ewe-aktuell 2/ 2019

eineweltengagement

Magazin des eine-welt-engagement. de

Jahrgang 22 - Juli 2019

Nur noch 80 Tage ...

WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE

Die Zeit vergeht

Unsere Neuen

Beziehungsstatus: Kompliziert


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Editorial

Inhaltsverzeichnis

Nur noch 80 Tage…

Only 80 days left...

Liebe Leserinnen und Leser,

weitere drei Monate sind seit der letzten Ausgabe ins

Land gegangen und unsere vier Freiwilligen in Sambia

wie hier in Deutschland befinden sich gewissermaßen

auf der Zielgerade ihres Austauschjahres.

Ein Jahr kann

zuweilen sehr lang

sein. Besonders

wenn einen wie

Edith und Cecilia

das Heimweh

plagt. Denn anders

als Silja und Ben

hatten die beiden

ihre Familien

in der Osterzeit

nicht zu Besuch.

Dennoch stellen

sich alle vier ihren

unterschiedlichen

Herausforderungen, meistern sie, wachsen an ihnen

und lassen uns mit ihren lebhaften Berichten an dieser

Entwicklung teilhaben.

Dass die Erfahrungen, die unsere Freiwilligen machen,

nachhaltig prägen, davon zeugt auch Nurit´s Bericht.

Sie war 2014/15 mit dem ewe in Sambia.

Und während nun die einen den Endspurt antreten,

befinden sich die anderen in den Startlöchern: Der ewe

freut sich, im Sommer Priscilla und Eugine als neue

Freiwillige hier begrüßen zu dürfen und Naomie nach

Sambia entsenden zu können. In dieser Ausgabe stellen

sie sich kurz in Bild und Wort vor.

Zu guter Letzt bitte ich Sie/Euch um Aufmerksamkeit

für den Brandbrief unseres Vereinsvorsitzenden Guido

Schürenberg und hoffe auf zahlreiche Teilnahme an

unserer Mitgliederversammlung am 3.Juli!

Ihre/Eure

Yoko Kuchiba

2

8

14

19

22

Ben Lukas

Cecilia

Priscilla

Naomie

Beziehungsstatus:

Kompliziert

Editorial

Silja

Edith

Eugine

Nurit

3

12

17

20

24

… bleiben, bis wir wieder ins Flugzeug steigen und

zurück nach Deutschland, dieses mir wahrscheinlich

etwas fremd gewordene Land, fliegen werden. Dabei

hatte das Jahr doch gefühlt erst vor einer Woche

angefangen. Klar bin ich jetzt schon einige Zeit hier

und habe auch schon eine ganze Menge erlebt und

gesehen. Aber selbst wenn ich meine Zeit hier auf zehn

Jahre verlängern würde, würde ich wahrscheinlich

immer wieder neue Dinge über Sambia herausfinden.

Ich kann aber trotzdem sagen, dass ich in Sambia

angekommen bin. Das ist mir vor allem nochmal

klarer geworden, als ich um Ostern herum Besuch

bekommen habe. Vorher sind aber noch einige andere

Dinge passiert, also mal ganz von vorne.

Kurz nachdem ich meinen zweiten

Bericht abgeschickt hatte, gelangte

eine sehr unerfreuliche Nachricht zu

mir. Mein Gastvater in Gwembe, der

mir während meiner ersten Monate in

Sambia sehr ans Herz gewachsen war,

war leider verstorben. Diese Nachricht

machte mich sehr traurig und ging mir

sehr nahe. Auf seiner Beerdigung traf ich

viele bekannte Gesichte: Von meinem

Arbeitsplatz, Freunde und Verwandte

der Familie, aber natürlich auch meine

Gastmutter und Gastgeschwister. Ein

sehr trauriger Anlass, um sich wieder

zu treffen, der auch mich dazu brachte

zu weinen. Ich hatte meinen Gastvater

als einen sehr aufrichtigen und

freundlichen Menschen kennengelernt,

der immer ein offenes Ohr für

mich hatte. Ich möchte in meiner

verbleibenden Zeit auf jeden Fall noch

meine erste Gastfamilie besuchen, um

mit ihnen einen Tag zu erleben, der sich

etwas glücklicher gestaltet.

Der Rest desselben Monats war

sehr angefüllt mit Arbeit an der

Flamboyant School: auch da ich mich

dazu entschieden hatte, ein wenig

Computerunterricht zu geben, worüber

sich alle Lehrer und auch der Direktor

... until we get on a plane and fly back to Germany,

this country that has probably become a little strange

to me. Although the year had only begun a week ago.

Of course, I‘ve been here for some time now and I

have seen a lot of things, but even if I would extend

my stay to ten years, I would probably always find out

new things about Zambia. Anyway, I can still say that

I have arrived in Zambia. That became even clearer to

me when I had visitors around Easter. But before we

get to that, there are some other things that happened.

So let us start from the beginning.

Shortly after I sent my second report, a very unpleasant

message reached me. My host father in Gwembe, who

had become very important to me during my first


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sehr gefreut haben. Die Arbeit macht mir persönlich

sehr viel Spaß, ist aber auch anstrengend und

langwierig. Haben die Kinder dann aber etwas gelernt

und aus dem Unterricht mitgenommen, macht

mich das immer sehr stolz. Außerdem wird mir die

Arbeit von meinen netten Kollegen, von denen ich

inzwischen auch einige zu meinen Freunden zähle,

sehr versüßt. Vor allem mit einem gehörlosen Kollegen

scherze ich immer wieder gerne auf Gebärdensprache

in Englisch. Mit ihm und vielen anderen Lehrern und

Lehrerinnen habe ich zum Beispiel den Women‘s Day

bei einem netten Grillen verbracht. Der Tag wurde in

Mazabuka sehr groß mit einem Marsch und vielen

Diskussionen, auch im Fernsehen, gefeiert.

Aber auch in der Youth-Group habe ich viele Freunde

gefunden. Einige Tage später fand nämlich der Youth-

Day statt. Im Rahmen dieses Tages habe ich mit vier

anderen Jugendlichen aus unserer Gemeinde einen

months in Zambia, unfortunately passed away. This

news made me very sad and touched my heart. At his

funeral I met many familiar faces: from my workplace,

friends and relatives of the family, but of course also

my host mother and host siblings. A very sad occasion

to meet again, which also made me cry. I have known

my host father as a very sincere and friendly person

whom I could always talk to. In my remaining time I

would like to visit my first host family in any case, in

order to experience a day with them, which turns out

somewhat happier.

The rest of the same month was very busy with work

at the Flamboyant School, also because I decided to

give some computer lessons. All the teachers and the

director were very happy about this additional offer.

The work is a lot of fun for me personally, but it is

also exhausting and tedious. Once the children have

learned something and taken it with them from class,

coolen Sketch aufgeführt. Dafür mussten wir uns

natürlich zur Vorbereitung einige Male treffen und

proben, was fast noch mehr Spaß als die eigentliche

Aufführung gemacht hat. Neben weiteren sehr gut

inszenierten Theaterstücken und Gesangsauftritten

gab es am gleichen Tag Sportspiele und ernste

Diskussionen über HIV, Alkoholmissbrauch und viele

andere relevante Themen. Diese Gesprächsrunden

wirkten sehr offen und modern, was ich, wie ich

zugeben muss vielleicht auch wegen tiefsitzender

Vorurteile, nicht erwartet hatte.

Mit diesen beiden Feiertagen war auch schon

der Monat März angebrochen. Die Messe am

Aschermittwoch fand ich bisher am schönsten und

sie setzte den Startschuss für die letzten Wochen mit

meinem Gastbruder Patrick. Er musste unsere Familie

kurz vor Ostern verlassen, um nach seiner Ausbildung

zum Koch ein Praktikum zu absolvieren. Allein bin

ich aber trotzdem nicht mit meiner Gastmutter, denn

eine weitere Frau ist bei uns mit eingezogen, die sich

um den kleinen Kiosk der Familie kümmert. Und

auch meine beiden anderen Gastbrüder kommen

immer mal wieder vorbei. Schließlich sind auch noch

fünf Hunde da: es wird also nie richtig langweilig.

Der Aschermittwoch setzte aber nicht nur den

Startschuss für Abschied, sondern auch für die

Fastenzeit. Mit der Familie habe ich dabei jeden

Freitag gefastet, was heißt, dass wir statt Fleisch

Fisch gegessen haben. Die Zeit hat mich nochmal

nachhaltig zum Denken angeregt, wie hoch der

Fleischkonsum in Deutschland ist und wie normal

das viele finden. Meiner Meinung nach liegt das mit

daran, dass das Fleisch wegen der Form, in der es in

Deutschland konsumiert wird, nicht mehr als etwas

wahrgenommen wird, das vorher mal gelebt hat. Als

ich Anfang Februar freiwillig ein Huhn und Mitte Mai

zwei Hühner geschlachtet habe, ist mir das nochmal

sehr bewusst geworden. Das soll nicht heißen, dass

alle Menschen, die Fleisch essen nicht nachdenken,

und ich jetzt zum Erzveganer werde. Aber man

sollte sich doch immer wieder bewusst machen, was

für ein Luxusprodukt Fleisch ist, und es sich dabei

immer um ein Leben handelt, das man genommen

hat. Außerdem habe ich mir vorgenommen nach

it always makes me very proud. In addition, the work

is soothed by my nice colleagues, some of whom

I now count as my friends. Especially with a deaf

colleague I like to joke via sign language in English.

For example, I spent the Women‘s Day with him and

many other teachers at a nice braai. The day was

celebrated in Mazabuka very much with a march and

many discussions, also on television.

I also found many friends in the Youth-Group. A few

days later the Youth-Day took place. In the context

of this day I performed a cool sketch with four other

young people from our community. Of course, we had

to meet and rehearse a few times for preparation, which

was almost more fun than the actual performance.

Besides other very well staged plays and singing

performances, there were sports games and serious

discussions about HIV, alcohol abuse and many other

relevant topics on the same day. These discussions

seemed very open and modern, which I must admit

I had not expected, perhaps because of deep-seated

prejudices.

With these two holidays the month of March had

already begun. I found the Ash Wednesday fair the

most beautiful so far and it gave the starting signal for

the last weeks with my guest brother Patrick. He had

to leave our family shortly before Easter to complete

an internship after his training to become a cook.

However, I am not alone with my host mother, because

another woman has moved in with us, who takes care

of the small kiosk of the family. And also my other two

guest brothers pass by from time to time. Finally there

are the five dogs, so it never gets really boring.

Ash Wednesday was not only the starting signal for

farewell, but also for Lent Season. I fasted every Friday

with the family, which means that we ate fish instead of

meat. Time has made me think about how high meat

consumption is in Germany and how normal that is

for many people. In my opinion this is partly due to

the fact that meat, because of the way it is consumed

in Germany, is no longer perceived as something that

used to live. When I voluntarily killed a chicken at the

beginning of February and two chickens in the middle

of May, I again became very aware of this. This does


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meiner Rückkehr noch stärker auf meine Ernährung,

auch bezüglich des Fleisches, zu achten. Das ist mir

vor allem möglich, da mir meine Gastfamilie viele

Rezepte aus der sambischen Küche zum Kochen und

Backen gezeigt hat (heißt: es gibt, mindestens einmal

die Woche Nshima, wenn ich zurück bin).

Die Vorbereitung auf das Osterfest beinhaltet aber nicht

nur die Fastenzeit, sondern auch viele, viele Messen.

Es war in Teilen sehr anstrengend, immer wieder die

Kreuzigungsgeschichte von Jesus durchzugehen. Aber

eine Sache ist mir dabei sehr aufgefallen:

In meiner Gemeinde und auch schon in Gwembe

ist der Zusammenhalt innerhalb der Kirche wie der

einer Familie. Alle packen mit an, wenn es um große

Projekte geht, die durchgesetzt werden sollen. Jeder

kennt auf irgendeine Weise jeden und jeder kümmert

sich auf eine gewisse Art um jeden.

Dieses Bild einer zusammenarbeitenden Gemeinde

finde ich sehr schön und ich würde mir auch in

Deutschland eine stärkere Betonung von Gemeinschaft

und Zusammenarbeit, nicht nur in der Kirche,

sondern auch in anderen Kontexten, wünschen.

Um weiter chronologisch vorzugehen, komme ich

jetzt zu dem Besuch meiner Eltern, Geschwister

und einiger Freunde aus Deutschland. Nach einer

emotionalen Ankunft und einer kurzen Zeit in

Lusaka, haben wir gemeinsam die sambische und

simbabwische Seite der Viktoriafälle und eine nette

Ausstellung einer inländischen Künstlerin über

sambische Tabus besucht.

Ostern habe ich dann gemeinsam mit meinen beiden

Familien in Mazabuka verbracht, was für mich

zunächst schwierig klang, jedoch am Ende super

geklappt hat. Außerdem waren wir in Mfuwe, einem

kleinen Safari-Ort nordwestlich von Lusaka am

Luangwa-Nationalpark, wo ich auch mal die andere,

touristische Seite Sambias kennengelernt habe. Auch

wieder emotional und sogar etwas schwerer als der

Abschied in Deutschland fiel mir dann der Abschied

nach dem Besuch, obwohl nur noch drei weitere

Monate vor mir liegen. Ich freue mich jetzt auch

schon meine Freunde und alle wieder zu sehen, habe

aber auch Angst, dass die Zeit, die mir in Sambia noch

bleibt, sehr schnell vorbei ist.

not mean that all people who eat meat do not think

a lot and that I now become a strong vegan. But you

should always be aware that meat is a luxury product

and that it is always a life you have taken. Furthermore,

after my return I intend to pay even more attention to

my diet, also with regard to the meat. This is especially

possible because my host family has shown me many

recipes from the Zambian kitchen for cooking and

baking (it means there is going to be nshima at least

once a week when I get back).

The preparation for Easter does not only include Lent,

but also many, many fairs. It was sometimes very

exhausting to go through the story of Jesus on the

cross again and again, but I noticed one thing:

In my congregation and also in Gwembe the cohesion

within the church is like that of a family. Everyone is

involved when it comes to large projects that are to be

implemented. Everyone knows everyone in some way

and everyone cares for everyone in a certain way.

I find this image of a congregation working together

very beautiful and would also like to see a stronger

emphasis on fellowship and cooperation in Germany,

not only in the church, but also in other contexts.

In order to proceed further chronologically, I now

come to the visit of my parents, brother, sister and some

friends from Germany. After an emotional arrival

and a short time in Lusaka, we visited the Zambian

and Zimbabwean side of the Victoria Falls and a nice

exhibition of a domestic artist about Zambian taboo

together.

Easter I spent with my two families in Mazabuka,

which sounded difficult for me at first, but in the end

worked out great. We were also in Mfuwe, a small

safari place northwest of Lusaka at the Luangwa

National Park, where I got to know the other tourist

side of Zambia. Also again emotionally and even

a little bit more difficult for me than the farewell in

Germany, was the farewell after the visit, although

only three more months lie before me. I‘m already

looking forward to seeing my friends and everyone

again, but I‘m also afraid that the time I have left in

Zambia will be over very quickly.

The only thing I regret about the visit from Germany

is that I missed the Youth-Congress, an event of the

Den einzigen Punkt, den ich an dem Besuch aus

Deutschland bedauere ist, dass ich so den Youth-

Congress, eine Veranstaltung der Youth-Group mit

allen Gruppen aus einer Gemeinde, und einen Marsch

der Gehörlosen aus der Flamboyant School verpasst

habe.

Heute hat für mich wieder die Arbeit angefangen und

der erste Tag hat mir wieder richtig Spaß gemacht. Ich

freue mich auf die nächste Zeit mit den Kindern und

besonders den mehrtägigen Ausflug, den der Direktor

mir angekündigt hat.

Ihr merkt schon: So viele Sachen, die man tun will,

doch so wenig Zeit.

Das liegt vor allem daran, dass ich jeden Tag neue

Dinge entdecke und jetzt schon kaum noch mit

allem hinterherkomme, was ich für die letzte Zeit

in Sambia geplant habe. Neben meinem Besuch bei

der ersten Gastfamilie, steht nämlich auch noch eine

Grillveranstaltung der Kirche und die Reise der Youth-

Group nach Livingstone an. Ich hoffe, dass alles klappt,

ich aber auch noch eine schöne, bereichernde Zeit

mit meiner Gastfamilie verbringen kann. Wie schnell

alles geht, wird auch

klar, wenn ich mir

bewusst mache,

dass mein nächster

Bericht schon von

der Rückkehr nach

Deutschland handeln

wird.

Bis dahin ist es aber

noch etwas Zeit.

Ben Lukas

Youth-Group with all groups from one community,

and a march of deaf people from the Flamboyant

School.

Today work has begun for me again and the first day

made me very happy again. I am looking forward to

the next time with the children and especially to the

trip the director announced to me.

You already notice: So many things you want to do,

but so little time.

This is mainly due to the fact that I discover new things

every day, so I can hardly keep up with everything

I have planned for the lasting time in Zambia. In

addition to my visit to the first host family, there is

also a barbecue at the church and the Youth Group‘s

trip to Livingstone. I hope that everything works out,

but that I can also spend a nice enriching time with my

host family. How fast everything goes also becomes

clear, when I make myself conscious that I will write

my next report after the return to Germany.

But there is still some time to go.

Ben Lukas


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Besuch aus der Heimat

Visitors from home

Nun - fast drei Monate später - hat sich mein Wunsch

erfüllt und ich durfte bei einem Kaiserschnitt mit

Zwillingen dabei sein. Das war ein sehr neues Erlebnis

und eine tolle Erfahrung, allerdings ist mir bewusst,

dass so ein Kaiserschnitt nicht mit einer normalen

Geburt zu vergleichen ist. Nach mehr als einem halben

Jahr habe ich Allan, den zweitältesten Bruder meiner

sambischen Familie, das erste Mal kennengelernt.

Wir verstehen uns gut und reden über Vieles. Das

gemeinsame Familienfoto muss leider noch ein

bisschen warten, da Allans Brüder momentan nicht

in Chikuni sind.

Mitte April war ich auf der „kitchen party“ einer

Krankenschwester aus unserem Krankenhaus. Diese

Feier in Vorbereitung einer Hochzeit ist speziell für

die Braut gedacht, sie bekommt dabei Geschenke

für ihre neue Küche. Es war eine sehr schöne Feier

draußen in der Natur, mit Musik und leckerem Essen.

Ab Anfang April gibt es sehr viele Hochzeiten hier

in Chikuni, auf die man normalerweise immer

eingeladen wird. Also gibt es fast jeden Samstag eine

Hochzeit oder eine „kitchen party.“

Now -almost three months later - my dream came true

and I had the chance to attend a Cesarean section with

twins. This was a beautiful and new experience. At the

same time I am aware that a Cesarean section is not

comparable to a normal birth. For the first time, after

half a year, I also met Allan, the second born brother

of my Zambian family and we understood each other

very well and were talking about many different topics.

Though a family picture with all of us has still to wait,

because the other two brothers of Allan are not yet

here.

In mid-April I attended a “kitchen party” of a nurse

from our hospital, a party in preparation of a wedding

dedicated to the bride because she is getting gifts for

her new kitchen. This outdoor party was very nice

with Zambian music and a lot of food.

At this time, in the beginning of April, there are a lot

of weddings here in Chikuni and normally you get

always invited. So almost every Saturday there is going

to be a wedding or a “kitchen party”.

At the end of April my family from Germany

visited me and it was a nice reunion. My

mother, my father and my brother visited

me in Zambia for two weeks. In the first

week they were introduced to some projects

in Monze and the Cheeba community at

the Kafue river. They saw many interesting

things and talked a lot with the Zambian

people, too. The procession in Monze at

Palm Sunday with real palm branches

impressed them very much. All the time

Agnes Simoloka from EWE took care of the

organizational stuff and infected us with her

happy mood.

Together we visited the Home Based Care

Center (HBC) in Chikuni and learned a lot

about the treatment of HIV infected people

in Zambia. Every three months these people

come to the hospital and get new medication

to suppress their disease. Sometimes there is

a shortage of drugs and then they get them

only for some weeks. At the same time they

get educated how to behave in order to

Ende April hat mich dann auch meine Familie

aus Deutschland besucht – es war ein schönes

Wiedersehen. Meine Mutter, mein Vater und mein

Bruder kamen für ganze zwei Wochen nach Sambia.

In der ersten Woche wurden ihnen soziale Projekte

in Monze und in der Dorfgemeinschaft Cheeba am

Fluß Kafue vorgestellt. Dabei haben sie viel gesehen

und interessante Gespräche mit den Menschen vor

Ort geführt. Besonders begeistert waren sie von der

großen Palmprozession mit echten Palmzweigen am

Sonntag in Monze. Die ganze Zeit wurden sie von

Agnes Simoloka vom EWE begleitet, die alles für

meine Familie organisiert hat und dabei immer gute

Laune verbreitet hat.

Zusammen haben wir das „Home Based Care Center“

(HBC) in Chikuni besucht und wurden so über die

Versorgung der an HIV erkrankten Menschen in

Sambia aufgeklärt. Alle drei Monate kommen die

Erkrankten, um die Medikamente für die nächsten

drei Monate zu bekommen. Manchmal gibt es aber

zu wenige Medikamente, sodass sie sie dann nur für

ein paar Wochen bekommen. Gleichzeitig bekommen

die Erkrankten eine umfassende Aufklärung, wie sie

sich verhalten können, um ein halbwegs normales

Leben führen zu können, denn die Krankheit kann

durch regelmäßige, lebenslange Einnahme der

Medikamente unterdrückt werden. Diese Menschen

können sogar selbst Kinder bekommen. Wenn wir

auf der Entbindungsstation Bescheid wissen, können

wir verhindern, dass sich die Babys bei ihrer Mutter

anstecken. Ich freue mich immer, wenn ein Bluttest

negativ und damit das Baby gesund ist. Das HBC

gibt den Menschen auch Hilfestellung für den Alltag,

das Leben in ihren Dörfern und dabei, sich mit

bestimmten Arbeiten etwas Geld für den Unterhalt

der Familie zu verdienen. Auf Grund der Krankheit

sind die meisten dieser Menschen leider nicht mehr

so leistungsfähig. Die Leiterin der Einrichtung hat uns

sehr detailliert über alles informiert und unsere vielen

Fragen umfassend beantwortet.

Von Gründonnerstag bis Ostermontag waren

dann meine Eltern komplett bei uns in Chikuni.

Mein Bruder Joris konnte sogar bei uns im Haus

have a somewhat normal life, since this disease can

be suppressed for a long time if the drugs are taken

regularly. HIV infected people can have children, too,

just like healthy people. If we know about the disease at

the maternal ward we can take precautions to protect

the newborn. I am always very happy if the blood test

is negative and the baby is healthy. The HBC also gives

general advise for everyday life in the villages and how

they can earn some money to support their families

since the disease restricts their ability to do a normal

job. The head of this center was very helpful and

answered our many questions very detailed.

From Maundy Thursday to Easter Monday my parents

stayed in Chikuni. My brother Joris could even sleep

in our house, in the room of the boys. Together with

my Zambian family we had a great time: they got some

new dresses and shirts, we ate a lot of Nshima together

and talked a lot.

My parents spent the night near church and the radio


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übernachten, im Zimmer der Brüder. Zusammen

mit meiner sambischen Familie hatten wir eine sehr

schöne Zeit: Es wurden Kleider und Hemden genäht,

zusammen Nshima gegessen und lange Gespräche

geführt.

Meine Eltern haben neben der Kirche und der

Radiostation bei den Jesuiten übernachtet. Sie

haben dort die Gottesdienste am Gründonnerstag,

Karfreitag und die Osternacht besucht. Mir erzählten

sie begeistert von den tanzenden Mädchen (liturgische

Tänzerinnen) und dem Chor. Freitags habe ich

eine Tour durch Chikuni gemacht und ihnen mein

Krankenhaus gezeigt. Am Samstag sind wir aufs Land

gefahren und haben zwei Schulen angeschaut.

Am Ostersonntag waren wir dann gemeinsam in

der Messe und haben dann mit der ganzen Familie

gefrühstückt und den Tag verbracht: Die Väter

haben sich gegenseitig die Aussprache von Tonga

bzw. Deutsch beigebracht und hatten viel Spaß dabei

und auch die Mütter hatten sich viel zu erzählen.

Eine Führung durch den Prayer-Garden und ein

Abschiedsfest am Abend mit Hühnchen, Salat und

Getränken rundeten diesen letzten gemeinsamen Tag

bei bestem Wetter ab. Alle sind sich in dieser kurzen

Zeit viel näher gekommen.

station at the Jesuits´. There they visited the services

on Maundy Thursday, Good Friday and the Easter

Night. Very excited they told me about the dancing

girls (liturgical dancers) and the choir. On Friday I

made a tour across Chikuni and I showed them my

hospital. On Saturday we made a trip to the villages to

see some schools.

On Easter Sunday we went to church together and had

breakfast with the whole family afterwards. Then we

spent the day together, my fathers had fun teaching

each other the pronunciation of Tonga or German

and my mothers had a lot to talk about, too. Finally,

a tour in the prayer garden and a farewell party with

chicken, salad and some drinks rounded things off -

not mentioning the perfect weather all the time. We

all became good friends in this short time.

Then my parents and me went to Livingstone and

visited the Victoria falls and made a sunset cruise at

the Zambesi river. Agnes and Sr. Chrisencia Mkume

joined us. The safari trip was very interesting and we

could see giraffes, monkeys, buffalos, impalas and

rhinos. The falls had a lot of water this year and we got

very wet, like experiencing a heavy thunder-shower –

und nach zwei Wochen musste ich mich für die

nächsten drei Monate verabschieden.

Jetzt gehen wir langsam auf die kalte Jahreszeit zu,

denn morgens und abends wird es schon sehr frisch.

Da wird es sehr schwierig morgens aufzustehen,

anstatt im warmen Bett zu bleiben. Trotzdem gehe ich

weiterhin gerne zur Arbeit. Jedoch wird mir langsam

bewusst, dass das Jahr in Sambia in weniger als drei

Monaten zu Ende ist. Allerdings werde ich die restliche

Zeit gut nutzen. Ich möchte mir unbedingt noch

weitere Chitenge-Kleidung schneidern lassen. Dazu

werde ich bald mit meiner Gastschwester nach Lusaka

fahren, um den Stoff dort einzukaufen. Sie weiß, wo es

die Stoffe günstig gibt, und auch wenn ich schon seit

neun Monaten hier in Sambia bin, werden die Preise

für mich meistens ein bisschen erhöht. Deswegen ist

eine sambische Begleitung nicht verkehrt. Auch werde

ich Bekannte in Lusaka und Mazabuka besuchen und

noch eine gute Zeit verbringen.

Silja Thönnes

sometimes unable to see anything. In the evening we

went out for supper to finish the day. Sadly, their time

here in Zambia was too short for me and I needed to

say good-bye for the next three months.

The cold season is beginning slowly: in the morning

and at night it is getting very cold. That makes it

difficult to get up in the morning. Nevertheless, I love

to go to work. But more and more I become aware

that there are only three months left until the year in

Zambia will be over. But I will make good use of the

last weeks. In every case I want to get some Chitenge

clothes. Together with my sister I will go to Lusaka

to buy some cloth. She knows good places to buy it.

For, although I am in Zambia nine months already,

vendors still make somewhat higher prices for me.

So it is good to have some Zambian company with

me. And I will meet acquaintances in Lusaka and

Mazabuka and have a good time.

Silja Thönnes

Danach sind meine Eltern und

ich zusammen nach Livingstone

gefahren und haben dort die Viktoria-

Fälle besucht und eine Bootsfahrt

gemacht. Jetzt waren auch Agnes

und Schwester Chrisencia Mkume

mit dabei. Die Safari war auch sehr

interessant, denn wir konnten unter

anderem Giraffen, Affen, Büffel,

Impalas und sogar Flusspferde sehen.

Die Viktoria-Fälle hatten in diesem

Monat sehr viel Wasser, sodass man

bis auf die Knochen nass wurde und

manchmal kaum etwas sehen konnte,

wie in einem dichten Gewitterregen.

Abends sind wir zusammen essen

gegangen und haben so den Abend

ausklingen lassen. Leider ging die

Zeit für mich viel zu schnell vorbei


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Zehn Monate später

Ten months later

Mein freiwilliges Jahr weit weg von zu Hause setzt

sich fort. Im Kopf habe ich, dass jetzt nur noch zwei

Monate bleiben. Die Dinge entwickeln sich schnell

für mich, obwohl mir eine Woche manchmal so lang

wie ein Monat vorkommt. Viele Dinge sind in den

letzten Monaten passiert: ich hatte schlechte Tage und

großartige Erinnerungen, einige werden immer in

meinem Herzen bleiben.

Wir (Edith und ich) hatten im Februar unser Bergfest,

bei dem wir die Schönheit, die Sambia zu bieten hat,

vorstellten, zum Beispiel unsere großartige Kultur, die

schöne sambische Natur und ihre Einwohner; und

eben alles, was man zusammengefasst über Sambia

wissen sollte. Die Wirkung war erstaunlich. Wir

hatten auch viele unterschiedliche sambische Gerichte

gekocht, die bei allen gut ankamen.

Meine Arbeit ist nach wie vor sehr interessant,

manchmal anstrengend, aber das Leben geht weiter

und nicht alle Tage sind gleich.

I am continuing my one year stay away from home,

knowing that there remain only another two months

for me here. Things continue moving fast for me.

Though sometimes a week seemes like a month. A lot

has happened in the past months: I had my worst days

and awesome memories, some of which I will always

keep at heart.

kalt, der Wind ist sogar noch stärker und es regnet

andauernd. Aber der Sommer naht und mit ihm das

Ende meines Aufenthaltes hier.

Die Zeit geht schnell vorbei und Geduld bringt die

Belohnung für die, die warten. Zehn Monate sind

hinter mir, zwei weitere kommen noch.

Mama, bitte bete weiter für mich, ich brauche deine

Gebete mehr als sonst.

Danke

Cecilia Tatila

Ich war eine Woche in Taizé in Frankreich zu einem

Treffen mit Jugendlichen aus vielen Teilen Europas:

Meine Erfahrungen dort waren überwältigend.

Danach wurde mir klar, dass wir nicht alle den gleichen

Blick auf das christliche Leben haben, da muss noch

viel getan werden. Die christliche Lebenshaltung kann

nicht mit anderen Religionen verglichen werden, zum

Beispiel mit der von Muslimen. Denn wir glauben

an unterschiedliche Dinge und unsere Sichtweise

auf alles ist anders.In den Straßen ist es noch immer

We (Edith and I) had a feast where we presented the

beauty that Zambia has to offer like our outstanding

culture, the beautiful Zambian nature and its

inhabitants, and all that you have to know about

Zambia in summary. The outcome was very amazing.

We also prepared delicious dishes that our guests

enjoyed.

My work continues to be amazingly interesting,

sometimes it is stressful, but life goes on and after all

not all days are the same.

I attended a Taizé meeting in France with youths

from different parts of Europe: my experience there

has been mind-blowing. Afterwards I realized that

we don‘t have the same views on our Christian life

and there is still a lot to be done. The lifestyle of a

Christian can‘t be compared to that of somebody with

another religion, for example with that of a Muslim,

because we believe in different things and our view on

everything is different.

It is still cold outside on the streets, the wind is even

stronger and it is raining throughout. But summer

is near - drawing me closer to the end of my stay in

Germany.

Time moves faster and patience has a great reward for

those who wait. Ten months down the line, two more

to go.

Mummy never forget me in your prayers, I need them

more than ever.

Thank you,

Tatila Cecilia.


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Geduld wird belohnt

Patience pays

Jetzt bin ich seit 10 Monaten in Deutschland, weit weg

von meiner Familie. Ich bin sehr froh und glücklich,

dass mein freiwilliges Jahr bald zu Ende geht. Für mich

war es ein langer Weg bis hierhin. Nichtsdestotrotz

wird mein Freiwilligenjahr eine denkwürdige

Geschichte sein, weil man diese Art von Chance nur

sehr selten bekommt.

Life is good with me though I spend much of the time

working in the hospital. I feel good about that but

sometimes it is very stressful for me because I work

more. Nevertheless, I understand that because this

is the kind of life I will live for the rest of my life: to

be working at a hospital. And I am still learning new

things at the hospital.

Ich bin jetzt in einer neuen Gastfamilie und bin sehr

glücklich bei meiner neuen Gastmutter. Sie ist wirklich

eine gute Frau, die es verdient, Mutter genannt zu

werden. Seit zwei Monaten wohne ich jetzt bei ihr.

Sie zeigt mir, wie man strickt und jetzt bin ich gerade

dabei, mir einen Sommerpulli zu stricken, den ich

Ende Mai fertig haben möchte.

Als ich von meiner neuen Gastmutter hörte, dachte

ich, das Leben würde recht hart für mich werden. Denn

sie ist nicht mehr jung und lebt allein, aber zu meiner

Überraschung ist es das Gegenteil von dem, was ich

erwartet habe. Wann immer wir zusammen sind, ist

sie darum bemüht, dass es mir nicht langweilig wird,

oder dass ich viel an zu Hause denke. Stattdessen geht

das Leben hier ganz normal weiter, so wie in Sambia,

wo ich Geschwister und meine Eltern habe, die mich

mit Reden beschäftigen. Sie sorgt immer dafür, dass es

mir gut geht und deshalb mag ich sie wirklich, weil sie

alles tut, damit ich mich wohl bei ihr fühle. Eigentlich

ist es schwierig, mit jemand zusammen zu leben, den

man nicht gut kennt, aber mit ihr habe ich ein gutes

Leben.

Das Leben meint es gut mit mir, auch wenn ich viel

Zeit bei meiner Arbeit im Krankenhaus verbringe. Ich

mag diese Arbeit, auch wenn es manchmal stressig

ist, weil ich viel arbeite. Aber ich verstehe es, denn

das wird auch die Arbeit für den Rest meines Lebens

werden, die Arbeit in einem Krankenhaus. Und ich

lerne immer wieder neue Dinge im Krankenhaus.

Bei meinem Aufenthalt hier in Deutschland habe ich

auch viel Spaß bei Dingen gehabt, die es in Sambia

nicht gibt. Im Februar habe ich zum ersten Mal den

Karneval miterlebt und das hat mir sehr gut gefallen.

Dann lerne ich jetzt auch Schwimmen.

Es gefällt mir sehr gut, auch wenn es ziemlich

schwierig für mich ist. Aber ich bin sicher, dass ich

It is now 10 months that I am staying in Germany away

from my family. I am very glad and happy that my

voluntary year is coming to an end. It has been a long

way for me to reach this point of time. Nevertheless,

my voluntary year in Germany will be a memorable

story to tell, because this kind of opportunity is rare

to find.

I am now staying with a new family and I am very

happy to stay with my new host mother. She is really

a good woman who deserves to be called a mother.

It is now 2 months that I am living at her house. She

taught me how to knit and right now I am knitting a

summer top which I am looking forward to finish by

the end of May. When I changed the family, I thought

life was going to be hard for me, since she is quite old

and because she lives alone. But to my surprise it is

the opposite of what I was thinking. Whenever I am

with her, she thinks of something so that I do not get

bored or think too much about home. Instead life just

flows normally like at home in Zambia where I have

siblings and parents who make me busy with talking.

She really makes sure that everything is good for me

and for that reason I truly love her because she makes

me to feel at home. Usually it is difficult to get used

to a person you do not know very well, but with her I

have a precious life.

es einigermaßen kann bis zum Ende meines Jahres in

Deutschland.

Ich kann noch nicht ganz glauben, dass ich schon

bald nach Hause zurückkehre, weil es eine lange

und manchmal harte Reise für mich war. Ich habe

schon so oft geweint, wenn ich an den Monat meiner

Rückkehr dachte. Deshalb bin ich jetzt auch so

froh, dass nur noch wenig Zeit bis dahin vergehen

wird. Ein Sprichwort sagt „Geduld wird belohnt“, so

überzeugte und ermutigte ich mich, in Zeiten, wenn

ich es mich sehr beunruhigt hat, wann der Zeitpunkt

meiner Heimkehr kommt, dass egal was passiert, die

Zeit meiner Rückkehr kommen wird und ich deshalb

einfach geduldig sein sollte. Dieses Sprichwort half

mir wirklich, mein Heimweh zu überwinden.

Ich bedanke mich sehr beim EWE, diesen Austausch

zwischen sambischen und deutschen Jugendlichen

zu organisieren, weil es mir tatsächlich geholfen

hat, mehr Interesse und Erfahrung zu sammeln für

das, was ich in meinem Leben vorhabe. Ich danke

auch Gott, dass ich von Anfang bis jetzt bei guter

Gesundheit bin. Ich bin glücklich und froh, noch ein

During my stay in Germany I have really enjoyed some

things which we do not do in Zambia. In February I

liked the carnival, it was my first time to see it and

therefore I really liked it. I am now learning how to

swim. At the moment I am enjoying it very much.

Though it is quite difficult for me but I know I will

manage it by the end of my stay.

I cannot believe that I am almost about to go back

home, because it has been a long and tough journey

for me. I cried for so many times whenever I was

thinking of the month I will go back home. Therefore I

am very happy that there is just a short period of time

left. As a saying goes „Patience pays“, I convinced

and encouraged myself, at times when I was troubled

much about when I will go back home, that no matter

what, the time for me to go back home will come,

therefore I should be patient. This saying really helped

me to overcome homesickness.


Seite 16 Seite 17

Unsere Neuen

weiteres Mal über meinen Aufenthalt in Deutschland

berichten zu können.

Danke

Edith Nabbili

I thank the EWE organization for arranging this

exchange between the Zambian and German youths

because it has really helped me to become more

interested and experienced in what I am intending

to do for my living. I also thank God that I am still

at good health from the time I came until now. I am

happy and glad to report again once more about my

staying.

Thank you.

Edith Nabbili

Priscilla

Ich heiße Priscilla Daka, bin 18 Jahre alt, geboren am

8. September 2000. Ich lebe im südlichen Teil von

Sambia, in Namalundu Kafue Gorge.

2007 bin ich in die Namalundu Grundschule

gekommen, 2015 habe ich an der St. Joseph´s Secondary

School meine mittlere Reife bestanden und 2018 an

derselben Schule mein Abitur. Ich habe insgesamt 8

Punkte erreicht bei dieser letzten Prüfung. An der

St. Joseph´s Schule habe ich auch unterschiedliche

Auszeichnungen und Bescheinigungen erhalten als

eine der besten und intelligentesten Schülerinnen.

Ich lebe mit meinen beiden Eltern zusammen in

Kafue Gorge. Mein Vater arbeitet als Polizist beim

Militär und meine Mutter kümmert sich um unsere

gesamte Familie. Ich habe noch vier Geschwister, drei

Brüder und eine Schwester, zusammen sind wir also

fünf Kinder.

Mein älterer Bruder Samuel ist 20 Jahre alt, meine

Schwester Joyce ist 16, mein jüngerer Bruder Joseph

ist 14 und mein kleiner Bruder Daniel ist 3 Jahre alt.

My name is Priscilla Daka, I am 18 years of age and I

was born on the 8th of September 2000. I live in the

southern part of Zambia in Namalundu Kafue Gorge.

I started my grade one at Namalundu Primary School

in 2007 and I wrote my seventh grade examination

at the same school. I passed grade seven and went to

St.Joseph´s Secondary School where I wrote my junior

examination in 2015. I passed the exams and went back

to the same school for my senior education and that is

where I finished my education last year 2018. I scored

8 points on the final senior exams. While I was at St.

Joseph´s, I obtained different awards and certificates

for being one of the best and brightest students.

I live with both my parents in Kafue Gorge. My father

is in military service as a police officer and my mother

takes care of us and our whole family. I have four

siblings: three brothers and one sister which makes us

five in total. My big brother Samuel is 20 years old, my

sister Joyce is 16, my younger brother Joseph is 14 and

my baby brother Daniel is 3 years of age.

I do not have an occupation at the moment and I

enjoy drawing and art, watching television, reading

novels and sleeping during my free time. I also enjoy

listening to music and talking to people (engaging

myself in conversation with people).

My life is an open book and I like talking to people

about myself when I am asked to do so. I really want

to study engineering when I am back from Germany

(biomedical engineering to be more specific). I love

having friends around and talking to people in order

to get to know them better and I enjoy learning new

things.

Priscilla Daka


Seite 18 Seite 19

Zur Zeit habe ich keine Beschäftigung. In meiner

Freizeit zeichne ich gerne und mag Kunst, schaue

Fernsehen, lese Romane und schlafe. Dann höre ich

auch gerne Musik und mag es mit Leuten zu reden,

also ich mich an Gesprächen zu beteiligen.

Mein Leben ist ein offenes Buch und ich rede gerne

über mich selbst, wenn ich gefragt werde. Ich habe

gerne Freunde um mich herum und spreche gerne mit

Leuten, um sie besser kennenzulernen und ich lerne

gerne neue Dinge hinzu.

Nach meinem freiwilligen Jahr in Deutschland

möchte ich gerne Ingenieurwissenschaft studieren:

Biomedizin, um genauer zu sein.

Priscilla Daka

Anmerkungen der Redaktion:

*In der sambischen Gesellschaft gehört es zu

den verwandtschaftlichen Verpflichtungen,

insbesondere Waisen von Familienmitgliedern

in die eigene Familie aufzunehmen. Dies kommt

in Sambia häufig vor und ist daher auch nicht

ungewöhnlich. Die aufgenommenen Kinder haben

dann die gleichen Rechte und Pflichten wie die

eigenen Kinder.

**Clinical Officer in Sambia ist ein Beruf ähnlich

MTA in Deutschland.

Eugine

Ich wurde am 9. Juli 2000 geboren und bin 18 Jahre

alt. Ich wurde in eine Familie mit 2 Kindern geboren:

meiner älteren Schwester und mir. Aber jetzt bin ich

allein übriggeblieben, weil meine Schwester gestorben

ist. Jahre später ist auch meine Mutter an einem

Asthma Anfall gestorben. Zu meinem Vater habe

ich keine Informationen. Ich lebe zusammen mit

einigen Vettern bei meiner Großmutter. Das Leben

ist für mich in Ordnung, bis auf die Tatsache ohne

Eltern aufzuwachsen. Denn meine Tanten und Onkel

kümmern sich um alle meine Bedürfnisse.*

Seit 2007 bin ich zur Schule gegangen und habe mein

Abitur im Jahr 2018 gemacht.

Ich bin jemand, der sich gerne mit unterschiedlichen

Menschen umgibt, weshalb ich auch sehr gesellig

bin. In meiner Freizeit gehe ich gerne mit meinen

Freunden spazieren, um neue Orte zu entdecken.

Außerdem mag ich gerne Videospiele und Basketball.

In Deutschland möchte ich gerne ganz viele Dinge

kennenlernen. Während meines freiwilligen Jahres

würde ich gerne in einem

Kindergarten arbeiten, weil

ich Kinder sehr gern mag,

oder in einem Krankenhaus,

weil ich Clinical Officer**

oder Krankenpfleger werden

möchte.

Der Grund, weshalb ich

nach Deutschland kommen

möchte, ist, dass ich mehr

über die Menschen in

Deutschland verstehen möchte

und wie andere Menschen

an unterschiedlichen Orten

leben. Auch möchte ich meine

sambische Kultur und ihre

guten Seiten teilen.

Eugine Himunza

I was born in 2000 on the 9th of July and I am 18

years old. I was born in a family with two children:

my elder sister and myself. But currently I am left

alone because my elder sister passed away. Years later

Mum passed away of an asthma attack. As for Dad

I have no information about him. I am living with

my grandmother and cousins. Life has just been okay

despite not having parents, this is because my uncles

and aunties are meeting all my needs.

In 2007 I started my education and I completed it in

2018 with a full certificate.

I am a person who likes to associate with different

types of people this because I am social with every

person. During my free time, I like taking walks with

my friends and go out to new places. I also like to play

video games and basketball.

In Germany I would like to experience a lot of things

and I would love to work in a kindergarden because I

love children or in a hospital because I would like to

follow a career as a clinical officer or a male nurse.

The reason why I want to come

to Germany is because I would

like to understand more about

people in Germany and how

other people live in different

places. Also, I would like to

share my Zambian culture and

the good part of it.

Eugine Himunza


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Naomie

Hallo, mein Name ist Naomie und ich bin die neue

Freiwillige des ewe‘s für das Jahr 2019/2020. Ich bin 25

Jahre alt und lebe mittlerweile seit 3 Jahren in Aachen.

Im Sommer 2018 habe ich meinen Bachelorabschluss

in Kommunikationsdesign gemacht.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich viel mit

Musik. Außerdem laufe ich viel mit meiner Kamera

herum und schieße Fotos von meinen Freunden.

Manchmal entstehen daraus auch Fotoprojekte oder

neue Collagen, die ich anfertige.

Während meiner Bachelorphase habe ich angefangen,

als Assistentin für eine Frau mit

Behinderung zu arbeiten, die auf

einen Rollstuhl angewiesen ist. So

sammle ich erste Erfahrungen im

sozialen Bereich. Denn ich möchte

zukünftig im sozialen Bereich bleiben

und arbeiten. Mir macht die Arbeit

mit Menschen bis heute Spaß, sodass

ich den Nebenjob als Assistentin auch

weiterhin beibehalten habe.

Aber dabei möchte ich es nicht belassen:

ich möchte mehr lernen im Bereich

der sozialen Arbeit. Deshalb habe ich

mich letztes Jahr dazu entschieden,

mit einer Organisation ein freiwilliges

Jahr im Ausland zu machen. Hierbei

habe ich mich für das schöne Sambia

und den ewe entschieden. Was mich

vor allem antreibt und worauf ich

gespannt bin, ist mit den Menschen

in Sambia zu leben, ihre Kultur und

Lebensweise kennenzulernen und neue

Erfahrungen sammeln zu können. Für

mich soll das Jahr in Sambia nicht nur

meiner persönlichen, sondern auch

der beruflichen Orientierung dienen.

Denn mein Wunsch ist es, einen

sozialen Beruf zu studieren.

Hi, my name is Naomie and I am the new volunteer

of ewe for 2019/2020. I am 25 years old and have been

living in Aachen for 3 years now. In summer 2018

I achieved a bachelor’s degree in communication

design.

In my free time I spend a lot of time with music. And

I like walking around with my camera, taking pictures

of my friends. And sometimes I also do photo projects

or create new collages.

Towards the end of my studies, I started working

as an assistant for a woman with disability who is

Erfahrungen. Aber ich bin natürlich auch offen, mit

behinderten Menschen zu arbeiten. Denn auch wenn

ich hier schon einige Erfahrungen gesammelt habe,

gibt es immer noch viel zu lernen.

Ich freue mich sehr, mit dem ewe ein Jahr in Sambia

zu verbringen und dort gemeinsam mit den Menschen

leben und von ihnen lernen zu dürfen.

Naomie Rothkamp

depending on a wheelchair. Here I can already gain

some experience in the field of social work, because in

the future I want to work in this professional field. Up

to now I like working with people, therefore I continue

the part-time job as an assistant.

But I do not want to leave it at that: I want to learn more

about social work. That is why last year I decided to do

a voluntary year abroad, organized by an organization.

To do so I have chosen the beautiful country of Zambia

and the ewe. Above all, it motivates me to live with

the people of Zambia, to get to know their culture and

their lives and to gain new experiences. For me, the

year in Zambia is not just going to be for my personal

development, but it is going to help in terms of career

orientation, because I want to study a profession in

the social work field in the future.

I could imagine working with children, because I have

no experience in this field yet. I think I could learn a lot

and I surely would enjoy working with children. But

I am also open to work with people with disabilities,

because although I already have some experience in

this field, there is still a lot to learn.

I am looking forward to spending a year with the ewe

in Zambia and most of all I am looking forward to

living there with a family and learning from them and

the people I will meet.

Naomie Rothkamp

So kann ich mir gut vorstellen, mit

Kindern zu arbeiten. In diesem

Bereich habe ich bislang noch keine


Seite 22 Seite 23

Was macht eigentlich ...?

Fast 5 Jahre her…

...ist mein Jahr in Sambia. Ich bin nach dem Abitur

im Jahr 2014 mit den anderen beiden Freiwilligen

Anna und Lea nach Sambia gereist. Dort habe ich in

Monze im Nchete Compound gelebt. Das Jahr über

habe ich im Monze Mission Hospital im sozialen

Dienst, in der Manungu Clinic und in der Preschool

der Our Lady of the Wayside Parish gearbeitet. Da

meine Einsatzgebiete sehr nah beieinander lagen, fiel

es mir leicht Kontakt zu knüpfen und auch zu halten,

besonders weil alles sehr familiär war und jeder jeden

kannte. Ich vermisse die gemeinsamen Aktivitäten,

die es in meiner Parish mehrmals wöchentlich gab.

Die Jugendlichen trafen sich, um traditionelle Tänze

zu proben, für ein spontanes Fußballspiel oder die

Chorproben. Auch nach 5 Jahren werde ich noch in

die ein oder andere Whatsapp Gruppe eingeladen und

habe ab und zu Kontakt zu Freunden übers Internet.

Mittlerweile studiere ich Soziale Arbeit in Düsseldorf.

Ich habe mich für einen dualen Studiengang

entschieden, bei dem ich die Möglichkeit habe,

praktische Erfahrungen zu sammeln.

Almost 5 years ago…

…I started my journey to Zambia. After completing

school in 2014 I travelled along my two fellow

volunteers Anna und Lea to Zambia. I lived in Monze,

Nchete compound. Throughout the year I worked at

Monze Mission Hospital in social service, Manungu

Clinic and I had the chance to experience Preschool

from the Our Lady of the Wayside parish. Since my

working places were very close to each other, it was

very easy to establish and maintain contact. I miss

the Youth’s meetings, where they came together for

rehearsing the traditional dances, choir meetings or

spontaneous football matches. Even after 5 years I get

invitations to whatsapp groups and every now and

then me and my friends get in contact via internet.

Meanwhile I study social work in Düsseldorf. I

have decided to take a dual course where I get the

opportunity to gain practical experience. I do the

practical part at the Lebenshilfe (an organization for

persons with intellectual disability), where I regularly

change areas to get a deep insight into different

working routines.

Den praktischen Teil leiste ich bei der Lebenshilfe, bei

der ich regelmäßig die Bereiche wechsle, um einen

möglichst breiten Einblick zu bekommen.

Even today I often think back to my time in Zambia

and compare many everyday situations of today with

the situations of the time in Zambia and notice that

Zambia, my host family and all the people I met during

the year will always remain in my memory this way.

Nurit Rudolph

Auch heute denke ich noch häufig an die Zeit in Sambia

zurück und vergleiche viele alltägliche Situationen von

heute mit den Situationen aus der Zeit in Sambia und

bemerke, dass mir Sambia, meine Gastfamilie und all

die Leute, die ich während des Jahres kennengelernt

habe, auf diese Weise immer in Erinnerung bleiben.

Nurit Rudolph


Seite 24 Seite 25

Beziehungsstatus: Kompliziert

Ein Jahr als Freiwillige/r des eine-welt-engagement

in Sambia prägt nachhaltig. Im Vorfeld ist eine

hohe Motivation nötig, sich auf eine so gänzlich

andere Kultur einzulassen und mit den Menschen

in einer sambischen Familie und einer katholischen

Gemeinde zu leben, eben andere Familien- und

Kirchenerfahrungen zu machen. Dieses Konzept ist

Alleinstellungsmerkmal des ewe gegenüber anderen

weltwärts-Entsendeorganisationen.

Allerdings lassen oft das anschließende Studium

oder eine Ausbildung sowie die Reintegration in die

deutsche Kultur und Gesellschaft ein Engagement

im und für den ewe nicht zu. Und dies, obwohl wir

als Verantwortliche und der ewe als Ganzes auf das

„Experten“-Wissen der ehemaligen Freiwilligen für

unsere Arbeit angewiesen sind und uns im Sinne

künftiger Freiwilligen

ihre Erfahrungen nutzbar

machen könnten. Manchmal

- abhängig von Studienort

und der verfügbaren

Zeit - bringen unsere

Freiwilligen ihre Expertise

in die Vorbereitung neuer

Freiwilliger oder bei

Infotagen ein. Doch eine

kontinuierliche Mitarbeit ist

meist nicht möglich.

Gleichzeitig sind die

Herausforderungen für

unsere ehrenamtliche

Vorstandsarbeit und

die Anforderungen an

Auswahl und Begleitung

der Freiwilligen sowie der

Verwaltungsaufwand in den

letzten Jahren gestiegen,

zumal wir uns der Idee

und Kultur unseres Vereins

zu partnerschaftlicher

Zusammenarbeit und

kommunikativem

The status of our relationship is

complicated

Spending a year in Zambia as an eine-welt-engagement

volunteer leaves a mark. One requires a high amount

of motivation not only to engage oneself in a

completely different culture and to live with people

in a Zambian family and in a catholic community but

also to experience other family and church cultures.

This concept is the unique characteristic of the EWE

in comparison to other inter-country exchange

organizations.

The scholastics and reintegration into the German

culture and society that follow after the voluntary

service often doesn‘t allow engagement with the EWE,

although we, the ones responsible for the EWE and the

entire EWE community at large, could learn a lot from

the knowledge of these volunteers and we actually do

rely on this knowledge. Depending on time and place

Austausch mit unseren Partnern in Sambia

verpflichtet fühlen. Gegenseitiges Verständnis und die

gemeinsame Weiterentwicklung des Dienstes bilden

die Grundlage des eine-welt-engagement und sind

essenziell. Dem wirken leider oft typisch deutsche

Verwaltungsvorschriften und schwer zu vermittelnde

sambisch-kulturelle Eigenheiten entgegen.

Entsprechend verlangt unsere Kommunikation ein

hohes Maß an Kultursensibilität.

Diese Herausforderungen sehen auch unsere

sambischen Partner. Doch auch ihnen fehlt die

Expertise der ehemaligen Freiwilligen – hier meist

bedingt durch Studienort und Familiensituation.

Dennoch sind alle Freiwilligen grundsätzlich hoch

motiviert, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Denn sie

haben sich vor der Ausreise im Freiwilligenvertrag

verpflichtet, sich auch nach dem Freiwilligenjahr in

Sambia oder Deutschland für den ewe zu engagieren.

Doch finden diese Motivation einerseits und der

Bedarf an Mitarbeit andererseits offensichtlich keine

gemeinsame Schnittstelle.

Die Beziehung der ehemaligen Freiwilligen zum ewe

stellt sich also kompliziert dar und ist aktuell für beide

Seiten unbefriedigend:

Von ca. 100 Vereinsmitgliedern und mittlerweile auch

fast 90 Freiwilligen (von denen nur ein Teil gleichzeitig

auch Mitglieder sind) arbeiten im erweiterten Vorstand

9 Menschen aktiv mit. Diese sind in den Bereichen

deutsche Freiwillige, sambische Freiwillige, interne

und externe Kommunikation und Geschäftsführung

(Leitung, Finanzen, Schriftführung) engagiert.

Nun ist es nicht ganz einfach, Menschen im Alter

zwischen 22 und 71 Jahren, die im Rheinland

irgendwo zwischen Aachen und Bonn, zwischen

Mönchengladbach und Hürtgenwald verstreut leben,

dazu unterschiedlich beruflich und familiär gebunden

sind, in einer gemeinsamen Vorstandsarbeit

und mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten

zusammen zu führen und einzubinden. Dennoch

ist dies notwendig und es gelingt auch so, dass die

Freiwilligenarbeit nach anerkannten und zertifizierten

Qualitätsstandards geleistet werden kann. Hingegen

of study, our volunteers do sometimes bring their

expertise to the table to help while preparing new

volunteers or during meetings although continuous

work is not possible.

The challenges of our honorary administrative work

and the attention that choosing, supporting and

maintaining the volunteers requires has risen in the

past years. This is especially because we feel obliged

to work together and communicate with our partners

in Zambia in accordance with the idea and culture

of our Association. A mutual understanding and

unified development of our service is an important

base of the eine-welt-engagement. Typical German

administrative regulations and peculiarities of the

Zambian culture that are hard to convey work against

this mutual understanding and unified development.

Furthermore, our communication requires a lot of

cultural sensitivity.

Our Zambian partners have noticed all these

challenges too but, as with us, they lack the expertise

from former volunteers mainly due to place of study

and situations in the respective families of the former

volunteers.

All volunteers are highly motivated to share their

experiences. As in the voluntary service contract, they

also committed to engage themselves in the ewe either

in Germany or Zambia after their service. Apparently,

this motivation and the requirement for work do not

meet.

The relationship between former volunteers is

therefore complicated and for both sides not satisfying.

From almost 100 members and currently almost 90

volunteers (of which only a small part are members too),

9 are working actively in the extended Administration.

These 9 are engaged in the following areas: German

volunteers, Zambian volunteers, internal and external

communication and administration (management,

finance, record keeping).

It is rather difficult to pull people to administratively

work together and give them various responsibilities


Seite 26 Seite 27

musste die Projektarbeit des ewe in den letzten Jahren

weitestgehend zurückgefahren werden. Sie existiert

nur noch rudimentär in Form von Schulfee-Zambia.de

in Trägerschaft der Katholischen Hochschulgemeinde

Aachen - vom ewe und mit großem finanziellem

Engagement des ewe an der Anne-Frank-Schule

unterstützt.

Um dieses Engagement in den kommenden Jahren

nachhaltig weiterführen zu können, brauchen wir

das Engagement der ehemaligen Freiwilligen. Und

damit diese sich einbringen können, müssen die

Vorstandsaufgaben breiter verteilt werden. Das

wiederum braucht ein Mehr an Kommunikation

im Vorstand sowie den einzelnen Teams und

Verantwortungsbereichen. Und es braucht auch

ein Mehr an kultursensibler Kommunikation mit

unseren sambischen Partnern. Gerade hier könnten

die Kompetenzen der ehemaligen deutschen,

wie sambischen Freiwilligen zu konstruktiven

Verbesserungen führen.

Damit ehemalige Freiwillige dies einbringen können

- bei Bedarf und ohne überfordernde Dauerbelastung

-, schlage ich eine ewe-Dienste-Plattform, auf der sich

Aufgaben und Dienstanbieter verlinken, vor:

Vorstand und Verantwortliche posten Aufgaben

auf dieser Plattform - konkret beschrieben mit

voraussichtlichem Zeitbudget und Fristen.

Ehemalige Freiwillige und interessierte Mitglieder

des Vereins wiederum posten ein persönliches Profil

mit den Fähigkeiten, Vorlieben und dem Zeitbudget,

das sie für Aufgaben des ewe zur Verfügung stellen

wollen. Sie können so Aufgaben zeitlich begrenzt

übernehmen, ohne sich langfristig binden zu müssen.

Eine Art freie Mitarbeiterschaft.

Am 3. Juli findet unsere diesjährige

Mitgliederversammlung in der KHG-Aachen statt.

Eine Gelegenheit, sich über die Arbeit des eine-weltengagement

e.v. zu informieren und sich mit Ideen

in die Vorstandsarbeit einzuklinken, Fähigkeiten,

Erfahrungen und Zeit einzubringen: eben sich für die

Menschen in der einen, bedrohten Welt und für die

when the people are aged between 22 and 71, spread

in the Rheinland between Aachen and Bonn or

Moenchengladbach and Huertgenwald and are living

different family lives. But it is necessary and the

voluntary work is done meeting all required approved

and certified quality standards. The Project works of

the EWE have, in the past years, greatly fallen behind

and currently only rudimentarily exist as Schulfee-

Zambia.de in partnership with the Katholische

Hochschulgemeinde Aachen which is supported by

the EWE, and as financial engagement from the EWE

to the Anne-Frank-Schule.

If we are to sustainably continue this engagement, we

would require the support of the former volunteers.

To archive this goal, the responsibilities of the

administration would have to spread even broader.

That itself would require more communication

within the administration and between the various

teams. It would also require more culturally sensitive

communication with our Zambian partners. Here,

once again, I call upon the expertise of not only the

German volunteers but also the Zambian volunteers.

For the purpose of allowing former volunteers to

perform the mentioned tasks when they wish and

without being continuously overworked, I would like

to propose an ewe-service-platform where tasks and

those ready to perform them get linked together:

The administration and those responsible for various

functions would post tasks on this platform, extensively

described with a time budget and deadlines.

Former volunteers and interested members of the

Association would post a personal profile, their

preferences and their time budget with respect to

the tasks that the EWE would post. In this way, they

would take tasks without having to be engaged for the

long-term. It would be a kind of free personnel.

Our general meeting will take place this year on the

3rd of July in the KHG-Aachen. This is an opportunity

for all to inform themselves over the work of the einewelt-engagement

e.v. and to catch up with the ideas

of the Administration, their capabilities and their

Partnerschaft mit den Menschen im südlichen Sambia

zu engagieren.

Auf uns alle kommt es an, dass junge Menschen auch

weiterhin die Gelegenheit bekommen, eine andere

Kultur und eine andere Kirche hautnah und intensiv

zu erleben und so wirkliche Partnerschaft zu erleben.

Guido Schürenberg

Liebe Vereinsmitglieder,

experiences. It is also an opportunity to take time

and engage oneself with the people of this Eine

Welt (One World), which is under threat, and to

engage oneself in the partnership with the people

in southern Zambia.

For us all, what matters is that young people

continue to get the chance to closely and intensively

experience a different culture and a different church

and in doing so experience real partnership.

Guido Schürenberg

Ankündigung

am Mittwoch, den 3.Juli 2019

wird um 19 h

in den Räumlichkeiten der Katholischen Hochschulgemeinde Aachen

Pontstr. 74-76, 52062 Aachen

die ewe Mitgliederversammlung 2019 stattfinden.

Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen und rege Teilnahme!

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