Berliner Zeitung 17.06.2019

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Blackout in Südamerika: Argentinien und Uruguay ohne Strom – Panorama Seite 28

Hummels

zurück nach

Dortmund?

Seite 18

16°/28°

Viel Licht

Wetter Seite 2

Ein einziges Abenteuer: Der

Berliner Straßenverkehr

Leitartikel Seite 8

www.berliner-zeitung.de

„Das ist meine Heimat“ –

40 Jahre Marzahn

Berlin Seite 9

Montag,17. Juni 2019 Nr.137 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Jüdisches Museum:

Ein Tweet und die Folgen

Feuilleton Seite 21

Danish

Dynamite für

die Eisernen

VonMarkus Lotter

Und plötzlich ist die U21-EM

auch für all diejenigen, die es

mit dem 1. FC Union halten, eine

höchst interessante Veranstaltung.

Einer, der in Zukunft den Sturm der

Eisernen verstärken und mit seinen

Torenden Klassenerhalt in der Bundesliga

sichern soll, wird nämlich

bei der zweiwöchigen Nachwuchsleistungsschau

in Italien und San

Marino zum

Einsatz kommen.

Und das

schon an diesem

Montag, wenn

sich in Udine

um 21 Uhr (ARD

live) Deutschland

und Däne-

Marcus Ingvartsen,

Unions neuer Stürmer

aus Dänemark

Union

mark gegenüberstehen.

Sein Name: Marcus

Ingvartsen.

„Ich freue mich sehr darauf, in

Zukunft für Union zu spielen. Die

Bilder vomAufstieg waren überall zu

sehen und sehr beeindruckend. Ich

möchte mich hier durchsetzen und

dazu beitragen, mit der Mannschaft

eine erfolgreiche Saison in der Bundesliga

zu spielen“, gab der 23-Jährige

via Pressemitteilung kund,

nachdem ihn das eine oder andere

Medium übersWochenende fälschlicherweise

noch mit Hertha BSC in

Verbindung gebracht hatte.

Union wiederum kommentierte

mittels Manager Oliver Ruhnert die

Verpflichtung wie folgt: „Mit ihm bekommen

wir einen hochveranlagten

Linksfuß, der abschlussstark, spielintelligent,

laufstarkund technisch versiertist.

Ichbin überzeugt, dass er unsereMannschaft

verstärken wird.“

Undinder Tat, Ingvartsen scheint

ein enormes (Entwicklungs-)Potenzial

zu haben. Im Alter von18Jahren

debütierte er im Trikot des FC Nordsjaelland

in der dänischen Superliga,

schoss in den folgenden drei Spielzeiten

30 Tore bei 76 Einsätzen. Im

Sommer 2017 wechselte der 1,87

Meter große Angreifer schließlich

zum belgischen Spitzenklub KRC

Genk. Er konnte dortaber die hohen

Erwartungen, die natürlich auch mit

der stolzen Ablösesumme in Höhe

von fünf Millionen Euro einhergingen,

mit acht Treffern in38Spielen

nicht erfüllen.

WasIngvarsten dem 1. FC Union

wert war, wurde nicht bekannt, nur

dass sein bis 2022 datierter Vertrag

für die Erste und Zweite Liga gültig

ist. Undjetzt liebe Union-Anhänger:

Fernseher an, und alle Augen auf die

Nummer 9der Dänen.

Rosinen im Kopf

70 Jahrenachder Luftbrücke sind die alten Maschinen über

Tempelhof geflogen. Landen durften sie hier nicht. Berlin Seite 9

Eine Douglas DC-3, ein sogenannter Rosinenbomber,der zum Jubiläum der Luftbrückenach Deutschland geholt wurde, steht am Flughafen Paderborn-Lippstadt.

Verhaftung im Mordfall Lübcke

45-Jähriger gilt im Fall des Kasseler Regierungspräsidenten als tatverdächtig. Kontakte ins rechte Milieu?

Steckte hinter dem Mord an

dem Kasseler Regierungspräsidenten

Walter Lübcke

doch ein politisches, ein

rechtsextremes Motiv? Die Polizei

hat bereits am Sonnabend einen 45

Jahre alten Mann unter dringendem

Tatverdacht festgenommen. Am

Sonntag wurde gegen ihn Haftbefehl

erlassen. Nach Informationen der

Frankfurter Allgemeinen Zeitung

soll der Mann früher in der rechtsextremistischen

Szene aktiv gewesen

sein. Ähnliches berichtet auch die

Bild-Zeitung. Die Ermittler wollten

sich nicht öffentlich dazu äußern.

Vor zwei Wochen war der Regierungspräsident

Walter Lübcke auf

der Terrasse seines Hauses tot aufgefunden

wurden –getötet mit einem

Schuss in den Kopf, abgegeben aus

nächster Nähe.

Spezialkräfte der hessischen Polizei

hatten den Mann am frühen

Sonnabendmorgen in Kassel festgenommen.

„Die Festnahme erfolgte

aufgrund eines DNA-Spurentreffers“,

berichteten die Staatsanwaltschaft

Kassel und das hessische Landeskriminalamt.

Mehr Informationen

gab es zunächst nicht. „Aufgrund

der Indizienlage“ habe das

Amtsgericht Untersuchungshaft verhängt.

Der Mann kam in die Justizvollzugsanstalt

Kassel I. Zu der möglichen

Spur ins rechte Milieu wollte

sich ein Sprecher der Staatsanwaltschaft

auf Anfrage nicht äußern.

DieErmittler hatten laut Bild-Zeitung

DNA-Spuren an der Kleidung

des erschossenen Regierungspräsidenten

gefunden. Es habe zu der gesicherten

Spur einen Treffer in der

DNA-Analyse-Datei gegeben, die

beim Bundeskriminalamt liege. Der

45-Jährige ist demnach polizeibekannt

und hat bereits eine schwere

Straftat begangen. Damals sei ihm

eine DNA-Probe entnommen und in

der Datenbank gespeichertworden.

Nach Lübckes Todhatten hasserfüllte

und hämische Reaktionen aus

der rechten Szene im Internet für

Empörung gesorgt. Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier sagte,

wie sich manche in sozialen Netzwerken

geradezu hermachten über

dessen Tod, sei „zynisch, geschmacklos,

abscheulich, in jeder

Hinsicht widerwärtig“.

Als Chef des Regierungspräsidiums

Kassel, einer Art Mittelbehörde

zwischen der Landesregierung und

den Kommunen, hatte der politische

Spitzenbeamte sich in der Flücht-

„Die Festnahme erfolgte aufgrund eines

DNA-Spurentreffers.“

Mitteilung der Staatsanwaltschaft Kassel und des hessischen Landeskriminalamtes

lingskrise vor vier Jahren für die Unterbringung

von Flüchtlingen in

Nordhessen ausgesprochen und Kritikern

empfohlen, sie könnten das

Land ja verlassen. Daraufhin hatte er

massive Morddrohungen erhalten.

Eine Verbindung zu der Bluttat hatten

die Ermittler bislang allerdings

nicht gesehen.

Der Mord hatte sich in der Nacht

zum 2. Juni im nordhessischen Wolfhagen-Istha

ereignet. Angehörige

DPA

entdeckten den 65-Jährigen kurz

nach Mitternacht auf der Terrasse.

Reanimationsversuche blieben erfolglos,

imKrankenhaus wurde sein

Tod festgestellt. Eine Sonderkommission

„Limecke“ nahm die Ermittlungen

auf. Auch bei Aktenzeichen

XY war der Fall Thema.

Für Aufregung sorgte am vergangenen

Wochenende ein Polizeieinsatz

an der Nordseeküste.Die Polizei

stoppte den Fährbetrieb und nahm

einen Mann in Gewahrsam, ließ ihn

nach der Befragung aber wieder gehen.

Der nun Festgenommene sei

nicht der Mann vonder Fähre, betonen

die Ermittler am Sonntag.

Lübcke hinterlässt eine Frau und

zwei erwachsene Kinder. AmSonnabend

–dem Tagder Festnahme –

wurde der 65-Jährige in seinem Heimatort

beigesetzt. Am Donnerstag

hatte es in Kassel einen Trauergottesdienst

mit über 1300 Besuchern

für den CDU-Politiker gegeben. „Zur

Grausamkeit der Tatkommt die Ungewissheit:

Wer war es, der diesem

Leben kaltblütig und hinterrücks ein

Ende setzte?“, sagte Martin Hein, Bischof

der Evangelischen Kirche von

Kurhessen-Waldeck. Vielleicht bringen

die nächsten Tage Licht ins Dunkel

der Vermutungen. (dpa)

CDU-Kandidat

Ursu siegt

in Görlitz

AfD-Kandidat scheitert bei

Oberbürgermeister-Wahl

AmEnde war das Ergebnis dann

doch deutlicher als viele erwartet

hatten: Görlitz bekommt einen

CDU-Oberbürgermeister. Octavian

Ursu hat die Stichwahl am Sonntag

klar gewonnen, die AfD verpasste

das erhoffte erste Spitzenamt in einer

deutschen Stadt. Nach dem vorläufigen

Endergebnis votierten 55,2

Prozent für den 51-Jährigen, gebürtig

aus Rumänien, und 44,8 Prozent

für Sebastian Wippel (AfD).

Wie Wahlleiterin Cornelia Herbst

sagte, bekam Ursu 14 043 Stimmen,

für Wippel votierten 11 390 Wähler.

„Ich freue mich“, sagte Ursu der

Deutschen Presse-Agentur. „Nun

geht es darum, auf die anderen zuzugehen,

die mich nicht gewählt haben.“

Alle gegen Wippel

Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent

und damit 2,6 Prozentpunkte

unter der vom ersten Wahlgang am

26. Mai. Damals hatte der Musiker

und Landtagsabgeordnete Ursu mit

30,3 Prozent auf Platz 2hinter Wippel

(36,4 Prozent) gelegen.

Die beiden ebenfalls unterlegenen

Kandidatinnen Franziska Schubertvon

den Grünen (27,9) undJana

Lübeck von den Linken (5,5) hatten

daraufhin verzichtet, um ein AfD-

Stadtoberhaupt zu verhindern. Alle

anderen Parteien hatten ihreWähler

ermuntert, Ursu zu wählen. Es gab

sogar eine Künstler-Initiative, die die

Görlitzer indirekt aufgeforderthatte,

für den CDU-Politiker zu stimmen.

Wippel ist der erste Politiker der

AfD, dem es fast gelungen wäre, das

Amt des Oberbürgermeisters zu erobern.

DiePartei hatte sich vondem

Erfolg für die anstehenden Landtagswahlen

in Sachsen, Thüringen

und Brandenburg eine unterstützende

Wirkungerhofft. (dpa)

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2** Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Tagesthema

Regierungsprogramm

Im Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD werden Sachfragen wie Grundrente und Grundsteuer diskutiert.

In Wirklichkeit geht es um die Frage: Gibt es noch genügend Gemeinsamkeiten für den Rest der Legislatur?

Umfragen

Die SPD ist

nur noch

Nummer 4

Wenn SPD-Politiker bislang

über die Sozialisten in

Frankreich geredet haben, taten

sie das wie Familienmitglieder,

die über den früher mal reichen,

inzwischen aber mittellosen und

alkoholkranken Großonkel sprechen.

„Schlimm, was aus ihm geworden

ist –aber mit uns hat das

alles ja zum Glück nichts zu tun.“

Bestenfalls als mahnendes

Beispiel galt der Absturzder französischen

Genossen, die bei der

letzten Parlamentswahl auf sieben

Prozent fielen, ihre Parteizentrale

verkaufen mussten und

einen wichtigen Teil ihres Nachwuchsverbandes

verloren haben.

Im Grunde aber war man

sich in der SPD ziemlich sicher,

dass es so weit schon nicht kommen

würde.

Nun stellen die Sozialdemokraten

gerade fest, dass Paris womöglich

näher ist als gedacht. Es

sind zwei Meinungsumfragen, die

in der SPD für Entsetzen sorgen.

Elf Prozent in der Sonntagsfrage

bei Forsa, zwölf bei Insa und bei

beiden Instituten hinter der AfD.

Die SPD als vierte Kraft in

Deutschland? Das gab es nach

dem Krieg noch nie.

Öffentlich äußern will sich zu

dem Umfrage-Desaster keiner

der Spitzengenossen. Was sollen

sie auch sagen? Dass es vielleicht

doch keine gute Idee war, Andrea

Nahles vomHof zu jagen, ohne einen

Nachfolger zu haben? Dass

die Partei nun Tempo machen

muss bei der Besetzung ihrer

Führungsposten? Oder dass sie

endlich rausgehen muss aus der

ungeliebten großen Koalition?

Hinter vorgehaltener Hand

heißt es nur, der Umfrageniedergang

komme nicht überraschend.

Die Demoskopen lebten von den

zugespitzten Zahlen und die Medien

hätten gerade Freude an Untergangsfantasien.

Der Weg aus

der Krise sei jedoch möglich. Dass

er hart wird, darüber allerdings

macht sich auch keiner der Genossen

Illusionen.

Eine gute Nachricht immerhin

gibt es noch für die SPD. 59

Prozent der Bundesbürger würden

es laut Forsa „persönlich bedauern“,

wenn die Partei in der

Bedeutungslosigkeit verschwände.

Esmuss also nicht so

kommen wie in Frankreich. Ausgeschlossen

ist allerdings gar

nichts mehr. (ani.)

Fahnen im Wind: Noch stehen CDU und SPD dicht beeinander.

Angela Merkel, Alexander

Dobrindt und Olaf Scholz –

das sind die letzten drei

Überlebenden in der Führungsmannschaft

der großen Koalition

–dabei ist das Bündnis gerade

einmal 15 Monate alt. Noch nie in

der Geschichte der Bundesrepublik

hat eine Regierung in so kurzer Zeit

so viel Führungspersonal verschlissen

wie die aktuelle große Koalition.

Und nirgendwo wird das deutlicher

als im Koalitionsausschuss, jenem

Gremium, in dem CDU, CSU und

SPD ihre Regierungsarbeit koordinieren

wollen.

Am Sonntagabend trat der Ausschuss

im Kanzleramt zusammen.

Zu später Stunde zeigten sich die

nicht gerade erfolgsverwöhnten

Spitzen der großen Koalition demonstrativ

auf einem Balkon des

Kanzleramts –teils mit Gläschen in

der Hand, teils ohne, teilweise in intensiveGespräche

vertieft.

Vier neue Partner

Vier neue Gesichter mit vonder Partie.

Manuela Schwesig, Malu Dreyer

und Thorsten Schäfer-Gümbel, die

drei kommissarischen Parteivorsitzenden

der SPD, dazu Rolf Mützenich

der fürs Erste die sozialdemokratische

Bundestagsfraktion anführt.

Sie kamen in ihre Ämter nach

dem Rücktritt vonPartei- und Fraktionschefin

Andrea Nahles. Sie hatte

nach der Europawahl aufgegeben,

bei der die SPD eine heftige Niederlage

einstecken musste und ihr klar

wurde, dass sie weder in der Partei

noch in der Fraktion größere Unterstützung

erfährt.

Vor allem CSU-Mann Dobrindt

hatte das Ausscheiden von Andrea

Nahles bedauert. Auf deren Wort sei

immer Verlass gewesen, hatte der

Chef der CSU-Landesgruppe ihr

nachgerufen. Subtext: Mitgleich vier

Nachfolgern dürfte die Diskussion

nicht unbedingt leichter werden.

Strittige Themen zu besprechen gab

es am Sonntagabend genug. Die

wichtigsten begannen mit „Grund“ –

Grundrente und Grundsteuern. Außerdem

wollten die Koalitionäreden

Haushaltsentwurffür 2020 sowie die

Finanzplanung für die kommenden

Jahre unter Dach und Fach bringen.

Nach der vor allem für die beiden

Volksparteien CDU und SPD desaströs

verlaufenen Europawahl ging es

nicht zuletzt darum, ein Signal der

Handlungsfähigkeit auszusenden.

Das große

Ringen

VonAndreas Niesmann

Sonntagsfrage Bundestagswahl

15. Juni 2019 „Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre...“

Umfrageergebnisse der beiden großen Meinungsforschungsinstitute Emnid und Forsa;

in KlammernVeränderung zur vorherigen Umfrage

SPD

CDU/CSU

12 %

25 % (–2,0)

(±0)

Grüne

27 %

(±0)

Linke

8%(+1)

FDP

8%(±0)

AfD

13 % (+1)

Sonstige

7%(±0)

QUELLE: EMNID

SPD

11 %

(–1,0)

Grüne

27 %

(±0)

Linke

8%(±0)

CDU/CSU

24 % (±0)

FDP

9%(+1)

AfD

13 % (+1)

Sonstige

8%(–1,0)

QUELLE: FORSA

Immerhin in den seit Monaten

festgefahrenen Streit um die Reform

der Grundsteuer war in der vergangenenWoche

Bewegung gekommen.

So hatte SPD-Finanzminister Olaf

Scholz den bis dahin blockierenden

Bayern offenbar in Aussicht gestellt,

über eine umfassende Öffnungsklausel

eigene Regelungen bei der

Erhebung der Grundsteuer erlassen

zu können. Kritiker fürchten allerdings,dass

das im Ergebnis zu einem

Flickenteppich unterschiedlichster

Landesregelungen führt. Für diese

Reformder Grundsteuer müsste das

Grundgesetz geändert werden. Das

heißt, die Koalition bräuchte die Unterstützung

aus der Opposition für

eine Zweidrittel-Mehrheit.

Dieüberraschende Kompromissbereitschaft

des Finanzministers

hatte ihrerseits für Unmut gesorgt –

vor allem in der SPD-Bundestagsfraktion

und unter SPD-regierten

Bundesländern. Dorthatte man bislang

die Linie vertreten, dass es bei

der Grundsteuer eine einheitliche

Lösung für alle gebe.

Im Dauerstreit um die Grundrente

war Arbeitsminister Hubertus

Heil zuletzt in die Offensive gegangen.

Kurz vor dem Koalitionstreffen

hatte der SPD-Politiker die Union zu

schnellen Verhandlungen aufgefordert.

Ab Montag könnte man loslegen,

um noch in diesem Sommer zu

einer Lösung zu kommen, hatte Heil

der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) gesagt. Heil

hatte Kompromissbereitschaft angedeutet,

die von der Union eingeforderte

und im Koalitionsvertrag festgeschriebene

Bedürftigkeitsprüfung

allerdings nach wie vorabgelehnt.

Kompromiss zum Soli?

DPA

In der Union hatte man sich darüber

geärgert, vor allem weil CDU und

CSU zuletzt ihre eigene, über den

Koalitionsvertrag hinausgehende

Forderung nach einer vollständigen

Soli-Abschaffung hatten fallen lassen.

Die Union ist nun bereit, den

Soli nur für die unteren 90 Prozent

der Steuerzahler zu streichen, wie es

vonder SPD gefordertwurde.ImGegenzug

für den Verzicht der Union

könne die SPD doch ihrerseits eine

Grundrente mit Bedürftigkeitsprüfung

akzeptieren, maulte UnionsfraktionsvizeCarsten

Linnemann.

Das Treffen im Kanzleramt dauerte

bei Redaktionsschluss dieser

Ausgabe noch an.

Kanzlerkandidatur

Die Grünen

müssen eine

Wahl treffen

AmZaun gerüttelt hat Robert

Habeck, soweit man weiß,

noch nicht, aber immer mehr

Deutsche sehen den Grünen-

Chef im Kanzleramt. 51 Prozent

würden sich laut einer Emnid-

Umfrage im Auftrag der Bild am

Sonntag für ihn entscheiden,

wenn er bei einer Direktwahl gegen

CDU-Chefin Annegret

Kramp-Karrenbauer anträte. Sie

käme dagegen nur auf 24 Prozent

und liegt damit noch unter den

schlechten Werten ihrer Partei,

die auf 25 Prozent (Grüne 27 Prozent)

käme. Habecks Erfolg ist

Kramp-Karrenbauers Problem.

Nunkönnen die Deutschen ihrenKanzler

aber nicht direkt wählen,

und es ist auch keineswegs

ausgemacht,

dass Kramp-

Karrenbauer

für die Union

ins Rennen

gehen wird.

Nordrhein-

Westfalens

Ministerpräsident

Armin RobertHabeck ist

Laschet soll im Höhenflug.

Ambitionen

haben und der bei der Wahl zum

CDU-Parteivorsitz nur knapp geschlagene

Friedrich Merz sowieso.

Laschet käme im Direkt-

Vergleich mit Habeck auf 29 zu 40

Prozent der Stimmen, Merz auf 33

zu 39 Prozent. Der Grüne läge

auch hier vorne.

Offiziell will zu dem Thema

Kanzlerkandidatur kaum ein Grüner

etwas sagen. Die Frage ist extrem

heikel, denn bislang waren

die Grünen für gewöhnlich mit einer

männlich-weiblichen Doppelspitze

indie Bundestagswahlen

gegangen. Das aktuelle Führungsduo

RobertHabeck und Annalena

Baerbock wäre dafür ja

auch wie gemacht. Im Kanzleramt

aber gibt es keine Doppelspitze.

Da muss man sich entscheiden.

Es gibt ein historisches Vorbild

dafür: Joschka Fischer. Der frühere

Obergrüne hatte die Partei

2005 als einziger Spitzenkandidat

in die Bundestagswahl geführt.

Damals allerdings war Fischer

schon Vizekanzler und Außenminister

– außerdem schien das

Kanzleramt in nahezu unerreichbarer

Ferne. Das ist nun anders.

Die Grünen werden eine Entscheidung

treffen müssen. (ani.)

DPA/HENDRICK SCHMIDT

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE REISEWETTER

Heute pendeln sich die Höchsttemperaturen bei 25 bis 28 Grad ein. Dazu

gibt esviel Licht. Nur vereinzelt sorgen Wolken für schattige Phasen. Der

Wind weht nur schwach aus östlichen Richtungen. In der Nacht verschleiern

selten dünne Wolken den Sternenhimmel, und die Temperaturen betragen

16 bis 13 Grad.

Biowetter: Nach einem erholsamen

Schlaf kommt man am Tagrecht

schnell in die Gänge. Rheumatiker

und Asthmatiker haben teilweise

Wittenberge

mit leichten Problemen zukämpfen. 13°/28°

Sonst geht esuns meist gut.

Pollenflug: Die Belastung durch

Roggen-, Linden-, Sauerampfer-,

Brennnessel-, Spitzwegerich- und

Gräserpollen ist mäßig bis stark.

Gefühlte Temperatur: maximal 28Grad.

Wind: leichter Wind aus Ost.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

13°/28° 16°/28°

Luckenwalde

14°/28°

Cottbus

13°/28°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

heiter wolkig heiter

17°/29° 19°/31° 20°/29°

Prenzlau

12°/25°

Frankfurt

(Oder)

13°/27°

Das Zwischenhoch über der Ostsee dominiert noch über weite Teile Mitteleuropas.

VonSüden her rückt aber feuchtere Luft aus dem Mittelmeerraum nach

Deutschland, was im Laufe des Nachmittags lokale Gewitter im Süden entstehen

lässt. Sommerlich heiß ist es von der Iberischen Halbinsel über Italien und

der Türkei.

Sylt

13°/24°

Hannover

12°/26°

Köln

14°/28°

Saarbrücken

13°/26°

Konstanz

13°/26°

Hamburg

13°/28°

Erfurt

12°/24°

Frankfurt/Main

15°/30°

Stuttgart

12°/25°

Rügen

13°/23°

Rostock

13°/24°

Magdeburg

14°/26°

Nürnberg

13°/27°

München

13°/26°

Dresden

14°/26°

Deutschland: Heute lacht die Sonne

am Himmel. Stellenweise ziehen ein

paar Wolken vorüber. Während des

Tages ist mit 23 bis 30 Grad zu rechnen.

In der folgenden Nacht betragen

die Werte 17 bis 13 Grad. Der Wind

weht nur schwach aus Ost. Morgen

versteckt sich die Sonne teils hinter

Wolken, denen lokale Schauer oder

Gewitter folgen können. Dabei werden

Höchstwerte von 23 bis 31 Grad

gemessen, und der Wind weht

schwach aus südöstlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 15°-17°

Nordsee: 15°-17°

Mittelmeer: 19°-29°

Ost-Atlantik: 13°-18°

Mondphasen: 17.06. 25.06. 02.07. 09.07.

Sonnenaufgang: 04:42 Uhr Sonnenuntergang: 21:32 Uhr Mondaufgang: 21:39 Uhr Monduntergang: 04:54 Uhr

Lissabon

25°

Las Palmas

25°

Madrid

31°

Reykjavik

17°

Dublin

17°

London

18°

Paris

27°

Bordeaux

28°

Palma

29°

Algier

26°

Nizza

25°

Trondheim

17°

Oslo

23°

Stockholm

25°

Kopenhagen

21°

Berlin

28°

Mailand

32°

Tunis

28°

Rom

29°

Warschau

23°

Wien

25° Budapest

27°

Palermo

27°

Kiruna

21°

Oulu

18°

Dubrovnik

28°

Athen

33°

St. Petersburg

23°

Wilna

21°

Kiew

30°

Odessa

30°

Varna

29°

Istanbul

31°

Iraklio

27°

Archangelsk

17°

Moskau

25°

Ankara

27°

Antalya

28°

Acapulco 35° wolkig

Bali 32° heiter

Bangkok 32° Gewitter

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 18° Regen

Casablanca 23° sonnig

Chicago 20° bewölkt

Dakar 30° wolkig

Dubai 43° wolkig

Hongkong 32° Gewitter

Jerusalem 30° sonnig

Johannesburg 19° sonnig

Kairo 35° sonnig

Kapstadt 19° heiter

Los Angeles 18° wolkig

Manila 36° wolkig

Miami 32° Gewitter

Nairobi 24° bewölkt

Neu Delhi 41° heiter

New York 26° wolkig

Peking 32° heiter

Perth 18° heiter

Phuket 34° Gewitter

Rio de Janeiro 29° heiter

San Francisco 22° heiter

Santo Domingo 32° heiter

Seychellen 28° wolkig

Singapur 33° Gewitter

Sydney 16° Schauer

Tokio 29° heiter

Toronto 19° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 3· ·

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Seite 3

Tschechien ist noch fast 400 Kilometer

entfernt, aber Jaroslav Rudiš ist

schon da. Ohne in die Speisekarte

zu schauen, bestellt er Svícková –

Lendenbraten mit Rahmsoße und Knödeln –

und ein Bier, lehnt sich zurück und schaut

mit einem Blick, den man nicht anders als

zärtlich nennen kann, auf die weißen Tischtücher

mit den roten Deckchen und den weißen

Kugellampen darauf. So beginnt er den

langen Weg nach Hause am liebsten: im

Speisewagen des Eurocity, der sieben Mal

täglich von Berlin nach Prag fährt wie ein

tschechisches Gasthaus auf Rädern.

DerSpeisewagen ist eine Besonderheit im

deutschen Streckennetz, in der Küche steht

ein Koch und nicht nur ein Gerät zum Aufwärmen,

und das Bier wirdfrisch gezapft. Er

ist eines dieser Dinge, die dem Reisen mit

dem Zugeinen speziellen Zauber geben und

die zunehmend verschwinden, wie die

Schlafwagen der Deutschen Bahn. Jaroslav

Rudiš glaubt nicht, dass das dem Speisewagen

auch passieren wird, er ist eine solide

Einnahmequelle.Rudiš kennt Menschen, die

nur in den Intercity steigen, um hier zu essen.

Auch an diesem Freitag ist kein Platz

mehr frei, die Bedienung trägt „Palacinka“

und viele Gläser Pilsner Urquell aus der Küche,das

Wiener Schnitzel ist schon aus.

„Einmal gab es kein Bier mehr“, sagt Jaroslav

Rudiš, er klingt immer noch überrascht.

Es gibt, wie sich im Laufe des Tages

zeigen wird, nicht viel, was ihm seine gute

Laune nehmen kann, sein geliebter Speisewagen

ohne Bier aber schon.

Wilde Fahrtdurch Mitteleuropa

Eine Bahnfahrt mit dem Schriftsteller Jaroslav

Rudiš von Berlin, wo er lebt, nach Lomnice

nad Popelkou, dem böhmischen Städtchen,

aus dem er kommt. Es ist die Strecke,

auf der auch die beiden Protagonisten seines

Romans „Winterbergs letzte Reise“ ihre

wilde Fahrt durch Mitteleuropa beginnen.

Rudiš’ Buch wurde zu einer der meistbeachteten

Neuerscheinungen des Frühlings und

war für den Leipziger Buchpreis nominiert.

In Tschechien ist der 47-Jährige schon lange

sehr bekannt, als Romanautor, Dramaturg

und Mitglied der„Kafka Band“, mit der er zuletzt

Franz Kafkas Romanfragment „Amerika“

vertont hat. Von Kafka, dem auf

Deutsch schreibenden Tschechen, ist man

gleich bei Wenzel Winterberg, Rudiš’ 99-jährigem

Helden, denn die Zeit der k. und k-

Monarchie,inder Kafka aufwuchs,ist die,in

die Winterberg am liebsten zurückreisen

würde.Erbemüht sich nach Kräften, der Reiseführer,

aus dem er seinen Begleiter unablässig

über Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten

informiert, ist ein

Baedeker„Österreich-Ungarn“ von1913. Begleitet

wirdWinterbergvon JanKraus,einem

Altenpfleger, der sich um Sterbende kümmert.

Auch bei Winterberg schien das Ende

nah zu sein, doch plötzlich erwacht der bettlägerige

Mann aus seiner Apathie und fasst

einen Plan: Er wird eine Reise machen, auf

den Spuren von Lenka, seiner großen Liebe,

die er 1939 am Bahnhof seines Heimatorts

Reichenberg, der heute Liberec heißt, zum

letzten Malsah und vonder im gleichen Jahr

noch eine Postkarte aus Sarajewo kam, und

dann nichts mehr.

Siebrechen auf, Winterberg, der Sudetendeutsche,

der Straßenbahnfahrer in Berlin

wurde,und JanKraus,der in den 80er-Jahren

aus der Tschechoslowakei geflohen und in

Berlin gestrandet ist. Berlin, Liberec, Brünn

Prag, Wien, Budapest, eine wochenlange

Bahnreise, begleitet vonWinterbergs Monologen,

in denen er sich unbeirrt wie ein Zug

auf seinem Gleis durch die Geschichte arbeitet

und nicht müde wird, festzustellen, dass

leider kaum jemand so gut „historisch

durchschaut“ wie er. Also begreift, was zum

Beispiel die Schlacht von Königgrätz mit

dem Zweiten Weltkrieg zu tun hat.

„Winterbergs letzte Reise“ ist, gerade weil

es so intensiv in die Vergangenheit blickt, ein

sehr aktuelles Buch, Winterberg und Kraus

fahren durch Tschechien, Polen, Ungarn, wo

gerade Kräfte Zulauf haben, die sich am

liebsten abschotten und dabei auf eine nationale

Vergangenheit berufen wollen –und

dabei macht jede Seite des Romans klar,wie

untrennbar diese Länder durch ihre Geschichte

miteinander verbunden sind.

Jaroslav Rudiš treibt das um, die „historischen

Anfälle“, die Winterberg überkommen,

hat er auch. Der Ort, der ihn auf zugleich

melancholisch und glücklich machende

Weise spüren lässt, wie alles mit allem

zu tun hat, ist die Eisenbahn. Wann

immer es möglich ist, fährt ermit dem Zug,

und nach Hause sowieso,auch wenn das bedeutet,

fast den ganzen Tagunterwegs zu

sein. „Alle machen Yoga, um zu sich zu kommen“,

sagt er in seinem weichen, singenden

Deutsch, „ich fahreZug.“

Das innere Gleichgewicht wird dann

gleich auf die Probe gestellt, irgendwann

zwischen dem ersten und dem zweiten Bier

Nächster Halt

Europa

JaroslavRudiš im Speisewagen des Intercity Hamburg –Prag.Das Bier ist bestellt, die Reise in die böhmische Heimat kann losgehen.

Damit die Zukunft des Kontinents gelingt, muss man seine Vergangenheit

in den Blick nehmen, findet der tschechische Schriftsteller Jaroslav Rudiš.

Nirgends kann er das so gut wie vom Zug aus. Eine Bahnfahrt von Berlin

nach Böhmen

meldet Rudiš’ Handy,dass der Zugmit 23 Minuten

Verspätung in Dresden ankommen

wird. Ungünstig, dann ist der Anschlusszug

nach Liberec weg, und auch der vonLiberec

nach Semily, wohin er für 17 Uhr eigentlich

seinen Vater bestellt hatte, weil auf dem

Gleisstück nach Lomnice gerade die Gleise

erneuertwerden.

„Mist“, sagt Jaroslav Rudiš. Sekunden

später hellt sich sein Gesicht wieder auf:„Das

gehörtdazu. Ichnenne das Eisenbahnabenteuer.“

Er sucht in seinem Handy nach Verbindungen.

Planänderung: Wir fahren von

Dresden nach Zittau und steigen da nach Liberec

um.

Im Trilex, dem Zug, der Sachsen, Tschechien

und Polen verbindet, zieht Rudiš ein

rotes Buch ausder Tasche,ein Baedeker von

1913. Vorsichtig faltet er die Landkarte auf.

Lomnice nad Popelkou liegt ganz oben links

in der Ecke, amäußersten Rand der Habsburgermonarchie,

Teil eines riesigen Reiches.Ersei

kein Nostalgiker,sagt Jaroslav Rudiš.

Aber ihn schmerzt die Einsamkeit, in die

sich sein Land zunehmend begeben hat.

1918 verschwand Österreich-Ungarn, später

brachten die Nationalsozialisten die Juden

um, nach Kriegsende wurden die Deutschen

vertrieben, 1993 trennten sich Tschechien

und die Slowakei. Rudiš glaubt, dass mit der

Isolation die Angst vordem Fremden wuchs.

Tschechien geht es wirtschaftlich gut, die Arbeitslosigkeit

ist niedrig. Trotzdem hat auch

DEUTSCHLAND

VonPetraAhne

Berlin

Dresden

Prag

TSCHECHIEN

POLEN

Zittau

Reichenberg

Lomnice nad

Popelkou

BLZ/GALANTY

dieses Land einen Rechtsruck hinter sich

und mit dem Milliardär Andrej Babiš einen

Regierungschef, der gegen Migranten Stimmung

macht. Nur noch 33 Prozent der

Tschechen finden, dass die EU eine gute Sache

ist, so wenige Menschen wie in keinem

anderen Mitgliedsland.

DerBahnhof vonZittau liegt still da, an einem

Kiosk gibt es Bockwurst und Topfpflanzen.

Der Zug nach Liberec fährt erst in einer

Stunde.„Das gehört dazu“, sagt Jaroslav Rudiš

und schlägt vor, kurzins Stadtzentrum zu

spazieren. Es ist heiß, und er hat einen Koffer

dabei, aber egal. Es gibt so viel zu entdecken

BENJAMIN PRITZKULEIT

und zu erzählen, wäre doch schade, die Zeit

nicht zu nutzen. Er zeigt das leere Fabrikgebäude,indem

vor100 Jahren Fahrräder und

Motorräder hergestellt wurden und später

für den VEB Robur-Werke Fahrgestelle.

Den alten Brunnen mit dem Stadtwappen,

in dem zwei böhmische Löwen zu sehen

sind, weil Zittau bis ins 17. Jahrhundert

zur böhmischen Krone gehörte.Ein Spaziergang

mit Jaroslaw Rudiš führt unweigerlich

hinein in die Schichten der Geschichte. Vor

einem Haus mit vielen Arztpraxen bleibt er

stehen. Mehrere Namen klingen tschechisch.

Er hat selbst einen Bekannten, der

über die Grenze nach Zittau gezogen ist, da

sind die Mieten billiger als in Tschechien.„Ist

doch toll“, sagt Rudiš. Alles ist gut, was neue

Verbindungen schafft.

Der Zittauer Marktplatz sieht aus wie

frisch geputzt, Rudiš steuert eines der historischen

Häuser an, die das prächtige Rathaus

umstehen. Nur schnell im Buchladen Hallo

sagen, die Buchhändlerin kennt er, seit sie

ihn vor17Jahren zu einer Lesung eingeladen

hat, eine seiner ersten in Deutschland Sie

freut sich über den Besuch, beide zücken die

Kalender, umeinen Termin für eine Lesung

aus„Winterberg“ zu finden. Neben der Kasse

liegen Prospekte, die über Zittaus Bewerbung

als Kulturhauptstadt Europa 2025 informieren,

die Stadt wirbt mit der Lage im

Dreiländereck, mit dem Kulturaustausch

über Grenzen hinweg. Bei der Kommunalwahl

Ende Mai war die AfD auch in Zittau

stärkste Kraft. Im Wahlprogramm für Sachsen

steht, dass es zwischen Sachsen, Polen

und Tschechien Grenzkontrollen geben soll.

Umso wichtiger, sagt Jaroslav Rudiš, Menschen

wie die Buchhändlerin zu unterstützen,

die ein anderes,offenes Sachsen wollen.

Er sieht jetztrichtig zufrieden aus.

EinGlück, dass der Zugaus BerlinVerspätung

hatte.Noch15Minuten bis zur Abfahrt

nach Liberec, er zieht seinen Rollkoffer etwas

schneller über das Pflaster. Ein Handlungsreisender

in Sachen Grenzüberwindung und

Geschichtsbewusstsein.

Im Zug erzählt er schon mal von Liberec,

von hier kommt Winterberg und er, Rudiš,

hat hier Geschichte studiert. In seiner Abschlussarbeit

ging es um die deutschen Zeitungen,

die hier einst erschienen. Dass mit

denvertriebenen Deutschen 1945 auch eine

Sprache aus Tschechien verschwand, die

hier jahrhundertelang selbstverständlich

war, empfindet er als großen Verlust. Auch

deswegen hat er„Winterbergs letzte Reise“

auf Deutschgeschrieben.

In Liberecist nur Zeit für einen Blick vom

erhöhten Bahnhofsvorplatz aus. Eine

schmucke Stadt, rundherum die grünen

Bergzüge des Isergebirges.Eine Straßenbahn

fährt vorbei:„Slovan Liberec“ steht quer auf

dem Waggon, der Name des örtlichen Fußballklubs.

Früher habe der mal Rapid Ober

Rosenthal geheißen, erzählt Rudiš. Noch so

eine Verbindung, die gekappt wurde.

Zurück in den kleinen Bahnhof, der Regionalzug

steht schon da. Eine Stunde Fahrt

bisSemily,Jaroslav Rudišhält es schon nach

ein paar Minutennicht mehr auf dem Sitz. Er

stehtauf und steckt den Kopf ausdem Abteilfenster,die

kann man hier noch öffnen.„Jetzt

kommen wir ins Böhmische Paradies“, ruft

er gegen den Wind. Keine Frage, dass er das

genau so sieht, wenn er auch nur sagen

wollte, dass die Gegend so heißt. Dramatische

Felsformationen, Wälder und parallel

zu den Gleisen ein freundlicher Fluss, die

Iser, anderen Ufer Kinder spielen und einmal

ein ganzes Dorf ein Fest feiert, mit Bierbänken

und einer Hüpfburg, Jaroslav Rudiš

seufzt begeistert, da wäreergerndabei.

Am Bahnhofvon Semily warten Rudiš’ Eltern,

ein freundliches Paar um die 70. Während

sein Vater das Auto über die kurvigen

Straßen lenkt, erzählt seine Mutter, wie Jaroslav

schon mit acht Jahren Deutschunterricht

bei der Mutter ihrer Freundin nahm,

wie er sich als Talent entpuppte und danach

nicht mehr loskam von der Sprache. Beim

Marktplatz von Lomnice nad Popelkou verabschiedet

sich Jaroslav Rudišvon seinenEltern,

erwird später zu ihnen kommen, erst

muss er seine Stadt zeigen.

Eine entspannte Freitagabendstimmung

liegt über dem Ort, vielleicht ist eshier aber

auch immer so still. Katzen streichen an

Hausmauernentlang, ein Mann pumptWasser

aus einem Brunnen. Jaroslav Rudiš sagt,

dass er das braucht: zu wissen, dass er alle

paar Monate hierher zurückkehren kann. Da

ist seine Grundschule, ein imposanter Bau

aus der k. und k-Zeit, indem 1000 Kinder

Platz finden. Der Schreibwarenladen, der

immer schon da war. Die Popelkou, das

Flüsschen, dasfrüher immer die Farbe hatte,

mit der in der Textilfabrik gerade gefärbt

wurde. Aber auch das Restaurant Babylon,

das tschechische Küche serviertund auch in

Berlin stehen könnte.Das Kino mit der strengen

Fassade aus Holz und Metall, das im

Laufe der Jahre rosten wird. Die Bewohner

von Lomnice haben gemurrt über den Neubau,

aber sie gehen hin.

Es ist zehn Uhr, als Jaroslav Rudiš ins

Foyer des Kinos tritt. Der Film ist gerade zu

Ende, „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin

wurde gezeigt. Um einenTisch neben der Bar

sitzen junge Leute,sie begrüßenRudiš,als ob

er nur kurz weggewesen wäre. Das ganze

Kino ist eine Art Hommage an ihn, den berühmt

gewordenen Sohn des Städtchens.

DieWände schmücken großformatige Bilder

aus „Alois Nebel“, der Verfilmung der Graphic

Novel über einen Fahrdienstleiter an einem

tschechischen Provinzbahnhof, die er

mit einem Freund geschrieben hat.

5000-Menschen leben in dem Ort, dem

man anmerkt, dass junge Leute nicht nur

von hier weggehen, sondern auch wiederkommen.

Fast alle, die um den Tisch im

Foyersitzen, leben nach ein paar Jahren woanders

wieder hier.Wenn inBerlin ein gutes

Konzertist, fahren sie hin, und abends sehen

sie sich im Kino vonLomnice Filmevon Fatih

Akin an. Ein Leben inder böhmischen Provinz,

das zugleich ein europäisches Leben

ist. Wegen jungen Menschen wie diesen hat

Jaroslav Rudiš immernoch jede Menge Hoffnung.

FürTschechien, undfür Europa.

PetraAhne trifft Rudiš an diesem

Montag wieder:Bei seiner Lesung in

der Buchhandlung Uslar&Rai.


4* Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Ex-Bundespräsident Gauck

Joachim Gauck fordert

mehr Toleranz für Rechte

Wenige Monate vorden Landtagswahlen

in mehreren ostdeutschen

Bundesländernhat Ex-Bundespräsident

Joachim Gauck mit der Forderung

nach mehr Toleranz für Rechte

eine Kontroverse ausgelöst. Gauck

sagte dem Spiegel, es sei wichtig

„nicht jeden, der schwer konservativ

ist, für eine Gefahr für die Demokratie

zu halten und aus dem demokratischen

Spiel am liebsten hinauszudrängen“.

Manmüsse deutlich zwischen

konservativ und rechtsextremistisch

oder rechtsradikal unterscheiden.

DieAfD sei problematisch,

man müsse sie aber als politischen

Gegner statt als Feind betrachten und

daher mit ihr streiten. Gauck wandte

sich scharfgegen Nationalismus,

Fremdenhass,Antisemitismus und

Islamfeindlichkeit. Neben mehr Offenheit

für konservativeMeinungen

sei mehr Abgrenzung zu Extremismus

nötig. Manmüsse„lernen, mutiger

intolerant zu sein“, sagte Gauck.

Sachsens Ministerpräsident Michael

Kretschmer (CDU) begrüßte Gaucks

Äußerungen.„Ein gesunder Patriotismus,Heimatliebe

oder das bewusste

Leben vonWerten ist wichtig für unser

Land.“ CDU-Generalsekretär Paul

Ziemiak versicherte via Twitter,Kooperationen

mit AfD und Linkspartei

seien ausgeschlossen. (vat.)

Hongkong-Chefin Lam

entschuldigt sich

Nach einem erneuten Massenprotest

mit wohl mehr als einer Million Menschen

hat sich die Regierungschefin

vonHongkong, Carrie Lam, entschuldigt.

Bereits zuvor hatte Lam ein umstrittenes

Gesetz zur Auslieferung

mutmaßlicher Straftäter an China auf

Eisgelegt. Siewolle„aufrichtig und

demütig“ Kritik annehmen, hieß es in

einer Mitteilung.Viele Menschen

seien aus„Sorge und Liebe“ zu Hongkong

gegen das Gesetz auf die Straße

gegangen. Am Donnerstag hatte Lam

die Proteste noch als„Aufruhr“ bezeichnet.

Für diese Äußerungen entschuldigte

sie sich nicht. (dpa)

Neue Präsidentin tritt in der

Slowakei ihr Amt an

In der Slowakei hat die im Märzgewählte

Präsidentin Zuzana Caputova

(45) offiziell ihr Amt angetreten.

Dieliberale Bürgeranwältin ist das

erste weibliche und bislang jüngste

Staatsoberhaupt in dem EU- und

Euro-Land. „Ich bin nicht gekommen,

um zu regieren, ich bin gekommen,

um den Bürgernzudienen,

den Einwohnernund der Slowakei“,

versprach die 45-Jährige am Sonnabend

während einer Festsitzung

des Parlaments in Bratislava. (dpa)

Autobahnen sollen

ausgebaut werden

SWR/WDR

Autofahrer auf deutschen Autobahnen

sollen sich nicht mehr so häufig

über Staus ärgernmüssen. DerVorsitzende

der Geschäftsführung der

Autobahn GmbH, Stephan Krenz,

hat einen Ausbau der Verkehrswege

angekündigt. „Wir haben viele Jahre

zu wenig investiert“, sagte Krenz der

Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Krenz will Staus unter anderemdurch

den Ausbau auf sechs bis

acht Fahrstreifen auf einigen Streckenabschnitten

reduzieren. (dpa)

Blei liegt in der Luft

Die Sanierung von Notre-Dame kommt voran –allerdings sind noch nicht alle Schäden absehbar

VonJoachim Frank

Inder Pariser Kathedrale Notre-

Dame sind die Gewölbe des

Mittelschiffs auch zwei Monate

nach der Brandkatastrophe

vom15. Aprilakut einsturzgefährdet.

Diese Erkenntnis konnte die Koordinatorin

der Bundesregierung für die

deutsche Wiederaufbauhilfe, Barbara

Schock-Werner, von einer der

seltenen Besichtigungsgelegenheiten

für auswärtige Besucher zusammen

mit NRW-Ministerpräsident Armin

Laschet (CDU) mitnehmen.

„Chef-Architekt Philippe Villeneuve

ist sehr unsicher, obdie Gewölbe

des Mittelschiffs zu retten

sind“, berichtete die ehemalige Kölner

Dombaumeisterin. „Er fürchtet,

dass die vom Löschwasser durchnässten

Wände bei der Trocknung in

der Sommerhitze Schaden nehmen

–wenn etwa der aufgequollene Mörtel

zu arbeiten beginnt und sich dadurch

die Wände verziehen.“ Streben

aus Metall, die zurzeit angefertigt

werden, sollen verhindern, dass

die außen gelegenen Bögen die

Wände nach innen drücken. „Diese

Gefahr besteht, weil nach dem Einsturz

der Gewölbe die entgegenwirkende

Auflast fehlt.“

Bewegungen der Mauer

Mit Hilfe zahlreicher Messpunkte

werde das Mauerwerk ständig kontrolliert

und jede Bewegung dokumentiert.

In den 28 Stützachsen soll

zur weiteren Stabilisierung je eine

Leimbinder-Balkenkonstruktion auf

die Kirchenmauern gelegt werden.

Die mächtigen Bauteile lagern bereits

auf der Nordseite vorder Kirche.

Erst nach diesen Sicherungsmaßnahmen

sollen die noch auf dem

Dach liegenden Teile des verbrannten

Gerüsts sowie die restlichen verkohlten

Balken geborgen werden.

Vier Wochen nach ihrem ersten

Besuch zeigte sich Schock-Werner

„sehr beeindruckt“ vom Fortschritt

der Aufräumarbeiten und der Gebäudesicherung.

In der Mitte des Langhauses

liege zwar immer noch ein

Haufen Schutt, „aber der ist längst

nicht mehr so groß“. Mit ferngesteuerten

Räumgeräten wurde ein großer

Teil der Gewölbetrümmer, verkohlte

Dachbalken und Reste des Bleidachs

aus dem Innenraum entfernt. Auf

dem Platz vorder Kirche stehen große

Zelte, indenen geborgene Teile gesichtet

und für eine möglicheWiederverwendung

deponiertwerden.

DieimInnenraum gespannten Sicherheitsnetze

möchte Villeneuve

Inmitten der Kirche liegt noch eine Menge Schutt vom großen Brand.

Zwei Tage,am15. und 16.

April 2019, brannte das

Dach der weltberühmten Kathedrale

Notre-Dame im

Zentrum vonParis.

Auslöser des Feuers war

möglicherweise ein Kurzschluss

im Dach, wo gerade

Sanierungsarbeiten vorgenommen

wurden. Die Ermittlungen

laufen noch.

DAS FEUER

Die Feuerwehr war schnell

vorOrt.Ihr gelang es nach

wenigen Stunden, das Feuer

auf den Dachstuhl zu begrenzen.

Kurzzeitig galten die

beiden markanten Türme an

der Westseite als gefährdet.

Der hölzerne Spitzturm

(„Flèche“) inmitten des Daches

konnte allerdings nicht

gerettet werden.

AP/PHILIPPE LOPEZ

Spender haben 850 Millionen

Euro versprochen. Bislang

eingegangen sind allerdingsnur

80 MillionenEuro.

Vorallem Großspender wie

die französischen Milliardärsfamilien

Arnault und Pinault

habennoch nichtbezahlt. Mit

den Großspendernwerden

nach Angaben der französischenRegierung

derzeitVereinbarungen

getroffen.

möglichst bald durch Stahlnetze ersetzen.

Diese würden dann auch größerem

Steinschlag standhalten. „Die

derzeit vorhandenen können nur

kleinere Brocken auffangen, die ich

auch vereinzelt in den Netzen liegen

gesehen habe“, so Schock-Werner.

Alte Fenster ohne Schäden?

Alle neuzeitlichen Glasfenster sind

ausgebaut, die Fensteröffnungen mit

Holzversteifungen gesichert. Im oberen

Teil hätten die Gläser kleine Blasen

geworfen, seien aber ansonsten

unbeschädigt. Die mittelalterlichen

Querhausrosen wurden durch Netze

geschützt. Sie scheinen ohne Schäden

davongekommen zu sein. Genaues

lasse sich aber erst nach einer

Begutachtung vonder Innenseite her

sagen. Der gesamte Innenraum –

Seitenschiffe, Chorumgang und Kapellenkranz

– werde täglich abgesaugt,

berichtet Schock-Werner. Die

Belastung des Staubs und damit der

Atemluft durch das giftige Blei der

geschmolzenen Dachabdeckung sei

erheblich. Auch deshalb wollen die

Verantwortlichen nach wie vormöglichst

niemanden in die Kirche lassen,

der dort nicht zwingend sein

muss.„Mitbloßem Auge gut erkennbar,

habe ich in den nicht gesäuberten

Teilen überall kleine Bleitropfen

herumliegen sehen.“

Die neuzeitliche Krypta, wo sich

das ganze Löschwasser gesammelt

hatte, ist inzwischen trockengelegt.

„Aber natürlich ist das Mauerwerk

auch hier komplett durchfeuchtet.

Auch das barocke Chorgestühl von

1710/1714, vom Feuer unbehelligt,

hat starke Wasserschäden abbekommen

und ist völlig verrußt. Villeneuve

fürchtet, dass es bald von

Schimmel befallen werden könnte.“

Noch könnten die Restauratoren

aber nicht daran arbeiten. Gleiches

gilt für die ehemals goldene Kanzel,

die ebenfalls „schwarzvon Ruß“ sei.

Ob der vom Feuer zerstörte Dachstuhl

originalgetreu in Holz oder

stattdessen – wie etwa im Kölner

Dom –als Stahlkonstruktion wiedererrichtet

und in welcher Form der

eingestürzte Dachreiter ersetzt wird,

das ist offiziell die Entscheidung des

französischen Staatspräsident Emmanuel

Macron und des Senats.

Chef-Architekt Villeneuve präferiert

einen hölzernen Dachstuhl und eine

Rekonstruktion des Vierungsturms

aus dem 19. Jahrhundert, so dass die

Silhouette von Notre-Dame wieder

so aussähe,wie sie den Parisernund

Touristen aus aller Welt bis zum 15.

Aprilvertraut war.

„Ich war verblüfft, dass auf mich geschossen wurde“

Jürgen Todenhöfer über seine Demonstration im Gazastreifen und die Frage, warum er sich in Gefahr bringt

Der Publizist Jürgen Todenhöfer,

78, wurde im Gazastreifen von

einem Gummigeschoss getroffen,

nach seinen Angaben kam der

Schuss von einem Schützen des israelischen

Militärs (IDF). Todenhöfer

war bei den Freitagsprotesten mit

einem Schild Richtung Grenzzaun

gelaufen. Darauf stand: „Liebe Israelis,

bitte behandelt die Palästinenser

so, wie ihr behandelt werden wollt.“

Er hat den Vorfall filmen lassen, das

Video wurde in den sozialen Netzwerken

Tausende Male geteilt, auch

die Terrororganisation Hamas hat es

gepostet.Vonden IDF war bis Redaktionsschluss

keine Stellungnahme

zu bekommen.

Wiegeht es Ihnen, Herr Todenhöfer?

Ich kann den Arm nicht richtig

bewegen und nicht auf dem Rücken

schlafen, aber im Vergleich zu dem,

was permanent an dieser Grenze

passiert, ist es nichts.Diese Gummi-

Geschosse sind vier,fünf Zentimeter

lang und dreieinhalb breit. Da sind

schon Menschen gestorben, wenn

sie am Kopf oder am Hals getroffen

wurden. Ich war vor allem verblüfft,

dass auf mich geschossen wurde.Ich

schätze, ich war 300 Meter von der

Grenze entfernt, es war noch ein

Junge vormir.Ich hatte mich bereits

umgedreht und lief zurück. Auf der

Rückseite des Schildes stand: Freiheit

für alle.Friedlicher kann ein Plakat

eigentlich nicht sein.

Wer die Situation kennt,

weiß, dass es gefährlich ist,

sich so dicht am Grenzzaun

aufzuhalten. Warum machen

Siedas?Warum setzen

SieIhr Leben aufs Spiel?

Weil ich davon ausgehe,

dass die Scharfschützen von

ihrem Erdturmaus sehr genau

erkennen konnten, was

auf meinem Schild stand

und dass ich nicht gerade

wie ein 20-jähriger Terrorist aussehe.

Sie nicht, aber auf dem Video sieht

man Männer mit Palästinenserfahnen

neben Ihnen laufen. Sierufen auf

Arabisch: „Es gibt nur den einen Gott.

Nur Märtyrer werden von Gott geliebt.“

Und: „Nur Märtyrer können die

Türen der Al Aksa-Moschee öffnen.“

Jürgen Todenhöfer,

Buchautor

Ichhabe mir später übersetzen lassen,

was die Mädchen, auf die ich zugegangen

bin, gerufen haben. Unddas

war:„Es kann an dieser Grenzekeinen

Frieden geben. Lasst uns wieder brennende

Reifen zur Grenzerollen!“ Dazu

muss man den Hintergrund kennen:

Es gab im März eine Vereinbarung.

Darin hieß es, die Hamas

sorgt für Ruhe an der

Grenze, und Israel erleichtert

die wirtschaftliche Situation.

Seither hat es diese

ganz schweren Zwischenfälle

bei den Demonstrationen

nicht mehr gegeben.

Aber es gibt Leute,die gegen

DPA

die Hamas protestieren und

wieder Reifen anzünden

wollen. Doch nichts von

dem was am Freitag dort

passiertist, rechtfertigt, dass man mir

von hinten mit einem Gummigeschoss

auf den Rücken schießt.

Haben Siegesehen, dass die Hamas Ihr

Video gepostet hat? Fühlen Sie sich

vonder Terrororganisation benutzt?

Ich habe alles unternommen, damit

die Hamas, mit der ich keinen

Kontakt habe, nicht davon erfährt,

dass ich zur Grenze gehe. Ich habe

mein Auto an einer Stelle geparkt, wo

fast niemand war, bin absichtlich

nicht zu den großen Menschenmengen

links und rechts von mir gegangen.

Undwenn Leute irgendetwas rufen,

mache ich mir das nicht zu eigen.

Ichplädierefür friedliche Märsche an

die Grenze, ich halte die brennenden

Reifen für Fehler. Meine Botschaft

war sehr klar: Freiheit für alle! Und

wer macht denn in Deutschland was

für Palästinenser? Kein Mensch!

Warum haben Sie Ihre Botschaft

nicht direkt den Israelis überbracht?

Das mache ich noch. Ab morgen

treffe ich in Israel hochrangige israelische

Persönlichkeiten aller politischen

Richtungen.

Hatsich das israelische Militär bei Ihnen

entschuldigt?

Nein. Dasdeutsche Konsulat hat sich

bei mir gemeldet und medizinische

Hilfe angeboten, aber ich habe gesagt,

ich brauche das nicht.

DasGespräch führte Anja Reich.

USA werben

um Verbündete

gegen den Iran

Großbritannien warnt vor

einer Eskalation der Krise

Die US-Regierung müht sich um

Unterstützung für ihre Einschätzung,

dass der Iran hinter den

mutmaßlichen Attacken auf zwei

Tanker im Golf vonOman steckt. „Es

ist unverkennbar, was hier passiert

ist“, sagte US-Außenminister Mike

Pompeo am Sonntag dem Fernsehsender

FoxNews.Eshandele sich um

Angriffe durch den Iran.

„Es gibt keinen Zweifel“, sagte

Pompeo. Zahlreiche Geheimdienstinformationen

belegten dies,

betonte er,ohne aber Details zu nennen.

Die US-Regierung sei sich mit

ihrer Einschätzung komplett sicher.

„Ich habe gestern diverse Telefonate

mit Kollegen rund um die Welt geführt“,

sagte Pompeo weiter.„Ichbin

zuversichtlich, dass wir Partner haben

werden, die diese Bedrohung

verstehen.“ Zugleich betonte er:„Wir

wollen keinen Krieg.“ Auch Saudi-

Arabien, Verbündeter der USA in der

Region und Gegner des Irans, wirft

der Regierung Teheran vor, hinter

dem Angriff zu stecken.

Zwei Tanker waren am Donnerstagmorgen

durch Explosionen im

Golf von Oman beschädigt worden.

Die „Front Altair“ einer norwegischen

Reederei geriet nach Explosionen

in Brand. Auch der japanische

Betreiber der „Kokuka Courageous“

berichtete von zwei Detonationen.

Die genauen Hintergründe sind bislang

unklar.

Der Iran weist jede Verantwortung

von sich und macht die USA

oder ihre Verbündeten Saudi-Arabien

und Israel verantwortlich. Der

iranische Parlamentspräsident Ali

US-Außenminister MikePompeo ist beim

Iran frei von Zweifeln.

DPA

Laridschani etwa hat nahegelegt,

dass die USA hinter den Explosionen

stecken. „Es scheint, dass die verdächtigen

Handlungen auf den Tankern

im Golf von Oman die Wirtschaftssanktionen

(der USA gegen

den Iran) vervollständigen, denn sie

(die USA) haben keinerlei Resultate

mit diesen Sanktionen erzielt“, sagte

Laridschani laut den iranischen

Nachrichtenagenturen Irna und Isna

am Sonntag vor dem Parlament in

Teheran.

Viele internationale Partner der

USA halten sich mit Schuldzuweisungen

bislang zurück und fordern

eine genaue Untersuchung der Zwischenfälle.

Pompeo warf dem Iran

vor, auf eine Eskalation hinzuarbeiten.

Die US-Regierung werde Provokationen

aus Teheran nicht hinnehmen

und arbeite weiter daran, die

iranische Führung von derartigem

Verhalten abzubringen. Zu möglichen

Handlungsoptionen wolle er

sich nicht weiter äußern. US-Präsident

Donald Trump werde laufend

über mögliche Optionen informiert.

Der Präsident habe alles getan, um

einen Krieg zu vermeiden. Die US-

Regierung werde weiter über Wirtschaftssanktionen

Druck auf den

Iran ausüben.

Der britische Außenminister Jeremy

Hunt hat am Sonntag voreiner

Eskalation gewarnt. Das Risiko, dass

der Konflikt eskaliere, sei groß, sagte

Hunt der BBC. Er rief alle Parteien

dazu auf, sich für eine Entspannung

des Konflikts zwischen den USA und

dem Iran einzusetzen. (dpa /AFP)


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¹www.dgn.org/leitlinien/2373-ll62-2019-pharmakologisch-nicht-interventionelle-therapie-chronisch-neuropathischer-schmerzen,Abgerufen:01.04.2019•Abbildung Betroffenen nachempfunden,Namen geändert

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Hämorrhoiden?

Diese neuen Arzneitropfen können helfen!

Wenn es am Po brennt,

juckt oder nässt, sind

häufig Hämorrhoiden

die Ursache. Ein Leiden,

über das niemand

gerne spricht. Und das,

obwohl schätzungsweise

jeder zweite Erwachsene

davon betroffen

ist –Männer wie Frauen!

Vielen ist der Arztbesuch

unangenehm.

Jetzt gibt esein rezeptfreies

Arzneimittel, das

Hämorrhoiden wirksam

bekämpfen kann. Und

zwar dort,wosie entstehen:

im Körperinneren

(Lindaven, Apotheke).

Was sind

Hämorrhoiden?

Was viele nicht wissen:

Jeder hat Hämorrhoiden!

Hämorrhoiden

sind Gefäßpolster, die

zusammen mit den

Schließmuskeln den

Darmausgang abdichten.

Vergrößern sich die Hämorrhoiden

dauerhaft,

weil sich Blut in ihnen

staut, sprechen Mediziner

von Hämorrhoidalleiden

–imVolksmund

oft nur „Hämorrhoiden“

genannt. Eine Ursache

hierfür kann zum Beispiel

regelmäßiges zu

starkes Pressen beim

Stuhlgang sein. Sind die

Hämorrhoiden vergrößert,

reibt der Stuhl daran.

Dies führt zuEntzündungen.

In der Folge

treten unangenehme

Symptome wie Brennen,

Juckreiz, Nässen bis hin

zu leichten Blutungenauf.

Viele Betroffene behandeln

ihr Hämorrhoidalleiden

mit Salben. Doch

jetzt gibt esein Arzneimittel

namens Lindaven

(Apotheke, rezeptfrei),

das die Beschwerden von

innen bekämpft.

Hämorrhoiden jetzt

anders bekämpfen

Die einzigartigen Arzneitropfen

Lindaven

bekämpfen Hämorrhoiden

wirksam dort,

wo sieentstehen:imKörperinneren.

So kann z. B.

der enthaltene Wirkstoff

Hamamelis virginiana

Entzündungen hemmen.

Außerdem trägt erdazu

bei, dass sich die Blutgefäße

wieder zusammenziehen,

wodurch

die Vergrößerung der

Hämorrhoiden zurückgehen

kann. Doch damit

nichtgenug:Lindavenbehandelt

zudem auch die

lästigen Symptome bei

Hämorrhoiden! Es enthält

u. a. Sulfur, welches

laut Arzneimittelbild

erfolgreich bei heftigem

Brennen und Jucken eingesetzt

wird.

Gut verträglich

und rezeptfrei

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Genial: Lindaven

wirkt nicht nur akut,

sondern auch bei chronischen

Beschwerden

aufgrund von Hämorrhoiden

–und das ohne

bekannte Neben- oder

Wechselwirkungen mit

anderen Arzneimitteln.

Somit kann Lindaven

auch ergänzend zuSalben

verwendet werden.

Weiterer Pluspunkt der

Arzneitropfen: Lindaven

wird einfach in einem

halben Glas Wasser eingenommen

und ist damit

praktisch und diskret

in der Anwendung.

Die Arzneitropfen sind

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Gut zuwissen:

Für die Arzneitropfen

wurden gleich fünf

spezielleWirkstoffekombiniert,

die sich bei der

ganzheitlichen Behandlung

von Hämorrhoiden

bewährt haben. Da-

mit bietet Lindaven

Betroffenen

eine

Rundum-Hilfe für

ihr unangenehmes

Hämorrhoidalleiden.

Lindaven bei

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Packungsbeilageund fragen SieIhren Arzt oder Apotheker.•PharmaSGPGmbH, 82166Gräfelfing •Die Einnahme vonArzneimittelnüberlängere Zeit oder in Kombinationsolltenach ärztlichem Raterfolgen.


6* Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Strompreise in Deutschland

steigen weiterhin

DerAnstieg der Strompreise für die

privaten Verbraucher in Deutschland

hat sich in den vergangenen

Monaten fortgesetzt. Nach Berechnungen

des Vergleichs- und Vermittlungsportals

Check24 ist der durchschnittliche

Preis im ersten Halbjahr

um 2Prozent gestiegen. Eine vierköpfige

Familie mit einem Verbrauch

von5000 Kilowattstunden

im Jahr müsse bei den momentanen

Preisen 1468 Euro für ihren Strom

zahlen, 31 Euro mehr als zu Jahresbeginn.

Drei Viertel der Anbieter

in Deutschland hätten die Preise in

der Grundversorgung angehoben –

im Schnitt um 5Prozent. Davonwarenlaut

Check24 rund 8Millionen

Haushalte betroffen. (dpa)

Deutsche Autobahnen

sollen besser werden

Autofahrer auf deutschen Autobahnen

sollen sich künftig seltener über

Staus ärgernmüssen. DerVorsitzende

der Geschäftsführung der bundeseigenen

Autobahn GmbH, Stephan

Krenz, hat einen Ausbau der

Verkehrswege angekündigt. „Wir haben

viele Jahrezusehr vonder Substanz

gelebt, aber jetzt holen wir den

Rückstand auf“, sagte Krenz der

„Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Krenz will Staus unter anderem

durch den Ausbau auf sechs

bis acht Fahrstreifen auf einigen

Streckenabschnitten und durch ein

intelligentes Verkehrsmanagement

reduzieren. Für die geplanten Maßnahmen

stünde deutlich mehr Geld

als früher zur Verfügung. (dpa)

Bei Paketen sind

die Deutschen top

Paketweltmeister Deutschland?

Mehrheit sieht

E-Roller kritisch

FOTO: DPA

In Deutschland werden einer Studie

zufolge so viele Pakete verschickt

wie in kaum einem anderen Land.

ProKopfseien es 24 Sendungen

jährlich und damit doppelt so viele

wie etwa in den Niederlanden, heißt

es in einer internationalen Studie

der Unternehmensberatung McKinsey.Nur

Chinakam mit etwa 70 Paketen

proKopf auf noch einen höheren

Wert –dortwurden aber nur

die Sendungen in den urbanen

Zentren Shanghai und Peking erfasst.

In Großbritannien (22 Pakete

proKopfpro Jahr) ist die Situation

ähnlich wie in Deutschland. (dpa)

Nach langen Diskussionen könnten

schon in wenigen Tagen die ersten

Anbieter Elektrotretroller in deutschen

Städten zum Verleih bereitstellen.

„Wir sind sofortstartklar und

erwarten die nächsten Tage die Genehmigung

durch das Kraftfahrt-

Bundesamt“, sagte Lawrence

Leuschner vomVerleih Tier Mobility

aus Berlin der „Frankfurter Allgemeinen

Sonntagszeitung“ (FAS).

Derzeit stehen die meisten Menschen

den Elektrogefährten eher

skeptisch gegenüber,ergab eine

Umfrage des Meinungsforschungsinstituts

YouGov im Auftrag der

Deutschen Presse-Agentur.Demnach

sagten lehnen 57 Prozent die

Zulassung auf Radwegen ab. (dpa)

Rentner müssen Steuern zahlen

Immer mehr Menschen im Ruhestand sind zu einer Erklärung beimFinanzamt verpflichtet

Von Mechthild Henneke

Einmal im Jahr müssen die

Zahlen auf den Tisch: Spätestens

zum 31. Juli sind viele

Rentner wie die meisten

anderen Bürger aufgefordert, eine

Steuererklärung abzugeben. Laut

einer Berechnung der Stiftung Warentest

werden es in diesem Jahr

5,6 Millionen Rentner sein. Wersich

informiert, kann Steuernsparen. Wir

geben Tipps.

Welche Rentner müssen eine Steuererklärung

abgeben?

Jeder Rentner, dessen gesamte

Einkünfte für 2018 über dem Grundfreibetrag

von 9000 Euro (Ehepaare/

Lebenspartner 18 000 Euro) liegen,

muss eine Steuererklärungabgeben.

Es wäre aber falsch zu denken, dass

dafür einfach die monatlich erhaltene

Rente mit zwölf multipliziertwerden

müsste. Die Sache liegt komplizierter

–zum Beispiel, weil ein Teil

der Rente steuerfrei ist.

Wie hoch ist der steuerfreie Anteil?

Dieser variiert mit dem Jahr des

Renteneintritts.Werbis2005inRente

gegangen ist, muss die Hälfte seiner

Rente nicht versteuern. Dieser Anteil

sinkt bei jedem Neurentnerjahrgang.

WerimJahr 2018 in Rente gegangen

ist,bekommtnurnoch24Prozentder

Bruttorente als steuerfreien Teil angerechnet.

Ab dem Rentnerjahrgang

2040 wird die Rente in voller Höhe

(abzüglich Freibeträge) besteuert.

Nehmen wir an, jemand wurde

2018 Rentner und erhält monatlich

1000 Euro Rente. Die Jahresbruttorente

würde demnach insgesamt

12 000 Euro betragen. Steuerfrei sind

davon 2880 Euro. Es verbleiben

9120 Euro abzüglich des Werbungskostenpauschbetrags

von 102 Euro.

Dasergibt steuerpflichtige Einkünfte

von 9018 Euro. Indiesem Fall wäre

eine Steuererklärung fällig.

Wie wirkenRentenerhöhungen?

Die Renten werden jedes Jahr –

mehr oder weniger –erhöht. Dieser

sogenannte Anpassungsbetrag wird

grundsätzlich dem steuerpflichtigen

Teil der Rente zugeschlagen. Im oben

genannten Beispiel würde sich Jahr

umJahrdieSummevon9018Euro erhöhen.

Diese Rentenanpassungen

werden in der Anlage Rder Steuererklärung

zusätzlich zur tatsächlich

gezahltenBruttorenteabgefragt.Eingetragen

wirdhier die Summe der Erhöhungen.

Die Rentenversicherung

gibt Hilfestellung, wenn man ratlos

vor den Kästchen steht. Auf Antrag

schickt sie eine sogenannte Rentenbezugsmitteilung

über den Anpassungsbetrag,

die Jahresbruttorente

und die Beiträge zur gesetzlichen

Kranken- und Pflegeversicherung.

Durch regelmäßige Erhöhungen

können Rentner mit der Zeit in die

Steuerpflicht hineinrutschen. Hier

ist Aufmerksamkeit gefragt.

Wie wirkensich Nebeneinkünfte aus?

Mancher Rentner bessertdie Rente

auf, indem er arbeiten geht. Oder

Von Stefan Winter

Mit dem geplanten Börsengang

der Lkw-Tochter Traton geht

Volkswagen auf Nummer sicher. Die

am Freitag veröffentlichtenEckdaten

bewegen sich am unteren Rand der

Planungen. Gemessen an hiesigen

Verhältnissen ist es trotzdem ein großer

Deal: Knapp 2Milliarden Euro

können bei dem Aktienverkauf in die

Konzernkasse kommen. Erstmals gehandelt

wird die Traton-Aktie voraussichtlich

am 28. Juni in Frankfurt

und Stockholm.

VW hat den Schritt an die Börse

Analog: Die Finanzämter führen Infozentralen,

die Einzelfragen klären und die Vordrucke

für die Steuererklärung ausgeben. Eine umfassende

Beratung gibt es dortallerdings

nicht. Die findet man beim Lohnsteuerhilfeverein

oder Steuerberater,die allerdings kostenpflichtig

sind.

HILFESTELLUNG

Digital: Steuererklärungsvordruckekönnen

auch im Internet unter www.formularebfinv.de

heruntergeladen und ausgedruckt

werden. Für die elektronische Übermittlung

der Steuererklärung mit der Onlinesoftware

Elster gibt es genaue Informationen auf

www.elster.de.

Beim Börsengang regiert die Vorsicht

VW verkauftnur ein kleines Paket Traton-Aktien und setztden Preis niedrig an

lange vorbereitet, tat sich am Schluss

aber schwer damit. Im Märzwurden

die Vorbereitungen gestoppt, weil

das Umfeld zu schlecht gewesen sei.

Manhätte den erhofften –und nicht

genannten –Preis nicht erreicht, hieß

es.Kurzdarauf soll sich das geändert

haben, und die Vorbereitungen wurden

wieder aufgenommen.

Die Aussichten am Kapitalmarkt

sind allerdings nach wie vor mäßig.

Internhat sich offenbar Traton-Chef

Andreas Renschler durchgesetzt, der

sich mit seinen Trucks so schnell wie

möglich vomMutterkonzernabkoppeln

will, um mehr Handlungsfreiheit

zu bekommen. Branchenexperten

sehen noch einen weiteren

Grund für den Sinneswandel bei VW:

Die Konjunkturprognosen sind trübe,die

nächste Gelegenheit zu einem

Börsengang könnte lange auf sich

warten lassen.

Entsprechend vorsichtig positioniert

sich VW: 50Millionen Traton-

Aktien will der Konzernüberdie Börse

verkaufen, das entspricht nur

10 Prozent des Gesamtkapitals. Bei

großer Nachfrage können 7,5 Millionen

Aktien hinzukommen, dann wären

es11,5 Prozent. Weitere Schritte

dürften folgen, auf absehbare Zeit

ILLUSTRATION: SASCHA JAECK

jemand hat Grundbesitz und bessert

die Rente durch Vermietung oder

Verpachtung auf. Auch Betriebsoder

private Renten oder Kapitaleinnahmen

geben ein Zubrot. Diese

Nebeneinkünfte müssen dem Gesamtbetrag

hinzugerechnet werden.

Überschreitet er den Grundfreibetrag,

wirdeine Steuererklärung fällig.

Welche Renten sind steuerfrei?

Einige Arten von Renten sind in

vollem Umfang steuerfrei. Dazu zählen

Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung

wie Berufsgenossenschaftsrenten,

Kriegs-, Wehrdienst-,

Zivildienst- sowie Schwerbeschädigtenrenten.

Welche Kosten lassen sich absetzen?

1. Werbungskosten: Aufwendungen

zum Erwerb, zur Erhaltung oder zur

Sicherung der Renteneinkünfte sind

als Werbungskosten abziehbar.Dazu

zählen zum Beispiel Rentenberatungskosten

und Gewerkschaftsbeiträge.

Werden keine Aufwendungen

erklärt, berücksichtigt das Finanzamt

einen Pauschbetrag von 102

Euro jährlich.

2. Sonderausgaben: Die Basiskrankenversicherung

und die gesetzliche

Pflegeversicherung zählen zu den

Sonderausgaben, die voll abzugsfähig

sind. Auch andere Vorsorgeaufwendungen

wie die Unfall- und Haftpflichtversicherung

sind ganz oder

teilweise abzugsfähig. Zu den übrigen

Sonderausgaben gehören unter

anderem Kirchensteuern, Spenden

für gemeinnützige Zwecke und

Unterhaltsleistungen an den geschiedenen

oder dauernd getrennt

lebenden Ehegatten/Lebenspartner.

Ohne Nachweis wird für die übrigen

Sonderausgaben nur ein Pauschbetrag

von 36 Euro für Ledige und

72 Euro bei Ehegatten oder Lebenspartnerngewährt.

3. Außergewöhnliche Belastungen:

Behandlungskosten vonÄrzten oder

zugelassenen Heilpraktikern, Krankenhauskosten,

Kurkosten, Ausgaben

für Brillen, Hörgeräte, Zahnersatz

und andere medizinische

Hilfsmittel zählen zu diesem Posten.

Auch die Beschäftigung einer Pflegekraft,

soweit sie nicht von der Kranken-

oder Pflegeversicherung bezahlt

wird. Es ist jedoch erforderlich,

die Zwangsläufigkeit und Notwendigkeit

dieser Aufwendungen zum

Beispiel durch ein ärztliches Attest

nachzuweisen.

4. Haushaltsnahe Dienstleistungen:

Ob Haushaltshilfe, Winterdienst

oder Gartenpflege –die Aufwendungen

für derlei Hilfe im Haushalt werden

ebenso wie Handwerkerleistungen

steuermindernd berücksichtigt.

Bei Letzteren muss es sich um Aufwendungen

für Renovierungs-, Erhaltungs-

und Modernisierungsmaßnahmen

im eigenen Haushalt

oder am eigenen Haus handeln. Es

können nur die Aufwendungen für

Arbeitsleistungen (keine Materialkosten)

geltend gemacht werden, die

in Rechnung gestellt und mittels

Überweisung bezahlt wurden. Barzahlungen

werden nicht anerkannt.

will VW aber maximal 24,9 Prozent

verkaufen –also praktisch uneingeschränkt

das Sagen behalten. Die

Preisspanne wurde auf 27 bis 33 Euro

je Aktie festgelegt. Damit läge der Gesamtwert

des Unternehmens zwischen

13,5 Milliarden Euro und

16,5 Milliarden Euro, die verkauften

Aktien hätten einen Wert zwischen

1,6 Milliarden Euro und 1,9 Milliarden

Euro.Auch mit Blick auf frühere

Börsenbewertungen von MAN und

Scania, den beiden großen Traton-

Marken, sei das relativ wenig,

schreibt Nord/LB-Autoexperte Frank

Schwope in einer Analyse.

Boeing zittert,

während

Airbus punktet

Luftfahrtmesse in

Le Bourget beginnt

Von Christian Böhmer und Julia Naue

Die tödlichen Unglücke von Boeings

Mittelstreckenjet 737 Max

belasten die weltgrößte Luftfahrtmesse

in Le Bourget bei Paris. Wenn

der traditionsreiche „Salon aéronautique“

an diesem Montag seine Pforten

für Fachbesucher öffnet, kann

der weltgrößte Flugzeugbauer wohl

kein einziges Exemplar seines meistgefragten

Passagierjets zeigen, für

den seit Märzein weltweites Flugverbot

gilt. Kann der europäische Hersteller

Airbus von der Krise seines

US-Rivalen profitieren? Auch darüber

wird bei dem Branchentreffen

viel gesprochen werden.

Rund um den Globus sind jedes

Jahr mehr Flugzeuge unterwegs. Die

Luftfahrtbranche hat gut gefüllte

Auftragsbücher.Angesichtsder weltweiten

Klimadebatte steht die Industrie

aber vor riesigen Herausforderungen.

Der neue Airbus-Chef

Guillaume Faury schürt bereits die

Hoffnung auf neue Flugzeuge ohne

CO 2 -Ausstoß: „Sehen wir einen Weg

dorthin? Ja, das tun wir“, sagte der

Franzose unmittelbar vor dem Messestart.

DerTopmanager spricht von

der „Herausforderung dieses Jahrhunderts“,

will sich aber auf einen

Zeitplan nicht festlegen. „Wir wissen

es nicht wirklich“, räumte Fauryein.

So müsse die Sicherheit in der Luftfahrt

an erster Stelle stehen. Jede

Technik müsse reif genug sein, bevor

sie auf den Markt komme. Marktreif

isthingegen ein neues Passagierflugzeug:

Airbus lockt pünktlich zur Messe

mit der Aussicht auf eine Super-

Langstreckenversion des Verkaufsschlagers

A321neo.

Kampfjetder Zukunft

Der Flugzeugbauer mit Hauptsitz in

Toulouse kann sich bei der Messe

über einen illustren Passagier freuen:

Frankreichs Staatschef Emmanuel

Macron wird pünktlich zum Auftakt

des Branchenspektakels an Bord

einer militärischen Version des Airbus

A330 landen. In Le Bourget wollen

die deutsche Verteidigungsministerin

Ursula vonder Leyen (CDU)

und ihre französische Amtskollegin

Florence Parly ein Signal für die europäische

Zusammenarbeit im Rüstungsbereich

geben. Es geht um den

neuen gemeinsamen Kampfjet, den

Deutschland und Frankreich zusammen

mit Spanien binnen 20 Jahren

auf den Wegbringen wollen. Für das

Luftkampfsystem der Zukunft

(FCAS) sollen bei der Ausstellung die

Verträge unterzeichnet werden.

Derweil ist Konkurrent Boeing mit

der Aufarbeitung der Krise um seinen

modernisierten Mittelstreckenjet

737 Max beschäftigt, für den nach

zwei Abstürzen mit insgesamt 346

Toten ein weltweites Flugverbot gilt.

Konzernchef Dennis Muilenburg

hatte erst Ende Mai Fehler zugegeben.

Bei den Unglücksfliegern der

Baureihe 737 Max habe der Konzern

ein Warnsystem in den Cockpits

nicht korrekt implementiert, sagte er

dem US-Sender CBS. „Unsere Kommunikation

diesbezüglich war nicht,

wie sie hätte sein sollen“, lautete das

Eingeständnis. (dpa)

In Le Bourgetzeigt die Luftfahrtbranche,

wassie kann.

FOTO: MICHEL EULER/AP/DPA


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 7 *

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Wirtschaft

Supermärkte

entdecken das

Verschenken

Eine bayerische Kette

will weniger wegwerfen

Die stählerne

Seidenstraße

wächst rasant

Immer mehr Güterzüge

kommenaus China

Von Thomas Magenheim-Hörmann

Die Kartoffeln haben leicht ausgetrieben.

Die Blätter am Radieschenbund

sind welk. „Aber die Radieschen

selbst sind noch hart, kann

man bedenkenlos essen“, sagt Ralph

Ulbricht. Während der Geschäftsführer

der kleinen Lebensmittelkette

AEZ aus Fürstenfeldbruck bei München

spricht, greift eine Kundin zu.

Sielässt einen Joghurtaus dem Kühlregal

der Foodsharing-Station in

ihrer Einkaufstasche verschwinden

und verlässt den Laden, ohne dafür

zubezahlen.Dasmusssieauchnicht.

Denn AEZ verschenkt Lebensmittel.

Dasgilt zumindest für solche mit optischen

Mängeln oder wo das Mindesthaltbarkeitsdatum

abzulaufen

droht.

„Das ist eine Win-win-Situation

für alle Beteiligten“, findet Ulbricht

und sieht AEZ als Pionier im Kampf

gegen grassierende Lebensmittelverschwendung.

Tonnenweise landet

an sich noch genießbareNahrung in

Deutschland in den Müllcontainern

des Handels.Ulbricht und das Familienunternehmen

AEZ haben das

Problem für sich gelöst. „Wir können

als Lebensmittelhändler nicht wegwerfen,

was man noch essen kann“,

sagt der Geschäftsführer.Vor eineinhalb

Jahren habe man am AEZ-

Stammsitz in Fürstenfeldbruck

einen dreimonatigen Test mit einer

ersten Foodsharing-Station gewagt

und Kunden befragt. „Alle waren begeistert,

es gab nur positives Feedback“,

erzählt Ulbricht. DasKonzept

wurde auf alle zehn Filialen übertragen.

Auch der Händler profitiert. Früher

wurden allein in der Stammfiliale

pro Woche 30 Mülltonnen vor allem

mit Lebensmitteln gefüllt, heute sind

es noch zehn. „Und die werden nicht

mehr voll, zwei Drittel weniger Müllentsorgungskosten“,

rechnet Ulbricht

vor. Dasbringe auch Imagegewinn

und das Gefühl, etwas ethisch

Richtiges zu tun.

Konzeptfunktioniert nicht immer

DasVerschenken vonLebensmitteln

funktioniertaber nicht immer.Anton

Meyer kennt Fälle, wo von anderen

Ketten vor Märkten aufgestellte Lebensmittelboxen

wegen Vermüllung

wieder abgebaut wurden. Der Betriebswirtschaftsprofessor

ist an der

Münchner Ludwig-Maximilians-

Universität Chef des Instituts für

Marketing. „Auf Dauer wird sich das

oder eine ähnliche Lösung mit Sicherheit

durchsetzen, weil es nicht

sein kann, dass so viele Lebensmittel

weggeschmissen werden“, glaubt er

aber und sieht AEZ als Pionier.

„Im Moment bestehen bei den

Anbieternvon Foodsharing-Konzepten

noch Pioniervorteile, die positiv

auf deren Image einzahlen“, stellt

Marketingexperte Meyer allerdings

klar.Errechnet mit weiteren Aktivitäten

dieser Art inklusive Kooperationen

mit Dritten wie Tafeln sowie

rechtlichen Änderungen, um noch

genießbare Lebensmittel nicht zu

verschwenden. Für die Lebensmittelindustrie

werde eshoffentlich zur

Selbstverständlichkeit, so einen Beitrag

für die Gesellschaft zu leisten.

Für denKunden praktisch–aus SichteinigerVolksbankenproblematisch:Direktbankenwie N26 könntenesBetrügernzuleichtmachen.

N26 ausgesperrt

Volksbanken bremsen nach Betrugsfällen den Zahlungsverkehr mit einigen Direktbanken

Von Jörn Bender

Genossenschaftsbanken ergreifen

Abwehrmaßnahmen

gegen betrügerische

Überweisungen auf Konten

von Direktbanken wie N26 oder

Fidor. „Die Volksbank Freiburg hat

aufgrundeinerZunahmeanBetrugsfällen

im Onlinebanking den Zahlungsverkehr

mit den Direktbanken

N26, Fidor, Revolut, bunq, Solarisbank

temporär eingestellt“, sagte ein

Sprecher der Volksbank auf Anfrage.

„Hintergrund ist, dass aktuell gerade

diese Banken von vermeintlichen

Betrügern aufgrund von einfachen

Identifikationsverfahren wie

beispielsweise Fotoidentifikation –

außerhalb von Deutschland – als

Zielkonto für vermeintliche Straftaten

genutzt werden“, führte der Sprecher

aus. Spätestens an diesem

Dienstag will die Volksbank ihreSysteme

technisch so angepasst haben,

dass die Sperre wieder aufgehoben

werden kann.

Aktuell gebe es „deutschlandweit

eine erhöhte Anzahl an Betrugsfällen

im Onlinebanking“, erklärte das genossenschaftliche

Institut in einer

Einfallstor: Nach Angaben

der Volksbank Freiburg gelangen

die Attacken via das

mobileTAN (mTAN)-Verfahren.

Zuvor hätten Angreifer

Schadsoftware auf dem

Rechner des Kunden installiert–und

sich die TANdann

auf ein Telefon schicken lassen,

in dem eine beim Mobilfunkanbieter

erschlichene

Ersatz-SIM-Karte steckte.

Information an seine knapp 140000

Privat- und Firmenkunden. Auch bei

der Volksbank Rottweil stehen N26

und Fidor nach Angaben von Institutschef

HenryRauner „nachwie vor

auf der schwarzen Liste“ –Überweisungen

mit diesen Zielen würden gesondertgeprüft.ErstwennderKunde

auf Nachfrage die Richtigkeit bestätige,werde

dasGeldfreigegeben. Nach

DIE ANGRIFFE

Professionalität: „Sobald

sich die Betrüger erfolgreich

Zugang zum Onlinebanking

und einem TAN-Verfahren

verschafft haben, finden die

Verfügungen in wenigen Minuten

statt“, berichtete die

Volksbank. Fällt der Betrug

auf, ist das Geld meist

schon weiter ins Ausland

transferiertoder in digitale

Währungen umgetauscht.

Sorgfalt: Eine Sprecherin

vonVolksbanken und Raiffeisenbanken

(BVR) betonte:

„Sollte es zu einem Betrugsfall

im Onlinebanking gekommen

sein, entsteht Kunden

kein Schaden, sie erhalten

ihr Geld zurück.“ Voraussetzung

sei, dass Kunden

sorgfältig mit sensiblen

Daten wie PIN und TANumgegangen

seien.

Rauners Angaben konnten Mitarbeiter

seines Instituts mit 42000 Kunden

so schon in zwei bis drei Fällen betrügerische

Transaktionen verhindern.

N26 teilte auf Nachfrage mit, das

Unternehmen setzewie alle anderen

Banken auch „Maßnahmen zur

Geldwäscheprävention“ um. „Sobald

wir davon erfahren, dass andere

Banken einzelne Transaktionen an

In deutschen Grills wird Tropenholz verfeuert

30 Prozent der Herkunftsangaben bei Holzkohle stimmennicht

FOTO: N26

N26 anhalten, treten wir so schnell

wie möglich mit der betreffenden

Bank in Kontakt, um das Problem zu

lösen. Wir wollen sicherstellen, dass

unsereKunden reibungslos am Zahlungsverkehr

teilnehmen können.“

Ein Sprecher der Fidor Bank betonte:

„Jeder,der ein Konto bei der Fidor

Bank eröffnet, durchläuft das fälschungssichere

Video-Ident-Verfahren.

Auch wer aus dem Ausland ein

Konto eröffnen will, muss dieses Verfahren

durchlaufen. Es ist deshalb

wenig wahrscheinlich, dass Betrüger

Inhaber solcher Konten sind und gestohlenes

Geld dorthin überweisen

lassen, wo man sie leicht identifizierenkönnte.“

Volksbank-Chef Rauner jedoch

wirdden Eindruck nicht los,dass Finanz-Start-ups

Betrügern das Geschäft

erleichtern. „Die Identitätspflichten

werden vielleicht nicht so

streng gehandhabt und auch im

Geldwäschebereich sind vielleicht

die Systeme nicht auf dem Stand, den

auch die Aufsicht sich wünscht.“ Im

Mai hatte die Finanzaufsicht Bafin

N26 verpflichtet, Mängel bei Maßnahmen

gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung

zu beheben. (dpa)

Von Carsten Hoefer

Die chinesische Regierung macht

mit ihrem nationalen Prestigeprojekt

einer neuen Seidenstraße

nach Europa Fortschritte: DerGüterzugverkehr

auf dem Landweg von

und nach China wächst schnell, allein

die DB Cargowill ihreTransportkapazität

auf der transkontinentalen

Verbindung in den Fernen Osten bis

zum Jahr 2020 um 25 Prozent erhöhen.

Bisher werden 80000 Standardcontainer

(TEU) im Jahr befördert,

für 2020 seien 100000 geplant, sagte

ein Sprecher der Güterverkehrsgesellschaft

der Bahn in Berlin.

Auf chinesischer Seite konkurrieren

mittlerweile Dutzende Firmen

um Frachtaufträge. Ein großer Anbieter

ist das Unternehmen Yuxinou

aus Chongqing, einer zentralchinesischen

Metropole mit mehr als

20 Millionen Einwohnern. Yuxinou

fing 2011 mit elf Güterzugfahrten an,

inzwischen sind es jeweils gut 700 im

Jahr vonChina nach Europa und umgekehrt.

Die Fracht: elektronische

Bauteile auf dem Hinweg nach Europa,

Milchpulver und andereProdukte

auf dem Rückweg, sagt Servicemanagerin

Xiang Jiaqi. Auch große deutsche

Unternehmen nutzen mittlerweile

den Transportweg über Land:

BMW lässt dreimal wöchentlich

Fahrzeugteile per Güterzug nach

China transportieren, wie ein Sprecher

des Autoherstellers in München

berichtet.

MassiveInvestitionen

Die chinesische Kommunistische

Partei (KP) hat sich in ihrer offiziellen

Sprachregelung längst vom Begriff

„neue Seidenstraße“ verabschiedet,

das Projekt heißt seit einiger Zeit Yi

DaiYiLu–„eine Region, eine Straße“.

Die Schätzungen der Investitionssummen

reichen bis zu dreistelligen

Milliardenbeträgen.

Das Projekt ist vor allem umstritten,

weil es auch der Ausdehnung des

politischen Einflusses Pekings dient.

Die dortige Führung nutzt die Wirtschaft,

um ihren Einfluss zu mehren.

So blockierte Griechenland 2017 eine

gemeinsame europäische Erklärung,

mit der die EU chinesische Menschenrechtsverletzungen

kritisieren

wollte –Griechenlands größter Hafen

in Piräus ist seit 2008 unter chinesischer

Kontrolle.

DieBundesregierung ist sich dessen

bewusst, dementsprechend

klingt Verkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU) nicht hundertprozentig

begeistert, wenn von der neuen

Seidenstraße die Rede ist. „Es geht da

um sehr starke nationale Interessen

der Chinesen“, sagte der CSU-Politiker

kürzlich auf der Münchner Messe

Transport Logistic. „Wir nehmen

aberalleWegeauf,diemehrChancen

bieten als Einschränkungen“, sagte

Scheuer.

Chancen bieten die Züge in der

Tat: „Der Transport mit dem Zug ist

zwei Wochen schneller als mit dem

Schiff und viel günstiger als mit dem

Flugzeug“, wirbt Ethan Shu, ein Manager

der Spedition Chinatrans

International aus Shenzhen im Süden

Chinas. (dpa)

Etwas welk, aber in Ordnung:AuchSalat

wirdbei AEZ verschenkt. FOTO: TITTEL/DPA

Von Marina Kormbaki

Indeutschen Grills kommt offenbar

häufig Tropenholz zum Einsatz,

ohne dass die Verbraucher von dessen

bedenklicher Herkunft wissen.

Dasgehtaus einer Antwortder Bundesregierung

auf eine schriftliche

Frage der Grünen hervor.

Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums

werden pro

Jahr durchschnittlich 236000 Tonnen

Holzkohle in Deutschland verbraucht

–davon werden 95 Prozent

nach Deutschland importiert. Zu

den wichtigsten außereuropäischen

Exportländern von Holzkohle nach

Deutschland zählt das Ministerium

Paraguay (18 Prozent) und Nigeria

(11 Prozent). „Die Bundesregierung

kann nicht ausschließen, dass illegal

genutzte Hölzer in importierter

Holzkohle enthalten sind“, heißt es

in der Antwortdes Ministeriums.

Das Haus von Bundeslandwirtschaftsministerin

Julia Klöckner

(CDU) beruft sich dabei auf eine seit

2016 durchgeführte Untersuchung

des bundeseigenen Thünen-Instituts.

Demnach ergaben Analysen

vonrund6200 Kohleproben, dass bei

etwa 30 Prozent der untersuchten

ProduktedieHerkunftsangaben„kritisch“

zu bewerten seien.

Die Produkte waren also nicht

oder falsch deklariert. So handle es

sich bei Sortimenten, die keinerlei

Angaben zu den verwendeten Hölzern

enthalten, oft um Tropenhölzer.

Undselbst dort, wo „aus heimischen

Laubhölzern“ draufsteht, wurden

neben Buche,Ahorn und Eiche auch

tropische und subtropische Hölzer

beigemischt.

„Grillen und Urwaldschutz müssen

zusammengehen“, forderte die

Parlamentarische Geschäftsführerin

der Grünen, Steffi Lemke, im Gespräch

mitdem RND.Die Bundesregierung

müsse etwas gegen den Handel

mit illegalem Holz und Holzkohle

tun.

„Wir fordern eine Aufnahme von

Holzkohle in die entsprechende

europäische Holzverordnung, welche

das Ziel hat, die Einfuhr vonillegalem

Holz zu verhindern. Außerdem

braucht es eine eindeutige

Kennzeichnungspflicht von Holz

und Holzprodukten nach Herkunftsland

und Holzart sowie schärfere

Kontrollen“, sagte Lemke. Die Grünen-Politikerin

mahnte einen besserenSchutz

bedrohter Wälder an.

Zwei Wochenschnellerals per Schiff:Ein

Containerzug aus China. FOTO: ARMIN WEIGEL/DPA


8 Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Meinung

Parteienspektrum

ZITAT

Gaucks gütiger Blick

nach rechts

Daniela Vates

sieht eine größere Toleranz für

Extremisten kritisch.

Am1.September wird inSachsen ein

neuer Landtag gewählt. Dann könnte

eine Partei, die Rechtsextreme in ihren

Reihen duldet, stärkste Kraft werden. Die

CDU wird sich womöglich entscheiden

müssen, ob sie sich vonder AfD in irgendeiner

ArtundWeise unterstützen lässt, um

weiterregieren zu können. Es kann die politische

Landschaft in Sachsen und im

Bund nachhaltig verändern, die Bundes-

CDU in die nächste tiefe Krise stürzen

und damit auch die Bundesregierung.

In dieser Lage also meldet sich der ehemalige

Bundespräsident Joachim Gauck

zuWort.Ein eigentlich sehr munteres und

ermutigendes Plädoyer hält er für mehr

Eigeninitiative und Selbstbewusstsein,

gegen Pessimismus, Missmut und politische

Schwarzmalerei. Das klingt zupackend

und zukunftsfreudig und so gar

nicht nach aufziehender Krise.

Aber da ist dann auch noch Gaucks

Forderung nach einer „erweiterten Toleranz

in Richtung rechts“. Diemag als Versöhnungsinitiative

gedacht sein, als Versuch,

Verbindungen zwischen Rechtsextremen

und Konservativen zu kappen, die

sich im bisherigen politischen Spektrum

nicht mehr vertreten fühlten –also einer

abdriftenden Gruppe Verständnis entgegenzubringen

und ein politisches Geborgenheitsgefühl

zu vermitteln. Es wäredas

Bemühen, der AfD,die Gauck schwer kritisiert,

einen Teil ihrer Protestwähler und

damit ein Stück an Boden zu entziehen.

Mit so einem Versuch hätte Gauck

recht, genauso wie mit seinem Plädoyer

für mehr Sachlichkeit und Gelassenheit

im Umgang mit politischen

Gegnern innerhalb des demokratischen

Spektrums.

Dennoch ist das Signal, das der Ex-Präsident

aussendet, zumindest ein seltsames.

Allzu gütig erscheint der Blick, den

Grenzziehung,

so viel wird deutlich,

ist auch für einen

wortmächtigen Ex-

Präsidenten vertrackt.

Gauck nach rechts wendet. Die Abgrenzung,

die er gleichzeitig mit Wucht einfordert,

misslingt.

Seine Definitionen sind entweder banal,

verwaschen oder problematisch:

Konservativ bedeutet nicht rechtsextrem

–geschenkt. Nicht jeden, der schwer konservativ

ist, solle man als Demokratiefeind

hinstellen. Ist inOrdnung. Aber wo

beginnt und wo endet „schwer konservativ“?

Die CDU müsse auch jene wieder

mitnehmen, für die „Sicherheit und gesellschaftliche

Konformität wichtiger ist

als Freiheit, Offenheit und Pluralität“,

empfiehlt Gauck.

Wenn aus der Sehnsucht nach Übersichtlichkeit

eine nach Gleichförmigkeit

wird, sind demokratische Werteschnell in

Gefahr. Auch die übelsten Nationalisten

servieren ihre Gesinnung ja nicht unbedingt

auf dem Tablett, sondernverstecken

sie unter der deutlich klangvolleren Vokabel

„Patriotismus“. Grenzziehung, so viel

wird deutlich, ist auch für einen wortmächtigen

Ex-Präsidenten vertrackt.

DasZerbröseln der SPD hat seinen Ursprung

auch in der Konkurrenz durch die

Linkspartei. Nun gibt es auch im rechten

Lager einen ähnlichen Wettbewerb. In

Sachsen wirdsich zeigen, ob die CDU ihm

gewachsen ist, ob und was sie ihm entgegensetzt.

DieVersuchung, die Grenzen zu

verwischen, ist groß.

Natürlich müssen auch Konservative

ihre Stimme haben in der Gesellschaft.

Aber die AfD bleibt eine Partei mit Rechtsextremen

in ihren Reihen. Es hilft nichts,

sich dem gegenüber kleinzumachen. Es

hilft nichts, die Sprache zu übernehmen.

Gauck nennt das: Mutzur Intoleranz. Eine

klare eigene Position selbstbewusst zu

vertreten, Zukunftsfreude zu vermitteln

statt Erschöpfung, wäre hilfreich. Da hat

Gauck absolut recht.

RobertPan

Indiesen Tagen ist es nicht einfach, eine

Lanze fürs Berliner Verkehrssystem zu

brechen. Schon seit Jahren läuft vieles

schief, und in der jüngsten Zeit ist es

spürbar unangenehmer geworden. Wasläuft

falsch auf Berlins Straßen und Schienen?

Kraftfahrer nehmen zur Kenntnis, dass

eine Brücke nach der anderen wegen statistischer

und sonstiger Probleme gesperrt werden

muss. Radfahrer ärgern sich darüber,

dass sich in zweieinhalb Jahren Rot-Rot-

Grün für sie wenig sichtbar verbessert hat.

Werzart besaitet ist, bleibt dem Treiben lieber

fern, zu aggressiv geht es auf den Straßen

zu. Dazu tragen nicht nur machttrunkene Limousinenraser

bei, auch die Radler untereinander

sind sich allzu oft spinnefeind.

Fahrgäste des Nahverkehrs erleben wiederum,

dass sie immer noch in denselben

muffigen alten Bahnen transportiertwerden

wie seit Jahren schon –und dass der Andrang

immer größer wird. Neue Straßenbahnstrecken:

Fehlanzeige. Selbst unter CDU-Ägide

sind mehr neue Trassen entstanden als derzeit.

Stattdessen hat die BVG, die unter Personalmangel

leidet, auf manchen Tramlinien

nun sogar den Fahrplan ausgedünnt.

Dass Brücken bröseln und U-Bahn-Nutzerinbis

zu 60 Jahrealten Oldies schwitzen,

hat viel mit der früheren Sparpolitik zu tun,

die unter Rot-Rot intensiviert wurde. Heute

ist es einfach, darüber zu schimpfen. Ausdamaliger

Sicht war es allerdings so, dass der

auch vonBerlinernkritisierte desaströseZustand

des Landeshaushalts und die wachsende

Verschuldung Handeln erforderten.

Dass aber auch Teile der Verwaltung fast

arbeitsunfähig gespartwurden, war fatal. Mit

steinzeitmäßiger Ausstattung, überaltertem

und demotiviertem Personal kann die Verkehrswende

nur im Schneckentempo voran-

Wollen wir ausnahmsweise vom Wetter

reden? Über allen Themen dieser Zeit

wölbt sich der Klimawandel. Man könnte

meinen, nichts sei wichtiger.Was sind schon

Gesundheits- oder Sozialpolitik, Diskussionen

um den Brexit, mögliche Kanzlerkandidatinnen,

wenn über allem der Klimawandel

droht? Wasnützt alle Anstrengung auf anderem

Gebiet, wenn wir alle bald einer menschengemachten

Katastrophe zum Opfer fallen?

Wir müssen sofort gegensteuern. Das

Klima zu retten, alle dazu zu drängen, dafür

das Möglichste zu tun, hat Priorität. Wasdazu

nötig ist? Die Einsicht der Bevölkerung, eine

Umstrukturierung der Wirtschaft, neue Technologien

und eine zukunftsweisende Politik.

Dennoch bleiben die anderen Probleme

bestehen. Und manchmal haben auch sie

mit dem Klimawandel zu tun. DieVeränderung

der globalen Temperatur wird dazu

führen, dass große Gebiete vorallem im globalen

Süden unbewohnbar werden. Diezwei

Grad Temperaturanstieg machen den Unterschied

zwischen bewohnbar und unbewohnbar.

Klimaflüchtlinge gibt es schon

heute, und es werden mit Sicherheit mehr.

Wenn sich der globale Norden nicht darauf

einstellt –was dann? Wenn Rechtsextreme

die Agenda darüber bestimmen, was ihrer

Ansicht nach „erträglich“ ist und was nicht,

was für eine Art Demokratie verteidigen wir

dann für die Zukunft? Eine nur für den weißen

Norden?

So jedenfalls deutet es sich an. Nach dem

fatalen Migrationspaket, das kürzlich be-

Mobilität

Abenteuer

Verkehr

Peter Neumann

meint, dass im Berliner Verkehr vieles falsch läuft.

Doch es wird dauern, die Fehler zu tilgen.

KOLUMNE

Für wen

verteidigen wir die

Demokratie?

Anetta Kahane

Amadeu Antonio Stiftung

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

kommen. Esist richtig, dass unter Rot-Rot-

Grün wieder Personal eingestellt wird, dass

Behördenstrukturen ergänzt und renoviert

werden –aber es wirddauern, bis Erfolge auf

den Straßen sichtbar werden. Das gilt auch

für die Investitionen, die für den Fahrzeugparkder

U- und S-Bahn vorgesehen sind.

DieKritik, dass sich die Verhältnisse nicht

schnell genug bessern, hat aber auch ihreBerechtigung.

Nur ein paar Beispiele: Auffällig

ist, dass sich für unbesetzte Leitungsstellen

in der Senatsverwaltung auch nach Monaten

noch keine willigen und geeigneten Bewerber

gefunden haben. So attraktiv scheint es

wohl nicht zu sein, dortzuarbeiten. DieBVG

hat die große U-Bahn-Ausschreibung spät

begonnen und so verquer gestaltet, dass Siemens

erbost das Handtuch warfund ein Mitbewerber

vor die Vergabekammer zog –was

weitere Verzögerungen bedeutet. Der Senat

kündigte an, dass die Friedrichstraße im

Sommer Fußgängerzone wird, ohne sich zuvor

mit Gewerbetreibenden abzustimmen –

die nun wütend reagierten und einen Aufschub

um unbestimmte Zeit erreichten.

Weniger Autos, Zwangs-BVG-Ticket für

alle Autofahrer: Mit einer forcierten Ankündigungspolitik

hat es Verkehrssenatorin Regine

Günther geschafft, dass ihr die Grünen-

Basis, die noch 2018 ihren Rücktritt verlangte,wieder

gewogen ist. Aber sie sitzt weiterhin

in einer Falle, die jederzeit wieder

zuschnappen kann. Das neue Mobilitätsgesetz

hat richtigerweise wichtige Grundlagen

für den umweltfreundlichen Umbau desVerkehrs

geschaffen –aber auch Wünsche geweckt,

die in Summe unerfüllbar sind.

Unrealistisch sind aber auch manche Einschätzungen

der Bürger. Auch wenn das

Auto in Berlin an Bedeutung verliert: Es ist

verfehlt, „Car is over“ zu rufen. Mit diesem

Wirtschaftssystem wird der Druck, der sich

tagtäglich in Gestalt vongenervten Pendlern

und gehetzten Lieferwagenfahrernausprägt,

bestehenbleiben. AndereKonfliktlinien werden

sich sogar noch vertiefen. So nimmt die

Zahl der Senioren, für die Mobilität meist

Auto fahren bedeutet, weiter zu, die Zahl der

jungen fitten Radfahrer ebenfalls.Der Kampf

auf den Straßen ist auch ein Konflikt zwischen

gesellschaftlichen Schichten: Lkwund

Taxifahrer, die oft prekär beschäftigt

sind, treffen auf Radfahrende Akademiker.

Es läuft einiges falsch im Berliner Verkehr.

Die Verantwortlichen sind aufgerufen, konzentrierter

als bisher das Machbare zuleisten,

damit er sicherer und stadtverträglicher

wird. Doch er wirdein Abenteuer bleiben.

schlossen wurde, wollen die Regierungsparteien

im Bundestag demnächst weitere Gesetzesänderungen

beschließen, durch die im

Staatsangehörigkeitsrecht der Anspruch auf

Einbürgerung eingeschränkt werden soll. Zu

den Voraussetzungen für Einbürgerung soll

künftig zählen: Ausländer müssten eine

„Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse“

gewährleisten. Was soll das? Ein

Leitkultur-Paragraf, der Beamten willkürlichen

Spielraum für„Daumen hoch, Daumen

runter“ gibt? Wassind deutsche Lebensverhältnisse?

Und was sind un-deutsche? Außerdem

soll eine Einbürgerung künftig zehn

Jahre lang auf Widerruf stattfinden. Staatsbürgerschaft

auf Probe? Das widerspricht,

um es diplomatisch zu sagen, der Idee,durch

Einbürgerung demokratische, gleiche Lebensverhältnisse

zu schaffen. Es widerspricht

dem Gedanken des Zusammenhalts

und der Gleichwertigkeit. Auch dass sich nur

noch Menschen einbürgern lassen können,

deren Identität eindeutig geklärt ist, bedeutet,

dass viele Geflüchtete auf absehbareZeit

keine Staatsbürger werden können. Integrationspolitisch

ist auch das nicht sinnvoll, zumal

Deutschland im Vergleich zu anderen

Staaten noch immer viel zu wenige Menschen

einbürgert.

Zukunftsfähig sieht anders aus. Ja, Klimawandel

und Migration sind Kernthemen

für die Zukunft. Darauf gibt es nur zwei Antworten:

Entweder man leugnet oder verflucht

sie,wie es die sogenannten Rechtspopulisten

tun, oder man gestaltet sie.Entweder

man versaut das Klima –das des Wetters

wie das in der Gesellschaft –indem Abwehr,

Ignoranz und Furcht vorden rechten Populisten

die Politik bestimmen, oder die Bedingungen,

Debatten und Gesetze stellen

sich diesen Herausforderungen. Sonst sind

bald die nächsten Krisen im gesellschaftlichen

Klima da. Und sie werden ebenso

menschengemacht sein wie die mit dem

Wetter.

„Wir kuscheln mit niemandem

und mit uns kuschelt

auch keiner. Wir sind erfolgreich,

weil die Kernthemen,

die wir adressieren,

die Herausforderungen unserer

Zeit widerspiegeln. “

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen im

Bundestag, imInterview mit der Bild am Sonntag

AUSLESE

Hongkong, China

und der Westen

Auch am Sonntag protestierten wieder

Zehntausende in Hongkong gegen ein

Gesetz, das die Möglichkeit vorsieht, Verurteilte

an China auszuliefern. Es wurde

erst mal auf Eis gelegt. Dazu schreibt die

italienische Tageszeitung La Repubblica:

„Die erste Runde geht an die jungen Leute

... Es ist ein historischer Sieg fürHongkong,

ähnlich wie der,der 2003 eine harte Sicherheitsreformblockierthat.“

Dennoch ist die

Zeitung skeptisch: „Das Gesetz wird nur

ausgesetzt, nicht zurückgezogen, wie es

die Demonstranten wollen. ... Die Pause

soll die Gemüter abkühlen.“

Auch für den Londoner The Independent

ist die Aussetzung des Gesetzes ein

Triumph für Demokratie und Menschenrechte.„Es

ist ein bedeutender Sieg fürdie

Macht desVolkes“, schreibt das Blatt.„Dies

bedeutet nicht das Ende der Spannungen

zwischen den sieben Millionen EinwohnernHongkongs

und der chinesischen Regierung.

Aber es ist ein hoffnungsvolles

Zeichen dafür, dass die Bereitschaft Pekings,

die Rechtsstaatlichkeit in der Sonderregion

zu untergraben, Grenzen hat.“

Die liberale dänische Tageszeitung

Politiken sieht den Westen in derPflicht.

„Auf kurze Sicht kann der Westen nicht

mit viel mehr beitragen als mit Protesten,

moralischer Unterstützung und Ermunterung“,

heißt es dort. „Aber auf

lange Sicht sollten die Rechte in Hongkong

Teil des Dialogs des Westens mit

China über das zukünftige Verhältnis

werden.“ Christine Dankbar

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Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Blindgänger

bleiben eine akute

Gefahr in Berlin

Seite 12

Der legendäre Club der Visionaere ist abgebrannt Seite 11

Freie Kunstszene wird nun auch in Treptow verdrängt Seite 14

Stadtbild

Lauras

Geschichte

BarbaraWeitzel

erzählt vomwichtigsten

Satz: „Du kannst nichts

falsch machen.“

ImSeptember schrieb ich an dieser

Stelle einen Text über ein mutiges

Mädchen. Viele werden sich erinnern:

Laura, die in Wirklichkeit anders

heißt, wurde in der U-Bahn von

einem Mann belästigt. Er legte seine

Hand an ihren Oberschenkel. Laura

sprang auf und schrie: „Fassen Sie

mich nicht an, ich bin 13 Jahre alt!“

Fahrgäste kamen herbei, BVG-Sicherheitsleute

überwältigten den

Mann, die Polizei brachte Laura

nach Hause.ImAuto musste sie weinen.

Dafür schämte sie sich. Kurz.An

die Stelle der Scham trat ein anderes

Gefühl: Stolz.

Die Reaktionen auf die Geschichte

waren überwältigend. Viele

Menschen haben mich auf Lauraangesprochen.

Eine Leserin berichtete

mir,sie habe ihren Töchternden Text

zu lesen gegeben. Hunderte schrieben

Kommentare auf Facebook und

Twitter. Besonders oft fiel das Wort

„richtig“. Laura, darin waren sich alle

einig, hat alles richtig gemacht.

DerSatz „Duhast alles richtig gemacht“

hat ein Geschwister bekommen.

Laura und ihre Eltern haben

Anzeige erstattet. Weil der Täter die

daraus resultierende Klage zurückgewiesen

hat, kam es zur Verhandlung.

Laura musste nur für ihre Aussage

in den Saal, und in der Zeit, bis

sie dran war, wurde ihr in den Räumen

des Opferschutzes behutsam

erklärt, was sie gleich erwarte.Mehrfach

fiel der Satz: „Du kannst nichts

falsch machen.“

Die Frau vom Opferschutz sagte

Laura, es sei nicht schlimm, wenn sie

sich an Details nicht erinnernkönne.

Oder sie sich heute anders erinnere

als bei ihrer ersten Aussage.Sie sagte,

dass der Richter jederzeit bestimmen

könne,dass der Anwalt des Angeklagten

sie nichts mehr fragen

darf. Sie sagte: „Du musst dich vor

nichts fürchten.“ Und noch einmal:

„Dukannst nichts falsch machen.“

Es ist so viel drin in dem Satz: Dir

wurde etwas angetan, nicht andersherum.

Es ist an ihm, glaubwürdig zu

sein. Er muss sich schämen, nicht

du. Er hat etwas zu befürchten, nicht

du. Weil du alles richtig gemacht

hast.

Wir waren nur wenige Minuten

im Saal. Laura musste nicht mehr

aussagen, der Angeklagte hatte die

Tatgestanden. DerRichter fragte sie,

ob sie anhören wolle, was er ihr zu

sagen habe. Laura willigte ein. Er

sagte, mit gesenktem Kopf: „Es tut

mir leid, was ich getan habe. Ich

hätte das nicht tun dürfen.“ Dann

sah er Lauraanund fuhr fort: „Wenn

ich nicht betrunken gewesen wäre,

hätte ich das nie getan. Undich habe

es auch noch nie getan.“

Er wirkte ehrlich. Zweifel bleiben.

Aber wichtig ist doch: Dass er sich

Laura und ihren Eltern stellen

musste, ist mehr, als vielen anderen

widerfährt. Und noch wichtiger:

dass Laura ihren Frieden hat. Das

Urteil, es kommt in ein paar Wochen

mit der Post, interessiert sie nicht

mehr.Und da es in dieser Geschichte

um Laura geht, ist sie hier zu Ende.

Viele andere nicht, und ich weiß,

dass Verhöre und Verhandlungen

auch anders ablaufen. Dass Angst

berechtigt ist. Nicht aber die Scham.

Denn es ist immer der Täter, der etwas

falsch gemacht hat.

Die Chefin vons Janze: Dagmar Pohle von den Linken, die Bürgermeisterin von Marzahn beim Fest in den Gärten der Welt.

Mehr als nur ein Bezirk

Marzahn ist grün, jung und dynamisch. Nun feiert der ehemalige Lichtenberger Ortsteil 40. Geburtstag

VonKatrin Bischoff

Wer Marzahn nicht

kennt, denkt an karge

Plattenbauten oder

„Arbeiterschließfächer“,

wie die Wohnungen auch genannt

wurden. Doch der Bezirk ist

vor allem grün und familienfreundlich.

Vor40Jahren wurde der damalige

Lichtenberger Ortsteil Marzahn

zu einem neuen Bezirk. Das wurde

am Sonnabend in den Gärten der

Welt gefeiert.

Oleg Peters steht an diesem heißen

Tag im Besucherzentrum. Er

hängt Fotos auf. Bilder, die in einer

kleinen Ausstellung davon zeugen,

wie Marzahn entstand. 100 000Wohnungen

in 15 Jahren –das sei eine

Meisterleistung gewesen, sagt der

58-jährige promovierte Bauhistoriker,

der 1983 in Marzahn in eine

Platte zog. In eine 55 Quadratmeter

große Wohnung mit Fenster im Bad,

als dann das zweite Kind da war,

wurde es eine Vier-Raum-Wohnung.

„Komplexer Wohnungsbau“

Er erzählt, dass das Zauberwort damals

„komplexer Wohnungsbau“

hieß: Häuser wurden auf einstigen

Rieselfeldern errichtet. Gleichzeitig

entstanden auch 379 andere Gebäude:

Schulen, Kitas,die sogenannten

Dienstleistungswürfel mit Läden

und die Mehrzweckgaststätten. Und

es wurden Grünflächen geplant.

Peters, dessen Vater von 1966 bis

1980 Baudirektor von Berlin und

Aufbauleiter Marzahns war,hat nach

dem Abitur und vorseinem Studium

als sogenannter Anbinder im neu

entstehenden Bezirk gearbeitet. Er

hat „Platten“ an den Kran gehängt,

mit denen die Häuser gebaut wurden.

Im Durchschnitt seien 30 Platten

für eine Wohnung benötigt worden,

sagt Peters. Alle 90 Minuten

wurde eine Wohnung fertig – mit

Zentralheizung und Bad. Das war

Luxus für viele, die aus den Hinterhöfen

Prenzlauer Bergs oder Friedrichshains

nach Marzahn zogen –

und nicht wieder gingen.

In Marzahn-Hellersdorf leben

derzeit mehr als

268000 Einwohner.Der Bezirk

hat fünf Ortsteile: Marzahn,

Biesdorf, Kaulsdorf,

Mahlsdorf, Hellersdorf. Marzahn

war die größte Großsiedlung

der DDR. Innerhalb

von15Jahren entstanden

100000 Wohnungen.

Alles Marzahner:Annika Oswald (2.v.l.) mit ihrem Feier-Picknick.

Wie Dagmar Pohle, die heutige

Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf.

Sie kam im Sommer

1978 aus einer kleinen Friedrichshainer

Hinterhofwohnung mit

Ofenheizung in den neunten Stadtbezirk

Ost-Berlins. Anders als viele

Neu-Marzahner stapfte sie damals

nicht in Gummistiefeln durch die

ZWEITGRÜNSTER BEZIRK IN BERLIN

Seit im Jahr 1920 Groß-Berlin

gebildet wurde, gehörte

das Dorf Marzahn zu Berlin

und war bis Anfang des Jahres

1979 ein Teil des BezirkesLichtenberg.Am5.Januar

1979 wurde Marzahn

dann Namensgeber des

neuen, neunten Ost-Berliner

Bezirks.

GUDATH

noch vorhandenen Schlammwüsten.„Dort,

wo ich mit meiner Familie

in Marzahn hingezogen bin, da waren

die Fußwege und Straßen schon

fertig“, erzählt sie.Heute leben mehr

als 268 000 Einwohner in dem Bezirk.

„Eine solch dynamische Entwicklung

wie Marzahn hat kein anderer

Bezirk Berlins genommen“, sagt die

Politikerin der Linkspartei. Heute sei

Marzahn-Hellersdorf ein äußerst lebendiger

und liebenswürdiger Bezirk.

Die Arbeitslosenquote im

Bezirk beträgt derzeit

6,1 Prozent. 21000 Unternehmen

sind in Marzahn ansässig.Viele

jungeFamilie

leben im Bezirk. Marzahn-

Hellersdorf gilt nach Treptow-

Köpenick als der zweitgrünste

Bezirk in der Hauptstadt.

Das findet auch Annika Oßwald,

die beim Fest in den Gärten der Welt

mit einem Picknick auch den vierten

Geburtstag der Tochter Emma feiert.

MitFreunden vonMutter und Tochter.

„Ich stamme aus Marzahn, bin

nie weggegangen.Warumauch? Hier

leben meine Freunde. Marzahn ist

meine Heimat“, sagt die 34-Jährige.

SABINE GUDATH

Es gebe viele Spielplätzeund Ärztehäuser.

S-Bahn und Straßenbahn

fahren direkt in die Stadt. Inzwischen

würden Kita-Plätze schon

Mangelware. DerZuzug ist groß.

Kristina Ackermann stammt auch

aus Marzahn, sie zogzwischendurch

mal weg, nach Spandau und raus aus

der Stadt. „Aber ich bin wiedergekommen“,

erzählt die 41-Jährige.

Afra Pinz, Benjamin Künzel und

der gemeinsame dreijährige Sohn

Phil leben seit 2015 in Marzahn.„Hier

ist es nicht so eng wie in der Innenstadt.

DieWohnungen sind bezahlbar

und besser als die, die heute gebaut

werden“, sagt der 31-Jährige Künzel.

Keinen Tag hätten sie den Umzug

nach Marzahn bereut –inden zweitgrünsten

Bezirkder Hauptstadt.

Kein „Dorf“ im Namen

Bauhistoriker Peters erzählt von den

damaligen Plänen, eine neue Großraumsiedlung

zu errichten. Man

habe überlegt, die vielen Wohnungen

in Pankow zuerrichten. Doch dort

hätte die Infrastruktur nicht gestimmt.

Es wäre zuteuer gewesen.

Also fiel die Entscheidung für diese

Region. Dass der Bezirk dann Marzahn

hieß, sei politisch gewollt gewesen,

sagt er. Der einzige Grund: Marzahn

sei der einzige Ortsteil des künftigen

Bezirks gewesen, der kein

„Dorf“ im Namen hatte.„Ein solches

sozialistisches Großprojekt konnte

damals einfach nicht ein DorfimNamenenthalten“,

erzählt Peters.

Auch er hat es nie bereut, nach

Marzahn gezogen zu sein. Er sagt, er

lebe den Bezirk.

In Marzahn sei es nicht so eng wie in der Innenstadt, sagt Afra Pinz.

GUDATH

Ein

letztes Mal

Luftbrücke

Rosinenbomber kehren am

Jahrestag nach Berlin zurück

Normalerweise ist es kein gutes

Zeichen, wenn es am Himmel

brummt und summt. Wenn Flugzeuge

in niedriger Höhe über dem

Stadtgebiet fliegen, wo sie sonst

nichts zu suchen haben. Am Sonntag

war das allerdings ein historisches

Ereignis. Gegen 15 Uhr, 70 Jahre

nach Ende der Luftbrücke, sind die

Rosinenbomber zurückgekehrt. Jene

alten Propellermaschinen, mit denen

Amerikaner,Briten und Franzosen

während der Berlinblockade den

West-Teil der Stadt mit Lebensmitteln

und Kohle versorgt haben.

Rund 20 der Flugzeuge überflogen

am Sonntag die Stadt. Siekamen

aus Südosten, flogen übers Tempelhofer

Feld und danach über Treptow,

Lichtenberg, Weißensee und Pankow

sowie über Spandau. Die Flugzeugedes

Modells Douglas DC-3 waren

inFaßberg inNiedersachsen gestartet.

Am Tempelhofer Feld waren

die Oldtimer-Flugzeuge für Zuschauer

und Kameraobjektive gut

sichtbar. Eine Landung auf dem

einstigen Innenstadt-Flughafen

Tempelhof war nicht möglich.

Während der sowjetischen Berlin-Blockade

vom 24. Juni 1948 bis

zum 12. Mai 1949 hatten die Westalliierten

mit fast 280 000 Flügen fast

Fast wie früher:Rosinenbomber überfliegen

die Stadt.

DPA/PAUL ZINKEN

zwei Millionen Tonnen Lebensmittel

und Kohle in die abgeriegelte Stadt

gebracht. Vom niedersächsischen

Faßbergwurden 70 Prozent der Kohletransporte

nach Berlin geflogen.

Die Planung des seltenen Schauspiels

in der Hauptstadt hatte sich

schwierig gestaltet. Erst am Donnerstag

war klar, dass es keinen

Überflug über das Brandenburger

Torgibt. Ursprünglich wollte derVerein

mit einem Antrag bei dem Bundesaufsichtsamt

für Flugsicherung

die Genehmigung bekommen, in

das sogenannte Flugbeschränkungsgebiet

um das Reichstagsgebäude

zu fliegen. In dieser Zone liegt

auch das Brandenburger Tor. Diesen

Antrag zogder Verein zurück.

Der geplatzte Überflug über das

Brandenburger Tor war bereits die

zweite Planänderung für die Veranstalter.Aucheine

Landung der Oldtimer-Maschinen

auf dem Tempelhofer

Feld konnte nicht umgesetzt werden,

weil laut Tempelhof-Gesetz der

innere Wiesenbereich mit der Startund

Landebahn öffentlich zugänglich

bleiben muss. (BLZ/dpa)


10 Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Stadtgeschichte

Kunstschätze im Bode-Museum. Es wurde 1956 nach seinem Gründer Wilhelm von Bode benannt. Seit einiger Zeit wächst die Auffassung,statt nach dem Antisemiten müsste es nach Berlins großzügigstem Stifter,James Simon, benannt werden.

MIKE FRÖHLING

Der Dank für die jüdischen Mäzene

Der Kaiser Friedrich Museumsverein in Berlin versucht, den Umgang mit seinen Mitgliedern zwischen 1933 und 1945 aufzuklären. Er kommt voran

VonMaritta Tkalec

Der Kaiser Friedrich Museumsverein

(KFMV)gehört

zu den erstaunlichen

Berliner Institutionen

–nicht nur wegen seines vorTraditionsbewusstsein

strotzenden

Namens,der den 1888 ganze99Tage

regierenden Friedrich III. ehrt. Für

Berliner Verhältnisse verblüffend

sind seine betont bürgerliche Verfasstheit,

seine hochkulturelle Zielsetzung

sowie seine über lange Zeit

überwiegend elitäreMitgliedschaft.

Ohne deren großzügiges Mäzenatentum

sähen die Berliner Museen

deutlich ärmer aus: Der Mann mit

dem Goldhelm wäre kein Berliner,

ebenso wenig die Heilige Familie von

Meister Paul Egele aus dem 15. Jahrhundert.

Insgesamt nennt der Verein

144 Gemälde und 166 Skulpturen

sein Eigen. Damit gehört erzuden

reichten Museumsvereinen derWelt.

Hätte nicht der Zweite Weltkrieg

hohe Verluste verursacht, wären es

viel mehr –sogingen im Flak-Bunker

Friedrichshain eingelagerte Werke

vonunschätzbarem Wert verloren.

Bode und die „Verjüdelung“

Die Mitglieder sammelten seit der

Gründung 1896/97 Geld mit dem

Ziel, Kunstwerke zu kaufen –privat

finanziert, unter Schonung der

klammen Staatskasse, doch der Allgemeinheit

zugedacht. Dieerworbenen

Bilder und Skulpturen blieben

im Besitz des Vereins, standen stets

den Museen als Dauerleihgaben zur

Verfügung und steigerten das nationale

Selbstgefühl. Berlin schloss auf

zu Paris oder London oder wenigstens

zu Dresden oder München.

Der Mitgliedsbeitrag war mit 500

Mark pro Jahr enorm (etwa das Jahreseinkommen

eines Industriearbeiters).

Wer 5000 Reichsmark spendete,

erwarb lebenslange Mitgliedschaft.

Werheute Mitglied sein will,

zahlt vergleichsweise moderate 300

Euro Jahresbeitrag. Für eine Mäzenatenmitgliedschaft

werden 6000

Euro erwartet.

Anfangs blieb der noble Kreis auf

etwa 100 Mitglieder begrenzt, Bankiers,

Großindustrielle, Künstler. Als

prominente Beispiele seien Alfred

Krupp, James Simon, Max Liebermann,

Franz von Mendelssohn genannt.

Allein James Simon, der großzügigste

aller Geber,überließ Berliner

Museen –weit über sein Engagement

im Museumsverein hinaus – unter

anderem die Büste der Nofretete,das

Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße

von Babylon sowie Werke von

Bellini und Mantegna.

James Simon gehörte zu den jüdischen

Vereinsmitgliedern, die fast

zwei Drittel des Vereins bildeten und

sich trotz der Allgegenwart von grobem

Antisemitismus im Kaiserreich

für ihre Heimat engagierten. Von

Wilhelm vonBode (1845–1929), dem

ersten und langjährigen Vereinsvorsitzenden,

der sich der Freundschaft

mit Mäzenen wie James Simon

rühmte und deren Geld gerne nahm,

sind Äußerungen gemeinster Art

überliefert. Bode beklagte die„Verjüdelung“

der deutschen Gesellschaft

und mochte es Kunstliebhabern

Konservativer Monarchist:

Friedrich Schmidt-Ott gestaltete

Wissenschafts- und

Kulturpolitik (preußische

Museen und Bibliotheken)

und gehörte zu den Mitbegründernder

Notgemeinschaft

der deutschen Wissenschaft

(heute deutsche

Forschungsgemeinschaft,

DFG). 1917 bis 1918 war er

preußischer Kultusminister.

ORGANISATOR VON MACHT UND KUNST

Friedrich Schmidt-Ott,

1860–1956

ULLSTEIN/PERSCHEID

Flexibler Opportunist: Giftig

kommentierte er die Weimarer

Republik, blockierteetliche

Anträgejüdischer Wissenschaftler

auf Förderung.

1929 wurdeerzum Vorsitzenden

des Kaiser Friedrich

Museumsvereins gewählt.

Kritiker sagen, er habe jüdische

Mitglieder in der NS-

Zeit vergrault, andere verteidigen

sein Lavieren.

nicht „verdenken, wenn sie sich ihre

kostbaren Teppiche nicht von jüdischen

Plattfüßen abtreten lassen

wollen“.

Der Kaiser Friedrich Museumsverein

hat sich –anders als manch

andere Institution –diesem Teil seiner

Geschichte geöffnet. Doch die

seit Jahren geführte Debatte dreht

sich nur indirekt um Wilhelm von

Bode, dessen Name DDR-Kulturminister

Johannes R. Becher 1956 dem

einstigen Kaiser Friedrich Museum

verlieh. Es geht aktuell vielmehr um

Bodes Nachfolger Friedrich

Schmidt-Ott (siehe Infobox) und den

Umgang des Vereins mit seinen jüdischen

Mitgliedern in den Jahren

1933 bis 1945.

Diese Auseinandersetzung hat es

in sich, denn sie lässt sich nicht auf

einfache Urteile reduzieren. Vielmehr

steht sie als Exempel für das

Lavieren und Taktieren unter großem

politischen Druck. Durfte die

Vereinsführung angesichts der offen

rassistischen NS-Politik mitschwimmen,

um „das Schlimmste“ zu verhindern,

statt offenen Widerstand zu

leisten? Das „Schlimmste“ wäre im

konkreten Fall die Auflösung desVereins,

die Enteignung und damit der

Übergang der Kunstschätze in die

Hände des NS-Staates gewesen.

Um die jederzeit und unter wechselnden

Systemen und Umständen

immer wieder auftretende Frage

nach Anpassung oder Widerstand

dreht sich der Konflikt, den der Kaiser

Friedrich Museumsverein in Berlin

seit Jahren in leidenschaftlichen

Diskussionen austrägt. Der Wunsch

nach mehrWissen über dieVorgänge

in den zwölf nationalsozialistischen

Jahren hatte den Vereinsvorstand

veranlasst, den Historiker Bernd Sösemann

vom Friedrich-Meinecke-

Institut für Geschichtswissenschaften

der FU mit einem Gutachten zu

beauftragen. Seine 2016 in erster

Kurzfassung als Broschüre erschienene

und auf der Webseite des Vereins

zugängliche Arbeit „Im Zwielicht

bürokratischer ‚Arisierung‘ –

DerKaiser Friedrich Museumsverein

in Berlin und seine jüdischen Mitglieder

in der NS-Diktatur“ kommt

zum Ergebnis, der Verein habe willfährig

mit dem nationalsozialistischen

Regime kollaboriert. So seien

Vorstandsmitglieder der NSDAP und

deren Organisationen beigetreten.

Nie habe der Verein seinen Mitgliedern

„die befreiende Vereinsauflösung“

vorgeschlagen.

KlareBelege dafür,dass derVerein

seine jüdischen Mitglieder nach

1933 ausschloss oder zum Austritt

drängte, legt Sösemann nicht vor. Er

dokumentiert auch Versuche, „die

vomRegime als ‚jüdisch‘ bezeichneten

Vereinsmitglieder zu schützen“:

„Für diese Strategie spricht am

stärksten die Unterschlagung der jüdischen

Personen mit ‚immerwährender

Mitgliedschaft‘. In der vonder

Exekutiveangeforderten Aufstellung

täuschte der Vorstand die verlangte

‚Judenreinheit‘ vor.“

Letzteres bezieht sich auf aktenkundige

Vorgänge von 1938. Am 20.

Mai teilte Schriftführer Heinrich

Zimmermann dem Vorsitzenden

Schmidt-Ott mit, er betrachte alle

„nichtarischen Mitglieder, die vor

der Inflation durch einen einmaligen

Beitrag lebenslängliche Mitglieder

geworden sind und jetzt nicht mehr

zahlen, als ausgeschieden“. Am 1.

Juni erging ein Rundschreiben

Schmidt-Otts an alle Vereinsmitglieder:

„Wer nicht Reichsbürger ist,

muss ausscheiden.“ Zuvor hatte ihn

Bernhard Rust, Reichsminister für

Kultur und selber Vereinsmitglied,

aufgefordert, Klarheit zu schaffen,

ob es noch jüdische Mitglieder gebe.

Am 8. Juni meldet Schmidt-Ott an

Rust: Verein judenfrei. Wassonicht

stimmte.Defacto aber hatten alle für

jüdisch erachteten Mitglieder ihre

Rechte verloren. Sösemann urteilt,

man habe es mit einer „bürokratisch

vorgenommenen Arisierung“ zu tun.

Wardas Widerstand?

Sein Gutachten rief Kritik hervor, so

vom Vereinsmitglied Winfried Pathe

und vom Historiker Gerd Hardach.

Diese formulieren Freisprüche: Der

Verein habe sich „gegenüber seinen

Mitgliedern jüdischen Glaubens in

der NS-Diktatur aus heutiger Sicht

richtig (anständig und angemessen)

verhalten“ (Pathe), und der Verein

habe „einen zivilen Ungehorsam geleistet,

der zu jener Zeit allzu selten

war“ (Hardach).

Im Oktober 2018 erschien eine

Sammlung von fast 80 Biografien

ehemaliger jüdischer Mitglieder beziehungsweise

Mitgliedern jüdischer

Herkunft. Und jetzt denkt der

Verein an den nächsten Schritt: das

Anbringen einer Inschrift im Vorraum

der Gemäldegalerie beziehungsweise

des Bode-Museums,die

ehrend jener Mitglieder gedenkt.

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Mein Ost-Berlin

Leben im Hirschhof

Ein Haus im Wedding

Ost-Berlin hatte viele Gesichter: Machtzentrum und

Schaufenster der DDR, zugleich Rückzugsraum und Ort

vielfältiger Kultur. Wie prägten diese Widersprüche den

Alltag? Diederzeit, 30 Jahrenach dem Mauerfall im Ephraim-Palais

gezeigte Sonderausstellung lädt ein zur Entdeckungsreise

vom Ende der 60er-Jahre bis zur Wiedervereinigung

1990. Jenseits von Nostalgie und westlicher

Distanziertheit werden die vielfältigen Facetten des urbanen

Lebens und das Leben der Leute gezeigt. So wird

die vergangene Stadt wieder lebendig.

Ost-Berlin –Die halbe Hauptstadt, Kuratorenführung und Gespräch, 19.

Juni, 17 Uhr,Ephraim-Palais, nächste Termine: 17. Juli, 21. August

In zusammengelegten Hofanlagen an der Ecke Oderberger

Straße/Kastanienallee, genannt Hirschhof, entdeckten,

eroberten und bewahrten unangepasste Menschen

in den DDR-Jahren auf ungewöhnliche Weise Freiräume.

Bis heute ist das Ost-Berliner Biotop ein Ort der Begegnung

und des Austausches. Ursprünglich lag auf dem

Gelände des eigentlichen Hirschhofs eine Käserei. Die

wurde, anders als die Umgebung im Prenzlauer Berg,

zerstört. Die inMauernähe gelegenen Häuser verfielen,

die DDR plante deren Abriss und Neubauten. DasVorhaben

scheiterte am Widerstand der Bewohner.Als Anfang

der 80er-Jahre„von oben“ die Aktion „Macht den Höfen

den Hof“ gestartet wurde,nahm eine Bürgerinitiativedie

Behörden beimWort:Man entrümpelte das Gelände.Ein

kleiner Park entstand, der Stadtbezirk gab eine Million

Mark dafür. Ein drei Meter hoher Hirsch wurde zum

Symbol des künstlerisch gestalteten Gartens.Der Hirschhof

wurde zum Geheimtipp und Treff der Ost-Berliner

Untergrundkultur. Nach der Wende stritten Stadtbezirk

und privatem Eigentümer: Der eine wollte eine öffentliche

Grünfläche,der anderebeharrte auf eigenen Plänen

–man fand einen Kompromiss.Esgibt nun ein Nachbarschafts-

und Spielhaus auf dem neuen Hirschhof. (mtk.)

DerBürgervereinBürgersteige.V.lädt zu offenenMitgliedertreffen.Das

nächste:20. Juni, 18 UhrimNachbarschaftshaus.

EinHaus in der Utrechter Straße im Wedding erzählt Geschichten:

Vor dem Haus wurde 1933 der Hitlerjunge

Walter Wagnitz ermordet, angeblich von Kommunisten.

Noch gibt es eine alte Hausbewohnerin, die sich an die

Wahrheit erinnert, über die nie gesprochen wurde.Inder

Gegenwartlöst das über hundertJahrealte Haus Begehrlichkeiten

von Investoren aus; um die alteingessenen

Mieter zu vertreiben, werden Roma aus Rumänien in die

leeren Wohnungen gesetzt. Regina Scheer hat einen Roman

über das Haus geschrieben und liest daraus.

Gott wohnt im Wedding –Lesung und Gespräch mit Regina Scheer,19.

Juni, 19 Uhr,Max-Lingner-Haus, Beatrice-Zweig-Straße 2


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 11 *

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Berlin

Feuer bei den Visionaeren

Beim Brand in dem weltbekannten Technoclub hatten die Gäste laut Feuerwehr großes Glück. Die Bauaufsicht soll sich die Lokale am Flutgraben genauer ansehen

VonAndreas Kopietz

Nach dem Brand in einem

weltweit bekannten

Technoclub gerät der

Brandschutz in den Focus

der Behörden. Am Sonnabendmorgen

war im Club der Visionaere

ein Feuer ausgebrochen. „Wir hatten

großes Glück“, sagte ein Feuerwehrsprecher

der Berliner Zeitung. „Wäre

das Feuer nachts bei Vollbetrieb ausgebrochen,

hätte es eine Katastrophe

gegeben.“

Kurz nach 8Uhr war die Feuerwehr

am Sonnabendmorgen zu dem

Club am Flutgraben an der Bezirksgrenzevon

TreptowzuKreuzberggerufen

worden. In einem hölzernen

Anbau war ein Feuer ausgebrochen.

Dieletzten Gäste wurden vomPersonal

hinausgeleitet. Panik gab es

nicht. Zunächst hätten Mitarbeiter

versucht, mit einem Feuerlöscher

die Flammen zu ersticken, berichten

Gäste. Doch dann gab es eine Stichflamme,

inWindeseile breitete sich

das Feuer aus. Das Hauptgebäude

des Clubs wurde bei dem Brand

nicht so starkbeschädigt. Hier gibt es

vor allem Rußablagerungen. Die

Feuerwehr berichtete von einem

„Holzverschlag“, der auf 400 QuadratmeternFläche

brenne.

Offenbar ein technischer Defekt

Ermittler eines Brandkommissariats

des Landeskriminalamtes untersuchten

bis zum Mittag den Schutt,

um die Brandursachen zu ermitteln.

Am Montag wollen sie noch einmal

So sieht es nach dem Großbrand im Club der Visionaere aus.

wiederkommen, hieß es. Ein Ergebnis

steht nach Angaben einer Polizeisprecherin

bislang nicht fest. Dem

Vernehmen nach soll jedoch ein

technischer Defekt die Ursache sein.

Unter dem Fußboden hatte möglicherweise

ein Kabel gebrannt.

DieBetreiber des Clubs erklärten,

alle erforderlichen und verlangten

Brandschutzmaßnahmen seien getroffen

worden. „Der Brandschutz

im Club der Visionaereist abgenommen.

Unsere Mitarbeiter sind zu

Ersthelfern und Brandschutzhelfern

ausgebildet und werden stets in allen

relevanten Sicherheitsmaßnahmen

geschult. Sie haben sofort erste

Löschmaßnahmen mit den ordnungsgemäß

vorhandenen Feuerlöschernergriffen.“

Der Feuerwehrsprecher kritisierte

dagegen gegenüber dieser Zeitung

den baulichen Zustand der

„einfach gezimmerten Bretterhütten

mit teilweise abenteuerlichen

Strominstallationen“. Die Feuerwehr

habe die Bauaufsicht gebeten,

sich die Clubs und Restaurants rund

um den Flutgraben genauer anzusehen.

Am Flutgraben –ein Kanal, der in

die Spreemündet –befinden sich auf

Kreuzberger Seite weitere Clubs, die

aus Holz gebaut sind. Zuständig

hierfür ist das Bauordnungsamt

Kreuzberg-Friedrichshain. Der Club

BERLINER ZEITUNG

der Visionaere liegt auf Treptower

Seite. Für die Einhaltung des Brandschutzes

ist dort das Bezirksamt

Treptow-Köpenick verantwortlich,

das sich dem Vernehmen nach ab

Montag mit der Angelegenheit befassen

will.

Der Club der Visionaere ist über

Berlin hinaus bekannt. Hier treten

international bekannte DJs auf,

zum Beispiel Ricardo Villalobos.Zuletzt

waren für Freitagabend Künstler

aus Tokio angekündigt. 2009

wurde der Club im DJ Magazine auf

Platz 63 der besten Clubs weltweit

platziert. Der Club ist vor allem bei

Touristen beliebt. Gäste lieben den

„Charme der Improvisation“. Die

Partylocation am Flutgraben nahe

der Arena erstreckt sich über Holzterrassen

auf mehreren Ebenen.

Teile der ehemaligen Hinterlandmauer,die

Ost- undWest-Berlin früher

trennte, sind in das Gelände integriert.

„Bretterbauten und Unfertiges“

Der Grünen-Abgeordnete Georg

Kössler erklärte auf Twitter,der Club

der Visionaere gehöre einfach zur

Berliner Clublandschaft –„genauso

wie Bretterbauten und das Unfertige“.

Er habe viele nette Abende dort

gehabt. Dagegen sieht der FDP-Abgeordnete

Marcel Luthe einen tolerierten

Rechtsbruch in bestimmten

Segmenten der Wirtschaft und ist

der Ansicht, dass in Berlin mit zweierlei

Maß gemessen wird. „Das ruhige

Café braucht im Zweifel auch

eine separate Behindertentoilette

und einen Wickelraum, der coole

Club nicht einmal Brandschutz oder

Licht.“

Die Betreiber hoffen, den Club

nach Abstimmung mit den Behörden

bald wieder öffnen zu können.

Bis zur Wiedereröffnung gehe es ab

Sonntag auf der Hoppetosse –einem

vor der nahe gelegenen Arena liegenden

Clubschiff in der Spree–mit

dem Programm des Clubs der Visionaereweiter.

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12 * Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Dealer beißt Mann in die Hand.

Voreinem Musikclub am Schlesischen

Torhat es am Sonntagmorgen

einen Raub und eine Prügelei mit

Flaschenwürfen gegeben. Laut Polizeihatte

ein Mann gegen 3.30 Uhreinem

26-Jährigen seine Armbanduhr

entwendet. Dabei kam es zur Rangelei,

bei der der Täter dem 26-Jährigen

in die Hand biss und versuchte,ihn

mit Schlägen am Kopf zu treffen.

Dem26-Jährigen gelang es,den Täter

am Boden zu fixieren. Daraufhin

rief der Räuber nach Hilfe.Plötzlich

bewarfen 15 bis 20 Personen den Beraubten

mit Flaschen und Steinen.

DerTäter konnte sich losreißen und

flüchtete mit der Uhrdes 26-Jährigen.

Polizisten konnten einen Mann

aus der attackierenden Gruppe vorläufig

festnehmen. Der28-Jährige

wurde erkennungsdienstlich behandelt

und danach entlassen. Anschließende

Ermittlungen ergaben darüber

hinaus,dass der Räuber zuvor

dem 26-Jährigen Drogen zum Kauf

angeboten hatte,was dieser abgelehnt

hatte.Die Polizei ermittelt nun

wegen Raubes und schweren Landfriedensbruchs.

Verprügelt vor den Augen des Kindes.

In Wedding ist in der Nacht zum

Sonntag ein Mann schwer verletzt

worden. Laut Polizei war der 33-Jährige

gegen 23.30 Uhrmit seinem

neunjährigen Sohn in der Lindower

Straße unterwegs,als er vonzwei

Männernmit Holzlatten attackiert

wurde.Der Angegriffene ging zu Boden.

Dortschlugen die beiden Männer

weiter auf ihn ein. Als Passanten

hinzukamen, flüchteten die Angreifer.Der

33-Jährige konnte der Polizei

einen der Täter namentlich benennen.

Beieiner anschließenden Wohnungsdurchsuchung

konnte der 29-

jährige Tatverdächtige festgenommen

und eine Holzlatte beschlagnahmt

werden. DerAttackierte kam

zur stationären Behandlung in eine

Klinik. Sein Sohn blieb unverletzt.

Verletzte bei Wohnungsbrand.

Beieinem Wohnungsbrand in Hellersdorfsind

am Sonntag vier Menschen

verletzt worden. Kurz vor2

Uhrrief ein Ehepaar die Feuerwehr

in die Lion-Feuchtwanger-Straße,

weil es in ihrer Wohnung brannte.

Die56-Jährige und ihr drei Jahreälterer

Mann verließen die Wohnung

im fünften Stock und informierten

die anderen Mieter.DreiBewohnerinnen

im Alter von62, 76 und 95

Jahren und ein 82-jähriger Mann

verließen allein das Haus.ZweiMänner,69und

86 Jahrealt, wurden von

der Feuerwehr aus ihren Wohnungen

gebracht. DieWohnung brannte

komplett aus.Die 95-Jährige und der

86-Jährige erlitten einen Schock und

wurden am Ortvon Rettungssanitäternbehandelt.

DieMieterin der

Brandwohnung und ihr Mann erlitten

Rauchvergiftungen und kamen

in eine Klinik. DiePolizei geht von

fahrlässiger Brandstiftung aus.

Radfahrerin schwer verletzt.

Eine Radfahrerin ist am Samstag bei

einem Unfall in Reinickendorf

schwer verletzt worden. Zeugenaussagen

zufolge überquerte die 52-Jährige

gegen 12.30 Uhraneiner Fußgängerampel

bei Grün den Eichborndamm

in Richtung Reinickendorfer

Park.Ein 84-jähriger

VW-Fahrer soll die für ihn Rotanzeigende

Ampel übersehen haben und

ungebremst gegen die Radfahrerin

gefahren sein. Die52-Jährige erlitt

schwereVerletzungen am Kopf und

Rumpf und wurde in ein Krankenhaus

gebracht. Der84-jährige Autofahrer

erlitt einen leichten Schock.

Bundeswehrplakate überklebt.

Unbekannte haben in Tempelhof

Werbeplakate der Bundeswehr überklebt.

Dies wurde am Samstagnachmittag

bemerkt. Nach Angaben der

Polizei wurden an drei Bushaltestellen

im Tempelhofer Damm und an

zwei WartehäusernimColumbiadamm

die Werbeschaukästen geöffnet

und Zettel mit gegen die Bundeswehr

gerichteten Aufschriften auf

die Plakate geklebt. Polizisten stellten

die Plakate sicher. (kop.)

CHRISTIANE PAUL

verhielt sich am Sonnabend zur Mittagsstunde

völlig anders als viele andere

Berliner, die in der drückenden

Schwüle nach Abkühlung suchten.

Die Schauspielerin warf sich in ein

langes Kleid und fuhr in die Staatsoper.Um15Uhr

begann dortdieVorstellung

der Wagner-Oper „Tristan

und Isolde“, die mit zwei Pausen bis

20.45 Uhr dauerte. Nun vermutet

man sofort: Christiane Paul kannte

diese Inszenierung bestimmt noch

nicht und nahm deshalb die Strapazen

ansoeinem besonders heißen

Tagauf sich. Falsch! Schon bei der

Premiere imFebruar 2018 saß sie im

Saal und erlebte die Wagner-Oper in

der Regie von Dmitri Tcherniakov

und mit Daniel Barenboim als Dirigent.

Sie nahm die Einladung zu

„Staatsoper für alle“ gern an und

tauchte noch einmal in die Handlung

ein: „Man ist in einer anderen Welt.“

Sielobt:„Was für ein Kraftakt der Sänger!“

Undfreut sich noch dazu: „Das

ist ein Frauenstück. Wir reden ja immer

von starken Frauen, in dieser

Oper kann man sie erleben.“ Schon

seit Kindertagen gehört Christiane

Paul zu den Stammgästen des Opernhauses.

Ihr Vater war der Orthopäde

des Balletts.Und seineTochter begleitete

die Eltern oft in die Staatsoper.

Eine Tradition, die mit der nächsten

Generation weitergeführt wird.

Christiane Paul: „Ich schleppe die

Kinder auch in die Oper.Und die hassen

mich dafür.“ Siegrinst: „Damüssen

sie durch.“

FLORIAN DAVID FITZ

kam für„Staatsoper für alle“ extraaus

München nach Berlin. Undhatte sich

vor „Tristan und Isolde“ ins Thema

eingelesen: „Ich habe mich über den

Tristan-Akkord informiert.“ So eine

Wagner-Oper ist für ihn schon wegen

der Länge „ein Brett“, aber eines, mit

dem er sich auch mal gern beschäftigt:„Ich

habe schon beim Parsifal die

Erfahrung gemacht, dass da musikalisch

Wunderbares dabei ist. Aber die

Texte! Diese Schwülstigkeit …“ Das

Argument, dassWagner-Texte ja auch

schon älter sind, lässt er nicht gelten:

„Es gibt so wundervoll poetische

Texte von Shakespeare, die noch viel

älter sind.“

DÉSIRÉE NOSBUSCH

freute sich darüber, dass ihre Freundin

Ursula Karven sieüberredet hatte,

mit ihr gemeinsam „Tristan und

Isolde“ zu erleben: „Man tut das viel

zu selten, dass man sich am Nachmit-

Blindgänger bleiben noch lange ein Problem

Im Boden unter Berlin werden noch immer etwa 4600 nicht explodierte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet

VonJens Blankennagel

und Andreas Kopietz

Nach der erfolgreichen Entschärfung

der 100-Kilo-Bombe aus

dem Zweiten Weltkrieg nahe des

Kaufhauses Alexa ist klar, dass die

Suche nach nicht explodierten

Sprengkörpern weiter geht. Blindgänger

werden noch lange ein Problem

bleiben, da Berlin-Brandenburg

noch immer die am stärksten mit

Altmunition belastete Region in

Deutschland ist. Denn die schwersten

Gefechte wurden 1945 um die

damalige Reichshauptstadt geführt.

Über Berlin gingen 45 000 Tonnen

Bomben nieder. Experten schätzen,

dass zehn Prozent der abgeworfenen

Bomben nicht explodierten.

In Berlin wurden seit dem Krieg

7500 solcher Blindgänger geborgen,

etwa 4600 werden noch im Boden

vermutet. Davongeht zumindest der

Senat im Moment aus.Zuvor hieß es

lange Zeit, es seien nur 3000. 2018

wurden in Berlin 38,7 Tonnen Bomben

und Munition geborgen.

Viel Altmunition liegt auch in Oranienburg

(Oberhavel). Die Stadt

wurde so heftig angegriffen, weil die

Alliierten dortTeile des Atomwaffenprogramms

der Nazis vermuteten. In

In die Oper verschleppt

„Staatsoper für alle“ mit „Tristan

und Isolde“ wird zum Stelldichein

der Prominenz. Und Christiane Paul

führt eine Familientradition fort

Désirée Nosbusch (r.) wurde von Ursula

Karven zum Opernabend überredet. SCHULZ

Florian David Fitz kam für Tristan und

Isolde extra aus München.

SCHULZ

Ein Experte räumt die 100-Kilo-Bombe in den Lkw des Kampfmittelräumdienstes.

Oranienburg –auch „Stadt der Bomben“

genannt –werden noch immer

1000 Blindgänger vermutet. Vergangene

Woche wurden in Oranienburg

die Blindgänger Nr. 204 und 205 entschärft.

In Berlin und in Oranienburg

wird empfohlen, jede Baustelle vor

dem Bau nach Altmunition abzusuchen.

Das geschah auch auf dem

Areal nahe der Alexa. Doch die recht

kleine Bombe wurde übersehen,

weil sehr viel Metall im Boden liegt.

Die Suche nach Blindgängern ist

sehr aufwendig. Denn bei den großflächigen

Bombardements der West-

Alliierten flogen die Flugzeuge sehr

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Schon seit Kin-

Christiane Paul

dertagen gehört

zu den Stamm-

gästen des

Opernhauses.

CHRISTIAN SCHULZ

DPA

hoch, um den Geschossen der Flugabwehr

zu entgehen. So landeten die

Bomben oft nicht dort, so sie eigentlich

einschlagen sollten. Nach jedem

Angriff fotografierten die Alliierten

die bombardierten Gebiete. Damit

sollte kontrolliertwerden, wie erfolgreich

die Angriffe waren. Die Bundesrepublik

kaufte große Bestände

der Luftbilder auf, um die Suche zu

erleichtern. Für 90 Prozent der Berliner

Stadtfläche gibt es Luftbilder.

Das Problem bei Blindgängern

ist, dass ihre Einschlagstellen nur

schwer zu finden sind. Wenn eine

Bombe explodiert, bleibt ein großer

tag in ein schickes Kleid schmeißt

und in die Oper geht.“ Gleich das

Bühnenbild für den ersten Akt irritierte

sie: „Ich hatte kurz das Gefühl,

in einem Küchenstudio zu sein.“ Die

Schauspielerin, deren aktuelle Serie

„Bad Banks“ jeden Preis, den es gibt,

schon bekommen hat oder demnächst

bestimmt bekommen wird,

hält sich für keine Opern-Kennerin:

„ZuHause höre ichoft nur die Ouvertüre.

Richtig reinfallen lasse ich mich

nur einmal oder zweimal im Jahr in

das ganzeWerk.“

ANDREAS GEISEL

genoss nicht nur die Musik. Der Innensenator

erfreute sich auch an der

gut funktionierenden Klimaanlage

des Opernhauses. „Zu Hause ist ge-

rade eigentlichnur ein Raum im Kel-

kühl.“ SeineFrauAnke

ler angenehm

Geisel widerspricht ihm dezent: „Im

Erdgescho ossgeht es auch.“

HANS-REINER SCHRÖDER

gehörte alsDirektor vonBMW Berlin

gemeinsa am mit Intendant Matthias

Schulz zu den Gastgebern von

„Staatsoper für alle“. Er scherzte

in Richtung von Thomas Gott-

der die Moderation für

schalk,

die Besucher draußen in der

Hitze des Bebel-Platzes über-

hatte,dassder ja da-

nommen

mitden ultimativen Aufstieg

geschafft hätte. Nach Jahren

als Moderator von „Oper für

alle“ in München nun also

Staatsoper: „Das klingt doch

gleich ganz anders!“

DANIEL BARENBOIM

deutete nach dem Schlussakkord

der Oper beim an-

Dinner im

schließenden

Apollo-Saal die Abkürzung

BMW –sicher zum Entzücken

des Sponsors von

„Staatsoper für alle“ –so

um: „Das heißt ausgesprochen:

Barenboim

Macht Weltkarriere.“ Die Idee diehenendes

mit einer Opern-

ses Woch

übertragu ung aus der Staatsoper auf

den Bebelplatz und einem Konzert

der Staats skapelle draußen findet Barichtig

gut: „Ich finde, die

renboim

Oper musss entweder verdammt teuer

oder umsonst sein.“ Daniel Barenaber

auch Mitleid mit den

boim ließ

in der sengenden Hitze draußen neben

der Oper sitzenden Menschen

durchblick ken: „Lasst mich die Wahr-

heit sagen:Tristan und Isolde ist keine

Sommer-Oper!“

Bombentrichter, bei Blindgängern

ist aber nicht viel zu sehen –nur ein

kleines Loch, im Durchmesser nur

wenig breiter als der Sprengkörper.

Oft wurden diese Löcher im Krieg

von den Anwohnern einfach wieder

zugeschüttet. Die Einschlagstellen

wurden von deutscher Seite auch

nicht erfasst. Dadurch ist unklar, wo

noch Blindgänger liegen.

Erschwerend kommt hinzu, dass

auch kurz nach einem Blindgänger

in unmittelbarer Nähe eine Bombe

explodiert sein kann. Die wirbelte

dann Schutt oder Ziegel durch die

Gegend und schüttete dadurch das

Einschlagloch des Blindgängers wieder

zu. So kann es sein, dass selbst

bei der Auswertung der besten Luftbilder

einzelne Blindgänger nicht erkannt

werden können.

Es gibt weitere Probleme: Immer

mehr Blindgänger rosten durch und

der giftige Sprengstoff gelangt in den

Boden und ins Grundwasser.Außerdem

sind die chemischen Langzeitzünder

hochgefährlich. Sie lösten

die Bombe nicht beim Aufschlag aus,

sondernerst später,wenn eine Säure

eine dünne Papiermembran im Zünder

durchgeätzt hatte. Bei einem

Blindgängern weiß niemand, ob das

noch passiert–und wann.

Zwangsehe

statt

Sommerferien

Terre des Femmes warnt

vor gefährlichen Reisen

VonUlrikevon Leszczynski

Bloß nicht ins Flugzeug steigen!

Wasnach einem klimafreundlichen

Ratschlag für die Sommerferien

klingt, kann für Schülerinnen

mit ausländischen Wurzeln eine

ganz andere Bedeutung haben.

Manchen jungen Mädchen drohe im

Heimatland ihrer Elterndie Zwangsverheiratung,

sagt Petra Koch-Knöbel,

Frauenbeauftragte im Berliner

BezirkFriedrichshain-Kreuzberg. Jedes

Jahr blieben nach den Ferien einige

Plätze inden Klassenzimmern

leer.

Auch bei der Frauenrechtsorganisation

Terredes Femmes kennt Referentin

Myria Böhmecke das Risiko

Sommerferien. Oft steigen kurz vorher

die Anfragen verängstigter Mädchen

in Hilfs- und Beratungsstellen.

„Zwangsverheiratungen in Berlin

sind keine Einzelfälle“, betont

Böhmecke. Sie drohten Mädchen

und jungen Frauen auch bundesweit

noch in der zweiten und dritten Migranten-Generation.

Es sei nicht allein

ein islamisches Phänomen, sondern

liege vor allem an streng patriarchalischen

Strukturen in Familien.

„Die meisten Mädchen haben

eine Ahnung, um was es geht. Aber

viele glauben, dass sie vor Ort noch

Nein sagen können oder dass es nur

um eine Verlobung geht“, berichtet

Böhmecke. „Das stimmt aber oft

nicht. Sobald sie dort sind, werden

ihnen der Pass, das Rückflugticket

und das Handy abgenommen. Sie

werden entweder eingesperrt oder

stehen unter massiver Kontrolle.“

Verlässliche Zahlen für das Ausmaß

von Zwangsehen gibt es nicht,

nur Annäherungen. Im November

2018 veröffentlichte der Berliner Arbeitskreis

gegen Zwangsverheiratung

die jüngsten Zahlen aus einer Umfrage

bei rund 1000 Hilfseinrichtungen

und Schulen in der Hauptstadt.

Danach gab es 2017 in 570 Fällen Beratungen

zum Thema Zwangsehe.

Die meisten Betroffenen waren

Mädchen zwischen 16 und 21 Jahren

mit arabischen und türkischen Wurzeln.

Familien stammten aber auch

aus kurdischen Gebieten, vom Balkan,

aus Bulgarien und Rumänien.

Es gab jüdische, jesidische und

christliche Elternhäuser. 117 Mal

wurde eine Zwangsheirat nach der

Berliner Umfrage vollzogen, 92 Mal

war sie konkret geplant, 113 Mal

wurde sie befürchtet. „Wir gehen davon

aus, dass die Dunkelziffer viel

höher ist“, sagt Koch-Knöbel.

Bundesweite Umfrage-Zahlen

sind mehr als zehn Jahre alt. 2008

wurden für eine Studie des Bundesfamilienministeriums

fast 3500 Beratungen

erfasst. Davon fanden

1771 vor einer Zwangsehe statt, 937

danach und 235 sowohl vorher als

nachher.Auch diese Annäherung gilt

nicht als repräsentativ. Terre des

Femmes hält eine neue Studie für

dringend nötig und schätzt, dass die

Zahlen heute höher liegen.

Auch mitdeutscher Staatsangehörigkeit

sei es nach einer Zwangsehe

schwer, zurückzukehren, berichtet

Referentin Böhmecke. „Daher raten

wir dringend davon ab, inein Flugzeug

zu steigen. Auch, wenn es nur

um einen Verdacht geht, dass eine

Zwangsheirat geplant ist.“ Denn

ohne Geld kämen die Mädchen im

Ausland nicht zur deutschen Botschaft.

Unddie Polizei dortbringe sie

meist sofortwieder zu ihren Familien

zurück.

Nein zu sagen sei aber oft gar

nicht so einfach, betont Böhmecke.

„Mädchen werden manchmal unter

falschen Versprechungen in das Herkunftsland

ihrer Eltern gelockt. Ihnen

wird zum Beispiel gesagt, dass

sie nur in die Ferien fahren.“ Oder

aber es werde sozialer Druck ausgeübt:

Der Großvater sei sehr krank

und man wolle ihn zum letzten Mal

besuchen. (dpa)


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17062019


14 * Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Berlin

Der bedrohte Raum

An der Mörickestraße verlieren 35 Künstler ihre Ateliers –erstmal, vielleicht für immer.Ein Besuch in den Treptow Ateliers bei der gefährdeten freien Kunstszene

VonJulia Haak

Die Gänge sind lang, die

Räume groß. Es gibt viel

Platz überall für Filmemacher,

Maler, Schneider,

Designer, Bühnenbildner. Bei

Lorcan O’Byrne, 58Jahre alt, steht

das Atelier voll mit Farbtöpfen, Pinseln

und Leinwänden. Ein paar

Räume weiter, bei Sebastian Körbs,

35, sieht es ganz anders aus. Erhat

das mehrere Meter lange Bild, an

dem er gerade arbeitet, mitten in seinem

Atelier auf Böcken platziert. Bei

Michele Caliari, 49, hängt ein großformatiges

Foto von einem Berg im

Trentino, Italien, an der Wand, der

eine unglaubliche dreidimensionale

Präsenz vermittelt. Es ist, als ob der

Berg aus dem Foto herausragt. Dieses

Foto ist wie ein Skulptur.

„Die Ateliers hier sind ein Traum“,

sagt Sebastian Körbs. Nicht nur das

Räumliche, auch das Gemeinsame

ist bei den TreptowAteliers ist außergewöhnlich.

Man besucht sich gegenseitig,

spricht über die Arbeiten,

verbringt Zeit miteinander. Etwa 35

Künstler arbeiten an der Mörickestraße

in Treptow unter dem Dach

eines ehemaligen Industrie- und

später Schulgebäudes.Gerade gründen

sie einen gemeinsamen Verein.

Sie wollen mehr sein als nur Ateliernachbarn.

Gemeinsam sind sie

nämlich auch in einer existenzgefährdenden

Lage,und dann kann gemeinsames

Auftreten als Verein nur

gut sein.

Denn der Traum, vondem Sebastian

Körbs spricht, ist bedroht. Die

Künstler fürchten, dass sie Ende September

ausziehen müssen, weil der

Eigentümer dann eineinhalb Jahre

lang das jetzt zweigeschossige Gebäude

um weitere drei Stockwerke

aufstocken und den Altbestand sanieren

will. Die Kündigungen für

ihre Atelierräume sind ausgesprochen.

Am 30. September sollen die

Künstler ausziehen.

350 Ateliers weniger jedes Jahr

Viel Platz für Kunst: Michele Caliari, Sebastian Körbs und Lorcan O’Byrne im Atelier an der Mörickestraße.

Überall in Berlin gibt es solche oder

ähnliche Probleme. Künstler verlierenihreAteliers,weil

Mieten steigen,

alte Gebäude zugunsten teurer Neubauten

abgerissen werden, mit denen

sich dann höhere Renditen erzielen

lassen. Jedes Jahr gehen in

Berlin 350 Ateliers verloren. Der Senat

versucht gegenzusteuern, noch

in dieser Legislaturperiode sollen

aus 1000 vom Land geförderten

Künstlerateliers 2000 werden. Die

ganze Atelierbeschaffung wurde

professionalisiert und die Berliner

Immobilienmanagement Gesellschaft

(BIM) eingebunden. Trotzdem

passiert anvielen Orten in der

Stadt ähnliches wie jetzt an der Mörickestraße.Und

wie Wohnungsmieter

finden auch Künstler nur schwer

noch bezahlbareRäume in der Stadt.

Wohnungen, Kitaplätze, Ateliers –

von allem gibt es zu wenig. Einer

frisst den anderen.

An der Mörickestraße hatte der

heutige Eigentümer das Haus Ende

2012 als Atelierhaus ausgeschrieben,

kuratiert. Damals sind die meisten

der Künstler,die heute dortarbeiten,

eingezogen. „Uns wurde gesagt, dies

soll ein dauerhaftes Atelierhaus werden.

Der Besitzer hat eine Party für

uns gemacht. Er wollte einen Ausstellungsraum

herrichten, was dann

aber nicht passiert ist“, sagt Sebastian

Körbs.

DieKünstler zahlten vier Euro pro

Quadratmeter, mittlerweile sind es

bei manchen sechs Euro. „Es hieß

immer, irgendwann muss was gemacht

werden am Haus“, sagt Körbs,

bei laufendem Betrieb allerdings,

erst die eine Seite des Hauses, dann

die andere. So stellten sich das jedenfalls

die Künstler vor. „Es wurde

gesagt, wir würden hier bleiben,

„Ich wäre nicht hierhergekommen,

wenn ich gewusst hätte, dass es nur

für ein paar Jahre ist.“

Lorcan O’Byrne

kommt aus Irland und arbeitet als Maler in Berlin seit 1985

auch während einer Sanierung“, sagt

Sebastian Körbs.

Dann allerdings kam die Kündigung.

Für die Betroffenen vollkommen

überraschend. Es sind Gewerbemietverträge.

Die Künstler sollen

Ende September das Haus verlassen.

Kommuniziert wurde erst, das Haus

werdeabgerissen, um neu zu bauen:

Wohnungen, eine Kita und mehrere

Künstlerateliers. Die jetzigen Nutzer

der Räume reagierten schockiert.

„Ich wäre nicht hierhergekommen,

wenn ich gewusst hätte, dass es nur

für ein paar Jahre ist. Ich hatte mich

beim Berufsverband Bildender

Künstler für einen Raum beworben,

dann habe ich von diesem Ort gehört.

Er ist perfekt für mich“, sagt

Lorcan O’Byrne.

SABINE GUDATH

Seit fast einem Jahr geht es nun

hin und her.Der Eigentümer,ein Architekt

aus München, sagt, die

Künstler sollen ja Teil des neuen

Konzepts sein. „Durch eine Aufstockung

des historischen Bestandes

soll das derzeit als Atelierhaus genutzte

Gebäude in Zukunft eine Kita

für 70 Kinder, 24Familienwohnungen

zur Miete und 25 nachhaltige

Ateliers umfassen“, teilt ein mit der

Projektkommunikation Beauftragter

mit. Es gibt eine Internetseite, auf

der das Projekt als „Beitrag gegen die

gängige Gentrifizierung“ vorgestellt

wird. Derschlechte Bauzustand und

das Entwicklungspotenzial mache

Sanierung und Aufstockung nötig:

4500 Quadratmeter Mietfläche auf

fünf Geschossen sollen entstehen.

Im alten Gebäudeteil sollen Kita und

Künstler einziehen. Die drei neuen

Geschosse sollen aus Holz sein, die

Wohnungen großzügig, mit 100

Quadratmetern Wohnfläche, Wohnküchen,

Maissonette wie bei Le Corbusier.

Gemeinschaftsbereiche sollen

entstehen und Terrassen, ein

Ausstellungsraum, Photovoltaik.

Das klingt alles sehr schön. Den

Betroffenen ist das allerdings viel zu

unkonkret. Sie haben nichts in der

Hand. Ihre bisherigen Verträge laufen

am 30. September aus.„Hier geht es

um unsere Existenz. Wir können uns

nicht auf eine Liste schreiben, in der

Hoffnung, dass wir dann nach der Sanierung

zurückkehren dürfen. Vielleicht

wird die Miete verdoppelt,

dann können wir uns das nicht leisten.

Wir brauchen konkrete Verträge

und auch eine Lösung für die Zeit von

Sanierung und Neubau. Ich kann

mich mit meinen Bildernjanicht jahrelang

in meine Wohnung setzen und

da malen“, sagt O’Byrne. Die Treptower

Künstler wollen mindestens

1200 Quadratmeter Fläche zu einem

Preis,den sie sich leisten können, das

wären, so haben sie sich gemeinsam

festgelegt, höchstens zehn Euro pro

QuadratmeterWarmmiete.

Das, was der Eigentümer auf seiner

Internetseite beschreibt, und die

Wahrnehmung der Künstler sind

zwei verschiedene Welten. „Ich sehe

nicht, dass wir bleiben können. Dass

was der Eigentümer sagt und was er

tut, sind zwei verschiedene Schuhe“,

sagt Sebastian Körbs.

Problem für den kreativen Output

DieKünstler haben sich mittlerweile

Hilfe geholt, beim Bezirksbaustadtrat,

beim Regierenden Bürgermeister,

beim Atelierbeauftragten. Vielleicht,

so heißt es jetzt, können sie

umziehen in ein Haus der BIM. Es

gibt bereits Gespräche über Finanzierung

und Konditionen, aber das

Ganze ist noch vage. Und selbst,

wenn es klappt, ist es keine Lösung

zu diesem Zeitpunkt: Ende September.

Die Treptow Ateliers bräuchten

wenigstens eine Verlängerung ihrer

Verträge für den Übergang.

Fragt man in der Senatskulturverwaltung

nach Möglichkeiten, vermittelnd

in die Kommunikation zwischen

Künstlern und Eigentümer

einzugreifen, offenbartsich eine Hilflosigkeit,

die nicht auf diesen einen

konkreten Fall begrenzt ist. „Es sind

privatrechtliche Verträge, unsere

Möglichkeiten sind extrem begrenzt“,

sagt Sprecher Daniel Bartsch.

Immerhin, der Atelierbeauftragte

kümmeresich, versuche eine Lösung

zu finden. Darüber hinaus findet aber

auch Bartsch, Berlin habe,was die Situation

der freien Kunstszene betrifft,

ein manifestes Problem. Damit sei es

aber auch ein Problem des kreativen

Outputs dieser Stadt. „Wir verstehen

die Sorgen“, sagt Bartsch. Nicht nur in

Treptow.

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Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 15 *

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Berlin/Brandenburg

Späti-Betreiber

gehen auf

die Straße

Sie wollen keine

Sonntagsschließung

VonMartin Klesmann

Spätis sollen in Berlin auch an

Sonn- und Feiertagen verkaufen

dürfen. Dafür demonstrierten am

Sonntagmittag Spätverkauf-Betreiber,ihreFamilien

und einige Kunden

auf dem Neuköllner Hermannplatz.

„Wenn die Leute nicht arbeiten dürfen,

fallen sie dem Staat zur Last,

müssten Hartz IVbeantragen“, sagte

Alper Baba, der Vorsitzende des Vereins

Berliner Späti, der die 200 Demonstranten

anführt.

Es sind viele Männer arabischer

und türkischer Herkunft, die hier vor

der Rednertribüne stehen, aber auch

Kunden dieser Geschäfte wie die

Lehrerin Ingrid Elsweier. In ihrem

Kiez in Prenzlauer Berg hatten zahlreiche

Anwohner gegen das Sonntags-Aus

für den Späti „Lekr“ protestiert.

„Ich bin für eine lebendige

Kiez-Kultur“, sagt Ingrid Elsweier.

Dem Späti-Verein gehören nach

eigenen Angaben etwa 2000 Späti-

Verkäufer an. Berlinweit arbeiten

20 000 Menschen in diesem Bereich.

Tuncer Karabulut betreibt seit

zwei Jahren einen Laden in der Danziger

Straße in Prenzlauer Berg.„Das

ist eine gute Lage, ich bezahle dafür

eine Monatsmiete von fast 4000

Euro“, berichtet der 56-jährige

Mann. „Dafür brauche ich auch die

Einnahmen vom Sonn- und Feiertagsverkauf.“

Offiziell dürfen diese Läden an

Sonn- und Feiertagen nur zwischen

13 und 20 Uhr öffnen, wobei sie nur

bestimmte Warenund Reiseproviant

verkaufen dürfen. Nach einschlägigen

Gerichtsurteilen werden die Berliner

Spätis seit einiger Zeit stärker

kontrolliert. Zuletzt setzte sich Mittes

Bezirksbürgermeister Stephan

vonDassel (Grüne) für eine striktere

Umsetzung des sonntäglichen Verkaufsverbotes

ein. Auch Sozialsenatorin

Elke Breitenbach (Linke) ist aus

Gründen des Arbeitsschutzes gegen

eine Ausweitung der sonntäglichen

Öffnungszeiten.

Nils Busch-Petersen vom Handelsverband

warb als Redner auf der

Demo für eine generelle Flexibilisierung

der Ladenöffnungszeiten. „Von

dieser Benachteiligung profitiert vor

allem der Online-Handel“, sagte

Busch-Petersen. Auch die Abgeordneten

Anja Kofbringer (Grüne) und

Florian Swyter (FDP) sprachen auf

dieser kleinen Demo.

An dieser Stelle berichten

montags Berliner über ihrenBerufsalltag.

Heute: Fabian

Zeisler. Erist Eismacher,

stellt also Speiseeis her.Was er

aber in seiner Werkstatt zaubertund

in der PARCreameryinder Oderberger

Straße verkauft, sieht aus –wenn

man sich die Mienen seiner kleinen

und großen Kunden anschaut –wie

das pureGlück.

Mitdem Gedanken ans Eisschlecken

verbinden sich wohl für alle und

eben auch Fabian Zeisler nur schöne

Dinge: Wärme, Sonne, Urlaub, gute

Laune und Genuss. Der Eismacher

sitzt entspannt vor seiner Eisdiele

PAR Creamery in der Oderberger

Straße und macht eine Pause.Schon

am frühen Morgen hat er mit der

Herstellung der von ihm selbst

kreierten Sorten begonnen; die 16

Behälter hinter der Glastheke sind

gefüllt, die Waffeltüten und Becher

warten auf ihren Einsatz.

DieKunden in der kleinen Warteschlange

überlegen, wofür sie sich

entscheiden sollen: Für „Weißes

Schokoladeneis mit Butterkaramell

und Macadamianüssen“? Für „Carrot-Cake-Eis“

oder „Karamellisiertes

Erdnusseis mit gesalzenen Erdnussstücken“?

Aber was auch immer sie

kaufen, die Reaktionen beim Schleckerngleichen

sich: Kinder verstummen

und konzentrieren sich auf den

kleinen Eisberg vor ihrer Nase. Erwachsene

legen die Handys aus der

Hand und schließen die Augen.

ZumLernen nach Australien

Fabian Zeisler hat die Eisherstellung

nicht nur wirklich gelernt, sondern

muss offenbar ein Gespür dafür haben,

wie man aus Milch, Sahne, Zucker

und diversen Zusätzen wie

Schokolade, Vanille, Früchten, Nüssen

etwas Besonderes zaubert.

Zuerst jedoch hat Fabian Zeisler,

1988 in Frankfurt ander Oder geboren,

erst einmal das Fachabitur an

der Fachhochschule für Wirtschaft

und Verwaltung in Fürstenwalde gemacht

und danach Betriebswirtschaft

in Berlin studiert. Das hatte

zwar noch nichts mit Eisherstellung

zu tun, war jedoch schon ein Schritt

in Richtung Selbstständigkeit.

„Ich liebte Süßigkeiten und habe

schon als Kind gernmit meiner Mutter

gebacken“, erzählt Fabian Zeisler.

„Ich war fasziniert, wie aus Mehl, Zucker

und Milch ein Teig und daraus

mit Früchten oder Schokolade etwas

Leckeres entsteht.“ Als er dann in

Berlin studierte, suchte ein Eisladen

nahe seiner Wohnung in der Stargarder

Straße Verstärkung für sein

Team. „Ich war wohl genau zur richtigen

Zeit am richtigen Ort.“

Anfangs platzierte er die Kugeln

in der Waffel und kassierte, wurde

später Assistent in der Geschäftsführung

–mit der Eisherstellung aber

„Eis kann

glücklich machen!“

Das Eis von Fabian Zeisler schmeckt himmlisch.

Er hat den Job richtig gelernt. Der Laden

PARCreamery liegt in der Oderberger Straße

Name: Fabian Zeisler

Beruf: Eismacher

VonMartina Doering

Fabian Zeisler in seinem Laden in der Oderberger Staße

MEINE WOCHE

Wasverdient man in dem Beruf? Es heißt: Im ersten Jahr kann man davonleben. Im

zweiten Jahr läuft es nicht. Im dritten Jahr entscheidet sich, ob man weitermacht.

Wie warIhre Ausbildung? Fachabitur,BWL-Studium, Lehrmonate in Australien, Eismacher-Lehrgang

der Handwerkskammer

Wie lange arbeiten Sie pro Woche? Im Sommer 70 bis 80 Stunden

Würden Sie diese Berufswahl wieder treffen? Ja!

SABINE GUDATH

hatte er noch nichts zu tun. Als es

Winter wurde,erzählt Fabian Zeisler,

habe er dann darüber nachgedacht,

wo auf der Welt er in dieser Zeit lernen

könne, wie man Eis herstellt –

und bewarb sich bei über 30 Eisdielen

in Australien. Eine Eismanufaktur

in Sydney antwortete,erfuhr hin,

blieb drei Monate, ein Mitarbeiter

dortbrachte ihm das Handwerkbei.

Eis-Leckereien soll es schon im

alten China gegeben haben, wo

Milch und Reis mit gefrorenem Wasser

gemischt wurden. Die antiken

Griechen setzten Schnee Honig und

Früchte zu, die Perser froren Rosenwasser

mit Safran. Die Herstellung

voncremigem Eis, das auf Milch basiert,

begann erst mit der Erfindung

vonKühlapparaturen sowie entsprechender

Geräte und Verfahren.

Für cremiges Eis müssen die Zutaten

nämlich –umKeime abzutöten

–erst hocherhitzt und dann schnell

auf vier Grad gebracht werden. In einer

Eismaschine wird die Masse auf

minus sieben Grad gekühlt –unter

ständigem Rühren, denn auf diese

Weise gelangen feine Luftbläschen

in die Masse und die Eiskristalle bleiben

klein –und zwar so klein, dass

man sie im Mund nicht spürtund sie

sich dortsofortauflösen.

Beste Zutaten

Eismacher ist keine Berufsbezeichnung,

jeder kann etwas zusammenrühren,

Bindemittel, Emulgatoren,

Stabilisatoren hinzufügen, künstliche

Aroma- und Farbstoffe beimischen

oder (im schlimmsten Fall)

Pulver und Wasser zusammenrühren.

Bei Fabian Zeisler ist neben der

guten Basis, also regionaler Milch,

Sahne und Rübenzucker, vor allem

die Qualität der Zutaten entscheidend:

Schokolade und Tonkabohnen

aus Fair-Trade-Handel, Zimt aus

Ceylon, Vanille aus Mexiko, pure

Nusscreme von bio-zertifizierten

Herstellern und selbst gebackener

Möhrenkuchen für Carrot-Cake-Eis.

Als Fabian Zeisler 2014 aus Australien

zurückkam, arbeitete er erst

einmal weiter in der Eisdiele ums

Eck, wollte aber noch mehr über Lebensmittel

wissen und begann noch

ein Studium im österreichischen

Wieselburg. Doch der Wunsch,

selbst Eissorten zu kreieren und zusammen

mit seiner Freundin Franziska

Land, einer Produktdesignerin,

einen eigenen Laden zu eröffnen,

wurde immer stärker. 2017 fanden

die beiden die Geschäftsräume,

konnten den Hausbesitzer überzeugen

und begannen mit Hilfe der Familie

und Handwerkern den Laden

herzurichten. Franziska verantwortet

das klare, skandinavisch anmutende

Design, kümmert sich um die

Verkaufsfragen und den digitalen

Auftritt des kleinen Unternehmens,

Fabian ist für die Produktion der Eissorten

zuständig.

Im April 2018, als es überraschend

früh sehr heiß wurde, eröffneten

sie das PAR Creamery. In der

Saison arbeitet Fabian Zeisler nun

fast rund um die Uhr. Erst im Spätherbst

und Winter wirdwieder Ruhe

einkehren und die Zeit kommen,

dass beide Urlaub machen können.

Jetzt ist Hochsaison. Doch Fabian

Zeisler wirkt trotzdem völlig entspannt

–und genauso glücklich wie

seine Eisschleckenden Kunden.

CDU-Chef

wird

abgestraft

Spitzenkandidat bekommt

nur 70 Prozent bei Parteitag

Brandenburgs CDU-Chef Ingo

Senftleben will bei der Landtagswahl

am 1. September seine Partei so

stark machen, dass sie den Ministerpräsidenten

stellen kann –das erste

Mal seit 1990. Doch sein Kurs ist in

seiner Partei umstritten. Beim Wahlparteitag

am Sonnabend wurde er

abgestraft: Die Partei wählte ihn mit

nur knapp 70 Prozent zum Spitzenkandidaten.

Seine Kritiker werfen

ihm einen Zickzack-Kurs vor: Einerseits

will er notfalls mit der Linken

über eine Regierung sprechen; andererseits

will er auch mit der AfD reden

– nicht über eine Regierung, aber

nach dem Motto: „Die beste Idee soll

umgesetzt werden.“ Senftlebens

Wahlliste, die auf das Parité-Gesetz

reagierte und zehn Frauen auf den

ersten 24 Plätzen vorsah, hebelten die

Delegierten aus. Bei Kampfabstimmungen

wählten sie so,dass drei der

Frauen rausflogen und die Männer

vorn klar dominieren. (jeb., mit dpa)

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16 Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Lokalsport

Blau ist die Hoffnung: Lucas Jakubczyk hat sich als erstes großes Ziel der Saison die Deutsche Meisterschaft in Berlin gesetzt.

IMAGO IMAGO/WIEDENSOHLER

Alter Hase unter jungen Hüpfern

Sprinter Lucas Jakubczyk vom SCC ist in Dessau bescheidene Zeiten gelaufen. Die WM findet zwar erst im Herbst statt, doch schon im August muss er sich beweisen

VonChristian Kattner

Lucas Jakubczyk war in Eile.

Schnell die Sachen zusammenpacken,

von den Kollegen

verabschieden und ab

ins Auto,umnicht zu spät bei den Eltern

inder Heimat in Sachsen anzukommen.

Es liegt wohl in der Natur

eines Sprinters, dass er es sehr eilig

hat. Wer gewinnen will, muss am

schnellsten laufen. Nur wer schnell

läuft, ist also auch zufrieden. So gesehen

verlief der Freitagabend beim

Anhalt Meeting in Dessau nicht zufriedenstellend.

10,60 Sekunden im

Vorlauf, 10,62 Sekunden im B-Finale:

Das waren nicht die Zeiten, die sich

ein 100-Meter-Läufer vorstellt. „Der

Vorlauf war katastrophal“, sagte der

Sprinter vom SCC Berlin, „ich habe

von vorne bis hinten bei jedem

Schritt geguckt, wo ich den nächsten

Schritt setze. Dasist das Schlimmste,

das man im Sprint haben kann,

wenn man merkt es geht nicht und

sieht, wie die anderen weglaufen.“

Wirkliche Enttäuschung war im

Gesicht des 34-Jährigen allerdings

nicht zu lesen. Kurz war die Atmung

direkt nach dem Lauf, die Analyse

fiel nüchtern aus. Denn auch wenn

er bemängelte, dass er, wie bereits

zwei Wochen zuvor bei einem Wettkampf

in Jena gerade im zweiten Teil

der Strecke noch Probleme hat, so ist

das legitim, „weil es eine Phase im

Lauf ist, die bisher im Training sehr

wenig angetastet wurde“.

Mitte Juni erst bei zwei Wettkämpfen

am Start gewesen zu sein,

im Training noch längst nicht an allen

Feinheiten gearbeitet zu haben,

ist für den Verlauf der Freiluftsaison

eines Leichtathleten eher ungewöhnlich,

aber notwendig, weil die

Weltmeisterschaft in Doha zwischen

dem 27. September und dem 6. Oktober

stattfinden wird. Ein sospät

gelegener Saisonhöhepunkt erfordert

natürlich eine Anpassung des

Trainings und dessen Inhalten.

BeiLucas Jakubczyk spielt zudem

die Europameisterschaft des vergangenen

Jahres noch eine Rolle. Dort

war er beim Wechsel in der 4x100-

Meter-Staffel bei der Übergabe des

Stabes gestürzt, hatte sich neben einem

Muskelfaserriss auch noch Prellungen

und Schürfwunden zugezogen.

Nach diesem unplanmäßigen

Saisonende sei erst einmal Wundenlecken

angesagt gewesen. Im Formaufbau

für diese Saison „versucht

man deshalb wieder dahin zu kommen,

wo man mal war. Das braucht

generell erst einmal mehr Zeit, als

wenn man gesund aus einer Saison

gekommen ist“, erzählt er.

Folgen des Sturzes verspürt er

keine mehr.Weder mental, noch körperlich.

Und trotzdem macht ihm

die Wiedererlangung seiner Form in

Verbindung mit seinem fortschreitenden

Alter zu schaffen. „Das sind

zwei Sachen, die man mit Bedacht

und guten sowie intelligenten Entscheidungen

zusammenbringen

muss“, sagt er.

Da kommt es ihm gar nicht ungelegen,

dass die Weltmeisterschaft

„Ich starte in dieser Woche in Berlin bei der

Midsommar-Nacht. Danach muss man dann

an den Fehlern etwas nachjustieren.“

Lucas Jakubczyk über sein Programm in diesem Frühsommer

erst im Herbst stattfinden wird. Mit

seinen Kollegen der deutschen

4x100-Meter-Staffel war er für drei

Wochen in Japan. DieLeistungen auf

der Bahn seien allerdings nicht so erfolgsträchtig

gewesen, wie sich das

alle Beteiligten vorgestellt hatten.

Das nächste Mal laufen Jakubczyk

und seine Staffel-Kollegen Anfang

Juli in Regensburg und wollen dort

die Norm erfüllen.

Das bietet Raum zur weiteren

Vorbereitung; die Zeit ist aktuell auf

seiner Seite. Die Zeiten allerdings

noch nicht. 10,6 Sekunden in Dessau

oder 10,41 Sekunden in Jena sind sicher

nicht das, was er sich vorstellt.

MitStand vom12. Juni waren in diesem

Jahr 15 Sprinter schneller als er.

Aber mit Blick auf den Formaufbau

ist das zu verschmerzen, ja eigentlich

sogar zu vernachlässigen. „Die

Leistung zeigt, dass noch einige Sachen

fehlen. Aber das ist normal,

man muss sich genau angucken, wo

es geht und wo noch nicht“, sagt Lucas

Jakubczyk, „das ist jetzt der erste

Wettkampfblock. Ich starte in dieser

Woche in Berlin bei der Midsommar-

Nacht und dann sind erst einmal

zwei Wochen Ruhe. Damuss man

dann an den Fehlernund Problemen

etwas nachjustieren.“

Der Sprinter des SCC Berlin

macht sich aber dennoch ein wenig

Druck. Die Sachen, die im Training

bislang noch nicht angegangen wurden,

„das muss jetzt in den nächsten

Wochen kommen“, sagt er. Denn:

Mit den Deutschen Meisterschaften

in Berlin steigt am 3. und 4. August

bereits ein Höhepunkt. Es sind die

Wettkämpfe, um sich für weitere

Aufgaben zu empfehlen.

Lucas Jakubczyk hofft, dass er in

diesem Jahr noch einmal der alte

Hase in einer Staffel aus sehr jungen

Hüpfernsein kann. Dass diese Kombination

so etwas wie Wiedergutmachung

für das Ausscheiden der Staffel

im Vorjahr bei der EM in Berlin

betreiben könne. Die Zeit von

Sprintkollege Marvin Schulte, der

am Wochenende bei der Deutschen

U23-Meisterschaft 10,12 Sekunden

lief, ließ viele aufhorchen.

Auch Lucas Jakubczyk wäre vermutlivch

gerne schon schneller unterwegs.Erweiß

aber auch, dass solche

schnellen Zeiten vor soeinem

späten Saisonhöhepunkt wie in diesem

Jahr gut und schön sind. Aber

letztendlich sind sie „ein Muster

ohne Wert, wenn man es bis zum

Ende der Saison nicht hinbekommt“.

Undbis es soweit ist, gibt es

noch viel Zeit für Verbesserungen.

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Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 17

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Sport

Beton

folgt

Handtuch

Tyson Fury landet K.-o.-Sieg

über TomSchwarz

Inseinen Augen standen Tränen,

das Gesicht war demoliert –der

wohl größte Kampf des Schwergewichtsboxers

TomSchwarz dauerte

nur fünf Minuten und 54 Sekunden.

Der frühere Weltmeister Tyson Fury

ließ dem Magdeburger in der Nacht

zum Sonntag in Las Vegas nicht die

Spur einer Chance und siegte bereits

in der zweiten Runde durch technischen

K. o.;für den 30 Jahrealten Briten

war der Deutsche ein überforderter

Trainingspartner, dem er eine

schmerzhafte Lektion erteilte.

Fury hat Schwarzdamit den sogenannten

Interkontinental-Titel der

WBO abgeknöpft, der ihn einem erneuten

WM-Kampf näher bringt.

„Ich habe alles gegeben, was ich geben

konnte“, sagte der Verlierer. Zunächst

war Schwarz inder zweiten

Runde nach einer Rechts-Links-

Kombination zu Boden gegangen

und angezählt worden. Wenig später

deckte der acht Kilogramm schwerere

und neun Zentimeter größere

Fury seinen 25 Jahre alten Rivalen

mit einem Schlaghagel ein, so dass

Ringrichter Kenny Bayless aus den

USA das ungleiche Duell abbrach. In

seinem Rücken flog aus der

Schwarz-Ecke ein Handtuch zum

Zeichen der Aufgabe. Also doch

keine Sensation, kein Top-Duell,

kein Aufreger.

„Ich habe noch nie vorzeitig verloren.

Ichwollte niemals k. o. gehen,

weil ich zu stolz bin“ meinte

Schwarz. Ein klassischer Knockout

war es nicht, weil ihn der Ringrichter

davor bewahrte. Mit aufgeplatzter

Nase und einem Cut amAuge stand

Schwarz nach der Kurzarbeit da.

Promoter Ulf Steinforth, der sich einen

Kampf über zwölf Runden gewünscht

hatte, gestand: „Ich bin

glücklich, dass es Tomtrotz der Blessuren

gut geht. Das ist eine Erfahrung,

an der er wachsen kann.“

Schwarz suchte derweil nach Erklärungen.

„Seine Schläge fühlten

sich an wie Beton.“ Er selbst hatte

Fury, der mit ihm spielte, nicht getroffen.

Wenn das Duell ein Gutes

hatte: Der Unfug mit den getürkten

Ranglisten der Weltverbände wurde

ad absurdum geführt. Schwarz war

als Nummer zwei derWBO-Rangliste

in den Kampf gegangen, Fury als

Nummer drei. Erst die Platzierung

des Deutschen hatte das Duell, über

das sich die Boxwelt wunderte, ermöglicht.

Zum Schluss lud der Brite

Schwarzinsein Trainings-Gym nach

England ein. Dort, sagte er, soll dem

Deutschen gezeigt werden, „wie

man ein besserer Boxer wird“. (dpa)

„Wir dürfen den Schiedsrichternnicht die Schuld geben“, findet Peyton Siva von Alba Berlin (l.), hier im Duell mit Maodo Lo.

Faden verloren

DPA/MATTHIAS BALK

Trotz Turbostart und langer Führung verpasst Alba Berlin in München einen Sieg zum Auftakt der Finalserie

VonChristian Kattner

Soein Ende hatte dieses Spiel

nicht verdient. Mit 8,7 Sekunden

auf der Uhrund drei

Punkten Rückstand gab es

bei eigenem Angriff zumindest noch

die Chance auf den Ausgleich. Der

Einwurf passte noch, der Folgepass

ebenfalls, etwas wacklig war bereits

das Anspiel auf Johannes Thiemann,

ehe dessen Pass nicht den Wegzum

Mitspieler, sondern ins Aus nahm.

Einen Wurf gab es gar nicht. Statt der

Verlängerung und trotz langer Führung

ging das Finalspiel für Alba Berlin

bei Bayern München 70:74 verloren.

„Wir haben uns am Ende dazu

hinreißen lassen, uns mit den Pfiffen

der Schiedsrichter zu beschäftigen“,

sagte Kapitän Niels Giffey.

Gerade einmal 114 Sekunden waren

gespielt, da musste Dejan Radonjic

bereits eine Auszeit nehmen.

Bayern Münchens Trainer reagierte

auf den Verlauf der Startphase,denn

die lief genau so, wie sie Alba Berlin

mag. Einfache Punkte nach Ballgewinnen,

frühe Abschlüsse, auch

wenn die Bayern in der Verteidigung

schon wieder halbwegs sortiert waren.

„Wir haben wirklich gut und

schnell gespielt, gut verteidigt“, so

Giffey. Das mündete in einen 10:0-

Startfür sein Team, vondem sich die

Münchner durchaus beeindruckt

zeigten. Denn auch im eigenen Offensivspiel

hatten die Gastgeber so

ihre Probleme. Die Berliner legten

eine hohe Intensität in der Verteidigung

an den Tag. So brauchten die

Bayern in fast jedem Angriff sehr

lange, umüberhaupt ihr System zu

starten. Und dann entstanden daraus

auch nur schwierige Würfe. Erst

nach 3:31 Minuten konnten auch die

Bayern ihre ersten Punkte zum 2:11

auf die Anzeigetafel bringen.

Doch suchten sie weiter ihren offensiven

Rhythmus, schafften es zumindest

diesen auch den Berlinern

zu nehmen. DieIntensität in derVerteidigung

ging bei den Münchnern

nach oben. Und mit dem einzigen

Bayern-Dreier des Viertels brachte

Petteri Koponen sein Team kurz vor

Ende der ersten zehn Minuten auf

18:22 heran. Hatte Alba Berlin zu Beginn

der Partie Spielfluss zeigen können,

war der nun verschwunden. Die

Intensität beider Teams wurde in der

Verteidigung weiter sehr hoch gehal-

„Wir haben gut gespielt.

Aber München hat die Ballverluste

von uns gut genutzt.

Wir müssen daraus lernen.“

Peyton Siva sieht für das zweite Finalspiel am Mittwoch in Berlin noch allerhand

Verbesserungsbedarf für Albas Basketballer

ten, auch daraus resultierten die

acht Ballverluste, die Alba und Bayern

jeweils nach knapp 13 Minuten

unterlaufen waren. Zudem gerieten

die Berliner in Foulprobleme.Johannes

Thiemann kassierte drei Fouls in

4:46 Minuten Einsatzzeit, auch

Landry Nnoko, bis dahin mit zehn

Punkten Albas auffälligster Spieler,

musste aufgrund zweier Fouls lange

auf der Bank sitzen. Mittlerweile war

die Partie ausgeglichen, mit einer

knapp 37:36-Führung gingen die

Gäste in die Halbzeitpause.

Gerade die Berliner waren damit

weit von ihrem Punkteschnitt aus

den vorigen Play-offs entfernt.

Daran sollte auch das dritte Viertel

nichts ändern. Das mickrige 14:14

war der zahlenmäßige Beleg dafür,

was die 6500 Zuschauer zu sehen

bekamen. Teilweise zerfahren, weiterhin

viele Fouls, von den Leistungsträgern

war auf beiden Seiten

wenig zu sehen. Erfreulich aus Alba-

Sicht dürften lediglich die zwei erfolgreichen

Dreier vonRokas Giedraitis,

der in den Play-offs noch nach

dem Wurfglück sucht, gewesen sein.

Als aber der zuvor eher unsichtbar

gebliebene Peyton Siva im vierten

Abschnitt seine Tarnkappe absetzte,

schickte sich Alba tatsächlich

an, das erste Spiel der Finalserie zu

klauen. Nur 2:07 Minuten benötigte

der Aufbauspieler zu Beginn des

letzten Viertels, umelf Punkte zu erzielen,

knapp sechs Minuten vor

dem Ende waren die Berliner plötzlich

mit acht Zählern in Führung.

Doch sollte das nicht reichen. Hatte

Alba die Partie mit einem 11:2-Lauf

begonnen, so beendeten die Bayern

das erste Spiel der Serieihrerseits mit

einem 11:2. Vermeidbar, hätte Alba

am Ende den Faden nicht verloren.

NACHRICHTEN

U17 des 1. FC Köln feiert

deutschen Meistertitel

FUSSBALL. DieU17 des 1. FC Köln

hat Titelverteidiger Borussia Dortmund

entthront und ist zum dritten

Maldeutscher Meister.Die Mannschaft

vonMartin Heck setzte sich

am Sonntag im ausverkauften Stadion

Rote Erde in Dortmund mit 3:2

(2:1) gegen den BVBdurch. DerBVB

um Supertalent Youssoufa Moukoko

verpasste seinen siebten Triumph.

Handballer beenden

EM-Qualifikation erfolgreich

HANDBALL. Diedeutsche Nationalmannschaft

ist mit Rückkehrer Tobias

Reichmann überzeugend durch

die EM-Qualifikation marschiert.

Miteinem ungefährdeten 28:17

(16:5) in Nürnberggegen den Kosovo

schloss das Team vonBundestrainer

Christian Prokop die Gruppe 1mit

12:0-Punkten ab.„40 Minuten lang

war ich wie in Israel mächtig beeindruckt,

danach war etwas Schlendrian

drin. Aber es war trotzdem eine

sehr gute Woche und eine sehr

schöne Quali“, sagte Prokop.Beste

Werfer waren vor7187 Zuschauern

ZuschauernJohannes Golla mit

sechs Treffernsowie Philipp Weber

und Marian Michalczik (beide 5).

Kahun ist vom eigenen

Wechsel überrascht

EISHOCKEY. Nationalspieler Dominik

Kahun ist vonseinem Wechsel in

der nordamerikanischen Profiliga

NHL vonden Chicago Blackhawks

zu den Pittsburgh Penguins überrascht

worden. Sein bisheriges Team

transferierte den 23 Jahrealten Stürmer

im Tausch mit dem finnischen

Verteidiger Olli Maatta zum fünfmaligen

Stanley-Cup-Sieger.„Ichwar

total überrascht und wusste davon

nichts“, sagte Kahun der Deutschen

Presse-Agentur am Sonntagabend.

„Das ist aber eine normale Sache

drüben. Jetzt habe ich sie halt auch

einmal erlebt“, sagte der 23 Jahre

Olympia-Silbermedaillengewinner.

Misslungene Generalproben

vor Beachvolleyball-WM

BEACHVOLLEYBALL. Diedeutschen

Teams haben zweiWochen vor

der Heim-WM in HamburgArbeit

vorsich. Nach dem vorzeitigen Aus

aller Frauen-Teams scheiterten auch

Julius Thole und Clemens Wickler

bei der Generalprobe in Warschau.

DasDuo unterlag beim Welttour-

Turnier im Achtelfinale mit 1:2

(21:16, 17:21, 13:15) den Russen Nikita

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18 * Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Sport

DFB-POKAL

Eichstätt sieht Hertha BSC

als Traumlos

HERTHA BSC. Sepp Schiebel ist es zu

verdanken, dass man sich im Nachhinein

ein Bild davon machen kann,

wie die Menschen in Eichstätt bei

der Auslosung zur 1. Hauptrunde des

DFB-Pokals mitgefieberthaben. Brechend

voll sei das Vereinsheim am

Sonnabend während der Live-Übertragung

in der ARD gewesen,

schreibt der Pressewartauf der

Homepage des ortsansässigen Vereins

für Bewegungsspiele,„manche

Fans mussten die Pokalauslosung

mit den Nasenspitzen an den Fensterscheiben

verfolgen“. Ja,richtig geknistertsoll

es haben, immer mehr,

weil nach 27 Paarungen, die Losfee

NiaKünzer bereits gezogen hatte,die

Loskugel mit dem VfB Eichstätt immer

noch im Topf war.Dann aber:

endlich der VfB.Schiebel berichtet:

„Wer wirdder Gegner sein, Aue, Heidenheim

oder doch vielleicht Freiburg,

RB Leipzig oder die „Alte“ Hertha

aus Berlin. NiaKünzer nahm die

nächste Kugel aus dem Profitopf, sie

wurde geöffnet und etwas Blaues

war zu erkennen –das Vereinswappen

vonHertha BSC Berlin! Tosender

Jubel brach auf, wildfremde Menschen

lagen sich in den Armen ...“

Schiebel kommt schließlich zu folgendem

Schluss: „Ein Traumlos für

den VfB!“ Aufseiten der Herthaner

fielen die Reaktion freilich etwas

nüchterner aus.Michael Preetz, der

Manager,beispielsweise gab Folgendes

zum Besten: „Eichstätt spielt in

der Regionalliga Bayern eine gute

Rolle.Aber natürlich fahren wir dorthin,

um eine Runde weiterzukommen.“

Wobei dorthin womöglich

dann doch Ingolstadt bedeutet, weil

das „Stadion“ des VfB Eichstätt mit

einem Fassungsvermögen von2090

Zuschauernwohl letztlich einen Tick

zu klein ist.

Regional ist

immer relativ

UNION BERLIN. Daserste Pflichtspiel

in der ersten Bundesligasaison

führtden 1. FC Union nach Halberstadt,

was Manager Oliver Ruhnert

als Glücksfall wertete: „Ich freue

mich über das Los,weil regionale

Duelle immer einen besonderen

Reiz haben. Wirgehen natürlich als

Favoritindie Partie und werden die

Aufgabe sehr ernst nehmen. Es ist

unser Anspruch, im ersten Pflichtspiel

der Saison eine gute Leistung

abzuliefernund in die nächste

Runde einzuziehen.“ Wobei das mit

regional doch relativ ist. Immerhin

liegen zwischen Köpenick und Halberstadt

knapp 230 Straßenkilometer,für

die man im Normalfall fast

zweieinhalb Stunden braucht. Dennoch

gilt als sicher,dass das Friedensstadion

am zweiten Augustwochenende

(der genaue Spieltermin

steht noch nicht fest) bestimmt so

brechend voll sein wirdwie das Vereinsheim

des VfB Eichstätt am vergangenen

Sonnabend.

Früher Startfür

ein erfolgreiches Ende

FC VIKTORIA 1889. Wasist das Los

für den Regionalligisten gegen den

Zweitligisten Arminia Bielefeld wirklich

wert?Die Mannschaft aus Lichterfelde

kann auch mit diesem Gegner

die Vereinskasse etwas füllen.

Nicht nur deshalb bittet der neue

Cheftrainer Benedetto Muzzicato

schon heute zum Auftakttraining.

Schließlich startet am 26. Juli die Saison

in der Regionalliga, früher als in

den Profiligen. DieSpieler vonViktoriahaben

also einen Trainingsvorsprung

gegenüber Bielefeld. Auch

sonst gibt es Ermutigendes: 2012

schoss Regionalligist Berliner AK

Bundesligist Hoffenheim sensationell

mit 4:0 Torenaus dem Pokal. Zudem

hat sich Viktoria jetzt verstärkt:

Johannes Manske,19, vonHertha 03

Zehlendorfs U19 wurde verpflichtet.

Er schoss in der Nachwuchsliga vergangene

Saison 18 Tore.

Versetzung einer tragenden Säule

Durch die Rückkehr von Bayerns Mats Hummels zu Dortmund würde sich die Statik beider Teams verändern

VonMaik Rosner,München

Wer dieser Tage einen

Blick in die Profile von

Mats Hummels in den

sozialen Netzwerken

wirft, sieht sehr oft Thomas Müller.

Bilder undVideos voneinem gemeinsamen

Tennisvergnügen mit Alexander

Zverev sind dort zufinden, als

neunte Folge der sogenannten #Tho-

Mats-Challenge.Zusehen sind dabei

zwei Profifußballer des FC Bayern,die

ein freundschaftliches Verhältnis und

zwei einschneidende Karrieremomente

verbinden. Gemeinsam wurden

Hummels, 30, und Müller, 29,

2014 Weltmeister. Gemeinsam wurden

sie am Faschingsdienstag Anfang

März von Bundestrainer Joachim

Löw überrascht, der sich für seinen

unangekündigten Besuch an der Säbener

Straße zwar nicht verkleidet

hatte,ihnen aber mit der Ausbootung

aus dem Nationalteam gefühlt vorkommen

musste wie ein karnevalesker

Sensenmann. Dummerweise aus

ihrer Sicht meinte es Löw ernst.

Beim FC Bayern haben sie damals

ähnlich überrumpelt reagiert wie die

beiden Spieler,neben denen auch Jérôme

Boateng, 30, vonseinem Ausin

der DFB-Auswahl erfuhr.Inihrer Kritik

an Löw sahen die Münchner Vereinslenker

aber davon ab,die sportliche

Entscheidung zum harten

Schnitt ähnlich grundsätzlich in

Frage zu stellen wie das betroffene

Trio. Wie sich nun gut drei Monate

später zeigt, aus gutem Grund. Offenbar

sind die Münchner mit einiger

Entschlossenheit bereit, Löws Schnitt

nachzuahmen. Jedenfalls in der Innenverteidigung,

aus der neben

Boateng auch Hummels abgegeben

werden soll, Letzterer zu Borussia

Dortmund. Beide haben noch einen

Vertragbis 2021.

Gehaltseinbußen von25Prozent

Voreinem Rücktransfer nach Dortmund: Mats Hummels.

Spekulativ: Gareth Bale gilt dem englischen

Boulevardblatt The Sun zufolgeals möglicher

Zugang beim FC Bayern.Die Zeitung schrieb

voneinem möglichen einjährigen Ausleihgeschäft

mit dem 29 Jahre alten Offensivspieler

vonReal Madrid. Die Münchner seien für

eine Saison angeblich bereit, das fürstliche

Gehalt vonBale zu übernehmen.

DAS BALE-GERÜCHT

GETTY IMAGES/HASSENSTEIN

Alternativ: Nach dem Abschied vonArjen

Robben und Franck Ribéryumwerben die

Münchner für die Offensiveden deutschen

Nationalspieler LeroySané. Der 23-Jährige

steht aber noch zwei Jahre bei Manchester

City unter Vertrag.Der Waliser Bale könnte

eine Alternative, aber eben auch nur ein

Druckmittel im Transferpoker sein.

Weiße Flächen im Sportteil

Wie die Bild am Sonntag berichtete,

ist Hummels’ Rückkehr nach Dortmund

bereits „weitgehend geklärt“.

Demnach stehen alle Beteiligten dem

Ansinnen des BVB offen gegenüber,

neben der Klubführung des FC Bayernauch

Hummels und Trainer Niko

Kovac. Als Ablöse sind dem Bericht

zufolge 20 Millionen Euro plus erfolgsabhängige

Zuschläge angedacht,

womit sich das Gesamtvolumen

auf etwa zwei Drittel des Marktwertes

belaufen könnte. Gehaltseinbußen

von rund 25 Prozent

schrecken den Spieler offenbar nicht.

Bisher halten sich beide Vereine

zurück, die fortgeschrittenen Überlegungen

zu bestätigen. Das dürfte

auch daran liegen, dass sich Hummels

derzeit im USA-Urlaub befindet.

Im Laufe der vergangenen Saison

hatte er sich bereits Gedanken über

eine Veränderung gemacht, obwohl

er zuletzt neben Niklas Süle, 23, gesetzt

war. Doch nach den Verpflichtungen

der beiden 23 Jahrealten Verteidiger

Lucas Hernández(für 80 Millionen

Euro vonAtlético Madrid) und

Benjamin Pavard (35 Mio./VfB Stuttgart),

die 2018 mit Frankreich Weltmeister

geworden waren, könnte

Hummels zum Reservisten werden.

Im Abwehrzentrum neben Süle ist

Hernández als neue tragende Säule

eingeplant. Zuvorhatte Präsident Uli

Hoeneß im Zuge des Kaderumbaus

bereits Boateng dringend einen

Wechsel angeraten.

Auf den ersten Blick böte Hummels’Transfer

für alle Beteiligten Vorteile.

Vor allem für den BVB, dessen

junge Abwehr eine Autorität für eine

bessere Statik gut gebrauchen

könnte.Für Hummels,der keine Eingewöhnungszeit

benötigen würde

und sich eines Stammplatzes quasi

sicher sein könnte. Und auch für die

Bayern, die einen möglichen Unruheherd

weniger hätten und sich finanziell

entlasten würden. Boatengs

Abgang vorausgesetzt hielte der

Wechsel vonHummels aber auch Risiken

bereit. Dann verblieben nur

drei junge gelernte Innenverteidiger

im Kader,von denen sich zwei eingewöhnen

müssen. Verletzt sich Süle

oder Hernández, droht ein Qualitätsabfall.

Neben Pavard stünde zur Not

noch Javier Martínez für die Innenverteidigung

zurVerfügung. Nicht zuletzt

verlöredas Team in Hummels einen

Routinier, der Thomas Müller

auch persönlich fehlen würde.

Sollte es so kommen, wäre Müller

der einzige verbliebene deutsche

Weltmeister unter den Feldspielern

beim FC Bayern. Hinzu käme als Titelträger

von 2014 Torwart Manuel

Neuer. In Brasilien standen insgesamt

sieben Bayern in der DFB-Auswahl.

Finaltorschütze Mario Götze

spielt bereits seit 2016 wieder für

Dortmund. Damals lief Hummels für

35 Millionen Euro Ablöse zu seinem

Jugendverein nach München über.

Vondiesem war er für 4,2 Millionen

Euro Ablöse erstmals 2008 zum BVB

gewechselt und dort 2011 und 2012

Meister geworden. Geht es nach den

Dortmundern, die bereits Nico

Schulz, Thorgan Hazard und Julian

Brandt für je rund 25 Millionen Euro

verpflichtet haben, soll sich diese Erfolgsgeschichte

wiederholen.

Energie Cottbus freut sich im DFB-Pokal auf den FC Bayern, doch die Stimmung ist angespannt, wie ein Streit zeigt

Energie Cottbus hat mit Bayern

München das Glückslos für die

erste Hauptrunde im DFB-Pokal gezogen,

doch der ehemalige Fußball-

Bundesligist durchlebt gerade

schwierige Zeiten. Knapp einen Monat

nach dem Abstieg aus der 3. Liga

eskalierte am Wochenende ein

schwelender Streit mit den Medien.

Trainer Claus-Dieter Wollitz versuchte

zunächst, den Ärger auszuklammern

und sich ganz auf das

sportliche Highlight am zweiten August-Wochenende

zu konzentrieren.

„Mit der grandiosen Unterstützung

unserer Fans können wir immer planen,

die Hütte wird sicher randvoll

sein“, sagte Wollitz zum Spiel gegen

die Bayern, für das laut Coach gilt:

„Wir sind der klareAußenseiter,werden

dennoch alles geben. Ein Weiterkommen

wäre eine absolute Sensation.“

Ob sich bis dahin die Entrüstung

im Umfeld gelegt hat, ist fraglich. Am

Freitagabend erlebte der Streit mit

einigen Medien seinen vorläufigen

Höhepunkt. Auf ihrer Jahresversammlung

verweigerten die Energie-Mitglieder

den Reportern des

Das Motto entbehrtnicht einer gewissen Ironie: Claus-Dieter Wollitz.

RBB (Rundfunk Berlin Brandenburg)

die Teilnahme, andere Redakteure

durften dabei sein. Die Reporter der

Lausitzer Rundschau, wichtigste

Zeitung in der Region um Cottbus,

erklärten sich sofort solidarisch und

stellten die Berichterstattung über

den Klub ebenfalls ein.

In der Sonnabendausgabe der

Rundschau blieben weiße Flächen

an den Stellen, wo eigentlich der Be-

DPA/PATRICK PLEUL

richt von der Mitgliederversammlung

stehen sollte.„Es geht nicht an,

dass der FCE bewusst und nach Nase

abstraft und sich aussucht, wer gerade

genehm ist“, kommentierte Oliver

Haustein-Tessmer, Chefredakteur

der Lausitzer Rundschau, den

Vorfall: „Sozuselektieren, ist unprofessionell.

Die kleinkarierte Abstimmung

ist eines angesehenen Klubs

unwürdig.“

Auch die Landespressekonferenz

Brandenburg kritisierte die Haltung

des Klubs.„EinVerein kann entscheiden,

ob er die Presse zulässt oder

nicht. Dasgilt dann für die Presse als

Ganzes.Wir sehen es als Problem an,

wenn einzelne Journalisten ausgeschlossen

und andere zugelassen

werden. Das greift in die Pressefreiheit

ein“, sagte Benjamin Lassiwe,

Vorsitzender der Landespressekonferenz,

dem RBB.

DerVersammlungsleiter des Treffens

vomFreitag hatte bestätigt, dass

die Entscheidung der Mitglieder an

der kritischen Berichterstattung des

RBB liege.Der erklärte,dass er in der

Vergangenheit „sehr ausführlich

über verschiedene Aspekte rund um

den Verein“ berichtet habe und viele

Spiele liveübertragen habe.

Ungeachtet dessen steht Cottbus

bei den Bundesligisten hoch im

Kurs. Nach Aufsteiger Union Berlin

hat auch Borussia Dortmund Unterstützung

angekündigt. Der BVB

kommt Anfang September zu einem

Testspiel in die Lausitz und wirddem

klammen Regionalligisten sicher

eine satte Einnahme bescheren. (sid)

ZAHLEN

Fußball

WM der Frauen in Frankreich

Gruppe A

Nigeria -Frankreich Mo., 21.00

Südkorea -Norwegen Mo., 21.00

1. Frankreich 2 6:1 6

2. Norwegen 2 4:2 3

3. Nigeria 2 2:3 3

4. Südkorea 2 0:6 0

Gruppe B

China -Spanien Mo., 18.00

Südafrika -Deutschland Mo., 18.00

1. Deutschland 2 2:0 6

2. Spanien 2 3:2 3

3. China 2 1:1 3

4. Südafrika 2 1:4 0

Gruppe C

Australien -Brasilien 3:2 (1:2)

Jamaika -Italien 0:5 (0:2)

1. Italien 2 7:1 6

2. Brasilien 2 5:3 3

3. Australien 2 4:4 3

4. Jamaika 2 0:8 0

Gruppe D

Japan -Schottland 2:1 (2:0)

England -Argentinien 1:0 (0:0)

1. England 2 3:1 6

2. Japan 2 2:1 4

3. Argentinien 2 0:1 1

4. Schottland 2 2:4 0

Gruppe E

Niederlande -Kamerun 3:1 (1:1)

Kanada -Neuseeland 2:0 (0:0)

1. Niederlande 2 4:1 6

2. Kanada 2 3:0 6

3. Kamerun 2 1:4 0

3. Neuseeland 2 0:3 0

Gruppe F

Schweden -Thailand 5:1 (3:0)

USA -Chile 3:0 (3:0)

1. USA 2 16: 0 6

2. Schweden 2 7: 1 6

3. Chile 1 0: 2 0

4. Thailand 1 0:13 0

Modus: Gruppen-1.-2. und drei -3. im Viertelfinale.

U21-EM in Italien

Gruppe A: Italien, Spanien, Polen, Belgien

16. Juni:

Polen -Belgien 3:2 (1:1)

Italien -Spanien

19. Juni:

Spanien -Belgien in Reggio Emilia (18.30)

Italien -Polen in Bologna (21.00)

22. Juni:

Belgien -Italien in Reggio Emilia

Spanien -Polen in Bologna (beide 21.00)

Gruppe B: Deutschland, Dänemark, Serbien

Österreich

17. Juni:

Serbien -Österreich in Triest (18.30 Uhr)

Deutschland- Dänemark in Udine (21.00/ARD)

20. Juni:

Dänemark -Österreich in Udine (18.30/ARD)

Deutschland -Serbien in Triest (21.00)

23. Juni:

Österreich -Deutschland in Udine (21.00/ZDF)

Dänemark -Serbien in Triest (21.00)

Gruppe C: England, Frankreich, Rumänien, Kroatien

18. Juni:

Rumänien -Kroatien in Serravalle (18.30 Uhr)

England -Frankreich in Cesena (21.00)

21. Juni:

England -Rumänien in Cesena (18.30)

Frankreich -Kroatien in Serravalle (21.00)

24. Juni:

Kroatien -England in Serravalle (21.00)

Frankreich -Rumänien in Cesena (21.00)

Mögliches Olympia-Play-off*

28. Juni:

Zweitbester Gruppenzweiter –Drittbester Gruppenzweiter

in Cesena (21.00)

(*nur für den Fall, dass England das Halbfinale erreicht)

Halbfinale:

27. Juni:

1. Gruppe A-B2/C2/C1 in Bologna (18.00)

1. Gruppe B-A2/C1 in Reggio Emilia (21.00)

Finale:

30. Juni (20.45 Uhr in Udine)

Tennis

ATP-Turnier in Stuttgart

Halbfinale: Matteo Berrettini (Italien) -Jan-Lennard

Struff (Warstein) 6:4, 7:5, Felix Auger-Aliassime

(Kanada/Nr.7)-Milos Raonic (Kanada/Nr.

6) kampflos

Finale: Matteo Berrettini -Felix Auger-Aliassime

6:4, 7:6 (13:11)


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 19 *

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Sport

Der die Spieler erreicht

Trainer Stefan Kuntz strebt mit der U21 bei der EM in Italien die Titelverteidigung an –und gilt dabei selbst als wichtigster Erfolgsfaktor

VonTobias Schächter,Natz

Natz in Südtirol. Durchdie

kleine Sportanlage

schallt es: „Stefan, wink

emol.“ Stefan Kuntz

winkt prompt vonder gegenüberliegenden

Seite des Platzes. Die Ausflugsgäste

aus der Pfalz erwidernden

Gruß des deutschen U21-Trainers

während eines Testspiels gegen eine

regionale Auswahl (12:0) mit lautem

Jubel. Diekleine Szene aus dem Trainingslager

der deutschen U21-Nationalmannschaft

vor rund einer

Woche erzählt einiges über die entspannt

optimistische Befindlichkeit

der Mannschaft und ihres Trainers

vor dem Start indie Europameisterschaft

in Italien.

Seit Freitag logiert der deutsche

U21-Tross nun in Fagagna in der Region

Friaul; an diesem Montagabend

starten die Talente in Udine gegen

Dänemark ins Turnier (21 Uhr/ARD

live). Deutschland trifft in der Vorrunde

auch auf Serbien (20.6.) und

Österreich (23.6.), gespielt wird in

drei Vierer-Gruppen, nur die jeweiligen

Gruppensieger und der beste

Zweite kommen ins Halbfinale. Das

Erreichen der Semifinals ist das Minimalziel

des Deutschen Fußball-

Bundes (DFB), denn die besten vier

Nationen qualifizieren sich für die

Olympischen Sommerspiele 2020 in

Japan.

Vor zwei Jahren gewannen die

deutschen Talente in Polen mit

Kuntz die Kontinentalmeisterschaft,

von der damaligen Sieger-Auswahl

sind mit Mahmoud Dahoud (Borussia

Dortmund), Levin Öztunali (FSV

Mainz), Waldemar Anton (Hannover

96) und Nadiem Amiri(1899 Hoffenheim)

noch vier Spieler dabei.

„Die Mannschaft vor zwei Jahren

war Weltklasse, aber die aktuelle ist

auch stark“, sagt Amiri. Seit den Testspielen

im Märzgegen die mitfavorisierten

Engländer (2:1) und Franzosen

(2:2) sei die Mannschaft total

überzeugt von sich, erzählt der offensive

Mittelfeldspieler: „An diese

Leistungen gilt es anzuknüpfen,

dann wird esschwer, uns zu schlagen.“

Amiri, 22, hat bereits 105 Bundesligaspiele

absolviert und ist nach

gerade auskuriertem Bänderriss im

Knöchel einer der Leistungsträger.

Aber der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor

ist der Coach, Stefan

Kuntz.

Zermürbende Grabenkämpfe

Glücksfall für den DFB: Stefan Kuntz.

DPA/DE LUCA

Dessen Trainerkarriere schien nach

Stationen in Mannheim, Karlsruhe

und Ahlen längst Geschichte zu sein,

aber nach dem jähen Ende seiner

Funktionärslaufbahn als Vorstandsboss

des 1. FC KaiserslauternAnfang

2016 entpuppte sich das Engagement

als Juniorentrainer beim DFB

als Glücksfall für Kuntz und den Verband.

Auf Initiative des damaligen

DFB-Sportdirektors Hansi Flick trat

Kuntz vor knapp drei Jahren seine

zweite Trainerlaufbahn an. Nach zermürbenden

Grabenkämpfen als

Funktionär in Kaiserslautern ist

Kuntz nun längst wieder die Freude

an dem Jobauf dem Rasen anzumerken.

Mit der Vita des erfolgreichen

Nationalspielers und seiner direkten,

offenen Arterreicht der 56 Jahre

alte Saarländer die jungen Spieler.

Kuntz warnt davor, die Vorrundengegner

zu unterschätzen. Beim

ersten Gegner Dänemark beispielsweise

steht mit Jacob Bruun Larsen

vonBorussia Dortmund ein potenzieller

Überflieger des Turniers im

Team, dazu kommen mit Andreas

Poulsen vonBorussia Mönchengladbach

und Marcus Ingvartsen von

Union Berlin (siehe Seite 1) noch

zwei weitere Bundesliga-Legionäre,

auf die es zu achten gilt. „Du kannst

nicht sagen, wir kommen erst mal

rein ins Turnier –das geht nicht“, betont

Kuntz.

Angebote als Vereinstrainer

Speziell in der Offensive sei der Kader

vor zwei Jahren individuell „einen

Tick besser“ besetzt gewesen.

Kuntz meint da vorallem SergeGnabry,

der sich wie die eigentlich noch

bei der U21 spielberechtigten Timo

Werner,Leroy Sané und TimHavertz

längst in der A-Mannschaft festgespielt

hat. Im Angriff ruhen die Hoffnungen

vorallem auf dem wendigen

Luca Waldschmidt (SC Freiburg), ein

kopfballstarker Typ wie 2017, als

Herthas Davie Selke vorneweg marschierte,

fehlt diesmal. Wuchtige,

kopfballstarke Stürmertypen wie es

einst Kuntz oder dessen Amtsvorgänger

Horst Hrubesch waren, gibt

es im deutschen Nachwuchs generell

nicht mehr oft. Seine Elf werde

auch deshalb versuchen,„mehr über

das Spielerische“ den Titel zu verteidigen,

sagt Kuntz.

Mit Kapitän Jonathan Tah(Bayer

Leverkusen) und Rechtsverteidiger

Lukas Klostermann (RB Leipzig) stießen

zuletzt zwei Leistungsträger

zum Team, die letzte Woche noch in

der A-Auswahl spielten. Im Torsetzt

Kuntz auf den Schalker Alexander

Nübel, die quälendste Auswahl hat

er im Mittelfeld, wo beispielsweise

auch die Hertha-Profis Arne Maier

und Eduard Löwen sowie Bremens

Maximilian Eggestein um einen

Platz kämpfen. Dahoud dürfte hingegen

gesetzt sein.

Als Spieler wurde Kuntz 1996 Europameister,nun

strebt er als Trainer

seinen zweiten EM-Titel in Serie an.

Kuntz’ Vertrag läuft noch ein Jahr,

Gespräche mit der DFB-Spitze um

seine Zukunft sind nach dem Turnier

vereinbart. Angebote als Vereinstrainer

gab es bereits.Die Frage,oberirgendwann

für eine mögliche Nachfolge

von Joachim Löw als Bundestrainer

zur Verfügung stünde, stellt

sich aktuell für Kuntz nicht. Er lebt

im Hier und Jetzt –und will an diesem

Montag nach einem Sieg gegen

Dänemark inUdine zum ersten Mal

bei dieser U21-EM als Sieger ins Publikum

winken.

Messis

Makel

Argentinien startet mit einer Niederlage in die Copa América

Lionel Messi ging nach der ersten

Auftaktniederlage seit 1979 bei

der Copa América voran, so wie es

sich für einen Kapitän gehört. „Kopf

hoch und weiter“, sagte der Ausnahmespieler

und gab damit das Motto

für die argentinische Nationalmannschaft

nach dem 0:2 (0:0) gegen Kolumbien

vor. „Es gibt keine Entschuldigung.

Wir müssen die positiven

Dinge mitnehmen und an die

nächste Partie denken.“ Blick nach

vorn statt zurück. Dass sich der Kapitän

nach der Niederlage nicht versteckte,

werteten argentinische Medien

als positives Signal.

„Es kann sehr schnell gehen“,

sagte der im Nationalteam noch titellose

Messi und machte seinen

Landsleuten Mut. „Es bleiben noch

viele Chancen, sich zu qualifizieren.

Es hat gerade erst angefangen.“ Der

31-Jährige hat recht: In der argentinischen

Gruppe spielen noch Paraguay

und als Gaststarter der nächste

WM-Ausrichter Katar.

Ein Ausscheiden wäre trotz der

Pleite gegen die vom ehemaligen

Bayern-Profi James angeführten Kolumbianer

eine große Überraschung.

Die Zeitung Clarín mahnte

dennoch: Die Mannschaft lasse

„viele Zweifel im Hinblick auf die Zukunft“.

Schon bei der Weltmeisterschaft

in Russland im vergangenen

Vertrautes Bild: Messi hadertimNationaltrikot

mit dem Schicksal. AFP/MABROMATA

Jahr hatte La Albiceleste enttäuscht

und war im Achtelfinale ausgeschieden.

Ja, und irgendwie lässt einen

der Verdacht nicht los, dass die Misere

von Messi im Nationaltrikot

doch wieder eine Fortsetzung erfährt.

Roger Martínez, der in Mexiko bei

Club América unter Vertragsteht, erzielte

am Sonnabend (Ortszeit) in

der 71. Minute auf Vorarbeit von

James den ersten Treffer gegen die

Albiceleste nach hartem Kampf in

der Arena Fonte NovainSalvador da

Bahia im Nordosten Brasiliens. Duvan

Zapata ließ eine Viertelstunde

später das zweite Torfolgen.

Coutinho führtBrasilien zum Sieg

Brasilien hatte beim Eröffnungsspiel

am Freitag ohne den verletzten und

mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierten

Neymar hingegen einen

klaren 3:0 (0:0)-Sieg gegen Bolivien

geschafft. Philippe Coutinho, Teamkollege

von Messi beim FC Barcelona,

erzielte in São Paulo zwei der

brasilianischen Tore in rascher Folge

(50./Handelfmeter/53.), Everton traf

fünf Minuten vor Schluss spektakulär

zum Endstand.

„Wir haben gut angefangen, aber

als wir mit fortschreitender Zeit

nicht getroffen haben, ist die Mannschaft

ein bisschen unruhig geworden“,

sagte Brasiliens Trainer Tite,

der am Ende aber zufrieden war:„In

der zweiten Halbzeit haben wir unser

Spiel durchgezogen.“

Im ersten Durchgang fand die

Seleção noch schwer ins Spiel, immer

wieder gingen Bälle verloren,

die Brasilianer fanden kein rechtes

Mittel gegen die bolivianische Abwehr.

„Am Ende, mit mehr Geduld,

haben wir das Spielfeld geöffnet,

hatten mehr Ballbesitz, haben Spielzüge

gemacht“, sagte Kapitän Dani

Alves nach dem Abpfiff.

Am kommenden Dienstag trifft

Brasilien auf Venezuela und am

Sonnabend auf Peru. Inder Gruppe

Btrifft Argentinien am kommenden

Mittwoch auf Paraguay und am 23.

Juni auf Katar. (dpa)

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Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 – S eite 20 *

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Sport

Multikulti vom Rhein: Abwehrspielerin Sara Doorsoun, 27 Jahre alt, 27 Länderspiele, wurde in Köln geboren und hat türkisch-iranische Wurzeln.

AFP/VENANCE

„Ich bekomme sehr viel positive Resonanz aus dem Iran“

Die deutsche Nationalspielerin Sara Doorsoun über Social Media, den geringen Anteil von Fußballerinnen mit Migrationshintergrund und den Druck bei der WM

Sara Doorsoun, 27, hat einen

langen Anlauf genommen,

um in der deutschen

Frauen-Nationalmannschaft

Fußzufassen. Inzwischen bildet

die in Köln geborene Abwehrspielerin

vom VfL Wolfsburg mit Marina

Hegering von der SGS Essen die Innenverteidigung.

Ihr Spitzname

„Speedy Gonzales“ deutet auf ihr

größtes Plus hin: ihreenorme Schnelligkeit.

Frau Doorsoun, wie die meisten Nationalspielerinnen

sind Sie auf Instagram

während der Weltmeisterschaft

in Frankreich sehr aktiv. Nach dem

Sieg im Gruppenspiel gegen Spanien

haben Sie ein Bild inmitten ihrer Familie

gepostet und geschrieben: „No

words needed.“ Werhat Siedenn alles

vorOrt unterstützt?

Mein Vater, meine Schwester,

meine Brüder und mein Onkel.

Gehört es heutzutage dazu, solche

Einblicke über die sozialen Netzwerke

zu gewähren?

Ich persönlich finde das wichtig,

aber das behandelt jede Spielerin für

sich anders: Unsere Torhüterin Almuth

Schult macht beispielsweise

nichts bei Instagram; also geht es

auch ohne. Ich möchte den Leuten

etwas von dem zeigen, was wir machen

und erleben, ohne natürlich

allzu privat zu sein. Damit kann man

ein Gefühl bekommen, bei dieserWM

dabei zu sein. Hin und wieder mal

eine Storyoder ein Bild hochzuladen,

finde ich ganz schön. Über solche

Einblicke würde ich mich auch

freuen.

Sie verbringen aber nicht mehr Zeit

am Smartphone als auf dem Fußballplatz?

Nein. Wir wissen alle ganz genau,

was wir hier bei der WM wollen. Jeder

ist mal am Handy, aber es darf nicht

zu viel sein, um nicht den Fokus zu

verlieren.

Sie sind eine der wenigen deutschen

Nationalspielerinnen mit Migrationshintergrund.

Mit der Halb-Belgierin

Kathrin Hendrich, der in Budapest geborenen

Dzsenifer Marozsan und Ihnen

sind es nur drei. Gibt es eine Erklärung

dafür?

Um ehrlich zu sein, beschäftige

ich mich nicht so sehr damit. Ichhabe

von Anfang an gesagt, dass ich mich

absolut deutsch fühle und da kann

ich mich zu 100 Prozent mit identifizieren.

Natürlich: Meine Mama

kommt aus der Türkei, mein Papa aus

dem Iran, und aufgrund des Turniers

bekomme ich gerade sehr viel positive

Resonanz aus dem Iran, die ich

davor in dieser Form nicht hatte. In

dieser Hinsicht sehe ich bei mir eine

Vorbildfunktion, um Mädels zu zeigen,

dass man durch den Sport einiges

erreichen kann. Es ist aber nicht

meine Aufgabe, ein Urteil anzustellen,

warum so wenige Spielerinnen

mit Migrationshintergrund hier dabei

sind.

Dallmann

Jane

DEUTSCHLAND

Holweni

SÜDAFRIKA

Maier

Goeßling

Biyana

Hegering

Magull

Fulutudilu

Matlou

Aber Sie kennen ja die Widerstände,

denen Mädchen aus dem muslimischen

Kulturkreis mitunter in der eigenen

Familie begegnen, wenn sie beispielsweise

Fußball spielen wollen.

Mir ist diese ganze Thematik erst

vergangenes Jahr richtig bewusst geworden,

als ich ein Mädchen-Fußballcamp

besucht habe. Daspielten

viele Mädels mit Migrationshintergrund

mit, und mir wurde klar, dass

es nicht selbstverständlich war, dass

ich Fußball spielen durfte.Dann habe

ich mit meinem Vater darüber länger

geredet: Ich bin ihm wirklich dankbar,

dass ich zum Glück so erzogen

Schult

Schüller

Makhabane

Mbane

Swart

Elsig

Leupolz

VanWyk

Simon

Knaak

Kgatlana

Ramalepe

Voraussichtliche Aufstellung; Schiedsrichterin: SandraBraz(Portugal)

QUELLE:DPA; BLZ/TIEDGE

wurde, dass ich den Sport machen

konnte,den ich so gemocht habe.Ich

weiß, dass es anders sein kann.

Sehen Siesich als Role Model?

Nein, aber wenn ich jetzt irgendwie

die Mädels ermunternkann, dass

die mit ihren Eltern darüber reden,

schaut mal, da spielt eine im deutschen

Nationalteam mit Migrationshintergrund,

macht mich das ein

bisschen stolz.

Sie haben einen schwierigen Einstieg

in dieWM gehabt. Gegen China unterliefen

Ihnen zwei Querpässe, die sogar

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg

als „No-Go“ bezeichnete. Können

Siedas rückblickend erklären?

Ichwar wirklich sehr aufgeregt vor

diesem Spiel. Es war viel Freude dabei,

aber so kannte ich das in dieser

Form nicht von mir. Ich habe mich

vielleicht selbst zu sehr unter Druck

gesetzt, obwohl es den von außen

nicht gab.

Sie haben mit 27 Jahren mit dem VfL

Wolfsburg in dieser Saison sowohl die

Meisterschaft als auch den DFB-Pokal

gewonnen, in der Champions League

gespielt und auch schon eine EM bestritten.

Ist eine WM noch einmal etwas

anderes?

Eine WM ist etwas ganz Besonderes,

man kann das auch mit der EM

nicht vergleichen. Eigentlich werden

solche Fehler in der Regel bestraft.

Wiehaben Siedas verarbeitet?

Ich bin wirklich sehr, sehr selbstkritisch.

Ich glaube, ich kann das

beste Spiel machen, aber ich würde

immer was finden. Ich finde ja, dass

ich gegen China ein ordentliches

Spiel gemacht habe –bis auf diese

beiden Fehler,die ja keine Kleinigkeiten

waren. Ich brauche dann immer

einen Moment, tausche mich mit der

Familie aus.Eshat geholfen, dass mir

das Team und die Trainerin ein positives

Feedback gegeben haben. Und

dann habe ich gesagt: Das passiert

mir nicht noch mal, ich schlage sicherlich

solche Bälle das nächste Mal

einfach weg.

Haben Sienach dem Spiel schlecht geschlafen?

Ja,habe ich. Auch am Sonntag danach

war ich noch sehr nachdenklich

und habe versucht, zu reflektieren.

Mit den zwei 1:0-Siegen gegen China

und Spanien ist die Qualifikation fürs

Achtelfinale bereits sicher.Was erwarten

Sie vom letzten Gruppenspiel gegen

Südafrika?

Dasist eine physisch starke Mannschaft.

Wir wissen, dass es wieder

ekelhafte Zweikämpfe geben kann.

Wirdürfen uns nicht den Schneid abkaufen

lassen, aber Angst haben wir

sowieso nicht. Wir werden bestimmt

nicht überrascht sein, wenn der ein

oder andere härtere Zweikampf geführtwerden

muss.

Hat man im Hinterkopf, dass zu

Hause wie gegen Spanien wieder mehr

als sechs Millionen Menschen im

Fernsehen zuschauen können?

Mein Vater hat mir davon erzählt.

Wir bekommen natürlich mit, was

sich rund um die Stadien tut, aber

was zu Hause geschieht, muss man

sich wirklich mal vor Augen halten.

Aufeinmal bekommt man Nachrichten

von Nachbarn und aus anderen

Ecken, die sich sonst eher nicht für

uns interessieren. Diesen Schwung

wollen wir noch lange mitnehmen.

DasGespräch führte

Frank Hellmann.

Versuche in Richtung Ball

Bei der deutschen Nationalelf kündigen sich vor dem WM-Gruppenspiel gegen Südafrika personelle Experimente an –Marozsan darf auf einen Einsatz in einem möglichen Viertelfinale hoffen

AmWochenende sind vom deutschen

Frauen-Nationalteam

viele schöne Bilder entstanden. Vom

Spaziergang durch die Altstadt von

Montpellier, einem Essen im Feinschmeckerrestaurant,

beim Besuch

des Badeortes La Grande-Motte.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg

hält nichts von Abschottung,

auch bei der WM nicht.

Doch niemand solle aus den Fotos

für das Gruppenspiel gegen Südafrika

(Montag 18 Uhr/ ARD) falsche

Schlüsse ziehen: „Wir haben das ge-

fikation nach den zähen Auftaktsiegen

gegen China und Spanien (je 1:0)

fürs Achtelfinale unbestritten. „Wir

sind selbst noch nicht zufrieden. Wir

machen uns den Druck selbst, um

den Frauenfußball besser zu repräsentieren“,

hat Torhüterin Almuth

Schult am Sonnabend gesagt.

Mindestens ein Remis

Die 28-Jährige sparte sich auch den

Strandausflug, um stattdessen auf

dem Trainingsplatz mit Torwarttrainer

Michael Fuchs noch eine Zusatz-

macht, nachdem wir auf dem Trainingsplatz

gepowert haben.Wirkönnen

beides.“ Südafrika ist nun ein

Gegner, der mit Körperlichkeit beeindrucken

wird. Ergo müssen die

DFB-Frauen wieder vom Entspannungs-

in den „Kampfmodus“ schalten,

wie die Trainerin die Haltung beschrieb,

die im Stade de la Mosson

gefragt ist. Beider Aufstellung will sie

auf die Belastung schauen. Personelle

Experimente kündigen sich an.

Der fußballerische Steigerungsbedarfist

trotz der vorzeitigen Qualischicht

einzulegen. Sich den Gruppensieg

mit einem Remis oder Sieg

zu sichern, wäre auch beim Blick

aufs Turniertableau sehr wichtig.

SolltenWeltmeister USA und Gastgeber

Frankreich sich als Gruppenerster

durchsetzen, würden sich zwei

Favoriten bereits im Viertelfinale duellieren

– Deutschland wäre demnach

in der anderen Turnierhälfte.

Mögliche Gegner für ein Achtelfinale

am kommenden Sonnabend in

Grenoble könnten Nigeria oder

Schottland sein, das sind keine

Schwergewichte im Frauenfußball.

Und für ein mögliches Viertelfinale

könnte auch Dzsenifer Marozsan

womöglich wieder mitwirken, die

„erste kleine Versuche in Richtung

Ball unternimmt, es ist aber schwer

eine Prognose anzustellen“ (Voss-

Tecklenburg).

DerSpielplan bei einem 24er-Turnier,

aus dem in der Gruppenphase

nur acht Mannschaften aussortiert

werden, ist eine Wissenschaft für

sich. Schult hat vorvier Jahren in Kanada

immer wieder alle möglichen

Konstellationen durchgerechnet, bis

ihre damalige Zimmerpartnerin Tabea

Kemme irgendwann genervt

aufbegehrte: Man sei schließlich

nicht auf einer Mathe-Olympiade.

„Almuth hatte deshalb jetzt ja auch

ein Einzelzimmer“, verriet die bisher

noch nicht zum Zuge gekommene

Mittelfeldspielerin Linda Dallmann

und sorgte damit am Sonntag für

den Lacher auf der Pressekonferenz,

die den Eindruck von einem fröhlichen,

weil erlebnisreichen Wochenende

nur untermauerte. (hel.)


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Schwelgerischer

Konservatismus: Zum

Todvon Franco Zeffirelli

Seite 23

„Ich lebte das riskante Leben meiner Freunde mit.“

Die amerikanische Schriftstellerin Rachel Kushner über ihr Aufwachsen in einem Viertel mit Kriminalität und Drogen Seite 22

Giorgio Agamben

Nicht

anschlussfähig

Arno Widmann

weiß, wohin er heute und

morgen gehen wird.

Zurzeit werden in den unterschiedlichsten

Institutionen

Berlins die Giorgio-Agamben-Festspiele

aufgeführt. Heute Abend zum

Beispiel spricht der in Venedig lehrende

Philosoph im Italienischen

Kulturinstitut in der Hildebrandstraße

2um19Uhr über „Pulcinella

oder über Philosophie und Komödie“.

Und wie es Agambens Art ist,

spricht er nicht allein. Bruno Leone,

der seit 1979 Pulcinella spielt, wird

das Berliner Publikum mit dieser Figur

des neapolitanischen Volkstheaters

vertraut machen. Siewar Vorbild

für Hanswurst und Kasper und soll

selbst zurückgehen auf prärömische

antike Vorbilder. Ach, kämen doch

Ulrich Matthes und Sesede Terziyan!

Am Dienstag spricht Giorgio

Agamben über sein Hauptwerk

„Homo Sacer“, eine Institution des

frühen römischen Rechtes, über jenen

Menschen also, der so weit aus

allen Ordnungen fällt, dass er vonjedermann

straflos umgebracht werden

kann und niemals den Göttern

geopfertwerden darf.

Derungeheuer beredte Agamben

hält auch am Dienstag um 18 Uhrin

der Hochschule der Künste, Grunewaldstraße

2–5, keinen Vortrag. Unter

der Leitung eines der erfolgreichsten

Sachbuchautoren deutscher

Sprache, Stefan Klein, spricht

er, nach einer Reihe von Performances,

mit dem Philosophieprofessor

Alexander Garcia Düttmann,

der Philosophieprofessorin Silvia

Mazzini und der Theaterprofessorin

Barbara Gronau über die Wiedergeburt

des Homo Sacer in immer

neuen Gestalten: zum Beispiel vom

KZ-Insassen bis zu den Flüchtlingen,

die wir im Meer ertrinken lassen.

Ohne auch nur eine Sekunde daran

zu denken, welche Strafe wir für –

mindestens –unterlassene Hilfeleistung

in Tausenden von Fällen verdient

hätten.

„Homo Sacer“ ist die rigoroseste

Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart.

Agamben bietet das Gegenmodell

zu einer auf Anschlussfähigkeit

zielenden Philosophie.

Peter Schäfer,2014 vor dem Daniel-Libeskind-Bau des Museums fotografiert.

Jedes Zeichen wird gedeutet

Peter Schäfer blieb als Direktor des Jüdischen Museums nichts anderes übrig als ein Rücktritt

VonHarry Nutt

Flüchtig betrachtet ist es die

Geschichte einer gescheiterten

Kommunikation. Peter

Schäfer, der bisherige

Direktor des Jüdischen Museums

Berlin, wäre gewiss nicht der erste

Vertreter einer bedeutenden Institution,

dessen berufliche Karriere einer

unbedachten Äußerung in einem

digitalen Medium zum Opfer

fiel. Das gut Gemeinte entfaltet via

Twitter und Co. eine toxische Wirkung,

der durch nachträgliche Erläuterungen

kaum mehr beizukommen

ist. Das rasende Geplapper erzwingt

nicht selten betretenes Schweigen.

Peter Schäfer muss also nun geradestehen

für einen Tweet seiner Presseabteilung,

in dem diese eine Leseempfehlung

gab, die bereitwillig als

Unterstützung der weithin als antisemitisch

verurteilten, israelkritischen

Boykottbewegung BDS aufgefasst

wurde.

Peter Schäfer hat mit seinem

Rücktritt einen Schlussstrich gezogen

unter ein Dienstverhältnis, in

dem es für ihn kaum noch etwas zu

gewinnen gab. Für die Restlaufzeit

seines erst kürzlich um ein Jahr verlängerten

Vertrages hätte er wohl

ausschließlich mit Instandhaltungsarbeiten

seines Rufes zu tun gehabt,

den er einmal als Professor der Judaistik

an der Universität Princeton

erworben hat. Schäfer hat aufgegeben,

weil ihm die Unterstützung versagt

blieb in einer kulturpolitisch

herausragenden Einrichtung, die zuletzt

immer mehr in das Minenfeld

weltpolitischer Großkonflikte geriet.

Zweifellos hat Schäfer Fehler begangen.

Man darf es als naiv bezeichnen,

den Kulturrat der Republik

Iran im März durch sein Haus geführt

zuhaben, ohne die Gefahr eines

propagandistischen Missbrauchs

der dabei entstandenen Bilder

zu erahnen. DasExistenzrecht Israels

wird seitens hochrangiger

Vertreter des Iran immer wieder bestritten,

und es ist nicht anzunehmen,

dass ein harmonischer Museumsbesuch

eine diplomatische

Neupositionierung in Nahost zur

Folge hat.

Schäfers Demission sollte jedoch

kein Anlass für Genugtuung sein. Sie

zeigt vielmehr, unter welch politischem

Druck das Jüdische Museum

steht, und die sukzessive Vertragsverlängerung

mit dem 75-jährigen

Schäfer war vorallem auch ein Indiz

für eine seit längerem schwierige

Nachfolgelösung. Josef Schuster,der

Vorsitzende des Zentralrats der Juden,

hat unlängst für einen Juden

oder eine Jüdin in diesem Amt plädiert.

Konfessionelle Bindung aber

ist keine Garantie für die aufklärerische

Bedeutung, die das Jüdische

Museum Berlin seit seiner Eröffnung

„Das gut Gemeinte entfaltet

via Twitter und Co. eine toxische Wirkung,

der durch nachträgliche Erläuterungen

kaum mehr beizukommen ist.“

im Jahre2001 erlangt und ausgebaut

hat. Neben dem unbedingten Gebot

der Erinnerung an den Holocaust

und die ermordeten Juden Europas

hat das Jüdische Museum mit erhellenden

und oft auch kritischen Ausstellungen

einen Ruf als Kulturvermittler

erworben, der Berlin als

Kreuzungspunkt sozialer Vielfalt

eine besondere Akzeptanz verliehen

hat. Deshalb war es nicht nur grotesk,

sondern auch bedrohlich, dass

der israelische Regierungschef Benjamin

Netanjahu die Ausstellung

DPA

„Welcome to Jerusalem“ zum Gegenstand

eines ideologischen Manövers

gemacht hat. Schon damals

wärezuerkennen gewesen, dass das

Jüdische Museum zum Spielball in

einer politischen Großwetterlage geworden

ist, an der ein Team vonMuseumsmachern

zerschellen muss.

Mit dem Tweet, der Schäfers

Rücktritt eingeleitet hat, wollte eine

Mitarbeiterin des Museums auf einen

Zeitungsartikel verweisen, in

dem ein kritischer Einwand gegen

den allzu wohlfeilen und wenig konkreten

Beschluss des Deutschen

Bundestags zur Boykottbewegung

BDS erhoben wurde.Eswar der –zugegeben

klägliche – Versuch, über

eine Positionierung des Bundestags

ins Gespräch zu kommen, die im

Kampf gegen den alltäglichen Antisemitismus

allenfalls als Lippenbekenntnis

gedeutet werden kann.

Eine öffentliche Diskussion über den

Beschluss fand leider kaum statt.

Umso verstörender ist es, dass ein

kurzerTweet eine Einrichtung inVerrufbringt,

die in der Abwehr vonAntisemitismus,

Xenophobie und anderen

lebensfeindlichen Einstellungen

ein wichtiger Akteur sein sollte.

Beider Entscheidung über die Nachfolge

von Peter Schäfer geht es um

die Zukunft des Jüdischen Museums

–als Erinnerungsort einer von Vernichtungsfantasien

bedrohten Weltreligion

und als demokratische Bildungsstätte.

NACHRICHTEN

Jens Harzer ist jetzt offiziell

Träger des Iffland-Rings

Der47-Jährige Schauspieler Jens

Harzer ist am Sonntag im Wiener

Burgtheater der Iffland-Ring überreicht

worden. Statt eine Dankrede

zu halten, las der Geehrte die Erzählung

„Unverhofftes Wiedersehen“

vonJohann Peter Hebel aus dem Jahr

1811. Danach herzte Harzer die Festredner

Peter Handke und Johan Simons,wurde

minutenlang vomPublikum

gefeiert–und verließ die

Bühne.Eswirkte,als wolle er die Bedeutung

des Moments nicht noch

weiter aufladen. DerTräger des Iffland-Rings

gilt als der „Würdigste“

unter den Schauspielernimdeutschen

Sprachraum. DerimFebruar

gestorbene Schweizer Bruno Ganz

hatte den Ring Harzer testamentarisch

auf Lebenszeit vermacht. (dpa)

Düsseldorf ehrtdie

Regisseurin Caroline Link

DieRegisseurin Caroline Link wird

für ihr filmisches Werk mit dem Helmut-Käutner-Preis

der Stadt Düsseldorfausgezeichnet.

MitFilmen wie

„Jenseits der Stille“ (1996), dem Oscar-Erfolg

„Nirgendwo in Afrika“

(2001) oder ihrem jüngsten Publikumserfolg

„Der Junge muss an die

frische Luft“ gelinge es Link immer

wieder,„emotional tiefgründige

Themen einfühlsam einem breiten

Publikum nahezubringen“, begründete

die Jury am Sonnabend ihre

Wahl. FrüherePreisträger der mit

10 000 Euro dotierten Auszeichnung

waren etwa Margarethe vonTrotta,

Ulrich Tukur,Christoph Schlingensief

und WimWenders. (dpa)

Händel-Festspiele ziehen

58000 Zuhörer an

Zu den Händel-Festspielen in Halle

und Umgebung sind rund 58 000

Menschen gekommen –rund so

viele wie im Vorjahr,teilten die Veranstalter

mit. Aufdem nach eigenen

Angaben größten Barock-Opern-

Fest der Welt konnten Musikliebhaber

in zweieinhalb Wochen 111 Veranstaltungen

erleben. DieFestspiele

werden seit knapp 100 Jahren zu Ehrenvon

GeorgFriedrich Händel

(1685–759) veranstaltet, der in Halle

geboren wurde. (dpa)

UNTERM

Strich

Fontane der Woche

Der Teddy

unterm Baum

VonMichaela Schlagenwerth

Lasst uns eine Grabplatte nehmen“, sagt

die Mutter. Der Vater ist tot. Die Mutter

will nicht, dass der Bruder sich allein um das

Grab kümmernmuss.Später,wenn auch sie

nicht mehr ist. Die beiden Töchter leben zu

weit weg. Die Mutter gärtnert leidenschaftlich

gern. Sie liebt Friedhöfe. Das Grab der

Oma ist ein Fixpunkt in ihrem Leben. Zu

pflanzen, zu gießen, zu harken, das ist die

Verbindung. Aber werwirddas übernehmen,

wenn sie nicht mehr ist? Furchtbar, soein

Granitdeckel zwischen Erde und Himmel.

Aber die Mutter lässt nicht mir sich reden. Bis

wir mit Herrn Ribbeck kommen, mit einem

eigentlich totgerittenen Gedicht. Für uns

nicht.„Lütt Dirn,kumm man röwer,ick hebb

’ne Birn.“ Die Toten sind nicht tot, sie wachen

über uns,das ist Herr vonRibbecksVersprechen.

DieMutter ist mit ihren beiden Geschwistern,

unserer Tante Edith und unserem Onkel

Paul, als Waisenkind groß geworden. Weit

weg, in einem Dorf inden Masuren. Erst ist

ihr Vater gestorben, an Magenkrebs, dann

ihreMutter.Sie hatte eine Blinddarmentzündung,

alles war gut gegangen mit der Operation.

An dem Tag, als die Kinder sie aus dem

Krankenhaus abholen wollten, mit einem

selbst gepflückten StraußWiesenmargeriten,

war sie tot.

Da war meine Mutter sechs Jahre alt. Es

folgte die Flucht aus Ostpreußen, die sie über

mehrere Stationen schließlich ins Ruhrgebiet

führte.Was kann man schon auf einem

solchen Wegvon zu Hause retten? Zwei Gedichte

haben die Mutter und die Tante aus

ihrer Kindheit mitgenommen, die die beiden

uns Kindern zubesonderen Gelegenheiten

BARBARA WREDE

in voller Länge aufsagten. Der„Erlkönig“, in

dem für die Mutter und die Tante alle Schrecken

geborgen waren, die sie im Krieg und

auch schon davor erlebt hatten, und eben

„Herr Ribbeck“ für allen Trost.

Einmal, auf einem langen Spaziergang im

Herbst, ich war vielleicht sechs Jahre alt, es

war schon etwas dämmerig und nebelig, haben

die Tante und die Mutter erst zum Spaß,

um uns −meine Schwester, meinen Bruder

und mich −ein wenig zu erschrecken, den

„Erlkönig“ ganz gruselig erzählt. Aber dann

wurde der Wegauf einmal immer enger und

länger.Wir kamen, so schien es uns,gar nicht

mehr heraus dem Wald.

Nicht nur wir Kinder,auch die Mutter und

die Tante hatten Angst. Wirglaubten uns verirrt

zuhaben, konnten uns nicht erklären,

wie das passiert sein konnte. Das war doch

sonst immer unser Weg, wir kannten ihn

doch. Für einen sehr langen Augenblick warenwir

zu fünft in einem surrealen, düsteren

Nebel gefangen. Ich hörte die Stimme des

Erlkönigs −„Sei ruhig, bleibe ruhig, mein

Kind: In dürren Blättern säuselt der Wind.“

Das gemeinsame Aufsagen des „Herrn von

Ribbeck“ hat geholfen, uns allen. Nur sohaben

wir den Wegnach Hause gefunden, davonwar

ich damals fest überzeugt.

„Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb

’ne Birn.“ Obstbäume sind auf Friedhöfen

verboten. Aber dass es einen Baum braucht

auf dem Grab des Vaters, das auch mal ihres

wird, das hat schließlich auch die Mutter so

gesehen. Er wächst dortjetzt seit fünf Jahren.

Es gibt auch einen Tennisschläger, der dort

auch schon so lange liegt, und einen kleinen

Teddy, eine Gabe des Enkelkinds. Eigentlich

war das Kuscheltier nur temporär gedacht,

wirdaber nun regelmäßig vonder Mutter liebevoll

gewaschen. Und zwischen die Blumengesetzt,

die das Grab schmücken.


22 Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Feuilleton

„Eine gottlose Welt ist kompliziert“

Die Autorin Rachel Kushner über die amerikanische Gefängnisindustrie, ihren neuen Roman „Ich bin ein Schicksal“ und verschiedene Arten von Armut

Romy Hall tritt eine zweimal

lebenslängliche Haft in einem

kalifornischen Gefängnis

an. In der Welt

draußen, von der sie nun abgeschnitten

ist, lebt ihr kleiner Sohn.

Drinnen ist sie von Hunderten

Frauen umgeben, die um ihren Status

im Knast ringen. In Rachel Kushners

neuem Roman „Ich bin ein

Schicksal“ reicht der Blick weit über

die Strafanstalt hinaus.Wir sprachen

mit ihr über das Gesellschaftsbild,

das sie hier zeigt. In dieser Woche

kommt sie zur Lesung nach Berlin.

ren Studenten und dabei, Wissenschaftler

zu werden. Sie waren Hippies,

unsere Armut war eine Hippie-

Armut. In unserem Kühlschrank lag

zwar derselbe Käse von der Fürsorge

wie in dem meiner Freunde,aber anders

als sie wurde ich weder missbraucht,

noch waren meine Verwandten

drogenabhängig oder straffällig.

Es besteht ein großer Unterschied

zwischen Geldarmut und der

Armut einer ganzen Klasse.Ich wuchs

in einer stabilen Familie auf, mit einem

anderen Vokabular, imwörtlichen

wie im übertragenen Sinn.

Sie finden, Gefängnisse sollten abgeschafft

werden. Warum?

Dafür gibt es zahlreiche Gründe.

Lassen Sie mich mit Gegenfragen

antworten: Wie kommt es, dass die

überwiegende Mehrheit der Menschen

in amerikanischen Gefängnissen

arm ist und nur eine schlechte

oder gar keine Ausbildung genossen

hat? Etwa weil arme Leute vonNatur

aus kriminell sind und reiche nicht?

Wären die 15,5 Milliarden Dollar,die

die Gefängnisindustrie in diesem

Land jährlich verschlingt, nicht besser

in Jobs, Schulen, adäquate

Wohnverhältnisse und Gesundheitsvorsorge

investiert?

Wie kommen Sie auf das Wort „Gefängnisindustrie“?

In den USA sitzen zurzeit 2,3 Millionen

Menschen hinter Gittern. Das

sind prozentual mehr als in jedem

anderen Land der Welt. Zugleich verfügen

die USA über das größte Gefängnissystem

der Welt. Wassagt das

über dessen Effizienz aus? Doch

wohl, dass dieses System, das auf

Verbrechen, Vergeltung und angeblicher

Abschreckung basiert, nicht

funktioniert.

IhreArgumente decken sich mit jenen

der Wissenschaftlerin Ruth Wilson

Gilmore, die sich seit dreißig Jahren

für die Abschaffung von Gefängnissen

einsetzt und die Sie für das New

York Times Magazine porträtiert haben.

Nun spielt Ihr neuer Roman in

einem Gefängnis. Ist „Ich bin ein

Schicksal“ Teil Ihres Engagements?

Allein die Vorstellung, dass ein Roman

als Vehikel für eine sozialpolitische

Botschaft dienen könnte, finde

ich abstoßend. Das wäre tote Kunst.

Ichbin Schriftstellerin, keine Aktivistin.

Romane leben von Widersprüchen

und Exkursen, die zu einem

Straßenszene in den USA: das Versprechen von Luxus und die Hoffnung auf etwas Brauchbares dicht beieinander.

Ganzen zusammenwachsen müssen.

Alles andereist billige Polemik.

Doch muss Ihrefreiwillige Gefängnisarbeit

den Roman beeinflusst haben.

Als ich mich voreinigen Jahren einer

Menschenrechtsorganisation

anschloss und begann, in Gefängnissen

zu arbeiten, dachte ich nicht

entfernt an einen Roman. Es war

eher ein Gefühl der persönlichen

Verpflichtung. Ich wohne in Los Angeles

in Gehdistanz zu den Gerichtsgebäuden

und den Haftanstalten,

die den größten Gefängniskomplex

der Welt bilden. Man kann in meinem

Viertel ein perfektes Mittelschichtsleben

führen, ohne einen

Gedanken daran zu verschwenden.

Aber das ist nicht meine Art.

Wasist IhreArt?

Ich will immer mittendrin sein in

der Welt, die mich umgibt. Es liegt

mir nicht, Teile davon auszublenden.

Also habe ich im Frauengefängnis

Chowchilla Schreibkurse gegeben

und Insassinnen bei Berufungsverfahren

geholfen.

Wieunterscheidet sich die Gesellschaft

hinter Gittern vonjener draußen?

Es ist ja nett, dass Sie mich für

eine Expertin halten, aber ich bin

keine. Ich lerne lediglich von anderen.

Der Soziologe Erving Goffman

sprach davon, dass sich unsereIdentität

aus bestimmten Elementen zusammensetzt

–daraus, wie wir uns

ZU PERSON UND BUCH

kleiden, wie wir wohnen, was wir essen

und anderes mehr.ImGefängnis

wird man all dieser Identitätsmerkmale

beraubt. Mir ist aufgefallen,

dass Menschen in Gefängnissen eine

ungeheure Fähigkeit dafür entwickeln,

ihrer Persönlichkeit scharfe

Konturen zu verleihen –durch Überzeugungskraft,

Verführung, Drohungen.

Man empfindet ihre Präsenz

viel stärker als die von Menschen

draußen. Es ist ihreeinzige Möglichkeit,

sich selber darzustellen.

Rachel Kushner, geboren 1968, lebt in Los Angeles. Ihr Roman „Ich bin ein Schicksal“

(Deutsch vonBettina Abarbanell. Rowohlt, 2019. 397 S.,24Euro) stand auf der Shortlist des

Man Booker Prize. Am 20.6., 19.30 Uhr,liest sie bei Uslar &Rai, Schönhauser Allee 43

Romy verbüßt eine zweimal lebenslängliche

Haftstrafe plus sechs Jahre,

weil sie einen Stalker erschlagen hat.

Es ist IhreIch-Erzählerin.

Ich habe niemanden erschlagen

und sitzeauch nicht im Gefängnis.

IMAGO IMAGES

Klar. Dennoch hat Romys Biografie

Ähnlichkeiten mit der Ihren.

Romy und haben einiges gemein,

hauptsächlich unsere Herkunft. Das

ist ungewöhnlich. Denn normalerweise

bin ich eine Schriftstellerin,

die nach außen schaut, nicht nach

innen. Mein Schreiben ist nicht autobiografisch.

Diesmal kamen mir

beim Schreiben viele Geschichten

aus meiner Jugend in den Sinn.

Sieverbrachten IhreTeenagerjahrein

San Francisco.

In einem Arbeiterviertel namens

Sunset. Es gab dort eine Menge Gewalt,

Drogen und Prostitution. Viele

meiner Freunde standen mit einem

Fuß inder Kriminalität. Zuerst hielt

ich diese Erinnerungen vonmeinem

Roman getrennt. Aber es fiel mir

schwer, die richtige Stimme für

Romy zu finden. Das änderte sich,

kaum dass ich ihr einen Teil meiner

eigenen Erfahrungen überließ.

Weshalb landete Romy im Gefängnis

und Sie nicht? Besser: Weshalb kamen

Freunde von Ihnen ins Gefängnis,

während Sieans College gingen?

Ichentstamme einer anderen Gesellschaftsschicht.

Meine Eltern wa-

Waren Sie sich dieses Andersseins bewusst?

Ja und nein. Ichlebte das riskante

Leben meiner Freunde mit, hatte

aber immer gute Noten in der

Schule. Darauf legen meine Eltern

wert.Unter meinen Freunden galt Intelligenz

als eine Form von Hässlichkeit,

besonders bei einem Mädchen.

Mir hingegen war immer klar, dass

ich studieren würde. Ich wollte weg,

so sehr ich das Leben in Sunset liebte.

Ichwar immer Teilnehmerin und Beobachterin

zugleich.

Eine gute Voraussetzung für die

Schriftstellerei.

So sagt man, ja.

Gibt es für Siedas Böse?

Wasist das Gegenteil des Bösen?

Unschuld? Während der Arbeit an

„Ich bin ein Schicksal“ las ich „Die

Brüder Karamasow“ wieder. Dostojewski

versucht darin, das Wesen der

Unschuld zu ergründen. In seinen

Romanen tun Menschen Schlechtes,

aber Gott ist immer gut. Eine gottlose

Welt ist komplizierter. Wir alle

sehnen uns nach Vergebung, einer

Vergebung, die das Christentum bietet,

nicht aber das Justizsystem.

Wo sehen Siesich dabei als Autorin?

Die Grenze zwischen Schuld und

Unschuld wirdirrelevant, wenn man

die Massen von Menschen sieht, die

durch dieses System geschleust werden.

Mein Roman enthält keine Lösungsvorschläge.Die

Literatur ist ein

Reich, in dem Gedanken erprobt, Leben

ausprobiert werden können.

Das macht sie so wertvoll. Wenn sie

mir zu einer Einsicht verholfen hat,

dann zu dieser: Niemand ist unschuldig.

Aber einige haben Glück.

DasGespräch führte Sacha Verna.

Befreiendes Lachen aus der Vergangenheit

Der Martin-Gropius-Bau widmet der pakistanischen Video- und Installationskünstlerin Bani Abidi eine großartige Schau

VonIrmgard Berner

Dudelsack, Lachen und Klarinettenklänge

füllen den ersten

Ausstellungsraum. Auf zwei Videowänden

sind Musiker in Lahore zu

sehen. Siesitzen auf dem Boden und

lauschen einer knisternden Kassettenaufnahme

der amerikanischen

Nationalhymne. Sie albern herum

und versuchen, die Melodie nachzuspielen.

Immer wieder setzen sie an,

dieses imperiale Musikstück aus der

militärischen Vergangenheit des

Landes zu intonieren. Es entsteht

eine Kakophonie aus Versuch und

Scheitern, als gelte es,Gesten aus der

Erinnerung hochzuholen, wo doch

Blaskapellen längst zu den populärsten

Musikbeiträgern bei Festen und

Hochzeiten gehören.

Bewusst greift die pakistanische

Künstlerin Bani Abidi mit diesen kolonialen

Überbleibseln Amerikas

Spuren der autoritären Stellvertreterherrschaft

und des Zwiespalts in

ihrem Land auf und macht sie auf

ironische Weise sichtbar. Das ausgelassene

Lachen findet sich auch in

kleinen Aquarellen wieder, in fein

gezeichneten Portraits von Frauen

und Männern, die sich ungeniert, ja

trotzig, hysterisch vorLachen krümmen.„They

Died Laughing“ ist die titelgebende

Serieder großen Ausstellung,

die der Martin-Gropius-Bau

der Videokünstlerin und Documenta-Teilnehmerin

widmet. Sinngemäß

bezieht es sich auf Shakespeares

„sich totlachen“, da die

Wirklichkeit zuweilen seltsamer und

fremder ist als die Fiktion. Und sie

zeigt, dass Humor, wenn er kollektiv

geteilt wird, dazu beitragen kann, die

Welt besser zu begreifen. Satire und

Sarkasmus seien in Pakistan und Indien

sehr verbreitet, selbst die Rikschas

im öffentlichen Verkehr tragen

Witzeund Sprüche voller Poesie und

Ironie,sagt Abidi. Dievielen Diktaturen

hätten dazu geführt, das Leben

nicht so wörtlich zu nehmen.

Um Machtgefüge geht es Bani

Abidi in ihrer Kunst, die sie aus wacher

Beobachtung und Durchdringung

der Umgebung schöpft. 1971 in

Karachi geboren, lebt sie in Berlin,

seit sie 2011 mit einem Künstlerstipendium

des DAAD hierher kam. Bis

zu vier Monate im Jahr verbringt

Abidi in der Heimat, das sei ihr wichtig

für die Reflexion. Denn längst

seien die Dinge nicht mehr lustig,

sondernwie überall zutiefst beängstigend

und traurig. So sind ihre Bilder

der „Karachi Series I“ von 2009

Bani Abidi, „Karachi Series I“, 2009.

BANI ABIDI, COURTESY: DIE KÜNSTLERIN &EXPERIMENTER, KOLKATA

genommen in der Abenddämmerung

und im Ramadan beim Essen

und Fastenbrechen.

Die Serie erinnert andas historisch

kosmopolitische Karachi und

an die merkantileVergangenheit dieser

Hafenstadt, die heute zunehmend

feindselig dem religiös und soziopolitisch

Anderen gegenüber

steht. Erinnerungsbilder aus der sich

als Liebesbrief an ihre Heimatstadt

zu verstehen. Inszenierte Fotografien

von Menschen bei der Hausarbeit

oder in ihrer Freizeit auf den

Straßen der Stadt. Eine Frau sitzt am

Schminktisch im Freien und macht

sich unbekümmertzurecht. Eine andere

steht im Nachthemd am Straßenrand

und bügelt konzentriertein

Laken. Leuchtende Szenarien, aufstark

verändernden Metropole ergänzt

die Videoserie „Funland –Karachi

Series II“: ein Rummelplatz soll

Wolkenkratzern weichen, eine Bibliothek

zensiert sich selbst, ein

Mann mit flammend rotem Haar

versucht, im Alleingang die Ruinen

eines legendären Kinos zu retten.

Berlin wiederum, die ehemals geteilte

Stadt, bezeichnet Abidi als einen„neutralen

Ort“, gerade weil Fragen

von Grenzen und deren Überwindung

sie sehr beschäftigen. Verbinden

und trennen doch auch

Pakistan und Indien scheinbar unüberwindbare

Grenzkonflikte, seit

Pakistan 1947 aus den mehrheitlich

muslimischen Teilen Britisch-Indiens

entstand. „Wir fühlen uns stark

mit den Orten verbunden, die wir

emotional verstehen“, sagt Abidi.

Berlin sei kein Ort, den sie emotional

verstehe. „Ich verstehe die Stadt intellektuell,

ich lerne sie.“ Man lernt

Städte und ihre Zeichen zu verstehen,

die vielen kleinen Gesten, die

aus der kollektiven Erinnerung erwachsen.

Auch an dieser Stelle setzt sie mit

ihrer Kunst an, wie sie in ihrer jüngsten

Arbeit „The Lost Procession“

zeigt. Darinversammeln sich Hazara

aus allen Gemeinden Berlins zu einer

Prozession. Hazarasind eine ethnische

Minderheit schiitischer Muslime.

Abidi ist selbst Schiitin und

nimmt daran teil. Viele der jungen

Männer sind Flüchtlinge und stammen

aus Quetta in Belutschistan, das

an den Iran und an Afghanistan

grenzt. Dort sind sie dem Terror des

IS, der Al-Kaida und Taliban ausgesetzt.

Siemussten das Leben, das sie

liebten, verlassen und übertragen

nun ihreRituale nach Berlin.

Deshalb reiste Abidi nach Quetta,

um zu ergründen, was es für sie bedeutet,

mit dem Gefühl des Verlustes,

vertrieben und entwurzelt ohne

die Straßen und Plätze, ohne das

Land und die Gräber ihrer Vorfahren

zu leben. Es ist eine stille Arbeit über

Menschen, die getötet wurden. Und

über Kinder, die in zwei von der Armee

beschützten Gettos aufwachsen.

Es ist eine komplexe Geschichte

des Verlassens. Die Schau erstreckt

sich über mehrere Säle und ist

gleichsam intim, ohne Blackboxzwang

für die Besucher. Durch die

dunklen Raumfluchten entfaltet die

von Natascha Ginwala kuratierte

Ausstellung einen starken Sog.

Gropiusbau Niederkirchnerstr.7,Mi–Mo 10–19

Uhr.Bis 22.9.www.gropiusbau.de


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 23

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Feuilleton

Der Vogel mag

nicht immer

singen

Constantinos Carydis bei

den Philharmonikern

VonClemens Haustein

Zum Debüt bei den Berliner Phiharmonikern

reicht Constantinos

Carydis eine kleine Besetzung.

Nur ein kleines Streichorchester für

die beiden Stücke vonDimitriSchostakowitsch

in der Mitte des Programms;

einige Bläser kommen

hinzu jeweils für die Mozart-Sinfonien,

die den Abend rahmen. Da

lenkt einer zum ersten Mal die Philharmoniker,

dieses pferdestärkste

Gefährt unter den Orchestern, und

nutzt nur die ersten beiden Gänge!

Das kann man doof finden als Genussmensch,

man könnte sogar Arroganz

vermuten beim 45-jährigen

Dirigenten: Nett, dass ihr mich eingeladen

habt, aber eigentlich finde

ich euch viel zu groß.

Der 45-jährige Grieche kommt

aus dem Feld der historischen Aufführungspraxis,

seine Vorliebe für

kleine Besetzungen ist deshalb nicht

verwunderlich. Dass er sie zum verbindenden

Thema macht für den

Abend und auch beim Schritt ins 20.

Jahrhundert bei Werken für kleine

Ensembles bleibt, das ist hingegen

nicht frei von Provokation. Wozu

überhaupt noch der ganz große Laden?

Für das Repertoire von Bruckner

bis Mahler. Und das wäre janun

nicht gerade viel …

Dabei würde man Carydis nach

diesem Konzert gerne auch vor einem

vollen Orchester erleben. Mit

einer Schostakowitsch-Sinfonie zum

Beispiel. Denn dass er ein tiefes Verständnis

hat für die Klangsprache

des Russen, zeigt er nachdrücklich.

In der sogenannten „Kammersinfonie“,

einer Bearbeitung des autobiografischen

Streichquartettes op. 110

durch Rudolf Barschai, kommt das

zuweilen brutal Kraftvolle von

Schostakowitschs Musik ebenso zur

Geltung wie ihre Leichenblässe. Ein

weiter Bogen spannt sich über das

fünfsätzige, von keiner Pause unterbrochene

Werk, die Darbietung ist

Der Dirigent Constantinos Carydis bei

den Berliner Philharmonikern. THOMAS BRILL

von anrührender Unmittelbarkeit.

Nicht anders der Eindruck bei den

zwei Stücken für Streichoktett op.11,

hier in der Fassung für Streichorchester,

ein Werk des 18-jährigen,

das vor Einfällen nur so sprüht und

mit dem rasenden Scherzo zum

Schluss einen Satz von sicherer Wirkung

aufweist. Carydis und die Philharmoniker

greifen da frech zu.

Beim anderen Wunderkind, Mozart,

liegt die Sache schwieriger.

Wärenur der erste Satz der „Prager“-

Sinfonie, man würde glücklich nach

Hause gehen. Wie Carydis den

mächtigen Eröffnungsakkord formt,

ihm allmählich die Starrheit des Beginns

nimmt und ihm sanft eine

Richtung gibt: Das wird beispielhaft

für den gesamten Satz, der hier griffig

und kontrastsatt musiziert wird.

Jedoch zerfällt wie auch schon in der

C-Dur-Sinfonie KV 338 zu Beginn

des Abends die Spannung mit dem

langsamen Satz. Der Klang wird

schartig, der Vogel mag nicht mehr

singen und flattert im folgenden

Schlusssatz panisch vondannen. Im

absurd schnellen Tempo, das der

Grieche anschlägt, sucht jeder Musiker

alleine, wie er sich retten kann.

Fort ist die orchestrale Kompaktheit,

die bei Schostakowitsch noch so eindrucksvoll

war.

Ein Schwarzer in Deutschhagen

VonBirgit Walter

Echt jetzt? Hier ging es um

die Nibelungen-Sage? Wie

kommst du darauf? –Steht

im Programmheft!

Dieser Dialog fiel nach dem

Schlussapplaus der Premiere „Drachenherz.

Kein Platz für Helden“

letzte Woche in der Neuköllner Oper.

Die junge Zuschauerin war wohl

nicht die einzige, die keine Parallele

zu Siegfrieds Sippe erkannte.Gehört

ja nicht zur Pflicht, den Intentionen

der Macher vorab nachzuspüren.

DerAutor Peter Lund hatte schon vor

der Uraufführung an der Oper

Chemnitz erklärt, dass es in seinem

Stück um Liebe, Verrat, Macht und

Heldentum gehe, dass die alten Nibelungen-Themen

ewig aktuell blieben,

unsere Zeit neue Helden brauche.

Er legte so die Höhe seines

Überbaus fest und schrieb dann ein

Musical ohne Helden. EinStück über

eine Jugendgang, deren Machtkämpfe

aus dem Ruder laufen und in

Eifersucht, Rache, Lüge und Mord

enden.

Deutschhagen ist eine Stadt in

Mitteldeutschland, in der die Stunden

von„Freitag nach eins“ bis zum

Montag gezählt werden –63! –, weil

sie so endlos scheinen. Weil hier

nichts los ist außer Cliquen-Gespreize,

Potenzgehabe, Sixpack-Gesaufe.

Das Personal-Tableau ist vielversprechend,

wiedererkennbar,

sprachgenau: Wasgeht ab,Mann!?

Günni, Sohn des Polizeichefs,hat

seine Gang und den starken Adlatus

Hagen im Griff. Sie ziehen etwa einen

braven Tunesier ab, der mit Bildungsambitionen

das Gymnasium

besucht und für seine Ruhe zahlt.

Ansonsten hat jeder in der Gang

seine klägliche Geschichte. Aber zusammen

kann ihnen keiner was.Außer

eben diese Langeweile. Nicht zu

wissen, „wohin mit all dem Hass“.

Als dann der Schwarze Woda (Ngako

Keuni) aus dem Flüchtlingsheim

auftaucht, ist endlich einer gefunden,

an dem sich die Gang abarbeiten

kann.

Doch bevor die erste beängstigende

Rempelei ausufert, kommt

ein weiterer Fremder ins Spiel, der

große, starke, gescheite Fred (Siegfried)

mit blonder Wikingerfrisur,

Sohn des Chefs vom Flüchtlingsheim.

Woda steht unter Freds

VonMarkus Schneider

Glückwunsch, Glückwunsch! Das

Leben ist ein Killer, aber ach! –

wie großartig, wenn du jeden morgen

aufwachst und die Augen öffnest!“

Ja,Kevin Morbyweiß, wie man

ein Konzert beginnt, zumal ein hörbar

Fan-besetzt ausverkauftes wie

im Festsaal Kreuzberg am heißen

Sonnabend. Der Singer-Songwriter

aus Kansas hat einen Hang zur

Schwelgerei und setzt daher gleich

mit dem kraftvollen „Congratulations“

einen angemessenen Ton:

„Glückwunsch zu deinem schönen

Leben!“, endet das Stück.

Der jubilierende Einstieg gehört

zu seinem neuen, fünften Album

„Oh, My God“, dessen Titel er auch

auf dem Rücken seines vage Country

& Western-artigen Jacketts mit

leuchtenden Applikationen trägt.

Die Anrufung ist einerseits ganz

wörtlich zu verstehen, er beschwört

in gosplig leuchtenden Liedern die

Schönheit und Rätselhaftigkeit des

Lebens, singt von Glauben und

Zweifeln, vonGlück und Tod.

Andererseits versteht er dieses

konzeptuell organisierte Album

eben als „nicht-religiös religiös“. Mit

dem lauten „OMG“ (Oh mein Gott),

sagt er, rufen wir die Freuden der

Liebe schließlich ebenso an wie den

Die Neuköllner Oper versucht sich an einem Nibelungen-Musical: „Drachenherz“

Die Musical-Studenten der UdK spielen und tanzen großartig.

Schutz. Diesen schillernden Blonden

kann die Clique nicht ignorieren.

Muss sie ihn reinlassen? Eine interessante

Konstellation, anfangs

mit witzigen Dialogen, schnell, spielsicher

und überraschend eingerichtet.

Die Träume zu Roadmovies im

Feier des Lebens

Folkrock und Hippiesoul: Der Singer-Songwriter Kevin Morby im Festsaal Kreuzberg

Ein bisschen wie der junge Dylan: Kevin MorbyimFestsaal Kreuzberg.

NASSER HASHEMI

Hintergrund transportieren starke

Sehnsüchte nach Ferne.

Doch nach ihrem Auftakt fehlt der

Geschichte die Chance, sich zu entwickeln.

Derschillernde Neue in der

Gang liebt erst Günnis Schwester

Jenny, lässt sich dann von Brüning

ROLAND OWSNITZKI

gelt sich der Keyboarder an der

Hammond in den Himmel und

sucht der Saxofonist (der auch flöten

kann) die Öffnung ins Licht.

Mehr als die erste Hälfte des

Konzerts widmet er dem Album am

Stück, betont den Zusammenhang

der Stücke von rau fettigen Rocknummern,

in denen er die Musik

wie im glammigen „OMG

Rock’n’Roll“ als seinen eigentlichen

Glauben besingt; bis zu den dunkleren,

spärlich besetzten Momenten

erobern, der einzigen Frau in der Clique,

bis er plötzlich erstochen am

Boden liegt. Schweineblut aus dem

nächtlichen Besuch einer Mastanlage

fließt auch. Zuletzt bekommt

der völlig unbeteiligte Schwarze das

Messer in die Hand gedrückt: Schuldig.

Absurd.

Nein, dieses vorgeblich auf Eifersucht

und Machtverlust beruhende

überladene Drama wird nicht erzählt,

sondernbehauptet. Selbst das

ist nicht genau auszumachen, weil

die Texte oft instrumental überlagert

und schlecht zu verstehen sind. Die

Musik von Böhmer stützt wohl die

Handlung, ohne aber wenigstens

einmal aufzutrumpfen, sich gar einzuprägen.

So entwickelt sich in zweieinhalb

Stunden kein Gefühl für eine der Figuren

oder wenigstens Mitgefühl.

Manchmal bleibt ein Satz hängen:

„Die wahren Mörder sind die, die

nichts sagen und einfach zusehen.“

Undauch daraus folgt –nichts.

Eigentlich soll es bei diesem Stück

nicht um das Können der Autoren

gehen –gerade Peter Lund ist seit

Jahrzehnten der gekrönte Leuchtturm-Autor

der Neuköllner Oper.

Aber dieser Abend gehört dem Ensemble,

drittes Musical-Studienjahr

der Universität der Künste.Ein großartiger

Jahrgang, alle neun mit umwerfendem

Tanz- und Spielpotenzial,

ihnen voranFlorentine Beyerals

Brüning und Denis Riffel als Fred. Allein

die dramatischen Battle-Szenen

–Tanzen, Springen, Fallen in einer

Bewegung –sind so kunstvoll echt

arrangiert, dass zu Recht ein Kampfcoach

benannt ist (Alfred Hartung).

Und die neun sind eben auch anständige

Schauspieler,sie können so

viel. Und wer hat es ihnen beigebracht?

ZumBeispiel Peter Lund und

Mathias Noack (Regie), beide Professoren

der UdK.

Noch eins ist peinlich am Premieren-Abend.

Auf der Bühne ackern

diese Kraftpakete von Darstellern,

tragen dicke Jogginghosen über bandagierten

Knien, geben alles, bis der

Schweiß spritzt. Undwas müssen sie

sehen? Zuschauer,die sich Luft zufächeln.

Es ist heiß oben untermDach.

Das Haus hat Fächer verteilt. Wir

nutzen sie ungeniert.

Neuköllner Oper bis 21.7., Do-So20Uhr.Karten:030

68890777.

Schock über dieWahl Trumps.Was er

jedoch deutlich und auch im Konzert

überzeugend benutzt, sind die

Sprachen des solcherart gedachten

(Folk-)Rock. Er findet den hohen Ton

in den Texten, aber mehr noch im

Hippiesoul der Musik. Großartig

schmücken die Stimmen der in weiß

sich wiegenden Sängerin und seines

Co-Produzenten und Zweitgitarristen

SamCohen (der mit seiner Band

dasVorprogramm bestritt) die Liedecken

mit ihren „Schuhus“ aus, gurwie

„Nothing Sacred/All Things

Wild“, in dem der 31-Jährige den

bitteren Geschmack des Alterns im

allgemeinen Chaos spürt.

In den Arrangements und dem

leicht näselnden Gesang spielt er

natürlich auf die einschlägigen

Gläubigen und Zweifler der Rockgeschichte

an, voran den Dylan der

späten Siebziger und auch den säkular

hadernden Lou Reed.

Dies gehört jedoch, das zeigt der

zweite Greatest-Hits-Teil, ohnehin

zu seiner musikalischen Grundaustattung.

Die kringelnden Bewegungen

von„City Music“ schrauben sich

im mantraartigen Bekenntniston

zum herzöffnenden Beat der Stadt

empor; das drängend biblische Pathos

von„IHave Been to the Mountain“

ist dem Andenken des vonNew

Yorker Polizisten getöteten Afroamerikaners

Eric Garner gewidmet; das

hymnische „Beautiful Stranger“ entstand

unter dem Eindruck bewaffneter

Amokläufe,und im monothematisch

schuffelnden „Harlem River“

zur Zugabe fühlt er sich vom ungerührten

Flusslauf des Lebens verschlungen

–doch wenn er sich dabei

mit dem euphorischen Publikum in

eine wild verwuschelte Tutti-Extase

steigert, dann endet dieses schöne

Konzert doch rund in einer ganz

diesseitigen Feier des Lebens.

Konservativ

und

schwelgerisch

Zum Toddes Regisseurs

Franco Zeffirelli

VonDaniel Kothenschulte

Eine wilde Wiese in der Toskana,

Mohnblüten so weit das Auge

reicht. Einjunger Mann sitzt inmitten

dieser Pracht, bewundert Bienen,

Schmetterlinge und Kaninchen. Der

englische Barde Donovan singt die

schmeichelnde Filmmusik zu dieser

1971 gedrehten Szene, die man auch

für den Anfang eines Werbespots halten

könnte. Tatsächlich aber stammt

sie aus Franco Zeffirellis Filmbiografie

über Franz von Assisi, „Bruder

Sonne,Schwester Mond“.

Kurz nach dem Krieg war Zeffirelli

in Florenz dem Regisseur Lucchino

Visconti begegnet, der ihn zuerst als

Bühnenmaler, dann als Regieassistent

bei seinem Film „Die Erde bebt“

beschäftigte. Auch privat begannen

beide eine Beziehung, die Zeffirelli

später als eine seiner „ernsthaften

Liebesaffären“ bezeichnete. Tatsächlich

erwies sich die gemeinsame

Zeit wohl vor allem künstlerisch als

prägend. Ohne zu zögern gab Zeffirelli

seine Schauspielkarriereauf, um

etwa Salvador Dalí bei den Bühnenbildern

zur Visconti-Inszenierung

von „Wie eseuch gefällt“ zur Hand

zu gehen. Bald

darauf machte

sich Zeffirelli einen

eigenen Namen

als Bühnenbildner

unter

Visconti. Es war

eine Zeit legendärer

Triumphe

an der Mailänder Franco Zefirelli

Scala: Hier gewann

Zeffirelli

(1923–2019)

das Vertrauen von Maria Callas, die

er zu einem Imagewechsel motivierte:

Überaus erfolgreich inszenierte

er sie 1955 überraschend

leichtfüßig in Rossinis Opera buffa

„Ilturco in Italia“.

Auf der Bühne gelang es ihm,

Klassiker zu entschlacken, als das

noch Neuland war;imKino dagegen

zelebrierte er einen von der Moderne

längst infrage gestellten

Schönheitskult. In seinen besten Filmen

fällt beides zusammen: EinGespür

für klassische Schönheit und

die schwelgerische Seite des Pop.

Dass Zeffirelli neben einem Gespür

für Pathos auch Humor besaß, beweisen

die frühe italienische Komödie

„Camping“ (1958) und sein internationales

Filmdebüt „Der Widerspenstigen

Zähmung“ (1967), mit Liz

Taylor und Richard Burton. Ein Jahr

später folgte sein „Romeo und Julia“

mit Nachwuchsschauspielern als

Liebespaar.Unter den großen Regisseuren

des 20. Jahrhunderts war er

wohl auch der prominenteste Anti-

Modernist. Zeffirellis ästhetischer

Konservatismus befand sich im Einklang

mit seinem politischen. Kein

Wunder, dass er in Italien eine umstrittene

Figur gewesen ist. Weraußer

ihm vermochte es schon, sich als

homosexuell zu outen und gleichzeitig

die Haltung der Katholischen Kirche

dazu zu verteidigen? Am Sonnabend

ist Franco Zeffirelli mit 96 JahreninRom

gestorben.

AFP/PAOLO COCCO

TOP 10

Sonnabend, 15. Juni

1 InWahrheit ARD 4,50 19 %

2 Tagesschau ARD 3,83 19 %

3 Der Staatsanwalt ARD 3,66 16 %

4 Verstehen Sie...? ARD 3,12 14 %

5 heute ARD 3,05 19 %

6 heute-journal ARD 2,49 12 %

7 Dr. Klein ARD 2,26 12 %

8 Elliot, der Drache ARD 2,18 9%

9 Fußball WM ARD 2,11 19 %

10 Sportschau ARD 2,05 15 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Ballhaus Naunynstraße (✆ 75 45 37 25)

20.00:(in)visible (akademie derautodidakten)

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30:Caligula

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

19.00:Verirrten sich im Wald (JungesDT)

20.30 Bar:Das Hexenlied (BerndStempel)

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.30:Petruschka/L’Enfant et les Sortilèges

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Waszählt, ist die Familie!

Vaganten Bühne (✆ 3131207)

20.00:Der Nazi &der Friseur

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00:Irmgard Knef: Ein Lied kanneine Krückesein

–Solo for One

BKA (✆ 202 20 07)

20.00:Theatersport Berlin: DasMatch

Distel (✆ 204 47 04)

20.00:Wenn Deutsche über Grenzen gehen

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00:Der blaueMontag: Die ganze Stadt in einer

Show(Arnulf Rating(Mod.)

KLASSIK

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

19.30:PhoenixBoysChoir andMasters Choir,Ltg.

Georg Stangelberger,XuelaiWu(Klavier)

KonzerthausBerlin (✆ 203 09 21 01)

20.00 Werner-Otto-Saal: KlavierduoAlina &Nikolay

Shalamov, Michael Oberaigner,SabrinaMa(Schlagzeug),

Moderation: Christian Jost, 2xhören zeitgenössisch,

Luciano Berio:„Linea“für zwei Klaviere,

Vibraphon undMarimba

20.00 Gr.Saal: Akademie für Alte Musik Berlin,

Ignaz Jacob Holzbauer:Sinfonie Es-Dur op. 4Nr. 3

„La tempestadel mare“;Justin Heinrich Knecht: „Le

portrait musical de la nature, ou Grande simphonie“;

Ludwig vanBeethoven: SinfonieNr. 6F-Dur op. 68

„Pastorale“

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio:Malala (ab10J.)

10.30:Eine Woche voller SAMStage (ab 4J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00Studio:Der Wolf und die 7Geißlein, artisanen,

(ab 4J.)

10.30:1x1 mit Rumpelstil, MusiktheaterRumpelstil

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902776163)

14.00:Heimat Berlin, Projektschau und Aktionsraum

14.00:Villa Global. The Next Generation

14.00:Wunderkammern–Wunderkisten

14.00:Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel–Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

me Collectors Room Berlin (Auguststr.68)

12.00:Art &Kids, Offenes Kinderprogramm

SO36 (✆ 61 40 13 06)

17.00:Roller Kidz,Rollschuhdiskofür Kinder

TAK–Theater Aufbau Kreuzberg (✆ 50 56 70 00)

15.30: Kawumm,Frl.Wunder AG,

Theater Lichterfelde (✆ 84 31 46 46)

16.00:Sommerheiß &Erdbeereis,Theater Fusion(ab

2bis 5J.). Anm. erf.

Theater MorgensternimRathaus Friedenau

(✆ 92 35 59 50) 10.00: Reineke, der gerissene

Fuchs (ab9J.)

theater strahl (✆ 69 59 92 22)

theater strahl probebühne (✆ 69 59 92 22)

11.00: Krieg. Stell dirvor,erwäre hier (ab 13 J.)

LITERATUR/VORTRAG

Akademie der Künste Hanseatenweg

(✆ 200 57 20 00) 16.30Clubraum: Im Audi A6

Richtung Han-Dynastie, Xi Chuan,Poesiegespräch mit

Xi Chuan und Lea Schneider

19.30KleinesParkett:QueerPoets.Queer Voices –

50 Jahre Stonewall, Angélica Freitas, Lee Mokobe,

Urayoán Noel, Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki, Lesung &

Gespräch, Mod.: Matthias Frings

21.30Studiofoyer: Freily ausgefranst.Translingual

Poetics, Lesung,Gesprächund Performancemit

Don MeeChoi, LaTashaN.Nevada Diggs, Johannes

Göransson, SawakoNakayasu, Urayoán Noel

Begine (✆ 215 14 14)

19.00: Literaturrunde: DerVogelgott,Susanne Stöckel,

Wirlesen unddiskutierenRomaneund Biografien.

Wirfreuenuns überneue, mitlesende Frauen.

Danziger 50 (✆ 41 71 58 87)

19.00: Erzählbühne, KathleenRappolt;SvenTjaben

LiteraturhausBerlin (✆ 88 72 86 -0)

19.30: Ich hab noch einenToten in Berlin, vonUlf

Miehe, mit KarlWolfgang Flender,Nils Rech und Horst

Kløver

21.00: Wortservierung:Wer hat meinen Vater umgebracht,

vonEdouardLouis mit Richard Burger

ocelot, not justanotherbookstore

(✆ 97 89 45 92) 20.00: Release Night–Die Schönsten

DeutschenBücher 2019, Stiftung Buchkunst

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

20.00Kl. Salon:Autorenforum: Lesen–Zuhören –

Diskutieren, Vorlesenunveröffentlichter Texte

Z-Bar (✆ 28 38 91 21)

20.00: Freihafen–offene Lesebühne,Offene

Lesebühne

FÜHRUNG

Ansichtssachen (✆ 99 54 80 53)

10.00: Reichstag &Regierungsviertel: Mit Plenarsaal,

Dachterrasseund Kuppel, Treff: Brandenburger Tor, vor

der Touristeninformation. Anm.erf.

11.00: EhemaligeStalinallee: Rundgangmit Dachbegehung,Treff:

U-Bhf. Weberwiese, Ausg.Str.der Pariser

Kommune.Anm. erf.

11.00: VomScheunenviertel durch die Hackeschen

Höfe zur Neuen Synagoge, Treff: S-Bhf. Hackescher

Markt, Ausg.Hackescher Markt. Anm.erf.

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

14.00: Kuratorenführung in den aktuellenAusstellungen

14.00: Kuratorenführung in denaktuellen Ausstellungen

Bärentouren (✆ 46 06 37 88)

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain–

Geschichts- undBiologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute,Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,Hochstr..

Anm.erf.

14.00: Berlin on the Second View –Berlin insider

tour to famous historical sights, Meetingpoint:

‚Granitschale’ (big stone bowl), Lustgarten, Führung in

engl. Spr..Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit der Romantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmannüberdie Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm.erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-BerlinerSagen und

Anekdoten: Romantiktour zwischenHackeschem

Marktund Klosterviertel, Treff:Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(NäheU-Bhf.

Klosterstraße). Anm.erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf den Spuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Freiluftkino

Mit den Augen

eines

Malers

Abends um halb zehn ist es

in dieser Zeit des Jahres

noch nicht so richtig dunkel.

Dafür wird eszum Ende des

Films fast schon wieder hell.

So schön ist Sommerkino.War

Vincent van Gogh ein Genie

oder ein schwer depressiver

Mensch? Oder warervielleicht

beides, bedingte das eine das

andere, bestand in seiner Einzigartigkeit

auch gleichzeitig

seine Tragik? Dass nun zum

ersten Mal ein Maler einen

Film über den Maler vanGogh

(Willem Dafoe) gedreht hat, ist

das zentrale Alleinstellungsmerkmal

dieses Films, denn

inhaltlich gibt es naturgemäß

nichts Neues. Auf die Fakten

der Geschichte kommt es

Schnabel ohnehin nicht an,

die kann man sich auch auf

Wikipedia anlesen. Mit den

Augen eines Malers zu sehen,

wie van Gogh gesehen haben

könnte,ist das Wunderbarean

diesem Film. Frank Junghänel

VonGogh –Ander Schwelle zur Ewigkeit

21. 30 Uhr,FreiluftkinoWindhuker

Straße 52 a, Friedrichshain

So poetisch

klingt der

Sommer

Das Poesiefestival

ist noch in vollem Gange,

Uslar &Rai eröffnen ihr eigenes

kleines Festival und

am Wochenende lockt der Wannsee

Entspannt kann man im Garten des Literarischen Colloquiums an einem sommerlichen TagLiteratur erleben.

Der Wetterbericht verheißt

viel Gutes für die

nächsten Tage.Dahaben

auch traditionell eher

der Stubenhockerei verbundene

Menschen wie leidenschaftliche Bücherleser

mehr Lust auszugehen.

Und das lohnt sich in dieser Woche.

Während das Poesiefestival in der

Akademie der Künste schon zum 20.

Mal stattfindet und bereits zum 15.

Mal kleine Verlage am Großen

Wannsee ihre Programm vorstellen,

bündelt die Buchhandlung Uslar &

Raierstmals ihreVeranstaltungen zu

einem Festival.

„Durch den anhaltenden Erfolg

und die freudig stimmende Kundenresonanz

ermutigt, haben wir uns

entschlossen, einen Schritt weiter zu

gehen“, heißt es in einer Mitteilung

der Buchhändler Katharina von Uslar,Edgar

Raiund Leoni Kapellin. Ihr

Geschäft in Prenzlauer Berg ist hell

und so groß, dass man lange vorden

Regalen verweilen kann, dass aber

auch genug Platz für ein großes Lesungspublikum

ist.

DenAnfang macht Jaroslav Rudiš,

dessen Roman „Winterbergs letzte

Reise“ für den Preis der Leipziger

Buchmesse nominiert war. Mit ihm

spricht meine Kollegin Petra Ahne,

die mindestens in zweifacher Weise

dafür bestens qualifiziert ist. Sie

schreibt selbst Bücher (2016 erschien

ihrTierporträt„Wölfe“, in diesem

Jahr ihre Erkundung „Hütten“,

beide bei Matthes &Seitz) und sie

hat gerade Rudiš als Reporterin auf

einer Zugreise begleitet (siehe Seite 3

vonheute). Eine andereJournalistin,

Iris Radisch von der Zeit nämlich,

wird am Tag darauf mit Isabelle

Lehn, Anna Gien und Marlene Stark

sprechen. Der Abend ist im Programm

mit einer provozierenden

Wendung angekündigt: „Lieber

peinlich als männlich“.

Anna Gien und Marlene Starkhaben

gemeinsam herausfordernde

Erlebnisse einer Frau „M“ (so heißt

ihr Buch) im männerdominierten

Kunstbetrieb zusammengetragen

und -fantasiert. Isabelle Lehn

schreibt in„Frühlingserwachen“ von

einer Isabelle Lehn und deren trotziger

Alltagsbewältigung. Es folgen

Jana Simon mit ihrem Buch „Unter

Druck“, das sie nicht nur als eine

scharfsichtige Beobachterin zeigt,

sonderndie Leser viel über die jetzi-

Cornelia Geißler

freut sich über die schönste Lesezeit

des Jahres –zuHause auf dem Balkon,

auf der Parkbank vorder Redaktion

oder mit Vorlesernvon überall her

an vielen Orten der Stadt.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 8551) Der Fall Collini

15.00; Rocketman 17.45, 20.30

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Zwischen den Zeilen

15.30, 20.30; Zwischen den Zeilen – Doubles vies

(OmU) 18.00

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) The Dead Don‘t

Die 15.30, 18.00, 20.30

Delphi LUX (✆ 322 931040) Rocketman (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen (OmU) 14.00;The Dead Don‘t Die (OF)

16.00, 18.30, 21.00; Yoga: Die Kraft des Lebens

14.15, 19.00; Rocketman (OF) 16.20, 21.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

15.10,17.50, 20.30; Sunset14.00, 17.00, 20.00;

Burning 14.00, 17.10, 20.20; Stan &Ollie (OmU)

14.20; Das Ende derWahrheit 16.40; Van Gogh: An

der Schwelle zur Ewigkeit 19.00; High Life (OmU)

21.20

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Britt-Marie war hier

–Britt-Marie var här (OmU) 17.45; The Dead Don‘t

Die 20.15; The Dead Don‘t Die 18.00; Britt-Marie

war hier 20.00

Kant Kino (✆ 319 98 66) Britt-Marie war hier

15.50, 18.10, 20.30; Rocketman 15.15, 17.50,

20.30; Edie –Für Träume ist es nie zu spät 15.15,

17.30; Stan &Ollie 19.45; Nur eine Frau 15.30,

17.45, 20.00; TKKG – Jede Legende hat ihren

Anfang 15.40; Monsieur Claude II17.45; Roads

20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Aladdin

14.30; 3D: Men inBlack: 17.30,20.20; JohnWick:

Kapitel III 23.10; 3D: Men inBlack: 14.15, 22.50;

Rocketman 17.00, 20.00; X-Men: Dark Phoenix

15.00;3D: Godzilla2–Kingofthe Monsters 17.40;

John Wick: Kapitel III 20.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.15; 3D: Aladdin 16.45, 19.45,

22.45;3D: Godzilla 2–Kingofthe Monsters 14.50;

3D: X-Men: Dark Phoenix 17.50, 20.30, 23.10;

Men inBlack: 15.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.40; Der Fall Collini 20.00; X-Men: Dark

Phoenix (OF) 22.50;TKKG –Jede Legende hat ihren

Anfang 14.10;Avengers: Endgame 16.30; Ma –Sie

sieht alles 20.15; Men in Black: (OF) 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Under the

Tree –Undir trenu (OmU) 11.00; Border –Gräns

(OmU) 12.30; Berlin Bouncer (OmenglU) 14.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.00; Fuck

Fame –Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie

(OmU) 17.45; Free Solo (OmU) 19.15; Nur eine

Frau 21.00; Der Goldene Handschuh 22.30; Once

Again –Eine Liebe inMumbai (OmU) 11.00; Klasse

Deutsch (OmU) 12.45; Sunset 14.15; Van Gogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit –At Eternity‘s Gate

(OmU) 19.45; Diamantino (OmU) 21.45; The Hole

in theGround (OmU)23.15;Der Jungemussandie

frische Luft 11.00; Green Book –Eine besondere

Freundschaft (OmU) 12.45; Macht das alles einen

Sinn? –Und wenn ja –warum dauert es so lange?

15.00;Blown Away –Music, Miles andMagic(OmU)

16.45; Edie –Für Träume ist es nie zu spät (OmU)

18.45; Rocketman (OmU) 20.30; Border –Gräns

(OmU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

–AtEternity‘sGate(OmU) 18.00; Ein Gauner &

Gentleman –The Old Man &the Gun (OmU) 20.15;

„Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte

eingehen“ –„Imi este indiferent daca in

istorie vom intra ca barbari“ (OmU) 22.05; Kleine

Germanen 16.00; War ofArt (OmU) 17.45; Push –

Für das Grundrecht auf Wohnen(OmU) 19.45; Bildbuch

–Le livre d‘image (OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 14.00; Bailey: Ein Hund kehrt

zurück 14.00, 17.50; 3D: Aladdin 14.00, 19.45;

3D: X-Men: Dark Phoenix 14.15, 17.00, 20.15;

John Wick: Kapitel III 14.15, 17.45, 20.50; TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 14.20, 17.15; IMAX

3D: Men in Black: 14.30, 17.15, 20.00; Aladdin

14.30, 16.40; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

15.00; Rocketman 15.00, 19.45; Monsieur Claude

II 15.15; Godzilla 2–King ofthe Monsters 15.15,

19.15; Asterix und dasGeheimnisdes Zaubertranks

15.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.45;

MeninBlack: 16.30, 19.30; Hollywoodtürke 16.45,

20.00;3D: Godzilla 2–Kingofthe Monsters 17.00;

3D:Avengers: Endgame 17.10; After Passion17.40;

X-Men: Dark Phoenix 18.20, 21.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 18.30, 21.00; Preview: Tal

der Skorpione: Breakdown Forrest –Reise in den

Abgrund 19.00; Avengers: Endgame 20.15; Sneak

Preview 20.30; Men in Black: (OF) 21.15

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Free Solo (OmU)

18.00; Deckname Jenny 20.00; Antiporno –Antiporuno

(OmU) 22.35; Das Leben meiner Tochter

18.00; Kim hat einen Penis 19.50; Under the Tree

–Undir trenu (OmU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 0200) 3D: Avengers:

Endgame 16.10; Aladdin 16.30, 19.50; Godzilla

2–King ofthe Monsters 16.45; X-Men: Dark

Phoenix 16.50; Rocketman 17.00, 20.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.00; 3D: Men in

Black: 17.10, 20.15; 3D: Godzilla 2 –King ofthe

Monsters 19.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben

19.45; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00; John Wick:

Kapitel III 20.10

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Nur eine Frau 14.00;

Die sagenhaften Vier –Marnies Welt 16.00; Das

Familienfoto 18.00; Van Gogh: An der Schwelle zur

Ewigkeit 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) TKKG –Jede

Legende hat ihren Anfang 14.15; 3D: Aladdin

14.20, 17.15; Rocketman 14.30, 16.45, 20.20;

Aladdin 14.30, 17.00, 20.10; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.40; 3D: Men inBlack:

14.45,17.20, 20.00; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45, 17.30, 19.50; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.00, 17.30; Avengers: Endgame 16.30, 19.40;

X-Men: Dark Phoenix 17.10, 20.15; John Wick:

Kapitel III 17.20, 20.00; Godzilla 2–King of the

Monsters 19.30; Men inBlack: 19.50

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A The Dead Don‘t Die

(OmU) 17.30, 20.00, 22.30; B Push –Für das

Grundrecht auf Wohnen (OmU) 17.00; Nur eine

Frau 19.15; Rocketman (OmU) 21.20

fsk amOranienplatz (✆ 614 24 64) Burning –Beoning

(OmU) 17.45, 20.30; Zwischen den Zeilen –

Doubles vies (OmU) 18.00, 20.15

Moviemento (✆ 6924785) Drachenzähmenleicht

gemacht 3: Die geheime Welt 10.00; El verano de

los peces voladores –Der Sommer der fliegenden

Fische (OmU) 13.30; Checker Tobi und das Geheimnis

unseres Planeten 15.45; High Life (OmU)

17.45; Sunset –Napszallta (OmU) 20.15; Die Wiese

–Ein Paradies nebenan 10.15; Female Filmmakers

Festival Berlin: Time To Read Poems(OmenglU)

15.00; Female Filmmakers Festival Berlin: Kurzfilmprogramm

(OmenglU) 17.00; Female Filmmakers

Festival Berlin: En mille morceaux –AThousand

Pieces (OmenglU) 19.15;Female Filmmakers Festival

Berlin: Preisverleihung (OF) 21.30; Quatsch und

die Nasenbärenbande 10.30; Wackersdorf 12.30;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 15.15;

Roads (OmenglU) 17.30; Rocketman (OmU) 19.45

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Das Haus am

Meer –Lavilla (OmU) 20.30

Sputnik (✆ 694 11 47) Nur eine Frau (OmU)

17.45; All My Loving –Eine Geschichte von drei

Geschwistern (OmenglU) 19.30; Greta (OmU)

21.45; Measure ofaMan –Ein fetter Sommer (OF)

17.30; Kurzfilme von Mikhail Zheleznikov (OmenglU)

19.15; Kim hat einen Penis (OmenglU) 20.45;

Border –Gräns (OmU)22.15; Kinobar FuckFame–

Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie (OmenglU)

22.00

Yorck (✆ 78 91 32 40) TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 15.20; The Dead Don‘t Die 17.30,

20.00; New Yorck Britt-Marie war hier 16.20,

18.30; Rocketman 20.40

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Men in Black:

14.30,17.30,20.15; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45, 17.15;Aladdin 14.45,17.00, 20.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.00; TKKG 15.15;

Rocketman17.15;3D: X-Men: Dark Phoenix 17.30,

20.30; 3D:Godzilla 2–Kingofthe Monsters 20.00;

John Wick: Kapitel III 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Mister Link:

Ein fellig verrücktes Abenteuer 13.00; Britt-Marie

war hier 13.15, 16.30; Sunset 13.30; Rocketman

15.30,18.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Men

in Black: 14.00, 20.15; Godzilla 2–King ofthe

Monsters 14.00, 16.30; Aladdin 14.00, 17.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.10, 16.30; X-

Men:DarkPhoenix14.15; TKKG 14.15; RoyalCorgi:

Der Liebling der Queen 14.15; Avengers: Endgame

15.15, 19.00; John Wick: Kapitel III 16.45, 19.50;

Rocketman17.00; 3D: Men in Black: 17.00,20.00;

3D: X-Men: Dark Phoenix 17.10, 20.00; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 19.45; 3D: Aladdin

20.00; Ma–Sie sieht alles 20.15

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Kinder machen Kurzfilm:

Kurzfilmprogramm 17.30; Winter ade (m.Gästen u.

Gespräch) 19.00; Fuck Fame –Die Geschichte von

Elektropop-Ikone Uffie (OmenglU) 21.30; Der illegale

Film (OmU) 18.00; Nur eine Frau (OmenglU)

19.45; Los perros (OmU) 21.45

Babylon (✆ 242 5969) New York –New York: The

Purple Rose of Cairo (OF) 17.30; New York –New

York: Inside Llewyn Davis (OF) 17.45; Fuck Fame –

Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie 18.00;

Fast Fiction –The Movie (OV; m.Gästen) 19.30;

Macht das alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum

dauertessolange? 20.00;New York –New York:

Night On Earth (OmU) 20.00; NewYork –New York:

Eyes Wide Shut (OmU) 21.30; NewYork –New York:

Being John Malkovich (OF) 22.15; New York –New

York: DieLadyvon Shanghai –The Lady fromShanghai

(OmU) 22.30

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)

Wildhexe 9.45; Rocketman (OmU) 16.00, 18.30,

21.15;BerlinRebel High School 8.30; Aufdem Weg

zur Schule 10.15; Border –Gräns (OmU) 12.15,

20.45; Monsieur Claude II–Qu‘est-ce qu‘on aencore

fait au Bon Dieu? (OmU) 14.30; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 16.30; Greta (OmU)

18.30

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 0200) Der Fall

Collini 11.00;Aladdin 11.00, 13.30, 16.20, 22.40;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 11.10;

Willkommen imWunder Park 11.20; Men in Black:

11.30, 14.00; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

11.50; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 11.50, 14.40,

16.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.10,

13.50; TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang

12.20, 14.45; 3D: Godzilla 2–King of the Monsters

13.40, 16.30, 19.40, 23.00; Avengers: Endgame

14.00; Rocketman 14.50, 18.00, 23.00; 3D:

Aladdin 17.00; John Wick: Kapitel III 17.10, 20.00,

23.00; 3D: Men in Black: 17.20, 20.15, 23.15;

3D: X-Men: Dark Phoenix 17.30, 20.20,23.10; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.50; Sneak

Preview 20.00; Ma–Sie sieht alles 20.20, 23.10;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.30; 3D:Avengers:

Endgame 21.00; The Silence 23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Berlin Babylon

(Omdt+englU) 14.00; The Artist & The Pervert

(OmU) 16.00; Sunset –Napszallta (OmU) 18.00;

Beale Street –IfBeale Street Could Talk (OmU)

21.00; Roads (OmU) 14.00, 22.30; Ramen Shop

–Ramen Teh (OmU) 16.15, 20.30; Nur eine Frau

(OmU) 18.15; Burning –Beoning(OmU) 14.30;The

Dead Don‘t Die (OmU) 17.30, 19.45, 22.00; Peter

Lindbergh –Women‘s Stories (OmU) 14.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

16.30; Zwischen den Zeilen –Doubles vies (OmU)

19.00;Burning –Beoning (OmU)21.15; Britt-Marie

war hier –Britt-Marie var här (OmU) 14.15, 19.00;

High Life (OmU) 16.30, 21.15

International (✆ 24 75 60 11) The Dead Don‘t Die

(OmU) 16.30, 19.00; Siegessäule und Teddy präs.

MonGay: Before Stonewall (OmU) 22.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Men in Black: 10.00, 14.00,16.50, 19.45; TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 14.00; Mister Link:

Ein fellig verrücktes Abenteuer 14.00; Avengers:

Endgame 14.00, 16.05; Aladdin 14.10, 17.05,

20.00; X-Men: Dark Phoenix 14.15, 16.35, 20.10;

Godzilla 2–King of the Monsters 14.30, 17.00;

Dumbo 14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.50, 17.25; Rocketman 17.05; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu –Pokemon Detective Pikachu

(OF) 17.35; Hollywoodtürke 17.45, 20.15; Sneak

Preview (OF) 20.00; Sneak Preview 20.00; X-Men:

Dark Phoenix (OF) 20.05; Men in Black: (OF)

20.10; Ma–Sie sieht alles 20.10

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Ab heute sind wir ehrlich

–L‘ora legale (OmU) 12.00; Roads 14.00; Burning

–Beoning (OmU) 15.45; War of Art (OmU) 18.35;

Sunset –Napszallta (OmU) 20.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) The Dead Don‘t Die

(OF) 17.00,19.30,22.00

Passage (✆ 68 23 70 18) The Dead Don‘t Die

(OmU) 15.45, 18.15, 20.45; Rocketman (OmU)

15.45, 18.15, 20.45; Yoga: Die Kraft des Lebens

16.00, 18.00; All MyLoving –Eine Geschichte von

drei Geschwistern 20.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Men inBlack: (OF)

17.00, 19.40, 22.20; Burning (OmU) 17.00,

20.15; Burning (OmenglU) 18.00, 21.20; Roads

(OmU) 16.40, 19.00; High Life (OmU) 21.00,

22.10;Aladdin (OF) 16.45; Rocketman (OF) 19.30

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

X-Men: Dark Phoenix 14.00; Godzilla 2–King of

the Monsters 14.00;Aladdin 14.20, 16.50, 19.45;

Men inBlack: 14.25; TKKG 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.00; Rocketman 16.40; John

Wick: Kapitel III 17.00, 20.15; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 17.10, 19.55; 3D: Men in Black: 17.20,

20.10; Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.25;

3D: Godzilla 219.30; Sneak Preview 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) Diamantino (OmU) 12.00;

Burning –Beoning (OmU) 12.20, 21.00; High Life

(OmU) 14.10, 21.10; Mo &Friese unterwegs (- Auf

zu neuen Abenteuern) 16.00; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft 16.20;The Wild Boys –Les garcons

sauvages (OmU) 16.50; Liebesfilm (OmenglU)

19.00;Von Bienen und Blumen (OmenglU) 19.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 16.00; Rocketman

17.20, 20.30; Britt-Marie war hier 15.00, 18.10,

20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) The Dead

Don‘t Die 15.30, 18.00, 20.30; Sneak Preview

22.00; Britt-Marie war hier 15.30, 17.45, 20.00;

Rocketman 15.00, 20.10; All My Loving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern 17.30; TKKG –Jede

Legendehat ihren Anfang 16.00;Rocketman (OmU)

18.15, 20.50; Yoga: Die Kraft des Lebens 15.00;

Burning 17.00, 20.15


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

gen Verhältnisse in Deutschland

lehrt. Am Donnerstag wird Rachel

Kushner zu Gast sein, über deren Ansichten

man ebenfalls in der heutigen

Berliner Zeitung schon einiges

erfahren kann (siehe Seite 22). Am

Freitag gibt die Buchhandlung, wie

immer in jeder Saison, mehreren Debütanten

eine Bühne.

Und weil alle anderen Namen

hier aufgezählt sind, dürfen die jetzt

nicht fehlen: Marie-Alice Schultz,

Lola Randl, Tabea Hertzog, Friedemann

Karig und Angela Lehner. Uff.

Erwähnt sei schnell noch ein anderer

Debütant, H.P. Daniels heißt er, der

als Journalist schon lange schreibt

und außerdem Musik macht. Wenn

er, ebenfalls am Freitag, im Literarischen

Salon von Britta Gansebohm

seinen Roman„Runaway“ über eine

Jugend in den Sechzigerjahren vorstellt,

wirderauch singen!

Alle noch bis Donnerstag beim

Poesiefestival Berlin Auftretenden

können nicht auch noch hier erwähnt

werden, dann wäre für nichts

anderes mehr Platz. Interessant ist,

in welchen verschiedenen Formen

Dichtung gefeiert wird, es gibt sogar

eine szenische Aufführung. Am

LITERATUR

Poesiefestival noch bis 20.6., Akademie

der Künste, Hanseatenweg 10, unterschiedl.

Preise, Festivalpass 60 Euro

Uslar-&-Rai-Festival 17.–21.6., jeweils

19.30 Uhr,Schönhauser Allee 43, Tickets

12 Euro oder für alle Abende 48 Euro

HP Daniels, 21.6., 20.30 Uhr,Z-Bar

Bergstraße 2, 8Euro

KleineVerlageamGroßen Wannsee

22.6., ab 14 Uhr bis abends,Literarisches

Colloquium,AmSandwerder5,8Euro

XXXXXX

Montag geht es um den 50. Jahrestag

des New Yorker Homosexuellenaufstands,mit

einemPodiumsgespräch

und Lesungen („Queer poets, queer

voices“). AmDienstag präsentieren

sechs US-amerikanische und sechs

deutsche Dichter die Ergebnisse ihres„Versschmuggels“:

Siehaben sich

dreiTage lang paarweise in die Poetik

des jeweils anderen hineingefühlt

und -gedacht, um sich dann gegenseitig

zu übersetzen.

Das Beste kommt zum Schluss:

Fünfzig unabhängige Verlage stellen

am Sonnabend ihre Bücher imund

um das Literarische Colloquium direkt

amWannsee vor. Dasist einbisschen

wie eine Messe, aber viel schöner:

Denn ab 14.45 Uhr lesen Autoren

dieser Verlage oben an der Villa

und unten am Wasser im Viertelstundentakt.

Es lohnt sich, bis zum

Schluss zu bleiben. Nicht nur, weil

meine einstige Kollegin Dilek Güngör

um 19.15 Uhr ander Reihe ist,

sondern weil es danach noch Musik

gibt. Ich kenne die Band nicht. Ihr

Name Clarinets of Glory(Klarinetten

des Ruhms) klingt verheißungsvoll

für all die Autoren, die in dieser Wochevors

Publikum getreten sind.

Varieté

Arnulf Rating

und das lebende

Stadtmagazin

Eswirdjaoft eine Veranstaltung

als „traditionell“ bezeichnet,

wenn es sie nur drei,

vier Mal gegeben hat. Arnulf

Rating kann über so etwas nur

lachen. Heute begrüßt er das

Publikum zum zweihundertsten

(200.!) Mal zum Blauen

Montag, einer kabarettistischclownesken

Wundertüte von

Veranstaltung, einem Varietéabend,

wie es ihn sonst nirgends

gibt, deshalb vielleicht

ist sie am treffendsten als „lebendes

Stadtmagazin“ bezeichnet.

Mit der Anzeige „Wir

suchen Kunstfurzeroder Leute,

die andere5Minuten zum Lachen

bringen“ begann die

Show 1989/90 im damaligen

Quartier Latin, seit vielen Jahren

ist sie bei den Wühlmäusen

zu Hause. Heute Abend

kommen Puppenspieler,

Wortjongliere, Akrobaten (in

der Luft oder am BMX-Rad),

Sänger, Autoren, und Andrej

Hermlin swingt dazu mit seiner

Band. CorneliaGeißler

DerBlaueMontag 20 Uhr, Die Wühlmäuse,

Pommernallee2–4

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Demokratie-Labor,Führungen für Schulklassen

und Gruppen. Anm. erf.

14.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

Treff: Ausstellungshalle

15.00: Deutsche Geschichte im Blick,Treff: Zeughaus

15.00: Demokratie-Labor, Treff: Ausstellungshalle

Meyers Stadtgänge (✆ 442 32 31)

11.00:Vom Charlottenburger Torzur Kgl. Prozellanmanufaktur,zum

Hansaviertel: Gründerzeit-Ikonen,

und die Weltdorfsiedlung der Architekturmoderne,

Bernd S. Meyer,Treff: Straße des 17. Juni/ Ecke

Salzufer.Anm.erf.

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

11.00:ZwischenSchlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge,Platz derVereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr, Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblickins Geheime, Treff:

Foyer

KONZERT

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Open-Stage–Singer-Songwriter +Poets

AstraKulturhaus (✆ 69 56 68 40)

20.00: Stone Temple Pilots, Walking Papers

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Arik Strauss Trio, Newand Old

Dorfkirche Marienfelde (✆ 755 12 20 15)

19.30: Sing mit uns –Das 11. Mitsingwunschkonzert

mit Lena Liberta (Moderation, Gesang), Christopher

Benn (Schlagzeug), David Menge(Klavier,Gesang)

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

19.00: Die Welt ist Klang −Kant musiziert, singt und

tanzt….come and sing with us:Gruppen aus allen

Kant-Schulen und-Kitas Berlins

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: MondayNight Pro Jam Session mitJürgen

Bailey

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: DasSound Kollektiv

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Shithätt

Zimmer 16 (✆ 48 09 68 00)

19.30: Die offene Liederbühne

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str. 99)

20.00: Nice One, Marie Midori, Delma Ora

KitKat/Sage-Club (Köpenicker Str. 76)

23.00: Electric Monday,Local Suicide, Berny

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Hungry Monday

Matrix (✆ 293 69 9- 90)

22.00: Scandal!, TC-Roc

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 18.00: Multisexual Boxhopping

22.00: Sing on Stagewith Fortune Taylor

SO36 (✆ 61 40 13 06)

19.00: Roller SkateDisko, Rollers HiFi

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 Globus: House of Waxx, Marina Trench, Arend,

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Salsa, Flori, Wilbert, Naudy

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Montagsswing, Strandbar Swing Night DJ

Team

MUSEEN

Anti-Kriegs-Museum (✆ 45 49 01 10)

16.00: Die Revolution –Rätedemokraten gegen

Gewalt und Krieg 1919-2019, tgl. 16-20 Uhr

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

10.00: Kunst in Berlin 1880–198

10.00: Fazit, realities:united

10.00: Gartenparade, Atelier le balto

10.00: StadtrandBerlin, André Kirchnerr

10.00: Lotte Laserstein.Von Angesicht zu Angesicht

10.00: Gesichter der Zwanziger Jahre, Mi-Mo

10-18 Uhr

Botanisches Museum (✆ 83 85 01 00)

9.00: Geliebt, gegossen, vergessen: Die Zimmerpflanzen

der Deutschen, tgl. 9-19 Uhr

Brücke-Museum (✆ 831 20 29)

11.00: Flucht in die Bilder? Die Künstler der Brücke

im Nationalsozialismus, Mi-Mo11-17 Uhr

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.00: Dalí –Die Ausstellung am Potsdamer Platz,

tgl. 12-20 Uhr

DDR Museum Berlin (✆ 847 12 37 31)

10.00: Geschichte zum Anfassen, tgl. 10-20, Sa

10-22 Uhr

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: DeutscheGeschichte in Bildernund Zeugnissen

10.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

tgl. 10-18 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (✆ 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadt der Spione, tgl. 10-20 Uhr

Georg Kolbe Museum (✆ 304 21 44)

10.00: Lynn Chadwick –Biester der Zeit,

tgl. 10-18 Uhr

Jüdisches Museum (✆ 25 99 33 00)

12.00 Museumsgarten: Ganzfeld „Aural“, James

Turrell, tgl. 12-18 Uhr

10.00: res.o.nant, Mischa Kuball

10.00: Awie Jüdisch. In 22 Buchstaben durch die

Gegenwart

10.00: This Place, WendyEwald, Martin Kollar,Josef

Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress u. a.,

tgl. 10-20 Uhr

Käthe-Kollwitz-Museum (✆ 882 52 10)

11.00: Mehr als ein Leben. Dauerausstellung des

Käthe-Kollwitz-Museums Berlin, Käthe Kollwitz, tgl.

11-18 Uhr

Liebermann-Villa am Wannsee (✆ 80 58 59 00)

10.00: Max Liebermann –Gartenbilder

10.00: Max Liebermann undLesser Ury. Zweimal

Großstadt Berlin, Mi-Mo/Feiert. 10-18 Uhr

Neues Museum (✆ 266 42 42 42)

10.00: ÄgyptischesMuseum und Papyrussammlung

10.00: Museum für Vor- und Frühgeschichtee

10.00: Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit.

10.00: Schätze aus dem Rhein

10.00: Die Krone vonKertsch. Schätze aus Europas

Frühzeit

10.00: Cinderella, Sindbad &Sinuhe, tgl./Feiert.

10-18, Do 10-20 Uhr

Pergamonmuseum (✆ 266 42 42 42)

10.00: Transkulturelle Beziehungen, globale Biografien

–islamische Kunst?

10.00: Antikensammlung

10.00: Museumfür Islamische Kunst (Steinfassade

vonMschatta)

10.00: Vorderasiatisches Museum (Ischtar-Tor)

10.00 Museum für Islamische Kunst: Traum und

Trauma. Wiedereröffnung der Teppichsäle

10.00: Elefantengeschichten, tgl./Feiert. 10-18, Do

KINO

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Rocketman (OmU) 13.45, 16.45, 19.45, 22.40;

Aladdin(OmU) 13.45,16.30,19.30, 22.30;TKKG–

Jede Legende hat ihren Anfang 14.00,17.00; Britt-

Marie war hier –Britt-Marie var här (OmU) 14.15,

16.40, 19.50; Edie –Für Träume ist es nie zu spät

(OmU) 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.40, 17.15; The Dead Don‘t Die (OmU) 15.00,

17.40, 20.20, 23.00; Das Ende der Wahrheit

15.15; Nur eine Frau 16.40; All My Loving –Eine

Geschichte von drei Geschwistern 17.45; Zwischen

den Zeilen –Doubles vies (OmU) 19.00; Sunset

–Napszallta (OmU) 19.00; Sneak Preview 20.00;

Burning –Beoning (OmU) 20.30; Der Fall Collini

21.30; High Life (OmU) 22.15; Border –Gräns

(OmU) 22.15;Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

–AtEternity‘s Gate (OmU) 22.45

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Sunset (OmU) 18.45;

Ayka (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Push –Für das

Grundrecht auf Wohnen (OmU) 17.00; Kim hat einen

Penis (OmenglU) 18.30; Audre Lorde: The Berlin

Years 1984 to1992 –Audre Lorde: Die Berliner

Jahre 1984-1992 (OmenglU) 20.00; Ramen Shop

–RamenTeh (OmU) 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Men

in Black: 14.15; Godzilla 2–King of the Monsters

14.15; Aladdin 14.15, 17.05, 19.30; X-Men: Dark

Phoenix 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.25; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.35, 17.10;

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 14.40; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 14.50, 20.00; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 14.55; Avengers:

Endgame 15.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix 17.00,

19.55, 22.55; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.00; 3D: Men in Black:17.05, 20.00, 23.00;

The Dead Don‘t Die 17.10, 19.45, 22.35; Rocketman

17.10, 20.00; Hollywoodtürke 17.10, 19.40;

3D: Godzilla 2–Kingofthe Monsters 19.45,22.45;

John Wick: Kapitel III 19.50, 23.00; 3D: Men in

Black: (OF) 20.00; Ma –Sie sieht alles 22.35; Greta

(2019 USA) 22.50; 3D: Aladdin 22.50; Friedhof

der Kuscheltiere 22.55

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Aladdin

10.00,13.30, 16.40; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

13.40, 16.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

13.55;3D: Godzilla 2–King of theMonsters 13.55,

16.15, 19.50; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

14.05, 17.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.10; 3D: Aladdin 14.10, 19.35; X-Men: Dark

Phoenix 14.20; Men in Black: 14.20; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 16.35, 20.20; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.50; Rocketman 17.10; 3D:

Men in Black: 17.15,20.10;GlamGirls: Hinreißend

verdorben 17.30; 3D: Avengers: Endgame 19.20;

Ma –Sie sieht alles 19.40; John Wick: Kapitel III

19.45; Sneak Preview 20.00; Der Fall Collini 20.15

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Monsieur Claude II 15.30, 18.00; Britt-Marie war

hier 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Das Ende der Wahrheit

18.00; Der Fall Collini 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19)The DeadDon‘t Die(OmU)

15.30,18.00,20.30

Urania-Filmbühne (✆ 218 90 91) Rede mit mir!

(m. Gast) 19.00

Xenon (✆ 78 00 15 30)Peter Lindbergh–Women‘s

Stories (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00,12.15,14.45;

Men in Black: 10.30, 14.10, 17.00; TKKG –Jede

Legende hat ihren Anfang 12.05,14.35; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 12.30; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer 12.40; Aladdin 14.00,

17.00, 20.00; X-Men: Dark Phoenix 14.30, 17.00;

Rocketman 17.15, 20.00; Godzilla 2–King of the

Monsters 17.15; 3D: Men inBlack: 19.50; Sneak

Preview 20.15

Kino im KulturhausSpandau (✆ 333 60 81) Monsieur

Claude II 16.00; Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit 18.00; Sunset Over Hollywood (OmU)

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Rocketman 14.00,

17.00,20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

X-Men: Dark Phoenix 10.00, 13.00, 17.10; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 10.00, 12.10,

14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,

12.15,14.50,16.00; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

10.00,12.25,14.30,17.20;Aladdin 10.00,14.30,

17.25,20.00; Men in Black: 10.30,14.20,16.30;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.15;

TheDeadDon‘t Die17.20, 20.20, 22.35; Avengers:

Endgame 19.00; 3D: Men in Black: 19.30, 22.30;

John Wick: Kapitel III 19.30, 22.55; 3D: Godzilla

2–King ofthe Monsters 20.00, 22.55; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 20.05, 23.00; Sneak Preview (OF)

23.00; Sneak Preview 23.00

ThaliaMovie Magic (✆ 774 34 40)Aladdin 15.15,

17.45, 20.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.30; Men in Black: 15.30; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 15.45; 3D: Men in Black: 18.00,

20.30; 3D: Godzilla 2–King of the Monsters 18.00;

Das Ende der Wahrheit 18.00; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 20.30; Rocketman 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00)Cinepoetics Lecture#11:

Passion (OmU) 20.00; Mirror: Filmausschnitte (aus

dem Archiv der Cimatheque in Kairo; m. Einführung

u. Diskussion (in engl.Sprache) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang 12.30,

15.05; Avengers: Endgame 12.30, 20.10, 22.10;

After Passion 13.10, 16.30; Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 13.20; Monsieur Claude II

13.20, 19.30; Godzilla 2–King ofthe Monsters

13.20; Dumbo 13.20; Aladdin 13.20; X-Men: Dark

Phoenix 13.25; Rocketman 13.30, 16.40, 19.20,

23.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.30,

20.10, 23.00; Edie –Für Träume ist es nie zu spät

13.30; Der Junge muss an die frische Luft 13.30;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 13.40;

RoyalCorgi: DerLiebling der Queen13.50; Nureine

Frau 13.50, 19.30; Men inBlack: 14.00; Bailey:

Ein Hund kehrt zurück 14.10, 16.40, 19.50; 3D:

Avengers: Endgame 16.05; Roads 16.20; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 16.20,19.40,23.00;

Die Goldfische 16.20; Zwischen den Zeilen 16.30;

3D: X-Men: Dark Phoenix 16.30, 20.00, 23.00;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 16.30, 19.40;

Der Fall Collini 16.30; Britt-Marie war hier 16.30,

19.10; John Wick: Kapitel III 16.40, 19.40, 23.00;

Burning 16.40; 3D: Aladdin 16.40, 19.50, 23.00;

The Dead Don‘t Die 16.50, 20.00, 23.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.10; 3D: Men in

Black: 17.15, 20.30, 23.00; Hollywoodtürke17.40,

20.10, 22.50; Greta (2019 USA) 19.20; Bohemian

Rhapsody 19.20; Ma –Sie sieht alles 20.15,

23.00; Captain Marvel 22.00; ImNetz der Versuchung

22.20; The Silence 22.30; Friedhof der Kuscheltiere

22.30; Wir 22.40; Escape Room 22.40

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Mirai: Das

Mädchen aus der Zukunft –Mirai no Mirai (OmU)

17.45; John Wick: Kapitel III –John Wick: Chapter

3–Parabellum (OF) 19.30; „Mir ist es egal, wenn

wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ –„Imi

este indiferent daca in istorie vom intra cabarbari“

(OmU) 22.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 14.00, 16.00; Aladdin 14.00, 17.00,

20.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.00;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 15.00;

Men inBlack: 15.00, 17.30; X-Men: Dark Phoenix

17.30; Godzilla 2–King of the Monsters 17.30;

Rocketman18.00, 20.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix

20.00, 22.30; 3D: Men in Black: 20.00, 22.30;

John Wick: Kapitel III 20.15, 22.30; 3D: Godzilla

2–Kingofthe Monsters 22.30;Ma–Sie sieht alles

22.45

Casablanca (✆ 677 57 52) Edie –Für Träume ist

es nie zu spät 18.15; Das Ende der Wahrheit 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 14.00;Aladdin

14.00, 16.45; X-Men: Dark Phoenix 14.10,

17.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

14.15; Men inBlack: 14.15; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.25; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.30, 17.00; Rocketman 14.35, 20.10; Avengers:

Endgame 15.45, 19.20; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters 16.20, 19.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.10; 3D: Men inBlack: 17.15,

20.00; Hollywoodtürke 17.15, 19.50; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 17.30; John Wick: Kapitel III

19.45; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00; Sneak Preview

20.00; Ma –Sie sieht alles 20.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 14.00; Aladdin

14.00,17.00,20.00; Men in Black: 14.10, 17.00;

X-Men: Dark Phoenix 14.15, 17.00; Bailey: Ein

Hund kehrt zurück 14.20, 17.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.30, 17.15; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 15.00; Godzilla 2–King ofthe

Monsters 16.30; Hollywoodtürke 17.10, 19.40,

23.00; John Wick: Kapitel III 19.50; Sneak Preview

20.00; 3D: Men in Black: 20.00; Ma –Sie sieht

alles 20.00; Sneak Preview (OF) 20.10

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) War ofArt (OmU)

18.00; J‘ai toujours reve díetre un gangster (OmU)

20.00;One Cut of the Dead–Kameraotomeruna!

(OmU) 22.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Goethe! 10.00;

TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang 14.30,

16.45; Rocketman19.00;Die Schüler der Madame

Anne 10.30; Rocketman 13.15; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 16.00; Monsieur Claude II

18.15; Das Familienfoto 20.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) All MyLoving

–EineGeschichte vondrei Geschwistern15.30; The

Dead Don‘t Die 18.00,20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 13.00; Roads 15.30; War ofArt

(OmU) 18.00; Rocketman 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Wie ich lernte, bei mir selbst

Kind zu sein 18.00; Beuys 20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Britt-Marie war hier 15.40,

20.30; Zwischen den Zeilen 18.00

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Beale

Street –IfBeale Street CouldTalk (OmU) 21.45

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (✆ 35 12 24 49)

Beale Street –IfBeale Street Could Talk (OmU)

21.45

Freiluftkino Kreuzberg The Cakemaker (OmenglU)

21.45

Freiluftkino Rehberge

Van Gogh:Ander Schwelle zur Ewigkeit 21.45

OpenAir Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) Wildes Herz

(OmenglU) 21.45

Pompeji amOstkreuz (✆ 01 76/56 709298)

Mid90s (OmU) 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Familie

Brasch 21.45

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(✆ 89 37 14 31)Astrid 21.45

POTSDAM

Thalia Potsdam (✆ 03 31/7437020) TKKG –Jede

Legende hat ihrenAnfang 14.00, 16.00; Edie –Für

Träume ist es nie zu spät (OmU) 14.00; Yoga: Die

Kraft des Lebens –Debout (OmU) 14.45; Zwischen

den Zeilen 16.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 16.15; Exhibition on Screen: Van Gogh

und Japan 16.45; All MyLoving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern 18.00; Rocketman (OmU)

18.15, 20.45; Britt-Marie war hier –Britt-Marie var

här (OmU) 18.30, 20.45;Ramen Shop –Ramen Teh

(OmU) 18.45; Sunset –Napszallta (OmU) 20.30;

Burning –Beoning (OmU) 20.30

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 13.45; Aladdin

13.45, 16.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.00; Men in Black: 14.00, 19.50; Bailey:

Ein Hund kehrt zurück 14.10, 17.10; X-Men: Dark

Phoenix 14.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.15; Avengers: Endgame 15.30; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.45; 3D: Men inBlack:

16.50, 20.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix 17.00,

20.15; Rocketman 17.00, 20.00; The Dead Don‘t

Die 17.15, 20.15; 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters 19.30; John Wick: Kapitel III 19.40; Ma

–Sie sieht alles 20.15

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Aladdin

14.00, 17.00, 20.00

CapitolKönigsWusterhausen (✆ 03375/46 97 77)

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zusein 17.15;

Teawiththe Dames: Einunvergesslicher Nachmittag

20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 0200) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 10.00; Ploey –Du

fliegst niemals allein 10.00; Aladdin 12.00; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 17.00; Avengers: Endgame

17.00; 3D: Aladdin 17.00,20.00; Bailey: Ein

Hund kehrt zurück 17.15, 19.50; 3D: Men inBlack:

17.20,20.00;3D: Godzilla 2–Kingofthe Monsters

17.20, 20.15; Rocketman 17.30, 20.40; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.30; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 17.40, 20.00; John Wick: Kapitel III

17.45, 20.20; 3D: Avengers: Endgame 19.30; Der

Fall Collini 20.15; Ma–Sie sieht alles 20.45

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 5454) Aladdin

15.00, 17.45; Men in Black: 15.15; TKKG –Jede

Legende hat ihrenAnfang 15.30; 3D: Men inBlack:

17.45, 20.30; Das Ende der Wahrheit 18.00; 3D:

X-Men: Dark Phoenix 20.30; Rocketman 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.45; Men in

Black: 15.00, 17.30; TKKG –Jede Legende hat ihren

Anfang15.10; Aladdin15.15, 17.00;Godzilla 2

–King ofthe Monsters 17.10; X-Men: Dark Phoenix

17.45; Lampenfieber 19.30; 3D: Godzilla 2–King

of the Monsters 19.45; 3D: Men in Black: 20.00;

3D: X-Men: Dark Phoenix 20.15

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Edie –Für

Träume ist es nie zu spät 14.00, 18.30; Men in

Black: 15.45, 17.15, 20.00; X-Men: Dark Phoenix

20.45

Union Kino-Center Luckenwalde (✆ 03371/

40 16 41) Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

15.30; Men inBlack: 15.30, 17.45, 20.15;

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 15.45;

Rocketman 17.30,20.00; Christo –Walking on

Water 17.45; X-Men: Dark Phoenix 20.00

Weltspiegel Kino Finsterwalde (✆ 035 31/22 11)

Aladdin 17.15; Kleine Germanen 17.30, 20.00;

3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019

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wie Tablets und

Smartphones immer greifbar: Ein

Klick genügt,uminEchtzeitZugriff

auf Nachrichten, Mitteilungen und

Auskünfte aller Artzuerhalten. Diese

unvorstellbar große Flut an Informationen

schwillt in jeder Sekunde

weiter an, ohne dass dieser

Stromjemals auf seinen Wahrheitsgehalt

hin überprüft werden könnte

–schlichtweg zuüberwältigend

ist diese Aufgabe.

Klar ist allerdings: Vieles im Netz

ist nicht sauber recherchiert und

inhaltlich bruchstückhaft, manches

zu Werbe- oder gar Propagandazwecken

bewusst falsch formuliert.

DasPhänomen istleiderso

bedeutsam geworden, dass „Fake

News“ im Jahr 2017 als neuer Begriff

in den Duden aufgenommen

wurde, der mit manipulativer Absicht

verbreitete Falschmeldungen

in den sozialen Netzwerken beschreibt

und längst seinen Weg in

den allgemeinen Sprachgebrauch

gefunden hat.

Zusammenhänge verstehen

Eine gedruckte Zeitung zu lesen,

bietet die Chance, innezuhalten

und nicht unterzugehen in der Informationsflut.

Die Auswahl, was

Fakt ist und was Fake, was wichtig

undwas unwichtig ist, nehmen den

Leserinnen und Lesern die professionellen

Journalisten in den Redaktionen

ab.Durch ihresorgfältige

Arbeit ermöglichen sie es ihrem Publikum,

Zusammenhänge zu verstehen,

die an anderen einfach so

„Sag mal, wusstest du, dass ... ?“: Mit der Zeitungslektüre im Unterricht öffnen sich den Schülerinnen und Schülern verborgene Welten.

vorbeirauschen. Sie können sich

eine Meinung bilden, die mit Fug

und Recht als fundiert gelten darf,

und somit gut begründete Entscheidungen

treffen.

Während viele überwältigt sind,

weil eine vermeintlich wichtige

Meldung nach der anderen per

Push-Nachricht auf sie einprasselt,

genießen Zeitungsleserinnen und

-leser den Luxus, sich mit dem Geschriebenen

intensiver auseinandersetzen

zu können. Sie erhalten

Zeitungspate werden

können Unternehmen,

Stiftungen oder Einzelpersonen

–kurz: alle, die

junge Leser fördern und

einen gesellschaftlichen

Beitrag leisten wollen.

DAS PROJEKT IM ÜBERBLICK

Junge Leser erhalten

dabei täglich eine regionale

Nachrichtenquelle,

die ihre Medien- und

Entscheidungskompetenz

stärkt und ihre Allgemeinbildung

fördert.

Die Vorbildfunktion

macht die Berliner Zeitung

deutlich: Sie stellt

jeden Paten namentlich

vor. Das Motto: „Tun SIE

Gutes: WIR reden darüber,

gemeinsam!“

RAUFELD MEDIEN

nur die bedeutsamsten Ereignisse

des Tages: gebündelt, zusammengefasst

und verständlich aufbereitet

–jeden Morgen aufs Neue, aber

nicht öfter.

Damit trägt die gedruckte Zeitung

nicht nur zur umfassenden Information,

sondern auch zur Entschleunigung

und Konzentrationsfähigkeit

ihrer Leserschaft bei. Ein

kühler Kopf, Ruhe und Fokussierung

–das alles ist in unseren hektischen

Zeiten gefragter denn je.

Diese vielfältigen Vorteile des regelmäßigen

Zeitunglesens sollten

nicht allein den Erwachsenen vorbehalten

bleiben. Im März 2019

wurde deshalb die Aktion Zeitungspaten

der Berliner Zeitung ins Leben

gerufen, um die Zeitung und

ihre positive Wirkung auch jungen

Menschen zugänglich zu machen.

Ein Unternehmen, eine Stiftung

oder eine Privatperson unterstützen

dabei eine Schule ihrer Wahl

mit einem Jahresabonnement der

BerlinerZeitung. So wirdder Nachwuchs

mit einem Medium in Kontakt

gebracht, das in manchen

Haushaltenheutzutage leider nicht

mehr –wie früher selbstverständlich

–auf dem Frühstückstisch liegt.

Die Zeitungspatenschaft kann

übrigens beliebig oft verlängert

werden.

Beitrag zur informierten Welt

Die Zeitungspatenschaft ist

sinnvoll, um junge Menschen

strukturiert an gut recherchierte

Informationen aus verlässlichen

Quellen heranzuführen und sie

für die Herausforderungen der

digitalisierten Welt zu wappnen.

Kinder und Jugendliche bekommen

mit der Berliner Zeitung einen

Zugang zu aktuellen politischen

und gesellschaftlichen Themen in

Berlin, Deutschland und der Welt.

Dabei wird nebenbei nicht nur die

Lesekompetenz der Schülerinnen

und Schüler gestärkt, es wird auch

der Spaß am Lesen gefördert.

Mehr als 100 Zeitungspaten

unterstützen bereits Schulen in

Berlin und Umgebung mit einem

Jahresabonnement der Berliner

Zeitung. Werden Sie auch ein Teil

davon.

Werden Sie Zeitungspate

Als Zeitungspate sorgen Sie dafür, dass

Kindern und Jugendlichen ein umfangreicher

Zugang zu aktuellen lokalen und

internationalen Nachrichten gewährleistet

und ein breites Wissen über alle gesellschaftlich,

wissenschaftlich und politisch

relevanten Bereiche vermittelt wird.

Unser Zeitungspaten-Team beantwortet

Ihnen gerne alle Fragen!

Tel. 030/23 27 70 69

Fax 0800/55 30 300

E-Mail: berlinerpaten@dumont.de

STADT UND LAND WOHNBAUTEN-GESELLSCHAFT

Anne Keilholz und Ingo Malter, Geschäftsführer

ABELLIO GMBH

Rainer Thumann, Leiter Unternehmenskommunikation

MARBURGER BUND TREUHANDGESELLSCHAFT

Armin Ehl, Geschäftsführer

„Als gesellschaftlicher Akteur in der

Stadt- und Quartiersentwicklung steht

die STADT UND LAND zu ihrer Verantwortung.

Mit unserer Zeitungspatenschaft

möchten

wir dazu beitragen, dass

Kinder und Jugendliche im

Zeitalter von digitaler Informationsflut

und Schnelllebigkeit

befähigt werden, durch

das Lesen einer Tageszeitung

komplexe Texte zu verstehen,

sich eigenständig Wissen zu aktuellen

Sachverhalten und Themen anzueignen

und so gut informiert am Tages- und

Weltgeschehen teilzuhaben.

Wir hoffen, dass wir

mit den vier Patenschaften

Schülerinnen und Schüler

in unseren Quartieren für

das Zeitunglesen nachhaltig

begeistern und das Interesse

an Nachrichten wecken

können.“

OLIVER LANG /STADT UND LAND

„Abellio ist einer der führenden privaten

Anbieter im deutschen Schienenpersonennahverkehr.

Unsere Regionalzüge

fahren u. a. von Berlin aus am

Wochenende über Magdeburg

in den Harz nach Goslar,

Wernigerode oder Thale. Zum

Skilaufen im Winter oder zum

Wandern den Rest des Jahres.

Und mal ganz ehrlich, wo

kann man/frau besser Zeitung

lesen als in der Bahn?

Bestens informiert am Zielort ankommen,

wo wir unsere Fahrgäste komfortabel,

pünktlich und sicher hinbringen –das

ist ein echtes Plus. Für mich

sind Tageszeitungen das mit

Abstand wichtigste Medium

zur Orientierung am Wohnort.

Zeitungen sind das lokalpolitische

Sprachrohr, das

oftmals Missstände aufdeckt.

Für mich ein großes Stück

Freiheit.“

ABELLIO

„Eine Zeitung ist heute noch immer viel

mehr als ein bloßes Informationsmedium.

Eine regelmäßige Zeitungslektüre

trägt nämlich sowohl zur

Allgemeinbildung als auch

zur eigenen Meinungsbildung

bei. Im Zeitalter der digitalen

Informationsflut ist esgerade

für Schülerinnen und Schüler

wichtig, eine individuelle Medienkompetenz

zu erlangen.

Die regelmäßige Lektüre einer

Tageszeitung kann hier einen wichtigen

Beitrag leisten. Die Kinder und Jugendlichen

von heute bilden schließlich das

Fundament unserer Gesellschaft

von morgen. Eine

Zeitungspatenschaft ist daher

eine sinnvolle Investition in

unser aller Zukunft. Deshalb

freuen wir uns ganz besonders,

als Marburger Bund

einen kleinen Beitrag dazu

leisten zu können.“

MARBURGER BUND

SCHÄFER’S VERTRIEB PARTNER

Karsten Nerlich, Geschäftsführer

BUNDESKANZLER-WILLY-BRANDT-STIFTUNG

Wolfram Hoppenstedt, Geschäftsführer

FRAKTION BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (AGH BERLIN)

Fatos Topaç, Sprecherin für Sozial- und Pflegepolitik

„Als traditionsreicher Handwerksbäcker

liefert Schäfer’s die perfekte Begleitung

zur morgendlichen Zeitungslektüre:

frische Brot- und Backwaren.

Für mich gehört die Zeitung

von Kindheit an zu einem genussvollen

Frühstück dazu. In

Zeiten von Facebook, Whats-

App, Instagram &Co. freut

es mich besonders, dass wir

jungen Menschen mit unserer

Patenschaft das

Zeitunglesen wieder näherbringen und

in den Schulalltag integrieren. Das

Printmedium Zeitung ist aus meiner

Sicht weiterhin ein wichtiger

Informationsträger, der auch

bei jüngeren Generationen

nicht in Vergessenheit geraten

sollte. Ich hoffe auf ein

tolles Projektjahr und wünsche

allen Schülerinnen und

Schülern viel Spaß beim

Lesen.“

PRIVAT

„Heute sind Informationen im Internet

bekanntermaßen im Überfluss zu haben.

Die schier unendliche Informationsfülle

kann daher schnell zur Desinformation

werden. Fake

News sorgen bei vielen für

Unsicherheit und Populisten

greifen die Demokratie an. Es

ist für die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

daher ein

wichtiges Anliegen, Schülerinnen

und Schüler in Berlin als

Zeitungspate zu unterstützen. Die Auseinandersetzung

mit einer Zeitung bietet

die Möglichkeit, sich fokussiert eine Meinung

zu wichtigen politischen

Themen und Entwicklungen

zu bilden. Wir hoffen, so den

Schülerinnen und Schülern

ein wichtiges Instrument für

den Kampf gegen den Klimawandel

und für eine gerechtere

Welt an die Hand geben zu

können.“

BUNDESKANZLER-W.-BRANDT-STIFTUNG

„Seit vielen Jahren bin ich nicht nur Sozialpädagogin,

sondern auch grüne Politikerin

mit Leib und Seele. Deswegen ist

es mir ein wichtiges Anliegen,

auch anderen Menschen die

Begeisterung für die Politik

weiterzugeben. Gerade junge

Menschen möchte ich motivieren,

sich zu informieren, für

ihre Interessen einzusetzen

und die Gesellschaft aktiv

mitzugestalten. Daher bin ich

sehr gerne Zeitungspatin! Als Sprecherin

für Pflegepolitik in Berlin freue ich mich

umso mehr, die Patenschaft für die

Pflege-Berufsfachschule Paulo

Freire zu übernehmen, an der

Menschen aus über 30 Nationen

lernen. So möchte ich

den Auszubildenden über die

tägliche Zeitung nicht nur das

Tagesgeschehen, sondern

auch die politische Arbeit ein

Stück näherbringen.“

ERIK MARQUARDT

FDP-ORTSVERBAND ZEHLENDORF-WILDWEST

Sebastian Czaja, Vorsitzender

„Hauptmotivation für unser Engagement

bei diesem Projekt ist, den Schülerinnen

und Schülern die unschätzbar

wichtige Möglichkeit zu eröffnen,

sich regelmäßig über

das Geschehen in Berlin und

der Welt zu informieren. Wir

verstehen die Zeitungspatenschaft

als einen Beitrag zur

politischen Bildung junger

Menschen in unserer Stadt.

Und die ist in Zeiten von

schädlichen Phänomenen wie Fake

News und einer Informationsflut sondergleichen

wichtiger denn je –ganz

besonders für die junge Generation.

Dass wir von der

FDP Zehlendorf-Wildwest in

ihrem Gebiet eine Schule

gefunden haben, bei der wir

in diesem Sinne helfen und

Zeitungspate sein können,

freut uns natürlich umso

mehr.“

FDP

MC QUADRAT OHG

Jens-Rainer Jänig u. Philipp Stelzner, GGF

„Als Kommunikationsagentur mit digitalem

Fokus sehen wir uns verantwortlich,

Diskurse zu fördern, die zu echten

Veränderungen führen, und

uns aktiv dort einzubringen,

wo die Beantwortung zukunftsentscheidender

Fragen

notwendig ist. Dazu gehört für

uns auch, nachrückende Generationen

zu fördern, damit

diese Diskurse nicht abebben.

Deshalb übernehmen wir die

Lesepatenschaft für das mediencollege

Berlin, das interessierte und talentierte

Schüler*innen durch eine fundierte

praxisnahe Ausbildung im Bereich

Grafikdesign oder Mode

bei ihren ersten Schritten

in der beruflichen Laufbahn

begleitet. Nur in einer Gesellschaft,

in der sich viele engagieren,

haben gute Ideen eine

Zukunft. Selbstverständlich

wollen wir daran teilhaben.“

MC QUADRAT

Diese Schulen freuen sich über einen Zeitungspaten

Sie möchten junge Menschen in

Ihrer Nähe fördern? Das Lesepaten-

Projektbüro verrät Ihnen gern,

welche Schulen sich über Ihre

Unterstützung freuen.

Aktuell suchen unter anderem diese

Schulen einen Zeitungspaten:

• Gutenberg-Oberschule in

Alt-Hohenschönhausen

• Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule

in Lichterfelde

• Katholische Schule Liebfrauen in

Westend

• Max-Delbrück-Gymnasium in

Niederschönhausen

• Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg

in Gropiusstadt

• Hansa-Grundschule im

Hansaviertel

• Rudolf-Wissel-Grundschule in

Gesundbrunnen

• BBA-Akademie für Immobilienwirtschaft

in Tiergarten

• Berufsfachschule Paolo Freire in Moabit


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 27

·························································································································································································································································································

Medien

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für

HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun

9.55 (für HG) Quizduell –Der Olymp 10.45

(für HG) Meister des Alltags 11.15 (für HG)

Wer weiß denn sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau

12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00 (für

HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.10 (für HG) Rote Rosen 15.00

(für HG) Tagesschau 15.10 (für HG) Sturm der

Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für

HG) Die Tierärzte –Retter mit Herz 17.00 (für

HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Fußball: Weltmeisterschaft

der Frauen. Vorrunde, Gruppe B:

Südafrika –Deutschland. Aus Montpellier (F)

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Fußball: U21-Europameisterschaft

Vorrunde, Gruppe B: Deutschland –

Dänemark

Kommentar: Steffen Simon

Aus Udine (I)

23.30 (für HG) Sportschau-Club

0.00 (für HG) Die Kirche und die Rechten

Der Streit umdas christliche Weltbild

0.45 (für HG) Nachtmagazin

1.05 (für HG) Tatort Ausgezählt

TV-Kriminalfilm, CH 2019

Mit Stefan Gubser,Delia Mayer u.a.

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Wolfram Kons, Susanna Ohlen 8.30 (für HG)

Gute Zeiten,schlechte Zeiten 9.00 Unter uns.

Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was zählt. Soap

10.00 Der Blaulicht-Report 11.00 Der Blaulicht-Report

12.00 Punkt 12. Moderation: Katja

Burkard 14.00 Die Superhändler –4Räume,

1Deal 15.00 Gerichtsreport Deutschland

16.00 Meine Geschichte –Mein Leben 17.00

Freundinnen –Jetzt erst recht. Unterhaltungsserie

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv

–Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Bauer sucht Frau

Die Traumhochzeit von Gerald &Anna

Moderation: Inka Bause

Da Gerald gegen sein Guillain-Barré-

Syndrom rechtzeitig Medikamente bekam,

wird heuteTraumhochzeit gefeiert.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 SpiegelTV

!!

0.00 Nachtjournal

0.30 Die Alltagskämpfer –ÜberLeben in

Deutschland

Das Leid der Landstraße

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR besonderen Ritual. Die „Orville“ist die „Star- Arte

18.10 (für HG) Brisant Classix 18.54 (für HG)

Sandmann 19.00 (für HG) MDR Regional

19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG) Mach

dich ran! 20.15 (für HG) Weggehen oder Wiederkommen?

–Der Preis der Heimat 20.45

(für HG) Fakt ist! 21.45 (für HG) Aktuell 22.05

(für HG) MDR extra 22.15 (für HG) Wolfsland –

Ewig Dein. TV-Kriminalfilm, D2016 23.45 (für

HG)Tage des Sturms. TV-Drama, D2003 1.20

(für HG) Die Couch. Drama,D2017 1.35 MDR

Kultur –Filmmagazin 1.50 (für HG) Weggehen

oder Wiederkommen? –Der Preis der Heimat

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Unkraut 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Liebe geht durch den Magen 21.00 (für

HG) Bayern erleben 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 (für HG) Lebenslinien 22.45 (für

HG) Kir Royal 23.45 Schlachthof –Das Beste

0.35 Vereinsheim Schwabing 1.20 (für HG)

Dahoam is Dahoam 1.50 (für HG) Wir inBayern

Vox

14.00 MeinKind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 Makel?

Los! 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First

Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das perfekte

Dinner 20.00 Prominent! 20.15 (für HG) Kitchen

Impossible. TimMälzer vs. Christian Lohse

23.20 Goodbye Deutschland! Die Auswanderer.

Marian Erbach, Jamaika 0.20 nachrichten 0.40

(für HG)MedicalDetectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Ungehörte Schreie 1.35 (für

HG) Medical Detectives –Geheimnisse derGerichtsmedizin.

Verräterische Schatten

Super RTL

15.25 Bugs Bunny &LooneyTunes 15.50 Hotel

Transsilvanien –Die Serie 16.15 Zak

Storm –Super Pirat (1/39) 16.45 Ninjago –

Rückkehr der Oni 17.15 What's New Scooby-

Doo? 17.40 Inspector Gadget 18.10 Dennis &

Fletscher –Blämtastisch! 18.40 Woozle Goozle

und die Weltentdecker 19.10 Bugs Bunny &

LooneyTunes 19.40 Angelo! 20.15 On the

Case –Unter Mordverdacht 21.15 On the

Case –Unter Mordverdacht 22.15 On the

Case –Unter Mordverdacht 23.10 On the

Case –Unter Mordverdacht

Sport1

15.30 Alone. And so it Begins 16.30 Storage

Wars –Die Geschäftemacher. Willkommen zurück

18.00 Bundesliga aktuell. Die tägliche

News-Sendung für Fußballfans 18.25 Fußball:

U21-Europameisterschaft. Vorrunde, Gruppe

B: Serbien –Österreich 20.30 Motorsport: FIA-

Langstrecken-WM 21.30 Storage Wars –Geschäfte

in Texas. Wettrüsten 22.30 Storage

Wars –Geschäfte in Texas. Erzfeind 23.00 StorageWars

–Geschäfte in Texas. Spionageakt

23.30 Fußball: U21-Europameisterschaft

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Held des

Tages 11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Todschick

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00

(für HG)ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Verona sehen

und sterben. Krimiserie 17.00 (für HG) heute

17.10 (für HG) hallo deutschland 17.45 (für

HG) Leute heute 18.00 (für HG) SOKO 5113.

Der Weg der Leber.Krimiserie 19.00 (für HG)

heute 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Die Toten vom Bodensee –

Der Wiederkehrer

TV-Kriminalfilm, D/A 2017

Mit Matthias Koeberlin, Nora

Waldstätten, August Schmölzer u.a.

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Entführt inLouisiana

Thriller,USA 2017

23.40 heute+

23.55 (für HG) In bester Verfassung

Comedyserie

1.00 (für HG) Bares für Rares

DieTrödel-Show mit Horst Lichter

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Matthias

Killing,Alina Merkau 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Endlich Feierabend! Moderation:

Annett Möller,Daniel Boschmann 19.00

Genial daneben –das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Mein Blind Date mit dem Leben

Komödie, D2017

Mit Kostja Ullmann, Jacob Matschenz,

Anna Maria Mühe,Johann von Bülow,

Alexander Held u.a.

Regie: Marc Rothemund

22.30 Groupies bleiben nicht zum Frühstück

Komödie, D2010

Mit Anna Fischer,Kostja Ullmann,Nina

Gummich u.a.

0.35 Frauenherzen

TV-Komödie, D2014

Mit NadeshdaBrennicke, Julia Dietzeu.a.

14.05 Erlebnisreisen 14.15 (für HG) In aller

Freundschaft 15.00 (für HG) In aller Freundschaft

15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier und

heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15

(für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Rentnercops 21.00 (für

HG) Rentnercops 21.45 (für HG) Aktuell 22.10

(für HG) Ist unser Wald noch zu retten? 22.40

(für HG) Westart 23.20 (für HG) Jürgen Becker

–„Der Künstler ist anwesend” 0.50 (für

HG) Rentnercops 1.35 (für HG) Rentnercops

NDR

16.00 (für HG) Mein Nachmittag 16.55 (für

HG) aktuell 17.10 (für HG) Seehund, Puma &

Co. 18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG) Die

Nordreportage 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Markt 21.00 (für HG) Die Tricks der

Getränkeindustrie 21.45 (für HG)aktuell 22.00

(für HG) 45 Min 22.45 (für HG) Kulturjournal

23.15 (für HG)Alles in Butter. Komödie, USA

2011 0.35 (für HG) Die Tricks der Getränkeindustrie

1.20 (für HG) Doppelt heilt besser 2.05

Mein Norden 2.15 (für HG) Typisch!

Kabel eins

8.30 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

9.25 Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.05

Without aTrace 12.05 Numb3rs 13.00 Castle

13.55 The Mentalist 14.50 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir

kümmern uns drum 20.15 True Lies –Wahre

Lügen. Actionthriller,USA 1994 23.10 Alarmstufe:

Rot. Actionfilm, F/USA 1992 1.00 Late

News 1.05 True Lies –Wahre Lügen. Actionthriller,USA

1994

RTL 2

12.00 Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 13.00 Die Geissens –Eine

schrecklich glamouröse Familie! 14.00 Die Wollnys–Eine

schrecklich große Familie! 15.00 Hilf

mir! Jung,pleite, verzweifelt ... 16.05 Krass Abschlussklasse

17.00 News 17.10 Krass Schule

–Die jungen Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05

Berlin –Tag &Nacht 20.15 Promis auf HartzIV

22.15 Naked Attraction –Dating hautnah 23.20

exklusiv –Die Reportage 0.05 exklusiv –Die

Reportage 1.05 exklusiv –Die Reportage 1.50

exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

12.00 Tennis: ATPWorld Tour. Noventi Open

14.00 Tennis: ATPWorld Tour. Noventi Open

16.00 Tennis: ATPWorld Tour. Noventi Open: 1.

Tag 18.00 Tennis: ATPWorld Tour. Noventi

Open: 1. Tag 20.00 Leichtathletik: Diamond

League 21.10 Springreiten: Global Champions

League 21.40 Olympische Spiele. Legenden

hautnah 21.55 Radsport: Critérium du Dauphiné

23.00 Eurosport News 23.05 Fechten:

Europameisterschaften 0.00 WATTS 0.30 Motorsport:

24-Stunden-Rennen von Le Mans

ZDF, 22.15 UHR THRILLER

Entführt in Louisiana

Essollte ein unbeschwerter TagimFreizeitparkwerden, doch fürdie alleinerziehende

Mutter Karla (Halle Berry) wird er zum Alptraum: Vorihren Augen

wird ihr sechsjähriger Sohn Frankie voneiner Unbekannten in ein Auto gezerrt

und entführt. Als Karla feststellt,dass vonder Polizei keine rechtzeitige Hilfe zu

erwarten ist, nimmtsie die Suche nach ihrem Kind selbst in die Hand. Es kommt

zur mörderischenKonfrontation mit den beiden Entführern. FürHalle Berry

waresnach dem Thriller „The Call –Leg nichtauf“der zweiteEntführungsfall

in wenigenJahren. Berry, die 2002 für ihreRolleals alleinerziehende Mutter in

„Monster’s Ball“ als erste afroamerikanische Schauspielerinmit einem Academy

Awardals beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde,gab ihr Leinwanddebüt

1991 in SpikeLeesTragikomödie „Jungle Fever“.

(USA/2017)

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PROSIEBEN, 23.10 UHR SCI-FI-SERIE

The Leserreisen

Orville

per Bus

Foto: ZDF

INFORMATIONEN UNTER:

Heutestartet 030 mit –23276633

der Folge„Ja ’loja“ die

zweite www.berliner-zeitung.de/leserreisen

Staffel mit den Abenteuern von

Captain Ed Mercer (Seth MacFarlane) und

seiner bunten Truppe. Darinstehtu.a.dem

2. Offizier Reisen Bortus im Komfortreisebus

ein besonderer Tagbevor:

Wiealle mit Moclaner umfangreichem urinierternur Programm einemal

im Jahr und und erfahrener begeht das Reiseleitung. Ereignis mit einem

Trek“-Parodie des Regisseurs,Produzenten

und erstmals Hauptdarstellers Seth McFarlane,der

mit „FamilyGuy“,„American Dad“

und „Ted“bereits zahlreiche Klassiker des

Fäkal-Humnors schenkte.Trekkies lieben

die „Orville“angeblichmehr als die aktuelle

Star-Trek-Serie„Discovery“.

(USA/2019)

Foto: ProSieben

Jetzt entdecken auf

www.berliner-zeitung.de/leserreisen

SUDOKU

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

8 2 6

1 7 8

9 5

2 7 6

9 4

3 7

5 7

6 4 1

9 4

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

7 2

8

5 6 7

2 4

8 9

1 3 4

6 9 1

LESERREISEN

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM

15.6.2019

XX. 6. 2019

MITTEL mittel

2 1 3 7 6 8 4 9 5

9 4 7 3 5 1 8 2 6

8 6 5 2 9 4 1 3 7

4 7 2 9 1 6 3 5 8

5 3 9 4 8 7 2 6 1

6 8 1 5 2 3 7 4 9

3 2 6 1 7 9 5 8 4

7 5 8 6 4 2 9 1 3

1 9 4 8 3 5 6 7 2

AUFLÖSUNG

VOM Auflösung XX. 6. 2019

vomSCHWER

15.6.2019

schwer

7 1 6 9 4 3 5 2 8

2 9 4 5 8 1 7 3 6

5 8 3 6 2 7 9 4 1

1 6 2 8 9 4 3 7 5

4 3 7 2 1 5 6 8 9

9 5 8 7 3 6 4 1 2

8 4 5 1 7 9 2 6 3

3 2 9 4 6 8 1 5 7

6 7 1 3 5 2 8 9 4

7.30 Querbeet 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 10.35

Rote Rosen 11.25 Expeditionen ins Tierreich

12.10 Tierärztin Dr.Mertens 13.00 rbb24

13.10 Verrückt nach Meer 14.00 Land und

lecker 14.45 Einfach genial 15.10 Landschleicher

15.15 Der Mekong in 50 Booten 16.00

rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00

rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen &Co.

17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Super.Markt

Neues für Verbraucher

21.00 Berlin putzt! Dreckige Zeiten

Von Müllionären und Schornsteinfegerglück.

Dokumentationsreihe

21.45 rbb24

22.00 Tatort Der Irre Iwan

TV-Kriminalfilm, D2014

23.25 Polizeiruf 110

Der zersprungene Spiegel

TV-Kriminalfilm, DDR 1985

0.50 Alles Klara

Letzte Ruhe Lotussitz. Krimiserie

ProSieben

10.30 Mike &Molly 10.55 How IMet Your Mother

11.50 2Broke Girls. 30 Zentimeter/Verzockt.

Comedyserie 12.40 Mom. Bonnie in

Versuchung. Comedyserie 13.00 Twoand a

Half Men. Lasst die Hunde los!/Der alte Alan/

Leck nicht an deiner Haarbürste.Comedyserie

14.25 The Middle. Die Geisterstunde/Der

Sprung.Comedyserie 15.15 The Big BangTheory.

Die Tesla-Theorie/Die Bitcoin-Odyssee/

Das Hochzeitsplanungs-System/Der Hüpfburg-

Enthusiasmus. Comedyserie 17.00 taff. Moderation:

Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf

18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons.

Coole Aussichten/Wem der Bongo schlägt. Zeichentrickserie

19.05 Galileo

20.15 The Big Bang Theory Traum mit Spock

20.45 The Big Bang Theory Noch so ein

Weichei

21.15 Mom Die Mutter aller Probleme

21.45 The Big BangTheory Sex auf der

Waschmaschine?

22.15 The Big Bang Theory

Falscher Ort, falsche Frage

22.40 The Big Bang Theory

Fruchtzwerg fliegt ins All. Comedyserie

23.10 The Orville Ja'loja. Sci-Fi-Serie

0.10 The Big Bang Theory

Traum mit Spock. Comedyserie

15.25 Neben-, gegen-, miteinander:Deutschfranzösische

Geschichten 15.50 Unbekanntes

Arabien 16.45 (für HG) X:enius 17.15 Magische

Orte in aller Welt 17.40 Haenyeo–Heldinnen

der Tiefsee 18.35 Wüstenkönige–Die Löwender

Namib 19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.10

Anderswo in Europa 20.15 (für HG) Dieletzte

Vorstellung. Drama, USA1971 22.15 Saint

Jack. Gangsterfilm, USA 1979 0.10 Poetik des

Gehirns. Dokumentarfilm,F2015 1.15 Arte

Journal 1.40 Ausmeinem syrischen Zimmer. Dokumentarfilm,D/F/SYR

2014

3Sat

14.15 (für HG) Allgäu, da will ich hin! 14.45 (für

HG) Wanderlust! 15.30 (für HG) Kitzbühel und

das Alpbachtal 16.15 (für HG) Bayerische Inselgeschichten

(1/2) 17.00 (für HG) Bayerische

Inselgeschichten (2/2) 17.45 (für HG) Vierwaldstättersee

–ImHerzen der Schweiz 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 Einstein 21.05 Einstein

22.00 (für HG) ZIB222.25 (für HG) Das

Ende vonEden. Dokumentarfilm, F2017 23.50

(für HG) DiePfandjäger 0.15 10vor10 0.45 (für

HG)Willkommen Österreich

Phoenix

9.00 phoenix vor ort 9.30 Anne Will 10.30

phoenix plus 12.00 phoenix vor ort 12.45

phoenix plus 14.00 phoenix vor ort 14.45

phoenix plus 16.00 Griff nach der Freiheit

17.00 Geheimpost anden Westen 17.30

phoenix der tag 18.30 (für HG) Gigant des

Nordens –Hamburgs Aufstieg zum Welthafen.

Dokumentarfilm,D2015 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Wie die DDR wirklich

war 21.45 heute-journal 22.15 unter den linden

23.00 phoenix der tag 0.00 unter den

linden 0.45 Wie die DDR wirklich war

Kika

13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O –

Plötzlich Meerjungfrau 15.45 Sherlock Yack –

Der Zoodetektiv 16.25 Zoom –Der weiße Delfin

16.50 Hexe Lilli 17.35 Die Abenteuer des

jungen Marco Polo –Reise nach Madagaskar

18.00 (für HG) Mascha und der Bär 18.10

Super Wings 18.35 Beccas Bande –Mit Mut

wird alles gut! 18.50 Sandmann 19.00 (für

HG) Lassie 19.25 (für HG) Wissen macht Ah!

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

20.35 Du bist STYLE!

Dmax

14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer,ein Ziel

15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von

Texas 16.15 Highway Cops 16.45 Highway

Cops 17.15 Fast N' Loud Special 19.15 A8 –

Abenteuer Autobahn 20.15 Der Geiger –Boss

of Big Blocks 21.15 Trans Am –Zwei Brüder

mit Drive 22.15 Bad Chad Customs 23.15

Mexicanicos –Die Schrauber von Guadalajara

0.15 Der Geiger –Boss of Big Blocks 1.10

Bad Chad Customs 2.00 Combat Dealers –

Ausrangiert und aufpoliert

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 45 Min 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Odysso 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 Mittagsmagazin 14.00

Tagesschau-Nachrichten 19.15 AbituruntermHalb

mond –150 Jahre DeutscheSchuleinIstanbul

20.00 Tagesschau 20.15 Anne Will 21.17 Extra

21.30 Westpol 22.00 Tagesthemen 22.07 Markt

22.52 Extra 23.00 Tagesthemen 23.07 DieTagesschau

vor 20 Jahren 23.25 Exakt –Die Story

23.55 KinderohneSchutz? –Unterwegs im Westen

0.25 Europamagazin 0.55 Extra 1.00 Nachtmagazin

1.20 Kowalski &Schmidt 1.50 Extra

2.00 Nachtmagazin 2.20 SachsenSpiegel

ONE

10.00 Dawson's Creek 10.45 Dawson's Creek

11.25 Lindenstraße 11.55 Sturmder Liebe 12.40

Sturmder Liebe 13.30 Um HimmelsWillen 14.20

Utta Danella: Eine Nonne zumVerlieben. TV-Liebesdrama,

D2010 15.50 Dawson'sCreek 16.35

Dawson's Creek 17.20 Lindenstraße 17.50 Die

Kanzlei 18.40 Sturm der Liebe 19.25 Sturmder

Liebe 20.15 Sherlock. DieBrautdes Grauens.

TV-Kriminalfilm, GB/USA 2016 21.45 Carolin Kebekus:PussyTerrorTV22.30

TheHeart Guy 23.15

The HeartGuy 0.00 Der Bozen-Krimi: In der Falle.

TV-Kriminalfilm, D2017 1.30 Lindenstraße 2.00

TheHeart Guy 2.45 TheHeart Guy 3.30 Die Kanzlei

4.15 Lindenstraße 4.50 Um Himmels Willen

ZDF NEO

5.35 (für HG) Inspector Barnaby. Die Blumen des

Bösen. TV-Kriminalfilm, GB 2005 7.10 DieRettungsflieger

7.55 Topfgeldjäger 8.50 Lafer! Lichter!

Lecker! 9.35 Bares fürRares 10.25 Bares für Rares

11.20 Viel zu bieten 12.05 DieRettungsflieger

13.30 Monk 14.55 Heldt 15.40 Die Rettungsflieger

17.05 Monk 18.30 Bares fürRares 19.20

Bares fürRares 20.15 (fürHG) InspectorBarnaby.

Haus vollerHass.TV-Kriminalfilm,GB2004 21.50

(fürHG) Inspector Barnaby. Die Blumen des Bösen.

TV-Kriminalfilm, GB 2005 23.25 (für HG)InspectorBanks.

Im Sommer desTodes. TV-Kriminalfilm,

GB 2014 0.55 Spooks –ImVisierdes MI5

1.45 An Tagen wie diesen 2.30 Die glorreichen 10

ZDF INFO

11.00 Weggesperrt–Frauen im Knast 12.30 Ermittler!

13.00 ZDF-History 13.30 Geheimnisse der

Evolution 15.00 Das Geheimnis derGene 16.30

Sternstundender Evolution 18.00 Wunderwerk

Penis 18.45 Countdown zum ZweitenWeltkrieg

19.30 Countdown zumZweiten Weltkrieg 20.15

Countdown zum Zweiten Weltkrieg 21.00 Countdown

zumZweiten Weltkrieg 21.45 Countdown

zumZweiten Weltkrieg 22.30 ZDF-History 23.10

(für HG)Die SuchenachHitlers„Atombombe”

23.55 (für HG)Die Verbrechender Befreier –Amerikas

dunkleGeheimnisseimZweiten Weltkrieg

0.40 (für HG)heute-journal 1.05 HitlersReichprivat

2.35 (für HG)Die Suche nach HitlersVolk

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Jacques Offenbach zum 200. Geburtstag Der

Erfinder der Operette., ca. 56 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Der Bariton Leonard Warren.

Mit Rainer Damm Er galt vom Beginn seiner

Karriere in den 1940er Jahren bis zu seinem

frühenTod als der führende Bariton im italienischen

Fach. Warren starb auf der Bühne seines

Stammhauses, der NewYorker MET,

während einer Vorstellung vonVerdis „Macht

des Schicksals” mit noch nicht einmal fünfzig

Jahren. Er war berühmt für sein mächtiges

Stimmvolumen und sein rauchig-dunkles Timbre.,

ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

acappella Festival Leipzig 2019 Werkevon

Thomas Tallis, HenryPurcell, Charles H. Parryund

Edward Elgar.Mit Voces 8. Mit Susann El Kassar

Acht Solostimmen, die sich zu einem acappella

Klangkörper zusammenschließen, das ist das britische

Vokalensemble Voces 8. Für ihre Genauigkeit

und Vielseitigkeit werden sie weltweit geschätzt.

Zum acappella Festival in Leipzig,das in diesem

Jahr seine 20. Ausgabe feiert, bringen sie britische

Chorliteratur und präsentieren so die Klangtradition,

auf die auch Voces 8sich berufen kann.,

ca. 105 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (19/34). Es

liest Iris Berben, ca. 30 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Bruderliebe” Hörspiel nach Yves Ravey.Mit

Ulrich Noethen (Max), Wolfram Koch (Jerry),

Susanne Wolff (Samantha), Rüdiger Vogler

(Pourcelot), Martin Reinke (Damprichard), Jele

Brückner (Clotilde), Andreas Grothgar (Dédé),

Ernst August Schepmann (Leiter des Altenheims),

Philipp Schepmann (Pfleger), Gregor

Höppner (Bankangestellter). Regie:Annette

Berger,ca. 60 Minuten

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

ARD Radio Tatort „Auslöschung”., ca.56Min.

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (19/34),

ca. 31 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Anna Leman., ca. 30 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

In Concert Kofelgschroa. Die ziemlich andere

Bayerische Volksmusik.,ca. 87 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Jenseits des Lautsprechers. Konzepte

einer „akustischen” Elektronik., ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 137 · M ontag, 17. Juni 2019 – S eite 28 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

Wellington Estevo (31) hat mit seinen

GeschäftspartnernTimon Rahn (29)

und GerhardPeters (29) einen Online-Sexshop

gegründet, der quasi

Gottes Segen hat. Schoenerlieben.de

ist „Deutschlands erster Erotikshop

mit christlichen Werten“, wie es auf

der Homepage heißt. Knapp 500

Produkte für die christliche Zielgruppe

gibt es,vom Gleitgel über

Massageöle bis zum Partnervibrator.

Aber,bitte schön, nichts Extremes,

keinen Fetisch-Fummel, und, Gott

bewahre, auch keine Pornografie

oder nackte Haut. Es gehe schließlich

um die Freude amVerkehr in Ehe

oder Partnerschaft. „Wenn es um Sex

geht, dann geht es um mich und

meine Frau –und um nichts anderes“,

sagt Wellington Estevo. Amen.

Thomas Gottschalk könnte angesichts

der für kommendes Jahr geplanten

Spezialausgabe von„Wetten,

dass..?“, die anlässlich seines 70.

Geburtstags ausgestrahlt wird, ruhig

ein bisschen euphorisch sein. Aber

nein, das Urgestein des Unterhaltungsfernsehens

moderiertdie

Sause fast schon ab: „Es ist eine Nostalgie-Veranstaltung,

als ob Marcel

Reich-Ranicki vonden Toten aufersteht

und noch mal das ‚Literarische

Quartett‘ machte.“ Es gehe um

„wohlige Erinnerungen an vergangene

Zeiten“, sei aber nichts,was in

die Zukunft gerichtet ist. Ok,ist ja

gut, schalten wir halt nicht ein.

Pilar Rubio und Sergio Ramos haben

geheiratet, aber nicht nur ratzfatz

Standesamt, nein, nein. Es musste

schon die Kathedrale vonSevilla

sein, die nicht nur der in Spanien

sehr bekannten Moderatorin (41)

und dem Real-Madrid-Star (33)

nebst den gemeinsamen drei Söhnen

Platz bot, sondernauch jeder

Menge illustrer Gäste wie David und

Victoria Beckham. Später dann, bei

der Feier auf der 44 Hektar großen

Finca des Paares,

sollen spanischen

Medienberichten

zufolge sogar

AC/DC aufgetreten

sein.

„Highway to

Hell“ als

Soundtrack

fürs

gemeinsame

Einlaufen in

den Hafen

der Ehe?

Gute Sache!

(avo./mit AFP;

dpa)

Unkonventionelles Accessoire:

der schwarze Brautstrauß. AFP/C. QUICLER

TIERE

Plötzlich geht nichts mehr:

Züge stehen still, die Heizungen

fallen aus,die Internetverbindung

bricht zusammen.

Innerhalb von Sekunden

ist das Leben ein anderes,eines ohne

Verbindung zur realen Außenwelt

und zur digitalen Parallelgesellschaft.

Eines,das daran erinnert, wie

es einmal war,ohne Stromund Netz.

Und eines, das fast stillsteht, wenn

Metround Züge nicht mehr fahren.

Fast 48 Millionen Menschen sollen

in ganz Argentinien und Uruguay

von dem Blackout am Sonntag betroffen

sein. Unten ganz tief im Süden

wo der südamerikanische Winter

wirklich bitterkalt ist, hat das

Konsequenzen für die Menschen.

Hier wirdauch mit Stromgeheizt.

EinProblem ist die Informationsbeschaffung.

Es gibt widersprüchliche

Meldungen über das Ausmaß

des Blackouts. Der argentinische

Energieversorger Edesur teilt auf

Twitter mit: „Aufgrund eines allge-

Ausfalls des Verbundsys-

meinen

temssind Argentinien und die an-

Länder ohne Strom.

grenzenden

Wir werden so bald wie möglich

darüber berichten.“

Doch wer hat überhaupt

Zugang zu Twitter, wenn der

Strom und damit auch die

Router ausfallen? Einige Argentinier

haben trotzdem Zu-

zum Netz und posten fleißig

gang

Scherze. #SinLuz (Ohne Licht)

und#Apokalypse sind die Hash-

die trotz allem trenden. Ar-

tags,

gentiniens Präsident Maurico

Macri

wendet sich ebenfalls per

Twitter ans Volk: „Wir arbeiten

daran, dass alle wieder so schnell wie

Blackout

in

Südamerika

Böses Erwachen am Rio de la Plata:

Am Sonntagmorgen fällt in Argentinien und Uruguay

der Strom aus. Und das im Winter

VonTobias Käufer,Rio de Janeiro

möglich Strom haben.“ Die Hintergründe

des Vorfalles würden untersucht.

Einige Zeitungen können ihre Internetseiten

aktualisieren, andere

bleiben auf dem Stand von Sonnabendabend.

Der Blackout beweist:

Im Katastrophenfall funktioniert die

Informationsverbreitung nicht. In

Paraguay ist die Zeitung ABC teilweise

nicht erreichbar. Zum Glück

trifft die Region der Stromausfall an

einem Sonntagmorgen. Das gleiche

Auch die argentinische Hauptstadt Buenos Aires warbetroffen.

Ereignis mitten in der Rush Hour unter

der Woche oder an einem Mittwochabend

hätte wohl zu einem riesigen

Verkehrschaos und der Gefahr

vonPlünderungen geführt.

Transistorradios mit Batteriebetrieb

gibt es kaum noch, und Notebooks,

die auf Akku laufen, haben

meist keine Verbindung zum Internet.

Ohne Strom, keine Nachrichten.

In Uruguay meldet der Energieversorger

UTE, ein Fehler im argentinischen

Netz habe um 7.06 UhrOrtszeit

den Blackout ausgelöst. Auch in

einigen Teilen Paraguays,das mit am

argentinischen Netz hängt, geht

nichts mehr.Asuncion und Montevideo

schauen nach Buenos Aires, die

Nachbarländer sind auf die schnelle

Reaktion Argentiniens angewiesen.

In der argentinischen Hauptstadt

arbeitet das Energieministerium mit

Hochdruck an der Behebung des

„Ich bin kein Monster“

Vier Jahre saß die Amerikanerin Amanda Knox in Italien in Haft, bevor sie freigesprochen wurde. Nun ist sie zurückgekehrt

CHILE

BOLIVIEN

Buenos

Aires

Argentinien

GETTY IMAGES

Fehlers. Und bittet um Geduld: Bis

alles wieder funktioniert, werde es

Stunden dauern. Immerhin: Gegen

10 Uhr Ortszeit seien die ersten

34 000 Kunden zurück am Netz gewesen,

meldete der Energieversorger

Edesur auf Twitter.

Der Zwischenfall wird Konsequenzen

haben. In Argentinien ist

gerade Wahlkampf. Ausgerechnet

PARAGUAY

BRASILIEN

Staudamm

Salto Grande

Uruguay

Montevideo

Anzahl der Beschäftigten

Macri hatte zuletzt mit dem Finger

auf Venezuela gezeigt, wo massive

Stromausfälle immer wieder vorkommen.

Wer die argentinische

Linke und die Gewerkschaften

kennt, weiß, dass sie Macri nun in

die Mangel nehmen werden. Wie

konnte das passieren, werist verantwortlich?

Ausbleibende Investitionen

Während in Venezuela nach den

Blackouts immer wieder behauptet

wird, Donald Trump oder Kolumbien

seien schuld und es gebe„Sabotageaktionen

des Imperiums“, sind

wohl dort wie auch in Argentinien

eher die ausbleibenden Investitionen

in das Stromnetz, die die eigentliche

Ursache. Blackouts in den großen

Städten kommen immer wieder

vor. Die riesigen Metropolen São

Paulo, Rio deJaneiro, Bogotá oder

Buenos Aires sind anfällig. Meist

sind aber nur einzelne Viertel betroffen.

So schlimm wie diesmal war es

in Buenos Aires zuletzt vor20Jahren.

Ein Grund dafür ist, dass die Städte

ungebremst wuchern. Der Energiehunger

wirdimmer größer,die Netze

wachsen nicht so schnell mit.

In Argentinien finden in einigen

Provinzen Regionalwahlen statt. Ob

und wie der Urnengang beeinträchtigt

wurde, wird sich erst zeigen.

Doch die Unterlegenen werden ganz

sicher Fragen stellen oder das Ergebnis

gar in Zweifel ziehen, wenn nicht

sichergestellt ist, dass alle Wähler die

Chance hatten, an die Urne zu kommen.

Dieser Stromausfall wird nachhallen.

Wenn eine Gesellschaft so

schnell handlungsunfähig wird, wirft

das Fragen auf.

NACHRICHTEN

Hochzeitsgäste an Bord:

Schiff stößt gegen Brücke

EinSchiff mit einer Hochzeitsgesellschaft

an Bord ist auf der Hamburger

Alster gegen eine Brücke gestoßen.

Ausungeklärter Ursache sei die Maschine

des Schiffs auf der Fahrt

durch den Alsterlauf zwischen den

Stadtteilen Eppendorfund Winterhude

ausgefallen, teilte die Polizei

am Sonntag mit. Dadurch sei das

manövrierunfähige Schiff gegen

eine Brücke gestoßen. Die20Hochzeitsgäste

sowie die drei Besatzungsmitglieder

an Bord blieben laut Polizeiunverletzt.

(dpa)

Minderjährige verursachen

tödlichen Autounfall

Drei 17 Jahrealte Jugendliche sind

im nordrhein-westfälischen Oelde in

der Nacht zum Sonntag aus bislang

ungeklärter Ursache mit dem Auto

vonder Straße abgekommen. Der

Wagen prallte gegen einen Baum.

Dabei wurde der Mitfahrer auf der

Rückbank eingeklemmt. Er verstarb

noch an der Unfallstelle.Die beiden

anderen Jugendlichen kamen

schwer verletzt ins Krankenhaus,sie

hatten offenbar Alkohol getrunken,

so die PolizeiWarendorf. Nach ersten

Ermittlungen hatte einer der Jungen

das Auto seiner Mutter genommen,

um eine Spritztour zu machen. (dpa)

Zwei Tote durch Unwetter in

Frankreich und der Schweiz

Die Unwetter richteten schwere Schäden

an, zwei Menschen starben. KEYSTONE/DPA

Einschweres Unwetter im Osten

Frankreichs und der Schweiz hat am

Wochenende zwei Menschenleben

gefordert. Eine Touristin kam ums

Leben, als ein Ausflugsboot auf dem

Genfer Seebei Sturmkenterte.Woher

sie stammte,wurde nicht mitgeteilt.

DasUnwetter richtete in Genf

schwereSchäden an. Eine deutsche

Urlauberin wurde am Sonnabend

auf einem Campingplatz der französischen

Stadt Taninges während eines

Sturms voneinem Baum erschlagen.

Die51-Jährige sei in ihrem

Wohnwagen gewesen, als der Baum

aufdas Gefährtkrachte,berichtete

der Radiosender France Bleu. Taninges

liegt wenige Kilometer südlich

des Genfer Sees. (dpa).

Erfrischung gefällig? Da sagt der

Katta nicht Nein. AFP/F. MONTEFORTE

Affenhitze: Temperaturen um die 30

Grad gehen auch am Katta, einer Primatenartaus

der Gruppe der Lemuren,

nicht spurlos vorbei. Abkühlung

muss her im Zoologischen Garten

vonRom, nicht dass der hübsche

Ringelschwanz noch austrocknet.

Also gibt’s für Mama geeiste Früchte

zum Selberschlecken, während der

Nachwuchs sich im Abhängen übt.

Damit kann man schließlich gar

nicht früh genug anfangen. (avo.)

Amanda Knox atmet tief durch.

Immer wieder.Tränen sammeln

sich in ihren Augen, sie legt die Stirn

in Falten, spitzt die Lippen. Die Kameras

dokumentieren jede Regung

bei ihrem emotionalen Auftritt in

Italien, wo Knoxjahrelang im Mittelpunkt

eines Justizdramas stand.

Die US-Bürgerin ist erstmals seit

ihrer Freilassung zurückgekehrt in

das Land, in dem sie wegen Mordes

an ihrer Mitbewohnerin vier Jahre

im Gefängnis saß und dann schließlich

endgültig freigesprochen wurde.

Am Sonnabend ist sie zu Gast bei einem

Kongress zum Thema Justiz

und Medien in Modena –und sagt,

sie fürchte sich vorneuen Anschuldigungen.„InWahrheit

habe ich Angst,

ich habe Angst, erneut bedrängt, bepöbelt,

in eine Falle gelockt und mit

neuen Vorwürfen konfrontiert zu

werden“, so die 31-Jährige.

Ein Reporter sagt nach Knox’ Auftritt:

„Amanda ist nicht zu fassen.“ AFP/V. PINTO

Sie sei nach Italien zurückgekehrt,

weil sie es einfach „musste“,

sagt Knox, der an manchen Stellen

während ihrer langen Ansprache die

Stimme wegbleibt. „Weil es eine Zeit

gab, inder ich mich in diesem schönen

Land ganz bei mir fühlte, und

ich hoffe, dass ich dieses Gefühl eines

Tages wieder verspüren kann.“

Trotz ihres Freispruchs wisse sie,

dass sie vorallem in Italien„eine umstrittene

Person“ sei. Einige Menschen

hätten gesagt, dass sie mit ihrer

Anwesenheit erneut die Familie

ihrer ermordeten Mitbewohnerin

Meredith Kercher traumatisiere. „Sie

täuschen sich“, sagt Knox.

Wegen Mordes an der jungen Britin

Kercher im Jahr 2007 waren Knox

und ihr früherer italienischer Freund

Raffaele Sollecito 2009 in erster Instanz

zu 26 beziehungsweise 25 JahrenHaft

verurteilt worden. Nach langem

juristischen Tauziehen sprach

das oberste italienische Gericht die

beiden im Jahr 2015 wegen schlampiger

Ermittlungen in dem Fall endgültig

frei. Für den Mord sitzt der IvorerRudy

Guédé, dessen DNA sich auf

dem Körper des Opfers fand, in Italien

eine 16-jährige Haftstrafe wegen

Beteiligung an der Tatab. Die21-jährige

Kercher war im November 2007

mit durchgeschnittener Kehle in der

Wohnung in Perugia entdeckt worden,

die sie sich mit Knox teilte. Ihre

Leiche wies 47 Messerstiche auf, die

Studentin war vergewaltigt worden.

Ungehemmt hätten die Medien

damals spekuliert, sagt Knox inModena,

Schlagzeilen mit etwaigen „Orgien“

gemacht. Aber:„Es war eine falsche

Geschichte. Ich bin kein Monster,

ich bin einfach nur Amanda.“

Knox lebt heute in Seattle und arbeitet

dortals Journalistin. (dpa; AFP)

Wichtiger Termin: Rentner

lässt Auto in Waschanlage

Ein70-Jähriger hat in Hillesheim in

Rheinland-Pfalz sein Auto in einer

Waschanlage festgefahren und den

Wagen anschließend einfach zurückgelassen.

DerSenior verkeilte

sein Auto in der Waschanlage einer

Tankstelle dermaßen, dass er nicht

mehr voroder zurück kam, wie die

Polizei am Sonntag mitteilte.Daraufhin

bestellte er sich ein Taxi und verließ

das Gelände,uminder Nähe einen

privaten Termin wahrzunehmen.

DieMitarbeiter der Tankstelle

ließ er staunend zurück, schrieb die

Polizei. DerTaxifahrer brachte kurz

darauf den Autoschlüssel des Mannes,weil

die Angestellten sich um

dessen Wagen kümmernsollten. Auf

den 70-Jährigen kommen nun erhebliche

Folgekosten zu. (AFP)

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