Grenzenlos Sommerausgabe

Zugspitzdorf

Gästemagazin für Garmisch-Partenkirchen,

Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena

Hier geht es hoch hinaus

2019 | Sommer 2019 | www.zugspitze.com

www.zugspitze.com

GRENZENLOS

Gästemagazin für Garmisch-Partenkirchen,

Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena

GRENZENLOS SOMMER 2019

FESTIVALSOMMER

KLETTERSTEIGE

MOUNTAINBIKE

10 Für jeden das passende Event 14 Hier geht es hoch hinaus 24 Die schönsten Trails der TZA

360° Sommerfreude

GRENZENLOS-App

Sommer 2019 | www.zugspitze.com

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Sommer

SOMMER 2019

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Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena

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MOUNTAINBIKE

10 Für jeden das passende Event 14 24 Die schönsten Trails der TZA

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KLETTERSTEIGE

MOUNTAINBIKE

10 14

FESTIVALSOMMER

Für jeden das passende Event

Hier geht es hoch hinaus

24 Die schönsten Trails der TZA

360° Sommerfreude


Ihr Haus für Tradition und Gegenwart.

STADT LAND GWAND

02 / BUNTER MIX

FERN

SICHT

/

UNSERE PRODUKTE KÖNNEN GESCHICHTEN ERZÄHLEN.

SIE ZEUGEN VON HANDWERKLICHER LEIDENSCHAFT,

HOCHWERTIGEN MATERIALIEN UND INDIVIDUELLEM CHARAKTER.

FÜR EIN GUTES LEBENSGEFÜHL.

Am Kurpark 8

82467 Garmisch-Partenkirchen

www.grasegger.de


EDITORIAL / 03

Sie stehen voll hinter ihrer

Heimat – und hinter ihrem

GRENZENLOS: Elisabeth Brück,

PR und Kommunikation

Garmisch-Partenkirchen

Tourismus (oben); Birgit Linder,

PR und Kommunikation Tiroler

Zugspitz Arena (unten links);

Ursula Abele, Koordination

Veranstaltungen Grainau

(unten rechts).

Liebe Leserin,

lieber Leser!

English Summary

Many people associate summer

holidays with the sea, but we know

they can be so much more! We’ve

got it all here, so come and visit us

and our region for living proof – now

even easier with the new cross-border

Guest Card which is valid throughout

the Zugspitz Arena Bayern-Tirol, i.e. in

Garmisch-Partenkirchen, Grainau, and

the Tiroler Zugspitz Arena, regardless

of where you stay. In this issue, we’ve

put together some great highlights

for active guests, such as this year’s

summer festivals. The summer also

heralds the start of the via ferrata

and mountain biking season, bringing

guests closer to the mountains than

ever before. We also take a look at

one of the region’s true gems: the

Eibsee lake, which is one of Bavaria’s

most photographed and lies directly at

the foot of Germany’s highest mountain.

Then there’s a Skype interview

with a very different one-of-a-kind:

Bill Bierling from Garmisch-Partenkirchen,

who climbed Mount Everest in

2009. There’s lots more to explore in

this issue, so enjoy reading and, above

all, have a great holiday!

Mit Sommerurlaub verbinden

viele das Meer, an dem man

mit einem Cocktail in der

Hand im Sand liegt und sich

die Sonne auf den Bauch scheinen lässt.

Ein schönes Bild – aber Sommerurlaub kann

noch so viel mehr!

Wer bei uns zu Besuch ist, bekommt die

geballte Ladung Urlaubsfeeling mit dazu.

Unsere neue grenzüberschreitende Gästekarte

macht das in Zukunft noch einfacher:

Sie gilt in der gesamten Zugspitz Arena Bayern-Tirol

– also in Garmisch- Partenkirchen,

Grainau und der Tiroler Zugspitz Arena –,

egal, wo Sie Ihr Schlafquartier aufgeschlagen

haben. Was die Karte alles kann und

welche Rabatte dem Besitzer damit winken,

steht auf Seite 8.

Für unsere aktiven Gäste haben wir die

schönsten Highlights zusammengestellt: Auf

den Seiten 10 bis 13 finden Sie die diesjährigen

Sommerfestivals, unter anderem das

Richard-Strauss-Festival für Kulturbegeisterte,

das Women‘s Summer Festival, das

sich ganz auf die weiblichen Teilnehmer

spezialisiert, und das Wanderlust Festival,

das dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt

nach Europa kommt.

Auch Kletterer und Mountainbiker können

bei uns eine neue Challenge wagen. Die

Zugspitz Arena Bayern-Tirol bringt ihre Besucher

so nah wie noch nie an die Berge. Wer

mehr zu den Klettersteigen lesen möchte,

blättert auf Seite 14, mehr zum Mountainbiken

gibt es ab Seite 24.

Außerdem widmen wir dem Juwel der

Region die Seite 22: unserem Eibsee. Er ist

einer der meistfotografierten Seen Bayerns,

liegt direkt am Fuß von Deutschlands höchstem

Berg und wird bereits seit fast 60 Jahren

von einem echten Einzelstück aus Mahagoni

befahren: dem Reserl.

Ein ganz anderes Unikat aus der Region

haben wir zum Skype-Interview geladen:

Billi Bierling aus Garmisch-Partenkirchen,

die 2009 den Mount Everest bestiegen hat.

Sie hütet die „Himalaja Datenbank“ – was sie

von ihrem Leben in Nepal zu berichten hat,

lesen Sie auf Seite 30. Und wie ihre Familie

mit Billis aufregendem Leben umgeht, erfahren

Sie in der kostenlosen GRENZENLOS

App.

Das war nur ein kleiner Auszug aus den

Geschichten, die wir für Sie zusammengestellt

haben. Wir wünschen Ihnen einen schönen

Urlaub und viel Spaß beim Schmökern.

Die Gewinner des Fotowettbewerbs

im Winter finden

Sie in der kostenlosen GRENZENLOS App.

Wie Sie am Sommer-Gewinnspiel teilnehmen

können, erfahren Sie unter

http://www.zugspitze.com/de/

service-info/fotogewinnspiel?page=2

Teilnahmeschluss ist der 15.10.2019.


28

10

52

Zu den Artikeln mit diesem Icon finden Sie zusätzliche Inhalte in der kostenlosen GRENZENLOS App.

06 Sonnwendfeuer: Feurige Kunst

08 Gemeinsame Gästekarte: Profitieren von der neuen

Zugspitz Arena Bayern-Tirol Card

10 Festivalsommer: Der aktive Sommer kann kommen

14 Klettersteige: So nah wie noch nie

16 Sicherheits-Camps: Sicherer am Berg

18 Inklusion: Gemeinsam über Grenzen gehen

20 Knappenhäuser-Rundwanderweg: Auf den Spuren

von Knappen, Jägern und Wilderern

22 Wahrzeichen: Unser Eibsee

24 Bike-Saison: Noch mehr Mountainbike-Glück

28 Festumzüge: Auf Grainauer Straßen

30 Billi Bierling: Die Berge sind ihr Leben

32 Historischer Themenweg: „Pssst! Auf diesem Weg

ist der Biber los!“

34 Red Bull X-Alps: Über die Alpen – zu Fuß und in der Luft

36 Aphorismenweg: Weg der Dichter und Denker

38 Gärten: Eine bunte Welt voller Wunder

40 Gesundheitseck: Gesund durch die Natur

42 Niki Hosp: Nach der Skisaison ist vor der Skisaison

44 Almen: Wenn die Hut verlesen wird

46 Entwicklung der TZA: Seit 40 Jahren mittendrin

48 Werdenfelser Tierwelt: Das Braune Bergschaf

50 Unsere Vereine: Mit vereinten Kräften

52 Revierförster: Im Wald ist kein Tag wie der andere

54 Stammgäste: Freunde fürs Leben

56 Besonderer Ort: Willkommen auf der Bank

58 Zeitzeugen: Vom Einschenken und Austrinken

60 Garmischer Bier: In aller Bierruhe

62 Grainauer Künstler: Bis über die höchsten Baumwipfel

64 Kalender: Alle Termine auf einen Blick

Impressum

Herausgeber Zugspitz Arena Bayern-Tirol, www.zugspitze.com, Tiroler Zugspitz Arena, Schmiede 15, A-6632 Ehrwald, Tel.: +43 5673 200 00, Fax +43 5673 200 00–110, info@zugspitzarena.com,

www.zugspitzarena.com, Garmisch-Partenkirchen Tourismus, Richard-Strauss-Platz 2, 82467 Garmisch-Partenkirchen, Tel.: +49 8821 180700, www.gapa.de, Tourist-Information Zugspitzdorf Grainau,

Parkweg 8, 82491 Grainau, Tel.: +49 8821 981850, Fax +49 8821 981855, info@grainau.de, www.grainau.de Verlag vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg, Kleine Grottenau 1, D-86150 Augsburg, Tel.:

+49 821 4405-0, grenzenlos@vmm-wirtschaftsverlag.de, www.vmm-wirtschaftsverlag.de Redaktion Constanze Meindl (Ltg.), Lucia Glahn, Irene Hülsermann, Ulrich Pfaffenberger, Petra Plaum, Michael

Schmid, Lisa Zöls Objektleitung/Media Hans Peter Engel, Tel.: +49 821 4405-420, hanspeter.engel@vmm-wirtschaftsverlag.de Grafik Anne Gierlich, Iris Cvetkovic, Theresa Ellenrieder Lektorat Gaby

Feldmann Bildquellen Titelbild: Thomas Marzusch; ©Martin Gulbe (S. 3); ©Tirol Werbung Heinzlmeier Bert (S. 6-7); Tiroler Zugspitz Arena/C. Jorda (S. 8); Artenauta/stock.adobe.com (S. 10-13); © Philipp

Reiter, HeGraDe/stock.adobe.com (S. 11); Lisa Zöls, ngupakarti/stock.adobe.com, Natalia/stock.adobe.com, HeGraDe/stock.adobe.com (S.12/13); Thilo Brunner (S. 13); Allison Zaucha (S. 13); jan stopka/

stock.adobe.com (S. 14); Tiroler Zugspitz Arena / C. Jorda (S. 15) Daniel Hug (S. 16); zaieiunewborn59/stock.adobe.com, Ute C. Hopfengärtner (S. 18); Udo Knittel (S. 18-19); Eibsee-Hotel (S. 22); Andreas

Meyer (S. 24, S. 25 unten, S. 26 unten); Peter Neusser (S. 25 oben); Jens Staudt (S. 26 oben); Anton Ostler (S. 28/29); Alex Treadway (S. 30); Archiv Bille Bierling (S. 30-31); naturidea/Andre Schönherr/

Lorenz Marko (S.32); Lorenz Marko, Benny Obex (S. 32); Harald Tauderer/Red Bull Content Pool (S. 34-35); zooom.at/Harald Tauderer (S. 34); t0m15/stock.adobe.com, CallMeTak/stock.adobe.com (S.

36); jenesesimre/stock.adobe.com, Karl Wagner, jenesesimre/stock.adobe.com, Günther Hensel (S. 38-39); Simone Reiter (S.40); GaPa Tourismus/Marc Gilsdorf (S. 40); ©mette photography (S. 42-43);

©spiess (S. 43); Fischer Wenzel (S.44); Ben Leitner, Kelvin Trautmann (S. 47); Karin Grasegger (S. 48-49); Klaus Munz (S. 50-51); Familie Striegel (S. 52-53); Ulrich Pfaffenberger (S. 54-55); FrozenLights (S.

56); Marktarchiv Garmisch-Partenkirchen, sevora/stock.adobe.com (S. 58-59); Private Sammlung Ostler (S. 59 oben links, Mitte rechts); Olga Serova/stock.adobe.com, Sebastian Schoenwald (S.60); Theresa

Ellenrieder (S.40, 52-53); Olga Serova/stock.adobe.com (S.60-61); Tiroler Zugspitz Arena/AlbinNiederstrasse (S. 65); Harald Tauderer (S. 65); GaPa Tourismus GmbH/ChristianStadler (S. 66); Thilo Brunner

(S. 67) Übersetzung Lingolinx Le Roy & Larsson GbR, Berlin Druck ADV SCHODER, Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH, Aindlinger Straße 17-19, 86167 Augsburg Urheberrecht Der Inhalt dieses

Heftes wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch über neh men Autoren, Heraus geber, Redaktion und Verlag für die Richtigkeit von An ga ben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für even tuelle Druckfehler

keine Haftung. Alle in GRENZENLOS abgedruckten Beiträge sind urheberrechtlich ge schützt. Nachdruck oder ander weitige Ver wen dung sind nur mit vorheriger Genehmigung des Herausgebers gestattet.


05

DAS IST

ZUGSPITZE

AKTIV ERLEBEN

…auf den höchsten Berg Deutschlands mit der barrierefreien

Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald – nur 10 Minuten bis zum Gipfel

„Faszination Zugspitze“ – Erlebniswelt mit höchstgelegener

3D-Show Europas

Der Schneekristall: Europas erste kleine Schneekristall-Welt

Vollmond-Fondues, Fondue-Abende & Sonnenaufgangsfahrten

21.–29.09.2019: Oktoberfest am Gipfel

Panorama-Gipfelrestaurant mit 4-Länder-Panoramablick

Kostenlose Gipfelführungen

Ausreichend kostenlose Parkplätze vorhanden

BAHNORAMA anno 1926 an der Talstation

NEU! Kostenloser Audioguide

Betriebszeiten:

25.05.–03.11.2019, täglich von 8:40–16:40 Uhr

Tiroler Zugspitzbahn

A-6632 Ehrwald/Tirol

Tel. +43 (0) 5673 - 2309

info@zugspitze.at

www.zugspitze.tirol

8er-Kabinenbahn ins Wander- und Mountainbikeparadies

Top-Berggastronomie Tirolerhaus mit Bedienungsrestaurant,

großer Sonnenterrasse, Café-Lounge, Kinderspielplatz,

Kinderspielraum – frei zugänglich und Seminarraum

Touren verschiedener Längen und Schwierigkeitsgrade

Bergseen wie z. B. der bekannte Seebensee

Ehrwalder Almsee – nur 10 Minuten Fußweg von der Bergstation

Kostenloser Kinderwagen- und Bollerwagenverleih

28.07.2019: Frühschoppen

11.08.2019: Kinderspielfest

15.09.2019: Country Sunday

NEU! Betriebszeiten:

25.05.–03.11.2019, täglich von 8:30–16:30 Uhr,

im Juli, Aug. & Sept. von 8:00–17:30 Uhr

Ehrwalder Almbahn

A-6632 Ehrwald/Tirol

Tel. +43 (0) 5673 - 2468

info@zugspitze.at

www.almbahn.tirol


06 / SONNWENDFEUER


07

Feurige Kunst

Die Bergfeuer zur Sonnwende sind ein

Highlight in der Tiroler Zugspitz Arena.

Die spektakulären Feuermotive sollen –

so sagt es die Tradition – Dämonen

vertreiben. Sie lassen den Talkessel

Ehrwald–Lermoos–Biberwier in einem

ganz besonderen Licht erstrahlen. Die

Symbole aus Mythologie und Glaube, oft

mit Bezug zu aktuellen Themen, werden

bereits Monate im Vorfeld entworfen –

ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Denn die mehr als 300 Bergfeurer wollen

nicht nur die Gäste der Region, sondern

auch die Einheimischen mit ihrer Kunst

überraschen. Deshalb wird im Geheimen

geplant. Die Felswände am Berg werden

sorgfältig vermessen und bis zu 700

Säcke, gefüllt mit Sägemehl und Rapsöl,

auf bis zu 2.000 Höhenmeter geschleppt,

angeordnet und verankert. Und so heißt

es dieses Jahr am 22. Juni ab 22.00 Uhr:

Raus aus den Häusern und die feurige

Kunst bestaunen!

English Summary

The mountain fires which are lit on the

summer solstice are a true highlight in

the Tiroler Zugspitz Arena. As tradition

has it, the spectacular images created

by the fires aim to drive out malevolent

spirits, in the process illuminating the

Ehrwald-Lermoos-Biberwier valley in

a fascinating play of light. The mythological

and religious symbols carved

out by the fire, and often with links to

current issues, are designed months

ahead – in secret to ensure that, when

revealed, this huge “artwork” is a surprise

to locals and guests alike. During

the preparations, the rock faces on the

mountain are carefully surveyed and

up to 700 sacks filled with sawdust and

rapeseed oil are carried up an elevation

of up to 2,000 metres, arranged, and set

in place ready for the big day. So, from

10 pm on 22 June this year, make sure

you come out and marvel at this show

of fiery art.


08 / GEMEINSAME GÄSTEKARTE

Profitieren von der neuen

Zugspitz Arena Bayern-Tirol Card

Seit 1. Mai 2019 gibt es in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol eine neue Gästekarte.

Das Einzigartige an ihr: Sie gilt grenzüberschreitend in den drei Destinationen

Garmisch-Partenkirchen, Grainau und der Tiroler Zugspitz Arena. Mit ihr erhält der

Gast jetzt Zugang zu Rabatten und Vergünstigungen in jeder Region, egal, wo er

residiert. Das macht den Aufenthalt rund um die Zugspitze noch erlebnisreicher.

Mit der neuen Zugspitz Arena

Bayern-Tirol Card rücken die

deutschen und österreichischen

Zugspitzgemeinden noch

enger zusammen, um ihren Gästen damit

noch mehr Vorteile zu bieten. Schon 2012

trafen die Tourismusverbände in Garmisch-

Partenkirchen, Grainau und der Tiroler

Zugspitz-Arena den Beschluss zu engerer

Kooperation, basierend auf der langen Tradition

gemeinsamer Tourismusprojekte zwischen

Bayern und Tirol, und gründeten die

Zugspitz Arena Bayern-Tirol. Das Besondere

an der nun neuen elektronischen Karte,

nämlich ihre grenzüberschreitende Gültigkeit,

ist nicht nur im Alpenraum eine Premiere,

sondern auch der Europäischen Union

eine Förderung wert. Die Karte wurde in das

Interreg- Programm aufgenommen, das seit

20 Jahren internationale Kooperationen von

Städten und Regionen unterstützt.

Das Beste einer gesamten Region

Dem Gast eröffnet die Karte neue Horizonte.

Hat er sich etwa in Grainau einquartiert,

kann er nicht nur dort, sondern zum

Beispiel auch in Garmisch-Partenkirchen,

Ehrwald oder Lermoos kostenlose Angebote

und Rabatte nutzen. Und sich mit öffentlichen

Verkehrsmitteln rund um die Zugspitze

unentgeltlich bewegen – eine gute

Gelegenheit, das Auto einmal stehen zu

lassen. Ideal für lange Radtouren oder eine

ausgedehnte Runde auf einem der Fernwanderwege.

Hinzu kommt die Verschiedenheit

der drei Zugspitzdestinationen, die jede ihre

eigenen Spezialitäten zu bieten habt. So

pflegt etwa Grainau Brauchtum und Kultur,

in Garmisch-Partenkirchen haben Großveranstaltungen

ihren Platz, die Tiroler Zugspitz

Arena präsentiert sich als Outdoorparadies.

Zu entdecken gibt es viel – mit der neuen

Karte, erhältlich beim Gastgeber, kann sich

der Urlauber das Beste herauspicken.


Michael Schmid

English Summary

A new electronic Guest Card has

been available in the Zugspitz Arena

Bayern-Tirol since 1 May and is valid

throughout Garmisch-Partenkirchen,

Grainau, and the Tiroler Zugspitz

Arena. Guests can use it to obtain

a range of discounts in all of these

regions, no matter where they’re

staying. Its cross-border validity is not

just a first for the Alps but has also

been deemed worthy of support from

the European Union. The Guest Card

has been included in the Interreg

programme, which has been assisting

the international cooperation of cities

and regions for 20 years.


09

Ausgewählte Sommerangebote

im Rahmen der Zugspitz Arena

Bayern-Tirol Card

Mehr Informationen zur

neuen Zugspitz Arena

Bayern-Tirol Card gibt es

unter www.zugspitze.com/de/

service-info/gaestekarte

Grainau

Tiroler Zugspitz Arena

Garmisch-Partenkirchen

Gratisleistungen

Ortsführung

Kurpark-Kneipp-Wassertretanlage

Wassergymnastik im Zugspitzbad

Geführte Berg-, Kräuter- und Fackelwanderungen

Kurkonzerte

Nutzung des Lesesaals

in der Bücherei

Heimatabende und

Bayerische Abende

Ermäßigungen

Umfangreiches Gästeprogramm •

Sandfreiplatz Tennissportparadies

Grainau • Bauerntheater • Sonderkonzerte

im Kurpark • Lichtbildvorträge

Grenzüberschreitende Gratisleistungen

Täglich Gästebus Bayern-Tirol

Ermäßigungen außerhalb der Region

Burgenwelt Ehrenberg

Swarowski Kristallwelten in Wattens

Alpentherme Ehrenberg

Freilichtmuseum Glentleiten

Kristall Therme Trimini Kochel

am See

Gratisleistungen

Orchideen- oder Kräuterwanderung

in Lermoos

Geführte Wanderungen in Ehrwald,

Berwang, Lermoos und Biberwier

(Montanweg)

Geführte Nordic-Walking-Tour

in Lermoos und Lama-Wanderung

in Biberwier

E-Bike-Einführungstour

Kinderspielefest Ehrwald und

Lermoos

Führung „Gegenwart und Vergangenheit

des Ehrwalder Talkessels“

Führung Drei-Mohren-Museum in

Lermoos

Platzkonzerte alle Orte, Tiroler Abend

in Ehrwald und Lermoos, Kellereiführung

inklusive Verkostung

Hüttenpass

Ermäßigungen

Familienbad Ehrwald, Hallenbad Hotel

Edelweiß, Lermoos und Bärenbad

Berwang • Tennishalle Ehrwald sowie

Tennisplätze in Ehrwald, Biberwier und

Berwang • Kletterhalle Ehrwald und Kletterwald

Bichlbach • 3-D-Bogen parcours

Ehrwald • Tiroler Zugspitz Golf • Minigolfplatz

Berwang

Gratisleistungen

Geführte Erlebniswanderungen

Bücherverleih Bücherei Garmisch

und Partenkirchner Bücherei

Einmal pro Aufenthalt freier Eintritt

in die Spielbank

Konzerte und Sonderveranstaltungen

von „Musik im Park“

Ermäßigungen

Partnachklamm • Ortsführungen,

Führung Olympia-Skisprungschanze,

Führung historische Bobbahn Riessersee,

Führung Wildkaffee-Rösterei •

„Gesundes Wandern mit Klimatherapeuten

• Kainzenbad, Kletterwald

am Wank, Flying Fox im Olympia-

Skistadion, Tennishalle am Hausberg,

Boulderhalle GaPa, Land- und Golfclub

Werdenfels • Bauerntheater Partenkirchen,

Museum Aschenbrenner, Richard-

Strauss-Institut, Werdenfels Museum,

Veranstaltungen Kulturbeutel • Laber-

Bergbahn Oberammergau, Eishockey-

Spiele SC Riessersee


10 / FESTIVALSOMMER

Der aktive Sommer kann kommen

In diesem Sommer beweist die Zugspitz Arena Bayern-Tirol wieder einmal,

dass sie für jeden das richtige Veranstaltungs-Highlight bereithält:

Von Mitte Juni bis Ende September finden zahlreiche Festivals statt,

die jeden Geschmack bedienen – ob sportlich, musikalisch oder spirituell.


11

In der kostenlosen GRENZENLOS App spricht

das Grainauer Team über seine Erfahrungen

beim Zugspitz Ultratrail.

14. bis 16. Juni 2019 – Zugspitz Ultratrail

Zum achten Mal in Folge kommt der SALOMON

Zugspitz Ultratrail nach Grainau. 2.500 Teilnehmer

aus über 50 Nationen nehmen an Deutschlands

größtem Trailrun-Event teil. Die härteste

Disziplin: der Ultratrail, die längste von fünf

Distanzen. Hier umlaufen die Sportler einmal

das gesamte Wettersteingebirge und umrunden

dabei auch die Zugspitze, Deutschlands höchsten

Berg. Oder in Zahlen ausgedrückt: Sie laufen

102,5 Kilometer und überwinden dabei 5.480

Höhenmeter. Neben dem Start in Grainau gibt

es auch Startpunkte in Garmisch-Partenkirchen

und Ehrwald.

Wo? Kurverwaltung Grainau,

Parkweg 8, 82491 Grainau

Für wen? Alle begeisterten Trailrunner,

die sich selbst herausfordern wollen

Highlights: Expo-Area mit Testprodukten für

Teilnehmer und Besucher, fünf verschiedene

Disziplinen für jede Leistungsstufe

Was muss ich mitbringen? Geeignete Sportkleidung,

Laufrucksack, Regenbekleidung

(eine komplette Liste findet sich auf der

Website des Zugspitz Ultratrails)

Weitere Infos: www.zugspitz-ultratrail.com

English Summary

This summer, the Zugspitz Arena

Bayern-Tirol is again proving that it

has events to suit any and all tastes

– whether they’re sporting, musical,

or spiritual. The numerous festivals

you can read about on these pages

are taking place from mid-June to late

September and kick off with Zugspitz

Ultratrail from 14 to 16 June, the eighth

successive outing of this trail running

event. Music lovers won’t want to

miss the 30th Richard Strauss Festival

from 21 to 29 June; the theme of this

year’s event is “poetry”. From 13 to

20 July, guests can visit the ZAMMA

festival of culture with music, theatre,

dancing, art, literature, and film. Then

there’s the Women’s Summer Festival

from 19 to 21 July, with lots of sporting

activities, the AlpenTestival from 2 to 4

August offering a great outdoor weekend

with plenty of activities and tours,

and the Wanderlust Festival from 13 to

15 September, now being held for the

first time in Europe. Finally, 360° TRAIL

runs from 20 to 22 September and

gives beginners everything they need

to get started with trail running. Get

more information on these pages or

simply download the free GRENZENLOS

app to find out more.

21. bis 29. Juni 2019 – Richard-Strauss-Festival

Der Komponist Richard Strauss und sein Garmisch-

Partenkirchen – untrennbar sind sie bis heute miteinander

verbunden. Zeichen dieser Gemeinsamkeit ist

das jährliche Richard-Strauss-Festival, das in diesem

Sommer sein 30-jähriges Bestehen feiert. Als Motto

hat der künstlerische Leiter Alexander Liebreich

„Poesie“ gewählt. 26 Einzelveranstaltungen, vom

Orchesterkonzert über den Liederabend bis zum Solorecital

vereinen international renommierte Künstler

zu einem spannenden, vielfäl tigen, poetisch-dramatischen

Programm.

Wo? Verschiedene Veranstaltungsorte

Für wen? All die Musikliebhaber, die klassische

Musik auf neue Art und Weise erleben möchten

Highlights: Dinner-Konzertabende auf der Zugspitze

und dem Wank, Musikwanderungen, Open-Air-

Konzerte im Innenhof des Klosters Ettal

Tickets: Vorverkauf unter www.muenchenticket.de

Weitere Infos: www.richard-strauss-festival.de


12 / FESTIVALSOMMER

13. bis 20. Juli 2019 –

ZAMMA Kulturfestival Oberbayern

Das inklusive Mitmach-Festival ZAMMA findet seit 1980

alle zwei Jahre an einem anderen Ort in Oberbayern

statt – 2019 in Garmisch-Partenkirchen. Es zeigt acht Tage

lang, wie vielfältig Kultur sein kann: Mit Musik, Theater,

Tanz, Bildender Kunst, Literatur, Film und Medien ist alles

dabei. Das Besondere: Die Menschen vor Ort gestalten

ihr Festival selbst. Das fördert das kulturelle und soziale

Miteinander in der Region – ein wichtiges Anliegen des

Hauptveranstalters Bezirk Oberbayern.

Wo? 30 verschiedene Veranstaltungsorte in

Garmisch-Partenkirchen

Für wen? Alle, die sich für Kultur interessieren,

unabhängig von Bildung und Geschlecht

Highlights: ZAMMA-Mitmach-Zirkus (täglich), Ausstellung

zur Migration im Museum Aschenbrenner (täglich), Straßenfest

Chamonixstraße (14. Juli 2019), Hip-Hop-Konzert

Almächtig (17. Juli 2019), Michael-Ende-Tag (19. Juli 2019),

Großer ZAMMA-Mitsing-Chor (20. Juli 2019)

Tickets: Eintritt fast immer frei

Weitere Infos: www.zamma-festival.de

19. bis 21. Juli 2019 – Women‘s Summer Festival

„Wir sind Frauen. Wir haben Power. Wir rocken die Berge.“ Unter

diesem Motto findet das diesjährige Women’s Summer Festival

erstmals in der Tiroler Zugspitz Arena statt. Die Teilnehmerinnen

erwarten sportliche Highlights wie Bike- und Canyoning-Kurse,

Mitmach-Zonen auf dem Gelände für Yoga, Pilates und Functional

Training sowie zahlreiche namhafte Aussteller der Outdoorbranche

auf der Expo-Area. Immer mit von der Partie: professionelle

Guides, erfahrene Trainer und prominente Sportler.

Wo? Festival-Basis-Station, Martinsplatz, 6632 Ehrwald

Für wen? Lebensfrohe, aktive Frauen, die Bewegung, Freude,

Wellness, Fashion, Party, Musik und Beauty inmitten einer

traumhaften Berglandschaft erleben möchten

Highlights: Festival nur für Frauen, Expo-Area mit Testprodukten

zum kostenlosen Ausprobieren, riesiges Sport angebot

(Biken, Canyoning, Trailrunning, Klettern, Yoga, Pilates

und vieles mehr), Special Guest Coach Christina Wechsel,

Beauty-Lounge

Was passiert auf dem Festivalgelände? Akkreditierungs- und

Infostand, Sportkurse, Expo-Area, Beauty-Lounge, Essensstände

Wo schlafe ich? Um die Unterkunft in den umliegenden Hotels

und Pensionen kümmern sich die Teilnehmerinnen selbst.

Was muss ich mitbringen? Geeignete Sport- und Badekleidung

Tickets: Vorverkauf auf der Festival-Website

Weitere Infos: www.womenssummerfestival.com

Unterkünfte: www.zugspitzarena.com


2. bis 4. August 2019 – AlpenTestival

Das AlpenTestival in Garmisch-Partenkirchen

verspricht ein facettenreiches Outdoorwochenende

mit zahlreichen Aktivitäten und Touren.

Ob Spaß an Land oder im Wasser, zu Fuß oder

auf dem Rad, auf Wanderwegen oder an der

rauen Bergwand: Mit dem Testivalpass können

große und kleine Besucher genau das Erlebnis

buchen, das sie schon immer einmal ausprobieren

wollten. Und nach einem sportlich-aktiven

Tag lässt man den Abend gemütlich auf dem

Festivalgelände ausklingen – mit Livemusik,

leckerem Essen und einer Atmosphäre, die es

so kein zweites Mal gibt. Übrigens: Weil die

übliche AlpenTestival-Heimat unter der Skisprungschanze

gerade saniert wird, zieht das

Festival dieses Jahr einmalig ins benachbarte

Kainzenbad.

20. bis 22. September 2019 – 360° TRAIL

Bereits zum zweiten Mal findet das große Trailrunning-Event in der Zugspitz

Arena Bayern-Tirol statt. Beim 360°Trail werden Neueinsteiger an

die Hand genommen und in alle Facetten des Trailrunnings eingeführt.

Wo? Festival-Basis-Station,

Richard-Strauss-Platz, 82467 Garmisch-Partenkirchen

Für wen? Alle, die die unterschiedlichen Facetten des Trailrunnings

kennenlernen oder sich in diese Trendsportart neu verlieben möchten

Highlights: Expo-Area auf dem Festivalgelände, Vorträge, Workshops,

gemeinsamer Hüttenabend, Speeddating: Welche Marke passt zu dir?

Wo schlafe ich? Um die Unterkunft in den umliegenden Hotels und

Gasthöfen kümmern sich die Teilnehmer selbst.

Was muss ich mitbringen? Geeignete Sportkleidung

Tickets: Vorverkauf auf der Festival-Website

Weitere Infos: www.360-trail.com

Wo? Festival-Basis-Station einmalig am

Beachplatz im Kainzenbad, Kainzenbadstraße 4,

82467 Garmisch-Partenkirchen

Für wen? Jedermann, ob Einsteiger, Genießer,

Sportskanone oder Bergbezwinger

Highlights: Sport Conrad Testcenter mit

14 namhaften Outdoorfirmen, eigener Alpen-

Testival Klettersteig, Sportarten wie Stand-up-

Paddling, Biken und Klettern

Was passiert auf dem Festivalgelände? Akkreditierungs-

und Infostand, verschiedene Sportkurse,

Testcenter, Essensstände, Live-Musik

Wo schlafe ich? Um die Unterkunft im SALEWA-

Zeltdorf oder in den umliegenden Hotels und

Gasthöfen kümmern sich die Teilnehmer selbst.

Was muss ich mitbringen?

Geeignete Sport- und Badekleidung

Tickets: Vorverkauf auf der Festival-Website

Weitere Infos: www.alpentestival.de

Zu sich selbst finden – das steht beim

Wanderlust Festival im Fokus. Mehr dazu

in der kostenlosen GRENZENLOS App.

Alle Festival-Artikel

Lisa Zöls

Bild: Allison Zaucha

13. bis 15. September 2019 – Wanderlust Festival

Zum allerersten Mal kommt das beliebte Festival aus

Amerika nach Europa. Auf dem Gelände gibt es lokale

Produkte, Workshops und Yogakurse. Außerhalb werden

Highlights wie Sonnenaufgangs-Yoga auf der

Bergspitze, Singer-Songwriter-Konzerte im Wald, Talks,

Wanderungen, Wine-Tastings, Massagen und vieles

mehr angeboten. Im Fokus steht: die Region in ihrer

Vielfältigkeit (neu) kennenzulernen und einfach mal

wieder so richtig abzuschalten.

Wo? Michael-Ende-Kurpark,

82467 Garmisch-Partenkirchen

Für wen? Für jeden, der Neues

ausprobieren möchte, egal ob Anfänger

oder bereits begeisterter Yogi

Highlights: Meditations- und Yogakurse,

Foodmarkt, SUP-Yoga

Was passiert auf dem Festival gelände?

Yoga- und Meditationskurse, regionaler

Foodmarkt, Workshops, Abendkonzerte

Wo schlafe ich? Um die Unterkunft in

den umliegenden Hotels und Gasthöfen

kümmern sich die Teilnehmer

selbst.

Was muss ich mitbringen? Sport- und

Yogakleidung, Sonnencreme

Tickets: Vorverkauf auf der Festival-

Website

Weitere Infos: www.wanderlust.com


14 / KLETTERSTEIGE

Der Klettersteig auf die Zugspitze –

nichts für schwache Nerven.

Den Bergen so nah wie noch nie

Unmittelbar mit den Bergen in Berührung kommen, ohne alpine Klettertechnik

zu beherrschen: Das versprechen Klettersteige. In der Zugspitz Arena Bayern-Tirol

kommen Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen auf Touren.

Die letzten Meter sind geschafft,

die Puste war zwischendurch

immer wieder mal knapp, aber

der eiserne Wille treibt einen

weiter voran. Und dann sieht man ihn: den

Einstieg zum Klettersteig. Die aufragende

Felswand. Die ersten Tritte im Stein.

Das Stahlseil zum Einhaken. Jetzt heißt

es: Noch einen stärkenden Schluck

aus der Wasserflasche. Helm und

Klettergurt anziehen. Karabiner

am Seil befestigen. Los geht’s!

Klettersteige üben eine magische

Anziehung auf Bergsportler

aus. Diese Faszination ist auch in

der Zugspitz Arena Bayern-Tirol zu spüren:

Eine Vielzahl an Klettersteigen unterschiedlicher

Schwierigkeitsgrade laden dazu ein,

die Berge einmal auf eine ganz besondere

Art kennenzulernen. Die Steige wurden für

Menschen erbaut, die bei permanenter Sicherung

einen leichteren Zugang in steiles

Gelände wollen, für die eine richtige Klettertour

aber nicht infrage kommt. Es gibt

sie am natürlichen oder künstlichen Fels

und gesichert mit Stahlseilen, Eisenleitern,

Trittstufen in Stein oder ebenfalls aus Eisen

sowie Eisenstiften. Dadurch erklärt sich der

mittlerweile auch im deutschsprachigen

Raum verwendete Begriff der „Via Ferrata“,

was die italienische Bezeichnung für Klettersteig

ist und übersetzt „Eisenweg“ bedeutet.

Klettersteige gibt es in sechs Schwierigkeitsstufen:

Auf der Schall-Skala werden

diese von A bis F, auf der Hüsler-Skala analog

dazu von K1 bis K6 eingeteilt. „Seit einiger

Zeit ist sogar eine siebte Schwierigkeitsstufe

im Gespräch“, erklärt Wolfgang Pohl, Geschäftsführer

und Leiter der Berg- und Skischule

Vivalpin in Garmisch- Partenkirchen.

„Allerdings sind diese extremen Klettersteige

fast schon wieder ein Widerspruch

in sich, denn da ist eine gute Beintechnik

wie beim richtigen Klettern Voraussetzung.

Und immerhin richten sich Klettersteige

ursprünglich an die Menschen, die alpines

Klettern nicht beherrschen.“

Schön, aber nicht zu unterschätzen

In der Zugspitz Arena Bayern-Tirol gibt es

keinen Klettersteig der Stufe F – dafür aber

mehrere der Stufen D bis E. Die Tajakante

beispielsweise gehört zu den landschaftlich

schönsten Klettersteigen Österreichs. „Hier

ist es sehr wichtig, früh zu starten, damit

man nicht in die Nacht kommt“, betont

Regina Poberschnigg, Ortsstellenleiterin

der Bergrettung Ehrwald. Der Klettersteig

ist lang, anspruchsvoll und fordert einiges

an Kraft und Technik. „Ganz wichtig ist bei


15

Was hinter den Schwierigkeitsstufen der

Klettersteige steckt, gibt‘s zum Nachlesen

in der kostenlosen GRENZENLOS App.

Klettersteigen generell und beim Taja im

Besonderen, dass man den Abstieg nicht

unterschätzt“, erklärt Poberschnigg. „Den

Klettersteig selbst zu gehen, ist nur die

halbe Miete. Die Kondition muss auch noch

reichen, um wieder vom Berg runterkommen.“

Beim Rückweg von der Tajakante

English Summary

Whether you’re just starting out or

have years of experience under your

belt, via ferratas have always exerted

a magical attraction on mountain

climbers. This is especially true in the

Zugspitz Arena Bayern-Tirol, where

a multitude of via ferrata routes of

various difficulty give them a chance

to get to know the mountains from

a new perspective. The routes have

been designed for people who are

interested in climbing steep terrain

securely, without any of the risks

associated with unprotected climbing.

These routes have been created

on natural or artificial rocks and are

secured with steel cables, iron ladders,

stone or iron steps, and iron rungs.

There are six levels of difficulty to

master, and what they involve can

be found in the GRENZENLOS app,

together with a handy checklist for

your next via ferrata climb.

empfehlen sich auf dem gerölligen Untergrund

deshalb Wanderstöcke, die man so

klein machen kann, dass sie in den Rucksack

passen. „Dann sind sie beim Klettern nicht

im Weg“, weiß Poberschnigg.

Auch der Mauerläufer bei Garmisch-

Partenkirchen ist in die Kategorie D bis E

einzuordnen. „Hier kann man gerne richtige

Kletterschuhe mitnehmen“, rät Sebastian

Buchwieser aus Grainau. Er ist Inhaber der

Bergschule Zugspitzalpin in Grainau – und

der Erbauer dieses Klettersteigs. „Wir wollten

damals so wenig Eisen wie nötig in

den Berg bauen, damit der Weg möglichst

natürlich bleibt“, erklärt er. Dadurch gibt

es immer wieder schwere Kletterstellen,

die den Sportlern viel abverlangen. „Umso

schöner ist aber natürlich auch das Gefühl,

wenn man dann oben angekommen ist“,

sagt Buchwieser.

Mehr erleben: Zwei-Tages-Touren

Eine Tour, die zur Region gehört wie kaum

eine andere, führt von Hammersbach über

das Höllental hinauf auf die Zugspitze.

Wolfgang Pohl erklärt, warum der Klettersteig

selbst zwar mit einer Kategorie B bis

C nicht zu den Schwersten gehört, die Tour

aber dennoch auf keinen Fall unterschätzt

werden darf: „Der Klettersteig wird von

einer langen und teils sehr anstrengenden

Bergtour umrahmt. Wir empfehlen deshalb,

diese auf zwei Tage auszuweiten.“ Am ersten

Tag können die Wanderer von Hammersbach

bis zur Höllentalangerhütte aufsteigen

und dort übernachten. Am zweiten Tag hat

man dann immer noch eine lange Strecke

vor sich – aber eben eine, die gut machbar

ist. „Allerdings geht es hier nicht nur um den

Klettersteig selbst, denn man muss auch

noch den Höllentalferner, den Gletscher,

begehen“, erklärt Wolfgang Pohl. „Im Juni

ist der meist noch komplett schneebedeckt,

da kommt man mit Snowspikes gut durch.

Wenn der Schnee aber weg ist und das

Blankeis zum Vorschein kommt, dann gehören

Steigeisen zur Pflichtausrüstung.“

Auch für die Anfänger in Sachen Klettersteig

bietet die Zugspitz Arena Bayern- Tirol

wunderschöne A- und B-Steige inmitten

herrlicher Landschaften. Klettern am Häselgöhr

Wasserfall kann man in der Tiroler

Zugspitz Arena, direkt an der Straße zwischen

Grainau und Ehrwald. Hier bekommen

Einsteiger nicht nur ein landschaftliches

Highlight geboten, sondern können auch die

Technik beim Klettersteiggehen ideal erlernen.

Übungssteige, einzelne Abseilstellen

und sogar eine Zipline zur rasanten Abfahrt

sind absolute Highlights dieser Tour – Letzteres

aber nur mit bestimmtem Equipment

und unter Anleitung.

Die Schöngänge bieten ebenfalls einen

tollen Einstieg für Anfänger. Hier klettert

man zwischen der Alspitze und dem Bernadeinkopf

hinauf ins Oberkar. Weiter geht es

entweder auf den nahe gelegenen Bernadeinkopf,

über den Ostgrat auf die Alpspitze

oder über den Nordwandsteig wieder hinunter

zur Hochalm. Hier kommen die Wanderer

durch ein Tunnelsystem, bevor es zurück

zum Osterfelderkopf und der dortigen Seilbahn

geht – wirklich sehenswert!


Lisa Zöls

Beim Häselgöhr Wasserfall können Einsteiger

die Techniken des Klettersteiggehens erlernen.

Die schönsten Klettersteige der Zugspitz

Arena Bayern-Tirol gibt es auf der

Panoramakarte in der GRENZENLOS App.


16 / SICHERHEITSCAMPS

Sicherer am Berg

Für jeden, der in den Bergen

unterwegs ist, gelten bestimmte

Verhaltensregeln. Werden sie

eingehalten, können viele Risiken

minimiert werden.

SAAC – Snow & Alpine

Awareness Camps

Egerdachstraße 8

6020 Innsbruck

anmeldung@saac.at

www.saac.at

Wer zum Biken, Wandern oder

Klettern in den Bergen ist,

muss sich gewisser Risiken

bewusst sein. Mit ein

paar Verhaltensregeln und der richtigen

Vorbereitung können Unfälle aber vermieden

werden. Lucky Rauscher, Geschäftsführer

des Vereins SAAC (Snow & Alpine

Awareness Camps), weiß, worauf man

achten sollte: „Ganz wichtig ist es, sich

vor einer Tour immer über die Wetterverhältnisse

zu erkundigen. Ein Gewitter

holt einen nicht nur schneller ein

als im Tal. Es ist durch die große Höhe, in der

man sich befindet, auch viel gefährlicher.“

Festes Schuhwerk sowie richtige Kleidung

gehören selbst bei hohen Temperaturen im

Sommer unbedingt zur Grundausstattung.

„Oftmals wird leider die eigene Leistungsfähigkeit

überschätzt“, ergänzt der Bergprofi.

Bergwege sind in die Farben Blau, Rot und

Schwarz unterteilt, die den aufsteigenden

Schwierigkeitsgrad angeben. „Wer selten bis

nie in den Bergen unterwegs ist, tut sich mit

einem roten Weg mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit

schwer. Bei einem schwarzen Weg besteht

absolute Absturzgefahr.“ Um ein solches

Risiko zu umgehen, empfiehlt sich im Vorfeld

eine gute Tourenplanung.

In Sicherheitscamps lernen, wie es geht

Damit man gar nicht erst unvorbereitet in die

Berge geht, bietet der Verein SAAC bereits

seit 20 Jahren Sicherheitscamps an. „Im Sommer

bieten wir in der Tiroler Zugspitz Arena

Bike- und Climb-Camps an. Diese Kurse kann

jeder Interessierte besuchen“, erzählt Lucky

Rauscher. Am ersten Tag wird Theorie durchgenommen,

die am zweiten Tag im Gelände in

die Praxis umgesetzt wird. „Die Camps bieten

wir in Kooperation mit der Tiroler Zugspitz

Arena an. Durch die finanzielle Unterstützung

des Tourismusverbandes können die Teilnehmer

sie komplett kostenlos nutzen“, erklärt er.

„Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen

für Anfänger und Fortgeschrittene, man

braucht also nicht unbedingt Vorkenntnisse.

Bei den SAAC Climb-Camps sind allerdings

gute Kondition und Schwindelfreiheit wichtig,

bei den Klettersteig-Camps zusätzlich

noch Trittsicherheit“, erklärt Rauscher. Auch

die Ausrüstung bekommen die Teilnehmer

nach vorheriger Anmeldung kostenlos direkt

vor Ort. Lediglich Kletterschuhe müssen sie

selbst mitbringen sowie beim Bike-Camp ein

Full-Suspension-Bike im Topzustand, gute Bereifung,

gewartete Scheibenbremsen, einen

Halbschalenhelm und Bike-Erfahrung.

Trotz aller Vorbereitung ist eines laut Lucky

Rauscher besonders wichtig: die Natur niemals

zu unterschätzen.


Lisa Zöls

Mehr zum Thema „Sicherheit am Berg“ und

den Sicherheitscamps des SAAC gibt es in

der kostenlosen GRENZENLOS App.

In den Camps des Vereins SAAC lernen die Teilnehmer

alles, was für die Sicherheit am Berg wichtig ist.

English Summary

An awareness of risk is essential

when biking, hiking, or climbing in

the mountains, but accidents can be

easily prevented with good preparation.

It’s crucial that you check the

weather before setting out. You can

get caught in a thunderstorm, for example,

faster than in the valley – and

it’s more dangerous at heights. You

should also choose the right clothing

and equipment. Sturdy shoes and

robust outerwear are indispensable,

even in warm summer temperatures.

Making sure no one goes up into the

mountains unprepared, the SAAC

association has been offering safety

courses for 20 years.


PROMOTION / 17

Bergerlebnis für Jedermann

Im Gebiet Garmisch-Classic schlagen

die Herzen von Bergfreunden höher.

Manchmal wegen einer ganz nett

pulstreibenden Aktivität. Aber immer

wegen der landschaftlichen Schönheit und

Vielfalt an Bergerlebnissen für Groß und

Klein, Jung und Junggebliebene. Einheimische

wie Gäste schätzen die mit der Bayerischen

Zugspitzbahn zugängliche Bergwelt

zwischen Alpspitze, Kreuzeck und Hausberg

als abwechslungsreiches Wander- und Erholungsgebiet.

Wohin man auch blickt, gibt’s

Natur pur und spannende Ausflugsziele wie

die Aussichtsplattform AlpspiX, den Gipfel-

Erlebnisweg oder den Genuss-Erlebnisweg

am Fuße der markanten Alpspitze, auch Juwel

des Werdenfelser Landes genannt.

AlpspiX: Zwischen Himmel

und Höllental

Knapp oberhalb der Bergstation der Alpspitzbahn

formen zwei Stahlträger ein schwebendes

X über tausend Meter Tiefe. Damit entlockt

die Aussichtsplattform AlpspiX selbst

erfahrenen Bergfexen und Gipfelstürmern

andächtige Ahs und Ohs – spätestens am

verglasten Ende der rund 25 Meter langen

Stege, von wo aus sich uneingeschränkte

Weit- und Tiefblicke auf die Zugspitze,

Waxensteine, die riesige Alpspitz-Nordwand

und hinunter ins wilde Höllental ergeben.

Gipfel-Erlebnisweg

Der Gipfel-Erlebnisweg am Osterfelderkopf

ebnet allen Bergbegeisterten den Weg in

hochalpine Gefilde. Familien, Senioren und

weniger trittsichere Gäste können den rund

700 Meter langen Rundkurs bei der Bergstation

der Alpspitzbahn gemütlich erwandern

und Wissenswertes zu Flora, Fauna und Geologie

der Umgebung erfahren. Die informativen,

quizartigen Stationen wecken auch bei

kleinen Bergfexen Neugierde und Wanderlust.

Highlight des kinderwagentauglichen

Erlebnisweges ist die Aussichtsplattform

AlpspiX, die am Ende für große Augen und

weiche Knie sorgt.

Genuss-Erlebnisweg

Groß und Klein halten hier locker Schritt:

Der knapp 3 km lange Genuss-Erlebnisweg

schlängelt sich sanft von der Bergstation

der Alpspitzbahn zur Bergstation der Kreuzeckbahn.

Schon am Beginn wartet mit der

Aussichtsplattform AlpspiX der erste Höhepunkt.

Danach erwecken 18 kindgerechte

Stationen am gut ausgebauten Wanderweg

das „SteinReich“ des Riesen von der Alpspitze

zum Leben. Kleine Bergfexe können

etwa in die Fußabdrücke des Riesen steigen,

den Duft der Berge erschnuppern und sich

auf dem steinernen Thron wie ein echter

Riese fühlen. Sonnenplätze, Relaxliegen

und Schaukelelemente laden zum Verweilen

ein und am Ende des Genuss-Erlebnisweges

wird sogar noch ein Schatz gehoben!

Garmisch-Classic Ticket

Diese Seilbahn-Rundfahrt erlaubt auch weniger

trittsicheren Gästen, Familien und Senioren

den Genuss frischer Höhenluft und traumhafter

Bergpanoramen. Mit der Alpspitzbahn

geht’s auf den 2.050 m hohen Osterfelderkopf,

Ausgangspunkt herrlicher Wandermöglichkeiten

für Groß und Klein. Danach fährt

man mit der Hochalmbahn hinab auf 1.700 m

oder legt die idyllische Strecke über die Almterrassen

zu Fuß zurück (ca. 1 Stunde). Von

der Hochalm aus wandern alle Ausflügler in

30 Minuten auf gut ausgebauten Wegen hinunter

zur Bergstation der Kreuzeckbahn, wo

die Talfahrt angetreten wird.

Mehr Informationen auf zugspitze.de


18 / INKLUSION

Gemeinsam über

Grenzen gehen

In den Bergen wandern oder klettern, gehört für viele fest zum Urlaub

dazu. Für Menschen mit Behinderung ist das aber nicht immer so einfach.

In Garmisch-Partenkirchen gibt es deshalb immer mehr Angebote, mit

denen so manche Barrieren aus dem Weg geschafft werden.

Reiner Bauer erzählt, wie er als Blinder die

Klettertour mit Udo Knittel empfunden hat –

jetzt zum Anhören in der GRENZENLOS App.

Udo Knittel verschafft

Menschen mit Behinderung

einzigartige Bergerlebnisse.

Udo Knittel ist ein besonnener Mann

mit einer freundlichen Ausstrahlung.

Einer, dem selbst Blinde so

vertrauen, dass sie unter seiner Anleitung

eine Bergwand hochklettern. In seiner

Bergschule „Bergführer Zugspitzland“ bietet

Knittel Inklusions-Kletterkurse für Menschen

mit und ohne Behinderung an. „Ich war früher

schon bei Inklusionsprojekten des Deutschen

Alpenvereins dabei. Das hat mir so viel Spaß

gemacht, dass ich das in mein Kursangebot

übernommen habe“, erzählt der Bergführer.

Unter der Alpspitze hat Udo Knittel extra

dafür einen Kletterparcours mit Sicherungstechniken

und fixen Seilen eingerichtet: „Das

ist ideales Gelände, um sich anfangs erst

einmal hoch zu tasten. Wir haben hier für

später aber auch ein paar Herausforderungen

wie zum Balancieren geneigte Platten eingebaut.“

Knittel weiß genau, worauf es beim

Klettern ankommt – für Menschen mit und

ohne Behinderung gleichermaßen: „Drehund

Angelpunkt beim Klettern ist das Vertrauen,

das ich mit dem Gast erst einmal aufbauen

muss“, betont er. „Sich aufeinander zu

verlassen, darum geht es.“ Die Glücksgefühle


19

Klettern kann nur, wer richtig sieht und hört? Falsch gedacht! In den Inklusionskursen kann das jeder.

seiner Teilnehmer, wenn sie etwa die Wand

geschafft haben und über sich hinauswachsen,

seien der eigentliche Grund, warum er

diese Kurse anbiete, sagt der Bergführer.

Dabei arbeitet er nach dem Tandemprinzip:

Ein Sehender unterstützt beispielsweise einen

Blinden. „Um ein Gespür für die Gefühlswelt

des anderen zu bekommen, verbinden wir

den Sehenden die Augen. Dann werden sie

mit einem Skistock geführt“, erklärt Knittel.

Sein Motto: „Anleiten, aber nicht gängeln.

Fordern, aber nicht überfordern.“

Ein unerwartetes Zusammentreffen

Bei einem der Inklusionskurse von

Udo Knittel war auch Reiner Bauer dabei, der

nach einem Autounfall fast gänzlich erblindet

ist. Der Beauftragte der Gemeinde Eberfing

für Menschen mit Behinderung meisterte

die Klettertour mit Begeisterung. Dabei

erlebten der Bergführer und er eine echte

Überraschung: „Im Anschluss an die Tour

kamen wir im Gespräch zufällig darauf, dass

wir uns von früher kennen“, erzählt Knittel,

der vor rund 40 Jahren mit Bauer bei den

Gebirgsjägern in Mittenwald war. Damals

konnte Bauer noch sehen. „Wir haben uns

riesig gefreut, das war schon berührend.“

Seine Eindrücke schildert Bauer im Interview,

das in der kostenlosen GRENZENLOS

App zum Nachhören bereitsteht.

Auch Ursula Höger mit ihrer Kräuterwanderung

sowie Helmut Hermann mit seiner

English Summary

Hiking or climbing in the mountains is a

must-do on many holidays in our region,

but it’s not always that easy for people

with disabilities. That’s why Garmisch-

Partenkirchen offers increasing number

of activities that are accessible to all. At

his “Bergführer Zugspitzland” mountain

school, for example, Udo Knittel offers

inclusive climbing courses for people

with and without disabilities, while for

botanischen Tour um den Eibsee bieten ein

Inklusionsprogramm. Ihre Touren richten

sich gleichermaßen an hörende, schwerhörige

sowie gehörlose Teilnehmer. Für

Sören Gericke, den fachlichen Leiter der

Informations- und Servicestelle für Menschen

mit Hörbehinderung in Weilheim

und dem Oberland, ein ganz besonderes

Erlebnis: „Ich war bereits bei beiden Touren

dabei. Am Anfang war es für die hörenden

Teilnehmer und die Wanderführer natürlich

ein bisschen ungewohnt, über die Gebärdensprachdolmetscher

zu kommunizieren“,

erzählt Gericke, der selbst gehörlos ist.

„Darum freut es mich umso mehr, dass die

Kommunikation so gut geklappt hat. Alles

lief ganz harmonisch.“

Besonders gut gefiel Gericke der direkte

Kontakt zwischen Hörenden und Gehörlosen.

„Zum Beispiel haben sich die Kursteilnehmer

von Ursula Höger über das Thema

Kräuter ausgetauscht, und die Dolmetscher

haben einfach nur übersetzt. Das war ein

richtiger Flow in der Gruppe“, so Gericke. „Da

überlegte man gemeinsam, welche Gerichte

man mit den Kräutern kochen kann, und es

wurden innerhalb der Gruppe sogar Rezepte

ausgetauscht.“

Miteinander sprechen – ohne Worte

Für Kräuterpädagogin Ursula Höger war die

zweistündige Wanderung ebenfalls eine

ganz neue und sehr interessante Erfahrung:

deaf people and those with hearing

difficulties, Ursula Höger and Helmut

Hermann offer herbal hiking tours and

botanical walks with sign language interpreters.

More activities are currently

at the planning stage, and Udo Knittel

hopes that demand will rise; after all,

as he says, “many people have no idea

how much fun they can have on one of

our excursions.”

„Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen,

dass die Gebärdensprach dolmetscherin

die Stimme für jemand anderen ist“, sagt

Höger. „Aber wenn man sich darauf einlässt,

läuft der Rest richtig gut.“

Das empfand auch Gebärdensprachdolmetscherin

Christine Müller so: „Es sind alle

sehr harmonisch miteinander umgegangen.

Die Teilnehmer waren sehr geduldig und

Zeitverzögerungen durch das Dolmetschen

gar kein Problem. Alle waren einfach offen“,

sagt sie und freut sich, dass auch sehr

schnell Fragen an die Gehörlosen und auch

an sie als Dolmetscherin gestellt wurden.

Das sei nicht immer so.

Biologe Helmut Hermann, der die botanische

Wanderung mit Hörenden und Gehörlosen

um den Eibsee leitete, fand es „super, so

etwas mal zu machen.“ Die Pflanzennamen

seien bei der Übersetzung kein Problem gewesen.

„Die Gebärdensprachdolmetscherin

übersetzte entweder die zusammengesetzten

Namen oder buchstabierte sie“, erzählt

Helmut Hermann. „Ein bisschen ungewohnt

war es erst einmal, denjenigen, der eine

Frage hat, anzusehen, und gleichzeitig die

Gebärdensprachdolmetscherin im Auge zu

behalten“, so der Biologe. Aber das könne

man ja lernen.

„Luft nach oben“

Alle Kursleiter würden solche Inklusionsangebote

nach eigener Aussage gerne

öfter machen. „Mir wurde bewusst, wie

getrennt das sonst alles abläuft. Dabei ist

es doch ganz einfach, gemeinsam etwas

zu unternehmen. Da ist definitiv noch

Luft nach oben“, findet Kräuterpädagogin

Höger. „Selbstverständlich würden wir so

etwas gerne öfter machen“, betont auch

Sören Gericke. Weitere Kurse mit GaPa Tourismus

sind bereits in Planung. Bergführer

Udo Knittel hofft, dass die Nachfrage nach

solchen Inklusionsangeboten noch steigt.

„Viele können sich gar nicht vorstellen, wie

viel Spaß so ein Kurs macht.“


Lucia Glahn


20 / KNAPPENHÄUSER RUNDWANDERWEG

Auf den Spuren von Knappen,

Jägern und Wilderern

Welche Geschichte erzählen die verlassenen Knappenhäuser? Und wer wollte

dem weißen Hirschen ans Fell? Solche Fragen stellt sich, wer den Knappenhäuser

Rundwanderweg erkundet.

Ab dem Wanderparkplatz Hammersbach

führt der Knappenhäuser

Rundwanderweg erst durch den

Wald bergauf, dann übers Waldeck

und Kreuzeck aufs Hupfleitenjoch in

1.758 Meter Höhe. Bergab geht es nun an

den Knappenhäusern vorbei zur Höllentalangerhütte

und hinab in die Höllentalklamm.

Anschließend folgt der Abstieg zurück nach

Hammersbach.

Um die fast 13 Kilometer zurückzulegen,

sollten Wanderlustige etwa acht bis neun

Stunden veranschlagen, Pausen inklusive.

Auch ist die Abkürzung mithilfe der Kreuzeckbahn

berg- oder talwärts möglich. „Kondition

und gutes Schuhwerk braucht man“,

betont Sebastian Buchwieser aus der Bergsteigerschule

ZugspitzAlpin in Grainau. Er

empfiehlt Trekkingschuhe, die den Knöchel

bedecken, und einen wärmenden Pulli oder

ein Fleece sowie einen Regenschutz: „Man

legt 1.000 Höhenmeter zurück, es kann kalt

und windig werden, und durch die Klamm

ist es immer nass“. Dafür können geübte

English Summary

From Hammersbach hiking car park,

the circular trail first leads up through

woods, then via the Kreuzeck and

Waldeck to the Hupfleitenjoch saddle

at an altitude of 1,758 metres. Then it

descends, past the old miners’ cabins,

to the Höllentalanger hut and down

into the Höllentalklamm gorge, before

returning to Hammersbach. This route

is very popular when the gorge is

open, from around late May to late

October, and steeped in legend: one

myth tells of a white deer which

a hunter chased, only to meet an

untimely end.

Wanderlustige, aber auch Kinder ab etwa

acht Jahren diese Tour machen. „Zu sehen,

wie das Wasser sich seinen Weg durch die

Klamm gefressen hat“ – das genießt Buchwieser

besonders. „Und wenn man aus der

Klamm rauskommt, aus dem Dunkel zurück

in die Helligkeit und Wärme – dieser Unterschied

ist beeindruckend.“

Eine Region voller Sagen und Mythen

Der Heimathistoriker Peter Schwarz aus

Hammersbach erzählt, dass sich um diese

Region einige Sagen ranken. Die vom weißen

Hirschen zum Beispiel, dem ein Jäger

nachstellte. „Da kam eine gute Fee und

warnte ihn: Den darfst du nicht erlegen,

dafür bekommst du große Reichtümer,

wenn du im Tal niemandem davon erzählst.“

Blöderweise tat der Jäger genau das, er

plauderte das Geheimnis aus. Das Gold im

Stollen, das er schon erspäht hatte, war für

Peter Schwarz erklärt in der GRENZENLOS

App, wie die Geschichte der Knappenhäuser

mit der des Bergbaus zusammenhängt.

ihn verloren. Als er im Zorn dem weißen

Hirsch erneut nachstellte, „da tat sich die

Höll auf und hat ihn verschlungen“, berichtet

Schwarz. Höll stammt hier aber übrigens

von „Höhle“ und hat mit dem Teufel nichts

zu tun.

Ein Weg durch die Höllentalklamm

Zur Öffnungszeit der Höllentalklamm – ab

etwa Ende Mai bis Ende Oktober – ist dieser

Weg, um den sich viele Mythen ranken,

extrem beliebt. Warum, weiß Peter Schwarz

genau: „Wenn jemand an der Schönheit der

Natur seine Freude hat, ist er hier genau

richtig.“


Petra Plaum

Die Höllentalklamm zeigt auf

beeindruckende Weise, wie sich

das Wasser seinen Weg durch

den Fels gefressen hat.


IN DIE BERGE,

FERTIG, LOS!

ZUM START DER SOMMERSAISON

EIN FRISCHER ALPENKRIMI

WORUM GEHT´S?

Um Schließfächer voller Geheimnisse,

für die manch einer einen Mord begehen

würde, halbseidene Sommerfrischler,

schlagartige Hitzetode und eine stimmungsvolle

Bestattung, die vollkommen

aus dem Ruder läuft.

DER NEUE

ALPENKRIMI

VON

JÖRG

MAURER

SPANNEND, WEIL …

es ein genial spannender Mix aus Alpenkulisse

und Verbrecherjagd ist. Dabei

skurril und mit viel Humor von Jörg

Maurer bestsellerverdächtig erzählt!

PERFEKTER LESESTOFF

für alle, die die Berge lieben und dort gerne

in der Sommerluft hoch über idyllischen

Kurorten wandern. Und für Fans von

originellen Krimis und blitzgescheiten

Ermittlertypen – also eigentlich für jeden!


22 / WAHRZEICHEN

Unser Eibsee

Er ist einer der meistfotografierten Seen Bayerns,

ein echtes Schmuckstück und ein wahrer Allrounder an

Freizeitmöglichkeiten: der Eibsee am Fuße der Zugspitze.

Der Eibsee ist das Wahrzeichen des

Zugspitzdorfes Grainau – natürlich

neben der Zugspitze selbst, an deren

Fuß der See liegt. Er bietet mit

seinem grün schimmernden, kristall klaren

Wasser ein traumhaftes Naturidyll zum Erholen

und Aktivsein: Wer hier einen Tag verbringt,

fühlt sich wie im Paradies.

Das wissen auch viele Besucher: Nicht

umsonst ist der Eibsee das mit am meisten

besuchte Ziel rund um Grainau – und das

fotogenste. Unter #eibsee finden sich allein

auf der Social-Media- Plattform Instagram

über 100.000 Bilder. Sie zeigen, dass der See

im Sommer wie im Winter eine Vielzahl an

Möglichkeiten bietet, um einen schönen Tag

zu verbringen.

Herrlich von der Hektik des Alltags abschalten

kann man beispielsweise auf dem

Stand-up-Paddle-Board, auf dem man sich

durch das atemberaubende Naturpanorama

gleiten lässt, den Blick auf die vielen kleinen

und größeren Inseln und die versteckten

Buchten gerichtet. Und wer sich abkühlen

möchte, der nimmt ganz einfach ein erfrischendes

Bad – wozu bei so einem Bergsee

aber doch auch ein wenig Mut gehört, angesichts

der Wassertemperatur.

Das „Reserl“ – ein echtes Unikat

Auf all diejenigen, die den Eibsee weniger

nass überqueren möchten, wartet ein echtes

Highlight: das „Reserl“, ein Elektroboot aus

Mahagoni, das 1960 von der Bootswerft Glas

in Possenhofen am Starnberger See extra für

den Eibsee entworfen wurde. Bis zu 30 Personen

können gleichzeitig an einer der geführten

halbstündigen Bootsfahrten teilnehmen.

Gemeinsam erkunden sie die schönsten

Stellen und Buchten des Sees – und erfahren,

dass man auf einer der Inseln im kleinen

Kreis sogar freie Trauungen abhalten kann.

In diesem Fall wird die Hochzeitsgesellschaft

natürlich ebenfalls mit dem „Reserl“ auf die

Maximilian insel gefahren, die auch liebevoll

die „Hochzeitsinsel“ genannt wird.

English Summary

The Eibsee lake is the most famous

landmark in the village of Grainau –

apart from the Zugspitze itself, of

course, which towers up above it.

With its shimmering green, crystalclear

waters, it is a magical natural

idyll to relax or go for walks. A day

spent here is akin to a day in paradise,

and it’s not for nothing that the Eibsee

is one of the most popular attractions

in and around Grainau – and one of

the most photogenic: there are over

100,000 pictures with the hashtag

#eibsee on Instagram, revealing a

multitude of activities for all seasons.

A visit is also worthwhile if you’re

with a pushchair or Nordic walking

sticks, as the path is completely flat,

without any obstacles, and ideal for

easy walks with wonderful views of

the scenery.

Wer das Wasser lieber von außen betrachtet,

als sich direkt hinein oder darauf zu begeben,

dem bietet der Eibsee-Rundweg an

jeder Ecke neue Perspektiven auf einen der

schönsten Seen Bayerns. Wer es sich zum

Ziel setzt, einmal komplett herumzulaufen,

sollte für die über sieben Kilometer etwa

zwei Stunden Zeit mitbringen. Und auch mit

Kinderwagen oder Nordic-Walking-Stöcken

lohnt sich der Ausflug hierher: Denn über

den komplett ebenen Weg ohne Hindernisse

oder Stolpersteine lässt es sich ganz

bequem laufen und die tolle Aussicht auf die

Natur genießen.


Lisa Zöls


23

„Bergerlebnisse mit meinen Eltern, Brüdern, meiner Frau und unseren Kindern

sind mir genauso wertvoll, wie Unternehmungen an Bergen weltweit wie dem

Fitz Roy. Deuter ist für mich eine Marke mit Vergangenheit – und Zukunft!“

MICHI BÜCKERS MIT DEM NEUEN TRAIL 30. Michi ist staatl. geprüfter Berg- und Skiführer

und Deuter Markenbotschafter, seine sportliche Karriere hat er aber als Rennradfahrer gestartet.

Heute ist die Liste seiner Outdoor-Sportarten lang und am liebsten macht er alles zusammen.


24 / MOUNTAINBIKE

Noch mehr Mountainbike-Glück

In der Tiroler Zugspitz Arena sind Mountainbikes und ihre Fahrer goldrichtig!

Hier gibt es auf verschiedenen Trails mitten in der Natur immer wieder Neues

zu entdecken. Und für alle, die an ihrer Technik feilen wollen, entsteht an der

Grubigsteinbahn gerade eine brandneue Skill Area.

Wussten Sie, dass …

… die Tiroler Zugspitz-Arena auf der

Via Claudia Augusta liegt, auf der schon

die alten Römer unterwegs waren?

Diese Straße verbindet das bayerische

Donauwörth über die Alpen mit dem

italienischen Ostiglia am Po beziehungsweise

alternativ mit Quarto d’Altino bei

Venedig an der Adria. Die Via Claudia

Augusta führt durch die Tiroler Zugspitz

Arena – in Lermoos, Ehrwald, Bichlbach

und Biberwier gibt es spezielle Via

Claudia Gastgeber sowie einen Gepäck-

oder auch Rad-Shuttle über den

Fernpass.

Die Geschichte der Straße ist beeindruckend:

Schon im Jahr 15 v. Chr. begann

der römische General Drusus der Ältere,

Adoptivsohn des Augustus, die Pfade der

Kelten, Räter und Etrusker auszubauen.

Das Ergebnis: die erste richtige Straße

über die Alpen. Fertiggestellt wurde sie

erst nach rund 60 Jahren durch Drusus‘

Sohn, Kaiser Claudius. Heute lädt die

Via Claudia Augusta zum Radfahren,

Fernwandern oder einfach Lustwandeln

ein. Entlang der Route gibt es jede

Menge besondere Kultur-, Urlaubs- und

Genussangebote und die Orte und Landschaften

zu entdecken, ist mehr

als eine Reise wert.

Allgemeine Infos, Karten,

Urlaubsangebote:

www.viaclaudia.org/de/

via-claudia-bereisen.html

Via Claudia Augusta mit dem Rad

in der Tiroler Zugspitz Arena:

Unterkünfte, Karten und ein

Fernpass-Shuttle finden sich hier:

www.zugspitzarena.com/de/

urlaubsthemen/bike-rad/

via-claudia-augusta


25

Der Blindseetrail

wurde als einer

von „5 Great Trails“

in ganz Tirol ausgezeichnet.

Eine Skill Area hilft Einsteigern wie

Erfahrenen, sicherer, technisch ausgefeilter

und mit noch mehr Spaß

zu biken. Zur Vorbereitung auf die

anspruchsvollen Trails eignet sich so ein Gelände

daher ideal – seit der Schneeschmelze

ist Trailbauer Benedikt Purner, genannt

Benni, selbst begeisterter Mountainbiker,

mit dem Anlegen neben der Grubigsteinbahn

beschäftigt. Wer die erste Skill Area

dieser Art in ganz Tirol besonders braucht?

„Mountainbiker, die sonst nicht auf Naturtrails

fahren und die sich nicht so ideal

auskennen“, antwortet er. „Wer nur gebaute

Straßen kennt, ist mit Schwierigkeiten leicht

mal überfordert. Darum gibt es hier in der

Skill Area drei kurze Trails der Schwierigkeitsstufen

S1, S2 und S3, optimiert auf die

Bedürfnisse jedes Bikers. Wer die dann gut

beherrscht, wird im Gelände später keine

böse Überraschung erleben.“

Langweilig werden soll es anspruchsvollen

MTB-Fans dennoch nicht, betont Benni.

„Unsere Naturtails in Tirol sind ja teilweise

sehr alt und voller Unebenheiten. Die Skill

Area Trails sind darum nah dran an den Naturtrails,

haben enge Kurven, Stufen, Wurzeln.

Wer dann merkt, dass er es quasi auswendig

kann, kann gleich auf dem Naturtrail

starten.“ Und wer länger braucht, sollte sich

die Zeit nehmen, empfiehlt der Profi – dann

meistert er rascher anspruchsvolle Strecken.

Neues vom Blindseetrail

Zu den absoluten Highlights für Fortgeschrittene

zählt der Blindseetrail mit den

Schwierigkeitsstufen S2 und S3. Der Einstieg

findet sich oberhalb der Grubigalm und ist

nicht nur mit dem Bike, sondern auch mit

der Grubigsteinbahn gut zu erreichen. Die

14,7 Kilo meter umfassende Abfahrt zurück

nach Lermoos dauert etwa zwei Stunden

und führt 700 Höhenmeter nach unten.

Übung und Konzentration sind erforderlich,

denn in den Rinnen findet sich reichlich

Geröll und auch technisch verlangt der Trail

dem Fahrer einiges ab. Aber die flowigen

Kehren, die Wasserfallpassage sowie die

Blicke in die Tiefe – vor allem auf den an

sonnigen Tagen leuchtend türkisfarbenen

Blindsee – belohnen für die Mühen. Zum

Schluss winkt ein erfrischender Sprung in

den Blindsee. Kein Wunder, dass eine Jury der

Tirol Werbung 2018 bei ihrer Auswahl aus 80

beliebten Single Trails befand: Diese Route ist

etwas Besonderes, eben einer der „5 Great

Trails“ Tirols.

Benni Purner hat den Blindseetrail kürzlich

saniert und berichtet: „Das war eine

Herausforderung, weil er eben im alpinen

Gelände liegt. Da findet sich viel Fels mit

einer begrenzten Schicht Erdboden und

Wie wird man eigentlich Trailbauer?

Drei Fragen an Benedikt „Benni“ Purner aus Innsbruck, staatlich geprüfter Berg- und

Skiführer, Geologiestudent an der Uni Innsbruck und Trailbauer aus Leidenschaft

Wie sind Sie Trailbauer geworden?

Die Wurzeln lagen in der Vereinsarbeit in

Innsbruck. Die Nachfrage nach guten Trails

war da, da entstand ein Verein, der sich

darum kümmerte, und das regional und

überregional. So wurden schließlich auch

zwei Firmen gegründet, für eine davon

arbeite ich. Arbeit gibt es mehr als genug!

Wer sich fürs Trailbauen als Job interessiert

– was sollte der an Talenten

mitbringen?

Erstens ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen!

Zweitens muss man

zupacken können und wissen, wo beim

Hammer vorne und hinten ist. Die Generation,

die noch nie ein Baumhaus gebaut

hat, unterschätzt das leicht. Die stellen

sich alles easy vor, dabei ist es manchmal

In der Tiroler Zugspitz Arena

finden Mountainbiker nicht nur

Natur pur, sondern auch Trails

jeder Schwierigkeitsstufe.

ein knallharter Buckeljob. Drittens braucht

man auch ein gewisses Improvisationstalent,

denn die Natur stellt uns vor immer

neue Herausforderungen.

Aber schön ist es schon auch, oder?

Spannend und schön finde ich, dass

zwar der Rahmen vorgegeben ist, wir

Trailbauer aber immer Spielraum haben.

Das Endergebnis eines Trails ist eine

Schnittmenge von vielen Faktoren:

Boden, Materialaufwand, Wetter, auch

Naturschutz, was darf ich überhaupt

bauen … Während des Bauens verändert

sich nochmal viel. Plötzlich ist der Boden

anders als gedacht, das Gelände steiler

… Jede Wurzel, jeder Baum ist anders,

das muss man dann in den Trail mit

einbauen. Jeder Meter Trail ist anders!


26 / MOUNTAINBIKE

English Summary

With its many trails set amidst beautiful

scenery, the Tiroler Zugspitz Arena is

ideal for mountain bikes and their riders.

A “skill area” helps both beginners and

experts to refine their riding techniques

in a safe, yet fun way, and

is the perfect preparation before

heading out onto one of the demanding

trails. But it’s not only experienced

riders who’ll find what they’re looking

for here: there’s also plenty for families,

senior citizens, and leisure cyclists to do.

On the website of the Tiroler Zugspitz

Arena, you can find addresses for

Schotter darüber. Bei jedem Unwetter rutscht

der Boden großflächig weg. Wir mussten das

kompensieren und dafür sorgen, dass der

Trail trotzdem fahrbar ist. Ich denke, es ist

uns gelungen, auch den alpinen Charakter,

das Felsige zu erhalten.“

Angebote für jedermann

Doch nicht nur Spitzensportler und die, die es

werden möchten, kommen in der Region auf

Bikes auf ihre Kosten. Auch Familien, Senioren

und reinen Freizeitfahrern mit Vorliebe

bicycle hire companies, discover bike

hotels, get the details of biking guides

offering guided tours, and plan routes

based on your individual preferences.

And what do you call a place where

e-bikers, mountain bikers, BMX riders,

inline skaters, and skateboarders can

have fun practising their skills together?

It’s a pump track, and the Lusspark in

Lermoos has had one since late 2018.

Kids, teens, adults, novices or old

hands – it’s the perfect place to improve

your technique.

fürs Mountainbike ist einiges geboten. Auf

der Website der Tiroler Zugspitz Arena lassen

sich sowohl Adressen für den Fahrradverleih

finden, Bikehotels entdecken, Kontaktadressen

von Bikeguides für geführte Touren

sammeln als auch Routen nach individuellen

Vorlieben zusammenstellen.

Auf den Wegen tummeln sich immer mehr

E-Mountainbikes, und längst ernten die, die

sie fahren, keine belustigten Blicke mehr.

Denn es hat sich herumgesprochen: Wer auf

einem E-Bike sitzt, ist ebenfalls aktiv. So viel

Technik und Kondition wie möglich, so wenig

Motorunterstützung wie nötig: Die wendigen

Gefährte von heute eignen sich unter

anderem für alle, die sich etwas eingerostet

fühlen, die mit tendenziell fitteren Reisegenossen

unterwegs sind oder die einfach mal

testen möchten, ob ein E-Bike langfristig

etwas für sie sein könnte.

Und wie nennt man einen Ort, wo E-Biker,

Mountainbiker, BMX-Fahrer, Inlineskater

und Skateboarder sich gemeinsam austoben?

Einen Pumptrack! Seit Ende 2018 hat

der Lusspark in Lermoos einen solchen: Die

Firma Velosolutions, weltweit erfahren im

Anlegen hochwertiger Pumptracks im Naturgelände,

hat ganze Arbeit geleistet. Ob

Kinder, Teenies oder Erwachsene, Anfänger

oder Fortgeschrittene, hier kann jeder seine

Technik verbessern.

Demnächst wird es in der Region ein

weiteres Angebot für Anfänger geben,

deutet Benni Purner an: „Am unteren Teil

der Grubigsteinbahn ist etwas für Anfänger

in Vorbereitung.“ Auch die nächsten Trails

kommen bestimmt. Es bleibt also spannend

und vielseitig, was das Mountainbiken in der

Tiroler Zugspitz Arena angeht.


Petra Plaum

Alles für Bike-Fans

Video und Streckeninfo

zum Blindseetrail:

www.tirol.at/reisefuehrer/sport/

radfahren/biketouren/a-blindseetrail

Trails in der Tiroler Zugspitz Arena mit

Möglichkeit zur Routenplanung:

www.zugspitzarena.com/de/

urlaubsthemen/bike-rad/biketouren

E-Bike-Verleih und Ladestationen:

www.zugspitzarena.com/de/

urlaubsthemen/bike-rad/e-bike

Der Pumptrack in Lermoos findet sich am

nördlichen Ende des Lussparks.

Kontakt:

+43 5673 20000 300

lermoos@zugspitzarena.com

www.zugspitzarena.com


27

highlights

beim Schlafen im Baum

spaß

im Waldseilgarten

spannung

im 3D Bogenparcours

Unvergessliche Erlebnisse mit völlig neuen Erfahrungen

Wir freuen uns auf Euren Besuch in Pfronten, gar nicht weit von der Zugspitzarena

waldseilgarten-höllschlucht.de

Waldseilgarten Bogenparcours Steinkugelmühle Schlafen im Baum Eskimo-Wochenende Trainings / Events Alpin


28 / FESTUMZÜGE

Auf Grainauer Straßen

Das Zugspitzdorf Grainau lebt für seine

Traditionen, seine Feiern und Umzüge.

Jedes Jahr von Mai bis September veranstalten

die Traditionsvereine verschiedene

Feste, zu denen das ganze Dorf,

Besucher und Gäste herzlich eingeladen

sind. Im Bild ist eine dieser Festivitäten

zu sehen: der Kirchenzug zum

25-jährigen Jubiläum der Kolpings familie

in Grainau. Sie gehört zu einem der

Traditionsver eine des Dorfs, genauso wie

der Volkstrachtenverein, der Mütterverein

oder auch die Freiwillige Feuerwehr.

Jede dieser Organisationen hat ihre

eigene Vereins fahne, die, getragen von

einem der Vorstandsmitglieder, die traditionellen

Umzüge anführen. Auch 2019

stehen einige solcher Termine an – unter

anderem das 50-jährige Jubiläum des

Volkstrachtenvereins Grainau am 20. August.

Dann zeigen die Grainauer wieder,

aus welchem Holz sie geschnitzt sind.

English Summary

The Zugspitz village of Grainau is

famous for its traditions, festivals, and

processions. Every year from May to

September, local associations organise

a whole series of festivals for the

village, its visitors, and its guests. The

picture above shows one of them: the

church procession celebrating 25 years

of the Kolping association in Grainau.

This is one of the village’s traditional

clubs, alongside the traditional dress

and mothers’ associations and the

volunteer fire brigade. Each of these

organisations has its own flag which,

carried by one of their directors, lead

the processions as they wend their

way through the village. A number are

planned for 2019 – among them the

50th anniversary of Grainau’s traditional

dress association on 20 August.

Come along to see how Grainau brings

tradition to life.


29


30 / BILLI BIERLING

Die Berge sind ihr Leben

Aus dem Werdenfelser Land hinaus in die Welt, dort

zur Hüterin der „Himalaja Datenbank“ aufgestiegen

und noch immer mit der Heimat verbunden –

auf den Spuren der Billi Bierling.

So hoch wie sie ist noch keine Werdenfelserin

zu Fuß hinaus gekommen:

Als erste Bergsteigerin, deren

Wiege unterhalb der Zugspitze

stand, hat sie am 21. Mai 2009 den Mount

Everest über die Südroute von Nepal aus

erstiegen. In den Annalen des höchsten Berges

ist das nur eine Zeile, für Billi Bierling

hat diese aber eine doppelte Bedeutung.

Sie sticht nicht nur aus ihrer persönlichen Gipfelliste

hervor, sie ist auch Teil einer einzigartigen

Datenbank, für die die 51-jährige Garmisch-Partenkirchnerin

verantwortlich ist:

die „Himalayan Database“, das Verzeichnis

aller Expeditionen und Kletterer, die den Weg

auf das 8.848 Meter hohe „Dach der Welt“

sowie auf mehr als 450 andere Expeditionsgipfel

in Nepal unternommen haben.

Mit dieser Aufgabe hat sie ein bedeutendes

Erbe angetreten, die Nachfolge der

legendären Liz Hawley. Die reiselustige

Amerikanerin hatte aus Frust darüber ihren

Job hingeworfen, dass bei Nachrichtenmagazinen

– sie arbeitete in den 1940er- und

50er-Jahren für „Forbes“ – Frauen nur Recherchen

erledigen durften, die Schreiber aber

ausnahmslos männlich waren. Schließlich

Billi Bierling hat auch ihn bestiegen: den Mount Everest.

English Summary

A native of the Werdenfelser Land,

now a custodian of the “Himalayan

Database”, yet still with strong links

to her home – we’re talking about

Billi Bierling, who climbed Mount

Everest via the southern route from

Nepal on 21 May 2009. The 51-year-old

from Garmisch-Partenkirchen is also

responsible for a unique compilation

of records: the Himalayan Database,

an archive of all the expeditions and

climbers who have attempted the trek

up 8,848 metres to the “roof of the

world” and more than 450 other peaks

in Nepal. Billi first began climbing in

the Himalayas in 1998; over time, she

developed a close friendship with Liz

Hawley, who was the main chronicler

of these expeditions before passing

on the baton to Billi in 2004.


31

Wie Mutter, Schwester und Tante das Abenteuer-Leben

von Billi Bierling empfinden,

lesen Sie in der GRENZENLOS App.

gelangte die Globetrotterin nach Nepal,

ließ sich in Kathmandu nieder und begann,

ihre Talente neu zu nutzen. Sie war nicht

nur Korrespondentin für diverse Magazine

in aller Welt, sondern übernahm in Nepal

auch andere Aufgaben, wie zum Beispiel

als Repräsentantin einer Trekking-Agentur.

So begann sie ihre Dokumentation darüber,

welcher Alpinist zu welchem Zeitpunkt

mit welchem Erfolg einen der 7.000er und

8.000er im Himalaja in Angriff genommen

hatte. Ihr Netzwerk verfügte über exzellente

Verbindungen, nichts entging ihrer Aufmerksamkeit

– obwohl sie selbst nie auf einem

Gipfel stand. Ihr Wissen war so enorm, dass

sie den Titel „Mama Himalaja“ bekam; und

dank der Entlarvung einiger hochstaplerischer

Fälle von Gipfelstürmerlatein auch den

Beinamen „Miss Marple von Kathmandu“.

Die Assistentin der

„Gipfelbuchhalterin“

Zu den Mitarbeitern, die sie beschäftigte,

stieß dann eines Tages auch Billi Bierling,

die nach verschiedenen Stationen in der

Welt, unter anderem als Journalistin und

Übersetzerin in London und Bern, ebenfalls

die Sehnsucht nach der Ferne gepackt hatte.

1998 begann sie, erstmals im Himalaja zu

klettern. Aus dem Pflichtkontakt zu Liz Hawley

entwickelte sich im Lauf der Zeit eine

enge Verbindung, bis Billi 2004 offiziell zur

Assistentin der „Gipfelbuchhalterin“ wurde.

Ein Dutzend Jahre lang arbeiteten die beiden

zusammen, immer mehr Wissen floss

von der Älteren zur Jüngeren, und damit

auch immer mehr Aufgaben. Bis sich Hawley

2016 ganz von der Arbeit zurückzog und ihr

Lebenswerk an Billi Bierling übergab. „Sie

hat mich nicht mehr gehen lassen“, erinnert

die sich an die Anfänge. „Dabei ist es

Billi Bierlings Elternhaus in

Garmisch-Partenkirchen.

geblieben.“ Einen kleinen Suchtfaktor habe

die Arbeit aber auch, räumt sie ein. Der

unmittelbare Zugang zur immer noch vergleichsweise

kleinen Gemeinde jener, die

unseren Globus aus der Gipfelperspektive

betrachten, verfügt über hohe Anziehungskraft:

„Inzwischen hätte ich Sorge, etwas zu

verpassen, wenn ich’s ließe“, sagt sie.

Die Datenbank wächst weiter, denn der

Ansturm von Bergsteigern aus aller Welt auf

den Himalaja hält an. „Damals waren es eine

oder zwei pro Saison, heute sind es 100 und

mehr“, erklärt Billi. 465 Gipfel sind inzwischen

verzeichnet, die Daten von mehr als

9.900 Expeditionen bis zurück ins Jahr 1905

sowie Angaben zu mehr als 73.000 Bergsteigern.

Während der Saison kommen täglich

neue hinzu, „aber anders als Liz damals fahre

ich nicht mit einem blauen VW Käfer an den

Flughafen und befrage die aussteigenden

Passagiere“, lacht Billi beim Interview über

Skype in ihr Elternhaus, während sie gerade,

frisch in Nepal angekommen, noch ein paar

Plätzchen aus dem mütterlichen Backofen

aus dem Koffer packt.

Auf (fast) jede Frage

eine fundierte Antwort

Viele Informationen fließen der Datenbank

direkt zu, weil sie das anerkannte Standardverzeichnis

ist. Fast täglich erreichen sie

und ihr dreiköpfiges Team Anfragen aus

aller Welt, vor allem aus Redaktionen, die

an Geschichten über den Himalaja arbeiten.

„Da wird nach Namen gefragt und nach

Gipfeldaten, nach den häufigsten Nationalitäten

oder nach ausgefallenen Berufen – es

gibt kaum etwas, worauf wir keine Antwort

haben.“ Oft geht es darum festzustellen,

wer der oder die Erste in irgendeiner Kategorie

war – oder ob es noch eine unbesetzte

Nische gibt, um selbst ganz oben in einer

Liste aufzutauchen. „Das ist manchen inzwischen

wichtiger als das Erlebnis selbst.“

Die Datenbank ist nur eine der Aufgaben,

denen sich die agile Garmisch-Partenkirchnerin

widmet. So war sie schon im Auftrag

des Flüchtlings-Hilfswerks der Vereinten

Nationen, UNHCR, oder für das Amt für die

Koordinierung humanitärer Angelegenheiten

OCHA in Auslandseinsätzen. Regelmäßig

stellt sie ihre Fähigkeiten in den Dienst der

Billi Bierling ist als Mediensprecherin für UNO

und DEZA ganz nah dran.

schweizerischen Direktion für Entwicklung

und Zusammenarbeit DEZA, für die sie an

Projekten mitarbeitet. „Damit verdiene ich

meinen Lebensunterhalt und die Mittel für

meine Expeditionen“, erzählt sie, die zwar

ein „Basislager“ im Haus ihrer Familie gleich

neben dem Michael-Ende-Park hat, sich

sonst aber an den verschiedenen Einsatzorten

in Wohngemeinschaften aufhält. „Ich

bin tatsächlich oft daheim für jemanden, der

oft weg ist“, bringt sie ihre enge Verbindung

mit der Heimat auf den Punkt – und Mutter,

Tante und Schwester, die gemeinsam vor

dem PC-Monitor sitzen, nicken wissend. „Sie

ist früh aufgebrochen“, sagt Mama Irene,

die ihre Tochter oft lange Zeit missen muss,

wenn diese in abgelegenen Regionen auf

Expedition ist, „aber das Band hält.“


Ulrich Pfaffenberger


32 / HISTORISCHER THEMENWEG

Das Team von Naturidea

Ein Wasserrad für den neuen Themenweg,

hergestellt aus massiver Tiroler Lärche.

„Pssst! Auf diesem Weg

ist der Biber los!“

In diesem Sommer kommt ein neuer Themenweg nach Biberwier, der mit einer

wahren Fülle an Themenfeldern aufwarten kann und den Besuchern erklärt,

woher der Ort seinen Namen hat.

Irgendwann zwischen Juli und August

2019, je nach Witterung, wird es so weit

sein: Der funkelnagelneue Erlebnisweg

in Biberwier wartet dann auf die ersten

Spaziergänger. „Dieser Themenweg umfasst

zehn Stationen“, informiert Benny Obex, Geschäftsführer

der Firma Naturidea mit Sitz in

Fulpmes. Er legt den neuen Themenweg zusammen

mit seinem Team an. „Der Weg ist

fast komplett flach. Er ist 3.500 Meter lang

und hat nur einen Höhenunterschied von

etwa 30 Metern“, ergänzt Benny. Auf Tafeln

gibt es Wissenswertes aus der Geschichte.

Zu Spiel und Spaß laden unter anderem

ein Wasserspielplatz, Balancierstämme und

eine Baumelbank ein. Zwischendrin lässt

es sich auf Sitzbänken rasten, die zum Teil

überdacht sind.

„Wir planen mit der Natur“

Die Wahl fiel auf Naturidea, weil Benny

und seine Mitarbeiter seit 2006 ebenso

schöne wie robuste und zukunftsträchtige

Freizeitmöglichkeiten gestalten. „Unsere

Marke Naturidea steht für ‚Mit der Natur

planen‘ – einzigartige Installationen, fantasievolle

Designs und kunstvolle Details

in Handarbeit“, erklärt Benny, der einen

Meisterbrief in der Zimmerei besitzt und als

meisterhafter Snowboardcrosser schon viele

Preise gewonnen hat. Das Naturidea-Team

bringt zudem Berufserfahrung in anderen

Handwerksberufen und Sportarten sowie

Pädagogik, Naturwissenschaften, Kunst und

Touristik mit.

Eine wahre Themenvielfalt

Und was gibt es auf den Stationen zu entdecken?

Im Mittelpunkt stehen die Themen

Bergbau, Wasserkraft, die Via Claudia

Augusta und der Biber. Tatsächlich erinnert

der Name Biberwier daran, dass hier bis vor

etwa 200 Jahren viele Biber lebten. Der Ort,

erstmals urkundlich erwähnt schon im Jahr

1288, wurde außerdem für Jahrhunderte

durch den Bergbau geprägt. Bis 1921 fanden

sich hier Zink- und Bleierze sowie Silber. Weil

das Quellgebiet der Loisach im Gemeindegebiet

liegt, spielt natürlich auch der Fluss eine

Rolle auf dem Themenweg, wie überhaupt

der Lebens- und Energiespender Wasser. Und

als wäre das alles noch nicht genug, führt

durch Biberwier die Römerstraße Via Claudia

Augusta, die schon zu Lebzeiten Christi entstand

und im Jahr 46 oder 47 unserer Zeitrechnung

fertiggestellt wurde. Auch über sie

gibt es auf dem Weg viel zu lernen.

Reisende und Anwohner dürfen also gespannt

sein auf den neuen Erlebnisweg. Und

wer ist die Hauptzielgruppe? „Quasi jeder“,

betont Benny, „der Weg eignet sich für Familien,

Best-Ager, Rad- und Rollstuhlfahrer

gleichermaßen.“


Petra Plaum

Entwurfsskizze für einen überlebensgroßen,

geschnitzten Biber.

English Summary

This summer, a new theme trail is

coming to Biberwier. Sometime between

July and August, depending on

the weather, the brand-new adventure

trail will be ready for its first walkers.

The path has a total of ten waypoints

and is almost completely flat, covering

a height of just 30 metres over its

total length of 3,500 metres. Boards

provide information on local history,

while a water playground, balancing

poles, and benches, some of which

are covered, can be used for fun and

relaxation.


33

Handgefertigte

TREKKINGSCHUHE

AUS HOCHWERTIGEM RINDLEDER,

AUSGESTATTET MIT EINER

RUTSCHFESTEN VIBRAM ® SOHLE,

KOMPLETT NATURGEGERBTES

LEDERFUTTER INNEN

Pfarrgasse 3 • 82467 GaPa • Telefon: +49(0) 8821 943 62 18 • www.zollnergarmisch.de


34 / RED BULL X-ALPS

Über die Alpen – zu Fuß und in der Luft

Mehrmals über die Alpen, 1.138 Kilometer zwischen Salzburg und Monaco –

die Red Bull X-Alps gelten als eines der härtesten Abenteuerrennen der Welt.

Zu Fuß und mit Paraglidern kämpfen die Athleten alle zwei Jahre um den Sieg,

im Juni 2019 zum neunten Mal. Einer der 13 sogenannten „Turnpoints“ ist Lermoos

in der Tiroler Zugspitz Arena.

Die neue Route der Red Bull X-Alps

2019 soll laut Veranstalter die herausfordernste

in der 16-jährigen

Geschichte des Rennens werden.

32 Athleten aus 20 Nationen, unter ihnen

30 Männer und zwei Frauen, nehmen teil.

Alle sorgfältig ausgewählte und herausragende

Athleten zu Fuß, am Berg und mit

dem Gleitschirm. Vermutlich die besten

Abenteuer athleten derzeit, darunter 16 Veteranen,

15 Neulinge und der fünfmalige

Gewinner des Rennens aus der Schweiz. Ihr

Weg führt durch Österreich, Deutschland,

Italien, Schweiz, Frankreich und Monaco und

passiert 13 Wendepunkte, die höchste Anzahl

seit dem ersten Rennen 2003.

Die neunte Ausgabe des Events ist damit

anspruchsvoller und unvorhersehbarer

als alle anderen zuvor. Mehr Wetterkapriolen

und unerwartete Winde können den

Gleitflug – je mehr davon, desto höher die

Chance auf den Sieg – noch unkalkulierbarer

machen. Vor allem, weil die Athleten den

Hauptkamm der längsten Gebirgskette Europas

fünfmal in nord-südlicher und ost-westlicher

Richtung überqueren müssen. In bis zu

4.000 Metern Höhe. Start ist am 16. Juni 2019

in Salzburg.

Ein echtes Spektakel für

Sportler und Zuschauer

Nicht nur für die Sportler ist das Rennen ein

Spektakel. Gleiches gilt für die Zuschauer

an den Turnpoints. Wenn die Paraglider

landen und die Athleten sich unter die

Gäste mischen, Fragen beantworten und

ihre Begeisterung samt Erschöpfung zeigen.

Oder wenn sie nach gerade mal fünf

Stunden Schlaf wieder starten, zu Fuß oder

mit dem Gleitschirm. Wann das jeweils sein


35

Athlet und X-Alps-Teilnehmer Paul Guschlbauer

spricht über das härteste Rennen der

Welt, nachzulesen in der GRENZENLOS App.

wird, hängt vom Fortkommen des Rennens

ab. Online zu verfolgen ist das Spektakel im

Live-Tracking von Red Bull. Von Salzburg bis

Lermoos, so schätzt es der österreichische

Athlet Paul Guschlbauer, dürfte es drei bis

vier Tage dauern. Insgesamt sind die Athleten

zehn bis zwölf Tage unterwegs, bis sie in

Monaco landen. Tage, die steinige Aufstiege,

spektakuläre Flüge entlang der höchsten

Alpengipfel und wichtige strategische Entscheidungen

zu Routen, Wetter und Wind

prägen. Mentale und körperliche Fitness

sind genauso entscheidend wie Vorausplanung

inklusive der Spontaneität zu kurzfristigen

Änderungen – und ein wenig Glück.

Am 19. oder 20. Juni 2019 in der TZA

Der Startschuss zu den Red Bull X-Alps fällt

auf dem historischen Mozartplatz in Salzburg.

Von hier laufen die Athleten zum

Turnpoint 1 auf dem Gaisberg, wo sie ihre

Gleitschirme auspacken und sich zum ersten

Flug des Rennens in die Lüfte schwingen.

Nächstes Ziel ist Turnpoint 2 in Wagrain/

Kleinarl, 65 Kilometer Luftlinie südlich von

English Summary

Crossing the Alps several times over

the 1,138 kilometres from Salzburg to

Monaco – the Red Bull X-Alps is the

world’s toughest adventure race. On

foot and with paragliders, athletes

compete every two years, and now for

the ninth time in June 2019. Their route

passes through Austria, Germany,

Italy, Switzerland, France, and Monaco,

as well as 13 turnpoints. One of these

turnpoints is Lermoos in the Tiroler

Zugspitz Arena, an excellent place

for spectators to watch the paragliders

landing and speak to the athletes.

Or, after just five hours of sleep, to

see them set off again. The athletes

compete for ten to twelve days

before reaching Monaco, and the

whole spectacle can be tracked live

at www.redbullxalps.com. This year

Lermoos is a turnpoint for the third

time, but the entire Tiroler Zugspitz

Arena, with its fascinatingly varied

landscape around the Zugspitze, is

an ideal destination for anyone passionate

about hiking or flying.

Salzburg. Von dort führt die Route nach Norden

über den Chiemgau bis nach Aschau

am Chiemsee, Turnpoint 3. Jetzt folgt ein

weiter Weg bis zum Turnpoint 4, dem Kronplatz

in Italien. Zum ersten Mal wurde der

fast 4.000 Meter hohe Alpenhauptkamm

überquert. Auf dem Kronplatz-Gipfel unterschreiben

die Athleten das Turnpoint-Schild

neben dem berühmten Messner-Mountain-

Museum und setzen das Rennen direkt fort.

Erneut über den Hauptkamm nach Norden

ist die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands,

das Ziel. Sie umrunden die Athleten

auf der Nordseite, um anschließend erneut

über die österreichische Grenze zu Turnpoint

5, Lermoos/Tiroler Zugspitz Arena

zu gelangen. Etwa am 19. oder 20. Juni 2019,

so Guschlbauer, sollten die Athleten dort

eintreffen.

Berühmte Gipfel der Westalpen

Jetzt richtet sich das Rennen Richtung

Südwesten zum Turnpoint 6 in Davos im

schweizerischen Engadin. Von dort führt die

Route zu Turnpoint 7 in Titlis oberhalb von

Engelberg im Schweizer Kanton Obwalden.

Hier unterzeichnen die Athleten das höchste

Turnpoint-Schild des Rennens auf einem

3.200 Meter hoch gelegenen Gletscher. Jetzt

folgen berühmte Gipfel der Westalpen, als

Turnpoint 8 der Eiger mit seiner legendären

Nordwand und als 9. Wendepunkt

in Frankreich der höchste Alpengipfel, der

Mont Blanc. Nach St. Hilaire, nahe Grenoble

in Frankreich, Turnpoint 10, folgt Turnpoint

11, der 3.841 Meter hohe Monte Viso

im italienischen Piemont. Turnpoint 12 ist

der 2.323 Meter hohe Cheval Blanc in den

provenzalischen Alpen. Von dort verbleiben

noch 91 Kilometer bis zum Turnpoint 13 in

Peille, einem französischen Bergdorf oberhalb

von Monaco, wo auch die Gesamtzeit

gestoppt wird. Von dort heben die Athleten

zu ihrem zwei Kilometer langen Abschlussflug

über die Bucht von Monaco ab, um kurz

danach auf einem Floß im Wasser des Mittelmeers

zu landen.

Zum dritten Mal in Lermoos

Nach 2015 und 2017 ist Lermoos zum dritten

Mal Turnpoint des Rennens. Der Wendepunkt

liegt bei der Bergbahn Grubig 1, mitten

im Ort. Die Tiroler Zugspitz Arena ist mit

ihrer abwechslungsreichen Landschaft rund

um die Zugspitze ein ideales Ziel für alle, die

gerne hiken und fliegen. Die Bergbahnen

bieten ein spezielles Ticket für erfahrene

Paraglider, ausgewiesene Start- und Landeplätze

schaffen die Voraussetzungen für

schöne Flüge. Für Anfänger bieten geprüfte

Experten und Schulen Tandemflüge an.

Sowohl für Unerfahrene als auch für Profis

ist der Grubigstein damit hochalpiner Genuss

und Herausforderung zugleich.


Michael Schmid

Info

Wer in Echtzeit mit den Athleten

fiebern möchte, kann unter

www.redbullxalps.com

vorbeischauen.


36 / APHORISMENWEG

Weg der Dichter und Denker

Beim Wandern zu sich selbst finden und über das Leben philosophieren:

Nirgendwo kann man das besser als auf dem Aphorismenweg „Natur“

in Garmisch-Partenkirchen.

Spazierengehen und über die Welt, die

Natur, das Leben nachdenken – passt

das nicht wunderbar zusammen? Das

dachte sich auch der Fremdenverkehrsverein

Garmisch-Partenkirchen. Am

Wank, wenige Gehminuten von der Bergstation

der Wankbahn entfernt, legten

die Aktiven darum im Oktober 2018 einen

Aphorismenweg zum Ameisberg und

um denselben herum an. Die gemütliche

Runde für (fast) jedermann wird gesäumt

von 27 Tafeln mit weisen Worten.

Aphorismen begleiten auf dem Weg

„Alle Aphorismen sollten zum Stichwort Natur

passen und von Dichtern, Denkern, Wissenschaftlern,

Malern und anderen Künstlern stammen“, verrät

Heiko Düsterhöft vom Fremdenverkehrsverein, der die Auswahl traf.

„Das älteste Zitat ist 2.500 Jahre alt, und die Aphorismen stammen

von so verschiedenen Autoren wie Goethe, Nietzsche, Augustinus,

Heraklit, Darwin, Bettina von Arnim und Vincent van Gogh.“ Schon als

die Spruchtafeln bei den Bänken angebracht wurden, machten sie

Ausflügler neugierig und wurden zur häufig fotografierten Attraktion.

Los geht es an der Bergstation Wank: Der Aphorismenweg ist von

dort an ausgezeichnet und beginnt etwa 150 Meter später mit einem

großen Hinweisschild. Die 1,6 Kilometer sind mit gemächlichem

Schritt in 20 bis 25 Minuten zu erwandern. Eine kleine Steigung von

15 Metern ist mit Gehhilfe oder Kinderwagen nur mit Unterstützung,

mit dem Rollstuhl leider gar nicht zu überwinden. „Ansonsten eignet

„Wir sind so gerne

in der freien Natur,

weil diese keine

Meinung über uns hat.“

sich der Rundweg für jeden“, betont Düsterhöft.

„Bei der Umrundung des Ameisbergs

hat man eine schöne 360-Grad-Sicht,

sieht das Murnauer Moos, den Ammersee

und Starnberger See, auf

der anderen Seite die Werdenfelser

Berge und die Zugspitze.“

Nach dem Naturgenuss zur

gemütlichen Einkehr

Zur Einkehr am Wank, den Ortskundige

„unseren Sonnenberg“ nennen,

laden die Gaststätte „Sonnenalm“ direkt

bei der Bergbahn und das Wankhaus

etwas oberhalb davon ein. Die Bergbahn

brauchen geübte Wanderer nicht unbedingt,

der Wank lässt sich auch zu Fuß erklimmen: „Es wird

allerdings steil, da 1.000 Höhenmeter zu überwinden sind, und das

dauert 2,5 bis drei Stunden“, weiß Düsterhöft. Ein Kompromiss kann

sein, eine Strecke bis zur Mittelstation zu fahren und den Rest der

Route zu erwandern. Und egal, wie man die Bergstation erreicht:

Wer gerne philosophiert und schöne Naturpanoramen mag, findet

auf dem Aphorismenweg „Natur“ viel, was sein Herz erwärmt.


Petra Plaum

Nietzsche 1844 – 1900

English Summary

Die Menschen diskutieren –

die Natur handelt.

Voltaire 1694 – 1778

Going for a stroll and thinking about the world, nature, and

life – doesn’t that sound wonderful? The tourist association

in Garmisch-Partenkirchen thinks so and, just a few minutes’

walk from the top station of the Wank railway, created an

“aphorism trail” to the Ameisberg mountain and around in

October 2018. Suitable for almost everyone, the path is lined

with 27 boards bearing wise words, all of them in some way

connected with nature and penned by famous poets, thinkers,

scientists, and artists such as Goethe, Nietzsche, Darwin, and

Vincent van Gogh.


37


38 / GÄRTEN

Eine bunte Welt voller Wunder

Es sind ganz besondere Schätze, die in den Garmisch-Partenkirchner Gärten

auf die Besucher warten. Hier lautet das Stichwort: Natur pur.

Die Vögel zwitschern, Bienen summen

von einer Blüte zur nächsten

und von vielen Bänken aus hat

man einen grandiosen Blick auf

die Bergkette samt Zugspitze. Im Kurpark in

Garmisch-Partenkirchen macht jeder gerne

Pause. Auch das neue große Insektenhaus

wird nun langsam bezogen, von Wildbienen

oder Schmetterlingen, im Terrain davor sollen

sich Eidechsen wohlfühlen. Hier sollte

man sich den Kräutergarten nicht entgehen

lassen. 120 verschiedene Pflanzen blühen

dort, vom Engelwurz bis zum Johanniskraut –

alles bestens ausgeschildert. „Da wachsen

beispielsweise Brauchtumspflanzen, Heilkräuter

oder Duft- und Schutzpflanzen“, sagt

Günther Hensel, der Gärtner beim Markt

Garmisch-Partenkirchen, den die Einheimischen

unter dem Hausnamen „Conditer-

Nantl“ kennen. Außerdem finden sich dort

die Heilpflanzen des Jahres, etwa der Andorn

(2018) oder der Spitzwegerich (2014).

Sogar „Liebespflanzen“ wachsen hier: „Dazu

gehören der Kümmel, der Liebstöckel, die

Rose oder die Brennessel“, erklärt Hensel.

„Früher hat man Brennesselsamen über den

Salat gestreut. Das war das Viagra von anno

dazumal.“

Mittendrin im Bauerngarten

Auch der farbenprächtige Bauerngarten

vor dem alten „Polznkasparhaus“ am Mohrenplatz

bietet mit einfachen Bänken Platz

zum Ausruhen. Man sitzt mittendrin, zwischen

den Blumen, kann einfach schauen

und auftanken. „Ein Bauerngarten ist etwas

Besonderes, er ist Ausdruck einer gewachsenen

christlichen, altbairischen, bäuerlichen

Tradition“, betont Hensel, der das Kleinod mit

anlegte und wie alles mit Leidenschaft pflegt.

Selbst alte Gemüsesorten pflanzte er dort,

von Pastinaken über Stangenbohnen bis hin

zu blauen Kartoffeln. „Die Sorte ‚Violette‘, die

man in unserem Dialekt ‚blaue Meiserl‘ nennt,

haben schon meine Garmischer Urgroßeltern

Ignaz und Maria Lechner angebaut.“

„Der Bauerngarten ist ein Schaugarten,

bei dem man viel über naturnahes Gärtnern

Ein Bauerngarten ist ein

Ausdruck von Tradition.

Günther Hensel, Gärtner beim

Markt Garmisch-Partenkirchen

lernen kann“, sagt Hensel und hofft, dass

manche Besucher sich dadurch anregen lassen,

auch daheim alte Sorten zu pflanzen.

„Als Gärtner lebt und arbeitet man im Einklang

mit der Natur – ein Spagat zwischen

Pflege und wachsen lassen.“ So lässt Hensel

im Herbst etwa die vertrockneten Sonnenblumen

bewusst für die Vögel stehen. Dort

hat er etwa die „wilde Karde“ angepflanzt,

eine Heilpflanze und wichtige Nahrungsquelle

für den Stieglitz, wie der Distelfink

auch genannt wird. Auch die historische

Günther Hensel im

Michael-Ende-Kurpark in

Garmisch.

Der Karolingische Garten

mit über 120 Pflanzenarten


39

einfache Balkonbepflanzung mit den sogenannten

roten „Naggelen“, den roten Landnelken,

ist etwas Besonderes.

Auf spiritueller Reise durch die Zeit

Eine fast schon meditative Ausstrahlung hat

der Karolingische Garten neben der Alten

Kirche in Garmisch. Er wurde vermutlich um

1.200 nach der Landgüterverordnung Karls

des Großen angelegt. Diese bestimmte die

Kreuzform der Wege mit vier quadratischen

Beeten und auch, welche Kräuter und Bäume

dort wachsen sollten. 2013 wurde der Garten

wieder in seinen alten Zustand versetzt.

Hier kommen Liebhaber der Klosterheilkunst

und Ruhesuchende auf ihre Kosten.

Aber auch Verehrer der Heiligen Hildegard

von Bingen, für die Gärtner Hensel im hinteren

südöstlichen Bereich ein eigenes Beet

anlegte. „Die Mystikerin hat 230 Heilkräuter

beschrieben“, so Hensel. „In dem ihr gewidmeten

Beet wachsen beispielsweise Akelei,

Melisse, Frauenmantel, Mohn oder die

echte, ungefüllte Pfingstrose.“

Auch Sebastian Kneipp kommt zu Ehren,

dem Hensel in dem St. Martinsbeet extra

eine Sebastian-Kneipp-Rose gewidmet hat.

„Pfarrer Kneipp heilte meinen Urgroßvater

Benedikt Koch mit Kräutern, als ihn eine

Kuh mit ihrem Horn verletzte“, erklärt er.

Bis heute besitze seine Familie noch Kräuterrezepte

vom Urgroßvater.

Ein Aufstieg in eine andere Welt

Wer sich für alpine Pflanzen interessiert,

muss höher hinauf, zum Alpengarten am

Schachen. „Bei uns kann man eine Miniaturreise

durch die Gebirge der Erde machen“,

sagt Andreas Gröger, Oberkonservator beim

Botanischen Garten in München, der die

Der Alpengarten ist eine

Miniaturreise durch

die Gebirge der Erde.

Andreas Gröger, Oberkonservator

Botanischer Garten München

Außenstelle am Schachen wissenschaftlich

betreut. Dort blühen auf 1.850 Metern Höhe

an die 1.000 verschiedene Gebirgspflanzen –

heimische und Exoten aus anderen Regionen,

wie dem Himalaja oder den südafrikanischen

Drakensbergen.

Von Mitte Juni bis Ende August ist der

Garten geöffnet, der neben dem Königshaus

von Ludwig II. liegt. „Die Hauptblüte

ist schon von Ende Juni bis Mitte Juli“, sagt

Gröger. „Am meisten fasziniert die Leute der

blaue Himalaja-Mohn, der Anfang Juli blüht.“

Dort wachsen auch beliebte heimische

Klassiker wie Edelweiß und Enzian. „Schön

ist beispielsweise der gelbe Enzian, eine

über einen Meter große Staude, aus dem

der Enzianschnaps gemacht wird“, erklärt

der Wissenschaftler.

Wer Primeln wie zum Beispiel Himmelsschlüsselblumen

liebt, muss in der zweiten

Junihälfte kommen. „Wir haben eine gute

Primelsammlung und von den dazugehörigen

Aurikeln in ganz Deutschland die beste“,

so Gröger. Aber auch Besonderheiten aus

den südlichen Alpen kann man hier wunderbar

entdecken, wie die Feuerlilien oder den

Alpenmannstreu, der Ende August blüht.

Gut drei Stunden dauert der Aufstieg, vom

Parkplatz Schloss Elmau aus, oder durch

die Partnachklamm. Die Mühe lohnt sich

aber, denn oben verzaubern einen dann die

Schönheiten aus aller Welt.


Lucia Glahn

Der Bauerngarten vor

dem „Polznkasparhaus“

bietet viel Platz

zum Ausruhen.

English Summary

The “Kurpark” in Garmisch-Partenkirchen:

birds twitter, bees buzz

from flower to flower, and from one

of many benches you can enjoy magnificent

views of the mountains. The

new insect house is now filling

up with its new residents such as

bees and butterflies, while the area

outside will be a home to lizards.

Don’t miss the Herb Garden, either,

with 120 different plants from the

angelica to St John’s wort. The Farm

Garden outside the old “Polznkasparhaus”

is also a lovely place to relax,

while for an almost meditative experience,

check out the beautiful

Carolingian Garden next to the old

church in Garmisch-Partenkirchen.

Finally, those interested in alpine

plants should head higher to the

Alpine Garden on the Schachen.


40 / GESUNDHEIT

Gesund durch die Natur

Das Gesundheits-Eck Garmisch-Partenkirchen hat für (fast) jedes Zwicken und

Ziepen eine Lösung. Wie wäre es zum Beispiel mit „Gesundheitswandern auf

Rezept“? Wanderführerin Simone Reiter und Klimatherapeutin Franziska Ostler

wissen, wie man am besten mit den Alltagsproblemchen des Körpers umgeht.

Wer etwas für seine Gesundheit

tun und auch noch Spaß

dabei haben möchte, ist beim

Frauen team im Gesundheits-

Eck von Garmisch-Partenkirchen immer

richtig. Dort gibt es im Herbst 2019 erstmals

einen Kompaktkurs „Gesundheitswandern

auf Rezept“. Bis zu 80 Prozent der Kosten

werden für den einwöchigen Kurs von der

Krankenkasse erstattet.

„Die Talwanderungen dauern maximal

zwei Stunden. Dabei geht es nicht darum, an

ein Ziel zu kommen, sondern um den Inhalt“,

erklärt die zertifizierte Gesundheitswanderführerin

Simone Reiter. „Jede Wanderung

steht unter einem bestimmten Thema und

wird kombiniert mit Mobilisations-, Kraftund

Koordinationsübungen“, erzählt die

Gesundheitswissenschaftlerin. Dazu gibt es

Informationen, etwa zum Thema „Ausdauertraining

im Heilklima“, wie sich dieses auswirkt

und wie man damit umgehen kann,

oder zu der Frage „Wie belaste ich mich

richtig?“.

„Baden“ inmitten von Bäumen

Auf dem Programm steht dabei erstmals

auch das „Waldbaden“. In Japan ist es unter

dem Begriff „shinrin yoku“ bekannt und

längst eine eigene Gesundheitslehre, wie

Klimatherapeutin Franziska Ostler weiß. Mit

Schwimmen habe das aber nichts zu tun,

betont sie. Unter Waldbaden versteht man

das Eintauchen in den Wald. „Es ist wissenschaftlich

belegt, dass Gehen im Wald

den Blutdruck senkt, die Stresshormone

reguliert und beispielsweise auch bei der

Behandlung von Depressionen unterstützend

wirkt“, erklärt Franziska Ostler, die im

Herbst eine Ausbildung zur Waldbadetherapeutin

machen wird. Die von den Bäumen

freigesetzten Stoffe sollen außerdem das

English Summary

If you’d like to do something for

your health while having some

fun at the same time, visit the

“Gesundheits-Eck” (Health Corner)

in Garmisch-Partenkirchen, which

from autumn 2019 is offering a

compact “Hiking on Prescription”

course for the first time. Each hike

has a specific theme and is combined

with mobility, strength, and coordination

exercises. Participants are also

given information on topics such as

endurance training in a healthy

climate or how to exercise properly.

There’s also “forest bathing”, a

Japanese tradition of immersing

oneself in the woodland landscape.

It’s wonderfully relaxing and a true

boost to the immune system.

Simone Reiter und Franziska Ostler vom

Gesundheits-Eck Garmisch-Partenkirchen.

Immunsystem und die Krebsabwehr stärken.

„Man bewegt sich ruhig und langsam,

ohne Ziel, es geht um das reine Dasein“,

erzählt Ostler.

Dabei führt die Therapeutin ihre Gruppe

an Orte, die nicht so überlaufen sind. „Wir

setzen uns auch einmal auf eine Wiese und

machen Atemübungen“, sagt sie. Der Waldspaziergang

schützt zudem nachgewiesenermaßen

das Herz-Kreislauf-System. Das

Zwitschern der Vögel und der Anblick der

Bäume sind für Leib und Seele heilsam. Für

Franziska Ostler ist ihr Gesundheitsangebot

deshalb eine angenehme Abwechslung:

„Ständig muss man im Alltag irgendwohin,

irgendein Ziel erreichen. Beim Waldbaden

kann man einfach mal abschalten.“


Lucia Glahn

Kontakt

„Gesundheitswandern auf Rezept“

(30. September bis 4. Oktober 2019)

Gesundheits-Eck Garmisch-Partenkirchen

Von-Brug-Straße 1

+49 8821 1807736

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41

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42 / NIKI HOSP

Nach der Skisaison

ist vor der Skisaison

Von der Profisportlerin zur Unternehmerin zum Anfassen:

Was Niki Hosp, Skirennfahrerin von Weltrang, heute umtreibt.

Wer Dutzende internationale

Skirennen gewonnen hat,

darunter den Gesamtweltcup

plus drei Olympiamedaillen,

könnte prinzipiell ein paar Starallüren haben.

Doch Nicole „Niki“ Hosp – gefeierte

Skirennfahrerin zwischen 1999 und 2015 und

seitdem Unternehmerin – ist im Interview

ganz natürlich: „Über 1.000 Meter ist man

automatisch per Du“, stellt sie klar. Und sie

verrät auch gleich, was sie jetzt, nach dem

Profisport, erfüllt: „Mein Sport bleibt meine

Leidenschaft – nach dem Skifahren ist vor

dem Skifahren!“

1983 kam Niki Hosp in Ehenbichl zur Welt

und sauste schon als Kind den anderen

davon. Die Schülerin des Skigymnasiums

in Stams schaffte es mit 15 gleich bei den

ersten FIS-Rennen auf das Podest. Zuerst

im Slalom und Riesenslalom, dann in allen

Disziplinen setzte sie neue Maßstäbe: In 287

Weltcupstarts kam sie 57-mal aufs Treppchen

und war zwölfmal die Siegerin. Gesamtweltcup-Siegerin

wurde Niki Hosp in der Saison

2006/2007, gleichzeitig gewann sie den

Riesenslalom-Weltcup. Olympisches Silber

erkämpfte Niki 2006 im Slalom in Turin, 2014

in der Super-Kombination in Sotschi. Hier

gab es außerdem Bronze im Super-G. Mit

32 Jahren war dann Schluss: Niki verkündete

Mein Sport bleibt

meine Leidenschaft!

Niki Hosp

den Abschied vom Profisport, um gesund

und voller Elan in eine neue berufliche Zukunft

starten zu können. Das bedeutet vor

allem: mehr Selbstbestimmung, Zeit, um ein

Haus in Bichlbach zu bauen und zu beziehen,

mehr Zeit mit ihrem Lebensgefährten, dem

Ski- und Servicetechniker Roland Schönegger

und mit dem gemeinsamen Hund. Und

mehr Zeit auch für andere Sportarten, wie

zum Beispiel Golf.

Vom Golfen und Helfen

Niki golft seit 2004 und betont: „Dieser Sport

wird leicht unterschätzt. Dabei ist man bei

18 Loch bis zu zwölf Kilometer unterwegs.

Dafür braucht man Konzentration, Koordination

und Technik.“ Als Präsidentin des Golfclubs

Tiroler Zugspitz Golf zwischen Ehrwald

und Lermoos organisiert Niki Charity-Events,

widmet sich Sponsoren und Gästen, ist bei

edlen wie witzigen Veranstaltungen dabei.

Ihr Club gibt sich offen: „Bei unserer Aktion

,Golf + Friends‘ kann jedes Mitglied ein

Nicht-Mitglied mitbringen“, nennt Niki ein

Beispiel. „Wir laden alle zu einem kleinen

Turnier ein, einem spielerischen Wettkampf,

der für Nicht-Golfer ein Ansporn dafür sein

kann, Golf kennenzulernen.“

Der traumhafte Blick vom Golfplatz auf

das Wettersteingebirge ist ein weiterer Pluspunkt.

Auch sonst kann Niki sich für ihre Heimat

begeistern: „Wo hat man das alles schon

vor der Tür? Mountainbiken, Laufen, Wandern,

Schwimmen – es gibt unzählig viele

wunderschöne Seen bei uns … Ich bin einfach

viel unterwegs!“ Allerdings widmet sie

sich auch jungen Menschen, die die Freude

an der Bewegung nicht unein geschränkt

erleben können: Niki ist Schirmherrin von

Rheumalis, einer Selbsthilfegruppe für

Kinder mit Rheuma. 150 bis 200 Mädchen

und Buben pro Jahr bekommen allein in

Österreich diese Diagnose und müssen ihr

Leben komplett umstellen. Niki betont: „Ich

möchte dazu beitragen, dass immer besser

geforscht wird und dass die Erkrankung

irgendwann vielleicht heilbar ist!“

Vorbereitung auf kalte Zeiten

Nikis Hochsaison bleibt der Winter, den sie

den Rest des Jahres mit vorbereitet. Ihr

Unternehmen heißt Sk(i)motions. Darüber

können Privatpersonen und Unternehmen

Vorträge, Halb- oder Ganztageskurse sowie


43

Niki Hosp macht im Schnee …

… und auf dem Grün eine gute Figur.

Heliskiing-Wochen buchen. Sehr beliebt ist

zum Beispiel „Lerne bei Weltmeistern“, ein

halbtägiger Kurs, den Niki gemeinsam mit

Peter Larcher von der Skischule Total Ehrwald

anbietet. „Peter war dreimal Tiefschnee-Weltmeister

– gemeinsam vermitteln wir unseren

Teilnehmern die perfekten Schwünge“, informiert

sie. „Danach geht es zum Brunchen und

wir haben einfach eine gute Zeit!“

Ebenfalls mit Peter ist Niki beim einwöchigen

Event für Könner „Heliskiing in Kamchatka“

dabei. Kamchatka ist eine Halbinsel

im äußersten Nordosten Russlands und bis

Ende April schneesicher. Die bis zu 2.200

Meter hohen, erloschenen Vulkane Kamchatkas

sind am besten mit dem Helikopter

zu erreichen und laden geübte Skifahrer zu

unvergesslichen Abfahrten ein. Der dritte

Schwerpunkt von Sk(i)motions ist Niki Hosps

Angebot „Skitage für Firmen“: „Da geht es

mit Teams des Unternehmens oder gemeinsam

mit Kunden auf die Piste. Danach

kehren wir ein und ich erzähle aus meinem

früheren Leben“, berichtet Niki.

Auf der anderen Seite

Auch als Kommentatorin und Moderatorin ist

Niki Hosp gefragt. So war sie schon mehrfach

beim ORF als Co-Kommentatorin der

Damenskirennen zu sehen. „Es ist extrem

interessant, auf der anderen Seite zu stehen“,

erklärt Niki. „Zuzusehen, wie die Kolleginnen

sich vorbereiten, wie sie mit dem

Druck umgehen … Zu so etwas hast du als

aktive Leistungssportlerin gar keine Möglichkeit,

da bist du so auf dich selbst fokussiert.“

Ihr Eindruck von ihrem Sport anno 2019?

„Leichter geworden ist es nicht. Das Material

hat andere Limits, ist teilweise stärker

als der menschliche Körper und verlangt

einem viel ab.“ Das erhöht das Unfall risiko,

kritisiert die Expertin. „Manchmal“, sagt sie

nachdenklich, „würde ein Schritt zurück unserem

Sport guttun.“

Ob sie selbst, wäre sie noch mal Kind,

wieder mit dem Skirennen anfangen würde?

Da zögert Niki keine Sekunde: „Auch, wenn

ich mit 15 im Sommer vielleicht lieber mal

an den See gefahren wäre, als zu trainieren,

hat es mir doch irrsinnig viel Spaß gemacht.

Ich habe so viel gelernt über meinen Körper

und das ganze Leben. Das gilt auch heute

noch. Skifahren taugt mir einfach!“ Und dank

Frauen wie Niki Hosp begeistern Skirennen

auch viele andere – ob selbst auf der Piste

oder zuschauend und staunend.


Petra Plaum

English Summary

Anyone who won dozens of international

ski races, including the world cup

and three Olympic medals, could be

forgiven for getting a bit big-headed.

But Nicole “Niki” Hosp – celebrated ski

racer from 1999 to 2015 and now an

entrepreneur – is quite down-to-earth

in reality. She was born in Ehenbichl

in 1983 and showed remarkable skiing

talent as a child. To the present day,

winter remains her favourite season:

her company is called Sk(i)motions and

books talks, courses, and heli-skiing

weeks for individuals and companies.

Niki is also in demand as a commentator

and speaker and has often covered

ladies’ ski races for Austrian TV station

ORF. “It’s fascinating to be on the other

side of the action,” she says. Thanks to

women like Niki Hosp, ski racing has

inspired many people – whether they’re

on the piste themselves or watching in

amazement.

Kontakt

Events, Kurse und TV-Sendungen

mit Niki Hosp

www.niki-hosp.at/

Tiroler Zugspitz Golf

Am Rettensee 1

6632 Ehrwald

+43 5673 22366

info@tiroler-zugspitzgolf.at

www.tiroler-zugspitzgolf.at


44 / ALMEN

Wenn die Hut verlesen wird

Zum Wandern in den Bergen gehört eines einfach dazu: das Läuten der

Kuhglocken. Doch wie kommen die Tiere eigentlich auf die Alm? Und wie

kommt der Hirte an seine „Schäfchen“? Joseph Grasegger, Vorstand von der

Weidegenossenschaft Partenkirchen, erklärt die traditionelle „Hutverlas“.

Hirte für rund 120 Jungtiere verantwortlich

und muss nach jedem Tier einmal täglich

schauen. Unterstützung gibt es dabei vom

Chef der Hirten, dem Almmeister, der sich

zum Beispiel um die Almpflege kümmert.

„Ein Hirte muss die Tiere lieben, er muss

erkennen, ob eines krank ist, es einfangen

können und den Tierarzt holen“ erklärt

Grasegger. Auch für den Wechsel zur nächsten

Weide und für den Almauftrieb und

-abtrieb brauche es eine gute Führung. Und

damit die Zeit auf der Alm nicht einsam

wird, nehmen viele Hirten die ganze Familie

mit auf den Berg. Diese kümmert sich dann

meist um die Bewirtschaftung und die Besucher.

So kommt am Ende des Tages jeder auf

seine Kosten.


Lucia Glahn

Für Wanderer ist es das Höchste:

Man sitzt beim Kaffee, genießt das

Panorama, aber auch das fröhliche

Läuten der Kuh- und Schafsglocken.

Was wäre eine Alm ohne Tiere? Dass Kühe

und Schafe seit jeher friedlich in der Höhe

grasen können, verdanken sie den Hirten.

Und weil ein guter Viehhüter Gold wert

ist, nehmen sich die Verantwortlichen der

Weidegenossenschaften in Garmisch und

in Partenkirchen viel Zeit bei der sogenannten

„Hutverlas“. So heißt das traditionelle

Verfahren, bei dem jedes Jahr geeignete

Hirten für die Weidezeit vom 1. Mai bis zum

31. Oktober ausgesucht werden. Der Begriff

kommt von der „Hut“, dem Hüten der Tiere

und dem „Verlesen“, also der Auswahl.

„Jeden ersten Sonntag nach Faschingsdienstag

suchen wir bei der ,Hutverlas‘

Hirten für unsere Weiden aus“, erklärt Joseph

Grasegger, Vorstand der Weidegenossenschaft

Partenkirchen. Dabei sitzen die

Bewerber in ihrer Tracht im Gasthaus und

werden dann in das Nebenzimmer gerufen.

Was zählt, ist laut Grasegger vor allem die

Erfahrung. „Uns ist besonders wichtig, dass

der Bewerber eine landwirtschaftliche Ausbildung

hat.“ Dann wird über den Lohn, den

Jahresablauf und die Aufgaben gesprochen.

Sportlich fit muss ein Hirte auch sein. „Das

ist ein harter Job, da nimmt man schon

einige Kilo ab“, sagt Grasegger. Vor allem

der Schafhirte hat „einen 24-Stunden-Tag,

der muss viel laufen.“ Da die Tiere ihre Gewohnheiten

haben und sich jeden Sommer

in denselben Gruppen zusammenfinden, hat

es ein Hirte viel leichter, wenn er sich ihre

Vorlieben merkt.

Keine leichte Aufgabe

Merken muss sich ein Hirte da einiges,

denn die Herden sind groß. Im Reintal sind

es laut Joseph Grasegger etwa 630 Schafe,

die von Weide zu Weide bis zum Schachen

hochziehen. Und auch Rinder gibt es genug:

Auf dem Wetterstein beispielsweise ist ein

English Summary

A mountain pasture is unthinkable

without animals, but it’s thanks to

shepherds that cows and sheep are

able to graze peacefully at these

altitudes. A good herder is worth his

weight in gold, so those responsible

for selecting them in Garmisch and

Partenkirchen take a lot of time over

what’s known as the “Hutverlas,”

the name of the traditional annual

procedure of choosing shepherds for

the grazing period from 1 May to 31

October. It is particularly important

that the applicant has agricultural

training, and a shepherd must also

be in good shape, because this is a

hard job involving a 24-hour day and

a great deal of running around. And

since the animals always have the

same habits and come together in the

same groups every summer, it is much

easier for a shepherd if he is familiar

with their preferences.


BÜHNE BAR RESTAURANT CASINO

45

GROSSES SPIEL

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GARMISCH-PARTENKIRCHEN

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Öffnungszeiten: täglich von 12.00 bis 2.00 Uhr, Freitag und Samstag bis 3.00 Uhr

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46 / ENTWICKLUNG DER TZA

Seit 40 Jahren mittendrin

Die Tiroler Zugspitz Arena blickt auf vier Jahrzehnte erfolgreiches Miteinander zurück –

das den Gästen eine bunte Reihe von Ideen und Angeboten beschert hat.

Da stehen sie, scheinbar ungerührt,

und betrachten das Treiben zu ihren

Füßen: Thaneller, Grubigstein,

Hönig und wie sie alle heißen, die

Gipfel, an denen sich die Wolken kratzen und

der Wind reibt. Seit Millionen von Jahren stehen

sie da, unendlich vieles haben sie schon

erlebt. Unter anderem, vor inzwischen 40

Jahren, das: Die sieben Gemeinden auf dem

Talboden tun sich 1979 erstmals zusammen,

um in der großen weiten Reisewelt besser

sichtbar zu werden. Lermoos und Namlos,

Biberwier und Berwang, Bichlbach, Heiterwang

am See und Ehrwald zeigen seitdem

nicht mehr jeder für sich Flagge, um Urlauber

anzulocken, sondern machen immer

mehr gemeinsam. Bis sie dann 2004 aus

ihrer Wohngemeinschaft einen Familiennamen

an die Tür schrauben. Tiroler Zugspitz

Arena, kurz TZA.

Hermann Oberreiter,

Gründungsobmann des Verbandes

Der höchste Gipfel im Revier stand Pate

Dass sie sich beim Namensgeber für den

höchsten Gipfel im Revier entschieden

haben, ist kein Zufall. Für Hermann Oberreiter,

Gründungsobmann des Verbandes,

war klar: „Die Zugspitze, als international

bekannter Gipfel, verfügt seit jeher über die

größte Anziehungskraft. Es lag auf der Hand,

diese zu nutzen – und gleichzeitig zu signalisieren,

dass der höchste Berg Deutschlands

auch eine Tiroler Seite hat“, erinnert

er sich. „Die Entscheidung, wie wir heute

wissen, war genau richtig.“ Es dauert nicht

lang, da beginnen gemeinsame Strukturen

zu wachsen, die Verantwortlichen aus den

Gemeinden finden sich in Gremien zusammen,

gemeinsame Werbe- und Kommunikationslinien

werden festgelegt.

Die Entscheidung zum Miteinander passte

gut in die Zeit. Wurde sie doch kurz vor einem

Zeitpunkt gefällt, als man in der Tiroler

Tourismusbranche selbst begann, in größeren

Einheiten zu denken. Manche – äußerliche

– Eigenständigkeit ging dabei verloren,

weil nicht mehr jedes Dorf und jede Talgemeinschaft

für sich allein um Gäste werben

sollte. „Wir haben nicht abgewartet, wo andere

uns verorten, wir haben selbst Flagge

gezeigt – und das ganz unverkennbar“, freut

sich Oberreiter noch heute über den cleveren

Schachzug, dem die beteiligten Ortschaften

bereitwillig zustimmten und der auch die

Zustimmung aus Innsbruck bekam.

Eine „Arena“ für Sportbegeisterte

Der Begriff „Arena“ passt nicht nur wegen

des Blicks in die „Talschüssel“ gut, den man

von den umliegenden Bergen aus hat. Er

vermittelt auch deshalb einen treffenden

Eindruck, weil sich innerhalb dieser Arena

in der Tat jede Menge Sportliches tut. Allen

voran die Skifahrer und Snowboarder im

Winter sowie die Kletterer und Radfahrer im

Sommer setzen hier die Akzente. Die zahlenmäßig

meisten Aktivitäten liefern indes

die Wanderer – ob mit Schnür- oder mit

Schneeschuhen – die in der Tiroler Zugspitz

Arena so viele Möglichkeiten finden, dass

sie auch bei einem zweiwöchigen Urlaub

keinen Weg zweimal zu gehen brauchen.

Nach außen hin hat der gemeinsame

Auftritt die Tiroler Zugspitz Arena auch auf

anderer Ebene besser wahrnehmbar gemacht.

Weil die „Mannschaft“ leistungsfähiger

war als die „Einzelkämpfer“, konnte

man nun auch Großereignisse gewinnen,

die hier stattfinden sollten – und die auf

gewisse Strukturen angewiesen sind, zum

Beispiel auf eine ausreichende Zahl an

Unterkünften oder auf Wege und Strecken

(sowie organisatorische Unterstützung) für

die Durchführung von Wettbewerben. Den

Anfang machte 2010 die Trans Germany, ein

Mountainbike-Etappenrennen mit einem

kleinen Abstecher nach Tirol.

Oder der Auftritt auf Tourismus- und Freizeitmessen:

Auch hier zeigt der gebündelte

Einsatz von Mitteln und Menschen Wirkung.

Es können mehr Termine wahrgenommen

und attraktivere Messestände finanziert

werden. Dabei spielt dann auch bald die

Partnerschaft mit Garmisch-Partenkirchen

eine wichtige Rolle. Als 2011 die Alpine Ski-

WM in die oberbayerische Sportgemeinde

kommt, gibt man den Nachbarn dort die

Gastgeberrolle im „Tirol Berg“. Die Nähe hat

Folgen: Zwei Jahre später verbündet man

sich zur Zugspitz Arena Bayern-Tirol, die 2015

zum Verein wird. Inzwischen gehört auch

das Zugspitzdorf Grainau dazu.

Die gemeinsame Gästekarte:

ein echter Mehrwert für die Urlauber

Auf dem zusammen bestellten Feld gedeihen

zudem neue Angebote für neue Zielgruppen.

Dreh- und Angelpunkt dabei ist

die gemeinsame Gästekarte, die Urlaubern

in der Arena den Zugang auch zu Angeboten

außerhalb des Ortes öffnet, in dem sie


47

In der kostenlosen GRENZENLOS App spricht

Hermann Oberreiter über die Geburtsstunde

der Tiroler Zugspitz Arena.

sich gerade aufhalten. „Die darin enthaltenen

kostenlosen Leistungen sind, genauso

wie die inkludierten Preisnachlässe, ein

hoch geschätzter Mehrwert für unsere

Gäste, die ihren Aufenthalt in der ganzen

Region entspannt genießen können. Das

ist möglich geworden, weil alle an einem

Strang ziehen“, sieht TZA-Geschäftsführerin

Petra Fraune die Verbindung zwischen Pragmatismus,

Service und Gastfreundschaft.

Mobil mit Arena- und Schnee-Express

Ein besonders prominentes Ergebnis der

„grenzenlosen“ Zusammenarbeit zwischen

Tirol und den bayerischen Nachbarn sind

der Schnee-Express sowie sein Nachfolger

der Arena Express, beides komfortable Verbindungen

mit Bahn und Bus, in der Saison

kostenlos mit der Gästekarte zu nutzen. Das

Ziel formuliert Petra Fraune so: „den Gästen

maximale Mobilität anbieten und dabei den

Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr

schmackhaft machen.“

Optisch sichtbar ist die TZA-Familie mit all

ihren Orten seit 2012 durch ein Logo, an dem

jeder die Zusammengehörigkeit erkennen

kann. Website, Prospekte, Fahnen, Hinweistafeln

– überall prangt das markante Logo,

das die Zugspitze stilisiert wiedergibt.

Eine „Arena“ für alle

Was anders ist als in den „Arenen“, die sich

in jüngerer Zeit im Profisport breit gemacht

haben? Es steht der Zugang ins Innere der

Tiroler Zugspitz Arena jedermann offen –

und das bei weitgehend freiem Eintritt.

Auch können die Gäste sich dort sowohl als

Aktive wie als Zuschauer tummeln. Dennoch

sorgt die Bezeichnung noch immer für neugierige

Fragen in den Tourismusbüros, wenn

Erstbesucher dort auftauchen und wissen

möchten: „Wo ist denn eigentlich dieses

Stadion?“ Die einheimischen Experten dort

verblüffen dann gern mit der Antwort: „Sie

sind mittendrin.“


Ulrich Pfaffenberger

English Summary

The Tiroler Zugspitz Arena embodies

a decades-long spirit of successful

cooperation. The seven municipalities

of Lermoos and Namlos, Biberwier

and Berwang, Bichlbach, Heiterwang

am See, and Ehrwald joined forces

for the first time in 1979, and have

since been working together in

the service of their residents and

holidaymakers. In 2004, they finally

put a family name on the door of

their community: the Tiroler Zugspitz

Arena, or TZA for short. The term

arena is particularly fitting, not

just because it describes the view

down into the valley from the

surrounding mountains, but also

because it is suggestive of the

many sporting events on offer in

this true “arena,” chief among

them skiing and snowboarding

in the winter, climbing and cycling

in the summer.

Investitionen in die Infrastruktur gehören auch zur Arbeit

der Tiroler Zugspitz Arena, etwa in die Kletterhalle in

Ehrwald oder in Großevents wie die Salomon 4 Trails.


48 / WERDENFELSER TIERWELT


49

ZDas Braune Bergschaf

Seit 50 Jahren züchtet Joseph Grasegger

das Braune Bergschaf, eine heimische

Rasse, die vom Aussterben bedroht ist.

„Im Zweiten Weltkrieg brauchte man viel

Wolle für die Wehrmachtskleidung, die

grau gefärbt wurde. Braune Wolle lässt

sich allerdings nicht einfärben, weshalb

Schafe mit weißer Wolle Vorrang in der

Züchtung hatten“, erklärt der Garmisch-

Partenkirchner. „So ist die Rasse nach

und nach ausgestorben.“ Dem setzt

er heute entgegen: Auf seinem Biobauernhof,

den er mit seiner Frau betreibt,

leben im Winter rund 50 Braune

Bergschafe sowie 35 Schafe anderer Rassen;

im Frühjahr werden sie auf die Alm

geführt. Wie alles seinen Anfang nahm?

„Mein Vater hat mir mein erstes Schaf

geschenkt – als Anreiz, zu Hause mehr

zu arbeiten. Das hat nur leider nicht

geklappt“, lacht Grasegger, „mich haben

damals Mädchen und Motorrad mehr

interessiert.“ Zum Glück für die Tiere

hat sich das mit der Zeit geändert.

English Summary

Joseph Grasegger has been breeding

the brown mountain sheep, a native

breed threatened with extinction,

for 50 years. “During the war, wool

was needed for army clothing, which

was dyed grey. However, brown

wool cannot be dyed, which is why

sheep with white wool were the

main breed,” explains the Garmisch-

Partenkirchner. “So this breed began

to die out.” Now he’s working to

counter this, with 50 brown mountain

sheep spending the winter on the

organic farm he runs with his wife;

in the spring they are taken out to

the mountain pasture. How it all

began? “My father gave me my first

sheep – as an incentive to work more

at home. Unfortunately, that didn’t

work out,” laughs Joseph, “girls and

motorcycles interested me more at

the time”. Fortunately for the animals,

that has since changed.


50 / UNSERE VEREINE

Mit vereinten Kräften

Die vielen Vereine in Grainau halten Geschichte und Tradition lebendig, stärken

das Miteinander in der Gemeinde und sind das Salz in der Suppe des täglichen

Lebens – für Einheimische wie für Gäste.

Das war grandios.“ In der Stimme

von Nikolaus Grasegger schwingen

noch immer Staunen und Respekt

mit, wenn er die Geschichte

vom Fahrzeug fürs Grainauer Rote Kreuz

erzählt. Das alte Gefährt war in die Jahre

gekommen, fast schon selbst ein Fall für

Erste (Pannen-)Hilfe. Die Mittel für eine Neuanschaffung?

Zu viel fürs Portemonnaie der

ehrenamtlichen Helfer. Die Botschaft machte

die Runde im Zugspitzdorf. Da beschlossen

die Vereine am Ort, sich zusammenzutun

und zu helfen. Sie organisierten ein großes

Fest am Musikpavillon und tankten mit dem

Erlös die Rote-Kreuz-Kasse so gut auf, dass

der Neuwagen gesichert war. Von überall

her waren Spenden für die Tombola eingegangen,

alle Helfer stellten sich freiwillig zur

Nachwuchsprobleme

kennen wir bei unseren

Vereinen nicht.

Nikolaus Grasegger, Vorstand Maibaumverein

Verfügung – „was da abgelaufen ist, das war

grandios“, wiederholt Grasegger.

Er selbst ist Mitglied in mehreren Vereinen,

„wie fast jeder Groanerer auch“, so die

mundartliche Bezeichnung für die Grainauer.

Allen voran sind das Einrichtungen zur Daseinsvorsorge

der Gemeinde wie eben das

Rote Kreuz oder die Freiwillige Feuerwehr.

Andere wie Bergwacht oder Wasserwacht

stehen im Dienst der Gesellschaft, zu der

auch Urlauber und Durchreisende zählen.

Das Verständnis für die Bedeutung dieses

Engagements sei in Grainau tief verwurzelt.

Dazu trage nicht zuletzt die Arbeit des

Geschichtsvereins bei, der die Chronik des

Ortes und seiner Vereine erforsche. Das

dort dokumentierte Gespür für den Wert der

„vereinten Kräfte“ werde von Generation

zu Generation weitergegeben, berichtet er.

„Wir haben auch keine Probleme, wie es sie

andernorts mitunter schon gibt, unter den

Jugendlichen Nachwuchs zu gewinnen. Der

Zuspruch ist sehr gut.“

Gelebte Traditionen

Zu den Hilfsdiensten gesellen sich eine

ganze Reihe von Organisationen, in denen

sich Frauen und Männer in ihrer Freizeit

Der Volkstrachtenverein

D‘Höllentaler aus Grainau.


51

Traditionelle Kleidung gibt‘s in Grainau

auch schon für die ganz Kleinen.

Über dem offenen Feuer werden die traditionellen

„Topfn-Nudln“ im heißen Fett goldbraun herausgebacken.

zusammenfinden oder Traditionen pflegen.

Eine Schlüsselrolle, so Grasegger, nehmen

genau die sogenannten „Traditionsvereine“

ein, die dem Gemeindeleben ein vielfältiges

Gesicht geben. Neben der Feuerwehr sind

das die Schützengesellschaft, die Kriegerund

Soldatenkameradschaft, der Volkstrachtenverein

und die Holzhacker. „Das sind die

Vereine, die eine oft sehr lange Geschichte

haben und eine eigene Fahne tragen, mit

der sie festliche Anlässe oder Umzüge wie

die Fronleichnamsprozession begleiten – wie

die Musikkapelle auch.“ Auch wenn verstorbene

Gemeindemitglieder zu Grabe getragen

werden, geben ihnen die Fahnenabordnungen

das Geleit. Mit dem 400 Mitglieder

starken Mütterverein und der örtlichen

Kolpingfamilie hat sich der Kreis der Fahnen-

Vereine inzwischen auf sieben vergrößert.

Vereine sind „mit dem Ort verbunden“

Grasegger liegt viel daran, dass derlei nicht

als Folklore oder Schauspiel missverstanden

wird. „Dass Vereinsmitglieder zu solchen

Anlässen in die Öffentlichkeit gehen, ist ein

Zeichen für die Verbundenheit in unserem

Ort“, sagt er. „Hier kennt jeder jeden. Man

hilft sich, man redet miteinander. Solche

Ereignisse sind Zeit, die man füreinander

hat.“

Die Vielzahl der Gruppierung hat Folgen:

Singgemeinschaft oder Obst- und Gartenbauverein,

der Fosenachtsverein (mundartlich

für Fastnacht) oder Bauerntheater, sie alle

haben ihre Veranstaltungen, Versammlungen

oder Wettbewerbe. Da ist der Kalender

schnell gefüllt. Weil sich das Vereinsleben

der Grainauer durchs ganze Jahr zieht, haben

sie vor geraumer Zeit damit begonnen, ihre

Termine aufeinander abzustimmen, jedes

Jahr im Herbst setzen sie sich zu einer Koordinationskonferenz

zusammen. „Wir wollen

einander nicht in die Quere kommen. Und

keiner soll in die Verlegenheit kommen,

entscheiden zu müssen, ob er heute für den

einen Verein mitgeht oder für den anderen“,

betont Grasegger.

Auch Gäste sind Vereinsmitglieder

Ein Datum ist dabei fest für einen Verein

reserviert: der 1. Mai. Manche mögen da

den „Tag der Arbeit“ begehen, in Bayern ist

der erste Tag im „Marienmonat“ der Anlass,

die Gottesmutter als „Patrona Bavariae“, als

Schutzheilige von ganz Bayern zu feiern.

Lange geübter Brauch ist dabei das Aufstellen

eines Maibaums. In Grainau ist dafür der

Ortsteil Hammerbach zuständig, wo auch

der Maibaumverein seinen Sitz hat. Er ist ein

Paradebeispiel dafür, wie sehr Vereinsleben

verbindet: „Wir haben dort Mitglieder, das

sind Stammgäste aus Hannover, die kommen

jedes Jahr zum Feiertag“, berichtet Gras ­

egger. Als junger Mann hat er den Verein

1985 gegründet und ihn dann 35 Jahre als

Vorstand geführt. Das eigene Engagement

English Summary

The many associations in Grainau

keep its history and traditions alive,

strengthen the community, and make

daily life that little bit more special –

for locals and guests alike. First and

foremost are the organisations serving

the community’s basic needs, such as

the Red Cross and the voluntary fire

brigade. Others, such as the mountain

rescue service or the water rescue

service, serve the common good, which

includes holidaymakers and those

passing through. An appreciation of the

importance of this work is deeply rooted

in Grainau, and assisted by the history

society, which researches the village

hatte zur Folge, dass anschließend die Einladungen

über ihn hereinbrachen, auch in

anderen Vereinen in die Verantwortung zu

gehen. „Das war wie ein Wolkenbruch“, erinnert

er sich.

Ihm, der 27 Jahre an der Spitze des Holzhackerverbandes

war und heute dort Ehrenvorstand

ist, liegt indes ein Verein besonders

am Herzen, der inzwischen aus dem Leben

im Ort für Einheimische wie für Gäste nicht

mehr wegzudenken ist: der Christkindlmarkt

Grainau e.V., dessen Markt seit nunmehr 40

Jahren in der Vorweihnachtszeit stattfindet

und mit seinem Erlös gute und soziale Zwecke

unterstützt. „Das läuft überwältigend“,

berichtet Grasegger, amtierender Vorsitzender

des Vereins. „Da sind im Lauf der

Jahrzehnte weit über 500.000 Euro zusammengekommen,

mit denen wir Gutes tun

konnten.“ Nicht nur mit dem Geld, sondern

auch mit dem Licht, das die vielen Helfer aus

den Vereinen bei dieser Gelegenheit im Herzen

ihres Heimatortes entzündet haben.


Ulrich Pfaffenberger

and its associations. These services

are complemented by a whole series

of organisations in which women and

men get together in their free time or

cultivate traditions. A major role here

is played by the “traditional associations,”

which reflect the broad diversity

of community life and include a vocal

society, a horticultural association, a

folk theatre – all of them with their

own events, meetings, and competitions.

One good example is the Grainau

Christmas market, which has been held

in the pre-Christmas period for 40 years

and uses its proceeds to support good

and social causes.


52 / REVIERFÖRSTER

Im Wald ist kein Tag

wie der andere

Wolfgang Striegel ist bereits in der dritten Generation

Revierförster. Während sein Vater das Revier in

Garmisch leitet, ist er für Partenkirchen zuständig.

Im Interview erzählt er, warum er sich immer wieder

uneingeschränkt für diesen Beruf entscheiden würde.

Herr Striegel, was genau ist ein

Revierförster?

Wolfgang Striegel: Als Revierförster im

Staatswald ist man der Vertreter des Grundstückseigentümers

sowie Verwalter und

Bewirtschafter einer Staatswaldfläche. Damit

ist man der erste Ansprechpartner und mitverantwortlich

für alles, was auf der Revierfläche

geschieht.

Was gehört zu Ihren Aufgaben?

Striegel: Am besten teilt man es in drei

Aufgabenfelder ein: Ökonomie, Ökologie

und Gesellschaft. Bei der Ökonomie spielen

vor allem die klassische forstwirtschaftliche

Nutzung, wie beispielsweise der Holzeinschlag,

eine Rolle. Aber auch die entgeltlichen

Verträge mit Dritten, die Staatswaldflächen

für verschiedene Zwecke nutzen, wie

zum Beispiel Skiabfahrten, Holzlagerplätze,

Parkplätze oder Erholungseinrichtungen. Die

Ökologie wiederum bestimmt zu großen Teilen

unsere Arbeit. Bei allen Maßnahmen, die

wir auf der Fläche durchführen, versuchen

wir immer, das Bestmögliche für den Naturund

Artenschutz zu erreichen.

Und der dritte Part?

Striegel: Das sind die Ansprüche der Gesellschaft

an den Staatswald. Die sind natürlich

ebenfalls zu beachten: Das fängt beim

klassischen Spaziergänger an, geht über die

Brennholzselbsterwerber, Forst- und Weideberechtigten,

die Grundstücksnachbarn

bis hin zu Alpenvereinen, Gemeinden und

Firmen, die verschiedene Möglichkeiten der

Grundstücksnutzung im Staatswald haben

wollen. Hier ist es wichtig, den Bürgern die

unterschiedlichen Nutzungen zu ermöglichen,

aber den Wald vor zu großen Beeinträchtigungen

zu bewahren.

Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit im

Sommer und im Winter?

Striegel: Da ist die Arbeit hier in den Bergen

ungleichmäßig verteilt. Während im Sommer

die Hauptarbeiten im Revier anfallen,

beschränkt sich die Arbeit im Winter meist

auf die Büroarbeit. Wie in allen Revieren

stehen zunächst die naturalen Ziele wie

Holzeinschlag, Pflanzung, Bestandspflege,

Wegepflege, aber ebenso die Jagdausübung

und damit die Erfüllung der Abschusspläne

im Vordergrund. Außerdem nimmt die

Verwaltung der Fläche – bei mir sind es

9.300 Hektar – enorm Zeit in Anspruch.

Für sämtliche Anliegen bin ich der erste

Ansprechpartner. Die letzten Jahre hat uns

zudem die Aufarbeitung des vom Borkenkäfer

befallenen Holzes in Atem gehalten.

Räumen wir mit einem Klischee auf:

Was ist an der Vorstellung dran,

der Revierförster verbringe den

ganzen Tag im Hochstand?

Striegel: In der jagdlich günstigen Zeit

nimmt die Jagdausübung enorm Zeit in

Anspruch. Aber ohne die richtige Strategie

können wir unseren Staatswald nicht zielgerichtet,

das heißt mit den am Standort angepassten

Baumarten in der entsprechenden

Mischung, verjüngen. Die Jagd ist somit ein


53

wichtiger Faktor für den Waldbau und unser

gesetzlicher Auftrag. Natürlich sind wir mit

dieser Aufgabe nicht allein, große Teile der

Jagdfläche übernehmen unsere Berufsjäger

und private Jäger unterstützen uns hierbei.

Welche Voraussetzungen braucht man

für Ihren Beruf?

Striegel: Wer nicht gerne im Wald unterwegs

ist und sich nicht für die natürlichen

Abläufe interessiert, ist sicher nicht geeignet.

Eine große Rolle spielt vor allem der

richtige Umgang mit Menschen, denn man

trifft auf verschiedene Charaktere und sollte

auf allen Ebenen gut kommunizieren können.

Zudem ist ein technisches Verständnis

für die oftmals hoch spezialisierten Arbeitsverfahren

Voraussetzung.

Striegel: Etwas mehr Verständnis gegenüber

denjenigen, die im Wald ihren Lebensunterhalt

verdienen. Es wundert mich immer

wieder, wie Menschen, die hier ihre Freizeit

genießen wollen, gestresst und gereizt

reagieren, wenn sie beispielsweise wegen

einer Baumfällung warten müssen. Auch

stehe ich dem momentanen Trend, zu jeder

Jahres-, Tages- und Nachtzeit in den Bergen

unterwegs zu sein, ohne Rücksicht auf

die Natur und die Wildtiere, etwas kritisch

gegenüber. Ich würde mir von den Gästen

unserer Region manchmal etwas mehr

Rücksichtnahme wünschen. Da reicht oft

schon eine Tourenplanung, die vorsieht, den

Wald noch vor der Dämmerung wieder zu

verlassen, anstelle mit Hochleistungsstirnlampen

auch hier noch die Nacht zum Tage

zu machen.


Irene Hülsermann

Was hat Sie dazu gebracht,

diesen Beruf zu wählen?

Striegel: Ich bin in einem Forsthaus aufgewachsen,

bereits mein Großvater war Förster

bei der damaligen Staatsforstverwaltung.

Für mich stand relativ früh fest, dass ich

ebenfalls diesen Beruf anstreben würde.

Der Förster ist nicht nur Beobachter, sondern

kann und muss selbst gestalten. Das macht

einen in gewisser Weise zu einem Teil der

Natur. Die Entscheidungen, die man trifft,

haben oft noch in über 100 Jahren Auswirkungen.

Und woran haben Sie am meisten Spaß?

Striegel: Zunächst an der Abwechslung.

Man weiß am Morgen nie genau, was der

Tag bringen wird. Die vielen verschiedenen

Tätigkeitsfelder in einer grandiosen

Landschaft wie hier im Werdenfelser Land,

die Kontakte zu verschiedensten Personengruppen

und die technischen Bereiche vom

normalen Wegebau über die Landschaftspflege

bis hin zur hoch mechanisierten Holzernte

interessieren mich. Ein großer Vorteil

ist die freie Zeiteinteilung, es gibt keine

festen Arbeitszeiten. Gerade das verlangt

aber natürlich auch Selbstdisziplin, um das

Arbeitspensum dann auch zu erreichen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten:

Was wünschen Sie sich von Wanderern?

English Summary

Like his father and grandfather before

him, Wolfgang Striegel is a forest ranger.

In an interview, he tells us why he loves

his job. Forest rangers perform a wide

range of tasks, but whatever they are

involved with, protecting nature and

the species that live within their districts

are always their top priority. A good

feel for interacting with the public is

also a very important prerequisite for

this profession, because rangers encounter

many different people

and should be able to communicate

well at all levels. In addition, a technical

understanding of the often highly

specialised work methods involved is

essential. Striegel grew up in a forester’s

lodge and his grandfather was a forester

in the State Forestry Administration.

It was already clear to him at an early

age that he, too, would aspire to this

profession.


54 / STAMMGAST

Freunde fürs Leben

Wenn die Anziehungskraft des Urlaubsortes so groß ist, dass er über Jahrzehnte

hinweg Menschen verbindet, die sich immer wieder dort treffen: zu Besuch bei

Stammgästen in Lermoos.

Christel und Hans-Jürgen Volk

Die Zahl darf man sich auf der

Zunge zergehen lassen. 60 Mal

waren Werner und Liesel Heinemann

zum Urlauben in Lermoos.

Ein Zimmer mit Holzfensterläden hatten sie

damals, 1962, bei ihrer ersten Übernachtung.

„Daran hat die ganze Nacht der Sturm

gerüttelt“, erinnert sich Werner. Und er weiß

auch noch ganz genau, welcher: „Genau

derselbe, der die legendäre Sturmflut über

Hamburg hereinbrechen ließ. Den hat man

bis hierher gespürt.“ Ein bisschen war er

auch die Ursache für den Aufenthalt, der

ihn und seine Frau hier Quartier suchen ließ:

„Das waren unglaubliche Schneemassen,

wir kamen nicht mehr über den Fernpass.

Also sind wir dageblieben.“

Der erste, unfreiwillige Aufenthalt lieferte

dem jungen Paar gleichwohl einen

guten Grund zurückzukehren. „Wir wollten

uns das dann in Ruhe anschauen und

genießen“, erinnert sich Liesel beim

gemütlichen Plausch im Restaurant

des Hauses, das heute noch

so heißt wie damals: „Edelweiss“.

Auch die Gastgeber haben noch

denselben Namen, nur ist inzwischen

die nächste Generation am

Zug: Daniela, die junge Wirtin, war

noch nicht einmal auf der Welt,

als die Liebesgeschichte der beiden

Hessen mit ihrem Feriendomizil begann

und im Lauf der Jahrzehnte nicht

nur das Paar, sondern auch dessen Kinder

und Enkel immer wieder nach Tirol führte.

Im Winter, im Sommer, mal kurz, mal lang,

aber immer geleitet vom gleichen Gedanken:

„Wenn wir hierher kommen, dann sind

wir zu Hause.“ Viele der Mitarbeiter im Service

kennen sie mit Namen, zur Begrüßung

umarmt man sich: „Wir haben das Hotel und

die Familie wachsen sehen. Das Vertrautsein

verbindet.“

Von Herzensgeschichten ...

60 Mal, das hört man aus den

Erzählungen der beiden heraus,

das sind mindestens 60 Geschichten,

die es zu erzählen

gibt. Wahrscheinlich sogar viel,

viel mehr. Die schönste davon

sitzt mit am Tisch: Hans-Jürgen

Volk und seine Frau Christel haben

die beiden bei einem Urlaub in Lermoos

kennengelernt und direkt ins

Herz geschlossen. Wann der Beginn

dieser Freundschaft genau war? „Das

muss vor 30 Jahren gewesen sein …“ Am

Tisch entspinnt sich ein kleiner Disput;

schließlich lässt er sich anhand der Geburtsdaten

der Enkel auf 1990 datieren.

Die Volks waren auf der Suche nach einem

Ziel für den jährlichen Ausflug der

Feuerwehr ihres Heimatortes – und zuvor

an einem anderen Ort, der Name sei gnädig

verschwiegen, daran gescheitert, dass man

dort der Ruhe wegen an Vereinen nicht interessiert

war. In der Tiroler Zugspitz Arena

aber habe man sie mit so offenen Armen

aufgenommen, dass die ursprünglichen

Bedenken wegen des Schilling-Umtauschs

gleich überwunden waren. „Seitdem sind

wir immer wieder miteinander hier gewesen“,

berichtet Christel, „und nicht wenige

Male auch auf eigene Faust.“

... musikalischen Ausflügen ...

Als Fans der „Klostertaler“ haben sie selbst

auf dem Weg zu den Open Airs der Band

Werner und Liesel Heinemann


55

Eine Gemeinsamkeit sticht bei den

vier Freunden ganz klar heraus:

die Vorliebe für (gebranntes) Obst.

immer im „Edelweiss“ Halt gemacht, um

sich vom Feiern unter freiem Himmel zu

erholen, wie sie glaubhaft versichern. Die

Berichte über die Zeit, die beim gemütlichen

Gespräch wieder munter auflodern, lassen

allerdings ahnen, dass da noch mehr war.

„Da haben wir hier manch schöne Feste

in Fankleidung gefeiert“, berichtet Hans-

Jürgen und Christel ergänzt, dass „einmal

Harald von der Rezeption zu Hause seinen

Kassettenrekorder holen musste, damit wir

Klostertaler hören konnten.“ Oder damals,

als man gemeinsam das Silvester zur Jahrtausendwende

im „Edelweiss“ gefeiert habe,

„mit Manfred und Anneliese … Karten

gespielt … nachts um 3.00 Uhr nach Hause ...“

... und einer einmaligen Freundschaft

Obwohl beide Paare in Hessen nur ein paar

Dutzend Kilometer voneinander zu Hause

sind, treffen sie sich immer nur bei ihren

Urlauben in Lermoos. „Es hat damals einfach

gepasst und es passt heute noch“, sind sie

sich über den Kitt einig, der ihre Freundschaft

zusammenhält. Wobei sich tagsüber

kaum gemeinsame Aktivitäten ergeben:

„Wir sind Wanderer“, sagen die Volks.

English Summary

Werner and Liesel Heinemann have

been to Lermoos on holiday 60 times.

They still remember their room from

their first stay at the hotel “Edelweiss”

in 1962. Today, the building and its

owners have the same names, but the

management has since passed to the

next generation: Daniela, the young

landlady, hadn’t even been born when

the two Hessians first fell in love with

her holiday home, to which the couple,

the children, and their grandchildren

„Wir sind Spaziergänger“, meinen die Heinemanns.

Wofür sich aber alle vier begeistern,

das ist das Bänkchen an der Bar und das zu

Bränden veredelte heimische Obst, bevorzugt

Marille.

Die abendlichen Begegnungen und Unterhaltungen

sind der Schlüssel zu ihrem

Urlaubs vergnügen. Beim gemeinsamen Frühstück

und Abendbrot sitzen die vier stets am

selben Tisch im Restaurant. Ein Ort, der ein

bisschen wie das Lagerfeuer, von dem Karl

May erzählt, wirkt, um das sich die Reisenden

sammelten, um Sagen und Legenden

zu berichten, Erinnerungen und Gedanken

auszutauschen. Fasching haben die Heinemanns

und Volks hier miteinander gefeiert,

Feuerwehrfeste natürlich, Almabtriebe – und

das Leben im Allgemeinen. Eines ist ganz

klar: Die Geschichte geht definitiv noch

weiter. Und wenn das Bankerl an der Bar

sprechen und erzählen könnte, dann hätten

diese vier Stammgäste wohl Material für ein

ganzes Stammbuch.


Ulrich Pfaffenberger

have returned over the decades.

In winter, in summer, sometimes for

a short break, sometimes a long stay,

and always guided by the same

thought: “When we come here, we

feel at home”. Other guests have also

become regulars: Hans-Jürgen Volk and

his wife Christel met the Heinemanns

on a holiday in Lermoos and became

friends. “Since then we’ve been coming

back together again and again,” says

Christel.


56 / BESONDERER ORT

Auf der Bank am Almsee auf

der Ehrwalder Alm lässt es sich

herrlich ausruhen und den Blick

auf die Natur genießen.

Willkommen auf der Bank!

Wo Wanderer keine Zinsen bekommen – aber glänzende Ausblicke.

Die kleine Bank am Wegesrand –

welchem Wanderer hätte sie

nicht schon Rast und Ruhe versprochen?

Es ist ein guter Brauch

in den Bergen, dass die Gemeinden ihre

Gastfreundschaft nicht nur in Unterkünften

und Gasthäusern zeigen, sondern auch dort,

wo Urlauber unterwegs sind, um das Land

zu erkunden, die Natur zu genießen und die

Bergwelt zu erobern.

Weil die Rastbänke nicht nur zum Sitzen

einladen, sondern immer auch Gelegenheit

bieten, ausgiebig die Umgebung ins Auge

zu fassen, haben die meisten Besucher ihre

Lieblingsbank in der Gegend. Der eine lässt

von einer kleinen Anhöhe aus die einsame

Landschaft im Namlostal auf sich wirken, die

andere ihren Blick über die sanfte Weite des

Landschaftsschutzgebietes Moos schweifen.

Am Almsee strecken die Wanderer bei der

Rastbank nach dem Aufstieg die Beine aus

und bewundern die Wolken, die sich auf der

Wasseroberfläche spiegeln.

Am Auer Wasserfall bei Bichlbach wird

das schattige Bankerl sogar zum Logensitz

im großen Outdoorkino, wo buchstäblich die

Natur an einem vorbeirauscht. Als besonders

spektakulär unter Alpinfreunden gilt die

„Coburger Bank“ auf dem Weg hinauf zum

Seebensee wegen des grandiosen Ausblicks

auf die Seebenwand. Als vielleicht spektakulärste

Rastbank gilt jene auf der Aussichtsplattform

Tuftlalm bei Lermoos. Dafür wird

dort die Geduld beim eventuellen Warten

mit einem großartigen Panorama belohnt.

Gemütliche Bänkchen gibt es übrigens

nicht nur entlang der Wanderwege. Oft

laden sie auch im Herzen der Ortschaften

in der Tiroler Zugspitz Arena zum Verweilen

ein. Oder abends an einer gemütlichen Bar,

um mit Freunden den Tag Revue passieren

zu lassen.


Ulrich Pfaffenberger

English Summary

A bench by the footpath – it’s a

chance to sit down and relax, and

a little detail of the hospitality offered

by local communities to the countless

hikers exploring the countryside

and the mountains. As benches not

only invite you to have a break, but

also offer an opportunity to take in

the surroundings, most visitors have

a favourite in the area. And they’re

not found only on hiking trails: many

located in the heart of villages in the

Tiroler Zugspitz Arena are a good place

to sit down and unwind for a moment.


alpentestival

02 - 04 august

57

alpentestival

02.-04.08.2019

powered by

Fotos: Christian Stadler / Marcel Lämmerhirt


58 / ZEITZEUGEN

Vom Einschenken und Austrinken

Die Biergeschichte von Garmisch und Partenkirchen ist voller süffiger Anekdoten.

Ob sie ein abgeschlossenes Kapitel ist, muss sich noch zeigen.

Mit der Eisenbahn kam das

Ende.“ Eine nüchterne Analyse,

die Josef Ostler da zieht.

Wobei sich einem schon beim

Hinschreiben von „nüchtern“ die Finger

sträuben. Immerhin geht es ums Bier, Nationalgetränk

und Kulturgut der Bayern. Aber

wenn er sich doch so sicher ist, dieser Mann,

wandelndes Lexikon der Ortsgeschichte von

Garmisch, von Partenkirchen und von beiden

zusammen.

Selbstverständlich, so erklärt Ostler,

habe es in den beiden Orten schon seit

Jahrhunderten Brauereien und Braugasthöfe

gegeben. Sie versorgten die Einheimischen

ebenso wie die Durchreisenden

mit dem süffigen Gerstensaft. In jener Zeit,

als es noch keine Getränkemärkte und

Heimdienste gab, waren sie zugleich ein

wichtiges Element der Nahversorgung. „Ich

erinnere mich noch daran, wie es war, wenn

man von zu Hause mit dem Krug geschickt

wurde, um im Wirtshaus ein Bier zu holen,“

erzählt er. „Da wurde man da hingeschickt,

wo’s dem Vater oder Großvater am besten

geschmeckt hat. Für uns hab ich’s immer

vom Drei Mohren geholt.“ Das war außer

dem Bräustüberl und dem „Husar“ neben

der Alten Kirche, die es beide heute noch als

Wirtshäuser gibt, eine der drei wichtigsten

Bierquellen in Garmisch.

Weil sich die ortsansässigen Brauer mit

dem sicheren Markt – und dem nicht minder

sicheren Einkommen – zufriedengaben,

brauchten sie keinen Wettbewerb zu

scheuen und vergaßen darüber, sich um besondere

Qualität zu kümmern. Ostler erzählt

von der Metzgersfamilie Reiser in Garmisch,

die auch das „Hospes“-Privileg besaß, also

das Recht, Übernachtungsgäste zu beherbergen.

Sie erwarb vom frisch gegründeten

Bayerischen Staat anno 1808 für 10.250

Gulden das Brauhaus – „und wurde reicher

und reicher und reicher“, berichtet der Ortshistoriker.

Mit dem Geld erwarben sie Wirtshäuser

am Ort, aber auch in Partenkirchen

und Mittenwald. Andere Brauer, etwas weniger

mächtig, folgtem ihrem Beispiel, „ein

echtes Oligopol“.

Garmischer Wasser

und böhmischer Hopfen

Dass die Braukunst in Garmisch und Partenkirchen

sich von wechselhafter Qualität

zeigte, lag auch daran, dass die eigentlichen

Handwerker, deren Kunst in den Bottichen

und Pfannen herangärte, fast ausschließlich

von außerhalb kamen und bald auch wieder

weiterzogen. „Nur wenige sind dauerhaft

hier geblieben“, sagt Ostler. „Da war natürlich

wenig Kontinuität zu erwarten.“ Anders

bei den Zutaten, obwohl sich die Brauereien

dabei nur beim Wasser auf heimische Quellen

stützen konnten. „Das Getreide kam

schon immer von außerhalb. Genauso der

Hopfen, wobei die Brauer den nicht nur in

der Hallertau einkauften, sondern auch in

Böhmen. Deshalb war typisches Garmischer

Bier immer etwas herber.“

Wenn Bier in Bayern allgegenwärtig war:

Wie stand es angesichts der örtlichen Hausmacht

eigentlich um die Konkurrenz, zum

Beispiel von den brauenden Mönchen aus

dem nahen Ettal? „Die war schon sehr früh

mit einem Erlass aus Freising ausgesperrt

worden“, berichtet Ostler. „Genau deswegen

ging es den hiesigen Brauern ja so gut.“

Warum Freising? In der dortigen Bischofsstadt

saßen über Jahrhunderte die klerikalpolitischen

Herren des Werdenfelser Landes

Josef Ostler kennt die Ortsgeschichten von

Garmisch und Partenkirchen wie kein Zweiter.

und wussten ihre Brauhoheit zu schützen.

Als deren Macht zu Ende war, öffneten sich

dennoch nur schmale Zugangspforten fürs

Klostergebräu. Nur manchmal sei in Festzelten

noch das sogenannte „Schädelweh-Bier“

ausgeschenkt worden. Doch das alles zählte

nichts mehr, als dann die Eisenbahn ins

Werdenfelser Land vordrang, die das – bessere

– Münchner Bier fässerweise und ohne

Unterlass herantransportierte. Die örtliche

Bierherrschaft ging zu Ende.

Das Brauhaus Garmisch:

das letzte seiner Art

Eine Brauerei war am Ende noch übrig,

das Brauhaus Garmisch. In Familienbesitz

und nicht nur wegen des einheimischen

Geschmacks, sondern auch dank der genialen

Arbeiten des Werbegrafikers Fritz Uhlich

eine Kultmarke. Mit dem „Olympiator“, 1936

zu den Winterspielen erstmals gebraut,

verfügte das Familienunternehmen über

ein Starkbier, das in aller Munde war. Hätte

nicht irgendwann ein weniger begabter

Nachfolger das Erbe seiner Vorfahren


59

Das Original „Kare Bane“ – Stammgast im Bräustüberl

und mehrfacher „Gambrinus“ bei Festzügen.

Lüftlmalerei erinnert an festliche

Zeiten im Brauhaus.

In der Abfüllanlage des Brauhauses Garmisch war noch Handarbeit gefragt.

verwirtschaftet und schließlich an die

Münchner Konkurrenz verkaufen müssen,

die nach einem kurzen Intermezzo zu den

Olympischen Sommerspielen 1972 die zugkräftige

Marke selbst trockenlegte. Ostler

schüttelt den Kopf darüber: „Bei dem, wie

Olympia heute vermarktet wird, wäre der

Olympiator viele, viele Millionen wert. Ganz

abgesehen davon, ob man ihn überhaupt

noch einmal genehmigt bekäme.“

Die Limo-Renaissance

Auf seiner Exkursion durch die Biergeschichte

von Garmisch und Partenkirchen geht er dann

noch einmal kurz zurück in die Nachkriegszeit.

Damals, als amerikanische Truppen eine

große Kaserne am Ort betrieben, da erlebte

das Brauhaus noch einmal ein eigenes „Wirtschaftswunder“.

Nicht nur mit Bier, sondern

auch mit Limonaden. „Meinen ersten Job

hatte ich in der Abfüllung von 7up“, erinnert

sich Ostler. „Da gab es 2 Mark 50 in der

Stunde, das war gut bezahlt.“

Welche Rolle das Bier als verbindendes

Element einmal gespielt hat, erkennt man

noch an einer anderen Geschichte. In allen

Gasthäusern habe es einen „Stammtischpreis“

gegeben: Die häufigsten Gäste zahlten

am wenigsten für ihre Halbe. „Im Fraundorfer

hatten sie gleich vier verschiedene Preise,

immer ein Zehnerl weniger“, weiß er noch

English Summary

The history of beer in Garmisch and

Partenkirchen is full of tasty anecdotes.

And who better to tell them than local

expert Josef Ostler? As he explains,

there have been breweries and inns

in both towns for centuries, supplying

both the locals and travellers with the

pleasant beverage. But because local

brewers had a captive market and a reliable

stream of income, they did not fear

competition and became less concerned

about quality, not helped by the fact

that the craftsmen who actually produced

the beer almost exclusively came

from out of town and soon moved on

again. The locals’ dominance of the beer

aus eigener Erfahrung. „Die Fremden, die nur

einmal im Leben zu Gast waren, zahlten am

meisten.“ Auch das ist eine Anekdote aus der

Garmischer Biergeschichte, die sich inzwischen

erledigt hat.


Ulrich Pfaffenberger

trade subsided with the arrival of the

railways and beers from far and wide,

leaving just one brewery in operation:

the Brauhaus Garmisch, which produced

a hugely successful “Olympiator” beer

for the 1936 Winter Olympics (see the

coaster on the left). Josef briefly moves

on to mention the post-war period.

At that time, when American troops

operated a large barracks in the town,

the brewery had its very own “economic

miracle” with both beer and soft drinks.

It would ultimately close for good in

1972, but in a final twist may soon be

resurrected by two young entrepreneurs

(see p. 60).


60 / GARMISCHER BIER

In aller Bierruhe

Zwei junge Gründer aus Garmisch-Partenkirchen füllen

das nächste Glas heimischer Braugeschichte.

Dass einer mal ein Bier trinken geht,

um seinen Job zu verdauen, soll

gelegentlich vorkommen. Dass er

aber gleich eine eigene Brauerei

gründet, das dürfte einzigartig sein. Außer

in Garmisch-Partenkirchen. Da haben sich

mit Antonius Huber und Alexander Müller

gleich zwei gefunden, denen der Beruf nach

dem Studium alleine zu gewöhnlich war und

die deshalb beschlossen, in Gambrinus‘ Spuren

zu steigen.

Nicht irgendein Bier sollte es dann auch

sein. Die beiden haben sich eines großen

Namens und einer tief in ihrer Heimat verwurzelten

Geschichte angenommen. Sie haben

das Brauhaus Garmisch wiederbelebt,

das nach wechselvoller Geschichte 1972 seinen

Sudkessel für immer kaltgestellt hatte.

Für immer? Eben nicht. Sie haben so oft

den Satz gehört: „Schad‘, dass es die nimmer

gibt“, dass sie sich einig waren: „Wenn

wir daheim eine eigene Brauerei aufbauen,

dann nur als Brauhaus Garmisch“, erzählt Huber.

Er selbst hat Betriebswirtschaft studiert

und kümmert sich ums Organisatorische und

Marketing. Müller bringt aus Weihenstephan

so viel Basiswissen in Biotechnologie mit,

dass ihm die Herstellung untersteht.

Das Helle sorgt für Begeisterung

Dass sie sich als erstes Produkt für ein

Helles entschieden haben, ist intensiven

Marktstudien geschuldet. Die befassten

sich zum einen mit der Frage, was ihnen

selbst liegt – Huber: „Wir haben noch nie

ein Bier ausg’schütt‘!“ – und zum anderen

mit dem, was der Markt am liebsten im

Glas hat. „Wir haben auch ein Märzen und

ein Weißbier schon angebraut, aber mit

dem Hellen haben wir den Gastwirtschaften

und Getränke märkten in der Region etwas

anbieten können, womit die ihre Kunden

begeistern.“

Woran es dem Duo derzeit noch mangelt,

ist eine eigene Brauerei. „Das mit den Genehmigungen

zieht sich, eigentlich wollten

wir schon 2018 loslegen.“ Damit ihnen der

Markt nicht davonschwimmt, immerhin

So wie es sich gehört, hat das Brauhaus

Garmisch auch eigene „Bierfuizl“.

sind „Craft Breweries“ und „Hausbrauereien“

derzeit schwer in Mode, lassen sie derzeit

ihr Bier in Ingolstadt beim Herrnbräu sieden,

„einer alteingesessenen Marke, das

passt zu unserem Selbstverständnis“, merkt

Huber an. Bis dahin, Kuriosum am Rande,

ist der Sitz der Brauerei im zweiten Stock

eines Hauses in Garmisch-Partenkirchen.

Allem Weiteren sehen die beiden mit einer

Bierruhe entgegen, wie man sie wohl nur

haben kann, wenn man direkt an der Quelle

sitzt.


Ulrich Pfaffenberger

English Summary

Alexander Müller (l.) und Antonius Huber haben die

Werdenfelser Braukultur wieder aufleben lassen.

Two young entrepreneurs from

Garmisch-Partenkirchen are hard at

work on the next chapter of local

brewing history. While it’s quite

common to want a beer after work,

founding your own beer company is

probably unique. Except in Garmisch-

Partenkirchen. Antonius Huber and

Alexander Müller decided to do just

this, and they set themselves a stiff

task: to resurrect a great name, with

strong historical roots in the region.

This is the Brauhaus Garmisch, which

closed its doors in 1972 after a highly

eventful history. The pair have since

produced their first creation – a pale

beer – and are currently looking to find

their own brewery.


61

Badespaß mit

Zugspitzblick

ZUGSPITZBAD

Im Grainauer Zugspitzbad erwartet Sie wetterunabhängiger Spaß und Abwechslung in einem

großzügig ange legten Freizeit- und Erlebnisbad für Jung und Alt. Familien mit Kids, Erholungund

Entspannungsuchende oder Sportbegeisterte – für jeden hält das Zugspitzbad das Passende bereit.

Schwimmen und entspannen

bei jedem Wetter

Das Hallenbad mit traumhaften Bergblick

wartet auf Sie mit lichtdurchfluteten

Panoramafenstern. Während im Mutter-

Kind-Becken Eltern mit ihren Kleinsten

lachen und toben, halten sich größere Kids

und Schwimmer im 32-m-Becken auf.

Im separaten Ruheraum finden Sie nach

dem Schwimmen die wohlverdiente Ruhe

und entspannen am besten in unserem

Sole-Whirlpool.

Jede Menge Familienspielund

Wasserspaß

Mit großzügigen Becken und Liegewiesen

und zahlreichen kinder- und familienfreundlichen

Angeboten ist das Zugspitzbad

der ideale Frei zeitspaß für Ihre Familie.

Sonne tanken bei atemberaubendem

Bergblick im Außenbereich

Alle Becken im Außenbereich sind wohltemperiert

und weitläufig angelegt. Das Sportbecken

bietet mit 50 m-Länge ideale Voraussetzungen

für Schwimmer und am Nichtschwimmer becken

sorgt die 64 m lange Gaudirutsche für Spaß für

kleine und große Kinder. Sonnenanbeter freuen

sich über 10.000 m 2 Liegewiese.

Entspannung genießen

Besonders attraktiv und vielseitig ist der

Wellnessbereich des Zugspitzbades, in dem

Sie sich richtig wohl fühlen und von Kopf

bis Fuß entspannen können.

FrEiBAd-ÖFFnung am:

donnerstag, den 30. Mai

Öffnungszeiten für die Freibadesaison

Hallenbad: täglich von 10 - 20 Uhr

Freibad: täglich von 10 - 19 Uhr

Sauna: Mi, Do und Fr von 12 - 20 Uhr

Zugspitzbad Grainau · Parkweg 8 · 82491 Grainau · Tel. +49 (0) 88 21 / 98 18 26 · www.grainau.de


62 / GRAINAUER KÜNSTLER UND BERGFÜHRER

Bis über die höchsten Baumwipfel

Sebastian Buchwieser arbeitet als Bildhauer und Bergführer in Grainau.

Seinen Kunden möchte er ihre Träume erfüllen – sei es nun mit seiner Kunst oder

einer seiner beliebten Zugspitzführungen.

In seiner Werkstatt in Grainau riecht

es angenehm nach frischem Holz,

auf dem Boden liegt ein riesiger Berg

Hobelspäne. „Ich habe gerade gedrechselt“,

erzählt Sebastian Buchwieser

und zeigt große Holzschalen, ihre unterschied

liche Maserung. „Hier, da war ein

Nagel im Stamm.“ Der Bildhauer tippt auf

eine lila farbene Verfärbung am Rand,

handtellergroß – sie erinnert fast an einen

blauen Fleck. „So etwas gefällt mir“, sagt

Buchwieser. Die Schüsseln hat er aus einem

umgestürzten Fichtenstamm gearbeitet.

„Das sind sozusagen ,vegane Schalen‘“, sagt

er und grinst.

Sebastian Buchwieser ist gelernter Holzbildhauer,

und das seit 40 Jahren. Schon als

kleiner Bub hat er mit seinem Vater, dem

Holzbildhauer Karl Buchwieser zusammen

geschnitzt und ist mit ihm immer in die

Berge gegangen. Beides hat ihn geprägt.

„GroanArt“ nennt Buchwieser seine Kunst.

„Groan, vom bayerischen Wort wachsen,

aber auch wie Grainau, in dem das Wort

grün steckt“, erklärt der 55-jährige Vater

zweier Töchter. Die Schönheit aus dem Holz

herauszuarbeiten, Modernität und Tradition

zu verbinden – darum geht es ihm. „Ich

nehme das Holz so, wie ich es finde“, sagt

er, „alles stammt hier aus der Gegend.“ Das

Grundstück, auf dem er mit seiner Familie

und seinen Eltern unter einem Dach lebt, hat

ein altes Holzrecht, das ihm erlaubt, vom

Forst zugewiesenes Holz zu schlagen.

Die naturverbundene Kunst ...

„Ich mache eher größere Skulpturen für

den Garten, oft zwei Meter hoch“, erzählt

er, „bei den Schalen bin ich gerade in der

Aufbauphase.“ Er verwendet auch gerne

Farben, sanfte Grün- oder Gelbtöne etwa,

die gut zum Holz passen. Gerade arbeitet

er an einem neuen Kunstwerk: Wie ein Korkenzieher

schraubt sich eine Skulptur nach

oben, erinnert auch an eine Flamme, und

ist unten noch ganz Baum. „Ein Bild für die

Seele und das Lebendige, das da aus dem

Holz herauskommt“, wie Buchwieser erklärt.

Die Skulptur ist für eine Ausstellung zum

150-jährigen Jubiläum der „Schule für Holz

und Gestaltung“ in Garmisch-Partenkirchen

gedacht, in der er selbst seine Ausbildung

gemacht hat. Wie eng seine Kunst mit der

Tradition verwachsen ist, sieht man auch

an den Stankern, die er vor dem Vergessen

bewahren möchte. „Stanker sind die Stangen,

an denen man früher überall das Heu

zum Trocknen aufgehängt hat, heute werden

sie leider nicht mehr gebraucht“, erklärt

Buchwieser. Für einen Freund hat er etwa

eine „Stankerobe“, eine Garderobe aus den

Heustangen gefertigt, bemalt und Gesichter

hineingeschnitzt.

... eines naturverbundenen Burschen

Nur von der Bildhauerkunst allein kann

die Familie leider nicht leben, wie Buchwieser

sagt. Neben der Vermietung von

Ferienwohnungen hat er seit 1996 deshalb

seine Leidenschaft für das Klettern und

die Berge zum Beruf gemacht und arbeitet

seither als staatlich geprüfter Bergführer in

Kontakt

GroanArt

Sebastian Buchwieser

Zugspitzstraße 7

82491 Grainau

Sebastian Buchwieser und eines

seiner Kunstwerke mitten im Wald.

+49 171 9300277

mail@buchwieser.net

www.groanart.com


63

Sebastian Buchwieser führt seine Tourengäste

auf abenteuerlichen Wegen auf Deutschlands

höchsten Berg.

English Summary

seiner eigenen Bergschule Zugspitz Alpin.

Er bildete Bergführer aus, schult Trainer für

den Deutschen Alpenverein und arbeitet

ehrenamtlich bei der Bergrettung. Seinen

Privatkunden bietet Buchwieser, der früher

in der Kletter-Nationalmannschaft war,

individuelle Routen auf Anfrage und

hilft ihnen, „ihre Bergträume zu

erfüllen“.

Viele Schmankerl hat der Bergführer

im Angebot, etwa die Tour

auf die Zugspitze über das Höllental.

„Meine Kunden gehen

selbst durch die Höllentalklamm

auf die Angerhütte, und ich hole sie

am nächsten Morgen dort ab“, sagt

Buchwieser und erklärt schmunzelnd,

dass die Grainauer Einheimischen

auch die neue Höllentalangerhütte

niemals „Hölle“ nennen. „Bei

uns war und ist das die Angerhütte.“

Ab Mai ist die Klamm mit ihren imposanten

Felswänden und dem tosenden

Hammersbach wieder geöffnet. Da

hindurch und weiter durch das Höllental

führt der Weg zur Hütte. „Und von

dort geht es erst richtig los auf den

Zugspitzgipfel, da sind wir noch

einmal fünf bis sechs Stunden

unterwegs“, sagt Buchwieser. Bis

zu vier Gäste führt der Grainauer

dann über den ersten Klettersteig

Deutschlands. „Besonders

spannend ist es für viele, wenn es über den

Gletscher geht“, erzählt der Bergprofi. „Dort

seile ich immer alle an, denn oft sind die

Gletscherspalten nicht zu erkennen, weil sie

mit Schnee bedeckt sind.“ Sobald jemand am

Seil gehe, sei das Schwindelgefühl übrigens

verschwunden.

Höhenangst? Kein Problem!

Höhenangst könne man bis zu einem

gewissen Grad abtrainieren. „Ein Kribbeln

bleibt aber immer, das habe ich auch,

und das ist auch gut so.“ Nur so sei die

Sicherheit garantiert und man wird nicht

unvorsichtig. „Außerdem gibt das ja auch

den gewissen Kick“, sagt Buchwieser.

„Wichtig ist vor allem, genügend Kondition

zu haben und trittsicher zu sein.“

Auch die schwierige Überquerung des

Jubiläumsgrats von der Zugspitze zur

Alpspitze bietet Sebastian Buchwieser

an, eine Zwölf-Stunden-Tour. „Da

gehe ich aber nur einzeln mit jeweils

einem Kunden“, sagt er. Außerdem

hat er Angebote für Einsteiger,

Tagestouren mit Klettersteigtipps

an der Alpspitze, Boulderkurse

und vieles mehr im

Programm.

Diese Skulptur stellt das

Lebendige dar, das aus

dem Holz herauskommt.

Sebastian Buchwieser works as

a sculptor and mountain guide in

Grainau, and loves fulfilling his

customers’ desires – with his art or

one of his popular Zugspitze guided

tours. Sebastian has been a trained

wood carver for 40 years. To work

beauty out of wood, to combine

modernity and tradition – that’s

what interests him. “I take the wood

the way I find it,” he says, “and it

all comes from the region”. Unfortunately,

Sebastian says, he and his

family cannot live from sculpture

alone. In addition to renting holiday

apartments, he therefore made his

passion for climbing and the mountains

his profession in 1996 and has

since worked as a certified mountain

guide in his own “Zugspitz Alpin”

mountain school. He trains guides,

teaches instructors for the German

Alpine Association, and volunteers

for the mountain rescue service.

Having been a member of the national

climbing team, Sebastian also

offers personalized tours on request,

helping his customers “to fulfil their

mountain dreams”.

Wie seine Kunst, so möchte er auch seine

Bergtouren ganz individuell gestalten. „Ich

will die Leute nicht abfertigen“, betont Buchwieser.

Sich beim Aufstieg Zeit zu lassen, um

die Schönheit der Natur wahrzunehmen, ist

ihm wichtig. Ein Ziel, das er als Bildhauer

und als Bergführer verwirklicht.


Lucia Glahn


64 / VERANSTALTUNGEN

Grainau

Highlights

REGELMÄSSIGE EVENTS IM SOMMER

Konzerte der Musikkapelle Grainau,

geführte Wanderungen,

geführte Mountain- und E-Biketouren,

Bauerntheater, Heimatabende

JUNI

14. bis 16. Juni 2019

SALOMON Zugspitz Ultratrail

23. Juni 2019

Johannifeuer auf den Bergen

Auf den Berggipfeln der umliegenden Berge

JULI

2. Juli 2019

Benefizkonzert des

Gebirgsmusikkorps

der Bundeswehr

7. Juli 2019, 9.30 bis 23.00 Uhr

95-jähriges Gründungsfest des

Holzhackervereins Grainau

Musikpavillon Grainau

18. Juli 2019

Standkonzert der

Musikkapelle Grainau

19./20. und 25./26. Juli 2019

Freilichttheater

Wildererdrama „Waldbrüder“

Heimatabende

Am 1. und 29. Juni sowie

8. und 31. August 2019 wird

es richtig zünftig. Vorab ein

kleiner Festzug, mit Trommlerzug

und der Musikkapelle.

Die Plattlerkinder, die Madln

und Buam bis hin zu den Mitwirkenden

vom „Alten Tanz“.

Gefeiert wird im Musikpavillon

mit einer schneidigen

Musik, den Goaßlschnoizern

und dem „Dreier Tanz“. Auch

für das leibliche Wohl ist bestens

gesorgt mit Grillspezialitäten,

Kaffee und Kuchen, frischem Maß oder Topfnnudeln vom Holzhacker Verein.

Freilichttheater

Die Gäste können sich am 19. und 20. Juli sowie

am 25. und 26. Juli 2019 auf das Wildererdrama

„Waldbrüder“ freuen, das nach historischen Begebenheiten

von Josef Bader gespielt wird. Veranstaltungsort

ist der Musikpavillon. Historischer Hintergrund

des Dramas ist die Erschießung des Untergrainauer

Wilderers Martin Pischl („Neira“) im Jahre 1931,

eines Gemeinderates und arbeitslosen Vaters von

fünf Kindern, und der darauf folgende Racheakt.

Es gibt Brotzeiten vom Grill und Bier vom Fass.

Einlass ist ab 18.30 Uhr.

AUGUST

3. August 2019, 12.00 bis 19.00 Uhr

7. LiteraturJazzFest Grainau

Pfarrhof der Evangelischen Erlöserkirche

25. August 2019

50-jähriges Gründungsfest des

Trommlerzuges

SEPTEMBER

7. September 2019

Herbstfest der

Wasserwacht Grainau

23. September 2019

Abschlusskonzert der

Musikkapelle Grainau

Johannifeuer

Jedes Jahr am 23. Juni 2019, am

Vorabend des Johannitags, leuchten bei

Einbruch der Dunkelheit die Bergfeuer.

Die Johannifeuer in Grainau sind besonders

eindrucksvoll, weil mit Einbruch der

Dunkelheit der ganze Waxensteinkamm

einer einzigartigen Lichterkette gleicht.

Termine

Alle Termine in Grainau unter

www.grainau.de/veranstaltungskalender

English Summary

All events in Grainau, with dates

and times, at www.grainau.de/

veranstaltungskalender


65

Tiroler Zugspitz Arena

Red Bull X-Alps

In der dritten Juniwoche 2019 wird

Lermoos wieder zum Hotspot der Red Bull

X-Alps. 32 Athleten aus 20 Ländern machen

sich beim härtesten Adventure Rennen der

Welt nur mit eigener Kraft oder mit dem

Gleitschirm auf von Salzburg nach Monaco.

Bereits zum dritten Mal ist in Lermoos ein

Turnpoint, also ein vorgegebener Ort, an

dem die Teilnehmer sich eintragen müssen.

Highlights

REGELMÄSSIGE EVENTS IM SOMMER

Hofführung beim Ziegenpeter, Orchideenwanderung,

Schnuppergolf, Fondueabend

auf der Zugspitze, Gondelfrühstück in der

Almkopfbahn, Führung Gegenwart und

Vergangenheit des Ehrwalder Talkessels,

Stand-up-Paddling am Heiterwanger See,

Canyoning-Touren, Kellereiführung und Verkostung

in der Schnaps- und Weinboutique

Linzgieseder in Ehrwald, Lamawandern, Grillabend

am Grubigstein, Kräuterwanderung in

Lermoos, Platz konzerte der Musikkapellen,

Kinderspielfeste und vieles mehr

JUNI

9. Juni 2019

Traktor- und Oldtimertreffen, Berwang

Sonnwendfeuer

Am 22. Juni 2019 findet dieses Jahr die mystischste Nacht des Jahres statt. Bei den Sonnwendfeuern

werden der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres mit spektakulären

Feuermotiven gefeiert. Seit 2010 sind die Sonnwendfeuer immaterielles UNESCO Kulturerbe.

Den besten Blick und ein 360°-Panorama auf die Feuerbilder hat man vom Moos aus, der

Ebene zwischen Ehrwald, Lermoos und Biberwier.

JULI

6./7. Juli 2019

SAAC Climbing Camp, Ehrwald

27./28. Juli 2019

Schützenfest, Lermoos

Women´s Summer Festival

Von 19. bis 21. Juli 2019 übernehmen die

Frauen das sportliche Zepter in der Tiroler

Zugspitz Arena. Festivalstimmung plus Sport?

Schließen sich auf keinen Fall aus! Alle möglichen

Sportarten – von Lamawandern bis

Canyoning – werden angeboten. Egal, ob versierte

Kletterin oder Trailrunning Einsteigerin,

in gemeinsamer Runde macht Sport um ein

Vielfaches mehr Spaß. Mehr Infos unter

www.womenssummerfestival.com

AUGUST

21. August 2019

Sommerkonzert, Ehrwald

30. August/1. September 2019

Paragliding Testival, Lermoos

SEPTEMBER

7. September 2019

Almabtrieb, Lermoos

Termine

Alle Termine in der Tiroler Zugspitz Arena

unter

www.zugspitzarena.com/de/newsevents/veranstaltungskalender

English Summary

All events in the Tyrol Zugspitz Arena,

with dates and times, at

www.zugspitzarena.com/en/

news-events/event-calendar

8. September 2019

Schafschoad, Ehrwald

21./22. September 2019

SAAC Bike Camp, Lermoos

21. bis 29. September 2019

Oktoberfest auf der Zugspitze


66 / VERANSTALTUNGEN

Garmisch-Partenkirchen

Highlights

JUNI

14. bis 16. Juni 2019

SALOMON Zugspitz Ultratrail

21. bis 29. Juni 2019

Richard-Strauss-Festival

23. Juni 2019

Johannifeuer am Wank

29. Juni 2019

Weiße Nacht

JULI

5. bis 7. Juli 2019

BMW Motorrad Days

13. bis 20. Juli 2019

ZAMMA Kulturfestival Oberland

27. Juli bis 4. August 2019

Festwoche Garmisch

AUGUST

2. bis 4. August 2019

AlpenTestival

10. bis 19. August 2019

Festwoche Partenkirchen

24. August 2019

Bergfestival am Wank

30. August 2019

Kino am Wank

SEPTEMBER

13. bis 15. September 2019

GaPa Wanderlust Festival

AlpenTestival

Testen, erleben und genießen:

Vom 2. bis 4. August 2019

lädt Garmisch-Partenkirchen

zum achten Mal zum beliebten

AlpenTestival ein. In diesem

Jahr findet sich das Testival-

Gelände in einer neuen Location

– dem Beachplatz am

Kainzenbad. Das Konzept

bleibt aber bestehen, sodass Teilnehmer

in bekannter Manier aktuelles Equipment im Sport Conrad Testcenter ausleihen

und testen sowie professionell begleitete Kletter-, Wander- und Radl-Touren in traumhafter

Kulisse erleben können. Mit dem Testivalpass, der das ganze Wochenende für das Rahmenprogramm

gültig ist, können Touren individuell nach Wunsch zugebucht werden. Jeder

Teilnehmer erhält ein abwechslungsreich zusammengestelltes Welcome-Package.

360°TRAIL – das Trailrunning-Event

presented by adidas TERREX

Vom 20. bis 22. September 2019 findet wieder

die Veranstaltung 360°TRAIL, das grenzüberschreitende

Trailrunning-Event in der Zugspitz

Arena Bayern-Tirol statt. Auf jeden, der Spaß am

Laufen hat, warten Testing, Running, Adventure,

Information und Lifestyle. Infos und Anmeldung

unter 360-trail.com.

Eine Woche für mich –

Frauenpower mit Zuckerl

Spüre die Lebensfreude und tanke

neue Energie bei diesem Fünf-Tage-Programm:

etwa mit Stand-up-Paddeln auf

dem 6er SUP und einem Basenfasten-

Wohlfühlpaket. Auf einem Barfußtrail,

beim Raften und Radln entdecken

wir die Natur und mit Mountaincarts

erfahren wir, was Downhill-Spaß heißt.

Musikalisch wird es beim Alphornblasen,

und mit einem mutigen Sprung am

Flying Fox schließt die Woche. Alle Aktionen sind auch einzeln buchbar.

Termine: 1. bis 5. Juli, 29. Juli bis 2. August, 2. bis 6. September 2019

20. bis 22. September 2019

Straßen.Kunst.Festival

20. bis 22. September 2019

360° TRAIL – das Trailrunning-Event

presented by adidas TERREX

Termine

Alle Termine in Garmisch-Partenkirchen

unter

www.gapa.de/de/aktuelles-termine/

veranstaltungskalender

English Summary

All events in Garmisch-Partenkirchen,

with dates and times, at

www.gapa.de/en/aktuellestermine_en/event-calendar


BERGBAHNEN LERMOOS/BIBERWIER 1.000 - 2.100M

WWW.BERGBAHNEN-LANGES.AT

AUSSICHTSBERGE // PARAGLEITEN // WANDERN // BIKEN // SOMMERRODELN // FUNSPORT

TIPP!

GUTSCHEINWELT AUF

www.bergbahnen-langes.at

// 4 Sommer-Bergbahnen am Grubigstein und Marienberg

// TOP-Aussicht mit dem schönsten Blick zur Zugspitze

// Themenwanderwege “Moosles Forscherpfad, Moosles Zauberwald +

Montanwanderweg Silberleithe“

// Höhenwanderungen zu gemütlichen Berghütten

// 1.300 m lange Sommerrodelbahn + Funsport-Bergroller am Marienberg

// Im Juli und August bei Schönwetter jeden Dienstag Abendrodeln!

// TOP-BikedesTinATiOn (1000 Meter Höhenunterschied)

Blindseetrail, Forest ONE + Forest TWO

// TOP-GeheimTiPP für Paragleiten und Tandemflüge

// sOmmeRBeTRieB von 24. Mai bis 03. November 2019

// WinTeRBeTRieB von 06. Dezember 2019 bis 13. April 2020

BERGLIFTE GISELHER LANGES GESMBH & COKG

A-6631 LERMOOS // TELEFON +43 (0)5673/ 2323

www.bergbahnen-langes.at


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