Berliner Zeitung 14.06.2019

BerlinerVerlagGmbH

Pankows Bürgermeister Sören Benn über den Wandel des Prenzlauer Bergs – Seite 12

TU Berlin

erfindet

Beton neu

Seite 6

17°/30°

Meist sonnig

Wetter Seite 2

Tierisch: Der Reichstag hat

ein Mäuse-Problem

Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

30 Jahre Mauerfall: Der

Schwarzwald-Berliner

Berlin Seite 10

Freitag,14. Juni 2019 Nr.135 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

5G-Versteigerung: Wird

Telefonieren teurer?

Tagesthema Seite 2

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BSR

Die neue

Chefin

in Orange

VonTobias Miller

Saubere Leistung. Bereits zum

dritten Mal inFolge bekommen

die Berliner Stadtreinigungsbetriebe

eine Chefin. Stephanie Otto, derzeit

noch Prokuristin bei den Abfallwirtschaftsbetrieben

Köln, wird den Job

von Oktober an übernehmen. Das

hat der Aufsichtsrat des Unternehmens

am Donnerstag in seiner Sitzung

beschlossen. Die 52-Jährige

folgt Tanja Wielgroß,

die Anfang

März zu dem

Energieversorger

Vattenfall

wechselte.

5400 Frauen

Stephanie Otto

führtvon Oktober

an die BSR.

1.–6.

JULI

2019

und Männer

wird Otto künftig

führen müssen.

Die Mitarbeiter

genießen

in der Stadt

nicht zuletzt wegen der witzigen

Sprüche auf Orange ein hohes Ansehen.

Das gilt es zu bewahren und

zu modernisieren. Otto wollte sich

am Donnerstag noch nicht zu ihrer

neuen Aufgabe äußern, sie ist ja

noch nicht im Amt.

Zumindest nach der Papierform

ist sie für die Aufgabe hoch qualifiziert.

Sie verfügt über langjährige

Führungserfahrung in der Entsorgungsbranche.

Als Prokuristin in

Köln verantwortet sie dort Business

Development und Digitalisierung,

Vertrieb, Marketing und IT. Dass die

Nachricht von der BSR sofort auf allen

denkbaren digitalen Kanälen verbreitet

wurde, dürfte der Digitalexpertin

gefallen haben.

Bevorsie nach Köln kam, war Otto

unter anderem in der Niederlassungs-

und Vertriebsleitung der RWE

Umwelt Rhein Ruhr GmbH in Essen

und der Geschäftsführung der ATG&

Rosendahl GmbH, ein mittelständischer

Entsorger in Düsseldorf, tätig.

Die BSR-Aufsichtsratsvorsitzende,

Wirtschaftssenatorin Ramona

Pop(Grüne), zeigte sich natürlich

erfreut, dass erneut eine Frau

das Rennen machte. Berlin kann

manchmal doch weit vornesein.

Unerreichbar

Steffi Graf wird 50.

Ein spätes

Bekenntnis zum

Geburtstag. Seite 3

Keine Räumung in der Rigaer Straße

Gericht: Kneipe „Kadterschmiede“ darf bleiben –Linksautonome blockieren Elsenbrücke im Berufsverkehr

VonKatrin Bischoff

und Andreas Kopietz

Im morgendlichen Berufsverkehr

haben Linksautonome

am Donnerstag auf der Elsenbrücke

Autoreifen angezündet.

Die Polizei musste die Brücke, die

Treptow und Friedrichshain verbindet,

sperren. Stundenlang kam es zu

langen Staus. Bereits in der Nacht

hatten Linksextreme in der Rigaer

Straße in Friedrichshain Barrikaden

errichtet und angezündet.

Die Autonomen wollten so auf

eine Verhandlung vor dem Landgericht

aufmerksam machen. Dort

ging es am Donnerstag um den Fortbestand

der linken Szenekneipe

„Kadterschmiede“ in der Rigaer

Straße 94. Am Mittag verkündete das

Landgericht einen erneuten Sieg für

die Betreiber der Kneipe.

Die 27. Zivilkammer wies in dem

erneuten Verfahren um die Räumung

der „Kadterschmiede“ die Klage des

Hauseigentümers als unzulässig ab.

Damit kann die Kneipe im Erdgeschoss

weiter betrieben werden. Der

Vorsitzende Richter bemängelte,dass

der Anwalt des Eigentümers wie

schon in früheren Verfahren keine

ausreichende Prozessvollmacht

habe. Das vorgelegte Dokument eines

englischen Notars entspreche

nicht den deutschen Anforderungen.

Lukas Theune,Anwalt des Vereins

„Kadterschmiede“, begrüßte die

Entscheidung. Sicher könne der

Hauseigentümer erneut Berufung

gegen das Urteil einlegen. „Aber wir

hoffen nun, dass es endlich einmal

genug ist.“ Laut Theune habe sich

der Verein in England bemüht, den

Eigentümer des Hauses, die Lafone

Investments LTD, an ihrer Geschäftsadresse

ausfindig zu machen.

Doch im Businesspark von Durham

kenne niemand diese Firma.

Die Betreiber der Kneipe nutzen

zwei Wohnungen im Erdgeschoss

ohne Mietvertrag. Deswegen wollte

der Eigentümer nun auch noch 675

Euro Miete für die vergangenen drei

Jahrevom „Kadterschmiede“- Verein

gerichtlich durchsetzen. Anwalt

Theune sagte, die Kneipe in dem

einst besetzten Haus sei bereits 1991

legalisiert worden. Alle Bewohner

„Sicher kann der Eigentümer Berufung

einlegen. Aber wir hoffen nun, dass es

endlich einmal genug ist.“

Lukas Theune, Anwalt des Vereins der „Kadterschmiede“

hätten Mietverträge, sie zahlten die

Miete auf ein Bankkonto,hätten aber

keine Hausverwaltung und somit

keinen Ansprechpartner.

Laut Verfassungsschutz ist die

„Kadterschmiede“ Treffpunkt der

linksradikalen Szene. Immer wieder

werden in der Rigaer Straße Polizisten

attackiert, Autos in Brand gesetzt

und Häuser mit Eigentumswohnungen

angegriffen. So war es schon zu

Pfingsten, und so war es in der Nacht

zu Donnerstag. Nach den brennenden

Reifen und Barrikaden ermittelt

der Staatsschutz nun wegen schweren

Landfriedensbruchs. In einem

Bekennerschreiben erklärten die Täter

ihre Solidarität mit der „Kadterschmiede“

und einem „anarchaqueerfeministischen“

Projekt in der

Liebigstraße. Diese seien „Orte des

Widerstands gegen die Herrschaft

voneinigen über viele,gegen Gentrifizierung

und Verdrängung“. Angesichts

der andauernden Gewalt in der

Rigaer und der Liebigstraße müsse

der Senat endlich entschlossen vorgehen

und jedem klarmachen, dass

auch Linksextremismus in Berlin

nichts verloren habe, sagte der FDP-

Abgeordnete Marcel Luthe.

Polizeipräsidentin BarbaraSlowik

hat derweil eine frühere Anweisung

gelockert. Danach dürfen Polizisten

leichter in Szeneobjekte wie die „Rigaer

94“ eindringen. Etwa wenn es

um eine „Verfolgung auf frischer Tat“

geht –wenn wieder einmal ein Polizeiauto

mit Steinen beworfen wurde.

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Schreddern

von Küken

bleibt erlaubt

Bundesverwaltungsgericht

räumt Übergangszeit ein

Das

Bundesverwaltungsgericht

hat das massenhafte Töten

männlicher Küken in der Legehennenzucht

nur noch vorübergehend

als zulässig eingestuft. Bis zur Einführung

alternativer Verfahren zur

Geschlechtsbestimmung im Hühnerei

dürften Brutbetriebe männliche

Küken jedoch weiter töten, urteilte

das Gericht in Leipzig.

Die wirtschaftlichen Interessen

der Brütereien sind aus Sicht der

Bundesrichter allein kein „vernünftiger

Grund“ im Sinne des Tierschutzgesetzes.

Damit wertete das

Gericht die Tierschutzbelange höher

als bisher. Bis aber Alternativen zur

Verfügung stünden, sei die Fortsetzung

der heftig umstrittenen Praxis

noch rechtmäßig.

Nordrhein-Westfalen hatte das

Kükentöten 2013 per Erlass stoppen

wollen. Zwei Brütereien klagten dagegen.

Jedes Jahr werden in Deutschland

laut Bundesagrarministerium

rund 45 Millionen männliche Küken

getötet. Für die Produktion vonEiern

werden Legehennen gebraucht.

Männliche Tiere braucht man dagegen

nicht. Weil man das Geschlecht

bisher erst nach dem Schlüpfen erkennen

konnte, werden die männlichen

Küken vergast. Tierschützer kritisieren

das heftig (BVerwG 3C28.16

und 3C29.16). (dpa) Wirtschaft Seite

7, Kommentar Seite 8

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Tagesthema

Mobilfunknetz

Vier Telekommunikationskonzerne haben sich bei einer Auktion für 6,5 Milliarden Euro wertvolle Frequenzen für den

Ausbau des Internets im 5G-Standard gesichert. Vorallem die Industrie profitiert. Aber auch Verbraucher haben Vorteile.

Ultraschnell

IMAGO STOCK&PEOPLE/PHILIPP DIMITRI

VonTimot Szent-Ivanyi

Zwölf Wochen hat sie gedauert,

497 Runden waren notwendig.

Damit lief die Versteigerung

der Frequenzen

länger als jede Mobilfunkauktion zuvor.

Insgesamt zahlten die beteiligten

Telefonkonzerne 6,5 Milliarden

Euro. Die wichtigsten Fragen und

Antworten zu der Auktion.

Wasist eigentlich 5G?

DerBegriff steht für die fünfte Generation

der Übertragungsverfahren

im Mobilfunk. Durcheine Reihe von

technischen Innovationen sind

Übertragungsgeschwindigkeiten bis

zu 2000 Megabit pro Sekunde möglich.

Zum Vergleich: Weniger als 50

Megabit sind derzeit im Festnetz üblich.

Im Mobilfunk ist die LTE-Technik

(4G) mittlerweile Standard, die

theoretisch 100 Megabit bringt. Im

alltäglichen Betrieb ist es aber deutlich

weniger.

Wozu braucht man 5G?

Da die Daten schneller übertragen

werden, können zum Beispiel

hochauflösende Spielfilme in wenigen

Sekunden heruntergeladen werden.

Der wichtigste Vorteil ist aber,

dass die Reaktionszeiten in 5G so

schnell sind, dass Experten vom

„Echtzeitinternet“ sprechen. Erst

mit 5G kann zum Beispiel das autonome

Fahren realisiert werden oder

andere Anwendungen, bei denen es

auf äußerst schnelle Reaktionen ankommt.

Wichtig ist 5G daher insbesonderefür

die Industrie.

Warumgab es eine Versteigerung?

Um die Technik nutzen zu können,

benötigen die Betreiber freie

Frequenzen zur Übertragung der

Funksignale. Bei der Versteigerung

ging es um Blöcke im 2-Gigahertzund

im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich.

Bei den hohen Frequenzen

sind zwar größere Übertragungsraten

möglich, allerdings ist die Reichweite

geringer. Deshalb sind mehr

Sendemasten notwendig als bei den

bisher genutzten Frequenzen. Das

macht 5G teuer.

Welches Ergebnis hat die Auktion gebracht?

Die meisten Frequenz-Pakete erwarb

Branchenführer Deutsche Telekom

für knapp 2,2 Milliarden Euro,

gefolgt vonVodafone (1,9 Milliarden

Euro) und Telefónica Deutschland

(1,4 Milliarden Euro). DieUnited-Internet-Tochter

Drillisch, die erstmals

bei einer Auktion dabei war, ersteigerte

Frequenzen für knapp 1,1 Milliarden

Euro. Damit gaben die vier

Teilnehmer deutlich mehr Geld aus

als erwartet. Branchen-Experten

hatten mit maximal fünf Milliarden

Euro gerechnet. Bei der Auktion für

die 4G/LTE-Frequenzen 2010 kamen

4,4 Milliarden Euro zusammen. Mit

rund 50 Milliarden Euro war im Jahr

2000 die UMTS-Auktion mit einem

Rekordergebnis zu Ende gegangen.

Welche Bedingungen müssen die Unternehmen

nun erfüllen?

Die Frequenzen sind an die Auflage

gebunden, dass die erfolgreichen

Bieter bis Ende 2022 jeweils

Breitbandverfügbarkeit

4G /LTE-Versorgung nach Bundesländern 2017 in Prozent

bis 94 % 95–96% 97 –98% über 98 %

Schleswig-Holstein

Hamburg

Bremen

Niedersachsen

Hessen

Berlin

Sachsen-

Anhalt

Sachsen

Rheinland-

Pfalz

Saarland

Baden-Württemberg

100

100

93

94

98

97

94

97

96

96

95

94

95

Versteigerung der 5G-Frequenzen

Ausgaben der Unternehmen, die sich Anteile am 5G-Mobilfunk

in Deutschland gesichert haben

2,17 Milliarden Euro

1,88

1,42

13

1,07

Frequenzblöcke*

12 9 7

Deutsche

Telekom

Vodafone

93

96

100

Brandenburg

Mecklenburg-

Vorpommern

Nordrhein-

Westfalen

Thüringen

Bayern

*Die 5G-Frequenz ist in 12 Blöcke im

Frequenzbereich 2,0 GHz und 29 Blöcke

im Frequenzbereich 3,6 GHz unterteilt.

Telefónica

Drillisch

(United Internet)

BLZ/GALANTY; QUELLE: BUNDESNETZAGENTUR, DPA, BMVI, AFP

1000 Basisstationen für den neuen

Funkstandard errichten. Das reicht

für eine flächendeckende Versorgung

allerdings längst nicht aus. Allein

die Telekom will bis 2021 über

rund 36 000 Sendestandorte verfügen,

7000 mehr als heute. Wahrscheinlich

ist, dass sich die Anbieter

wie bisher Sendeanlagen teilen. Die

Bundesnetzagentur schreibt zudem

vor, dass die Netzbetreiber bis Ende

2022 mindestens 98 Prozent der

Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen,

die wichtigsten

Bundesstraßen sowie die wichtigsten

Schienenwege mit mindestens

100 Megabit pro Sekunde versorgen

müssen. Diese Geschwindigkeiten

sind allerdings auch mit dem aktuellen

LTE-Standard erreichbar. Die

Kosten für den gesamten Ausbau

werden auf einen zweistelligen Milliardenbetrag

geschätzt.

Wasmacht die Bundesregierung mit

den Erlösen der Auktion?

Die große Koalition hat sich darauf

festgelegt, die Einnahmen in die

Digitalisierung von Schulen und die

Förderung des Breitbandausbaus

per Glasfaser zu stecken. Dafür soll

das Geld vollständig in den bereits

eingerichteten Digitalfonds fließen.

Wasbedeutet das Ergebnis der Auktion

für die Verbraucher?

Für private Verbraucher und die

Industrie ist vor allem positiv, dass

mit Drillisch nun ein vierter Netzbetreiber

antritt. Drillisch hat bisher lediglich

Übertragungskapazitäten in

den Netzen von Telekom, Vofafone

und Telefónica erworben und weiterverkauft.

Jetzt besteht die Chance

für mehr Wettbewerb. Das ist wichtig,

weil die Mobilfunkpreise in

Deutschland im internationalenVergleich

hoch sind. Zu einem Preiskrieg

dürfte es aber nicht kommen,

schließlich muss auch Drillisch die

Kosten für den Netzausbau verdienen.

Durch die Ausbauverpflichtungen

besteht zudem die Chance,dass

die Funklöcher vor allem auf dem

flachen Land bald beseitigt werden.

Gibt es eigentlich schon 5G-Smartphones?

Bisher nicht. Im Sommer will Samsung

ein Gerät auf den Marktbringen.

Aber das macht wenig Sinn, denn vor

2020 dürfte die Technik selbst in Ballungsräumen

nicht verfügbar sein.

Machen die 5G-Strahlung krank?

Das ist die große Unbekannte.

Zwar sind geringere Sendeleistungen

in Masten und Smartphones nötig.

Allerdings müssen die Masten

engmaschiger stehen. Das Bundesamt

für Strahlenschutz beruhigt

aber: Solange die bisher schon geltenden

Strahlungs-Grenzwerte eingehalten

würden, seien „keine nachteiligen

Gesundheitswirkungen zu

erwarten“. Klar ist aber, dass die gesundheitlichen

Risiken noch nicht

vollständig erforscht sind.

Timot Szent-Ivanyi

hat nicht mit so hohen Einnahmen

gerechnet.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute liefern Quellwolken nur sehr selten Schauer oder Gewitter. Meist ist

es sonnig. Die Temperaturen steigen auf 26 bis 31 Grad, und der Wind

weht schwach bis mäßig aus Südost. In der Nacht gibt es kurze Auflockerungen,

viele Wolken sowie lokal gewittrige Schauer, und die Temperaturen

liegen bei 19 Grad.

Biowetter: Zahlreiche Menschen

klagen über verringerten Blutdruck,

Kopfschmerzen und Schwindelgefühl.

Dader Körper nicht sogut mit

Sauerstoff versorgt wird, ist man

häufig müde.

Pollenflug: Pollen von Roggen, Sauerampfer,

Spitzwegerich und Gräsern

fliegen in mittleren bis hohen

Mengen, Linden- und Brennnesselpollen

mäßig.

Gefühlte Temperatur: maximal 30Grad.

Wind: schwach aus Südost.

Wittenberge

13°/30°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

15°/30° 17°/30°

Luckenwalde

15°/31°

Prenzlau

13°/26°

Cottbus

13°/30°

Sonnabend

Sonntag

Montag

Gewitter Regenschauer Regenschauer

20°/31° 15°/24° 18°/27°

Frankfurt

(Oder)

14°/29°

Erneut setzt sich kalte Luft in der Höhe vor der französischen Atlantikküste fest.

Im Gegenzug wird sehr warme und schwüle Luft aus dem Süden bis nach Mitteleuropa

geführt. In dieser Luft können sich einige, teils kräftige Gewitter entladen.

Lokal besteht Unwettergefahr. Sommerlich heiß ist es vom westlichen

Mittelmeerraum über Italien und den Alpenraum bis nach Osteuropa.

Sylt

12°/23°

Hannover

13°/28°

Köln

15°/29°

Saarbrücken

14°/24°

Konstanz

13°/27°

Hamburg

13°/28°

Erfurt

13°/27°

Frankfurt/Main

15°/28°

Stuttgart

13°/25°

Rügen

13°/26°

Rostock

14°/27°

Magdeburg

14°/28°

Nürnberg

15°/31°

München

14°/32°

Dresden

15°/30°

Deutschland: Heute teilen sich

Sonne und viele Wolken den Himmel.

Stellenweise gibt es gewittrige

Schauer, und die Temperaturen klettern

amTage auf 23bis 32 Grad.

Nachts sinken die Wertedann auf

21 bis 15Grad. Der Wind weht

schwach aus südöstlichen Richtungen.

Morgen herrscht wechselhaftes

Wetter mit Schauern oder Gewittern.

Dabei zeigt das Thermometer maximal

19 bis 32 Grad, und der Wind

weht schwach bis mäßig aus westlichen

Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 15°-17°

Nordsee: 14°-15°

Mittelmeer: 19°-29°

Ost-Atlantik: 12°-17°

Mondphasen: 17.06. 25.06. 02.07. 09.07.

Sonnenaufgang: 04:42 Uhr Sonnenuntergang: 21:30 Uhr Mondaufgang: 18:07 Uhr Monduntergang: 03:23 Uhr

Lissabon

22°

Las Palmas

20°

Madrid

24°

Reykjavik

16°

Dublin

15°

London

20°

Paris

24°

Bordeaux

24°

Palma

26°

Algier

27°

Nizza

26°

Trondheim

20°

Oslo

23°

Stockholm

25°

Kopenhagen

21°

Berlin

30°

Mailand

30°

Tunis

36°

Rom

35°

Warschau

26°

Wien

31° Budapest

33°

Palermo

35°

Kiruna

22°

Oulu

20°

Dubrovnik

29°

Athen

34°

St. Petersburg

23°

Wilna

28°

Kiew

30°

Odessa

30°

Varna

28°

Istanbul

31°

Iraklio

28°

Archangelsk

17°

Moskau

24°

Ankara

24°

Antalya

33°

Acapulco 35° Gewitter

Bali 32° heiter

Bangkok 33° Gewitter

Barbados 29° Gewitter

Buenos Aires 18° Regen

Casablanca 19° Regen

Chicago 22° Schauer

Dakar 28° sonnig

Dubai 41° sonnig

Hongkong 35° Schauer

Jerusalem 28° heiter

Johannesburg 17° sonnig

Kairo 35° heiter

Kapstadt 18° sonnig

Los Angeles 18° wolkig

Manila 34° Gewitter

Miami 32° Gewitter

Nairobi 24° Schauer

Neu Delhi 45° sonnig

New York 23° Schauer

Peking 35° Schauer

Perth 17° Regen

Phuket 34° Gewitter

Rio de Janeiro 31° sonnig

San Francisco 21° wolkig

Santo Domingo 31° heiter

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 33° Gewitter

Sydney 19° bewölkt

Tokio 28° heiter

Toronto 21° Schauer


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 3 *

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Seite 3

Ich wollte Steffi Graf nicht heiraten. Ich

war noch nicht so weit. Die Hochzeitsfrage

kam zu früh. Natürlich mochte

ich sie. Diese beiläufige Wischbewegung

mit der linken Hand, wenn ihr,nach einem

longline geschlagenen Return, eine

Strähne aus dem Stirnband gerutscht war.

Oder wenn sie nach einem Ballwechsel den

Blick klettern ließ; Sitzreihe für Sitzreihe

nach oben, den Kopf vogelartig schräg gestellt,

als würde sie gleich losfliegen –oder lediglich

den Himmel über dem Center Court

nach einer personalisierten Botschaft abtasten.

Vielleicht war es nur ein Flugzeug, das

ihreKonzentration störte.

Meistens bewunderte ich sie, wie man

früher Sportstars bewunderte: in der Bravo,

in der Sportbild, bei „Wetten, dass ..?“, in der

„Tagesschau“, wenn sie mal wieder ein Turnier

in Indian Wells oder Indianapolis gewonnen

hatte; dann wieder live vor dem

Fernseher, wenn ein Grand Slam anstand.

Ich feierte Steffi Graf für all die großen Siege

und die Größe,die wenigen Niederlagen mit

Würde ertragen zu haben. Sie stand mit

Grandezza an der Grundlinie.

1989 kam „Der Außerfriesische“ ins Kino,

Steffi Graf spielte eine Nebenrolle und

musste sich von Otto anhören, dass auch

Tennisbälle Schmerzen empfinden, dass sie

den Schläger wie eine Gitarre halten sollte.

Sie lächelte wie von einer diesen kitschigen

Fototapeten, die damals schwer in Mode waren:

Palmenstrand, glitzerndes Meer, untergehende

Sonne –dann sagte sie auf der Leinwand:

„Eigentlich finde ich ihn ganz nett.“

Siehatte ein Herz für Spinner.

Oder 1994: Da wäre ich so gern dabei gewesen,

als sie Spaghetti für ihre Freunde

kochte, die Teller zu Bruch gingen und sie

doch noch Ersatz fand in der hintersten Ecke

des Küchenschranks: die Silberplatte,die sie

inWimbledon gewonnen hatte.Ineinem anderen

Werbespot benutzte sie den Tennisschläger

als Nudelsieb wie einst Billy Wilder

in „The Apartment“.

Als Student kaufte ich manchmal Pasta

von Barilla, wenn ich mir demonstrativ etwas

gönnen wollte. Dank Steffi Graf kannte

ich schließlich den Unterschied zwischen

Fusilli und Farfalle. Über den Nudelschmetterling

hatte sie in die Kamera gehaucht:

„Wer ihn fangen will, muss ihm ein wenig

Parmesan auf die Flügel streuen.“

„Steffi, will youmarryme?“

Im Mai 1996 war ich fünfzehn, Steffi Graf

zehn Jahre älter. Ich saß vor dem Fernseher,

sie schlug die Bälle so hart, als würde sie ihnen

tatsächlich Schmerzen zufügen wollen.

Auf mich warteten Hausaufgaben, sie hatte

eine Verabredung mit der Japanerin Kimiko

Date. Wimbledon, Halbfinale, zweiter Satz,

erster Aufschlag. „Steffi“, rief ein Mann von

der Tribüne,„will youmarryme?“

Das Stadion schrie auf. In mir wurde es

still. Die Leute warteten auf eine Reaktion.

Ichspürte,wie Wärme und Röte mir zu Kopf

stiegen. Steffi Graf lächelte den Grasbelag zu

ihren Füßen an. Irgendwo auf der Palmenstrandtapete

galoppierten wilde Pferde im

Sommerregen, spannte sich ein Regenbogen

wie in einem Video vonModernTalking.

Sie ließ den Ball mehrmals aufspringen,

wischte sich eine Strähne beiseite, suchte

Augenkontakt mit dem Himmel; sie wollte ja

aufschlagen, aber sie konnte nicht, sie war

noch damit beschäftigt, die Wagenreihung

ihrer Gefühle zu überprüfen. „Wo auch immer

in der Welt ich gespielt habe“, sagte sie

einmal, „ich konnte mir immer sagen, hier

auf dem Tennisplatz kann dir nichts passieren.“

Dann passierte so etwas.

Ihre Antwort war wie ein Passierschlag,

knapp übers Netz: „How much money do

you have?“ Das Stadion prustete los. Applaus,Schenkelklopfer.Steffi

Graf im Epizentrum

der Zuneigung. Mal wieder. AmPalmenstrand

ritten Dieter Bohlen und Thomas

Anders auf den Rücken geflügelter Pferde.

In Steffi Grafs Augen war bald wieder der

Ernst angelegt. Die Entschlossenheit, den

nächsten Aufschlag präzise in der Ecke des T-

Felds zu platzieren, kehrte in ihr Gesicht zurück.

„Ich habe früh gelernt, meine Emotionen

zu beherrschen.“

Als sie das sagte,war sie bereits mit Andre

Agassi verheiratet, dem Außerirdischen des

Männertennis, der Schläger wie E-Gitarren

zertrümmerte; den mein Vater für einen

Spinner hielt, weil er pinkfarbene Radlerhosen

zum Mehrtagebarttrug.

Und ich? Dachte an die vom Familienrat

mit einer Zweidrittelmehrheit abgelehnte

Taschengelderhöhung. Selbst wenn ich mich

aus opportunistischen Gründen der reinen

Tennisfarblehre meines Vaters anschließen

würde, hätte ich wohl zu wenig auf dem

Konto,umSteffi Graf ein Ja zu entlocken.

Trotzdem war sie zum ersten Mal da, die

Frage,die Millionen Fans sich ebenfalls stellten

damals; und immerhin einer von uns

brachte den Mut auf, sie an diesem Tagin

Wimbledon auszusprechen. Erst drei Jahre

Steffi Graf war Weltranglistenerste und die Letzte auf der Welt,

der man etwas Schlechtes wünschte.

Und ich wollte gern so leben, wie sie Rückhand spielt.

Ein Liebesbrief zum 50. Geburtstag

später dachte ich, dass wir eine gemeinsame

Zukunft haben könnten –sollte die Sache

mit dem Geld ein Witz gewesen sein.

Steffi Graf war beides: Weltranglistenerste

–epische 377 Wochen lang –und die Letzte

auf dieser Welt, der man etwas Schlechtes

wünschte. Sie war kühl, aber natürlich, sie

schien unnahbar zu sein und wirkte doch nie

arrogant, war stets freundlich, selbst den

ärgsten Konkurrentinnen gegenüber. Sie

rangierte auf der letzten Stufe von normal,

bevor es langweilig wird. DasEinzige,was ich

ihr vorwerfen könnte,ist, dass die Namen ihrer

Kinder –Jaden Gil und Jaz Elle –nach

Craftbier oder Duschgel klingen.

Wensie nicht mochte: Paparazzi, die ihr

nach dem Privatleben trachteten, mit denen

sie sich Verfolgungsjagden lieferte.Umunerkannt

zu bleiben, fuhr sie mit einen Golf II

Cabrio über die Alte Brücke in Heidelberg.

Ichlebte nur dreißig Kilometer entfernt.

Heute lebt sie mit ihrer Familie in Las Vegas,

und nach all den Jahren ist immer noch

kein Skandal überliefert. Man hört, dass sie

gern kocht, aber nicht gern wäscht, dass sie

im Garten arbeitet, wenn die Schmerzen in

Knie und Hüfte es zulassen.

Fifty Love

Wunderkind, Jahrhunderttalent: Steffi Graf erfüllte alle Erwartungen.

VonPaul Linke

Steffi Graf ist ein perfekter Abgang gelungen.

Sieist verschwunden und doch noch da.

Als ewig junge Sportlerin, nicht als alternder

Talkshowgast. „Mich hat es nie vor die Kameragedrängt“,

sagte sie einmal.

So ein fünfzigster Geburtstag –Lebensspielstand:

Fifty Love –ist einschöner Anlass,

sich noch einmal an all die Erfolge zu erinnernoder

aus Zeitgründen: nur an ein paar.

Sie hat ja alles gewonnen, was es zu gewinnen

gab. Viermal die Australien Open,

fünfmal die US Open, sechsmal Roland Garros,

siebenmalWimbledon.

1988 in allen vier Hauptstädten des Tennis

+Olympia in Seoul =Golden Slam. Hat

sonst keine geschafft. Auch kein Mann.

Für eine wie Steffi Graf gab es zwei Bezeichnungen,

die große Erwartungen schüren,

größere Enttäuschungen bringen können:

Wunderkind, Jahrhunderttalent. Enttäuscht

waren meistens ihreGegnerinnen.

Mit drei Jahren bekam sie ihren ersten

Schläger geschenkt, vom Tennislehrer und

Übervater Peter Graf, der später auch ihr Berater

und an Steuervermeidung interessierter

Manager wurde; mit einem abgesägten

Griff schlug sie die Bälle über ein im Wohnzimmer

gespanntes Netz, zur Belohnung gab

es Lutscher oder Salzstangen.

Mit sechs gewann sie das erste Turnier,

mit zwölf war sie Weltmeisterin ihrer Altersklasse,

mit dreizehn verließ sie die Realschule,wurde

Profi, reiste um die Welt, hörte

(wie ich!) Shakin’ Stevens, las Enid Blyton,

ging ins Bett, wenn ihr Vater sie zum Discoabend

überreden wollte.

Mit fünfzehn holte Steffi Graf Gold beim

olympischen Demonstrationsturnier in Los

Angeles,mit sechzehn sagte sie der Süddeutschen

Zeitung: „Ich lebe in einer anderen

Welt als andere Mädchen in meinem Alter.“

Und: „Ich bin immer sehr locker gewesen.

Jetzt merke ich, wie ich befangener werde.“

Bei den German Open 1986 in Berlin gewann

sie zum ersten Malgegen Martina Navratilova,gegen

die Besteder Welt. Wachablösung

heißt so ein Moment in der Sportwelt.

Nach dem Finalsieg brauchte sie Hilfe, um

die Doppelmagnumflasche Champagner zu

entkorken. Navratilova sagte: „Das war eine

Exekution.“ Sie meinte ihre Niederlage. Der

damalige Bundestrainer Klaus Hofsäß präzisierte:

„Steffi ist ein ungeheuer liebes Mädchen,

aber auf dem Platz wirdsie zum Killer.“

DPA

Auf einer Plakette im New Yorker Court of

Champions steht über sie geschrieben:

„Souverän und einschüchternd“.

Steffi Graf hatte immer nur ein Ziel: Die

Nummer eins werden. Wurde sie erstmals

1987; nach einem Finalsieg über Chris Evert

in Manhattan Beach löste sie Navratilova an

der Spitze der Weltrangliste ab. Champagnerstimmung

im HauseGraf.

Ihre Vorhand animierte auch Kommentatoren

zu martialischen Vergleichen: Peitschenhiebe

longline, Pistolenschüsse cross.

Selbstbeschreibung: „Immer knallhart, das

ist mein Spiel.“ Fräulein Vorhand wurde sie

genannt, Gräfin Gnadenlos –aus der Grafschaft

Brühl, einer Provinzstadt, die wie Leimen

(Boris Becker) oder Kerpen (Michael

Schumacher) bald jeder kannte.

Ichfand ihreRückhandbeeindruckender.

Diesen Slice, den viele unterschätzen, belächeln,

weil er kein messerscharfer Angriffsschlag

ist, sondern eine butterweiche Abwehrvariante.

Steffi Graf spielte fast immer

Slice mit der Rückhand. Sienahm den Schläger

dann etwas höher und ging gleichzeitig

tiefer in die Knie, verlagerte das Gleichgewicht

nach vorne, öffnete die Schlagfläche

weiter als bei einerVorhand Topspin, um den

Ball besser schneiden, streicheln zu können.

Dann bewegte sie sich in den Schlag hinein,

denn so bekam der Ball mehr Tempo.

Aus Respekt bis Angst vor ihrer Vorhand

versuchten die meisten Spielerinnen, sie auf

der anderen, vermeintlichen schwächeren

Seite zu beschäftigen. Das war nicht selten

ein Irrtum. Steffi Graf entwickelte vielleicht

keinen Druck, aber sie machte kaum Fehler,

parierte alle Schläge, drosselte und ordnete

das Spiel, lauerte auf einen zu kurzen Ball,

um die Rückhand zu umlaufen.

Grundwissen Steffi Graf: Das konnte sie

nur deswegen tun, weil sie schnell war und

die beste Beinarbeit hatte.

Expertenwissen Brooke Shields: Die Hollywoodschauspielerin

war neidisch, an ihrem

Kühlschrank hing ein Bild von Steffi

Graf, wegen der Beine.

FunFact AndreAgassi: So hieß damalsder

Kühlschrankmitbenutzer und Noch-Ehemann,

dem die Bravo viele Coverwidmete in

der Fototapetenzeit. Warum eigentlich war

Steffi Graf nie auf der Titelseite?

Manchmal, wenn niemand mehr damit

rechnete, zog sie dann eben doch mal hart

durch und zeigte,dass sie mehr kann, als ihre

Gegnerinnen mit dem Slice zu nerven. Eine

Schwäche kann eine Stärke sein, dachte ich.

Und später: Wollte ich soleben, wie Steffi

Graf Rückhand spielt.

Siewusste, was sie tun muss

Sie ist ohne Frage die größte Sportlerin der

Geschichte und die einzige Frau, die in den

männlich dominierten Bestenlisten auf den

vorderen Plätzen landet. Wikipedia listet

knapp fünfzig Auszeichnungen auf: Olympischer

Orden, Goldene Kamera, Bundesverdienstkreuz

am Bande. Doch den größten

Erfolg –das sagte sie selbst –erlebte sie erst

wenige Monate vorihrem Karriereende.

Bei den French Open 1999, nach einer

schweren Knieverletzung und Zweifeln am

Comeback, hatte sie noch einmal das Endspiel

erreicht. Auf der anderen Sandplatzseite:

Martina Hingis, achtzehn Jahre alt,

Wunderkind, ein Jahrhunderttalent, bereit

zurWachablösung.

Es kam erst mal anders. Eswar ein Spiel,

dasSteffiGrafbereits verlorenhatte,2:6,0:2,

dazu die Knieschmerzen, aber sie wehrte

sich, gab nicht auf. „Bei wichtigen Punkten

weiß ich, was ich tun muss“, sagte sie am Anfang

ihrer Karriere. „Die meisten kriegen

dann Panik.“ Hingis wurde panisch, verlor

erst die Nerven, dann das Spiel.

Nach diesem, ihremletzten Finalsieg, beschloss

Steffi Graf, mit dem Tennis aufzuhören.

Nichteinfach so,abersoeinfach. Undes

muss eine rauschhafte Partygewesen sein in

einem PariserRestaurant. Am nächsten Morgen

in Parissagte sie jedenfalls bei der Siegersprechstunde:

„Wir haben bis halb vier auf

den Tänzen getischt.“

Steffi Graf trat noch einmal in Wimbledon

an, verlordas Finale undzweiweitere Spiele,

dann begann sie ein anderes Leben. Sie

reiste nach Afrika, traute sich Fallschirmspringen,

besuchte Konzerte mit Freunden,

widmete sich ihrer Stiftung. Und weil sie

schon mal dabei war, alles neu zu regeln,

trennte sie sich auch bald vonihrem damaligen

Lebensgefährten; was einen Neunzehnjährigen

in der Provinz heimlich fragen ließ:

„Steffi, will youmarryme?“

Ichwar jetzt so weit.Wir wärenauf wilden

Pferden inden Sonnenuntergang geritten.

Ich hätte vielleicht Radlerhosen angezogen.

Aber AndreAgassi hatte einfach mehr Geld.

Paul Linke

spielte immer einhändig Rückhand,

obwohl er es nicht konnte.


4* Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Grüne: Kindergrundsicherung

von 280 Euro

Elternsollen nach dem Willen der

Grünen künftig proKind eine

Grundsicherung von280 Euro monatlich

bekommen. Familien mit

kleinem Einkommen soll zusätzlich

ein „GarantiePlus-Betrag“ zustehen,

der vomihrem Einkommen und

dem Alter der Kinder abhängt. Mit

der Kindergrundsicherung wollen

die Grünen das komplizierte System

aus Kindergeld, Kinderfreibetrag,

Kinderzuschlag und Hartz-IV-Satz

für Kinder ablösen und Kinderarmut

in Deutschland bekämpfen. (dpa)

London stimmt Assanges

Auslieferung in die USA zu

Derbritische Innenminister Sajid Javid

hat das Auslieferungsersuchen

der USA fürWikileaks-Gründer Julian

Assange zugelassen. Er habe den Antrag

formell bestätigt, sagte Javid am

Donnerstag in einem Interview mit

dem BBC-Radio.Die Entscheidung

liege aber bei der Justiz, betonte er.An

diesem Freitag soll die nächste Anhörung

in dem Fall stattfinden.Wegen

derVeröffentlichung vongeheimem

Material vonUS-Militäreinsätzen im

Irak und in Afghanistan drohen ihm

175 JahreHaft. (dpa)

Entwicklung der Einwohnerzahl

indexiert 1936=100

Westdeutschland

160

Ostdeutschland

120

80

40

0

1871 1945 ’61 ’90 2018

BLZ/HECHER, GALANTY; QUELLE: IFO INSTITUT

Ostbeauftragter mahnt

Strukturförderung an

DerOstbeauftragte der Bundesregierung,

Christian Hirte, wirbt angesichts

der schrumpfenden Bevölkerung

im Osten für Strukturförderung

im ländlichen Raum.„Die Erhebung

belegt sehr deutlich: Ursache des

massiven Bevölkerungsverlusts ist

die schlechte Entwicklung im Osten

nach der Teilung unseres Landes“,

sagte der CDU-Politiker.„Dasverursacht

einen Teil des Frustes und der

gesellschaftlichen Probleme heute.“

Dieseit dem Mauerfall 1989 bestehende

Möglichkeit, gefahrlos den

Wohnortzuwechseln, sei aber auch

„Ausdruck der angestrebten und gewollten

Freiheit“. Er forderte,bei der

staatlichen Strukturförderung„den

ländlichen Raum nicht zu vernachlässigen“.

DieEinwohnerzahl im Osten

ist laut ifo-Institut auf den Stand

von1905 zurückgefallen. (mdc.)

Boris Johnson gewinnt erste

Abstimmung deutlich

Derbritische Ex-Außenminister BorisJohnson

ist als klarer Sieger aus

der ersten Runde zurWahl des neuen

Vorsitzenden der regierenden Tory-

Partei hervorgegangen. Im ersten

Wahlgang am Donnerstag stimmten

114 von313 Tory-Abgeordneten im

britischen Unterhaus für Johnson.

Drei Bewerber für den Parteivorsitz

schieden aus,damit sind jetzt noch

sieben im Rennen. (AFP)

Untreue-Ermittlungen gegen

Ex-FPÖ-Chef Strache

DieWirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft

inWien hat im Zusammenhang

mit dem„Ibiza-Video“

Ermittlungen gegen Ex-FPÖ-Chef

Heinz-Christian Strache und Ex-

Fraktionschef Johann Gudenus (FPÖ)

eingeleitet. Konkret gehe es um den

Vorwurfder Untreue,sagte ein Sprecher.

(dpa)

„Wir brauchen keinen Neustart“

CSU-Landesgruppenchef Dobrindt über die Arbeit der Koalition und den Grundrentenstreit mit der SPD

Alexander Dobrindt, Chef

der CSU-Landesgruppe,

sitzt in seinem Büro imJakob-Kaiser-Haus

im Berliner

Regierungsviertel und bereitet

die Klausurtagung der Fraktionsspitzender

großen Koalition vor. Der49-

Jährige spricht nach dem Rücktritt

der SPD-Partei- und Fraktionschefin

Andrea Nahles über die anstehenden

Aufgaben des Regierungsbündnisses

und findet, dass Klimaschutz

kein Saisonthema ist.

Herr Dobrindt, glauben Sienach den

Krisen der vergangenen Monate noch

an den Bestand der großen Koalition?

Ich glaube an den Erfolg dieser

Koalition. Dafür arbeiten wir. Wir

sind gemeinsam eineVerantwortung

für vier Jahre eingegangen und haben

einen guten Koalitionsvertrag

ausgehandelt. Dengilt es abzuarbeiten.

Ich rate allen dazu, die Verantwortung

auch erfüllen zu wollen.

Flucht aus der Verantwortung führt

jedenfalls nicht zu mehr Zustimmung.

Es ist also Zeit für einen Neustart?

Die große Koalition braucht keinen

Neustart. Sieist handlungs- und

arbeitsfähig. DieSPD muss jetzt ihre

Personalprobleme lösen und ein klares

Bekenntnis zum Weiterregieren

abgeben. Ich habe nach den ersten

Tagen ein gutes Gefühl, was die Zusammenarbeit

mit dem Interims-

Fraktionsvorsitzenden der SPD, Rolf

Mützenich, angeht.

Jetzt treffen sich die GroKo-Fraktionsspitzen

zu einer Klausurtagung. Welches

Signal soll davon ausgehen?

DieKlausur ist ein Signal der Stabilität.

Wir zeigen, dass die Koalitionsfraktionen

handlungsfähig sind.

In der vergangenen Woche haben

wir mit den Migrationsgesetzen bewiesen,

dass wir in der Lage sind,

schwierigste Probleme gemeinsam

zu lösen. Schwerpunkte der Tagung

sind Steuerpolitik, Wirtschaft,

Pflege und eine zukunftsfähige Infrastruktur

–vor allem im Bereich

Mobilfunk. Das sind echte Zukunftsaufgaben.

Hatdie Koalition bislang zu starkauf

Sozialausgaben gesetzt?

Klar ist: In Zeiten sinkender

Wachstumszahlen brauchen wir

eine Wachstumsdebatte und keine

Sozialstaatsdebatte. Klar ist aber

auch: Die Koalition ist besser als ihr

Ruf: Rekordinvestitionen, Rekordentlastungen,

Baukindergeld, Mütterrente

II, Kindergelderhöhung,

Senkung Arbeitslosenbeitrag, Migrationspaket

und vieles mehr.

Diese Erfolge müssen wir allerdings

auch selbstbewusst verkaufen. Darüber

hinaus müssen wir jetzt Ernst

machen mit der Abschaffung des

Soli. Wir haben vereinbart, im ersten

Schritt den Soli für rund 90 Prozent

der Steuerzahler abzuschaffen.

Der Bundesfinanzminister muss

dazu jetzt einen Gesetzentwurf vorlegen.

Und die zweite Stufe, die restlichen

zehn Prozent?

ZUR PERSON

PHOTOTHEK.NET/THOMAS TRUTSCHEL

Alexander Dobrindt wurde am 7. Juni 1970 im bayerischen Peißenberggeboren.DasAbitur legte

er am Gymnasium inWeilheim ab und leisteteZivildienst.An der Ludwig-Maximilians-Universitätin

München studierte er von1989 bis 1995Soziologie. Dobrindt ist verheiratetund hat ein Kind.

Die politische Karriere Dobrindts begann 1986 mit dem Eintritt in die JungeUnion. Seit

1990 ist er Mitglied der CSU.Von 2009 bis 2013 hatte er die Funktion des Generalsekretärs

bei den Christsozialen inne.

Im Bundestag sitzt Dobrindt seit 2002.VonDezember 2013 bis Oktober 2017 war er Minister

für Verkehr und digitale Infrastruktur.Inder aktuellen Legislaturperiode ist er Vorsitzender der

CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag.

Mir ist wichtig, dass wir bei der

Entscheidung über die erste Stufe

auch die Richtung für die nächsten

Entlastungsschritte beschreiben.

Abschließende Entscheidungen

sind mit der SPD leider nicht zu erwarten.

Explosionen im Golf

Gilt das auch für das Streitthema

Grundrente?

Die SPD unterliegt einem Trugschluss.

Sie glaubt ernsthaft, dass

das Prinzip mehr Geld für alle unabhängig

von Haushaltseinkommen

auf massenhaften Zuspruch ihrer

Wähler trifft. Die Menschen haben

aber ein gesundes Gespür dafür, wo

es gerechtfertigt ist, Lebensleistung

mit einer Grundrente zu honorieren

und wo nicht.

Könnte die Union ein Scheitern der

Grundrente denn den eigenen Leuten

erklären?

Wir wollen die Grundrente, weil

wir Lebensleistung würdigen wollen.

Aber man fragt sich doch, was die

SPD eigentlich umtreibt, wenn sie

die individuelle Einkommenssituation

nicht prüfen will, bevor sie neu

zusätzliche soziale Leistungen verteilt.

Der SPD-Plan führt dazu, dass

auch Renten von Ehepartnern aufgestockt

werden, deren gemeinsames

Haushaltseinkommen höher

ist, als von manchen Arbeitnehmern,

die dafür bezahlen sollen. Das

kann nicht richtig sein und ist sozial

ungerecht. Wenn die SPD das erkennt,

wären wir sehr schnell in der

Lage, Entscheidungen zur Grundrente

zu treffen.

Wiekönnte eine Lösung aussehen?

So, wie im Koalitionsvertrag vereinbart:

Grundrente bekommt, wer

ein Bedürfnis dafür hat. DerBundesarbeitsminister

hat einen Entwurf

präsentiert, der zu 100 Prozent imWiderspruch

zum Koalitionsvertrag

steht und an dem er weiterhin besserwisserisch

festhält. Das halte ich für

ein Mitglied der Bundesregierung für

ein wirklich irritierendes Vorgehen.

Ist das Klimathema ein „Hype“, wie

manche meinen?

Klimaschutz ist kein Saisonthema.

Die Union war es, die die Energiewende

vorangetrieben hat. Mittlerweile

kommen mehr als 40 Prozent

unseres Stroms aus erneuerbaren

Quellen. DasPariser Abkommen, das

wir vollkommen unterstützen, hat

berechtigte Erwartungen hervorgerufen.

Klimaschutz wirdaktuell emotionaler

aufgenommen als viele andereThemen

in der Politik. Jetzt geht

es um die Frage,wie wir diese Ziele erreichen.

Eine CO 2 -Steuer, die nur zu

höheren Spritpreisen an der Zapfsäule

führt, sehe ich nicht als Lösung.

Wersoein Ziel verfolgt, hat doch im

Kopf, dass sich zukünftig Teile der Bevölkerung

das Auto schlichtweg nicht

mehr leisten können. Das ist nicht

unser Weg. Aber über einen wirksamen

Emissionshandel, der auch Mobilität

einbezieht und europäisch

Wirkung entfaltet, gilt es,Konzepte zu

erarbeiten.

DasGespräch führten Rasmus Buchsteiner

und Gordon Repinski.

Erneut gibt es Zwischenfälle vor Irans Küste. Auch der Tanker einer deutschen Reederei gerät in Not

Schwere Zwischenfälle mit Tankern

amGolf von Oman haben

die Spannungen zwischen dem Iran

und seinen arabischen Erzrivalen

weiter erhöht. Betroffen waren am

Donnerstag ein von einem deutschen

Unternehmen gemanagter

Frachter sowie ein Schiff einer norwegischen

Reederei. Die norwegische

Seefahrtsbehörde bestätigte einen

Angriff auf den Öltanker „Front

Altair“. Das norwegische Unternehmen

Frontline meldete eine Explosion

und einen Brand an Bord.

Die deutsche Bernhard Schulte

Shipmanagement (BSM) teilte mit,

auch der mit Methanol beladene

Tanker „Kokuka Courageous“ sei im

hinteren Teil beschädigt und ein Besatzungsmitglied

sei leicht verletzt

worden. Die 21 Seeleute an Bord

wurden von einem US-Marineschiff

aufgenommen, wie ein Londoner

Sprecher des in Singapur ansässigen

Schiffsmanagement-Unternehmens

sagte. Die Ladung sei intakt, der

Frachter drohe nicht zu sinken. Auch

die japanische FirmaKokuka Sangyo

erklärte, ihr Tanker „Kokuka Courageous“

sei betroffen.

DieHintergründe der Vorfälle unweit

der Küste des Irans waren zunächst

ebenso unklar wie dieVerantwortlichen.

In der Region wachsen

die Spannungen zwischen dem sunnitischen

Saudi-Arabien und seinen

Verbündeten sowie dem schiitischen

Iran. Das Königshaus in Riad wirft

der Führung in Teheran vor, sich in

die inneren Angelegenheiten arabischer

Staaten einzumischen und die

Region zu destabilisieren.

EinSprecher der iranischen Flotte

erklärte, mehrere Expertenteams

seien mit Hubschraubern über dem

Seegebiet im Einsatz, um die Zwischenfälle

zu untersuchen. Der

BSM-Sprecher konnte nicht sagen,

was bei dem Zwischenfall genau

passierte. Aufgrund der verschiedene

Medienberichte gehe er von

„etwas Feindseligem“ aus.

Rohölpreise steigen

Diebetroffene Meerenge ist eine der

wichtigsten Seestraßen der Welt. Sie

verbindet die ölreiche Golfregion mit

dem offenen Meer. Über die Straße

vonHormus läuft ein großer Teil des

weltweiten Öltransports per Schiff.

DieRohölpreise stiegen deutlich.

Die USA haben den Iran für die

mutmaßlichen Angriffe auf die bei-

den Tanker verantwortlich gemacht.

„Es ist die Einschätzung der US-Regierung,

dass die Islamische Republik

Iran verantwortlich für die Angriffe

ist“, sagte US-Außenminister Mike

Pompeo in Washington. Bundesaußenminister

Heiko Maas nannte die

mutmaßlichen Attacken außerordentlich

beunruhigend. „Das sind

Ereignisse, die zur Eskalation führen

können“, sagte der SPD-Politiker.

Dasnorwegische Seefahrtsamt erhöhte

seine Sicherheitsstufe für das

betroffene Gebiet. Erst vor vier Wochen

hatten die Vereinigten Arabischen

Emirate Sabotageakte gegen

vier Handelsschiffe in derselben Region

gemeldet. Nach saudischen Angaben

wurden zwei Tanker des

Landes beschädigt. Diegenauen Umstände

blieben jedoch unklar. (dpa)

Frotzeln

in der analogen

Welt

YouTuber Rezo war zu Gast

bei Jan Böhmermann

VonImre Grimm

Das war natürlich ein wahrhaftiger

Coup für JanBöhmermann:

Nicht Markus Lanz, nicht Maybrit Illner,

nicht Anne Will wählte der You-

Tuber Rezo für seinen ersten Fernsehauftritt,

sondern Böhmermanns

„Neo Magazin Royale“ – gestern

Abend im ZDF-Tochterkanal

ZDFneo und in der ZDF-Mediathek.

Mit seinem 55-Minuten-Video

„Die Zerstörung der CDU“ hatte der

26-Jährige zur Europawahl das politische

Establishment in Schnappatmung

versetzt. Im alten Medium

Fernsehen nun nutzte er die Gelegenheit,

sich erneut als Jugendbeauftragter

mit Mission zu empfehlen.

„Auch kritische Fragen“ hatte

Böhmermann versprochen, es sollte

kein idyllisches Stelldichein zweier

Politikprovokateure werden. Man

war sich dann aber doch ziemlich einig

– und blieb im Sicherheitsbereich

der Ironie („Herzlich willkommen

im richtigen Fernsehen!“).

Beide witzelten über die aus Verzweiflung

geborene konservative

Theorie, Rezo werde heimlich von

den Grünen bezahlt (Böhmermann:

„Haben die Grünen dir gesagt, dass

du das Video machen sollst?“ –KurzesZögern,

kurzesKichern: „Nein.“).

Und über die Selbstdemontage der

CDU im Rezo-Afterschock („Annegret

Kramp-Karrenbauer, die Führerinder

künftig größten Oppositionspartei

im Bundestag“).

WarumerdasVideo gemacht hat?

„Weil ich Bock drauf hatte.“ Hat er

mit den Folgen gerechnet?„Nein. Ein

einstündiges Video über eine Partei

Kichernüber deutsche Politik: die Politprovokateure

Rezo und Böhmermann. ZDF

ist nicht das, was sonst so auf Youtube

funktioniert.“ Was könnte

Kramp-Karrenbauer mit ihrem Vorschlag

für „analoge Regeln im digitalen

Raum“ gemeint haben? „Kein

Plan. Hat das jemand verstanden?

Das war nicht sehr smart von ihr.“

Tatihm die CDU auch mal leid? „Es

tut mir leid für die Guten in der Partei.

Nicht für diejenigen, die großen

Scheiß gebaut haben. Es gibt auch in

der CDU und SPD ein paar gute

Leute.“ Plötzlich ein Polit-Prominenter

zu sein, ist ihm sichtlich

fremd. Ob er sich vorstellen könne,

selbst Politik zu machen? „Nee, das

wäremir echt zu stressig.“

Mehr als 14,5 Millionen Mal

wurde sein Video bisher geklickt.

Fast im Alleingang zwang er CDU

und SPD zur„Rezo-Zialisierung“ –zu

einer Neuerfindung ihrer selbst also,

sollten sie weiterhin Interesse an

Jungwählerstimmen haben. In der

halbrealen TV-Welt außerhalb des

Social-Media-Kosmos aber wirkt er

doch noch etwas unsortiert.

Seine Tipps für Parteien, die nun

händeringend nach Glaubwürdigkeit

suchten, gingen kaum über „Die

müssen weniger Scheiße bauen und

nicht so künstlich sprechen“ hinaus.

Am Ende blieb es ein zahmes Gipfeltreffen

zweier Polit-Influencer, die

sich gemeinsam an ihrem Dasein als

Stachel im Fleisch des Politbetriebs

erfreuten. Nachteile? Gabesauch. Er

habe einen lukrativen Werbedeal

verloren durch sein Video, sagte

Rezo. Details verriet er nicht. „Es

fühlt sich an, als sei ein neuer Cowboy

inder Stadt, und der heißt Zivilgesellschaft“,

sagte Böhmermann.


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 5 *

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Politik

Schweriner Munition für den Krisenfall

Spezialkräfte des Landeskriminalamts sollen ein rechtsgerichtetes Prepper-Netzwerk beliefert haben –aus der Waffenkammer der Behörde

VonAndreas Förster

Banzkow ist ein beschauliches

Dörfchen südlich von

Schwerin. Eine Mühle und

eine neugotische Backsteinkirche

gibt’s im Ort, und der

Carnevalsclub „Grün-Gold“ ist der

drittälteste Karnevalsverein von

Mecklenburg-Vorpommern. Vor einigen

Jahren wurde Banzkow im

Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

ausgezeichnet. Einer der rund

1000 BanzkowerEinwohner scheint

allerdings einen düsteren Blick auf

die Zukunft zu haben, was dazu

führte, dass am vergangenen Mittwoch

ein Sondereinsatzkommando

(SEK) des Landeskriminalamtes sein

Wohnhaus auf den Kopf stellte.

DerHausbesitzer,ein Polizist, soll

zusammen mit drei weiteren Beschuldigten

illegal Munition aus

dem LKA für eine Gruppe beschafft

haben, die zur sogenannten Prepper-Szene

gehört. Prepper (abgeleitet

vom englischen „to prepare“ =

vorbereiten) bereiten sich mit einem

ausgeklügelten System von Vorsorgemaßnahmen

– was bei einigen

auch Bewaffnung und militärisches

Training einschließt – auf Krisen

oder einen Zusammenbruch der

staatlichen Ordnung vor.

In dem Fall hat die Schweriner

Staatsanwaltschaft drei aktive und

einen ehemaligen LKA-Beamten in

Untersuchungshaft genommen. Alle

Beschuldigten gehören beziehungsweise

gehörten dem SEK des LKA an.

Seit April 2012 sollen drei von ihnen

regelmäßig Munition im Dienst beiseite

geschafft und sie dem vierten

Verdächtigen übergeben haben, der

sie für die Ausrüstung der von ihm

mitbetriebenen Prepper-Gruppe namens

Nordkreuz benutzt haben soll.

Bei dem Banzkower wurden 10 000

Schuss Munition sichergestellt.

Internationale Verbindungen

Nordkreuz war Anfang 2016 als politisch

rechtsgerichtete Chatgruppe

gegründet worden. Eines der Gründungsmitglieder,gegen

den sich jetzt

die Ermittlungen richten, hatte dem

Spiegel vor zwei Jahren Auskunft gegeben

über Nordkreuz. Demnach bereite

sich die Gruppe auf den Zusammenbruch

der staatlichen Ordnung

vor, ausgelöst etwa durch eine

„Flüchtlingswelle“, einen Bankencrash

oder Stromausfälle, die durch

Anschläge verursacht werden. Zu den

30 Nordkreuz-Mitgliedern, die über

den Messengerdienst Telegram kommunizieren

und konspirieren, gehören

den Aussagen zufolge Banker,

Mediziner, Anwälte, Sportler, Ingenieure,

Handwerksmeister und Polizisten.

Einige der Nordkreuz-Mitglieder

seien in der AfD.

Die Gruppe Nordkreuz war 2017

ins Visier der Bundesanwaltschaft geraten,

weil bei zwei ihrer Mitglieder

Datensätze von mehreren Tausend

Personen gefunden wurden. Die

Karlsruher Behörde vermutete, dass

Nordkreuz-Mitglieder eine vonihnen

befürchtete Staatskrise als Chance

gesehen haben, Vertreter des politisch

linken Spektrums festzusetzen Bereits 2017 gab es eine Durchsuchung in Banzkow. DPA/JENS BÜTTNER

und zu töten. Tatsächlich hatte ein

Gruppenmitglied beim Bundeskriminalamt

ausgesagt, es habe innerhalb

von Nordkreuz einen kleinen

Kreis radikalerer Kräfte gegeben, der

im Krisenfall Gewalt anwenden

wollte. Sogar die Liquidierung von

Befürwortern einer toleranten

Flüchtlingspolitik sei erwogen worden.

Nach Angaben der Schweriner

Ermittler habe die Staatsanwaltschaft

Ende 2018, Anfang 2019 umfangreiche

Datenpakete mit Erkenntnissen

über Nordkreuz von der Bundesanwaltschaft

zur Verfügung gestellt bekommen

mit der Maßgabe, über ein

eigenes Ermittlungsverfahren zu entscheiden.

Daraufhin sei eine siebenköpfige

Ermittlungsgruppe im LKA

gebildet worden, die innerhalb der

Behörde streng abgeschottet gearbeitet

habe.

Bereitsvor einigen Monaten hatte

die Tageszeitung taz darüber berichtetet,

dass Nordkreuz Teil einesgeheimenUntergrundnetzwerkesseinsoll,

zu dem angeblich Gruppen in ganz

Deutschland, Österreich und der

Schweiz gehören. Mitglieder in diesen

Gruppen seien demnach Polizisten

und Soldaten, Reservisten, Beamte

und Mitarbeiter des Verfassungsschutzes,

die konspirativ daran

arbeiten, einen Staat im Staate aufzubauen.

In einer im Süden der Bundesrepublik

aktiven Gruppe des Netzwerks

soll laut taz auch der rechtsextreme

Bundeswehrsoldat Franco A.

mitgewirkt haben. A. war 2017 festgenommen

worden, weil er sich als syrischer

Kriegsflüchtling ausgegeben

und in Deutschland Asyl beantragt

hatte. In der Süd-Gruppe des vermeintlichen

Untergrundnetzwerkes

soll A. Ermittlungen zufolge Kontakt

zu einem Soldaten des Kommandos

Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr

aufgenommen haben, der unter dem

Decknamen „Hannibal“ als Administrator

eines bundesweiten Chatnetzwerksfungiertund

die Aktivitäten der

Untergrundgruppen koordinieren

soll. Dieser„Hannibal“ soll seit Jahren

Informant des Militärischen Abschirmdienstes

(MAD) sein.

Polizisten suspendiert

Schwerins Innenminister Lorenz

Caffier (CDU) kündigte am Donnerstag

im Innenausschuss des

Landtags Konsequenzen an. Dasbetroffene

SEK soll demnach vonexternen

Fachleuten durchleuchtet werden.

Es geht dabei um mögliche personelle

und strukturelle Veränderungen,

um den Anschein von

Verstrickungen der Eliteeinheit in

kriminelle Machenschaften auszuräumen.

Auch solle die Verweildauer

vonBeamten in Spezialeinheiten auf

maximal zehn Jahre begrenzt werden.

So wolle man einem Elite- und

Korpsdenken vorbeugen. Die beschuldigten

Beamten seien suspendiert

mit dem Ziel, sie aus dem

Dienst zu entfernen.

Andreas Förster findet die

Berichte über ein solches

Netzwerks beunruhigend.

Bordsprache deutsch

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30.08. -09.09.19

09.09. -19.09.19

19.09. -29.09.19

29.09. -09.10.19

Reise2

05.09. -24.09.19

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0351/43 75 70

Elbflorenz Reisedienst GmbH &Co. KG, Wiener Strasse 80, 01219 Dresden

11-tägige Kreuzfahrt AIDAmar

R.1: St. Petersburg, Tallinn, Stockholm &mehr

Tag Hafen An Ab

01. Anreise

01. Warnemünde 18.00

02. Erholung auf See - -

03. Tallinn/Estland 09.00 17.00

04. St. Petersburg/Russland 07.00 -

05. St. Petersburg/Russland - 20.00

06. Helsinki/Finnland 09.00 17.00

07. Stockholm/Schweden 10.00 -

08. Stockholm/Schweden - 05.00

09. Gdingen/Danzig/Polen 08.00 17.00

10. Kopenhagen/Dänemark 13.00 20.00

11. Warnemünde 08.00

11. Abreise

KREUZFAHRTPREISE p.P. IN EURO*

Kategorie

Kategorie

Innenkabine Spezial

Innenkabine

Meerblickkabine

Balkonkabine

19-tägige Kreuzfahrt AIDAdiva

R. 2: Norwegen, Grönland, New York &mehr

Tag Hafen An Ab

01. Anreise

01. Warnemünde 18.00

02. Erholung auf See - -

03. Oslo/Norwegen 08.00 18.00

04. Erholung auf See - -

05. Bergen/Norwegen 08.00 18.00

06. Erholung auf See - -

07. Erholung auf See - -

08. Reykjavik/Island 08.00 20.00

09. Erholung auf See - -

10. Prinz-Christian-Sund/Grönl.12.00 18.00

11. Qaqortoq/Grönland 08.00 13.00

12. Erholung auf See - -

13. St. Johns/Kanada 14.00 20.00

14. Erholung auf See - -

15. Halifax/Kanada 08.00 16.00

16. Bar Harbor/USA 09.00 18.00

17. Erholung auf See - -

18. New York/USA 08.00 -

19. New York/USA/ Ausschiffung/Transfer

19. Flugrückreise nach Deutschland

20. Rückankunft inBerlin

Elbflorenz Spezial Preis

Reise 1 Reise 2

Inkl. Getränke inden

Buffet-Restaurants und Trinkgelder

799,-

899,-

999,-

1.399,-

1.499,-

1.599,-

1.999,-

2.699,-

•Zuschlag Reise 1: Termin 30.08. &09.09.19 Innenkabine &Meerblickkabine + € 29,- p.P. /Balkonkabine + € 69,- p.P.

•Einzelkabinen-Aufschlag 70%

•Reise 1: Bahn An- und Abreise €66,- p. P. oder bewachter Parkplatz in Warnemünde €66,- p.Pkw

•Reise 2: Bahn Anreise €33,- p.P. Rückflug New York -Berlin inklusive

•Kinder biseinschl. 15 Jahre in der Kabine mit2Vollzahlern € 199,- p.P.

•Jugendliche bis einschl.24Jahre in derKabinemit 2Vollzahlern € 299,-p.P.

• InkludierteLeistungen:Vollpension undausgewählte Getränkeinden Buffet-Restaurants, Trinkgelder an Bord

• Nicht eingeschlossen sind: Ausgabenfür Landausflüge, weitere persönlicheAusgaben

• Sonstige HinweiseReise Reisepassmit 6-monatigerGültigkeit nach Reiseendeerforderlich

•Reiseveranstalter: AIDACruises, German Branch of Costa Crociere S.p.A, Am Strande 3d,18055Rostock

*AIDA VARIO Preisebei 2er-Belegung, limitiertes Kontingent. Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen, Hinweise und

Informationendes AIDA Katalogs „März2019bis April2020"


6* Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

·························································································································································································································································································

Made in Berlin

BERLINER BEKANNTE

NEU IN DER STADT

Eine Branche

im

Wandel

Leuchten

ohne

Stromnetz

VonTheresa Dräbing

Eine Firma, die seit hundertJahren

besteht, muss einen ziemlichen

Wandel durchlebt haben. So war es

auch beim Kreuzberger Unternehmen

Hruby Werbetechnik. Seit 1919

werden hier Werbebanner, Firmenschilder

und Lichtreklamen hergestellt.

Doch waren es damals noch

Kutschen, die mit Farbe und Pinsel

aufwendig bemalt worden sind, fertigen

die Mitarbeiter heute vermehrt

dreidimensionale Installationen.

Mitten im Revolutionsjahr 1919

hatten die Brüder Karl und Zdenko

Hruby ihre Firma „Gebr. Hruby Firmenschilderfabrik“

gegründet.

Schon damals waren sie in Kreuzberg

ansässig, in der Gitschiner

Straße, nicht weit von einer der beiden

heutigen Werkstatthallen in der

Köpenicker Straße 150. Das Unternehmen

profitierte in der Anfangszeit

vom wirtschaftlichen Aufschwung

in den 20ernund wuchs rasant.

Doch dann trennten sich die

Wege der Brüder –Karl Hrubywurde

zur Wehrmacht eingezogen. Erst im

Jahr 1948 meldete er sein Gewerbe

erneut an.

Kunden waren damals vor allem

kleine Handwerksbetriebe –Bäckermeister

oder Fleischereigeschäfte,

die mit Firmenschildern oder Beschriftungen

auf Autos für sich werben

wollten.

Fensterbilder für die U-Bahn

„Das hat sich alles grundlegend geändert“,

sagt Fritz Naumann, der

den Betrieb 2010 übernommen hat.

„Unser Kundenstamm ist heute ein

anderer und die Technik hat sich

auch weiterentwickelt.“

Naumann kennt die Firma inund

auswendig. Vor36Jahren hat er

seine Ausbildung im Betrieb begonnen.

Sein Chef war seinerzeit Peter

Rainer Nitka, der wiederum beim

Gründer Karl Hruby gelernt hatte.

Naumann sieht in der technischen

Entwicklung aber durchaus einen

Fortschritt. „Wir können schneller

arbeiten als früher und dadurch

auch mehr Aufträge entgegennehmen“,

sagt er. Wobei, auch das betont

er, weiterhin auf Qualität statt

Masse gesetzt werde. Seine Firma

nimmt weniger Großaufträge an,

sondern immer öfter solche von

Messeveranstaltern oder auch Berliner

Künstlern. Im Stadtbild sieht

man ab und an die Arbeiten: Zum

Beispiel in der U-Bahn –einige der

Fenster-Folien mit dem Aufdruck

des Brandenburger Tors hat Hruby

produziert oder auch die Werbung

auf den BVG-Bussen.

Während ein Werbetechniker früher

noch zeichnen können musste,

sind heute stattdessen IT-Kenntnisse

gefragt. Seit kurzembesitzt die Firma

auch einen 3D-Drucker, „aber der

dient eher noch zum experimentieren“,

sagt Naumann. DieTechnik sei

nicht ausgereift genug, dass damit

schnell und groß genug gedruckt

werden könne. Naumann schätzt,

dass es vielleicht in zehn Jahren so

weit sei, dass die Technik den wachsenden

Ansprüchen genügt. „Wir

sind darauf vorbereitet, dass sich die

Branche weiter wandelt.“

Die Kreuzberger FirmaHruby beschriftet

seit 1919 Autos.

HRUBY

Auftragseingang

gerundet in Mio. Euro,

März 2019, in

Klammern Vergleich

zu März 2018, in Berlin

Wohnungsbau

129,0

(+55,3%)

Gesamt

248,6

(+18,4)

Wirtschaftsbau

65,4

(+4,3%)

darunter Öffentlicher

Straßenbau Bau

30,5 54,2

(–5,8%) (–15,5%)

Verdienst

Durchschnitt pro Monat,

Brutto in Euro, Januar -

März 2019, Betriebe

mit 20 und mehr Beschäftigten,

in Klammern

Veränderung zum

Vorjahreszeitraum

Berlin

2998

(+6,0)

Brandenburg

2696

(+7,5)

Sachsen

2534

(+5,1)

Sachsen-Anhalt

2692

(+8,1)

Deutschland

2928

(+5,6)

Ostdeutschland

2631

(+6,6)

Westdeutschland

3012

(+5,3)

Arbeitslose

in Bauberufen,

Anzahl in Berlin

offene Stellen

Januar

Februar

März

Arbeitnehmer

gewerblich, bei der

Sozialkasse gemeldet

im Baugewerbe Berlin,

in Tausend

50

30

2018 2019

294

338

313

347

319

417

2650

2277

2579

2270

2504

2125

10

0

Jan. ’93 Jan. ’19

QUELLE: BAUINDUSTRIEVERBAND OST E. V.,

SOZIALKASSE

Baugewerbe in Berlin

März 2019

Veränderung gegenüber

Vorjahreszeitraum

Die neue

Leichtigkeit

Forscher der TU Berlin entwickeln einen Baustoff, der

den Wohnungsbau schneller und günstiger machen soll

VonGerhard Lehrkeund

Isabella Galanty (Infografik)

Die einstige AEG-Montagehalle

für Großmaschinen

an der Hussitenstraße

in Berlin-Gesundbrunnen

ist die Kinderstube für einen

neuen Baustoff. Einen Beton, der –so

hoffen die Bauingenieure –das Errichten

vor allem von Wohnungen

schneller, einfacher und billiger machen

soll. Es ist deshalb nicht nur ein

schönes Stück Industriearchitektur,

an dem Wissenschaftler der Technischen

Universität da zum Thema Zukunft

des Bauens forschen. Denn die

Baupreise und damit die Mieten

schießen in Berlin durch die Decke,

im Februar lagen sie beim Wohnungsneubau

um sechs Prozent höher

als ein Jahr zuvor.

Infraleichtbeton heißt das Material,

an dem Mike Schlaich und seine

Mannschaft im „Fachgebiet Entwerfen

und Konstruieren –Massivbau“

arbeiten. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter

Alexander Hückler demonstriert

zunächst, was infraleicht bedeutet:

Er legt einen Betonquader in

einen wassergefüllten Eimer und: Er

schwimmt!

Der Beton, in der Fachsprache

ILC, enthält Luft, gebunden in Perlen

aus Blähton und Blähglas.Sie entstehen,

wenn man Ton- oder Glasmehl

auf weit über 1000 Grad erhitzt. Die

Perlen werden für den ILC mit Zement

und Wasser vermischt und ersetzen

damit Kies oder Sand im herkömmlichen

Beton.

Die Ursache für Preissteigerungen

Die Idee ist nicht ganz neu. Hückler

weist darauf hin, dass schon vor1900

Jahren das Pantheon in Rom aus

Leichtbeton errichtet wurde. Inder

Schweiz griff man die Idee in den vergangenen

Jahren auf, denn wegen der

Luft im ILCist er außerdem eine gute

Wärmedämmung. „Wie eine Daunenjacke“,

erklärtHückler.

An der TU entwickeln sie das Material

weiter und arbeiten daran, ILC

für Gebäude mit mehr als fünf, sechs

Etagen einsetzbar zu machen. Kleiner

gebaut wurde damit schon, Mike

Schlaich ließ zum Beispiel 2007 sein

Einfamilienhaus aus ILCerrichten.

Zwar muss eine ILC-Außenwand

50 Zentimeter dick sein, um die

Dämmvorgaben der Energieeinsparverordnung

einzuhalten. Denn ILC

dämmt zwar zehnmal besser als normaler

Beton, jedoch auch zehnmal

schlechter als Styropor. Aber: Mit

dem Guss derWand, auf der Baustelle

oder in der Fertigteilfabrik, ist sie

auch fertig. Es bedarf keines Dämmmaterials

wie Styropor mehr, keines

Klebstoffs, keiner Matten. „Ich habe

einmal nachgezählt, bis zu neun

Schichten gibt es bei herkömmlichen

Wänden“, so Hückler.

Beschäftigte

in Tausend, bei

Berliner Betrieben mit mehr

als 20 Mitarbeitern

14,3

+6,2

Umsatz

in Millionen

Euro

Kostenentwicklung Bau

indexiert 2015=100

Baumaterialpreise

120

Deutschland

110

100

90

80

+12,8%

258,6

Tariflöhne

Berlin

Baupreise

70 Berlin

2004

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft

WBM will den Leichtbeton

ausprobieren. An der Karl-

Marx-Allee soll von2022 bis 2024 ein

Punkthochhaus mit 70 Wohnungen

entstehen. Dann wirdsich zeigen, ob

ILC den Wohnungsbau beschleunigen

und die zuletzt starkgestiegenen

Baukosten drücken kann.

Die Ursache für die Preissteigerungen

im Bau liege zunächst in der

gestiegenen Nachfrage, sagt Robert

Momberg, Hauptgeschäftsführer des

Bauindustrieverbands Ost. Im März

lag der Auftragsbestand in Berlin bei

248,6 Millionen Euro, 18,4 Prozent

mehr als im März 2018. Allein beim

Wohnungsbau kletterten die Aufträge

um 55,3 Prozent auf 129 Millionen

Euro.

Wirkmächtiger seien die Zuwächse

bei Löhnen und Material. Das

Baumaterial, es macht etwa die

Hälfte der Kosten aus,sei seit 2003 um

über 55 Prozent teurer geworden. Etwas

schwächer stiegen die Lohnkosten.

In Berlin um 13,8 Prozent, im ostdeutschen

Baugewerbe insgesamt

um 31,8 Prozent. Momberg analysiert:

„Ein schwerwiegender Kostentreiber

ist politisch verursacht. Die

Regulierungsdichte in Deutschland

macht es zunehmend unmöglich,

preiswert zubauen. Sicher lässt sich

sagen, dass man allein aufgrund der

Vorgaben, die sich aus Energieeinsparverordnung

oder Bauordnung

ergeben, nicht mehr unter sieben

Euro pro Quadratmeter Kaltmiete

Tariflöhne

Ostdeutschland

Auftragseingang

je Einwohner in Euro,

Januar -März ’19,

in Klammern

Vorjahreszeitraum

Baupreise

Ostdeutschland

2018

bauen kann.“ Das ist mehr als die

durchschnittliche Bestandsmiete in

Berlin.

DieFachgemeinschaft BauBerlin-

Brandenburg verfeinert die Kostenfrage.Sosei

Diesel, mit dem Baufahrzeuge

fahren, 2018 um 22 Prozent

teurer geworden, Bitumen zur Abdichtung

für den Straßenbau um 40

Prozent. Wird Straßenland für eine

Baustelleneinrichtung genutzt, muss

gezahlt werden. „Da langen die Bezirke

zu, Charlottenburg-Wilmersdorf

zum Beispiel mit 7,50 Euro pro

Monat und Quadratmeter“, sagt

Manja Schreiner,Hauptgeschäftsführerinder

Fachgemeinschaft.

Dämmarbeiten überflüssig

ILCkönne dieser Entwicklung entgegensteuern,

sagen die Forscher der

TU. DerBaustoff sei nicht nur ökologisch,

weil herkömmliche Dämmungen

unter Schimmel- und Algenbildung

leiden und Chemikalien absondern

können, sondern –wenn auch

nur auf lange Sicht –auch kostengünstiger.Zwar

ist das noch nicht als

Massenprodukt vorhandene Material

noch deutlich teurer als Normalbeton.

Aber das Bauen an sich ginge

schneller und einfacher,weil Dämmarbeiten

wegfallen und nicht mehrere

Gewerketätig sein müssen. Vorallem

aber muss keine Dämmung nach

höchstens zwanzig Jahren ersetzt

werden. Hückler schlussfolgert: „Auf

lange Sicht ist ILC billiger und nachhaltiger.“

Berlin

165

(–26,7%)

Deutschland

252

(+13,3%)

VonTheresa Dräbing

ImJahr 2017 lebten immer noch

rund 840 Millionen Menschen

weltweit ohne Strom. Das geht aus

dem aktuellen Energiefortschrittsbericht

hervor, den unter anderem

die Internationale Energie-Agentur

veröffentlicht hat. Damit ging die

Zahl von 1,2 Milliarden Menschen

im Jahr 2010 zwar zurück, es sind

aber immer noch viele. Zuviele, findet

Olafur Eliasson, Gründer vonLittle

Sun, einem Social-Start-up aus

Berlin.

Little Sun vertreibt seit 2012 Solarprodukte,

die ohne Stromnetz

Licht spenden und somit für Regionen

ohne Zugang zu Elektrizität interessant

sind. Jetzt kooperiert das

Unternehmen mit Ikea. Für den

schwedischen Möbelkonzern hat

Little Sun mehrere Design-Solarmodule

entwickelt, in Planetenoptik.

Ganz im Ikea-Stil schlicht gehalten

in Schwarz, Cremefarben und Silber,

dazu mit schwedischem Namen:

„Sammanlänkad“, was so viel heißt

wie „verbunden“. „Die Zusammenarbeit

mit Ikea ist eine große Chance,

das Bewusstsein für den Energiezugang

und den dringenden Bedarfan

globalen Lösungen zu schärfen“,

sagt Eliasson. Gleichzeitig sei es eine

Chance,mit weltweit führenden Produktdesignern

zusammenzuarbeiten,

so der Künstler. Ist das ganze

auch eine Werbemaßnahme? Oder

steckt mehr dahinter?

Tatsächlich setzt sich das Start-up

seit Jahren für einen besseren Zugang

zu sicheren Energiequellen in allen

Teilen der Welt ein. Das Konzept: Pro

verkauftem Solarmodul hierzulande

oder in reicheren Teilen der Erde liefert

Little Sun eine Solarlampe zu einem

weitaus günstigerem und lokal

angepasstem Preis in Regionen ohne

Zugang zu Elektrizität. Hauptsächlich

in den südlichen Teil des afrikanischen

Kontinents, woEliasson und

seine Kollegen mit lokalen Unternehmernzusammenarbeiten.

In Regionen ohne Stromversorgung

werden noch oft Petroleumlampen

eingesetzt. Diese stoßen allerdings

giftige Dämpfe aus, was zu

gereizten Augen, Husten und anderen

Atemwegserkrankungen führen

kann. Auch ist Petroleum leicht entzündlich,

sodass Brandgefahr besteht.

Ein weiterer Faktor sind die

Kosten: Gemessen am Haushaltseinkommen

in diesen Regionen kostet

Petroleum viel Geld. Laut Little Sun

ist es im Durchschnitt ein Dollar pro

Woche, die lokalen Preise der Solarlampen

hätten sich hingegen nach

zwei Monaten amortisiert.

Erste Prototypen vorgestellt

Ob das Konzept –ein Kauf hier subventioniert

eine Lampe dort –auch

auf die neue Ikea-Kollektion angewendet

wird, hält Little Sun allerdings

noch offen. Man befinde sich

noch in einer frühen Stufe der Produktentwicklung

und könne noch

nichts über Preise oder das Geschäftsmodell

sagen, heißt es auf

Nachfrage.

Die ersten Prototypen wurden

Anfang Juni vorgestellt, die ersten

Produkte der gemeinsamen Kollektion

sollen 2021 in allen Ikea-Märkten

eingeführt werden. Was jetzt

schon klar ist: Es wirdunterschiedliche

Lampen geben, von Decken-,

Tisch- und tragbaren Leuchten bis

hin zu einer integrierten Power-Station

für den Handyakku –natürlich

alles solarbetrieben.

LITTLESUN


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 7 *

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

14.3.19

14.3.19

MÄRKTE

▲ 12169,05 (+0,44 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

14.3.19

Stand der Daten: 13.06.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

13.6.19

▲ 61,32 (+2,58 %)

13.6.19

▼ 1,1289 (–0,30 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 13.06. zum Vortag

Wirecard 150,90 +2,48 WWWW

Evotec 22,95 +2,18 WWWW

Dt. Pfandbriefbank 10,93

+2,15 WWWW

Dt. Wohnen Inh. 37,22 +1,97 WWW

Kion Group 53,28 +1,83 WWW

Fresenius 46,14 +1,81 WWW

Verlierer

13.6.19

ausDAX und MDAXvom 13.06. zumVortag

Aurubis 37,85 WWWWWWWWWWW –7,95

Wacker Chemie 70,70 WWWWWWW –4,85

ProSiebenSat.1 14,80 WWWWWWW –4,76

Dt. EuroShop NA 25,52 WWWWWWW –4,56

Fuchs Petrolub Vz. 35,04 WWWW –2,18

Siltronic NA 61,12 WWW –1,64

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 13.06. ±% z. 12.06.

Euro Stoxx 50(EU) +0,11

3541/2909 3390,50

CAC 40 (FR) + 0,01

5601/4556 5375,63

S&P UK (UK) – 0,03

1569/1323 1491,69

RTS (RU) +0,27

1348/1033 1346,98

IBEX (ES) +0,09

9986/8286 9247,10

Dow Jones (US) +0,13

26952/21713 26037,40

Bovespa (BR) +0,05

100439/69069 99004,94

Nikkei (JP) – 0,46

24448/18949 21032,00

Hang Seng (HK) –0,03

30519/24541 27266,65

Stx Singap. 20 (SG) +0,72

1635/1350 1558,30

Festgeld für 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Mon. 6Mon. 12 Mon.

Crédit Agricole **

ca-consumerfinance.de 0,81 0,91 1,01

abcbank

abcbank.de - 0,80 0,90

PrivatBank 1891 **

privatbank1891.com 0,56 0,57 0,75

Bank11

bank11.de 0,40 0,50 0,60

akf bank **

akf.de 0,20 0,45 0,65

Deutsche Bank *

deutsche-bank.de - 0,75 0,05

Santander

santander.de - 0,01 0,20

Targobank

targobank.de 0,00 0,00 0,20

ING

ing.de - - 0,03

Commerzbank

commerzbank.de - - 0,01

Isbank

isbank.de 0,35 0,35 0,50

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de 0,02 0,03 0,05

Mittelbrandenburgische Sparkasse

mbs-potsdam.de - - 0,01

Sparda Berlin

sparda-b.de - - 0,002

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Mittelwert von 80 Banken 0,23 0,30 0,45

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ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

Küken müssen weiter sterben

Bundesverwaltungsgericht akzeptiert die millionenfache Tötung –aber nurübergangsweise

Von Christian Rath

Das Bundesverwaltungsgericht

lässt das Töten

von männlichen Küken

weiterhin zu –aber nur,

bis Alternativen zur Verfügung stehen.

Termine nannten die Richter

nicht. In der Geflügelwirtschaft gibt

es spezielle Hühnerrassen. DieMasthühner

setzen besonders gut Fleisch

an, dort werden sowohl Hennen als

auch Gockel genutzt. Dagegen dreht

sich bei Legehühnern alles um die

Hennen,weildieHähnekeineEierlegen

können und auch zu wenig

Fleisch zulegen.

In den Brütereien für Legehennen

werden daher die männlichen Küken

nach dem Schlüpfen sofort aussortiert

und getötet. Jährlich werden so

rund 45 Million Küken mit Kohlendioxid

erstickt oder lebendig geschreddert.

In Nordrhein-Westfalen verbot

2013 der damalige Landwirtschaftsminister

Johannes Remmel (Grüne)

den dortigen Brütereien das Kükentöten,

weil es gegen das Tierschutzgesetz

verstoße.

Doch das Bundesverwaltungsgericht

kam nun –wie die Vorinstanzen–zu

dem Schluss,dass das Verbot

rechtswidrig war. Noch bestehe ein

„vernünftiger Grund“ für das Kükentöten.

DieLeipziger Richter werteten

den Tierschutz jedoch deutlich höher

als die Vorinstanzen. Mit dem

Grundgedanken des Tierschutzgesetzes

sei es eigentlich nicht zur ver-

Luftfahrt

gerät in

Turbulenzen

Kosten steigen –und

Investitionen fehlen

Von Christian Ebner

Die Luftverkehrsbranche steuert

nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft

Alixpartners weltweit

auf schwere Turbulenzen zu.

Während bei den Fluggesellschaften

der Druck durch steigende Lohnund

Treibstoffkosten wächst, müssen

sich die Flugzeughersteller und

ihreZulieferer auf milliardenschwere

Investitionen einstellen, heißt es in

der Branchenstudie.

Der US-Hersteller Boeing stecke

bei den Verbrauchern wegen des

nach zwei Abstürzen gesperrten

Flugzeugtyps 737 Maxineiner hausgemachten

„Vertrauenskrise“.

Neben den direkten Kosten für die

Nachbesserungen könne der Vorgang

zu neuen Anforderungen bei

den Sicherheitszertifizierungen und

damit zu enormen strukturellen Anforderungen

für die Branche führen,

sagen die Experten. Auch gelte es die

fragilen und komplexen Zulieferketten

abzusichern.

Gleichzeitig seien hohe Investitionen

in umweltfreundliche Antriebe

und autonome Flugtechnik notwendig,

um höheren Nachhaltigkeitsansprüchen

gerecht zu werden. Möglicherweise

ergäben sich Markteintrittschancen

für einen dritten großen

Akteur neben dem beherrschenden

Duopol Boeing und Airbus. Infrage

käme die Commercial Aircraft

Cooperation of China.

Bei den Fluggesellschaften sind

die operativen Gewinnspannen von

durchschnittlich 8,5 Prozent im Jahr

2016 auf aktuell nur noch 5Prozent

gesunken, heißt es in der Studie.Hinzu

kämen schärfere regulatorische

Umweltvorgaben. „Besonders kleinereAirlines

werden die Auswirkungen

deutlich spüren. Deshalb ist eine

Konsolidierung der Branche durch

Übernahmen und Fusionen, aber

auch Marktaustritte eher kurz- als

mittelfristig zu erwarten“, sagte Studienleiter

Stefan Ohl. (dpa)

Mitglieder derTierschutzorganisation Peta protestieren miteiner symbolischen Aktion

zumKükenschreddernvor dem Bundesverwaltungsgericht.

FOTO: JAN WOITAS/DPA

einbaren, dass dem Leben eines

männlichen Kükens „jeder Eigenwert

abgesprochen wird“, betonte

dieVorsitzendeRichterinRenatePhilipp.

Die Richter stellten aber in Rechnung,dassdasKükentötenjahrzehntelang

hingenommen wurde.Außerdem

sei bald mit Alternativen zu

rechnen. Von den Brutbetrieben

könne daher nicht verlangt werden,

ihre Betriebsweise sofort umzustellen.

Die „Vermeidung einer doppelten

Umstellung“ sei ein vernünftiger

vv

vv

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Grund für die zeitweilige Fortführung

der bisherigen Praxis, sagte

Richterin Philipp (Az.: 3C18.16).

Mit finanzieller Unterstützung

von Landwirtschaftsministerin Julia

Klöckner (CDU) forschen derzeit

zwei deutsche Unternehmen an Methoden

der Geschlechtsbestimmung

imEi.DieSeleggtGmbHisttechnisch

am weitesten. In einer eigenen kleinen

Brüterei in den Niederlanden

werden bereits Eier selektiert. Seleggt

nutzt dabei eine Methode, bei der

Geschlechtshormone im Ei nachgewiesen

werden. DieEiermit männlichen

Embryonen werden dann zu

Tierfutter verarbeitet. Aus den weiblichen

Eiernwerden wie üblich Legehennen.

Deren Eier werden als „Respeggt“-Eier

vermarktet.

„Respeggt“ arbeitet mit Rewe und

Pennyzusammen.DieseEierkönnen

derzeit aber nur in rund 380 Märkten

in und um Berlin gekauft werden. Ab

2020 will Seleggt sein Verfahren auch

einzelnen anderen Brütereien als

Dienstleistung anbieten. Für die

Brutbetriebe soll dies nichts kosten,

sagte Seleggt-Geschäftsführer Ludger

Breloh. Die Mehrkosten soll der

Lebensmittelhandel tragen, indem

er für die Nutzung des „Respeggt“-Logos

Lizenzgebühren abführt.

Letztlich müssen die Verbraucher

höherePreise zahlen.

DieKonkurrenzfirma AgriAdvanced

Technologies (AAT) bestimmt

das Geschlecht, indem sie die Brechung

des Lichts im Ei berechnet.

Das Verfahren soll automatisch ablaufen,

einen Termin für die Marktreife

kann AATaber nicht nennen.

Tierschützer kritisieren die Frühselektion

grundsätzlich. Ethisch mache

es keinen großen Unterschied,

ob die männlichen Küken nach dem

Schlüpfen oder vor dem Schlüpfen

getötet werden. Siesetzen darauf, die

männlichen Küken aufzuziehen und

als (schlanke) Masthähnchen zu verkaufen.

DieMehrkosten werden über

Zuschläge für die Eier der zugehörigen

Legehennen erwirtschaftet.

Jethelm City

59.

99

NACHRICHTEN

Inflation im Mai

deutlich geringer

Viele weitere

Eröffnungsangebote

DerPreisauftrieb in Deutschland hat

sich starkverlangsamt. Im Mailagen

die Verbraucherpreise um 1,4 Prozent

über dem Niveau des Vorjahrs,

wie das Statistische Bundesamt errechnet

hat. DieWiesbadener Behörde

bestätigte am Donnerstag ihre

Ende Maiveröffentlichten vorläufigen

Zahlen zur Inflation. Im Ostermonat

Aprilhatten vorallem gestiegene

Preise für Pauschalreisen die

jährliche Teuerungsrate auf 2,0 Prozent

getrieben. Volkswirte hatten

dies als Ausreißer gewertet. VonAprilauf

Maides laufenden Jahres stiegen

die Verbraucherpreise in

Deutschland um 0,2 Prozent. (dpa)

IWH-Forscher: Ostwirtschaft

wächst um 0,8 Prozent

Dieostdeutsche Wirtschaft wird

nach Schätzungen des Instituts für

Wirtschaftsforschung in Halle (IWH)

in diesem Jahr um 0,8 Prozent zulegen.

Damit könnte das Plus etwas

höher ausfallen als im Bundesschnitt,

wie aus den am Donnerstag

veröffentlichten Konjunkturbericht

hervorgeht. Für ganz Deutschland

wirdein Plus von0,5 Prozent vorausgesagt.

In den vergangenen Monaten

haben fast alle Konjunkturforscher

ihrePrognosen gesenkt. So

hatte das IWH der Ostwirtschaft im

Dezember noch 1,4 Prozent Wachstum

zugetraut. (dpa)

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8* Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Meinung

Humboldt Forum

ZITAT

Zwischendurch mal

anders nutzen

Nikolaus Bernau will das

Humboldt Forum so eröffnen wie

der Palast geschlossen wurde.

Jede Krise ist eine Chance. Ein grässlicher

Motivatoren-Spruch, der im Fall

Humboldt Forumaber genau stimmt. Gerade

musste die Eröffnung auf irgendwann

im nächsten Jahr verschoben werden.

Undsofortwurde vonBER und Stuttgart21

gefaselt. Unvorstellbar scheint im

planfixierten Deutschland, dass einige

Monate Verzug bei einem derartigen Riesenprojekt

kein Drama sein könnten. Und

wieder wird übersehen: Das Forum ist

nicht so sehr in einer Bau-Krise als vielmehr

in einer Inhalts-Krise.

Nicht nur, weil die Ausstellungskonzepte

teilweise eine Generation alt sind

und des politischen Eröffnungsdrucks

wegen kaum aktualisiert werden konnten.

Vorallem fehlt diesem Projekt immer

noch gesellschaftliche Verankerung. Das

Humboldt Forum ist bisher vor allem

Erbe der staatstragenden Eigenschaften

des Berliner Schlosses und des Palastes

der Republik –auch daher kommt die Fixierung

auf die Fassaden, Eröffnungsdaten

oder die Idee,das Haus in einem Stück

zu übergeben. All das sind klassische Erfolgsnachweise

von Politikern, Verwaltungen

oder Architekten.

Diese Fesseln fehlen nun. Das Haus

sollte also seine Ausstellungen nach und

nach eröffnen, währenddessen überarbeiten

und so immer neue Attraktionen schaffen.

Undwäreesnicht grandios,wenn in die

noch nicht nutzbaren Räume eine „Zwischennutzung“

einzöge, imAnschluss an

jene Aktionen, die den Rohbau des Palastes

der Republik 2004–2005 zum Ereignis

machten. Dass der Palastabriss bis heute

solch einTrauma ist, liegt wesentlich an dieser

Zeit, in der das Publikum sich seinen

Raum eroberte.Haben die Macher des Forums

den Mut, diese Freiheit zu gewähren?

Kükenschreddern

Es ist eine Frage

unserer Prioritäten

Steven Geyer findet es paradox,

dass Fortschritt das Problem lösen

muss, das er angerichtet hat.

Wer einmal gesehen hat, wie sich eine

Schar flauschiger gelber Küken zwei

Minuten im Todeskampf windet, ehe sie

erstickt und als Abfall entsorgt wird, weiß:

Daskann heutzutage nicht mehr rechtens

sein –nur weil männliche Küken weder

Eier legen noch zum Mästen geeignet sind.

Über solchen Umgang mit Lebewesen

müssten unseremodernen Gesellschaften

hinaus sein. Das räumt sogar die Agrarwirtschaft

ein: Sobald es technisch möglich

sei, will sie die Praxis beenden.

Doch die Technik lässt auf sich warten

–und so vertagen Politik und Eierfabriken

den Ausstieg aus dem Massentöten seit

Jahren. Das Bundesverwaltungsgericht

hat dieses Zeitspiel nun höchstrichterlich

abgenickt. Bis es möglich ist, das Geschlecht

schon im Ei zu erkennen, darfes

mit dem Töten so weitergehen. Keine

Frist, kein Druck –keinWunder,dass Tierschützer

entsetzt reagierten.

Konsumenten, Industrie, Politik und

nun auch Justiz sind eine Schicksalsgemeinschaft

–vereint in angeblicher Ohnmacht,

verdammt zum Warten auf den

technischen Fortschritt. Doch das ist paradox.

Der Fortschritt war es ja erst, der

aus der Landwirtschaft eine Industrie mit

Massenproduktion machte, die Lebewesen

zu Gegenständen degradiert, in Legeund

Masthühner unterscheidet,Tiereund

Böden auslaugt, Gewässer verschmutzt –

und es damit begründet, dass unsere

Nahrung sonst nicht so billig wäre. So sind

die Küken nur ein Symbol dafür,dass eine

Wende in unserer Landwirtschaft und

Nahrungsmittelproduktion nötig ist.

Es bleibt eine Frage der Prioritäten, wo

wir unser Essen zwischen Handy-Vertrag

und Netflix-Abo, Flatscreen und Fernreise

einordnen.

Über den Dingen

Ein Mensch ist tot, ein Kind, ein vierjähriger

Junge. Totgefahren. Der

Junge war im Oktober 2017 auf die

Fahrbahn der Romain-Rolland-

Straße in Weißensee gelaufen und dort von

einem Auto erfasst worden. ZweiWochen danach

starb er im Krankenhaus. Jetzt ist der

Unfallfahrer,ein 23-jähriger Student, deswegen

verurteilt worden. Er war auf der rechten

Busspur gefahren, um an den auf der linken

Spur an der Ampel stehenden Autos vorbeizukommen.

Er war dabei mit bis zu 74 Stundenkilometern

unterwegs, wie das Unfallgutachten

ergeben hat. Als der Junge vor

dem Auto auftauchte, war der Zusammenstoß

nicht mehr zu verhindern, so das Gericht.

Beiseiner Urteilsfindung erkannte das

Gericht außerdem der Mutter eine Teilschuld

zu, sie hatte ihren Sohn nicht an der

Hand gehalten. Der Student muss nun eine

Geldstrafe von40Tagessätzeà5Euro bezahlen.

Das sind 200 Euro. Außerdem erhält er

einen Monat Fahrverbot.

Dieses Urteil löst sehr unterschiedliche

Reaktionen aus. Auf dem Nachrichtenkanal

Twitter zeigten sich gleich mehrere Nutzer

„sprachlos“. Andere werden deutlicher.

„Kleines Gedankenexperiment“, schreibt einer.

„Der Vater erträgt seinen Schmerz und

den seiner Frau nicht mehr und erschlägt

den Autofahrer mit einer Eisenstange. Wird

er auch mit 40 Tagessätzen bestraft?“

Auch Heinrich Strößenreuther ist ein

Freund des prägnanten Wortes. Der Anwalt

ist seit Jahren streitbarer Vorkämpfer für den

Umbau Berlins zu einer fahrradfreundlichen

Metropole. Für die Beschränkung und Beschneidung

des alles dominierenden Autoverkehrs.Für

härtereStrafen gegen Autofahrer,

die sich falsch, rücksichtslos und aggressiv

verhalten.

Eine Freundin von mir musste sich einer

für ihr Alter ungewöhnlich frühen Hüftoperation

unterziehen und landete mit mindestens

zwanzig Jahre älteren Patienten in

einer Reha mitten in Brandenburg. Mehrmals

hatte ich ihr angeboten, sie zu dort zu

besuchen. Beim dritten Mal meinte sie

schließlich, dass es für mich eventuell keine

so gute Idee wäre, dorthin zu fahren.

In mehreren frustrierenden Telefonaten

erklärte sie mir,wie eine der Patientinnen sie

vor einer neuen „ausländisch“ aussehenden

Mitpatientin gewarnt hatte. Eine andere

hatte bei Gesprächen den Juden die Schuld

für zunehmenden Antisemitismus gegeben,

den sie durch Tragen der Kippa heraufbeschwören

würden. Zwar war mir nicht ganz

klar, wie dieser Frau der geradezu klassisch

aschkenasische Nachname sowie der eindeutig

amerikanische Akzent meiner Freundin

entgangen sein konnte, aber ihre Ignoranz

kommt dem direkten Auszug der Bedeutung

von Ignoranz aus dem Wörterbuch

nahe. Meine Freundin wollte mich beschützen,

da ich dem Radar„ausländisch“ nicht so

einfach entkommen kann wie sie. Und obwohl

ich ihreVorsicht schätze, entschloss ich

mich, mich nicht vonmeinen Ängsten leiten

und in meiner Bewegungsfreiheit einschränken

zu lassen.

Ich vereise grundsätzlich nur mit deutschen

Freunden und Verbündeten und erfahre

trotzdem, dass die Angst vor„dem anderen“

spürbar ist, insbesondere dort woes

nicht so viele „andere“ gibt.

Prozess

200 Euro für

ein Leben

Elmar Schütze

versteht jeden, der das Urteil nach dem

tödlichen Unfall vonWeißensee für einen Skandal hält.

KOLUMNE

Sind da

Krokodile

drin?

Rose-Anne Clermont

Autorin

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Für Strößenreuther ist die Sache klar:

„Skandalöser geht es gar nicht. 5Euro pro

Tag–das bedeutet ein Weizenbier in Mitte.“

Das„empörende Urteil“ sei ein„Schlag in die

Trauergemeinde“. Auch der aus seiner Sicht

viel zu kurze Führerscheinentzug sende ein

verheerendes Signal aus.„Nach dem Motto:

Mach doch einen Monat Urlaub, danach

kannst du weiterfahren.“ Demjungen Mann

hätte mindestens ein Jahr aufgebrummt

werden müssen, dieser habe „seine charakterliche

Eignung verloren“, sagt er.

Ohnehin erkennt Strößenreuther ein

ganz grundsätzliches Problem. Er fordert

härtereGesetzegegen Raser.DieVision Zero,

also das Ideal einer Stadt ohne Verkehrstote,

steht inzwischen sogar im Berliner Mobilitätsgesetz,

dem fortschrittlichsten seiner Art

in Deutschland. Umso krasser die Diskrepanz

zum aktuellen Urteil. „Dass der Richter

Freiräume für solch ein Urteil hat, ist ein

Skandal an sich. Dass er sie nutzt, ist auch ein

Skandal an sich“, sagt Strößenreuther.

Undwas löst der Unfall und das Urteil bei

mir selbst aus, der ich selbst ab und zu –

wenn auch immer seltener –Auto fahre in

der Stadt? Zuerst tiefes Mitgefühl für die Familie.

Aber Wut über das Urteil? Nein. Das

mag daran liegen, dass ich in meinen mittlerweile

34 Jahren als Autofahrer oft genug kritische

Situationen erlebt habe –sie sind jedoch

zum Glück alle glimpflich ausgegangen.

Ichbin aber auch noch nie mit 74 Stundenkilometern

auf einer Busspur an einer

stehenden Autokolonne vorbeigefahren, um

schnell an der nächsten Kreuzung zu sein.

Menschen machen Fehler, dafür müssen

sie belangt werden. Und imWeißenseer Fall

liegt der Fehler klar beim Autofahrer. Der

Mutter eine Teilschuld zu geben, mag juristisch

korrekt sein, wirkt aber nur zynisch.

Es ist sicher richtig, aggressive Verkehrsteilnehmer

die ganze Härte des Gesetzes

spüren zu lassen. Aber ich habe schon anlässlich

des jüngsten Kudamm-Raser-Prozesses

keinen Mord erkannt. Diebeiden Unfallverursacher

von damals haben zwar den

Todeines Unbeteiligten in Kauf genommen,

sie wollten ihn aber nicht töten.

Insgesamtkann aber nur eine prinzipielle

Abkehr vom motorisierten Individualverkehr

helfen. Berlins Bus- und Bahnnetz ist

jetzt schon außergewöhnlich gut, es muss

aber noch viel besser werden –damit mehr

Autofahrer endlich eine Alternativehaben.

Dennoch gestehe ich angesichts des toten

vierjährigen Jungen meine Ohnmacht ein. Es

ist zum Heulen.

Doch am Pfingstsonntag war es mir vergönnt,

eine ganz normale Begegnung zu haben

in einer Gegend, die man einmal als No-

Go-Gegend für Menschen wie mich bezeichnet

hat. Meine Begleiterin und ich hatten ein

aufblasbares Kanu ins Auto gepackt, eine

Karte aufgeklappt, nach geeigneten Seen gesucht

und waren in Richtung Osten unterwegs.

Meine Freundin war noch im Auto, als

ich anfing, das Kanu klarzumachen. Da überraschte

mich ein Mann Ende 60 und fragte:

„Sind da Krokodile drin?“, während seine Begleiterin

sich zum FKK-Baden auszog.

Den Lesern mag dies banal vorkommen,

aber für mich war dies ein Moment vonNormalität,

wie ich ihn nicht oft erlebt habe,

wenn ich Berlin verlasse. Keine starrenden

Blicke.Okay, siehaben gestarrt, ein bisschen,

doch alles innerhalb des normalen Zeitlimits

deutschen Starrens.Keine belehrendenKommentare.

UndzumeinerVerwunderung gingen

sie davon aus,dassich Deutsch spreche!

Wir paddelten den Kanal entlang, ich

vorne, Gesichter drehten sich zu uns um, und

Blicke folgten uns ebenso schnell wie unser

Kanu durchsWasser glitt. Ichmusste schmunzeln

und winkte. Die meisten Leute winkten

zurück, andere blickten etwas verwirrt. Nur

die Schwäne und Enten schienen sich nicht

fürdie schwarze Frau zu interessieren.

Ich wirkte wohl fehl am Platz, zumindest

insofern, als niemand so aussah wie ich.

Doch das, sagteich mir, wirdsichnie ändern,

wenn alle, die aussehen wie ich, eskategorisch

vermeiden hierherzukommen; so wie

es viele meiner farbigen Freundetun.

Begegnungen wie diese erinnern mich

an den afroamerikanischen Pianisten Don

Shirley in demFilm„GreenBook“.Seinweißer

Fahrer fragt ihn in einer Szene, warum

er sich überhaupt bemühen würdeimamerikanischen

Süden der Rassentrennung zu

spielen und erantwortet: „Es braucht Mut,

um die Herzen der Menschen zu verändern.“

„Unsere Stadt gilt als

lebens- und liebenswert,

familienfreundlich und

tolerant. In der Bevölkerung

sind Selbstbewusstsein

und Stolz zu spüren.“

Siegfried Deinege,

parteiloser Oberbürgermeister von Görlitz, vor der

Wahl seines Nachfolgers

AUSLESE

Mit dem Rücken

zur Wand

Hongkong will ein Gesetz verabschieden,

dass den Behörden erlauben

würde, von China verdächtigte Personen

an die Volksrepublik auszuliefern. Hunderttausende

protestierten –doch die Regierung

der ehemaligen Kolonie hält an

den Plänen fest.

„Die Proteste sind die letzte Hoffnung

der Bürger, ihren Sonderstatus noch zu

behalten“, schreibt der Reutlinger Generalanzeiger.„Doch

es kann nicht darüber

hinwegtäuschen, dass es das Ziel Pekings

ist, die Hongkonger ins Großreich einzufügen.

Eine Million Protestierende sind in

einem Reich mit fast 1,4 Milliarden Menschen

nur eine Kleinigkeit. (...) DasAuslieferungsgesetz

wird also kommen. Es

bleibt nur die Frage wann.“

Ähnlich resigniert schreibt Dänemarks

Jyllands-Posten: „Das Motto ‚Ein Staat,

zwei Systeme‘ magschön klingen. Aber eigentlich

handelt es sich um einen Euphemismus

dafür, dass man in Hongkong einen

Rechtsstaat hat und in China ein riesiges

Land, das vonBanditen geführtwird.“

La Stampa aus Italien glaubt dennoch,

so etwas wie Hoffnung zu erkennen: „Die

Proteste gegen ein halsabschneiderisches

Gesetz (...) bestätigen, dass der Zynismus,

der gerade in Mode ist, nicht für immer gewonnen

hat“, schreibt die Zeitung. Hongkongs

Bürger kämpften „mit dem Rücken

zurWand, mit nichts in der Hand außer der

grundlegenden Menschenwürde auch für

uns und erinnernuns daran, wofür es sich

lohnt, immer zu kämpfen.“ Tanja Brandes

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berlin

In der Höhle

dem Klima

auf der Spur

Seite 14

Jiyoon Lee ist die erste Konzertmeisterin der Staatskapelle Seite 11

Schüler stellen Forderungen an Berliner Klimapolitiker Seite 13

Stadtbild

Wolfskopf aus

dem Pleistozän

Torsten Harmsen

denkt an dieser Stelle ausnahmsweise

mal über den

Klimawandel nach.

Es hat ordentlich gerummst in

dieser Woche. Unwetter über

ganz Deutschland mit bis zu 800 Blitzen

inder Minute. Auch über Berlin

fegten Gewitter.„Bei uns hat’s ahms

den Pavillon wegjefegt“, sagt ein

Mann in der S-Bahn, „und alle Äppel

vom Baum jerissen.“ –„Ja, wird immer

schlimmer“, sagt sein Gegenüber.„Früher

hat’s dit uff die Artnich

jejeben. Jedenfalls nich so oft.“

Ich nicke vor mich hin wie ein

weiser Greis. Natürlich gab es auch

früher schon heftige Unwetter. Der

Orkan „Quimburga“ brachte 1972 in

Köpenick gleich zwei Kirchtürme

zum Einsturz. 1979 wirbelte ein Tornado

in Brandenburg Mähdrescher

durch die Luft. Aber ich kann mich

nicht erinnern, dass damals viele

Sommertage so heiß und feucht warenwie

in Südvietnam.

Größere Abhandlungen über den

Klimawandel würden hier den Rahmen

sprengen. Aber ich finde es zumindest

interessant, dass in Sibirien

jüngst ein super erhaltener riesiger

Wolfskopf aus dem Pleistozän gefunden

wurde. 40000 Jahre war er im

Permafrost eingeschlossen. Wie Forscher

schreiben, taue der Permafrostboden

zurzeit weltweit auf –

und zwar „nahezu im Takt mit der

Klimaerwärmung“. Die Jahre 2003,

2006 und 2015 brachten wiederum

in Europa die extremsten Hitzewellen,

die je aufgezeichnet wurden.

Ich finde es zugleich interessant,

wie intensiv manche Leute sich gegen

den Gedanken wehren, dass der

Mensch irgendwas damit zu tun haben

könnte. Dabei korreliert auf Klimagrafiken

die nach oben weisende

globale Temperaturkurve verdächtig

mit dem Anstieg der Treibhausgas-

Konzentrationen seit etwa 130 Jahren.

Undnicht mit den Schwankungen

der Sonnenaktivität, wie mancher

behauptet. Diese soll seit einiger

Zeit sogar zurückgehen.

Sicher,Klimawandel gab es schon

immer. Seit 2,6 Millionen Jahren leben

wir im Wechsel von Eis- und

Warmzeiten. Doch es gibt schon zu

denken, dass Forscher sagen, dass

man wahrscheinlich 120 000 Jahre

zurückschauen müsse, umeine höhere

globale Mitteltemperatur zu

finden als jetzt.

Aber egal. Der Mensch ist eine

seltsame Spezies. Ermacht Panik an

Nebenfronten (wer erinnert sich

noch an Ehec oder die Vogelgrippe?)

–doch wenn ihm die Erde unterm

Hintern wegschmilzt, zuckt er mit

den Achseln. So wie ein sehr dicker

Mann mit Bluthochdruck und Diabetes,

der den Schlaganfall verhindernwill,

indem er nicht dran denkt.

Greta Thunberg mag ein seltsames

Mädchen sein. Aber ich finde es

armselig, dass man sich über sie lustig

macht, ihr Falschheit unterstellt,

auf sie einhackt. Kann diese Welt

kein 1,50 Meter großes Mädchen vertragen,

das ein bisschen Unruhe

macht?

Eine sachlich-logische Reaktion

auf die Proteste der jungen Generation

sähe so aus: Okay,dann lasst uns

zumindest alles tun, um die Lage

nicht noch zu verschlimmern! Ich

fände es gut, wenn man sich weltweit

darauf einigen könnte.Auch im

Sinne meines Enkelkindes, das in

diesem Jahr geboren werden soll.

Die Maus im Hohen Haus

In den Gebäuden des Bundestags sind Tiereverboten. Allerdings halten die sich nicht daran

VonMarkus Decker und JanSternberg

IMAGO IMAGES

Sommer,Sonne, Übermut

Es soll ja Menschen geben, die extrafür ein Foto vordem Brandenburger

Tornach Berlin reisen. Dashörtman jedenfalls.Vielleicht stimmt es

ja. Diese beiden zeigen dortsogar akrobatische Kunststücke.Sie gehören

dem Circus-Verein Träumer, Tänzer und Artisten aus Garbsen an.

Zu Besuch in der Hauptstadt mussten sie dann wohl erst mal zeigen,

was noch so geht. Werdas nicht nachmachen will, kann sich am Wochenende

in Berlin trotzdem prima die Zeit vertreiben. Beim Kunstund

Kulturfestival 48 Stunden Neukölln zum Beispiel. Die Neukölln

Arcaden öffnen dann ihre Türen für Performance, Talks, Modern Art

und einen Einkaufsbummel. Die Lange Nacht der Wissenschaften

Inden Büros des Bundestags gehen

einige Besucher ein und

aus. Ungebeten. Und ohne

Hausausweis. Manchmal tappen

sie in die Falle,und trotzdem kehrensie

immer wieder zurück. Es handelt

sich um Hausmäuse. Unter dem

Twitter-Hashtag #bundestagsmaus

teilte die Linke-Abgeordnete Anke

Domscheit-Berg jetzt mit, dass ihr

Bürodie 19. Maus in anderthalb Jahrengefangen

habe.

Die Büros von Domscheit-Berg

liegen im Erdgeschoss des Jakob-Kaiser-Hauses,

woviele Abgeordnetenbüros

untergebracht sind. Dasmacht

den unerlaubten Einstieg in die für

Tiere verbotenen Bundestagsbüros

für die kleinen Nager einfacher.„Alle

Erdgeschoss-Büros haben das Problem,

auch in anderen Gebäuden“, sagen

Mitarbeiter. Sosei zum Beispiel

auch das Paul-Löbe-Haus betroffen,

in dem die Ausschüsse tagen. DieNager

steigen durch die Bodentanks ein

–das sind die Kanäle für Strom- und

Telefonkabelverbindungen, die in jedem

Bürovorhanden sind.

Der Gebäudeservice des Bundestags

hat auch Kammerjäger im Einsatz.

„Wir sind dort Dauerkunde“,

sagt Domscheit-Berg der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). BeiMausbefall stellen

sie Lebendfallen auf und kontrollierensie

täglich. DieMäuse werden im

benachbarten Tiergarten wieder

ausgesetzt. Nicht immer aber hält

die Lebendfalle, was sie verspricht:

DieMitarbeiter vonDomscheit-Berg

hatten bereits drei tote Tiere inder

Falle.

DasProblem mit der Maus im Hohen

Haus ist nicht neu: Der2017 ausgeschiedene

Parlaments-Veteran

Hans-Christian Ströbele hatte in seinem

BüroUnter den Linden ebenfalls

mindestens eine Maus, erinnert er

sich. Diesehabe sich vonKrümeln jener

Teilchen ernährt, die auf seinem

Boden lagen, sagte Ströbele, und sie

sei ihm zwischen den Beinen rumgelaufen.„Anderehaben

mirdas nie geglaubt

–bis ich die Maus mal fotografierthabe.“Einen

Kammerjäger habe

er nie gerufen, fügte der 2017 aus dem

Parlament ausgeschiedene Politiker

hinzu. „Ich wollte nicht, dass sie umgebracht

wird.“

DieFrage,wie oft der Bundestags-

Kammerjäger zum Einsatz kommt,

ließ die Parlamentsverwaltung bisher

unbeantwortet. Schämen müsste

sich die Verwaltung gleichwohl nicht.

DPA/PAUL ZINKEN

wirbt mit spektakulären Experimenten, spannenden Vorträgen, Wissenschaftsshows

und Führungen rund um die kleinen und großen Fragen

des Lebens. Beim internationalen Straßentheaterfestival „Berlin

lacht!“ treten Künstler aus verschiedenen Nationen auf. Es gibt einen

großen Kunsthandwerkermarkt am Schloss Charlottenburg, einen Comic-Workshop

in der C/O-Galerie und Staatsoper für alle.Wer es sportlich

mag, wie die beiden Akrobaten am Brandenburger Tor, kann an einer

Stadtrallye teilnehmen oder an einer begleiteten Fahrradtour von

Wannsee nach Potsdam. Oder lieber Kunst? DieTextile ArtBerlin bietet

Modenschauen, Mitmachaktionen und Workshops.

Auch in der ältesten Demokratie der

Welt gibt es ein Problem mit Mäusen

–Westminster Palace in London gilt

sogar als wahres Mäuseparadies. Die

britische Parlamentsverwaltung gibt

umgerechnet knapp 150 000 Euro

proJahrfür den Kampf gegendie Nageraus

–allerdings ohne Erfolg. Abgeordnete

berichten, dass Mäuse in

Westminster im wahrsten Sinne des

Wortes auf den Tischentanzen und in

den Parlaments-Cafés in den Ecken

an Krümeln knabbern, ohne sich im

geringsten von den Abgeordneten

stören zu lassen. Sienisten auch in alten

Parlaments-Papieren.

Die Bundestagsmäuse sind da

noch deutlich zurückhaltender. „Ich

finde es eher amüsant“, sagt Domscheit-Berg.

„Ich habe auch keine

Mäusephobie,schließlich komme ich

vomLand.“

NACHRICHTEN

Humboldt Forum: Berlin

fordertrealistischen Termin

Nach der geplatzten Eröffnung des

Humboldt Forums hat das Land Berlin

Klarheit über die weiteren

Schritte im wiederaufgebauten Berliner

Stadtschloss gefordert. Daszuständige

Bundesbauministerium

sollte nun einen realistischen Zeitplan

für eine Eröffnung nennen,

sagte Kultur-Staatssekretär Torsten

Wöhlert(Linke) im RBB-Inforadio

am Donnerstag. „Man sollte jetzt lieber

einen sicheren Termin nennen,

anstatt die Eröffnung möglicherweise

erneut verschieben zu müssen“,

sagteWöhlert. Diezunächstgeplante

Eröffnung sei politisch vom

Bund auf dieses Jahr gesetzt worden

–zum 250. Geburtstag des Forschers

Alexander vonHumboldt

(1769–1859). „Man wollte unbedingt

im Herbst 2019 zu einem Jubiläumsgeburtstag

landen.“ DasBundesamt

für Bauwesen undRaumordnung

(BBR) hatte am Mittwoch mitgeteilt,

dass das Humboldt Forumwegen

Problemen bei der Klima- und der

Brandschutzanlage nicht in diesem

Jahr eröffnen kann. (dpa)

HanyAzer bekommt das

Bundesverdienstkreuz

Er trug als Projektleiter entscheidend

dazu bei, dass der Berliner Hauptbahnhof

und die Nord-Süd-Verbindung

pünktlich zur Fußball-WM

2006 fertig wurden. Heute stellt Hany

Azer sein Wissen international zur

Verfügung –unter

anderem in

seinem Heimatland

Ägypten. An

diesem Freitag

bekommt der

Bauingenieur,

der im November

70 Jahrealt

wird, in Dortmund

das Bundesverdienstkreuz

verliehen. Er wird

unter anderem für die Stärkung der

Vertrauensbasis zwischen Deutschland

und Ägypten geehrt. (pn.)

FABIAN BRENNECKE

Keine Rosinenbomber über

dem Brandenburger Tor

ZurErinnerung an das Ende der

Luftbrücke vor70Jahren werden am

Wochenende keine Rosinenbomber

über das Brandenburger TorinBerlin

fliegen. DerFörderverein Luftbrücke

habe den Antrag für den

Überflug schriftlich und mündlich

zurückgezogen, sagte die Sprecherin

des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung,

Kerstin Weber,amDonnerstag.

Zwei Tage vordem geplanten

Überflug der Rosinenbomber

über Berlin ist die genaue Routeweiterhin

unklar. (dpa)

Eine Pagode für

das Nashorn-Gehege

HanyAzer

DerZoo baut nach dem Panda-Gehege

einen neuen Hingucker:Eine

25 Meter hohe Pagode als Herz einer

neuen Nashorn-Anlage.Sie soll an

die 1873 errichtete „Elefantenpagode“

erinnern, die im Zweiten Weltkrieg

zerstörtwurde,teilte der Zoo

mit. Diebisherigen Gehege für Panzernashörner

und Tapirestünden

nicht für moderne Tierhaltung. Die

14 000 Quadratmeter große Anlage

mit Badeteich und Wasserläufen

soll 20 Millionen Euro kosten und

bis2021 fertig werden. (dpa)


10 Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Berlin

Jürgen Becker sitzt gern auf der

Terrasse des Café Kohlenquelle

in der Kopenhagener Straße.

„Es ist einer der wenigen Orte

in Prenzlauer Berg, die sich so gar

nicht verändert haben“, sagt er und

bestellt einen Cappuccino. Imvielleicht

letzten unsanierten Gebäude

im ganzen Gleimviertel trotzt die

„Koppe“, wie sie die Prenzelberger

nennen, seit fast 20 Jahren jeglicher

Gentrifizierung. Eigentlich müsste

das ganze marode Ensemble samt

Fußgängerbrücke über die Ringbahn

und legendärem Graffiti-

Monster als Zeitdokument unter

Denkmalschutz gestellt werden, sagt

Becker. Viele andere Läden im Kiez

hätten in letzter Zeit schließen müssen,

der Getränkemarkt nebenan

zum Beispiel, oder das Café Niesen

in der Schwedter Straße.Verträge liefen

aus oder die Mieten stiegen ins

Unbezahlbare. „Das sind Verluste,

die mich sehr traurig machen“, sagt

Becker.

Jürgen Becker, 55Jahre, schmale

Statur, sympathisches Lächeln, gesteht

sich nur ungernein, dass er fast

perfekt dem Klischee des Prenzlauer

Bergers 30 Jahre nach dem Fall der

Mauer entspricht: Süddeutscher,Sozialarbeiter,

Familienvater, Bio-

Markt-Kunde. Einen Unterschied

gibt es: Statt SUV fährtereinen alten

VW-Bus.DieVier-Zimmer-Wohnung

im Gleimviertel hat Becker gekauft,

als Immobilien für Durchschnittsverdiener

mit ein wenig Erspartem

noch erschwinglich waren. Heute

geht er aus Solidarität mit seinen

Nachbarn gegen steigende Mieten

und Verdrängung auf die Straße.„Es

fühlt sich schon blöd an, dass man

selber auch irgendwie zu diesen ungewollten

Veränderungen beigetragen

hat“, sagt Becker. Was er damit

meint: Als Zugezogener ist er Teil der

Entwicklungen, die dazu führten,

dass das schrammelige Prenzlauer

Berg zuerst hip und dann teuer

wurde.

Ausdem Schwarzwald nach Berlin

Als Becker 2000 nach Berlin zog,

wurde sich die Stadt gerade darüber

bewusst, dass sie nicht mehr nur

arm, sondern längst auch sexy war,

wie es der ab 2001 Regierende Bürgermeister

Klaus Wowereit auf den

Punkt brachte.Becker wohnte erst in

Friedrichshain, ab 2004 dann im

hinteren Teil der Gleimstraße.

Seine Heimat, ein Dorf im

Schwarzwald, hat er schon viel früher

verlassen. „Weisch“, sagt der 55-

Jährige, „da muss man ganz schnell

weg oder man wird unglücklich im

Gesangsverein.“ Jürgen Becker lacht

viel, wenn er erzählt, manchmal gestikuliert

er wild mit den Händen.

Dazu spricht er einen badischen

Dialekt wie aus dem Lehrbuch, der

ein bisschen klingt, als würde er singen.

Wer ihn zum ersten Mal trifft,

weiß sofort: Das ist kein gebürtiger

Berliner. Natürlich habe er auch

schon mal abfällige „Schwaben“-

Kommentare gehört, den Unterschied

zwischen Schwaben und Baden

kenne hier ja sowieso niemand,

sagt er.Manche seien aber auch ganz

verzückt von seinem exotischen Akzent.

Wer interessiert ist und auf

Menschen zugeht, so seine Devise,

der mache auch positive Erfahrungen.

Während des Studiums in Düsseldorf

habe er eine Zeitlang versucht,

hochdeutsch zu sprechen, sagt Becker,„aber

das hat sich total schizophren

angefühlt“, also ließ er es wieder

sein. Er sei einer, der schon immer

weg gewollt habe, auf Reisen

fühle er sich pudelwohl. Aus Berlin

zieht es ihn nicht so dringend fort:

„Es verändert sich ja ständig etwas,

von daher passt mir das ganz gut als

Wahlheimat.“

Vielleicht gerade weil ihn Veränderungen

faszinieren, beschäftigt

sich Becker viel damit, wie es sich in

seinem Viertel einmal lebte,bevor er

herzog. Der Abschnitt der Gleimstraße

am Falkplatz, das war früher

ein „Dead End“, hier war Ostberlin

Aus dem Schwarzwald

in den Prenzlauer Berg

Jürgen Becker zog vor 15 Jahren ins Gleimviertel. Dort setzt er

sich mit der Geschichte der Stadt auseinander und mit dem

Zusammenleben von Ossis und Wessis im Szene-Kiez

VonKristina Auer

Kennt abfällige „Schwaben“-Kommentare, obwohl er aus Baden kommt: Jürgen Becker wohnt heute in Prenzlauer Berg.

Job, Familie, Alltag: 30 Jahre nach dem Fall

der Mauer prägtdie einstigeTeilungder Stadt

noch das Leben vieler Berliner.Wir stellenbis

zum bis 9. November Menschen und ihre Geschichte

vor. Heute: Jürgen Becker,Jahrgang

1963, aufgewachsen in Spielberg bei Karlsruhe.

DIE SERIE

Im Internet: Die bisherigen Teile unserer

Serie zum Mauerfall finden Sie im

Internet unter:

www.berliner-zeitung.de/mauerfall

oder auf der neuen App der Berliner Zeitung

(kostenlos im Apple Store oder Google Play).

zu Ende.Umsonah an die Mauer zu

dürfen, brauchte man damals eine

Sondergenehmigung. Mit seiner

Frau sei er große Strecken der ehemaligen

Mauer abgelaufen. „Ich

konnte mir das einfach nicht vorstellen,

wie eine Mauer durch eine ganze

Stadt gehen konnte“, sagt Becker.

Davon habe er sich ein Bild machen

wollen. Auch wie es sich in der DDR

lebte, interessiert ihn. Er sammelt

Defa-Filme,liebt„Solo Sunny“,„Ber-

lin, Ecke

Schönhauser“

und die

Dokumentation

„Prenzlauer

Berg 1990“.

Nach einer DVD

des Films über die Kohlenträger

aus der Gleimstraße vonHelke

Misselwitz sucht er noch. Beckers

Söhne sind elf und 14 Jahrealt, „beides

echte Ostberliner“, wie Becker

betont.

Eine andere Perspektive auf den

Umbruch, der hier vor seiner Zeit

stattgefunden hat, erlebt Becker in

seiner Arbeit bei der Berliner Stadtmission.

Im Übergangshaus in der

Lehrter Straße in Moabit unterstützt

BERLINER ZEITUNG /MARKUS WÄCHTER

der Sozialarbeiter wohnungslose

Menschen auf ihrem Wegzurück in

ein selbstbestimmtes Leben.

Für viele von ihnen, erzählt er,

habe der Abstieg mit dem Mauerfall

begonnen. Nicht wenige seiner

Schützlinge seien im Ost-Berlin der

Vorwendezeit angesehene Leute gewesen,

auch ehemalige Parteifunktionäre

und traumatisierte Grenzer

sind Becker im Übergangshaus begegnet.

Meistens berichteten sie von

der klassisch zerrütteten Biografie:

„Erst ist der Job weg, dann kommt

der Alkohol, dann verlässt einen die

Frau und irgendwann sitzt man auf

der Straße.“ Das Ende nicht nur eines

Systems,sonderndes Landes,in

dem sie ihr gesamtes Leben gelebt

haben, daran seien viele zerbrochen.

An ihren Lebensgeschichten lässt

sich auch erkennen, was für eine

große Leistung die Wiedervereinigung

war, sagt Becker: „Wenn ich

daran denke, welche Kleinigkeiten

ausreichen, um meine Eltern inihrem

süddeutschen Dorf zubeunruhigen

–dakann ich nur sagen: Alle

Achtung vorden Leuten hier.“

Alle an einem Tisch

Wie erlebt ein an der Sprache eindeutig

identifizierbarer Wessi das

Zusammenleben im ehemaligen

Ost-Berlin? Entgegen der gängigen

Erzählung gebe es noch Alteingesessene

in Prenzlauer Berg,sagt Becker:

„Auch wenn natürlich viele wegziehen

mussten, ich will da nichts beschönigen.“

Für ein paar ältere

Nachbarnkauft er ab und zu ein oder

macht Erledigungen, es mache ihm

Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten.

„In meiner Kindheit und Jugend

wurde immer ganz komisch über

,die da drüben’ geredet, als wäre das

ein unheimliches Land“, sagt Becker.

Seine Erfahrungen haben ihm ein

völlig anderes Bild vermittelt: „Diese

Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft

der Leute, dass sie einen schon wie

einen alten Freund grüßen, wenn

man sich dreimal gesehen hat –diese

Menschen haben viele Qualitäten,

die uns im Westen verloren gegangen

sind“, sagt Becker.Trotz der Bevölkerungsumbrüche

habe sich in

seinem Viertel die nachbarschaftliche

Stimmung gehalten, von der so

viele sagen, sie sei typisch für das Zusammenleben

in der DDR gewesen:

„Wenn man hier durch die Straße

läuft, ist es ein einziges großes Hallo

an allen Ecken.“ Es gibt einen Kiezverein,

und einmal im Jahr wird in

der Kopenhagener Straße ein großes

Essen organisiert, bei dem alle NachbarnihreTische

zu einer langen Tafel

zusammenstellen.

Vondiesem Gemeinschaftsgefühl

zeugt auch die „Gleimband“, in der

Becker mit vier Nachbarn schon seit

zehn Jahren Gitarre und Saxofon

spielt –Rocksongs von Neil Young,

Bob Dylan oder den Beatles, meistens

auf Geburtstagen vonFreunden

oder beim Hoffest in seinem Haus.

Die Band-Mitglieder sind aus Ur-

Prenzelbergern, Berlinernund Zugezogenen

aus Ost und West zusammengewürfelt.

Man habe ein sehr

humorvolles Verhältnis, mache

gerne Witze übereinander, sagt Becker:

„So wächst alles ein bisschen

zusammen.“

VonJürgen Becker

Das Buch über die Gleimstraße habe ich

voreinigen Jahren beim Stöbernineinem

Antiquariat entdeckt. Herausgeben

wurde es vom Prenzlauer-Berg-Museum,

das seit der Bezirksfusion 2001 Museum

Pankow heißt. Es fasziniert mich, weil es

das einzige mir bekannte Buch ist, das sich

so dezidiert historisch mit einer einzigen

Straße auseinandersetzt. Das Buch zeigt,

was für eine unglaublich bewegte Geschichte

die Gleimstraße durchlaufen hat,

da werden viele kleine Geschichten erzählt

und alte Fotografien gezeigt: VomBau der

Mietskasernen Anfang des letzten Jahrhunderts

über den Zweiten Weltkrieg, als sich

im Mauerparkein SS-Versorgungslager mit

Nahrung befand, um das erbittert gekämpft

wurde, bis zum Mauerbau und der

Zeit danach. Damals war die Gleimstraße

ein Niemandsland, nur ein paar Meter

trennten meine Wohnung von der Hinterlandsmauer.

Was ich sehr spannend finde

ist, dass alle Häuser über ein Tunnelsystem

im Keller miteinander verbunden waren.

Nachbarn haben mir erzählt, dass in den

Innenhöfen zeitweise Schafe gehalten wurden.

An der Ecke zurYstader Straße war früher

eine Brache, auf der sich eine Kohlehandlung

befand. Heute steht dortein modernes

Wohnhaus. ImHaus schräg gegenüber

befand sich lange Jahre die Apotheke

am Falkplatz. Ich habe sie noch erlebt, bevorirgendwann

ein Restaurant einzog. Das

Buch erzählt auch von einer Radiostation,

Das besondere Ding

Geschichte und Geschichten

die es zu DDR-Zeiten hier am Ende der

Gleimstraße gab. Das war natürlich ein

strategischer Ortinunmittelbarer Nähe zur

Mauer, von der anderen Seite wurde mit

West-Radio zurück gesendet.

Diese ganze Vergangenheit wird einem

beim Lesen dieses Buches so unglaublich

bewusst. So konnte ich zu jedem Haus in

der Straße einen persönlichen Bezug entwickeln.

LängereZeit war das Buch vergriffen,

aber jetzt kann man es wieder kaufen.

Ich verschenke es öfter zum Geburtstag an

Nachbarn oder Bekannte. Bücher sind für

mich wichtige Zeitdokumente. Das gilt in

Prenzlauer Berg ganz besonders, denn leider

gibt es ja nur noch wenige ältereLeute,

die selbst vonfrüher erzählen können.

Auf meinem Wegzur Arbeit überquere

ich mit dem Fahrrad täglich die ehemalige

Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Im

Stadtbild sind die meisten Spuren der

Mauer schon längst verschwunden. Abgesehen

von den Gedenkorten muss man

richtig suchen, um noch etwas zu finden,

das daran erinnert, dass diese Stadt einmal

geteilt war.Esgab offenbar den Wunsch, alles

schnellstmöglich unsichtbar zu machen.

Ich finde das schade. ImMauerpark

sehe ich öfter Menschen umherirren auf

der Suche nach Spuren der Mauer.Das Bedürfnis

zu verstehen, wie es einmal war,ist

also zweifellos da. Ich hätte es am schönsten

gefunden, wenn ein Grünstreifen geblieben

wäre, wo früher die Mauer verlief.

Auch ein paar Wachtürme mehr hätte man

doch stehen lassen können, schon allein als

abschreckendes Beispiel. Da es aber nur

noch wenige Orte gibt, die daran erinnern,

sind Bücher,Fotografien und Filme vondamals

umso wichtiger.

DasBuch: Annett Gröschner,Olaf Lippke: Grenzgänger.

Wunderheiler.Pflastersteine –Die Geschichte der Gleimstraße

in Berlin, 1998.


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 11 *

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Berlin

Die erste Geige

Jiyoon Lee ist die jüngste Konzertmeisterin der Staatskapelle. Bei der Open-Air-Veranstaltung „Staatsoper für alle“ spielt sie ein Violinkonzert

VonStefan Strauß

Hoffentlich weht derWind

nicht von vorn, hoffentlich

wird esamSonntag

nicht zu heiß. Daran

muss Jiyoon Lee denken, wenn sie

von ihren Konzertauftritt am kommenden

Sonntag erzählt. Dann wird

die 26 Jahre alte Geigenspielerin mit

ihren Kollegen vonder Staatskapelle

Berlin unter der Leitung von Daniel

Barenboim auf dem Bebelplatz ein

Konzertunter freiem Himmel geben,

Zehntausende Zuschauer werden

erwartet.

„Staatsoper für alle“ heißt die alljährliche

Veranstaltung, für die niemand

Eintritt zahlen muss.Moderiert

wird sie vonThomas Gottschalk. Die

alljährlich stattfindenden Konzerte

an zweiTagen sind seit Beginn im Jahr

2007 nicht nur für die Zuschauer ein

musikalischer Höhepunkt, auch die

Musiker sind aufgeregter als an einem

Abend im Konzertsaal. „So ein

Open-Air-Konzert bin ich nicht gewohnt“,

sagt Jiyoon Lee.„DasOrchester

spielt vor viel mehr Publikum,

man hört alle Geräusche der Stadt,

auch das Echo aus den Lautsprechern.

Die Menschen essen, trinken

und reden. Und sie haben Spaß an

der Musik! Das ist doch das Wunderbareandiesem

Konzert.“

Doch das Wetter bleibt nun mal

ihreSorge.Der Wind könnte auf den

Bogen ihrer Geige drücken, der nur

etwa 60 Gramm schwer ist, und so

das Spiel erschweren. Und Hitze

schadet den Saiten und dem Holz

der Geige,ein wertvolles Instrument

aus dem Jahr 1730.

Jiyoon Lee hat im Orchester der

Staatskapelle eine ganz besondere

Aufgabe. Sie ist eine von drei Konzertmeistern.

Im Juni 2017 hatte sie

sich als Studentin der Hochschule

für Musik auf diese Stelle beworben,

sie hatte es einfach getan, auch wenn

sie damals dachte,sie habe gar keine

Chance.„Ich war 24 Jahre und hatte

keine Orchestererfahrung“, sagt sie.

„Aber Daniel Barenboim hat mir vertraut.

Es war wie ein Pokerspiel. Und

ich habe gewonnen.“

Ihre Ernennung zur Konzertmeisterin

war eine kleine Sensation. Nie

zuvor in der über 400 Jahrealten Geschichte

der Staatskapelle Berlin

hatte eine Frau diese Position erreicht,

nie zuvor gab es jemanden,

der so jung war wie sie. Als Konzertmeisterin,

erzählt Jiyoon Lee, sei sie

eine Art Diplomatin, die Brücken

baue zwischen dem Orchester und

ihrem Dirigenten. „Die Stimme des

Orchesters und die Stimme des Dirigenten.“

Als Konzertmeisterin konzentriert

sie sich auf das Spiel der

Musiker bei den Proben. „Ich muss

in dieser Rolle intensiv in das Orchester

hineinhören“, sagt sie. „Ich

fühle, wie das Orchester spielt, welche

Stimmung herrscht und ob es in

einer guten Balance ist.“

Jiyoon Lee ist mit klassischer Musik

aufgewachsen. Ihre Mutter ist Braucht keine andere Musik: Jiyoon Lee mit ihrer Geige aus dem Jahr 1730. BLZ/WÄCHTER

Pianistin, sie hat in New York studiert.

Jiyoon Lee wird 1992 in Seoul

(Südkorea) geboren, ihre Mutter

bringt ihr das Klavierspielen bei, mit

vier Jahren wechselt Jiyoon Lee zur

Geige, weil sie beim Speilen stehen

und sich viel bewegen kann. Sie besucht

ein Gymnasium mit musikalischem

Schwerpunkt, will aber lieber

Managerin oder Ärztin werden. Ihre

Lehrer delegieren sie mit 15 Jahren

auf die Korean National University,

sie absolviert ein Spezialprogramm

für talentierte Schüler. Eine Musiklehrerin

aus Österreich erzählt ihr

von den Komponisten in Europa.

„Ich finde,Musik und Sprache gehören

zusammen“, sagt sie. Ihre Lieblingskomponisten

sind Beethoven,

Brahms, Bach und Mozart, doch sie

versteht kein Deutsch.„UmihreMusik

zu verstehen, wollte ich die Sprache

dieser Komponisten lernen. Und

in Berlin studieren.“

Im Jahr 2013 zieht Jiyoon Lee

nach Berlin und studiert an der

Hochschule für Musik „Hanns Eisler“.

Als 20-Jährige muss sie musikalisch

vonvornanfangen. IhrGeigen-

Professor Kolja Blacher,früher war er

erster Konzertmeister der Berliner

Philharmoniker, bringt ihr das Spiel

auf der Geige neu bei.

Jiyoon Lee sagt, ein Leben ohne

Musik könne sie sich nicht vorstellen.„Musik

ist eine ArtzuLeben. Musik

ist mein Leben. Sie beschäftigt

mich 24 Stunden lang.“ Etwa drei

Stunden am Tagdauern die Proben

für die Konzerte und Opernaufführungen

in der Staatsoper, hinzu

kommen drei weitere Stunden, in

den Jiyoon Lee schwierige Stellen in

ihren Violinkonzerten übt und sich

mit der Geschichte und mit dem Leben

des Komponisten beschäftigt,

ebenso hörtsie frühereAufnahmen.

Radio hört sie kaum, auch keine

Popsongs, keine elektronische Musik.

„Ich brauche keine andere Musik“,

sagt Jiyoon Lee.„Ichbleibe gern

im Kreis der Violine. Indieser Musik

sind alle Emotionen enthalten:

Liebe, Traurigkeit, Hoffnung, Glück,

Wut und Ärger.“ Einzige Ausnahme:

die US-amerikanische Jazz-Sängerin

Ella Fitzgerald.

Beim Sonntagskonzert auf dem

Bebelplatz wird Jiyoon Lee, die

schon einige internationale Wettbewerbe

gewonnen hat, das Violinkonzert

e-Moll von Felix Mendelssohn

Bartholdy spielen. „Etwas Schöneres

kann ich mir nicht vorstellen. Es ist

eine große Ehreund ein tolles Gefühl

für mich.“ Im vergangenen Jahr hörten

etwa 40 000 Menschen zu, als die

Staatskapelle auf dem Bebelplatz

spielte.Ohne Wind und große Hitze.

Staatsoperfür alle, Bebelplatz/Unter den Linden,Sa,

15. Juni,15Uhr:Live-Opernübertragung

vonWagners „Tristan und Isolde“,Musikalische

Leitung:DanielBarenboim; So,16. Juni, 13 Uhr,

Symphoniekonzert,Dirigat: Daniel Barenboim,

Solistin:Jiyoon Lee, Felix MendelssohnBartholdy,

Violinkonzerte-Moll op. 64, Johannes Brahms,

Sinfonie Nr.2D-Dur op.73

Auch den Planern der U5

machen Dübel zu schaffen

Trotz neuer Herausforderungen: Erster Zug fährt 2020

VonPeter Neumann

Das Schloss wird später als geplant

fertig. Doch im darunter

gelegenen U-Bahn-Tunnel soll der

Betrieb wie seit Jahren geplant Ende

2020 beginnen. „Wenn alles so weiterläuft,

werden wir es schaffen“,

sagte Jörg Seegers,Technik-Chef der

künftigen BVG Projekt GmbH. Allerdings

sei noch nicht klar,obdie Züge

dann auch schon im neuen U-Bahnhof

Museumsinsel halten können.

Außerdem müssen sich die Manager

der U5-Verlängerung mit ähnlichen

Problemen auseinandersetzen wie

die Planer am BER. Auch sie werden

mit Rechtsänderungen konfrontiert,

die Gebautes infrage stellen. Es

bleibt spannend beim Projekt U5.

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Lesen Sie am Wochenende

Mobile Welten

Neue AutomarkenimCheck:

Und wermacht den Service?

Porsches Lifestyle-SUV:

Mehr als nur schick

Mehr als zwei Kilometer Tunnel

mit zwei Röhren, drei U-Bahnhöfe:

Der Lückenschluss zwischen Alexanderplatz

und Brandenburger Tor

ist eines der größten Verkehrsbauvorhaben

in Berlin. Doch allen Herausforderungen

zum Trotz läuft das

Projekt geschmeidiger als der BER.

„Wir sind auf der Zielgeraden und

sind dabei, die Inbetriebnahme vorzubereiten“,

sagte Seegers.Natürlich

sei noch viel zu tun: „Viele Tausend

Schritte sind noch zu gehen.“ Aber

die nächsten Etappen seien absehbar.Sosollen

die Testfahrten im Juni

2020 beginnen. Seegers: „Im Tunnel

ist fast alles drin, was rein soll.“

Im U-Bahnhof Rotes Rathaus

hängen Arbeiter die Terrazzoplatten

auf, ein besonders aufwendiger Teil

des Bahnhofsbaus. Weil die Station

sowohl leicht gekrümmt als auch abschüssig

ist, sind vonden rund 3000

Kunststeinplatten knapp 1500 Sonderanfertigungen.

Die Herstellung

zieht sich in die Länge,denn der mittelständische

Produzent in Babelsberg,

schafft nur zwei Platten am Tag.

Bauleistungen enormverteuert

Damit das Grundwasser den Baudes

U-Bahnhofs Museumsinsel nicht

stört, wurde der Untergrund in einen

riesigen Eisblock verwandelt. In seinem

Schutz wurde der Hohlraum, in

dem die Tunnelstation entsteht, fertiggestellt.

Die Rohbauarbeiten sollen

im Juni enden. Obwohl es gut

läuft, will Seegers nicht seine Hand

dafür ins Feuer legen, dass alle Teile

des Bahnhofs Ende 2020 fertig sind:

„Plan Bsteht weiterhin im Raum.“ Er

sieht vor, die Station zunächst einige

Monate ohne Halt zu durchfahren.

Unter den Linden, Umsteigestation

zur U6, ist fast fertig. Wie am

BER gab es auch dortDebatten über

Dübel. Behörden wiesen darauf hin,

dass für die Decke neuerdings Spezialdübel

nötig seien –wegen der dynamischen

Belastung, die fahrende

Züge erzeugen. Diese Forderung

werdeman erfüllen können, hieß es.

Neue Verordnungen führten aber

auch zu schwierigeren Problemen.

So wurden für bereits verlegte Kabel

plötzlich andere Brandschutzklassen

festgelegt –was dickereUmmantelungen

und breitere Rohre für die

Kabel erfordern würde. „Doch die

kann man nicht neu ziehen, die sind

einbetoniert“, sagte Seegers. Hier

werde noch diskutiert. Immer wieder

tauchten Themen dieser Artauf.

Gute Nachrichten gibt es dagegen

bei den Kosten. „Wir laufen auf die

Zielmarke 525 Millionen Mark zu“ –

obwohl sich Bauleistungen enorm

verteuert haben. Ungewiss ist aber,

ob die Kosten für die erlittenen Havarien

(die Rede ist von30Millionen

Euro) nicht doch noch dazu kommen.

Trotzdem: Ein Großprojekt

halbwegs im Zeit- und Kostenrahmen

–soetwas gibt es in Berlin auch.

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12 Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Berlin

Für das Gespräch hat Sören

Benn ein funktional eingerichtetes

Besprechungszimmer

im ersten Stock des

Pankower Rathauses ausgesucht.

Die Etage ist eine Baustelle –schon

seit August 2015, steht auf einem

Hinweisschild im Flur. Auch an diesem

Beispiel hat der Bezirksbürgermeister

der Linken gelernt, dass

manche Dinge im Bezirk nun mal

nicht so zügig voranschreiten, wie er

sich das wünscht. Doch wenn Sören

Benn über die Probleme im Bezirk

spricht, klingt das nicht frustriert,

sondernerstaunlich optimistisch.

Herr Benn, kürzlich gab es Ärger in

der Bezirksverordnetenversammlung

(BVV), weil das Bezirksamt sehr

strenge Regeln für Straßenmusiker

festgelegt hat, sodass sie praktisch

nirgendwo mehr spielen dürfen, weder

auf der Schönhauser Allee noch

auf dem Kollwitzplatz in Prenzlauer

Berg. Schaden solche Verfügungen

des Bezirksamtes nicht dem Image

Pankows als lebendiger, kulturvoller

und toleranter Bezirk?

Der Bezirk ist lebendig und kreativ,

daran ändert ein einzelner Bezirksamtsbeschluss

nichts. Darin ist

übrigens nur aufgeführt, was längst

geltendes Recht ist. Es ist natürlich

erschreckend, wenn man sieht, was

alles gilt.

20 Meter Abstand zur nächsten Hauswand

müssen Musiker einhalten ...

Zum Beispiel. Wir gucken uns

diese Bestimmungen an und entscheiden

dann mit der BVV, welche

Regeln für Straßenmusiker gelten

sollen, damit für sie viel möglich ist,

ohne den sozialen Frieden zu stören.

Bei den Auseinandersetzungen im

Mauerparkhaben Siesich persönlich

engagiert, damit sich genervte Anwohner

und Straßenmusiker einigen.

Nundürfen die Musiker an festgelegten

Orten zu festgelegten Zeiten und

nur noch in Richtung Osten gerichtet

Musik machen. Sind Sie zufrieden

mit dieser Lösung?

Was heißt zufrieden. Ich weiß ja

nicht, ob es funktioniert. Es gab

keine Einigung am runden Tisch, wir

mussten aber eine Entscheidung

treffen für diese Saison. Nach dem

Sommer schauen wir, was funktionierthat

und was nicht. Es gibt noch

einige unerledigte Aufgaben im

Mauerpark.

Prenzlauer Berg war früher das Zentrum

der Subkultur und des politischen

Widerstandes, heute ist es dort

ruhig, bürgerlich gesetzt und teuer.Es

leben auch kaum noch alte Menschen

dort. Wie haben Sie diese Entwicklung

miterlebt?

Diese Veränderung, die unter

dem Begriff Gentrifizierung läuft,

gibt es seit der Wende.Eshat mit der

sogenannten sozialen Stadterneuerung

angefangen ...

…warum sagen Siesogenannte?

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Lesen Sie am Wochenende

Karriere

Saubere Sache: Überall werden

Gebäudereiniger gebraucht

Für den ganzen Menschen:

Altenpfleger ist mehr als ein Job

Sozial war es für die Immobilieneigentümer,

weil mit öffentlichen Investitionen

massiv privates Kapital

angelockt wurde. Wirkliche soziale

Stadterneuerung hätte bedeutet, dass

sich die Wohnverhältnisse der Menschen

verbessern, die dort gewohnt

haben und nicht die Wohnverhältnisse

jener, die erst später nach

Prenzlauer Berg gezogen sind. Viele

alteingesessene Bewohner mussten

ihre Wohnungen verlassen. Wir haben

durch diese Entwicklung einerseits

eine wirklich einzigartige Ost-

West-Mischung in einem Ost-Bezirk

bekommen, andererseits eine starke

Tendenz zur sozialen Homogenisierung.

Wiesieht der typische Pankower aus?

Die Bevölkerung im Bezirk hat

durchschnittlich das zweithöchste

Der Bezirksbürgermeister

von Pankow,

Sören Benn (Linke), über

seinen Umgang mit einer

langsamen Verwaltung, den

Prenzlauer Berg

in der Wendezeit,

Einkommen und den höchsten

Bildungsgrad in den Berliner Bezirken.

Die Zahl der Arbeitslosen

ist niedrig. Im Bezirklebt überwiegend

Bildungsbürgertum. Und ja,

ich bedauere es, dass der Prenzlauer

Berg nicht mehr so ist wie in

den 90er-Jahren: eine Spielwiese

für Menschen in meinem damaligen

Alter …

Siewaren Anfang 20.

Aber es ist auch gut, dass Prenzlauer

Berg nicht mehr so politisch

sein muss wie in den 80er-und 90er-

Jahren. Es ging damals darum, das

System zum Einsturzzubringen und

die Berliner Kieze im neuen

Deutschland kämpferisch mitzuprägen.

Die Menschen, die heute vielfach

in Prenzlauer Berg leben, sind

längst nicht mehr so starkpolitisiert,

wie viele von uns es damals waren.

Ichwerfe das niemandem vor. Heute

gibt es andere Interessen. Werauskömmlich

verdient und sich in einer

Demokratie halbwegs wohlfühlt,

kümmert sich eben verstärkt um

Spielplätze, Radwege, Grünflächen

und Mietentwicklung. Das führt zu

einer Aufwertung der konkreten

Kommunalpolitik. Dasist gut.

Kommen wir mal weg von Prenzlauer

Berg. Das ist ja auch nur einer

von 13Ortsteilen, die Pankow hat.

Mehr als 400 000 Menschen leben

mittlerweile dort. Was denken Sie,

was zieht die Menschen hierher?

Pankow ist ein grüner Bezirk, mit

vielen Stadtplätzen, Altbauquartierenund

Dörfern. DenZuzug hierher

gibt es schon lange. Das hat auch

was mit den kulturellen Angeboten

und der kinderfreundlichen Kommunalpolitik

der vergangenen Jahrzehnte

zu tun.

„Es geht um die richtige

Mischung aus Geduld und

soziale Stadterneuerung und

protestierende Anwohner

Unduldsamkeit“

Ärgertseine Verwaltung und macht Druck: Sören Benn in seinem Büro im Rathaus Pankow.Seit 2016 ist er Bezirksbürgermeister.

„ “

Sören Benn,50, ist erst spät Politiker geworden. Im Jahr 2000 trat er der PDS bei, wurde

2004 Bürgerdeputierter in Pankow und 2006 Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung

(BVV). Ab 2011 war er verkehrs- und wirtschaftspolitischer Referent der Linke-Fraktion im

Abgeordnetenhaus. 2016 trat er als Spitzenkandidat der Pankower Linken an, gewann die

Wahl und wurde im Oktober Bezirksbürgermeister.

Die Biografie des gebürtigen Brandenburgers aus Kyritz ist vielschichtig.Nach der Schule

wurde er Baufacharbeiter,studierte dann Sozialpädagogik war langeSchauspieler in Laiengruppen.

Er absolvierte eine Schauspielausbildung.

Aber genau daran mangelt es doch.

Bis 2025 werden weitere etwa 40 000

Menschen nach Pankow ziehen. Es

fehlen 16 Grundschulen, fünf Gymnasien

und 2600 Kitaplätze. Eltern erzählen

den Witz, sie müssten sich

schon vorder Geburtihres Kindes für

Kita und Schule anmelden …

…den Witz gab es schon, als meine

Tochter 2001 geboren wurde!

So lange gibt es also dieses Problem.

Es ist immer ein Wettrennen, ein

Hase- und Igel-Spiel. Die Differenz

zwischen Angebot und Nachfrage

wirdnicht größer.Aber es wirdimmer

schwieriger, neue Einrichtungen zu

bauen. Wirhaben immer wenige Flächen

zurVerfügung. Unsfehlen Fachkräfte.

Wir brauchen zudem ein vernünftiges

Anmeldesystem mit digitaler

Anmeldesoftware für Kita-Plätze.

Unter den jetzigen Bedingungen mit

Wartelisten in jeder Kita können wir

nicht realistisch planen.

Lassen

Sie uns

über Berlin

reden

Bürgermeister

spezial

„Bauen, bauen, bauen!“ heißt für viele

die Devise. Doch ausgerechnet dort,

wo viel Platz ist, am Pankower Tor, einer

riesigen Brache am Bahnhof Pankow,

streiten Senat und Bezirk seit

mehr als zehn Jahren mit dem Eigentümer

Kurt Krieger über die Bebauung.Vorzwei

Jahren sagten Sie, es gäbe

noch Konflikte. Sind die nun geklärt?

Wir sind dabei. Doch je konkreter

die Planung wird, desto mehr muss

noch geklärtwerden: Wirmüssen das

neue Mobilitätsgesetz für das neue

Quartier mit 2000 Wohnungen berücksichtigen,

also für mehr öffentlichen

Nahverkehr, mehr Rad- und

Fußwege und weniger Autos sorgen.

Wir brauchen neben einer Grundschule

nun auch noch eine neue

Oberschule.

DiePankower sehen aber nur,dass die

Brache weiter eine Brache bleibt.

Unddas ist extrem ärgerlich. Mein

Ziel ist es, dass bis zu den nächsten

Wahlen im Jahr 2021 der Bebauungsplan

so weit feststeht, dass es nach einem

möglichen Wechsel im Bezirksamt

nicht wieder zu einem Neuanfang

des Projektes kommt.

BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN

Bei anderen Bauvorhaben empören

sich Anwohner, weil sie keine riesigen

Neubauviertel in ihrer Nähe haben

wollen, etwa in der Michelangelostraße

und im Blankenburger Süden.

Washalten Sievon diesen Protesten?

Ich verstehe sie als eine Kritik an

der städtebaulichen Qualität und an

den Planungsprozessen. Und ich

werde diese Anwohner niemals als

Nimbys bezeichnen…

Wassind denn Nimbys?

Das ist eine englische Bezeichnung

für „Not in my Backyard“, also

„Nicht in meinem Hinterhof“ oder

„Nicht in meiner Nachbarschaft“.

Also: Ihr könnt bauen, wo ihr wollt,

aber nicht in meiner Nähe. Als Verwaltung

müssen wir besser werden,

mit den Bürgern darüber zu reden

und sie so früh wie möglich an den

Planungen zu beteiligen. Darauf haben

die Bürger einen Anspruch!

Andererseits herrscht aber oft der

Irrglaube, Bürgerbeteiligung bedeute,

die Bürger könnten entscheiden,

ob gebaut wirdoder nicht.

Dieses Missverständnis begegnet

mir im Moment ziemlich oft.

Beteiligung heißt eben nicht Entscheidung,

sondern die Bürger auf

Augenhöhe in Planungsprozesse

einzubeziehen und ihre Bedenken

zu berücksichtigen –ohne eine Garantie,

dass am Ende genau das

passiert, was die Bürger sich gewünscht

haben.

Sie haben dafür im Bezirk extra ein

Beteiligungsbüro eingerichtet.

Wozu?

Es muss eine Struktur in den

Ortsteilen geben, durch die wir

möglichst frühzeitig und regelmäßig

in einen stetigen Austausch mit

den Bürgernkommen. DasBüroist

eine Schnittstelle zwischen der

Verwaltung und den Bürgern. Es

trägt Impulse in beide Richtungen

weiter und arbeitet für gelingende

Kommunikationen.

Fühlen Sie sich als Bezirksbürgermeister

denn genügend einbezogen

in Planungen des Senats?

Bezirksbürgermeister können in

Berlin nur in begrenztem Maße eigenständig

entscheiden, das ist mir

doch klar. Aber mittlerweile sagen

wir dem Senat: Sprecht mit uns über

eure Bauvorhaben, wenn ihr keinen

Ärger mit den Bewohnern haben

wollt. Auch wir als Bezirke wollen

frühzeitig beteiligt werden, genauso

wie die Bürger. Das funktioniert

heute besser als früher,ohne dass es

schon gut wäre.

Siemüssen mit dem Senat auch über

Ihr Personal verhandeln. Wie viele

Mitarbeiter fehlen in derVerwaltung?

Es fehlen bis zu 300 Mitarbeiter,

allein im Hochbauamt brauchen wir

weitere61Fachkräfte,weil wir in den

kommenden Jahren für 800 Millionen

Euro bauen. Es gibt zu wenig

Personal im Straßen- und Grünflächenamt,

im Kulturamt, in den

Volkshochschulen, in den Bibliotheken,

im Jugendamt, im Standesamt.

Kriegen Siedas Personal?

ZumTeil.

Die Folgen des fehlenden Personals

spüren die Pankower in allen Abteilungen.

Haben Sie eine Idee, das zu

ändern?

Es hat sich ja schon manches gebessert.

Aber wir finden manche

Fachkräfte gar nicht, weil auch der

private Marktgut ausgebildete Leute

braucht. Deshalb sind wir gut beraten,

den geflüchteten Menschen alles

zu ermöglichen, damit sie schnell

zu Fachkräften werden. Wir brauchen

diese Menschen ganz dringend,

auch weil sie unsere interkulturelle

Kompetenz erhöhen.

Das liegt dann aber auch außerhalb

Ihrer bezirklichen Kompetenz.

Naja, das stimmt so nicht. Auf

Landesebene können wir schon eine

Menge mitbestimmen.

Zwei Jahre haben Sie als Bezirksbürgermeister

noch vorsich, dann wirdin

Berlin neu gewählt. Welche Aufgaben

stehen auf Ihrer Liste ganz oben?

Das größte Problem ist gegenwärtig,

dass uns Büros für neue Mitarbeiter

fehlen. Das führt dann im

Zweifel zum Einstellungsstopp. Die

Genehmigungsprozesse und die

Hürden zur Anmietung neuer Gebäude

sind dysfunktional. Für jede

Etage müssen wir Anträge stellen,

die viel zu lange in den Senatsverwaltungen

und im Hauptausschuss

liegen. Wir werden wie kleine Kinder

behandelt, als könnten wir nicht

selbst mit Geld umgehen! Wenn wir

diese durch Misstrauen geprägten

Prozesse nicht beschleunigen, können

wir unsere Aufgaben im Bezirk

bald nicht mehr erfüllen. Wir werden

immer unbeweglicher. Dabei

haben wir mittlerweile genügend

Geld, für die vielen notwendigen Investitionen,

die nötig sind.

IhrVorschlag?

Die Zügel lockern –zeitlich befristet

–bis aufgebaut ist, was wir

brauchen, um unsere Aufgaben zu

erfüllen. Doch leider herrscht dafür

in Berlin nicht die politische Stimmung.

Stattdessen herrscht Kontrollwahn.

Haben Sie ein persönliches Ziel bis

zum Jahr 2021?

Ich möchte gesund bleiben und

mir meine Motivation erhalten.

Motivation wofür?

Man steckt ja als Bezirksbürgermeister

und Stadtrat in einem

Dauerdilemma. Wenn ich nicht

mehr als die Verwaltung will und

nur noch ein Teil davon bin,

schnurre ich darin zwar wie ein

Kätzchen, aber ich bin eigentlich

überflüssig. Ich muss die Verwaltung

in gewissem Sinne ärgern und

unter Druck setzen. Und ich muss

anders denken. Das ist mein Job als

politische Führung, sonst verkümmert

meine politische Fantasie. Es

geht letzten Endes um die richtige

Mischung aus Geduld und Unduldsamkeit.

Dashinzukriegen, ist nicht

ganz einfach.

DasGespräch führte Stefan Strauß.


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 13 *

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Berlin

Zu viel Dreck:

Flussbad-Pokal

fällt aus

Bei Gewittern fielen 61 Liter

Regen pro Quadratmeter

Mit den beiden schweren Gewittern

am Mittwoch ist mancherorts

schon so viel Regen gefallen

wie sonst in einem ganzen Monat.

An der Messstelle der Freien Universität

in Dahlem waren es seit Dienstag

insgesamt rund 61 Liter proQuadratmeter,

berichtete Meteorologe

Thomas Dümmel am Donnerstag. In

Berlin gebe es aber regional große

Unterschiede, sagte Stephan Natz,

Sprecher der Wasserbetriebe. So

seien in Teilen von Grünau und Köpenick

nur zwischen 1und 3Liter

proQuadratmeter gefallen. An anderenStellen

habe die Kanalisation die

Wassermassen nicht mehr fassen

können, denn es regnete mehr als es

statistisch gesehen in 100 Jahren

wahrscheinlich ist.

Damit kam es auch zu Überläufen

in die Spree und Berlins Kanäle.

So ergossen sich am Radialsystem V

in Friedrichshain rund 48 000 Kubikmeter

Schmutzwasser in die Spree.

In den Spreekanal liefen mehr als

45 000 Kubikmeter Dreckwasser.Damit

sinkt zeitweilig die Badewasser-

Qualität. Der Flussbad-Pokal für

Sonntag ist abgesagt. Vermeiden ließen

sich solche Überläufe kaum,

sagte Natz. Die Innenstadt ist dicht

bebaut. Damit seien viele Flächen,

auf denen Regenwasser sonst versickernkönne,versiegelt.

Abwasser in Flüssen und Kanälen

birgt jedes Mal die Gefahr eines

Fischsterbens. Es sei bislang aber

ausgeblieben, sagte Derk Ehlert von

der Senatsverwaltung für Umwelt.

Das liege vermutlich daran, dass es

zuletzt wiederholt Regenfälle gab

und organisches Material somit

nicht auf einen Schlag in die Gewässer

gespült wurde. Inden vergangenen

Jahren hatte es vor allem in den

Innenstadt-Kanälen öfters größere

Mengen toter Fische gegeben.

Die Gewitter hatten in Berlin

durch umgerissene Bäume,Blitzeinschläge

und Wasserschäden zeitweise

für Chaos gesorgt. Straßen waren

gesperrt, Fernzüge mussten stehenbleiben.

Die S-Bahn fuhr am

Donnerstag auf einigen Strecken immer

noch unregelmäßig. Der Bezirk

Mitte erfreute seine Bewohner am

Donnerstag mit einer guten Nachricht:

Das Grillverbot im Monbijoupark

an der Spree ist aufgehoben.

Brandgefahr gebe es erst einmal

nicht mehr. (dpa)

Regine Günther (für Grüne), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, appelliertandie Jugendlichen und stellt sich ihren Fragen.

Wenn Protest konkret wird

Schüler stellen Forderungen an Berliner Klimapolitiker –von kostenlosem Nahverkehr bis Solarpanels

VonMelanie Reinsch

Mit Greta Thunberg hat

es begonnen. Seitdem

sich die 16 Jahre alte

Schwedin vor das Parlament

setzte und gegen den Klimawandel

protestierte, formieren sich

immer mehr Klimabewegungen, die

die Politik zunehmend unter Druck

setzen: Erst am Dienstag ketteten

sich Klimaaktivisten von Extinction

Rebellion am Kanzleramt an einen

Zaun, um auf ihren Protest aufmerksam

zu machen.

Doch können die Jugendlichen

ihre Forderungen auch konkretisieren,

wenn es drauf ankommt? Nämlich

wenn sie Politikern gegenübersitzen?

DieMöglichkeit bekamen einige

am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

Dort fand zum dritten Mal

das Jugendforum ClubE, organisiert

von der Berliner Energieagentur

(BEA), mit rund 100 Oberstufenschülern

und den umwelt- und klimapolitischen

Sprechern der Fraktionen

statt. Doch zunächst gab Regine

Günther,Senatorin für Umwelt,

Verkehr und Klimaschutz (für

Grüne), ein Eingangsstatement. Die

Klimabewegungen aus der Zivilgesellschaft

spielen den Grünen in die

Karten und sie nutzen diesen Fahrtwind

für sich. „Damit schnell reagiert

wird, also der CO 2 -Ausstoß verringertwird,

braucht es gesellschaftlichen

Druck. Lässt dieser Druck

nach, wirdeskeine Aktionen geben“,

appellierte sie an die Jugendlichen.

Politik reagiere sehr stark auf das,

was aus der Gesellschaft komme,erklärte

Günther im Plenarsaal.

„Die Bundesregierung diskutiert

nur viel, obwohl die Lösungen auf

dem Tisch liegen“, kritisierte die Senatorin.

Man dürfe nicht mehr nur

darüber reden, was getan werden

müsste, sondern darüber, dass es

endlich gemacht werde. In Berlin bedeute

das für ihren Verantwortungsbereich

zum Beispiel: Wegvom Verbrennungsmotor,

weg vom motorisierten

Individualverkehr, weg von

der Verbrennung fossiler Energieträger.

„ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr

haben Vorrang“, sagte sie.

In vier Ausschüssen erstellten die

Jugendlichen Forderungen: So wollen

sie unter anderem den öffentlichen

Nahverkehr in Berlin kostenlos

gestalten und weiterausbauen. „Ge-

„Damit schnell reagiert wird, also der CO 2 -

Ausstoß verringert wird, braucht es

gesellschaftlichen Druck. Lässt dieser Druck

nach, wird eskeine Aktionen geben.“

Regine Günther (für Grüne), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

BERLINER ENERGIEAGENTUR

nau unsere Linie“, freute sich Michael

Efler, Sprecher für Energieund

Klimapolitik der Linken, über

den Vorschlag. Henner Schmidt,

Sprecher für Infrastruktur- und Umweltpolitik

der FDP, hält von diesem

Vorschlag nichts. „Ich finde es fair,

wenn die dafür zahlen, die es auch

nutzen.“ Das, was man dafür ausgebe,

müsse man woanders wieder

einsparen, bemerkte der FDP-Politiker.

Christian Gräff, bau- und wohnungspolitischer

Sprecher der CDU,

präferierte für ein Euro-Modell.

„Ganz kostenlos können wir das

nicht machen“, sagte er. Frank

Scholtysek, AfD-Sprecher für Umwelt,

Verkehr und Klima, schlug vor,

dass nur einige Busse und Bahnen

kostenfrei sein könnten, markiert

durch eine besondereLackierung.

Im Ausschuss Energie forderten

die Jugendlichen, dass 20 Prozent

des Energieverbrauchs vonNeubauten

künftig mit erneuerbaren Energien

gedeckt werden sollten. Davon

verspreche man sich unter anderem

mehr Solarpanels, begründeten die

Schüler ihreIdee.„Nur20Prozent?“,

sagte Gräff,„ich dachte ihr seid mutiger.Ich

bin für 50.“

Im Ausschuss Konsum kamen die

Schüler auf die Idee, nachhaltige

Produkte weniger stark zu besteuern,

was bei den Abgeordneten zumindest

nicht auf Ablehnung stieß.

Efler nannte ein Beispiel aus Oslo,

wo Elektroautos mehrwertsteuerfrei

seien. „Schädliche Dinge muss man

mehr besteuern“, sagte er. Schmidt

betonte allerdings, dass dafür nicht

das Mehrwertsteuersystem tauge.

Zielführender sei, dass Produkte,die

einen hohen Ressourcenverbrauch

hätten, teurer sein müssten, so der

FDP-Mann.

Raum

für die

Gemeinschaft

Das Beteiligungsverfahren

zur Alten Münze ist zu Ende

VonPetraKohse

Esist geschafft: Trotz lange unklaren

Finanzrahmens und unterschiedlichster

Einzelinteressen von

40 Diskutierenden und mehreren

Dienststellen, ist innerhalb von nur

vier Monaten das Beteiligungsverfahren

zur Zukunft der Alten Münze

zu einem Ergebnis gekommen. Und

zwar zu einem, von dessen „Professionalität“

sich Birgit Möhring, die

Geschäftsführerin der Berliner Immobilienmanagement

GmbH (BIM)

am Donnerstagabend bei einem öffentlichen

Forum inHaus 2des Gebäudekomplexes

sehr beeindruckt

zeigte. Kultursenator Klaus Lederer

musste zwar an zwei Stellen Wasser

in die Suppe gießen, aber auch er betonte

bei der Pausenzigarette im Hof:

„Dass Siedas nicht falsch verstehen:

Wassich da oben abspielt, finde ich

unglaublich cool.“

Die Pläne, die als Grundlage für

die Entscheidung der Kulturverwaltung

über die zukünftige kulturelle

Nutzung des Areals mit einem

Schwerpunkt Musik dienen (erster

Schluck Wasser: Partizipation besteht

imVorschlags- nicht im Umsetzungsrecht),

sehen eine Mischung

aus Produktions- und Präsentationsflächen

vor, die in ein Geflecht gemeinschaftlich

genutzter Räume

eingebunden ist, die vonLagernund

einem Fundus über eine Kantine,

eine Bibliothek und Kinderbetreuung

bis zu Gästewohnungen reicht.

Für das zentrale Gebäude gibt es

schon aus früherer Zeit drei Konzepte,die

sich alle integrieren ließen

und mit zur Diskussion gestellt werden:

ein House of Jazz, ein Ort der

freien Musikszene oder ein transdisziplinäres

Haus für Kunst und Kultur.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete

bezifferte Lederer jetzt verbindlich

mit 6,50 Euro pro Quadratmeter

für die gesamte Fläche. Die

freie Kulturszene hatte eher an drei

bis fünf Euro gedacht, aber damit

(zweiter Schluck Wasser) müssten

sie jetzt leben und Ideen entwickeln,

wie sie das stemmten, so Lederer.Bis

Oktober werden die Pläne für die

Nutzung und ein Betreibermodell

verfeinert, und sobald das „Bedarfsmodell“

stehe und die Bauplanung

beginne, würde daran nichts mehr

geändert, sagte der Senator streng

und euphorisch zugleich.

Bekanntmachungen

Erste Wohnungsgenossenschaft

Berlin-Pankow eG

Wahlvorstand

Breite Straße 32

13187 Berlin

Bekanntmachung zur Auslegung der Liste der Vertreter

und Ersatzvertreter zur Vertreterwahl 2019

Der Wahlvorstand gibt bekannt, dass die Liste mit Namen und

Anschriften der gewählten Vertreter und Ersatzvertreter, die

die Wahl angenommen haben, in der Zeit vom 17. Juni 2019

bis zum 12. Juli 2019 zu den üblichen Geschäftszeiten in der

Geschäftsstelle der EWG Berlin-Pankow eG, Breite Str. 32 in

13187 Berlin, Tel. 477006-0, zur Einsicht der Mitglieder ausliegt.

Es wird darauf hingewiesen, dass jedem Mitglied auf Verlangen

eine Abschrift der Liste ausgehändigt wird.

Wahlvorstand Berlin, 11. Juni 2019

Gudrun Irmschler

Vorsitzende

Veranstaltungen

SALLY PEREL

GLS Campus Berlin

Kastanienallee 82 |Berlin

Info und Anmeldung:

Internet: http://bit.ly/perel-berlin-gls

Telefon: 03022012634

(Mo. –Fr. von8–18Uhr)

an- und Verkäufe

Kaufgesuche

Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.

Richter, 01705009959

4€Ansichtsk. vor45030 4443802

„Ich war Hitlerjunge Salomon“

Lesung und Zeitzeugengespräch

Samstag, 15. Juni 2019

17 –20Uhr

Vermischtes

Kaufsucht!? t 030/540 85 751

dienstleistungen

zapf umzüge, 61 061, www.zapf.de

www.berliner-jobmarkt.de


14 Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Wissenschaft

Lange Nacht der Wissenschaften

Teil 5–Wannsee und Potsdam

15. Juni 2019, 17 bis 24 Uhr

GETTY IMAGES

Klima und Erde

Besichtigung des Edelgaslabors: Es gibt

Aufschluss darüber,wie es tief im Inneren

des Planeten aussieht. Führung,Deutsches

Geoforschungszentrum (GFZ), Haus G,

17.30, 19, 20.30 und 22 Uhr.

Wissenschaftsspaziergang über den Telegrafenberg:

Führung über den wissenschaftshistorisch

interessanten Campus.

GFZ, Haus G, 17 bis 21 Uhr,stündlich.

Geothermie –die Erdwärme nutzen: Glasfaserkabel

bieten neue Wege zur Erkundung

des geologischen Untergrunds. Die Kabel

bilden Strukturen im Untergrund ab,die mit

seismographischen Netzwerken bisher nicht

gesehen wurden. Das ist interessant für die

Abschätzung des geothermischen Potenzials

für die Wärmeversorgung vonStädten.

Infostand, GFZ, Haus H, ab 17 Uhr.

Vulkane und Vulkanismus: Gasausstoß am

Modell-Vulkan, Eruption auf Knopfdruck.

Demonstration, GFZ, Haus H, ab 17 Uhr.

Wiegroß bin ich ganz genau? Besucher

können sich millimetergenau messen lassen.

GFZ, Haus H, 17.30 bis 23.30 Uhr.

Blick in dieWetterküche: interaktiveAusstellung.Potsdam-Institut

für Klimafolgenforschung

(PIK),HausA63, 17.30 bis 22.00Uhr.

Klima-Kino: kurze Filme und Videos rund

ums Klima. PIK, Haus A56, 18 bis 22 Uhr.

Entdeckungsreise zum Südpol: Zwei PIK-

Forscher waren mit dem Forschungsschiff

„Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts

kürzlich auf Expedition in der Antarktis. Ene

Kindervorlesung rund um den Klimawandel.

PIK, Haus A31, 17.30 Uhr.

Mission Blue Planet: Klimaquizfür Kinderund

Jugendliche.Warumist der Himmelblau? Entsteht

Erdgas inVulkanen? Ein Quiz für 7- bis

17-Jährige. PIK, HausA31, ab 17 Uhr.

Historisches Michelson-Experiment: Im

Keller des PIK-Hauptgebäudes führte Albert

A. Michelson im Jahr 1881 seine bedeutsamen

Messungen zur Relativbewegung der

Erde gegenden hypothetischen Äther durch.

Die Ergebnisse wurden Grundlagefür Albert

Einsteins Relativitätstheorie. Experiment

und Führung,PIK, Haus A31, 18 bis 22 Uhr.

Sonnenforschung im Einsteinturm: DerTurm

wurde zwischen 1919 und 1924 gebaut und

dient noch heute der wissenschaftlichen Beobachtung

der Sonne. Leibniz-Institut fürAstrophysik

Potsdam(AIP), ab 17 Uhr.

Astronomische Vorträgeund BeobachtungenimGroßen

Refraktor: DerGroßeRefraktors

ist einesder größten Linsenteleskope der

Welt. AIP,GroßerRefraktor,ab17Uhr.

Die Eis-Albedo-Rückkopplung: Die Arktis

erwärmt sich im Rahmen des Klimawandels

viel stärker als die mittleren Breiten. Experimente

mit der Wärmebildkamera. Alfred-

Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar-

und Meeresforschung,ab17Uhr.

Drohnen, Flugzeuge, Satelliten: Fernerkundung

für Erde und Umwelt. Ausder Vogelperspektivekann

man Rohstoffe und Umweltverschmutzungen

finden sowie Landschaftsveränderungen

und Naturgefahren

erkennen. Demonstration und Infostand.

GFZ, Haus H, ab 17 Uhr.

Das Drohnensystem des GFZ für Treibhausgasmessungen.

MATHIAS ZÖLLNER/GFZ

Ein Geschichtsbuch aus Kalk

Mithilfe von Tropfsteinen rekonstruieren Potsdamer Forscher das Klima der Vergangenheit

VonKerstin Viering

Tief im Inneren des Thüringer

Schiefergebirges liegt

eine Wunderwelt aus Kalk.

Und noch bis vor ein paar

Jahren hatte niemand etwas davon

geahnt. Erst beim Baueines Tunnels

für die neue ICE-Strecke zwischen

Berlin und München wurde die

Bleßberghöhle bei Sonneberg entdeckt.

Seither gilt sie als eine der

schönsten Tropfsteinhöhlen

Deutschlands.

An einigen Stellen hängen die

steinernen Gebilde wie feine Nadeln

vonder Decke,ananderen wie ein in

elegante Falten drapierter Vorhang.

Manche Tropfsteine erinnern an

scharfe Raubtierzähne, andere an

Zapfen oder an rundliche Quallen

samt Fangarmen.

Öffentlich zugänglich ist das unterirdische

Kunstwerk zwar nicht.

Wissenschaftler aber kommen ab

und zu vorbei, um Wasserproben zu

nehmen und Messungen durchzuführen.

Drei Tropfsteine aus dieser

Höhle hat Norbert Marwan vom

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

(PIK) zusammen mit Kollegen

vom Deutschen Geoforschungszentrum

(GFZ) in Potsdam

sowie von den Universitäten in Bochum

und Mainz bereits untersucht.

„Wir können daraus sehr interessante

Schlüsse auf das Klima vergangener

Jahrtausende ziehen“, erläutert

der Wissenschaftler. Wie das

funktioniert, verraten er und seine

Kollegen bei der Langen Nacht der

Wissenschaften am Sonnabend auf

dem Potsdamer Telegrafenberg. Kinder

und Erwachsene können dort

die oft ziemlich schlammige Arbeit

eines Höhlenforschers kennenlernen,

die nötige Ausrüstung anprobieren

und echte Tropfsteine bewundern.

Auskunft über Trockenzeiten

Diese dekorativen Kalkgebilde haben

in letzter Zeit zunehmend das

Interesse von Klimaforschern geweckt.

Denn Jahr für Jahr hat das

daran herabrinnende Wasser eine

hauchdünne Kalkschicht auf ihrer

Oberfläche abgelagert –jahrtausendelang.

Undjeder dieser Jahresringe

enthält Informationen über die Umweltverhältnisse,unter

denen er entstanden

ist. DieTropfsteine,die NorbertMarwan

und seine Kollegen untersuchen,

sind meist zwischen 20

Zentimetern und einem Meter lang.

Je nach Umweltbedingungen können

sie Informationen über die letzten

2000 bis 10 000 Jahre enthalten.

Manche sind sogar noch viel älter.

„Es gibt mehrere Methoden, mit

denen man in diesem Klimaarchiv

lesen kann“, sagt der Forscher. Die

gängigste davon ist die sogenannte

Isotopenanalyse.Die nutzt dieTatsache,dass

es vonElementen wie Kohlenstoff

und Sauerstoff schwerere

und leichtereVarianten gibt. Je nach

Situation lagernsich diese Isotope in

den Tropfsteinen in unterschiedlichem

Verhältnis ab.

„An den Sauerstoffisotopen können

wir zum Beispiel ablesen, ob es

zu einer bestimmten Zeit trockener

oder feuchter war“, erklärt Norbert

Marwan. So ist der Anteil des schweren

Sauerstoffs in Trockenphasen

größer als in feuchten Perioden. Und

diesesVerhältnis überträgt sich dann

auch auf die Tropfsteinschicht, die

zu dieser Zeit gewachsen ist.

Eine Forscherin in der Bleßberghöhle in Thüringen.

Veranstaltungsorte in Wannsee und Potsdam

Anzeige

Shuttle von/nach Potsdam Hauptbahnhof

Hahn-

Meitner-

1

Platz

4

1 Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien

und Energie

2 Haus G, Deutsches Geoforschungszentrum

(GFZ)

3 Haus H, GFZ

4 Haus A63(Wetterküche), Potsdam-

Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

5 Haus A56(Neubau), PIK

6 Haus A22(Einsteinturm), Leibniz-

Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)

5

Wannsee

Richtung

Telegrafenberg

Wasist

Regenerative

Medizin?

Wiewirken

„lebende

Medikamente“?

Am 15.Juni 2019

von17–24Uhr

mit vielfältigen

Angeboten.

Augustenburger Platz1,13353 Berlin

6

10

2

9

3

8

Telegrafenberg

7

Richtung

Wannsee

11

NORBERT MARWAN

7 Haus A17(Helmert-Haus), GFZ

8 Haus A19, GFZ

9 Haus A27(Großer Refraktor),

Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam

(AIP)

10 Haus A31(Michelson-Haus), PIK

11 Haus A45, Alfred-Wegener-Institut,

Helmholtz-Zentrum für Polar- und

Meeresforschung

BLZ/HECHER; QUELLE: LANGE NACHT DER WISSENSCHAFTEN

Das BCRT und das BeCATsowie die

europäische GroßinitiativeRESTORE

laden Sie ein, das zu erfahren!

Führungen durch Reinräume,MitmachexperimenteamMikroskopund

Vorträge

über zukunftsweisende Therapien.

Das BCRT und das BeCATöffnen ihre

Türen für große und kleine Besucher

zurKlügstenNacht desJahres.

RESTORE project has received funding from the European

Union’s Horizon 2020 researchand innovation

programme under grant agreement No 820292

Außer von den Niederschlagsverhältnissen

hängt das Verhältnis der

Sauerstoffisotope allerdings auch

noch von der Temperatur und der

Vegetation ab. Und auch die Region,

aus der das Regenwasser gekommen

ist, spielt eine Rolle. Umdie Messwerte

richtig interpretieren zu können,

müssen die Forscher die jeweilige

Höhle und ihre Umweltbedingungen

daher genau unter die Lupe

nehmen. Dasist ziemlich aufwendig

und dauertJahre. Doch es lohnt sich.

Mithilfe von Tropfsteinen aus Indien

gewinnt das Potsdamer Team

zum Beispiel neue Erkenntnisse

über die Variabilität des Monsuns.

„Wenn der ausfällt, hat das heute

Folgen für Milliarden von Menschen“,

sagt Norbert Marwan. Verheerende

Dürren und Hitzewellen

brechen dann über Süd- und Südostasien

oder den Osten Afrikas herein.

Da möchte man schon gern

wissen, ob es solche Phänomene

auch in der Vergangenheit

schon gab

und welche Ursachen

sie hatten.

„Wenn wir das herausfinden,

können

wir auch besser einschätzen,

was in Zukunft

passieren wird“,

sagt Norbert Marwan.

So könnte der Klimawandel

in den betroffenen Regionen

durchaus zu massiven wirtschaftlichen

und sozialen Problemen führen.

Beispiele dafür hat es in der Geschichte

schon gegeben. Und auch

darüber finden sich manchmal Aufzeichnungen

in den steinernen Archiven.

Mithilfe von2000 Jahrealten

Tropfsteinen aus einer Höhle im

zentralamerikanischen Belizehaben

die Potsdamer Forscher zusammen

mit einem großen internationalen

Team zum Beispiel rekonstruiert,

wann die Kultur der Maya dort mit

Dürren zu kämpfen hatte.

Innerdeutsche Klimagrenze

Die Befunde der Höhlenforscher

und die der Archäologen zeigen dabei

einen übereinstimmenden

Trend: Immer, wenn es sehr trocken

wurde, neigten die Leute besonders

stark dazu, sich gegenseitig die

Köpfe einzuschlagen. „Die Dürrehat

in Mittelamerika damals wohl zu

Missernten und damit zu massiven

Konflikten geführt“, berichtet NorbertMarwan.

Doch auch über die Klimageschichte

Mitteleuropas haben die

unterirdischen Hallen voller Kalk-

Kunstwerke Interessantes zu erzählen.

So stoßen heutzutage im Bereich

der ehemaligen innerdeutschen

Grenze zwei Klimazonen aneinander:

Während im Osten Deutschlands

eher kontinentales Klima

herrscht, wirdderWesten vomAtlantik

geprägt. Aber das ist nicht immer

so gewesen, zeigt eine neue Studie

der Potsdamer Forscher. Demnach

hat die Grenze zwischen den Klimazonen

in den letzten 4000 Jahren

mal weiter imWesten und mal weiter

im Osten gelegen. Und die steinernen

Vorhänge, die Zähne und Nadeln

in der Bleßberghöhle haben

diese Wanderung sehr deutlich aufgezeichnet.

Bisheute.

Tropfsteine als Klimaarchive:Potsdam-Institut

für Klimafolgenforschung (PIK),Michelson-Haus,

17 bis 23 Uhr.

Gewinnen Sie

mit der Berliner Zeitung

und holen Sie sich unsere App:

Zeigen Sie uns Ihr eindrücklichstes

Erlebnis

bei der Langen Nacht am

15. Juni. Das beste Foto oder

Video zeichnen wir aus –mit

einem E-Paper-Abo.

Machen Sie mit

Materialien und Energie

Experimentierplätze am Forschungsreaktor

BER II: In dem Reaktor werden Neutronen

erzeugt, mit denen sich sogar Metalle

durchleuchten lassen. Ende 2019 wird die

Anlageabgeschaltet. Die LangeNacht der

Wissenschaften bietet also letzte Gelegenheit

zur Besichtigung.Führung,Helmholtz-

Zentrum Berlin für Materialien und Energie

(HZB), 17.10 bis 23.10 Uhr alle 20 Minuten,

ab 14 Jahren, gültiger Personalausweis

oder (Kinder-)Reisepass erforderlich.

Dialogprozess zum Rückbau des Forschungsreaktors

BER II: Das HZB hat einen

Antrag auf Stilllegung und Abbau des Reaktors

gestellt und informiertinteressierte Bürgerdarüber

in einem Dialogprozess. Vortrag

und Diskussion, HZB,20Uhr.

Transmissionselektronenmikroskop Zeiss

Libra200: Mit diesem Mikroskop können

Forscher erkennen, wie sich Atome anordnen

und zum Beispiel Fehler in Baumaterialien

auf atomarer Skala erkennen. Führung,

HZB,19.30, 20 und 20.30 Uhr.

Wasserstoff: Energieträger der Zukunft?Wie

die sonnengetriebene Herstellung vonWasserstoff

funktioniertund welche Herausforderungenesgibt.Vortrag.HZB,17.30

Uhr.

KnalligeScience-Show: Bodennebel

und Mehlstaubexplosionen,

Flüssigkeiten

verfärben sich wie von

Geisterhand, zauberhafte

Leuchterscheinungen. Extavium

Science-Show, HZB,

18.30, 20.30 und 22.30 Uhr.

Augentumortherapie mit Protonen:

Mehr als 3400 Patienten wurden bisher

mithilfe vonProtonen aus dem Teilchenbeschleuniger

gemeinsam vonder Charité Berlin

und dem HZB behandelt. Infozelt, HZB,

ab 17 Uhr.

Kochen mit Sonnenkraft: Bei Sonnenschein

werden mit dem Solarkocher Kartoffeln

gekocht, ist es bewölkt, wird lediglich

die Funktionsweise erklärt. HZB,17bis 22

Uhr.

Der Elektronenspeicherring Bessy II in Adlershof:

Bessy II erzeugt besonderes Licht.

An einem Infostand in Wannsee wird erklärt,

wie der Beschleuniger funktioniert. HZB,ab

17 Uhr.

Schülerlabor –Experimente mit Licht: Mit

Röntgenstrahlung,Licht oder Teilchenstrahlung

können Forscher in Materialien hineinschauen

und den inneren Aufbau entschlüsseln.

Experimente in Kooperation mit dem

Verein Zauberhafte Physik. HZB,ab17Uhr.

Dünnschicht-Solarzellen mit dem Rasterelektronenmikroskop

optimieren: Eine Laborführung

in die Nanowelt. HZB,17.30,

18.30, 19.30, 21.30, 22.30 Uhr.Begrenzte

Plätze, Treffpunkt Ticketzelt.

Solarzellen der nächsten Generation: Solarzellen,

die aus dünnen Schichten bestehen,

haben viele Vorteile gegenüber den

weitverbreiteten Silizium-Solarzellen. Infos

zur Herstellung und Anwendung und über

die Beratungsstelle für bauwerkintegrierte

Photovoltaik. HZB,ab17Uhr.

Das komplette Programm online:

www.lndw19.de

Eine sogenannte Tandem-Solarzelle

mit Perowskit und Silizium.

HZB


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 15 *

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Berlin

POLIZEIREPORT

Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Am frühen Donnerstagmorgen hat

sich eine Einbrecherbande eine

wildeVerfolgungsjagd mit der Polizei

geliefert. Nach Informationen der

Berliner Zeitung wollten sich die Insassen

eines Skoda einer Polizeikontrolle

entziehen und rasten am Mehringdamm

in Kreuzbergüber mehrere

rote Ampeln Richtung Tempelhofer

Damm auf die A100. Mitetwa

200 km/h fuhr der Wagen in Richtung

A113 Dreieck Schönefeld weiter

und schließlich auf die A12. Dortendete

die Verfolgungsjagd. Hinter der

AusfahrtStorkowrammte der Skoda-

Fahrer einen Brandenburger Einsatzwagen

und eine Zivilstreife aus

Berlin. Vier Beamte wurden verletzt,

ebenso eine Frau und zwei Männer

in dem Fluchtfahrzeug. In dem

Skoda wurden Einbruchswerkzeug,

ein Blaulicht und Drogen gefunden.

DiedreiInsassen wurden festgenommen.

Kind angefahren.

In Hellersdorfist am Mittwochnachmittag

ein acht Jahrealter

Junge angefahren worden. DasKind

war gegen 16 Uhrunvermittelt auf

die Fahrbahn der Alten Hellersdorfer

Straße gelaufen. Der41-jährige

Fahrer eines Skoda versuchte noch

rechtzeitig zu bremsen. Dasgelang

ihm nicht. DerJunge wurde vom

Auto erfasst und stürzte auf die

Fahrbahn. Dabei erlitt er schwere

Verletzungen am Kopf.

Räuber festgenommen.

Polizisten des Abschnitts 55 haben

am Mittwoch auf dem Gehweg der

Karl-Marx-Straße in Neukölln einen

25-Jährigen festgenommen. Er hatte

zuvor einem 74-jährigen Mann einen

Geldschein aus seiner Brusttasche

gezogen. Nachdem der 74-Jährige

den Dieb aufforderte,ihm das

Geld zurückzugeben, soll der 25-Jährige

den Armdes Geschädigten ergriffen

und den Mann gegen ein

Schaufenster geschleuderthaben.

DasOpfer erlitt Verletzungen am

Kopf und an den Beinen. Passanten

konnten den Räuber verfolgen und

ihn bis zum Eintreffen der alarmierten

Polizisten festhalten.

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Lesen Sie am Wochenende

Reise

Amélies Paris entdecken: Am

Canal Saint-Martin entlang

Wo zwei Meere sich treffen:

Otranto ist eine Perle Süditaliens

Große Serienfreunde: Die Schauspieler Jerry Hoffmann und Lea van Acken bei der Preisverleihung.

Mindestens eine Sucht hat doch jeder

JOCHEN ALEXANDER FREYDANK

musste einen Einbruch der Realität

verarbeiten, bevor er sich am Donnerstagabend

zur Preisverleihung des

„Berlin Series Award“ ins Titanic-Hotel

am Gendarmenmarkt aufmachte:

„Der Sturmhat mir doch in der Nacht

wirklich ein Fenster weggeweht.“ Die

Verleihung trifft bei dem Oscar-Preisträger

auf Sympathie: „Ich sehe Serien.

Gernesogar.Vor nicht allzu langer

Zeit waren ja Leute,die Seriemachen,

echt uncool. Das hat sich zum

Glück sehr verändert.“

VLADIMIR BURLAKOV

steht auf Klassiker:„Meine Lieblingsserien

sind schon älter. „Friends“

und „King of Queens“ gehören

dazu.“ Siehalten ihn allerdings nicht

vomLeben ab: „Wenn Serien toll gemacht

sind, bleibe ich dran. Ich bin

vorallem im Sommer sehr viel draußen

und treffe auf echte Menschen.“

REZA BROJERDI

hat in U.S.-Erfolgsserien wie„Homeland“

und „Counterpart“ gespielt,

demnächst ist er in der Kinokomödie

„Abikalypse“ zu sehen: „In den letzten

Jahren hatte ich einen wahnsinnigen

Schub an Anfragen, wurde oft

besetzt, das macht mich glücklich.“

Brojerdi schaut gern nebeneinander

mehrere Serien: „Mindestens eine

Sucht hat jeder Mensch, meine ist

die Unterhaltung. Nicht so schlecht

im Vergleich zu den anderen, oder?“

LEA VANACKEN

hat gerade keine Lieblingsserie: „Ich

bin noch am Filmklassiker aufholen…

Aber letztens hab ich die erste

Serien-Preisverleihung mit viel

Prominenz am Gendarmenmarkt.

VIPs durften am Potsdamer Platz

nach Ladenschluss shoppen

Natascha Ochsenknecht und Sohn Jimi

Blue auf Einkaufstour.

CHRISTIAN SCHULZ

Folge von Tschernobyl auf sky gesehen.

Und die fand ich schon wahnsinnig

stark, aber auch sehr beängstigend.“

Mit dem Aufschwung der

Serie hat sich für sie einiges entwickelt:

„Ich habe das Gefühl, dass gerade

viele mutige und andere Stoffe

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Jochen Alexander Freydank, gut gelaunt

trotz Sturmschaden zu Hause. CHRISTIAN SCHULZ

produziertwerden.“

JERRYHOFFMANN

hat gerade die neue Serie „How to

sell drugs online (Fast)“ mit Begeisterung

durchgeguckt: „Und ich bin

sehr froh, dass endlich die 5. Staffel

CHRISTIAN SCHULZ

von„Black mirror“ raus ist. Nächtelanges

Serienschauen liebt er:

„Meine Freundschaften leiden darunter

aber noch nicht.“ Nicht nur in

seinem Berufals Schauspieler bieten

sich durch die vielen neuen Serien

Möglichkeiten: „Ich studiere janun

auch noch im Master Regie…“

PAUL HAGGIS

übergab als Jurymitglied die Auszeichnung

in der Kategorie Beste Seriefür

die belgische Produktion„Studio

Tarara“. Haggis selbst ist als

Drehbuchautor und Produzent seit

„L.A. Crash“ und „Million Dollar

Baby“ ein Star. Weiter Preise gingen

an die israelische Produktion „Magpie“

(Bestes Drehbuch) und an

Schauspieler Koen de Graeve (Beste

Performance in „Studio Tarara“).

JIMI BLUE OCHSENKNECHT

geht nur noch selten gemeinsam mit

Mama Natascha Ochsenknecht einkaufen,

aber in der Nacht zum Donnerstag

hat er eine Ausnahme gemacht.

Während des VIP-Shopping-

Events mit Gästen wie Jenny Elvers,

Mariella Ahrens, Linda Hesse und

Muriel Baumeister bei TK Maxx in

den Potsdamer Platz Arcaden ging er

auf Schnäppchensuche. Und erzählte:

„Inzwischen bin ich nur noch

selten einkaufen. Das meiste erledige

ich zu HauseamComputer.“ Zu

den wenigen Ausnahmengehörtder

Laden, in dem er nach Schließung

shoppen durfte: „Hier bin ich immer

wieder zu Zeiten, zu denen es nicht

so voll ist. Weil hier auch mein Hund

mit rein darf. So kann er sich sein

Spielzeug selbst aussuchen.“

Experiment mit

ungewissem

Ausgang

Gewerkschafter warnt

vor Chaos bei der S-Bahn

VonPeter Neumann

Der Berliner S-Bahn droht eine

Neuorganisation, unter der die

Fahrgäste leiden werden. Davor hat

Robert Seifert, Vorsitzender des Betriebsgruppenvorstandes

der Eisenbahn-

und Verkehrsgewerkschaft

(EVG), gewarnt. „Ich frage mich,

warum ein in Europa einzigartiges

Experiment ausgerechnet bei der S-

Bahn ausprobiertwerden soll“, sagte

er am Donnerstag bei einem Fachgespräch

zur Zukunft des Verkehrsmittels,zuder

die Linke-Fraktion eingeladen

hatte.„Die Flexibilität, die wir

heute bei Störungen wie bei den

jüngsten Unwettern haben, wird

nicht mehr gegeben sein“, sagte er.

Wieberichtet wirdderzeit im Auftrag

des Landes eine Ausschreibung

für die S-Bahn-Linien auf der Stadtbahn

und den Nord-Süd-Strecken

vorbereitet. DasBesonderedaran ist,

dass die Aufträge für die Instandhaltung

und den Zugbetrieb getrennt

vergeben werden können – nach

dem Motto: ein Unternehmen wartet

die Züge, ein anderes fährt sie.

Derzeit ist die S-Bahn Berlin GmbH,

ein Unternehmen der Deutschen

Bahn, für beide Bereiche zuständig.

Komplexer als andereSysteme

„Wir bieten alles aus einer Hand. Das

ist unsere Stärke“, so Seifert. Wenn

eine S-Bahn in der Nähe einer Betriebswerkstatt

liegen bleibt, werde

sie dorthin gefahren. Würde die Instandhaltung

aufgeteilt, müsste sie

dagegen zu derWerkstattdes zuständigen

Unternehmens überführtwerden.

Auch das Fahrpersonal ließe

sich künftig nicht mehr einfach austauschen.

Die Streckenkenntnis, die

jeder Fahrer nachweisen muss,

würde sich künftig auf das Teilnetz

seines Arbeitgebers beschränken.

Der Linke-Verkehrspolitiker Harald

Wolf wies darauf hin, dass es

nach seiner Lesart möglich sei, dass

die S-Bahn GmbH alle Ausschreibungslose

gewinnt –dann träten die

Befürchtungen nicht ein. Doch die

Chance besteht, so Christian Gebhardt

vonMobifair. Es werdeschwierig,

ein gutes Notfallmanagement zu

planen: „Die S-Bahn ist komplexer

als andere Verkehrssysteme. Erfahrungen

gibt es bislang noch nicht.“

Fahrerflucht nach Unfall.

Beieinem Unfall in Gesundbrunnen

ist in der Nacht zum Donnerstag

eine 25-Jährige verletzt worden. Die

Frau war in der Grüntaler Straße unterwegs.Der

Fahrer des BMW einer

Carsharing-Firma kam ihr entgegen.

Daraufhin bremste sie so heftig, dass

sie vomRad fiel. Die25-Jährige erlitt

schwereVerletzungen an der Wirbelsäule.Der

Fahrer flüchtete,ohne

dem Opfer zu helfen.

Mann niedergestochen.

Zwei Unbekannte haben am Mittwochnachmittag

in der Sonnenallee

in Neukölln einen 21-Jährigen

niedergestochen. Er war zusammen

mit einem 25-Jährigen unterwegs,

als die Täter auf sie zukamen und

ohne ersichtlichen Grund das Opfer

verletzten. Dann flüchteten die Angreifer.

Fahndung nach Räuber.

Mitder Veröffentlichung vonBildern

aus einer Überwachungskamera

fahndet die Polizei nach einem Räuber.Ersoll

am 12. Oktober 2018 den

Supermarkt „Nah und Gut“ in der

Sonnenallee überfallen haben. Der

20 bis 30 Jahrealte Täter bedrohte

eine Angestellte mit einem Messer

und verlangte Geld. Dann flüchtete

er mit der Beute.Die Bilder sind im

Internet unter www.Berliner-Zeitung.de

zu sehen. Hinweise an jede

Polizeidienststelle. (ls.)

Fertig, aber nicht nutzbar

Schüler lassen wegen verzögerter Bauabnahme Dampf ab

VonMartin Klesmann

Rauch zog am Dienstagmorgen

vor der Senatsbildungsverwaltung

auf, aus einer kleinen Maschine,

die Schüler zur Demonstration

mitgebracht hatten. „Wir lassen

Dampf ab“, riefen sie.Auf einem Riesentransparent

stand „Dumm, aber

sexy“. Schüler und Lehrer der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule

sowie der Elinor-Ostrom-Berufsschule

aus Prenzlauer

Berg waren gekommen. Es geht ihnen

um die eigene gymnasiale Oberstufe,eigentlich

ein Vorzeige-Projekt

der Bildungsverwaltung. Die dafür

vorgesehenen Oberstufenräume in

der Driesener Straße sollten eigentlich

bereits vorknapp drei Jahren bezogen

werden. Doch das zogsich immer

wieder hin.

Jetzt sollte das neue Gebäude

endlich bezugsfertig sein. Doch auch

daraus wurde nichts.Der Mitteltrakt,

in dem sich alle komplett sanierten

Fachräume, aber auch Aula und Cafeteria

befinden, ist baulich leider

nicht abgenommen. „Es ist unklar,

wieso etwas Fertiges nicht in Betrieb

gehen kann“, sagte Elternsprecher

Soeren Rutz. Offenbar herrsche ein

Zuständigkeitswirrwarr zwischen

den Senatsverwaltungen und dem

Bezirk. Für die Bauabnahme verantwortlich

ist die Senatsverwaltung für

Stadtentwicklung. Jetzt will man eilig

klären, was zu tun ist.

Ein anderes Problem, das am

Donnerstag bekannt wurde: Die

Rahmenverträge für die Modularen

Ergänzungsbauten (MEB) laufen

nun aus, und sollen erst ab dem

4. Quartal 2019 neu abgeschlossen

werden. So ist es in der Antwort auf

eine Anfrage des CDU-Politikers MarioCzaja

zu lesen. Mitden MEB werden

dringend benötigte Schulplätze

geschaffen, gerade wurde der 50.

MEB in Berlin aufgestellt.

Doch es tut sich auch viel. In Rudowbegann

nun mit dem 1. Spatenstich

der lange erwartete Neubau der

Clay-Sekundarschule samt Doppelsporthalle

und Mensa, mit 60 Millionen

Euro die größte Investition des

Bezirks in dem Bereich. Die Schule

musste 1989 wegen Asbestfunden

im bisherigen Gebäude in einen

Containerbau ziehen, in dem sie viel

länger blieb als ursprünglich geplant.

Im Neubau mit hölzernen

Obergeschoss soll es ab 2022 besondereLernlandschaften

geben.

FÜR

EINE NACHT

AUF DEN BODEN

DER TATSACHEN

Lange Nacht der Wissenschaften

15.Juni 2019

Tickets im Vorverkauf

auch bei S-Bahn und BVG

17–24Uhr

Infotelefon: 030 28 49 38 47

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16 * Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Brandenburg

NACHRICHTEN

Endgültiges Ergebnis der

Europawahl in Brandenburg

DieLandeswahlleitung hat das endgültige

Ergebnis der Europawahl in

Brandenburgfestgestellt. Im Vergleich

zum vorläufigen Ergebnis am

Abend des 26. Maihätten sich nur

geringfügige Veränderungen ohne

Auswirkung auf das Ergebnis ergeben,

sagte Wahlleiter Bruno Küpper.

Wiebeim vorläufigen Ergebnis erhielt

die AfD mit 19,9 Prozent die

meisten Stimmen, es folgen die CDU

mit 18,0 Prozent, die SPD mit 17,2

Prozent sowie die Linke und die Grünen

mit je 12,3 Prozent. DieFDP kam

auf 4,4 Prozent. Dieendgültige Vergabe

der 96 Sitzefür Deutschland

steht erst mit dem bundesweiten

Endergebnis am 24. Juni fest. (dpa)

Dutzende Polizisten suchten

nach Vermissten

Eine groß angelegte Suche der Polizeinach

einem vermissten 74-Jährigen

aus dem Kreis Teltow-Fläming

war erfolgreich. DerMann ist demenzkrank,

macht aber täglich Ausflüge

und fand immer nach Hause

zurück. Nicht aber am Dienstag. Da

verließ er um 12.30 Uhrdas Haus

und kam nicht zurück. Da mehrere

Zeugen den Mann gesehen hatten,

wusste die Polizisten in welcher Region

sie suchen mussten. DiePolizei

setzte mehrereDutzend Beamte für

die Suche ein, dazu geländegängige

Fahrzeuge,Suchhunde und nachts

auch Hubschrauber mit Wärmebildkameras.AmDonnerstag

um 10.50

Uhr–also nach 46 Stunden und zwei

Nächten im Wald –wurde der Mann

gefunden. „Erwar entkräftet, aber

wohlbehalten“, sagte Polizeisprecherin

Therese Franz. DerMann, der

regelmäßig überlebenswichtige Medikamente

nehmen muss,wurde sofortmedizinisch

betreut. (bla.)

LOTTO-QUOTEN

Mittwoch-Lotto:

2-21-24-41-42-47, Sz. 1

QUOTEN

Klasse 1: Unbesetzt

Klasse 2: 1x864 157,60 Euro

Klasse 3: 25 x17283,10 Euro

Klasse 4: 235 x5515,80 Euro

Klasse 5: 1418 x304,70 Euro

Klasse 6: 14 786 x58,40 Euro

Klasse 7: 29 772 x29,00 Euro

Klasse 8: 311 742 x12,40 Euro

Klasse 9: 243 742 x5,00 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Löschflugzeuge der EU für die Mark

CDU-Opposition will, dass die erste deutsche Feuerwehrstaffel in Brandenburg stationiert wird

VonJens Blankennagel, Potsdam

Der mit Abstand größte

Waldbrand im heutigen

Land Brandenburg seit

1970 ist seit Anfang der

Woche gelöscht. Bei Jüterbog (Teltow-Fläming)

wütete das Feuer in

800 Hektar Wald. Diese Zahl sagt

Laien nicht allzu viel und auch die

Umrechnung, dass es 1000 Fußballfelder

sind, hilft nicht recht weiter.

Klarer wirddas ganzeAusmaß dieses

Waldbrandes erst, wenn man die

Zahl in eine Relation setzt.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes

gibt es einen Mittelwert

der Waldbrände für den Zeitraum

von 1993 bis 2016: Jedes Jahr passieren

durchschnittlich 1001 Brände,

bei denen 505 Hektar Wald betroffen

sind –wohlgemerkt bundesweit.

Allein dieser eine Brand bei Jüterbog

hat also weit mehrWald vernichtet

als alle Brände bundesweit. Auch

sonst nimmt Brandenburgeine Sonderstellung

in der Bundesrepublik

ein, denn auch im Dürrejahr 2018

gab es allein in Brandenburg 500

Waldbrände –das ist die Hälfte des

bundesweiten Mittelwertes.

Deshalb läuft nun eine Debatte,

ob das Land ausreichend vorbereitet

ist auf solche Großbrände –inZeiten

des Klimawandels, indenen es längere

Hitzeperioden im Sommer gibt

und in denen bereits ab April die

höchste Waldbrandwarnstufe gilt.

Am Donnerstag hat der Landtag

dazu ein neues Brand- und Katastrophenschutzgesetz

verabschieden:

Kernziel ist dabei, dass die Feuerwehren

von Aufgaben befreit werden,

die sie vomLöschen abhalten –

wie die Notöffnung von Türen oder

die Beseitigung vonÖlspuren.

EU-Geld für Flugzeuge

Löschflugzeug bei den Großbränden im August 2018 in Kalifornien.

Brandenburg verfügt über

1,1 Millionen Hektar Wald.

Das ist ein Drittel der Landesfläche.

Dortstehen zu 70

Prozent die schnell brennbaren

Kiefern. 280000 Hektar

Wald sind zudem noch mit

Altmunition aus dem Zweiten

Weltkrieg belastet, sodass

Explosionsgefahr besteht.

GRÜNDE FÜR DIE GEFAHR

Im Jahr 2018 gabesin

Brandenburg mehr als 500

Brände mit Schäden auf

1700 Hektar.Allerdings fielen

90 Prozent der Schäden

bei elf Großbränden an. Im

vergangenen Sommer gabes

die größten Waldbrände seit

Jahrzehnten. Auch dieses

Jahr gabes180 Brände.

DPA/MARK MCKENNA

Das gesamte Land wird

durch Kameras auf hohen

Türmen überwacht, die Feuer

schnell erkennen. Aber das

Löschen in riesigen Wäldern

ist oft schwer.Das Land fördertdie

Anschaffung von

Hochdruckpumpen und von

Wärmebildkameras zur Erkennung

vonGlutnestern.

Im Parlament forderte CDU-Chef

Ingo Senftleben, dass es in Brandenburg

mehr hauptberufliche Feuerwehrleute

geben müsse und dass

Löschflugzeuge stationiert werden

sollten. „Wir brauchen Löschflugzeuge“,

sagte er. Feuerlösch-Staffeln

gebe es derzeit in Europa in Spanien,

Frankreich und Italien. Nun wolle

die EU solche Staffeln auch nördlich

der Alpen aufbauen. „Die EU will

drei Viertel der Kosten tragen“, sagte

Senftleben, der auch schon einen

Vorschlag hat, wo diese internationale

Staffel stationiert werden soll:

auf dem Flugplatz in Welzow in der

Lausitz. Senftleben sagte auch, dass

die Lage ernst sei, sonst hätte Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD)

sich nicht wegen der Löschhubschrauber

an Kanzlerin Angela Merkel

(CDU) gewandt.

Woidke sagte dazu im Landtag:

„Ich habe Frau Bundeskanzlerin gebeten,

bei der Beschaffung vonHubschraubern

auch auf die Katastrophenschutz-Einsatzfähigkeit

zu achten.“

Sein Brief ging auch an Verteidigungsministerin

Ursula von der

Leyen (CDU) und an Innenminister

Horst Seehofer (CSU) –weil sowohl

Bundeswehr als auch Bundespolizei

über solche Hubschrauber verfügen,

die im Notfall bei Bränden eingesetzt

werden und die zum Schutz der zivilen

Bevölkerung wichtig seien.

Innenminister Karl-Heinz Schröter

(SPD) lehnte die Idee mit den

Löschflugzeugen ab. Grundsätzlich

sei es so,dass die Brandbekämpfung

eine Aufgabe der Kommunen sei

und dass in Brandenburg vor allem

freiwillige Feuerwehren eingesetzt

werden. „Das Land ist insgesamt gut

vorbereitet“, sagte er.

Die Kommunen könnten auch

hauptamtliche Feuerwehrleute einstellen,

wenn sie dies wollen. ZurFinanzierung

sagte der Minister, dass

das Land den Kommunen in den

nächsten zwei Jahren 280 Millionen

Euro zusätzlich bereitstelle.

„Hubschrauber sind besser“

Zudem hat das Land nach dem

Waldbrandjahr 2018 einiges geändert:

So wurde die Förderung von80

auf 100 Prozent erhöht, wenn Kommunen

Tiefbrunnen für Löschwasser

oder Waldbrandschneisen anlegen.

Die Kosten der Kommunen für

Hubschraubereinsätze übernimmt

das Land zu 80 Prozent, obwohl das

Land es nicht müsse.

Doch Löschflugzeuge seien wenig

sinnvoll, sagte Minister Schröter.

„Die Bundesländer stimmen überein,

dass Hubschrauber das beste

Mittel sind.“ Außerdem würde die

EU nur die Anschaffung der Flugzeuge

fördern, nicht aber den teuren

laufenden Betrieb. Ein weiterer

Grund: Die Flugzeuge nehmen das

Wasser meist im Flug auf und dazu

sind Brandenburgs Seen zu klein.

Derzeit fordert Brandenburg im

Ernstfall vonzweiOrten Hilfe aus der

Luft an. Wenn es im Süden brennt,

kommen die Hubschrauber der

Bundeswehr aus Holzdorf, für den

Norden werden Helikopter der Bundespolizei

aus Blumberg angefordert.

Beim Großbrand in Jüterbog

waren teilweise bis zu fünf Hubschrauber

im Einsatz, die insgesamt

870 000 Liter Wasser abwarfen.

DerVorteil: Diegroßen mobilen

Wassertanks für Hubschrauber können

fast überall aufgestellt werden.

„Die Hubschrauber können alle drei

Minuten zwei Kubikmeter Wasser

aufnehmen und dann ganz präzise

auf das Feuer abwerfen“, sagte der

Innenminister.„DieLöschunterstützung

durch Hubschrauber hat sich

als optimal erwiesen.“

Hausbesitzer

müssen nicht

mehr zahlen

Beiträge für Straßenausbau

abgeschafft

Oliver von Riegen, Potsdam

Der Brandenburger Landtag

steht vor wichtigen Entscheidungen.

In der Sitzung am Donnerstag

hat das Parlament beschlossen,

die Straßenausbaubeiträge rückwirkend

zum Jahresanfang abzuschaffen.

Es gab keine Gegenstimme,aber

vier Enthaltungen. Dabei geht es um

einen Gesetzentwurf der rot-roten

Koalitionsfraktionen und des Abgeordneten

Péter Vida (BVB/Freie

Wähler). Die anteiligen Kosten für

alle nach dem 1. Januar 2019 abgeschlossenen

Baumaßnahmen sollen

nicht mehr auf die Grundstückseigentümer

umgelegt, sondern vom

Land übernommen werden. Dafür

sind Mittel von31Millionen Euro im

Jahr vorgesehen. Eine vonden Freien

Wählern initiierte Volksinitiative

hatte mehr als 108 000 Unterschriften

von Bürgern für das Abschaffen

der Beiträge übergeben.

Die Umsetzung muss noch per

Verordnung geregelt werden. Im

Landeshaushalt sind für dieses Jahr

31 Millionen Euro vorgesehen. Die

SPD-Fraktion rechnet mit bis zu 50

Millionen Euro proJahr.

Kontrolle für Verfassungsschützer

Außerdem beschäftigte sich das Parlament

mit dem Verfassungsschutz.

Der Verfassungsschutz in Brandenburg

wird künftig stärker parlamentarisch

kontrolliert, bekommt aber

auch neue Befugnisse. Der Landtag

stimmte am Donnerstag in Potsdam

mit Mehrheit für eine Gesetzesnovelle

von SPD und Linken. Dafür

stimmten 44 Abgeordnete, dagegen

waren 35 Parlamentarier, zwei enthielten

sich. Mit der Neuregelung

soll die Anwerbung vonVertrauensleuten,

genannt V-Leuten, stärker reglementiert

werden. Das Gesetz ist

bei einigen Linke-Abgeordneten

umstritten, damit war eine Mehrheit

bis zuletzt unsicher. (BLZ/dpa)

Anlieger müssen nicht mehr zahlen, wenn

ihre Straße ausgebaut wird. IMAAGO IMAGES

2. und3.

November 2019

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Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 17 *

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Gesundheit

Gefahr vom Baum

Juckreiz, Schwindel, Fieber: Die kleinen Raupen des Eichenprozessionsspinners können zu gesundheitlichen Problemen führen. Wastun?

VonLisa Ducret und Gisela Gross

Blauer Ganzkörperanzug,

Handschuhe, Schutzbrille

mit Atemschutzmaske –so

eingepackt fährt der

Baumpfleger auf einer Arbeitsbühne

in die Höhe und macht sich in der

Krone eines Baumes zu schaffen.

Kleine Raupen, vom Boden aus

kaum zu sehen, sind der Grund für

den Einsatz in voller Schutzmontur.

DieTierchen haben ab einem gewissen

Entwicklungsstadium giftige

Brennhaare, die sich lösen, in der

Luft herumschwirren und bei

Mensch und Tier gesundheitliche

Folgen haben können. „Vorsicht!! Eichenprozessionsspinner“

steht deshalb

auf einem gelben Schild, das am

Baumstamm nahe einer Schule angebracht

ist.

Die Raupen mit ihrer Vorliebe für

warm-trockene Bedingungen, können

aktuell wieder zur Gefahr werden.

Der Befall wird größer eingeschätzt

als im Vorjahr.Nicht nur hier

in der Beymestraße in Steglitz, unter

vielen Eichen in der Hauptstadt

sollte man derzeit wegen der haarigen

Insekten achtgeben: Die Gesundheitsverwaltung

erklärte kürzlich,

in den kommenden Wochen

gebe es ein erhöhtes Gefahrenpotenzial,

die Bevölkerung solle befallene

Areale meiden.

Was die Raupen anrichten können,

zeigte sich jüngst in großem

Ausmaß: Beim Nürnberger Festival

„Rock im Park“ etwa wurden rund

200 Menschen nach Kontakt mit den

Brennhärchen behandelt. Um Gefahren

in Straßen und Parks zubannen,

beauftragen Behörden in den

Bezirken Fachleute.

An diesem Tagbehandeln Baumpfleger

das Nest zunächst mit Sprühkleber,umdie

gefährlichen Härchen

zu fixieren, danach wird esmit einem

Spachtel abgekratzt. Sämtliche

Reste am Baum werden schließlich

vorsichtig abgeflammt. Penibel

muss darauf geachtet werden, dass

auch wirklich alle Überbleibsel des

Nests im Müllsack landen. Sondermüll,

ein Fall für die Müllverbrennungsanlage,

sagt Betriebsleiter

André Kellermann von der Pietz

Baumdienst GmbH.

Augenreizungen und Fieber

In Berlin kommen ansonsten auch

häufig Spezialsauger zum Einsatz,

um Nester abzusagen. Aufmechanische

Methoden zur gezielten Bekämpfung

setze die Hauptstadt aus

Umweltschutzgründen, sagte Derk

Ehlert von der Senatsverwaltung für

Umwelt. In anderen Bundesländern

wurden zuletzt aus der Luft auch Biozide

auf befallene Wälder gesprüht.

Vorsorgliches Spritzen vom Boden

aus wurde vor Jahren teils in Berlin

ausprobiert. Auch mangels nachhaltiger

Erfolge sei man davon aber wieder

abgekommen, hieß es etwa in

Charlottenburg-Wilmersdorf.

Für Kellermann ist es derzeit

noch zu früh, um das Ausmaß des Eichenprozessionsspinner-Befalls

2019 einzuschätzen. Angesichts des

trockenen, heißen Sommers 2018

Sieht hübsch aus, aber ist gefährlich: Raupe des Eichenprozessionsspinners. DPA/DUCRET

und des milden Winters sei aber von

einer gutenVerbreitung auszugehen.

Ehlert sprach von einer leichten Zunahme

des Befalls,die aber nicht besorgniserregend

sei. Gesamtzahlen

dazu lägen seinem Haus derzeit

nicht vor. In Deutschland wird seit

Mitte der 90er-Jahre von einem verstärkten

Auftreten des heimischen

Schmetterlings berichtet.

Bäume tragen nach Angaben von

Fachleuten keine Langzeitschäden

davon, wenn die Raupen austreibende

Knospen und Blätter abfressen.

Grund für die Bekämpfung sind

vor allem Gesundheitsrisiken: Die

Brennhaare bewusst zu berühren,

versehentlich durch die Luft mit ihnen

in Kontakt zu kommen oder gar

einzuatmen, kann Hautirritationen,

Augenreizungen, Fieber, Schwindel

und in Einzelfällen schlimmstenfalls

einen allergischen Schock zur Folge

haben.

Drei bis sieben Tage Symptome

In typischen Fällen treibe quälender

Juckreiz die Betroffenen zum Hautoder

Hausarzt, sagte der Dermatologe

Jan Ohletz vom Vivantes-Klinikum

Spandau. „Auf der Haut bilden

sich nach dem Kontakt mit den

Brennhaaren Gruppen von kleinen

Knötchen, meist an freiliegenden

Körperarealen wie an den Unterarmen

oder dem Dekolleté.“ Das sei

„keine Allergie im eigentlichen

Sinne“, sondern eine Reaktion auf

das in den Brennhaaren enthaltene

Gift. Daher könne jeder Mensch betroffen

sein –„der eine mehr,der andereweniger

ausgeprägt“, erklärtder

Experte.

Die Symptome können etwa drei

bis sieben Tage andauern, wie der

Mediziner schildert. Empfohlen

werde, die Brennhaareder Raupe abzuwaschen,

aber das sei wegen der

Widerhaken nicht immer erfolgreich.

Insbesondere bei Kindern sei

Vorbeugung wichtig, appellierte Ohletz:

Siesollten in betroffenen Gebieten

nicht ins Unterholz gehen und

generell keine behaarten Raupen anfassen,

weil auch andereArten Hautreaktionen

auslösen könnten.

Wer die Symptome erst einmal

hat, bekommt dem Mediziner zufolge

Antihistamin-Tabletten gegen

den Juckreiz –diese Mittel werden

auch bei Heuschnupfen eingesetzt –

und eine mittelstarke Cortisoncreme.Inden

sehr seltenen, schlimmeren

Fällen sei auch die Gabe von

Cortisontabletten angezeigt, sagte

Ohletz.

Für Baumpfleger sind die Raupen

nicht nur ein Saisongeschäft, wie

Kellermann erklärte.Alte,ausgestorbene

Nester beschäftigten die Mitarbeiter

genauso. Brennhaare bleiben

auch dann eine Gefahr,lösen sich in

dem Fall sogar leichter. Die Einsätze

variieren: Die Nester seien mal klein

wie ein Tischtennis-, mal so groß wie

ein Medizinball, teils sei Kletternnötig.

Nur der Rundumschutz beim

Entfernen bleibt gleich. „Je häufiger

man mit dem Prozessionsspinner in

Berührung kommt, desto schneller

reagiert man auch drauf“, sagt Kellermann.

(dpa)

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OPERATIONEN SIND MEIST DAS LETZTE MITTEL –AUCH KRANKENGYMNASTIK KANN ABHILFE SCHAFFEN

Bandscheibenvorfall: Mit welcher Therapie zur Beschwerdefreiheit?

Ein Bandscheibenvorfall ist meist mit großen Schmerzen verbunden.Verschiedene Therapieansätze könnenAbhilfe schaffen.

ROMARIO IEN -STOCK.ADOBE.COM

In Deutschland haben rund 80 Prozent der

Menschen gelegentlich und rund 40 Prozent

regelmäßige Rückenschmerzen. Bei Rückenschmerzen

fällt der Verdacht häufig auf einen

Bandscheibenvorfall. PD Dr. med. Yu-Mi Ryang,

Chefärztin der Neurochirurgie im Helios

Klinikum Berlin-Buch, informiert über die Therapiemöglichkeiten.

Unsere Bandscheiben sind die Stoßdämpfer

unserer Wirbelsäule. Zwischen jeweils zwei Wirbelkörpern

sitzt eine Bandscheibe. Diese federt

wie ein Gelkissen Stöße und Erschütterungen ab

und sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung

auf die Wirbelkörper. Schmerzen entstehen dann,

wenn das Bandscheibengewebe durch Verschleiß

auf umliegende Nervenwurzeln drückt. Doch auch

die Vorwölbung oder der Austritt der Bandscheibe

kann schmerzhaft sein. Rund 800000 Mal

jährlich wird die Diagnose Bandscheibenvorfall

gestellt, von denen etwa 50 000 jährlich operiert

werden müssen.

Risiko imAlter

Die Gründe liegen meist im Abnutzungsprozess

der Bandscheiben mit fortschreitendem Alter.

Daher gilt der Alterungsprozess als wesentlicher

Risikofaktor. „Bewegungsmangel, Übergewicht

und Fehlhaltungen beim Sitzen, Tragen oder

Heben begünstigen einen Bandscheibenvorfall.

Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem bei einer

schwach ausgebildeten Bauch- und Rückenmuskulatur“,

erläutert Dr. Ryang.

Nach Eintreten eines Bandscheibenvorfalls

stehen zwei Behandlungsmethoden zur Auswahl:

Die operative oder konservative Therapie. Nicht

jeder Bandscheibenvorfall ist operationsbedürftig.

Mit konservativen Therapiemaßnahmen, wie

beispielsweise Krankengymnastik, können im

Vergleich zur operativen Technik ähnliche Genesungschancen

festgestellt werden. Mit einer

Operation erholt sich der Patient jedoch meist

schneller. Hierzu gibt es klare wissenschaftliche

Daten, denn der Bandscheibenvorfall ist eine der

am besten untersuchten degenerativen Erkrankungen

der Wirbelsäule. In beiden Fällen kann

eine Beschwerdefreiheit jedoch nicht garantiert

werden. Welche Methode im Einzelfall sinnvoll ist,

sollte mit dem behandelnden Arzt und den jeweiligen

Therapeuten abgesprochen werden. Patienten

ohne neurologische Ausfälle beginnen in der

Regel mit Schmerzmitteln und Krankengymnastik.

Wenn auf diesem Wege keine Linderung der

Beschwerden erfolgt, werden weitere Therapien

diskutiert. Sollten jedoch innerhalb von sechs bis

acht Wochen keine Besserungen eintreten, kann

eine Operation notwendig werden, um anhaltende

Schäden oder chronische Schmerzen zu vermeiden.

Eine Operation muss auch dann durchgeführt

werden, wenn Lähmungserscheinungen

auftreten oder es zu Blasen- oder Stuhlinkontinenz

kommt.

Bei einer solchen Operation werde herausgetretenes,

also „vorgefallenes“ Bandscheibengewebe

entfernt, erklärt Dr. Yu-Mi Ryang. „Dabei

soll der Druck auf die umliegenden Nerven behoben

und Schmerzen gelindert werden.“

Vielseitige Methoden

Heutzutage stehen für das operative Verfahren

unterschiedliche Techniken zur Verfügung: Zum

einen gibt es das so genannte minimalinvasive

Verfahren (endoskopische Bandscheibenoperation

oder mikrochirurgisch über ein sogenanntes

Tubensystem), zum andern wird das konventionelle

Verfahren (mikrochirurgische Operation)

angewendet. Beide Varianten dienen dem Ziel,

Funktionsstörungen langfristig zu beheben.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, gibt

es einige Möglichkeiten zur Vorbeugung. So sollte

bei der Arbeit am PC der Kopf nicht zu weit

nach vorne geschoben werden: Dies kann zu

einer Schädigung der Bandscheiben der Halswirbelsäule

führen. Empfehlenswert sind etwa Balanceübungen

wie das Stehen auf einem Bein,

auf einem Balancebrett oder einem Gurtband

(„Slackline“). Auch bewegliche Sitzflächen, etwa

auf einem aufblasbaren Ballkissen, können gegen

einen Bandescheibenvorfall helfen.

Weitere informationen:

hwww.helios-gesundheit.de/berlin-buch/unserangebot/unsere-fachbereiche/neurochirurgie


18 Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Lokalsport

Ein Testballon fliegt übers Land

Der Berliner Fußball-Verband will eine Liga für den U21-Nachwuchs einführen, um Talenten Spielpraxis zu geben und den Übergang zu den Profis zu erleichtern

VonChristian Kattner

Die Lobeshymnen wollten

gar kein Ende nehmen.

Plötzlich galt Deutschland

als die Nation, von

der man sich etwas abschauen sollte.

Die Nachbarn aus Frankreich und

den Niederlanden blickten nach

dem gewonnenen WM-Titel 2014

neidisch auf die gut ausgebildeten

deutschen Spieler. Deren Erfolg war

absehbar:Mit Manuel Neuer,Jérôme

Boateng, Benedikt Höwedes, Mats

Hummels, Sami Khedira und Mesut

Özil hatten schließlich schon sechs

Spieler 2009 die EM mit der U21 gewonnen.

Über Jahresei Deutschland

unbesiegbar, weil ja auch in der

nächsten Generation schon wieder

vielversprechende Talente folgten.

Die Prognose war mit dem historischen

Vorrunden-Aus bei der WM

2018 widerlegt. Mittlerweile schaut

Deutschland wieder auf Frankreich

und die Niederlande.

EinPilotprojekt, welches in Berlin

ab August starten soll, könnte vorführen,

wie für Besserung gesorgt

werden könnte. Der Berliner Fußball-Verband

(BFV) möchte von der

neuen Saison an einen Spielbetrieb

auf Probe für U20/21-Mannschaften

im Herrenbereich anbieten. „Das

Ganze ist ein Versuchsballon, ein

Wunsch vom DFB, weil so etwas in

einer großen Stadt wie Berlin einfacher

ist als auf dem Land“, erzählt

Joachim Gärtner vom BFV. Bis zum

30. Juni haben die Berliner Vereine

Zeit, ihreMannschaften für den Probebetrieb

anzumelden.„Mindestens

zehn Mannschaften werden benötigt“,

sagt der Vorsitzende des Spielausschusses.

Im Bereich der A-Junioren

sei deutschlandweit die Rate

derjenigen, die nach der A-Jugend

mit dem Fußballspielen aufhören,

zu hoch. Eine genaue Zahl für Berlin

kennt Joachim Gärtner aktuell nicht,

doch „vom Gefühl her würde ich

schon sagen, dass uns fast 50 Prozent

flöten gehen. Und davon wollen wir

ein paar halten.“

Stefan Kuntz schlägt Alarm

Gärtners Gefühl täuscht offenbar

nicht, wie ein Blick auf ganz Fußball-

Deutschland zeigt. Die U19 hat die

Qualifikation für die diesjährige Europameisterschaft

verpasst, die U20

war nicht bei der Weltmeisterschaft

vertreten. Dorthin schaffte es zumindest

die U17. DieWMwar allerdings

schon nach der Vorrunde wieder

vorbei. Daseinzige Eisen, das der

Nachwuchs des Deutschen Fußballbundes

(DFB) noch im Feuer hat, ist

die U21. Diestartet am kommenden

Volltreffer:Julian Ryerson erzielt im Oktober für den 1. FC Union das Torzum 2:0 gegen Halmstads BK im Baltic Sea Cup.

Montag gegen Dänemarkindie Vorrunde

der Europameisterschaft.

Stefan Kuntz hat eine Mannschaft

beisammen, die auf Bundesligaerfahrung

verweisen kann. Dennoch

bewertet der U21-Trainer die Lage

längst nicht so komfortabel wie vor

wenigen Jahren. Dasfrühe Scheitern

des Fußballnachwuchses sei eine

Zustandsbeschreibung. „Wir haben

aktuell pro Jahrgang nicht mehr die

Masse an überragenden Talenten,

wie zum Beispiel KaiHavertz, der die

U21 komplett überspringen kann“,

sagte Kuntz der Deutschen Presse-

Agentur.Schon zu Beginn des Jahres

hatte er kritisiert, dass zu viele Talente

verloren gingen, weil die Förderung

nach der U19 nicht optimal

sei. „Es ist kontraproduktiv, wenn

U23-Mannschaften abgemeldet

werden, während in Spanien viele

Vereine eine zweite Mannschaft in

dem Bereich aufmachen.“

„Zunehmend kaufen deutsche Vereine

ausländische Talente, die schneller

den Sprung in die Bundesliga schaffen.“

Stefan Kuntz ist Bundestrainer der deutschen U21 und bemängelt vor der Europameisterschaft

eine gängige Praxis in Deutschland.

BFV-Funktionär Gärtner hat Ursachenforschung

betrieben und

gleich mehrere Gründe für die Reibungsverluste

zwischen der U18 und

den Profis ausgemacht: Der Beginn

eines Studiums oder einer Ausbildung

in einer anderen Gegend,

manchmal ist es gleich ein Jahr im

Ausland –die Ursachen der Vereinsaustritte

sind vielschichtig. „Auf die

IMAGO IMAGES/KOCH

Spieler kommt in diesem Alter eine

Menge zu, da sind andere Dinge

wichtiger als der Fußball“, sagt Gärtner.

Daran könne auch ein Spielbetrieb

im U20/21-Bereich nichts ändern,

doch dafür sei der auch nicht

gedacht.

Er soll den Übergang vom Junioren-

in den Männerbereich erleichtern.

Gerade der körperliche Unterschied,

das Spieltempo und die Erfahrung

seien der Grund, warum

junge Spieler scheitern. „Wer in der

A-Jugend Landesliga gespielt hat,

denkt, dass er bei den Männernauch

Landesliga spielen kann, aber merkt

dann, dass das nicht so ist“, sagt Joachim

Gärtner.

Werdiesen direkten Sprung nicht

schafft, hört schlimmstenfalls resigniert

mit dem Fußball auf. Es fehlt

eine Zwischenlösung, auf der sich

junge Spieler, die gerade dem A-Jugendalter

entwachsen sind, mit

Gleichaltrigen messen können.

Nichtausschließlich, aber parallel zu

ihren Einsätzen in den Männermannschaften,

für die sie, trotz Teilnahme

an der Probeliga, weiterhin

auflaufen dürfen.

Beim Bundesliga-Austeiger 1. FC

Union haben sie eine solche Zwischenlösung

erprobt. Beim Baltic

Cup trat die U21 der Köpenicker an.

Das Format brachte den potenziellen

Profis ein wenig mehr Spielpraxis,

doch richtig bewährt zuhaben

scheint es sich nicht. Die Zweite

Mannschaft von Hertha BSC, die

junge Garde der Charlottenburger

kann sich in der Regionalliga Nordost

erproben, doch längst nicht jeder

Bundesligist verfährtauf diese Art.

Talente aus dem Ausland

Ausgerechnet im Jahr des WM-Titels

nämlich ließ sich der DFB dazu hinreißen,

die deutschen Profivereine

von der Pflicht entbunden, ein U23-

Team zu stellen. Die meisten dieser

Teams waren in den oberen Amateurligen

aktiv, aber wurden von einigen

Vereinen zurückgezogen, von

Bayer Leverkusen etwa, RB Leipzig

und Eintracht Frankfurt. Als zu teuer

wurden sie eingestuft. Allerdings:

„Zunehmend kaufen deutsche Vereine

ausländische Talente, die

schneller den Sprung in die Bundesliga

schaffen“, sagt Stefan Kuntz.

Deutsche Nachwuchsspieler dagegen

würden oft an unterklassige Vereine

ausgeliehen. Eine Statistik verrät,

dass nur 19 Prozent der deutschen

Bundesligaspieler den direkten

Weg aus der A-Jugend in die

höchste Spielklasse nehmen.

Hier soll die BFV-Liga ansetzen:

DiejungenSpieler gehören weiter zu

ihrem Verein, spielen dortweiter mit

Gleichaltrigen zusammen und erhalten

dadurch Spielzeit. Im getrennten

Berlin hat es so eine Spielklasse

schon einmal im Westteil der

Stadt gegeben. „Damals gab es zwei

Staffeln, in denen die Mannschaften

einen Meister ausgespielt haben“,

sagt Gärtner.Allerdings habe die Resonanz

abgenommen, die Liga

wurde wieder eingestellt.

Gärtner ist guter Dinge, dass die

Neuauflage einer U20/21-Liga bei

den Berliner Vereinen ankommt,

auch wenn eine solche Liga für kleinere

Vereinen kaum möglich sein

werde. Doch dieser Testballon könne

für größereVereine interessant sein.

„Im schlimmsten Fall geht dem Ballon

die Luft aus“, sagt Gärtner. Gespannt

isterschon auf dieResonanz.

Am 1. Juli wissen er und seine Mitstreiter

mehr, können bei der erforderlichenMannschaftszahl

dienötigen

Schritte einleiten. Undvielleicht

ist der Startschuss für dieses Pilotprojekt

im August richtungsweisend

für dengesamtdeutschen Fußball.

Christian Kattner

freut sich auf das Experiment

im Berliner Fußball

VonLev Franja Rausch

Weltrekord über 50 Meter Brust,

Weltrekord über 100 Meter

Brust, Weltrekord über 200 Meter

Brust, Weltrekord über 50 Meter

Schmetterling. Und das alles bei einem

einzigenWettkampf: den 33. Internationalen

Deutschen Meisterschaften

im Paraschwimmen, die

am vergangenen

Wochenende in der

SSE-Schwimmhalle

an der Landsberger

Allee ausgetragen

wurden. Elena

Krawzow gibt sich

mit diesen Bestmarken

aber nicht zufrieden.

Kaum hat sie in der Cafeteria

der Schwimmhalle zum Interview

Platz genommen, sagt die Athletin

vom Berliner Schwimmteam (BSV):

„Gestern war ich super happy. Aber

heute denke ich, ich muss noch

schneller schwimmen.“

Solche Aussagen kennzeichnen

Elena Krawzow und ihren Ehrgeiz.

Diegebürtige Kasachin setzt sich immer

neue Ziele, ihrem Handicap

zum Trotz. Sieleidet an Morbus Stargardt,

einer bis dato nur unzulänglich

therapierbaren Augenkrankheit .

Sieist eine Ausnahmeschwimmerin,

eine Athletin, die alles dafür tut, dass

bei den Paralympics in Tokio 2020

endlich ihr Traum vomolympischen

Gold in Erfüllung geht. Denn alle guten

Dinge sind drei: Die 25-Jährige

hatte es bereits 2012 in London und

2016 in Rio versucht.„Duhast diesen

einen Moment, für den du all die

Jahretrainierthast. Entweder es läuft

gut, oder es läuft schlecht. In Rio lief

es schlecht.“

Doch derWegnach Tokio

ist lang. Sich mit den besten

der Welt zu messen, erfordert

viel harte Arbeit. Aber

das ist Elena Krawzow ja gewohnt,

denn die Sierra Nevada,

wo sie in diesem Sommer

wieder ein mehrwöchiges

Höhentrainingslager absolvieren

wird, sei bereits so etwas wie ihre

zweite Heimat. Denn vor vielen großen

Wettkämpfen bereitet sich

Krawzow im spanischen Hochgebirge

vorund kennt das Trainingsgelände.

Die Devise bleibt also: „Training,

Training, Training, nur so lernt man

das.“ Aber harte Arbeit bleibt nicht

das einzige ,was es verlangt. Denn

Wettkampferfahrung ist eine weitere

wichtige Komponente.Vielleicht war

es genau das,was ihr 2012 in London

AKTIVES ABSEITS

An der Wende wachsen

Para-Schwimmerin Elena Krawzow hält etliche

Weltrekorde. Ihr großes Ziel: Olympia-Gold in Tokio

Lange Züge auf dem Wegnach Tokio- Krawzow bricht Rekorde

IMAGO IMAGES

zur Goldmedaille gefehlt hatte. Die

Routine mit der Aufregung umzugehen.

„Ich kann mich an nichts erinnern,

weil ich auf so einer Wolke

war.“ Diese Erfahrung kann sie im

September im Aquatics Centre sammeln.

Denn dort geht es in der gleichen

Halle wie bei den Paralympics

2012 um den Weltmeistertitel.

Es wäre nicht ihr erster. Elena

Krawzow ist die Vorzeigeschwimmerin

der Deutschen

Paralympischen

Mannschaft, hat einige

Welt- und Europameistertitel

und dazu mehrere nationale

Titel vorzuweisen.

Was so zunächst nicht

abzusehen war. Als sie mit

ihrer Familie in Kasachstan

lebte, hatte sie nicht viel

Sport zu tun. Doch mit

dem Umzug nach Deutschland besuchte

Elena aufgrund ihrer Krankheit

eine Privatschule und entdeckte

dortden Sport. Schnell zeigte sich ihr

Talent, sie zog nach Berlin und ihre

Karrierenahm Fahrtauf.

Die Silbermedaille in London gewann

Elena Krawzow nur fünf Jahre

nachdem sie mit dem Schwimmen

begonnen hatte. So ebnete die

Krankheit einen ganz neuen Weg.

„Natürlich frage ich mich, wo ich

Elena Krawzow,

25, vomBSV

heute wäre, wenn ich den Wegdurch

die Sehbehinderung nicht gegangen

wäre, garantiert nicht beim Leistungssport.“

In jungen Jahren hatte sie Probleme

mit der Augenerkrankung

und dem daraus folgenden Anderssein.

Mit 18Jahren dann aber nahm

sie die Krankheit als einen Teil von

sich an. Eingroßer Schritt; Siesei genau

daran sowohl als

Schwimmerin als auch abseits

des Sports gewachsen

und kann heute Stärke

daraus ziehen.

Krawzow lernte in Training

undWettkampf, denn

XXXXXXX

auch im Schwimmbecken

ist sie mit dem Handicap

konfrontiert: DieOrientierung

im Wasser ist schwierig,

und auch die Linien

am Beckenboden reichen nicht aus.

Züge zählen und schnelle Reflexe am

Ende der Bahn sind ein Muss.„Wenden

und Anschlagen ist immer so

eine Glückssache.“

Aber es funktioniert allem Anschein

nach. Und wenn es so gut

weitergeht, sollten sich Weltrekordhalter

in Acht nehmen. Außerdem

sollte es niemanden verwundern,

wenn Elena Krawzow 2020 mit Gold

auf dem Podium steht.


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 19 *

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Sport

Schauen,

was

geht

Zugang Eduard Löwen

spürt ein Feuer bei Hertha

VonWolfgang Heise

Der Nächste bitte! Hertha hat

nach dem Belgier Dedryck

Boyata, 28, von Celtic Glasgow den

zweiten Zugang verpflichtet. Eduard

Löwen, 22, kommt vom Bundesliga-

Absteiger 1. FC Nürnberg für rund

sieben Millionen Euro Ablöse. Der

U21-Nationalspieler mit russischen

Wurzeln soll für mehr Schwung im

Mittelfeld sorgen. Denn daran haperte

es in der vergangenen Saison

immer wieder bei Hertha.

Am Donnerstag um kurz vor 9

Uhr morgens landete Löwen am

Flughafen Tegel, danach folgte der

Medizincheck. Alle Organe,Gelenke,

Knochen und Muskeln wurden genau

untersucht. Am Nachmittag unterschrieb

der Jungprofi dann seinen

Vertrag über fünf Jahre. Beim Club

hatte sich der 1,88-Meter-Mann in

den vergangenen zwei Jahren zum

Überflieger entwickelt.

In seiner ersten Profisaison

2017/18 wurde er in Nürnbergsofort

zum Stammspieler und stieg mit

dem Club auf. Auch in der Bundesliga

zeigte er vergangene Spielzeit

sein Potenzial. „Diese Entwicklung

kam bei mir quasi von null auf hundert.

Natürlich musst du das dann

erst mal fassen“, erklärter. Auch Eintracht

Frankfurtwollte das Toptalent

verpflichten. Doch Hertha hatte die

besseren Argumente beim Sechs-

Augengespräch mit dem neuen

Chefcoach Ante Covic und Manager

Michael Preetz. „Da habe ich direkt

das Feuer gespürt. Siehaben mir sofort

klargemacht, dass ihr Interesse

groß ist und derWille da ist, mich unbedingt

zu verpflichten. Das ist das

Wichtigste für einen Spieler.“

Preetz ist froh über die Verpflichtung:

„Als Juniorennationalspieler

passt er genau in die Kategorie Spie-

Der Neue: Eduard Löwen wechselt von Absteiger

Nürnberg zu Hertha BSC. DPA

ler, die wir suchen: jung, talentiert

und in seiner Entwicklung noch

lange nicht am Ende.Wir freuen uns,

dass er sich für Hertha BSC entschieden

hat und sind überzeugt davon,

dass er zukünftig Akzente in unseremSpiel

setzen wird.“

„Mein Vorbild ist der spanische

Nationalspieler Isco“, erklärtLöwen.

Er ist gläubiger Christ. Er glaubt

daran, dass er den nächsten Karriereschritt

bei Hertha machen kann.

Sicher sind da auch die ehemaligen

Nürnberger Marvin Plattenhardt

und Niklas Stark ein Vorbild für ihn.

Sie haben den Sprung zur Nationalelf

geschafft.

Doch bis das so weit ist, will Löwen

in den nächsten Wochen mit

den Herthanern Maxi Mittelstädt

und Arne Maier erst mal mit der U21

den EM-Titel in Italien verteidigen.

Und danach hat er noch einen großen

Termin: Hochzeit mit seiner Verlobten.

Den Namen seiner zukünftigen

Frau wollte er nicht verraten.

Er will das Berufliche vom Privaten

trennen. Er sagt über sich selbst:

„Charakterlich ist mein Ehrgeiz etwas,

das mir in meinem bisherigen

Leben immer geholfen hat. Ichhabe

sehr früh sehr hart anmir gearbeitet.“

Löwen hat viel vor: „Schauen

wir mal, was nächste Saison in der

Tabelle möglich für uns ist.“

Alles anders

Der 1. FC Union feilt an seinem Bundesligakader und stößt dabei plötzlich auf ganz neue Probleme

VonMax Ohlert

Aufstiegstrubel? Oliver Ruhnert

muss lachen. Dersei vorbei, sagt

er,und: „Ich könnte so langsam wieder

neuen gebrauchen.“ Für den

Sportchef des 1. FC Union hat der eigentliche

Aufwand mit dem erstmaligen

Sprung ins Oberhaus erst richtig

begonnen. Denn während sich

Trainer Urs Fischer und die Mannschaft

im wohlverdienten Sommerurlaub

auf die kommende Saison

vorbereiten und den märchenhaften

Aufstieg der Köpenicker in Ruhe sacken

lassen, feilt der 46-Jährige seit

Wochen am Bundesligakader der Eisernen.

Und hat dabei mit Schwierigkeiten

zu kämpfen, die so vielleicht

zu erwarten, aber erst mit dem

endgültigen Ligawechsel wirklich zu

greifen waren.

Keine Schnellschüsse

„Keine Frage,mit dem Schritt aus der

Zweiten Liga in die Bundesliga ist

eine ganz neue Wucht auf uns zugekommen“,

erklärt Ruhnert. Pausenlos

rufen Spielerberater an, wollen

ihreSchützlinge –allesamt selbstverständlich

hoch talentiert und kommende

Weltstars –bei den Eisernen

unterbringen. „Auf einmal ist da ein

ganz anderes Portfolio an Spielern,

die auf dem Markt sind und für uns

möglicherweise infrage kommt.“

Nur kann sich Union mögliche

Schnellschüsse in der Kaderplanung

im wahrsten Sinne des Wortes nicht

leisten. Völlig egal, ob da plötzlich

der kommende Lionel Messi angeboten

wird. „Es ist wie in einem Mosaik,

man muss viele kleine Teile zusammenfügen,

eine Handlung bewirkt

die andere“, versucht Ruhnert,

seine schwierige Situation zu erklären.Waserkonkret

meint, ist die Tatsache,

dass in Köpenick in keiner

Weise das Transfergeld vorhanden

ist, was für die meisten Bundesligisten

zur Grundlage gehört und es für

den Sportchef darum umso wichtiger

ist, jede Transferentscheidung

bis ins Kleinste abzuwägen.

Gerne würden die Eisernen Abwehrspieler

Marvin Friedrich, dessen

Rückkaufoption von einer Million

Euro der FC Augsburg kürzlich

gezogen hat, wieder zurückholen;

um den besten Abwehrverbund der

vergangenen Zweitligasaison nicht

zu zersprengen. Die Fuggerstädter

dürften im Gegenzug mindestens

vier bis fünf Millionen Euro verlangen.

Für die meisten Bundesligisten

eigentlich Peanuts, für den Aufsteiger

aus der Wuhlheide viel Geld.

VonChristian Kattner

Ein wenig anteilnahmslos sitzt

Martin Hermannsson da. Während

sich seine Teamkollegen einspielen

oder Interviewfragen beantworten,

wirkt Alba Berlins Aufbauspieler

in sich gekehrt. Einen Ball

hält er in der Hand, schaut abwechselnd

auf den Boden oder mit leerem

Blick in die Trainingshalle in der

Schützenstraße.Dem Isländer gefällt

die aktuelle Situation nicht so recht.

Zu viel Training stehe derzeit auf

dem Programm, sagt er, viel lieber

würde er spielen. Als er auf die Playoffs

und das bevorstehende Finale

gegen den FC Bayern und Spiel eins

in München am Sonntag (18 Uhr,

Magentasport) angesprochen wird,

funkeln seine Augen, wirkt er so euphorisch

wie ein kleiner Junge, der

zum Spielen auf den Hofdarf.„Wenn

ich Play-offs das ganze Jahr haben

könnte, würde ich das einer regulären

Saison vorziehen“, sagt er und

lacht über das ganzeGesicht.

Das Format Play-offs, das Duell

mit einem Gegner in einer Serie fasziniert

jeden Basketballer. In der

Oliver Ruhnertweiß, wasfür eine Verantwortung auf ihm lastet.

IMAGO IMAGES/KOCH

Dieses Funkeln in den Augen

So fiebern die Basketballer von Alba Berlin dem Finale gegen den FC Bayern entgegen

Bundesliga wird seit Jahren im Modus

Best-of-five gespielt; wer zuerst

drei Spiele gewonnen hat, erreicht

die nächste Runde oder wird Meister.

Von jedem Spieler verlangt das

ein Höchstmaß ein Konzentration.

Mehr noch.

„Du kannst keinen Fehler

machen, du musst um alles

kämpfen, jedes kleine

Detail ist wichtig“, sagt

Hermannsson. Die Mannschaften

kennen sich sehr

gut. „Es gibt keine Überraschungen,

man muss die

Dinge, die man sonst tut,

noch ein kleines bisschen

besser machen. EinLevel höher.Das

Team, das das schafft, gewinnt die

Meisterschaft“, sagt der Isländer.

So eine Serie lässt einem Spieler

aber auch Raum. Raum fürVerbesserungen,

für Veränderungen, Raum,

um sich auf seinen Gegenspieler einzustellen.

In wenigen Tagen wird

mehrfach gegen dasselbe Team gespielt.

„Damit hat man auch viel

mehr Möglichkeiten, sich an das

Spiel des Gegners anzupassen“, sagt

TimSchneider,„ich bin zum Beispiel

Es geht los: Martin

Hermannsson

gegen Oldenburg mit Nathan Boothe

in Spiel eins gar nicht klargekommen.

Aber ich konnte mich in Spiel

zwei und drei besser auf ihn einstellen

und habe ihm seine einfachen

Würfe weggenommen.“

Das sei gerade für sein

DPA/GORA

Selbstbewusstsein sehr

wichtig gewesen. Der Flügelspieler

verpasste die

Play-offs im vergangenen

Jahr, musste sie verletzungsbedingt

von der Seitenlinie

aus verfolgen.

So gesehen erlebt er gerade

eine Premiere und

zeigt die gleichen Symptome

wie Martin Hermannsson, als

er darüber spricht: funkelnde Augen,

ein Strahlen im Gesicht. Alles mache

gerade sehr viel Spaß, erzählt er. Im

Erfolgsfall mit den 3:0-Siegen gegen

Ulmund Oldenburgist der Spaßfaktor

natürlich noch um ein Vielfaches

größer. „Die Intensität ist in jedem

Spiel höher als in der Saison. Jeder

weiß, dass es jetzt um die Wurst

geht“, sagt Tim Schneider, „das

merkt vonallen Seiten, vonden Hallensprechern,

den Fans, aber auch

Will Ruhnert soviel investieren,

um, wie in Friedrichs Fall, überhaupt

erst mal das Niveau der Aufstiegsmannschaft

zu halten? Sollte er lieber

einen anderen Aufstiegshelden

meistbietend verkaufen und preisgünstiger

ersetzen, um dafür Friedrich

zurückzuholen? Wassoll aus Robert

Zulj werden, der in Hoffenheim

nicht mehr gewollt ist, allerdings

auch nicht ablösefrei nach Köpenick

wechseln darf. Wo man sich in der

Zweiten Liga schon irgendwie einig

werden konnte, wird inder Bundesliga

selbst für Zulj eine hohe sechsstellige

Ablöse gefordert.

Und dann haben die Eisernen

nach den jungen, talentierten Neuzugängen

Moritz Nicolas,21, Florian

Flecker,23, und Julius Kade,20, noch

keine echteVerstärkung mit Bundesligaerfahrung,

die es im Oberhaus

doch dringend benötigt −oder?„Wir

suchen beide Spielertypen, jung und

hungrig, ebenso wie erfahren“, erklärtRuhnert,

betont aber auch hier:

„Am Ende müssen wir vor allem

schauen, was finanziell für uns

machbar ist. Zumal die Köpenicker

mit KenReichel (27 Einsätze) Florian

Hübner (9 Einsätze) und Manuel

Schmiedebach (176 Einsätze) durchaus

Spieler mit Bundesliga-Erfahrung

haben.

So konzentrieren sich die Unioner

also in der Tendenz doch vermehrt

auf entwicklungsfähige Spieler,bei

denen sie mit Grischa Prömel,

Marvin Friedrich und ganz zuletzt

Suleiman Abdullahi sehr gute Erfahrungen

gemacht haben.

Keine Chance für Jugendspieler

Weniger allerdings auf Spieler aus

der eigenen Jugend. Zuletzt betonte

Ruhnert, dass man bei Cihan Kahraman,

LennardMaloney,LennartMoser

und Berkan Tazschauen müsse,

wie sich der Aufstieg auf ihre Spielpraxis

auswirken könnte. Der türkische

U21-Nationalspieler Kahraman

spielte in der vergangenen Saison

leihweise in der vierten Liga, alle anderen

kamen gemeinsam auf ein einen

Kurzeinsatz −den von Berkan

Tazbeim FC St.Pauli.

„All diese Spieler wissen, dass es

für ihre Entwicklung unabdingbar

ist, dass sie spielen. Dasist auch ihre

eigene Einschätzung“, erklärte Ruhnert

nun und stellte Lösungen in

Aussicht. Ob leihen oder ganz verkaufen

–das ließ er erst einmal offen.

Wie auch weitere Transfers in den

kommenden Wochen. Klar ist nur:

Mitdem Aufstieg hat sich schon jetzt

einiges in Köpenick geändert.

den Spielern.“ Selbst die 200 Alba-

Fans, auch wenn sie in der obersten

Ecke in Oldenburg gesessen haben,

seien von der Bank gut zu hören gewesen.

Mit der Finalserie gegen München

gehen die Play-offs für die Spieler

von Alba für diese Saison nun ab

Sonntag in die letzte Runde. „Das

erste Spiel ist das wichtigste“, sagt

Martin Hermannsson, „dann haben

beide Mannschaften das richtige Gefühl

füreinander und können sich

besser aufeinander einstellen. Mit

einer 1:0-Führung zurück nach Berlin

zu kommen, wäre perfekt.“ Im

vergangenen Jahr ist den Berlinern

genau das gelungen.

Alba-Kapitän Niels Giffey hat genau

dieses Spiel noch in seinem

Kopf, aber auch einen Bayern-Moment

aus Spiel fünf im Jahr 2015:

„Negativ war damals, wie BryceTaylor

direkt vor unserer Bank einen

Dreier reingejagt hat.“ Es sind genau

diese Play-off-Momente, inden Geschichten

geschrieben werden. Nur

sie sorgen für dieses Funkeln in den

Augen der Spieler und lassen sie zu

freudig erregten Kindernwerden.

NACHRICHTEN

Eisbären Berlin trauernum

Jugendtrainer

EISHOCKEY. DieBerliner Eisbären

trauernumihren langjährigen Jugendtrainer

Chris Lee.Der Sohn des

Geschäftsführers Peter John Lee

starb am Mittwoch. Über die Todesursache

machte der Verein keine Angaben.

Dauerkartenverkauf bei

Union ab Dienstag

FUSSBALL. Der1.FCUnion beginnt

seinen Dauerkartenverkauf für die

kommende Bundesligasaison ab

Dienstag (18. Juni). DerPreis bleibt

zur Freude vieler Fans im Vergleich

zur Zweitligasaison gleich.

St. Louis gewinnt erstmals

den Stanley-Cup

EISHOCKEY. DieSt. Louis Blues sind

zum ersten MalMeister der nordamerikanischen

Eishockey-Liga

NHL. DasTeam um Stürmerstar

Ryan O’Reilly,der zum wertvollsten

Finalspieler ernannt wurde,setzte

sich im entscheidenden Spiel mit einem

4:1 gegen die Boston Bruins

durch. Es ist der erste Titel in der 52-

jährigen Geschichte der Blues.

Neuer Name für die

Handball-Bundesliga

HANDBALL. DieDKB-Handball-

Bundesliga erhält ab dem 1. Juli einen

neuen Namenspaten. Statt der

Internetbank wirdkünftig der Mineralöl-Hersteller

Liqui-Moly werben,

die Liga heißt dann Liqui-Moly-Bundesliga.

Deutsches Trainerduell zum

Premier-League-Auftakt

FUSSBALL ZumAuftakt der Saison

2019/20 treffen in der englischen

Premier League mit Jürgen Klopp

(Liverpool) und Daniel Farke(Norwich)

zwei deutsche Trainer aufeinander.Gutes

Omen für Klopp: In der

letzten Meisterschaftssaison der

„Reds“ 1989/90 traf man zum Auftakt

ebenfalls auf Norwich.

FUSSBALL

WM der Frauen in Frankreich

Gruppe AinGrenoble und Nizza

Nigeria -Südkorea 2:0 (1:0)

Frankreich -Norwegen 2:1 (0:0)

1. Frankreich 26:1 6

2. Norwegen 24:2 3

3. Nigeria 22:3 3

4. Südkorea 20:6 0

Gruppe BinValenciennes und Paris

Deutschland -Spanien 1:0 (1:0)

Südafrika -China

1. Deutschland 23:2 6

2. Spanien 23:2 3

3. China 10:1 0

4. Südafrika 11:3 0

Gruppe CinMontpellier und Reims

Australien -Brasilien 3:2 (1:2)

Tore: 0:1 Marta (Handelfmeter,27.), 0:2 Cristiane

(38.), 1:2 Foord (45. +1), 2:2 Logarzo (58.), 2:2

Monica (ET,66.)

Jamainka -Italien Fr., 18.00

1. Brasilien 25:3 3

2. Italien 12:1 3

3. Australien 24:4 3

4. Jamaika 10:3 0

Gruppe DinRennes und Le Havre

Japan -Schottland Fr., 15.00

England -Argentinien Fr., 21.00

Gruppe EinValenciennes und Grenoble

Niederlande -Kamerun Sa., 15.00

Kanada -Neuseeland Sa., 21.00

Gruppe FinNizza und Paris

Schweden -Thailand So., 15.00

USA -Chile So., 18.00


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 – S eite 20

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Sport

Fliegen lernen: Sara Däbritz und Svenja Huth feierndas einzige Torgegen Spanien.

AFP/PHILIPPE HUGUEN

Im Minimalisten-Modus

Die deutsche Nationalelf hat bei der Weltmeisterschaft zwei 1:0-Siege vorzuweisen, doch fußballerisch überzeugen konnten die Spielerinnen bisher noch nicht

VonFrank Hellmann, Valenciennes

Von Montpellier ist nur das

Beste zu hören: eine lebhafte

Universitätsstadt am

Mittelmeer, nicht weit von

den Badeorten Palavas-les-Flots und

La Grande-Motte entfernt. Angeblich

zu sehen: junges Publikum, das

sich vom mediterranen Klima verwöhnen

lasst. Vielleicht braucht die

deutsche Frauen-Nationalelf bei dieser

WM jetzt eine Luftveränderung.

Raus aus dem verregneten Norden,

rein in den sonnigen Süden. Am

Donnerstag ging es für den Tross von

Lille nach Montpellier. Dort könnte

im drittenWM-Spiel gegen Südafrika

(Montag 18 Uhr/ ARD) mal mehr als

ein Arbeitssieg gelingen.

Auch beim zweiten 1:0, diesmal

gegen Spanien, übertünchte das Resultat

die spielerischen Mängel. „Bei

mir überwiegt der Stolz: Die Mannschaft

musste an ihre Grenzen gehen,

und ist an ihre Grenzen gegangen“,

sagte Martina Voss-Tecklenburg.

Die Bundestrainerin hatte jenes

Stilmittel verwendet, das die

Männer unter Bundestrainer Löw

bei Weltmeisterschaften oft genug

zum deutschen Markenkern erhoben

hatten. „Wenn wir jedes Spiel 1:0

gewinnen, werden wir Weltmeister.

Das würde ich sofort unterschreiben“,

sagte dann auch Melanie Leupolz.

Die imWerbespot mit ihren

acht Fingern bekannt gewordene

Mittelfeldspieler wusste natürlich,

dass diese Rechnung kaum aufgehen

wird, weshalb sie noch anfügte:

„Wir sind nicht hundertprozentig

zufrieden. Natürlich haben wir einen

höheren Anspruch.“

Ihre Trainerin ist fast gezwungen,

das Glas als halbvoll statt halbleer

anzusehen. „Wir haben schon mal

einen sehr komplizierten Einstieg in

die WM gelöst. Die sechs Punkte

nimmt uns keiner mehr weg.“ Ihre

These: Ohne den Druck, der trotz der

kürzlich eingetroffenen Teampsychologin

Birgit Prinz die Köpfe nicht

nur ein bisschen belastet hat, spielt

es sich gegen Südafrika vielleicht befreiter

auf. „Das wird kein Selbstläufer“,

warnte Voss-Tecklenburg vor

den Spielerinnen mit teils besonders

bewegenden Lebensgeschichten.

Deshalb soll sich das Team endlich

locker machen: „Wir brauchen gar

nicht so nervös zu sein. Es ist jetzt

zweimal gutgegangen – nun muss

der nächste Schritt kommen.“

In der Startelf gegen die Spanierinnen

hatten nur Lena Goeßling, 33,

Alexandra Popp, 28, Almuth Schult,

28, und Siegtorschützin Sara Däbritz,

24, schon mal eine WM gespielt.

Voss-Tecklenburg setzt jetzt

„Wir brauchen gar nicht so nervös zu sein.

Es ist jetzt zweimal gutgegangen –nun muss

der nächste Schritt kommen.“

Martina Voss-Tecklenburg gibt sich nach dem Start indie WM zuversichtlich.

Die Bundestrainerin sieht ihr Team auf einem guten Weg.

darauf, dass die Erfahrungsprozesse

schnell genug gehen. Wie bei ihrem

Dreierblock mit der viel Ruhe ausstrahlenden

Torhüterin Schult und

den beiden Innenverteidigerinnen

Sara Doorsoun und Marina Hegering.

Dass der Findungsprozess ansonsten

vonzahlreichen Umstellungen

– auch erzwungen durch den

Ausfall von Dzsenifer Marozsan mit

dem Wechsel auf ein 4-4-2-System –

erschwertwird, ist offensichtlich.

Aber die Chefin will es so, dass

mitten im Spiel die 17-jährige Lena

Sophie Oberdorf anstandslos von

der Seite in die Mitte, die 18-jährige

Giulia Gwinn übergangslos von

rechts nach links oder Popp klaglos

vonihrer Lieblingsposition im Sturm

ins Mittelfeld rückt. „Das Schöne ist,

dass die Spielerinnen versuchen,

ihre Aufgaben in großartiger Weise

zu erfüllen.“ Die Idealformation findet

sich später. Irgendwie. Irgendwann.

Daher wäre esjasowichtig,

dass ein noch etwas unrund laufendes

Ensemble nicht schon im Achtelfinale

auf den Rekordweltmeister

USA trifft.

Als Gruppenerster wäreein Gruppendritter

als Gegner im Wintersportort

Grenoble garantiert. Und

danach könnte sich jener Lauf entwickeln,

der erst einmal zur Qualifikation

für die Olympischen Spiele

2020 führen soll. Um den Steigerungsbedarf

wissen gerade die prägenden

Protagonistinnen. „Wir waren

anfangs zu weit weg, unsere Abstände

haben nicht gepasst – das

muss besser werden“, verlangte Alexandra

Popp, bei der sich Martina-

Voss-Tecklenburg als Erste nach

Spielschluss für die „Energieleistung“

bedankte.

Sie kennt aus ihrer Zeit als

Schweizer Nationaltrainern die Mechanismen

eines langen Turniers;

die Frauen-WM 2015 in Kanada bildet

eine unverzichtbareErfahrung in

ihrer Karriere. Vonden späteren Finalisten,

USA und Japan, drückte damals

niemand in der Vorrunde das

Gaspedal durch. Im Grunde streuten

die Endspielteilnehmer anfangs sogar

Nebelkerzen, um sich das Beste

zum Schluss aufzuheben. Durchhaltevermögen

ist also in Frankreich genauso

gefordert wie Pragmatismus.

Und die deutschen Fußballerinnen

haben mehr als eine Prise davon bereits

offenbart. Vielleicht kommt in

Montpellier mal das Schöne zum

Vorschein.

FrankHellmann

hofft auf klimatische Effekte

bei der WM.

Mehr als ein schönes Märchen

Frankreichs Fußballerinnen wehren sich bei der WM gegen die Favoritenrolle und wollen auch nach einer merkwürdigen Partie gegen Norwegen als Außenseiter gesehen werden

VonMatti Lieske, Nizza

Französische

Fußballzuschauer

kommen spät, was auch keine

große Kunst ist beim abgelegenen

und schwer erreichbaren Stadion in

Nizza, das 2013 ans Ufer des Flusses

Varplatziert wurde, der im Übrigen

nicht nach dem Video Assistant Referee

benannt ist. Noch zehn Minuten

vorAnpfiff der Partie der Gastgeberinnen

gegen Norwegen sah es jedenfalls

so aus, als sei die Sache mit

der Frauenfußballbegeisterung im

Land und der ausverkauften Arena

ein schönes Märchen gewesen.

Doch dann füllten sich wie vonGeisterhand

die leeren Flächen, die Marseillaise

donnerte durchs weite

Rund, die Fans lärmten und brüllten,

und am Ende durften sie ein etwas

glückliches 2:1 ihres Teams feiern.

„Favoriten? Auf keinen Fall!“,

sagte Corinne Diacre nach dem

zweiten Sieg bei dieser Weltmeisterschaft,

diesmal gegen einen deutlich

härteren Brocken als Südkorea zum

Auftakt. „Wir sind weiterhin Außenseiter.“

Vorher hatte Frankreichs

Trainerin aber auch erklärt, dass

man ihr nicht alles glauben solle,was

sie erzähle.Daging es um eine Änderung

in der Startformation, die sie eigentlich

ausgeschlossen hatte.

Bemerkenswerte Szene

Ganz vorne spielte nun Valerie Gauvin,

die gegen Südkorea nur auf der

Bank saß. Wegen Unpünktlichkeit,

mutmaßte die Spielerin, aus taktischen

Gründen, beharrte Diacre.

Gauvin ist ein ungewöhnliches Mitglied

des französischen Kaders, einmal

weil sie vonder Insel La Réunion

stammt, so wie Dimitri Payet, der

2016 fast Frankreichs EM-Held geworden

wäre. Dann, weil sie nicht

bei einem der großen Klubs in Paris

oder Lyon unter Vertrag steht, sonderninMontpellier

spielt.

In der ersten Hälfte dieser merkwürdigen

Partie, deren erste bemerkenswerte

Szene der Austausch einer

defekten Linienrichterfahne war,

Ungewöhnliches Mitglied des französischen Kaders: Valerie Gauvin

sah es tatsächlich nach Abstimmungsproblemen

mit Gauvin aus,

direkt nach der Pause klappte die Zusammenarbeit

aber perfekt. Amel

Majri von Olympique Lyon flankte

flach zur Mitte,Gauvin war schneller

als MariaThorisdottir vom FCChelsea

und traf zum umjubelten 1:0.

Vermutlich waren die Norwegerin-

AFP/CHRISTOPHE SIMON

nen überrascht, dass die Gefahr

diesmal von links kam, während es

zuvor stets Kadidiatou Diani gewesen

war, die auf der rechten Seite

Katz und Maus mitder armen Wolfsburgerin

Kristine Minde spielte, immer

wieder in den Strafraum flitzte

und nur den letzten Pass oder Schuss

konsequent vermasselte.

Gauvins Treffer war der einzige

normale an diesem Abend. Er

schockte die Skandinavierinnen, denen

nichts mehr gelang, bis ihnen

Wendie Renardaus der Patsche half.

Nach der langen Verteidigerin, die

gegen Südkorea zwei Kopfballtreffer

erzielt hatte, riefen die Zuschauer

immer wenn es einen Freistoß oder

Eckball gab.Inder 54. Minute war sie

aber an ihrem angestammten Platz,

wo sie eine harmlose Eingabe völlig

unbedrängt ins eigene Torschob. So

grotesk wirkte die Szene, dass die

Mitspielerinnen eine Weile brauchten,

bis sie realisierten, was geschehen

war –imGegensatz zu Renard,

die sofort schockiert die Hände vors

Gesichtschlug.

Seltene, aber gefährliche Angriffe

Norwegen war jetzt wieder im Spiel,

das Team zeigte die Geschlossenheit

der ersten Halbzeit, als es das Kombinationsspiel

der Französinnen

weitgehend unterband und selbst

seltene,aber gefährliche Angriffe inszenierte.„Wirhaben

gezeigt, dass es

für jedes Team schwer ist, gegen uns

zu spielen, und hätten ein Unentschieden

verdient gehabt“, sagte

später Norwegens Trainer Martin

Sjögren.

Doch das verhinderte die deutsche

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus

unter Mithilfe des VAR (nicht

der Fluss). Als die Norwegerin Ingrid

Engen ziemlich ungestüm nach dem

Ball trat, diesen aber tatsächlich traf,

bevor sie Marion Torrent schmerzhaft

an der Hüfte erwischte, entschied

Steinhaus nach Ansicht der

Kamerabilder und zum Entsetzen

der Norwegerinnen auf Elfmeter.

Eugénie LeSommer verwandelte

nach langer Entscheidungsfindungs-

und Protestprozedur sicher

und wurde dafür besonders lange

von Wendie Renard gequetscht.

Auch die war gemeint, als Trainerin

Diacresagte: „Wir haben viele Fehler

gemacht.“ Und hinzufügte: „Die

können wir beheben.“ Klang nicht

unbedingt nach Außenseiter.


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Aus Ost und West:

Berlin-Bilder

in der „Möwe“

Seite 23

„Sie will eine Puppe im Garten eines Ungeheuers sein.“

Die sexsüchtige Hauptfigur in Leïla Slimanis Roman „All das zu verlieren“ bricht aus ihrem schicken Leben aus Seite 22

Einzelhandel

Leere

Klötze

Thomas Klein

fragt sich, was aus

den Konsumtempeln wird.

Berlin 2019. Sie gehen den Tauentzien

entlang und irgendwann

geht ihnen auf, dass immer mehr der

mehrgeschossigen Marken-Geschäfte

geschlossen oder ausgezogen

sind. Sie gehen in ein Einkaufszentrum,

und viele der Läden sind

verrammelt, wo mal Schaufenster

waren, künden nur bunte Klebeplakate,

hier würde „demnächst“ etwas

irgendwie tolles,neues entstehen.

Klar, dem stationären Einzelhandel

geht es schlecht, vonAwie Amazon

bis Zwie Zalando nimmt das

Online-Business den Ladengeschäften

Kunden und Umsatz weg. Und

eigentlich kann einem das egal sein –

wer welche Gewinne oder Verluste

macht, hat mutmaßlich keinen Einfluss

auf den Kontostand der Käuferschaft.

Aber das Ende der Konsumtempel

hat auch sehr konkrete Folgen

für die Stadt.

Und nicht nur soziale; ohne die

Arbeitsplätze inden Bereichen Einzelhandel

oder Dienstleistung wird

es auch in Berlin schwer. Nein, die

Folgen werden auch anders spürbar.

69 Einkaufszentren gibt es in Berlin.

Mall- wie auch Multiplex-Wildwuchs

gehören zum bittersten Erbe

der ÄraWowereit, Stadt und Bezirke

haben sich damals überboten, um

Viertel und Skyline mit solchen Investoren-Projekten

„aufzuwerten“.

Aber was macht man heute oder

übermorgen mit den fensterlosen

Klötzen, wenn selbst die findigsten

Buchhalter aus ihnen keinen Profit

mehr schlagen können? Wasmacht

man dann mit einer „Alexa“, was mit

einer „East Side Mall“? Oder um das

so populäre N-Wort zu benutzen:

Wiesteht es eigentlich um die Nachhaltigkeit?

Vielleicht gibt es ja eine

Kehrtwende, und Ladengeschäfte

werden wieder Marktführer und die

Einkaufzentren zu jenen kulturellen

und gesellschaftlichen Zentren, als

die sie einst beworben wurden. Oder

wirdauch Berlin zu einer toten Konsumruinenlandschaft,

voller verwitternder

Mahnmale vergangener

Umsatz-Blüten? Hatirgendwer dann

einen Plan Bparat?

Her mit dem Blitzdings!

Neustart des Klassikers: In „Men in Black: International“ geht nun ein gemischtes Doppel auf Alien-Jagd

VonPhilipp Bühler

Das Geschlecht steckt bei

den „Men in Black“

schon im Titel, aber eigentlich

spielte es nie

eine Rolle. Schon in ihrem letzten,

dritten gemeinsamen Auftritt wirkten

Will Smith undTommy Lee Jones

wie ein altes Ehepaar,das sich nichts

mehr zu sagen hat –und so wurden

sie folglich getrennt, zugunsten eines

vergnüglichen Zeitreise-Plots,

der Jones durch sein jüngeres Selbst

ersetzt sah. Im ohnehin fluiden

Raum-Zeit-Kontinuum der Serie

setzt „Men in Black: International“,

der vierte Teil, nun ganz auf den

Neustart, und der lässt sich gut an.

Schon als kleines Mädchen hat

Molly (Tessa Thompson) die Männer

im schwarzenAnzug dabei beobachtet,

was diese Männer eben tun: Aliens

pulverisieren und arglose Zeugen

–Mollys Eltern–mittels Neuralisator

(das „Blitzdings“) die Sache

vergessen lassen. Ihr ganzes Leben

hat die junge Frau darauf hingearbeitet,

die offiziell inexistente Organisation

aufzuspüren und ihr beizutreten.

Es gelingt ihr, dank ihrer

überragenden Fähigkeiten und einer

ungewöhnlichen Initiativbewerbung

–sie wirdzum ManinBlack mit

dem Namen M.

DasGeschlecht spielt keine Rolle

Agent M(Tessa Thompson) und Agent H(Chris Hemsworth)

Ihr befremdetes Nachhaken diesbezüglich

wird von der Chefin O

(Emma Thompson) relativ brüsk abgebügelt:

Sie habe genug von der

Diskussion, die sowieso nichts

bringe, das Ganze sei eben ein Prozess.Keine

weiteren Fragen!

Im Film spielt das Geschlecht

fortan dieselbe Rolle wie der Generationenunterschied

zwischen

Smith und Jones zuvor,oder der von

schwarzund weiß –keinen sehr großen.

Agentin Mbildet ein Duo mit

dem erfahrenen Agent H. Sie agiert

rational und zielgerichtet, er eitel

und impulsiv. Als Nachfolger der

Smith-Figur sieht sich der Darsteller

Chris Hemsworth hier dem konstanten

Vorwurf ausgesetzt, er ruhe

sich auf früherem Ruhm aus, sei

hübsch anzuschauen, aber ohne

Substanz –wie etwa das soundsovielte

Sequel eines erfolgreichen

Blockbusters. Das Ziel lautet folglich

Auffrischung. Es glückt Regisseur

F. Gary Gray, Nachfolger von

BarrySonnenfeld, so leidlich.

Vom New Yorker Hauptquartier

aus geht es diesmal um die ganze

Welt. Eine nur leicht umgemodelte

U-Bahn teleportiertMin die Londoner

Filiale,esfolgen Marrakesch, Italien

und Paris. Das alles ist, nun,

hübsch anzuschauen. Es gibt gute

und böse Aliens, manche in Menschengestalt.

Letztere trachten nach

SONY PICTURES

einer weltzerstörenden Superwaffe.

T(Liam Neeson), Vorgesetzter vonH

und eine Art Vaterfigur, sucht darüber

hinaus nach einem Spion in

den eigenen Reihen. Das Böse erscheint

insbesondereinFormzweier

akrobatisch begabter Tanzterroristen

(die HipHop-Artisten Laurent

und Larry Bourgeois, identische

Zwillinge), die sich nur mit unheimlich

vielen CGI-Effekten in Schach

halten lassen. Um sie abzufeuern,

braucht es Waffen, die ebenfalls ausschließlich

aus Effekten bestehen

und in einer Szene aus einem Transformers-Auto

gebastelt werden.

Radkappen zu Trommelgewehren!

Das Waffendesign stammt erstmals

vom Modellbauer Pierre Bohanna,

der zuvor James Bond,

Harry Potter und „Star Wars“ bestückte

–und wie durch ein Wunder

sieht der ganze Film genau so

aus. Das schlichte Schwarz und

Weiß der frühen Filme ist Vergangenheit.

Britisch-französischer

Empire-Stil, im Zentrum der Eiffelturm

als Lift in die vierte Dimension,

dominiert stattdessen. In einigen

mediterranen Szenen trägt

Hemsworth, der nicht nur Will

Smith, sondern auch noch Bond

ersetzen muss, nicht mehr Anzug,

sondernein lässig offenes Hemd.

Einkleines, grünes Manko

Mhingegen würde nichts aus ihrem

Anzug bringen, zu lange hat sie dafür

gekämpft. Die Diskussionen über

unterschiedliche Berufsauffassungen

sind mit einigem Witz gestaltet,

soweit es eine Science-Fiction-Komödie

eben zulässt. Sie leiden indes

unter einem Manko. Es ist klein,

grün und hört auf den Namen

Pawny. Das ließe sich mit „Bäuerchen“

übersetzen. Pawny ist eine

Mischform aus Alien und Schachfigur,

die sich die beiden in Marrakesch

eingefangen haben. Ähnlich

Pinocchios Grille agiert der Quälgeist

als pfiffiger Mittler zwischen

den Hauptfiguren –und nimmt dem

Duodamit jede Dynamik.

Es wirkt, als hätten die Macher

einen noch ungelösten Konflikt ihrerneuen

Konstellation vorerst auslagern

wollen. Ist Pawny symbolischer

Ausdruck eines noch undefinierten

Begehrens? Oder geht es

eben doch, schlicht und durchaus

modern, um das Aushandeln neuer

Geschlechterrollen? Wenn überhaupt,

hätte man davon lieber direkt

erfahren. Sollte der Kerl noch

einmal auftauchen, ist er ein klarer

Fall für den Neuralisator.

Men in Black: International USA2019.Regie F.

GaryGray, Drehbuch:Matt Holloway, ArtMarcum,

Darsteller:Tessa Thompson, Chris Hemsworth,

RebeccaFerguson, Liam Neeson u.a.; 115 Min.,

Farbe.FSK: ab 12 Jahren

NACHRICHTEN

Tonband mit der Stimme

Frida Kahlos gefunden

In Mexiko soll erstmals eine Tonbandaufnahme

mit der Stimme der

Malerin Frida Kahlo (1917 –1954)

aufgetaucht sein. „Darauf haben

wir lange gewartet“, sagte der Direktor

der Phonothek, Pável Granados,amMittwoch.

Beider Aufnahme

handelt es sich um einen

Radiobeitrag, in dem Kahlo ihren

Ehemann, den Muralisten Diego

Rivera, als „großes Kind, immens,

mit freundlichem Gesichtund

traurigen Blick“ beschreibt. Der

Beitrag könnte 1953 oder 1954 aufgenommen

worden sein, wurde

aber vermutlich erst nach Kahlos

Todausgestrahlt. DieAufnahme

wurde in einem Archiv von146 000

Beiträgen entdeckt, das der Radiosender

Televisa der Phonothek zur

Digitalisierung und Auswertung

überlassen hatte. (dpa)

Barenboim dirigiertmit

Schulter-Kamera

WerDaniel Barenboim beim Dirigierenüber

die Schulter blicken will, hat

jetzt dazu Gelegenheit: Für „Tristan

und Isolde“ in der Staatsoper bekommt

der Dirigent am Sonnabend

eine Mini-Kameraauf die Schulter.

Zuschauer,die auf dem Bebelplatz

vordem Opernhaus und per Livestream

die Aufführung sehen (ab 15

Uhr), können dabei Barenboims Perspektivebeim

Vorspiel der Wagner-

Oper einnehmen. (dpa)

Klage: Katholische Kirche

soll Finanzen offenlegen

Diekatholische Kirche soll ihreFinanzen

offenlegen −das fordertein

Recherchenetzwerkund klagt deshalb

stellvertretend gegen das Erzbistum

Köln. Am Donnerstag begann

die Gerichtsverhandlung vor

dem Kölner Verwaltungsgericht. Das

RecherchenetzwerkCorrectiv argumentiert,

dass der Staat für die Kirche

Steuerneintreibe,deshalb sei die

Kirche auch zur Auskunft verpflichtet.

Demkomme sie aber nicht nach:

„Keiner der 23 Millionen deutschen

Katholiken hat die Möglichkeit,

nachzuvollziehen, wo seine Kirchensteuernhinfließen“,

kritisiert

Correctiv. (dpa)

UNTERM

Strich

Maulfeil

Sprachen lernen

für Genießer

VonUte Cohen

Und es erschienen ihnen Zungen wie von

Feuer“ heißt es in der Bibel, und jeder,

der weiß, was Vokabelpauken heißt, hat sich

schon einmal gewünscht, die linguistische

Erleuchtung möge über ihn kommen wie der

Heilige Geist über die zwölf Apostel. Nicht

mehr wie der Ochs vorm Pfingstbergstehen,

wennWolof oder Farsi im Ohrerklingen, sondernganz

einfach die Zungen züngeln lassen

und genießerisch auf Babylons Turm flanieren,

das ist der Traum des Kosmopoliten! Polyglott

nennt er sich dann. Das klingt sakral

und verheißt die Abkehr vom Monotheismus,bedeutet

aber –die Griechen unter uns

wissen es –„vielzüngig“ und damit mehrsprachig.

Nunstellt man sich als einigermaßen rational

veranlagter Mensch nicht vor, dass

die Sprachen dieser Welt so mir nichts, dir

nichts aus genialen Medusenhäupternzüngeln,

und auch der Heilige Geist war schon

immer das verwirrendste Phänomen im

Neuen Testament. Also setzt man sich mit

den Realitäten auseinander und versucht’s

mit den neuesten Techniken. Eine der bekanntesten

ist die Birkenbihl-Methode, die

auf Dekodieren und Aktivitäten setzt und

damit auf die bewährte Devise: Reden ist

Silber, Schweigen ist Gold. Ohne Zuhören

geht gar nichts! Dann lerne das Gehirn wie

beim Mutterspracherwerb irgendwann von

allein.

KARL BURKHARD TIMM

Die zweite Methode nennt sich SRS. Ein

wahrer Zungenbrecher schon der Name! Im

Prinzip handelt es sich bei diesem „Spaced

Repetition System“ jedoch um die altbekannte

Karteikarten-Methode,mit der Vokabeln

im Langzeitgedächtnis verankert werden

sollen. Dasbraucht Zeit, und die läuft einem

bekanntlich gern davon. Wemdas alles

zu antiquiert erscheint bzw. wer sich selbst

für einen auf Effizienz und schnellen Erfolg

bedachten Lerntypus hält, kurzum für einen

kapitalen, kapitalistischen Faulpelz, dem

bleibt noch „Lernen im Schlaf“. Mit Äpfeln

im Schlafrock und Grammatikbüchern unterm

Kopfkissen hat das nichts zu tun, wohl

aber mit Hypervigilanz im hypnotischen Zustand.

Da entsteht nämlich eine besondere

Wachsamkeit, die unsere Synapsen zu besonders

eifrigen Verquickungen anregen.

Verstärken kann man die Aufnahmefähigkeit

für linguistische Häppchen, wenn man

entspannt auf der Chaiselongue liegt und

sich die Trauben in den Mund fallen lässt.

Wenn man Glück hat und wirklich super relaxed

dem Hypnotiseur oder der Sprachlektion

lauscht, darfman sich bald wie im linguistischen

Schlaraffenland fühlen. Vokabeln

und Syntax fließen einem so leicht über die

Lippen wie so manch einem die sprichwörtliche

Lüge. Der einzige Haken an der Chose

ist: Sieist so passiv,sotrocken, die Methode!

Wer lieber mit Pitschepatschehändchen

im Schlamm wühlt und ein bisschen mehr

Sinnlichkeit vonLeben und Lernen erwartet,

der möge Folgendes probieren: „Pasta &

Basta. Sprachen lernen für Genießer.“ Erst

die Papillen stimulieren, die sogenannten

Geschmacksknospen, die ja nicht umsonst

auf der Zunge sitzen, dann sich ganz langsam

vom Gutturalen zum Polyglotten vorarbeiten.

Allein die Anzahl der Pasta-Sorten ist

eine Herausforderung für das Gedächtnis!

Zugleich ist es das beste Heilmittel gegen linguistischen

Wunderglauben. „Strozzapreti“,

„Priesterwürger“, wurden vor allem an hohen

Feiertagen zubereitet, damit sie ihrem

Namen alle Ehre machten. Gnade Gott, wer

jetzt nicht sein Vokabelheft zückt!


22 Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Feuilleton

Genommen werden wollen

Leïla Slimani erzählt von der Sexsucht einer Pariserin und widmet sich dabei den Widersprüchen unserer wohlgeordneten Welt

VonSabine Rohlf

Adèle ist sehr schön, hat einen

schicken Job als Journalistin,

eine große Wohnung

mitten in Paris, einen

Chirurgen als Ehemann und einen

niedlichen Sohn. Außerdem hat

Adèle ein Problem, denn dieses

Traumleben füllt sie so wenig aus,

dass sie nicht anders kann, als Sex

mit allen Männern zuhaben, die ihr

dafür geeignet erscheinen.

Sie will „gefressen, ausgesaugt,

mit Haut und Haar verschlungen

werden. (…) Sie will eine Puppe im

Garten eines Ungeheuers sein“. Im

Garten des Menschenfressers –

„Dans le jardin d’ogre“, ist der französische

Titel des Romans.Hinter ihrer

eleganten Fassade hat Adèle also

jede Menge nicht ganz so eleganten,

obsessiven, oft brutalen Sex.

Die Gewalt steigert sich im Laufe

der Zeit. Meist trinkt sie dabei zu viel,

sie magert ab, vernachlässigt ihren

Jobund ihr Kind. IhrEhemann ist ihr

ohnehin egal, im Unterschied zur

komfortablen Ehe. Die will sie auf

keinen Fall verlieren und so tarnt sie

ihre Eskapaden mit ausgefeilten

Täuschungsmanövernund Lügen.

Ausgezeichnet und explizit

Expliziter Sex aus der Feder von

Schriftstellerinnen gilt immer noch

als ungewöhnlich, insbesondere

dann, wenn die schreibende Frau

aus Marokko stammt, wie Leïla Slimani.

Ihre Adèle erregte in Frankreich

große Aufmerksamkeit, ja

wurde zur „modernen Madame Bovary“erklärt(Libération).

Deraußerdem

ausgezeichnet geschriebene

Roman ist Slimanis Debüt.

Richtig durch die Decke ging

ihre Karriere mit dem zweiten

Buch, „Dann schlaf auch du“, in

dem sie den Albtraum aller Eltern

zelebriert: Hier ermordet eine

Nanny die Kinder ihrer Arbeitgeber.

Eswurde mit dem Prix Goncourtgeehrt,

erschien vorzweiJahrenauf

Deutsch und wurde zum internationalen

Bestseller.

In beiden Romanen widmet sich

Slimani aus der Rolle fallenden

Frauen beziehungsweise solchen,

die bestimmte Verhaltensmuster –

Fürsorge bei der Nanny, sexueller

Hunger bei Adèle –radikal übersteigern.

Sietut es mit klarem Gespür für

verkaufsträchtige Tabubrüche beziehungsweise

hässliche Widersprüche

in unserer wohlgeordneten Welt: Die

mörderische Nanny dreht nicht zuletzt

wegen der Scheinheiligkeit ihrer

linksliberalen Arbeitgeber durch,

die sie freundlich in die Familie integrieren

und gleichzeitig ungeniert

ausbeuten.

Mit Adèle treibt sie ein totgesagtes,

aber quicklebendiges Klischee

auf die Spitze: Denn diese Frau ist, so

waghalsig und selbstbestimmt sie

auf den ersten Blick wirkt, recht passiv:Sie

bekam ihren Jobdurch Beziehungen

ihres Mannes,kann/will weder

Auto fahren noch ihre Angelegenheiten

selbst regeln, sie heiratete,

weil der junge Arzt eine gute Partie

war.Vor allem aber will sie nichts als

„begehrtwerden“, nichts anderes als

Aufmerksamkeit, Blicke und Penetration.

Die Erzählerin sagt es so:

„Genommen werden. DenGesichtsausdruck

der Männer studieren,

wenn sie kommen. Sie füllen. Speichel

schmecken. Das orgiastische

Zucken vorspielen, die laszive Neugierde,die

animalische Lust.“

Adèle entgeht dabei kein Bauchansatz,

kein Blick, keine geschickte

oder unbeholfene Geste ihrer Liebhaber,

der Roman berichtet in

nüchternen Worten davon. Den- Die marokkanische Schriftstellerin Leïla Slimani IMAGO/LEONARDOX CENDAMO/LEEMAGE

noch bleibt ihr keine der Begegnungen

im Gedächtnis. „Sie erinnert

sich an nichts Genaues, doch Männer

sind die einzigen Bezugspunkte

ihres Daseins.“ Es sind einfach zu

viele,außerdem interessieren sie sie

nicht als Menschen, sie will sie eher

als Spiegel, als Mittel zum Zweck:

„Ihr Vergessen ist durchzogen von

dem beruhigenden Gefühl, im Verlangen

des anderen tausendfach gelebt

zu haben.“

Dasist fast schon die Karikatur einer

Weiblichkeit, die keine eigenen

Leidenschaften, keine Interessen

hegt und sich nur als begehrtes, ja

überwältigtes Objekt lebendig fühlt.

Adèle ist entsprechend eine fragile,

merkwürdig trostlose, dabei durchaus

sehr eigennützige Figur, ihre

Abenteuer werden schnell monoton.

Dabei geht es in diesem Roman natürlich

auch, wenn nicht vor allem

um die körperliche, nichtrationale

Seite des Menschen, um Ekstase,Intensität

und Kontrollverlust. Adèle

ist süchtig danach, sie riskiert eine

Menge dafür.Was genau sie aber tatsächlich

spürt oder erlebt, bleibt

eine der offenen Fragen des Romans.

Dass die Hauptfigur einen tunesischen

Vater hat, spielt im Roman

keine große Rolle. Erist kein strenger

Patriarch, sonderneher ein von

seiner französischen Gattin dominierter

Träumer.

Slimani spielt gern mit postkolonialen

Klischees,dreht sie um. Sietut

es auch in „Dann schlaf auch du“,

hier ist die Arbeitgeberin aus dem

Maghreb,das Kindermädchen weiß.

Dennoch sieht die Autorin in„All das

zu verlieren“ einen Zusammenhang

zur Doppelmoral in arabischen Ländern:

„Es ist kein Zufall, dass gerade

ich eine Figur wie Adèle geschaffen

habe: eine frustrierte Frau, die lügt

und ein Doppelleben führt. Eine

Frau, die von Gewissensbissen und

ihrer eigenen Unaufrichtigkeit zerfressen

wird, die Verbote umgeht

und keine echte Lust empfindet.

Adèle ist in gewisserWeise eine etwas

überspannte Metapher für die Sexualität

junger Marokkanerinnen.“

Sie schreibt dies im Vorwort ihres

Essaybandes „Sex und Lügen“, der

auf Gesprächen basiert, die sie auf

einer Leserreise in Marokko führte.

Liest man ihr Buch über die rigiden

Gesetze und Sitten des Landes, in

dem sie aufwuchs, liegt es nahe,

Adèles Geschichte auch als Aufbegehren

gegen die zerstörerische Bigotterie

dort zu lesen. Allerdings

zeigt „All das zu verlieren“ zuallererst,

dass selbst in Paris, der allseits

gefeierten Stadt der Liebe und kultivierten

westlichen Liberalität, offenbar

nicht alle glücklich sind.

Ohne klebrige Verklärung

Leïla Slimani, die Emmanuel Macron

übrigens zur offiziellen Botschafterin

für Frankophonie ernannte,

will mit ihren Romanen

keine Botschaften vermitteln. Sieerzähle

Geschichten, weiter nichts,betonte

sie etwa in einem BBC-Interview

im Februar. Diese Geschichten

sind vielschichtig, mehrdeutig, auch

widersprüchlich. Sie dramatisieren

und übertreiben die Wirklichkeit

und zwar mit leichter Hand und offenen

Augen, ohne wertende Emphase,

ohne klebrige Verklärung

oder Romantik, ohne flammenden

Zorn, sondern nüchtern, fast kühl.

Das macht diese extremen Romane

leichter zu lesen, als der Klappentext

denken ließe, aber nicht weniger

scharfsinnig und provozierend.

LeïlaSlimani: All daszuverlieren. Roman. Aus

dem Französischen vonAmelie Thoma, LuchterhandVerlag,München

2019, 218 S.,22Euro.

In der Schlichtheit liegt die Kraft

Der polnische Pianist Krystian Zimerman spielte in der Philharmonie

VonClemens Haustein

Solange seiner Freundlichkeit

auch freundlich begegnet wird,

darf man sich den polnischen Pianisten

Krystian Zimerman wohl als

entschieden philanthropischen

Künstler vorstellen. Dass er vor Jahren

einmal einen Konzertabend unterbrach

und ihn nur schlecht gelaunt

fortsetzte, nachdem er gesehen

hatte,wie eine Hörerin ihn frech

beim Spielen filmte, das ließ ihn

empfindlich erscheinen, darf man

aber als Wahrung des guten Rechtes

verbuchen in Zeiten vonYouTube.

Am Mittwoch in der Philharmonie

herrscht schönstes Einvernehmen.

Breiter könnte ein Lächeln kaum sein

als jenes,mit dem Zimerman auf dem

Podium der Philharmonie erscheint

(er sieht aus, als habe der Saaldienst

ihn direkt vom Teetrinken abgeholt).

DasPublikum ist, abgesehen vonein

paar Klingelton-Einwürfen gegen

Ende des Konzertes,äußerst respektvoll.

Als der Applaus schon vor der

Pause nicht enden will, beginnt der

Pianist sich Sorgen zu machen um

das Leibeswohl seiner Gäste. Mit einer

trinkenden Geste schickt er sie

väterlich an die Tresen im Foyer.

Mitbreitem Pinsel

UndamSchluss sparternicht mit Zugaben,

bis das Notenheft zu Ende ist,

in dem er, sorgfältig gebunden, die

Werkfolge seines Klavierabends versammelt

hat. Zimerman strahlt. Da

lässt man sich bei Johannes Brahms

dritter Klaviersonate gerne auch einige

Exotismen auftischen. Tendenziell

eher „al fresco“ ist seine

Herangehensweise an das Riesenstück

des 20-jährigen Brahms: frisch,

aber mit breitem Pinsel. Rhythmische

Feinheiten wie die scharfnachgeschobenen

32stel-Noten im Kopfsatz

verschwinden da im Großen

und Ganzen (und wohl auch irgendwo

in Zimermans rechter

Hand), damit tritt allerdings zu Tage,

was Robert Schumann, Brahms’

Mentor,damals schon als„verschleiert

sinfonisch“ bezeichnete: die

große Form, die große Geste. Den

berühmten langsamen Satz spielt Zimerman

mit anrührender Schlichtheit,

das folgende Scherzo hingegen

aufreizend vernuschelt, sodass man

erst nach einer Weile versteht, was

Zimerman damit im Sinn hat: den

biographischen Vorgriff auf Brahms’

spätere Wiener Jahre, hier angedeutet

mit der kunstgerechten Verschlampung

des Dreiertaktes zu jenem

des Wiener Walzers. ImIntermezzo

tauchen Mahler (Trauermarsch

zu Beginn) und später

Debussy (verwehende Akkordschleier)

auf; und dieser tiefe Cluster

als Schlussklang, ist der nicht von

Helmut Lachenmann? Brahms der

Fortschrittliche: Zimerman stellt ihn

ganz entschieden als solchen vor.

DieScherzi eins bis vier vonChopin

zeigen den polnischen Pianisten

dann als Philanthropen, der deshalb

nicht gleich auf aristokratischen Habitus

verzichten muss: rhythmisch

edel, rhetorisch stark, immer Herr

des Gefühls. In der fröhlichen

Schlichtheit, so bedeutet uns Zimerman,

liegt bei Chopin die Kraft.

Meinen Ausbildungsplatz habe

ich auf azubis.de gefunden!


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 23

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Feuilleton

Rucken

und

Zucken

VanMorrison gab in der

Arena ein Jazz-Konzert

VonFrank Junghänel

Kurz vor Beginn klafften auf den

Rängen noch erschreckend

große Lücken, was nicht nur dem

Unwetter draußen geschuldet war.

Die Halle am Ostbahnhof war von

den Kulissenschiebernauf die Hälfte

ihrer Kapazität reduziert worden

und erwies sich am Mittwochabend

trotzdem noch zu geräumig für den

großen kleinen Mann mit Hut. Die

Frage war, wie Van Morrison, der

nicht für seine gute Laune bekannt

ist, auf die leeren Reihen reagieren

würde. Kurz gesagt: Gar nicht. Er

kam auf die Bühne,startete mit„Let’s

GetLost“ vomAlbum„Versatile“ und

arbeitete sich ruck zuck durch ein

Programm mit 22 Songs,ehe er nach

reichlich anderthalb Stunden und

der notorischen Zugabe mit „Gloria“

grußlos wieder verschwand. Alles so,

wie man es von ihm kennt. Und die

Kenner waren begeistert. Beidiesem

gut sortierten Publikum dürfte keine

Laufkundschaft dabei gewesen sein.

DieLeute wussten, was sie erwartet.

Van Morrison, inzwischen auch

schon 74 Jahre alt, wurde vor noch

nicht so langer Zeit von seiner Frau

geschieden und hat sich in diesem

Zusammenhang, wie anzunehmen

ist, in die Arbeit gestürzt. Innerhalb

voneinem Jahr sind drei neue Alben

vonihm erschienen, größtenteils mit

alten Stücken, Standards aus der Ära

von Blues, Swing und frühem

Rock’n’Roll. Das ist das Repertoire

und auch der Sound, aus dem sich

sein Berliner Gastspiel speist. Es sind

Viele Up-Tempo-Nummern dabei,

in denen seine sechsköpfige Band

immer mal wieder Raum für kleine

Soli bekommt, der durchweg fingerschnippende

Rhythmus gab dem

Ganzen den Charakter eines Jazz-

Konzertes, old time natürlich. Dazu

trug auch bei, dass Morisson ein

paar Mal selbst zum Saxofon griff

und es in seiner seltsam trötenden

Weise bediente.EinVirtuose auf dem

Instrument ist er nicht, es dient ihm

eher als Erweiterung seiner Stimme.

Und diese Stimme ist nach wie vor

auch in ihrer Vokalisation exzellent.

VanMorrison wie man ihn kennt in der

Arena am Ostbahnhof.

ROLAND OWSNITZKI

Für den Liebhaber dieser Art von

Musik ist es ein nahezu kulinarischer

Genuss, wenn er in den typischen

Morrison-Flow findet und die Worte

wie in einem Bewusstseinsstrom

knödelt, murmelt, barmt, scattet.

Ein-, zweimal kommt es vor, dass er

am Ende eines Songs atemlos den

nächsten reinruft, bei „Wild Night“

etwa, und die Band soforteinspringt.

Neben den Rhythm &Blues-Stücken

sind es dann aber doch die Klassiker,

denen die Zuneigung des Publikums

gehört, „Moondance“, „Cleaning

Windows“, „Enlightment“ und eine

forcierte Fassung der Ballade „HaveI

Told YouLately“, bei der Morrison

sehr schön mit seiner wundervollen

Backgroundsängerin Dana Masters

duettierte –ohne sie dabei auch nur

anzusehen. Die einzige Form von

Kommunikation, die Van Morisson

kennt, wenn er auf der Bühne steht,

ist seine Musik. Als er einmal den

Hut lupfte, gab es vom Publikum

Szenenapplaus.Ertat es nur,umsich

den Schweiß abzutupfen.

Die geteilte Stadt

So sahen Maler aus Ost und West ihr Berlin: „Die Möwe“ erinnert an die Jahre vor und hinter der Mauer

VonIngeborg Ruthe

Sie sollte noch im 50 und

auch in 100 Jahren stehen:

die Mauer durch Berlin.

Darauf bestand der oberste

Mann der DDR, Erich Honecker,

noch zu Beginn des Jahres 1989.

Honecker irrte sich gewaltig.

Der Mauerbau durch seinen Vorgänger

Walter Ulbricht prägte das

Leben von Millionen, wirkte als

grausame Folge vonHitlers Zweitem

Weltkrieg und den unsäglichen Begleiterscheinungen

des Kalten Krieges,

mit Wettrüsten, Unfreiheit und

Mauertoten. Wahrscheinlich wird

der 1961 gezogene Betonwall mitten

durch Berlin –und sein spektakulärer

Fall vor 30Jahren –auch noch

weiter Generationen beschäftigen.

Gerade die Künstler.

Berliner Malerinnen und Maler

aus beiden Teilen der so lange zerschnittenen

Stadt wählten das politische

Monstrum, das jeweils das

Ende ihrer Lebenswelt markierte,

zum Motiv: melancholisch, fatalistisch,

bissig, wütend.

DieSalongalerie „Die Möwe“ vereint

viele dieser Bilder zur Ausstellung

„Zweimal Berlin. Blicke auf eine

geteilte Stadt“, damit auch Impressionen

oder Expressionen oder sachliche

Motive vom urbanen Alltag in

Ost- und Westberlin bis November

1989. Die Wiedervereinigung veränderte

das Stadtbild in raschen Zügen

hier wie dort: Die Claims im Osten

wurden neu abgesteckt; Berlin

baute, was das Zeug hält. Brachen

verschwanden, die Demarkationslinien

sind heute nur noch Symbolik.

Es waren die Generationen von

Malern wie Werner Heldt und Wolfgang

Frankenstein, der von West

nach Ost übersiedelte, von Arno

Mohr und Otto Möller,die den Krieg

überlebt hatten. Heldts „Fensterbilder“

ziehen den Blick auf ein Berlin,

das noch in Trümmern liegt und in

denen die leeren Fenster wie Augenhöhlen

wirken, aber eine Mandoline

Hoffnung macht. Möllers gesichtslose

Stadtgestalten sind keine Individuen,

eher Teil einer Menge, die das

neue Leben, trotz aller Nöte,bewältigen

muss –und will.

Einen markanten Platz hat Frankensteins

„Unter den Linden“, Achtzigerjahre.

Da war der einstige Surrealist

der Nachkriegsjahre angekommen

bei einer kraftvollen, expressiven

Abstraktion, die, das geben die

vagen figuralen Gebilde wieder,aber

ganz vomErleben, vonder Anschauung

kamen.

VonMichaela Schlagenwerth

Esgibt Filme,die kennt man, auch

wenn man sie nie gesehen hat.

Wieetwa den chinesischen Film von

der Tänzerin, die schreckliches erlebt,

ihr Gedächtnis verliert, in eine

Psychiatrie eingewiesen wird und

dort, als eine Tanzgruppe auftritt,

erst die Arme hebt und schließlich

aufsteht und selbst zu tanzen beginnt.

Nicht sie,etwas,das größer ist

als ihr Selbst, erinnert sich. Das

Ganze ist natürlich auf dieses Finale

zugespitzt und auf absolute Überwältigung

setzend inszeniert.

Aufder Bühne des HAU1flackert

das Licht, die Filmmusik dröhnt pathetisch

aus den Boxen. Nurein paar

Sätzegibt es zur Information, nur ein

paar Sekundenschnipsel des Films

werden auf die Rückwand projiziert

−aber das reicht, um zu wissen, wie

der Film funktioniert. Wenn die Tänzerin

Tian Gao auf der Bühne den

Tanz des großen Filmfinales nachtanzt,

spürtman sogar leichte Ergriffenheit

und schaut sich gleichzeitig

selber dabei zu. Die Narrative des

Films mit all seinen ästhetischen

RobertRehfeldt aus Pankower Sicht: „O.T.(Berliner Mauer), 1965. VG BILDKUNST BONN 2019

Matthias Koeppel, Blick von West: „An der Niederkirchner Straße“, 1987.VG BILDKUNST B. 2019

Evelyn Kuwertz: „S-Bahnhof Schöneberg“,

1983. VG BILDKUNST BONN 2019

Wolfgang Frankenstein: „Unter den Linden“,

1980er-Jahre. VG BILDKUNST BONN 2019

200 Filmschnipsel in eineinhalb Stunden

Michael Laub zeigt im HAU 1sein neues Stück „Rolling“

Kennt man? Michael Laubs Theater setzt sich Film-Narrativen auf die Spur.

Strategien haben sich so tief in uns

eingegraben, dass wir nur noch sehr

wenig Input brauchen, um uns

selbst anzutriggern.

Damit spielt „Rolling“, das neue

Stück des belgischen Choreografen

Michael Laub,das im HAU1uraufgeführt

wurde. 200 Filmschnipsel in

eineinhalb Stunden mit zehn Darstellern,

das ist die Ansage des Abends.

MONIKA RITTERHAUS

Gleich zu Beginn führt das der

Schauspieler Maxwell Cosmo Cramer

in einem sehr ausgedehnten

Solo vor, in dem er Filmtitel und Darsteller

vom Smartphone abliest,

manchmal auch noch einen Satz

zum Film und sie dann in Sekundenschnelle

darstellt. Etwa Leonardo Di-

Caprio,wie er sich in„Romeo und Julia“

dramatisch das Haar zur Seite

Der schon 1993 verstorbene PankowerRobertRehfeldt

war eigentlich

ein Mail-Art-Künstler,observiertvon

der Staatssicherheit wegen seine vielen

künstlerischen Kontakte mit der

ganzen Welt. Sein Atelier war zugleich

Informationsbüro für westliche

Kunststile und wurde von Kollegen

subversiv-eifrig genutzt. Seine

Berliner Mauer“ von 1965 indes

nimmt die tiefe Melancholie des

Westberliner Malers Werner Heldt

auf. Rehfeldts Mietskasernen mit ihrenBrandmauernhinter

dem mäandernden

Betonwall ragen in den

Himmel über Berlin wie Mahnmale

des Ein- und Ausgesperrt-Seins.

Den Bau der Mauer empfanden

viele Künstler beider Stadthälften als

Zerstörung ihres Lebens- und Erlebnisraumes.

Rolf Curt belegt das mit

einer scheinbar sachlichen Ansicht

des Brandenburger Tores vom Westen

aus,legt in seiner farbigen Radierung

ein abstraktes schwarz-rotweißes

Farbfeld vors Bausymbol aller

Deutschen. Und Evelyn Kuwertz

beobachtet Menschen auf Berliner

Bahnhöfen, auch auf dem Grenzkontrollpunkt

Friedrichstraße. Es

sind Staffagen ohne Gesichter, diese

Gestalten vom S-Bahnhof Schöneberg,

vom U-Bahnhof Görlitzer

Bahnhof und am Eingang zum

Atombunker Kudamm-Karee. Letzteres

ein Zeitbild des Kalten Krieges.

Markante Plätzebekamen die Bilder

der sogenannten –östlichen –

Berliner Schule.Nonkonformistisch,

nicht kompatibel mit den Ideal- und

Kampfbildern des Sozialistischen

Realismus waren die Werke. Die

Berliner Möwe“, 1959, des Zeichners

Dieter Goltzsche verbreiten

eine herbe, sarkastische Stimmung

voreinem Absperrzaun. Klaus Roenspieß’

dunkeltoniger Farbholzschnitt

„An der Hochbahn“, 1981

gibt eine Ahnung davon, wie sehr

sich viele Leute wünschten, einfach

„durch die Luft“ in den von Schussanlagen

versperrten anderen Teil der

Stadt zu gelangen. Dieses Gran Hoffnung

malte Wolfgang Leber, inseinem

matisse-haften Stil, 1988 mit einem

Abendrot-„Feuerschein über

der Stadt“. Sein westlicher Kollege

Matthias Koeppel erwidert spöttisch:

mit Gaffern Richtung Ost auf

einem Leitergestell an der Mauer,

Niederkirchnerstraße.Drüber ballen

sich dramatischWolken am lila übergossenen

Himmel. Der Mauer-Spuk

dauertnicht mehr lange.

„Die Möwe“, Salongalerie, Auguststr.50b.Bis

24. August,Di–Sa 12–18 Uhr.Tel.: 30881842

streicht. Richtig schön eitel und

überpräsent. Klar, das Überzeichnete

ist witzig und bringt die Sache

auf den Punkt.

Laub, der in den Achtzigern mit

seiner Gruppe Remote Control Productions

zu den Miterfindern des

postdramatischen Theaters gehörte,

versteht sein Handwerk. Aber auch

wenn man immer wieder voneinzelnen

Szenen gepackt wird, wenn sich

irgendwann lustig die diversen Szenerien

miteinander zu vermischen

beginnen −diesem Abend fehlt es an

einem Anliegen. Das Thema, das

sich Laub gesetzt hat, ist zu groß und

zerfleddertinBeliebigkeit.

Vorzwei Jahren sorgte der lange

nicht mehr sehr erfolgreiche Künstler

mit „Fassbinder, Faust and the Animists“

noch einmal für eine wirkliche

Überraschung. So böse und genau

war die Auseinandersetzung mit

Fassbinders Film „Warnung voreiner

heiligen Nutte“. Dieheilige Nutte,das

war für Fassbinder der Film und für

Laub das Theater. „Rolling“ wirkt so,

als wolle Laub künstlerisch an den Erfolg

anknüpfen. Aber das ist als

Grund für ein Stück zu wenig.

Distanziert

und doch

vertraut

„Tagesschau“-Sprecher

Wilhelm Wieben gestorben

VonDorit Koch

Selbst noch Jahrenach dem Beginn

seines Ruhestands wurde Wilhelm

Wieben auf der Straße erkannt.

„Aber wenn man mich anspricht, ist

das immer sehr maßvoll“, erzählte er

einmal. Derdistanziertwirkende,hagere

Mann war nicht der Typ, dem

man mal eben auf die Schulter

klopfte. Auch wenn sein Gesicht und

seine Stimme vielen Zuschauern

noch vertraut waren. Mehr als ein

Vierteljahrhundertlang hatte Wieben

die „Tagesschau“ als Sprecher präsentiert.

Im Alter von 84Jahren starb

er am Donnerstag in Hamburg.

Der „Tagesschau“-Redaktion in

Hamburg gehörte er schon mehrere

Jahre als Off-

Sprecher an, bevor

er von 1973

bis 1998 regelmäßig

vor der

Kamerazusehen

war. Zu seinen

schönsten Momenten

habe gehört,

verkünden

zu können: „Gu-

DPA

TOP 10

Mittwoch, 12. Juni

Wilhelm Wieben

(1935−2019)

ten Abend,

meine Damen und Herren, Deutschland

ist Fußball-Weltmeister.“ Zu

den traurigsten Augenblicken zählten

für ihn jene,indenen er den Tod

vonMenschen mitteilen musste,mit

denen er selbst verbunden war,etwa

Schauspielerin Brigitte Horney.

Auch Wieben hatte einst Schauspiel

studiert. Leidenschaftlich gern

besuchte der Plattdeutsch-Autor

Theatervorstellungen, oft zusammen

mit Dagmar Berghoff, die als

erste weibliche Sprecherin in die

„Tagesschau“-Geschichte einging.

MitBerghoff traf er sich nicht nur

zu regelmäßigen Rummikub-Partien,

sondern trat mit ihr und dem

weiteren Ex-„Tagesschau“-Kollegen

Jo Brauner bei Lesungen auf. Als „total

kompromisslos“ beschrieb Berghoff

ihn einmal, und Wieben pflichtete

ihr bei: „Ich bin auch ein Einzelgänger,

selbst die Zeit mit Freunden

ist limitiert.“

DenWunsch nach Ehe oder Kindern

habe er nie gehabt, sagte Wieben,

über dessen Homosexualität

seine Freundin Inge Meysel

(1910−2004) 1995 in einem Interview

erzählte: „Eigentlich habe ich nur

schwule Freunde. Ich verreise zum

Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben“,

sagte die Schauspielerin. Die Reaktionen

danach seien einhellig positiv

gewesen, berichtete Wieben später.

Nach seiner letzten„Tagesschau“

blieb Wieben konsequent: „Es war

für mich eine wunderschöne Berufszeit.

Aber wenn es vorbei ist, ist

es vorbei.“ Genauso entschlossen

beendete er später seine Arbeit, die

er mit Lesungen und Hörbüchern

fortgesetzt hatte.Ergenieße die Zeit

jetzt, sagte Wieben kurz vorm 80.

Geburtstag. Bevorzugt verbrachte

der Sammler wertvoller Porzellanfiguren

sie allein in seiner hellen

Wohnung mit grünenden Dachterrassen

im Hamburger Stadtteil Winterhude.

(dpa)

1 Fußball-WM ZDF 6,15 29 %

2 heute ZDF 5,07 24 %

3 Tagesschau ARD 4,98 19 %

4 heute journal ZDF 3,47 14 %

5 RTL aktuell RTL 2,74 13 %

6 GZSZ RTL 2,69 11 %

7 Falsche Siebziger ARD 2,59 10 %

8 Höhenstraße ZDF 2,49 9%

9 Wilsberg ZDFneo 2,35 9%

10 heute ZDF 2,32 19 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Acker Stadt Palast (& 441 00 09)

20.00: Schattentor (4Rude)

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: „Kunst“

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Blutroter Waschgang

Brotfabrik (& 471 40 01)

20.00: Theater ohne Probe:ImSinne von

Brecht

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Otello

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.00: Der Menschenfeind

Dock 11 (& 448 12 22)

19.00: Shea:Man –TranceMission

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

19.00 Bar:Wölfe (Jugendclub 2)

Staatsoper Unter denLinden (& 20 35 45 55)

19.30: Rigoletto

Stammtisch (Weserstr.159/160)

20.00: The Picture of Lady Barbara

22.30: Les BonnesBonnes (Farrar Krämer Komedi)

Theater an der Museumsinsel (Monbijoustr.3)

20.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

TheaterCoupé (& 902 91 67 03)

20.00: Kabarett Größenwahn –Das verlorene

Paradies (Deutsch-Jüdisches Theater Berlin)

Theaterdiscounter (& 28 09 30 62)

20.00: Kitty Hawk

Theaterforum Kreuzberg (& 70 07 17 10)

19.30: Kondensat (Absolvent*innen des Bildungsjahr

Tanz vonSeneca Intensiv)

Theater im Delphi (& 70 12 80 20)

20.00: TheRapture: ArtvsExtinction (Moira Finucane)

Die Geliebten

des

Filmvorführers

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Ricarda Roggans neue Fotoserie

erzählt in der Galerie Eigen+Art

vom analogen

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(& 54 90 51 92) 19.30: Romeo &Julia (Globe

Ensemble Berlin)

Halle Tanzbühne Berlin (& 44 04 42 92)

20.30großer Saal: volto umano –das menschliche

gesicht (cie. toula limnaios)

HAU1(&25 90 04 27)

20.00: Rolling (Michael Laub /Remote Control

Productions)

HAU2(&25 90 04 27)

18.00: Patrol (machina eX)

HfS Ernst Busch (& 75 54 17 -0)

19.00 OBEN: Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen,

und jedermann erwartet sich ein Fest.

HZT Berlin in den Uferstudios (Uferstr.23)

19.00 Uferstudio 14: Come rain, come shine (Kaisa

Nieminen)

Kleines Theater (& 821 20 21)

20.00: Pique Dame

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.00: Bayerisches Junior Ballett München

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 20.00: Alles was Sie wollen

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

21.00 Studio: Pugs in Love –Queer Week: Androiden

aus Mitteldeutschland (MareikeB.)

22.30 Studio: Pugs In Love 2019 –QueerWeek:

From Hell With Love

Museum Kesselhaus Herzberge (& 54 72 24 24)

19.00: 15. Berliner Tanz-Theater-Abend: Geräuschkulisse

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00 Studio: istdie welt auch noch so schön

Prime Time Theater (& 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding (Sitcom –

Folge122: Der Club dertoten Döner)

Rathaus Steglitz (Schlossstr.37)

19.30 Alter Sitzungssaal: Eifersüchtig? –Ein etwas

anderer Opernabend (Ensemble Operation Oper)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: TankeSehnsucht –Eine musikalische Suche

nach der großen Liebe

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Waszählt, ist die Familie!

Shakespeare CompanyBerlin (& 21 75 30 35)

20.00: Maß für Maß!

Sophiensaele (& 283 52 66)

20.00 Hochzeitssaal: Speaking Volumes (Mirjam

Sögner)

Theater im Palais (& 201 06 93)

19.30: Berliner Geschichten: Der Buddha vom

Alexanderplatz

Theater untermTurm (& 01 57 70 42 52)

19.00: Heirat –oder allesfür dieKatz

Theater Verlängertes Wohnzimmer

(& 45 30 63 51) 20.00: Hölle des Wahnsinns

(MFT-Productions)

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Indien

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

21.003.Stock: Die Hand ist ein einsamer Jäger

Zimmertheater Steglitz (& 25 05 80 78)

20.00: Einheit und eine Seele (Markus Weiß)

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Florian Schroeder wählt Peer Steinbrück

Arena Glashaus (& 533 20 30)

19.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen! (Martin

Luding/Felix Theissen).Anm. erf.

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Die alten schönen Lieder (Tim Fischer)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(& 017 95 34 66 96) 20.00: Frech wieRotz –ein

HahnemannProgramm (MargaBach und Norbert

Schultz)

BKA (& 202 20 07)

20.00: EdithSchröder –unbeugsam bunt! (Ades

Zabel)

BühnenRausch (& 44 67 32 64)

20.00: freier.dreier (frei.wild), 23.00: Late Night Impro

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (& 204 47 04)

19.30 Studio: Verdummungsverbot (Tilman Lucke)

20.00: Zirkus Angela

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

20.30: Simply The Best –Das Tina Turner Musical

(Dorothea „Coco“Fletcher)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: Alles außer irdisch(Alpar Fendo)

LabSaal (& 41 10 75 75)

20.00: Tornado (Arnulf Rating)

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.00 Lichtsaal:Pugs in Love –Queer Week: Queer

Cabaret (Moderation Luce deLire)

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)

20.00: Götzseidank (Götz Frittrang)

Punk-Historie

Wersich

erinnert, war

nicht dabei

Inder Brotfabrik wird Punk-

Geschichte aufgearbeitet. Es

gab bereits mit „De Janeiro −

ein Punk ertrinkt in Weißensee“

ein Theaterstück über Rio

von der Band No Exit!, der es

immerhin zu etwas Ruhm gebracht

hatte. Nun wird die

Bandgeschichte von Restalkohol

erzählt, die nach Angaben

der Beteiligten zu Recht vergessen

ist. Hier aus der Selbstbeschreibung,

die neugierig

macht: „Wir waren eine Punkband

oder wollten eine sein.

Mit dem Ruhm ist das so eine

Sache, wir hatten ihn nie. Wir

waren zu schlecht, zu jung, zu

dumm. Wir waren hässliche

Vögel ohne Sinn und Verstand,

nicht mehr, aber auf gar keinen

Fall weniger.“ Es erzählt

Bandmitglied Gernot Recke.

Da bangt man doch, ob die Geschichte

gut ausgeht. Leider

nein: Recke hat 2010 Berlin

den Rücken gekehrt und lebt

in Düsseldorf. Ulrich Seidler

Restalkohol−35 übleJahre. Die

Geschichte einer Band 19.30Uhr,Brotfabrik,

Caligariplatz 1, Tel.: 4714001

„Weimar“ (Weimar 3), 2017, aus Roggans Serie „Apparate“

EIGEN+ ART LEIPZIG/BERLIN/SAMMLUNG SEMMLER/RICARDA ROGGAN/VG BILDKUNST 2019 (2)

Draußen aufder Galerienmeile

Auguststraße gibt

es das allmonatlicheVernissagengedränge.

Drinnen,

in der Souterrain-Halle von Eigen+Art,

erlebt man trotz der Menge

Leute vollkommene Entschleunigung.

DasPublikum scheint versunken

in einer gestrigenWelt.VonNostalgie

indes keine Spur. Die Faszination

kommt eher vom rembrandtesken

Zauber-Prinzip: Licht aus

dunklem Grund.

Die monumentalen Großfotos

von alten Filmprojektoren an den

weißen Wänden sind sozusagen

schwarz-weiße oder farbige Porträts

von technischen Geräten, mechanische,metallene

Wesenaus einer versunkenen

Epoche.Zuder hat ja auch

die DDR-Traumfabrik Defa gehört.

Ichstehe vorden großen Aufnahmen

der Leipzigerin Ricarda Roggan,

gemacht mit ihrer alten, analogen

Plattenkamera. Die Apparaturen

wirken, in ihr eigenes Licht getaucht,

wie monumentale Skulpturen, still,

stumm, nüchtern, aber als Zeugen

einer vergangenen Ära trotzdem geheimnisvoll,

wie aus dem Dunkel

hervorleuchtende Versprechen. Wie

Ingeborg Ruthe

sah die Bilder der Fotografin Ricarda

Roggan und erlebte Fotomalerei mit

Licht und Zeit. Die gebürtigeDresdnerin,

Jahrgang 1972, war bis 2004 Meisterschülerin

vonTimmRautertander LeipzigerHochschule

für Grafik und Buchkunst

Zeitalter der Traumfabriken

aus dem schwarzen Kinoraum heraus

Filmgeschichten erzählende

Maschinen, die stumm ratternden

Geliebten eines Filmvorführers.

So sachlich ihre Konstruktion

auch ist, sie haben ein Eigenleben,

das im Fall des Projektors namens

„Weimar 3“ oder der feingliedrigen

„Synchrolux 800“ nachgerade surreale

Ausstrahlung hat. Das trifft

auch auf die „Metz Artos MF“ zu, die

gleißendes Licht ins Dunkle verstrahlt,

in jede Ritze des Vorführraumsund

vorder man wie voreiner

Bühne steht, auf der sich gleich eine

Handlung abspielen wird. Dramatisch,

beklemmend, aber auch unterhaltsam

und lustig.

DiebesondereAurader Projektoren

begeisterte Ricarda Roggan seit

sie im Studentenjob als Kinovorführerin

lange, einsame Abende mit ihnen

verbrachte. Das Gewicht der

schweren Apparate, das leise

Schnurren der Motoren, das luftige

Flimmern der Bilder im Kinoraum,

all diese Eindrücke hätten, erinnert

sie sich, lange geruht und beharrlich

nachgewirkt. Nunhat sie diese Erinnerung

zu einer markanten Fotoserie

verdichtet. Ausschlaggebend da-

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 8551) Der Fall Collini

15.00; Rocketman 17.45, 20.30

Cinema Paris (& 881 31 19) Zwischen den Zeilen

15.30, 20.30; Zwischen den Zeilen – Doubles vies

(OmU) 18.00

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) The Dead Don‘t

Die 15.30, 18.00, 20.30

Delphi LUX (& 322 931040) Rocketman (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen (OmU) 14.00;The Dead Don‘t Die (OF)

16.00, 18.30, 21.00; Yoga: Die Kraft des Lebens

14.15, 19.00; Rocketman (OF) 16.20, 21.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

15.10,17.50, 20.30; Sunset14.00, 17.00, 20.00;

Burning 14.00, 17.10, 20.20; Stan &Ollie (OmU)

14.20; Das Ende derWahrheit 16.40; Van Gogh: An

der Schwelle zur Ewigkeit 19.00; High Life (OmU)

21.20

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Britt-Marie war hier

17.45; The Dead Don‘t Die (OmU) 20.15; The Dead

Don‘t Die 22.15; The Dead Don‘t Die 18.00; Britt-

Marie war hier 20.00; Kamikaze 1989 (OmenglU)

22.30

Kant Kino (& 319 98 66) Britt-Marie war hier

15.50, 18.10, 20.30; Rocketman 15.15, 17.50,

20.30; Edie –Für Träume ist es nie zu spät 15.15,

17.30; Stan &Ollie 19.45; Nur eine Frau 15.30,

17.45, 20.00; TKKG – Jede Legende hat ihren

Anfang 15.40; Monsieur Claude II17.45; Roads

20.00

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) 3D: Aladdin

14.30; 3D: Men inBlack: 17.30,20.20; JohnWick:

Kapitel III 23.10; 3D: Men inBlack: 14.15, 22.50;

Rocketman 17.00, 20.00; X-Men: Dark Phoenix

15.00;3D: Godzilla2–Kingofthe Monsters 17.40;

John Wick: Kapitel III 20.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.15; 3D: Aladdin 16.45, 19.45,

22.45;3D: Godzilla 2–Kingofthe Monsters 14.50;

3D: X-Men: Dark Phoenix 17.50, 20.30, 23.10;

Men inBlack: 15.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.40; Ma –Sie sieht alles 20.00; X-Men:

Dark Phoenix (OF) 22.40; TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 14.10; Der Fall Collini 16.30; Men in

Black: (OF) 23.15

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) La casa

lobo –Das Wolfshaus (OmU) 11.00; Das schönste

Paar 12.15; Birds OfPassage: Das grüne Gold der

Wayuu –Pajaros deverano (OmU) 13.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective

Pikachu (OF) 16.00; Fuck Fame –Die Geschichte

von Elektropop-Ikone Uffie (OmU) 17.45; Free

Solo (OmU) 19.15; Nur eine Frau 21.00; Der Goldene

Handschuh 22.30; Ein Gauner &Gentleman

–The Old Man &the Gun (OmU) 11.00; Ramen

Shop –Ramen Teh (OmU) 12.45; Atlas (OmenglU)

14.15; Peter Lindbergh –Women‘s Stories (OmU)

16.15; Yoga: Die Kraft des Lebens –Debout (OmU)

18.15; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit –At

Eternity‘s Gate (OmU) 19.45; Dave Made aMaze

(OmU) 21.45; Border 23.15; Once Again –EineLiebe

in Mumbai 11.00; Sunset –Napszallta (OmU)

12.45; Das Ende der Wahrheit 15.00; Blown Away

–Music, Miles and Magic (OmU) 16.45; Edie –Für

Träume ist es nie zuspät (OmU) 18.45; Rocketman

(OmU) 20.30; One Cut ofthe Dead 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Nur eine Frau 18.00; Das Ende der

Wahrheit 20.00; Wir –Us(OmU) 22.05; Kleine Germanen

16.00; War ofArt (OmU) 17.45; Push –Für

das Grundrecht auf Wohnen (OmU) 19.45; The Artist

&The Pervert (OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Rocketman 13.45,

17.15, 20.15; Monsieur Claude II 13.45; John

Wick: Kapitel III 13.45, 16.45, 19.20, 22.20;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.00;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.00, 16.40; 3D:

Aladdin 14.00, 19.45, 22.45; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 14.15, 17.00, 20.15, 23.00; Asterix und

das Geheimnis des Zaubertranks 14.15; Aladdin

14.15, 16.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30; IMAX 3D: Men in Black: 14.30, 17.15,

20.00, 22.45; Godzilla 2–King of the Monsters

14.30, 19.15; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

14.45,17.15; 3D: Avengers: Endgame 14.45,

22.30; Men in Black: 16.30, 19.30, 22.30; Hollywoodtürke

16.30, 20.00; Avengers: Endgame

16.30, 18.40; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.00, 19.30, 22.00; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters 17.00, 20.00, 23.00; X-Men: Dark

Phoenix 17.40, 19.40, 22.30; Rocketman (OF)

19.50; Men in Black: (OF) 20.30; Godzilla 2–King

of the Monsters (OF) 22.15; Lloronas Fluch 22.30;

John Wick: Kapitel III –John Wick: Chapter 3–Parabellum

(OF) 22.50; Midnight Movie: Deathday –

Make aWishÖ to Survive 23.00; Greta (2019 USA)

23.15

Zukunft (& 01 76/57 86 10 79) All My Loving –

Eine Geschichte von drei Geschwistern 18.00; Der

Fall Collini 20.15; Lords ofChaos (OmU) 22.35;

Das Leben meiner Tochter 18.00; Kim hat einen

Penis 19.50; Liebesfilm (OmenglU) 21.30; One Cut

of the Dead –Kamera otomeru na! (OmU) 23.10

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 0200) Aladdin 13.30,

16.30, 19.50; Godzilla 2–King of the Monsters

13.40, 16.45; TKKG 13.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 13.50, 17.00; X-Men: Dark Phoenix

14.00, 16.50; 3D: Aladdin 14.00; Men inBlack:

14.20; 3D: Avengers: Endgame 16.10; Rocketman

17.00, 20.00; 3D: Men inBlack: 17.10, 20.15,

23.00; 3D: Godzilla 219.30, 22.40; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 19.45; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 20.00, 22.50; John Wick: Kapitel III 20.10,

22.50;Avengers: Endgame 22.15; Friedhof der Kuscheltiere

23.00; The Silence 23.10

KinoKiste (& 998 74 81)Nur eineFrau 14.00;Die

sagenhaften Vier –Marnies Welt 16.00; Das Familienfoto

18.00; Das Ende der Wahrheit 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 41 09) TKKG –Jede

Legendehat ihrenAnfang 14.15; Rocketman14.30,

16.45,20.20;Aladdin 14.30,17.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.40; 3D: Men inBlack:

14.45,17.20, 20.00, 22.40; Bailey: Ein Hund kehrt

zurück 14.45,17.30, 19.50; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 14.50; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.00, 17.30; Avengers: Endgame 16.30,

19.40; X-Men: Dark Phoenix 17.10, 20.15, 23.00;

John Wick: Kapitel III 17.20,20.00, 22.15; Godzilla

2 19.30, 22.30; Men in Black: 19.50, 23.00; 3D:

Godzilla 2–King of theMonsters22.30;3D: X-Men:

Dark Phoenix 22.50; Ma –Sie sieht alles 23.00

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) The Dead Don‘t Die

(OmU) 17.30,20.00,22.30;Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen (OmU) 17.00; Nur eine Frau

19.15; Rocketman (OmU) 21.20

fsk amOranienplatz (& 614 24 64) Burning –Beoning

(OmU) 17.45, 20.30; Zwischen den Zeilen –

Doubles vies (OmU) 18.00, 20.15

Moviemento (& 692 4785) Kinderfilm des Monats:

Pünktchen und Anton 10.00,14.30; High Life

(OmU) 17.00; Sunset –Napszallta (OmU) 19.30;

The Favourite –Intrigen und Irrsinn (OmU) 22.30;

Kriegerin 10.15; Sunset –Napszallta (OmU) 13.00;

Female Filmmakers Festival Berlin: Kurzfilmprogramm

(OmenglU) 18.00, 22.00; Female Filmmakers

Festival Berlin: Mater amatisima 20.00;

Wunder 10.00; Amelie rennt 12.00; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 14.15; Checker Tobi

unddas Geheimnisunseres Planeten 16.30; Roads

(OmenglU) 18.30; Rocketman (OmU) 20.45; Climax

(OmU) 23.30

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Das Haus am

Meer –Lavilla (OmU) 20.30

Sputnik (& 694 11 47) Mirai: Das Mädchen aus

der Zukunft 16.00; Measure of aMan –Ein fetter

Sommer 17.45; All My Loving –Eine Geschichte von

drei Geschwistern (OmenglU) 19.30; Greta (OmU)

21.45; Fuck Fame –Die Geschichte vonElektropop-

Ikone Uffie (OmenglU) 16.00; Nur eine Frau (OmU)

17.30; Push – Für das Grundrecht auf Wohnen

(OmenglU) 19.15; Kim hat einen Penis (OmenglU)

21.00

Yorck (& 78 91 32 40) TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 15.20; The Dead Don‘t Die 17.30,

20.00,22.30; NewYork Britt-Marie war hier 16.20,

18.30; Rocketman 20.40

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 9590) Men inBlack:

14.30, 17.30, 20.15; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45, 17.15; Aladdin 14.45, 17.00, 20.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.00; TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 15.15; Rocketman

17.15;3D: X-Men: Dark Phoenix 17.30, 20.30; 3D:

Godzilla 2–King of the Monsters 20.00; John Wick:

Kapitel III 20.15

Union Filmtheater (& 65 01 31 41)Sunset 13.00;

Monsieur Claude II 13.00; Britt-Marie war hier

13.15, 18.15; Rocketman 15.15, 17.45, 20.15,

23.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

16.00; Bohemian Rhapsody 21.15; AStar Is Born

22.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) Men

in Black: 14.00; Aladdin 14.00, 17.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.10, 16.30; X-Men: Dark

Phoenix 14.15, 17.10; TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 14.15; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.15; Avengers: Endgame 15.15, 19.00;

Godzilla 2–King of the Monsters 16.30; John Wick:

Kapitel III 16.45, 19.50,23.00; Rocketman 17.00,

20.00, 23.00; 3D: Men inBlack: 17.00, 20.00,

23.00;3D: Godzilla 2–King of theMonsters 19.45,

23.00;3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00, 23.00; 3D:

Aladdin 20.00, 23.00; Ma–Sie sieht alles 20.15,

22.50; Midnight Movie: Deathday –Make aWishÖ

to Survive 23.00

MITTE

Acud (& 44 35 94 98)Die sagenhaften Vier –Marnies

Welt 17.00; Fuck Fame –Die Geschichte von

Elektropop-Ikone Uffie(OmenglU) 21.15; Derillegale

Film (OmU) 18.00; Under theTree 19.45; Kleine

Germanen (OmenglU) 21.45

Babylon (& 242 59 69) Berlin TV Series Festival:

Just for Today (OmenglU) 14.45; New York –New

York: Frances Ha (OmU) 17.00; New York –New

York: Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit

–Birdman or the Unexpected Virtue

of Ignorance (OmU) 17.45; BerlinTVSeriesFestival:

Sings (OmenglU) 18.00; Berlin TV Series Festival:

The Hamdmaid‘s Tale s3 (OmU) 19.00; New York –

NewYork: Kramergegen Kramer –Kramervs. Kramer

(OmU) 19.15; Doku arts: They all are my Children

(OmenglU) 20.00; New York –New York: Serpico

(OmU) 21.15; Berlin TVSeries Festival: Eichwald

MdB (OmU; m. Gespräch) 21.30; New York –New

York: Donnie Brasco (OmU) 21.45; Videoart atMidnight

(#106 –Lucy Beech) 23.59

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73)

Die Schüler der Madame Anne 10.00; Rocketman

(OmU) 15.00, 17.30, 20.15; The Hate UGive (OF)

9.30; Mein Leben als Zucchini 12.00; Greta (OmU)

14.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

16.30; Monsieur Claude II – Qu‘est-ce qu‘on a

encore fait auBon Dieu? (OmU) 18.30; Border –

Gräns (OmU) 20.45

CineStar CUBIX (& 04 51/703 0200) Der Fall

Collini 11.00;Aladdin11.00,13.30,16.20, 22.40;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 11.10;

Willkommen im Wunder Park 11.20; After Passion

11.20; Men in Black: 11.30, 14.00; Bailey: Ein

Hund kehrt zurück 11.50, 14.40, 16.40; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.10, 13.50;TKKG –Jede

Legende hat ihren Anfang 12.20, 14.45; 3D: Godzilla

2–King ofthe Monsters 13.40, 16.30, 19.40,

23.00; Avengers: Endgame 14.00; Rocketman

14.50, 19.20, 23.00; 3D: Aladdin 17.00, 19.30;

John Wick:Kapitel III 17.10, 20.00, 22.20; 3D: Men

in Black: 17.20, 20.15, 23.15; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 17.30, 20.20, 23.10; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.50, 20.20; 3D: Avengers:

Endgame 18.00, 22.00; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 20.30; Ma –Sie sieht alles 23.10; Greta

(2019 USA) 23.15

Hackesche Höfe (& 283 46 03) Berlin Babylon

(Omdt+englU) 14.00; The Artist & The Pervert

(OmU) 16.00; Sunset –Napszallta (OmU) 18.00;

The Favourite –Intrigen und Irrsinn (OmU) 21.00;

Roads (OmU) 14.00, 22.30; Ramen Shop –Ramen

Teh (OmU) 16.15, 20.30; Nur eine Frau (OmU)

18.15; Burning – Beoning (OmU) 14.30; The

Dead Don‘t Die (OmU) 17.30, 19.45, 22.00; Peter

Lindbergh –Women‘s Stories (OmU) 14.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

16.30; Zwischen den Zeilen –Doubles vies (OmU)

19.00;Burning –Beoning (OmU) 21.15; Britt-Marie

war hier –Britt-Marie var här(OmU) 14.15, 19.00;

High Life (OmU) 16.30,21.15

International (& 24 75 60 11) The DeadDon‘t Die

(OmU) 16.30,19.00, 21.30

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Wilhelm Dieterle:

Das Geheimnis des Abbe X19.00; Bilder von Drüben:

Preis der Freiheit 21.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.00;

Men inBlack: 14.00, 17.00, 19.45, 22.40; Avengers:

Endgame 14.00, 16.05; Aladdin 14.10,

17.05, 20.00, 22.35; X-Men: Dark Phoenix 14.15,

16.35,20.10,23.00; Godzilla 2–Kingofthe Monsters

14.30, 17.00, 19.30, 22.50; Dumbo 14.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.50, 17.25;

Rocketman 17.05; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

–Pokemon Detective Pikachu (OF) 17.35;

Hollywoodtürke 17.45, 20.15, 23.00; John Wick:

Kapitel III 20.00, 23.00; X-Men: Dark Phoenix (OF)

20.05;Men in Black:(OF)20.10; Ma –Sie sieht alles

20.10, 23.00; Godzilla 2–King of the Monsters

(OF) 22.45; Enes Batur Gercek Kahraman –Echter

Held (OmU) 23.00

IL KINO (& 91 70 29 19) Roads 10.00, 23.30;

Sunset –Napszallta (OmU) 11.45, 21.00; War of

Art (OmU) 14.20; Die rote Linie –Widerstand im

Hambacher Forst 16.15; Burning –Beoning (OmU)

18.20

Neues Off (& 62 70 95 50) The Dead Don‘t Die

(OF) 17.00, 19.30,22.00

Passage (& 68 23 70 18) The Dead Don‘t Die

(OmU) 15.45, 18.15, 20.45; Rocketman (OmU)

15.45, 18.15, 20.45; Yoga: Die Kraft des Lebens

16.00, 18.00; All MyLoving 20.00; Zwischen den

Zeilen 16.45; Roads 19.00; Border 21.15

Rollberg (& 62 70 46 45) Men inBlack: (OF)

17.00, 19.40, 22.20; Burning (OmU) 17.00,

20.15; Burning (OmenglU) 18.00, 21.20; Roads

(OmU) 16.40, 19.00; High Life (OmU) 21.00,

22.10;Aladdin (OF) 16.45; Rocketman (OF) 19.30

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

X-Men: Dark Phoenix 14.00; Godzilla 2–King of

the Monsters 14.00;Aladdin 14.20, 16.50, 19.45,

22.50; Men in Black: 14.25; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.00; Rocketman 16.40, 19.40; John

Wick: Kapitel III 17.00, 20.20, 22.30; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 17.10, 19.55, 22.40; 3D: Men in

Black:17.20, 20.10, 23.00; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 17.25;3D: Godzilla 2–King of the Monsters

19.30; Ma –Sie sieht alles 23.00


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

„Metz, Fese, Präciton“, 2018, aus der

Serie „Apparate“, Diapositiv/Glas

für war die zufällige Begegnung mit

dem inzwischen 85-jährigen Elektromeister

und Projektoren-Sammler

Otto Semmler aus Leipzig-Grünau.

Dessen einzigartige Kollektion

wurde vor Jahren schon einmal auf

der Berlinale gezeigt, in einer Ausstellung

am Potsdamer Platz.

Kinos in Leipzig und Umgebung

hatten dem Elektriker mit feinmechanischer

Begabung in den 60erbis

80er-Jahren ihre Projektoren zur

Reparatur anvertraut. Er wurde zum

Kenner von deren Innenleben. Und

als die 35-, 12- und 8-Millimeter-Projektoren

ausgedient hatten und sukzessive

ausgemustert wurden, weil

in den modernisierten Kinos neue,

schließlich auch die digitale Technik

zum Einsatz kam, begann Semmler,

die alten zu sammeln, bis sie sich in

seinem Haus stapelten.

Dabei sei er, erzählt er freimütig,

nicht unbedingt der großer Film-Fan

gewesen. Aufden Projektoren seiner

inzwischen kostbaren Kollektion liefen

allerdings unvergessene Defa-

Filme wie„Vergiss mir meine Traudel

nicht“ und „Berlin. Ecke Schönhauser“

ebenso wie „Nackt unter Wölfen“,

„Das kalte Herz“ und Lustiges

MEIN BILD DER WOCHE

Die Künstlerin: Ricarda Roggan lernte

durch Zufall den 85-jährigen Leipzig-

Grünauer Elektromeister und Sammler

Otto Semmler und dessen sensationelle

Kollektion alter Filmprojektoren aus dem

analogen Zeitalter kennen. Ihre monumentalen

Fotos heben die historischen

Apparate in den Kunstkontext.

Die Schau: „Weimar.Noris, Ernemann“

nennt die Namen alter vilegedienster Projektoren

und erzählt Technik- wie Kinogeschichte

vorallem aus DDR-Zeit.

Ort: Galerie Eigen+Art. Auguststr.26.

Bis 27. Juli, Di–Sa 11–18 Uhr,

Tel.: 2806605 www.eigen-art.com

wie „Heißer Sommer“, zudem der

eine oder andereWest-Import. Oder

eben auch viele dreifach gekrönte

Sowjetfilme.DDR-Pflichtprogramm.

Otto Semmlers Passion habe sie

inspiriert, sagt Ricarda Roggan. Von

ihr kennen wir aus den letzten zehn

Jahren metaphysische Bilder von

Autowracks vor der Verschrottung,

surreal wirkendes, einsames Mobilar:

Schreibtische, Stühle, Aktenschränke,sogar

Wahlurnen in Amtsräumen.

AufZypernfotografierte sie

Spielautomaten in der Lagerhalle eines

verlassenen Casinos.

Nunalso wurden die anachronistischen

Apparate der filmischen Illusionen

ihr Thema, ausgewählt nach

ihren klangvollen Produktnamen,

aber puristisch aufgenommen. Es

gelangen Szenen nur mit Eigenlicht

und der Strahlkraft der Projektoren.

Ein raffiniertes System von Reflexionen

auf Glasplatten und Spiegelflächen

kommt zur Witkung. Roggans

monumentale Fotos heben diealten

Geräte in denKunstkontext.Und genau

das ist es, worüber sich deren

bescheidener Besitzer Otto Semmler

jedesmal, wenn er die Fotos sieht,

aufs Neue wundert.

Tagung

Vom

öffentlichen

Raum

Wostehen wir?“ „In welchem

Zustand ist das

Land?“ Das sind adäquat

staatstragende Fragen einer

neuenVolkspartei, und um Öffentlichkeit,

Strategien und

mehr kulturelle Teilhabe für

alle (klingt ja immer auch ein

bisschen drohend …) geht es

außerdem. Wann und wo?

Heute und morgen in der

Heinrich-Böll-Stiftung. Die

Grünen-Organisation lädt

zum Nachdenken über „Die

grüne Erzählung vom öffentlichen

Raum“ ein, und lässt sich

vonTheaterleuten, Schriftstellern

und Journalisten Input

und Formatierungshilfe geben.

Im Gespräch mit den Politikern

Robert Habeck, Anton

Hofreiter und Ramona Pop

sind unter anderen: Constanze

vonBullion, Daniela Dröscher,

Max Moor, Oliver Reese, die

Berliner-Zeitung-Kollegin Sabine

Rennefanz, und Kathrin

Röggla. PetraKohse

Wasist die grüneErzählung?

Ab 14.6., 17 Uhr,Heinrich-Böll-Stiftung,

Schumannstr. 8, www.boell.de

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Metamorphosis (Künste „Die Etage“)

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Tom vanOrten, Mod.)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

ufaFabrik (& 75 50 30)

20.00 Tornado-Günter-Boulevard: Die ufaFabrik bittet

zu Tisch (Mobile Arts u. a.). Anm. erf.

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Let’sTwist Again!

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Keine weiteren Fragen (Christian Ehring)

KLASSIK

Auenkirche Wilmersdorf (& 405 04 53 45)

20.00: Sommerkonzertdes Lietzeorchesters, Ltg.

Hanno Bachus, Viola Gaebel (Klarinette), Michael

Hazod: Totentanz, UA;CarlMaria vonWeber:KlarinettenkonzertNr.

1f-Moll; D. Schostakowitsch: Sinfonie

Nr.12

Galerie Spandow (& 333 14 14)

20.00 Brose-Hof: Nikos Tsiachris’ Flamenco Trio,

Alcance

Gethsemanekirche (& 44 71 55 68)

16.00: Kinderchöreder Evangelischen Singschule

Prenzlauer Berg Nord, Kinderkantorei Prenzlauer Berg

Nord, Oliver Vogt (Klavier), Ltg.Christiane Rosiny,

John Rausek: „Unsere Schöpfung“, Eine Kantate für

Kinderchor und kleines Instrumentalensemble

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (& 218 50 23)

19.30: San Marco Chamber Music Society,Kammerkonzert,

Werkevon Bach, Mozart, Barber,Gershwin

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00 Kl. Saal: C. Bechstein Klavierabend: Boris

Bloch, Werkevon Chopin, Rachmaninowund Liszt

20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Ltg.Sir

András Schiff (Klavier), ArtistinResidence, Bach:

„Concerto nach italienischem Gusto“ F-Dur;Beethoven:

Konzertfür Klavier und Orchester Nr.1C-Dur;

Bartók: Konzertfür Orchester

Parochialkirche (& 247 59 50)

19.30: The Silk Road SymphonyOrchestra &Sprecher,Ltg.Jan

Moritz Onken, Berliner Dialogkonzerte,

Haydn im Dialog mit Dante, Sophokles und Algorythm

Passionskirche (& 69 40 12 41)

20.00: Kammerchor Passion, Ltg.Johannes Stolte,

KammerchorkonzertIsraelsbrünnlein, Ausder Madrigalsammlung

vonJohann Hermann Schein

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Constantinos

Carydis, Mozart: Symphonie Nr.34C-Dur,Symphonie

Nr.38D-Dur „Prager“; Schostakowitsch: Kammersymphonie

c-Moll op. 110a, Zwei Stückefür Streichoktett

op. 11

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.30: Michelangelo String Quartet, Strawinsky: Concertino,

Drei Stückefür Streichquartett; Schostakowitsch:

Streichquartett Nr.3F-Dur op.73, im Rahmen

des Streichquartett-Konzertmarathons

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)

19.00: Solisten des Rundfunk-Sinfonieorchesters

Berlin, u.a. das Streichquintett vonAnton Bruckner

und Werkefür Violine solo vonNiccolo Paganini

St. Marien-Kirche Mitte (& 242 44 67)

13.30: Orgel am Alex –Musik und Orgelführung

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: The 12 Tenors, Millennium, Hommageandie

Welthits des letzten Jahrtausends –klassische Arien,

Pop-Hymnen, Rock-Klassiker

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

18.00: Girls Gäng,ATZE, JKW Grenzallee, Young Arts

Neukölln e.V., Wege ins Theater,(ab 9J.)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

17.00: Dornröschen –Mitspieltheater (ab 4J.)

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

18.00: Stärker als Supermann, Gastspiel aus Griechenland,

im Rahmen von„50 Jahre Grips“ (ab 6J.)

Staatsoper Unter denLinden (& 20 35 45 55)

19.00 Alter Orchesterprobensaal: #Grenzübergang,

JungeStaatsoper –Klasse 9d der Gustav-Freytag-

Schule, Tusch –Theater und Schule

LITERATUR/VORTRAG

Brotfabrik (& 471 40 01)

19.30: „RestAlkohol“ –35üble Jahre. Die Geschichte

einer Band erzählt vonGernot Recke

Freizeitforum Marzahn (& 542 70 91)

19.00: Tatort110 –TV-Kommissare lesen: „Wenn

Overbeck kommt…“, Roland Jankowski

Kulturbrauerei/Maschinenhaus (& 44 31 51 00)

20.00 Maschinenhaus: The Bear Storytelling presents

Eveofthe Champs, Deepanker Dua, Fabienne Lang,

Ryan Nielsen, Ben McGuire, Allia Sadeghipour u. a.

Panda (& 44 31 95 57)

20.00: Parataxe presentation: Linda Gabriel und

Dmitri Dragilew, Lesung und Gespräch, Mod.: Martin

Jankowski

Periplaneta Kreativzentrum (& 44 67 34 33)

20.00: Drúdir:Masken und Spiegel, Swantje

Niemann, Lesung,Live-Speedpainting und Musik

REH Raumerweiterungshalle

(Kopenhagener Str.17) 20.30: Das Bunte Reh, Isabel

Bogdan, Klaus Ungerer

KONZERT

Badehaus (& 95 59 27 76)

20.00: Omar Apollo

Badenscher Hof Jazzclub (& 861 00 80)

21.00: Lucia Fodde Quartett

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: LowCut Connie, Kim Logan

Gretchen (& 25 92 27 02)

20.30: Plaid

Kapelle am Urban (& 017 51 60 46 14)

20.00: Fia, Waterfall of Wisdom

Kulturbrauerei/Kesselhaus (& 44 31 51 00)

20.15: 25 Jahre Beat ‚n Blow

Lido (& 69 56 68 40)

20.00: Guts

Mercedes-Benz Arena (& 20 60 70 88 99)

19.00: 6K United –Chorprojekt

Parkbühne Biesdorf (& 998 74 81)

18.00: Starfucker,Pangea

Schlot (& 448 21 60)

21.00: SerSiempre

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00: Holly Herndon, Proto

Wabe (& 902 95 38 50)

20.00: MarkusEhrlichs Flexible Eingreiftruppe, The

Duke

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

21.00: ChristineDähnund ThomasNatschinski,

Heißer Sommer –Der Kultfilm wird 50!

CLUB

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

23.59: 10 Jahre Monkeytown Records, Catnapp, Dark

Sky,FadiMohem, MDSLKTR B2B Skream!

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

21.00: 25 Jahre Fisch sucht Fahrrad –Die Single

Party

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.55 2Floors &Open-Air:10Jahre Suicide Circus

–BirthdayWeekender,Rush, Marshall Jefferson, Heiko

Laux, RobertOwens,T.Raumschmiere, Housemeister,

Gebrüder Teichmann u. a.

KINO

Wolf (& 921 03 93 33) Burning –Beoning (OmU)

13.00, 21.00; High Life (OmU) 14.10, 21.10; Mo

&Friese unterwegs (- Auf zuneuen Abenteuern)

16.00; Wir Kinder aus Bullerbü 16.20; Von Bienen

und Blumen (OmenglU) 17.00; Diamantino (OmU)

19.00; Liebesfilm (OmenglU) 19.00;The Wild Boys

–Les garcons sauvages (OmU) 23.50; 48h Neukölln:

Art Girls (OF) 0.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 16.00; Rocketman

17.20, 20.30; Britt-Marie war hier 15.00, 18.10,

20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) The Dead

Don‘t Die 15.30, 18.00, 20.30, 22.15; Britt-Marie

war hier 15.30, 17.45, 20.00; Rocketman 15.00,

20.10;All My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

17.30; TKKG –Jede Legende hat ihren

Anfang 16.00; Rocketman (OmU) 18.15, 20.50;

Yoga: Die Kraft des Lebens 15.00; Burning 17.00,

20.15

Kino inder Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

Tea with the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag

–Nothing Like aDame (OmU) 13.45; Rocketman

13.45, 16.45, 19.45; TKKG –Jede Legende

hat ihrenAnfang 14.00, 17.00; Britt-Marie war hier

14.15, 16.40, 19.50; The Dead Don‘t Die 14.20,

17.40, 20.20, 23.00; Das Leben meiner Tochter

14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.40,

17.15; All My Loving –Eine Geschichte von drei

Geschwistern 15.50; Aladdin (OmU) 16.30, 19.30,

22.30; Nur eine Frau 16.40; Zwischen den Zeilen

19.00; Sunset 19.00; Burning 19.30; Avengers:

Endgame (OmU) 21.30; High Life (OmU) 22.15;

Burning –Beoning (OmU) 22.15; Rocketman (OmU)

22.40; Van Gogh:Ander Schwelle zur Ewigkeit –At

Eternity‘s Gate (OmU) 22.45

Krokodil (& 44 04 92 98) Urfin: Der Zauberer von

Oz 14.00; Sunset (OmU) 18.45; Macht das alles

einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert es so

lange? 21.15

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Men

in Black: 14.15; Godzilla 2–King ofthe Monsters

14.15, 19.45; Aladdin 14.15, 17.05; X-Men: Dark

Phoenix 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.25; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.35, 17.10;

TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang 14.40;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.50, 20.00;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.55; Avengers:

Endgame 15.00, 19.15; John Wick: Kapitel

III 16.50, 19.50, 23.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix

17.00, 19.55, 22.55; 3D: PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 17.00; 3D: Men in Black: 17.05, 20.00,

23.00; The Dead Don‘t Die 17.10, 19.45, 22.35;

Rocketman 17.10, 20.00; Hollywoodtürke 17.10,

19.40; 3D: Aladdin 19.30, 22.50; Ma –Sie sieht

alles 22.35; Greta (2019 USA) 22.50; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 22.50; Sneak Preview

23.00; Midnight Movie: Deathday –Make aWishÖ

to Survive 23.00

Zeiss-Großplanetarium (& 42 18 45 12) Die

phantastische Reise –Fantastic Voyage (OF) 21.00

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) Aladdin

10.00, 13.30, 16.40; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

13.40, 16.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

13.55; 3D: Godzilla2–King of the Monsters13.55,

16.15, 19.50, 22.50; TKKG 14.05, 17.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.10; 3D: Aladdin

14.10, 19.35, 22.30; X-Men: Dark Phoenix 14.20;

Men in Black: 14.20; 3D: X-Men: Dark Phoenix

16.35, 20.20, 23.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.50; Rocketman 17.10, 19.30; 3D:

Men inBlack: 17.15, 20.10, 23.05; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 17.30; 3D: Avengers: Endgame

19.20; Ma –Sie sieht alles 19.40, 23.20;

John Wick: Kapitel III 19.45, 23.00; Der Fall Collini

20.15; Avengers: Endgame 22.15; Greta (2019

USA) 23.10; The Silence 23.20

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Monsieur Claude II 15.30, 18.00; Britt-Marie war

hier 20.30

Cosima (& 85 07 58 02) Das Ende der Wahrheit

18.00; Der Fall Collini 20.15

Odeon (& 78 70 40 19)The Dead Don‘t Die(OmU)

15.30,18.00,20.30

Xenon (& 78 00 15 30)Peter Lindbergh–Women‘s

Stories (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 0211) TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 10.00, 12.05,

14.35; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,

12.15, 14.45; Aladdin 10.00, 14.00, 17.00,

20.00, 23.00; Men in Black: 10.30, 14.10,17.00;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.30; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.40; X-Men:

Dark Phoenix 14.30, 17.00; Rocketman 17.15;

Godzilla 2–King ofthe Monsters 17.15, 19.50;

3D: Men in Black: 19.55, 23.00; John Wick: Kapitel

III 20.00, 23.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.20,

23.05; Avengers: Endgame 22.45

Kino imKulturhaus Spandau (& 333 60 81)MonsieurClaude

II 16.00; Der Fall Collini 18.00; Sunset

Over Hollywood (OmU) 20.15; Ballon 21.45

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 0711) Rocketman 14.00,

17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

X-Men: Dark Phoenix 10.00, 13.00, 17.10; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 10.00, 12.10,

14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,

12.15, 14.50, 16.00; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

10.00,12.25,14.30,17.20;Aladdin10.00, 14.30,

17.25, 20.00, 23.00; Men in Black: 10.30, 14.20,

16.30; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

12.15; The Dead Don‘t Die 17.20, 20.20, 22.35;

Avengers: Endgame 19.00; 3D: Men in Black:

19.30, 22.30; John Wick: Kapitel III 19.30, 22.55;

3D: Godzilla 2–King of the Monsters20.00, 22.55;

3D: X-Men: Dark Phoenix 20.05, 23.00; Ma –Sie

sieht alles 23.05

Thalia Movie Magic (& 774 34 40)Aladdin 15.15,

17.45, 20.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.30; Men in Black: 15.30; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 15.45; Rocketman 18.00; 3D:

Men in Black: 18.00, 20.30; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 18.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix

20.30; John Wick: Kapitel III 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00)Ogawa:Sanrizuka ni ikiru

–The Wages ofResistance: Narita Stories (OmenglU)

20.00; Arthur und Corinne Cantrill: InThis Life‘s

Body (OF) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 806969)

Avengers:Endgame12.30, 20.10, 22.10;After Passion

13.10, 16.30;X-Men:Dark Phoenix13.20; Van

Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 13.20; Monsieur

Claude II 13.20, 19.30; Godzilla 2–King ofthe

Monsters 13.20, 19.40; Dumbo 13.20; Aladdin

13.20, 19.40; Rocketman 13.30, 16.40, 19.50,

23.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.30,

20.10, 23.00; Edie –Für Träume ist es nie zuspät

13.30; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

13.40; Glam Girls: Hinreißend verdorben 13.40,

16.50, 19.40; Nur eine Frau 13.50, 19.30; Der

Junge muss andie frische Luft 13.50; TKKG –Jede

Legende hat ihren Anfang 14.00; Men in Black:

14.00; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.10, 16.40,

19.50; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.15;

3D: Avengers: Endgame 16.05; Roads 16.20; 3D:

Godzilla 2–King ofthe Monsters 16.20, 23.00;

Die Goldfische 16.20; Zwischen den Zeilen 16.30;

3D: X-Men: Dark Phoenix 16.30, 20.00, 22.50;

Hollywoodtürke 16.30, 19.20, 22.10; Britt-Marie

war hier 16.30, 19.10; John Wick: Kapitel III 16.40,

19.40, 23.00; High Life 16.40; Burning 16.40; 3D:

Aladdin 16.40, 23.00; The Dead Don‘t Die 16.50,

20.00, 23.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.10; 3D: Men in Black: 17.20, 20.40,

23.00; Greta (2019 USA) 19.20; Bohemian Rhapsody

19.20; Der Fall Collini 19.30; Ma –Sie sieht

alles 20.15,23.00; Captain Marvel 22.00; Im Netz

der Versuchung 22.10; The Silence 22.30; Friedhof

der Kuscheltiere 22.30; Wir 22.40; Escape Room

23.00

Filmrauschpalast (& 394 43 44) John Wick: Kapitel

III –John Wick: Chapter 3–Parabellum (OF)

19.30

TREPTOW

Astra (& 636 16 50) TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 14.00, 16.00; Aladdin 14.00, 17.00,

20.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.00;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 15.00;

Men inBlack: 15.00, 17.30; X-Men: Dark Phoenix

17.30; Godzilla 2–King of the Monsters 17.30;

Rocketman 18.00, 20.00;3D: X-Men:Dark Phoenix

20.00, 22.30; 3D: Men inBlack: 20.00, 22.30;

John Wick: Kapitel III 20.15, 22.30; 3D: Godzilla

2–Kingofthe Monsters 22.30; Ma –Sie sieht alles

22.45

Casablanca (& 677 57 52) Das Familienfoto

16.00; Gundermann 18.00; Hannelore Elsner: Alles

auf Zucker! 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 14.00; Aladdin

14.00, 16.45; X-Men: Dark Phoenix 14.10,

17.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

14.15; Men inBlack: 14.15; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.25; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.30, 17.00; Rocketman 14.35, 20.10; Avengers:

Endgame 15.45, 19.20; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters 16.20, 19.45, 22.45; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.10; 3D: Men in Black:

17.15, 20.00, 22.45; Hollywoodtürke 17.15,

19.50, 23.10; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.30, 23.00; John Wick: Kapitel III 19.45, 22.50;

3D: Aladdin 19.50; 3D: X-Men: Dark Phoenix

20.00, 23.00; Ma –Sie sieht alles 20.10, 23.00;

3D: Avengers: Endgame 22.15; Friedhof der Kuscheltiere

23.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 14.00; Aladdin

14.00,17.00,20.00,22.50; Men in Black: 14.10,

17.00; X-Men: Dark Phoenix 14.15, 17.00, 19.50;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.20, 17.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.30, 17.15; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 15.00; Godzilla 2–

King of the Monsters 16.30, 19.50, 22.15; Hollywoodtürke

17.10, 19.40, 23.00; John Wick: Kapitel

III 19.50, 22.40; 3D: Men in Black: 20.00, 23.00;

Ma –Sie sieht alles 20.00, 22.45; Men in Black:

(OF) 23.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 40 01) War ofArt (OmU)

18.00;Eldorado(OmU) 20.00; One Cutofthe Dead

–Kamera otomeru na! (OmU) 22.00

Toni (& 92 79 12 00)Kinderfilm des Monats:Pünktchen

und Anton 10.00; Rocketman 14.30, 17.15,

20.00; Ein Tick anders 10.15; TKKG 13.30, 15.45;

Monsieur Claude II 18.00; Der Fall Collini 20.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Roads 15.30;

All My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

18.00; The Dead Don‘t Die (OmU) 20.30; The

Dead Don‘t Die 22.00

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 13.00; Edie 15.30; Nur eine

Frau 17.45; Rocketman 20.15

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Immenhof 16.00; Wieich lernte,bei

mir selbst Kind zu sein 18.00; Beuys 20.30

Capitol (& 831 6417) Britt-Marie war hier 15.40,

20.30; Zwischen den Zeilen 18.00

FREILUFTKINOS

Freilichtbühne Weißensee (& 24 72 78 01) Edie

–Für Träume ist es nie zu spät 21.45

Freiluftkino Hasenheide (& 283 4603) The Favourite

–Intrigen und Irrsinn (OmU) 21.45

Freiluftkino Kreuzberg Green Book –Eine besondere

Freundschaft (OmU) 21.30

Freiluftkino Rehberge The Mule (OmU) 21.45

Pompeji Ostkreuz (& 01 76/56 709298) film

in sounds cinematic concert: Godzilla – Gojira

(OmenglU) 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Free Solo

(OmU) 21.45

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(& 89 37 14 31) Gundermann 21.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12) Border

–Gräns (OmU) 17.00; Birds Of Passage: Das

grüne Gold der Wayuu 19.00; Film ohne Streifen:

Tuvalu 21.15

ThaliaPotsdam (& 03 31/743 70 20)TKKG –Jede

Legende hat ihrenAnfang 14.00, 16.00; Edie –Für

Träume ist es nie zuspät 14.00; Magie der Wildpferde

14.15; Zwischen den Zeilen 16.00; Mister

Link: Ein fellig verrücktesAbenteuer 16.15; Die rote

Linie –Widerstand im Hambacher Forst 16.30; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

18.00; Rocketman 18.15, 20.45; Britt-Marie

war hier 18.30, 20.45; Yoga: Die Kraft des Lebens

18.45; Sunset 20.30; Burning 20.30

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 72 33)

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 13.45; Aladdin

13.45, 16.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.00, 23.00; Men in Black: 14.00; Bailey:

Ein Hund kehrt zurück 14.10, 17.10; X-Men: Dark

Phoenix 14.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.15; Avengers: Endgame 15.30; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.45; 3D: Men inBlack:

16.50, 20.00, 23.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix

17.00, 20.15, 23.00; Rocketman 17.00, 20.00;

The Dead Don‘t Die 17.15, 20.15, 23.00; Godzilla

2–King of the Monsters 19.30; John Wick: Kapitel

III 19.40, 23.00; 3D: Aladdin 19.50, 23.00; Ma –

Sie sieht alles 20.15, 23.00; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 23.00

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 88 77) Aladdin

14.00, 17.00, 20.00

Capitol Königs Wusterhausen (& 033 75/46 97 77)

Teawith the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag

17.15; Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein

20.00

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Men in

Black: 15.00; Aladdin 15.00, 17.45, 20.30; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 15.30; 3D: Men

in Black: 17.45, 20.30; Rocketman 17.45; 3D: X-

Men: Dark Phoenix 20.30

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 4828)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.45; Men in

Black: 15.00, 17.30; TKKG –Jede Legende hat ihren

Anfang 15.10;Aladdin15.15, 17.00; Godzilla 2

–King of the Monsters 17.10; X-Men: Dark Phoenix

17.45; 3D: Aladdin 19.30; 3D: Godzilla 219.45;

3D: Men inBlack: 20.00, 22.35; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 20.15, 22.45; Avengers: Endgame 22.15;

John Wick: Kapitel III 22.30

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.00; Men in Black:

15.45, 17.15, 20.00; Edie –Für Träume ist es nie

zu spät 18.30; X-Men: Dark Phoenix 20.45

Kammerspiele Kleinmachnow (& 03 32 03/84 75 84)

Stan &Ollie 21.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019

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Netzwerk

NACHRICHTEN

Vonder Leyen fordert

Digitalministerium

STREAMING

Lange Ferien

mit den

Kindern

VonMarcus Posimski

Nächste Woche beginnen die

Sommerferien in Berlin. Erfahrungsgemäß

geht der Medienkonsum

bei den Jüngsten dann wieder

nach oben. Heutzutage muss das

aber nicht mehr heißen, dass man

die Kinder niveaulosem Dauer-Geplänkel

aussetzen muss. Hier sind

drei Animations-Tipps für den gepflegten

Zeitvertreib mit dem Nachwuchs:

Rick und Morty: Diese 2013 gestartete

Animationsserie könnte man als

eine subversive „Zurück in die Zukunft“-Version

bezeichnen, was aber

diesem Meisterwerk nicht einmal

ansatzweise gerecht wird. Es geht

um den verrückten Wissenschaftler

Rick und seinen Enkel Morty, die einerseits

versuchen, ihren normalen

Alltag mit Mortys Familie zu meistern,

und nebenbei noch allerhand

interdimensionale Abenteuer erleben.

Eigentlich wurde die Serie als

Erwachsenencomic konzipiert, aber

wie bei den Simpsons gibt es gute

Unterhaltung für alle Generationen.

Zu sehen bei Netflix, Amazon und iTunes,Google

Play.

Erinnerung an die Serie „Rick und Morty“ in

einer U-Bahn-Station in Kiew. IMAGO/UKRINFORM

Gravity Falls: In dieser Abenteuer-

Mystery-Komödie folgt der Zuschauer

den Zwillingen Dipper und

Mable, die den Sommer bei ihrem

Großonkel Stan in Gravity Falls in

Oregon verbringen sollen. Ihr Onkel

betreibt dort eine Touristenattraktion

mit dem Namen „Mystery

Shack“, wo ahnungslosen Besuchern

angeblich unheimliche Dinge

vorgespielt werden, während in dem

kleinen Ort vieles nicht so ist, wie es

scheint. Die Geschwister stolpern

voneinem Abenteuer zum nächsten

und versuchen, das Geheimnis der

fiktiven Stadt Gravity Falls zu lüften.

Zu sehen bei Netflix, Amazon, Google Playund

iTunes.

Batman, The Animated Series: Auch

wenn diese bereits Anfang der 90er-

Jahre erschienene Serie esauf den

ersten Blick nicht vermuten lässt, ist

sie für viele Hardcore-Batman-Fans

die wohl beste Verfilmung des Batman-Stoffes

überhaupt. Nicht nur

der Stil der Serieist den Comicvorlagen

sicherlich am getreuesten, aber

auch die in je 30 Minuten erzählten

Geschichten bringen, auch dank der

sehr guten Sprecher,eine Tiefe in die

Story, die selbst in neueren Verfilmungen

nicht zu finden ist.

Zu sehen bei Amazon,iTunes und GooglePlay.

Marcus Posimski hat

amerikanische Kultur mit

Schwerpunkt Film studiert.

Der Gesichtsausdruck verrät mehr als 1000 Worte, davon sind jedenfalls Tech-Experten in China überzeugt.

Gesicht zeigen

Wieglaubwürdig sind die Kunden? Chinesische Firmen setzen auf die Analyse von Video-Telefonaten

VonAdrian Lobe

Stellen Siesich vor, Siewollen

eine Versicherung abschließen,

zum Beispiel eine Lebensversicherung

oder Unfallversicherung.Während

Sieonline

den Antrag ausfüllen, wird Ihr Gesicht

vonder Handy-Kameragefilmt

und von Algorithmen vermessen.

Nachdem Sie den Antrag abgeschickt

haben, poppt auf der Seite

desVersicherers eine Fehlermeldung

auf: „Es tut uns leid, wir können Sie

leider nicht versichern. Ihr Body-

Maß-Index ist zu hoch.“

Nachfrage nach Botox

Was wie eine Dystopie aus einem

Science-Fiction-Film klingt, ist

längst Realität. Die Ping-An-Insurance-Group,

Chinas größter Versicherungs-

und Finanzdienstleister,

greift seit geraumer Zeit auf Gesichtsscans

zurück, um das Risiko

seiner Kunden zu berechnen. Wie

das Wall Street Journal berichtet,

werden die Gesichtsscans unter anderem

dazu genutzt, bestimmte biologische

Variablen wie das Alter und

den Body-Mass-Index (BMI) derVersicherten

zu schätzen.

Bei Kreditgeschäften in größeremUmfang

müssen die Antragsteller

Fragen in einer zehn- bis fünfzehnminütigen

Videokonferenz beantworten.

Ping An zeichnet das

Gespräch auf, ein Computerprogramm

analysiert, wie der Antragsteller

Fragen (etwa zu Vorerkrankungen)

beantwortet. DieGesichtserkennungssoftware

scannt dabei

Mikroexpressionen, um die Glaubwürdigkeit

der Antragsteller zu bewerten:

kleinste, unbewusste Gesichtsveränderungen

wie etwa angehobene

Augenbrauen oder aufgerissene

Augen, die sich nur für

Sekunden-Bruchteile offenbaren

und die Gefühle der Person verraten.

Die Technik soll als Lügendetektor

fungieren. Wer die Unwahrheit

über Vorerkrankungen oder

Unfälle erzählt, könnte Risikoprämien

aufgebrummt bekommen

oder gar nicht versichertwerden.

In China gehört Gesichtserkennung

zum Alltag. Egal, ob beim Bezahlen

im Restaurant oder beim

Check-in am Flughafen –man weist

sich mit seinem Gesicht aus. Wer in

Metropolen wie Shenzhen bei Rot

auf die Straße geht, wird von Gesichtserkennungssystemen

erfasst

und auf Bildschirmen an den Pranger

gestellt. In Klassenzimmernwerden

Schüler vom Gesichtserkennungssystem

alle dreißig Sekunden

gescannt, ob sie aufmerksam sind

und dem Unterricht folgen. Die Gesichtskennung

ist inzwischen so

scharfgestellt, dass sie flüchtige Personen

in einer Menschenmenge

identifizieren kann.

Die (methodische) Frage ist, ob

man vom Gesicht eines Menschen

auf dessen Kreditwürdigkeit schließen

kann. Der Informatiker Anil

Jain, der an der Michigan State University

forscht und einer der weltweit

führenden Biometrie-Experten

ist, sagt im Gespräch mit der Berli-

„Das System hat eine schwache

Glaubwürdigkeit. Es gibt keine

wissenschaftliche Grundlage, umdie

Kreditwürdigkeit einer Person anhand

ihres Gesichts zu bestimmen.“

Anil Jain, Informatikerin an der Michigan State University

Zweifel an Cyberpolicen

DERMALOG IDENTIFICATION SYSTEMS

ner Zeitung: „Das System hat eine

schwache Glaubwürdigkeit. Es gibt

keine wissenschaftliche Grundlage,

um die Kreditwürdigkeit einer Person

anhand ihres Gesichts zu bestimmen.“

Zwar gibt es sozialwissenschaftliche

Studien, die einen Zusammenhang

zwischen Bildung (und

damit auch höherem Einkommen)

und Gesundheit belegen, doch

schon bei der Frage, was ein optimaler

BMI ist, sind sie die Wissenschaftler

nicht einig. Das methodische

Problem besteht vor allem in

der Validität: Wenn die Kamera

falsch kalibriert und infolgedessen

das Video unscharf ist, ist die Messung

verzerrt. Auch könnte man

durch eine operativeGesichtsstraffung

bessere Werte erzielen. Der

US-Rechtswissenschaftler Frank

Pasquale, Autor des Buchs „The

Black Box Society“, ironisierte auf

Twitter, die biometrische Bonitätsprüfung

könne die Nachfrage nach

Botoxbefeuern.

Moralisch nicht bedenklich

Dieethische Frage ist, ob die aus der

Gesichtserkennungstechnologie erhobenen

Daten zur Grundlage für

die Kreditvergabe oder Bewilligung

einer Police gemacht werden dürfen.

Für Biometrie-Experte Jain ist das

Verfahren moralisch nicht bedenklich.

„Es handelt sich um ein privates

Unternehmen, und so lange das Gesichtsfoto

nicht mit anderen Datenbanken

abgeglichen wird, um weitere

Informationen herauszufinden,

stellt das kein ernsthaftes ethisches

Problem dar.“

Versicherungen, die einen Antrag

ablehnen, könnten dies auch aufgrund

anderer intransparenter Kriterien

tun, die dem Antragsteller verborgen

bleiben. Jain befürchtet allerdings,

dass die Screening-Praktiken

Menschen, die aufgrund gesundheitlicher

Probleme eine schlechte Bonität

haben, abschrecken und aus dem

Versicherungsschutz ausgrenzen

könnten.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht Schwächen bei den Angeboten der Versicherungen

VonThomas Magenheim

Private Cyberpolicen sind noch

ein Nischenprodukt, aber sie

werden von immer mehr Versicherern

angeboten. „Das Angebot

nimmt zu und das bei Beiträgen zwischen

40 und 700 Euro proJahr“, sagt

die Rechtsanwältin derVerbraucherzentrale

Nordrhein-Westfalen, Elke

Weidenbach. Siehält solche Policen,

deren Deckungsumfänge so stark

streuen wie die Beitragshöhen, oft

für nicht sinnvoll und das nicht

mangels Risiko.

Außerdem gibt es bisher kein klar

erkennbares Konzept, welche Leistungen

unter einer Cyberpolice gebündelt

werden. Versicherungsfähig

seien prinzipiell Kosten für Datenrettung,

wenn ein Privatcomputer

gehackt und so manipuliert worden

ist, dass man ihn nicht mehr benutzenkann,

teilte dieVerbraucherzentrale

mit. Cyberpolicen kommen

auch für Schäden bei Dritten auf,

wenn man unwissentlich eine mit

Virenverseuchte Datei an jemanden

weitergeleitet hat. Siezahlen je nach

Deckungsumfang, wenn jemand das

eigene Geldkonto oder gleich die

ganze digitale Identität geknackt

und Waren auf eine fremde Rechnung

bestellt hat. Dabei seien die

Summen aber gedeckelt, für die Versicherungen

aufkommen, stellen die

Verbraucherschützer klar. Sosei Datenrettung

oft nur bis zu einer

Summe von 1 000 Euro versichert.

Bei sonstigen Cyberschäden lägen

übliche Limits bei 10 000 Euro.

Für das Szenario eines gehackten

Bankkontos empfiehlt Weidenbach

vor dem Abschluss einer Police erst

einmal Rücksprache mit dem bevorzugten

Geldinstitut zu halten. Oft

übernehme die ein solches Risiko,

deshalb brauche man dafür gar

keine Versicherung.

Außerdem wurde bei der Analyse

deutlich, dass die meisten Leistungen

bereits in bestehenden Policen

von Haftpflicht, über Hausrat bis zu

Rechtsschutz abgesichert sind. Eine

spezielle Cyberpolice erübrige sich

dann. Zudem hänge es sehr vom

Schadenszenario ab, obman überhaupt

einen Versicherungsschutz

braucht. Nicht jedes Cyberrisiko sei

zudem versicherbar.Keine Versicherung

übernehme zum Beispiel Abmahnkosten,

wenn sich jemand MusikoderFilme

unerlaubt aus dem In-

ternet herunterlädt und dabei erwischt

wird, stellt die Juristin klar.

Grundsätzlich würden Versicherer

auch darauf achten, dass bestimmte

Sicherheitsstandards eingehalten

wurden, bevor sie im Schadensfall

überhaupt zahlen. Dazu

zählen ein sicheres Passwort oder

ein aktueller Virenscanner, wobei

man sich vomVersicherer am besten

schriftlich geben lassen sollte,was er

jeweils als sicher und aktuell versteht.

Die Verbraucherzentrale in

Düsseldorf ist also skeptisch hinsichtlich

privater Cyberpolicen. Am

besten sei es immer noch, dubiose

Mails zu ignorieren oder wichtige

Daten zusätzlich externinder Cloud

abzulegen und bestehende Policen

auf Cyberschutzklauseln zu durchforsten.

Verteidigungsministerin Ursula von

der Leyen (CDU) hat ein Digitalministerium

gefordert. „Ich bin überzeugt,

dass es in der nächsten Legislaturperiode

ein Digitalministerium

geben muss“, sagte sie dem Nachrichtenportal

t-online.de.„EinNebeneinanderher

und Tempostopper

können wir uns einfach nicht mehr

leisten.“ Digitalisierung müsse Chef-

Sache sein. Auch in der Bundeswehr

sei die Vernetzung sehr wichtig. Als

sie ihr Amt angetreten habe,sei die

Cyber-Abwehr über die ganzeBundeswehr

verstreut gewesen. Siehabe

das zusammengezogen. „Dieser

Truppe gehören heute bereits 15 000

Soldatinnen und Soldaten an“, so

vonder Leyen. Siewehren nach Angaben

der Verteidigungsministerin

am TagimSchnitt 4500 Angriffe unterschiedlicher

Qualität ab.„Die

Zahlen steigen rasant. Daszeigt, wie

wichtig diese Truppe ist.“ (dpa)

Netzagentur verliert

Gmail-Streit mit Google

DieBundesnetzagentur ist mit dem

Versuch gescheitert,Webdienste wie

Googles Gmail den deutschen Telekom-Bestimmungen

zu unterwerfen.

Derlei Dienste seien nach EU-Recht

keine elektronischen Telekommunikationsdienste,urteilteamDonnerstag

der Europäische Gerichtshof in

Luxemburg(Rechtssache C-193/18).

Demnach müssen Gmail und andere

Webangebote keine neuenVerpflichtungen

beim Datenschutzoderder

öffentlichen Sicherheit eingehen –

etwa Schnittstellen für den Datenzugriff

vonErmittlungsbehörden einrichten.

(dpa)

Ausstellung zeigt die

Welt hinter Wikipedia

Unter dem Motto „15 JahreFreies

Wissen“ stellt Wikemedia Deutschland

am kommenden Sonnabend in

Berlin die Welt hinter der Online-Enzyklopädie

Wikipedia vor. ZumProgramm

im dbb Forum(Friedrichstraße

169) gehörtauch eine interaktiveAusstellung.

DasProgramm beginnt

um 11 Uhrmit der Begrüßung

durch Abraham Taherivand, Geschäftsführender

Vorstand vonWikimedia

Deutschland. IhrWissen teilen

weiterhin Redner wie die Netzaktivistin

Theresa Hannig zur sprachlichen

Geschlechtergerechtigkeit.

Zudem wirdinWorkshops vermittelt,

wie Wikipedia-Artikel verfasst

werden können. (BLZ)

AUSDER REDAKTION

Berlin Mitte,

der Podcast

von

Jochen Arntz

Freitags

ab sechs

Jetzt gibt’s unter www.berliner-zeitung.de

auch was zum Hören –direkt

aus der Chefredaktion. „Berlin

Mitte“ heißt der Podcast, in dem ich

Ihnen jeden Freitag ab sechs Uhr

morgens Neues aus der Redaktion

und Neues aus Berlin präsentiere.

Diesmal spreche ich mit Elmar

Schütze über das Urteil nach dem

Verkehrsunfall inWeißensee,bei dem

ein vier Jahre alter Junge starb, nachdem

ihn ein Fahrzeug erfasst hatte.

Der Autofahrer war zu schnell unterwegs,

wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Wirhören uns,

Ihr Jochen Arntz, Chefredakteur

bei Twitter @JochenArntz


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für

HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun

9.55 (für HG) Sturm der Liebe 10.45 (für HG)

Meister des Alltags 11.15 (für HG) Wer weiß

denn sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau

12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG)

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.05 (für HG) Rote Rosen 14.55 (für

HG) Fußball:Weltmeisterschaft der Frauen.

Vorrunde,Gruppe D: Japan –Schottland. Aus

Rennes (F) 17.00 (für HG)Tagesschau 17.10

(für HG) Brisant 17.40 (für HG) Fußball: Weltmeisterschaft

der Frauen. Vorrunde, Gruppe C:

Jamaika –Italien.Aus Reims (F) 19.55 (für

HG) Börse vor acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Zimmer mit Stall –Berge

versetzen TV-Komödie,D2019

Mit Aglaia Szyszkowitz, Friedrich von

Thun, Juliane Köhler u.a.

Regie: Ralf Huettner

21.45 (für HG) Tagesthemen

22.00 (für HG) Polizeiruf 110 Nachtdienst

TV-Kriminalfilm, D2017

Mit Matthias Brandt,Elisabeth

Schwarz,Ernst Jacobi u.a.

23.30 (für HG) Der Bulle und das Landei

Von Mäusen, Miezen und Moneten

TV-Kriminalfilm, D2014

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Jennifer Knäble, Jan Hahn 8.30 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter

uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12 14.00

Die Superhändler –4Räume,1Deal 15.00

Mensch Papa! Väter allein zu Haus 16.00 Vorher

Nachher –Dein großer Moment. Mit Janine

Kunze 17.00 Freundinnen –Jetzt erst recht.

Unterhaltungsserie 17.30 Unter uns. Daily

Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30

Exclusiv –Das Star-Magazin 18.45 aktuell

19.05 (für HG) Alles was zählt. Soap 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 (für HG) Let's Dance

Das große Finale

Jury: Joachim Llambi, Motsi Mabuse,

Jorge González

Moderation: Victoria Swarovski,Daniel

Hartwich

0.00 Nachtjournal

0.30 Willkommen bei Mario Barth

Gäste: Nelson Müller (Fernsehkoch),

Marius Müller-Westernhagen (Musiker)

1.35 Willkommen bei Mario Barth

Gäste: Paul Panzer (Comedian), Rick

Astley (Sänger)

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

12.30 (für HG) Utta Danella: Der Sommer des

glücklichen Narren. TV-Romanze, D2003 14.00

(für HG) MDR um zwei 15.15 (für HG) Wer weiß

denn sowas? 16.00 (für HG) MDR umvier

17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG) MDR

Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG)

Elefant, Tiger &Co. 20.15 (für HG) Schlager

meines Lebens 21.45 (für HG) Aktuell 22.00

(für HG) Riverboat 0.15 MDR Kultur –Filmmagazin

0.30 (für HG) Schuldig. TV-Thriller,D

2009 2.00 (für HG) Kühlkette. Drama, D2013

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus demGarten

16.00 (für HG)Rundschau 16.15 (für HG) Wirin

Bayern 17.30 Regional 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für

HG) Unser Land 19.30 (für HG) Landgasthäuser

Bayern 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Hubertund Staller 21.00 (für HG) Die Bergpolizei

–Ganznah am Himmel 21.55 (für HG)

Rundschau Magazin 22.10 (für HG) Bayerns

besteWitze 22.55 (für HG) Winnetou I. Western,

D/JUG/I/F 1963 0.30 (für HG) Landgasthäuser

Bayern 1.05 (für HG) WirinBayern

Vox

16.00 Makel? Los! 17.00 Zwischen Tüll und

Tränen 18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 (für HG) Law &Order: SpecialVictims

Unit 21.15 (für HG) Law &Order: Special

Victims Unit 22.10 (für HG) Law &Order: Special

Victims Unit 23.05 (für HG) Chicago P.D.

0.00 nachrichten 0.20 (für HG) Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Schriftliches Vermächtnis 1.10 (für HG) Medical

Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Nachricht aus dem Jenseits

Super RTL

14.40 Dennis &Fletscher –Blämtastisch!

15.00 Dragons –Die Reiter von Berk 15.25

Tomund Jerry 15.50 HotelTranssilvanien –Die

Serie 16.20 Zig &Sharko –Meerjungfrauen

frisst man nicht! 16.45 Ninjago –ImLand der

Drachen 17.15 Voll zu spät! 17.40 Inspector

Gadget 18.10 Dennis &Fletscher –Blämtastisch!

18.40 Woozle Goozle und die Weltentdecker

19.10 Tomund Jerry 19.40 Angelo!

20.15 Asterix der Gallier. Zeichentrickfilm, B/F

1967 21.35 Columbo. Wer zuletzt lacht. TV-

Kriminalfilm, USA 1990 23.35 Comedy total

Sport1

16.30 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Das große Geld 17.00 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Koreanische Schätze 17.30 YukonGold.

Es wirdernst! 18.30 StorageHunters.

Raketenstart 19.00 StorageHunters. Kampf um

Kurioses 19.30 Tourenwagen: DTM 20.00 Die

PS-Profis –ImEinsatz. Fire and Ice 21.00 Die

PS-Profis –MehrPower aus dem Pott. Ein Kombi

für 12.000Euro 22.00 Die PS-Profis Fahrschule

22.30 Die PS-Profis –ImEinsatz. Best-of 23.30

Operation Auto 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Es grünt so

grün 11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Masken

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für

HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –in Europa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Hochzeit mit

Hindernissen 17.00 (für HG) heute 17.10 (für

HG) hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute

heute 18.00 (für HG) SOKOWien. Natalies

Schweigen 19.00 (für HG) heute 19.25 (für

HG) Bettys Diagnose. Neues Leben

20.15 (für HG) Die Chefin

Zeugenschutz.Krimiserie

Mit Katharina Böhm, Stefan Rudolf,

Jürgen Tonkel

21.15 (für HG) Letzte Spur Berlin

Monster. Krimiserie

22.00 (für HG) heute-journal

22.30 (für HG) Eichwald,MdB

Männer können alles. Comedyserie

23.00 Das Literarische Quartett

Experten: Thea Dorn, Christine Westermann.Gast:

Joachim Meyerhoff

23.45 heute+

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Christian

Wackert, Marlene Lufen 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz. Doku-Soap

14.00 Auf Streife.Reportagereihe 15.00 Auf

Streife –Die Spezialisten.Reportagereihe

16.00 Klinik amSüdring 17.30 Klinik am

Südring –Die Familienhelfer 18.00 Endlich

Feierabend! 19.00 Genial daneben –Das Quiz

19.55 Nachrichten

20.15 111 fiese Ferien! –Die witzigsten

Urlaubsvideos der Welt

Show

Pannen im Urlaub passieren ganz oft

–und dann werden aus den wohlverdienten

Ferien schnell fiese Ferien.

22.25 Genial daneben

Mit Hella von Sinnen, Wigald Boning,

Carolin Kebekus,Mike Krüger, Bastian

Bielendorfer

23.25 Knallerfrauen

23.55 Knallerfrauen

0.25 Switch Reloaded

14.05 Erlebnisreisen 14.15 (für HG) In aller

Freundschaft 15.00 (für HG) In aller Freundschaft

15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier und

heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15

(für HG) 2für 300 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Grenzenloser Niederrhein

21.00 (für HG) Der Vorkoster 21.45 (für

HG) Aktuell 22.00 (für HG) Kölner Treff 23.30

(für HG) Bauerfeind –Die Show zur Frau 0.15

(für HG) Vergissmichnicht. Romanze, F/B 2010

1.40 Erlebnisreisen 2.00 Lokalzeit aus Köln

NDR

15.15 (für HG) Wer weiß denn sowas? 16.00

(für HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag

17.10 (für HG) Seehund,Puma &Co.

18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG) Hofgeschichten

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) die nordstory 21.15 (für HG) Pendler-

Wahnsinn im Norden –Der Kampf umjeden

Kilometer 21.45 (für HG) aktuell 22.00 Nonstop

Comedy 22.30 (für HG) Tietjen und Bommes

0.30 (für HG) Inas Nacht 1.30 (für HG)

Tietjen und Bommes

Kabel eins

12.10 Numb3rs 13.05 Castle 14.00 The Mentalist

14.55 Navy CIS: L.A. 15.50 News 16.00

Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi

kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir kümmern

uns drum 20.15 Elementary. Es geht um die

Wurst 21.15 Navy CIS. Die Wahrheit hat viele

Gesichter 22.10 Navy CIS. Tage der Trauer

23.10 Navy CIS: L.A. Russische Geheimnisse

0.05 Navy CIS: L.A. Neun Stunden 1.00 Late

News 1.05 Navy CIS. Die Wahrheit hat viele

Gesichter 1.40 Navy CIS. Tage der Trauer

RTL 2

8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 13.00 Die Geissens –Eine schrecklich

glamouröse Familie! 14.00 Die Wollnys –

Eine schrecklich große Familie! 15.00 Hilf mir!

Jung,pleite, verzweifelt ... 17.00 News 17.10

Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Nur

noch 60 Sekunden. Actionfilm,USA 2000

22.30 Train to Busan. Horrorfilm, COR 2016

0.50 The Italian Job –Jagd auf Millionen. Actionthriller,USA/F/GB/I

2003

Eurosport 1

16.55 Leichtathletik: EA Premium Permit Meeting.

Paavo Nurmi Games 18.45 Leichtathletik:

Diamond League 19.45 WATTS. Die French-

Open-Ausgabe der Eurosport-Clipshow 19.55

Eurosport News 20.05 Motorsport: 24-Stunden-Rennen

von LeMans 21.00 Radsport:

Critérium du Dauphiné 22.00 Leichtathletik:

EA Premium Permit Meeting 22.55 Eurosport

News 23.00 Tennis: French Open 0.00 WATTS.

Die French-Open-Ausgabe der Eurosport-Clipshow

0.15 Radsport: Critérium du Dauphiné

PROSIEBEN, 20.15 UHR SCI-FI-FILM

Transformers 3

Nachdem Megatronvon Sam(Shia LaBeouf)und den Transformers in seine

Schranken gewiesen wurde,will der machthungrigeDecepticon Rache und

entfesselt aufdem Planeten Cybertoneinen Krieg.Während der AutobotSentinelPrime

durch seine Flucht vonCyberton aufder dunklen Seite des Mondes im

Jahr 1961 landet,stellen sich Sam, seine Freundin Carly (Rosie Huntington-Whiteley)

und die verbliebenen Autobots Megatroninder Gegenwarterneut in den

Weg. MitschnellenAction-Szenen und aufwendigenEffekten inszenierte Genre-

Spezialist Michael Bay(„Armageddon –Das jüngsteGericht“) nach zwei erfolgreichen

Transformers-Filmen auch den dritten Teil der Reihe.Nur um den Überblickzubehalten:

Die Sci-Fi-Filmreihe istmittlerweile beiTeil fünf angelangt.Ob

es einensechsten Teil gibt,steht in den Sternen.

(USA/2011)

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Moon –Die dunkle Seite des Mondes

Aauch denAnstronauten SamBell (Sam

Berliner Zeitung Rockwell) hat es in diesem FIlm vonRegisseurDuncan

lesen Jones aufdie dunkleSeitedes

Klassik gedruckt

Mondes verschlagen. Als einzigerBewohner

Die wichtigsten Themen der Stadt und aus

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Energiekonzerns den Abbauvon „Helium

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schwer

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2 1 4 5 3 7 6 8 9

3 5 6 9 8 1 2 4 7

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /Abendschau

8.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

9.00 In aller Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft

10.30 Rote Rosen 11.20 Sturmder Liebe

12.10 Tierärztin Dr.Mertens 13.00 rbb24 13.10

Verrückt nach Meer 14.00 Land undlecker

14.45 TimMälzer kocht! 15.15 Die kleine Bahn

vonSezuan –Chinas letzter Dampfzug 16.00

rbb24 16.15 Werweiß dennsowas? 17.00

rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen&Co. 17.55

Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Schlager meines Lebens

Zum 25-jährigen Bühnenjubiläum von

Maximilian Arland

Mit HenryArland, Ireen Sheer,Anita

und Alexandra Hofmann,Michael Hirte

21.45 rbb24

22.00 Riverboat Gäste: Gerold Schellstede (Unternehmer),Christoph

M. Ohrt(Schauspieler),Saskia

Valencia (Schauspielerin), Michael

Hirte (Mundharmonikaspieler),

Andrea Kathrin Loewig (Schauspielerin),

MicaelaSchäfer (Erotik-Star),Waldemar

Hartmann (Sportreporter-Legende)

ProSieben

10.30 Mike &Molly 10.55 How IMet Your Mother.

Nackter Mann/Weicheier.Comedyserie

11.45 2Broke Girls. Angriff des Killer-Apartments/Das

große Fressen. Comedyserie 12.40

Mom. Ein Professor für Violet. Comedyserie

13.05 Twoand aHalf Men. Ein guter Schläfer/

Ödipus/Wie Haare an feuchter Seife.Comedyserie

14.25 The Middle. Die Kartoffel/Die

100-Jahr-Feier.Comedyserie 15.20 The Big

Bang Theory. Die Führerschein-Frage/Das Erziehungs-Experiment/Die

Professor-Proton-Renaissance/Die

Geologen-Peinlichkeit. Comedyserie

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 Die

Simpsons. Homers vergessene Kinder/Grampa

auf Abwegen. Zeichentrickserie 19.05 Galileo

20.15 Transformers 3

Sci-Fi-Film,USA 2011

Mit Shia LaBeouf, Josh Duhamel, John

Turturro, Tyrese Gibson, Rosie Huntington-

Whiteley,John Malkovich u.a.

Regie: Michael Bay

23.30 Knock Knock

Horrorthriller,USA/CHI 2015

Mit Keanu Reeves, Lorenza Izzo u.a.

1.20 Watch Me –das Kinomagazin

1.30 ProSieben Spätnachrichten

1.35 Transformers 3

Sci-Fi-Film,USA 2011

15.30 Die großen Mythen 16.00 (für HG) Israel

–Magisches Land am Jordan 16.50 (für HG)

X:enius 17.20 Italien von oben –

Geschichte(n) eines Landes 17.45 (für HG)

Frauenfußball inKabul 18.30 Afrika –Von

Bäumen und Tieren 19.20 Arte Journal 19.40

(für HG) Re: 20.10 Anderswo in Europa 20.15

(für HG) Der Todund das Mädchen –Van Leeuwens

dritter Fall. TV-Kriminalfilm,D2017

21.45 Johnny Clegg –Der weiße Zulu 22.35

Tracks 23.20 Angélique Kidjo in Concert 0.30

The Cure in Concert 1.35 Arte Journal

3Sat

13.20 Am anderen Ende der Welt 14.50 Neuseeland

–Rivalen der Urzeit. Lebende Fossilien

/Laufvögel auf der Überholspur 16.15 Neuseeland

–Rivalen der Urzeit. Evolution extrem

/Insel der Giganten /Herrscher derWasserwelt

18.30 nano 19.00 (für HG) heute 19.20

Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Unser Fleisch –Bio oder Masse?

21.00 makro 21.30 auslandsjournal extra

22.00 Platoon. Antikriegsfilm,USA 1986

23.50 (für HG) Zapp 0.20 10vor10 0.50 (für

HG) extra 3 1.20 Pufpaffs Happy Hour

Phoenix

9.30 Bei Recherche: Mord 9.45 Trumps treue

Truppen 17.05 augstein und blome 17.15

Boomtown Belfast 17.30 phoenix der tag

18.00 phoenix persönlich 18.30 Die Seelensammler

von Bangkok 19.15 Der Buschpilot

und seine Frau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Autos für die Ewigkeit. Dokumentarfilm,

D2018 21.45 (für HG) Der VW-

Bus –Ein Transporter für die Welt 22.30 7Tage

... 23.00 phoenix der tag 0.00 phoenix persönlich

0.30 augstein und blome 0.45 (für HG)

Autos für die Ewigkeit. Dokumentarfilm, D2018

Kika

12.30 The Garfield Show 12.55 (für HG) Das

Green Team 13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für

HG) Die Pfefferkörner 14.10 Schloss Einstein

15.00 H2O –Plötzlich Meerjungfrau 15.45

Sherlock Yack –Der Zoodetektiv 16.25 Zoom –

Der weiße Delfin 16.50 Hexe Lilli 17.35 Die

Abenteuer des jungen Marco Polo –Reise nach

Madagaskar 18.00 (für HG) Mascha und der

Bär 18.10 (für HG) Super Wings 18.35 Beccas

Bande –Mit Mut wird alles gut! 18.50 Sandmann

19.00 (für HG) Lassie 19.30 (für HG)

Die beste Klasse Deutschlands

Dmax

14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer,ein Ziel

15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von

Texas 16.15 Highway Cops 16.45 Highway

Cops 17.15 Fast 'N' Loud 18.15 Fast 'N' Loud

19.15 A8 –Abenteuer Autobahn 20.15 Fang

des Lebens –Der gefährlichste JobAlaskas

21.15 Fang des Lebens –Der gefährlichste Job

Alaskas 22.15 Monsterfische am Haken 23.15

Moonshiners –Die Schwarzbrenner vonVirginia

0.15 Die Monster-Jäger –Bestien auf der Spur

1.10 Die Schatzsucher von Snake Island

5.02 hessenschau 5.30 Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Zapp 9.45 Shift

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 quer 11.00

Tagesschau-Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15 Mex –

Das Marktmagazin 20.00 Tagesschau 20.15 Panorama

20.45 Exakt –Die Story 21.17 Als Mutti

arbeitenging 22.00 Tagesthemen 22.15 mehr/

wert 22.45 Extra 23.00 Tagesthemen 23.15 Euroblick

spezial 23.45 Die Tagesschau vor20Jahren

0.00 Tagesthemen 0.15 MünchnerRunde 1.00

Extra 1.15 Tagesschau 1.25 mehr/wert 1.55 Extra

2.00 Tagesschau 2.10 Schätze der Welt 2.25

Thüringen Journal 2.55 Extra 3.02 Aktuelle Stunde

ONE

8.50 Alfredissimo! 9.20 Brisant 10.00 Dawson's

Creek 10.40 Dawson's Creek 11.25 Lindenstraße

11.55 Sturmder Liebe 12.40 Sturmder Liebe

13.30 Um HimmelsWillen 14.20 PartyofFive

15.05 PartyofFive 15.50 Dawson's Creek 16.35

Dawson's Creek 17.20 Lindenstraße 17.50 Die

Kanzlei 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturm der

Liebe 20.15 Carolin Kebekus: PussyTerror TV

21.00 Moon–Diedunkle Seitedes Mondes. Drama,

GB 2009 22.30 Großstadtrevier 23.15 Großstadtrevier

0.05 In theClub 0.55 In theClub 1.50

In the Club 2.40 Moon –Die dunkle Seitedes

Mondes. Drama, GB 2009 4.10 Lindenstraße

4.40 Um Himmels Willen

ZDF NEO

5.45 Gätjens großes Kino 6.00 AktenzeichenXY...

ungelöst –Die Dokumentation 6.30 Dicte. Die

Afrikanerinnen. TV-Kriminalfilm, DK 2014 7.55

Topfgeldjäger 8.50 Lafer!Lichter! Lecker! 9.30

Bares fürRares 10.25 Bares für Rares 11.20 Viel

zu bieten 12.05 DieRettungsflieger 12.45 Die

Rettungsflieger 13.30 Monk 14.10 Monk 14.55

Heldt 15.35 DieRettungsflieger 16.20 Die Rettungsflieger

17.05 Monk 17.45 Monk 18.30 Baresfür

Rares 19.20 Bares für Rares 20.15 Death

in Paradise 21.05 Death in Paradise 22.00 Death

in Paradise 22.50 SilentWitness 23.45 Silent

Witness 0.35 Silent Witness 1.30 SilentWitness

2.20 Silent Witness 3.17 Silent Witness

ZDF INFO

6.15 Traumstraße derDDR 7.00 Fernsehen in der

DDR 7.45 forum am freitag 8.00 auslandsjournal

8.30 Alarm! Bombenentschärfer im Einsatz 10.45

Fremdenlegion –Die härteste Elitetruppe derWelt

11.30 SpecialAir Service –Englands geheime

Krieger 12.15 Soldaten 13.00 Geheimnisse der

Sowjet-Technik 13.45 Mysteriöse Kriminalfälle der

DDR 15.15 DDR mobil 16.45 Traumstraße der

DDR 17.30 Fernsehen in der DDR 18.15 ZDF-History

18.45 Drahtzieher Burschenschaften 19.30

Szene Deutschland 20.15 Rockerkrieg 22.30 MilliardengeschäftPorno

–Gefahr ausdem Internet

0.00 Deutschlands Sex-Industrie 0.45 (für HG)

heute-journal 1.15 Mysterien desWeltalls

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Frühe Meisterwerke –Bachs Weimarer

Kantaten., ca. 46 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Mit Werken von J.Haydn, Mahler,

Dean, ca. 117 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Brandenburgisches Konzert Mit Werken von

R. Schumann, Burgmüller,ca. 116 Minuten

22.00 DKULTUR (89.6 MHz)

Einstand „Dasitzen und Gedanken sortieren zu

können, ist für mich der größte Luxus”. Der

Pianist und Komponist Kaan Bulak.,

ca. 30 Minuten

1.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Deutschlandfunk Radionacht Klanghorizonte.

Neuland: Michele Rabbia, Gianluca Petrella,

Eivind Aarset /Nahaufnahme: Stunde der

Bassisten. Solowerke 1969-2019 von Barre

Phillips, Dave Holland, Gary Peacock,Larry

Grenadier,Eberhard Weber und Björn Meyer /

Zeitreise: Third Ear Band, Bernie Worrell,David

Attenborough., ca. 235 Minuten

HÖRSPIEL

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

„Amoklauf, mein Kinderspiel” Mit Katharina

Schubert, Florian Lukas, Felix Klare, ca. 56 Min.

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals”(18/34),

ca. 31 Minuten

0.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

„Der Mordprozess Mary Dugan” Hörspiel

nach Bayard Veiller., ca. 55 Minuten

19.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen Literatur.Heimat, die Zweite. Flucht

und Vertreibung nach 1945 in der deutschen

Gegenwartsliteratur., ca. 30 Minuten

20.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Feature Die Affen vonTübingen. Über den

unerbittlichen Streit um Tierversuche., ca. 50 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Kurt Elling., ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

On stage Estland-Folk trifft Bluegrass,Pop und

Sinfonik. Curly Strings &Thüringer Symphoniker

Saalfeld-Rudolstadt., ca. 55 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Spielraum Soul City.Neues aus der Black Music-Szene.

Mit Jan Tengeler,ca. 45 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Lange Nacht Saz, Soul und Selbstbewusstsein.Eine

Lange Nacht mit Musik von Türkeistämmigen

inDeutschland., ca. 175 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 135 · F reitag, 14. Juni 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Matthias Reim möchte seine Anhängerschaft

musikalisch überraschen.

„Ich versuche immer,mich soundmäßig

zu entwickeln und auch den

alten Songs ein neues Gewand zu geben“,

so der 61-Jährige.„Verdammt,

ich lieb’Dich“ in einer hübschen

FreeJazz-Version?„Ich hab geträumt

vonDir“ mit gegrunzten Death Metal-Einsprengseln?Wirsind

gespannt!

Dieter Bohlen überrascht eigentlich

niemanden mehr –auch nicht mit

der Feststellung, dass er sich in seiner

Casting-Sause „Deutschland

sucht den Superstar“ selbst eine

Chance geben würde.Schließlich

hält sich der 65-Jährige ja auch für

den Elton John vonTötensen. Allerdings,soorakelt

der Musiker weiter,

würden ihm wohl seine Mitjuroren

einen Strich durch die Rechnung

machen und ihn nicht in die nächste

Runde lassen. Wollen wir’s hoffen!

JennyElvers zwingt uns dazu, noch

ein wenig im Trash-Segment zu verweilen,

hat die 47-Jährige doch das

TK Maxx VIP Midnight Shopping

zum Anlass genommen, ihren neuen

Freund in die Gesellschaft einzuführen.

Simon Lorinser heißt er,ist 35

Jahrealt und Model aus Hamburg.

Elvers kannte er als Schauspielerin

vorher nicht: „Ich besitzekeinen

Fernseher und lese keine Zeitung,

woher soll ich das da wissen?“ Mediale

Rundumabschottung –nicht

die schlechteste Strategie für eine

lange und erfüllte Promibeziehung.

Natalie Portman kennt sich aus mit

stressigen Dreharbeiten.

Mandenke nur an die

Schinderei, die sie sich als

Balletttänzerin in „Black

Swan“ zumutete.Doch

der Dreh von„Vox

Lux“ –hier schlüpfte

die 38-Jährige in

die Rolle einer Popsängerin

–forderte

ihr noch mehr ab.

Portman trug für die

Rolle überlange

Fake-Fingernägel,

mit denen sie in den

Drehpausen die

Windeln ihres Babyswechselte.Ein

echter Krallenkrampf!

(avo./mit

dpa)

Sie kann Glamour,

aber auch Babychaos

ist ihr nicht fremd. IMAGO

TIERE

Muss noch viel lernen: Uhu-Babyin

Stendal.

DPA/KLAUS-DIETMAR GABBERT

In einer Mauernische des Havelberger

Doms Sankt Marien (Sachsen-Anhalt)

nistete in diesem Jahr zum ersten

Malein Uhu-Pärchen. Toll! Noch

toller:Alsbald schlüpfte hier auch ein

Küken. Doch am 19. Maifiel es aus

dem Nest. Immerhin überlebte es

den Sturzunverletzt und wurde zum

nahe gelegenen Tiergarten Stendal

gebracht. Dortwirddas Süßerchen

nun aufgepäppelt, in einem abgelegenen

Gehege,denn es soll sich nicht

an Menschen gewöhnen, sondern

das Jagen lernen und, wenn sein Federkleid

voll ausgebildet ist, ausgewildertwerden.Viel

Glück! (schl.)

Bei den extremen Wetterbedingungen in Indien wird Wasser zum kostbaren Gut –und zum Politikum.

48 Grad, Tendenz steigend

In Indien herrschen derzeit Rekord-Temperaturen. Klimaforscher sehen darin die neue Normalität weltweit

VonAgnes Tandler,Neu-Delhi

Nichts wie weg! Rekordtemperaturen

von 48

Grad in der indischen

Hauptstadt Neu-Delhi

und der Metropolregion Delhi machen

das Leben der gut 21 Millionen

Bewohner zur Qual. Werkann, flieht

in die Bergstädte im Himalaya –etwa

nach Shimla oder Manali, wo es in

diesen Tagen zu kilometerlangen

Staus kam, weil Tausende gut betuchte

Inder aus Delhi und anderen

Städten in Nordindien auf dem

WeginkühlereGefilde waren.

Viele Hitzetote

Vier Städte in Nordindien –Delhi,

Churu, Banda und Allahabad –

schreiben in dieser Woche Temperaturen

von 48Grad und mehr. In

Churu wurde bereits zweimal die

Grenze von 50 Grad überschritten.

Es war mehr als acht Grad wärmer

als die Normaltemperatur zu dieser

Jahreszeit. Banda lag mit 49,2 Grad

nur knapp darunter,Allahabad verzeichnete

48,9. Besser gestellte Bewohner,

die nicht fliehen können,

verkriechen sich daheim vor der

Klimaanlage. Der Stromverbrauch

erreichte neue Rekordwerte. Arme

und mittellose Stadtbewohner hingegen

müssen in der Hitzehölle aushalten.

Indien spricht offiziell von einer

Hitzewelle, wenn das Thermometer

an zwei Tagen hintereinander 45

Grad und mehr anzeigt. Als schwere

Hitzewelle gelten Temperaturen ab

47 Grad. Solche Extremhitze ist in

den vergangenen Jahren ein immer

häufigeres Problem. Seit 2004 hat

das Land mit seinen über 1,2 Milliarden

Einwohnernelf der 15 wärmsten

Jahre seit Beginn der Klima-Aufzeichnungen

im Jahr 1901 erlebt. In

der vergangenen Woche waren elf

der 15 heißesten Orte der Erde in Indien,

die übrigen vier lagen im Nachbarland

Pakistan.

Auch der Süden Indiens bleibt

nicht verschont: In Bengaluru, früher

Bangalore, wurde es im Sommer

früher selten wärmer als 26 Grad –

doch nun herrschen in der Millionenstadt

Temperaturen um die 40

Grad. „Vor 20 Jahren hatten wir nicht

einmal Ventilatoren“, sagt die Kinderbuch-Autorin

Srilata Menon.

„Heute benutzen wir alle Klimaanlagen.

Es gibt eine großen Unterschied

zwischen den Tag- und Nachttemperaturen.

Nachts haben wir Gewitter,

tagsüber wirdesdann sehr heiß.“

Forschen sehen diese Veränderung

als Teil des Klimawandels an

und gehen davon aus, dass es sich

Öffentliche Wasserversorgung für die Ärmsten in Neu-Delhi.

Klima-Risiko-Index

Platzierung

(1998 –2017)

1. –10.

11. –20.

21. –50.

51. –100.

>100.

keine Daten

Der Index zeigt, wie stark Länder vonWetterextremen

betroffen sind (Todesopfer,wirtschaftliche Schäden)

Weressich leisten kann: Erfrischung im Großstadtmoloch.

Arme Stadtbewohner müssen in der Hitzehölle ausharren.

Indien

AFP/NOEMI CASSANELLI

BLZ/GALANTY; Q.: GERMANWATCH, AFP, STAND 2019

AP/MANISH SWARUP

APRAJESH KUMAR SINGH

AP/RAJESH KUMAR SINGH

um ein weltweites Phänomen handelt.

Umweltschützer in Indien fordern

von der Regierung seit längeremeinen

Plan, um den Extremtemperaturen

zu begegnen. Jedes Jahr

sterben Hunderte Menschen an den

Folgen der Hitze –vor allem arme,

kranke und alte Menschen. Seit

2010, so erklärte Indiens Gesundheitsminister

Harsh Vardhan, seien

mehr als 6000 Inder bei Hitzewellen

umgekommen.

Streit ums Wasser

Am Dienstag starben vier ältere Passagiere

imKerala-Express an einem

Hitzeschlag, als der Zug durch den

nordindischen Ort Jhansi bei Agra

fuhr, woTemperaturen um die 49

Grad herrschten. „Ein Ärzteteam hat

die Passagiere anBord des Zuges in

Jhansi behandelt. Drei Reisende waren

bereits tot, ein vierter starb später

im Krankenhaus“, erklärte Bahnsprecher

Manoj Kumar Singh. In der

vergangenen Woche waren zwei

Bahnreisende in Nordindien durch

Hitze und Austrocknung ums Leben

gekommen. Ein großer Teil der indischen

Züge ist nicht klimatisiert,

sondern hat lediglich offene Fenster

mit Eisenstangen.

Die Behörde für Katastrophenschutz

geht davon aus, dass bislang

mindestens 36 Menschen an Hitzefolgen

gestorben seien. „Dies ist die

schlimmste Hitzewelle,die wir je hatten“,

erklärte Behördenmitarbeiter

Anup Kumar Srivastava. DasExtremwetter

führtzudem zu Streit um Wasser:ImBundesstaat

Madhya Pradesh

musste die Polizei eingreifen und Laster

mit Wasser eskortieren und bewachen,

nachdem durstige Einwohner

die Fahrzeuge gestoppt hatten, um an

Trinkwasser zu kommen.

Eine Studie in der Zeitschrift

Earth’s Future kam vor kurzem zu

dem Schluss, dass die Welt in ein

neues Klimasystem eingetreten sei,

das Hitzewellen mit sich bringe, die

in ihrer Stärke und Häufigkeit bislang

nicht dagewesen seien. „In den

kommenden Jahrzehnten werden

Hitzewellen ziemlich sicher gefährliche

Ausmaße für das Ökosystem und

die menschliche Gesellschaft erreichen“,

warnen die Klimaforscher

aus der Schweiz und Großbritannien

in dem Beitrag.

Auch indische Wissenschaftler

vom Institut für tropische Wetterkunde

in Pune haben die Hitzewellen

der jüngsten Zeit analysiert und

zeichnen ein alarmierendes Bild.

Wetterstationen im ganzen Land

verzeichnen einen steilen Anstieg

bei den heißen Tagen, während kalte

Tage immer weniger werden.

Mordserie auf Zypern:

Siebte Leiche gefunden

Dassiebte Opfer eines Serienmörders

ist auf Zyperntot entdeckt worden

–das kleine Mädchen war erst

sechs Jahrealt. DiePolizei vermutet,

dass es das letzte Opfer ist. Sieben

Taten hatte ein 35-jähriger Hauptmann

der zyprischen Nationalgarde

bei der Polizei gestanden. Fast zwei

Monate dauerte die Suche nach Leichen.

Taucher entdeckten am Mittwoch

in einem Baggersee die Überreste

der Sechsjährigen. Siewar dort

in einem mit Beton beschwerten

Koffer versenkt worden. (dpa)

Hubschrauberabsturz in New

York:Pilot hatte sich verirrt

DerPilot des auf einem WolkenkratzerinNew

York abgestürzten Hubschraubers

hat sich ersten Erkenntnissen

zufolge bei Regen und Nebel

verirrt. Er habe der Flugüberwachung

kurzvor dem Absturzmitgeteilt,

dass er zu seinem Startplatz zurückkehren

wolle,aber nicht wisse,

wo er sei, zitierte die NewYorkTimes

einen Ermittler.Kurzdanach stürzte

der Hubschrauber auf ein Gebäude

mitten in Manhattan. DerPilot kam

ums Leben. (dpa)

Kaufhaus in Bremen erlaubt

das Containern

Ein Kaufhaus-Angestellter in Bremen

bringt die Ware zum Container.

DPA

EinBremer Kaufhaus hat das sogenannte

Containernausdrücklich erlaubt.

MitHinweisschildernanden

Mülltonnen wendet sich das Unternehmen

an sogenannte Lebensmittelretter

und gibt ihnen Tipps,worauf

sie bei weggeworfenen Waren

achten sollen. Eigentlich ist ContainerninDeutschland

illegal und

kann als Diebstahl oder Hausfriedensbruch

bestraft werden. (dpa)

Türsteher auf Mallorca

verprügelt: Leipziger in U-Haft

Zwei Urlauber,die Pfingsten auf

Mallorca einen afrikanischen Türsteher

attackierthaben sollen, stammen

aus Leipzig. Sieseien beide 20

Jahrealt, sagte am Donnerstag ein

Sprecher der Leipziger Polizei. Die

beiden Männer sitzen derzeit in Untersuchungshaft

in Spanien, gegen

sie wirdwegen schwerer Körperverletzung

ermittelt. Nach Angaben der

spanischen Polizei wirdein rassistischer

Hintergrund vermutet. (dpa)

Elfjähriger bei

Vibratordiebstahl ertappt

DerDiebstahl eines Sexspielzeugs

hat einen Elfjährigen aus dem thüringischen

Saalfeld früh mit dem Gesetz

in Konflikt gebracht. Wiedie Polizei

am Donnerstag mitteilte,hatte

der Junge in einer Drogerie einen

Vibrator eingesteckt. Er wurde ertappt,

weil die Diebstahlwarnanlage

am Ausgang auslöste.Den hinzugerufenen

Polizisten sagte er,eshabe

sich um eine Mutprobe gehandelt.

Er wollte das Gerät demnach für eine

Freundin stehlen. DerJunge wurde

seiner Mutter übergeben. (dpa)