FINE Das Weinmagazin - 02/2019

tretorri

FINE Das Weinmagazin ist in der Welt der großen Weine zu Hause. Themenschwerpunkte der 45. Ausgabe sind unter anderem: DOMAINE FAIVELEY GELEBTE TRADITION: VIERZIG GROSSE BURGUNDER

2| 2019 Deutschland € 15 Österreich € 16,90 Italien € 18,50 Schweiz chf 30,00

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DOMAINE FAIVELEY

GELEBTE TRADITION: VIERZIG GROSSE BURGUNDER

Bordeaux Champagne Elsass Mallorca Rheingau

Château Der Grand Siècle Die Winzerin Drei passionierte Das Weingut

Pontet-Canet von Laurent-Perrier Anne Trimbach Insel-Winzer Jakob Jung


Die besten Weingüter der Welt ...

Das Gute leben.

DAS WEINCABINETT

Als interessierter Weinliebhaber, der Sie aufgrund dieser Lektüre zu sein scheinen,

sollten Sie einmal das WeinCabinett in der Markthalle Braunschweig oder Krefeld

besuchen. Dort lagern Weine und Raritäten von einigen der besten Weingüter

der Welt und unsere Sommeliers freuen sich nur darauf, Sie kompetent und

inspirierend beraten zu können. Genießen Sie handverlesene Weine – gerne auch

zu einem kleinen Imbiss – direkt an unserer Weinbar.

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FINE

DAS WEINMAGAZIN 2|2019

MALLORCA

BINIGRAU 42

MALLORCA

MIQUEL GELABERT 50

MALLORCA

VINÍCOLA 4KILOS 58

CHÂTEAU PONTET-CANET 12

DOMAINE FAIVELEY 30

7 FINE EDITORIAL ________________Thomas Schröder

10 FINE BORDEAUX ________________Château Pontet-Canet setzt ganz auf Biodynamie

20 FINE BORDEAUX ________________Das glanzvolle Comeback von Château Brane-Cantenac

28 FINE TASTING ___________________Vierzig Grands Crus der Domaine Faiveley

36 FINE CHAMPAGNE ______________Laurent-Perrier und sein Grand Siècle

42 FINE MALLORCA ________________Binigrau: Präzision mit Stil

50 FINE MALLORCA ________________Miquel Gelabert: Geduldiger Tüftler

58 FINE MALLORCA ________________Vinícola 4Kilos: Frech und fantasievoll

66 FINE ISRAEL ____________________Weinbau in der Wüste (2)

68 FINE ISRAEL ____________________Seahorse Winery: Ze’ev Dunie nennt sich Anarchist

ISRAEL

SEAHORSE WINERY 68

ZWANZIG JAHRGÄNGE

PICHON COMTESSE 88

ISRAEL

SOMEK WINERY 72

ANNE TRIMBACH 98

ISRAEL

ADIR WINERY 76

ISRAEL

MARGALIT WINERY 80

ALEX JUNG VOM WEINGUT JAKOB JUNG 132

HENRI LURTON

CHÂTEAU BRANE-CANTENAC 22

LAURENT-PERRIER GRAND SIÈCLE 36

72 FINE ISRAEL ____________________Somek Estate Winery: Barak Dahan sucht nach Exzellenz

76 FINE ISRAEL ____________________Adir Winery: Yossi und Avi Rosenberg sehen sich als Bauern

80 FINE ISRAEL ____________________Margalit Winery: Asaf Margalit sind Trends egal

84 FINE DAS GROSSE DUTZEND __Château Troplong Mondot

88 FINE TASTING ___________________Zwanzig Jahrgänge Pichon Comtesse

92 FINE CHAMPAGNE ______________Mit Schuss: Über Champagnercocktails

98 FINE FRAUEN IM WEIN __________Anne Trimbach, die First Lady des Elsässer Rieslings

104 FINE WEIN UND SPEISEN _______Jürgen Dollase im Restaurant Seven Seas in Hamburg

112 FINE DIE PIGOTT KOLUMNE ____Süß, schwer und dunkel – ein Diktat des Marktes?

116 FINE VINOTHEK _________________Das Familienunternehmen Bührmann Weine in Moers

120 FINE NORWEGEN _______________Der nördlichste Riesling der Welt

124 FINE DIE WÜRTZ KOLUMNE ____Stolz und Vorurteil: Deutscher Riesling

126 FINE WEIN UND ZEIT ___________ Die Mendelssohns (2)

132 FINE RHEINGAU ________________Das Weingut Jakob Jung

142 FINE GENIESSEN _______________Laib mit Seele

146 FINE ABGANG __________________Ralf Frenzel

4 FINE 2 | 2019 INHALT INHALT FINE 2 | 2019 5


VEREHRTE LESERIN, LIEBER LESER,

das Beständigste auf Erden ist die

Unbeständigkeit. Und ganz gewiss ist –

mit der einen fatalen Ausnahme –, dass

nichts gewiss ist. Wenn der Mensch damit

rechnen muss, dass mit einiger Wahrscheinlichkeit

das Klima nicht bleiben wird, wie es

und was es für ihn und viele Generationen

vor ihm war, ist auch diese Veränderung

von Unbeständigkeit und Ungewissheit

begleitet. Dabei geht es ja nicht um die Frage,

ob man künftig öfter einen Regenschirm

oder einen Sonnenhut mit sich trägt – viele

stellt dieser Wandel vor wahre Schicksalsund

Existenzfragen. Winzer zum Beispiel:

Können sie mit den vertrauten Rebsorten

weiter wirtschaften wie bisher? Müssen sie

die Standorte ihrer Weinlagen ändern, in höhere oder

tiefere Regionen ausweichen? Müssen sie Hitze oder

Kälte fürchten, Dürre oder Nässe? In jedem Fall müssen

sie schon heute mit genügend Know-how gewappnet

sein, um reagieren zu können, wenn ihnen nicht morgen

die Erträge wegbrechen sollen. Israelische Winzer beispielsweise

– Kristine Bäder setzt ihre im letzten Heft

begonnene Porträtreihe fort – haben sich wegen der

unabweisbaren Hitze in fast allen ihren Weinbauregionen

und der daraus folgenden Dürregefahr zu wahren Meistern

in der Kunst der Bewässerung entwickelt. Klaus-Peter

Keller hingegen, Top-Erzeuger rheinhessischer Rieslinge,

hat sich auf Erwärmung einzustellen, die seiner Lieblingsrebe

abträglich sein wird. Vor zehn Jahren hat er darum

mutig und vorausschauend begonnen, einen Versuchsweingarten

in Norwegen anzulegen. Im vergangenen Jahr

konnte er dort Riesling- und Pinot-Noir-Trauben lesen.

Mit Erfolg? Uwe Kauss hat den Erstling mit dem Winzer

verkostet und mit ihm das Projekt bewertet. Franz Josef

Strauß würde man heute jedenfalls seinen launigen Satz

»lieber würde ich Ananas in Alaska züchten« nicht mehr

so ohne weiteres als klares Dementi seiner Ambitionen

auf das Bundeskanzleramt in Bonn durchgehen lassen.

Wenn sie nicht gerade Spekulationen über Reifedauer

oder ideale Trinkzeitpunkte anstellen – Prognosen, denen

bei aller Expertise nicht nur mit Vorlust, sondern gewiss

auch mit einer gewissen Skepsis begegnet werden darf –,

haben Weinverkoster weniger mit der Zukunft als den

Befunden der Gegenwart und dem kennerischen Nachschmecken

vergehender und vergangener Zeit zu tun.

Eine stille Tätigkeit in Konzentration und Kontemplation,

die sicher nicht immer, aber doch oft genug schönste

organoleptische Erfahrungen schenkt: FINE-Autor

Michael Schmidt gehört zu der kleinen Zahl der glücklichen

Erwählten, die sich dieser diffzilen Aufgabe der

Unterscheidung widmen können. Mit unbestechlich

kritischem Gaumen kostet er sich für dieses Heft durch

vierzig Weine der Domaine Faiveley, die seinem Urteil

zufolge allzumeist zu den achtbaren, wenn nicht zu den

großartigen, den herrlichen Weinen der Bourgogne zählen.

Sie haben vor den unbestreitbar Allergrößten, den Heiligtümern

der Region, den Vorzug, noch bezahlbar und

überhaupt erhältlich zu sein.

Mit Verkostungen und Geschichten richten wir

unseren Blick auch auf die Châteaus Pontet-Canet, Brane-

Cantenac, Troplong-Mondot und Comtesse Pichon de

Lalande, auf den Champagne Grand Siècle von Laurent-

Perrier sowie das Erbacher Weingut Jakob Jung und zudem

auf drei Erzeuger großer mallorquinischer Weine, die

nicht nur den Inselurlaub verschönern, sowie auf Anne

Trimbach, die eine bessere Zukunft beschwört, indem sie

für den sich erneuernden Rang und Ruhm des elsässischen

Rieslings arbeitet. Ihnen allen ist um den Wein, den wir

oder unsere Nachgeborenen in fünfzig Jahren trinken

werden, nicht bange. Und mir? Ich halte es mit dem

Champagnerfreund Mark Twain: »Natürlich kümmere

ich mich um die Zukunft. Ich habe vor, den Rest meines

Lebens darin zu verbringen!«

Enjoy responsibly – www.moët.com

Thomas Schröder

Chefredakteur

EDITORIAL FINE 2 | 2019 9


FINEAUTOREN

KRISTINE BÄDER Als Winzertochter aus Rhein hessen

freut sie sich über die positive Entwicklung dieser Weinregion,

als ehemalige Chefredakteurin des Sommelier

Magazins über die der deutschen Weine im Allgemeinen.

Darüber hinaus hat die studierte Germanistin

eine besondere Beziehung zu den Weinen aus Portugal.

DANIEL DECKERS Die Lage des deutschen Weins

ist sein Thema – wenn er nicht gerade als Politik-

Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über

Gott und die Welt, über Lateinamerika oder Rauschgift

zur Feder greift. An der Hochschule Geisenheim lehrt er

Geschichte des Weinbaus und -handels. In seinem Buch

»Wein. Geschichte und Genuss« beleuchtet er durch

mehr als dreitausend Jahre die Rolle dieses unschätzbaren

Kulturguts als Spiegel der Zeitläufte.

ARMIN DIEL Einerseits ist er Winzer – seine Weine

von der Nahe spielen im nationalen wie im internationalen

Ranking eine Rolle. Andererseits ist er

Publizist. Als einstiger Mitherausgeber des Wein-Gault-

Millau hat er den Guide an die Spitze der weinkritischen

Publikationen in Deutschland gebracht.

JÜRGEN DOLLASE Kunst, Musik und Philosophie

hat er in Düsseldorf und Köln studiert. Er war Rockmusiker

und Maler. Heute ist er der bei weitem einflussreichste

Kritiker der kulinarischen Landschaft in

Deutschland und Europa. Vielbeachtet sind seine Bücher

über die Kunst des Speisens; zuletzt erschien der Band

»Geschmacksschule« in der Reihe SZ Gourmet Edition

(bei Tre Torri). Sein visionäres Kochbuch »Pur, präzise,

sinnlich« widmet sich der Zukunft des Essens.

URSULA HEINZELMANN Die Gastronomin und

gelernte Sommelière schreibt unter anderem für die

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, für Efflee

und Slow Food sowie Bücher zum Thema Essen und

Trinken. Das jüngste Buch, »China – Die Küche des

Herrn Wu«, (bei Tre Torri) gibt tiefe Einblicke in die

vielfältige Kochkunst der Chinesen.

SIGI HISS Auch nach einigen zehntausend Weinen

ist das Verkosten immer noch seine große Leidenschaft

– sei es in internationalen Jurys, im Auftrag

renommierter Weinpublikationen oder für Weingüter.

Bei der Bewertung der Weine sind ihm Unabhängigkeit

und Neutralität unabdingbarer Grundsatz. Seine

Publikationen erscheinen in den wichtigen Fachmedien.

Für alles außer Spirituosen ist er zu begeistern, seine

besondere Liebe gilt allem, was gereift ist.

UWE KAUSS In Weinkellern kennt er sich aus: Der

Autor und Journalist schreibt seit zwanzig Jahren über

Wein, etwa für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,

das Weinmagazin Enos, für wein.pur und

Genuss-Magazin in Wien sowie das Internetportal weinplus.eu.

Daneben hat er sechzehn Sach- und Kindersachbücher,

einen Roman und zwei Theaterstücke publiziert.

Titel-Foto: Domaine Faiveley, GUIDO BITTNER

8 FINE 2 | 2019 IMPRESSUM

STEFAN PEGATZKY Der promovierte Germanist

kam 1999 nach Berlin und erlebte hautnah mit, wie sich

die Metropole von der Bier- zur Weinstadt wandelte.

Seit einigen Jahren schreibt er regelmäßig über Wein

und Genuss. In der Tre-Torri-Reihe »Beef!« erschien

der Band »Raw. Meisterstücke für Männer«, in der

»Gourmet Edition – Kochlegenden« die Bücher zu

Hans Haas, Marc Haeberlin und Harald Wohlfahrt.

STUART PIGOTT In der gehobenen Weinwelt ist er

ein Begriff. Seit der 1960 in London geborene studierte

Kunsthistoriker und Maler im Wein, im deutschen Wein

zumal, sein Lebensthema fand, hat er sich mit unkonventioneller

Betrachtungsweise in die Ränge der weltweit

geachteten Autoren und Kritiker geschrieben. Sein

Buch »Planet Riesling« erschien bei Tre Torri.

RAINER SCHÄFER wuchs in Oberschwaben auf und

lebt seit zwanzig Jahren in Hamburg, wo er über die

Dinge schreibt, die er am meisten liebt: Wein, gutes

Essen und Fußball, stets neugierig auf schillernde

Persönlich keiten, überraschende Erlebnisse und

unbekannte Genüsse. Als Ko-Autor hat er über »100

Länder, 100 Frauen, 100 Räusche« berichtet.

MICHAEL SCHMIDT Der »deutsche Engländer«,

wie ihn die britische Weinszene nennt, schreibt für die

Purple Pages der Weinpäpstin Jancis Robinson über

deutschen Wein. Bei Sotheby’s Wine Encyclopedia und

dem World Atlas of Wine von Hugh Johnson und Jancis

Robinson ist er als Berater für das Kapitel Deutschland

zuständig.

CHRISTIAN VOLBRACHT Der Journalist, Autor

und Antiquar schreibt über Wein und Gastronomie, seit

er für die Deutsche Presse-Agentur in Paris gearbeitet

hat. Seine besondere Leidenschaft gehört neben Wein

und gutem Kochen den Pilzen und Trüffeln. Er ist

Sammler und Inhaber des Buchantiquariats MykoLibri,

als Buchautor ergründete er das Thema »Trüffeln –

Mythos und Wirklichkeit« (bei Tre Torri).

DIRK WÜRTZ ist eigentlich Winzer. Seit 2018 ist er in

einer Beteiligungsgesellschaft zuständig für die Wein-

Sparte und in dem Niersteiner VDP-Weingut St. Antony

als geschäftsführender Gesellschafter tätig. In seinem

Blog schreibt er seit zehn Jahren über alles rund um

den Wein. Er hat das erste Live-Wein-TV-Format im

Internet produziert und mit dem Magazin Stern die

Video-Weinschule zu zahlreichen Themen gedreht.

Editorial-Foto: PEKKA NUIKKI

VERLEGER UND HERAUSGEBER

Ralf Frenzel

ralf.frenzel@fine-magazines.de

CHEFREDAKTEUR

Thomas Schröder

thomas.schroeder@fine-magazines.de

REDAKTION

Carola Hauck

ART DIRECTION

Guido Bittner

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Kristine Bäder, Dr. Daniel Deckers,

Armin Diel, Jürgen Dollase,

Ursula Heinzelmann, Sigi Hiss,

Uwe Kauss, Dr. Stefan Pegatzky,

Stuart Pigott, Rainer Schäfer,

Michael Schmidt, Christian Volbracht,

Dirk Würtz

FOTOGRAFEN

Guido Bittner, Rui Camilo, Sune Eriksen,

Johannes Grau, Marco Grundt,

Christof Herdt, Marc Volk

VERLAG

Tre Torri Verlag GmbH

Sonnenberger Straße 43

65191 Wiesbaden

www.tretorri.de

Geschäftsführer: Ralf Frenzel

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Judith Völkel

Tre Torri Verlag GmbH

+49 611-57 990

anzeigen@fine-magazines.de

DRUCK

Eversfrank Berlin GmbH

FINE Das Weinmagazin erscheint

vierteljährlich zum Einzelheft-Preis

von € 15,– (D), € 16,90 (A),

CHF 30,– (CH), € 18,50 (I)

VERTRIEB

DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH

www.dpv.de

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Der

Verlag haftet nicht für unverlangt eingereichte

Manuskripte, Dateien, Datenträger und Bilder.

Alle in diesem Magazin veröffentlichten Artikel

sind urheberrechtlich geschützt.

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DIE REBEN

FINDEN

IHRE EIGENE

BALANCE

AUF CHÂTEAU PONTET-CANET

SETZEN ALFRED TESSERON UND

SEIN WEINMACHER JEAN-MICHEL

COMME GANZ AUF BIODYNAMIE

Von ARMIN DIEL

Fotos CHRISTOF HERDT

Auch Bio-Winzer müssen spritzen. Auf Château Pontet-Canet verwendet

man ein Kupfer-Schwefel-Gemisch mit Schachtelhalm,

Weide, Schafgarbe, Fenchel und Spurenelementen, ein sogenanntes

Kontaktmittel, das ausschließlich auf der Oberfläche der Rebe wirkt.

Das Pferd ist eines von dreizehn Tieren, die seit 2008 in den Weinbergen

von Château Pontet-Canet im Arbeitseinsatz sind.

10 FINE 2 | 2019 BORDEAUX BORDEAUX FINE 2 | 2019 11


FRECH UND FANTASIEVOLL

Seltene Momente: Ausgestreckt auf den

Fässern im engen Keller, den Blick fast

träumerisch zur niedrigen Decke gerichtet,

gönnt sich der rastlose Weinmacher Francesc

Grimalt eine kurze Verschnaufpause.

IM KREATIVEN CHAOS DER VINÍCOLA

4KILOS ENTSTEHT GROSSES

Von RAINER SCHÄFER

Fotos RUI CAMILO

Gespräche mit Francesc Grimalt können zum Geduldsspiel werden. Der Winzer ist rastlos,

streicht sich fahrig übers Gesicht und springt immer mal wieder auf, um kurz zu verschwinden.

Ruhig sitzen und entspannt plaudern gehört nicht zu seinen größten Stärken.

Ständig hat er andere und wichtigere Dinge zu erledigen. Und dann noch diese lästigen Fragen:

Es gibt manches, über das der Weinmacher der Vinícola 4Kilos nicht reden möchte an diesem

Frühlingstag, an dem die Sonne schon mächtig vom Himmel brennt. Also: Bitte keine Fragen

zu anderen Winzern, mit denen wolle er nicht verglichen werden. »Ich hasse Vergleiche«, sagt

Francesc Grimalt und fährt sich über seine breiten, bis an die Kinnlade reichenden Koteletten.

»Trink meine Weine«, sagt er, »dann kannst du die Unterschiede erkennen.« Schon mit seinem

Aussehen betont Grimalt, der sich schon immer für Rockmusik interessierte, dass er sich von

anderen absetzen will: Es erinnert an die Rockabilly-Musik der frühen neunziger Jahre, an

Haartollen, Backenbärte und Bands wie die Stray Cats, an eine Zeit, in der sich die Jungen mit

rebellischem Gebaren den Vorstellungen der Alten widersetzten. Gemeinsam mit dem Filmemacher

und Komponisten Sergio Caballero bildet Francesc Grimalt das avantgardistische Weinprojekt

4Kilos, das gerade weltweit gefeiert wird.

58 FINE 2 | 2019 MALLORCA MALLORCA FINE 2 | 2019 59


WEINBAU IN DER WÜSTE (2)

IM GELOBTEN LAND IST WEINBAU

EINE HERAUSFORDERUNG

Von KRISTINE BÄDER

Fotos JOHANNES GRAU

Auf einer Fläche so groß wie Hessen zeigt Israel eine erstaunliche

Vielfalt an Klimazonen und Bodenformationen. Zahlreiche

Winzer entwickeln eine ansteckende Dynamik in dem

Land, dessen extreme Bedingungen den ambitionierten

Weinmachern viel abverlangen. Seiner uralten Weinbaugeschichte

hauchen handwerkliche Perfektionisten,

anarchistische Querdenker, individualistische Freigeister

und leidenschaftliche Pioniere neues Leben ein.

Geröll, Sand und wenig Grün: Um dem

kargen Boden der Golanhöhen Fruchtbarkeit

abzutrotzen, braucht es mehr als Chuzpe.

66 FINE 2 | 2019 MALLORCA MALLORCA FINE 2 | 2019 67


ZWANZIG JAHRGÄNGE PICHON COMTESSE

CHRONOLOGIE EINER WIEDERGEBURT

Von RAINER SCHÄFER

Fotos GUIDO BITTNER

Wenige Kilometer außerhalb der Stadt Pauillac liegt das Château Pichon Longueville Comtesse

de Lalande, das unter Kennern nur Pichon Comtesse heißt. Nicht zu verwechseln mit Château

Baron de Pichon-Longueville direkt gegenüber, nur durch die Landstraße D2 getrennt. Beide

Güter, Pichon Comtesse und Pichon Baron, wurden 1855 bei der Klassifikation im Bordelais als

Deuxième Cru eingestuft. Bis 1850 gehörten sie sogar zusammen und bildeten ein einziges Weingut,

heute stehen die Nachbarn in direktem und innigem Konkurrenzkampf. »Wir kommen gut

miteinander aus, solange die Comtesse die besseren Weine macht«, scherzt Nicolas Glumineau,

seit 2012 Gutsdirektor bei Pichon Comtesse, davor bei Château Monrose.

Mit Château Pichon Longueville Comtesse

de Lalande will er »ein neues Kapitel

schreiben«. Dessen Geschichte reicht

bis ins 17. Jahrhundert zurück, 2007 wurde es vom

Champagnerhaus Roederer übernommen. Das

Gut wurde aufwändig renoviert, das neue Kellereigebäude

zur Ernte im Herbst 2013 fertiggestellt und

das 2009 begonnene »Bepflanzungsprogramm«

beschleunigt: Nach Boden analysen werden jedes

Jahr drei Hektar der Weinberge neu bestockt, wobei

die Unterlagen und das Rebmaterial »exakt auf den

Untergrund ausgerichtet« werden. Inzwischen

stehen fünfundsiebzig Hektar im Ertrag, fünfzehn

weitere sind noch zu bepflanzen. Fast ein Drittel

der Weinberge, die sternförmig um das schmucke

Château angeordnet sind, wird biodynamisch bewirtschaftet,

»aber ohne Zertifizierung«. Die werde

zwar angestrebt, sagt Nicolas Glumineau, auf einen

genauen Zeitpunkt wolle er sich aber nicht festlegen.

Auch die Weinstilistik habe er »leicht modifiziert«:

Während die Vorbesitzer um die französische

88 FINE 2 | 2019 TASTING TASTING FINE 2 | 2019 89


MIT SCHUSS

ÜBER CHAMPAGNERCOCKTAILS

Wie das Tüpfelchen auf dem

i rundet ein Hauch Goldstaub

den Signature-Cocktail

»Parlour Mule« der Frankfurter

Bar The Parlour ab.

Mit Obst oder Stout, mit Cognac oder Absinth: Im Cocktail triff der Champagner

auf ungewöhnliche Partner. Was dem einen Genuss, ist dem anderen ein Graus.

Tatsächlich zeigt Champagner auch im Mix, warum wir ihn so lieben: Frische,

Eleganz und Lebensfreude. Kein Wunder, dass aparte Melangen in der Geschichte

des französischen Schaumweins eine ganz besondere Rolle spielen.

Von STEFAN PEGATZKY

Fotos GUIDO BITTNER

Die Prognose war ungünstig. Auch wenn er jetzt in

Mode gekommen sei: »Die Frauen akzeptieren ihn

nicht wegen des Branntweinhauchs, den er dem Atem

verleiht – und kein Getränk, das die Frauen schmähen, wird

sich in Frankreich durchsetzen können.« Pierre Jean-Baptiste

Legrand d’Aussy war nicht der erste Historiker, der nicht zum

Propheten taugte. Der »Punch au champagne«, der Urahn des

Champagnercocktails, war längst ein Erfolg geworden, seit

angeblich 1781 von England aus das Getränk, »das diesem

fremden Volke eigen ist«, über den Ärmelkanal geschwappt war.

Tatsächlich hatte Giacomo Casanova den Punsch vierzig

Jahre zuvor mehrmals in seinen Memoiren beschrieben, und

seine Gespielinnen schienen die Auswirkungen auf den Atem

für vernachlässigbar gehalten zu haben: »Du kannst dir gar nicht

vorstellen«, schrieb ihm etwa seine Freundin C. C. über eine

Nacht zu dritt, »wie verrückt wir geworden sind, nachdem wir

etwas Champagnerpunsch getrunken hatten«. Einige Zeit später

konnte Casanova sich dann selbst derart von dessen Wirkung

überzeugen, dass er den Leser bat, »über gewisse Umstände

dieser wirklich skandalösen Orgie einen Schleier ziehen zu

dürfen«. Dass Champagner mit Schuss nicht nur libidinöse

Reserven mobilisiert, hat Ernest Hemingway überliefert. Aufgefordert,

für einen literarischen Cocktail-Almanach ein Rezept

mit entsprechender Story zu schicken, antwortete er 1935 mit

dem »Tod am Nachmittag«, einem Champagner-Absinth-Cocktail,

benannt nach seinem drei Jahre zuvor erschienenen Stierkampf-Roman:

Dieses Getränk hätte er, fügt er erklärend hinzu,

sich und seinen Kameraden zur Stärkung nach einer siebenstündigen

Seenotrettung gemixt.

Während sich im echten Leben der Champagnercocktail

als unentbehrlich erwiesen hat, ist ihm von Seiten der Weinexperten

immer wieder Kritik entgegengeschlagen. Verläuft

92 FINE 2 | 2019 CHAMPAGNE CHAMPAGNE FINE 2 | 2019 93


FRAUEN IM WEIN XXXVIII

ANNE

TRIMBACH

DIE FIRST LADY DES ELSÄSSER RIESLINGS

Anne Trimbach repräsentiert die dreizehnte Generation der traditionsreichen Winzerfamilie

Trimbach, doch hat sie vor allem Bewegung und Wandel im Sinn. Schon mit dreißig wurde sie die

Grande Dame, die First Lady des elsässischen Rieslings genannt. Denn von ihrer Dynamik profitiert

die ganze Region – und nicht nur das eigene Haus, in dem die Spannung zwischen Tradition und

Moderne auf Schritt und Tritt zu spüren ist.

Von CHRISTIAN VOLBRACHT Fotos JOHANNES GRAU

Die Idylle ist perfekt. Auf dem alten Turm gegenüber

der Domaine Trimbach in Ribeauvillé räkelt sich ein

Storchenpaar in der Sonne. Hinter dem Gutsgebäude

mit seinen Fachwerktürmchen klettern die Rebflächen

der Grand-Cru-Lage Geisberg in die Höhe. Im dem

alten Haus haben Anne Trimbach und ihre Schwester

als Kinder gespielt. Hier ist sie um die Weinpressen

herumgerannt oder hat manches Mal mit ihrem Vater

Pinot-Noir-Trauben zerstampft und sich dabei rote

Füße geholt.

Jetzt empfängt sie die Besucher im Hof, eine groß

gewachsene Frau mit dunklen Augen und freundlichem

Lächeln auf den geschwungenen Lippen, schlicht und

elegant in Jackett und Hose. Ein dunkelblauer Schal schützt

vor dem noch kühlen Frühling vor Ostern. »Französisch ist

perfekt«, sagt sie, »ich spreche sonst gern auch Englisch, aber

mein Deutsch ist nicht sehr gut.« Im Elsass, das so oft zwischen

Frankreich und Deutschland hin und her wechselte, ist es längst

nicht mehr selbstverständlich, auch deutsch zu sprechen. Und

für das Marketing ist Deutschland mit seinen eigenen Rieslingen

nicht von herausragender Bedeutung.

Also »Trimback« in französischer Aussprache. Die Vorfahren

kamen zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus der Schweiz

ins Oberelsass, um Silber zu suchen. Stattdessen fanden sie den

Wein. Ein Jean Trimbach wollte als Bergmann in den Silberminen

von Sainte-Marie arbeiten, erzählt Anne Trimbach.

»Aber er hat sich dann in der Weinregion niedergelassen, in

Riquewihr, und dort 1626 mit dem Weinbau begonnen.« Dreizehn

Generationen in bald vierhundert Jahren! Das historische

Weingut wurde im 19. Jahrhundert verkauft, man zog nach

Hunawihr, wo heute der Kultwein des Gutes wächst, der Clos

Sainte Hune. Erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs siedelte

die Domaine nach Ribeauvillé um.

Ein ansehnliches Gebäude. »Doch es ist viel zu wenig

Platz«, sagt Anne Trimbach entschuldigend, als sie die Eisentür

zur Treppe in den Keller öffnet. Im Gewirr verwinkelter, enger

Gänge und Räume mit nackten Wänden und flachen Betondecken

wechseln sich Fässer und Bottiche aus Holz, Beton und

Stahl ab. Das älteste Holzfass stammt aus dem Jahr 1717. Wie

die anderen alten Holzfässer ist es innen längst von Weinstein

überkrustet. »Wir wollen keinen Holzton im Wein, im Gegenteil,

er soll in neutralem Material ausgebaut werden«, sagt Anne

98 FINE 2 | 2019 FRAUEN IM WEIN FRAUEN IM WEIN FINE 2 | 2019 99


VINOTHEKEN [5]

WEIN-

VERRÜCKT

JULIA BÜHRMANN UND CHRISTIAN NESBEDA

FÜHREN DAS MOERSER FAMILIENUNTERNEHMEN

BÜHRMANN WEINE IN DRITTER GENERATION

Von UWE KAUSS Fotos CHRISTOF HERDT

Tief im Westen. Der Himmel ist grau, es regnet, auf dem Asphalt liegt festgefahrener Schnee. Bis zum Rheinhafen in

Duisburg-Ruhrort sind es mit dem Auto kaum zehn Minuten. Hinter den Flachdächern der Gewerbebauten im Industriegebiet

streckt sich ein rotbrauner Turm aus Stahl in die tief hängenden Wolken. Vor hundert Jahren haben die Kumpel

im Schacht IV der Zeche Rheinpreußen, einer der größten des Ruhrgebiets, pro Jahr fast eine Million Tonnen Kohle in

fünfhundert Metern Tiefe geschlagen und mit dem Förderturm ans Tageslicht gebracht. Lange her. Die Stadt Moers

gehört geografisch und mental zum Niederrhein, war aber jahrzehntelang kohleschwarzer Ruhrpott. Duisburg-Rheinhausen

mit seinem früheren Krupp-Stahlwerk liegt gleich nebenan. Das hat auch das Handelsunternehmen Bührmann

Weine in seiner über neunzigjährigen Geschichte geprägt. Wer das Ladengeschäft durch die große automatische Glastür

verlässt, hat neben dem großen Schild an der LKW-Zufahrt den stillgelegten Zechenturm im Blick.

Hier im Industriegebiet Moers an der Franz-Haniel-

Straße – benannt nach dem Industriellen und Gründer

der Zeche Rheinpreußen – hat Bührmann zwischen

Baumarkt, Discountern, Spielhallen, Küchenstudio und

Computershop vor einigen Jahren den größten Weinladen

in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Auf rund tausend Quadratmetern

gibt es etwa eintausenddreihundert verschiedene Weine,

dazu zweihundert Ginsorten und mehr als zweihundertfünfzig

Whiskys. Dutzende Bordelaiser lagern in den meterlangen

Regalreihen ebenso wie die riesige Kollektion deutscher Weine

sowie günstige bis außergewöhnliche Spanier und Italiener,

dazu Raritäten wie Burgunder von 1924 und 1927. Zudem wird

den Kunden auch Subskription angeboten. Ausgerechnet hier?

Geschäftsführerin Julia Bührmann schaut nach draußen.

Im Dunst rangiert ein knallgrün lackierter LKW mit der Aufschrift

»Bührmann Weine«, der Gehweg ist menschenleer.

»Zum Wochenende und nach Feierabend ist hier echt was

los. Der Baumarkt und die Discounter ziehen viel Publikum

Ihren Ehemann Christian

Nesbeda hat Julia Bührmann

als Kollegen kennengelernt.

Bis heute sind die beiden ein

gutes Gespann, das dem 1927

gegründeten Traditionshaus

seine eigene Prägung gibt.

an, in die Innenstadt und nach Duisburg ist es nicht weit. Das

funktioniert gut«, erzählt die IHK-geprüfte Sommelière in

Röhrenjeans, T-Shirt und Converse Sneakers, die ihre glatten

blonden Haare nach hinten gebunden hat. Die Diplom-Kauffrau

hatte zuvor mehrere Jahre für den Discounter Lidl in Stuttgart

gearbeitet. Dort lernte sie den Kollegen Christian Nesbeda

kennen, der ihr Ehemann wurde und nun mit ihr die Geschäfte

führt. Auch ihm – Dreitagebart, rotes Karohemd über den

Jeans – ist die Anspannung anzumerken. Neben dem Eingang

des großen Ladens wird gesägt und gebohrt, es staubt. Handwerker

haben dunklen Holzfußboden verlegt und einen langen

Holztresen gebaut. Die neuen bodentiefen Fenster lassen viel

Winterlicht auf die Baustelle fallen. Stühle und Tische fehlen

noch, die Lieferung verspätet sich. »Wir eröffnen hier in ein

paar Tagen unsere Weinbar. Sie heißt ›Die Gourmet-Rebellen‹«,

sagt Julia Bührmann und lässt einen skeptischen Blick über die

Baustelle wandern.

Die Gourmet-Rebellen sind mehr als eine Weinbar. Das

Konzept mit Perspektive haben zwei Weinverrückte erdacht.

In wenigen Tagen wollen die beiden Mittdreißiger dem 1927

gegründeten Familienunternehmen, das sie nun in dritter

Generation führen, ihre eigene Prägung geben. Einen unscheinbaren

Seminarraum haben sie wegreißen lassen, die Fläche

geöffnet und verwandelt. Neben dem Tresen wartet eine große,

tiefe Auslage auf ungewöhnliche Käsesorten, feinen Schinken

und weitere Köstlichkeiten. »Wir haben handwerklich gefertigte,

hochwertige Produkte ausgesucht, die wir selbst mögen und

zum Wein servieren«, erzählt Christian Nesbeda.

Der Clou der Bar aber ist ein begehbarer Humidor, an

dem die Handwerker mit langen Leitern arbeiten: »Von jedem

unserer Weine im Katalog werden hier zwei Flaschen liegen.

116 FINE 2 | 2019 VINOTHEK VINOTHEK FINE 2 | 2019 117


DER NÖRDLICHSTE

RIESLING DER WELT

Die Geschichte dieses Rieslings fasziniert, begeistert und verstört. Der Wein, den der rheinhessische

Winzer Klaus-Peter Keller mit seiner Projektpartnerin Anne Enggrav in Norwegen erzeugt, ist

kein Spitzengewächs, es gibt nur wenige Liter. Im Handel wird er nicht zu haben sein. Und doch

ist er eine Weltsensation, zugleich spricht er von Bedrohung und Gefahr.

Von UWE KAUSS

Fotos SUNE ERIKSEN

Geschafft! Nach zehn aufregenden, spannenden

Jahren konnten der rheinhessische Winzer Klaus-Peter

Keller und die norwegische Sommelière Anne Enggrav

im Vingård von Kristiansand tatsächlich die ersten

Trauben lesen: Riesling und Pinot Noir.

Die Sache begann mit Witzeleien über Eiswein,

erinnert sich Klaus-Peter Keller aus

Flörsheim-Dalsheim. Wenige Sätze später

erzählt er von Davos, dem Ort, an dem der Weltwirtschaftsgipfel

stattfindet. Die ersten Trauben von der

Südküste Norwegens erntete er im Jahr 2018. Auf

dem 58. Breitengrad. Der liegt rund achthundert

Kilometer weiter nördlich als der 51. Breitengrad,

die bisherige Grenze des Weinanbaus, die etwa auf

der Höhe von Mittelrhein, Mosel und dem britischen

Cornwall verläuft.

Aber der Reihe nach: Im Jahr 2007 arbeitete die

junge norwegische Sommelière Anne Enggrav aus

Oslo in einem Weinshop des Vinmonopolet, des

Staatsunternehmens, das dem Gesundheits- und Fürsorgeministerium

untersteht. Nur in dessen Filialen

dürfen Getränke mit mehr als 4,75 Prozent Alkohol

verkauft werden. »Ich hatte bei meiner Ausbildung

den praktischen Zugang zum Weinbau vermisst«,

erzählt sie, »ich wollte selbst erfahren, wie Wein

gemacht wird, und dachte, bei der Arbeit in einem

Weingut könnte ich das alles lernen.« Sie bewarb

sich daher für ein praktisches Jahr bei Klaus-Peter

Keller. »Mit ihm habe ich zuvor niemals zu tun gehabt.

Ich kannte nur seine Weine, und die sind einfach

wunderbar«, berichtet sie.

Unter vielen Bewerberinnen und Bewerbern aus

aller Welt erhielt sie eine Zusage, nach Flörsheim-

Dalsheim zu kommen – und mit ihr junge Leute aus

elf weiteren Nationen. »Ich lernte unglaublich viel,

und ich liebte die Arbeit im Weinberg, wollte draußen

sein.« Bei den Kellers geht es familiär zu. Zum Frühstück

und zum Mittagessen sitzt die Familie mit allen,

die dort arbeiten, gemeinsam am Tisch. Klaus-Peter

Keller ist es besonders wichtig, »dass die Chemie

stimmt«. Zwischen Anne Enggrav und Familie Keller

war es mehr. Es entstand eine Freundschaft. »Ich

erzählte nur noch von Riesling, Rebstöcken und den

Feinheiten des deutschen Weins«, erinnert sie sich,

»und Klaus-Peter machte andauernd Witze: Man

könnte in Norwegen doch Eiswein produzieren.«

Nachdem sie einige Tage lang über immer neue

Pointen gelacht hatten, begann der Winzer, die

Wetterdaten von Kristiansand an der norwegischen

Südküste, der Heimat von Anne Enggrav, mit denen

kühler Weinbauregionen zu vergleichen. Das sieht

gar nicht so schlecht aus, dachte er. Denn seit seiner

Diplomarbeit an der Hochschule Geisenheim in den

1990er Jahren hat ihn die These seines Betreuers Hans

Reiner Schultz, einem der wichtigsten europäischen

Klimaexperten, nicht mehr losgelassen: Durch den

Klimawandel könnte Riesling ab etwa 2050 auch in

Norwegen reif werden. »Das wäre ja noch zu meinen

Lebzeiten, warum also nicht mal versuchen?«, habe

sich Klaus-Peter Keller gedacht.

Denn den Klimawandel nimmt er sehr ernst.

Sein Vater und sein Großvater mussten jahrzehntelang

in den rheinhessischen Lagen des Guts um Reife

bangen und kämpfen: »Deren Erzählungen kann

ich viel besser verstehen, seit ich in Norwegen um

Reife ringe.« Doch zuhause ist heute das Gegenteil

sein Problem: »Wir müssen in vielen Parzellen

schauen, dass wir die Trauben mit der Laubwand

richtig beschatten, sonst wird’s denen zu heiß. Ich

habe schon Temperaturen von fünfundsechzig

Grad in der Traube gemessen. Außerdem haben

wir kaum noch Landregen, statt dessen kommen

siebzig Liter Wasser in zwanzig Minuten runter. Nach

einem Gewitterregen können wir am Roten Hang

den Weinberg von der Straße schippen und wieder

hinauffahren.«

Wo aber könnte sich in Norwegen ausgerechnet

Riesling pflanzen lassen? Die

Lösung lag vor der Haustür: Zu Anne

Enggravs Elternhaus in Kristiansand gehört ein nach

Süden geneigter, gut gegen Wind geschützter Hang

aus Granitfels, nur wenige hundert Meter vom Meer

entfernt. Die beiden waren sich einig: Das wäre

genau die richtige Testparzelle. Die Eltern, beide

sehr offen für Neues, willigten ein. Es würde aber

nicht der erste norwegische Weinberg sein. Nach

einer Statistik stehen dort schon mehr als siebenundzwanzigtausend

Rebstöcke, die von zweiunddreißig

Weinbauern und Hobbywinzern gepflegt

werden. Meist sind es frühreife Sorten wie Rondo

oder Solaris, die dort inzwischen beachtliche Reifegrade

erreichen. Doch diese Sorten gefielen weder

dem rheinhessischen Winzer noch der Norwegerin:

»Klar, wir hätten eine frühe Hybridsorte nehmen

können, aber als Weinbegeisterte wollte ich die

Königin der Rebsorten: den Riesling«, sagt Anne

Enggrav, »zudem hatte ich ja mit Klaus-Peter einen

Riesling Master an meiner Seite – was sollte also

schiefgehen?«

Noch 2008 setzte sich Klaus-Peter Keller samt

Familie ins Flugzeug nach Norwegen. »Die

Rebstöcke haben wir im Koffer hingeschaff«,

erzählt er, »die wiegen ja nicht viel.« Gemeinsam

mit den Enggravs pflanzten sie einhundertdreißig

Riesling-Rebstöcke und zwanzig Stöcke Pinot Noir

in den kargen, sandig-felsigen Hang. Dies löste in

Norwegen eine solche Begeisterung aus, dass Klaus-

Peter Keller, der das Rampenlicht nicht sonderlich

mag, noch heute staunt: »Das Fernsehen war da, die

Zeitungen haben Interviews gemacht, damit hätte

ich nie gerechnet.«

Die Rebstöcke wuchsen langsam, aber sie entwickelten

sich gut. Anne Enggravs Vater, inzwischen

achtzig Jahre alt, schneidet und pflegt sie unter

Anleitung von Klaus-Peter Keller, hackt den Boden

und hat einen Blick auf die Begrünung. Die Zeit

verging, die ersten Träubchen zeigten sich. Die

Zeitungen berichteten darüber, aber die Trauben

reiften nicht. In diesen Jahren organisierte Anne

Enggrav ein Netzwerk: Weinbegeisterte Apfelbauern

in der Nachbarschaft helfen, den Weinberg

zu pflegen, ihr Vater hat inzwischen eine Menge

Erfahrung gesammelt. »Das sind längst Profis, da

mache ich mir keine Sorgen mehr«, lobt auch Klaus-

Peter Keller die Weinbergsarbeit.

Vor allem ein Aspekt ist ihm dabei wichtig:

»Dieser Weinberg ist bio-bio. Im Bioweinbau musst

du mit Kupfer und Schwefel spritzen. Da oben aber

ist nichts dergleichen zu tun. Null. Da gibt es keine

Schädlinge, auch keinen Mehltau.« Das liege an der

Solitär-Stellung des Weinbergs: »Gibt es da erst mal

ein paar hundert Hektar, kommen mit dem Pflanzgut

auch die Krankheiten.«

Bis zur ersten Traubenreife dauerte es nicht die

prognostizierten vierzig, sondern nur sechs Jahre.

120 FINE 2 | 2019 NORWEGEN NORWEGEN FINE 2 | 2019 121


URSULA HEINZELMANN GENIESSEN – ABER WIE!

142 FINE 2 | 2019 DIE HEINZELMANN KOLUMNE

LAIB MIT SEELE

Wein und Brot – das klingt nach Weinprobe. Oder? Für Weinprofis eher nicht. Die stimulieren den ermüdeten

Gaumen viel lieber mit Wasser. Aber zum Wein, wenn er nicht nur verkostet, sondern seiner eigentlichen

Bestimmung, dem Trinken nämlich, zugeführt wird: Dann ist Brot perfekt. Es bringt nicht nur genügend

Aromen, Substanz und Bewegung in den Mund, um den nächsten Schluck mit frischen Sinnen erleben zu

lassen – es verdient generell mehr Respekt von uns Weintrinkern.

Die Qualität des Brotes nehmen Sie hoffentlich, sicherlich

genauso ernst wie die des Weins. Ihnen ist bewusst,

dass alles ganz einfach ist: Gute Trauben werden zu

gutem Wein, gutes Mehl wird zu gutem Brot. Da braucht es

keine Zusätze und nicht viel Technik. Geschmack und Charakter

entstehen nicht durch teure Apparaturen und komplizierte

Methoden. Doch die nötige Zeit und Erfahrung hat nicht jeder

Winzer, um spontan vergären und lange auf der Hefe lagern zu

lassen, nicht jeder Bäcker, um den Teig lange zu säuern, statt

ihn schnell aufzuplustern. Denn gerade das führt zu Ausdruck

und Bekömmlichkeit – und genau danach suchen Sie.

Ihr Brot verkosten Sie mit allen Sinnen, um es ganz genau

kennenzulernen und dann gezielt zu einem bestimmten Wein

zu genießen. Sie schnuppern intensiv an Kruste und Krume –

wenn sich da nicht viel tut, sollten Sie schleunigst den Bäcker

wechseln. Sie nehmen die tiefen, dunklen, leicht säuerlichen

Noten eines Roggenvollkornbrots wahr und trinken dazu einen

transparenten, lebendigen Rotwein wie Gamay, Poulsard oder

Blaufränkisch/Lemberger/Kékfrankos. Dagegen sind die

röstigen, fast fruchtigen Aromen eines von Weizen bestimmten

Bauernbrots perfekte Rieslingbegleiter. Ein weiches, süßliches

Milchbrot wiederum passt zu dezenten Weinen mit rundem

Körper wie Chasselas. Sind Kerne und Körner im Spiel, kommen

nussige Akzente hinzu und sorgt Fett für Nachdruck – dann

darf es kräftiger zugehen im Glas: Rotweine mit Gerbstoff und

Weißweine mit Holzeinfluss vollenden den Genuss.

Sie werden feststellen, dass wie beim Wein auch die Säure

des Brotes eine besondere Rolle spielt. Weißbrot etwa kann

durch Sauerteig zu einem ganz neuen Geschmackserlebnis

werden – und mit einem gereiften, mineralisch trocknen Riesling

der gehobenen Art zu einer bleibenden Erinnerung.

Doch für gutes Brot braucht es echte Handwerker. Brotbacken

ist wie Weinmachen auch eine zutiefst sinnliche

Erfahrung. Im Idealfall dominiert der Mensch den Backprozess

nicht, sondern findet hinein in das, was geschieht und geschehen

will, mit seinen Händen, seiner Intuition und seiner Seele. Da

muss ein Ofen mit Holzscheiten beheizt, nach mehreren Stunden,

wenn er die richtige Temperatur erreicht hat, ausgeräumt und

der geformte Teig eingeschossen werden. Und dann aufmerksam

und geduldig beobachtet. Das alles hat wie beim Wein

seinen Preis und muss ihn auch haben.

Sprachlich ist Brot eng verwandt mit »brauen« und

»brodeln«. Gärung führt zu Lockerung, und deren Art – mit

Bierhefe, Weinhefe oder Sauerteig – ist entscheidend für

Geschmack, Textur und Haltbarkeit des Endprodukts. Sauerteig

entsteht durch die spontane Gärung von Mehl und Wasser und

reift dann vom Anstellgut über den Grund- zum Vollsauer. Dabei

bilden sich abhängig von Temperatur und Zeit nicht nur Milchund

Essigsäurebakterien, die den Teig lockern, sondern wie beim

gärenden Wein auch viele geschmacksbildende Komponenten.

Reine Hefe ist im Gegensatz zum sorgfältig kultivierten Sauerteig

eine Art Kickstartmethode, die jedoch zu weniger geschmacklicher

Komplexität führt. Allerdings: Eine Focaccia aus Olivenöl

und richtig gutem Mehl (wobei auch den einzelnen Weizensorten

mehr Beachtung gebührt) ist großartig und verdient

einen ebenso hervorragenden (trocknen) Lambrusco.

Also: Gutes, spannendes Brot auftreiben, es mit Respekt

und Aufmerksamkeit genießen und bewusst mit bestimmten

Weinen kombinieren statt es zum ewigen Nebendarsteller zu

verdammen. Aber auch: damit kochen. Besonders, wenn es ein

wenig altbacken ist, weil Sie bei einem Spitzen-Bäcker in einen

ähnlichen Kaufrausch verfallen sind wie beim letzten Besuch

eines herausragenden Winzers. Dann mischen Sie aus Weißbrot,

Tomaten, Zwiebeln, Basilikum, Essig und Olivenöl eine

Panzanella, einen toskanischen Brotsalat, und trinken regionsübergreifend

einen apulischen Susumaniello dazu. Aus Graubrot

machen Sie ganz altmodisch eine retroschicke Brotsuppe

mit Äpfeln, Rosinen und ein bisschen dicker Sahne – wunderbar

zu einer Spätlese mit einem Hauch Botrytis. Auch so geht

Brotgenuss.

Wichtige Informationen zu diesem Wein: 2013er Le Redini IGT Tenuta degli Dei, Rotwein · Rebsorte: 90% Merlot, 10% Alicante · Herkunftsort: Italien, Toskana · Hersteller/Abfüller: SOCIETA‘ AGRICOLA DEGLI DEI srl, Via di San Leolino,56, 50020 Panzano, Greve in Chianti ·

Nettofüllmenge: 0,75 l · Alkoholgehalt: 14,5% vol. · Enthält Sulfite · Anbieter: Tre Torri Verlag GmbH, Sonnenberger Straße 43, 65191 Wiesbaden

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FINEABGANG

DER GURU GEHT

Vor mehr als dreißig Jahren sorgte ein junger Anwalt aus Baltimore für eine

Revolution in der Weinbranche: Robert Parker. In Anlehnung an das Notensystem

amerikanischer Schulen begann er, Weine nach einem 100-Punkte-

System zu bewerten und dies in seinem Newsletter The Wine Advocate zu veröffentlichen

– eine Idee, so einfach wie genial. Weinliebhaber, die bis dahin in

Ehrfurcht vor den Granden der großen Châteaus und Domainen erstarrt waren,

erlebten nun einen völlig neuen, unbekümmert-professionellen Zugang zu diesen

Weinen, eine Art Demokratisierung des Umgangs mit ihnen, die das Weintrinken

bis heute nachhaltig verändert hat.

Die Kehrseite der Medaille zeigte sich erst später. Robert Parkers Methode, Weine

quasi im Akkord zu verkosten, führte zu einer Dominanz der von ihm favorisierten

üppigen, marmeladigen und alkoholreichen Gewächse, die in der kurzen Spanne

ihrer Begutachtung einen bewertbaren, positiven Eindruck erweckten. Seine

Notate waren subjektiv, aber für ein Millionenpublikum nachvollziehbar. Deren

immenser Einfluss auf Rezeption und Preisentwicklung großer Weine verursachte

allerdings auch zunehmend eine Vereinheitlichung des Weingeschmacks. Die

Weine wurden in eine Richtung getrimmt, von der man wusste, dass Robert

Parker sie schätzte. Wer sich an dessen Bewertungen orientierte, erhielt zwar

neuen Zugang zu großen Weinen, wurde aber fast zwangsläufig auch so etwas

wie der Hermès-Krawattenträger unter den Weinliebhabern. Erst langsam findet

eine Emanzipation der internationalen Weinkritik statt, die auch wieder andere

Stile würdigt.

Bei aller Kritik war Robert Parker aber ein ausgezeichneter Verkoster, der das

Metier beherrschte. Das erlaubte ihm, bei ruhigem Nachverkosten, sich oftmals

selbst zu korrigieren und sich dennoch treu zu bleiben – eine Fähigkeit, die angesichts

häufig beliebiger und substanzloser Weinbewertungen heute unter Kritikern

selten geworden ist. Nachdem Robert Parker sein Unternehmen schon 2012 an

asiatische Investoren verkauft und sich sukzessive aus dem Tagesgeschäft seines

Wine Advocate zurückgezogen hat, geht er nun endgültig in den Ruhestand. Einen

Nachfolger gibt es nicht. Der Weinbranche geht eine Instanz verloren.

Ralf Frenzel

Herausgeber

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WEINSCHULE will Ihnen Wein praktisch und unmittelbar nahebringen. Renommierte

Autoren vermitteln auf neue und informative Weise das Grundwissen rund um das Thema Wein. Im Mittelpunkt stehen

Charakter und Aromenprofil der wichtigsten Rebsorten und die Welt der Sensorik. Vor allem die anschauliche Bildsprache

hilft dabei, die geschmacklichen Unterschiede der Weine auf einen Blick zu erfassen. Weitere Schwerpunkte bilden die

umfassende und tiefgründige Geschichte des modernen Weins und das Thema Essen und Wein mit vielen hilfreichen Hinweisen

für eine gelungene Wein und Speisen-Kombination. Konkrete praktische Tipps und Informationen zu den Themen Weinkauf und

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146 FINE 2 | 2019 ABGANG


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Unsere besten Jahrgänge? Die Geburtsjahre unserer Winzer.

Junge Winzer finden in Rheinhessen beste Bedingungen für eine grosse Karriere: traumhafte Lagen,

wunderbare Rebsorten, hervorragende Ausbildung und viel Raum, eigene Wege zu gehen. So wachsen bei uns stetig neue

Weintalente heran – und über sich hinaus. Lernen Sie sie und ihre fantastischen Weine kennen auf rheinhessenwein.de

Rheinhessen liegt am Rhein zwischen Mainz, Worms und Bingen und ist das größte deutsche Weinbaugebiet. Im warmen

Klima am 50. Breitengrad wachsen zu 70% weiße Rebsorten – vor allem Riesling, Weiß- und Grauburgunder, Müller-

Thurgau und Silvaner. Bei den Roten dominieren Dornfelder und Spätburgunder. Die Festlegung der Reifegrade, der

Weinbereitung und die sensorische Prüfung der Weine aus der gU Rheinhessen unterliegen dem Reglement der EU und sind

zugleich Ausdruck der Weinkultur am Rhein. Rheinhessen ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung

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