AJOURE´ Magazin Juli 2019

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AJOURE / PEOPLE

Wieviel Autobiografisches beziehungsweise

Selbsterlebtes steckt in den Texten,

die du mit deinem Kollegen Oliver

Anders geschrieben hast?

Alles in ihnen ist autobiografisch. Die

meisten Themen entstanden aus Situationen,

die ich selbst erlebt habe. Ich denke,

dass viele Zuhörer schon einmal in diversen

Situationen gewesen sind, die zu den

Lyrics passen. Sei es Verlustangst, Trauer

oder eben das Gegenteil davon. Unsere

Musik ist auf gewisse Weise etwas leichter

und macht gute Laune, auch wenn wir

natürlich traurige Songs mit dabeihaben.

Die Texte, die wir behandeln, sind aber

durchaus manchmal traurig und „edgy“

und gehen richtig tief. Ich fand schon

immer schön, dass Musik in traurigen

Zeiten eine Art tröstendes Element sein

kann. Bei mir persönlich ist es so, dass

ich Lyrics etwas langweilig finde, wenn

es keinen Subtext und nur eine Ebene

gibt. Das hat so etwas von einer Soap.

Die Musik ist traurig, jemand zeigt, dass

er traurig ist und dann hast du am Ende

auch noch einen Untertitel in dem steht

„sehr traurig“ (lacht). Deshalb achte ich

darauf, dass an einer gewissen Stelle eine

Art Bruch kommt und eine weitere Ebene

erscheint und vielleicht ein Twist oder ein

Hoffnungsschimmer entsteht.

Hast du einen Lieblingstrack auf dem

neuen Album?

Ich liebe „The Quiet & The Storm“. Wir

haben auch hart darum gekämpft, ob dieser

Titel auf dem Album der erste oder

der letzte sein soll. Am Ende des Tages

wurde es der titelgebende Track, ist aber

dennoch der letzte Song auf dem Album.

Man kämpft innerhalb der Band ja immer

etwas um die Reihenfolge der Lieder.

Es macht auf der anderen Seite sehr viel

Sinn, den Titel am Ende zu platzieren,

denn der gesamte Aufbau des Songs ist

wie dafür geschaffen. Trotzdem wäre es

mir am Anfang lieber gewesen, denn ich

finde, er hat durchaus das Zeug zu einer

guten Einleitung. Er erzählt eine Polarität

– wie der Titel schon verrät. Ich mag ihn

tatsächlich sehr.

Schaltest du bei dem ganzen Stress auch

mal ab?

Das ist echt schwierig momentan. Sobald

ich allerdings auf Tour bin, kommt ein

Moment, in dem ich zur Ruhe komme,

da ich effektiv nichts machen kann. Das

klingt vielleicht widersprüchlich, aber es

ist so. Du stehst morgens in einem Hotel

auf, frühstückst, dann holt dich der Bus

ab und der Fahrer bringt dich zur nächsten

Location in einer anderen Stadt. Du

wirst also durch die Gegend gefahren und

hörst Musik, schläfst oder redest mit irgendjemandem

über irgendetwas. Dann

kommst du am Zielort an, machst einen

Soundcheck, spielst den Gig, redest am

Ende mit den Leuten, trinkst ein bis fünf

Bier oder so (lacht), legst dich ins Bett

und am nächsten Morgen geht das ganze

von vorne los. Hierbei entstehen dann die

paar Stunden, in denen ich herunterfahre

und entspanne. Am Set eines Films geht

das leider nicht. Hier spielst du mal morgens,

mal abends, zwischendurch beantwortest

du deine E-Mails. Irgendjemand

will immer etwas von dir. Von Abschalten

kann da nicht die Rede sein.

Young Chinese Dogs besteht aus einer

Frau, dir, und drei Männern. Wie kam

es zu dieser Konstellation? Wie habt ihr

euch kennengelernt und wie ist Band

entstanden?

Ich kam damals als Schauspielerin nach

München und habe alles hinter mir zurückgelassen.

Auch meine damalige

Band aus Köln. Mein damaliger Freund

überzeugte mich dann, mir wieder eine

Band zu suchen, da ich super traurig war,

meine Kölner Band verlassen zu müssen.

Ich kannte in München aber niemanden

und habe auf einem Musikerboard einen

Eintrag entdeckt. Es wurde eine Sängerin

für eine Band gesucht, die auch Bock hat

Songs zu schreiben. Ich traf mich also mit

den Jungs und sind einen ganzen Tag lang

durch die Gegend gelaufen und saßen

abends, denn es war Sommer, zusammen

an der Isar und haben Musik gemacht.

Das fand ich total super und auch die

Jungs fand ich toll. Daraufhin begannen

die Proben und die Lieder entstanden –

bis heute.

Ab 31. Mai tourt ihr durch alle großen

Städte Deutschlands. Wie fühlst du

dich?

Reine Vorfreude! Wir hatten letzte Woche

einen Gig in München auf dem Marienplatz.

Das war am 1. Mai und der Platz

war übertrieben gefüllt. Wir haben dort

die neuen Songs zum ersten Mal live gespielt

und ich muss sagen, dass ich 50%

AJOURE MAGAZIN SEITE: 40 | JULI 2019

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