Berliner Kurier 24.06.2019

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10 BERLIN BERLINER KURIER, Montag, 24.Juni 2019

Er wollte eine Frau schützen

Tram-Gang schlägt Helfer k.o.

Köpenick –Ein 20-Jähriger ist

in der Straßenbahn M27 bewusstlos

geschlagen und beraubt

worden. Er erlitt bei der

Attacke in der Nacht zu Sonntag

in der Müggelheimer Straße

eine Nasenbeinfraktur und

weitere Gesichtsverletzungen.

Die Angreifer, eine Gruppe mit

etwa zehn Jugendlichen, stahlen

ihm sein Basecap und seinen

Bluetooth-Lautsprecher.

Die Gruppe hatte die Telefonnummer

einer 18-Jährigen gefordert.

Als der 20-Jährige die

Jugendlichen bat, die junge

Frau in Ruhe zu lassen, schlugen

sie plötzlich auf ihn ein.

Foto: dpa

Die Broschürezum Beteiligungsverfahren

für die Umgestaltung

des Checkpoint Charlie.

Der neue Checkpoint Charlie

Museum und Sozialwohnungen

Berlin –„Zukunft Checkpoint

Charlie“ steht auf einer Broschüre

die am Checkpoint

Charlie ausliegt. An dem ehemaligen

Grenzübergang konnten

sich Bürger und Interessierte

über die derzeit vorliegenden

Pläne zur Umgestaltung

des geschichtsträchtigen Areals

informieren. Der größte Touristenmagnet

Berlins soll schöner

werden. Wo sich nach dem

Mauerbau 1961 amerikanische

und sowjetische Panzer gegenüberstanden,

könnten nach

dem Willen des Senats ein Museum

des Kalten Krieges und

Sozialwohnungen entstehen.

Fotos: dpa, Beuth-Hochschule

So könnte das Spaßbad aussehen:

Tierpark-Chef Andreas Knieriem ist

darüber wohl nicht begeistert.

DasSpaßbad, bei

dem der Zoo-Chef

keinen Spaß versteht

Lichtenbergwill unbedingt eine Multifunktionsschwimmhalle. Als Top-Standortwird der Tierpark gehandelt

Von

NORBERT KOCH-KLAUCKE

Berlin – Ein Plan kocht wieder

hoch. Das Bezirksamt

Lichtenberg meldet jetzt erneut

großes Interesse beim

Senat an, ein Kombi-

Schwimmbad in dem Bezirk

errichten zu lassen. Bei den

favorisierten Spaßbad-

Standorten steht der Tierpark

wieder ganz oben auf

der Liste. Für die Berliner

Bäder-Betriebe wäre er ideal.

Doch Tierpark-Chef Andreas

Knieriem hat offenbar keinen

Spaß daran.

Das Wiederbeleben des Planes

liegt nicht nur an der Hitze, bei

der jeder gerne im Schwimmbad

wäre. Die steigende Einwohnerzahl

in Lichtenberg ist

der Grund, warum das Bezirksamt

auf ein Multifunktionsbad

mit Innen- und Außennutzung

beim Senat drängt, der dieses

genehmigen und finanzieren

soll. „Wir haben im Bezirk nur

drei Schwimmhallen. Diese reichen

nicht für über 300000

Einwohner aus, die wir durch

die wachsende Stadt künftig in

Lichtenberg haben werden“,

sagt Bezirkssportstadtrat Wilfried

Nünthel (CDU).

Der Bezirk hatte bereits Ende

2018 zu möglichen Standorten

eine Machbarkeitsstudie bei

der Beratungsgesellschaft für

Stadterneuerung und Modernisierung

in Auftrag gegeben. Die

Macher favorisieren darin das

Gelände des Zwischenpumpwerkes

südlich der Landsberger

Allee, was die Wasserbetriebe

zum Teil verkaufen wollen,

und den Tierpark-Wirtschaftshof.

Den

Abschlussbericht erwartet

Nünthel in diesen Tagen, den er

dem Senat vorlegen will. Von

einer Änderung der bevorzugten

Standorte sei nicht auszugehen.

Bei den Berliner Bäder-Betrieben

findet der Tierpark großen

Zuspruch, der dann als

dritter oder vierter Kombibad-

Standort infrage käme, den sie

für Berlin planen. „Das

Schwimmbad als Freizeit- und

Kultureinrichtung mit Tierpark

wäre ein zusätzlicher Anziehungspunkt

für Familien,

von denen beide Seiten profitieren

könnten“, sagt Bäder-Betriebe-Sprecher

Matthias

Oloew dem KURIER. Ein großer

Vorteil ist, dass der Tierpark

direkt an der U-Bahnstrecke

U5 liegt. Damit könne auch

der Bezirk Marzahn-Hellersdorf

das Bad nutzen, der seit

Jahren ebenfalls eine Multifunktionshalle

fordert. Mitte

Juli soll es ein Treffen zwischen

Bezirk Lichtenberg und

den Bäder-Betrieben geben.

Vom erneuten Spaßbad-Plan

scheint Tierpark-Chef Knieriem

nicht begeistert zu sein.

Schon vor fünf Jahren, als das

Thema erstmals diskutiert wurde,

sagte er: „Ich bin kein Bademeister.“

Dem Vernehmen

nach lehnt Knieriem das Bad im

Tierpark-Wirtschaftshof weiter

ab, da dieser gerade samt

Verwaltungsgebäude saniert

wurde. Dort zieht künftig die

Tierpark-Leitung ein.

Außerdem muss der Senat zustimmen.

Der will aber, dass

erst einmal die Kombibäder für

über 85 Millionen Euro entstehen,

deren Bau bereits seit 2015

genehmigt ist: Die Multifunktionshalle

in Mariendorf, die

2024 eröffnet werden soll und

für die das Bebauungsplanverfahren

noch bis Ende 2019/Anfang

2020 läuft. Für das Kombibad

in Pankow beginnt das Bezirksamt

erst jetzt das B-Plan-

Verfahren, es soll zweieinhalb

Jahre dauern. Die Eröffnung ist

für 2025 geplant.

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