mehr als 20 Jahre lang in den

neuen Bundesländern. Jedoch trat sie diese

Rolle in den vergangenen sechs Jahren Stück

für Stück an die neu entstandene AfD ab.Dafür

gibt es drei Gründe: Erstens den Generationswechsel

und die besonders tiefgreifenden

demografischen und materiellen Umbrüche

im Osten; zweitens zeigten die Funktionsträger

der PDS/Die Linke überall dort,

wo sie sich an Landesregierungen beteiligten,

Bürgermeister und Landräte stellten,

dass sie die Kunst des pragmatischen Handelns

beherrschen; das stand und steht (drittens)

jedoch in einem seltsamen Gegensatz

zur programmatischen Starrheit, die sich

auch in den Gesichtern der linken Frontfrauen

und -männer spiegelt.Werunentwegt

mehr Geld für Griechenland und Schuldenhilfen

für Italien verlangt, mehr Mindestlohn,

mehr Rente,mehr Flüchtlinge will, einfach

mehr, mehr, mehr ruft, der gilt irgendwann

als wenig überzeugend.

G20

Der Wegzur

Weltsteuer

Timot Szent-Ivanyi

befürchtet, dass Deutschland zu den Verlierern

eines globalen Mindeststeuersatzes gehören könnte.

Chance,zuLasten der Exportnationen mehr

vom Gewinn-Kuchen abzubekommen. Das

Bundesfinanzministerium hat bereits heute

tagtäglich mit Fällen zu tun, bei denen andere

Staaten Ansprüche erheben, Gewinne

deutscher Firmen bei sich zu versteuern. Das

würde extrem zunehmen, von Vergeltungszöllen

der Amerikaner einmal ganz abgesehen.

Für Deutschland ist die Digitalsteuer

damit ein gefährliches Spiel mit dem Feuer.

Diegroße Koalition hat also gut daran getan,

diese Idee von Anfang an kritisch zu sehen.

Gleichwohl muss eine Antwort auf die

Frage gefunden werden, wie die Digitalwirtschaft

fair besteuert werden kann. Dabei

wird allerdings schnell klar, dass es künftig

keine klare Unterscheidung mehr zwischen

KOLUMNE

Wasgehört

zu einer

Volkspartei?

Götz Aly,

Historiker

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Tech-Konzernen und traditioneller Industrie

geben kann. EinBeispiel: Mercedes oder VW

können mit den Bewegungsdaten der Millionen

Autobesitzer über einen riesigen Datenschatz

verfügen, der sie zu Digital-Giganten

macht. Damit wird auch die Trennung in

Produktions- und Marktstaaten obsolet.

Nötig ist ein völlig neues internationales

Steuersystem, bei dem die Besteuerungsrechte

der Staaten neu ausbalanciert werden.

Dieser Prozess wird von den G20-Staaten

und der OECD nun endlich forciert. Klar

ist allerdings, dass Deutschland nur dann

von einem solchen Systemwechsel profitieren

kann, wenn viel stärker als bisher in die

Digitalwirtschaft investiertwird.

Die Neuverteilung bleibt jedoch Stückwerk,

wenn es dann immer noch Steueroasen

und Staaten mit Niedrigsätzen gibt. Die

konsequente Antwort darauf ist der von Finanzminister

Olaf Scholz maßgeblich vorangetriebene

Vorschlag einer weltweiten Mindeststeuer,

die inzwischen von immer mehr

Staaten unterstützt wird, auch vonden USA.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine derartige

Haltelinie schon 2020 kommen kann.

Das kann sich Scholz als Erfolg anrechnen.

Mit der Mindeststeuer wird der Steuerwettbewerb

nach unten gestoppt, bei dem es am

Ende nur Verlierer geben kann.

Geradezu grotesk ist allerdings, dass sich

der Finanzminister in Sachen Mindeststeuer

erst Unterstützung außerhalb Europas suchen

musste, umDruck auf die renitenten

EU-Staaten ausüben zu können. Dazu zählen

etwa Irland oder die Niederlande, die

nach wie vor mit niedrigsten Steuersätzen

um Unternehmen buhlen. Hier zeigt sich,

wie fatal sich das im Steuerrecht geltende

Einstimmigkeitsprinzip in der EU auswirkt.

Es gehörtabgeschafft.

Vonder SPD wirdbehauptet, sie sei in den

langjährigen Koalitionen mit der CDU/CSU

inhaltlich ausgesaugt worden. Leider wurde

in diesen Koalitionen auch der wohlausbalancierte

Kern der CDU zerstört. Zur Volkspartei

gehörtnämlich der immer neu zu justierende

innereWiderstreit: im Fall der CDU

der Gegensatz zwischen Arbeitnehmer- und

Wirtschaftsflügel, zwischen konservativem

Beharren und metropolitaner Unübersichtlichkeit,

zwischen Agrarindustrie und Naturschutz.

In den Koalitionen mit der SPD büßte

die CDU/CSU diese produktive Spannung

ein und bequemte sich in einen laschen Minimalkonsens:

Die sozialen Systeme maximal

ausweiten! DieArbeitsplätzeimKohlentagebau

sowie in der deutschen Autoindustrie

möglichst lange schützen! Jeden Zielkonflikte

mit Halbheiten, Schweigen und viel

Geld verkleistern!

Die Entkernung der CDU führt sogar

dazu, dass sie dem elitären Unsinn angeblich

gendergerechter Sprache nicht entgegentritt,

sonderninPerson ihrer Ministerin Monika

Grütters sinnentleerte und grammatikferne

Willkür fördert. DieCDU überlässt dieses

Feld der AfD, gibt sich großstädtisch,

ohne dort Fuß zu fassen. Die derzeitige AfD

kann trotz regional beachtlicher Ergebnisse

keine Volkspartei werden. Denn zu dieser

Bezeichnung gehören konstitutiv auch die

republikanischen Prinzipien Freiheit-

Gleichheit-Brüderlichkeit.

Die Parteientektonik verschiebt sich

deutlich. Doch besteht kein Anlass zur Panik.

Insgesamt verfügt das bürgerliche Lager –

zusammengesetzt aus FDP,SPD,CDU, CSU,

Grünen, Freien Wählernund der halben Linken

–über eine bequeme Mehrheit von gut

75 Prozent. Allerdings wünschen sich die wenigsten

Zustände wie die im Berliner Senat.

Stark wurde der rot-rot-grüne Chaosclub

aber nur deshalb, weil sich die CDU grußund

kusslos hinter die 15-Prozent-Marke

verduftet hat.

„Dieser Preis ist für jedes

Kind mit einer Behinderung

oder Einschränkung,

das heute Abend zuschaut

und darauf gewartet hat,

sich in dieser Halle

vertreten zu sehen.“

Ali Stroker, 31, wurde für ihre Rolle als Ado Annie im

Musicalrevival „Oklahoma!“ mit einem Tony ausgezeichnet.

Sie sitzt seit einem Unfall im Alter von zwei

Jahren im Rollstuhl.

AUSLESE

Deutsche Härte

gegen Migranten

Der Bundestag hat am Freitag ein Paket

mit Neuregelungen zu Asyl, Arbeitsmigration

und Abschiebungen beschlossen.

„Wichtig ist jener Teil, der den

Zuzug ausländischer Fachkräfte nach

Deutschland erleichtert“, (...) blickt Der

Standard aus Wien auf das Gesetzespaket.

„Aber weil so viele Menschen in

Deutschland Unbehagen empfinden,

wenn noch mehr Ausländer kommen –

auch wenn diese gebraucht werden –, hat

Innenminister Horst Seehofer (CSU) genau

darauf geachtet, dass gleichzeitig

schärfere Maßnahmen gegen Flüchtlinge

beschlossen wurden. Das Signal ist

eindeutig: Wir wollen nur ,gute‘ Ausländer,

die uns nützen. Die anderen hingegen

können mit Repressalien überzogen

werden, die bis zur Inhaftierung in Strafgefängnissen

und Leben unter dem Existenzminimum

gehen. Für dieses Einwanderungsgesetz

also müssen andere

einen hohen Preis bezahlen. Es sind die

Schwächsten“, analysiertdie Zeitung weiter.„DasGesetzespaket

ist ein guter Kompromiss“,

lobt dagegen die Freie Presse

aus Chemnitz. „Deutschland soll ein offenes

Land bleiben, für alle die,die wirklich

Asyl benötigen. Gleichzeitig wird endlich

auch offiziell dokumentiert, dass

Deutschland ein Einwanderungsland ist

für Menschen, die wir für das Funktionieren

unserer Wirtschaft brauchen. Die

große Koalition hat mit dem Migrationspaket

ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis

gestellt.“Matthias Roch

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Jahn-Sportpark in

Prenzlauer Berg wird

komplett neu gebaut

Seite 13

Späti für alle Tage –Inhaber protestieren für den Sonntagsverkauf Seite 12

Brot für alle Armen –Eine Bäckerei bedient auch Kunden ohne Geld Seite 13

Stadtbild

Man muss halt

lustig sein

BarbaraWeitzel

denkt an ihre erste Begegnung

mit dem Alex (Teil II)

Ruller ruller fahren die Elektrischen,

Gelbe mit Anhängern,

über den holzbelegten Alexanderplatz...“

Die Elektrischen. So heißen

die Straßenbahnen in Alfred Döblins

Buch über den Transportarbeiter

Franz Biberkopf, der nach der Haft

anständig sein will. Titelgeber des

Buches ist aber der Platz, an dem er

am Ende steht, und zwar „sehr verändert,

ramponiert, aber doch zurechtgebogen.“

Ein konsequenter

Titel, agiert doch der Alex, und mit

ihm die ganze Stadt, als eigentlicher

Hauptakteur im Roman. Ständig in

Veränderung, immer ramponiert,

gebogen, gebrochen, geflickt und

auf ein Neues. Daran hat sich nichts

geändert, nur dass heute, wenn der

Alex von Holz überdeckt ist, irgendein

Marktstattfindet.

An Döblin muss ich immer denken,

wenn ich über den Alex laufe.

Oder über den Alex nachdenke.Auch

letzte Woche, als ich an dieser Stelle

über den Platz schrieb, seine unverschuldete

Hässlichkeit und das

Schöne an ihm. Ein Sonnenhut flog

fast davon. Bei Döblin heißt es:

„Wind gibt es massenhaft am Alex,

an der Ecke vonTietz zieht es lausig.

Manmöchte sich in die Kneipen verstecken,

aber wer kann das (...) man

muss lustig sein bei dem Wetter.“

Das Kaufhaus Tietz gab es schon

nicht mehr, als ich Mitte der 90er

zum ersten Malnach Berlin fuhr,den

Döblin im Gepäck. Eine Freundin

und ich fuhren mit einem winzigen

Auto an einem frühen Wintermorgen

los. Auf halber Strecke machten

wir auf einem Rastplatz ein Nickerchen.

Als wir wach wurden, hatten

sich an den Innenseiten der Scheiben

Eisblumen gebildet und der vom

Vorabend übrig gebliebene Gemüse-

Eier-Reis, den wir als notorisch

klamme Studentinnen in einer Tupperdose

für die erste Mahlzeit in Berlin

mitgenommen hatten, war gefroren.

In der Pension am Ku’damm, wo

wir günstig ein halbes Zimmer bekommen

hatten, versuchten wir,den

Reis auf der Heizung aufzutauen.

Halbes Zimmer ist wörtlich zu

verstehen: Eine Rigips-Wand war

durch ein ursprünglich doppelt so

großes Zimmer gezogen worden.

Das sah man, weil der Stuck an der

Decke einfach an derWand aufhörte.

DerReis blieb übrigens kalt. Aber mir

war alles egal. Ichwollte Berlin sehen

und vorallem den Alex.

Dort war fast nichts so, wie ich es

mir ausgemalt hatte. Ich stand auf

dem Platz und suchte den Platz,

suchte Menschen und Tauben. Irgendwas

Lebendiges. Der Winter

pustete nicht, er biss. Nicht mal mit

dieser Kälte hatte ich gerechnet,

trotz Döblins Windpassagen. Für die

Weltzeituhr und ihre Farben hatte

ich keinen Blick.

Trost kam in Gestalt einer Elektrischen

um die Ecke. Sie rullerte zwar

nicht und hieß auch 1996 oder 1997

schon Straßenbahn oder Tram. Aber

sie war gelb. Menschen saßen darin,

sogar eine Taube hüpfte zur Seite und

sah aus, als ob ihr das Spaß mache.

Hat essicher nicht, aber:„Man muss

lustig sein bei dem Wetter“, dachte

ich. Bei jedem Wetter. Vor allem auf

dem Alex, dann kann man ihn, durch

alle Zeiten und Winde, mögen. Er ist

eben die Taube unter den Plätzen.

Ziviler Klimanotstand von unten: Die Umweltaktivisten von We4Future haben am Wochenende im Regierungsviertel den Klimanotstand ausgerufen.

Radikal für die Umwelt

Protest vor dem Reichstag: Berlin soll den Klimanotstand ausrufen. Eine Initiative sammelt dafür Unterschriften

VonMelanie Reinsch

Konstanz, Kiel, Bochum

oder Heidelberg haben es

bereits getan: den Klimanotstand

ausgerufen.

Auch in Berlin werden die Rufe nach

solch einem symbolischen Akt lauter:Dass

der Senat die Klimakrise als

Gefahr offiziell anerkennt und wirksame

Maßnahmen dagegen unternimmt.

Die Volksinitiative „Klimanotstand

Berlin“ sammelt bereits

Unterschriften dafür. Kommen bis

Mitte August 20 000 Unterschriften

zusammen, muss sich das Abgeordnetenhaus

damit beschäftigen.

Marko Dörre von der Initiative

spricht bereits von Tausenden Unterschriften

nach der ersten Sammelaktion.

Die Initiative will die rot-rotgrüne

Regierung in Berlin zum sofortigen

Handeln auffordern, um den

CO 2 -Ausstoß zu verringern. Im Mai

hatte das Bündnis in einem offenen

Brief an die Regierungsparteien gefordert,

die von der Weltgemeinschaft

in Paris vereinbarten Klimaschutzziele

auch in Berlin rechtlich

und verbindlich zu beschließen. Das

Übereinkommen umfasst einen globalen

Aktionsplan, der die Erderwärmung

auf deutlich unter zwei Grad

Celsius begrenzen soll.

Mitder ganzen Familie

So lange will nicht jeder Umweltaktivist

warten. Den zivilen Klimanotstand

haben daher am Sonntagnachmittag

rund 100 Aktivisten

beim „We4Future-Camp“ ausgerufen.

Die Aktivisten campierten und

debattierten von Freitag bis Montag

zwischen Kanzleramt und Reichstag

auf einerWiese im Regierungsviertel.

„Es braucht die Politik, aber es

braucht noch viel mehr jeden Einzelnen

von uns“, sagt Mitorganisator

Florian Betz, der vor zwei Monaten

die Idee zu dem Protestcamp hatte.

Der zivile Klimanotstand soll „von

unten“ kommen, aus der Zivilgesellschaft

heraus. Heißt: „Es geht nicht

darum, dass wir hier mit konkreten

Maßnahmen aus dem Wochenende

gehen, sondern darum, dass wir zunächst

die Strukturen schaffen, die

Partizipation ermöglichen“, erklärt

Betz. Doch was bedeutet das für ihn

genau? „Wir wollen die Gesellschaft

4,9

Tonnen CO 2 -Ausstoß pro

Kopf in Berlin (Bundesdurchschnitt:

9,6 Tonnen).

radikal umgestalten, hin zu einer zukunftsfähigen

Welt“, sagt der Umweltaktivist.

Andrea Wolter ist Schulleiterin in

Brandenburg. Sie ist mit ihrer ganzenFamilie

gekommen. IhrMann ist

dabei, ihre beiden Söhne, 14und 17

Jahre alt. „Ich habe schon länger ein

schlechtes Gewissen, dass ich noch

nicht einmal bei der ,Fridays for future-Demo’war“,

sagt sie.Nun wolle

sie endlich aktiv werden. Ob sie

schon etwas mitgenommen habe?

Die 45-Jährige strahlt: „Und wie. Ich

frage mich hier,was jeder selbst zum

Klima beitragen kann.“ Da hat Andrea

Wolter schon ganz konkrete

Pläne. Sie will einen klimaneutralen

Freitag in der Familie einführen: aufs

Auto verzichten, kein Fleisch essen,

auf regionale Produkte setzen. „Man

kann doch erst mal mit einem Tagin

der Woche beginnen“, sagt sie.

BERLINER KLIMA IN ZAHLEN

2100

könnte es in Berlin so warm

sein wie in Südfrankreich –

wenn sich nichts ändert.

60

Prozent geringer sollen die

Kohlendioxidemissionen bis

zum Jahre 2030 sein.

Andrea Wolter (45) will in ihrer Familie einen klimaneutralen Freitag einführen.

REINSCH

DPA/JÖRG CARSTENSEN

Die Berliner Politik beschäftigt

das Thema längst. Daniel Buchholz,

umwelt- und klimapolitischer Sprecher

der SPD-Fraktion, hat sich mit

der Berliner InitiativeKlimanotstand

kürzlich getroffen. Ob auch Berlin

den Klimanotstand ausrufen soll,

lässt Buchholz jedoch offen. Ihm sei

aber wichtig, dass die Impulse aus

der Stadtgesellschaft auf- und ernstgenommen

werden. Nach der Sommerpause

wolle man sich erneut zusammensetzen.

„Wir müssen

schauen, ob das Ausrufen eines Klimanotstands

einen Mehrwert hat,

der über einen symbolischen Akt

hinausgeht. Berlin steht aber im Vergleich

zu anderen Städten gut da“,

betont Buchholz. Auch wenn klar sei,

dass man besser und schneller werden

müsse.

Im Jahr 2016 hat Berlin das Energiewendegesetz

(EWG Bln) beschlossen,

das sich ambitionierte

Ziele gesetzt hat: Bis zum Jahr 2030

will Berlin auf Kohle komplett verzichten.

Bis2050 soll die Stadt klimaneutral

sein. DerSenat hat als Instrument

2018 das Energie- und Klimaschutzprogramm

(BEK) aufgelegt,

um konkrete Maßnahmen dafür zu

definieren.

Insgesamt stehen inder Hauptstadt

100 Millionen Euro für das Klimaschutzprogramm

zur Verfügung.

Aus diesem Topf werden zum Beispiel

auch die Förderprogramme

zum Austausch von Ölheizungen

und zur Förderung von begrünten

Dächern bezahlt, die der Senat auf

Vorlage von Verkehrssenatorin Regine

Günther (für Grüne) vergangene

Woche beschlossen hat.

9,5 Millionen Euro nimmt der Senat

dafür in die Hand.

Solarpflicht für Neubauten

Georg Kössler, klima- und umweltpolitischer

Sprecher der Grünen,

sympathisiertmit der Berliner Initiative

„Klimanotstand Berlin“, sagt

aber auch, dass die Aktivisten den

Mut haben müssten, ihre Forderungen

zu konkretisieren. Zudem befinde

man sich so und so schon im

Klimanotstand, wie man auch an

jüngsten Waldbränden sehen könne.

„Es ist gut, dass durch die Klimanotstandbewegungen

das Thema mehr

Öffentlichkeit bekommt. Die Debatte

öffnet sich, man denkt radikaler“,

sagt er. Für ihn bedeute das

auch, dass Berlin mehr tun müsse als

das, was ohnehin im Koalitionsvertrag

stehe. „Die Welt dreht sich

schnell“, sagt Kössler. Darauf müsse

man reagieren. „Und zwar nicht nur

alle fünf Jahrenach der Wahl.“

Für Kössler gehört die Solarpflicht

für Neubauten und ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz

ähnlich

dem in Baden-Württemberg dazu.

Das sei im Koalitionsvertrag bisher

zu schwammig formuliert. Zudem

will Kössler erreichen, dass Inlandsflüge

durch Emissionsentgelte so

teuer werden, dass es sich nicht

mehr lohne,zufliegen.„Bahn fahren

muss billiger als fliegen werden“, findet

er. Auf lange Sicht müsse ohnehin

klar sein, dass Inlandsflüge zu einem

Relikt der Vergangenheit gehören.

„So wie auch Autos mit Dieselund

Benzinmotoren in Berlin.“

NACHRICHTEN

Festnahme nach Sprengung

eines Geldautomaten

Drei Männer haben in Marzahn einen

Geldautomaten gesprengt und

beinahe einen Brand ausgelöst. Einer

der mutmaßlichen Täter wurde

festgenommen. Laut Polizei waren

die Männer am frühen Montagmorgen

imVorraum einer Bank an einem

Geldautomaten zugange.Bevor die

Polizei eintraf, konnten zwei der

Männer flüchten. Derdritte wurde

vorläufig festgenommen. DiePolizisten

löschten den durch die Sprengung

ausgelösten Brand . (dpa)

Schüsse aus Freude am

Fußball: SEK rückte an

DieFreude eines Vaters und seines

Sohns über ein Fußballspiel hat in

Reinickendorfeinen SEK-Einsatz

ausgelöst. Zeugen riefen am Sonnabend

die Polizei, weil voneinem

Balkon geschossen wurde,teilte die

Polizei mit. EinSpezialeinsatzkommando

traf in der Wohnung auf einen

15-Jährigen, der eine Signalpistole

und Munition hatte.Laut Polizei

gab der 49-jährigeVater an, ebenfalls

in die Luft geschossen zu haben. Er

habe sich über die Leistung einer

Mannschaft gefreut. Es wirdwegen

des Verstoßes gegen das Waffengesetz

ermittelt. (dpa)

Mann greift lesbisches Paar

in Tempelhof an

EinMann soll ein lesbisches Paar in

Tempelhof an einem Imbiss angegriffen

haben. DieFrauen (18 und

21) hätten sich am Sonntag gestritten,

woraufhin der Mann gefragt

habe,was los sei, berichtete die PolizeiamMontag.

Als er mitbekommen

habe,dass sie ein Paar waren, habe

er die beiden homosexuellenfeindlich

beschimpft und die 21-Jährige

gestoßen und der anderen Frau ins

Gesicht geschlagen. DerPolizei sagte

er,erhabe sich nur verteidigt. Der

Staatsschutz ermittelt. (dpa)

Gedenkauftakt zum

70. Jahrestag der Luftbrücke

Mitrund 20 „Rosinenbombern“ ist

am Montag auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim

an die Berliner

Luftbrücke vor70Jahren erinnert

worden. DasFest auf dem Flugplatz

ist Auftakt einer Reihe vonVeranstaltungen

in Niedersachsen, Schleswig-Holstein

und Berlin, zu denen

die „Rosinenbomber“ Mitte der Woche

weiterfliegen werden. DieAlliierten

hatten sich zur Luftbrücke entschlossen,

nachdem die Sowjets die

Straßen in die Westsektoren Berlins

am 24. Juni 1948 sperrten. Mitfast

280 000 Flügen wurden mehr als

zwei Millionen Tonnen Güter nach

West-Berlin gebracht. (dpa)

Ein historischer Rosinenbomber startet

in Wiesbaden-Erbenheim.

DPA


10 Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Stadtgeschichte

Stadt, Bad, Fluss

Ein Verein will den Spreekanal in der historischen Mitte für Menschen zugänglich machen. Ist das Schwimmen dort gesund? Leidet das Weltkulturerbe? Teil II

VonMaritta Tkalec

Flussbad Berlin e.V. heißt die

Initiative, die seit zwanzig

Jahren versucht, der Öffentlichkeit

klarzumachen, dass

durch die historische Stadtmitte ein

zu Unrecht missachtetes Gewässer

fließt. Der Name klingt nach Badeanstalt,

doch es geht um viel mehr.

Wäre esnicht schön, wenn 1,8 Kilometer

einer natürlichen Ressource

mitten in einem weitgehend steinernen

Gelände wieder benutzbar würden?

Wäre esnicht erfreulich, wenn

Berlinerinnen und Berliner wieder

einen Grund hätten, hin und wieder

mal dorthin zu gehen, wo sich sonst

weit überwiegend Touristen drängen?

Wiewärees, einfach einen sauberen

Fluss zu haben, in dem man

dann auch baden kann?

Jan Edler,Vorstand des Projektes,

begeistert sich an der Vorstellung,

am Spreekanal Leute erst ans, dann

ins Wasser zu bringen, und auf diese

Weise das Gefühl voneiner angenehmeren,

freundlicheren Stadt zu erzeugen.

Es könne so viel gewonnen

werden, sagt er: „Jetzt kann man an

dieser Stelle beginnen, die Spreeaus

ihrem aktuellen Zustand zu befreien.“

(zur Geschichte der Flussbäder:

Berliner Zeitung vom 3. Juni,

www.berliner-zeitung.de/berlin/bad-berlin-die-wiederentdeckung-der-spree-als-schwimmgewaesser-32635650).

Zu dieser Befreiung gehört, das

Ufer an einigen Stellen zugänglich zu

machen –bis 2023 wirdals erstes vor

dem Humboldt Forumeine 38 Meter

breite Freitreppe zum Wasser gebaut.

Dazu gehört nach Edlers Vorstellungen

auch, das Monopol der Motorschiffe

auf der Spree zubrechen. Auf

dem Spreekanal, amtlich als Bundeswasserstraße

ausgewiesen, verkehren

seit Jahrzehnten kaum noch Schiffe –

außer gelegentlich die einer Ausflugsreederei

und bis zum Abschluss der

Arbeiten am Pergamonmuseum

noch Transportschiffe. Dieser Minimalbetrieb

soll kein Hindernis sein

für eine individuelle Nutzung –durch

Einheimische wie Touristen, endlich

einmal gemischt und gemeinsam.

Kein Kaffeewasser aus der Spree

Wie eine Erinnerung an die Spree als Fluss: Vision eines etwa560 Meter langen naturnahen Wasserlaufs als Regenerationszone an der Fischerinsel.

Dazu gehörtnatürlich unbedingt die

Wasserqualität. An dieser wird die

Flussbefreiung nach Auskunft von

Stephan Natz, Sprecher der Berliner

Wasserbetriebe, aber nicht scheitern.

Die Wasserbetriebe begleiten

das Flussbadprojekt mit Sympathie

und Hilfe. So wird vor jedem

Schwimmpokal, den der Verein voll

Freude auf Kommendes austrägt

(der nächste am 16. Juni), die Wasserqualität

analysiert.

Undwas ergeben die Messungen?

„Kategorie ausgezeichnet“ gemäß

EU-Badeverordnung wird durchaus

erreicht – gemessen allerdings im

Normalzustand, nicht nach einem

Starkregen, wie er in Berlin 30 bis 50

Mal imJahr vorkommt. Dann tritt

aus Notauslässen der Mischwasserkanalisation

alles aus, was sonst im

Dunkel der Kanäle in die Reinigungsanlagen

fließt. In Jahrhundertschritten

seien die Klärwerke inder

jüngsten Zeit vorangekommen, sagt

Stephan Natz, überall seien neue gebaut

oder alte neubauwertig modernisiert

worden. Immer mehr Stoffe

werden ausgefiltert, und die Industrie

leitet auch kein Gift mehr ein.

Doch es gibt Zweifel. Die Chemikerin

Heide Ellerbrock entnahm

amtlichen Quellen wie dem Landesgesundheitsamt,

dass sich imWasser

des Spreekanals gesundheitsschädliche,

von der EU-Verordnung für

Badegewässer von 2006/07 nicht erfasste

Stoffe befinden: antibiotikaresistente

Keime, Viren, Parasiten,

Hormone,Schmerzmittel, Antibiotikarückstände

etc. Auch verweist sie

auf Analysen, die beweisen, dass die

Industriegeschichte in den Bodensedimenten

giftige Stoffe hinterließ.

Heide Ellerbrock ist überzeugt,

dass die EU-Regeln nicht mehr dem

Stand von Wissen und Technik entsprechen.

Sie argumentiert, dass im

Innenstadtbereich laut Landesamt

für Gesundheit Badeverbot bestehe.

Die Flussbad-Schwimmaktionen

seien streng genommen Ordnungswidrigkeiten.

Ob diese geahndet

werden, liegt im Ermessen der Behörde.Die

nimmt sie als lässlich hin.

Stephan Natz hält die Bedenken

für überzogen: In den Sedimenten

gebe es sicherlich Rückstände, weshalb

man ja auch niemandem empfehle,

sein Kaffeewasser aus der

Spreezuschöpfen.

Dass das Wasser reiner werden

muss, gehört für Jan Edler zu den

Unter den Linden

Museumsinsel

mögliche Badestelle

Bode-

Museum

Schwimmbereich

Filterbereich

Naturnaher Wasserlauf

5. Flusspokal: Am 16. Juni,

13 Uhr soll das WettschwimmenimSpreekanal

starten.

Leuten ohne Wettkampf-Lust

und mit Behinderung steht

der Kanal ab 15 Uhr für zwei

Stundenkostenlos offen.

Anmeldung: Die Teilnehmerzahl

ist begrenzt, frühe Anmeldung

angeraten. Details

und Formular:www.flussbad-berlin.de/flussbad-pokal-2019-anmelden-zumflussschwimmen.

Auswärtiges

Amt

Spree

Freitreppe/Badestelle

Humboldt

Forum

Fischerinsel

FLUSSSCHWIMMEN – WANN UND WIE

Teilnahme: Anmelden ist in

jedem Fall erforderlich, Teilnahme

auf eigenes Risiko.

Das Wasser wird vordem

Wettkampf getestet. Bei witterungsbedingtem

Ausfall

gilt Ersatztermin 25. Juni.

MITTE

Spandauer Str.

mögliche Badestelle

Alexanderplatz

Grunerstr.

Historischer

Hafen

100 m

BLZ/HECHER; QUELLE: FLUSSBAD BERLIN E.V.

FLUSSBAD BERLIN E.V.

Selbstverständlichkeiten des Flussbad-Projektes.

Deswegen soll das

Spreewasser über eine dem Badebereich

vorgelagerte 400 Meter lange

Filteranlage fließen: ein mit Wasserpflanzen

besetztes Kiesbett. In einem

Testschiff, das seit 2017 neben

dem ehemaligen Staatsratsgebäude

im Wasser liegt, wird imKleinen die

Wirkung gemessen –und zwar regulär

einmal proWoche. Anderswo geschieht

das monatlich. Kommt von

den Wasserbetrieben das Signal

bevorstehender

Überläufe,entnehmen

Roboter „hochfrequent“

zusätzlich

mehrfach Proben,

die gekühlt und gesammelt

ins Labor

kommen. An ausgewiesenen

Badestellen

beprobt man in der Saison

14-täglig. Die Fachingenieure

sagen: Das Filterverfahren

funktioniert, Flussbad Berlin

e.V. veröffentlicht Messwerte für

2017/18 auf seiner Internetseite.

Auch mit den gefürchteten giftigen

Blaualgen, die in warmen Sommern

auftreten, kommt das System gut

klar,weil es das Wasser in Bewegung

hält –schlecht für Blaualgen.

Bedenken ganz anderer Art bringen

Denkmalschützer vor. Siefürchten

die Übernutzung des Kulturraumes

in der Stadtmitte oder sehen die

Würde der Kunstschätzeauf der Museumsinsel

beeinträchtigt. Die Arbeitsgemeinschaft

der Historischen

Werden SieTeil

der Berliner Zeitung und

holen Sie sich unsereApp:Wollen

Sie wirklich vor dem

Stadtschloss baden? SagenSieunsIhreMeinung.

DieApp bekommen Sie kostenlos

imApple Store oder

Google PlayStore.

Machen Sie mit

Bürgervereine sieht in einem Flussbad

Gefahren für das Umfeld. Zum

einen würden die alten Ufermauern

des Kupfergrabens zerstört, zum anderen

fürchtet man eine „Eventisierung“

der historischen Mitte. Eine

Stadt brauche Räume mit kultureller

Bedeutung, die Ruhe und Konzentration

ausstrahlen. „Ökologische

Überlegungen haben hintenan gestellt

zu werden“, heißt es in einer

Presseerklärung der AG. Bund und

Land als Geldgeber sollen erklären,

warum sie über 10 Millionen Euro

aus öffentlichen Mitteln geben, ohne

die Vorhaben auf Verträglichkeit mit

dem Unesco-Welterbestatus der

Museumsinsel zu prüfen.

Mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

hat sich Flussbad e.V. insofern

verständigt, dass die Freitreppe

nicht am Lustgarten ins Wasser

führt, wie ursprünglich gedacht, dafür

am Schloss.Womöglich kommen

weitere Stellen hinzu, wie am ehemaligen

Staatsratsgarten sowie am

Bodemuseum. Die Stiftung Humboldt

Forumhebt den Daumen: Man

begrüße das Projekt sehr, teilt Pressesprecher

Michael Mathis mit.

Dass Menschen im Wasser die

Würde des Kulturerbes stören könnten,

versteht JanEdler nicht. Störend

findet er vorbeitreibenden Kot–den

man ja verringernwolle.Einer Übernutzung

will man durch die Strategie

„Ausprobieren und Anpassen“ begegnen.

Man rechne auch nicht mit

Hunderttausenden Badenden.

Hausgemachter Dreck

Ganz und gar rein wird der Fluss

nicht werden, solange in der Nähe

Menschen leben. Professor Heiko

Sieker, als Hydrologe zuständig für

Stadtentwässerung, hat selbst schon

im Spreekanal gebadet, bei drei Meter

Sichttiefe –„hervorragend“! In einem

Interviewauf der Flussbad-Internetseite

stellt er klar: Wollte man

die Verschmutzung komplett unterbinden,

müsste man die halbe Stadt

mit Rückhaltebecken unterkellern.

Unmöglich. Seine Botschaft an die

Bürger: „Der Dreck kommt

von uns selbst.“ Oder: Je

weniger Hundehaufen

und je weniger Reifenabrieb,

desto weniger

Unrat bekommt der

Fluss ab.

Ansonsten gilt für

künftige Badefreuden:

Rote Flagge (Achtung

Dreck!) oder grüne

Flagge (Alles klar!), so wie

vonder Seebekannt.

Vor zwanzig Jahren befand der

damalige Baustadtrat von Mitte,

Thomas Flierl, das Projekt sei „hinreichend

unrealistisch, um unbefangen

darüber diskutieren zu dürfen“.

2011 gewann es den international

bedeutendsten Preis für nachhaltige

Architektur. Und bei den Paralympics

im Jahr 2023, für die Berlin den

Zuschlag bekam, soll der Wettbewerb

im Freiwasserschwimmen im

Spreekanal ausgetragen werden. Bis

dahin sollte die Treppe zum Fluss

fertig sein. Und esdarf zum Termin

nicht zu heftig regnen.

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Leben an der Mauer

Lokator –der Mann für die Kolonisierung

Archäologietage 2019

Ein Foto von 1961 zeigt zwei junge Frauen an der noch

unfertigen Mauer zwischen Treptowund Neukölln. Nach

einem Aufruf 2018 meldete sich eine der beiden. Über

den Aufruf und die Erzählungen der Zeitzeugin berichtet

ein Vortrag; in einem zweiten geht es um die bildsprachliche

Inszenierung der Mauer in Ost und West, in einem

dritten um die „Geteilten Nachbarschaften“ vonTreptow

und Köpenick vorund nach 1989. Mitden Vorträgen begleitet

das Museum Treptow-Köpenick die Ausstellung

im Ephraim-Palais „Ost-Berlin –Halbe Hauptstadt“.

Begegnungen an der Mauer –Drei Vorträgezur Mauer in Treptow.

14. Juni, 18 bis 19.30 Uhr im Museum Treptow

Ortszuweiser gehörte im mittelalterlichen, noch kaum besiedelten

Brandenburgganz gewiss zu den einträglichsten

Berufen. Der Lokator inspizierte im Auftrag des Landesherrn

die neu zu bevölkernde Landschaft, prüfte Standort-Faktoren

wie Wasser,Wald, Bodenqualität für künftige

Dörfer.Dann warb er Siedler an, teilte grob abgemessenes

Land zu, gewährte Starthilfen wie Arbeitsgeräte,Zugtiere,

Saatgut und sicherte den Lebensunterhalt der Kolonisatorenfür

die Zeit, in der noch keine Ernte eingefahren werden

konnte.Inder Regel war ja erst derWald zu roden, um

Ackerfläche zu gewinnen. Offensichtlich waren Lokatoren

wichtige Leute bei der Gründung vonStädten und Dörfern

während der deutschen Ostsiedlung im frisch eroberten

und christianisierten Raum. Die wenigen slawischen Bewohner

spielten bei der Landvergabe keine Rolle.Der Lokator

selbst, normalerweise aus niederem Adel stammend,

hatte das Recht, sich den jeweils größten Landanteil

zu gewähren, auch musste er keine oder nur wenige

Abgaben an den Landesherren zahlen. Manche Lokatoren

siedelten sich selber an. In dem Falle übten sie auch die

Gerichtsbarkeit über die neue Siedlung aus und verfügten

über materiell vorteilhafte Privilegien wie das Recht, Bier

zu brauen oder Mühlen zu betreiben. Andere verpachteten,

zogen weiter zur nächsten Gründung und sammelten

Verfügungsrechte über Ländereien. Wie gesagt: eine einträgliche

Beschäftigung. (mtk.)

Bereits unsereVorfahren in der Altsteinzeit fertigten ausdrucksstarke

Malereien an. Farbenprächtige Darstellungen

vonBison,Wildpferdund Steinbock tummeln sich auf

Höhlenwänden Europas. Rote Handabdrücke lassen uns

wissen: Ich war hier! Mit einem Kreativ-Workshop „Die

Hand an der Wand und alles geritzt?“ beteiligt sich das Archäologische

Landesmuseum Brandenburg 2019 und

weiteren Veranstaltungen an den Archäologietagen in Europa.

Infos: https://journees-archeologie.fr/c-2019/lgde/Deutschland/Die-Archaologietagein-Europa.

Archäologietage 14.-16. Juni, Workshop „Die Hand an der Wand“ für Kinder,Sonntag,16Juni.

14 Uhr,Museum Neustädtische Heidestraße 28


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11062019


12 * Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Berlin

Das neue

Tacheles im

Tempelhof

Flughafengebäude soll für

Kultur und Handwerk öffnen

VonMartin Klesmann

Eine Initiative will das riesige

Flughafengebäude von Tempelhof

für gemeinnützige Zwecke öffnen.

„Alle reden über das Tempelhofer

Feld, aber das Flughafengebäude

bleibt abgeschottet,“, sagt Christophe

Knoch, Ansprechpartner der Initiative.

„Die zukünftige Nutzung ist

unklar.“ Eine Gruppe von Bürgern

und Anwohnern hat sich nun zunächst

im Torhaus,das zum Flughafenkomplex

gehört, für den Monat

Juni eingerichtet. Dort sollen Pläne

für die Zukunft des Areals entwickelt

werden.

An diesem Dienstagnachmittag

wird sich auch Senatsbaudirektorin

Regula Lüscher im Torhaus am Columbiadamm

an einem Zukunftsworkshop

für das Flughafengebäude

beteiligen. Das Torhaus, eine Art

Pförtnerhaus, macht laut der Initiative

„THF:Next“ nur 0,018 Prozent

der Gesamtfläche des flächenmäßig

größten Baudenkmals Europas aus.

Im Flughafengebäude stehen aber

mindestens 70 Prozent der Fläche

leer, auch ein Teil der vorgelagerten

Hangars. Die Mitglieder der Initiative

wie Mona Saddei oder Markus

Hanisch sprechen sich für eine so-

Viel Leerstand gibt es im Flughafengebäude

Tempelhof.

IMAGO STOCK

ziale und gemeinnützige Nutzung

zumindest eines Teils des Komplexes

aus. Christophe Knoch vom Trägerverein

Micamoca project berlin sieht

dortRaum für Kunst und Handwerk.

Das wiederum klingt ein wenig so,

als könnte es im Tempelhofer Flughafengebäude

einmal so aussehen

wie im Tacheles in Mitte in den

1990er-Jahren. Vielleicht etwas weniger

touristisch.

„Torhausfestival“ hat die Initiativedie

fast täglichen Treffen zur Zukunft

des Gebäudes benannt. Markus

Hanisch etwa verweist auf ein

aus seiner Sicht gelungenes Beispiel:

Der Hangar 1wird inzwischen auch

von Freizeitsportlern kostenlos genutzt.

Auch eine Gruppe von Anwohnern

und Flüchtlingen spielt

dortFußball.

Polizei ist Hauptnutzer

Derzeit betreibt die Tempelhof Projekt

GmbH das Gebäude. Größter

Mieter ist die Polizei, aber auch eine

private Hochschule,eine Tanzschule

sowie eine PR-Agentur sind dortuntergekommen.

Es gibt zudem Führungen

durch den Komplex. Unklar

sei aber, wieso weite Teile des Gebäudes

angeblich nicht zu betreten

seien, kritisierte Christophe Knoch,

bis zu seinem Rücktritt vor einem

Jahr auch Sprecher des Bündnisses

der freien Szene in Berlin. Klar ist

aber, dass die GmbH natürlich auch

Einnahmen erzielen muss.

Das Torhaus steht noch bis zum

23. Juni interessierten Bürgern und

Anwohnernoffen. Es gibt dortWorkshops,

Gesprächsrunden, eine eigene

Radio-Station, Nachbarschaftsessen

und so einiges mehr. „Wir

wollen den Grundstein für eine

nachhaltige Entwicklung des Flughafens

im Interesse der Berliner Bevölkerung

legen“, heißt es in einer

Mitteilung der Initiative.

In der Tateine Mammutaufgabe.

Exotisch: Monatelang haben die 74 Gruppen, die dieses Jahr beim Karneval der Kulturen mitmachten, an ihren Kostümen gearbeitet und ihre Tänze geübt.

Gute Laune, gut geschützt

Mehr als eine Million Menschen besuchten den Karneval der Kulturen und das viertägige Straßenfest

VonStefan Strauß

Sonnig, fröhlich und völlig

entspannt –soverlief dieses

Jahr der 24. Karneval der

Kulturen in Kreuzberg. „Es

gab keine Probleme“, sagte eine

Sprecherin der Veranstalter. Aus

Sicht der Polizei seien das Straßenfest

und die Parade „weitestgehend

störungsfrei“ verlaufen, sagte eine

Sprecherin am Sonntag.

Das Straßenfest besuchten an

den vier Veranstaltungstagen

570 000 Besucher, den Umzug am

Pfingstsonntag 600 000. Sie erlebten

ein Straßenfest ohne Stress. Überall

spazierten und saßen Menschen,

viele hatten sich für den Karneval geschminkt

und verkleidet. Etliche Läden

waren geöffnet, Büros und Geschäfte

hatten Tische,Stühle und Sofas

auf den Gehweg gestellt, lässig

und zufrieden saßen Menschen auf

der Fahrbahn. Für Autos waren viele

Straßen gesperrt. Die Veranstalter

hatten ihre Besucher gebeten, sich

nicht zu betrinken und Rücksicht auf

die Nachbarnzunehmen.

Kultursenator führtUmzug an

International: Am Karneval der Kulturen beteiligten sich

etwa4400 Menschen aus etlichen Ländern. BLZ/WÄCHTER

Den mehrstündigen Straßenumzug

mit mehr als 4400 Teilnehmern

führte erstmals ein Politiker an. Kultursenator

Klaus Lederer (Linke)

trug mit anderen ein Leittransparent

in der ersten Reihe. „Miteinander!“

stand darauf, ein Bekenntnis zum

solidarischen Zusammenleben,

ohne Ausgrenzung und Rassismus.

Von„einer tollen Stimmung“ sprach

Lederer später. Die Veranstalter hatten

auch Berlins Regierenden Bürgermeister

Michael Müller (SPD) erwartet,

doch Müller kam nicht. Es

Extra-Umzug: Der Kreuzberger Kinderkarneval fand schon am Sonnabend statt. DPA/ZINKEN

Vorführung: Am Südsternpräsentierten sich 54 Gruppen der Jury.

hieß, er sei „verhindert“. Müller twittere

dann aber Fotos vom Umzug

und vonKlaus Lederer.

Vorneweg: Kultursenator Klaus Lederer (Linke) führte

erstmals den Karnevalsumzug an.

BLZ/WÄCHTER

DPA/CARSTENSEN

DPA/CARSTENSEN

Lederer verteidigte die massiven

Sicherheitsvorkehrungen auf Berlins

größter Party unter freiem Himmel.

Denn erstmals überwachten Kameras

das Geschehen, um im Ernstfall

schneller handeln und Besucherströme

in abgesperrte Straßen leiten

zu können. AufZugangsstraßen zum

Umzug standen Polizisten mit Maschinenpistolen,

die Straßen waren

mit großen Wassertankbehältern

versperrt, die das Durchbrechen von

Fahrzeugen verhindernsollen.

„Wir müssen immer Sicherheitsfragen

berücksichtigen, aber wir

werden keine Partyhinter verschlossenen

Türen feiern“, sagte Lederer.

„Es wäre doch verdammt schade,

wenn der Karneval der Kulturen deswegen

nicht mehr existieren

könnte.“

Diskussion über Karneval 2020

Im Hinblick auf das 25. Bestehen des

Karnevals der Kulturen im kommenden

Jahr sagte der Senator, der Karneval

der Kulturen habe in Kreuzberg

seine Tradition. Doch mittlerweile

beschweren sich dort zunehmend

Anwohner über die

mehrtägigen und massiven Sperrungen

und Einschränkungen im Festgebiet.

„Es ist natürlich ein Problem, zu

sagen: Geht woanders hin mit dem

Karneval“, sagte Klaus Lederer.„Wir

leben in einer Stadt, und auch anderswo

leben Menschen. Wir müssen

uns also entscheiden, ob wir uns

so ein buntes Fest mit einer solchen

Ausstrahlung noch leisten wollen

oder nicht.“

Federleicht und sooo schön bunt: Die Kostüme machten

washer.

BLZ/WÄCHTER

Späti-Inhaber

fordern

mehr Rechte

Kundgebung für

Sonntagsöffnung

VonStefan Strauß

Berliner Inhaber von Spätverkaufsstellen

und Minimärkten

gehen am kommenden Sonntag auf

die Straße und fordern, dass sie ihre

Geschäfte auch sonntags ohne Beschränkungen

öffnen dürfen. Die

bestehenden Regelungen des Ladenöffnungsgesetzes

müssten gelockertwerden,

meinen sie.

Die Kundgebung beginnt um

13 Uhr auf dem Hermannplatz in

Neukölln. „Wir fordern, dass das Gesetz

modernisiert und an die Erfordernisse

einer fortschrittlichen Stadt

angepasst wird“, steht in dem Aufruf.

Der Vorsitzende des Vereins „Späti

e.V.“, Alper Baba, der sich für die

Rechte der mehr als 2000 Späti-

Verkäufer in der Hauptstadt einsetzt,

sagt: „Die meisten betroffenen Geschäfte

sind Familienbetriebe. Sie

sorgen also nicht nur für zusätzliche

Steuereinnahmen, sondern sie

schaffen auch wichtige Arbeitsplätze.“

Auf der Kundgebung sprechen

neben Baba auch die Grünen-

Abgeordnete Anja Kofbinger und der

Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes

Berlin-Brandenburg, Nils

Busch-Petersen.

DieOrganisatoren starten zudem

eine berlinweite Online-Petition, die

sich für eine uneingeschränkte

Sonntagsöffnung einsetzt und die

Abgeordneten zum Handeln auffordern

soll. Erst kürzlich hatten fast

3000 Menschen eine Petition unterschrieben,

damit der Minimarkt der

Familie Le im Bötzowviertel in

Prenzlauer Berg auch sonntags weiter

öffnen darf. Nach Kontrollen von

Ordnungsamt und Zoll war ihm das

verboten worden.

Doch Sozial- und Arbeitssenatorin

Elke Breitenbach (Linke) hatte

erst kürzlich darauf hingewiesen,

dass es gerade in Spätis wichtig sei,

für die Einhaltung von Arbeitsrechten

zu sorgen, um die Betreiber und

ihre Gesundheit zu schützen. Oft

gäbe es in Spätis miese Arbeitszeiten

und miese Bezahlung: „Das ist eine

unglaubliche Form der Selbstausbeutung“,

sagte Breitenbach. „Da

können wir nicht sagen: Das kümmert

uns nicht.“ Sie vertrete weiterhin

die Haltung ihrer Partei aus dem

Jahr 2016, als man das Thema bewusst

nicht in den Koalitionsvertrag

aufnahm:„Wir lassen die Finger vom

Ladenöffnungsgesetz.“

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 1-13-17-21-44-45

Superzahl: 4

Spiel 77: 3895758

Landeslotterie Super 6: 082739

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

9=10Euro

71 =25Euro

919 =100 Euro

9384 =1000 Euro

41 834 =10000 Euro

718 785 =100 000 Euro

337 880 =100 000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10 000 Euro auf die Nummer 5963 219.

ARD-Fernsehlotterie:

8980 963 gewinnt Audi

2598 728 gewinnt Audi

4831 640 gewinnt Reise nach Warnemünde

7794 156 gewinnt Gutschein für Kreuzfahrt

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

5316 205 gewinnt 1000 000 Euro

665 201 gewinnt 100 000 Euro

59 363 gewinnt 10 000 Euro

1210 gewinnt 1000 Euro

31 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 13 *

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Berlin

Zyklon B

prangt auf

T-Shirts

Internetplattform verkauft

verstörende Nazi-Produkte

Die Internetseite Redbubble,eine

unter anderem von Berlin-

Mitte aus betriebene Verkaufsplattform,

sorgt erneut für Entsetzen.

Hier werden Tassen, T-Shirts und

Postkarten verkauft, auf denen in

großen Lettern das Wort Zyklon B

prangt. Mit dem Giftgas ermordeten

die Nazis in ihren Konzentrationslagern

während des Zweiten Weltkriegs

Millionen Menschen –Juden,

Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene,

politische und andere

Verfolgte des Naziregimes.

Mit dem Namen dieses Gases

möchte ein aus Großbritannien

stammender Unternehmer offenbar

Geschäfte machen. Das Logo mit

den Großbuchstaben erinnert an

eine bekannte Mundhygienemarke,

doch statt dem Firmennamen steht

dort Zyklon B. Aber auch andere geschmacklose

Produkte sind auf der

Onlineplattform zufinden. Nach eigenen

Angaben vertreibe Redbubble

„einzigartige Produkte voneinzigartigen

Künstlern“.

Es ist nicht das erste Mal, dass dort

skandalöse Produkte zu finden sind:

Erst vor kurzem wurden Miniröcke

und Taschen verkauft –bedruckt mit

Bildern des Konzentrationslagers

Auschwitz. Mitarbeiter der Gedenkstätte

„Auschwitz Memorial“ hatten

daraufhin getwittert: „Denken Sie

wirklich, dass der Verkauf von Produkten

mit den Bildern von Auschwitz

–einem Ort, an dem mehr als 1,1

Millionen Menschen ermordet wurden

–akzeptabel ist?“ DerVorgang sei

„beunruhigend und respektlos“.

Redbubble reagierte: „Die Natur

eines solchen Inhalts ist nicht akzeptabel

und widerspricht unseren Gemeinschaftsrichtlinien.“

Man versprach,

diese und ähnliche Arbeiten

zu beseitigen. Die Auschwitz-Röcke

verschwanden –nun sind die Zyklon-B-Produkte

im Angebot. (pde.)

Verstörendes Angebot: ein T-Shirt, auf

dem Zyklon Bsteht.

REDBUBBLE

Familie Kosan in ihrer Bäckerei: Sohn Oguzhan (35), Vater Ahmet (57), Mutter Sabahat (54) und Sohn Ugur (30) (v.l.)

Ein Lächeln zu Brötchen und Tee

Bei Familie Kosan in Friedrichshain werden alle Kunden bedient –auch die, die kein Geld haben

VonStefanie Hildebrandt

Ein Schild steht vor der kleinen

Bäckerei an der Karl-

Marx-Allee 123 in Friedrichshain.

„Liebe Leute, Sie

haben Hunger aber kein Geld? Bei

uns können Sieessen und später bezahlen.

Oder aber Gott vergelt’s.Niemand

soll hungern müssen.“ Der

letzte Satz ist fettgedruckt und unterstrichen.

Familie Kosan meint es

ernst mit der Nächstenliebe.

Dietürkische Familie betreibt seit

acht Jahren ein Café und die kleine

Bäckerei in der Nähe des U-Bahnhofes

Weberwiese. Seitdem hängt

das Schild vor dem Laden, seitdem

sind sie Anlaufpunkt für die unterschiedlichsten

Menschen hier im

Kiez. „Wir sind ja Muslime“, sagt

Ugur Kosan, der jüngere Bruder des

Chefs, mit einem schüchternen Lächeln,

als erkläredies alles.

Die meisten trauen sich nicht

Und irgendwie ist es ja auch so. „In

unserer Religion ist es Pflicht, den

Hungrigen etwas zu geben. Du

kannst nicht satt sein und nichts tun,

wenn dein Nachbar hungert“, sagt

Oguzhan Kosan. Vor ein paar Wochen

ist der 35-Jährige zum zweiten

MalVater geworden. Trotz aufregender

Nächte hat er für seine Kunden

ein offenes Ohrund ein Glas Teeparat.

Eine sehr alte Dame kommt mit

dem Rollator herein. „Hallo Alexandra“,

begrüßt er sie und verteiltWangenküsschen.

Die 93-Jährige ist

Stammkundin und beginnt sofortzu

schwärmen: „Diese Familie hat ein

so großes Herz“, sagt sie.„Besonders

für uns alte Menschen.“ Einweiterer

Kunde verlässt mit der Brötchentüte

den Laden und pflichtet ihr bei. Die

Kosans kümmerten sich auffallend

herzlich um all ihreGäste,egal ob sie

genug Geld für ein Essen haben,

oder nicht. Etwa vier bis fünf Gäste

nehmen das Angebot, kostenlos zu

essen, proWoche in Anspruch.

Dass jemand die Offerte missbraucht

hat, ist noch nie vorgekommen.Vielmehr

trauten sich die meisten

Bedürftigen gar nicht nach etwas

Essen zu fragen, sagen die Kosans.

Erst wenn die Schlange vor der

„Diese Familie

hat ein so großes Herz, besonders

für uns alte Menschen.“

Eine Kundin,

93 Jahre alt

SABINE GUDATH

Theke verschwunden ist, kommen

die, die wenig haben. Doch wenn

sich jemand überwindet, bieten

Ugur und Oguzhan dem Gast einen

Platz an und servieren belegte Brötchen

oder Rührei und Tee. Dass es

zum Gratis-Essen auch Wärme,

Würde und ein Lächeln gibt, ist für

sie selbstverständlich.

Wenn einer Schuld an all der Freigiebigkeit

der Kosan-Brüder hat,

dann ist es ihrVater Ahmet Kosan. Im

Alter von neun Jahren kam der Senior

aus der türkischen Stadt Bursa

nach Berlin. Der Vater malochte als

Hilfsarbeiter, Kreuzberg wurde für

den kleinen Jungen zur neuen Heimat.

Ahmet und seine Frau Sabahat

sind es,die den Söhnen vonklein auf

vorleben, dass Geben seliger denn

Nehmen sei. 28 Jahre lang arbeitete

Ahmet Kosan im Dreischichtsystem

in einer großen Fabrik.

Brötchen für Obdachlose

Jetzt, als Rentner, macht er sich im

Geschäft der Söhne nützlich: Hinter

dem Geschäft befindet sich ein kleiner

Park. Oft schlafen dort Obdachlose

auf den Bänken. Papa Ahmet,

wie ihn hier alle nennen, geht dann

mit einem Päckchen hinaus. Drin

sind belegte Brötchen, die legt er neben

den Schlafenden. Unddazu gibt

es auch einen warmen Tee. „Das tut

uns nicht weh“, sagt er. „Im Gegenteil,

es tut uns gut.“

Gäste sitzen derweil an den Tischen

in dem kleinen Vorgarten des

Cafés. Der eine mit Bockwurst und

Senf, der andere mit veganen gefüllten

Weinblättern, ein dritter mit der

vielleicht einzigen richtigen Mahlzeit

an diesem Tag. Bei den Kosans

sind sie in diesem Moment alle

gleich.

Jahn-Stadion

weicht einem

Neubau

Neue Arena hat Platz für

20 000 Zuschauer

Das traditionsreiche Stadion im

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

soll bis zu den Special Olympics

im Jahr 2023 durch einen kompletten

Neubau ersetzt werden. Bereits

am Freitag verkündete Sport-

Staatssekretär

Alexander

Dzembritzki auf einer Sitzung des

Sportausschusses den Zeitplan vom

Abriss bis zur Einweihung.

So soll der Abriss im kommenden

Jahr erfolgen und der Neubau

ein Jahr später beginnen. Laut der

Webseite der Senatsverwaltung für

Inneres und Sport soll die Traditionssportanlage

künftig besser für

überregionale und internationale

Sportveranstaltungen gerüstet werden

und gleichzeitig als beliebte

Kiezsportanlage erhalten bleiben.

Die neue Arena soll rund 20 000

Zuschauern Platz bieten und barrierefrei

gebaut werden. „Damit soll

der Sportpark gleichzeitig zu einer

zentralen Inklusions-Sportanlage

und einem Stützpunkt für den Behindertensportausgebaut

werden“,

heißt es auf der Webseite.Bereits im

vergangenen Jahr hatten die Behindertensportler

ihre Leichtathletik-

Europameisterschaften im Jahnstadion

ausgetragen.

Um die Sportstätte herum sollen

eine Doppelstock-Sporthalle sowie

neue Tennisplätze installiert werden

sowie ein Clubhaus und ein Fitnesspark

entstehen. Das Kostenvolumen

für alle Maßnahmen beläuft

sich auf 160 Millionen Euro.

Die Anlage wurde 1951 anlässlich

der Weltjugendspiele gebaut

und war die Heimstätte des DDR-

Serienmeisters BFC Dynamo. Der

Regionalligist trägt auch aktuell

seine Heimspiele im Jahnstadion

aus. Anfang Mai hatte die Senatsverwaltung

das Stadion gesperrt, da

Leuchtmittel aus den Flutlichtern

herauszufallen drohten. (dpa)

Wird abgerissen: Das Jahn-Stadion in

Prenzlauer Berg

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14 Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Berlin/Brandenburg

POLIZEIREPORT

VomFahrrad geschubst.

Eine Frau hat in Tiergarten wohl einen

Jungen vonseinem Fahrrad gestoßen

und das Radgeraubt. Nach

Aussagen des Sechsjährigen war er

am Sonnabendabend in einer Grünanlage

in der Nähe vomU-Bahnhof

Mendelssohn-Bartholdy-Parkunterwegs,als

die Frau ihn während der

Fahrtvom Fahrrad geschubst habe.

DieElternfanden die Tatverdächtige

mit dem Fahrrad kurze Zeit später in

der Nähe,wie die Polizei am Sonntag

mitteilte.Die 39-Jährige wurde festgenommen.

Frauen mit Kopftuch beschimpft.

Zwei Frauen muslimischen Glaubens

sind am Freitagabend am Alexanderplatz

vonSenioren wegen ihrerReligion

beschimpft worden. Die

Polizei nahm danach zwei Ehepaare

vorübergehend fest. Beiden Männernund

Frauen im Alter von71bis

74 Jahren wurden geringe Mengen

Alkohol im Atem festgestellt. Die18

und 19 Jahrealten Musliminnen, die

Kopftücher trugen, standen am

Fahrstuhl zur U8, als die Paarean

ihnen vorbeiliefen. DieSenioren

sollen sich laut über Kopftücher unterhalten

haben. Einer der Männer

soll die Frauen beschimpft und sie

aufgeforderthaben, die Tücher abzunehmen.

Es kam nach Zeugenaussagen

zu einem Gerangel zwischen

den Ehepaaren und den

Frauen.

Nachbarin geht auf Nachbarin los.

Eine Frau hat ihreNachbarin in Reinickendorfmit

einem Messer angegriffen.

Siewurde in eine psychiatrische

Klinik eingewiesen. Die38-Jährige

soll sich am Sonntagvormittag

im Hinterhof mit der Nachbarin (39)

gestritten und versucht haben, sie

mit einem Messer anzugreifen. Der

Ehemann der Attackierten soll dazwischengegangen

und dabei an

den Armen verletzt worden sein. Die

Polizei nahm die Angreiferin fest.

Nach Polizeiangaben hatten die beiden

Frauen bereits am Sonnabend

einen Streit, nachdem ihreKinder einen

Zwist hatten.

Mit der Glasflasche angegriffen.

EinJugendlicher ist in Kreuzbergvon

drei Männernüberfallen und mit einer

abgebrochenen Glasflasche angegriffen

worden. DieMänner sollen

am Sonntagmorgen am Lausitzer

Platz Geldbeutel und Handy von

dem 17-Jährigen verlangt haben. Als

der sich weigerte,sollen die Männer

ihn mit der Glasflasche angegriffen

haben und anschließend ohne Beute

geflüchtet sein. Derjunge Mann

wurde am Armverletzt. (BLZ)

Werhat den schönsten Hut? Darüber befindet die Jury: Entertainerin Dagmar Frederic, Hutdesignerin Fiona Bennett, rbb-Moderatorin Britta Elm und Designerin Nanna Kuckuck.

PAULA HARTMANN

erlebt gerade eine Premierenach der

anderen. Die Schauspielerin, die

durch die Hauptrolle in „Der Nanny“

bekannt wurde und demnächst im

„Tatort“ mit Ulrich Tukur zu sehen

sein wird, ist Anfang Mai 18geworden.

Deshalb durfte sie am Pfingstsonntag

beim Fashion Race Day auf

der Rennbahn Hoppegarten zum

ersten Mal ohne Erziehungsberechtigte

an den Wettschalter und Geld

auf Pferde setzen. Wobei sich ein interessantes

Phänomen abzeichnete:

Als sie noch unter Aufsicht zockte,

gewann sie mehr.

Diesen Renntag schloss sie ohne

Gewinne und Verluste ab. Und zwar

schon vor dem 4. Rennen: „Ich will

noch zum Karneval der Kulturen.“

Ihre Mutter Ilka Hartmann hatte zuvor–sosind

Mütter! –die Tochter gepriesen:

Abitur gerade mit dem außerirdischen

Durchschnitt 0,9 abgeschnitten,

Führerscheinprüfung bestanden

und Mama im eigenen

(Paulas,nicht Mamas!) Cabriolet zur

Rennbahn chauffiert. Jetzt hat Paula

die ganz große Auswahl am Studien-

Büffett. Undweiß noch nicht genau:

„Medizin und Jura sind in der engerenWahl.“

CLAUS THEO GÄRTNER

gilt auf der Rennbahn inzwischen als

einer, von dem man sich Wett-Tips

holt. Wasniemand so wenig versteht

wie der Schauspieler selbst. Gut, den

vorigen Renntag hatte er mit 1500

Euro im Plus verbucht. Unddiesmal

ging es auch gut los: Nach dem 3.

Rennen stand der Mann, der als TV-

Schick auf der Rennbahn

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

In Hoppegarten stand

die Mode zwischen den Rennen

im Mittelpunkt

Hat Insider-Tipps parat: Schauspieler

Claus Theo Gärtner und Ehefrau Sarah.

Machte das Abi mit einem Durchschnitt

von 0,9: Paula Hartmann

CHRISTIAN SCHULZ (3)

Detektiv Matula berühmt wurde,mit

400 Euro auf der Gewinnerseite.

Danach lief es nicht so gut. „Diesmal

habe ich 0,0 abgeschlossen.“ Für

ihn nicht verwunderlich, denn Pferdeverstand

attestiert er sich selbst

nicht: „Ich schaue links und rechts,

was die anderen wetten und empfehlen.

Und immer wieder erlaube

ich mir,davon abzuweichen.“

NANNA KUCKUCK

entschied an diesem Renntag gemeinsam

mit rbb-Moderatorin

Britta Elm, Hutdesignerin Fiona

Bennett und Entertainerin Dagmar

Frederic darüber, wer den Preis für

den besten Hut bekommt. Dieser

ging dann an Winnie Isabel Sonntag.

Wobei es die Anwärterinnen auf den

Preis schon im Vergleich mit den Jurorinnen

nicht einfach hatten, die

dermaßen gut behütet zur Rennbahn

kamen, dass der Scherz die

Runde machte,eigentlich werdenur

der fünftbeste Hut gesucht, weil die

ersten vier Plätze ja eigentlich der

Jury zustehen. Nanna Kuckuck trug

wieder ein selbst hergestelltes Exemplar.

Sie legte bei dessen Beschreibung

wert auf die Formulierung

„selbst kreiert“ und nicht „selbst gebastelt“.

BeiModellen früherer Jahre

hatte sie noch mit einer Heißklebepistole

hantiert: „Diesmal mit Nadel

und Faden.“

Der Rahmen passte perfekt: Zwischen

den Pferderennen gab es für

die fast 11 000 Besucher Modenschauen

der Designer Lana Mueller,

Paulina’sFriends,Isabel Vollrath und

Marcel Ostertag.

Großbrand

bei Jüterbog

gelöscht

Einer der härtesten Einsätze

der vergangenen Jahre

Eswar ein Einsatz, der den Feuerwehrleuten

alles abverlangte:

Nunist der Großbrand auf dem ehemaligen

Truppenübungsplatz bei Jüterbog

(Teltow-Fläming) gelöscht.

Die Großschadenslage sei aufgehoben

worden und die Zuständigkeit

für die weitere Brandbekämpfung

offiziell an die Stadt Jüterbog und die

Gemeinde Nuthe-Urstromtal zurückgegangen,

sagte Kreisbrandmeister

Tino Gausche am Montag.

Bisher war der Landkreis TeltowFläming

für den Brandschutz zuständig.

Der Regen Sonntagnacht

brachte nach Gausches Angaben

weitereStabilisierung.

Zuvor hatte ein Polizeihubschrauber

mit einer Wärmebildkamera

abschließend die Lage erkundet.

„Es gibt um einzelne Baumstämme

herum noch Glutnester.

Dort brennt es weiter Richtung

Wurzelwerk“, sagte Gausche. Essei

aber alles unter Kontrolle.„Die Fläche

braucht jetzt noch einmal richtig

viel Regen.“ Der Kreisbrandmeister

hatte den Brand bei Jüterbog

als „einmalige Dimension“ bezeichnet.

Nach Einschätzung des

Umweltministeriums war es der

größte Waldbrand in Brandenburg

seit Jahrzehnten.

Etwa eine Woche hatten die Einsatzkräfte

gegen die Flammen gekämpft.

Betroffen war am Sonntag

noch eine Fläche von 744 Hektar –

das entspricht mehr als 1000 Fußballfeldern.

Bis zum Montagmorgen

waren noch 153 Feuerwehrleute und

36 Fahrzeuge vor Ort im Einsatz. Sie

seien nun abgezogen worden, bestätigte

Gausche.

Landrätin Kornelia Wehlan

(Linke) dankte den vielen freiwilligen

und hauptamtlichen Feuerwehrleuten,

Kreiswehren und anderen

Hilfskräften aus ganz Brandenburg

und dem Bund. Den Einwohnern

der umliegenden Orte

versicherte sie: „Wir werden auch

weiterhin alles tun, damit Siehier gut

und unbesorgt leben können.“

Schwierig war der Einsatz vor allem

auch deshalb,weil auf dem ehemaligen

Truppenübungsplatz noch

immer alte Munition lagert. Bis1992

wurde das Gelände militärisch genutzt.

Blindgänger blieben liegen,

alte Kampfmittel verrotteten im Erdboden

und wurden so unberechenbar.

(dpa)

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Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 15

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Berlin

Willy Brandt schaut zu.

Auf einer Konsole im

holzgetäfelten Büro

von Angelika Schöttler,Bürgermeisterin

vonTempelhof-

Schöneberg, steht eine Büste des

Übervaters des frühen West-Berlins

–und der SPD, der auch Angelika

Schöttler angehört. Im Gespräch

entpuppt sich die Bezirks-Chefin als

überhaupt nicht eingeschüchtert

und sehr vorwärtsgewandt.

Frau Schöttler, Tempelhof-Schöneberg

ist der Bezirk des Regierenden

Bürgermeisters und seit langem auch

Ihr Bezirkals Bürgermeisterin. In ein

paar Worten: Wasmacht ihn aus?

Den Bezirk macht die Vielfältigkeit

aus.Esgibt nichts,was es bei uns

nicht auch gibt: Wirhaben den quirligen

Schöneberger Norden, wir haben

den queeren Kiez,wir haben das

Künstlerviertel mit der dichtesten

Bebauung Berlins in Friedenau, wir

haben den Tempelhofer Hafen, die

Hungerharke, das Rathaus Schöneberg,

aber wir haben eben auch einen

Naturranger in der Naturschutzstation

Marienfelde. Wir bieten einfach

alles. Meine Aufgabe ist es, das

alles unter einen Hutzubringen.

Tempelhof-Schöneberg – vor allen

Dingen Tempelhof –ist geprägt von

Industrie. Wie unterscheidet sich dadurch

IhreArbeit vonder Ihrer Kollegen

aus anderen Bezirken?

Für mich geht es immer um Wohnen

und Arbeiten. Wir dürfen nicht

das eine und das andere gegeneinander

ausspielen. Wir brauchen den

Mix. Neben dem dringend benötigtenWohnungsbau

denke ich auch an

die Schaffung weiterer Gewerbeflächen,

um Ausbau und Ansiedlung

möglich zu machen. Dasunterscheidet

uns vonanderen.

Eine Frage zu Ihrem politischen Werdegang:

Siehaben 2002 als Stadträtin

für Familie, Jugend und SportimBezirksamt

angefangen. Sind das bis

heute IhreThemen?

Viele Themen ziehen sich in der

Tatdurch. Damals habe ich mich um

den Übergang vonSchule in den Beruf

aus Sicht der Jugendlichen gekümmert.

Heute mache ich als Wirtschaftsdezernentin

dasselbe, nur

vom anderen Ende her gedacht, aus

Sicht der Unternehmen. Diese brauchen

dringend Fachkräfte. Mir geht

es um die Menschen und die Unternehmen.

Wo hakt es denn derzeit besonders?

Große Probleme bereitet die Suche

nach Personal. Wirsuchen in allen

Bereichen der Verwaltung. Als

oberste Personalmanagerin werbe

ich überall damit, dass wir als Bezirk

ein toller Arbeitgeber sind. Qualifizierte

Bewerbungen sind hochwillkommen

und dringend nötig. Im Jugendamt

sind wir endlich aus dem

großen Personaldefizit herausgekommen.

Dasfreut mich sehr.

Berlin wächst jährlich um 30 000 bis

40 000 Einwohner. Es gibt die bekannten

Boom-Bezirke. Dazu gehört

Tempelhof-Schöneberg nicht. Gibt es

bei Ihnen überhaupt Wachstum?

Tempelhof-Schöneberg wächst

auch.Wirliegen mit zirka 3000 zugezogenen

Menschen jährlich etwa in

der Mitte. Wir spüren das schon in

den Kitas,wir werden es auch in den

Schulen stärker spüren als im Moment.

Und wir spüren es auf dem

Wohnungsmarkt.

Auf diesen Markt drängen auch

Flüchtlinge, wenn sie aus den Unterkünften

ausziehen. Bei Ihnen leben

besonders viele Flüchtlinge in großen

Unterkünften, etwa in den Containern

auf dem Tempelhofer Feld. Wie

geht’s weiter?

In diesem Jahr wird die Unterkunft

auf dem Tempelhofer Feld abgebaut.

ZurZeit werden für alle Menschen

die Umzugspläne gemacht.

Ganz wichtig ist es mir,dass die Kinder

und Jugendlichen an ihren Schulen

bleiben können. Wirhaben auch

im Bezirk Einrichtungen, in denen

noch Platz ist. Es werden keine weiteren

Unterkünfte schließen.

Apropos Flughafen Tempelhof. Hat

der Bezirküberhaupt Einfluss darauf,

was dortmöglich ist?

Bei der Entwicklung des Gebäudes

ist der Bezirkgut vertreten in den

Gremien und wird sich intensiv einbringen.

Wasdas große Feld betrifft,

hat das Tempelhof-Gesetz Festlegungen

getroffen, die wenig bis gar

keine Gedanken über Veränderungen

zulassen.

Waswürden Siesich wünschen?

Ich würde eine moderate Randbebauung

bevorzugen. Das würde

nach meiner Meinung auch nicht

den Charakter des Feldes kaputt machen,

das als große Freifläche erhalten

werden sollte. Wir sollten noch

einmal diskutieren, was die Stadt

braucht: natürlich neue Wohnungen,

aber auch soziale Infrastruktur

und Gewerbeflächen. Und für die

Entwicklung des Gebäudes wünsche

ich mir schnelle Fortschritte, denn

wir brauchen den Raum dringend.

Wir sprachen über Wirtschaftsförderung.

Wasist da besonders wichtig?

Ich habe zuletzt im Rat der Bürgermeister

einen Antrag eingebracht,

der sagt: keine Umwandlung

von Gewerbe- und Industrieflächen

in Infrastruktur- oder Wohnungsbauflächen.

Einfach gesagt: Gewerbefläche

bleibt Gewerbefläche.

Dasklingt fast so,als wollten SieTempelhof-Schöneberg

zum Industriebezirkmachen


Wirsind Industriebezirk, da muss

ich gar nichts machen. Wir streiten

uns immer mit Spandau darum, wer

an Platz 1steht. Es soll aber auch so

bleiben. Der nächste Schritt ist, eine

Marke Tempelhof-Schöneberg gemeinsam

mit den Unternehmensnetzwerken

zu entwickeln.

Aber dabei würde es eher um Tempelhof

gehen, in Schöneberg sieht es ja

ganz anders aus.

„Ich bin ein Mensch

des Kompromisses“

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) über das Tempelhofer Feld,

Zuständig für Tempelhof und Schöneberg: Angelika Schöttler (SPD).

den Wohnungsbau und neue Radwege

„ “

Es geht um Tempelhof und

Schöneberg. In Schöneberg gibt es

eher mittelständisches Gewerbe an

vielen Ecken und Orten, aber auch

Herausragendes. Dazu zählt zum

Beispiel auch der Euref-Campus

am Gasometer als leuchtendes Beispiel

für Innovation, Forschung

und Gewerbe. Mitten in Schöneberg.

Dafür gibt es gerade in Schöneberg

immer wieder Zoff, wenn irgendwo

etwas gebaut werden soll. Zum Beispiel

die Friedenauer Höfe, ein Wohnungsbauprojekt

auf dem ehemaligen

Güterbahnhof Wilmersdorf. Wie

kann man verschiedene Interessen

ausgleichen?

Man muss immer reden, überzeugen,

Kompromisse schließen. Ich

bin ein Mensch des Kompromisses.

Aber es gab schon Projekte mit besonders

viel Widerstand. Das finde

ich schade, aber auch hier gilt, viel

Lassen

Sie uns

über Berlin

reden

Bürgermeister

spezial

Angelika Schöttler,56, ist die Tochter vonAlfred Gleitze, in den 70er-Jahren Stadtrat und

Bürgermeister vonSchöneberg.Nach dem Abitur arbeitete sie 20 Jahre bei Schering.

1989 ließ sie sich erstmals in die Bezirksverordnetenversammlung wählen.

In die Politik ging sie endgültig erst, als ihr Mann sich entschloss, zuhause zu bleiben und

sich um die drei gemeinsamen Kinder zu kümmern.

Von2002 bis 2011 war Schöttler Bezirksstadträtin für Familie, Jugend und Sport, seit 2011

ist sie Bürgermeisterin vonTempelhof-Schöneberg.Zudem ist sie Landeskassiererin der SPD.

miteinander zu reden. Etwa an der

Bautzener Straße …

…woeine Brache neben der S-Bahn

bebaut werden sollte …

…und inzwischen ja auch bebaut

wird. Im Moment haben wir Konflikte

mit Anwohnern amMühlenberg…

…das ist eine kleine Straße hinterm

Rathaus Schöneberg. Dort sollen Sozialwohnungen

entstehen.

Genau, und da gibt es eine sehr

heftige Konfrontation. Dabei sind

wir mit den Neubauplänen schon

deutlich runtergegangen. Ursprünglich

waren sehr viel mehr Wohnungen

geplant als jetzt. Doch es gibt immer

noch Anwohner, die nicht zufrieden

sind. Irgendwann aber muss

man dann auch mal machen.

Erleben Sie solchen Widerstand eigentlich

auch in Tempelhof? Oder ist

das eine EigenartinSchöneberg?

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Nein, das finden Sie überall, damit

muss man überall umgehen.

Und esist ja auch richtig. Am Ende

müssen die Menschen in der Nachbarschaft

damit leben. Wir erleben

das zum Beispiel an der NeuenMitte

Tempelhof, einem Gebiet zwischen

Rathaus Tempelhof und Alt-Tempelhof.

Da können sich im Moment

auch viele nicht vorstellen, was dort

entstehen kann. Zum Beispiel eine

neue Bibliothek an einem neuen Ort.

Auch da hilft nur: offen die Planung

auf den Tischlegen und reden.

Ganz Berlin spricht über Verdrängung,

die Angst vorWohnungsverlust

durch Mietsteigerung, von Enteignung

großer Immobilienunternehmen.

Auch bei Ihnen gibt es die Deutsche

Wohnen oder die Vonovia.

Leider sind es nicht nur die Deutsche

Wohnen und die Vonovia, die

uns an vielen Stellen Sorgen bereiten.

Wir müssen deutlich breiter

denken. Zum Beispiel, indem man

das Instrument der sozialen Erhaltungsgebiete,

den Milieuschutz,

stark einsetzt. Da sind wir in Schönebergschon

sehr weit, gucken jetzt

zunehmend aber auch nach Tempelhof.

Mankann nicht alles verhindern,

aber wir haben tatsächlich

schon viel abdämpfen können.

Wenn wiresdann noch schaffen, einen

Mietendeckel einzuziehen, wie

es die SPD ja gerade fordert, sind wir

sehr weit vorne. Damit würden

nicht nur die Menschen in Wohnungen

der Deutsche Wohnen vor

Mieterhöhungen geschützt sein,

sondernalle.

Das heißt: Enteignen wäre keine Lösung

für Tempelhof-Schöneberg. Was

istIhr Vorschlag?

Enteignen im Einzelnen, das

heißt gezielt für ein Objekt, kann ein

allerletztes Mittel sein, schafft aber

keinen zusätzlichen Wohnraum.

Wasmacht der Bezirk?Zum Beispiel

brauchen wir im Doppelhaushalt

2020/21 mehr Personal, das stärker

kontrollieren und gegen Missstände

vorgehen kann. Nehmen Sie das

Beispiel der Grunewaldstraße 87,

das uns in der vorigen Legislaturperiodeimmer

wieder beschäftigt hat.

In den Medien hieß es nur „Das Horrorhaus“,

weil dort schlimme Zustände

herrschten. Der Hausbesitzer

wollte die letzten Mieter vergraulen,

um das Haus leerzuziehen.

Es ist uns durch permanentes Dagegenhalten

gelungen, den Hausbesitzer

zu stoppen. Inzwischen haben

sich die Verhältnisse verbessert und

die Altmieter sind noch da. Daszeigt,

dass man mit der Anwendung der

normalen Gesetze einiges erreichen

kann.

Ein weiteres Berliner Großthema ist

die Entwicklung des Verkehrs, weg

vom Individualverkehr mitVerbrennungsmotoren

hin zu Alternativen,

natürlich auch zur Stärkung des

Fahrradverkehrs. Wieweitsind Sie?

Oh,dahaben wir noch eine lange

Wegstrecke vor uns. Ich teile und

unterstütze ausdrücklich das Ziel,

denVerkehrsraum gerechter aufzuteilen.

Am lange diskutierten Tempelhofer

Damm soll zum Beispiel

die Straßengestaltung verändert

werden in Richtung mehr Raum

und Sicherheit für Radfahrende.

Und wir wollen die Straße vom Lieferverkehr

entlasten, indem wir einen

Hub einrichten. Dort werden

die Güter auf Lastenfahrräder umgeladen,

und die beliefern die Geschäfte.

Der Hub soll in der Nähe

derAutobahn entstehen.

Welche Entlastung würde das bringen?

Das müssen wir ausprobieren.

Ein Hub hat einen Einzugskreis von

zwei Kilometern.

Undwas sagen die Geschäftsinhaber

dazu, die auf die täglichen Lieferungenmit

Lasternangewiesensind? Lachen

dieüber dieIdeemit denLastenfahrrädern?

Nein, gar nicht. Wir haben schon

sehr positive Signale erhalten. Vielleicht

entwickelt sich so ein Hub ja

sogar zu einem Werbefaktor. Wir

können aber noch nicht sagen, wie

viele Unternehmen sich beteiligen

werden.

Glauben Sie, wir beide erleben das

noch, dass der Tempelhofer Damm

undder MariendorferDamm lebenswerteStraßen

werden?

Wir beide werden noch erleben,

dass der Tempelhofer Damm deutlich

anders, deutlich aufgewertet

wird. Dasist ein spannender Prozess.

Wirwerdenfür Fahrräder mehr Platz

schaffen.

Auf der Schöneberger Seite wird den

Fahrradfahrern auch nicht viel geboten.

Tutsich da etwas?

Natürlich tut sich auch in Schöneberg

etwas.Wir haben hier schon

eine ganze Menge über Nebenrouten

organisiert. Solche Nebenrouten

gibt es zum Beispiel parallel zur Martin-Luther-Straße

und zur Hauptstraße.

Außerdem könnte ich mir

vorstellen, dass das Prinzipder Steglitzer

Schlossstraße mit ihren breiten

Fahrradspuren bis in die Rheinstraße

verlängertwird. Dasliegt aber

in der Zuständigkeit des Senats.Aber

es stimmt, weitereIdeen gibt es viele.

Wassind weitereVerkehrsprojekte?

Für mich ein sehr spannendes

Projekt wäre die Neugestaltung des

Nollendorfplatzes. Wir wollen die

Fahrbahn der Kleiststraße schmaler

machen. Und unter der Hochbahn,

da wo jetzt der Nord-Süd-Verkehr

Richtung Tiergarten entlangrollt,

könnte ein Stadtplatz entstehen, mit

schönen Aufenthaltsflächen und einem

BVG-Gebäude. Das entspricht

übrigens auch der historischen Situation.

Leider fehlt es für diese sehr

große Idee der Neugestaltung des

Straßenraumes noch am notwendigen

Personal im Bezirk und auf der

Senatsebene.Aber das bleibt bei mir

auf der Wunschliste.

DasGespräch führte ElmarSchütze.


16 Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Wissenschaft

Lange Nacht der Wissenschaften

Teil 2–Buch

15. Juni 2019, 17 bis 24 Uhr (in Buch 16 bis 23 Uhr)

GETTY IMAGES

Historie und Hightech

Rundgang zur Geschichte des Campus: In

Berlin-Buch gibt es seit mehr als 85 Jahren

medizinisch-biologische Forschung.1930

wurde das Institut für Hirnforschung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

mit angeschlossener

neurologischer Klinik in Betrieb genommen.

Ab 1947 übernahm die Akademie der

Wissenschaften, nach der Wende entstanden

1992 das Max-Delbrück-Centrum für

Molekulare Medizin (MDC), 1995 der Biotech-Park

und im Jahr 2000 das Leibniz-Forschungsinstitut

für Molekulare Pharmakologie

(FMP). Führung mit Professor Helmut

Kettenmann, MDC, Treffpunkt vordem Torhaus.

16.30 und 19.30 Uhr.

Der Campus heute: Forschung,Kliniken,

Unternehmen. Rundgang mit Christina

Quensel, Geschäftsführerin der Campus

Berlin-Buch GmbH, die den Campus betreibt.

18 Uhr,Treff Infopunkt Max Delbrück

Communications Center (MDC.C).

Historische Mikroskope in einer Ausstellung

am MDC. MDC/KATHARINA BOHM

Mikroskope gesternund heute: Die Tatsache,

dass alle Gewebe bei Pflanzen und Tieren

aus Zellen bestehen, ist eine Erkenntnis,

die nur mit Hilfe vonMikroskopen möglich

wurde. Nachdem die Zelltheorie in der ersten

Hälfte des 19. Jahrhunderts in Berlin

entwickelt war,entstand bald eine neue Industrie:

die Herstellung vonMikroskopen. In

der Ausstellung historischer Mikroskope aus

Berlin und Brandenburg lernen Besucher

die Anfängedieser Branche kennen und bekommen

einen Einblick, welche Rolle die

Mikroskopie heute spielt. MDC.C, Flur im 2.

und 3. OG, 16 bis 23 Uhr.

Das etwas andere Kino: Live-Versuche mit

modernsten Lichtmikroskopen. Besucher

lernen die Methode der Mikroskopie kennen,

speziell die der Fluoreszenzmikroskopie.

Forscher zeigen Experimente an lebenden

Zellen, ein Beamer projiziertdie Versuche

an die Laborwand. Leibniz-Forschungsinstitut

für Molekulare Pharmakologie

(FMP), MDC.C, Treff Infopunkt im Foyer,

16.30, 18, 19.30 und 21 Uhr.

15. Juni 2019

17 -24Uhr

Bergluft in Berlin

Charité-Forscher untersuchen den Effekt von Höhentraining gegen Übergewicht und Diabetes

VonAnne Brüning

Die Kammer, in der sich

der Stoffwechsel austricksen

lässt, ist eher

unscheinbar. Weiße

Wände, grauer Boden, an der Front

eine große Glasscheibe wie in einer

Pförtnerloge. Dass in dem drei mal

drei Meter großen Raum der Körper

auf Touren gebracht werden soll, verrät

ein Laufband, das rechts an der

Wand steht, wenn man über die

Schwelle tritt. Ein weiteres Indiz,

dass hier Ungewöhnliches geschieht,

sind drei Einlässe an der Decke.Sie

sehen aus wie Abluftvorrichtungen.

Tatsächlich sind sie dazu da,

die Raumluft zu manipulieren.

Denn in der Hypoxie-Kammer

des Experimental and Clinical Research

Center (ECRC) auf dem Campus

Buch erkunden Forscher der

Charité zusammen mit Kollegen des

Max-Delbrück-Centrums für Molekulare

Medizin, was sich im Körper

tut, wenn bei sportlicher Betätigung

wenig Sauerstoff zur Verfügung steht

–sowie es in großen Höhen der Fall

ist.

Um Bergluft zu simulieren, veränderndie

Forscher um Michael Boschmann

den Sauerstoffgehalt der Luft.

„Normalerweise haben wir etwa 20

Prozent Sauerstoff in der Luft. Durch

Einleitung von Stickstoff können wir

den Anteil zum Beispiel auf 15 Prozent

senken. Dann ist die Luft so zusammengesetzt

wie in 3000 Metern

Höhe“, berichtet der Mediziner, der

sich seit vielen Jahren mit der Erforschung

des Stoffwechsels befasst. Bis

zu 4500 Meter Höhe sind machbar in

der Bucher Kammer.Nur das Bergpanorama

fehlt –und der Luftdruck verändertsich

nicht.

Doch es kommt auf die Minderversorgung

des Körpers mit Sauerstoff

an, Hypoxie genannt. Sie kann

einiges bewirken. Das wissen Ausdauersportler,

die in den Bergen

Trainingslager machen, seit Jahrzehnten.

„Dabei hat sich herausgestellt,

dass es gar nicht darauf ankommt,

so lange wie möglich in hohen

Lagen zu trainieren. Effektiver

sind regelmäßige Hypoxie-Reize“,

sagt Boschmann.

Inzwischen wissen Forscher,dass

Höhenluft den sogenannten Hyp-

LANGE LACHT

DIE WISSENSCHAFT!

Beim ScienceSlam istLachmuskeltraining garantiert,

wenn unseremutigen Akteureihr Forschungsthema

auf spannende Weise präsentieren.

Haus 6|23.00 Uhr |Bunsen-Saal

(max. 400 Teilnehmer)

Vollständiges Programm

und weitereInformationen:

www.adlershof.de/lndw

Laufen wie in großen Höhen ist in der Hypoxie-Kammer möglich.

Buch

Sonderbusroute

Berlin-Buch

Wiltbergstr.

Karower Chaussee

R.-Rössle-Str.

Alt-Buch

1 2

Lindenberger Weg

3

4

5 6 7

1 Torhaus

2 GläsernesLabor

3 Experimentierhalle

4 Festwiese

5 Erwin-Negelein-Haus, Gläsernes Labor

&Akademie der Gesundheit

6 Festwiese am Blauen Bären

8

9

Rathenaustr.

Schwanebecker Chaussee

10

MDC/DAVID AUSSERHOFER

7 MaxDelbrück CommunicationsCenter

8 Hermann-von-Helmholtz-Haus, Max-

Delbrück-Centrumfür Molekulare

Medizin (MDC)

9 Leibniz-Forschungsinstitut für

Molekulare Pharmakologie (FMP)

10 Helios Klinikum Berlin-Buch

BLZ/HECHER; QUELLE: LANGE NACHT DER WISSENSCHAFTEN

Teddyklinik und Kinder-Uni

oxie-induzierten Faktor, kurz HIF,

aktiviert. Dabei handelt es sich um

eine Art Schalter, der bestimmte

Gene aktiviert, auch Transkriptionsfaktor

genannt. Beimangelnder Sauerstoffversorgung

„weckt“ er zum

Beispiel das Erythropoetin-Gen, das

wiederum die Neubildung vonroten

Blutkörperchen bewirkt, die für den

Sauerstofftransport zuständig sind.

Andere Gene sorgen mithilfe von

HIF dafür, dass neue Blutkapillaren

sprießen und dass insgesamt neues

Blut gebildet wird.

Doch der wundersame Faktor bewirkt

noch mehr.„Voreinigen Jahren

wurde entdeckt, dass er sich auch

auf den Stoffwechsel auswirkt und

die Fettverbrennung ankurbelt“, berichtet

Boschmann. „Normalerweise

wird die maximale Fettverbrennung

erreicht, wenn man mit halber Kraft

trainiert, also 50 Prozent der maximalen

Leistung erbringt. Bei Sauerstoffmangel

ist der Effekt schon mit

30 Prozent der maximalen Leistung

erreicht“, erläutert der Mediziner.

Das ist sehr praktisch und vor allem

für Menschen mit Übergewicht

nützlich. Denn es bedeutet, dass

man sich beim Workout in einer

Hypoxie-Kammer weniger anstrengen

muss, ummaximal viel Fett zu

verbrennen.

Boschmanns Idee ist es, diesen

Effekt im Kampf gegen Übergewicht,

Bluthochdruck und Diabetes zu nutzen.

„Es ist wichtig, regelmäßig den

Fettstoffwechsel zu aktivieren“, erläutert

der Forscher. Esgehe darum,

Fettreserven, die in der Muskulatur

und der Leber gespeichert sind, zu

mobilisieren. Auf diese Weise sinke

das Risiko für Diabetes und Herz-

Kreislauf-Krankheiten.

In Studien erkundet seine Arbeitsgruppe,wie

häufig der Hypoxie-

Reiz notwendig ist, um die Gesundheit

zu verbessern. In der Langen

Nacht bietet sein Team eine 60-minütige

Führung im ECRCan. Gezeigt

wird bei der Kombi-Tour auch die

Stoffwechselkammer,inder die Kohlenhydrat-

und Fettverbrennung bestimmt

werden können.

Workout in großen Höhen –wiederbelebter Ansatz

im Kampfgegen Übergewicht und Diabetes

(Kombi-Tour). Führungen 16, 17.30, 19 und

20.30 Uhr.Anmeldungu.StartInfopunktMDC.C

„Wir bewegen Ihr Leben“ ist das Lange-Nacht-Motto am Helios-Klinikum Buch

Veranstaltungen für die ganzeFamilie

und alle Lebenslagen stehen

im Helios-Klinikum Buch am

Sonnabend auf dem Programm. Zu

beachten ist, dass für einige Angebote

die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Tickets und Karten für die Führungen

sind ab 15 Uhr amInfotisch erhältlich.

Einpaar Highlights:

Kuscheltierröntgen: Kinder erfahren,

was man sieht, wenn das Körperinnere

durchleuchtet wird. Lieblingskuscheltier

mitbringen! Mitmachexperiment,

bis 20 Uhr, Gang vor

Atrium C2.

Kinder-Uni: Wie fühlt sich das Alter

an? Wo kommt der blaue Fleck her?

Wiegeht Schlüssellochchirurgie? Aktionsstände

für 7- bis 12-Jährige.Die

Kinder erhalten Immatrikulationsbescheide,

Mensakarten und abschließend

Diplome. 16bis 20 Uhr,

Treff Infotisch.

Teddy- und Puppenklinik: Kinder bekommen

spielerisch einen Einblick

und Vertrauen in die Welt der Medizin.

Sie begleiten als „Eltern“ ihre

Teddys oder Puppen durch die gesamte

Untersuchung und Behandlung.

Für 3- bis 7-Jährige.Atrium D2.

Künstliche Gelenke: Ärzte erläutern

die Möglichkeiten der sogenannten

Primär- und Revisionsendoprothetik

des Hüft- und Kniegelenks und

zeigen das Spektrum aller Verfahren

der modernen konservativen und

operativen Orthopädie.17, 18.30, 20,

21.30 Uhr. Foyer/Shopmeile.

Jede Minute zählt! Keine Angst vor

Erster Hilfe und Reanimation! Experten

des Notfallzentrums zeigen, wie

man im Ernstfall richtig reagiert –

und wie man seinen Kreislauf und

die Atmung selbst checkt.

Foyer/Shopmeile,16bis 23 Uhr.

Spürnasen retten Menschenleben:

DieRettungshundestaffel Barnim ist

zu Gast und demonstriert, wie die

Vierbeiner nach vermissten Menschen

suchen und wie mit Rettungshunden

samt Einsatzausrüstung geübt

wird. Hunde-Streicheleinheiten

sind erlaubt. Wiese,16bis 20 Uhr.

Kleines Organ –große Aufgabe: Experten

der Nuklearmedizin bieten

Ultraschall der Schilddrüse an.

Atrium C2, 16 bis 22 Uhr.

Experimente und Shows

Diagnostik-Scout: Laborwerte selbst erstellen

und interpretieren. Besucher lernen Methoden

auf den Gebieten Hämatologie, klinische

Chemie, Mikrobiologie und Histologie

kennen. Führung der Akademie der Gesundheit

Berlin/Brandenburg e. V.,Erwin-Negelein-Haus,

16, 17, 18 und 19 Uhr.

Darmbakterien, die Helden der Molekularbiologie:

Teilnehmer des Workshops lernen

zwei Techniken kennen, die dank Darmbakterien

entwickelt wurden und dürfen den

sogenannten Restriktionsverdau selbst vornehmen.

Dabei wird das Erbmaterial DNA

geschnitten. Gläsernes Labor,stündlich

16.30 bis 21.30 Uhr.Ab14Jahren, begrenzte

Personenzahl, Anmeldung am Infopunkt

im Max Delbrück Communications

Center (MDC.C).

Das begehbare Darmmodell: Durch den

menschlichen Darmspazieren? In der LangenNacht

ist es möglich. MDC-Wissenschaftler

stehen für Erläuterungen bereit.

FoyerMDC.C, 16 bis 21 Uhr.

Gewinnen Sie

mit der Berliner Zeitung

und holen Sie sich unsere App:

Zeigen Sie uns Ihr eindrücklichstes

Erlebnis

bei der Langen Nacht am

15. Juni. Das beste Foto oder

Video zeichnen wir aus –mit

einem E-Paper-Abo.

Machen Sie mit

Wieso, weshalb,warum? Wernicht fragt,

bleibt dumm! Mitmachexperimente für Kinder

mit dem Robert-Havemann-Gymnasium.

Experimentierhalle, 16 bis 22 Uhr.Für

Grundschulkinder und deren Eltern.

Echt oder Fake: eine interaktiveShowvon

MDC und FMP,inder es darum geht „alternative“

vonechten Fakten zu unterscheiden.

Testen Sie Ihr Gespür.Der Weltmeister der

Zauberei, Manuel Muerte, begleitet durch

das Programm. MDC.C, Bühne im Foyer,

21.30 Uhr.

Experimentieren mit dem Forschergarten:

der Wegunserer Nahrung durch den Körper.

Waspassiertmit dem Stück Schokolade

nach dem Kauen und Schlucken? Geeignet

für Vor- und Grundschulkinder und deren Eltern.

Experimentierhalle, Mensa, 16 bis 22

Uhr.

Isoliertdie DNA aus Früchten: In diesem

Experiment können Besucher in einfachen

Schritten die Erbinformation aus Früchten

isolieren und sichtbar machen. Für Kinder

von8bis 14 Jahren, Gläsernes Labor,

16.30, 17.30, 18.30, 19.30 Uhr.Treff Infopunkt

MDC.C.

Alles leuchtet! Die Chemie der Farbstoffe:

Natürliche und synthetische Farbstoffe begegnen

uns im Alltag überall. Teilnehmer lernen

in farbenprächtigen Experimenten die

Wirkung vonFluorescein, Luminol und Aesculin

kennen. Mitmachexperiment, Gläsernes

Labor,Treff Infopunkt MDC.C, ab 12 Jahren,

begrenzte Personenzahl, Anmeldung erforderlich.

Das komplette Programm online:

www.lndw19.de

Einleuchtend: Experiment zur Chemie

der Farbstoffe. CAMPUS BERLIN-BUCH/PETER HIMSEL


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 17 *

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Sport

Mit

letzter

Kraft

Die Füchse Berlin bleiben

im internationalen Geschäft

VonCarolin Paul

Hängende Köpfe, verzweifelte

Gesichter und eine Menge Enttäuschung.

Es war ein Bild, das die

gesamte Spielzeit widerspiegelte.Bei

der letzten Begegnung der Saison

unterlagen die Handballer der

Füchse Berlin zu Hause gegen die

HSG Wetzlar 25:27 (14:11). Vondaan

war klar, dass andere über den Verbleib

im internationalen Geschäft

entscheiden würden. Alle Blicke waren

nach Düsseldorf gerichtet, wo

sich die Verfolger vom Bergischen

HC mit Flensburgduellierten. Bisdie

rettende Botschaft kam: Die Rheinländer

mussten sich dem neuen und

alten Meister geschlagen geben, wodurch

den Füchsen der sechste Platz

in der Liga blieb und sie in der kommenden

Saison wieder das europäische

Parkett bespielen dürfen.

Glück im Unglück, wenn man den

Spielverlauf betrachtet. Die Mannschaft

von Trainer Velimir Petkovic

war verhalten gestartet, konnte sich

allerdings nach einer Viertelstunde

leicht absetzen. Grund war Mattias

Zachrisson im Rückraum, der zusammen

mit Paul Drux, so gut es

ging versuchte, die vom verletzten

FabianWiede hinterlassene Lücke zu

schließen.

DerTrainer grollt

Was sich die Füchse jedoch in der

ersten Halbzeit hart erarbeitet hatten,

verspielten sie schnell nach der

Pause.Sehr zum Unmut des Füchse-

Trainers. Auf und ab lief der 62-Jährige

an der Seitenlinie, stemmte die

Arme in die Seite und verfolgte das

Geschehen. So hatte sich Petkovic

das letzte Heimspiel nicht vorgestellt.

Wiederholt nahm er sich seine

Spieler einzeln zur Brust, erklärte,

sprach Mutzu. Doch so richtig wollte

nichts funktionieren.

Stehend k.o., sagt Paul Drux, sei er im

letzten Saisonspiel gewesen. DPA/GORA

„Das ist eine riesen Enttäuschung

für mich, besonders hier und heute.

Natürlich bin ich alsTrainer nicht zufrieden

mit einer Niederlage, aber

wem soll ich jetzt böse sein?“, fragte

Petkovic. Der Coach konnte nicht

umhin, seine Spieler für die Saisonleistung

zu belobigen. Schließlich

hat es am Ende für die Europapokal-

Qualifikation und zwei Final-Four-

Teilnahmen gereicht.

„Wir sind in der zweiten Halbzeit

stehend k.o.gegangen. Jetzt sind wir

einfach froh, dass es trotzdem gereicht

hat.“, sagte Drux nach dem

Abpfiff. Die Erleichterung war dem

Nationalspieler anzumerken. Nicht

nur über den Sieg, sondern ebenso

über das Ende der Saison: „Ich bin

glücklich, wenn ich mich heute

Abend in mein Bett legen und morgen

ausschlafen kann.“

Bevor esgänzlich in den Urlaub

ging, wurde es allerdings noch einmal

emotional. Bei der Verabschiedung

von Bjarki Mar Elisson, Erik

Schmidt und Malte Semisch flossen

neben dem einen oder anderen Kaltgetränk

auch die Tränen. Positives

gab es dennoch: Jacob Holm verlängerte

seinen Kontrakt vorzeitig bis

2024. Darüber hinaus erhält Nachwuchstalent

Torben Matzken seinen

ersten Profivertrag.

Der Ball ist sein Freund: Fünf Tore schoss Serge Gnabrybislang in sechs Länderspielen.

Jung und wild

Serge Gnabry,23, überzeugte im ersten Jahr für Bayern. Auch beim DFB-Team soll er nun zur Größe werden

VonPatrick Berger

Der hartnäckige Reporter

wollte es einfach nicht

wahrhaben. Gleich dreimal

fragte er nach. Wie

Serge Gnabry denn künftig seine

Rolle in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft

sehe, wollte der

Sportjournalist wissen. „Das müssen

sie den Bundestrainer fragen“, antwortete

der Profi des FC Bayern

München. „Deshalb frage ich ja, wie

du es selbst siehst“, erwiderte der

Reporter.„Das ist hier kein Wunschkonzert,

denke ich“, entgegnete

Gnabryaugenzwinkernd.„Aber man

kann ja mal was hinterlegen“, versuchte

es der Fragesteller ein weiteres

Mal, um dann endgültig abgewiegelt

zu werden: „Ich habe nichts

zu hinterlegen“, sagte Gnabry und

grinste.Dann akzeptierte der Reporter,dass

ein erneutes Nachfragen bei

Gnabry„ziemlich aussichtslos“ sei.

Auch im dritten EM-Qualifikationsspiel

in Mainz gegen Estland

(20.45 Uhr/RTL) will Serge Gnabry

lieber Taten stattWortesprechen lassen.

Damit ist er in der sich zu Ende

neigenden Spielzeit ganz gut gefahren.

So gut, dass er sogar seinen Vereinspräsidenten

zum Staunen

brachte.„Wirdachten, na ja, den holen

wir jetzt einmal zurück, und

dann schauen wir,oberhin und wieder

spielt“, verriet Uli Hoeneß, 67,

kürzlich im„Kicker“. Jetzt sei Gnabry

aber Stammspieler, mache sehr viel

Spaß und sei „die größte Überraschung

in dieser Saison –und zwar in

positiver Hinsicht“.

Gnabry gelang vor kurzem das

Kunststück, mit nun drei verschiedenen

Vereinen in drei aufeinanderfolgenden

Bundesliga-Spielzeiten

zweistellig zu treffen. Das schafften

vorher nur Erwin Kostedde (1974-

77) und Jürgen Wegmann (1985-88).

Der gebürtige Stuttgarter schoss

2016/17 für Werder Bremen elf Tore

und traf 2017/18 als Leihspieler in

Hoffenheim und jetzt beim FC Bayernjezehnmal.

Nach RobertLewandowski

(22 Tore) war der 23-Jährige

damit der zweitbeste Bundesliga-

Torschützebeim Rekordmeister.

42 Pflichtspiele bestritt Gnabryin

der Saison 2018/2019 für die Münchner,

erzielte dabei 20 Tore und gab

neun Vorlagen. „Ich bin sehr happy,

„Es fühlt sich an, als wären wir eine U21.

Wir fühlen uns jung, sind sehr vertraut

miteinander und kennen uns

alle schon sehr lange.“

Serge Gnabry gehört zuden 14 Spielern imaktuellen Kader der deutschen Nationalmannschaft,

die 25 Jahre oder jünger sind.

dass ich in meinem ersten Jahr das

Vertrauen bekommen und so viel gespielt

habe“, sagt Gnabry, der künftig

auch bei der Nationalmannschaft

eine bedeutende Rolle spielen soll.

Assistenztrainer Marcus Sorg,52, der

den fehlenden Bundestrainer Joachim

Löw, 59, erneut vertreten wird,

sagt über den Offensivakteur:„Serge

ist ein variabler,sehr spezieller Spieler

und deshalb auch fest eingeplant.

Legende aus dem All

GETTY IMAGES

Er hat das Potenzial, ein fester Bestandteil

hier bei uns zu werden.“

In der ausverkauften Mainzer

Arena wird der Sohn eines Ivorers

und einer Schwäbin heute Abend gegen

den Weltranglisten-96. wohl

wieder vonBeginn an auflaufen. Wie

auch schon beim 2:0 in Weißrussland

werden Löw und Sorg auf ihn

sowie Leroy Sané und MarcoReus im

Sturmsetzen. Große Veränderungen

sind ohnehin nicht zu erwarten. So

wird auch Manuel Neuer wieder im

Torstehen. „Es wird mit Sicherheit

keine große Rotation geben“, erzählt

Sorg. „Wir sind im Umbruch und

brauchen eine gewisse Stabilität in

der Mannschaft und den Abläufen.“

Zwölf Monate nach dem Debakel

bei der WM in Russland erntet die

junge, neu formierte Nationalelf um

Serge Gnabry und Co. übrigens wieder

mehr Zuspruch. Die Stimmung

gegenüber der jungen und wilden

Mannschaft scheint sich gedreht zu

haben. Die Entwicklung, so Gnabry,

sei sehr positiv. Man sei dieses Jahr

deutlich besser dran als zuvor. „Der

Sieg in Holland, die drei Punkte gegen

Weißrussland –den Wegwollen

wir weitergehen und mit der Fan-Begeisterung

so erfolgreich wie möglich

zurückkommen.“ Dabei will er

helfen. Undzwar ohne große Worte.

Nach dem zwölften French-Open-Titel für Rafal Nadal überschlagen sich Experten mit Superlativen für den Spanier

Esmuss für seine Gegner wie eine

Drohung geklungen haben, als

Rafael Nadal nach dem zwölften

French-Open-Titel seine Rückkehr

für 2020 ankündigte.„Ichhoffe,dass

ich nächstes Jahr wieder hier sein

werde“, sagte der gerade 33 Jahre alt

gewordene Spanier.Ein weiteres Kapitel

soll dann geschrieben werden

für eine Geschichte, die in der Tennis-Historie

wohl schon jetzt für immer

unerreichbar bleiben wird.

Zumzwölften Malstand Nadal im

Finale von Roland Garros, zum

zwölften Mal hieß der Sieger Nadal.

Kein anderer Vertreter seines Sports

hat je zwölfmal bei ein und demselben

Grand-Slam-Turnier triumphiert.

„Herkulisch“ –mit nur einem

Wort auf der Titelseite versuchte die

französische Sportzeitung L'Équipe

am gestrigen Montag die kaum zu

fassende Dimension dieses Erfolges

zu umschreiben.

„Es wird nie mehr einer kommen

wie Nadal“, sagte Dominic Thiem.

Der 25-Jährige aus dem österreichischen

Lichtenwörth hat in der neuen

Weltrangliste Alexander Zverev von

Platz vier verdrängt, er warfimHalbfinale

Novak Djokovic aus dem Turnier,

erspielte die beste Sandplatz-

Saison seines Lebens und stand

auch schon vor einem Jahr im Endspiel

der French Open. Doch selbst

Thiem konnte gegen diesen Nadal in

dieser Form nichts ausrichten und

unterlag in ziemlich genau drei Stunden

3:6, 7:5, 1:6, 1:6.

Übertriebene Bescheidenheit

Während Rafael Nadal selbst seine

Taten auf dem CourtPhilippe Chartrie

mit fast schon übertriebener Bescheidenheit

beschreibt, überschlagen

sich ehemalige Größen und die

Medien mit Superlativen. „Nadal ist

ein Außerirdischer“, schrieb die spanische

Zeitung AS. „Ewige Legende

von Roland Garros. Eswird nie wieder

jemanden wie Rafa geben“, urteilte

Marca. Der frühere Grand-

Slam-Sieger Lleyton Hewitt twitterte:

„Ich sehe es,aber ich glaube es

Kopf hoch: Rafal Nadal ist stolz. GETTY-IMAGES

nicht. Dass jemand 12 MalinRoland

Garros gewinnt.“

Vorden French Open hatte Nadal

drei Matches auf Sand verloren, vor

oder bei den Turnieren in Brisbane

und Indian Wells aufgegeben. In Indian

Wells profitierte Roger Federer

vom Fernbleiben des Spaniers. Den

Schweizer hatte Rafael Nadal im

Halbfinale der French Open klar in

drei Sätzen bezwungen. Mit seinem

18. Grand-Slam-Titel rückt er nun

auch in dieser Kategorie dem zwanzigmaligen

Rekord-Champion immer

näher.

„Ganz ehrlich, darüber denke ich

nicht nach“, sagte Nadal. „Dukannst

nicht immer frustriertsein, weil dein

Nachbar ein größeres Haus hat als

du oder einen größeren Fernseher

oder einen besseren Garten. So sehe

ich das Leben nicht. Und wenn ich

noch ein paar Grand Slams gewinnen

und Roger näher kommen kann,

wäre das unglaublich. Und wenn

nicht, ist es trotzdem unglaublich,

oder?“ (dpa)

NACHRICHTEN

Herthas Arne Maier trifft

gegen Polen

FUSSBALL. Arne Maier ist nach

überstandener Knieverletzung wieder

fit. Der20Jahrealte Profi von

Hertha BSC machte in Südtirol beim

3:2-Testspielsieg gegen Polen das

zwischenzeitliche 1:0. „Ich fühle

mich fit und bin voll ins Mannschaftstraining

eingestiegen“, verriet

er auf dfb.de.Am17. Juni startet

er mit der U21-Nationalmannschaft

gegen Dänemarkindie EM, die vom

16. bis 30. Juni in Italien und SanMarino

ausgetragen wird.

Boston zwingt St. Louis in

ein Entscheidungsspiel

EISHOCKEY. DasMeisterschaftsfinale

in der nordamerikanischen Eishockey-Liga

NHL geht in ein entscheidendes

siebentes Spiel. DieSt.

Louis Blues schafften es vorHeimpublikum

nicht ihren Matchball um

den Stanley-Cup gegen die Boston

Bruins zu verwandeln und verloren

mit 1:5. Dasletzte Spiel steigt nun in

der Nacht zu Donnerstag in Boston.

NBA-Star Tony Parker

beendet seine Karriere

BASKETBALL. Frankreichs Starspieler

Tony Parker beendet nach 18

NBA-Jahren seine Karriere. Dasgab

der viermalige Champion mit den

SanAntonio Spurs am Montag via

Twitter bekannt. Der37-Jährige

hatte nach 17 Jahren bei den Spurs

zuletzt noch eine Saison für die

Charlotte Hornets gespielt. DerPoint

Guardspielte 18 Jahreinder NBA

und holte mit den SanAntonio Spurs

2003, 2005, 2007 und 2014 den Titel.

ZAHLEN

American Football

Eurobowl, Finale

Potsdam Royals -Amsterdam Cursaders 62:1

Basketball

BBL, Play-off-Halbfinale

FC Bayern -Vechta 95:80, Stand: 3:0

Oldenburg -Alba Berlin 89:100, Stand 0:3

Finale,1.Spiel: Bayern -Alba Berlin So., 18.00

Fußball

WM der Frauen in Frankreich

Gruppe AinParis und Reims

Frankreich -Südkorea 4:0 (3:0)

Norwegen -Nigeria 3:0 (3:0)

Nigeria -Südkorea Di., 15.00

Frankreich -Norwegen Di., 21.00

Gruppe BinRennes und Le Havre

Deutschland -China 1:0 (0:0)

Spanien -Südafrika 3:1 (0:1)

Deutschland -Spanien Mi., 18.00

Donnerstag- Südafrika -China Do., 21.00

Gruppe CinValenciennes und Grenoble

Australien -Italien 1:2 (1:0)

Brasilien -Jamaika 3:0 (1:0)

Australien -Brasilien Do., 18.00

Jamaika -Italien Fr., 18.00

Gruppe DinNizza und Paris

England -Schottland 2:1 (2:0)

Argentinien -Japan 0:0

Japan -Schottland Fr., 15.00

England -Argentinien Fr., 21.00

Gruppe EinMontpellier und Le Havre

Kanada -Kamerun

Neuseeland -Niederlande Di., 15.00

Niederlande -Kamerun Sa., 15.00

Kanada -Neuseeland Sa., 21.00

Gruppe FinRennes und Reims

Chile -Schweden Di., 18.00

USA -Thailand Di., 21.00

Schweden -Thailand So., 15.00

USA -Chile So., 18.00

Tennis

French Open, Finale

Männer,Einzel: Rafael Nadal (Spanien/2) -Dominic

Thiem (Österreich/4) 6:3, 5:7, 6:1, 6:1

Doppel: Kevin Krawietz/Andreas Mies (Coburg/Köln)

-Jeremy Chardy/Fabrice Martin

(Frankreich) 6:2, 7:6 (7:3)


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 – S eite 18

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Sport

Alba Berlin

Die Logik

eines Finales

Christian Kattner

erwartet eine langeSerie gegenBayerns

Basketballer.

Alba Berlin gegen Bayern München

ist es nun also geworden.

Eine große Überraschung ist das

auch nicht. Dieaktuell besten Mannschaften

der Basketball-Bundesliga

stehen sich im Finale um die Deutsche

Meisterschaft gegenüber. Basketball-Herz,

was willst du mehr.

Mehr Spannung vielleicht. Denn: Lediglich

19 Play-off-Spiele wurden benötigt,

um die Endspielteilnehmer

zu ermitteln. Fünf der sechs Serien

endeten mit einem klaren 3:0, nur

eine mit einem 3:1-Sieg. So viel Einseitigkeit

hat es noch nie in der Geschichte

der Bundesliga gegeben.

Auch eine Neuauflage eines Endspiels

aus dem Vorjahr gab es zuletzt

2005 zwischen Bamberg und Frankfurt.

Alba erlebte damals so etwas

wie die erste sportliche Krise,Bayern

München war nur ein kleiner Punkt

auf den Karten der Regionalliga.

Beide Mannschaften schicken

sich nun an, das Niveau der Bundesliga

nicht nur in dieser Saison, sondern

inden kommenden Jahren zu

bestimmen. Alba gegen Bayern,Berlin

gegen München –esdürfte nicht

das letzte Aufeinandertreffen dieser

beiden Klubs in einem Finale um die

Meisterschaft bleiben. Die Ansätze

für den sportlichen Erfolg könnten

dabei allerdings unterschiedlicher

kaum sein. Auf der einen Seite die

Münchner. Die haben bereits angekündigt,

ihr ohnehin schon hohes

Budget von mehr als 20 Millionen

Euro noch einmal zu erhöhen. Ihre

neue Halle soll zur Saison 2021/22

fertig sein. Neben dem Tagesgeschäft

Bundesliga liegt der Fokus bei

den Bayern auf der Euroleague. Stabil

zu den besten acht Mannschaften

Europas möchten sie gehören.

DerEtat muss wachsen

Euroleague, das haben sie in Berlin

immer wieder gesagt, ist auch für

Alba das klareZiel. Mitdem Finaleinzug

ist die Teilnahme nun gesichert.

Der Weg dorthin wurde mit einem

bedeutend schmaleren Etat genommen,

vondem Geld viel in die Ausbildung

in Nachwuchs investiert. Entwicklungsfähige

Spieler wurden und

werden verpflichtet. Aber auch in

Berlin wird das Budget mit dem Erreichen

der Euroleague gesteigert,

der wirtschaftliche Abstand zu vielen

Mannschaften der Bundesliga vergrößert.

Das ist nötig, um auch in der Euroleague

konkurrenzfähig zu sein.

Das ist nötig, um vielleicht doch einen

Spieler mit etwas größerer Erfahrung

zu verpflichten. Das ist nötig,

um parallel auch in der Bundesliga

weiter oben mitzuspielen. Denn

nur so geht es erneut in die Euroleague.

Das bedeutet aber erneut eine

hohe Belastung. 72 Spiele haben die

Bayern bislang absolviert, Alba

bringt es auf 68. Oldenburg ging mit

gerade einmal 38 Spielen in das Duell

mit Berlin. Und wirkte dennoch

chancenlos. Ausgerechnet die hohe

Belastung mit Spielen auf europäischer

Ebene machte den Unterschied.

Dashohe Niveau hat die Berliner

geformt, Spieler verbessertund

auf die Play-offs perfekt vorbereitet.

Auch auf das Duell mit den Bayern.

Dreimal hat es das in dieser Saison

bereits gegeben. 2:1 steht es für

die Münchner, jedes Mal war es

knapp. Sovorhersehbar die Finalserie

zwischen beiden Teams gewesen

ist, so würde es nicht überraschen,

wenn diese über die vollen fünf

Spiele gehen wird. Basketball-Herz,

was willst du mehr.Nicht nur in Berlin

und München.

An der Schmerzgrenze

So geht die deutsche Frauen-Nationalelf ihr zweites Spiel bei der Weltmeisterschaft gegen Spanien an

VonFrank Hellmann, Lille

Eine Tour de France hält

auch eigenwillige Etappen

bereit. Und manche werden

in der Rückschau nur

als Durchgangsstation in Erinnerung

bleiben. Für das zweite WM-

Gruppenspiel gegen Spanien (Mittwoch

18 Uhr/ ZDF) im nordfranzösischen

Valenciennes hat die deutsche

Frauen-Nationalmannschaft ein direkt

an die Autobahn gebautes Mittelklassehotel

in Marcq enBaroeul

im Norden von Lille beziehen müssen.

Die 38000-Einwohner-Vorstadt

ist vonValenciennes zwar eine Dreiviertelstunde

Autofahrt entfernt,

aber das gehört für die deutschen

Fußballerinnen genauso dazu, die

die knapp 600 Kilometer vonRennes

nach Lille im Schnellzug TGV.

Die Kunst ist es, Reisen mit Regeneration

zu verknüpfen, wenn ein

1:0-Arbeitssieg wie gegen China mit

derlei körperlichen Qualen verbunden

ist. „Da waren grenzwertige Sachen

dabei, mit auf die Füße treten

oder in den Gegner reinspringen“,

sagte Torhüterin Almuth Schult. Der

Auftakt lieferte einen Vorgeschmack

auf den weiteren Turnierverlauf: Die

Widerstände haben sich im Frauenfußball

vergrößert, weil die Athletik

bei fast allen Teilnehmernteils signifikant

besser geworden ist. Bedeutet:

Wer weit kommen will, muss auch

weit über die Schmerzgrenzegehen.

Geheimnis um die Spielmacherin

Dzsenifer Marozsan muss zum WM-Auftakt gegen China viel einstecken. IMAGO IMAGES/XINHUA

Schon jetzt ein Klassiker

„Es gibt keine einzige Spielerin, die

keinen blauen Fleck hat“, berichtete

Verteidigerin Kathrin Hendrich. Am

schlimmsten hat es ausgerechnet

Spielmacherin Dzsenifer Marozsan

erwischt, die früh von Shanshan

Wang mit gestrecktem Bein angegangen

wurde. „Ihr Fuß sieht nicht

gut aus“, hatte Bundestrainerin Martina

Voss-Tecklenburgdirekt danach

gesagt. Seitdem heißt es vom DFB-

Team nur, dass bei ihrer Fußproblematik

„von Tag zu Tag geschaut“

werde. Die deutsche Nummer zehn

„geht wieder in die Belastung“. Es

sehe gut aus,„dass wir alle wieder gesund

kriegen“. Die mit Abstand

beste Fußballerin fehlte allerdings

beim munteren Nachmittagstraining

im Stade Lille Metropole, der

früheren Spielstätte von OSC Lille,

absolvierte nur eine individuelle

Einheit im Kraftraum.

Die Geheimniskrämerei um die

Starspielerin von Olympique Lyon,

die sich für das Event in derWahlheimat

so viel vorgenommen hat,

kommt nicht von ungefähr: Die 27-

Jährige war schon bei der WM 2015

in Kanada im Training auf Kunstrasen

umgeknickt, schleppte sich anschließend

angeschlagen durch die

Spiele, ehe sie wegen einer Operation

am Sprunggelenk monatelang

ausfiel.

Voss-Tecklenburg wollte die

Startschwierigkeiten nicht allein auf

die gegnerische Härte schieben:

„Das wäremir zu einfach, wir haben

uns selber rausgebraucht.“ Entweder

mit langen Schlägen, die ihren

Spielplan konterkarierten. Oder mit

selbst von der Bundestrainerin als

„No-Go“ bezeichneten Querpässen

von Sara Doorsoun, die die Abwehr

verunsicherten. Ihre Klubkollegin

Lena Goeßling vom VfL Wolfsburg,

33, war in der Innenverteidigung

zwar die langsamere, aber die ballsichere

Variante. Esstellt sich ja die

Frage, wie schnell die Lernprozesse

bei jenen 15 Akteuren dauern, die

ihreerste WM spielen. Voss-Tecklenburgjedenfalls

erwartet, „dass es gegen

Spanien besser funktioniert“.

Weil abermals nur wenige Hundert

deutsche Zuschauer Karten erworben

haben, wird eskaum etwas

mit der erhofften Heimkulisse im

254 127 Plätze bietenden Stade du

Hainaut. Immerhin zieht der Gegner

spielerische rustikalen Lösungen

vor. „Die Spanierinnen wollen mehr

den Ball haben, so wie wir auch. Ich

denke,dann wirdesmehr nach Fußball

aussehen“, glaubt Torschützin

Giulia Gwinn. Kapitänin Alexandra

Popp hofft, dass die Spanierinnen

„uns besser liegen.“

Außergewöhnliche Fähigkeiten

Aus dem direkten Duell im November

2018 kann Popp diesen Eindruck

nicht gewonnen haben: Damals tat

sich das deutsche Team überaus

schwer, doch darüber sprach nach

eine 0:0 in Erfurtniemand mehr.

Eigentlich hätte zu diesem Zeitpunkt

schon Voss-Tecklenburg an

derSeitenlinie stehen soll, doch weil

sich die Schweiz noch in die WM-

Play-offs verirrte, wosie scheiterte,

verspätete sich ihr Einstand. Derdamals

ebenfalls noch bei den Eidgenossen

eingebundene Patrik Grolimund

vertraut als Assistent seiner

Chefin jetzt voll und ganz: „Sie managt

das gesamte Trainerteam und

die Mannschaft mit außergewöhnlichen

Führungsfähigkeiten.“ Ganz

egal, wo der Tross gerade durch

Frankreich tourt.

Nach dem Finale der einst umstrittenen Nations League sparen die Trainer der Finalisten nicht an Lob für das Turnier

VonHendrik Buchheister,Porto

Wer sich fragte, obdie Nations

League tatsächlich ein vollwertiger

Wettbewerb ist, der bekam

im Anschluss an das Finale der Premieren-Edition

zwischen Portugal

und den Niederlanden (1:0) die Antwort.

Die Portugiesen fanden sich

gleich nach Schlusspfiff zu einem Jubel-Kreis

zusammen. Siehakten sich

ein und hüpften über den Rasen des

Estádio do Dragão in Porto, die Fans

schwenkten ihreFähnchen

Als Kapitän Cristiano Ronaldo

den Pokal in die Luft stemmte,wurde

die Zeremonie von Feuerwerk und

Silberkonfetti untermalt. Der Abschluss

der Nations League –ersah

zumindest so aus wie der eines richtigen

Turniers, und ein bisschen

fühlte er sich auch so an.

Die Trainer sprachen hinterher

voller Hochachtung über das neue

Format der Uefa. Derportugiesische

Übungsleiter Fernando Santos referierte,

dass das Turnier „ein Klassiker“

werden würde, dass seine

Mannschaft „in die Geschichte eingehen“

werde als erster Gewinner

des Wettbewerbs.

Gutfür die Entwicklung

klasse-Innenverteidiger Virgil Van

Dijk und Matthijs de Ligt und den

künftig in Barcelona angestellten Regisseur

Frenkie de Jong allerdings.

Sie wirkten erschöpft und brachten

nur einem einzigen Schuss aufs Tor.

So waren die Portugiesen, als kompletteste

Mannschaft aller vier Teilnehmer,

der verdiente Sieger des

Mini-Turniers. Eine, inder Ronaldo

auch im Alter von34Jahren noch der

wichtigste Mann ist.

Mit dem Gewinn der Nations

League feierten die Portugiesen zudem

einen kleinen Sieg über die Vergangenheit.

15 Jahre nach der Final-

Niederlage gegen das von Otto Rehhagel

trainierte Griechenland bei der

Heim-EM klappte es für den amtierenden

Europameister endlich mit

dem Titel auf eigenem Boden.

Die Stimmung bei den Partien in

Porto und Guimarães war demenstprechend

beschwingt, das Turnier

Auch Ronald Koeman, der Trainer

der unterlegenen Niederländer,

sieht in dem neuen Turnier Vorteile.

„Es war ein großartiger Wettbewerb,

wenn man sich die ganzeSaison anschaut“,

sagte er. Als Beleg führte er

an, dass die Siege gegen Deutschland

und Weltmeister Frankreich in

der Hauptrunde und das 3:1 gegen

den WM-Vierten England im Halbfinale

des Abschluss-Turniers wichtig

für die Entwicklung seiner jungen

Mannschaft gewesen seien.

Im Endspiel in Porto enttäuschten

die Niederländer um die Weltnicht

überdimensioniert. Die Größe

der Stadien war angemessen gewählt,

wobei beim Endspiel doch

ziemlich viele freie Plätze zusehen

waren. Probleme gab es beim Halbfinale

zwischen England und den Niederlanden

in Guimarães,woesbeim

Einlass am Stadion und bei der Abreise

der Fans am Bahnhof zu chaotischen

Zuständen kam.

Auch sonst benahmen sich viele

Engländer so, wie es der heimische

Verband mit einer Benimm-Kampagne

vordem Turnier eigentlich hatte

vermeiden wollen. Sie okkupierten

Portos Innenstadt, besangen unter

anderem den Zweiten Weltkrieg und

hinterließen bei den Gastgebern einen

eher unsympathischen Eindruck.

Wenn man sarkastisch wäre,

könnte man sagen: Auch für Englands

reisefreudige Gefolgschaft war

die Nations League ein vollwertiger

Wettbewerb.

Vettel

im

Wutmodus

Der Ferrari-Pilot hadert in

Kanada mit einer Zeitstrafe

Inrasender Wut sorgte Sebastian

Vettel in seiner eigenen Formel-1-

Welt kurzerhand für Ordnung. Nach

einer folgenschweren Zeitstrafe wegen

eines Manövers gegen Profiteur

Lewis Hamilton fühlte sich der Ferrari-Star

vonden Rennkommissaren

in Montréal um seinen ersten Sieg

nach mehr als neun Monaten betrogen

und erklärte sich trotzig selbst

zum Grand-Prix-Gewinner von Kanada.

Im Parc Fermévertauschte der

stinksaure Deutsche die Nummerntafeln

vor dem Siegerauto und erzeugte

mit seinem Groll-Protest eine

der denkwürdigsten Szenen in der

jüngeren Formel-1-Historie.

DieAufregerszene spielte sich am

Sonntag in der 48. Runde ab. Nach

einem Fahrfehler in der Schikane

von Kurve drei und vier landete der

vomStartweg führendeVettel im Rasen.

Als er seinen Wagen wieder auf

dem Asphalt unter Kontrolle hatte,

drängte er Verfolger Hamilton fast in

die Mauer. Der Mercedes-Pilot

bremste, verhinderte einen Crash -

wurde aber um die große Chance

zum Überholen gebracht.

„Sie stehlen uns das Rennen“

„Natürlich will man so nicht gewinnen,

aber ich habe bis zum Ende alles

gegeben. Ich habe ihn zu dem

Fehler gezwungen und er ist aufs

Gras gefahren“, sagte Hamilton nach

seinem fünften Saisonsieg und zog

Vettel auf dem Podest an sich. „Sie

stehlen uns das Rennen“, hatte der

Deutsche schon während des Grand

Prix in Richtung Stewards über den

Boxenfunk gezischt. „Man muss

schon komplett blind sein, zu denken,

dass man durch das Gras fährt

und dann auch noch das Auto unter

Kontrolle behält.“ Vettel verstand

„die Welt nicht mehr“.

Die Rennkommissare ahndeten

die Gefährdungslage mit einer Fünf-

Sekunden-Zeitstrafe.„Ichdenke,wir

haben das Rennen gewonnen. Wir

haben die Ziellinie zuerst überquert,

auch wenn die Rennkommissare

eine andere Sicht haben“, sagte Vettel,

der bei sich keinen Fehler ausfindig

machen konnte. Ferrari auch

nicht. DieScuderia legte Binotto zufolge

Beschwerde ein. „Ich empfinde

kein Mitgefühl, denn in diesem Sport

werden keine Gefangenen gemacht.

Siehätten den Sieg genauso genommen“,

sagte hingegen Mercedes-

Boss Toto Wolff.

Ferrari und Vettel müssen ihre

Gefühle in die richtigenBahnenlenken.

Sonst ist noch vorder Sommerpause

ab Anfang August die WM für

sie endgültig gelaufen. „Wir sind

konkurrenzfähig, es sind noch viele

Rennen. In Maranello werden wir

noch härter arbeiten, das kann uns

nur noch mehr Kraft geben“, meinte

Binotto. Entscheidend sei es, positiv

zu bleiben. „Man sollte auch Sebastian

unterstützen, dass er positiv

bleibt.“ EinVettel im Wutmodus hilft

Ferrarinicht weiter. (dpa)

Sebastian Vettel setzt den zweiten Rang

vor das Auto von Lewis Hamilton. AFP


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 – S eite 19

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Feuilleton

Doris Meierhenrich

über die Lange

Nacht der Autoren

Seite 21

„Die Übersetzerin war nicht zuletzt bei Schimpfwörtern gefordert.“

Angelica Ammar und die Autorin Fernanda Melchor sind gemeinsam für den Literaturpreis des HKW nominiert Seite 20

Falscher Trost

Nichts wird so

heiß gegessen...

Arno Widmann

sieht die Siedepunkte

im Privaten und global

Die Freundin öffnet den Brief,

den der Freund sich nicht zu

öffnen traut und sagt zu ihm:„Nichts

wird so heiß gegessen, wie es gekocht

wird.“ Der Trostspruch ist

nichts wert.Essei denn, sie hätte den

Brief schon gelesen und eine Lösung

parat. Der Spruch wird gerne verwendet.

Man glaubt der Suppe auf

dem Wegvon der Küche ins Speisezimmer

beim Abkühlen zuzuschauen.

Da drängt die Redensart

sich als Metapher geradezu auf.

Allerdings beruht sie auf der Voraussetzung,

die Umgebung, in der

wir essen, sei kälter als die Herdplatte.

Das scheint auch wirklich so

zu sein. Aber auch beim Kochen belehrt

uns Wikipedia eines Besseren:

„Aufgrund der unterschiedlichen

Siedepunkte verschiedener Stoffe,

zum Beispiel vonflüssigem Stickstoff

bei −195,79 °C in der Molekularküche

oder vonSpeisefett beim Frittieren

bei 140 bis 190 °C, kann das Kochen

in einem breiten Temperaturspektrum

stattfinden.“

Ganz abgesehen aber von solchen

Spitzfindigkeiten wissen wir

natürlich, dass sehr vieles sehr viel

heißer gegessen wird, als es gekocht

wurde. Der Brief des Freundes zum

Beispiel entwickelt eine ganz andere

Temperatur, wenn er eine Kontensperrung

ankündigt oder die Mitteilung

seiner Ehefrau ist, dass sie sich

von ihm getrennt hat. Die Hitze, die

dergleichen im Empfänger entfacht,

ist ein Vielfaches vonder,die die Absender

empfanden.

In den alten Katastrophenfilmen

wurde immer heißer gekocht als gegessen.

Der Meteorit, der auf die

Erde einschlug, war riesig. So verheerend

die Folgen auf der Erde

auch sein mochten, sie waren die

Folgen noch größerer Ursachen. So

wie Gott der Allergrößte sein musste,

weil er die Ursache vonallem war.

Inzwischen haben wir dazugelernt.

Wirwissen, dass kleinste Ursachen

schwerste Folgen haben können.

Eine Verbesserung der Rendite

eines Unternehmens um wenige

Prozentpunkte, ja manchmal auch

nur um Bruchteile von Prozentpunkten,

kann die Entlassung von

vielen, vielen Menschen bedeuten

oder die Entindustrialisierung einer

ganzen Region.

Schon zwei, drei Grad Temperaturerhöhung

verändern die Lebensverhältnisse

auf dem Planeten. Lebensverhältnisse

– also die Bedingungen

allen Lebens. Wer sich nur

auf die unmittelbaren Konsequenzen

für die Menschen konzentriert,

übersieht, wie sehr die abhängig

sind von den Lebensverhältnissen

anderer Lebewesen. Undderen sehr

unterschiedlichen –siehe Wikipedia

–Kochtemperaturen.

Wir sind gerade erst dabei zu bemerken,

wo überall jetzt schon heißer

gegessen als gekocht wird. Unsere

Sinnesorgane allein reichen

nicht aus,umuns unsereExistenz zu

sichern. Wirwerden den Todder Bienen

nicht lange überleben. Wirmüssen,

wollen wir am Leben bleiben,

Ausschau halten nach vielen anderenIndikatoren.

ZuWasser,zuLande

und in der Luft. „Nichts wird soheiß

gegessen, wie es gekocht wird“ ist ein

Trost, der in den Untergang führt.

Global und privat.

Wirentwickeln uns rückwärts

Die Schriftstellerin Elif Shafak setzt sich für die Menschen ein, die man in der Türkei totschweigt

Die türkische SchriftstellerinElif

Shafak ist zu einer

Lesung in Berlin, als wir

uns treffen. Die beiden

halben Tage, die sie hier verbringt,

sind voll mit Interviewterminen. Wir

sind im Gebäude des Deutschlandfunks

in Schöneberg verabredet,

doch unser Gespräch müssen wir

nach ein paar Minuten im Taxi zum

Hauptbahnhof fortsetzen. Elif Shafak

aber lässt sich nicht aus der Ruhe

bringen, sie antwortet leise und

hochkonzentriert.

„Unerhörte Stimmen“ spielt in Istanbul,

wo Sie einst gelebt haben und

nun nicht mehr hinfahren. Im Nachworterfahren

wir,dass Siesogar dem

Begräbnis Ihrer Großmutter ferngeblieben

sind. Warum?

In der Türkei wird es immer

schwieriger, kritisch zu sprechen

oder zu schreiben. Es ist sehr schwer

für Journalisten, für Akademiker,

Schriftsteller und Dichter –eigentlich

für alle, die mit Worten umgehen.

Mankann für etwas,das man in

einem Interview gesagt, in einem

Gedicht oder Roman geschrieben

oder in einem Comic ausgedrückt

hat, in Schwierigkeiten kommen. Sie

können einen vor Gericht stellen

oder als Verräter deklarieren, einen

in den sozialen Medien lynchen oder

ins Exil schicken.

Sie sind 2006 selbst vor Gericht gestellt

worden, habe ich gelesen.

Ich wurde wegen des Romans

„Der Bastard von Istanbul“ angeklagt,

weil das Buch von der Begegnung

einer türkischen mit einer armenisch-amerikanischen

Familie

erzählte und Fragen zum Völkermordanden

Armeniernaufwarf.Wir

müssen uns mit unserer Geschichte

auseinandersetzen, mit den schönen

und den dunklen Zeiten, damit

wir als Nation lernen und hoffentlich

nie mehr dieselben Fehler machen.

Nur ist das in der Türkei kaum möglich.

Das Verfahren hatte etwas Surreales.Zum

ersten Malstand ein Roman

vor Gericht, und mein Anwalt

musste meine armenischen Romanfiguren

verteidigen.

In Ihrem neuen Buch spielt ein Friedhof

eine wichtige Rolle.

Das ist ein sehr ungewöhnlicher

Friedhof außerhalb von Istanbul in

Kilyos, der Friedhof der Geächteten.

Dort gibt es keine Grabsteine, keine

Namen auf den Gräbern, nur Nummern.

Es ist ein Ort, an dem Menschen

zu Nummern werden. Begraben

liegen dortmeistens Menschen,

die von ihren Familien verstoßen

wurden. Sie sind an Aids gestorben,

gehörten zur LGBT-Community, waren

Sexarbeiterinnen, Transgender,

Selbstmörder, ausgesetzte Babys. In

den vergangenen Jahren sind hier

auch Flüchtlinge begraben worden,

deren Boote vor der Küste gesunken

sind. Ichwollte den Menschen erzählen,

dass es diesen Ort gibt, und wenigstens

einer dieser Nummern einen

Namen, eine Geschichte geben.

Ihr Buch spielt in den späten 60er-,

den 70er-und den 80er-Jahren in der

Türkei. IhreProtagonistin Leyla, eine

Prostituierte, nimmt an der 1.-Mai-

Demonstration 1977 in Istanbul teil,

die mit dem Taksim-Massaker endete,

bei dem 34 Menschen starben.

Warum haben Sie sich für diesen Abschnitt

der türkischen Geschichte entschieden?

Ich wollte damit politische Geschichte

und die Geschichte von

Elif Shafak lebt heute in London.

Frauenrechten verbinden. Und ich

wünschte, ich könnte Ihnen sagen,

dass es seit der Zeit Fortschritt gegeben

hat, aber wir entwickeln uns

rückwärts. Esgibt mehr Nationalismus

als damals,mehr religiösen Fundamentalismus

und definitiv mehr

Autoritarismus.Auch mehr Sexismus,

Patriarchalismus, Homophobie. Ich

habe das Buch 1990 enden lassen,

weil in dem Jahr die Legislative versucht

hat, ein Gesetz zu verabschieden,

das die Strafe für die Vergewaltigung

vonProstituierten reduzierthat

– mit dem Argument, Prostituierte

würden wohl kaum darunter leiden.

Da zeigt sich die furchtbare Mentalität

einiger Männer an der Macht.

Wurdedas Gesetz verabschiedet?

Es gab Protest und sie mussten

von dem Gesetz Abstand nehmen.

Aber die Mentalität besteht weiterhin.Vorein

paar Monaten versuchten

ZUR PERSON

FERHAT ELIK

DieAutorin: Elif Shafak ist eine preisgekrönte britisch-türkische Schriftstellerin und die meistgelesene

Autorin in der Türkei. Sie hat siebzehn Bücher veröffentlicht, elf davonsind Romane.

Shafak hat einen Doktortitel in Politikwissenschaften und unterrichtete an verschiedenen Universitäten

in der Türkei, den USA und Großbritannien, sie setzt sich für die Frauenrechte, LGBT-

Rechte und die Redefreiheit ein.

Ihr neuester Roman: „Unerhörte Stimmen“ spielt in Istanbul und handelt voneiner Gruppe

befreundeter Außenseiter.Aus demEnglischen vonMichaela Grabinger.Kein &Aber Zürich

2019, 432 S.,24Euro

sie, ein Gesetz durchzusetzen, nach

dem Vergewaltiger von Minderjährigen

geringer bestraft werden sollen,

wenn sie ihr Opfer heiraten würden.

Siewidmen Ihr Buch den Frauen von

Istanbul, Sie nennen Istanbul eine

weibliche Stadt. Wasist das?

Für mich war Istanbul immer

eine weibliche Stadt. Und ich

möchte ihre feminine Seite ehren.

Wenn man in Istanbul unterwegs ist,

merkt man schnell, dass die Straßen

den Männern gehören, vor allem ab

einer gewissen Uhrzeit. Dasgilt auch

für Teehäuser,Kaffeehäuser.Esist im

öffentlichen Raum nicht leicht, eine

Frau zu sein. Ich möchte, dass sich

Frauen diesen Raum zurückerobern.

Deshalb bestehe ich darauf, Istanbul

eine weibliche Stadt zu nennen.

In Istanbul ist die Situation angespannt,

seit Erdogan das Ergebnis der

Kommunalwahlen annulliert hat,

aus denen die Opposition siegreich

hervorging. Im Juni sind Neuwahlen.

Wiebeurteilen Siedie Lage?

Die Opposition hat in allen größeren

Städten den Sieg davongetragen,

darunter Ankara, Istanbul und

Izmir.Das ist deshalb so bemerkenswert,

weil die gesamten Medien unter

Kontrolle stehen und mit einer

Stimme sprechen. Das gilt auch für

die sozialen Medien. Deshalb hat die

Opposition gar nicht die gleichen

Chancen bei den Wahlen. Selahattin

Demirtas, der Führer der HDP, einer

der Oppositionsparteien, ist im Gefängnis.

Die Opposition befindet

sich also in einer sehr schwierigen

Lage,und trotzdem ist die Hälfte der

Bevölkerung weiterhin gegen die Regierung.

Sieleben seit 2009 in London und vor

einiger Zeit haben Sie entschieden,

auf Englisch zu schreiben. Dasist ein

großer Schritt für eine Autorin. Wie

kamesdazu?

Es war tatsächlich nicht leicht. Ich

habe angefangen Englisch zu lernen,

als ich zehn war. Damals war Spanisch

meine zweite Sprache, daich

in Madrid zur Schule ging, wo meine

Mutter als Diplomatin lebte. Ich bin

also eine Immigrantin, was diese

Sprache angeht. Aber wenn wir in

mehr als einer Sprache träumen

können –und das tun wir –dann

können wir auch Literatur oder

Dichtung in mehr als nur einer Sprache

schreiben. Seit 15 oder 16 Jahren

habe ich jedes meiner Werke zunächst

auf Englisch geschrieben und

bin dafür vonden Ultranationalisten

in der Türkei angegriffen worden. Sie

werfen mir vor, ich hätte meine Muttersprache

aufgegeben.

Halten Sie sich für eine türkische Autorin?

Natürlich bin ich das. Aber ich

lehne es ab,auf eine einzige Identität

reduziert zuwerden. Das ist gerade

in einer Zeit wichtig, in der Populismus,

Nationalismus und religiöser

Fundamentalismus erstarken. Als

Mensch verfügt man über mehrere

Zugehörigkeiten. Ich zum Beispiel

bin Istanbulerin, aber ich fühle mich

auch dem Balkan nahe, es gibt in

meiner Seele Elemente des Nahen

Ostens und ich bin Europäerin.

In einem Ted-Talk sagten Sieneulich,

es sei wichtig für Autoren, in einer Demokratie

zu leben. Wasbedeutet das

für die Autoren in der Türkei?

Es ist in der Türkei sehr schwer

geworden, Kunst oder Literatur zu

produzieren. Es ist nicht nur schwierig,

politische Tabus infrage zu stellen,

sondern auch sexuelle Tabus

oder überhaupt über Sexualität zu

schreiben. Derzeit untersucht ein

Staatsanwalt meine Romane, um

festzustellen, ob ich das sogenannte

Verbrechen der Obszönität begangen

habe, indem ich über sexuelle

Belästigung oder Kindesmissbrauch

schrieb. Und das passiert ineinem

Land, in dem wir ein großes Problem

mit sexueller Belästigung und geschlechtsbezogener

Gewalt haben

und in dem ein Drittel aller Ehen mit

Minderjährigen geschlossen werden.

Die Gesetze müssten geändert

werden. Sie sollten die Opfer unterstützen.

Es sollten Zufluchtsstätten

für missbrauchte Frauen und Kinder

eingerichtet werden. Stattdessen bestrafen

sie Künstler, die es wagen,

über diese Themen zu sprechen.

DasGespräch führte Susanne Lenz.

NACHRICHTEN

Theaterpreis Tony geht

achtmal an „Hadestown“

Dasvon der altgriechischen Sage

„Orpheus und Eurydike“ inspirierte

Musical „Hadestown“ ist bei der Verleihung

der Tony Awards in NewYork

als bestes Musical ausgezeichnet

worden. „Hadestown“ war mit

14 Nominierungen als großer Favorit

ins Rennen um den wichtigsten US-

Preis für Theater und Musicals gegangen

und erhielt bei der Zeremonie

am Sonntag insgesamt acht

Preise.Ebenfalls vier Tony-Trophäen

gingen an das Theaterstück „The

Ferryman“, in dem es um den Nordirlandkonflikt

in den 80er Jahren

geht. Als bester Hauptdarsteller in einem

Theaterstück wurde der aus der

Serie„Breaking Bad“ bekannte US-

Schauspieler Bryan Cranston für

seine Rolle in dem Stück „Network“

ausgezeichnet. Cranston erklärte bei

der Entgegennahme seines Tony

Awards,erwidme den Preis „allen

echten Journalisten weltweit“. „Network“

ist die Theaterfassung eines

Satirefilms über einen Fernsehmoderator

aus dem Jahr 1976. (AFP)

Grütterswill pro Monat

einen Gratistag in Museen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters

(CDU) will einem Bericht der Berliner

Morgenpost zufolge einen Gratis-Besuch

proMonat in denMuseen

der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Dazu gehören 15 Häuser,die dem

Bund unterstellt sind, darunter die

Museen auf der Museumsinsel oder

der Hamburger Bahnhof. Hintergrund

ist die Ankündigung vonKultursenator

Klaus Lederer (Linke), die

Berliner Landesmuseen einen Sonntag

im Monat ohne Eintritt zu öffnen.

Grütters sagte der Zeitung, sollte das

umgesetzt werden,zögen die Bundesmuseen

„natürlich mit“. (dpa)

Sagrada Familia erhält

Baugenehmigung

Gaudis Basilika Sagrada Familia in Barcelona

ist Weltkulturerbe. PAU BARRENA/AFP

Nach 137 Jahren dürfen Architekten,

Ingenieureund Bauarbeiter an der

bis heute unvollendeten Basilika Sagrada

Familia in Barcelona werkeln,

ohne das Gesetz zu brechen. DasLebenswerkdes

legendären Architekten

Antonio Gaudí (1852–1926) hat

erstmals eine offizielle Baugenehmigung

erhalten, wie spanische Medien

am Wochenende unter Berufung

auf dieVerwaltung der katalanischen

Metropole berichteten. Die

Baugesellschaft werdedafür gut 4,6

Millionen Euro zahlen. Dielinke

Stadtverwaltung vonBürgermeisterinAda

Colau –eine ehemaligen

Hausbesetzungs-Aktivistin –hatte

kurznach ihrem Amtsantritt 2015

herausgefunden, dass die berühmteste

Baustelle Spaniens keine Bauerlaubnis

besaß. DieGenehmigung

ist bis 2026 gültig. Bisdahin soll das

Bauwerkfertiggestellt sein. (dpa)


20 Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Feuilleton

Der Schmerz, der in der Kehle zappelt

„Saison der Wirbelstürme“: Fernanda Melchor erzählt hochliterarisch und brutal von der verzweifelten Lage in einem mexikanischen Kaff

VonJudith von Sternburg

Hier wirdeine unbewohnbare

Lebenslage beschrieben,

ein Alltag gewordenes

Desaster, das

die Figuren herumschleudert, ohne

dass sie vorankommen würden. Die

mexikanische Autorin Fernanda

Melchor verfügt über die sprachlichen

Mittel für den aufgewühlten

Stillstand, keine neuen Mittel, aber

wirkungsvoll ausgeführt: Suaden, Tiraden,

Schimpfkanonaden, unendliche,

multiperspektivische Sätze,

scheinbar zwanglos mitten aus dem

Gequassel und dem nichts voranbringenden

Geschehen gegriffen.

Zum Beispiel gehen die Frauen

heimlich zur„Hexe“, die den Klagenden

geduldig zuhört, „den Träumen

von verstorbenen Angehörigen und

dem Streit mit denen, die noch lebten“,

dabei, heißt es etliche Zeilen

später, wollte man sich womöglich

„bloß eine Weile in der Küche etwas

von der Seele reden, den Kummer

loswerden, den Schmerz, der ihnen

hoffnungslos in der Kehle zappelte“.

Nunaber ist die„Hexe“ das Mordopfer,

das herumstromernde Kinder

in der ersten Szene des Buches im

Schilf finden. Schlangen haben ein

Medusenhaupt aus ihr gemacht. Da

die Kinder nicht wissen können, was

ein Medusenhaupt ist, sehen sie lediglich

einen in der Bruthitze

schrecklich verwesenden Leichnam.

Daseine ist so übel wie das andere.

Es ist eine veritable Filmszene,mit

der Melchor, 1982 geboren, ihren

zweiten Roman beginnen lässt, der

2017 auf Spanisch herauskam und

nun auf der Shortlist für den Internationalen

Literaturpreis steht. „Saison

der Wirbelstürme“ will aufsehenerregend

sein, das ist kein stilles Buch. Die

Landschaft im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Die Autorin Fernanda Melchor weiß, wie Menschen hier leben.

Die Autorin: Fernanda

Melchor,1982 im mexikanischen

Bundesstaat Veracruz

geboren, schreibt Romane

und Reportagen. Sie lebt in

Puebla. Im Mai wurde ihr der

Anna-Seghers-Preis 2019

zugesprochen.

AUSGEZEICHNETE LITERATUR

Das Buch: „Saison der Wirbelstürme“,

aus dem Spanischen

vonAngelica Ammar,

Verlag Klaus Wagenbach

(240 S.,22Euro), steht auf

der Shortlist zum Internationalen

Literaturpreis des

Haus der Kulturen der Welt.

Der Preis des HKW: Teju

Cole spricht vorab,wenn am

18.6. ab 19 Uhr im Haus der

Kulturen der Welt eines von

sechs nominierten Duos aus

Autor(in) und Übersetzer(in)

mit dem Internationalen Literaturpreis

geehrtwird.

IMAGO IMAGES/ETHAN WELTY

Übersetzerin Angelica Ammar war

nicht zuletzt bei der Suche nach exquisit

groben, für unterschiedliche

Generationen gebräuchlichen

Schimpfwörtern gefordert. Vorallem

musste sie sich im Gestrüpp der Sätze

bewähren, was vorzüglich gelang.

Auch im Namen des elenden Provinzkaffs

La Matosa, Schauplatz der

Handlung, taucht das Gestrüpp auf.

Die Sätze wuchern, die Handlung

selbst ist ein Knäuel, in dem es nicht

wirklich vor und zurück geht. Die

„Hexe“ ist ermordet worden, nach

und nach und manchmal gleichzeitig

kommen die zu Wort, die sie

kannten, manchmal auch einfach

Leute, die ebenfalls hier leben. Ihr

Leben fristen. Die scheinbar mäandernden

Erzählungen laufen wie

von ungefähr immer wieder auf das

Verbrechen zu, dramaturgisch ist

das meisterlich gemacht.

„Saison der Wirbelstürme“ bringt

Form und Inhalt dermaßen in Übereinstimmung,

dass es fast schon zu

geschmeidig erschiene, wenn Melchor

nicht eine so brutale Erzählerin

wäre. Melchor wirbt nicht um Verständnis

oder Mitleid, sie berichtet

vom Leben in einer mexikanischen

Provinz (die gewiss auch in einem

anderen Land liegen könnte), sie berichtet

lebhaft, nüchtern und nicht

ohne Galgenhumor davon, was passiert,

wenn Menschen keine Perspektive

haben, wenn ein Gemeinwesen

im Zusammenbruch begriffen

ist und PolizistenVerdächtige foltern,„ohne

sich viel um Journalisten,

Fotos oder die Scheißmenschenrechte

zu scheren“.

Aber dann findet Norma, 13, die

sich um eine wachsende Zahl plärrender

Geschwister kümmernmuss,

von ihrem derzeitigen Stiefvater regelmäßig

vergewaltigt wird und nun

selbst schwanger ist (aber das weiß

sie noch nicht), ein Märchenbuch am

Wegesrand. Es ist nicht übertrieben

zu sagen, dass dasWunder der Literatur

über sie kommt (und die Erinnerung

an den Magischen Realismus

der lateinamerikanischen Literatur

über die Leserin). Das lesende Kind,

dem Gewalt angetan wird und dem

ein gewalttätiges Märchen das Eintauchen

in eine andereWelt und zugleich

Informationen bietet: Diesen

Anblick – Melchor nutzt die filmischen

Qualitäten ihres Schreibens –

wird man schwerlich vergessen und

muss ihn zartnennen.

Vonder Mutter hinausgeworfen,

zieht Normabeim tablettenabhängigen

Nichtsnutz Luismi ein, schweigt

aber, „denn wenn sie ihm erzählte,

was wirklich passiert war, dann

würde er merken, was für ein

schrecklicher Mensch sie war,und er

würde es bereuen, ihr geholfen zu

haben ...“. Nein, Melchor schreibt

nicht, dass Opfer sich schuldig fühlen

und dass auch das eine Katastrophe

und der beste Täterschutz ist. Sie

traut lesenden Menschen zu, selbst

Schlüsse zu ziehen.

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Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 21 *

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Feuilleton

Zwischen

Sein

und Schein

„Alles was Sie wollen“ in der

Komödie im Schiller-Theater

VonIrene Bazinger

Eine erfolgreiche Theaterautorin

steckt in der Krise, weil ihr

nichts mehr einfällt. Es geht ihr

einfach zu gut, sagt sie, das wirft

nichts ab für ein neues Stück. Da sie

stets direkt aus ihren eigenen Erfahrungen

schöpfte,hat sie wirklich ein

Problem. Natürlich erinnert man

sich dabei an Heiner Müller und seinen

Satz, dass sich Dramen besser

vordem Hintergrund einer Diktatur

als einer Demokratie schreiben.

Aber ganz so ernst ist das hier nicht

gemeint, wir sind in der Komödie

im Schiller-Theater und „Alles was

Siewollen“ ist demnach eine Komödie,

und zwar von Matthieu Delaporte

und AlexandredelaPatellière.

Ganz ohne Ernst freilich ist es auch

wieder nicht gemeint, denn Kunst

und Leben, Fiktion und Realität verschwimmen

darin auf immer verblüffendere

Weise, sodass sich das

Publikum nie sicher sein kann, was

eigentlich was ist und warum.

Wir sehen Lucie, der Autorin,

beim Verfertigen ihrer Gedanken

und Szenen zu. Thomas, der gerade

eingezogene,kochfreudige Nachbar,

hilft ihr manchmal. Er hat sich ihr

halbwegs aufgedrängt, und nun wird

er durch sie zu einer Kunstfigur. Das

ist ihm zuerst gar nicht recht, doch

weil er auf diesem WegamSchluss

Lucie küssen und „mit ihr zusammen

eine neue Geschichten anfangen“

kann, sieht er die Sache bald

anders.

Nora von Collande und Herbert

Hermann zeigen die zwei so komischen

wie sympathischen, so schrulligen

wie liebenswürdigen Gestalten

mit hinreißendemWitz, Charme und

Spaß an der Absurdität. Lucie etwa

hat ihreWohnungstür derartig massiv

gesichert, dass gleich klar wird,

diese Frau geht nur höchst selektiv

auf andere zu. Thomas hingegen ist

sozial sehr kompetent und nie um

einen Scherz verlegen. Sie kabbeln

sich dauernd und können trotzdem

nicht voneinander lassen.

HerbertHermann spielt, führtRegie und

wurde am Premierentag 78. FRANZISKA STRAUSS

Hermann, der am Tag der Premiere

unglaubliche 78 Jahre alt

wurde, hat überdies Regie geführt

und verkörpert, die Stimme dunkel

abgetönt, noch den bloß kurzanwesenden

Ehemann vonLucie.

Die Szenen sind knapp und flott,

die Erzählweise entspricht kaum

den üblichen Ehebruchskomödien,

die sonst die Boulevardtheater füllen.

DieVerschränkung vonSein und

Schein und der rasche Wechsel der

Ebenen verlangen Darstellern wie

Zuschauern hohe Konzentration ab

– was großes Vergnügen bereitet.

Dieses „Theater im Theater“ wird zu

einer fröhlichen, eleganten Liebeserklärung

an eben dieses samt seinen

vielen Mittel, Welten zu erschaffen

oder abzuschaffen. Obendrein gibt

es ein HappyEnd, aber da es auf der

Bühne auf einer Bühne stattfindet,

sind wir jetzt so weit, dass wir uns

fragen: Echt jetzt? Oder gespielt? So

soll es sein!

Alles wasSie wollen bis7.Juli, Komödie im

Schiller-Theater,Tel. 88 59 11 88

In Wortschlaufen turnen

Die Autorentheatertage des DT endeten mit drei Uraufführungen in der Langen Nacht der Autoren

VonDoris Meierhenrich

Nicht, dass jemand denkt,

die drei asphaltgrauen

Gestalten, die am späten

Samstagabend im großen

Netz auf der Kammerspielbühne

hängen, wären eigentlich nichts –

nichts Wirkliches. Sie sind etwas,

auch wenn sie selbst es wortreich

leugnen. Keine ordinären, individuellen

Existenzen, natürlich, Gott bewahre!

Um Individuen geht es der Autorin

EleonoreKhuen-Belasi in ihrem

Stück „ruhig Blut“ so wenig wie um

Germknödel, überhaupt um Konkretes.

Vielmehr soll ihm, dem Konkreten,

an diesem Abend das Maul gestopft

werden, damit die große,

schlanke Struktur zu Wort kommen

kann. Dafür stehen die drei Gestalten,

die Khuen-Belasi in ihrem Text als

sprechende Formprinzipien auf Plastikstühle

an die Bordsteinkante einer

aufmüpfigen Straße setzt –der Asphalt

bekommt später auch seinen

Auftritt –und die auf der Kammerspielbühne

nun sehr schön im Netz

ihrer Behauptungen hängen.

Bewegung und Starre

Sienennen sich „Spektren“, „Fantasmen“

oder auch einfach nur „drei

Buchstaben“ für ein x-beliebiges

„Wir“. Ob das Pegida meint oder die

Revolutionäre 1.-Mai-Demo ist

gleich, denn sie sollen alles sein, was

strukturell der Fall ist: Bewegung

und Starre, Öffnung und Abgrenzung,

Handeln und Sprechen. Tatsächlich

aber werfen sie sich nur

Satzbälle zu, deren Wortealle möglichen

Wendungen annehmen, wirft

man sie nur lang genug im Kreis.

Vom„Instandhalten“ als revoltierender

Akt ist es zur harrenden„Instanz“

nicht weit, die wiederum zum

„Standhalten des Widerstands“

führt, der schon wieder stillhält. Der

Raum wirderst„erschlossen“, um im

nächsten Atemzug schon „beschlossen“

zu sein, und so zirkelt der Text

seine Bedeutungshuberei um die

„Sache“, die natürlich nichts Sächliches

hat, groß in linguistisch kaschierte

Denkfaulheit. Dem Stück

„ruhig Blut“ philosophischen Charakter

zu bescheinigen, wäreeuphemistisch,

doch spekuliert es selbst

mit jedem Satz darauf. Die Lektüre

ist trist, umso heldenhafter, was die

Regisseurin Clara Weyde und das

tolle Ensemble des koproduzierenden

Grazer Schauspiels daraus machen.

Gefangen im Netz ihrer Besserwisserei

turnen die vier „Spektren“

(Asphalt inklusive) als Spinnen-Wrestler

in den Wortschlaufen

und lassen die beklemmend textschwache

„Lange Nacht der Autoren“

im DT immerhin böse-humorig

ausschwingen.

Szene aus „ruhig Blut“ der Autorin Eleonore Khuen-Belasi

Die Lange Nacht bildet traditionell

das Ende der Autorentheatertage,

die die drei besten aus diesmal

113 Stückeinsendungen uraufführte.

Und aufdringlicher denn je bohrte

sich diesmal auch die Frage durch

den Kopf der Beobachterin, ob das

wirklich jährlich sein muss. Warum

nicht einmal, statt auf Biegen und

Brechen zukunftslose Texte auf die

Bühne zu hieven, die eingesandten

Talentproben in starken Lesungen

LUPI SPUMA/SCHAUSPIELHAUS GRAZ

präsentieren und statt Gegenwartsdramatik

nur zu promoten, ihren

Stand, Sinn und Zweck kritisch zu

diskutieren? Deutlicher als der beschriebene

Grazer Glücksfall, spricht

die minimalistische Inszenierung

vonAndrás Dömötör für die Boxdes

DT das selbst tonlos aus. Denn Dömötör

versucht gar nicht erst, für

Svealena Kutschkes Text über sechs

Mieter eines PankowerWohnhauses,

das ausschließlich innere Monologe

Auf der Flucht...

aneinander reiht, Spielerisches zu

erfinden, er lässt es als therapeutischen

Sitzkreis ablaufen.

Die Zuschauer hocken mit den

fünf Figuren um einen Teppich und

hören –schwankend zwischen Voyeurismus

und Teilnahme –den intimen

Bekenntnissen, Reflexionen der

Individuen zu. Ja, Kutschke hat den

Mut, von Menschen zu handeln,

aber auch hier retten vor allem die

starken Schauspieler den Text, polieren

seine Schwäche allerdings auch

noch blanker. Denn wie Jürgen Pose

alskaputterGerichtsvollzieher seine

Schuldgefühle im Suff ertränkt, wie

Maike Knirsch und Lorena Handschin

ihrem lesbischen Paar mit Neigung

zu Gewalt und Selbsthass das

Profil schärfen, wie Katrin Klein das

Selbstmitleid einer gescheiterten

Akademikerin in ein Helfersyndrom

verpackt und Helmut Mooshammer

als ihr von Neid und erfolglosem

Ehrgeiz zerfressener Exmann seiner

Wut einen schmerzhaften Scheitel

zieht, ist einschneidender als die

Rhetorik der Klischees, mit der die

Romanautorin Gegenwart zufassen

versucht. Die Figuren projizieren ihr

eigenes Versagen auf den Migranten

Nabil im Erdgeschoss, indem sich

sehr treffend das Aggressionsnetz

seiner privilegierten Nachbarn zusammen

zieht. Dramatische Dichte

aber findet das nicht.

Ausgestopfte Dachse und Füchse

Dennoch gräbt „Zu unseren Füßen,

das Gold, aus dem Boden verschwunden“

tiefer in dem, was

Schuld sein kann, als das dritte Stück

von Lisa Danulat, das explizit davon

handeln will. „Entschuldigung“

sucht den Moment, wo Schuld entsteht,

streift nur leider kaum das

Umfeld davon. In knappen Spots

werden die Leben zweier Frauen

nachgezeichnet: einer betagten

Mutter,die trotz Familie der Einsamkeit

müde Selbstmord begeht, und

einer jüngeren, die beschuldigt wird,

aus Eifersucht die Familie ihres Exfreundes

ermordet zu haben. Peter

Kastenmüller hat dafür einen Wald

ins DT gebaut, in dem sich ausgestopfte

Dachse und Füchse am Lagerfeuer

Gute-Nacht-Lieder singen,

während surreale Explosionssplitter

zwischen den Bäumen hängen, als

könne man den ominösen Schuld-

Moment in diesem Traumwald einfach

pflücken. Kann man nicht. Und

das ans Zürcher Neumarkt Theater

wandernde Märchen dürfte bald

selbst ausgestopft im Lager hängen.

Doris Meierhenrich

schlägt vor, die Texte besser

in Lesungen zu präsentieren.

…vor Daniel Barenboim zum Gastspiel der französischen Musiktheatergruppe La Cage und des Ensembles Miroirs étendus

VonPeter Uehling

Eigentlich sollte hier ein Text über

Daniel Barenboims Konzert am

Pult der Berliner Philharmoniker stehen.

Denn das war nicht irgendein

Konzert, sondernder Dirigent feierte

den fünfzigsten Jahrestag seines

Philharmoniker-Debüts mit dem

Programm von damals. Dies zu besprechen,

gehörtsich eigentlich –ich

kann es nicht bestreiten.

Die widerstandslose Verlängerung

seines Vertrags als Generalmusikdirektor

von Staatskapelle und

Staatsoper jedoch, vor einer Woche

bekanntgegeben und vonder Presse

mit nahezu einhelligem Mangel an

Begeisterung wahrgenommen, hatte

indes eine schier verstörende Wirkung.

Niemand könnte einen Nachfolger

aus dem Hut ziehen, wohl

wahr –aber gerade das ist ja das Verstörende:

Barenboim besitzt in Berlin

ein Monopol auf Weltgeltung, so

dass diese Stadt ohne ihn in die musikalische

Bedeutungslosigkeit zu

fallen droht, und das nicht etwa, weil

hier ansonsten nur Schmalspur-Musikanten

wirken würden, sondern

weil wir alle durch mehr oder minder

große Unterwürfigkeit am Aufbau

dieses Monopols mitgewirkt haben.

Die Berliner Philharmoniker haben

den Anlass am Wochenende genutzt,

Barenboim zu ihrem Ehrendirigenten

zu ernennen. Das ist nach

einem halben Jahrhundert künstlerischer

Zusammenarbeit gewiss

auch eine Frage des guten Tons. Indem

Barenboim, den die Philharmoniker

zweimal nicht zum Chefdirigenten

gewählt haben, aber der erste

Ehrendirigent in der Orchestergeschichte

geworden ist, wirkt die Ernennung

auch schon wieder unmäßig;

hätte sie zu Lebzeiten ausgeschiedenen

Chefdirigenten wie

Claudio Abbado oder Simon Rattle

nicht eher zugestanden?

Die Barenboim-Beweihräucherung

überschreitet zur Zeit das Erträgliche

–ich wollte weit weg und

ging in den Wriezener Bahnhof am

Berghain-Gelände. „I’d rather sink“

hieß das Gastspiel der französischen

Musiktheatergruppe La Cage und

des Ensembles Miroirs étendus. Die

sogenannte Oper „An Index of Metals“

vonFausto Romitelli wurde mit

einem Stück des russischen Komponisten

Dmitri Kourliandski zu einer

„immersiven Musikperformance“

zusammengebunden. Musiker und

Sängerin – Sirje Aleksandra Viise

hatte den Gesangspart von der erkrankten

Linda Oláh übernommen –

stecken in durchsichtigen Plastik-

Ponchos, bewegen sich durch das

stehende Publikum, zucken zu einem

Beat und repetieren ab und zu

kleine Wendungen aus Romitellis

Partitur. „An Index of Metals“ wird

dann frontal aufgeführt als eine Art

Liederzyklus über ein Gedicht, das

Kenka Lèkovich über das Roy Lichtenstein-Bild

„Drowning Girl“

schrieb.Hier gibt es,dank der instrumentalen

Überschreitung des Neue

Musik-Klangs durch E-Gitarre und

E-Bass,halluzinatorische Momente.

Romitelli wollte eine Musik

schreiben, die sich am Rave orientiert,

Kourliandski ist dem mit seiner

elektronischen Spur dichter auf den

Fersen, und der Abend entpuppt

sich als Versuch eines säkularen Rituals,

als Anregung, sich in Klang

und Bewegung zu entäußern. Es gibt

bei „I’d rather sink“ keine jener Gewissheiten,

wie sie Barenboim mit

zuverlässiger Redundanz anbietet:

Große Musik mit großem Dirigenten,

großartig aufgeführt. Noch dass

man sich im Wriezener Bahnhof ein

bisschen langweilt, könnte man als

Fehlen jener tendenziell aggressiven

Manipulation von Aufmerksamkeit

durch „Größe“ begrüßen. Aber das

ist nur ein Vorschlag.

Beweise

bröckeln

schnell

Moskau: Proteste gegen die

Festnahme eines Reporters

VonStefan Scholl

Die Polizisten ignorierten Golunows

Forderungen nach einem

Anwalt, er landete auf dem Boden,

ein Beamter stellte ihm den Fuß auf

die Brust, ein anderer schlug ihm die

Faust ins Gesicht. Später attestierten

Ärzte dem Opfer Blutergüsse und

eine Rippenprellung. Am Donnerstagnachmittag

wurde Iwan Golunow,

36, Journalist des Portals Meduza,

in Moskau als mutmaßlicher

Drogenhändler festgenommen. Ihm

drohen zehn bis zwanzig Jahre Gefängnis.

Aber am Sonnabend verhängte

der Haftrichter statt Untersuchungsgefängnis

nur Hausarrest gegen

Golunow –offenbar unter dem

Eindruck breiter Proteste.

Willkür und Misshandlungen auf

russischen Polizeiwachen sind laut

Menschenrechtlern keine Seltenheit.

Auch dass Polizisten Personen

Drogen unterschieben, um sie erpressen

oder verurteilen zu können,

wurde schon öfter beobachtet. So

wurde Ojub Titijew,Leiter des tschetschenischen

Büros der Menschenrechtsorganisation

Memorial, kürzlich

wegen ähnlicher Vorwürfe zu

vier Jahren Arbeitslager

verurteilt

– am Montag

jedoch nach

internationalen

Protesten auf Bewährung

freigelassen.

Golunow ver-

DPA

TOP 10

Sonntag,9.Juni

Iwan Golunow,

Journalist

sichert, man

habe ihm Drogeninden

Rucksack

gesteckt. Esstellte sich heraus,

dass von neun Fotos der Polizei aus

seiner Wohnung tatsächlich nur eins

dort gemacht wurde. Schließlich

fanden sich unter Golunows Fingernägeln

keine Drogenspuren.

Erst am Freitagmorgen war Golunows

Festnahme bekannt geworden,

danach starteten Kollegen eine

Mahnwache vor der Moskauer Polizeihauptwache.AmSonnabend

versammelten

sich hunderte Menschen

vor dem Gericht, wo sein Haftprüfungstermin

anstand. Eine Eingabe

auf change.orgfür Golunows Freilassung

wurde bis Montagnachmittag

150 000 Malunterzeichnet.

Nach Angaben seiner Redaktion

arbeitete Golunow zuletzt an einer

Geschichte über die Moskauer

Friedhofsmafia. Schon vorher hatte

er Hintergrundartikel über korrupte

Bestattungsinstitute und ihre Komplizen

in Behörden und Sicherheitsorganen

veröffentlicht. „Es scheint,

als wollten hier eher rangniedrige

Polizeioffiziere eine konkrete Recherche

stoppen“, sagt Pawel Kanygin,

Enthüllungsreporter der Zeitung

Nowaja Gaseta, der Berliner Zeitung.

Selbst regimetreue Intellektuelle

hätten die Willkür der „Organe“ satt,

erklärt Kanygin. Dass die Justiz den

Angeklagten aber in den Hausarrest

entlassen habe,lasse hoffen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow

sagte am Sonntag, das Verfahren

habe viele Fragen aufgeworfen.

1 Tatort ARD 6,35 23 %

2 Tagesschau ARD 5,51 23 %

3 Formel1 RTL 4,07 15 %

4 FB Uefa NL ZDF 3,17 12 %

5 heute ZDF 2,55 14 %

6 Cheat –Der Betrug ARD 2,34 10 %

7 FBWM ZDF 2,22 13 %

8 RTL Aktuell RTL 2,21 13 %

9 Independence Day PRO7 2,19 8%

10 heute journal ZDF 2,09 7%

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Die Therapie

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

19.30: Romeo und Julia (Staatsballett Berlin)

20.00 Tischlerei: Delirio

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

19.30: Jubiläumsgala: 50 Jahre Grips Theater

HAU2(✆25 90 04 27)

20.00: De Living (Das Wohnzimmer) (Ersan Mondtag

/NTGent)

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.30: Petruschka /L’Enfant et les Sortilèges

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Alles was Sie wollen

RambaZamba Theater (✆ 44 04 90 44)

19.30: Antigone

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00: RichardIII.

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Waszählt, ist die Familie!

Shakespeare CompanyBerlin (✆ 21 75 30 35)

20.00: Maß für Maß!

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Drei Mal Leben

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Die alten schönen Lieder (Tim Fischer)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

20.00: Zirkus Angela

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: HowtobecomeaBerliner in one hour?

(Karsten Kaie)

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: Wermit wem? (TheatersportBerlin)

StageBluemax Theater Berlin (✆ 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group -The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: The Band -Das Musical

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Spin! Die 15. Abolventen Show(Absolventen

der Staatlichen Artistenschule Berlin)

KLASSIK

BKA (✆ 202 20 07)

20.30: Die UnerhörteMusik, Neue und zeitgenössische

Musik des ausgehenden 20. und des 21.

Jahrhunderts

Französische Friedrichstadtkirche

(✆ 20 64 99 22) 15.00: Wolfgang Karius, 30 Minuten

Orgelmusik, Werkeverschiedener Komponisten

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

20.00: Sophie-Véronique Cauchefer-Choplin, Konzert

im Rahmen des 15. Internationalen Orgelimprovisationsfestivals

Berlin

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

14.00 (Kl. Saal): Espresso-Konzert

20.00: Festival Strings Lucerne, Ltg.Daniel Doods,

mit Kit Armstrong,Werkevon Mozart, Haydn, Bach

und Honegge

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

13.00 Foyer: Lunchkonzert

20.00: Kammerakademie Potsdam, Emmanuel Pahud

(Flöte), Albrecht Mayer(Oboe), Andreas Ottensamer

(Klarinette), W.A. Mozart: Ouvertüre für die Oper

„Così fan tutte“, Symphonie Nr.35D-Dur „Haffner“;

Ignaz Moscheles: Concertante für Flöte, Oboe und

Orchester F-Dur;Franz Danzi: Concertante für Flöte,

Klarinette und Orchester B-Durop. 41, Concertino für

Klarinette, Fagott und Orchester B-Dur op. 47; Franz

Doppler:Fantaisie et variations surdes motifsde

l’opéra „Rigoletto“ de Verdi op. 38

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

18.00: Stipendiaten der Karajan-Akademie der

Berliner Philharmoniker,Carte blanche

Pierre BoulezSaal (✆ 47 99 74 11)

19.30: David Oistrakh StringQuartet, Alexander

Borodin: Streichquartett Nr.2D-Dur;GiyaKancheli:

„Night Prayers“ für Streichquartett und Tonband; Dmitri

Schostakowitsch: Streichquartett Nr.9Es-Dur op.

117 Béla Bartók: Román népi táncok -Rumänische

Volkstänze, im Rahmen des Streichquartett-Konzertmarathons

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: The12Tenors, Millennium, Hommageandie

Welthits des letztenJahrtausends -klassische Arien,

Pop-Hymnen, Rock-Klassiker

KINDER

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Cross Roads (✆ /5 26 80 21 35)

15.00: Familienführung: VonRittern, Nachtwandlern

und Badegästen –rundumdie Dorfkirche Tempelhof,

Marion Feise, Treffpunkt: Kirchhofstor der Dorfkirche

Tempelhof, Reinhardtplatz (ab 6J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

14.00, 16.00: Das tapfere Schneiderlein, Puppentheater

Böhmel (ab 3J.)

FEZ Berlin (✆ 530 71 -0)

12.00: fezMachen! Abenteuer -Action, fertig,los! (ab

2bis 12 J.)

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reichinder Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Heimat Berlin, Projektschauund Aktionsraum

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern-Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel -Die Ausstellung mit dem Vielfalter,Lernvielspaß

für Mitmachkinder (ab 3bis 11 J.)

Märkisches Museum (✆ 308 66 -0)

10.00: Vielfalt-Forscher des Labyrinth Kindermuseums

Berlin, Wasist Vielfalt? Wo ist Vielfalt?

Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50)

10.00: Ferdinand, der Stier (ab 4J.)

Zeiss-Großplanetarium (✆ /42 18 45 10)

12.00: Raumschiff Erde

13.30: Mit Raketen zu Planeten

LITERATUR/VORTRAG

Acud (✆ 44 35 94 97)

20.00: Kookread: Iamnot aRobot, Hannes

Bajohr,Christiane Frohmann, Sarah Berger,Carsten

Schneider

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str. 70)

20.00: Und morgen die Welt, Samira Mousa

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

19.30: Poets’ Corner Pankow,Cecília Barros Erismann,

Moritz Gause, Sandra Gugic, Adelaide Ivánova,

Kevin Junk u. a., Moderation: Alexander Graeff

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

20.30: Jugend -Pop -Kultur.Eine transnationale

Geschichte, Bodo Mrozek, Buchpräsentation

Helene-Nathan-Bibliothek (✆ 902 39 43 42)

18.00: LEA Leseklub

Lettrétage (✆ 692 45 38)

20.00: Ernst Toller:Nie wieder Friede!, Schauspielensemble

Shakespeare2Go, SzenischeLesung

Novilla (✆ 23 92 53 11)

19.00: Poets’ Corner Treptow-Köpenick, Max Czollek,

Julia Dorsch, Anna Hetzer,Simone Kornappel, Steve

Mekoudja und Abdulkadir Musa, Previewzum 20.

poesiefestival berlin, Mod.: Vera Kurlenina, musikal.

Begl.: Nikolaus Neuser (Trompete), Els Vandeweyer

(Vibraphon).

Vortrag

Sie

vermissten

Berlin

In den frühen 90er-Jahren

richtete der Berliner Senat

eine Arbeitsgruppe ein, die ein

Erinnerungsbuch für die ermordeten

Juden von Berlin

produzieren sollte. Die

Gruppe kontaktierte Juden,

die einst in Berlin gelebt hatten,

und nun in aller Welt verstreut

waren, um sie nach dem

Schicksal ihrer Verwandten

während des Holocaust zu befragen.

Als eine ArtNebenprodukt

entstand dabei noch etwas

anderes. Die einstigen

Berliner in Kapstadt, Buenos

Aires, Melbourne oder San

Francisco erzählten nämlich

auch die Geschichten ihres eigenen

Überlebens und ihrer

Beziehung zu ihrer früheren

Heimatstadt. Über diese voller

Emotionen steckenden Korrespondenzen

spricht der Kulturwissenschaftler

Joachim

Schlör von der Universität

Southampton. Susanne Lenz

Ringvorlesung zurjüdischenGeschichteBerlins

16-18Uhr,Humboldt-

Universität, Hörsaal 3038, Hauptgebäude

unterden Linden

Holly Herndon hat ihr neues Album mit einer künstlichen Intelligenz namens Spawn eingespielt.

Markus Schneider

empfiehlt Holly Herndons KI-Projekt

„Proto“, die hochkarätigen

Reggae-Veteranen Inna de Yard

und den Drone-Allstar-Abend vonAngel.

Dazu herrliche Freefrom-Soli auf

Geigeund Saxofon.

Bedauerlicherweise muss

ich zunächst einen Fehler

aus der letzten Kolumne

korrigieren. Dort habe ich

im Zusammenhang des neuen Buches

von Berthold Seliger einige im

Programm des „Pop-Kultur“-Festivals

auftauchende Medien als Sponsoren

notiert. Dasist falsch; auch Seliger

spricht korrekt von Medienpartnerschaft.

Es fließt kein Geld.

„Unsere offiziellen Medienpartner,

die mit Logo auf den „Pop-Kultur“-

Materialien vertreten sind“, stellt

Anika Väth, die Presseverantwortliche

des Musicboards richtig, „zahlen

kein Geld für diesen Schulterschluss.

Wir machen hier Zusammenarbeit

transparent, die aus freiem Willen,

Relevanz und Überzeugung stattfindet,

und gewähren diesen ausgewählten

Redaktionen Sichtbarkeit.“

Das wiederum ändert nichts an

meiner Kritik an Seligers Formulierung

vom „embedded journalism“,

einem Begriff aus der Kriegsberichterstattung,

der Journalismus bezeichnet,

der sich zum kontrollierten

und unkritischen Sprachrohr einer

Regierung machen lässt. Im Kontext

eines vorbildlich diskursiv kuratierten

Popfestivals wirkt der Begriff, zumal

vonSeiten eines erfahrenen Veranstalters,

nur sehr kalkuliert nach

allen Seiten unter die Gürtellinie gezielt.

Ich bin untenrum gut gesichert

und embedde mich ohne Bedenken

in Holly Herndons Performance mit

ihrer künstlichen Intelligenz Spawn,

mit der sie ihr neues Album „Proto“

eingespielt hat. Zu dem neben einer

Münchner Aufführung einzigen

Deutschland-Konzert bringt sie einen

sechsköpfigen Chor sowie ihre

programmierenden Partner mit und

das gemeinsam enwickelte Spawn-

Programm selbst, das sie mit

menschlichem Gesang großgezogen

haben. Den Lernprozess der KI dokumentiertdas

Album in seinen verwirrenden,

auch poppigen Elektrochor-Schlaufen

aufs Nachdrücklichste;

vom quakenden Baby zum

eigenständigen Ensemblemitglied,

das sich seinen eigenen Reim auf die

musikalischen Vorgaben macht.

Sehr neu, sehr spannend, und ein

lässiger Kommentar zu den apokalyptischen

Ängsten vor dem Tool:

Herndon sieht es als potenziellen

Partner.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Rocketman

14.30, 17.15; Ballett aus dem Royal Opera House

London: Romeo and Juliet 20.15

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Zwischen den Zeilen

15.30,20.30; Zwischen den Zeilen (OmU) 18.00

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Rocketman

14.45, 17.20; Matinee: Ballett aus dem Royal Opera

House London: Romeo and Juliet 20.15

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40)All My Loving 15.10,

17.50,20.30; Rocketman (OF)18.15, 21.00;Push

–Für das Grundrecht auf Wohnen (OmU) 14.00;

HighLife (OmU)16.00, 20.40;RamenShop(OmU)

18.30; Rocketman 20.30;Van Gogh 15.00, 17.30;

Das Familienfoto 15.15; Das Ende der Wahrheit

17.30,20.00; Burning 14.00, 17.10, 20.20; Roads

(OmU) 14.30, 19.00; Stan &Ollie (OmU) 16.45;

Greta (OmU) 21.15

Filmkunst 66 (✆ 882 1753) Stan &Ollie 18.00;

All My Loving 20.00; All MyLoving 17.45; Under

the Tree 20.15

Kant Kino (✆ 319 9866) Nur eine Frau 15.30,

17.45, 20.00; TKKG 13.50, 16.00; Roads 18.10,

20.30; Aladdin 15.30, 18.00, 20.45; Mister Link

14.00; Monsieur Claude II 16.00, 20.30; Der

Flohmarkt von Madame Claire 18.15; Edie 15.45,

17.45

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Aladdin

11.10, 17.00; 3D: Godzilla 214.00; Rocketman

20.00; John Wick III 23.00; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 12.15, 15.00, 20.30, 23.15; Rocketman

17.40; Der Fall Collini 11.40; 3D: Aladdin 14.30;

Rocketman (OF) 17.25; John Wick III 20.15; 3D:

Godzilla 223.10; TKKG 12.30, 14.45; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 17.10; 3D: Aladdin 19.50, 22.50;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.40; 3D:Avengers:

Endgame 14.00; 3D: Godzilla 2(OF) 17.45;

3D: Godzilla 220.45; Willkommen imWunder Park

11.00, 13.00; Glam Girls 15.20, 22.50; TKKG

17.40; Der Fall Collini 20.00; Dumbo 11.00; Glam

Girls 13.20, 18.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.40; Ma –Sie sieht alles 20.30,23.00

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Ramen Shop

(OmU) 11.00; Diamantino (OmU) 12.40; Das

schönste Paar 14.15; Willkommen im Wunder Park

15.45; Under the Tree 17.15; Nur eine Frau (DFmenglU)

18.45; Ghetto Balboa (OmenglU) 20.45;

Der Goldene Handschuh (DFmenglU) 22.20; Once

Again –Eine Liebe in Mumbai (OmU) 11.00; Berlin

Bouncer (OmenglU) 12.45;The Wild Boys –Les garcons

sauvages (OmU) 14.15;

Ray & Liz (OmU) 16.15; Free Solo (OmU) 18.15;

Ramen Shop (OmU) 20.00; Dave Made aMaze

(OmU) 21.30; Antiporno – Antiporuno (OmU)

23.00; Der Junge muss an die frische Luft 11.00;

Green Book –Eine besondere Freundschaft (OmU)

12.45; Das Ende der Wahrheit (DFmenglU) 15.00;

Border –Gräns (OmU) 16.45;Edie 18.45; VanGogh

20.30; One Cut of the Dead 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Maquia: Eine

unsterbliche Liebesgeschichte –Sayonara noasa ni

yakusoku nohana okazaro (OmU) 16.00; Ein Gauner

&Gentleman –The Old Man &the Gun (OmU)

18.15; Nur eine Frau 20.15; Wir–Us(OmU) 22.10;

Kleine Germanen 16.00; The Artist &The Pervert

(OmU) 17.45; War ofArt (OmU) 19.45; Familie

Brasch 21.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 3D: X-Men: Dark

Phoenix 12.15; 3D: Aladdin 12.15, 14.30, 17.30,

20.15; Rocketman 12.30, 15.00, 17.15, 20.15;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.30, 15.45;

TKKG 12.40, 14.45, 17.15; 3D: Godzilla 212.45,

16.40,19.45;Shazam!13.45;John Wick III 13.45,

17.45, 20.30; IMAX 3D: X-Men: Dark Phoenix

14.00, 17.00, 20.00; Monsieur Claude II14.00;

Mister Link 14.15; Aladdin 14.15, 16.30; Wenn du

König wärst 15.00; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 15.00; Godzilla 215.15,17.15,19.30;Asterix

und das Geheimnis des Zaubertranks 15.15;

Nur eine Frau 16.45; 3D: Avengers: Endgame

17.10, 20.15; After Passion 17.40; Greta (2019

USA) 17.50; X-Men: Dark Phoenix 18.20, 21.15;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.30,

21.00; Der Fall Collini 19.45; Aladdin (OF) 20.00;

Avengers: Endgame 20.30; Rocketman (OF) 20.50;

3D: X-Men: Dark Phoenix (OF) 21.00

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Atlas 18.00; All

My Loving 20.00; Lords ofChaos (OmU) 22.15;

Lord of the Toys 18.00; Das Leben meiner Tochter

19.50; Liebesfilm (OmenglU) 21.40

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.00, 13.50, 16.50; Mister Link

11.00, 14.00; Willkommen im Wunder Park 11.10;

Aladdin 11.20, 13.40, 16.40, 20.00; TKKG 11.30,

14.15,16.45;Monsieur ClaudeII11.40; RoyalCorgi:

Der Liebling der Queen11.50; Godzilla 213.30;

3D: Aladdin 14.10, 17.15; X-Men: Dark Phoenix

14.20; 3D: Godzilla 216.30, 19.30; Rocketman

17.00, 20.15; 3D: X-Men: Dark Phoenix 17.10,

20.00; 3D: Avengers:Endgame 19.10;John Wick III

19.40; Glam Girls 19.50

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Nureine Frau 14.00; Die

sagenhaften Vier –Marnies Welt 16.00; Stan &Ollie

18.00; Das Ende der Wahrheit 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) 3D: Aladdin

11.50, 14.15, 17.10, 20.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu12.00,15.00,17.30; Aladdin 12.00,

14.30, 17.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.10, 14.40; Mister Link 12.10; TKKG 12.15,

14.15, 17.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

12.15, 14.45; Willkommen im Wunder Park 12.20;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 12.30;

X-Men: Dark Phoenix 14.20, 17.10, 19.50; Rocketman

14.30, 16.45, 20.15; Godzilla 214.50,

19.30; Avengers: Endgame 16.30, 19.40; 3D:

Godzilla 217.00; John Wick III 17.20, 20.00; 3D:

X-Men: Dark Phoenix 20.10; Ma –Sie sieht alles

20.20; Glam Girls 20.30

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen (OmU) 17.30; Rocketman (OmU)

19.50,22.30; B NureineFrau17.15, 19.30, 21.45

fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Oray (OmU)

17.45; „Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in

die Geschichte eingehen“ – „Imi este indiferent

daca inistorie vom intra ca barbari“ (OmU) 17.45;

Zwischen den Zeilen (OmU) 19.45, 22.00; Burning

(OmU) 20.30

Moviemento (✆ 692 4785) Unheimlich perfekte

Freunde 14.00; Alfons Zitterbacke – Das Chaos

ist zurück 16.15; Ramen Shop (OmU) 18.30; Rocketman

(OmU) 20.30; Cold War: Der Breitengrad

der Liebe –Zimna wojna (OmenglU) 23.15; Alfons

Zitterbacke –Das Chaosist zurück 10.00; Die Winzlinge:

Abenteuer inder Karibik 12.15; Checker Tobi

und das Geheimnis unseres Planeten 14.30;Roads

(OmenglU) 16.30, 18.45, 21.00; The Favourite –

Intrigen und Irrsinn (OmU) 23.15; High Life (OmU)

10.15, 15.30, 18.00, 20.30; Rocketman (OmU)

12.45; Climax (OmU) 23.00

Sputnik (✆ 694 1147) Klasse Deutsch (OmU)

16.45; Push – Für das Grundrecht auf Wohnen

(OmenglU) 18.15; Greta (2019 USA) 20.00; Birds

Of Passage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros

de verano (OmU) 21.45; Free Solo (OmU) 16.45;

Das Ende der Wahrheit (OmenglU) 18.30; Nur eine

Frau (OmU) 20.15; Border –Gräns (OmU) 22.00;

Kinobar im Sputnik Filmclub (OmU) 20.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Mister Link 14.15; Rocketman

17.20, 20.00; New Nur eine Frau 15.00,

18.50;All My Loving 16.15, 21.00

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Urfin: Der Zauberer

von Oz 10.00; Mister Link 10.00, 12.15, 14.15;

TKKG10.15,12.30,15.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.15, 12.30, 14.45; Rocca verändert

die Welt 10.30, 12.45; Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 12.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix

14.30, 17.30, 20.30; Aladdin 14.45,17.00; Avengers:

Endgame 16.30; Rocketman 17.15, 20.00;

3D: Godzilla 217.15, 20.15; 3D: Aladdin 20.00;

John Wick III 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Stan &Ollie

13.00; Edie 13.00; Magie der Wildpferde 13.15,

20.00; Rocketman 15.15, 17.45, 20.15; Glam

Girls 15.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

15.30; High Life 17.30; AllMyLoving 17.30;Ballett

aus dem Royal Opera House London: Romeo and

Juliet 20.15

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Avengers:

Endgame 11.15, 15.15, 19.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.10; Aladdin

11.30, 14.00, 17.00; Willkommen im Wunder Park

11.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

11.45; TKKG 12.00, 14.30, 16.45; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 12.00, 14.30; X-Men: Dark

Phoenix14.00;Godzilla 214.00, 20.00; Mister Link

14.30; 3D: Godzilla 216.30; John Wick III 16.45,

19.50; 3D: X-Men: Dark Phoenix 17.00,20.00; Rocketman

17.00; 3D:Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.15; Glam Girls 19.45; 3D: Aladdin 20.00;

Ballettaus demRoyal Opera HouseLondon:Romeo

and Juliet 20.15; Sneak Preview 20.30

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Nur eine Frau 18.45; Das

Ende der Wahrheit (OmenglU) 20.45; Vom Bauen

der Zukunft –100 Jahre Bauhaus (OmU) 18.00;

Under the Tree 20.00; Of Fathers and Sons –Die

Kinder des Kalifats (OmU) 21.45

Babylon (✆ 242 59 69) NewYork –New York: Funny

Girl (OmU) 17.00; New York –New York: Hannah

und ihre Schwestern –Hannah and Her Sisters (OF)

17.45;New York –New York: The Purple Rose of Cairo

(OF)18.15;New York –New York: Catch Me If You

Can (OmU) 19.30; Macht das alles einen Sinn? –

Und wenn ja –warum dauert essolange? 20.00;

NewYork –New York: Frances Ha (OmU) 20.00; Hexenkessel

–Mean Streets (OmU) 22.00; New York

–New York: Hair (OmU)22.15; NewYork –New York:

Die Warriors (OF) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Kriegerin

9.45; Alfons Zitterbacke 15.00; Greta (OmU)

17.00; Border (OmU) 22.00; Das kleine Gespenst

10.00; Rocketman (OmU) 12.15, 14.45, 17.15,

20.00,22.45

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 0200) After Passion

11.00; Willkommen imWunder Park 11.10;

Royal Corgi 11.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

11.20, 14.45; Aladdin 11.30, 13.30, 16.40,

22.40; X-Men 11.40, 14.30; TKKG 11.40, 14.20,

17.00; Monsieur Claude II 11.50; Mister Link

12.15,14.00; 3D: Godzilla 213.40, 16.30, 19.40,

22.50; Avengers 14.00; 3D: Aladdin 14.10,17.10,

19.30; Rocketman 14.30, 17.30, 20.10, 23.00;

John Wick III 16.50, 19.50, 23.00; 3D: X-Men

17.20, 20.15, 23.15; Der Fall Collini 17.40; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.50, 20.20;

Glam Girls 20.00; 3D: Avengers 20.30, 22.20; Ma

–Sie sieht alles 20.40, 23.15; Greta 23.10

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Das Familienfoto

(OmU) 14.30; Roads (OmU) 16.45, 19.00; I, Tonya

(OmU) 21.15; High Life (OmU) 14.45, 21.15;

Ramen Shop (OmU) 17.15, 19.15; Berlin Babylon

(Omdt+englU) 15.00; Nur eine Frau (OmU) 17.00;

All MyLoving 19.15; Burning (OmU) 21.45; Blown

Away –Music, Miles and Magic (OmU) 15.00; Peter

Lindbergh –Women‘s Stories(OmU) 17.30; Burning

–Beoning (OmU) 20.00; Sunset Over Hollywood

(OmU) 14.45; Zwischen den Zeilen (OmU) 17.00,

19.15;The Artist &The Pervert (OmU) 21.30

International (✆ 24 75 60 11) Rocketman (OmU)

16.15,19.00, 21.45

Z-inema (✆ 28 38 91 21) Diamantino (OmU)

20.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Berlin.Dokument

20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

X-Men: Dark Phoenix 12.00, 14.00, 16.50, 20.10;

Willkommen im Wunder Park 12.00; Urfin: Der Zauberer

von Oz12.00; TKKG 12.00, 14.00, 17.20;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.00, 14.50,

17.25; Mister Link 12.00, 14.15; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 12.00; Aladdin 12.00,

14.10, 17.15, 19.50; Godzilla 2 12.10, 14.05,

16.45, 19.50; Avengers: Endgame 14.00, 16.30;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.00; Dumbo

15.45; Rocketman 17.05, 20.10; John Wick III

17.10, 20.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –

Pokemon Detective Pikachu (OF) 17.35; 3D: X-Men

19.40;Aladdin (OF) 19.50; X-Men (OF) 20.10; Ma

20.25

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Burning (OmU) 10.00,

22.00;SunsetOverHollywood (OmU) 12.45; Roads

14.30,18.15;War of Art(OmU) 16.20; Berlin Sci-Fi

Filmfest (OmenglU) 20.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Roads (OmU) 16.00,

18.20,20.40

Passage (✆ 68 23 70 18) Rocketman (OmU)

18.00,20.40; Sneak Preview 22.30; Zwischen den

Zeilen 18.10, 20.30; All My Loving 17.30, 20.00;

Roads 16.45, 19.00; Border 21.15

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Burning – Beoning

(OmU) 17.00, 20.15; High Life (OmU) 18.00,

20.30, 22.30; Rocketman (OF) 16.30, 19.00;

Burning –Beoning (OmenglU) 21.30; Aladdin (OF)

16.15, 19.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –

Pokemon Detective Pikachu (OF) 21.40; John Wick

III (OF) 17.00, 19.50

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Godzilla 213.45; Aladdin 14.00, 17.00, 19.20;Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.10; Glam Girls

14.15, 17.15; X-Men: Dark Phoenix 14.25; TKKG

14.30, 16.50; 3D: Godzilla 216.30, 19.40; John

Wick III 17.10, 20.15; 3D: X-Men: Dark Phoenix

17.15, 20.00; Avengers: Endgame 19.30; Ballett

aus dem Royal Opera House London: Romeo and

Juliet 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) BabyWolfgang präsentiert:

Diamantino (OmU) 11.00; TheWild Boys –Les garcons

sauvages (OmU) 12.00; „Mir ist es egal, wenn

wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ –„Imi

este indiferent daca in istorie vom intra ca barbari“

(OmenglU) 13.00; High Life (OmU) 14.10, 18.50;

Mo & Friese unterwegs (Auf zu neuen Abenteuern)

16.00; Pippi Langstrumpf 16.20; Liebesfilm

(OmenglU) 17.00; Aapothkalin trikalika –The Kali

of Emergency (OmenglU) 19.00; Burning –Beoning

(OmU) 21.00; Diamantino (OmU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Mister Link

15.30; Rocketman 17.30, 20.15; Aladdin 16.15,

19.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88)Rocketman

15.00, 17.40, 20.20; Mister Link 14.00; Zwischen

den Zeilen 16.00, 18.20; Burning 20.40; Aladdin

14.00, 16.45, 19.30; All My Loving 15.15, 20.00;

Nur eine Frau 17.45; TKKG 14.00, 16.15; Roads

18.30; HighLife (OmU) 20.50


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

VonMenschen

und Computermäusen

Die Woche bringt Musik aus der Elektro-Retorte,

Reggae- Allstars aus dem Sonnenhof und fliegende Saxofonsoli

Weitgehend unter uns bleiben wir

Humanoiden bei der Reggae-Blockparty

Inna de Yard. Das Projekt begann

2004 auf der Terrasse des großen

Gitarristen Earl „Chinna“ Smith

in den Blue Mountains Jamaicas,wo

das mittlerweile eingestellte französische

Label Makasound eine Reihe

vonFreiluft-Alben mit Roots-Veteranen

der Insel aufnahm. Gerade erschien

nun ein zweites wunderbares

All-Star-Album des Inna-de-Yard-

Kernensembles, auf dem mit viel

Soul, Bläsern, Nyabinghi-Trommeln

und auch Akkordeons Klassiker von

Ken Boothe, The Congos oder Judy

Mowatt neu interpretiert werden.

Über die Entstehung des ersten Albums

derlosen Gruppe,„The Soul of

Jamaica“ von2017, hat PeterWebber

einen Film gedreht (ab 20.6. im

Kino). Sieben der Mitwirkenden,

darunter Ken Boothe, Horace Andy

und Cedric Myton von den Congos

(leider nicht Judy Mowatt), wirdman

im Festsaal auf der Bühne sehen. Das

wirdschön.

Ein weiteres All-Star-Projekt: Als

Angel arbeiten seit 20 Jahren PanSonic

und Schneider TM an der ästhetischen

Front von wildwachsenden

aus U-Bahnschächten

POP

Inna de Yard 12.6., 19.30 Uhr,Festsaal

Kreuzberg

Jens Balzer Buchvorstellung 12.6., 19

Uhr,Berghain Kantine

Holly Herndon 14.6., 20 Uhr,Volksbühne

Angel (mit Gästen) 15.6., 20 Uhr,Ballhaus

Ost

Jessica Moss/Matana Roberts 18. 6.,

20 Uhr,Acud Macht Neu

IMAGO/ROLAND OWSNITZKI

elektronischen Drones und Noises.

Zum Jubiläum haben sie ordentlich

große Kollegen eingeladen, den australischen

Allround-Noisenik Oren

Ambarchi zum Beispiel und die isländische

Cellistin Hildur Gudnadottir,die

soeben feinstens das neue

Sunn-O)))-Album mitbedröhnt hat.

Jeweilsallein besuchen uns die Saxofonistin

Matana Roberts und die

Geigerin Jessica Moss als Double Feature

des experimentieroffenen kanadischen

Labels Constellation. Moss,

sonst mit Thee Silver Mt. Zion Memorial

Orchestra geräuschfreudig postrockend

unterwegs, arbeitet mit Verfremdungen

und echoförmigen

Loops an einer frei fließenden elektronischen

Klangkunst. Matana Roberts

andererseits, bekannt geworden mit

ihrer Orchester-Improv-Reihe „Coin

Coin“, empfiehlt sich für ihr Solo u.a.

mit ihren letzten Aufnahmen, beweglich

leichten, verhallenden Soli in US-

U-Bahnhöfen, die man auf Bandcamp

nachhören kann.

Und schließlich stellt Jens Balzer,

moderiert vom rasenden RBB-Kinoreporter

Knut Elstermann, sein originelles

Buch über die entfesselten

Siebziger vor.

TrotzigeWitwe

Das Leben

nach seinem

Tod

ImArztbrief über den TodihresMannes

las Brenda Strohmaier:„Wie

bedauern den tragischen

Krankheitsverlauf.“

Obwohl sie mit dem Todrechnen

musste, „hatte ich mir

nicht vorstellen können, dass

er eines Tages wirklich die

Sense herausholen würde“,

schreibt sie in ihrem Buch „Nur

über seine Leiche“. Sie erzählt,

wie sie der Lücke in ihrem Alltag

begegnet, wie viele und verschiedene

Umwege sie nutzt,

um ihr Weiterleben zur organisieren.

Brenda Strohmaier erzählt

auf eine Weise, dass man

ihr nahe kommt, doch bevor

man sich ihr zu nahe fühlt,

stoppt man an einer dezenten

Grenze. So macht das Lesen

nachdenklich, ist anregend

und lässt sogar lachen. In dem

Buch stecken Trauer,Wut und

viel Trotz. Dass es auch anderen

Menschen den Kopf aufrichtenkann,

liegt an der Sprache

–sie ist klar und unverbraucht.

CorneliaGeißler

Brenda Strohmaierliest 19.30 Uhr,Urania,

An der Urania17, Tel. 2189091

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: LSD -Liebe Statt Drogen

Schöneberg Museum (✆ 902 77 61 63)

18.00: Poets’ Corner -Lyrik in den Bezirken, div.Autoren

taz-Neubau (Friedrichstr.21)

19.00 Kantine: Geld Macht Wandel. Geben mit

Vertrauen -wie Philanthropie transformativ wird,

Buchvorstellung und Diskussionmit mit Ise Bosch

undClaudia Bollwinkel

moderiertvon Dr.Gabriele Mittag

Urania (✆ 218 90 91)

19.30: Nur über seine Leiche. Waseine Witwe

alles beim Trauen lernte, Dr.Brenda Strohmaier,

Buchvorstellung

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

20.00 Roter Salon: „Berlin, Alter“. Notizen der

Großstadt, mit Joab Nist und Sebastian Lehmann

Zimmer 16 (✆ 48 09 68 00)

20.00: Rakete 2000 rockt Pankow

FÜHRUNG

Bärentouren (✆ 46 06 37 88)

14.00: Architekturführung zu den berühmtesten Bauten

Preußens und Berlins: Die Hohenzollernund ihre

Baumeister,Treff: Granitschale, Lustgarten. Anm. erf.

16.00: Geschichte der Berliner Mauer -Ab„Checkpoint

Charlie“ entlang der bekanntesten Mauerrelikte,

Treff: Wachhäuschen „Checkpoint Charlie“, Friedrichstr..

Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour -Auf denSpuren vonSagen

und GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin, Treff:

Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí -Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Demokratie-Labor,Führungen für Schulklassen

und Gruppen. Anm. erf.

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

16.00: Mantegna undBellini. Meister der Renaissance,

Treff: Information. Anm. erf.

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (✆ 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Materialität

in der Kunst, Treff: Foyer

Meyers Stadtgänge (✆ 442 32 31)

14.00: LeuchtendesWeinbergsviertel am Rosenthaler

Platz bis ins Innere vonSchinkels schönster Kirche

St. Elisabeth, Bernd S. Meyer, Treff: Apotheke, Torstr./

EckeWeinbergsweg. Anm. erf.

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

9.00:Hörspaziergang Friedenau -Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge,Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

11.00: Werkstatt Wedding.Hörspaziergang durch die

Bilder einer Stadt, stadt im ohr,Treff und Ausgabe der

Audioguides. Rosa Parks Café, Soldiner Straße 32,

13359 Berlin

12.00: Audiotour Mitte-Schritte-Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin -Kaufhausfür Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain istausleihbar im Cafe

Sibylle, Karl-Marx-Allee 72

KONZERT

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Spielvereinigung Xberg

Badenscher Hof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: Russ Spiegel (g) feat. Robin Draganic (db) &

Harry Petersen (sax)

Cafe Tasso (✆ 48 62 47 08)

20.00: Die blauen Pilze

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Cult Leader,Coilguns

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

20.00: Lou Doillon

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

18.00 Biergarten: LucaVasta,Tom Klose, Imbibe,

Kesselhaus Acoustics Sommersession

Kulturbrauerei/Kesselhaus (✆ 44 31 51 00)

20.00: IPrevail, special guest: Palisades

Lido (✆ 69 56 68 40)

20.30: Snail Mail

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: Cagethe Elephant

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Bluesrock-Session mit Heinz Glass u. a.

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Parzhuber Dornbusch Quintett

Zitadelle Spandau (✆ 35 49 44 29 7/)

19.00: CitadelMusicFestival: 50 Years with ZZ Top,

support: Goodbye June

CLUB

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

23.00: Super Tuesday, RayBang,Dick Nasty

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchens Discodienstag,Clärchen &friends

Humboldthain Club (✆ 46 90 53 65)

20.00: Open Decks for VinylDJs &Tischtennis

Maxxim Berlin (✆ 41 76 62 40)

19.00: FarOut After Work Party, Tiefton, Guess

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: Definizium

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 21.00: The House of Presents

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.59: Encore.Une.Fois

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00 Spiegelsaal: Argentinischer Tango, Gaia,

Leandro

Strandbar Mitte (Monbijoustr.3)

20.00: Cha Cha, Walzer &Co, Evan, Josefina und

Antoine

MUSEEN

Alte Nationalgalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kunst des19. Jahrhunderts, Spitzweg,Manet,

Renoir,Cézanne u. a., Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20

Uhr

10.00: Gustave Caillebotte. Der malende Mäzen der

Impressionisten, Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

10.00: Mit demMönch am Meer,Di-So/Feiert. 10-

18, Do 10-20 Uhr

Altes Museum (✆ 266 42 42 42)

10.00: AntikeWelten. Griechen, Etrusker und Römer,

Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.00, 12.00: Dalí -Die Ausstellung am Potsdamer

Platz, tgl. 12-20 Uhr

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Deutsche Geschichte in Bildernund Zeugnissen,

tgl. 10-18 Uhr

10.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

tgl. 10-18 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (✆ 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadt der Spione, tgl. 10-20 Uhr

Ephraim-Palais (✆ 240 02 -1 62)

10.00: Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt, Di-So 10-

18, Mi 12-20 Uhr

Feuerwehrmuseum Berlin (✆ /38 71 09 33)

9.00: Die Berliner Feuerwehr vonden Anfängen bis

zur Gegenwart, Di/Do 9-16, Mi 9-19, Fr/Sa 10-14

Uhr;Feiert. geschl.

KINO

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 0200)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.30; Mister

Link 11.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist

zurück 11.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

11.40, 13.50, 17.20; Dumbo 11.40; Kuddelmuddel

bei Pettersson und Findus 11.50; Checker Tobi

und das Geheimnis unseres Planeten 12.15; TKKG

12.20, 14.50, 17.15; Rocketman 13.45, 16.45,

19.45; Tea with the Dames: Ein unvergesslicher

Nachmittag (OmU) 13.50; Edie 14.00; Aladdin

(OmU) 14.15, 16.30, 19.30, 22.30; Zwischen den

Zeilen 14.20, 20.15; Nur eine Frau 14.30, 19.00;

Avengers: Endgame (OmU) 16.00, 20.00; Das Leben

meiner Tochter 16.30; Das Ende der Wahrheit

17.00, 22.45; Burning 17.00, 19.40; Der Fall Collini

19.30; All MyLoving 20.00; High Life (OmU)

21.30; Burning (OmU) 22.20; Rocketman (OmU)

22.40; Van Gogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 22.50;

Greta (OmU) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Herr Zwilling und Frau

Zuckermann (OmU) 19.00; „Mir ist es egal, wenn

wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ –„Imi

este indiferent daca in istorie vom intra ca barbari“

(OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Luft zum Atmen

–40Jahre Opposition bei Opel inBochum 17.15;

Gundermann 18.30; Ramen Shop (OmU) 20.45;

Push – Für das Grundrecht auf Wohnen (OmU)

22.15

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) X-Men:

Dark Phoenix 14.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.15; Aladdin 14.15, 17.05, 22.45; Rocketman

14.20, 17.05, 20.00; Godzilla 214.20;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.25; TKKG

14.30, 16.55; Mister Link 14.35; Glam Girls14.50,

17.05, 19.55; Avengers: Endgame 15.00, 19.00;

John Wick III 16.40, 19.40, 22.40; 3D: Godzilla

216.40, 19.45, 22.45; 3D: X-Men: Dark Phoenix

16.50, 20.00, 22.45; Ma –Sie sieht alles 17.10,

19.40, 22.35; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.20; 3D: Aladdin 19.20; Greta (2019 USA)

19.40, 22.40; Ballett aus dem Royal Opera House

London: Romeo and Juliet 20.15; 3D: Avengers:

Endgame 22.15; Friedhof der Kuscheltiere 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.10, 14.10; Aladdin

11.15, 13.30, 16.30; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 11.20; Dumbo 11.20; Mister Link 11.30,

13.50; Willkommen im Wunder Park 11.35; Drachenzähmen

leicht gemacht 3:Die geheime Welt

11.40;TKKG 11.45, 14.05, 17.20;

Avengers: Endgame 12.20, 16.10; Rocketman

13.55, 17.10, 19.30; 3D: Aladdin 14.10, 17.15,

19.40; 3D: Godzilla 214.15, 16.15, 19.50; John

Wick III 16.40, 19.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.45; 3D: X-Men: Dark Phoenix 17.20,

20.15; Glam Girls 19.20; 3D: Avengers: Endgame

20.00; Monsieur Claude II 20.10; Ma –Sie sieht

alles 20.30

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Der Fall Collini 15.00; Monsieur Claude II18.00,

20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Der Flohmarkt von Madame

Claire 18.00; Das Ende der Wahrheit 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Rocketman (OmU) 15.00,

17.45,20.30

Urania-Filmbühne (✆ 218 9091) Wie ich lernte,

bei mir selbst Kind zusein 19.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Nur eine Frau 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) TKKG

10.00, 12.15, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 12.20, 14.45; Godzilla 210.00,

13.05, 16.15; Aladdin 10.00, 13.15, 16.25,

19.30; X-Men: Dark Phoenix 10.30, 14.40, 17.30;

Mister Link 12.40; John Wick III 17.00, 20.00; Rocketman

17.20, 20.15; 3D: Godzilla 219.30; 3D:

X-Men: Dark Phoenix 20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 6081) Van

Gogh 16.00; Monsieur Claude II 18.15; Der Fall

Collini 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Rocketman 14.00,

17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

TKKG 10.00,12.15,14.45, 17.10; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 10.00, 12.15, 15.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 14.00, 17.30; Mister

Link 10.00, 12.30; Godzilla 210.00, 12.45,

17.15; Aladdin 10.00, 13.05, 14.15, 16.40,

19.50, 23.00; X-Men: Dark Phoenix 10.30, 13.30,

16.30; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

12.00; Avengers: Endgame 16.00, 19.20, 22.35;

John Wick III 16.10, 19.50, 22.55; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 19.30, 22.30; 3D: Godzilla 219.55,

23.00; Ballett aus dem Royal Opera House London:

Romeo andJuliet20.15; Ma –Sie sieht alles20.25,

23.15

Thalia Movie Magic (✆ 774 3440) TKKG 13.00,

15.45; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.00;

Aladdin 13.00, 15.15, 17.45, 20.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 13.30, 15.45; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 15.15, 18.00, 20.30; Rocketman

18.00, 20.30; After Passion 18.00, 20.30; 3D:

Godzilla 220.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00)Terminator 2: Tagder Abrechnung

–Terminator II: Judgement Day (70mm)

20.00; Ogawa: Das Dörfchen Furuyashiki –Nipponkoku

Furuyashiki-mura(OmU;m.Einführung)19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

Willkommen imWunder Park 12.30; Orangentage

12.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.40,

14.00; Aladdin 12.45, 14.00, 16.00, 19.50;

Dumbo 13.00; Zwischen den Zeilen 13.20, 16.20,

19.10; Der Junge muss andie frische Luft 13.20;

Avengers: Endgame 13.20, 16.00, 20.30, 22.00;

Mister Link 13.30, 14.50; 3D: Godzilla 213.35,

16.15, 22.45; Rocketman 13.40, 16.50, 20.00,

23.00; Die Goldfische 13.40; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 13.50; TKKG 14.00, 16.40,

17.30; Edie 14.00; X-Men: Dark Phoenix 14.10;

After Passion 14.10; Der Flohmarkt von Madame

Claire15.00; Green Book –Eine besondereFreundschaft

16.00; VanGogh 16.30; John Wick III16.30,

19.30, 22.50; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

16.40,19.30; All MyLoving 16.40; Glam Girls

16.45, 19.40, 22.20; 3D: Aladdin 17.00, 23.00;

Roads 17.10; Burning 17.10, 20.40; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 17.20, 20.30, 22.20; Ma –Sie sieht

alles 17.30, 19.40, 22.40; 3D: Avengers: Endgame

17.45; Monsieur Claude II 19.20; The Silence

19.30; Godzilla 219.30; Der Fall Collini 19.40;

High Life 19.50; Nur eine Frau 20.10; Greta (2019

USA) 20.10; Ballett aus dem Royal Opera House

London: Romeo and Juliet 20.15; Im Netz der Versuchung

21.50; Bohemian Rhapsody 22.10; Friedhof

derKuscheltiere 22.30;Escape Room22.30; Lloronas

Fluch 22.40;Wir 22.50; Captain Marvel 22.50

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 0200)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon DetectivePikachu

(OF) 13.30;3D: Aladdin(OF)13.30,

16.30, 19.50, 22.55; 3D: Godzilla 2(OF) 13.40,

16.30, 19.40, 22.50; Avengers: Endgame (OF)

13.45, 20.15; Aladdin (OF) 13.50, 17.15; Mister

Link –Missing Link (OF) 14.00; Rocketman (OF)

14.15, 17.40, 20.00, 22.55; X-Men: Dark Phoenix

(OF) 14.20; 3D: Avengers: Endgame (OF) 16.15,

22.15; John Wick III (OF) 16.45,19.55,23.10; 3D:

X-Men: Dark Phoenix (OF) 17.00, 20.15, 23.15;

Glam Girls –The Hustle (OF) 19.35; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu

(OF) 20.30; Ma–Sie sieht alles (OF) 23.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Buckelwale:

Giganten der Meere 12.00; 3D: X-Men: Dark

Phoenix (OF) 13.15, 16.20, 19.30; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 22.40

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) „Mir ist es egal,

wenn wir als Barbaren indie Geschichte eingehen“

–„Imi este indiferent daca inistorie vom intra ca

barbari“ (OmU) 17.45; Mirai: Das Mädchen aus

der Zukunft –Mirai no Mirai (OmU) 20.30;The Wild

Boys –Les garcons sauvages (OmU) 22.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Urfin: Der Zauberer von Oz

10.00, 12.00; TKKG 10.00, 12.00, 14.00, 16.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.15,

14.30, 18.00; Mister Link 10.00, 15.00; Aladdin

10.00, 12.30, 14.00, 17.00, 20.00; Rocketman

12.30, 16.30, 21.00; X-Men – Der Film 15.00,

17.30; Godzilla 2 17.30; Ma – Sie sieht alles

19.00, 22.45; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00,

22.30; 3D: Godzilla 220.00, 22.30; John Wick III

20.15,22.30

Casablanca (✆ 677 57 52) Alfons Zitterbacke –

Das Chaos ist zurück 13.45; Monsieur Claude II

15.45; Gundermann 18.00; Das Ende der Wahrheit

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 0200)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.10;

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 11.30; Aladdin 11.30, 14.30, 17.00; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 11.35; TKKG

11.40, 14.00, 17.10; Royal Corgi 11.45; Ostwind

411.45;Avengers: Endgame 11.50, 15.45, 19.50;

Mister Link 12.00, 14.30; 3D: Godzilla 214.00,

17.00, 20.00; X-Men 14.10; Rocketman 14.20,

17.15, 19.35; Glam Girls 14.30, 20.15; 3D: Aladdin

16.20, 19.50; John Wick III 16.45, 20.00; 3D:

X-Men 17.10, 20.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.25; 3D: Avengers 19.20; Ma 20.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) X-Men

12.00, 14.00, 17.00; Willkommen imWunder Park

12.00, 14.30; TKKG 12.00, 14.00, 17.20; Royal

Corgi 12.00, 14.50; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.30, 17.00; Mister Link 12.00;

Godzilla 212.00, 14.15, 16.30; Aladdin 14.20,

17.30,19.50;Rocketman 16.50, 20.00;JohnWick

III 17.00, 19.40; Avengers 19.40; 3D: Godzilla 2

19.50; 3D: X-Men 20.00; Ma 20.30

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 1976) Push

–Für das Grundrecht auf Wohnen 19.00; Berlin

Bouncer 20.45

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Das siebente Jahr

18.00; Push – Für das Grundrecht auf Wohnen

(OmU) 19.45; Liebesfilm 21.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00)TKKG 11.15, 13.30,

15.45; Ballett aus dem Royal Opera House London:

Within the Golden Hour /New Sidi Larbi Cherkaoui

/Flight Pattern 18.00; Rocketman 13.45, 16.30,

19.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Christo –Walking

on Water (OmU) 15.30; All My Loving 18.00;

Roads 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Stan &Ollie

15.15; Nur eine Frau 18.00; Roads 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Der Funktionär 18.00;Wie ich

lernte,bei mir selbst Kind zusein 20.30

Capitol (✆ 8316417) All My Loving 15.30, 20.30;

Nur eine Frau 18.15

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) I,Tonya

(OmU) 21.45

Freiluftkino Insel imCassiopeia (✆ 35 12 24 49)

Can You Ever Forgive Me? (OmU) 21.45

Freiluftkino Kreuzberg Leto (OmenglU) 21.30

Freiluftkino Rehberge Glücklich wie Lazzaro 21.30

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) Down by

Law (OmU) 21.45

Open-Air-KinoSchlossparkBiesdorf (✆ 998 74 81)

Der Junge muss andie frische Luft 21.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

Capernaum –Stadt der Hoffnung (OmU) 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Womit haben

wir das verdient? 21.45

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz (✆

89 37 14 31) Shoplifters: Familienbande –Manbiki

kazoku (OmU) 21.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)

Beach Bum 17.00; FilmClub: Film und Diskussion

(m.Einführung) 19.30

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) KinderwagenKino:

Magie der Wildpferde 10.30; TKKG 13.45,

16.00; Rocketman 13.45, 18.15, 20.45; Mister

Link 14.00, 16.15; Aladdin 15.15, 18.00, 20.45;

Magie der Wildpferde 16.15; All MyLoving 18.15;

Edie 18.30; High Life 20.45; Burning 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Godzilla 213.45, 16.40; Aladdin 13.45, 16.50;

TKKG 14.00,17.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.00; X-Men 14.15; Glam Girls 14.15; Royal

Corgi 14.30; Avengers: Endgame 15.45, 19.55;3D:

PokemonMeisterdetektiv Pikachu 16.35; John Wick

III 16.45, 20.15; 3D: X-Men 17.00,20.00; Rocketman

17.00, 20.00; 3D: Godzilla 219.30; 3D: Aladdin

19.45; Ma20.15; Ballett aus dem Royal Opera

House London: Romeo and Juliet 20.15

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Rocketman

16.45, 19.30

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Nur eine Frau 17.15; Stan &Ollie 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) X-Men:

Dark Phoenix 14.30; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30; 3D: Godzilla 214.30, 17.00, 20.15; 3D:

Aladdin 14.30, 17.25, 20.20; Mister Link 14.45;

Glam Girls 14.45, 20.00;TKKG 15.00, 17.40; Aladdin

15.00, 16.45; 3D: Avengers: Endgame 15.15,

19.30; Avengers: Endgame 17.00; Rocketman

17.10, 20.30; John Wick III 17.15, 20.15; 3D: X-

Men: Dark Phoenix 17.30, 20.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.50,20.00; Der Fall Collini

20.10; Ma –Sie sieht alles 20.45

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Aladdin

15.15, 17.45; TKKG 15.30, 18.15; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 15.45, 18.00, 20.30; After Passion 18.00;

3D: Aladdin 20.30; Stan &Ollie 20.30; Rocketman

20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Aladdin 14.30, 17.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.45; X-Men: Dark Phoenix 15.00; TKKG

15.15, 17.30; Godzilla 217.05; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 17.45, 20.15; 3D: Godzilla 219.30; Die

Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 19.45; John

Wick III 20.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Aladdin 17.00; 3D:Aladdin 19.15

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.30; Aladdin 16.30,

19.30; X-Men: Dark Phoenix 17.45; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 20.15


24 Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019

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Netzwerk

CHAT

„Eher wird

Hertha BSC

wieder Meister“

Kurze Fragen, schnelle Antworten:

Im Chat kommen Menschen

zu Wort,die sich in der digitalen

Welt bewegen. Jonas Baum gehört

zuden Mitbegründern der App

Matchbase. Sie ermöglicht Freizeit-

Fußballmannschaften, sich mit anderen

Teams zu verabreden. So entsteht

eine dezentralisierte Fußball-

Liga.

Womit beginnt morgens Ihr Einstieg

in die digitale Welt?

Ich bin ein echter Nachrichten-

Junkie. Umdas Gehirn auf Trab zu

bringen, brauche ich morgens neben

Kaffee zuerst eine gehörige

Dosis Online-News übers Smartphone.

Eingroßes Thema zurzeit ist Künstliche

Intelligenz. Wie werden Menschen

und Computer in Zukunft zusammenleben?

Das vermag nur die Zukunft zu

zeigen. Wasman aber schon jetzt sagen

kann ist: DieMaschinen werden

uns sehr viele lästige Aufgaben abnehmen.

Unser Komfortund unsere

Produktivität werden deutlich steigen.

Maschinen werden in den Daten,

die wir ihnen zur Verfügung stellen,

Dinge erkennen, die wir Menschen

bislang nicht erkannt haben.

Ich glaube, dass wir uns noch ein

deutliches Stück mehr ergänzen

werden und müssen.

Wann wirddas erste Roboterteam gegen

die deutsche Nationalmannschaft

gewinnen?

Wahrscheinlich wird Hertha BSC

vorher noch mal deutscher Meister.

Im Profifußballkommt immer mehr

Hightech zum Einsatz wie derVideo-

Assistent. Istdas gut für den Sport?

Das lässt sich so pauschal nicht

beantworten. Beim Videobeweis

sagten alle, dass er dem Fußball die

emotionalen Diskussionen rauben

würde. Eher das Gegenteil ist eingetreten.

Welchen Science-Fiction-Film haben

Sienicht nur einmal gesehen?

Ich bin Fanvon Gesellschaftsdystopien

wie „District 9“ von Neill

Blomcamp oder „Children of Men“

vonAlfonso Cuarón.Wenn ich Klassiker

wie „Space Odyssey“ auf Netflix

entdecke,bleibe ich auch hängen.

Es gibt Menschen, die behaupten,

Computer seien nur erfunden worden,

damit gespielt werden kann.

Spielen Sieauch?

Ich finde dazu leider kaum mehr

Zeit. Meine Frau und ich bekommen

Zwillinge. Wenn die beiden soweit

sind, kann ich mit ihnen zocken.

Podcasts werden immer beliebter.

IhreFavoriten ...

…„Masters of Scale“ von LinkedInGründer

Reed Hofmann,„Digital

Kompakt“ von Joel Kaczmarek und

„A16z“ vonden US-Investorenlegenden

Marc Andreessen und Ben Horowitz.

Fällt es Ihnen schwer, amAbend abzuschalten?

Es gibt solche und solche Tage.

Häufig bin ich aber so müde,dass ich

einfach einschlafe.

Jonas Baum mag Fußball

und hat die App Matchbase

mitentwickelt.

Weltreise auf dem Sofa

Netflix schafft, was den TV-Sendern kaum gelingt: hochpolitische Serien in großer Vielfalt

VonTilman Baumgärtel

Joseph ist eigentlich ein Gymnasiast

in Manila, der sich zunächst

nur als Kleindealer etwas

dazuverdienen will. Doch

schnell wird erimmer tiefer in die

Unterwelt hineingezogen, steigt in

der Hierarchie eines Drogenkartells

auf und macht sich schuldig. Leichen

pflasternseinen Weg, viele Leichen.

Die philippinische Serie „Amo“

(„Chef“ auf Tagalog) thematisiert

den „War on Drugs“, also den Krieg

gegen die Drogen, den Präsident

Rodrigo Duterte derzeit in dem südostasiatischen

Land angeblich nur

gegen Drogenhändler führt. 4000

Menschen sind bei Polizeieinsätzen

seit Dutertes Amtsantritt im Juni

2016 ums Leben gekommen. Menschenrechtsgruppen

schätzen allerdings,

dass die Zahl der Opfer eher

bei 20 000 liegt, denn unter dem Vorwand

der Drogenbekämpfung morden

Killerkommandos,die Selbstjustiz

üben, ohne Strafverfolgung fürchten

zu müssen –ein Vorgehen, das

Duterte rhetorisch unterstützt hat.

Es ist daher kein Wunder,dass die

Serie„Amo“ in den Philippinen eine

Kontroverse ausgelöst hat. Viele

empfinden sie als Regierungspropaganda;

Luzviminda Siapo,die Mutter

eines 19-Jährigen, der als angeblicher

Marihuana-Dealer erschossen

wurde, rief Netflix mit einer Petition

dazu auf, die Serie aus dem Programm

zu nehmen.

Cricket und Liebesleben

Welterfolg aus Spanien: „La casa de papel“ (Haus des Geldes).

Polizisten als Volltrottel, darum geht es in der Komödie „Hashoter Hatov“.

Undercover-Arbeit im Westjordanland zeigt die israelische Serie „Fauda“ (Chaos).

Die Anti-Drogen-Politik auf den Philippinen, darum geht es in „Amo“. NETFLIX (4)

Der Anbieter: Netflix ist ein

US-amerikanisches Unternehmen.

Es wurde vonReed

Hastings und Marc Randolph

1997 in Los Gatos (Kalifornien)

gegründet und verlieh

Filme auf DVDüber eine Online-Videothek.

Das Streamingangebot

kam vorzwölf

Jahren dazu.

ANGEBOT SEIT ZWÖLF JAHREN

Das Sortiment: Das Unternehmen

begann mit 30 Mitarbeiternund

925 Filmen.

Nach einer Zählung hatte

Netflix im Januar 2014 angeblich

eine Anzahl von

6494 Filmen und 1609 Serien

im Sortiment. Amazon

Video, Maxdome und Sky

sind Hauptkonkurrenten.

Die Suche: Internationale

Serien lassen sich bei Netflix

zum Beispiel finden, indem

man Ländernamen statt den

üblichen Titeln ins Suchfenster

eingibt. Auch Suchmaschinen

wie Flixable.com

helfen bei der Suche nach

den internationalen Produktionen.

Fast gleichzeitig wurde Ende des vergangenen

Jahres eine brasilianische

Serieebenfalls Gegenstand einer politischen

Kontroverse: „Der Mechanismus“

handelt in fiktionalisierter

Form von einem Korruptionsskandal,

der 2014 unter dem Namen

„Operation Autowäsche“ bekanntwurde.

Esgeht um einen Polizisten,

der wegen Geldwäsche und Bestechung

ermittelt und dabei herausfindet,

dass nicht nur Gangster und

Konzerne verwickelt sind, sondern

auch Politiker. Einige der Politiker,

die sich in den Figuren der Seriewiedererkannten,

haben Klagen gegen

Regisseur José Padilha (Tropa de

Elite, Narcos) angekündigt; ihre Anhänger

starteten eine Online-Kampagne

mit dem Hashtag #deletenetflix.

Man mag von der Glaubwürdigkeit

und der künstlerischen Qualität

dieser Serien halten, was man will –

beide sind Beispiele dafür, wie der

Streamingdienst Netflix zu einer erstaunlichen

Globalisierung der Seriendistribution

beigetragen hat. Im

deutschen Fernsehen laufen außer

nationalen und US-amerikanischen

Produktionen überwiegend Serien

aus einigen wenigen europäischen

Ländern. BeiNetflix finden sich Dutzende

von Shows aus Europa, dem

Nahen Osten, Asien und Lateinamerika,

die es niemals ins deutsche TV

schaffen würden. Undsokönnen die

Netflix-Kunden mit Hunderten von

Serienfolgen um die Welt reisen.

Manche dieser Produktionen

werden internationale Erfolge wie

das spanische „La casa de papel“

(Haus des Geldes) oder die israelische

Serie „Fauda“ (Chaos). Doch

wem zum Beispiel die letztere Serie

über eine Anti-Terroreinheit im

Kampf gegen die Palästinenser zu

brutal und zu martialisch ist, der

kann in der Komödie „Hashoter Hatov“

israelische Polizisten sehen, die

tollpatschige Volltrottel sind. Oder in

den zwei Staffeln von „Shtisel“ dem

Alltag einer streng orthodoxen, jüdischen

Familie in Jerusalem folgen. In

„The Writer“ wird von der Lebenskrise

eines arabischstämmigen

Schriftstellers in Israel erzählt, und

„When Heros fly“ handelt von Armeeveteranen.

Keine dieser Serien mag ein authentisches

Israel im Sinne eines Dokumentarfilms

zeigen. Aber zusammengenommen

zeichnen sie anhand

der Themen und Sujets,die als

unterhaltsam und serientauglich erachtet

werden, doch ein vielschichtiges

Bild des Landes, aus dem sie

stammen.

Manche dieser Serien sind Netflix-Eigenproduktionen,

doch die interessanteren

sind meist die nationalen

Serien, für die der US-Konzern

die internationalen Streamingrechte

gekauft hat. Einige der Shows waren

in ihren Heimatländern schon Riesenerfolge,

die ganze Generationen

prägten, wie etwa „Meteor Garden“

aus Südkorea, das auch in anderen

asiatischen LändernKultwurde.

Netflix bewirbt diese Serien bei

seinen deutschen Zuschauern nicht

aktiv. Aber wer danach sucht, findet

gut gemachte Horrorserien aus

Thailand und Historienschinken aus

China, romantische Komödien aus

Südkorea und Thriller aus Indien.

Wer wissen will, was anderswo in

Unterhaltungsserien verhandelt

wird, kann in „Milcheinschuss“ über

die Querelen in einer australischen

Gruppe von jungen Müttern lachen

oder in „Romance is abonus book“

das Liebesleben eines koreanischen

Journalisten kennenlernen, in „GoldenBoy“den

harten Wettbewerb im

indischen Cricket verfolgen oder in

„Midnight Dinner“ gucken, was für

Typen nach Mitternacht in einem

Imbiss in Tokio aufeinandertreffen

und welche Sorgen und Freuden sie

bei einer Schüssel Nudelsuppe mit

demWirtteilen.

GroßeKundschaft in Asien

In den besten Momenten erlauben

solche Serien wirklich einenEinblick

in fremde Kulturen, wenn sie nationale

Eigenheiten zum Plotelement

machen: In der koreanischen Bürokomödie

„Misaeng“ helfen dem

Protagonisten die Regeln des Brettspiels

Go, seinen Arbeitsalltag zu

meistern. In „Oh MyGhost“, ebenfalls

ausKorea, übernimmt der Geist

einerVerstorbenen den Körper einer

jungen Frau, was auf die shintoistische

Tradition mit Ahnenkult und

Geisterglaube in Südkorea verweist.

Die thailändische Serie „Bangkok

Love Stories“ zieht ihre dramatischen

Konflikte aus den verschiedenen

Menschen, die in dem Stadtteil

Silom zusammenkommen, der tags

Geschäftsviertel, nachts Partymeile

ist. Und die indische Polizeiserie

„Der Pate von Bombay“ dient auch

als eine Einführung in das indische

Kastensystem. Das Leben von Yuppies

in Indien ist allerdings auch

nicht aufregender anderswo auf der

Welt, das macht die Serie „Little

Things“ klar.

Natürlich zeigt Netflix solche Serien

nicht, damit der Zuschauer

beim stundenlangen Zuschauen,

also Binge-viewing, mehr über Völkerverständigung

lernt. Vielmehr

sind sie Teil der Unternehmensstrategie,

möglichst schnell ein eigenes

Repertoire aufzubauen, um gegen

die zunehmende Konkurrenz mit

immer mehr Streaminganbietern

wie Amazon, Disney oder Apple

punkten zu können. Denn während

die Manager den Markt inden USA

langsam ausgeschöpft zu haben

scheinen, wachsen die internationalen

Abonnentenzahlen nach wie vor

stark an – besonders in Asien, wo

man daher auch kulturell angepasste

Produktionen anbieten will.

Für den Zuschauer in Deutschland

hat das den Vorteil, dass man

plötzlich Einblick in Fernsehwelten

erhält, die einem bisher verschlossen

waren. Dass Netflix auch auf die

Empfindlichkeiten der Länder eingehen

würde, aus denen sie Serien

kauft, bedeutet das allerdings nicht:

Als sich in Brasilien und den Philippinen

Protest gegen „Der Mechanismus“

beziehungsweise „Amo“ regte,

blieb der Sender unbeeindruckt: Die

Zuschauer sollen selbst entscheiden,

ließ man verlauten, und zeigte die

Serien weiter.

Tilman Baumgärtel ist

Professor für Medienwissenschaft

in Mainz.

Am Computer

spielen macht

nicht dick

Studie aus Österreich

untersucht junge Gamer

Wissenschaftler aus Würzburg

und Linz (Österreich) haben

festgestellt, dass Kinder und Jugendliche

nicht dicker sind, wenn sie

Computerspiele spielen. Dafür haben

die Fachleute 20 Studien in der

Fachzeitschrift Social Science &Medicine

untersucht. Nur Erwachsene

sind durchschnittlich etwas dicker

als Nicht-Gamer, aber der Effekt ist

gering. Für die Studie betrachteten

die Wissenschaftler nur Spiele, bei

denen Menschen sitzen und Knöpfe

drücken. Aktive Spiele mit größeren

Bewegungen, etwa Computerspiele

zu Bowling oder Tanzen, können anderen

Untersuchungen zufolge sogar

Übergewicht vorbeugen. Laut einer

Meta-Analyse aus dem Jahr 2015

können sie für die Gesundheit von

Kindern und Jugendlichen genauso

förderlich sein wie Bewegung im

Freien.

Zudem hatte kürzlich die sogenannte

MoMo-Studie (Motorik-Modul)

in Deutschland ergeben, dass

junge Gamer sich nicht unbedingt

weniger bewegen. Allerdings bewegen

sich Kinder und Jugendliche

demnach allgemein immer weniger.

Die körperliche Alltagsaktivität in

der Gruppe der 4- bis 17-Jährigen

sank der Untersuchung zufolge in

den vergangenen zwölf Jahren um

mehr als ein Drittel (37 Prozent).

Mehr Energiebenötigt

WarumZocken bei Erwachsenen mit

einem leicht erhöhten Gewicht einhergeht,

aber nicht bei Heranwachsenden,

wissen die Forscher nicht.

Studien zeigen, dass Fernseh-Sofahocker

durchaus ordentlich Gewicht

zulegen können. Aufdie Frage,

warum das bei Gamern nicht so ist,

liefert die neue Meta-Analyse keine

eindeutige Antwort. DieAutoren haben

mehrere mögliche Erklärungen:

Zum einen verbrauche Spielen trotz

des Sitzens mehr Energie als Fernsehen.

Zum anderen sei Knabbern

beim Fernsehen einfacher als beim

Zocken. Außerdem könne TV-Werbung

zu kalorienreichen Speisen

verführen. (dpa)

Gericht

entscheidet über

Kim Dotcom

Berufungsverfahren hat in

Neuseeland begonnen

D

er jahrelange Rechtsstreit um

eine Auslieferung des deutschen

Internet-Unternehmers Kim

Dotcom an die USA ist am Montag in

die vermutlich entscheidende Phase

gegangen. Vor Neuseelands Oberstem

Gerichtshof in Wellington begann

das Berufungsverfahren, mit

dem der 45-Jährige die Auslieferung

noch verhindern will. Der Gründer

der Internet-Plattform Megaupload

lebt seit 2010 in Neuseeland. Die

USA wollen ihn wegen Verletzung

von Urheberrechten und Geldwäsche

in großem Stil vor Gericht stellen.

Beieiner Verurteilung droht ihm

jahrzehntelange Haft. Dotcom gehört

zuden schillerndsten Figuren

der Internet-Szene. Er wurde 1974

unter dem Namen Kim Schmitz in

Kiel geboren. Mitte der 80er-Jahre

trat er erstmals in der Hacker-Szene

in Erscheinung. Mit der Datentauschbörse

Megaupload wurde er

vielfacher Millionär. Das Unternehmen

finanzierte sich durch Werbung

und kostenpflichtige Zugänge für

Abonnenten. Zeitweise gehörte die

Seite zu den beliebtesten Webseiten

weltweit. Nach Ermittlungen der US-

Bundespolizei FBI gegen Dotcom

wurde sie 2012 abgeschaltet. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 25

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denn sowas? 12.00 (für HG)Tagesschau 12.15

(für HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für

HG) Rote Rosen 15.00 (für HG)Tagesschau

15.10 (für HG)Sturm der Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Die Tierärzte –Retter

mitHerz 17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für

HG) Brisant 18.00 (für HG) Quizduell 18.50 (für

HG) WaPo Bodensee. Schneewittchen 19.45 (für

HG) Quizzenvor acht 19.55 (für HG) Börse vor

acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Um Himmels Willen

Torschusspanik. Unterhaltungsserie

21.00 (für HG) In aller Freundschaft

Das Hohelied der Liebe. Arztserie

21.45 (für HG) FAKT

Das MDR-Magazin

22.15 (für HG)Tagesthemen

22.45 (für HG) Mängelexemplar

Tragikomödie, D2016

Mit Claudia Eisinger,Katja Riemann

0.30 (für HG) Nachtmagazin

0.50 (für HG)Axolotl Overkill

Drama, D2017

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Jennifer Knäble, Jan Hahn 8.30 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter

uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Repor 12.00 Punkt 12. Moderation:

Katja Burkard 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Mensch Papa! Väter

allein zu Haus 16.00 Vorher Nachher –Dein

großer Moment 17.00 Freundinnen –Jetzt erst

recht. Unterhaltungsserie 17.30 Unter uns.

Daily Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin

18.30 Exclusiv –Das Star-Magazin18.45 aktuell

19.05 (für HG) Alles was zählt. Soap 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Fußball: EM-Qualifikation

Countdown

20.45 (für HG) Fußball: EM-Qualifikation

Deutschland –Estland

Kommentar: Marco Hagemann

Aus Mainz

22.45 Fußball: EM-Qualifikation

Highlights

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) Bones –Die Knochenjägerin

Bones und Booth ineinem Bild der

Zerstörung.Krimiserie

1.20 (für HG) Bones –Die Knochenjägerin

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

14.00 (für HG) MDR um zwei 15.15 (für HG)

Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG) MDR

um vier 17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für

HG) MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell

19.50 (für HG) Einfach genial 20.15 (für HG)

Die besten Hits der Volksmusik 22.30 (für HG)

Aktuell 22.50 (für HG) Wem gehört der Osten?

23.35 (für HG) Polizeiruf 110. Fehlrechnung.

TV-Kriminalfilm, DDR 1974 0.35 (für HG) Morden

im Norden 1.25 (für HG) FAKT 1.55 (für

HG) Die besten Hits der Volksmusik

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Gesundheit! 19.30 (für HG) Dahoam

is Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Tatort. Tödliche Souvenirs.TV-Kriminalfilm,D2003

21.45 (für HG) Rundschau Magazin

22.00 Tatort. Das Mädchen am Klavier.

TV-Kriminalfilm, D1977 23.30 nacht:sicht

0.00 BR-Klassik 0.50 (für HG) Dahoam is

Dahoam 1.20 (für HG) Wir inBayern

Vox

17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First

Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das perfekte

Dinner 20.00 Prominent! 20.15 Sing meinen

Song –DasTauschkonzert 22.15 Die Jennifer-

Haben-Story 22.55 100 Songs, die dieWelt

bewegten. Die stärksten Duette 23.45 nachrichten

0.05 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Abgründe 1.00

(für HG) Medical Detectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Außer Kontrolle 1.45 (für HG)

Medical Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Aus dem Hinterhalt

Super RTL

15.00 Dragons –Die Reiter von Berk 15.25

Tomund Jerry 15.50 HotelTranssilvanien –Die

Serie 16.20 Zig &Sharko –Meerjungfrauen

frisst man nicht! 16.45 Ninjago –ImLand der

Drachen 17.15 Voll zu spät! 17.40 Inspector

Gadget 18.10 Dennis &Fletscher –Blämtastisch!

18.40 Woozle Goozle 19.10 Tomund

Jerry 19.40 Angelo! 20.15 Snapped –Wenn

Frauen töten 21.10 Snapped –Wenn Frauen

töten 22.05 Snapped –Wenn Frauen töten

23.00 Snapped –Wenn Frauen töten 23.55

Comedy total

Sport1

14.30 Normal 15.00 YukonGold. Saisonende in

Sicht 16.00 Alone. The Gamble 17.00 Storage

Wars –Die Geschäftemacher. Musik im Herzen

18.30 Basketball: BBL. Halbfinale, Spiel 4: Alba

Berlin –EWE Baskets Oldenburg 20.15 Die PS-

Profis –10Zylinder. Die bestenProbefahrten

21.00 Die PS-Profis –ImEinsatz. Klein aber fies

22.00 Die PS-Profis –Mehr Poweraus demPott.

Kultautos für wenig Geld 23.00 Operation Auto.

Deborahs kleiner Wolfsburger.Mit Tanja Trautmann,

Julian Appelt 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Unter Brüdern.

Krimiserie 11.15 (für HG) SOKO Stuttgart

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für

HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Die Küchenschlacht

14.30 (für HG) Fußball: Weltmeisterschaft

der Frauen. Vorrunde, Gruppe E: Neuseeland

–Niederlande. Aus dem Stade Océane

in Le Havre (F) 17.00 (für HG) heute 17.10

(für HG) hallo deutschland 17.45 (für HG)

Leute heute 18.00 (für HG) SOKO Köln. Todesengel.

Krimiserie 19.00 (für HG) heute 19.25

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Die Rückkehr

der Schwester. Krimiserie

20.15 (für HG) Matula: Der Schatten des

Berges TV-Kriminalfilm, D2018

Mit ClausTheo Gärtner,Frederic

Linkemann, HaraldWindisch u.a.

21.45 (für HG) DerAlte

Der letzteTanz. Krimiserie

22.45 (für HG) heute-journal

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Neu im Kino „The Dead Don't Die” von

Jim Jarmusch

0.50 Children ofMen

Sci-Fi-Film,GB/J 2006

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: ChristianWackert,

Marlene Lufen 10.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der Gerechtigkeit

–Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens, Isabella

Schulien 12.00 Anwälte im Einsatz 13.00

Anwälte im Einsatz 14.00 Auf Streife. Reportagereihe

15.00 Auf Streife –Die Spezialisten. Reportagereihe

16.00 Klinik am Südring 17.30

Klinik am Südring –Die Familienhelfer 18.00

Endlich Feierabend! 19.00 Genial daneben –

Das Quiz. Moderation: Moderation: Hugo

Egon Balder 19.55 Nachrichten

20.15 Whiskey Cavalier

Rettet die Royals! Actionserie

Mit Scott Foley,Lauren Cohan, Ana

Ortiz,Tyler JamesWilliams u.a.

21.15 Lethal Weapon

Kunstraub.Actionserie

22.15 Hawaii Five-0 Legenden. Krimiserie

23.10 SpiegelTV–Reportage

Jung und kein Zuhause –Überleben

auf der Straße. Reportagereihe

Moderation: Maria Gresz

0.15 Dinner Party –Der Late-Night-Talk

Gast: Johanna Klum

12.45 (für HG) Aktuell 13.05 (für HG) Planet

Wissen 14.05 Erlebnisreisen 14.15 (für HG) In

aller Freundschaft 15.45 (für HG) Aktuell

16.05 Hier und heute 18.00 (für HG) aktuell /

Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für

HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Wilder

Rhein (1) 21.00 (für HG) Quarks 21.45 (für

HG) Aktuell 22.10 (für HG) Engelmacher –Der

Usedom-Krimi. TV-Kriminalfilm, D2016 23.40

(für HG) Diplomatie. Drama, F/D 2014 1.00

(für HG) Wunderkinder. Kriegsdrama,D2011

NDR

15.15 (für HG) Wer weiß denn sowas? 16.00

(für HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag

17.10 (für HG) Seehund, Puma &Co.

18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG) Natur-

Nah 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Visite 21.15 (für HG) Panorama 321.45

(für HG) aktuell 22.00 (für HG) Tatort. Durchgedreht.

TV-Kriminalfilm, D2016 23.30 (für

HG) Weltspiegel-Reportage 0.00 (für HG) Kulenkampffs

Schuhe. Dokumentarfilm, D2018

1.30 (für HG) NDRTalk Show

Kabel eins

9.25 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

10.20 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

11.10 Without aTrace 12.05 Numb3rs 13.00

Castle 13.55 The Mentalist 14.50 Navy CIS:

L.A. 15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein

Lokal –Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!

Wir kümmern uns drum 20.15 Ice Age

2–Jetzt taut's. Animationsfilm, USA 2006

22.00 10.000 B.C. Abenteuerfilm, USA/SA

2008 0.00 Der seltsame Fall des Benjamin

Button. Drama, USA 2008 2.50 Late News

RTL 2

12.00 Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 13.00 Die Geissens –Eine

schrecklich glamouröse Familie! 14.00 Die

Wollnys –Eine schrecklich große Familie!

15.00 Hilf mir! Jung,pleite, verzweifelt ...

17.00 News 17.10 Krass Schule –Die jungen

Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag

&Nacht 20.15 Hartz und herzlich –Der Blockmacherring

von Rostock 22.15 Hartz und herzlich

–Die Plattenbauten von Bitterfeld-Wolfen

0.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle 1.10

Autopsie –MysteriöseTodesfälle

Eurosport 1

11.30 Radsport: Luxemburg-Tour 16.30 Superbike:

Weltmeisterschaft 17.20 Horse Excellence.

Die Pferdesport-Highlightsder Woche 17.45

EurosportNews 18.00 Leichtathletik: EA Premium

Permit Meeting. PaavoNurmi Games 21.00

Tennis: FrenchOpen 22.00 EWCAll Access

22.30 Motorsport: Blancpain GT WorldChallenge

America 22.55 EurosportNews 23.05 Motorsport:

24-Stunden-Rennenvon Le Mans 0.00

WATTS. Die French-Open-Ausgabe der Eurosport-

Clipshow 0.15 Radsport: Critérium du Dauphiné

3SAT, 20.15 UHR TV-KOMÖDIE

Ein schrecklich reiches Paar

Zwischen EvaKlüber (LisaMartinek,r.) undihrem Mann,dem Millionär

Rainer Klüber (Thomas Heinze, l.), istesaus.Dochals sich Rainer vonihr

scheiden lässtund sie laut Ehevertrag leer ausgeht, istsie nichtbereit, sich in ihr

Schicksal zu fügen.Sie lässt sich kurzerhand vonzweiBrandenburgerArbeitslosenentführen

und schockt ihren Ex mit einer enormen Lösegeldforderung. Während

die verwöhnte Evaihren „Entführern“ schwer aufdie Nerven geht, scheint

Rainer ernsthaft verzweifelt,was Evawiederumnicht entgeht. Rührenderweise

berappt er dasLösegeld,doch als die beidensich endlich wiedersehen, haben

sieein neues Problem:Die gedungenen Kidnapperhaben mit der Beute dasWeit

gesucht. Ob die Geldgier die Klübers wieder zusammenbringt? Gutgelauntes

Worst-Case-Scenario für Gutbetuchte.

(Dtl./2017)

Anzeige

ARTE, 22.05 UHR DOKUMENTATION

Undercover NEUESERIEIMKURIER bei den Neuen Rechten

Die Idole der

Schlagerstars

In der großen Kurier-Serieberichten

Schlagerstarsvon ihrenVorbildern

WenMichelleamLiebstenhört–

undwerdenWendlerinspirierthat

www.berliner-kurier.de

NORMALVARIANTE -mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

Foto: 3sat

PMichael epe the Wendler Frog (Bild) istals Wappentier

der US-amerikanischen Neuen Rechten

in densozialenMedienunterwegs.Erträgt

dazu bei, dass die Gefahr,die vondieser

bunten Truppe ausNazis,Preppies,KKKlern

Michelle

BernhardBrink

und Rassisten ausgeht, unterschätztwird.

2017 entlud sich die Gewalt in Charlottes-

MDR WDR ville,als ein Autofahrer ineine antifaschis-

Arte

tische Demonstration rasteund eine Teilnehmerin

tötete. Derschwedische EllaEndlich Student

Marianne Rosenberg

Patrik wollte Pepe die Maskevom Froschkopf

reißen und hat die Alt-Right-Bewegung

infiltriert. Unter großer Gefahr sammelteer

Filmmaterial für ein alarmierendes Porträt

6 5 1

4 6 7

5 8 3

2 8

1 5 6

7

4 5

2 9 8

7 1

3 4 8

der rechtenNetzwerke in den USA.

(Gbr./2018)

Foto:Arte

SUDOKU

MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

2 9

7

5 2 7

4 1

1 7

3

4 5

Ab

17.Juni

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 8.6.2019

MITTEL mittel

9 2 7 6 5 3 1 8 4

8 3 4 9 1 2 7 6 5

5 1 6 4 7 8 2 9 3

2 4 9 5 8 7 3 1 6

1 7 3 2 4 6 8 5 9

6 8 5 3 9 1 4 7 2

4 5 8 1 3 9 6 2 7

7 9 2 8 6 4 5 3 1

3 6 1 7 2 5 9 4 8

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM 8.

8.6.2019

6. 2019

SCHWER schwer

8 3 6 5 4 1 2 7 9

7 1 9 3 6 2 4 8 5

2 4 5 8 7 9 6 1 3

9 2 4 6 8 7 5 3 1

3 6 8 1 2 5 9 4 7

5 7 1 4 9 3 8 2 6

6 8 3 9 1 4 7 5 2

4 5 2 7 3 6 1 9 8

1 9 7 2 5 8 3 6 4

5.45 rbb Praxis 6.45 Die rbb Reporter 7.15

Berliner Pflanzen –Die wilde Hauptstadt 8.00

Brandenburg aktuell /Abendschau 8.30 Brandenburg

aktuell /Abendschau 9.00 In aller

Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft 10.30

Rote Rosen 11.20 Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin

Dr.Mertens 13.00 rbb24 13.10 Verrückt

nach Meer 14.00 Land und lecker 14.45

Traumhäuser 15.15 DerWildeWesten zu Fuß

16.00 rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas?

17.00 rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen &

Co. 17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das

Ländermagazin 18.30 zibb. zuhause in berlin

&brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Die Havel von oben

Dokumentation

21.00 Bilderbuch

Das Ruppiner Seenland

Reportagereihe

21.45 rbb24

22.00 Meine heile Welt

Mit Michael Kessler

22.30 Pflaume feiert Dieter Hallervorden

Mit Kai Pflaume

23.15 Talk aus Berlin

23.45 Abendshow

0.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

ProSieben

10.55 HowIMet Your Mother. Ich liebe New

Jersey/Der alte Mann und drei Umzüge. Comedyserie

11.50 2BrokeGirls. Neustart in L.A./Der

verwettete Arsch. Comedyserie 12.40 Mom. Alle

hassen Christy.Comedyserie 13.05 Twoand a

Half Men. WieimHamsterkäfig/Unmusikalisch

und arrogant/Ein Mann braucht höhere Ziele.

Comedyserie 14.25 The Middle. Die Pyjama-Party/Der

Abschlussball. Comedyserie 15.20 The

Big BangTheory. Die Zonender Privatsphäre/Die

Comic-Con-Konfusion/Die Notausstiegs-Hypothese/Die

Beschimpfungs-Theorie. Comedyserie

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons.

Im Zeichender Kreuzfahrt/DerSpion, der

mich anlernte. Zeichentrickserie 19.05 Galileo

20.15 Die besten TV-Streiche by ProSieben

Show

Schadenfreude pur in der Tradition von

„Verstehen SieSpaß?“: In der Reinlege-

Show werden ahnungslose Personen mit

absurden Situationen konfrontiert.

0.10 Die Simpsons

Die beiden hinterhältigen Brüder /

Babysitten –einAlbtraum

1.05 Die Simpsons

Der mysteriöse Bier-Baron /Der tollste

Hund der Welt

1.55 ProSieben Spätnachrichten

16.45 (für HG) X:enius 17.10 Italien von

oben –Geschichte(n) eines Landes 17.40

West-Papua –Mein Jahr bei den Korowai

18.35 Der Wert der Wälder 19.20 Arte Journal

19.40 Re: 20.10 Anderswo in Europa 20.15

(für HG) NeverAgain –Amerikas Jugend gegen

denWaffenwahn 21.10 (für HG) Rassenkrieg

in den USA? 22.05 (für HG) Undercover bei

den Neuen Rechten 23.00 Es werde Licht in

Afrika! Dokumentarfilm,WAN/CDN 2019 0.00

(für HG) Warum wir bleiben –Der Kampf der

Nuba im Sudan 0.50 (für HG) DigitalAfrica

3Sat

13.35 Seidenstraße –Von Venedig nach Xi'an.Von

Venedig bis nach Trabzon /Von Batumi überTiflis

nach Lagodekhi /Von Sheki über Naftalan nach

Baku /Von Aktau in Kasachstan nachBeynew/Von

Usbekistan nach Tadschikistan/VonKirgistan nach

China /Von Dunhuang über Zhangye und Lanzhou

bis Xi’an 18.30 nano 19.00 (für HG) heute 19.20

Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Ein schrecklich reiches Paar. TV-Komödie, D2017

21.45 kinokino 22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 Armes

Schwein –Fettes Geschäft. Dokumentarfilm, D

2017 23.55 Reporter 0.20 10vor10

Phoenix

12.00 phoenix vor ort 12.45 phoenix plus

13.30 KlimaGlobal 14.00 phoenix vor ort

14.45 phoenix plus 15.30 phoenix plus. Retter

im Einsatz 16.00 45 Min 16.45 Das Ende der

Volksparteien? 17.15 Trumps treue Truppen

17.30 phoenix der tag 18.00 Frauenhäuser in

Not 18.30 (für HG) Zurück zum Urwald –Nationalpark

Kalkalpen 19.15 Wildes Sardinien

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Die

Macht der Vulkane 21.45 ZDF.reportage 22.15

phoenix runde 23.00 phoenix der tag 0.00

phoenix runde 0.45 Die Macht der Vulkane

Kika

13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O –

Plötzlich Meerjungfrau 15.45 Sherlock Yack –

Der Zoodetektiv 16.25 Zoom –Der weiße Delfin

16.50 Hexe Lilli 17.35 Die Abenteuer des

jungen Marco Polo –Reise nach Madagaskar

18.00 (für HG) Mascha und der Bär 18.10

Super Wings 18.35 Beccas Bande –Mit Mut

wird alles gut! 18.50 Sandmann 19.00 (für

HG) Lassie 19.25 (für HG) Wissen macht Ah!

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

20.10 Du bist STYLE!

Dmax

14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer, ein Ziel

15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von

Texas 16.15 Highway Cops 16.45 Highway

Cops 17.15 Fast 'N' Loud 18.15 Fast 'N' Loud

19.15 A8 –AbenteuerAutobahn 20.15 Steel

Buddies –Stahlharte Geschäfte.Eine Landung

im Stoppelfeld 21.15 112: Feuerwehr im Einsatz

22.15 Offshore Alaska –Gas aus dem

Meer 23.15 Dein bestes Stück –Gebracht,

gemacht 0.15 Fast N' Loud präsentiert: Crash-

Clips 1.10 Fast N' Loud präsentiert

5.02 hessenschau 5.30 Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Quarks 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 DieWahrheit über ...

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15

Kann dasElektro-Auto die Umwelt retten? 20.00

Tagesschau 20.15 8m2 Einsamkeit –Einzelhaft in

Virginia. Dokumentarfilm, USA 2016 21.47 Extra

22.00 Marktcheck 22.45 Die Tagesschau vor 20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 FAKT 0.00 die

nordstory 1.00 Nachtmagazin 1.20 7Tage ... 1.50

Abendschau 2.20 Thüringen Journal 2.50 Extra

3.02 AktuelleStunde 3.47 Extra 4.02 Brandenburg

aktuell 4.30 buten un binnen

ONE

10.05 DieALDI-Brüder 11.35 Bezaubernde Jeannie

11.55 Bezaubernde Jeannie 12.20 Bezaubernde

Jeannie 12.45 BezauberndeJeannie 13.10

BezauberndeJeannie 13.30 Um HimmelsWillen

14.20 Betragen ungenügend! Komödie, D1972

15.50 Dawson's Creek 16.35 Dawson's Creek

17.20 Lindenstraße 17.50 Die Kanzlei 18.40

Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe 20.15

Doctor Who 21.00 Doctor Who 21.55 Hustle –Unehrlich

währtamlängsten 22.45 Torchwood 23.35

DoctorWho 0.20 DoctorWho 1.15 Hustle –Unehrlich

währtamlängsten 2.05 Torchwood 3.00

Bezaubernde Jeannie 3.25 Die Kanzlei 4.15 Lindenstraße

4.45 Um Himmels Willen

ZDF NEO

5.00 TerraX5.45 TerraX6.30 TerraX7.15 Terra

X 8.00 Topfgeldjäger 8.50 Lafer!Lichter! Lecker!

9.35 Bares für Rares 10.25 Bares für Rares

11.20 Viel zu bieten 12.05 Die Rettungsflieger

13.30 Monk 14.55 Heldt 15.40 Die Rettungsflieger

17.05 Monk 18.30 Bares für Rares 19.20

Bares fürRares 20.15 MünchenMord. TV-Kriminalfilm,

D2016. Wobistdu, Feigling.Mit BernadetteHeerwagen,

MarcusMittermeier,Alexander

Held 21.45 Mord geht immer–DerKochist tot.

TV-Krimikomödie, D2018 23.15 Blockbustaz 0.15

(für HG)Modus –Der Mörder in uns. TV-Kriminalfilm,

S/DK/N/D/IRL2018 1.45 In einer heißen

Nacht. Thriller, NL/GB 1994 3.25 Silent Witness

ZDF INFO

6.25 Frauen im Nationalsozialismus 7.05 Kindheit

im Dritten Reich 9.20 Das errechnete Verbrechen

–Die Polizeiarbeit der Zukunft 10.05 Die

Geheimnisse der Toten 10.50 Anklage Mord–Der

Fall Pagenstecher 11.35 TatortDessau –Der Fall

YangjieLi12.20 Kampf um dieWahrheit–Der

mysteriöseTod desJeremiahDuggan 13.05 Geheimnissedes

Towers 16.00 ZDF-History 19.30

Rivalen 20.15 (für HG) Dianas Vermächtnis 21.00

(fürHG) Royale Skandale 21.40 Harryund Meghan

22.25 (für HG) Royale Liebe 23.10 ZDF-History

23.55 ModernRoyals–William, Harry &Co. 0.35

ZDF-History 1.05 Balkan in Flammen 3.20 SerbiensMafia

–Krieger, Kriminelleund derStaat

Radio

KLASSIK

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Hörprobe Konzertreihe mit deutschen Musikhochschulen.

Mit Werken vonAring,Balakirew,

Plog,Saunders, Milhaud, C. Schumann, Ivanova,Gubaidulina,

ca. 117 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik-Werkstatt Bach bearbeitet.Im19.

Jahrhundert wurde Johann Sebastian Bach

neu entdeckt und vielfach bearbeitet.,

ca. 56 Minuten

22.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Alte Musik Meisterwerke imWochentakt.

Bachs erster Leipziger Kantatenjahrgang.,

ca. 30 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musikszene Einfallsreich, leidenschaftlich und

Grenzen überschreitend.Die Lautten Compagney

Berlin definiert Barockmusik neu., ca. 45 Min.

HÖRSPIEL

20.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

„Im Wald da sind die Räuber” Radio Mystery

Soap. Mit Donald Arthur,Raphael Clamer,Barbara

Falter,Lars Rudolph, Chris Pichler.Regie:

Ulrich Bassenge, ca. 50 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (15/34),

ca. 31 Minuten

MAGAZIN

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Sprechstunde Laser statt Brille.Chancen und

Risiken operativer Augenkorrekturen., ca. 80 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Erbschleicherei. Wenn alte Menschen

um Besitz und Entscheidungsfreiheit

gebracht werden., ca. 26 Minuten

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Feature Riace im Visier der Lega. Ein Integrationsmodell

wird abgewickelt., ca. 45 Min.

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

MärkischeWandlungen Musen am preußischen

Hof., ca. 56 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Feature In der Kolonie. Bilder aus einer ehemaligen

Bergmannssiedlung.Mit Michael Thomas.

Von Gotthard Schmidt, ca. 55 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Susan Wolf., ca. 30 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente SouthAfrica –Sounds

&Rhythms. Mit Peter Rixen, ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Jazz live Benjamin Schaefer Big Band Hive

Mind., ca. 55 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 132 · D ienstag, 11. Juni 2019 – S eite 26 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Stefanie Kloß (34) hat im Aprilletzten

Jahres einen Sohn zur Welt gebracht.

Seitdem war die Frontfrau

der Bautzener Pop-Rock-Band Silbermond

nicht mehr auf der Bühne

zu sehen. Nunaber hat sie auf einem

der wenigen Open-Air-Konzerte in

diesem Jahr einen Einblick in ihr Leben

als Mutter gewährt. Beim Hessentag

in BadHersfeld sagte sie: „Es

ist das Krasseste,was mir passiertist.

Dasist eine große Aufgabe.Ich bin

dankbar für jeden Morgen –auch

wenn es schon um 6.30 Uhrlosgeht.“

Wirerinnerndanoch Silbermonds

hardrockende Partyhymne „Immer

am Limit“ (2004) und diese exzessfreudigen

Zeilen hier:„Du machst

alles für den Rausch /Was auch passiert:

dich hält nichts mehr auf.“

Jupp,lang ist’s her.

Jan Fedder (64) hat einfach durchgefeiertund

„es 60 Jahrekrachen lassen“,

wie er jetzt der Bild am Sonntag

offenbarte.Nun trägt er stoisch die

Folgen des Dauerexzesses.Sosieht

es jedenfalls der Schauspieler,der

nach einer Knieoperation kaum

noch laufen kann und deswegen auf

einen Rollstuhl angewiesen ist: „Ich

habe ein so exzessives Leben geführt,

mit Alkohol, mit Drogen, Zigaretten

und Frauen. Da ist der Rollstuhl

jetzt die Strafe.“

Olli Dittrich (62) ist als Bademantel

tragende Kultfigur „Dittsche“ bekannt

geworden. DieKehrseite des

Fernsehruhms erklärte der Schauspieler

nun der Neuen Osnabrücker

Zeitung :Die Menschen würden ihm

„ganz nach dem Motto

unverlangt eingesandt“

immer wieder

Bademäntel zuschicken.

Dittrich

stellt

deswegen

ein für

alle Mal

klar,dass

er privat

kaum

diesen

Frotteefummel

trägt.

(schl./dpa, AFP)

Bademäntel sind für

ihn nicht mehr als nur

Berufskleidung. IMAGO

TIERE

Dieser Graureiher fischt im mittelhessischen

Runkel. DPA/F. RUMPENHORST

Eine Reise ist dieses Städtchen allemal

wert:Das in Mittelhessen idyllisch

an der Lahn gelegene Runkel

bietet einige Sehenswürdigkeiten. Allem

vorandie Ruine der einstmals

imposanten HöhenburgRunkel aus

dem 12. Jahrhundert, die ihr gegenüberliegendeTrutzburgSchadeck

aus

dem 13. Jahrhundert, zudem die vielen

Fachwerkhäuser aus dem 17. und

18. Jahrhundert…Beindruckend ist

übrigens auch die hochmittelalterliche

Bannmühle,die seit 1972 nicht

mehr als Mühle,sondernmit einer

Turbine zur Stromerzeugung betrieben

wird. So,und mit etwas Glück

können Sieauf einemWehr unterhalb

der Burg Runkel auch einen Reiher

dabei beobachten, wie er auf Beute

wartet. Nixwie hin! (schl.)

Ratten prägen das Straßenbild NewYorks seit jeher:Selbst bei politischen Demonstrationen, wie auf unserem Bild zu sehen ist, kommt ihnen eine größere Rolle zu. IMAGO/JOCHEN TACK

„Ich will Rattenleichen sehen“

New York kämpft gegen die Schädlinge: Der Bauboom scheucht sie an die Oberfläche der Metropole

VonSebastian Moll, New York

Das Greenwich Village im

Südwesten von Manhattan

gehört zu den begehrtesten

Wohnlagen

von New York, die fünfstöckigen

Town-Houses an von alten Linden

gesäumten Kopfsteinpflastergassen

erzielen seit Jahren Rekordpreise. So

blätterte jüngst ein britischer Designer

37 Millionen Dollar für eines

dieser Prachtstücke hin.

Horror-Geschichten

Das Geld hat der Mann

nicht bloß für die hübsche

Immobilie aus

dem 19. Jahrhundert

ausgegeben. Im Preis inbegriffen ist

das idyllische Flair des Village,kleine

versteckte Cafés, exklusive Restaurants

mit intimer Atmosphäre, elegante

Jazzclubs.

Doch seit einiger Zeit droht eine

alte New Yorker Plage den oberen

Zehntausend, die sich im Village angesiedelt

haben, den teuren Spaß zu

vermiesen. Als jüngst der genannte

Designer, der anonym bleiben

wollte,aus einem Restaurant an der

Thompson Street trat, musste er

darum kämpfen, das exklusive Mahl

bei sich zu behalten –und über nicht

weniger als 30 quietschende Ratten

steigen.

Nicht, dass Ratten in NewYorkein

neues Problem wären. New Yorker

klagen seit kolonialen Zeiten über die

lästigen Nager. Horror-Geschichten

über Ratten, die aus Toiletten springen

oder Obdachlosen das Fleisch

von den Rippen kauen, gehören fest

zur urbanen Mythologie der Stadt.

Doch haben sich die Berichte über

Begegnungen dramatisch vervielfacht.

Im Jahr 2014 riefen noch rund

12000 NewYorker die Bürgerhotline

311 an, um über die Plage zu klagen.

2018 waren es beinahe 18 000.

Die gestiegene Zahl der Berichte

mag freilich auch der Tatsache geschuldet

sein, dass die Ratten immer

tiefer in Gebiete vordringen, in denen

sie sich bislang eher selten bemerkbar

machten. Die Thompson

Street im putzigen Village gehört

ebenso dazu wie das edle Wohngebiet

Park Slope.Selbst im Geschäftsbezirk

Midtown, wo Rattensichtungen

früher eher rar waren, treten sie

nun in Rudeln auf.

DieErklärung für die Vermehrung

der Biester in Bezirken, in denen sie

Havarie mit großem Frachter

bislang eher unterrepräsentiert waren,

ist ebenso simpel wie einleuchtend.

NewYork erlebt in den vergangenen

zehn Jahren einen Bauboom

wie selten zuvor in seiner Geschichte.

Undjetiefer und häufiger in das Sediment

der Stadt gebohrt und gebaggert

wird, desto mehr drängt es die

Ratten an die Oberfläche.

So ist im Westen Manhattans, gar

nicht so weit vonMidtown und dem

Village, gerade ein komplett neuer

Stadtteil entstanden. Acht neue Wolkenkratzer

umfasst das funkelnde

neue Luxus-, Wohn- und Shoppingcaree

Hudson Yards, zwölf weitere

sind in Bau. Weiter südlich schmiegt

sich ein neues Apartmenthaus neben

dem anderen an die unter Touristen

überaus beliebte Highline.

Rund 28 000 neue Apartments

kommen in diesem Jahr in NewYork

auf den Markt, verteilt auf 421 Gebäude

in Brooklyn und rund 80 in

Manhattan. Hinzu kommen rund 5

Millionen Quadratmeter Büroraum,

nachdem in den vergangenen zwei

Jahren bereits 12 Millionen davon

gebaut wurden.

So wird eseng für die Ratten und

sie drängen in die gleichen Räume,in

die all die neuen Mieter und Immobilienkäufer

ziehen wollen. Einunguter

Wettbewerb, bei dem im Zweifel die

Bauherrn und Vermieter verlieren.

Das will natürlich niemand und so

kündigte Bürgermeister Bill de Blasio

im vergangenen Jahr eine Großoffensivegegen

die Ratten an.„Ich will Rattenleichen

sehen“, sagte der Stadtvorsteher

und gelobte, bis zum Ende

des Jahres die Population um 70 Prozent

zu reduzieren.

Verlorener Kampf

Dafür gab die Stadt 32 Millionen Dollar

aus. Doch die Aktion blieb ergebnisarm.

Die Ratten-Jäger erwiesen

sich machtlos,der Plage Herr zu werden.

„Es gibt da einfach kein simples

Rezept“, kommentiert Michael

Deutsch, ein Entomologe für eine

Schädlingsbekämpfungsfirma auf

Long Island. „Man kann die nicht mit

einem Mal ausräuchern, man muss

die andauernd und immer wieder bekämpfen.“

In diesem Kampf hat die Stadt

wohl auf Dauer den kürzeren Atem.

Und somuss sich die Klasse der Besitzenden

damit abfinden, ihre

neuen Glamourviertel auf unabsehbareZeit

mit etwas weniger glamourösen

Bewohnernzuteilen.

Kurz nach einer teuren Generalüberholung ist der 136 Jahre alte Lotsenschoner „No 5Elbe“ gesunken

Die havarierte „Elbe 5“ in der Mündung der Schwinge.

DPA/BODO MARKS

Bei der Kollision des historischen

Segelschiffs „No 5Elbe“ mit einem

Containerschiff sind am Sonnabend

acht Menschen leicht verletzt

worden, darunter zwei Kinder. Das

Schiff konnte noch Richtung Ufer abgeschleppt

werden, wo es unterging.

Am Sonntag begannen Taucher, die

Beschaffenheit des Schiffs und die

Bergungslage zu erkunden. Der historische

Lotsenschoner liegt jetzt in

der Mündung des kleinen Flusses

Schwinge. Wann und wie das Schiff

geborgen werden kann, war nach

Auskunft der Feuerwehr und der

DLRGvor Ortnoch unklar.Wegen des

Pfingstwochenendes wird das Schiff

wohl aber noch bis mindestens Mittwoch

unterWasser liegen.

Es war Zufall, dass sich DLRGund

Feuerwehr überhaupt in der Nähe

befanden: Die Einsatzkräfte waren

kurz zuvor alarmiert worden, weil

ein Segelboot auf eine Uferbefestigung

aufgelaufen war.Wie sich herausstellte,benötigte

der Segler keine

Hilfe, sondern konnte auf Hochwasser

warten. Vonihren Booten aus beobachteten

die Helfer vonDLRGund

Feuerwehr jedoch, wie der Lotsenschoner

und das Containerschiff

kollidierten. Die DLRG schleppte

den Schoner daraufhin Richtung

Ufer ab, während das Feuerwehrschiff

Verletzte aufnahm.

„Imletzten Moment erreichte der

Schleppverband die Schwingemündung

in Stadersand, das Segelschiff

hatte bereits eine bedrohliche

Schieflage erreicht“, heißt es in dem

Einsatzbericht. Mithilfe vonSeilwinden

wurde das historische Schiff

vorm Umkippen bewahrt, sank aber

noch im Mündungsbereich.

„Wir sind unendlich froh, dass

alle Passagiere und die Crew von

Bord gerettet werden konnten“,

heißt es in einer Erklärung des Fördervereins

„Freunde des Lotsenschoners

No 5 Elbe“. Die Stiftung

Hamburg Maritim, Eigentümer des

Lotsenschoners,soll nun zusammen

mit den Sachverständigen festlegen,

wie es weitergehen kann.

Das historische Holzschiff von

1883 war erst Ende Mai nach einer

aufwendigen Restaurierung für rund

1,5 Millionen Euro in den Hamburger

Hafen zurückgekehrtund konnte

für Ausflugsfahrten gebucht werden.

Nach Angaben der Polizei kollidierte

die „No 5Elbe“ gegen 14.30 Uhr ungefähr

auf Höhe Stadersand mit dem

141 Meter langen Containerschiff

„Astrosprinter“, das unter zypriotischer

Flagge in Richtung Nordsee

unterwegs war. Dem Stader Tageblatt

zufolge missglückte der Mannschaft

des Seglers vor der Kollision

eine Wende, wodurch es das Hauptfahrwasser

vor dem Containerschiff

querte.Der Unfallhergang werdeuntersucht,

teilte die Polizei mit

Der37Meter lange Gaffelschoner

ist Hamburgs letztes verbliebenes

Seeschiff aus der Ära des Holzschiffbaus.

Erlief 1883 auf der Werft von

H.C. Stülcken auf Steinwerder vom

Stapel. 2002 erwarb die Stiftung

Hamburg Maritim das Schiff in

Seattle und brachte es wieder zurück

nach Hamburg.(BLZ, dpa)

Angriff auf lesbisches Paar

in London –fünf Verdächtige

Eine Prügelattacke auf ein lesbisches

Paar in einem Londoner Bushat weit

über Großbritannien hinaus Aufsehen

ausgelöst. Fünf jugendliche Verdächtige

wurden gegen Kaution freigelassen.

Siemüssen sich Anfang Juli

zu einem Termin melden, wie Scotland

Yard am Sonnabend mitteilte.

Nach weiteren Verdächtigen werde

derzeit nicht gefahndet. DieVerdächtigen

im Alter von15bis 18 Jahrensollen

die aus den USA und Uruguay

stammenden Frauen bereits

am 30. Maimit homophoben Sprüchen

beschimpft und krankenhausreif

geschlagen haben. (dpa)

Helikopter stürzt auf

Hochhaus

Beim Absturzeines Hubschraubers

auf ein Hochhaus im NewYorker

Stadtteil Manhattan ist mindestens

ein Mensch ums Leben gekommen.

Dasbestätigte die Feuerwehr der

US-Ostküstenmetropole am Montag.

Gouverneur Andrew Cuomo

sagte am Unglücksort, der Hubschrauber

habe versucht, auf dem

Hochhausdach notzulanden. Dabei

sei ein Feuer ausgebrochen, das die

Feuerwehr aber unter Kontrolle bekommen

habe.Der Absturzereignete

sich in der Nähe des berühmten

Times Square. ZumZeitpunkt des

Absturzeshingen die Wolken so tief,

dass die Spitzen der Wolkenkratzer

nicht zu erkennen waren. (dpa)

Thailänderin siegt bei

Gockelkrähmeisterschaft

Die Siegerin Karnda Vaidyanuwat bei ihrer

einfühlsamen Darbietung. DPA/ARNE DEDERT

Männer,Frauen und Kinder gackerten

und liefen umher wie flotte Hühner

und stolzeHähne: Im pfälzischen

Göcklingen ist am Sonntag

zum sechsten Maldie Deutsche Gockelkrähmeisterschaft

ausgerichtet

worden. DenHähnen am nächsten

kam die Thailänderin Karnda Vaidyanuwat,

wie der Veranstalter am

Sonntag mitteilte.Sie setzte sich im

Feld der Hahn-Imitatoren durch.

„Die war einfach gut“, zollte Veranstaltungssprecher

Volker Born mit

Kennerblick seinen Respekt. DieSiegerin

war für den Wettbewerb aber

nicht extraaus Fernost angereist.

„Sie lebt teilweise im unterfränkischen

Alzenau, meistens aber in

Asien“, sagte Born. (dpa)

Britische Krankenschwester

soll Babys getötet haben

Nach dem Todmehrerer Babysineiner

britischen Klinik hat die Polizei

eine ehemalige Krankenschwester

festgenommen, die auf der Neugeborenenstation

des Krankenhauses

in Chester im Nordwesten Englands

gearbeitet hat. Der29Jahrealten

Frau wirdvorgeworfen, mindestens

acht Neugeborene getötet zu haben.

Dasberichteten britische Medien

am Montag unter Berufung auf die

Polizei.Inneun weiteren Fällen

werdeder Krankenschwester versuchter

Mord vonNeugeborenen zur

Last gelegt. DieFrausoll 2018 schon

einmal festgenommen worden sein,

kam aber auf Kaution frei.(dpa)


SOMMER IN BERLIN

UND BRANDENBURG

VERLAGSBEILAGE DER BERLINER ZEITUNG

Luftbrückenjubiläum

auf dem Tempelhofer Feld

Feste und Festivals

allerorten

Der 200.Geburtstag

von Theodor Fontane


» Das Beste,was je auf

dieser Bühnezusehen war

» Fantastische

Kreationen

» Absolut

perfekt!


DIENSTAG, 11. JUNI 2019 I VERLAGSBEILAGE

3 I SOMMER IN BERLIN UND BRANDENBURG

Luftbrückenfest, Straßenpartys und Sport

In Berlin und Brandenburg wird diesen Sommer wieder viel geboten –vor allem unter freiem Himmel

Ein Original-Luftbrückenflugzeug –bei der Gedenkfeier zum „Big Lift“, vom 15. bis 18. Juni, wird so ein Flieger in Berlin am Himmel zu sehen sein.

Im Sommer laufen Berlin und

Brandenburg zu voller Form auf:

Open-Air-Konzerte, Festivals, Lunaparks

– jetzt ist die Zeit, das

Leben unter freiem Himmel zu genießen

und die ganze Bandbreite

des kulturellen Angebots in der

Region auszukosten.

Ein besonderes Highlight wird

das Fest zur Erinnerung an die

Berliner Luftbrücke. Der sogenannte

„Big Lift“ wird vom 15.

bis 18. Juni auf dem Gelände des

ehemaligen Flughafens Tempelhof

gefeiert. Von 1948 bis 1949

hatten Flugzeuge der Alliierten

die Einwohner West-Berlins via

Luftbrücke mit Lebensmitteln versorgt.

Die Maschinen gingen als

Rosinenbomber in die Geschichte

ein. Flüge der Orignalflugzeuge

sind geplant und eine Riesenparty

mit Musik und kulinarischen Genüssen.

Kaum ist dieses Fest vorbei,

beginnt die ganze Stadt zu

singen: Am 21. Juni ist Fête de

la Musique. Sänger, Instrumentalisten,

Chöre – an allen Ecken

werden Lieder angestimmt.

Wer möchte, fällt mit ein. Seit

1995 tun es die Berliner den

Franzosen gleich, die dieses Fest

eingeführt haben. Inzwischen verteilen

sich 100 Bühnen über die

ganze Stadt und es gibt unzählige

spontane Darbietungen.

Zum 25. Mal findet am letzten

Juni-Wochenende das Bergmannstraßenfest

statt – eines

der vielen Straßenfeste in Berlin.

Es muss allerdings dieses Jahr

in die nahe Kreuzbergstraße umziehen.

Die Umbaumaßnahmen

auf der Bergmannstraße machen

dies notwendig.

Wer es etwas weniger trubelig

mag, kann es sich auf dem 8. Königlichen

Weinfest in Potsdam

gut gehen lassen. Am 12. und

13. Juli treffen sich Freunde des

Weins am Königlichen Weinberg in

der Maulberallee in Potsdam, um

gute Tropfen aus allen Regionen

Deutschlands zu probieren. Der

Erlös des Fests ist für in den Wiederaufbau

des Weinbergs.

Wunderschöne Trachten gibt

es beim 27. Heimat- und Trachtenfest

des Amtes Burg im Spreewald

ALLIIERTENMUSEUM/CHODAN

am 25. August zu sehen. Das

abwechslungsreiche Programm

bietet viel für Folklorefans. Auf

dem Handwerker- und Schaustellermarkt

tummeln sich Familien.

Die Burger Jugend führt den Erntebrauch

des Hahnrupfens vor –

natürlich nicht an echten Tieren

–und im Spreehafen wird das

neue Wendenkönigspaar in einer

prachtvollen Zeremonie gekrönt.

Fans der Leichtatlethik wird

es am 1. September sicher wieder

ins Olympiastadion ziehen.

Das Internationale Stadionfest

ISTAF präsentiert Europameister,

Weltmeister, Olympiasieger und

amtierende Weltrekordhalter. Das

ganze unter freiem Himmel und in

einmaliger Atmosphäre. (mh)

Schaufenster

zeigen Kunst

Ausstellungen zu

100 Jahren Bauhaus

Ein neues Design mit klaren

Formen, schnörkellos, aber

ästhetisch und gleichzeitig

praktisch. So stellten sich die

Begründer des Bauhauses vor

100 Jahren Architektur und Design

vor. Ihre Ideen wurden weltweit zum

Erfolg. In diesem Jahr feiern Museen

und Galerien das Jubiläum.

Am 30. Juni findet im Garten

des Mies van der Rohe-Hauses in

Alt-Hohenschönhausen ein Picknick

mit Musik und Tanz statt. Das

Haus mit der großen Glasfassade

ist Architekturdenkmal und Ausstellungsort

gleichermaßen.

In der Bauhauswoche vom

31. August bis 8. September können

sich Interessierte unter dem

Motto „umsonst und draußen“

mit dem Thema Bauhaus auseinandersetzen.

Eine Schaufensterausstellung

in der Kantstraße und

rund um den Savignyplatz stellt

die Geschichte des Bauhauses

vor. Geschäfte und Galerien der

Potsdamer Straße beteiligen sich

an der Aktion.

Auch Brandenburg feiert das

Jubiläum. Der Einsteinturm in

Potsdam oder die ehemalige Bundesschule

des Gewerkschaftsbunds

in Bernau sind Zeugnisse

der Zeit. In der Stadtgalerie Kunst-

Geschoss in Werder präsentiert

die japanische Künstlerin Aishu

Gen ab 17. Juli Werke, die vom

Bauhaus inspiriert sind. (mh)


4 I SOMMER IN BERLIN UND BRANDENBURG DIENSTAG, 11. JUNI 2019 I VERLAGSBEILAGE

WWW.FOTO-SICHT.DE

PETER COX

Der Zoologische Garten wird 175 Jahre alt. 48 Stunden Neukölln zeigt Kunst, zum Beispiel von Emmeline de Mooij. Der Choriner Musiksommer: hier die A-Cappella-Gruppe

Klassik, Kunst und

175 Jahre Zoo

Die kulturellen Veranstaltungen

in der Stadt und der

Region ziehen jedes Jahr

mehr Menschen an. Nirgendwo

sonst in Deutschland treten so

viele Stars auf und lassen sich so

ungewöhnliche Dinge erleben. Der

Sommer ist die Hochsaison für

große Events. Hier eine Auswahl

der schönsten Veranstaltungen.

48 Stunden Neukölln: Vom

14. bis 16. Juni öffnen Galerien,

Kunstkneipen und kleine Bühnen

in Neukölln ihre Türen, um sich

dem Publikum zu präsentieren.

Das Festival nennt sich dezentral,

unkurartiert und offen für Künstler

und Quereinsteiger. Seit 20 Jahren

wird es gefeiert und wurde

zum Vorbild für viele basisdemokratische

Kunstevents.

Schwedter Mittsommernacht:

Zur Sommersonnenwende im

Juni organisiert die Stadt gemeinsam

mit bewährten Partnern am

21. Juni die Schwedter Mittsommernacht.

Zwischen 17 und 2Uhr

gibt es Aktionen in der Innenstadt,

angefangen von Live-Musik, Lesungen,

Artistik bis hin zum Mittsommernachtsfeuer.

Komische Oper Festival: Eine Woche

lang können Zuschauer vom

25. bis 30. Juni die Neuproduktionen

der Spielzeit an aufeinander

folgenden Tagen erleben. Dieses

Jahr stehen unter anderem La

Bohème, Poros und Candide auf

dem Programm.

Berliner Volksfestsommer:

Schausteller, Live-Musik und Rummel

locken jedes Jahr Tausende

Besucher zum Berliner Volksfestsommer,

früher Deutsch-Französisches

Volksfest. Zwischen dem

21. Juni und 14. Juli ist der Festplatz

am Kurt-Schumacher-Damm

der Platz in Berlin, wo am lautesten

gefeiert wird.

Choriner Musiksommer: Das große

Fest der klassischen Musik findet

vom 22. Juni bis 25. August

statt. Es gehört zur Tradition der

Veranstaltung, nicht nur Orchestern

und Solisten eine Bühne zu

bieten, sondern auch Kinderchören.

Dazu gehören auch die Regensburger

Domspatzen. Sie

sind 2019 wieder dabei (20. Juli),

ebenso wie die Posener Nachtigallen

(6. Juli). Volkslieder und

Bearbeitungen aus allen Genres

werden präsentiert.

Deutsch-Amerikanisches Volksfest:

Das alljährlich stattfindende

Fest in Berlin lockt mit Hot Dogs,

Westernmusik und tollen Fahrgeschäften.

Dieses Jahr findet es

vom 19. Juli bis 11. August wieder

in Mariendorf statt.

175 Jahre Zoo Berlin: Am 1. August

2019 wird der Berliner Zoo

stolze 175 Jahre alt. Aus diesem

Anlass plant der tierartenreichste

zoologische Garten der Welt ein

großes Jubiläumsfest auf dem Gelände

in der City-West.

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DIENSTAG, 11. JUNI 2019 I VERLAGSBEILAGE

SOMMER IN BERLIN UND BRANDENBURG I5

VOCES8 aus England, die 2017 auftrat

HANS-JÜRGEN SIEBERT

MICHAEL CLEMENS

KULTURPROJEKTE BERLIN

Bunt erstrahlen die Prunkhäuser bei der Potsdamer Schlössernacht. Lange Nacht der Museen im Bode-Museum 2018

Schlagersterne: Am 4. August

kommen gleich vier Künstler nach

Großkoschen bei Senftenberg. Im

Amphitheater Senftenberg präsentieren

sich Nicole Freytag, Oliver

Frank, Oliver Thomas und Reiner

Cornelsen. Ab 17 Uhr treten

die Künstler auf.

Potsdamer Schlössernacht: Nirgendwo

zeigt sich Preußens Barock

üppiger und romantischer als

im Park von Sanssouci. Einmal im

Jahr kann man den Park prächtig

illuminiert erleben – dieses Jahr

am 16. und 17. August. Um Mitternacht

erleuchtet ein Feuerwerk

den Himmel über dem Neuen

Palais. Für das leibliche Wohlbefinden

sorgt ein reiches kulinarisches

Angebot.

Zug der Liebe: Eine Musikparade

findet am 24. August auf den

Straßen der Hauptstadt statt. Die

Veranstalter grenzen ihren Zug

von Großveranstaltungen wie der

Loveparade oder dem Karneval

der Kulturen ab. Für sie ist es eine

politische Demonstration, die ein

Zeichen für Gemeinschaft, Liebe

und Mitgefühl setzt.

Lange Nacht der Museen: Eine

besondere Nacht erwartet die Besucher

am 31. August: Die Lange

Nacht der Museum bietet wieder

Gelegenheit, endlich mal in die

Ausstellungen zu gehen oder die

Museen anzusteuern, deren Besuch

man sich seit langem vorgenommen

hat. Bis zwei Uhr in

der Früh können Ausstellungen

angeschaut werden. Shuttlebusse

fahren von Haus zu Haus.

Internationale Funkausstellung

(IFA): Die weltweit größte Messe

für Consumer Electronics vom

6. bis 11. September in den

Messehallen Berlin bietet viel

füs Fachpublikum und organisiert

zahlreiche Events für den Endverbraucher.

Nahezu alle großen

Elektronikfirmen sind sechs Tage

lang präsent. Neben Kameraherstellern

werden Anbieter von

Fernsehern, Notebooks, Navigationsgeräten

und von neuen Internet-Angeboten

erwartet. (mh)

19. &20. JULI 2019

BOTANISCHE

NACHT

dieReise nach

Botania

BOTANISCHER GARTEN BERLIN

FOTO: DAVID MARSCHALSKY

www.botanische-nacht.de

Eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Schlösser und Gärten in Kooperation mit dem

Botanischen Garten Berlin


6 I SOMMER IN BERLIN UND BRANDENBURG DIENSTAG, 21. JUNI 2019 IVERLAGSBEILAGE

Fontane

in Luzern

Fotoausstellung zu

Reisen durch die Schweiz

Die Reiseberichte von Theodor

Fontane gehören zu

den Höhepunkten seines

Lebenswerks. Wenig bekannt

sind zwei Reisen, die er 1865 und

1875 in die Schweiz unternahm.

Auf den historisch belegten Spuren

reiste die Schweizer Fotografin

Martina Issler dem Dichter nach

und fing Landschaft, Momente und

Stimmungen am Laggo Maggiore,

im Berner Oberland oder in Luzern

ein, wie Fontane sie vielleicht erlebt

hat. In der Literatur fand sie

passende Textstellen, die sie den

Bildern zuordnete. So entstand

eine stimmungsvolle Ausstellung,

die den Betrachter in andere Zeiten

entführt. Sie ist zurzeit in einem

Galeriecafé in Charlottenburg

zu sehen ist. Dazu passend gibt

es eine Postkartenserie.

(mh)

FONTANE IN DER SCHWEIZ

Passend zur Reise: Postkarten

Café Reet,

Klausenerplatz 5

14059 Berlin

Bis 6. Juli

Der Dichter Theodor Fontane in einer Fotomontage vor der Johanniskirche in Brandenburg.

PR STAATSBIBLIOTHEK ZU BERLIN

Eine Aufzeichnung Fontanes

Ein neuer Blick auf einen alten Bekannten

Vor 200 Jahren wurde Theodor Fontane in Neuruppin geboren. Brandenburg widmet sich intensiv dem Dichter

Im Dezember des Jahres 2019

jährt sich Theodor Fontanes Geburtstag

zum 200. Mal. Wie kein

anderer Autor hat er die Identität

Brandenburgs geprägt. Zugleich

hat er sich als bedeutendster

deutscher Realist in die Literaturgeschichte

eingeschrieben.

Das Fontanejahr beleuchtet

den Romancier abseits der vertrauten

Wege und Darstellungen

und lädt ein, ihn in seiner Gesamtheit

zu entdecken. Im Fokus steht

der Blick hinter die Kulissen seiner

Arbeit und seines Werks.

Die Aktivitäten der Fontanestadt

Neuruppin, dem Geburtsort

Fontanes, stehen im Zentrum des

Jubiläumsjahrs. Die Leitausstellung

im Museum Neuruppin stellt

die Besucher mitten hinein in

Theodor Fontanes Schreibwelten:

Woher hatte er seine Ideen? Wie

erfand er seine Figuren?

Das Projekt Word & Play! in

Neuruppin ermöglicht Jugendlichen

einen zeitgemäßen Zugang zu Fontane

und Literatur im Allgemeinen

mit dem Medium des Games und

seinen Spielarten.

Das Bildungs- und Vermittlungsprogramm

„Dem Wort auf der

Spur“ für Schüler von der 1. bis zur

12. Klasse bietet einen kreativen

Umgang mit Fontanes Sprache,

Wort und Geschichten.

Fontane hat in der ganzen Region

Spuren hinterlassen. Rund

40 Partnerprojekte, die von Kulturland

Brandenburg koordiniert

werden, präsentieren Ausstellungen,

Konzerte, Lesungen, Theater,

Tanz, Film und Kunst sowie kulturtouristische

Angebote im gesamten

Bundesland. Im Fokus der Aktivitäten

stehen Fontanes lokalen

Quellen und Netzwerke, die für die

Arbeit unabdingbar waren.

Die Ausstellung des Hauses

der Brandenburgisch-Preußischen

Geschichte in Potsdam folgt den

Reisen Fontanes: Wie bereitete

er sich auf seine Fahrten vor, wie

reiste er? Die Schau gibt einen Einblick

in Fontanes Schreibwerkstatt.

Zum wissenschaftlichen Höhepunkt

des Jahrs lädt das Theodor-Fontane-Archiv

vom 13. bis

16. Juni ein. Es veranstaltet in der

Universität Potsdam einen mehrtägigen

internationalen Kongress

zum Thema „Fontanes Medien

(1819–2019)“. (mh)

Alle Informationen zum Programm

unter: fontane-200.de


DIENSTAG, 11. JUNI 2019 I VERLAGSBEILAGE SOMMER IN BERLIN UND BRANDENBURG I 7

Ein Kleinod, von Wasser umgeben

In Templin können Besucher sich erholen oder Action erleben

Tief durchatmen, auf glasklares

Wasser schauen,

Geschichte(n) erfahren, mit

der ganzen Familie auf Entdeckungstour

gehen, Spaß habenund

aktiv sein, die Uckermark mit allen

Sinnen genießen –das alles verspricht

Besuchern ein Aufenthalt in

der Ferienregion des Thermalsoleheilbads

Templin.

Die Region verzaubert übrigens

nicht nur im Sommer ihre

Besucher. Wer einmal das bunte

Laub der alten Buchen unter den

Füßen gespürt, den Zauber des

Nebels über einsamen Mooren

bestaunt und nach so einem Ausflug

die wohlige Wärme der NaturTherme

gespürt hat, der weiß,

PAUL HAHN

Das wunderschöne, historische Rathaus Templin aus dem 18. Jahrhundert

IMPRESSUM

Berliner Verlag GmbH

Geschäftsführer:

Jens Kauerauf

Vermarktung:

BVZ BM Vermarktung GmbH

(Berlin Medien)

Alte Jakobstraße 105

10969 Berlin

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Projektverantwortung:

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Tel. 030 23 27 53 15

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10365 Berlin

Redaktion:

Mechthild Henneke (verantw.)

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mdsCreative GmbH

Geschäftsführer: Klaus Bartels

Titelbild: GettyImages/

KatarzynaBialasiewicz

dass die Region des Naturparks

Uckermärkische Seen ihre besonderen

Reize hat. Eine Region, der

gerade erst wieder die besten Umweltwerte

bestätigt wurden und in

die bundesweit für ihren nachhaltigen

Tourismus anerkannt ist.

Für viele gilt Templin als „Perle

der Uckermark“. Eine Kurstadt,

von deren geschichtsträchtigem

historischem Zentrum ein besonderer

Glanz ausgeht.

Zwischen Naturpark Uckermärkische

Seen und Biosphärenreservat

Schorfheide-Chorin

gelegen, ist Templin ein von viel

Wasser umgebenes Kleinod, das

zur Entdeckung einlädt. Übrigens:

Templin ist wegen der vielen Ortsteile

im Umland die achtgrößte

Stadt Deutschlands.

Die sehenswerte mittelalterliche

Kulisse lässt sich mit einem

Spaziergang entlang der 1735 Meter

langen Stadtmauer mit ihren

Toren, Türmen und Wiekhäusern

erlaufen. Oder man nimmt an einem

der geführten Stadtrundgänge

teil. In der Altstadt, nach dem

letzten großen Brand 1735 neu

aufgebaut, gibt es viele liebevoll

sanierte Fachwerkhäuser, das

„Akzisehaus“, das Museum für

Stadtgeschichte im Prenzlauer

Tor oder das barocke Rathaus von

1750, in dem auch die Touristinformation

ihr Domizil hat.

Gleich hinter Templin beginnt

der „Wilde Westen“, wo die Westernstadt

El Dorado liegt. Die

stillgelegte Bahnstrecke zwischen

Templin, Lychen und Fürstenberg/

Havel lädt zum Draisinefahren ein

und die Templiner NaturTherme

mit ihren Bade- und Saunalandschaften

ist nicht nur an Regentagen

ein Garant für einen entspannten

Tag ganz in Familie. Alte

Handwerkstraditionen haben viele

Spuren hinterlassen, so dass Besuche

in der Glashütte Annenwalde,

in einer der Keramikwerkstätten

und Künstlerateliers zwischen

Bebersee und Retzow oder bei

den Flößern in Lychen das Zeug

haben, auf der Liste der „schönsten

Ferienerlebnisse“ ganz oben

zu landen. Auch wer Action will,

kommt auf seine Kosten. So kann

in Templin auf einer der modernsten

Outdoor-Kartanlagen jeder einmal

Rennfahrer sein. (blz)

Zille an Bord

Schiffstouren gibt es in allen möglichen Varianten

Ein Sommer ohne Bootstour

über die Berliner Gewässer?

Das wäre doch schade.

Schließlich verändert die Stadt

sich ständig und vom Wasser aus

lassen sich neue Gebäude oder

Parks perfekt entdecken.

Es gibt eine Reihe besonderer

Fahrten: wie die Zille Revue, bei

der 2,5 Stunden lang Lieder der

Zwanziger Jahre und Zilles „Milljöh“

wieder aufleben, während

das Museumsschiff „Heinrich Zille“

über die Gewässer fährt. Der

Historische Hafen an der Mühlendammschleuse

ist freitags und

samstags Start- und Endpunkt.

Verschiedene Schiffe bieten

Krimi-Touren an –mit mordendem

Gärtner an Bord oder mit Mord

beim Festbankett. An sich müsste

sich ein Mörder an Bord doch

dingfest machen lassen. Er kann

schließlich nicht weit flüchten.

Partyfahrten sind vom Ufer

aus nicht zu überhören. Sie müssen

nicht privat organisiert sein:

Es gibt am 27. Juli zum Beispiel

eine Depeche Mode Party, bei

der zu New Wave getanzt wird.

Wer Feuerwerk liebt, kann sich

bei „Wannsee in Flammen“ oder

beim „Feuerzauber auf dem Müggelsee“

aufs Schiff begeben und

eine erstklassige Sicht auf den

Himmel ergattern.

Praktisch sind außerdem Hopon-hoff-off-Schiffstouren.

So kann

man das Vergnügen auf 24 Stunden

ausdehnen und immer mal

wieder festen Boden unter den

Füßen erlangen. (mh)

Sommerferienspaß in der

NaturThermeTemplin

In den Sommerferien gibt es mächtig viel für

Kids zu erleben! Geht mit Kapitän Raubein auf

Schatzsuche, lasst euch zusammen mit Arielle

fotografieren, spielt an unserem Strand oder

werdet mit uns gemeinsam kreativ. Das Ferien-

Mitmach-Programm findet vom 24. Juni bis

zum 08. August 2019, jeweils von Montag

bis Donnerstag statt.

Montag - Neptuntag

Spiele mit und ums Wasser / Rutschwettbewerb

Familien-Fotoshoot / Riesenseifenblasen

Dienstag - Piratenspaß mit Kapitän Raubein

Schatzsuche / Piratendiplom / Tattoos

Mittwoch - Zauberhafte Unterwasserwelt

Kreative Workshops / Glitzer Tattoos

Ballontierspaß / Riesenseifenblasen

Donnerstag - Beachvergnügen XXL

Spielen und Chillen am Thermenbeach

Ballontierspaß

SOMMER

SPECIAL

01. Juli bis zum

31. August 2019

Werden als Maximal-Temperatur für den nächsten

Tag mindestens 25°C oder mehr

vorhergesagt, dann gilt für diesen Tag 3h zahlen

– 12h bleiben! Das bedeutet, Sie können zu

einem reduzierten Preis den ganzen Tag die

Badelandschaft und den Saunabereich nutzen.

Da wir uns an der Vorhersage orientieren, kann

bereits am Vortag auf unserer Homepage geschaut

werden, ob das Sommer-Special für den

nächsten Tag gilt.

Alle weiteren Informationen zu unserer Sommeraktion

finden Sie unter

naturthermetemplin.de/sommerspecial

NaturThermeTemplin GmbH

Dargersdorfer Straße 121 | 17268 Templin

Tel.: 03987/ 201 200 | info@naturthermetemplin.de

www.NaturThermeTemplin.de | geöffnet tägl. 9-21 Uhr

Die Familientherme in Brandenburg


FERIEN-

SCHWIMMKURSE

2019!

3WOCHENKOMPAKT,

NUR105 EURO.

berlinerbaeder.de|

Foto: sutthinon602/stock.adobe.com