KAV MAGAZIN - AUSGABE 2/2019

KoelnerAnwaltverein

In der aktuellen Ausgabe unseres KAV Magazins informieren wir Sie unter anderem über die KAVCAREERDAYS und die KAV Juniormitgliedschaft. Zudem können Sie in der Revue zum 12. Kölner Anwaltstag und der Ordentlichen Mitgliederversammlung alle Details des 08. Mai 2019 noch einmal nachlesen. Zudem informieren wir Sie über unsere bevorstehenden Fortbildungsveranstaltungen und unsere Ausschüsse und Arbeitskreise informieren Sie über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten in den jeweiligen Rechtsgebieten. In der Rubrik KAVRECHTPERSÖNLICH standen uns für diese Ausgabe Herr Joachim Roth, Leitender Oberstaatsanwalt in Köln und Herr Kollege Dr. Frank Seebode, Mitglied des Vorstands des Kölner Anwaltverein e.V. als Interviewpartner zur Verfügung. Mit JURTOUR gehen wir wieder auf Reisen und stellen Ihnen die Metropole des Orients, Dubai vor. Auch diesmal haben Sie wieder Gelegenheit einen Aufenthalt vor Ort zu gewinnen. Diesmal im Steigenberger Hotel Business Bay, Dubai. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und viel Freude mit dieser Ausgabe.

Aktuelles & Wissenswertes | 43

Der blaue Montag und das Krankfeiern im Arbeitsrecht

1. Woher kommt der Begriff „blauer Montag – blau machen“?

Der Ausdruck „blau machen“ bedeutet allgemeinsprachlich das

Fernbleiben vom Arbeitsplatz ohne triftigen Grund. Der Begriff wird

in der Bedeutung und Wertschätzung der Redewendung „Krankfeiern“

gleich gesetzt. Die Bezeichnung wird auch beim Fernbleiben

vom Schulunterricht verwendet.

Der Ausdruck Blaumachen könnte sich aus dem Berufsbereich der

Färber im Mittelalter entwickelt haben. Er bezeichnet die letzte

Phase des Färbens von Tüchern. Der wichtigste Farbstoff der früheren

Jahrhunderte war Indigoblau. Er war einfach herzustellen und

die preiswerteste Farbe in der damaligen Zeit. Indigoblau stammt

von der indischen Pflanze Indigofera tinctoria. In Mitteleuropa wurde

der Farbstoff überwiegend aus dem Waid gewonnen. Indigo ist

nur löslich durch Sauerstoffentzug. Die Waidblätter wurden mit einer

Urinbrühe bedeckt. In der Sonne entstand durch den Gärungsprozess

Alkohol. Das Tuch nahm zunächst eine gelblich-grüne Farbe

an. Die Farbe Blau entwickelte sich erst im Lauf des Tages. Durch

die Sonneneinstrahlung und den Luftsauerstoff oxidierte das Indigo

und wurde blau. Der Sonnenlichttag war meist ein Montag. An

diesem Tag ruhte die Weiterverarbeitung. Die Färber hatten nichts

zu tun, sie „machten blau“ und ließen die Natur für sich arbeiten.

2. Blauer Montag im Arbeitsrecht

Der blaue Montag im Arbeitsrecht bedeutet das kurzzeitige Fernbleiben

vom Arbeitsplatz ohne tatsächlich krank zu sein. Fehlt ein

Kollege montags am Arbeitsplatz und ist er dienstags wieder da,

denken sich viele, er hat blau gemacht oder krankgefeiert.

Das „Krankfeiern“ ist in Deutschland keine Seltenheit. Den Unternehmen

entsteht dadurch ein hoher Schaden. Rund zehn Prozent

der deutschen Arbeitnehmer machen gelegentlich blau. Vielleicht

liegt die Dunkelziffer sogar noch höher. Männer scheinen öfter

krankzufeiern als Frauen: Fast vierzehn Prozent der Männer, aber

nur knapp sechs Prozent der Frauen planen laut eigenen Aussagen

zufolge schon jetzt, im nächsten Monat einen Tag blau zu machen.

Manche Mitarbeiter nennen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

sogar ironisch „gelber Urlaubsschein“.

Der Arbeitnehmer muss aufgrund seiner regelmäßigen Anwesenheitspflicht

am Arbeitsplatz den Arbeitgeber unverzüglich über

sein Fernbleiben wegen Arbeitsunfähigkeit informieren. Dies hat

spätestens zu Beginn der Arbeitszeit am ersten Tag der Erkrankung

zu erfolgen. Die Krankmeldung kann per Telefon, E-Mail oder Fax

übermittelt werden. Der Arbeitnehmer muss keine Auskunft über

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