Berliner Zeitung 24.06.2019

BerlinerVerlagGmbH

Die neuen Pläne des Senats für den Checkpoint Charlie – Berlin Seite 9

Elche in

Brandenburg

Seite 15

16°/27°

Viel Sonnenschein

Wetter Seite 2

Istanbul und der Sieg der

Demokratie

Politik Seite 4, Kommentar Seite 8

www.berliner-zeitung.de

Finalniederlage –Alba

ohne Glück in München

Sport Seite 17

Montag,24. Juni 2019 Nr.143 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Rammstein-Konzert

als Generationenprojekt

Feuilleton Seite 21

Frauen-Fußball-WM

Mit edler

Technik und

Tape am Zeh

VonFrank Hellmann

Dzsenifer Marozsan

spielt im Viertelfinale

für Deutschland.

Esgibt ein schönes Ritual, das die

deutschen Fußballerinnen nach

dem Aufwärmen aufführen. Die Ersatzspielerinnen

bilden ein trichterförmiges

Spalier, dann sprinten die

für die Startelf nominierten Akteure

los, umsich mit einem Abklatschen

noch Aufmunterung abzuholen. Im

Stade des Alpes vonGrenoble hat vor

dem Achtelfinale gegen Nigeria (3:0)

auch Dzsenifer

Marozsan mit

ausgestreckter

Hand gewartet.

Kommenden

Sonnabend,

wenn es bei der

Frauen-WM im

Viertelfinale gegen

Schweden

oder Kanada weitergeht,

soll die

Spielmacherin

wieder zu denjenigen gehören, die

sich die Anfeuerung abholen. Weil

fußballerischer Fortschritt nur mit

ihr, der Edeltechnikerin von Olympique

Lyon, zustande kommen kann.

Im ersten Gruppenspiel gegen

China brach nach einer rüden Attacke

von Shanshan Wang die mittlere

Zehe ihres linken Fußes. Normalerweise

liegt die Heilungszeit einer solchen

Fraktur bei sechs bis acht Wochen,

aber im Notfall hätte Dzsenifer

Marozsan bereits gegen Nigeria helfen

sollen, wie Bundestrainerin Martina

Voss-Tecklenburg erläuterte:

„Wir hätten sie eingewechselt.“

Es ist die dritte WM, bei der sich

Marozsan, 27, eine Verletzung zugezogen

hat. 2011 in Deutschland verhinderte

ein Innenbandanriss im

Knie ihreTeilnahme,2015 in Kanada

wurde ein Bänderriss im Knöchel

erst nach der Rückreise erkannt. Und

jetzt ist es der Zeh. Sie sagt jedoch:

„Ich weiß, der wird inwenigen Wochen

heilen. Es gibt keinen Grund,

den Kopf hängen zu lassen.“

Sie, die Tochter des ungarischen

Nationalspielers Janos Marozsan, ist

Schlimmeres gewöhnt. Im vergangenen

Sommer hatte eine beidseitige

Lungenembolie zeitweise lebensbedrohliche

Ausmaße angenommen.

Die Umstände von damals helfen,

jetzt alles gelassen einzuordnen.

Dzsenifer Marozsan, die deutsche

Nummer zehn, hat sich langsam ins

Training getastet, ihre weißen Fußballschuhe

schnürte sie erstmals am

Freitag. „Step by step“, Schritt für

Schritt, schrieb „Maro“ auf Instagram,

wolle sie die Rückkehr angehen.

Der lädierte Zeh ist nur mit einem

Tape geschützt. „Ich habe einen

rechten Fuß, und der funktioniert

einwandfrei –und deswegen kann ich

auch gegen den Ball treten.“ Aber natürlich

sei es gut gewesen, dass sie

noch nicht zum Einsatz gekommen

sei. Dashelfe bei der Heilung. Fakt ist:

Sie hat noch Schmerzen. Heil ist der

Zeh nicht. Aber keine sehnt einen

Auftritt im Halbfinale oder gar im Finale

so sehr herbei wie Dzsenifer Marozsan.

Diese Spiele finden in Lyon

statt – ihrer aktuellen Heimatstadt.

SportSeite 20

Kampf der Deckel

DieDeutscheWohnen machtmit einereigenen Mietobergrenze dem Senat Konkurrenz und erntet dafür Kritik

VonElmar Schütze

Der Vorstoß des Immobilienkonzerns

Deutsche

Wohnen, in einer freiwilligen

Selbstbeschränkung

die Mieten nicht über ein bestimmtes

Maß hinaus zu erhöhen,

ist auf geteiltes Echo gestoßen. Ähnlich

wie der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD), der lobte,

dass sich die Deutsche Wohnen zu

„sinnvollen und konkreten Maßnahmen

für eine verantwortungsvollere

Mietenpolitik“ verpflichte, begrüßte

auch der Deutsche Mieterbund den

Vorstoß. „Die Deutsche Wohnen ist

wohl doch noch lernfähig“, sagte

Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz

am Sonntag der dpa.

„Vergiftetes Geschenk“

Doch es gibt auch grundsätzliche

Kritik. Die Rede ist von einem „vergifteten

Geschenk“ und einem

„durchsichtigen Versuch, die Politik

zu spalten“.

DieDeutsche Wohnen –mit rund

111 000 Wohneinheiten Berlins

größter privater Vermieter –ist am

Wochenende mit einem „Versprechen

an unsereMieter“ in die Öffentlichkeit

gegangen. Darinverpflichtet

sich der Konzern dazu, dass kein

Mieter durch eine Modernisierungsmaßnahme

seine Wohnung verlieren

wird. Außerdem soll die Jahresbruttowarmmiete

nicht mehr als

30 Prozent des jährlichen Haushaltsnettoeinkommens

betragen.

Die Kippa-Frage

Katrin Schmidberger,Sprecherin

für Wohnen und Mieten in der Grünen-Fraktion,

sieht darin eine direkte

Antwort auf den am Dienstag

von der rot-rot-grünen Koalition

auf den Weggebrachten Mietendeckel.

Mit ihm sollen die Mieten von

1,5 Millionen Wohnungen für fünf

Jahre auf dem jetzigen Stand eingefroren

werden. Zugleich sind Obergrenzen

geplant. Werden diese

Grenzen überschritten, dürfen Mieter

eine Überprüfung und gegebenenfalls

eine Absenkung ihrer Miete

fordern. Ausnahmen gelten für die

Erstvermietung von Neubauwohnungen

sowie für Sozialwohnungen,

für die der Deckel nicht gilt.

Schmidberger sieht in dem Vorstoß

ein „vergiftetes Geschenk“. Die

Deutsche Wohnen wolle den Mietendeckel

torpedieren. Selbstverpflichtungen

könnten in ihrer Wirkung

den Deckel aber nicht ersetzen.

„Erwirdsooder so kommen.“

Die börsennotierte Deutsche

Wohnen ist auf dem angespannten

Wohnungsmarkt unter anderem

durch ihre Klagen gegen den Berliner

Mietspiegel als besonders aggressiv

wahrgenommen worden. Ob

sie mit der angekündigten Mietbegrenzung

aus der Schusslinie

kommt, ist unwahrscheinlich.

„Die Deutsche Wohnen versucht

zu retten, was zu retten ist“, sagt Michael

Prütz von der Initiative„Deutsche

Wohnen und Co. enteignen“.

„Es ist schon unglaublich, wie viel

Bewegung in die Wohnungspolitik

durch unsere Initiative gebracht wurde.“

Michael Prütz,

engagiert inder Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“

Berlin zieht junge

Juden an, sie

kommen aus aller

Welt, um hier zu

arbeiten, Familien

zu gründen, ihren

Glauben zu pflegen.

Wiesicher fühlen

sie sich? Seite 3

Schließlich habe der Konzern allein

durch die Berliner Einigung auf den

Mietendeckel an der Börse 2,8 Milliarden

Euro verloren. Er verstehe den

Vorstoß auch als direkte Reaktion auf

die Initiative, die dem Senat bereits

mehr als 70 000 Unterschriften für

ein Volksbegehren übergeben hat.

„Sie wollen uns den Wind aus den

Segeln nehmen, aber das wirdihnen

nicht gelingen“, sagt Prütz.

Die Grünen-Politikerin Schmidberger

spricht von einem „durchschaubaren

Ablenkungsmanöver“,

das verschleiernsolle,dass der Konzern

„offenbar weiterhin nicht bereit

ist, von seinem Geschäftsmodell

abzurücken, das mit sozialer

Verdrängung durch Mieterhöhungen

überhöhte Renditen am Finanzmarkt

erzielt“. Tatsächlich

müsse die Deutsche Wohnen die

Börse verlassen, um ein akzeptabler

Gesprächspartner zu sein.

Michael Prütz von der Enteignungs-Initiativesieht

im Vorstoß der

Deutsche Wohnen den „Versuch, die

Politik zu spalten“. Dazu könnte

auch die Idee eines Wohngipfels gehören,

den Vorstandschef Michael

Zahn im Tagesspiegel am Sonntag

vorgeschlagen hat. Der Regierende

Bürgermeister möge doch „alle Beteiligten

am Wohnungsmarkt zu einem

Wohnungsgipfel einladen und

dort die Vorschläge von Vermietern,

Mietervereinigungen und Politik

neu diskutieren“, sagt Zahn.

Druck hochgehalten

Den Akten der

Treuhand

auf der Spur

Linke will Unterlagen der

Bundesministerien einsehen

VonMarkus Decker

Die Bundesministerien sind im

Besitz vonmindestens 60 Akten

zur Arbeit der Treuhandanstalt und

ihrer Nachfolgeorganisation, der

Bundesanstalt für vereinigungsbedingte

Sonderaufgaben –über jene

45 Kilometer Treuhand-Akten hinaus,

die beim Bundesarchiv lagern.

Das ergibt sich aus der Antwort von

Kulturstaatsministerin Monika Grütters

auf eine Anfrage des Vorsitzenden

der Linksfraktion im Bundestag,

Dietmar Bartsch. Der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland)

liegt die Antwortvor.Darin betont

die CDU-Politikerin, dass „in

der Kürze der für eine Beantwortung

schriftlicher Fragen zur Verfügung

stehenden Zeit keine vollständigen

Angaben zu der Anzahl an Akten ermittelt

werden“ konnten. Es könnten

also noch mehr sein.

Bartsch will die verfügbaren Akten

nun einsehen. „Wir fordernTransparenz

und Offenlegung der Treuhandakten

der Bundesregierung“, sagte er.

„Die Ministerien müssen ihre Akten

umgehend dem Bundestag zur Einsicht

geben.“ Denn die politisch interessantesten

Akten seien nicht die,

die im Bundesarchiv lagerten, sonderndie,die

die Bundesregierung zur

Treuhand angelegt habe und die

heute in den Registraturen der Ministerien

lägen. Bartsch fügte hinzu:„Die

Frage der politischen Verantwortung

bleibt zentral für einen möglichen

Untersuchungsausschuss. Wenn die

Akten einsehbar sind, können Abgeordnete

besser beurteilen, ob sie für

oder gegen einen Untersuchungsausschuss

stimmen.“

Die Linksfraktion will in dieser

Sitzungswoche einen Antrag zur Einsetzung

eines Treuhand-Untersuchungsausschusses

einbringen,

über den nach der Sommerpause

abgestimmt würde. Die Treuhand-

Politik habe volkswirtschaftlich und

fiskalisch Schaden angerichtet sowie

das gesellschaftliche Klima zwischen

Ost und West in den vergangenen

drei Jahrzehnten extrem belastet,

hatte Bartsch im Mai gesagt. Mindestens

25 Prozent aller Abgeordneten

müssten für den Antrag stimmen.

Die Linke, die das Quorum allein

nicht erreicht, sucht Verbündete

in anderen Fraktionen.

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Entgelt bezahlt

Katrin Schmidberger fordert, dass

sich die rot-rot-grüne Koalition vorher

unbedingt auf ein gemeinsames

Vorgehen einigen müsse. Außerdem

müssten zunächst Gespräche zum

Beispiel mit der Enteignungs-Initiative

geführt werden. Dieser sei es

überhaupt zu verdanken, dass der

Druck auf die Immobilienwirtschaft

hochgehalten werde.

Eine klare Meinung hat Michael

Prütz von der Enteignungs-Initiative.

Er sehe„weder eine Möglichkeit noch

eine Notwendigkeit“ für einen Wohnungsgipfel.

„Da gibt es nichts zu reden.“

Kommentar Seite 8 4 194050 501603

Jacqueline Schulz

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2* Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Tagesthema

Mehrere Monate hat

Thüringens CDU-

Chef Mike Mohring

gegen den Krebs gekämpft.

Vor ein paar Tagen gab er

Entwarnung: Die Krankheit sei nun

besiegt. Mit der Politik ganz aufgehört

hat der 47-Jährige auch während

der Therapie nicht: Er ist Spitzenkandidat

für die Landtagswahl in

Thüringen Ende Oktober.

Herr Mohring, die CDU ist nicht locker

genug, sagt Angela Merkel. Sieist

nicht cool genug, diagnostiziertCSU-

Chef Markus Söder. Ist das also das

Problem Ihrer Partei?

DerZustand der CDU ist ausbaufähig.

Wir haben Schwächen in der

Kommunikation und inhaltliche Unklarheiten.Wirhatten

mit Rezo (You-

Tuber: „Die Zerstörung der CDU“,

Anm. der Redaktion) die Möglichkeit,

eine große Gruppe junger Leute

zu erreichen, zu denen uns sonst der

Zugang offenbar fehlt. Durchunsere

zu langsame, zu spröde Reaktion

sind die Türen zugefallen. Durchverschlossene

Türen kann man schlecht

miteinander reden. Also: Chance

verpasst. Obendrein führen wir Personaldebatten,

die uns nicht weiterbringen.

Die Unions-Netzpolitiker schlagen

eigene CDU-YouTuber vor.

DieCDU sollte drei Dinge beachten:

Eine klare Haltung haben, auf

Augenhöhe mit dem Gegenüber

kommunizieren und authentisch

sein. Daran müssen sich alle Vorschläge

messen lassen. „CDU-You-

Tuber“ wären wohl nicht besonders

authentisch. Es ist auch nicht die Erwartung,

dass die CDU auf YouTube

viral durchschlägt. Aber wenn da jemand

ein Problem benennt, sollten

wir uns zunächst inhaltlich damit

beschäftigen und das nicht einfach

wegwischen.

Sie haben oft mehr Konservatismus

in der CDU gefordert. Ist die CDU

nicht rechts genug?

Erfolgreich kann die CDU als bürgerliche

Partei nur aus der Mitte heraus

sein, und dort gehört der wohlverstandene

Konservatismus auch

hin. Am rechten Rand haben wir

nichts verloren.

Sollte die Union mit der AfD zusammenarbeiten?

Nein. DieCDU sollte sich klar abgrenzen

– nach rechts und nach

links.Wir sind gut beraten, den Themen

anderer nicht hinterherzulaufen,

sondern selbst die Debatten

mitzubestimmen. Parteien haben

die Rolle, Orientierung zu geben.

Wenn sie das nicht erfüllen, machen

sie sich überflüssig. Wenn Debatten

in der Mitte der Gesellschaft vermieden

werden, dann bekommen die

Populisten mit ihren einfachen Antworten

und dem Schüren von Ängsten

einen Resonanzboden.

„Esmuss wieder gelingen, das Soziale

mit dem Nationalen zu versöhnen“,

fordern zwei Vizechefs der CDU-

Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt.

Klingt das für Sienach Mitte?

Es klingt nicht nach unserer Welt.

In Görlitz konnte ein AfD-Bürgermeister

nur verhindert werden, weil sich

MikeMohring spricht bei der CDU-Landesvertreterversammlung im Mai in Erfurt.

alle anderen Parteien zusammengeschlossen

haben.Wasbedeutet das?

Wir sind erleichtert, dass sich unser

Kandidat mit deutlichem Rückenwind

von anderen durchgesetzt hat.

Ein glänzender Sieg sieht allerdings

anders aus. Für den Ruf des Landes

Sachsen, für das Image der Stadt Görlitz

und als Symbol war die Wahlentscheidung

der Görlitzer Bürger wichtig.

Eine Dauerlösung ist ein solches

Zweckbündnis aber nicht.

Der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten

Walter Lübcke

könnte einen rechtsextremen Hintergrund

haben. Wasfolgt daraus?

Es zeigt, dass der Kampf gegen

Rechtsextremismus mehr Anstrengungen

erfordert. Die Sicherheitsbehörden

müssen gut ausgestattet und

auch willens sein, diesen Part nicht zu

vernachlässigen. Bedauerlich ist,

dass wir offenbar trotz NSU das Milieu

noch nicht klar im Blick haben.

Deswegen ist die Debatte über eine

Abschaltung vonV-Leuten desVerfassungsschutzes

falsch. Wenn wir in

dem Milieu Erkenntnisse abschöpfen

wollen, sind V-Leute unabdingbar.

Man kann den Kampf gegen Rechtsextremismus

sonst nicht gewinnen.

Ex-CDU-Generalsekretär Peter Tauber

hat gefordert, Demokratiefeinden

bestimmte Rechte, wie die Meinungsoder

die Versammlungsfreiheit, zu

entziehen.

Nach dem Mord an Walter Lübcke

machen sich viele Gedanken. Das ist

sehr verständlich. Es ist rechtlich und

politisch jedoch problematisch, individuelle

Grundrechte einzuschränken.

Verfassungsfeinde sollten nicht

Christdemokraten

Mike Mohring, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Thüringen,

über YouTube, Klimaschutz und das Verhältnis seiner Partei zur AfD

„Am rechten Rand haben

wir nichts verloren“

ZUR PERSON

MikeMohring wurde 1971 im thüringischen Apolda geboren. NachAbitur und Zivildienst studierte

er Rechtswissenschaften in Jena. Seit 1993 ist er CDU-Mitglied.

Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag ist Mohring seit 2008, Landesvorsitzender

der CDU Thüringen seit 2014. Bei der Landtagswahl in Thüringen im Oktober tritt er als

CDU-Spitzenkandidat an. Im Januar 2019 machte Mohring seine Krebserkrankung öffentlich.

als Märtyrer aus solchen Debatten

hervorgehen. Der einschlägige

Grundgesetzartikel ist von eher symbolischer

Natur, sein rechtlicher Gebrauchswerttendiertgegen

Null.

Die Union hat bei der Europawahl

über eine Million Wähler an die Grünen

verloren, mehr als 200 000 an die

AfD und einige Millionen an die

Gruppe der Nichtwähler. Wenn Sie

IMAGO IMAGES

diese Leute zurückholen wollen,

müssen Sie eigentlich einen politischen

Spagat beherrschen.

Trotz acht Millionen mehrWähler

haben bei der Europawahl nur SPD

und CDU verloren. Das zeigt, dass

dasVertrauen in die Arbeit der GroKo

verloren gegangen ist. Das ist kein

Wunder: Wenn doch scheinbar nur

über Personal geredet wird, gehen

inhaltliche Beschlüsse unter.Wer hat

schon mitbekommen, dass der Soli

nun zu einem großen Teil abgeschafft

wird und dass ein großes Paket

zur Begrenzung und Steuerung

der Migration beschlossen wurde? In

den Landtagswahlkämpfen hilft

diese Sachpolitik.

Angela Merkel hat für den Herbst einen

großen Wurf beim Klimaschutz

angekündigt. Waserwarten Sie?

Ein Gesamtkonzept von Bund

und Ländern ist dringend nötig. Es

darf nicht der Eindruck entstehen,

dass es trotz der hohen Strompreise

nur um weitere Belastung geht. Aufgabe

ist es deshalb auch, den Bürgern

die Angst zu nehmen, alle politischen

Entscheidungen finanzieren

zu müssen und selbst dabei überfordertzuwerden.

Ohne Belastungwirdeskaum gehen.

Man sollte nicht den Eindruck

vermitteln, als wäredie Klimakatastrophe

gelöst, wenn es eine CO 2 -

Steuer gibt. Wir brauchen einen europäischen

Ansatz als Teil einer globalen

Lösung. Und jeder kann auch

bei sich selber anfangen –und zum

Beispiel Plastiktüten vermeiden.

Warum hat die CDU so eine Panik

vorder CO 2 -Steuer? Diegibt es doch in

anderen Ländern auch.

Wenn wir auf andere Länder

schauen, sollten wir auch mit sehen,

was sonst noch im Paket ist. Andere

haben zwar eine CO 2 -Steuer,aber oft

auch Kernenergie. Und die CO 2 -

Steuer ist auch eine soziale Frage.

Dasdarfman nicht ausblenden.

Ihr großes Thema ist die Grundrente.

Wann müsste dieses Konzept kommen?

Icherwarte,dass die Koalition die

Kraft hat, vor den Landtagswahlen

im Osten eine Lösung vorzuschlagen.

Daswürde denBedürftigsten in

der Rentnergeneration helfen –denen,

die ihr ganzes Leben gearbeitet

haben, aber außer einer kleinen

staatlichen Rente keine Einkünfte

haben. Denen hilft man nicht, indem

man dauernd nur redet. Mitder

Grundrente könnte man zeigen,

dass die Koalition ihre Zusagen erfüllt.

Dasschafft Vertrauen.

Aber es gibt da noch die Bedürftigkeitsprüfung,

die die SPD gerne streichen

würde.

Wenn die Grundrente nur die bekommen,

die nur aus der staatlichen

Rente Alterseinkünfte beziehen,

reicht die Kopie des Rentenbescheides

für die Anspruchsprüfung. Das

ist kein großer bürokratischer Aufwand.

Für die Betroffenen bleibt es

unverständlich, warum sich die Koalition

darüber seit Monaten streitet,

obwohl sich SPD, CDU und CSU im

Koalitionsvertrag längst auf eine Lösung

verständigt haben. Das, was

vereinbartist,kann man morgen beschließen.

Sie haben Ihre Krebsbehandlung vor

kurzem nach mehreren Monaten erfolgreich

abgeschlossen: Hat die

Krankheit Ihren Blick auf die Politik

verändert?

Vorallem bin ich froh, vollständig

genesen zu sein. Ichfeierejetzt einen

zweiten Geburtstag. Natürlich hat

diese Prüfung meinen Blick verändert.

Ich sehe viele Herausforderungen

gelassener und mit mehr Abstand.

Ich gehe auch offener in Gespräche

mit dem Gedanken: Deranderekönnteauch

rechthaben.

Die Linkspartei, die Sie ablösen wollen,

könnte auch recht haben?

Die Thüringer Linkskoalition regiert

über die Köpfe der Bürger und

der Kommunen hinweg. Auch deshalb

wollen wir sie ablösen. Der anderekönnterecht

haben, setzt ja zunächst

voraus,ihm erst einmal zuzuhören.

Unser Anspruch bleibt über

den Wahltag hinaus, Argumente

gründlicher zu wägen, auch wenn sie

von Absendern kommen, mit deren

politischen Grundverständnis wir

weniganfangen können.

DasGespräch führte DanielaVates.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute werden Höchstwerte von 25bis 29 Grad erzielt. Dazu kann man

sich auf viel Sonnenschein einstellen. Der Wind weht schwach bis mäßig

aus östlichen Richtungen. Inder Nacht zeigen sich vielfach die Sterne,

und die Tiefstwertegehen auf 17 bis 15Grad zurück.

Biowetter: Häufig belastet die Wetterlage

Körper und Kreislauf. Verstärkt

muss mit Kopfschmerzen

und Schwindelgefühlen gerechnet

werden. Wetterfühlige ermüden

rasch und haben wenig Elan.

Pollenflug: Der Flug von Linden-,

Sauerampfer-, Brennnessel-, Spitzwegerich-

und Gräserpollen ist

mäßig bis stark.

Gefühlte Temperatur: maximal 27Grad.

Wind: schwach aus Ost.

Wittenberge

13°/28°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

14°/28° 16°/27°

Luckenwalde

14°/28°

Cottbus

11°/29°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

heiter sonnig heiter

18°/31° 21°/36° 19°/26°

Prenzlau

12°/25°

Frankfurt

(Oder)

13°/27°

Hoch Ulla hat sich zwischen der Ostsee, Skandinavien und dem Nordmeer breit

gemacht und beschert weiten Teilen West- und Mitteleuropas reichlich Sonnenschein,

trockenes Wetter und steigende Temperaturen. ImVerlauf lenkt das Tief

über dem Ostatlantik immer heißere Luft in den Westen und Teile der Mitte unseres

Kontinents.

Sylt

16°/27°

Hannover

14°/26°

Köln

19°/31°

Saarbrücken

18°/30°

Konstanz

17°/30°

Hamburg

14°/27°

Erfurt

13°/25°

Frankfurt/Main

18°/33°

Stuttgart

16°/29°

Rügen

13°/24°

Rostock

10°/25°

Magdeburg

14°/27°

Nürnberg

16°/30°

München

16°/29°

Dresden

12°/28°

Deutschland: Heute hat Sonnenschein

das Sagen. Dabei werden im

Tagesverlauf 24 bis 33Grad erreicht,

nachts kühlt esdann auf

20 bis 14Grad ab. Der Wind weht

schwach bis mäßig aus Ost. Morgen

strahlt die Sonne. Verbreitet präsentiert

sich der Himmel dazu nur leicht

bewölkt. Die Höchsttemperaturen

klettern auf 27 bis 35Grad, und der

Wind weht schwach bis mäßig aus

Ost.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 17°-18°

Nordsee: 17°-19°

Mittelmeer: 21°-30°

Ost-Atlantik: 15°-19°

Mondphasen: 25.06. 02.07. 09.07. 16.07.

Sonnenaufgang: 04:43 Uhr Sonnenuntergang: 21:34 Uhr Mondaufgang: 01:07 Uhr Monduntergang: 11:53 Uhr

Lissabon

25°

Las Palmas

25°

Madrid

32°

Reykjavik

16°

Dublin

19°

London

26°

Paris

32°

Bordeaux

31°

Palma

32°

Algier

34°

Nizza

28°

Trondheim

17°

Oslo

23°

Stockholm

22°

Kopenhagen

21°

Berlin

27°

Mailand

33°

Tunis

38°

Rom

33°

Warschau

25°

Wien

28° Budapest

30°

Palermo

30°

Kiruna

15°

Oulu

14°

Dubrovnik

28°

Athen

34°

St. Petersburg

23°

Wilna

25°

Kiew

29°

Odessa

31°

Varna

30°

Istanbul

35°

Iraklio

31°

Archangelsk

10°

Moskau

24°

Ankara

29°

Antalya

36°

Acapulco 35° bewölkt

Bali 31° heiter

Bangkok 33° bewölkt

Barbados 29° Gewitter

Buenos Aires 18° bewölkt

Casablanca 25° heiter

Chicago 25° Gewitter

Dakar 29° wolkig

Dubai 40° sonnig

Hongkong 32° Gewitter

Jerusalem 37° sonnig

Johannesburg 17° sonnig

Kairo 38° sonnig

Kapstadt 17° bewölkt

Los Angeles 23° sonnig

Manila 34° Gewitter

Miami 35° Gewitter

Nairobi 25° Schauer

Neu Delhi 38° heiter

New York 29° wolkig

Peking 38° wolkig

Perth 18° bewölkt

Phuket 33° Gewitter

Rio de Janeiro 29° sonnig

San Francisco 23° heiter

Santo Domingo 31° wolkig

Seychellen 27° heiter

Singapur 33° wolkig

Sydney 15° Schauer

Tokio 23° Regen

Toronto 22° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 3 *

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Seite 3

Fast wie zu Hause

Dekel Peretz ist Israeli und seit 17 Jahren in Berlin. Seine Frau Nina stammt aus Schwaben.

JACQUELINE SCHULZ

Es ist kurz vor eins am Sonntagmorgen.

DieKreuzberger Nacht hat gerade

erst begonnen, der Sabbat ist

vorbei. In der Synagoge am Fraenkelufer,

gleich um die Ecke vom Kottbusser

Tor, feiernvier Dutzend junge Juden die Havdalah,

den Gottesdienst zum Ende des Feiertags.

Sie singen und tanzen fröhlich und gelöst.

Hier verbindet sich religiöser Ernst mit

Partystimmung.

Dekel Peretz, 39, kommt aus dem Saal.

Der Israeli lebt seit 17 Jahren in Berlin. Er ist

sozusagen ein Veteran der großen Welle junger

Menschen aus Israel, für die Deutschlands

Hauptstadt ein Sehnsuchtsort ist. Die

Synagoge am Fraenkelufer hat keinen Rabbiner,

aber einen sehr rührigen Förderverein,

dem Peretz vorsteht. Werwissen will, warum

sich hier, mitten in Kreuzberg, ein ganz gewöhnliches

und doch ungewöhnliches jüdisches

Leben manifestiert – international,

von orthodox bis liberal, schwul und hetero

–, der bekommt einen Rat: „FragDekel!“

Oder besser: Frag Dekel und Nina. Nina

kommt aus dem anderen großen Einwanderungsland

Berlins, aus Schwaben. Sie verliebte

sich erst in Dekel, dann in das Judentum

und in das Projekt Fraenkelufer, das sie

„meine große jüdische Familie“ nennt.

Eine Synagoge für Kreuzberg

Berlin ist wieder und immer noch ein Sehnsuchtsort für junge Juden,

orthodoxe wie liberale. Sie kommen aus aller Welt,

um in der deutschen Hauptstadt zu leben –

trotz aktueller antisemitischer Hetze.

Waszieht sie an? Washält sie hier?

Diese Familie will sich vergrößern. Der Verein

sammelt rührig politische und finanzielle

Unterstützung für den Wiederaufbau der

zerstörten großen Synagoge. Denn bisher

trifft man sich nur in den erhaltenen Nebengebäuden,

der früheren Jugendsynagoge.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael

Müller, SPD-Fraktionschef Raed Saleh und

der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unterstützen

das Projekt. Eine große Synagoge

könnte bald wieder zu Kreuzberggehören.

Moment mal: Kreuzberg? Kurz vor Neukölln?

Sind das nicht im allgemeinen Klischee

jene Orte, die Felix Klein gemeint haben

muss, der Antisemitismusbeauftragte

der Bundesregierung, als er sagte: „Ich kann

Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in

Deutschland die Kippa zu tragen.“

Allein in der vergangenen Woche gab es in

Berlin zwei Übergriffe auf junge Juden. Ein20-

Jähriger wurde in Prenzlauer Berg beleidigt

und bespuckt, weil er Kippa trug. Ein23-Jähriger

wurde in Steglitz aus einer Gruppe bedrängt

und nach seiner Religion gefragt. Als er

sagte, dass er jüdischen Glaubens sei, wurde

ihm ins Gesicht geschlagen. Diese Nachrichten

schaffen es nur noch in die Polizeimeldungen

im Lokalteil. Es passiertjanicht nur in Berlin. In

Hamburg sind der Landesrabbiner und der

Vorstand der Jüdischen Gemeinde bepöbelt

und bespuckt worden, als sie das Rathaus nach

einem Senatsfrühstück verließen.

1800 antisemitische Übergriffe hat das

Bundeskriminalamt in Deutschland 2018 registriert,

20 Prozent mehr als im Jahr davor.90

Prozent der judenfeindlichen Taten wurden

laut BKA vonRechtsextremisten begangen.

Ja,das gibt es alles,sagt Dekel Peretz. Und

er möchte die Polizisten nicht missen, die

Tagund Nacht am Fraenkelufer Wache stehen.

Aber Kreuzberg hat er sich damals mit

Absicht ausgesucht. „Hier fühle ich mich sicherer

als anderswo in Berlin“, sagt er. Und

mehr wie zu Hause.

Der türkisch-arabisch dominierte Wochenmarkt

am Maybachufer war lange sein

Mittel gegen Heimweh. Hier gibt es den besten

Hummus, und hier fällt Peretz –

schwarze Haare, schwarzer Bart –amallerwenigsten

auf. Kippa trägt er allerdings

nicht. „Das gehörtfür mich nicht zu meinem

Verständnis vomJudentum“, sagt er.

Jeremy Borowitz sieht das anders.Der orthodoxe

Rabbinerstudent trägt immer

Kippa, verdeckt sie auf der Straße aber meist

mit einer Schirmmütze. „Nicht aus Angst“,

sagt er, „aber ich spreche noch nicht so gut

Deutsch und könnte die Situation nicht richtig

einschätzen, wenn ich angesprochen

wurde.“

Vorknapp zwei Monaten kam Borowitz

mit seiner Frau Rebecca Blady, einer Rabbinerin

und Yogalehrerin, und der kleinen

Tochter aus New York nach Kreuzberg. Sie

sind für die Hillel-Stiftung, die weltweit

größte jüdische Studentenorganisation, in

Berlin. Ihr großes Loft gleich um die Ecke

vomFraenkelufer heißt jetzt „The Base“ und

ist ein Anlaufpunkt für alle, die sich zum Judentum

hingezogen fühlen.

Es ist ihr dritter Aufenthalt in Berlin,

Rebcca Blady und Jeremy Borowitz waren

schon vorher jeweils für einige Monate in der

Stadt. Sie probieren hier Dinge aus, die deutsche

Juden für undenkbar halten. Eine Hawdalah

unter freiem Himmel am Spreeufer

zum Beispiel. Sie haben gesungen und getanzt,

den Nachthimmel über sich, die Angst

weit weg. Dennoch blieb da etwas, eine Ahnung

davon, dass es vermutlich Leichtsinn

war,was sie da taten.„Es ist wunderschön, bis

etwas Schlimmes passiert“, hat Rebecca leise

VonJan Sternberg

zu Jeremy gesgat. Es passierte nichts Schlimmes.Nicht

in dieser Kreuzberger Nacht.

In TelAviv oder Brooklyn wären sich die

beiden Paare vermutlich nie begegnet –die

orthodoxen Jung-Rabbis und Dekel und

Nina Peretz, die so gänzlich unorthodox

sind. Undschon gar nicht hätten sie zusammen

nach einem zeitgemäßen, inklusiven

Judentum gesucht. „In Israel oder NewYork

hätte ich mich nie so sehr um meinen jüdischen

Glauben gekümmert“, sagt Dekel Peretz.

„In Berlin aber musst du selbst etwas

machen. Und in Berlin ist alles möglich,

wenn du es selbst machst.“

Rebecca Blady und JeremyBorowitz kamen vor

knapp zwei Monaten nach Berlin.

J. SCHULZ

So finden sie sich zusammen und debattieren

über den jüdischen Glauben heute,

hier,inBerlin. „Und wenn wir keine gemeinsame

Antwort finden, macht das nichts“,

sagt Rebecca Blady.Dafür gibt es ein hebräisches

Wort: „teiku“. Das heißt so viel wie

„Gute Frage,belassen wir es dabei.“ DieRabbinerin

lehnt sich zurück und sagt: „Auch

wenn wir nicht alle Antworten haben: Fragen

zu stellen ist wichtig im Judentum.“

Eine dieser Fragen könnte heißen:Wird es

jemals wieder selbstverständlich sein, als

Jude in Deutschland zu leben?

Monty Ott hat vier Jahre lang jeden Tag

Kippa getragen. Als Zeichen, als Demonstration

–und auch als Experiment. Den Ausschlag

gab ein Angriff in der Innenstadt von

Hannover. Mit einigen Bekannten, darunter

dem Grünen-Bundestagsabgeordneten

Sven-Christian Kindler, steht Ott amRande

einer Pro-Palästina-Demonstration, auf der

auch judenfeindliche und holocaustrelativierende

Plakate gezeigt wurden. Sie halten

eine Israel-Flagge, bilden eine winzige Gegenkundgebung.

Plötzlich nimmt ein Mann

Anlauf, springt in Kung-Fu-Manier auf die

Gruppe zu und entreißt ihnen die Fahne.

Seit diesem TagtrugOtt Kippa.„Ich wollte

mich zeigen“, sagte er.Doch es wurde nie zu

einer Selbstverständichkeit, weder für ihn

noch für seine Umgebung. Wenn er in die

Bahn stieg, wurde es still. Im Café starrten

alle. Menschen spuckten vor ihm aus, bedrängten

ihn, trieben ihn in die Ecke.Irgendetwas

passierte immer. Seien es Provokationen

muslimischer Jugendlicher, Hass von

Rechten, von Autonomen, von ganz normalen

Bürgern. Manchmal war es schön, da

fragte ihn morgens an der Haltestelle ein

muslimischer Junge: „Wie ist das bei euch

denn mit dem Leben nach dem Tod?“

Seit kurzemlässt Ottdie Kippa wieder weg.

Er will nicht mehr in den Kampf ziehen jeden

Morgen, den Kampf um Selbstverständlichkeit

und Anerkennung. Der 25-Jährige fällt

immer noch auf, mit Hipsterbart, goldenem

Davidsternumden Hals und Doc Martens an

den Füßen. Und zugleich verschwindet er

zwischen den vielen Typen Berlins.

Seit einem Dreivierteljahr lebt und arbeitet

Ott inder Hauptstadt, im Büro eines anderen

Bundestagsabgeordneten. Gleich

nach seiner Ankunft gehörte er zu den Gründerneiner

der neuen jüdischen Initiativen in

der Hauptstadt: Ott ist Vorstandsvorsitzender

des Vereins Keshet Deutschland, der ersten

Interessenvertretung für homosexuelle

Juden. Keshet ist das hebräische Wort für Regenbogen.

„Es ist nicht leicht, beide Identitäten

zusammenzubringen“, sagt Ott. DerVerein

bietet Seminare zur Aufklärung und

Events für gleichgeschlechtliche jüdische Elternpaarean.

Wasnach Abschottung klingen könnte,ist

das Gegenteil. Keshet ist ein sicherer Hafen

für alle, die sich angesprochen fühlen. Viele

sind Neuankömmlinge in Berlin wie Ott, nur

vonweiter her.Viele junge Israelis auf der Suche

nach ihrer Identität gehören dazu. Und

auch Naomi Henkel-Gümbel, die sich halb

scherzhaft als „Oberrabbinerin von Keshet“

vorstellt.

Die 28-Jährige ist Rabbinerin in Ausbildung

am konservativen Zacharias-Frankel-

Institut in Potsdam. Im vergangenen Herbst

ist sie nach Deutschland zurückgekehrt. Es

ist das Land ihrer Familie,das Land, in dem

sie aufwuchs. Mit 20 aber ging sie nach Israel.

„Ich habe nicht verstanden, warum

meine Familie sich entschied, nach dem

Holocaust wieder in Deutschland zu leben“,

sagt sie.

Die lange Nacht des Lernens

Es ist die Nacht des Sabbat in Kreuzberg, die

Nacht des jüdischen Schawout-Festes.

Monty Ott nennt es die „lange Nacht des

Lernens“. Sie feiern die Gabe der Tora, und

weil das Buch wie Milch und Honig ist, gibt

es überall etwas Süßes und Milchiges zu essen:

Käsekuchen, Vanilleeis. Bei der Feier

von Keshet in der Nähe des Hermannplatzeshat

jemand Zitronensorbet daneben gestellt.

Das passt eigentlich nicht, aber hey,

wenn jemand Lust auf Zitroneneis hat,

warum nicht.

Eine kleine Gruppe macht sich auf den

Weg zur Fraenkelufer-Synagoge. Naomi

Henkel-Gümbel läuft durch die Kreuzberger

Nacht und erzählt, warum sie aus Israel

wieder wegging. „Ich wollte wegvon diesem

starren Verständnis von Religion. Die Orthodoxen

dominieren in Israel. InBerlin ist

viel mehr möglich!“ Möchte sie denn eine

deutsche Rabbinerin sein? Die junge Frau

geht schweigend am Landwehrkanal entlang.

„Ich möchte eine universelle Rabbinerinsein.“

Naomi Henkel-Gümbel ringt mit sich und

der Frage, obsie in dieses Land gehört. In

Berlin ist alles möglich, sagen Rebecca Blady

und Jeremy Borowitz. In TelAviv oder New

York hätte er sich nie so jüdisch gefühlt wie

hier,sagt DekelPeretz. In Berlin diversifiziert

sich die jüdische Gemeinde,und das ist sehr

gut so, sagt Monty Ott. „Aber wir werden nie

vergessen: Das alles passiert indem Land,

vondem dieSchoah ausging.“

Wird es je wieder selbstverständlich sein,

in Deutschland als Jude zu leben? Teiku. Aber

mitten in Kreuzberg tun junge Juden gerade

viel dafür,dass es selbstverständlicher wird.

JanSternberg war beeindruckt vonder

Leichtigkeit, mit der am Fraenkelufer

schwere Themen behandelt werden.


4* Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Ramelow ist Spitzenkandidat

der Thüringer Linken

DieLinke in Thüringen zieht mit

Bodo Ramelowals Spitzenkandidat

in denWahlkampf für die anstehende

Landtagswahl am 27. Oktober.Der

63-Jährige wurde mit 97,35 Prozent

der Stimmen am Sonnabend bei einem

Parteitag der Linken an die

Spitzeihrer Landesliste gewählt. Ramelowist

seit 2014 Ministerpräsident

in Thüringen und führteine Regierung

aus Linke,SPD und Grüne. (dpa)

Kirchentag endet mit Appell

gegen Rechtsextremismus

Zehntausende Menschen haben sich

beim Evangelischen Kirchentag in

Dortmund für eine humanereFlüchtlingspolitik

und gegen Rechtsextremismus

starkgemacht.„Wir alle können

etwas tun und uns mit unserem

Vertrauen Spalternund Hetzernentgegenstellen“,

sagte Kirchentagspräsident

Hans Leyendecker beim

Schlussgottesdienst am Sonntag in

Dortmund. (dpa)

Großdemonstration gegen

Premier Babis in Prag

Beider größten Demonstration in

Prag seit 30 Jahren haben am Sonntag

mehrereHunderttausend Menschen

gegen die Regierung protestiert. Die

Veranstalter vomNetzwerk„Eine Million

Augenblicke für Demokratie“

sprachen vonmindestens 250 000

Teilnehmern. DieDemonstranten

forderten unabhängige Ermittlungen

gegen Regierungschef Andrej Babis

vonder populistischen Partei ANO

und seinen Rücktritt. Hintergrund

sind Berichte,dass der Unternehmer

und Multimilliardär als Politiker in einem

Interessenskonflikt stehen und

unrechtmäßig vonEU-Subventionen

profitierthaben soll. (dpa)

Kein Bier für Nazis: Ostritz

wehrtsich gegen Rechte

Sturm auf die Kohle

Bei Klimaschutz-Demonstrationen dringen Umweltaktivisten am Wochenende in den TagebauGarzweilerein

VonWilfried Meisen, Erkelenz/Kerpen

Der Protest gegen die

deutsche Klimapolitik

und für einen schnellen

Kohleausstieg, der am

Wochenende rund um die Tagebaue

Garzweiler und Hambach stattfand,

lief größtenteils friedlich ab: Tausende

nahmen an unterschiedlichen

Demonstrationen teil, Hunderte

stürmten aber auch den Tagebau

und blockierten Gleise.

Am Sonntagmorgen kommt es

bei der Räumung der Gleisblockade

am Kraftwerk Neurath dann doch

noch zu unschönen Szenen: Das

Bündnis Ende Gelände spricht auf

Twitter von Polizeigewalt –die Polizei

ihrerseits betont, weder Schlagstöcke

noch Reizgas eingesetzt zu

haben, um die Menschen von der

Kohlebahn zu vertreiben.

Symbolische Sitzblockade

Vier Demonstrationszüge aus allen

Richtungen machen sich am Sonnabend

in Richtung Keyenbergbei Erkelenz

auf. In dem Örtchen, welches

wie fünf andere noch dem Tagebau

Garzweiler weichen soll, hat das

Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ unter

dem Motto „Platz nehmen gegen

Kohle“ zu einer Kundgebung aufgerufen.

Etwa 8000 Menschen kommen.

Überall sind gelbe Holzkreuze

zu sehen, das Zeichen des lokalen

Widerstandes gegen die Braunkohle.

In einer symbolischen Sitzblockade

nehmen die Teilnehmer, darunter

auch Bewohner der bedrohten Dörfer,

auf gelben Stühlen Platz. Am

Ortseingang erinnert der „Friedhof

der Dörfer“ mit Ortsschildernanalle

Dörfer, die bereits für den Kohleabbau

zerstörtwurden.

Auch Stefan Förster von der

BUND-Jugend ist dabei. Er hat mit

anderen eine Fahrraddemo von

Erkelenz aus in Richtung Keyenberg

organisiert. Rund 400 Teilnehmer

machen mit. „Nachdem

der Hambacher Forst wahrscheinlich

gerettet ist, wollen wir jetzt

auch für die bedrohten Dörfer

kämpfen“, sagt er.

HubertWeiger,Vorsitzender beim

Bund für Umwelt und Naturschutz

Deutschland, spricht auf der Kundgebung

in Keyenberg zuden Menschen.

Diese Bewegung sei längst

überfällig, es müsse mit friedlichen

Mitteln für den Klimaschutz und den

Kohleausstieg gekämpft werden.

„Hier und heute muss gehandelt

werden.“ Auch ein Demonstrationszug

von „Fridays für Future“ macht

sich von Hochneukirch aus auf den

Protestbewegung: Klima-Aktivisten im Tagebau Garzweiler bei Köln.

Vorschlag: Der CSU-Chef

Markus Söder will einen

schnelleren Ausstieg aus der

Kohleenergie. Er solle bereits

im Jahr 2030 erfolgen, sagte

der bayerische Ministerpräsident

dem Münchner Merkur.

„Seien wir ehrlich: Die deutschen

Klimaziele sind bis

2030 nur zu erreichen, wenn

wir den Kohleausstieg massiv

beschleunigen.“

DEBATTE UM DEN AUSSTIEG

Kommission: Nach langen

Verhandlungenhatte eine von

der Bundesregierung eingesetzte

Kohle-Kommission ein

Konzept für den Ausstieg aus

der Kohleverstromung bis

spätestens 2038 vorgelegt.

So sollen die Kohleregionen

in NRW, Sachsen, Sachsen-

Anhaltund Brandenburgvom

Bund 40 Milliarden Euro

Strukturhilfen erhalten.

IMAGO IMAGES

Kritik: Sachsens Ministerpräsident

Michael Kretschmer

(CDU) wies Söders Vorstoß

salopp zurück: „Super

Vorschlag.Wenn du in Bayernkeine

Braunkohle hast,

kannst du das super fordern.“

NRW-Wirtschaftsminister

Andreas Pinkwart

(FDP) hält allerdings ein Vorziehen

des Ausstiegs im Jahr

2035 für möglich.

Weg zur Kundgebung nach Keyenberg.

Es sind Tausende.

Dem hinteren Teil des Zuges haben

sich auch mehrere Hundert

Ende-Gelände-Aktivisten in weißen

Maleranzügen angeschlossen. Als es

am Tagebaurand entlanggeht, ist

Schluss mit friedlich. Plötzlich stürmen

die Aktivisten los, Hunderte

dringen in die Grube ein: Die Polizei

ist machtlos und lässt sie gewähren.

Auch bei Lützerath und am Skywalk,

dem spektakulären Aussichtspunkt

in den Tagebau Garzweiler,gelingt es

Dutzenden von Aktivisten, in die

Grube zu gelangen. Schnell macht

auch die Nachricht von einer weiterenGleisbesetzung,

diesmal bei Merzenich

am Tagebau Hambach, die

Runde.Sie wirdnoch am Sonnabendabend

von den Aktivisten freiwillig

beendet, wie die Polizei berichtet.

Ähnlich läuft es auch mit der kurzfristigen

Besetzung eines Absetzers im

Tagebau Garzweiler in der Nacht.

Bis zu300 Eindringlinge, die dort

von der Polizei eingekesselt sind,

bleiben auch über Nacht. Bis zum

Sonntagmittag ist die Grube geräumt.

Die Protestierenden werden

in Geländebussen der Betreibergesellschaft

RWEaus der Grube gefahren

und dann entlassen. RWE-Sprecher

Guido Steffen wirft ihnen vor,

trotz intensiverWarnungen vonRWE

im Vorfeld ihr eigenes Leben gefährdet

zu haben. Die Böschungskanten

im Tagebau seien nicht stabil. Damit

niemand zu Schaden komme, habe

RWEauch die Bagger im Tagebau abgeschaltet,

sobald sich Aktivisten nähern.„Für

uns steht die Sicherheit an

erster Stelle.“

RWEerstattet Anzeige

Nur die Räumung der Gleisblockade

bei Neurath sorgt am Sonntagmorgen

noch einmal für Konfrontationen.

Dort sitzen mehrere Hundert

Blockierer auf der Kohlebahntrasse.

Das Angebot, freiwillig und unbehelligt

abziehen zu dürfen, haben sie

nicht wahrgenommen. Inzwischen

hat RWEAnzeige gegen die Blockierer

wegen Nötigung erstattet. Die Räumung

beginnt, die Polizei greift

durch. Die Aktivisten ziehen schließlich

freiwillig ab, werden aber beim

Passieren einer„Videostraße“ gefilmt:

die niedrigste Form der„erkennungsdienstlichen

Behandlung“.

Die Polizei zieht eine vorläufige

Bilanz: BisSonnabendabend habe es

acht verletzte Beamte gegeben. Eine

„Handvoll“ Aktivisten seien noch in

Gewahrsam. Um 13.15 Uhr erklärt

Ende Gelände die Massenaktionen

rund um die Tagebaue für beendet.

Zum zweiten

Mal Sieger

in Istanbul

Imamoglu setzt sich bei

Bürgermeisterwahl durch

VonFrank Nordhausen

Mit Autokorsos und Feuerwerk

auf dem Bosporus feierten Oppositionsanhänger

den Erdrutschsieg

ihres Kandidaten Ekrem Imamoglu

bei der umstrittenen Wiederholung

der Oberbürgermeisterwahl

in der türkischen 16-Millionenmetropole

Istanbul am Sonntag.

Auf den Straßen der Stadtviertel,

die vonder islamischen Regierungspartei

AKP des Staatspräsidenten

Recep Tayyip Erdogan dominiert

werden, herrschte dagegen eine fast

unheimliche Stille. Deren Amtsbewerber

und Ex-Ministerpräsident Binali

Yildirim gab sich bereits knapp

drei Stunden nach Schließung der

Wahllokale geschlagen und gestand

seine Niederlage ein.

Nach Auszählung fast aller

Stimmzettel erhielt Imamoglu laut

Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur

Anadolu rund 54 Prozent

der Stimmen, Yildirim kam auf etwa

45 Prozent. Hatte der Abstand zwischen

beiden Kandidaten bei der

ersten Wahl am 31. März zuletzt nur

rund 14 000 Stimmen betragen, so

gewann Imamoglu nun mit mehr als

740 000 Stimmen Vorsprung. Der

Hohe Wahlrat kündigte die Endergebnisse

für spätestens Montag an.

Staatschef Erdogan gratulierte

dem Oppositionspolitiker am Sonntagabend

zu dessen Sieg auf Twitter.

„Der nationale Wille hat sich heute

einmal mehr gezeigt“, schrieb er.

Nach der Märzwahl hatte er noch

„Diebstahl an den Urnen“ durch die

Opposition beklagt.

Das Amt des Istanbuler Oberbürgermeisters

hat in der Türkei überregionale

Bedeutung, denn die Metropole

ist die größte und wichtigste

Stadt des Landes. Die Wahlbeteiligung

lag nach Angaben vonAnadolu

bei 84,4 Prozent und damit etwa auf

dem gleichen Niveau wie bei der ersten

Wahl Ende März, obwohl Ferienzeit

herrscht. Beobachter berichteten

über massiven Rückreiseverkehr

Bei ihrer Protestaktion kauften die Ostritzer

die Biervorräte eines Supermarktes. DPA

Mitihrem kreativen Protest gegen

das rechtsextreme „Schild und

SchwertFestival“ haben die Einwohner

im ostsächsischen Ostritz ein viel

beachtetes Signal gesendet. Nachdem

für die Veranstaltung ein Alkoholverbot

verhängt worden war,

hatte das Internationale Begegnungszentrum

St.Marienthal (IBZ)

am Sonnabend die Biervorräte eines

Supermarktes aufgekauft. „Wir sind

froh, dass wir damit ein Zeichen setzenkonnten

für Bürgerengagement“,

sagte der Vorstandsvorsitzende

der IBZ-Stiftung, Michael

Schlitt, am Sonntag. Manhabe auch

damit klar gemacht, dass man in

Ostritz keine Neonazis wolle. (dpa)

Tausende ziehen bei

Gay-Pride-Parade durch Kiew

Unter starkem Polizeischutz haben

in der ukrainischen Hauptstadt Kiew

bis zu 8000 Menschen für die

Gleichberechtigung vonHomosexuellen

demonstriert. Derjährliche

„Marsch der Gleichheit“ sei ohne

Zwischenfälle und Festnahmen verlaufen,

teilte Polizeichef Sergej Knjasew

am Sonntag mit. Erstmals liefen

auch etwa 30 Soldaten mit, um auf

Homosexualität in der Armee aufmerksam

zu machen. (dpa)

Durch Sanktionen zu neuer Größe

Nach dem Abbruch des US-Militärschlags gegen den Iran sendet Donald Trump höchst widersprüchliche Signale aus

VonKarlDoemens, Washington

Mit den Schlagzeilen vom Wochenende

war Donald Trump

sehr zufrieden. „Jeder hat gesagt, ich

bin ein Kriegstreiber,und jetzt sagen

sie, ich bin eine Taube“, kokettierte

der amerikanische Präsident vor

Journalisten. Tatsächlich hole er sich

im Iran-Konflikt Ratschlag von allen

Seiten: „Aber der Einzige, der etwas

zu sagen hat, bin ich.“ Der Oberbefehlshaber

im Weißen Haus freilich

sandte nach dem in buchstäblich

letzter Minute gestoppten Militärschlag

erneut widersprüchliche Signale

aus. Zudem sollen die US-

Streitkräfte einen Cyber-Angriff gegen

die iranischen Revolutionsgarden

durchgeführthaben.

„Der Iran befindet sich derzeit in

einem wirtschaftlichen Chaos“, sagte

Trump am Sonnabend. Für diesen

Montag kündigte er neue harte Sanktionen

an, ohne diese genauer zu beschreiben.

Dann änderte er plötzlich

seinenTon:„Wir könnten sehr schnell

einen Deal haben. Dashängt vondenen

ab.“ Der Iran müsse nur auf die

Demonstranten setzen sich in Washington für Frieden in der Golfregion ein.

Entwicklung einer Atombombe verzichten.

Dann könne er eine „wohlhabende

Nation“ werden.„Make Iran

great again!“ (Macht den Iran wieder

groß)“, scherzte Trump in Anspielung

auf sein eigenes Kampagnenmotto.

Bereits wenige Stunden nach

dem Abschuss eines 130 Millionen

Dollar teuren unbemannten US-

Aufklärungsflugzeugs über dem

Golf von Oman am Donnerstag

hatte Trump verbal deutlich abge-

AP

rüstet. Nachdem er zunächst drohend

getwittert hatte („Iran hat einen

schweren Fehler gemacht“),

sprach er nachmittags vom möglichen

Versehen eines Generals. Am

amerikanischen Abend stoppte er

den bereits angeordneten US-Vergeltungsschlag

gegen iranische Raketenstellungen

und Radarstationen

und begründete das mit dem

drohenden Verlust von 150 Menschenleben.

Tatsächlich könnte der US-Präsident

jedoch auch andere Gründe für

seine Kehrtwende gehabt haben. Zum

einen berichtet die New York Times

vonamerikanischen Zweifeln, ob sich

die Drohne tatsächlich im internationalen

Luftraum befand, wie das Pentagon

behauptet. Zum anderen war in

der Region auch ein mit 38 Soldaten

besetztes US-Aufklärungsflugzeug

unterwegs, das vom Iran nicht attackiert

wurde.„Sie hatten es im Visier,

und sie haben es nicht abgeschossen“,

sagte Trump:„Das war sehr klug.“

Letztlich spiegelt der Schlingerkurs

des Präsidenten den Widerspruch

zwischen seinem isolationistischen

Instinkt, mit dem er den

Wahlkampf gewonnen hat, und seiner

kriegerischen Rhetorik. Mit dem

Hardliner John Bolton hat er den fanatischen

Befürworter einer Iran-

Bombardierung zum Sicherheitsberater

berufen. Am Donnerstag hörte

er aber auf Vertraute wie den Fox-

Moderator Tucker Carlson, die

Trump vor einem militärischen

Abenteuer warnten, das seine Wiederwahl

gefährde.

Ekrem Imamoglu bezeichnete seinen

Sieg als „neuen Beginn“ für die Türkei. AP

aus Ferienorten nach Istanbul am

Sonnabend. Die türkischen Fluglinien

setzten Sondermaschinen ein,

die Parteien hatten Busse für die kostenlose

Anreise aus entlegenen Provinzen

organisiert, viele Autobahnen

waren hoffnungslos verstopft.

DerWahltag selbst verlief weitgehend

ruhig. Zwar wurden einige kleinere

Verstöße und Manipulationen

durch die sozialen Medien bekannt.

Aber der Berliner Grünen-Politiker

Özcan Mutlu, der zur Beobachtung

angereist war, sagte dieser Zeitung:

„Soweit ich es wahrnehmen konnte,

gab es keine angespannte Stimmung

und keine besonderen Vorkommnisse.“

Nach Ansicht Mutlus ist mit

demWahlsieg Imamoglus„ein neues

Kapitel der Geschichte der Stadt eröffnet

worden“. „Jetzt kommt alles

darauf an, wie Erdogan darauf reagiert,

ob er die Gewaltenteilung jetzt

ernst nimmt und sich auf den richtigen

demokratischen Wegbegibt. Die

Menschen haben gesehen, dass er

nicht unverwundbar ist und man ihn

mit Wahlen besiegen kann.“ Der

Wahlverlierer Yildirim gratulierte

Imamoglu und wünschte ihm viel

Erfolg. Imamoglu sagte: „Mit diesem

neuen Kapitel wird es in Istanbul

nun Gerechtigkeit, Gleichheit, Liebe

und Toleranz geben.“ (mit dpa)


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Prokschetal.,2014, Skin Pharmacol Physiol27:113-119; Prokschetal.,2014, Skin Pharmacol Physiol 27:47-55;Schunck et al.,2015, JournalofMedicinal Food 18 (12):1340-1348 •*Maximalwert, Durchschnitt 20%, gemessen an

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Schwindelbeschwerden

Schwindelbeschwerden

Schwindelbeschwerden

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Schwindelbeschwerden

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6* Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Neuer Diesel-Rückruf

drückt Daimler-Gewinn

Daimler muss rund 60000 Diesel-

Geländewagen in Deutschland wegen

des Vorwurfs einer illegalen Abgastechnik

in die Werkstätten holen.

DasKraftfahrt-Bundesamt (KBA)

ordnete einen Rückruf mit Sofortvollzug

für Modelle vomTyp Mercedes-Benz

GLK 220 aus den Produktionsjahren

2012 bis 2015 an, wie das

Bundesverkehrsministerium mitteilte.Daimler

weist die Vorwürfe

zurück. DerKonzernwill den Rückrufumsetzen,

aber Widerspruch

gegen den Bescheid einlegen. Am

Abend senkte der Konzernseine

Prognose für dieses Jahr.Wegen zusätzlicher

Kosten in dreistelliger Millionenhöhe

werdeder Gewinn nicht

wie geplant steigen.(dpa)

Keine Einigung über

35-Stunden-Woche im Osten

Im Streit um die35-Stunden-Woche

in der ostdeutschen Metall- und

Elektroindustrie ist ein weiterer Einigungsversuch

gescheitert. Nach

stundenlangen Verhandlungen wurde

kein neuer Gesprächstermin vereinbart,

wie Arbeitgeber und Gewerkschaft

mitteilten. AusSicht des

Arbeitgeberverbands Gesamtmetall

ist eine Lösung nur möglich, „wenn

diese weder Standorte noch Arbeitsplätzegefährdet“.

Es liege ein Tarifvertragmit

einem Vorschlag dazu

auf dem Tisch. DieIGMetall kritisierte

diesen Vorschlag jedoch als

„umfassendes Deregulierungsprogramm“.

DieArbeitszeitverkürzung

werdenun „Betrieb für Betrieb auf

die Tagesordnung“ gesetzt. (dpa)

Erdbeeren sind teurer

als vor einem Jahr

Die Erdbeerernteläuft.

Verbraucher müssen im Moment

rund fünf Prozent mehr für Erdbeerenausgeben

als voreinem Jahr.Der

Durchschnittspreis habe in der vergangenen

Woche bei 4,38 Euro pro

Kilogramm gelegen, sagte Michael

Koch vonder Agrarmarkt-Informationsgesellschaft

in Bonn. Dasschöne

Wetter habe 2018 in kurzerAbfolge

für viel Ware auf demMarkt gesorgt–mit

entsprechend günstigen

Preisen. In diesem Jahr sei das Angebot

wetterbedingt nicht ganz so groß

und aus Produzentensicht bislang

auch besser verteilt gewesen, sagte

Koch. (dpa)

Kleine SUVs

erobern den Markt

FOTO: KAHNERT/DPA

Siegalten jahrelang als übergewichtige

Spritschlucker,doch inzwischen

ist die SUV-Mode bei den Kompaktwagen

angekommen. „52 Prozent

aller in den ersten vier Monaten neu

zugelassenen SUV in Deutschland

hatten Golf-Länge oder weniger“,

sagt Branchenexperte Ferdinand

Dudenhöffer vonder Universität

Duisburg-Essen. „SUV mit Riesenmonster

gleichzusetzen ist einfach

falsch.“ DerMarktanteilder Stadtgeländewagen

habe in den ersten vier

Monaten dieses Jahres erstmals die

30 Prozent überschritten. DasSUV

sei inzwischen das Auto der Normalbürger,keine

andere Karosserieform

habe einen so hohen Privatkundenanteil.

(dpa)

Die Tricks der Automatenbetreiber

Beim Urlaub im Ausland Geld abzuheben, kann schnell teuer werden. WasReisende beachten sollten

Von Theresa Dräbing

Sommerferien sind Reisezeit.

Im Ausland ist jedoch Vorsicht

geboten beim Geldabheben.

Die Gebühren dafür

können schnell sehr hoch werden,

wenn man die Tricks der Automatenbetreiber

nicht kennt. Im aktuellen

Heft„Finanztest“(06/19)derStiftung

Warentest machen die Tester auf

Kostenpunkte aufmerksam, die zum

Teil vermeidbar sind.

Die Sofortumrechnung: Werineinem

Land mit fremder Währung Geld am

Automaten abheben möchte, bekommthäufigamBildschirmdieFrage

gestellt, ob der Betrag direkt in die

Heimatwährung umgerechnet werdensoll.DasgeschiehtaberinderRegel

zum Nachteil des Kunden. „Der

Wechselkurs ist meist viel schlechter

alsderKurs,mitdemdieHeimatbank

abrechnet“, warnt die Stiftung Warentest.

Um 5bis maximal 13,7 ProzentteurerwäredieseMöglichkeitim

Testzeitraum Dezember 2018 bis

März2019 in 23 Nicht-Euro-Ländern

gewesen. Deshalb sollte man standhaft

bleiben und auf der Landeswährung

beharren, auch wenn die Frage

beim Abheben ein weiteres Mal auftaucht:

„Sind Siesich sicher?“

BekannteBanken, dieKunden aus

Deutschland kennen könnten,

schnitten im Test nicht besser ab.Die

Commerzbank lag bei einem Test in

Tschechien mit plus 12,9 Prozent

weit vorn. Auch taucht die Sofortumrechnung

vorwiegend in europäischen

Ländern auf.

Gleiches gilt im Übrigen bei Kartenzahlung

im Geschäft. Auch dort

kann es vorkommen, dass man gefragt

wird, ob man eine Sofortumrechnung

wünscht –hier gilt das

Gleiche wie bei den Automaten: Die

Umrechnungskurse sind in der Regel

gleich schlecht. Wie schlecht –oder

auch gut –ein Wechselkurs ist, könne

nur wissen, wersich unmittelbar zuvorüberden

offiziellen Wechselkurs

informiert hat. Nicht hereinfallen

solltemanlaut Stiftung Warentestauf

Hinweise wie „garantierter fester

Wechselkurs“, „0 Prozent Provision“

oder „0 Prozent Umrechnungsgebühr“.

Damit ist ein schlechterer

Wechselkurs nicht ausgeschlossen.

Automatengebühren: Geldabheben

kann auch durch Automatengebührenteurerals

nötig werden. Diese Gebühren

werden vonden Automatenbetreibern

selbstständig erhoben

und können von der Heimatbank

nicht beeinflusst werden. In Singapur

lagen sie im Test bei gut

zwei Euro,inThailand durchgehend

bei sechs Euro. Esist also sinnvoll,

einen großen Betrag abzuheben statt

mehrmals kleinere. So wird nur einmal

die Gebühr aufgeschlagen. Denn

man kann sie nicht mit einem Klick

umgehen. Hier hilft es nur, mehrere

Automaten auszuprobieren und den

mit der niedrigsten Automatengebühr

zu wählen. Welche Gebühr erhoben

wird, muss der Automat anzeigen.

Währungsrechner: Die App „Reise +Geld“

des Bundesverbands Deutscher Banken bietet

einen tagesaktuellen Währungsrechner für

mehr als 160 Währungen. Bei den Werten

handelt es sich allerdings nur um Durchschnittswertevon

internationalen Devisenmärkten

–eine Hilfe können sie aber sein.

„Es muss endlich entschieden

werden, wie wir bei wichtigen Themen

wie dem Ausbau der Ladeinfrastruktur

für Elektroautos oder bei der

Batteriezellfertigung in Deutschland

vorankommen“, sagte Hofmann. Es

sei Zeit, endlich ein flächendeckendes

Schnellladenetz zu schaffen. Das

sei eine entscheidende Voraussetzung,

um Kunden für die neuen

Elektroautos zu gewinnen, die in den

nächsten Monaten auf den Markt

kommen. „Das Zielbild ist: Jedes

E-Auto kann künftig in wenigen Minuten

an jeder Tankstelle aufgeladen

werden. Das erfordert Investitionen

WECHSELKURS

Währungsumtausch: WerBargeld in Fremdwährung

tauschen möchte, sollte dies nur in

Banken und offiziellen Wechselstuben tun –

egal, ob zuvor in Deutschland oder vorOrt im

Reiseland. Andere Händler bieten einen

Tausch in der Regel nur zu überhöhten Preisen

an, warnt der Bankenverband.

in die Stromnetze“, so der Gewerkschaftsboss.

Hofmann sieht die Stromnetzbetreiber

in der Pflicht, die entsprechenden

Netzanschlüsse bereitzustellen,

sodass ausreichend Schnellladepunkte

errichtet werden können.

„Mit einer solchen Entscheidung

wäredas Signal an alle verbunden:

Jeder kann in nächster Umgebung

sein E-Auto aufladen –mit dem

gleichen Komfort wie bislang beim

Verbrenner.“ Die Autobauer setzen

auch auf das langsame Laden in der

heimischen Garage und bieten dafür

zum Teil auch eigene Wallboxes an.

Gebühren der kartenausgebenden

Bank: Neben den Automatengebührenkönnen

noch zusätzliche Gebühren

für die Kredit- oder EC-KartennutzungdurchdieeigeneBankanfallen.

DieGebühren sind unterschiedlich

hoch. Häufig schreibt die Bank

einen Mindestbetrag vorund erhebt

Gebühren von etwa einem bis

1,75 Prozent des Umsatzes.Auch wegen

dieser Gebühren ist das häufige

Abheben kleinerer Beträge besonders

teuer.

Zusätzlich können für das Umrechnen

der Fremdwährung Kosten

auf den Kunden umgelegt werden.

Wasfür die eigene Bank gilt, steht in

den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Mit der Sparcard der Postbank

können Kunden beispielsweise

viermal im Jahr kostenlos Geld im

Ausland abheben. Komplett kostenlos

ist etwa die Auslandsabhebung

bei der DKB-Bank.

Vorsicht ist laut Stiftung Warentest

bei kostenlosen Kreditkarten geboten,

die nicht an ein Girokonto gebunden

sind und bei denen nur Teilzahlungen

möglich sind. Heißt: Monatlich

wird immer nur ein kleiner

Teil der Rechnung abgegolten, für

den Restbetrag werden hingegen hohe

Zinsen fällig.

Ob aber letztendlich Kreditkarte

oder EC-Karte die günstigereVariante

zum Geldabheben im Ausland ist,

hängt von den individuell geforderten

Gebühren der Banken ab. Bei

manchen sind die Konditionen der

EC-Karten besser, bei anderen die

der Kreditkarte.

Keine Gebühren, dafür auch kein Geld:

Noch ungünstiger, als hohe Gebührenzuzahlen,

ist es allerdings,wenn

im Urlaubsland gar kein Geld abgehoben

werden kann, weil der Automat

die Kartenicht annimmt.

So sind EC-Karten nur mit dem

Maestro-Zeichen weltweit einsetzbar,EC-Karten

mit V-Pay-Logo funktionieren

hingegen nur innerhalb

Europas –essei denn, die Bank hat

die Karte auch außerhalb Europas

freigeschaltet. In diesem Fall kann

auch eine Karte mit V-Pay-Logo eingesetzt

werden, sofernder Geldauto-

matoderdieausländischeBankVisa-

Karten akzeptiert.

Es kann allerdings auch vorkommen,

dass die eigene Bank die Karte

aus Sicherheitsgründen sperrt, weil

sie vermutet, dass die Karte missbräuchlich

im Ausland verwendet

wird. „Manche Banken setzen das

Auslandslimit aus Sicherheitsgründen

auf null Euro,umzuverhindern,

dass Unbefugte im Ausland mit der

Karte Geld abheben oder bezahlen

können“, sagt Kathleen Altmann

vomBundesverbandDeutscherBanken.

In einem solchen Fall reicht ein

Anruf bei der Bank. Besser ist es,diesen

schon vorAntritt des Urlaubs zu

tätigen, um gar nicht erst in die Situation

zu kommen. Dasgilt für EC- wie

auch Kreditkarte und im Übrigen

auch für die digitale Karte auf dem

Smartphone, sofern man mobiles

Bezahlen im Reiseland nutzen

möchte.

IG Metall fordert Schnellladesäulen an jeder Tankstelle

Von Rasmus Buchsteiner

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann

pocht vor dem Autogipfel an diesem

Montag im Kanzleramt auf klare

Festlegungen –etwa für den Ausbau

der Ladeinfrastruktur. „Wir erwarten,

dass beim Autogipfel nicht um

den heißen Brei herumgeredet wird“,

sagte er dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND). Dasabendliche

Treffen von Bundeskanzlerin Angela

Merkel (CDU) mit Topmanagernund

Gewerkschaftern der Autoindustrie

ist als informeller Gedankenaustausch

geplant.

Gewerkschaftschef Jörg Hofmann verlangt klare Beschlüsse beim Autogipfel im Kanzleramt

ILLUSTRATION: SASCHA JAECK

Doch Hofmann sieht darin nur eine

Ergänzung zu öffentlichen Schnellladestationen.

„Bisher haben wir bei

der Ladeinfrastruktur einen Dschungel

von einzelnen Förderprogrammen.

Wirbrauchen endlich Klarheit,

wohin die Reise gehen soll“, sagte

Hofmann.

Die Arbeitnehmer, soHofmann,

dürften bei der Verkehrswende nicht

auf der Strecke bleiben: „Wir brauchen

das Transformationskurzarbeitergeld

als Beschäftigungsbrücke.“

Damit könnten Beschäftigte in den

Betrieben gehalten und für neue Tätigkeiten

qualifiziertwerden.

Milliardär

will Metro

übernehmen

Vorstandhält Kaufangebot

für vielzuniedrig

Von Bernd Röder

Der tschechische Milliardär Daniel

Kretinsky will den Düsseldorfer

Handelskonzern Metro komplett

übernehmen. Der Metro-Vorstand

lehnte das Kaufangebot am

Sonntag jedoch als viel zu niedrig ab.

Er rät den Aktionären, ihre Anteile

vorerst nicht zu verkaufen. DasAngebot

liege nur um drei Prozent über

dem Aktienkurs vom vergangenen

Freitag.

Über eine Übernahme wird spekuliert,

seit Kretinsky mit seinem slowakischen

Kompagnon Patrik Tkac

im August 2018 gut sieben Prozent

derMetro-Anteilekaufte.Inzwischen

hat ihreHolding EP Global Commerce

auf knapp elf Prozent aufgestockt

und über Kaufoptionen Zugriff auf

mehr als 30 Prozent der Anteile.

EP bietet für die Stammaktien der

Metro AG16Euro und für die Vorzugsaktien

13,80 Euro. Der Xetra-

Schlusskurs der Stammaktie lag am

Freitag bei 15,55 Euro.

Haniel hat zugestimmt

EP mit Sitz in Grünwald bei München

plant erklärtermaßen keinen radikalenUmbau.„Esistnichtbeabsichtigt,

die derzeit bestehenden Metro-

Märkte in Deutschland oder anderen

Kernmärkten der Metro Group zu

schließen oder Arbeitsplätze ingrößerem

Umfang abzubauen“, heißt es

in dem Übernahmeangebot. Auch

sollen bestehende BetriebsvereinbarungenundTarifverträgeinDeutschland

nicht gekündigt werden. Der

Metro-Konzern hat insgesamt rund

146000 Mitarbeiter.

EP hat nach eigenen Angaben die

„volle Unterstützung des Hauptaktionärs

Haniel“, der 15,2 Prozent hält.

Der Familienkonzern hatte bereits

imFrühjahr2018dieWeichenfürden

Ausstieg gestellt. Die Haniels waren

in den Sechzigerjahren bei Metro

eingestiegen. In den vergangenen

Jahren brachte das Engagement erhebliche

Verluste.

Metro will sich auf seine Großmärkte

konzentrieren. Bereits 2017

wurde die börsennotierte Ceconomy

AG als Holding der Elektrohändler

Media Markt und Saturn ausgegliedert.

Für die Supermarktkette Real

wird ein Käufer gesucht. Im vorigen

Herbst betrieb Metro771 Märkte,davon103

in Deutschland. DerKonzern

kämpft mit Problemen im wichtigen

russischen Markt, außerdem waren

hohe Abschreibungen auf Real nötig.

Ob Kretinsky die Strategie ändern

will, ist nicht bekannt. Der43-jährige

Finanzinvestor hatte seine Engagements

zuvor auf die Energie- und Industriebranche

konzentriert. „Wir

schätzen das Engagement aller Metro-Mitarbeiter

sehr.Sie haben bereits

sehrgroße Veränderungendurchlaufen

und leisten in diesen schwierigen

Zeiten eine bemerkenswerte Arbeit.

Sieverdienen jedoch die beste nachhaltige

Strategie und werden vonder

Erholung und dem langfristigen

Wachstum von Metro profitieren“,

erklärte Kretinsky.Erstrebe einen Beherrschungs-

und Gewinnabführungsvertrag

an, der EP „die volle

operativeKontrolle gibt“. (dpa)

DanielKretinskyhat bisher vorallem in

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24062019


8* Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Meinung

Deutsche Wohnen

ZITAT

Taktisches

Manöver

Ulrich Paul

sieht das „Versprechen“ des größten

Vermieters in Berlin skeptisch.

Jetzt probiert es die Deutsche Wohnen

also mit einer Charmeoffensive. Unter

dem Titel „Unser Versprechen an unsere

Mieter“ kündigt das Unternehmen an, bei

Mieterhöhungen vom1.Juli an die Einkommenssituation

zu berücksichtigen. So sollen

Mieter nach einer Modernisierung oder

einer sonstigen Erhöhung nicht mehr als 30

Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens

für die Miete aufbringen müssen. Dasklingt

erfreulich, entpuppt sich bei genauerem

Hinsehen aber nicht nur als verbesserungsbedürftig,

sondernzugleich als ein fragwürdiges

taktisches Manöver.

Verbesserungsbedürftig ist das Angebot

im Hinblick auf den Kreis der Bedürftigen.

So ist nicht zu verstehen, warum die Belastungsgrenze

nur für künftige Fälle gelten

soll. Warum nicht für alle, die schon jetzt

mehr bezahlen? Und: Warumsollen Mieter

nur einen Monat Zeit haben, um bei Anhebungen

bis zur ortsüblichen Miete ihreAnsprüche

geltend zu machen? Weresernst

meint mit seiner Verantwortung, der sollte

keine Frist setzen. Schon gar keine,die kürzer

ist als die zweimonatige Frist, die Mieterngesetzlich

zum Nachdenken über eine

Mieterhöhung bleibt. Undwenn die Deutsche

Wohnen erklärt, Eigenbedarfskündigungen

seien bei ihr „selbstverständlich“

ausgeschlossen, sollte sie den Mietern den

Schutz vor Eigenbedarfskündigungen per

Vertragsergänzung zusichern–dann wären

sie für den Fall einesVerkaufs abgesichert.

Worum eswirklich geht, zeigt indes ein

Blick ins Kleingedruckte.„Sollten weitereregulatorische

Eingriffe in das Mietrecht in

Kraft treten, behalten wir es uns vor, diese

Erklärung zurückzunehmen“, steht da. Tatsächlich

geht es der Deutsche Wohnen also

darum, Sorgen der Mieter zu instrumentalisieren,

um Stimmung gegen den Mietendeckel

zu machen. Dasist wirklich erbärmlich.

Türkei

Erdogans neuer

Gegenspieler

Frank Nordhausen

sieht in der Bürgermeisterwahl von

Istanbul ein ermutigendes Signal.

RecepTayyip Erdogan hat verloren. Allen

Tricksereien und dem Einsatz seiner

gewaltigen Medienmaschine zum Trotz

wurde Erdogans Vasall Binali Yildirim bei

der erzwungenen Wiederholung der Oberbürgermeisterwahl

in Istanbul krachend

besiegt. DerErdrutschsieg des Oppositionskandidaten

EkremImamoglu ist eine schallende

Ohrfeige für den Autokraten Erdogan,

der sich selbst und seine Partei mit demWillen

desVolkes gleichsetzt.

Diese Hybris verführte ihn zum

schwersten Fehler seiner politischen Karriere.

Weil ihm das Ergebnis der Märzwahl

politisch nicht passte,ließ er sie wiederholen.

Jetzt hat ihm das Volk an der Urne die

Quittung erteilt für das undemokratische

Manöver, aber auch für die unerträgliche

Vetternwirtschaft seiner islamischen Regierungspartei

AKP und für die rasende Wirtschaftskrise.

WerIstanbul verliert, verliertdie Türkei.

DieWahrheit dieses Sinnspruchs wirdErdogan

nun zu spüren bekommen. DerWahlsieger

Imamoglu hat bereits angekündigt,

die kommunale Korruption von Erdogans

25-jähriger Herrschaft aufzuarbeiten. Eine

Welle vonSkandalen ist zu erwarten, die die

Unzufriedenheit inner- und außerhalb der

Regierungspartei nähren wird. DieOpposition

wird vorgezogene Parlaments- und

Präsidentschaftswahlen fordern. Sie kann

sich auf das Votum der Istanbuler berufen,

die sich mit bewundernswerter demokratischer

Reife dem Versuch widersetzt haben,

ihnen das Wahlergebnis vomMärzzustehlen.

Der neue Hoffnungsträger Imamoglu

hat sich endgültig als zukünftiger nationaler

Gegenspieler Erdogans qualifiziert. Doch

sollte niemand den Machiavellisten Erdogan

unterschätzen. Noch hält er alle Zügel

der Macht in der Hand.

Der erste Schritt

Die Sommerhitze brennt erbarmungslos

auf die Republik nieder.Sie

brannte amWochenende

im Rheinischen Braunkohlerevier

auf Aktivisten und Bereitschaftspolizisten,

auf Schüler und Demo-Profis.

Das Spiel zwischen den farbigen Demo-

Fingernvon Ende Gelände und der Polizei in

der Braunkohlegrube sowie auf der RWE-

Werksbahn wiederholt sich jedes Jahr. Es

sind gut vorbereitete Aktivisten, die durch

die Polizeiketten in den Tagebau stürmen.

Doch dieses Mal war etwas anders. Die Blockierer

in ihren Maleranzügen sind eine

Minderheit, doch sie wissen jetzt viele hinter

sich. 40 000 Menschen versammelten sich

bei „Fridays for Future“ in Aachen, es war die

bisher größte Schülerdemonstration (mit

vielen Eltern) in Deutschland. Viele zogen

später weiter an den Rand des Tagebaus –

und blieben oben, als Ende Gelände die Polizeiketten

durchbrach. Dabei wurden nach

Polizeiangaben mindestens acht Beamte

verletzt. DiePolizei setzte Pfefferspray ein.

Die Betriebstemperatur in den sozialen

Netzwerken lag amWochenende bereits weit

über der Hitze, die noch kommen wird.Welt-

Chefredakteur Ulf Poschardt twitterte vom

„Klassenkampf von oben: Wenn die aufgeregten

Bürgerkinder die unterbezahlten Polizisten

verletzen“. Nun ist jeder Verletzte –

egal, auf welcher Seite –einer zu viel. Doch

der aufgeregte Bürger Poschardt verkennt,

dass sich in der Klimafrage eine radikale und

überwiegend friedliche Bewegung bildet. Sie

geht arbeitsteilig vor und deckt auch politisch

ein breites Spektrum ab.

„Wir halten zivilen Ungehorsam für legitim“,

sagt Luisa Neubauer von „Fridays for

Future“ und erklärt sich mit Ende Gelände

für solidarisch. Zugleich sagt sie:„,Fridays for

Ich bin gerne spontan. Im Mai entschloss

ich mich dazu, kurzfristig zur Biennale in

Venedig zu fahren. Innerhalb von nur einer

Stunde hatte ich einen Catsitter organisiert,

Flug und Hotel gebucht und war zwischendrin

noch im Supermarkt einkaufen. Ein

paar Tage später habe ich mir schon Kunst

angeguckt und Pasta gegessen.

So etwas geht natürlich nur als Freiberuflerin

ohne Kinder, aber im kleineren Rahmen

können auch angestellte Kleinkind-Eltern

inBerlin spontan sein. Theoretisch jedenfalls.

Praktisch erlebe ich dagegen, dass

es immer schwieriger wird, die Freizeit nicht

auf Wochen im Voraus zu planen.

Während die Arbeitswelt zunehmend flexibler

gestaltet wird durch Gleitzeit, Homeoffice

oder den Umstand, dass man nun

ganz ohne starre Zeitgrenzen rund um die

Uhr E-Mails beantworten darf, werden die

Regeln für die Feierabendorganisation rigoroser.

Die Zeiten, in denen wir spontan freitags

in ein Restaurant gehen konnten, sind ja

wirklich schon lange vorbei, aber nun wurden

mein Begleiter und ich auch schon an einem

Mittwoch vomServicepersonal genervt

weggeschickt mit dem Hinweis,ohne Reservierung

ginge wirklich gar nichts mehr. Und

das in einer Pizzeria im Wedding. Werinein

bisschen angesagtere Läden gehen möchte,

braucht einen noch viel längeren Atem. Bis

man dort einen freien Tisch bekommt, hat

sich die SPD schon fünfmal erneuert.

Aber das Problem gibt es nicht nur bei

Restaurants.Wer über dieWartezeiten in Ber-

Klimaschutz

Und es

wird heißer

JanSternberg

ist gespannt, ob die „Fridays for Future“-Bewegung nach den

Ferien wieder so viele Demonstranten auf die Straße bekommt.

Future‘ ist eine niedrigschwellige Bewegung.“

Die „aufgeregten Bürgerkinder“ mögen

freitags gestreikt haben, in Protestgeschichte

aber haben sie auf jeden Fall aufgepasst.

„Historisch gesehen waren überproportional

viele soziale Bewegungen

erfolgreich, die massenhaft zivilen Ungehorsam

als Mittel wählten“, sagt Neubauer –

und kündigt zugleich an, dass beim nächsten

großen Schülerstreik am 20. September

alle Generationen mobilisiertwerden sollen.

Bewegungen lernen aus der Geschichte.

Hunderttausende klebten sich „Atomkraft –

nein danke“ -Sticker an dieWG-Tür oder den

Citroën 2CV, Zehntausende zogen nach

Brokdorf, an die Gleise in Gorleben kettete

sich nur eine Handvoll. Die Stimmung im

KOLUMNE

Sehr theoretisch

ganz spontan

in Berlin

Katja Berlin

Autorin

liner Ämternmeckert, hat noch nie versucht,

einen Friseurtermin in Mitte auszumachen.

Mitunter vergehen viele Wochen, bis einem

endlich die Haare geschnitten werden. Das

erklärt eventuell die desolate Berliner Frisurensituation,

meine auf jeden Fall.

Während ich diesen Text schreibe, versuche

ich parallel ein Boot für einen Tagesausflug

mit Freundinnen zu mieten. Ichdachte,

ich gehe da besser mal auf Nummer sicher

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Land bis zum zweimaligen Atomausstieg

aber drehten alle zusammen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

und andere CSU-Kader fordern jetzt den

Kohleausstieg bis 2030 und die Überbrückung

durch Erdgas. Natürlich ist das zunächst

einmal wohlfeil und klassischer

Weiß-Blau-Populismus, denn Bayern hat

keine Tagebaue,dafür mehrerestillstehende

Erdgas-Kraftwerke.AberWeiß-Blau-Populisten

sind dafür bekannt, oft zum richtigen

Zeitpunkt auf einen Zugaufzuspringen. Eine

Bewegung ist im Entstehen.

In einem halben Jahr des Protests haben

die Klimaprotestierer es geschafft, ein

schamvoll verdrängtes Thema zurück auf die

politische Agenda zu setzen. Zwar beklagen

sie wortreich, dass keine schnellen Erfolge

eingetreten sind, aber wenn sie die Protestgeschichte

wirklich gut studiert haben, wissen

sie auch, dass Ungeduld und langer

Atem zusammenkommen müssen, um letztendlich

erfolgreich zu sein.

War es eine Niederlage, dass sich die

Staats- und Regierungschefs der EU nicht

auf das Ziel der Klimaneutralität einigen

konnten –oder war es ein Sieg, dass nur die

von Kohle und Gas abhängigen Länder Polen,

Tschechien und Ungarn dagegen

stimmten? Dasliegt im Auge des Betrachters

–Profis würden die Frage anders beantworten

als „aufgeregte Bürgerkinder“. Wie viele

lauwarme Ankündigungen und parteipolitische

Spiele ertragen die Demonstranten, wie

lange kann jeder und jede Einzelne die Ungeduld

am Köcheln halten? Auch davon wird

abhängen, wie sich die Bewegung nach den

großen Ferien weiter entwickelt. Noch aber

bleibt das Momentum.

Diese Woche werden es36Grad –und es

wirdnochheißer.

und reserviereschon vier Wochen im Voraus

eines. Aber da habe ich die Rechnung ohne

Berlins Freizeitkapitäne gemacht. Alle guten

Optionen sind bereits lange ausgebucht.

Es muss da draußen Menschen geben, die

schon im März ihre Sommerwochenenden

verplanen. Da überkommt mich eine Mischung

aus Angst und Respekt, allerdings

auch ein bisschen Ärger. Denn es sind ja

diese Planer, die uns spontanen Menschen

die Suppe versalzen.

Wenn ich in einer pulsierenden, glitzernden,

sich ständig selbst neu erfindenden Metropole

wohne, möchte ich doch auch mal

spontan den Augenblick nutzen. Und wenn

ich in Berlin wohne,auch. Insofernhabe ich

vollste Sympathie für Menschen in Berlin

und Umgebung, die nur ungerne oder sehr

ungenügend planen. Ein bisschen schade

dennoch, dass ausgerechnet die anscheinend

allesamt am Flughafen Berlin Brandenburg

arbeiten. Dessen Eröffnung im Oktober

nächsten Jahres wirdjajetzt auch wieder

angezweifelt. Wenn wir mit etwas planen

können, dann also mit einem weiterhin

chaotischen Tegel.

Ansonsten habe ich einen guten Tipp an

alle, die ihre Freizeit nicht mit Onlinebuchungssystemen

oder am Telefon mit Reservierungen

verbringen möchten. Auch in

Berlin können wir Abende ohne Planungsvorbereitungen

begehen: Immerhin haben

wir die Möglichkeit, jederzeit ganz spontan

einen ruhigen Abend bei uns zu Hause zu

machen.

„Boris Johnson

als nächster

Premierminister

Großbritanniens

ist eine

Horrorvorstellung.“

Nicola Sturgeon,

Schottlands Regierungschefin,

im Interview mit dem Spiegel

AUSLESE

Ein Krieg am Golf

ist nicht mehr weit

Die Entscheidung des US-Präsidenten,

nach dem Abschuss einer US-

Drohne durch den Iran zuerst einen Militärschlag

anzuordnen und ihn dann in

letzter Minute wieder abzusagen, hat

weltweit für Verunsicherung gesorgt.

„Der große Knall ist erst einmal ausgeblieben“,

schreibt die Welt am Sonntag.

„Doch für Erleichterung ist es zu früh.

Denn Trumps Zurückhaltung löst ja das

Problem noch nicht. Schließlich erleben

wir seit Wochen eine kontinuierliche Eskalation

von iranischer Seite, eine Welle von

Angriffen auf Öltanker und Öleinrichtungen

anderer Staaten am Golf. Wenn Teheran

kein deutliches Stopp-Schild gezeigt

wird, werden diese Angriffe nicht abreißen.

Die wirklich harte Entscheidung besteht

darin, eine Vorgehensweise zu finden, die

weniger Opfer fordert, aber gleichzeitig

eine klareBotschaft gen Teheran sendet.“

Die Süddeutsche Zeitung warnt davor,

dass dem US-Präsidenten die Situation

entgleiten könnte: „Trump glaubt womöglich,

dass er in einem direkten Treffen

mit dem iranischen Präsidenten die Lage

unter Kontrolle bringen kann. Dasist eine

absurd kindliche Vorstellung“, schreibt

die SZ. „Wie schwierig der Umgang mit

Iran ist, haben die Nuklearverhandlungen

gezeigt, bei denen es mehr als 15 Jahre

dauerte, einen dünnen Vertrauensfirnis

aufzubauen. Die Drohnen-Eskalation

sollte beiden Seiten als Warnung dienen.

Zu einemKrieg ist es nun nicht mehr weit,

zu gewinnen ist er nicht.“ Tanja Brandes

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Das Pläneschmieden

für das Klosterviertel

in Mitte beginnt

Seite 10

Spaßbad im Tierpark: Lichtenberg forciert Neubau in Friedrichsfelde Seite 14

Ärger am Bahnhof: Wieder sind viele Regionalzüge ausgefallen Seite 15

Stadtbild

Passt auf

euch auf!

BarbaraWeitzel

beobachtet Tiere auf

neuen Wegen.

Warum nennt man den Gang der

Enten eigentlich „Watscheln“?

Diese beiden da in der Mitte der

Wiese gehen recht anmutig.

Schwenken ihre dicken Hintern mit

lässiger Eleganz. Ab und zu stecken

sie die Köpfe zusammen, als besprächen

sie die nächsten Schritte.Dabei

werden sie den gleichen Weg nehmen

wie so oft in den letzten Wochen,

nämlich, bei aller Gemütlichkeit,

Richtung Straße.

Spräche ich doch nur ihre Sprache.

Ich würde ihnen erzählen, dass

eine der ihren letztens tot auf dem

Bürgersteig lag. Würde ihnen erzählen

von Autos, die manchmal zu

schnell fahren, und von denen, die

dicht an dicht parken, und den Fahrern,

auch den langsamen, welche

die Sicht versperren auf Kinder und

noch kleinere Passanten. Von der

Baustelle, die die Straße unübersichtlich

macht. Ich würde ihnen so

gerne sagen: Geht zurück zum See!

Undpasst auf euch auf.

Ich beherrsche aber die Sprache

der Enten nicht, weiß nur, dass sie

manchmal klingen, als würden sie

laut lachen. Diese beiden spazieren

immer still. Ichhabe schon überlegt,

ob sie um ihren toten Artgenossen

wissen und immer wieder an die

Stelle seines Ablebens zurückkehren.

Kürzlich las ich, dass es immer

mehr Tiere inder Stadt gebe, nicht

nur in Berlin. Sie wenden sich von

der unnatürlich gewordenen Natur

ab, fliehen vor Landwirtschaft und

Windrädernund suchen Schutz und

Nahrung in urbanen Parks, auf Baustellen,

Brachen und in Schrebergärten.

Marder, Füchse, Waschbären,

Wildschweine, Wanderratten – sie

alle suchen ein besseres Leben unter

Menschen. Ausgerechnet bei uns.

Wasmir nicht mehr aus dem Kopf

geht, ist, was der Autor des Textes

über die Veränderungen schrieb,

welche die Stadttiere durchmachen.

VonEchsen war da die Rede,die mit

der Zeit Haftlamellen an den Füßen

entwickeln, die ihnen mehr Halt auf

Beton geben. Er schrieb vonMücken

in der Londoner U-Bahn, an denen

man genetische Unterschiede festgestellt

hat, je nachdem, auf welcher

Linie sie hausen. DieWeißfußmäuse

in NewYorkvertragen Fast Food, das

das Verdauungssystem ihrer Artgenossen

in der freien Natur komplett

überfordernwürde.

Als Berliner Beispiel nannte der

Text den Haubentaucher, der sein

Prachtkleid in der Stadt nicht nur in

der Balz- und Brutzeit trage,sondern

immer.Erhat hier keine Feinde.

Wirklich nicht? Am See stehen

seit einiger Zeit Schilder, die eine

Schulklasse aufwendig und mit viel

Liebe gestaltet hat. In hübschen Bildern

und kurvenreicher Grundschulschrift

werden die Spaziergänger

informiert, warum sie die Enten

nicht füttern dürfen. Fast alle Schilder

waren innerhalb kürzester Zeit

mit Graffiti beschmiert. Man konnte

sie kaum mehr lesen.

Vielleicht tun die Enten das Richtige,wenn

sie dem Seeabund zu den

Rücken kehren. Ichhoffe,auch sie lernen

schnell das Leben auf der Straße

und wie man jenseits des Seeufers auf

sich aufpasst. Denn der Mensch lernt

nicht. Nicht einmal dann, wenn seine

Kinder darum bitten.

So menschenleer ist der Checkpoint Charlie auch nachts nur selten. Der Ortinder Friedrichstraße ist normalerweise von Touristen bevölkert.

Konfrontation am Checkpoint Charlie

Der Senat legt den Entwurf eines Bebauungsplans für das Gelände vor.Der Privatinvestor ist enttäuscht

VonElmar Schütze

Heskel Nathaniel war

nicht zu überreden.

Nein, er wolle der Berliner

Zeitung nichts sagen.

Der Geschäftsführer und Gründer

des Immobilienkonzerns Trockland,

der die Freiflächen am Checkpoint

Charlie bebauen will, war am

Sonnabend an den geschichtsträchtigen

Ort gekommen. Dort schaute

er sich den ersten Entwurf des Bebauungsplans

des Senats für die

Kreuzung Friedrich-, Ecke Zimmerstraße

an.Wasersah, kann Nathaniel

nicht gefallen haben. Denn mit den

Plänen, die Trockland selbst für den

Orthat, haben die Eckpunkte des Senats

nur wenig gemein.

Bürgerbeteiligung beginnt

Tatsächlich hat sich die federführende

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

detailgetreu an das gehalten,

was sie vorher angekündigt

hat. An dem ehemaligen Grenzübergang,

der heute von einem Bretterdorf

dominiert wird, sollen für eine

künftige Bebauung bestimmte

Grundsätze gelten: So soll es östlich

und westlich der Friedrichstraße wie

im Moment zwei öffentliche Plätze

geben. Zwei erst Ende vergangenen

Jahres unter Denkmalschutz gestellte

Brandwände an der Mauerund

an der Zimmerstraße dürfen

nicht komplett zugebaut werden.

Undauf dem Grundstück östlich der

Friedrichstraße soll ein Museum des

Kalten Krieges entstehen. Auf dem

gesamten Areal darfmaximal 28 Meter

hoch gebaut werden. Es soll dort–

anders als von Trockland geplant –

kein Hotel entstehen, stattdessen

sind zwei vondreiBaufelder für neue

Wohnungen reserviert. Errichtet

werden sie nach dem sogenannten

Berliner Modell. Dieses sieht vor,

dass mindestens 30 Prozent davon

sozialer Wohnungsbau ist.

Die Verwaltung macht Tempo:

Bereits am 1. Juli beginnt eine öffentliche

Bürgerbeteiligung. Im November

soll der Plan ins parlamentarische

Verfahren gehen. Geplant ist,

dass das Abgeordnetenhaus ihn im

Februar nächsten Jahres beschließt.

Zuvor hatte Trockland mangels

eines städtischen Bebauungsplans

vier Jahre sogut wie freie Hand bei

der Planung des Areals.

Das Unternehmen ist zwar nicht

offiziell Eigentümer des Geländes,

hat aber die Grundschuld eines zuvor

insolvent gegangenen Vorgängers

übernommen –die Rede ist von

90 Millionen Euro. Trockland plante

munter los: Im vergangenen Jahr trat

dann in einem Workshop-Verfahren

teils spektakuläre Architektur zutage.

International agierende Büros

wie Graft oder David Chipperfield

legten mal Hochhausplanungen vor,

mal futuristisch anmutende, gekippte

Würfel –immer aber ein großes

Hotel auf der dicht bebauten

Ostseite. Als Betreiber dafür nannte

Trockland stets die Hard-Rock-Hotel-Kette.Für

ein Museum des Kalten

Krieges –wenn Berlin denn unbedingt

eines wünsche –sah das Unter-

MEHRERE ANLÄUFE

1961 1990 2015

• • •

VomBau der Mauer bis zu ihrem

Fall durften nur alliierte

Militär- und Botschaftsangehörige,

Ausländer und Mitarbeiter

der Ständigen Vertretung

der BRD sowie DDR-

Funktionäre den Checkpoint

Charlie passieren.

Bebauungsplan

Checkpoint Charlie

ehemaliger

Mauerverlauf

Mauerstr.

Stadtplatz

Nach dem Abbau der Grenzanlagen

gabesmehrere Anläufe,

die Flächen zu bebauen.

Unter anderem

scheiterte ein Vorhaben namens

„American Business

Center“. Handwerker blieben

auf ihren Rechnungen sitzen.

Stadtmitte

Friedrichstr.

Checkpoint

Charlie

Kochstr.

Krausenstr.

Der Immobilienentwickler

Trockland übernimmt die

Grundschulden eines insolvent

gegangenen Vorgängers

und plant ein neues Quartier.

Erst im Juni 2019 liegt ein

Entwurf eines Bebauungsplans

des Landes Berlin vor.

Kochstr. Rudi-Dutschke-Str.

Charlottenstr.

Museum und

Freifläche

Schützenstr.

Zimmerstr.

BLZ/GALANTY; QUELLE: SENSW

nehmen ein Plätzchen auf der westlichen

Ecke vor.

Dieses muntere Planen ging so

lange, bis der Senat einschritt und

ein städtebauliches Verfahren in

Gang setzte. Zeitgleich tauchten

Zweifel an der Seriosität von Trockland

und dessen internationalen

Geldgebern auf. Die Stimmung in

der Stadtgesellschaft drehte sich.

Man wollte (und will) diesen exponierten

Platz der Weltgeschichte, an

dem sich 1961 sowjetische und amerikanische

Panzer schussbereit gegenüberstanden,

nicht einem gewinnorientierten

Immobilienkonzern

überlassen.

Der Senat ging auf Konfrontationskurs

–erst recht, als immer wieder

Prominente wie Ex-US-Botschafter

John Kornblum oder die Alt-Regierenden

EberhardDiepgen undWalter

STEFAN KUNERT

Momper auf den Plan traten und teils

unverhohlen Lobbyismus für den Immobilienentwickler

betrieben.

Trockland sei ein Segen für die

Stadt, sagten die Fürsprecher. Wenn

dieser Investor nicht zum Zuge

komme, passiere auf dem Gelände –

dessen momentanen Zustand viele

als„unwürdig“ abqualifizieren –auch

in den nächsten zehn Jahren nichts.

Dabei wurden auch fast schon verzweifelte

Argumente angeführt: Auch

ein Hard-Rock-Hotel passe irgendwie

zu dem Ort. Schließlich –sodie Thesen

der Befürworter – gehöre die

Kette einem Indianerstamm in den

USA und verfüge zudem über eine

reiche Sammlung an Musikinstrumenten,

von denen man einige

schöne Stücke doch am Checkpoint

Charlie zeigen könnte.

Spätestens seit diesen investorgetriebenen

Aussagen sind die Fronten

verhärtet. In der Berliner Politik

gibt es Stimmen, das Land möge

Trockland die Schulden abkaufen

und die Flächen von einer der kommunalen

Wohnungsbaugesellschaften

selber entwickeln lassen. DieDebatteist

noch nicht abgeschlossen.

„Keine Visionen, nur Mittelmaß“

Später am Sonnabend ließ Trockland-Chef

Nathaniel doch noch ein

Statement verbreiten: Dieser B-Plan

sei eine verpasste Chance. Der

Checkpoint Charlie verdiene„Fantasie

und eine spektakuläre Architektur“,

heißt es darin. Dagegen habe

der jetzige Planungsentwurf „keine

Visionen für den Ort und opfert ihn

zugunsten eines Mittelmaßes“.

Stellt sich die Frage, ob Trockland

angesichts der nun veröffentlichten

Bedingungen überhaupt bereit und

finanziell dazu in der Lage wäre, dort

zu bauen. Man sei weiterhin entschlossen,

eine vernünftige und gute

Lösung an diesem Standort zu realisieren,

lässt Nathaniel mitteilen und

schließt mit einer rhetorischen

Frage: „Wosonst als hier muss es gelingen,

Vertrauen und Einheit aufzubauen?“

Elmar Schütze

kann sich vorstellen,

dass Trockland zurückzieht

NACHRICHTEN

Jedes vierte Taxi fährt

mit Hybrid-Antrieb

Immer mehr Berliner Taxis haben sowohl

einenVerbrennungsmotor als

auch ein Elektroantrieb unter der

Haube.Imvergangenen Jahr lag die

Hybrid-Quote unter den gut 8000 Taxis

bei 26 Prozent.„Inzwischen dürfte

der Anteil auf mehr als 30 Prozent gestiegen

sein, denn Hybrid-Fahrzeuge

sind bei den Taxiunternehmen zunehmend

populär“, heißt es aus der

Verkehrsverwaltung. Dassei auch auf

Förderung zurückzuführen. Seit

Mitte2018 können Taxi-Unternehmer

einen Zuschuss erhalten, wenn

sie ihreDieselautos durch Hybrid-

Fahrzeuge ersetzen. (dpa)

Saleh kann sich Giffeyals

SPD-Chefin vorstellen

Bundesfamilienministerin Franziska

Giffey hätte aus Sicht vonBerlins

SPD-Fraktionschef Raed Saleh das

Zeug zur SPD-Parteivorsitzenden.

„Wenn Franziska Giffey kandidieren

würde,hätte sie meine volle Unterstützung“,

sagte Saleh.„Aber wie weit

da Überlegungen vonihr sind, weiß

ich nicht. Dasist ihrepersönliche

Entscheidung.“ Präsidium undVorstand

der SPD wollen am Montag ein

Verfahrenzur Bestimmung desVorsitzes

nach dem Rücktritt vonAndrea

Nahles festlegen. Derkommissarische

SPD-Chef Thorsten Schäfer-

Gümbel erwartet dabei eine ausreichende

Zahl an Bewerbern. (dpa)

Bis zum 18. Juli nachts

Pendelverkehr auf der U2

Wegen Bauarbeiten an einer Tunneldecke

gibt es auf der U-Bahn-Linie 2

ab Sonntag Einschränkungen zwischen

Alexanderplatz und Senefelderplatz.

Biszum 18. Juli fahren die

Züge dortsonntags bis donnerstags

zwischen 22 Uhrund 3.30 Uhrim

Pendelverkehr,teilte die BVGmit.

Aufder restlichen Strecke rollt der

Verkehr demnach wie gewohnt. Bei

den Bauarbeiten soll die Tunneldecke

zwischen den Stationen Senefelderplatz

und Rosa-Luxemburg-Platz

repariertwerden. BeiRoutineüberprüfungen

im Aprilwar ein kleiner

Hohlraum entdeckt worden. (dpa)

Behinderte demonstrieren

gegen Diskriminierung

Mehr als 1500 Menschen haben sich

nach Angaben der Veranstalter am

Sonnabend an der sechsten Pride

Parade beteiligt. Unter dem Motto

„behindertund verrückt feiern“ demonstrierten

sie gegen die Ausgrenzung

und Diskriminierung vonMenschen

mit Behinderung und psychiatrischen

Diagnosen. DieDemo zog

vonder Jannowitzbrücke zum Kottbusser

Tor. Laut Polizei gab es keine

Zwischenfälle.Die Beamten hatten

2000 Teilnehmer erwartet. (dpa)

„Behindertund verrückt feiern“ wardas

Motto der Demonstration. DPA/C. SOEDER


10 Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Stadtgeschichte

Blick vom Turm des

Alten Stadthauses

auf die Ruinen des

Grauen Klostersim

Jahr 1949: Rechts

die Franziskaner-

Klosterkirche

(dahinter das Amtsgericht),

links die

Reste von Refektorium

und Kapitelsaal,

die vom Gymnasium

genutzt worden

waren. Im Hintergrund

links gut

zu erkennen das

Berolinahaus am

Alexanderplatz.

LANDESARCHIV BERLIN

Campus Klosterviertel

Das nächste historische Quartier wartet auf Gestaltungsvorschläge. Das Pläneschmieden für das Areal um die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche beginnt

VonMaritta Tkalec

Mitleiderregend liegt seit

Jahrzehnten die Franziskaner-Klosterkirche

abgeschnitten von ihrem

angestammten Stadtraum neben

der Verkehrsschneise Grunerstraße.

Zwar umgeben schöne alte

Bäume gnädig die 700 Jahre alten

Backsteinmauern, doch die menschenfeindliche

Trasse aus Zeiten der

autogerechten Stadt wirkt als Sperrzone

gegen Bürgerkontakt.

Museum? Schule? Grünanlage?

Nichts mehr ist vondem gesellschaftlichen

Zentrum Berlins zu spüren,

das hier über Jahrhunderte lag, eines

der ältesten und lebendigsten Viertel.

„Immer zentral für die Stadtgesellschaft“

sei es gewesen, sagt der Berliner

Landesarchäologe Matthias

Wemhoff. Das lag zuerst an den zeitweise

400 bis 500 Barfüßermönchen

des Franziskaner-Bettelordens und

nach der Reformation an der Präsenz

des Gymnasiums zum Grauen Kloster.Dortlernte

bis in die 1940er-Jahre

die Elite Berlins: Friedrich Ludwig

Jahn, Emil Rathenau, Karl Friedrich

Schinkel, Otto von Bismarck gingen

dort neben vielen anderen Prominenten

zur Schule. Am3.April 1945

wurde die Klosterkirche zerstört, die

Ruine dann als Mahnmal gesichert.

Die Trümmer der umliegenden Gebäude

ließ die DDR-Politik nach 1950

abräumen.

Schwer zu glauben, dass wieder

Lebens in das allzu stille Klosterviertel

zieht –doch es wird geschehen.

Diepolitischen Beschlüsse fielen vor

mehr als 15 Jahren, doch jetzt wirdes

langsam ernst –zumindest für die

Planer. Die archäologischen Großausgrabungen

in der unmittelbaren

Nachbarschaft des Klosterviertels

beginnen; dann wird am Molkenmarkt

ein Stadtquartier entstehen

und die Umgebung der Klosterruine

erheblich verändern.

Was wird dann aus diesem Ort

mit seinen vielen historischen

Schichten? Wie geht man mit der

Ruine um? Sichern, so wie sie ist?

Ganz oder teilweise wieder aufbauen

und als Ausstellungsraum für die vielen

wertvollen Objekte –Gemälde,

Grabmale, Bücher aus dem Gymnasium

–herrichten, die derzeit verstreut

in der Stadt lagern? Soll dort

wieder eine Schule entstehen? Oder

soll man die Grünanlage erhalten?

Die Komplexität des Ortes erfordert

die Kooperation vieler Beteiligter.

Ein wissenschaftliches Kolloquium

bildete kürzlich einen ersten

Höhepunkt der Wissenssammlung

und Ideenfindung. Kultursenator

Klaus Lederer (Linke) und Mitte-Kulturstadträtin

Sabine Weißler (Grüne)

steckten den politischen Rahmen,

bekundeten den Willen, Geschichte

wieder erfahrbar zu machen, den Ort

aus dem Schatten zu holen, der

Ruine Respekt zu zollen. Klaus Lederer

nannte die mittelalterlichen

800 JAHRE FÜR MÖNCHE UND SCHÜLER

1250 1539 1945

• • •

Nur 40 Jahre nach der Gründung

des Ordens der Minderen

Brüder durch Franziskus

vonAssisi entstand in Berlin

die erste Franziskaner-Klosterkirche

als Feldsteinbau,

der bald als Backsteinbasilika

erweitertwurde.

Reste „den Höhepunkt des Quartiers“.

Sabine Weißler sprach davon,

„der Aura des Ortes“ durch künstlerische

Nutzung nachzuspüren.

So schön, so allgemein. Manfred

Kühne, Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung

und Wohnen, äußerte sich konkreter

und ließ die Richtung erkennen: Den

bislang geltenden Bebauungsplan

nannte er „grob und holzschnittartig“.

Seit er beschlossen wurde,hätten

sich die Bedingungen „drastisch verändert“

–Historiker, Denkmalschützer

und Stadtplaner hätten neue

Spielregeln für den Umgang mit historischen

Orten erarbeitet. Es gelte

nun: Geschichte erkennen, die Archäologie

in eine zentrale Position

bringen. Die Diskussion um das

21 Jahre dauerte es vonder

Verbreitung der Luther’schen

Thesen 1518, bis sich in

Brandenburg die Reformation

durchsetzte. Das Kloster

wurde aufgelöst, 1574 öffnete

das Berlinische Gymnasium

zum Grauen Kloster.

Am 3. April, ganz kurz vor

Kriegsende, fielen Bomben

auf Kirche und Schulgebäude,

die Kirchenruine

wurde gesichert, die anderen

Trümmer räumte man ab.

Seither umgibt eine Grünanlagedie

letzten Klosterreste.

Graue Kloster halte das noch nicht

ein, findet Manfred Kühne. Die abstrakte

Entwicklung von bloßen Baukörpern

führe indie Irre, und wenn

Archäologen zeigen, dass ein Ort anderePotenziale

habe als Rasen, dann

müssten neue Ideen her.„DieAuseinandersetzung

mit den Zukunftspotenzialen

steht noch bevor“, sagte

Kühne und fügte hinzu:„Das steht einer

kreativen Stadt gut.“

Diese Sichtweise öffnet interessante

Aussichten. So läuft es wohl

darauf hinaus, dass der Bebauungsplan,

der ein Gymnasium vorsieht,

im Sinne eines offenen Wissenschafts-

und Bildungskonzeptes geändert

wird. „Vielleicht kann man

eine Art Campus entwickeln“, überlegt

Manfred Kühne.Nach guter Berliner

Art seien auch Zwischennutzungen

denkbar – „mit Schülern,

Märkischem Museum, Nostalgikern

und Superkreativen“.

Amtsentsprechend zurückhaltend

ist Landeskonservator Christoph

Rauhut, Chef des Landesdenkmalamtes.

Erpräferiert eine sanfte

Nutzung des Areals, also eher Kunst

und Erholung –das sei womöglich

besser für die Wahrnehmung des

Mahnmals Franziskanerkirche. In

den 70 Jahren ihrer Existenz als

Ruine stecke auch schon wieder eine

neue,zuerhaltende Zeitschicht. Sein

Votum: „Weite Perspektive vor kurzenIdeen.“

Die weite Perspektive wählten

auch die meisten der vortragenden

Experten. Leidenschaftlich rief der

Mittelalterforscher Heinz-Dieter

Heimann die grenzübergreifende,

europaweite und bis in die Gegenwartwährende

Wirkung der Franziskanerbewegung

in Erinnerung. Er

beschrieb die enge Wechselbeziehung

zwischen der Stadt, ihren Bürgern

und den seelsorgenden, asketischen

Mönchen und stellte einige

der überkommenen Kunstwerke vor.

Sein Plädoyer: Es solle ein Museum

geben für das franziskanische Wirken

am Ort.

Naturgemäß sprach man viel

über das Gymnasium zum Grauen

Kloster –über die im 19. Jahrhundert

neu einsetzende Wertschätzung für

die gotische Backsteinarchitektur

und die Aufwertung des historischen

Schulkomplexes durch Stadtbaumeister

Ludwig Hoffmann (1852-

1932). DerBaugeschichtler Wolfgang

Schäche erinnerte an Hoffmanns

1945 zerstörte bemerkenswerte Bauten

wie das Direktorenwohnhaus

und vor allem an die einzigartige

Turnhalle mit Giebel im Stil hanseatischer

Backsteingotik, fast wie St.

Nikolai in Stralsund. Vom„Lächeln

des Wilhelminismus“ war im Zusammenhang

mit den Hoffmann’schen

Bauten die Rede.

Bloß kein banaler Beton

Schließlich inspirierte der Historiker

Guido Hinterkeuser mit Beispielen

für den Umgang mit Ruinen, zeigte

romantische Stimmungsträger à la

Caspar David Friedrich, Kriegstrümmer

mit Teilrekonstruktionen und

modernen Ergänzungen.

Das Wissen um das Vergangene

wendete Manfred Kühne in die Zukunft:

Er teilte mit, dass die Stadt soeben

ein „furchtbares“ Gebäude an

der Klosterstraße, derzeit Sitz eines

IT-Unternehmens, gekauft habe.

Dort müssten keineswegs (nur) Verwaltungen

einziehen. Denn im Klosterviertel

könne ein Wegmit „völlig

neuen Qualitäten“ entstehen. Er soll

vom wieder erstehenden Jüdenhof,

vorbei an Kloster- und Parochialkirche

über eine neueWaisenbrücke bis

zum Märkischen Museum reichen.

Ein solcher historischer Pfad würde

scheitern, wenn dort banale Betonteile

herumstehen. Hört, hört!

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Brose-Haus

Deutscher Soldatensender 953

Über Thälmann

Das Domizil des Freundeskreises der Chronik Pankow

e.V. trägt den Namen vonChristian Wilhelm Brose (1781-

1870), ein Berliner Bankier,der seit 1811 in Niederschönhausen

eine Gesprächsrunde von Berlinern versammelte,

darunter Beuth, die Brüder Gropius etc., und die

Gemeinde beträchtlich unterstützte. Mit Hilfe Schinkels

gestaltete er ein Bauensemble von Herren- und Gartenhäuschen

um. Nur ein Haus überdauerte den Zweiten

Weltkrieg, wurde nach der Wende aus dem Siechtum errettet

und steht nun als Juwelinder Dietzgenstraße 42.

Brose-Haus, ehemals Küster-Palm-Haus, heute Vereinshaus, geöffnet immer

mittwochs und sonntags 14 bis 17 Uhr

Im Funkhaus Grünau an der Regattastraße 267 arbeitete

zehn Jahre lang ein propagandistischer Hörfunksender

der DDR, der laut Beschluss des Nationalen Verteidigungsrates

vom 15. Juni 1960 die Angehörigen der Bundeswehr

ideologisch beeinflussen sollte. Von 1960 bis

1972 wurde der Geheimsender auf Mittelwelle Burg 935

kHz betrieben. Obwohl er sich gen Westen richtete,hörten

Jugendliche in Teilen des Bezirks Halle den Sender

gern –nicht wegen seiner DDR-Propaganda, sondern

weil er für die West-Soldaten attraktive Musik brachte,

zum Beispiel die Hitparade um 18.50 Uhr. DieRedaktion

in Grünau arbeitete unter perfekter Tarnung: Im selben

Haus hatte der Ruderclub ZSK Vorwärts Berlin (später

ASK Vorwärts) seinen Sitz –die Studios waren als Bootshaus

getarnt. Im Erdgeschoss arbeiteten zwei Studios mit

entsprechender Technik, in der oberen Etage lagen Redaktionsräume.

Wer an den Sender schreiben wollte,

richtete sich an die Tarnadressen Werner Schütz (oder:

Kathrin Jäger), Berlin W8,Postfach 116. Werner und

Kathrin –sonannten sich zwei der Moderatoren. Diese

Artder psychologischen Kriegsführung passte bald nicht

mehr zur Entspannungspolitik: Am 30. Juni 1972 um 24

Uhr machte der Deutsche Soldatensender unvermittelt

Schluss. Ein halbes Jahr waren die Mitarbeiter noch mit

der Spurenbeseitigung beschäftigt. Etliche Journalisten

wechselten zum Fernsehen der DDR. (mtk.)

Das Ernst-Thälmann-Denkmal am Ernst-Thälmann-

Park ist immer wieder in den Schlagzeilen. Während die

Jugendorganisation der FDP eine symbolische Sprengung

initiieren wollte, hat die Bezirksverordnetenversammlung

Pankow einen Wettbewerb ausgelobt, der

Vorschläge zur Kommentierung des Denkmals entwickeln

soll und ein Kolloquium zu Denkmal und Park organisiert.

Zum 75. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns

wird bei einer Führung an Geschichte und Zukunft

vonDenkmal und Park erinnert.

Thälmann-Park und Arbeiterwiderstand. Führung u.a. mit York Rieffel

(Landesdenkmalamt), 29. Juni, 14 Uhr,Ernst-Thälmann-Denkmal


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 11

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Berlin

Das große City-Maut-Spiel

Für Fahrten in die Berliner Innenstadt könnten künftig Gebühren fällig werden. Ein Forschungsprojekt soll ausloten, welche Kosten auf die Autonutzer zukommen

VonPeter Neumann

In London gibt es sie bereits, in

Stockholm, Oslo und anderen

Städten auch. Wie würde sich

eine City-Maut in Berlin auswirken?

Welche Kosten kämen auf

die Kraftfahrer zu? Das soll ein Forschungsprojekt

ausloten, über das

nun nachgedacht wird. „Es geht um

eine Art spielerisches Herantasten

an ein solches Gebührensystem“,

sagte der Mobilitätsforscher Andreas

Knie vom Wissenschaftszentrum

Berlin (WZB). Beteiligt ist auch das

RWILeibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

in Essen, eines der führenden

Zentren der ökonomischen

Forschung in Deutschland, und die

Stiftung Mercator. Erste Gespräche

werden bereits geführt, so Knie.

Die Ankündigung hatte bundesweit

für Aufsehen gesorgt: Im April

regteVerkehrssenatorin Regine Günther

im Interview mit der Berliner

Zeitung an, über die Einführung einer

Straßennutzungsgebühr für die

Berliner Innenstadt nachzudenken.

2003 gab es noch Ablehnung

Stoßverkehr auf dem Kaiserdamm in Berlin. Eine Straßennutzungsgebühr könnte den Stau verringern, sagen Experten. Aber würde Autofahrer dann nicht zu teuer?DPA/ MICHAEL KAPPELER

„Wir werden über kurz oder lang

auch in Berlin darüber diskutieren

müssen“, sagte die Senatorin, die

jüngst Mitglied der Grünen geworden

ist. Ihr gehe es um eine „Politik

der richtigen Anreize und Steuerungen.

Es wird bei der knappen Ressource

Fläche in der Stadt deutlich

teurer werden müssen, mit Autos

den öffentlichen Raum zu nutzen.“

Berlin beginne damit, weitere Parkplätze

gebührenpflichtig zu machen

und die Gebühren anzuheben. Eine

Maut werde eines der zukünftigen

Themen sein.

Als die Congestion Charge in London

2003 eingeführtwurde,stieß die

City-Maut-Idee in Berlin noch auf

Ablehnung. „Berlin ist nicht London.

Beiuns wäreeine solche Gebühr unpassend“,

hatte Martin Schlegel vom

Bund für Umwelt und Naturschutz

Deutschland (BUND) damals gesagt.

Weil die Straßen der Berliner City nur

selten verstopft seien, lasse sich eine

Staugebühr nicht rechtfertigen, bekräftigte

der damalige Finanzsenator

Thilo Sarrazin (SPD) im Jahr 2005.

Inzwischen ist der Straßenverkehr

in Berlin weiter zurückgegangen,

wie aus dem aktuellen Entwurf

des Luftreinhalteplan hervorgeht.

Danach sank die Zahl der Kraftfahrzeuge

an 36 Zählstellen von2002 bis

2017 im Mittel um 13 bis 16 Prozent.

Doch nun drängt man im Senat

darauf, die Belastung durch Lärm

und Abgase weiter zu senken. Weniger

Autos bedeuten auch, dass Platz

für klimafreundliche Fortbewegungsmittel

wie das Fahrrad entsteht.

Vordiesem Hintergrund ist die

Interview-Äußerung der Senatorin

zu verstehen. Zwar gibt es derzeit

noch keine konkreten Projekte, und

es ist absehbar, dass ein so großes

Vorhaben eine lange Vorbereitungszeit

erfordern würde. Doch Andreas

Knie und andere Mobilitätsforscher

drängen darauf, die Basis für eine

Berliner City-Maut jetzt zu legen.

„Rechtsexperten sagen, dass das

Thema in die Gesetzgebungskompetenz

des Bundes fällt. Hier müssen

wir also dicke Bretter bohren. Das

heißt aber nicht, dass wir uns auf

Landesebene nicht ernsthaft damit

befassen dürfen“, sagte der Wissenschaftler.„Aus

meiner Sicht ist es an

der Zeit, nun schon einmal auszuloten,

unter welchen Voraussetzungen

und mit welchen Inhalten eine City-

Maut in Berlin sinnvoll wäre. Dies

könnte in Form eines Modellversuchs

erfolgen, für den sich Teilnehmer

freiwillig melden können.“

„Ohne den Entscheidungen vorzugreifen,

kann ich mir vorstellen,

dass Autofahrer eine App auf ihre

Mobiltelefone laden“, erklärte Knie.

„Diese App, im Fahrzeug hinterlegt,

würde feststellen, wann die Testteilnehmer

mit dem Auto in Berlin innerhalb

des S-Bahn-Rings unterwegs

sind, wie lange sie sich dortaufhalten

und wie viele Kilometer sie

zurücklegen. Es ginge also nicht nur

um gefahrene Wegstrecken, sondern

auch um Aufenthaltszeiten auf Parkplätzen.

Denn auch das Parken sollte

in das Gebührensystem einbezogen

werden. Gratis-Parkplätze dürfte es

aus meiner Sicht inder Innenstadt

nicht mehr geben.“ Der Forscher

setzt sich auch dafür ein, die City-

Maut miteiner Lenkungswirkung zu

versehen: „Große,dreckigeund leere

Autos zahlen mehr als leise, kleine

Autos mit hoher Besetzung.“

Je nachdem, welches Gebührensystem

unterlegt würde und wie

hoch Maut sowie Parkgebühren angesetzt

würden, könnten die Testteilnehmer

mit Hilfe der Appermessen,

wie hoch ihre Kosten künftig wären,

so Knie.„Schön wäre esauch, wenn

ein direkter Vergleich mit den Kosten

für Nahverkehrstickets oder gemeinschaftlich

genutzte Fahrzeuge wie

Carsharing-Autos möglich wäre.“

56,3 ProzentZustimmung

Nichtnur CDU, AfDund FDP wollen

keine Innenstadtmaut, sondern

auch Spediteure. Die Gebühr wäre

eine „weitere finanzielle Belastung

derWirtschaft ohne den Ansatz einer

tatsächlichen Steuerungsfunktion

für den Wirtschaftsverkehr“, argumentierte

Ulrich Schulz, Vorsitzender

der Fuhrgewerbe-Innung Berlin-

Brandenburg inder „Berliner Wirtschaft“,

der Zeitschrift der Industrieund

Handelskammer (IHK) Berlin.

Einziger Effekt wäre eine Verteuerung

der Transportdienstleistung,

die auch die Verbraucher belastet.

Es gibt aber auch Befürworter außerhalb

des Senats. Auf die Frage in

der IHK-Zeitschrift, ob eine Maut bei

den Berliner Verkehrsproblemen

helfen würde,sagten 56,3 Prozent ja.

Peter Neumann

ist gespannt, ob der Senat

tatsächlich eine Maut plant.

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12 ** Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Frau stirbt bei Wohnungsbrand.

Eine 65 Jahrealte Frau ist in ihrer

Wohnung in der Alfred-Randt-

Straße in Köpenick während eines

Brandes ums Leben gekommen.

Eine Notärztin sowie die Besatzung

eines Rettungswagens versuchten

mehr als eine Stunde lang, die Frau

wieder zu beleben. Dasgelang ihnen

nicht. AndereMieter des Plattenbaus

wurden nicht verletzt. DieFeuerwehr

war mit 50 Beamten im Einsatz.

DieWohnung in der achten

Etage des Mehrfamilienhauses ist

nicht mehr bewohnbar.Die Todesumstände

sowie die Brandursache

sind noch unklar.

Badeunfall in Spandau.

Eindreijähriger Junge ist am Sonntag

beim Baden im GroßGlienicker

SeeinSpandau untergegangen. Wie

die Feuerwehr berichtete,zogen

Zeugen den Jungen aus dem Wasser.

Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft

(DLRG) begannen

mit der Reanimation. DieFeuerwehr

flog den Kleinen anschließend in

eine Klinik.

Mann ausgeraubt.

Ein20-Jähriger ist in der Nacht zum

Sonntag in Köpenick voneiner Jugendgruppe

beraubt worden. Der

Mann war gegen Mitternacht in einer

Straßenbahn unterwegs,als

zehn Jugendliche einstiegen und

eine Jugendliche belästigten. Als der

Mann die Personen bat, das Mädchen

in Ruhe zu lassen, schlug die

Gruppe auf ihn ein. DerAngriff war

so heftig, dass das Opfer ohnmächtig

zusammensackte.Der 20-Jährige

kam mit gebrochener Nase in ein

Krankenhaus.

Partygäste bedroht.

In Mahlsdorfhat ein 58 Jahrealter

Mann mehrerePartygäste beleidigt

und mit einer Pistole bedroht. Der

Grund: DieGäste sollten ihreGeburtstagsparty

auf einem Privatgrundstück

in der Parler Straße beenden.

Nach der Bedrohung lief er

zurück in seineWohnung in der Margaretenstraße.Die

Gäste alarmierten

die Polizei. Beider anschließenden

Durchsuchung der Wohnung des

Mannes fanden die Beamten eine

Schreckschusspistole mit Munition.

Tödlicher Unfall.

In der Friederickestraße in Konradshöhe

in Reinickendorfist in der

Nacht zum Sonntag ein Mann tödlich

verunglückt. Er war mit einem

VW-Van gegen einen Baum geprallt.

DieWucht des Aufpralls war so stark,

dass er erst an einer daneben stehenden

Baumgruppe zum Stehen kam.

Der Fahrer starb noch am Unfallort.

Der Fahrer des VW kam von der Fahrbahn

ab und starb bei dem Aufprall. PUDWELL

Passant überfallen.

Aufdem U-Bahnhof Kottbusser Tor

in Kreuzbergist am Samstagabend

ein 53 Jahrealter Passant voneinem

Unbekannten überfallen worden.

Nach den bisherigen Ermittlungen

der Polizei wurde der Mann gegen

18.30 Uhrvon dem Täter auf einem

Bahnsteig des U-Bahnhofs zu Boden

gedrückt und anschließend mit

Reizgas besprüht. DasOpfer flüchtete

zunächst in einen Wagen eines

Zuges,der im Bahnhof stand. Der

Täter folgte ihm und durchsuchte

die persönlichen Sachen des Verletzten.

Anschließend flüchtete er.Zeugen

alarmierten die Polizei. Sanitäter

brachten den Mann in ein Krankenhaus.Dortwurde

er ambulant behandelt.

DieHintergründe des Überfalls

sind noch völlig unklar. (ls.)

Feindliche Übernahme.

Schwarm-Alarm

Herrenlose Bienenschwärme besetzen Ampeln, Balkone oder Fahrräder.Fänger haben viel zu tun

VonAnja Sokolow

Wenn plötzlich Zehntausende

Bienen an

einem Fahrradlenker

hängen, ist das ein beeindruckendes

Schauspiel. Manchem

Städter kann das aber auch

Angst machen. In diesen Wochen ist

Schwarmzeit. Bienenvölker vermehren

sich, ihre Ausgründungen suchen

sich einen neuen Ort zum Leben.

Auch in Großstädten wie Berlin,

in denen es seit Jahren einen kleinen

Bienen-Boom gibt. Gewollt ist das

Schwärmen von Imkern nicht –

manchmal passiertestrotzdem.

Rund 50 Imker in Bereitschaft

„Wir haben etwa 10 000 Bienenvölker

in der Stadt“, sagt Benedikt Polaczek,

der Vorsitzende des Berliner Imkerverbandes.

Das Schwärmen sei ein

natürlicher Prozess. Doch die meisten

Imker versuchten, ihn zu verhindern.

„Doch hundertprozentig werden

wir das nicht in den Griff kriegen“,

so Polaczek. Manchen Neu-Imkern

fehle die Erfahrung. Selbst

langjährigen Kollegen könne es passieren,

dass einVolk schwärme.

Wenn ein herrenloses Volk gesichtet

wird, kümmern sich neben

der Feuerwehr auch rund 50 ehrenamtliche

Schwarmfänger des Imkerverbandes

um die summenden Bienen.

Einer von ihnen ist Jonas Hörning,

der dann einen Anruf bekommt

– jüngst von einem

Hobbyimker in einer Wilmersdorfer

Kleingartenanlage. Schwer bepackt

mit Schwarmkasten und Zubehör

Tipps: Wereinen herrenlosen Bienenschwarmentdeckt,

sollte Ruhe bewahren,

die Bienen nicht scheuchen, den Schwarm

vorsichtig mit Wasser besprühen. Das beruhigt

die Bienen.

rückt der 40-jährige Kreuzberger an.

Doch er kommt zu spät. Die Bienen

haben ihr Zwischenquartier, einen

Birnenbaum, vor ein paar Minuten

verlassen. Wohin sie abgeschwirrt

sind? Nicht zu sehen.

Der Wilmersdorfer Imker und

Hörning sind enttäuscht. „Eigentlich

hätten die Bienen gar nicht schwärmen

dürfen. Sie haben sich nicht

nach Lehrbuch verhalten“, berichtet

der Imker. Erhabe die sogenannten

Schwarmzellen für junge Königinnen

entfernt, so dass den Bienen die

Grundlage zum Schwärmen fehle.

Denn erst, wenn neue Königinnen in

Sicht seien, suche sich die alte Königin

mit ihren Arbeiterinnen ein

neues Zuhause.„Man muss sehr genau

aufpassen. Wenn man auch nur

eine Schwarmzelle übersieht,

schwärmen die Bienen trotzdem“,

sagt Polaczek. Dann geht es rund.

„Die Bienen lassen sich gern inÖffnungen

von Hauswänden oder in

anderen Hohlräumen nieder“, sagt

Hörning. Er hat in Berlin schon etwa

100 Schwärme eingefangen, unter

WAS TUN?

Experten: Um den Schwarmeinzufangen,

ruft man beim örtlichen Imkerverein an.

Diese Empfehlungen stammen vonder Website

des Imkervereins Reinickendorf -Mitte. Er

bietet auch Kurse zum Schwarm-Einfangen.

Erste Roller-Fahrer zur Kasse gebeten

anderem von Balkonen oder Fensterbänken.

„Man muss den Großteil

des Volkes möglichst mit Königin

einfangen, die restlichen Bienen fliegen

in der Regel hinterher“, berichtet

der Hobby-Imker. Auch fürchten

müsse man sich nicht, denn die

Schwärme hätten keinen Honig und

somit auch nichts zu verteidigen.

„Schwärme sind die friedlichsten

Wesen überhaupt. Man kann eine

Hand reinstecken und muss keine

Angst haben“, sagt JohannesWirz,der

Vorstand desVereins Mellifera. Dieser

hat sich der sogenannten wesensgemäßen

Bienenhaltung verschrieben

und nutzt den Schwarmtrieb als natürliche

Vermehrungsmethode. Die

Ableger werden eingefangen, bevor

sie schwärmen können.

Während die meisten ehrenamtlichen

Schwarmfänger für einen

oder wenige Bezirke in Berlin zuständig

sind, nimmt Imker Alfred

Krajewski aus Heiligensee auch weitere

Wege in der ganzen Stadt auf

sich. „Ich beobachte vor allem in

Kreuzberg, Friedrichshain und Lichtenberg

eine Zunahme der

Schwärme“, so der 59-Jährige. „Das

Imkern ist hip, doch man muss sich

auch um seine Bienen kümmern.“

Erst vor wenigen Wochen musste

er eine Bienen-Traube voneiner Ampel

in Friedrichshain holen.„Das war

ziemlich aufregend, denn die Straße

war stark befahren und viele Leute

haben zugeschaut“, erzählt der Imker.

Auch die Feuerwehr wird oft gerufen,

wenn Bienen gefunden werden.

„Wir sind für den öffentlichen

Bereich wie Straßen, Plätze, Schulen

und Kitas zuständig“, sagt Oberbrandmeister

und Hobby-Imker Michael

Eggers.Inden Reihen der Feuerwehr

gebe es mindestens etwa

15 Imker, die in solchen Fällen einspringen

könnten.

Senat plant mehr Schulungen

Hörning und Krajewski geben die

Völker meist an andere Imker weiter,

darunter auch Anfänger,die ein eigenes

Volk suchen. Ähnlich verfährtdie

Feuerwehr, so Eggers. Völker, die

nicht eingefangen werden, seien in

der Regel zum Tode verurteilt. „Etwa

80 bis 90 Prozent überleben nicht“,

sagt Hörning. Ohne Behandlung gegen

dieVarroamilbe sei einVolk in der

Natur nicht überlebensfähig.

Imkermeister Polaczek spricht

sich für einen Qualifikationsnachweis

für Imker aus, daviel Fachwissen

für die Haltung der Bienenvölker

nötig sei. Eine Prüfung für Imker sei

derzeit nicht vorgesehen, sagte ein

Sprecher der Justizverwaltung. Geplant

sei aber, das Schulungsangebot

auszubauen. (dpa)

Immer mehr Elektro-Tretscooter kommen auf die Straßen. Es gelten klare Regeln, die Polizei kontrolliert

VonLutz Schnedelbach

und MikeWilms

Auf falschem Pfad: Gehweg-Fahrer riskieren

ein Bußgeld von 30 Euro.

DPA

Seit Sonnabend gehören sie zum

Straßenbild: die E-Tretroller von

Verleihern.Vier Anbieter erhielten bis

Freitag eine Betriebserlaubnis vom

Kraftfahrtbundesamt. Dafür müssen

die Fahrzeuge Anforderungen einer

Verordnung erfüllen, die Mitte Juni in

Kraft getreten ist. Mehrere Tausend

dieser Gefährte werden in den nächsten

Tagen aufgestellt, die meisten vermutlich

im Bezirk Mitte. Zuden Verleihern

gehören die Berliner Firmen

Circund Tier sowieVoiaus Schweden

und Lime aus den USA.

Die Scooter dürfen der Verordnung

zufolge höchstens 20 Kilometer

pro Stunde erreichen und müssen

eine Lenk- oder Haltestange haben.

Vorgeschrieben sind auch zwei

Bremsen, Licht und eine „helltönende

Glocke“. Erlaubt sind sie ab 14

Jahren, eine Helmpflicht gibt es

nicht. Fahren müssen die E-Scooter

auf Radwegen –gibt es keine,darfes

die Fahrbahn sein.

DiePolizei plant, in den nächsten

Tagen auf ihrer Internetseite einige

Ratschläge an Autofahrer und Rollernutzer

zu veröffentlichen. Entscheidend

ist, dass alle am Verkehr teilnehmenden

Gruppen rücksichtsvoll

miteinander umgehen. „Da gibt es

noch Reserven“, hieß es bei der Verkehrspolizei.

Bereits am Sonnabend gab es die

ersten Fahrer, die von Polizisten am

Alex und in der Friedrichstraße zur

Kasse gebeten wurden. Werauf dem

Gehweg rollerte,musste zwischen 15

und 30 Euro zahlen. Wermit einem

eigenen Roller ohne allgemeine Betriebserlaubnis

im Verkehr fährt, ris-

kiert ein Bußgeld von 70Euro. Fehlen

die erforderlichen technischen

Teile wie das Licht, können 20 Euro

Bußgeld folgen. Und wer ohne den

nötigen Aufkleber der Versicherung

unterwegs ist, muss mit 40 Euro

rechnen. Das werde regelmäßig

stadtweit kontrolliert, so die Polizei.

Alkoholtests geplant

DPA/JUSTUS DEMMER

Sie wird außerdem die Einhaltung

der Promillegrenzekontrollieren. Sie

liegt für Fahrer ab 21 Jahren bei

0,5 Promille.Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille

fährt und keine alkoholbedingte

Auffälligkeit zeigt, bekommt

einen Bußgeldbescheid. Das bedeutet

500 Euro sowie einen Monat

Fahrverbot und zwei Punkte.Wer mit

mindestens 1,1 Promille unterwegs

ist, begeht eine Straftat.

Nordkorea und

das rätselhafte

Hostel

Berlin will die Herberge an

der Botschaft schließen

VonGerhard Lehrke

Die undurchsichtigen Verhältnisse

um das Hostel auf dem

Gelände der nordkoreanischen Botschaft

in Mitte sollen vomBundestag

geklärt werden. Der Berliner Abgeordnete

Tom Schreiber (SPD) will

Bundestagskollegen dazu bewegen,

Fragen an die Bundesregierung zu

stellen, die der Senat ihm als Landesparlamentarier

nicht beantworten

kann, vielleicht auch nicht will.

Seit Jahren wird versucht, den

2008 aufgenommenen Hostel-Betrieb

einzustellen. Damit wollen der

Bund und Berlin den Sanktionen von

Vereinten Nationen und Europäischer

Union gegen Nordkorea nachkommen.

Mit den Strafmaßnahmen

soll das diktatorisch regierte Land

dazu bewegt werden, sein Atomwaffenprogramm

einzustellen.

Zu den Sanktionen gehört, dass

niemand von Nordkorea Immobilien

mieten oder pachten darf. Einnahmen,

die das Land dadurch erzielt,

könnte es für die Entwicklung

vonMassenvernichtungswaffen verwenden.

Zwar hieß es 2017 seitens der

Bundesregierung in Presseberichten,

die Berliner Betreiber des Hostels

würden keine Pacht mehr an

Nordkorea zahlen, und die Nordkoreaner

hätten dem Betrieb gekündigt.

Dennoch stehen die 435 Zimmer

weiterhin Reisenden zur Verfügung,

touristenfreundlich zentral in

der Glinkastraße gelegen.

Gegenwärtig wartet der Senat auf

den Ausgang eines Gerichtsverfahrens,

das mutmaßlich von den Betreibern

per Klage in einem Widerspruchsverfahren

in Gang gesetzt

worden war.

Das Hostel, das Nordkorea einem Berliner

Betreiber verpachtete. CAMCOP MEDIA/A. KLUG

Das Bezirksamt Mitte hatte im

November 2018 verfügt, dass bis

Ende 2018„jede Tätigkeit, die mit der

Immobilie Glinkastraße 5-7 (City

Hostel) zusammenhängt“, zu unterlassen

sei. Dagegen wurde Widerspruch

eingelegt, dem nicht stattgegeben

wurde, woraufhin es zu der

Klage kam. So schrieb es Christian

Gaebler (SPD), der Chef der Senatskanzlei,

in einer jetzt veröffentlichten

Antwort auf eine parlamentarische

Anfrage Schreibers.

Auf die Frage Schreibers, obder

Senat Erkenntnisse habe,dass Nordkorea

das Mietverhältnis tatsächlich

gekündigt habe, blieb Gaebler undeutlich.

Man habe „überprüfbare

Erkenntnisse“ über Mitteilungen des

Auswärtigen Amts.Welche das sind,

führte Gaebler nicht aus.

Der Chef der Senatskanzlei verwies

in seiner Antwortimmer wieder

auf die Zuständigkeit der Bundesebene,

weshalb der Abgeordnete

Schreiber jetzt den Bundestag zu

Fragen animieren will.

Klarheit über die Finanzströme

wird es voraussichtlich aber auch

dann nicht geben. Schon 2017 hatte

der Senat mit dem Hinweis auf das

Steuergeheimnis die Antworten auf

Fragen Tom Schreibers verweigert.

Er hatte wissen wollen, ob es

stimme, dass Nordkorea dem Land

Berlin zehn Millionen Euro Steuern

schulde.


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 13

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Berlin

Ausschuss soll

über Schlepper

beraten

Polizei: Ermittlungen gegen

Vietnamesen schwierig

Der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses

soll sich mit

dem Menschenhandel mit vietnamesischen

Kindern und der Rolle

des Dong Xuan Centers in Lichtenbergbefassen.

Dashat der SPD-Politiker

Frank Zimmermann jetzt gefordert.

In der vergangenen Woche

hatte der RBB berichtet, dass derzeit

mehr als 400 illegal eingeschleuste

Kinder und Jugendliche vietnamesischer

Herkunft als vermisst gelten.

Ermittler vermuten viele von ihnen

in den Händen internationaler Banden.

Eines steht für Zimmermann allerdings

schon jetzt fest: Menschenhandel

mit vietnamesischen Minderjährigen

und deren mutmaßliche

Zwangsarbeit in Nagelstudios seien

eine „besonders abstoßende Form

der organisierten Kriminalität“.

Kosten der „Reise“ abarbeiten

Derweil hat sich die Polizei detailliert

zu Einschleusungen aus Vietnam geäußert.

„Die organisierten Strukturen,

das klandestine Vorgehen und

der hohe Grad an Verschwiegenheit

erschweren die Ermittlungen immens“,

teilte die Behörde am Freitagabend

mit. Dass es Hinweise gibt,

wonach Minderjährige von Schlepperorganisationen

nach Deutschland

gebracht werden, hatte die Polizeibereits

zuvor bestätigt.

Berlin und Deutschland gälten

bei der Einschleusung von Vietnamesen

generell als Zwischenstopp

auf dem Weginandere Länder.„Bei

dem Dong Xuan Center handelt es

sich in diesem Kontext um einen

sporadischen Anlaufpunkt für

Schleuserfahrten“, so die Behörde.

Zu den Tätigkeiten, die eingeschleuste

Vietnamesen in Berlin verrichteten,

zählten etwa das Auspacken

und Einräumen von Waren,

Aufräumen, Putzen, Arbeiten in der

Gastronomie und Handel mit unversteuerten

Zigaretten. Greift die Polizei

solche Kinder und Jugendlichen

auf, würden sie in Kinder- und Jugendeinrichtungen

gebracht, „von

wo aus sie sich eigenständig entfernen“,

erklärt die Behörde. Von dort

kommen laut RBB die Vermisstenanzeigen.

DiePolizei nimmt an, dass

die Minderjährigen nach ihrem Verschwinden

wieder illegaler Arbeit

nachgehen, um ihre Schleusung zu

finanzieren. Papierehaben sie in der

Regel nicht bei sich. (mow./dpa)

FRANK ZANDER

weiß, wo er hingehört. Mit der Vorstellung

einer neuen Single wäreder

Sänger in eleganten Lokalitäten wie

dem Luxus-Hotel Adlon völlig falsch.

Also hat er sich mit seinen Fans an

der Currywurstbude verabredet, um

ihnen sein neues Lied„TanzeEileen“

zum ersten Mal vorzusingen. Und

zwar nicht an irgendeiner Bude,sondern

ander mit dem kantigen Titel

„Zum Würfel II“ am Kurt-Schumacher-Damm

123, wo es rund um die

Uhr auf Wunsch zur Currywurst die

Spezialsoße nach Frank Zanders Rezept

gibt. Dieser Ort imhübschen

Reinickendorf hält für Musiker eine

besondere Herausforderung bereit:

nur wenige Meter entfernt beginnt

hinter einem hohen Zaun die Startbahn

des Flughafens Tegel. Undvon

der heben jetzt in den Ferien in kurzenAbständen

Urlaubsflieger mit ihren

dröhnenden Turbinen ab. Zander

musste in die Lücken des Flugplans

stoßen.

„Tanze Eileen“ ist seine deutsche

Version des Welt-Hits „Come on Eileen“

der britischen Band Dexys

Midnight Runners.Die hatten schon

seit vielen Jahren keine Genehmigung

mehr für eine Coverversion erteilt.

Die von Zander musste –ein

übliches Verfahren – vorher fertig

produziert und ins Englische übersetzt

eingereicht werden. Und fand

die Gnade der Rechte-Inhaber.

Eventuell ja ein gutes Omen: Schon

im Oktober soll das nächste Zander-

Album „Urgestein“ erscheinen.

Bei der Premiere von „Tanze Eileen“

ließ Frank es zur Freude seiner

Fans krachen. Die beiden Tänzerinnen,

die sich zu seinem Gesang engagiertverrenkten,

stellte er als seine

„Töchter aus vierter Ehe“ (später sogar

aus „fünfter“) vor. Und merkte

dann selbst an: „Gut, dass meine

Frau nicht hier ist…“

Zur Single-Premiere gönnte Zander

sich den ein oder anderen Pfefferminzlikör.Wenn

er einfach so mal

am Imbiss vorbeischaut, an dem es

auch seine Platten zu kaufen und

seine Autogrammkarten gratis gibt,

sieht seine übliche Bestellung übrigens

so aus: Eine Curry mit Darm,

Fleischspieß, viel Soße, Brötchen

und Kakao. Beim Quiz im Rahmenprogramm

der Single-Premiere

tappten die Zuhörer in die Bierfalle

und entschieden sich für Antwort A,

weil zu dieser Bestellung ein Bier gehörte.Franks

Sohn Marcus freut sich

über die gelungene Überraschung.

Und klärt auf: „Wenn Vadder fertig

ist, wird erbei 99,9 Prozent aller Besuche

gefragt: ,Und Frankie? Noch n

Bierchen?“ -Die Antwortist klar…“

Tanz an der Currywurst-Bude

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Frank Zander stellt seine neue

Single an einem Imbiss vor.Mario

Barthhatte Angst um sein Auto.

Und Ben Wagin hat eine neue Muse

Frank Zander hat für die Single-Premiere zwei Tänzerinnen engagiert, die er als „Töchter

aus vierter Ehe“ vorstellte. CHRISTIAN SCHULZ (3)

Mario Barth leiht im Kino-Trickfilm

„Pets 2“ dem Mops Melier seine Stimme.

Ben Wagin freut sich über den Besuch der

Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

MARIO BARTH

hat für den Kinofilm „Pets 2“ wieder

dem Mops Mel seine Stimme geliehen.

Der Berliner Komiker gibt zu,

dass er die Arbeit im Synchronstudio

sehr anstrengend findet: „Der Regisseur

sagt: „Sehr schön! Wir machen

noch eine Aufnahme.“ Da frage er

sich: „Warum denn, wenn es doch

schon sehr schön war?!“ Er fühle sich

auf der Bühne viel wohler als im Synchronstudio,

„wo immer alles perfekt

auf dem Punkt sein muss“. Die

Tonaufnahmen für die deutscheVersion

des Films wurden in einem Hinterhofstudio

in Kreuzberg gemacht.

Was Mario Barth beunruhigte: „Ich

habe gedacht: Hoffentlich brennt

mein Auto nicht!“

Bei der Berliner Premiere von

„Pets 2“ am Sonnabend in der Astor

Film Lounge machte sich Mario

Barth einen Jux daraus, Eltern Diskussionen

einzubrocken. So fragte er

Zwillinge: „Habt Ihr ein Haustier?“

Hatten sie nicht, hätten aber gern.

Also fragte Barth die beiden Mädchen:

„Seid Ihr gut in der Schule?“ -

Sie sind. Er darauf grinsend: „Und

dann habt Ihr kein Haustier?!“ Man

muss allerdings auch die Eltern verstehen.

Aufdie Frage,welches Haustier

siesichwünschen, kam nämlich:

„Ein Pferd!“ Zuvor hatte er die Mädchen

gefragt, ob sie ihn aus dem

Fernsehen kennen. Sie verneinten.

Seine Erwiderung: „Bei euch zu

Hausewirdnoch gebastelt?!“

MONIKA GRÜTTERS

ist im Koordinatensystem des Künstlers

Ben Wagin eine Gute. Und eine

Ausnahme. Denn Wagin sagt, dass

ihm in der Politik auch schon viele

begegnet sind, die er in der Kategorie

der „A…löcher“ einsortiert. Die Kulturstaatsministerin

aber unterstützt

schon so viele Jahreseine Bemühungen

um das Parlament der Bäume,

das mitten im Regierungsviertel an

die deutsche Teilung und die Mauertoten

erinnert. Undstand auch noch

auf seiner Seite, als andere die von

Wagin gepflanzten Bäume längst als

Hindernisse für hübsche Immobilien

identifizierthatten.

Der 89-Jährige hat gerade neue

Atelierräume neben dem Deutschen

Technikmuseum bezogen, weshalb

der Künstler Gäste dorthin eingeladen

hat, darunter auch die Kulturstaatsministerin.

Beidieser Gelegenheit

könnte die geladene Öffentlichkeit

auch seine aktuelle Muse Alina

Cowab kennenlernen. Ihre Vorgängerin

Dafne Bwar ebenfalls anwesend

und dementierte lächelnd, jemals

die Muse vonBen Wagin gewesen

zu sein: „Erwar meine!“

VW startet

Carsharing mit

Elektroautos

VorSupermärkten werden

Ladesäulen aufgestellt

VonPeter Neumann

Schon jetzt ist Berlin die Carsharing-Hauptstadt

Deutschlands.

Mehrere tausend Autos stehen zur

gemeinschaftlichen Nutzung bereit.

In dieser Woche kommt nun ein weiterer

Anbieter hinzu: Volkswagen.

Am Donnerstag fällt nach einer

mehrwöchigen Testphase offiziell

der Startschuss für „WeShare“. Besonderheit:

Die Fahrzeugflotte wird

ausschließlich elektrisch betrieben.

Wie berichtet werden zunächst

1500 e-Golf auf Straßen und Plätzen

der Innenstadt verteilt. Zum Jahresende

kommen 500 e-Up! dazu. Von

2020 an, wenn der vollelektrische

ID.3 ausgeliefertwird, wirddie Flotte

schrittweise damit ergänzt. Der ID.3

hat in diesem Jahr Weltpremiere.

Damit die Autos zum Laden der

Batterien nicht allzu weit fahren

müssen, hat der Wolfsburger Automobilkonzern

jüngst eine Partnerschaft

mit Lidl und Kaufland besiegelt.

Danach werden die Handelsketten

bis Februar 2020 bis zu 70 öffentliche

Ladesäulen errichten –60vor

Lidl- und zehn vor Kaufland-Märkten.

Größtenteils wird es sich um

Schnelllader mit 50 Kilowatt Leistung

handeln. Tagsüber stehen die

bis zu 140 Steckdosen den E-Autos

der Supermarktkunden zur Verfügung,zwischen

23 und 6.30 Uhrtanken

dortdie WeShare-Fahrzeuge.

650 000 Euro Parkgebühren

Wer allerdings gehofft hatte, dass

endlich auch in Außenbezirken Carsharing

etabliert wird, bei dem die

Autos auf Straßen verteilt werden,

dürfte enttäuscht sein. DemVernehmen

nach wirdWeShare seine Autos

zunächst ausschließlich innerhalb

des S-Bahn-Rings aufstellen. Eine

Ausdehnung des Geschäftsgebiets

ist erst für später vorgesehen.

Während Branchengrößen wie

Daimler,BMW und Sixt schon einige

Zeit Carsharing anbieten, tritt Volkswagen

relativ spät hinzu – künftig

auch in anderen europäischen Städten.

Elektrisches Carsharing hat es in

Berlin schon einmal gegeben. Doch

2017 zog sich Multicity von Citroën

wieder zurück. Ein Argument waren

die hohen Kosten. Dem Vernehmen

nach musste Multicity für die bis zu

350 E-Autos pro Jahr rund

650 000 Euro Parkgebühren zahlen.

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Berlin

Auf hoher See in Tegel

Christian Bolle hat eine Bundesmarine-Fregatte gegen ein Fahrgastschiff eingetauscht. Jetzt ist er Kapitän der „MS Havel Queen“

VonMartina Doering

An dieser Stelle berichten

montags Berliner über ihren

Berufsalltag. Heute:

Christian Bolle. Er ist

Schiffsführer auf der „MS Havel

Queen“, einem Ausflugsdampfer mit

Liegeplatz im Hafen an der Greenwich

Promenade in Tegel.

Es ist morgens um acht Uhr. DiePromenade

am Tegeler Seeist bis auf ein

paar Jogger menschenleer, auch auf

dem Wasser herrscht noch Ruhe. Segelboote

ankern inder Marina, die

Schiffe der „Stern und Kreisschifffahrt“

liegen im Hafen. Auf der MS

Havel Queen schrubben Mitglieder

der Besatzung das Deck, Waren für

das Bord-Café werden angeliefert,

die Displays und Instrumente im

Führerstand sind noch abgedeckt.

Immer dichterer Verkehr

Dort wird Christian Bolle sitzen,

wenn die „Havel Queen“ um 11 Uhr

zur ersten „Oberhavelseenrundfahrt“

ablegen wird. Dreimal am Tag

machen er und das Schiff diese Tour,

erst über den Tegeler See, dann nach

Nieder Neuendorf indas ehemalige

Grenzgebiet bis Heiligensee. Nach

zwei Stunden legen sie wieder im

Hafen vonTegel an.

Christian Bolle muss das Schiff

noch per Hand steuern. Er hofft, dass

ihm keine Segel-Anfänger vor den

Bug und kleine Motorboote in die

Quere kommen, dass die Schleusen

besetzt sind und funktionieren. Der

Verkehr auf dem Wasser sei in den

vergangenen Jahren dichter geworden,

sowohl durch die Berufs- als

auch die Sportschifffahrt. Selbstgebaute

Flöße sind unterwegs,die Zahl

der Stand-up-Paddler ist gestiegen.

Der Schiffsführer muss also immer

aufmerksam sein. DasWohl der

Gäste steht an oberster Stelle und er

muss,auch wenn mal ein Junggesellen-Abschied

an Bord sehr feuchtfröhlich

wird, alle wieder heil zurückbringen.

„Mir ist aber noch keiner

von Bord gefallen“, sagt Christian

Bolle. Langweilig wird es ihm

nicht, auch wenn er schon seit sechs

Jahren auf der MS „Havel Queen“

Dienst macht und die Tour schon einige

hundertmal absolviert hat. Er

schaut übers Wasser, sieht Seevögel,

freut sich an der Natur.„Je weiter das

Ufer entfernt ist“, sagt er, „umso

schöner ist es.“

Sein Berufsweg begann mit dem

Dienst bei der Bundesmarine. Das

Gymnasium hatte Christian Bolle,

1984 in Eberswalde geboren, nach

der 11. Klasse verlassen. Er wollte

Geld verdienen, vielleicht Mechaniker

werden. Doch dann bewarb sich

der 18-Jährige für den Freiwilligendienst

bei der Bundesmarine,wurde

angenommen und zum „Signaler“

ausgebildet.

Er lernte, anderen Schiffen auf

See mittels Flaggen Nachrichten zu

übermitteln. Seinen ersten Einsatz

Joystick statt Lenkrad: Schiffsführer Bolle auf der Kommandobrücke. CAMCOP MEDIA/ANDREAS KLUG

MEINE WOCHE

Name: Christian Bolle

Beruf: Schiffsführer

Wasverdient man in dem Beruf? Tarifgehalt plus Überstunden –was nicht gerade viel ist.

Wiewar Ihre Ausbildung? Ausbildung und Dienst bei der Marine, Ausbildung zum Binnenschiffer

Wielangearbeiten Sie pro Woche? Bis zu 60 Stunden

Würden Sie diese Berufswahl wieder treffen? Ja. Aber ein bisschen mehr Freizeit in der

Saison wäre nicht schlecht!

hatte er auf der Fregatte Brandenburg.

Es ging nach Dschibuti am

Horn von Afrika. Fahrten nach Kanada,

in die USA und im Mittelmeer

folgten. Er verdiente gut, und er kam

in der Welt herum.

Zweite Ausbildung

Doch nach den acht Jahren, für die er

sich verpflichtet hatte, reichte es

ihm. „Ich wollte eine Familie gründen

und feste Arbeitszeiten“, erzählt

der 35-Jährige.2009 suchte er sich einen

neuen Job. Mechaniker? Polizist?

Geh’ doch zur Binnenschifffahrt,

riet ihm jemand. Da wusste er

noch nicht mal, was das ist. Als er

sich im Internet informierte, traf er

zuerst auf die „Stern- und Kreisschifffahrt“.

Das Unternehmen war im Rahmen

der Privatisierung vonDDR-Betrieben

1994 mit der Ost-Berliner

Weißen Flotte „wiedervereinigt“

worden. Deren Schiffe und Besatzungen

schipperten dann weiter

Berliner und Touristen für Ausflüge,

Besichtigungstouren und private

Feiernüber die Kanäle,die Seen und

Flüsse der Stadt und im Umland.

Bolle war schon 28 Jahre alt, als er

sich bei dieser Firmabewarb,musste

aber erst noch einmal eine Ausbildung

machen, die er jedoch wegen

seiner Zeit bei der Marine von drei

auf zwei Jahreverkürzenkonnte.

2014 trat er seinen Jobauf der„MS

Havel Queen“ an, wo er anfangs

beim An- und Ablegen und Durchfahren

der Schleusen zupackte,

Fahrkarten der Gäste kontrollierte,

auch mal im Service half. Vorzwei

Jahren wurde er Schiffsführer auf

dem Dampfer. „Es ist eine tolle Besatzung

und ich hab’ mich in das

Schiff verliebt“, sagt er. Und ihm gefielen

eben auch die Touren über die

Seen, wobei er den Gästen auf dem

Dampfer über Mikrofon etwas über

die Besonderheit der Gewässer, der

Anlegestelle oder die ehemalige

Grenze zwischen Ost und West erzählt.

Seine Hoffnungen auf feste Arbeitszeiten

haben sich erfüllt. Die

Sache mit dem Familienleben ist wegen

seines Jobs trotzdem schwierig.

Denn in der Saison fährt Christian

Bolle auf seinem Schiff an Sonn- wie

an den Feiertagen. „Früher hieß es,

wir sind vonObis Ounterwegs,also

von Ostern bis Oktober“, sagt Christian

Bolle. Aber die immer milderen

Winter bringen es mit sich, dass die

Schiffe viel länger auf dem Wasser

bleiben –und die MS Havel Queen

fast bis Weihnachten und dann wieder

ab Märzauf Tour geht.

Richtig Urlaub machen kann

Christian Bolle erst im Januar oder

Februar.Doch im September wirder

ein paar freie Tage nehmen und endlich

seine Katja heiraten, mit der er

einen kleinen Sohn hat. Sie steht zu

ihm – obwohl er gerade in den

schönsten Monaten des Jahres an

den Wochenenden wie den Feiertagen

immer arbeiten muss.

ECHT GRATIS FÜRSIE:

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Morgen im

BerlinerKurier

Lichtenberg forciert Pläne

für Spaßbad im Tierpark

Lage an der U-Bahnlinie 5gilt als Standortvorteil

VonNorbertKoch-Klaucke

Das Bezirksamt Lichtenberg hat

erneut großes Interesse beim

Senat angemeldet, ein Kombi-

Schwimmbad in seinem Bezirk errichten

zu lassen. Beiden favorisierten

Spaßbad-Standorten steht der

Tierparkabermals ganz oben auf der

Liste. Auch für die Berliner Bäder-

Betriebe wäre die Anlage in Friedrichsfelde

ideal.

Das Wiederbeleben des Plans

liegt nicht nur an der Hitze, bei der

jeder gerne im Schwimmbad wäre.

Die steigende Einwohnerzahl in

Lichtenberg sei der Grund, warum

das Bezirksamt gerade wieder auf ein

Multifunktionsbad mit Innen- und

Außennutzung beim Senat drängt,

der dieses genehmigen und finanzieren

soll. „Wir haben im Bezirknur

drei Schwimmhallen. Diese reichen

nicht für über 300 000 Einwohner

aus, die wir durch die wachsende

Stadt künftig in Lichtenberg haben

werden“, sagt Bezirkssportstadtrat

Wilfried Nünthel (CDU) der Berliner

Zeitung.

Der Bezirk hatte bereits Ende

2018 zu möglichen Standorten eine

Machbarkeitsstudie bei der Beratungsgesellschaft

für Stadterneuerung

und Modernisierung in Auftrag

gegeben. Die Macher favorisieren

darin das Gelände des Zwischenpumpwerkes

südlich der Landsberger

Allee, was die Wasserbetriebe

zum Teil verkaufen wollen, und den

Tierpark-Wirtschaftshof. Den Abschlussbericht

erwartet Stadtrat

Nünthel in diesen Tagen. Er will ihn

dann dem Senat vorlegen.

Bei den Berliner Bäder-Betrieben

findet der Tierpark als Kombibad-

Standort großen Zuspruch. „Das

Schwimmbad als Freizeit- und Kultureinrichtung

mit Tierparkwäreein

zusätzlicher Anziehungspunkt für

Familien, von denen beide Seiten

profitieren“, sagt Bäder-Betriebe-

Sprecher Matthias Oloew.Ein großer

Vorteil ist, dass der Tierpark ander

U-Bahnstrecke U5 liegt. So könne

auch der Bezirk Marzahn-Hellersdorf

das Bad nutzen, der seit Jahren

ebenfalls eine Multifunktionshalle

fordert. Mitte Juli soll es ein Treffen

zwischen dem Bezirk Lichtenberg

und den Bäder-Betrieben geben.

Vom erneuten Spaßbad-Plan

scheint Tierpark-Direktor Andreas

Knieriem nicht begeistert zu sein.

Schon vorfünf Jahren, als das Thema

erstmals diskutiert wurde, sagte er:

„Ich bin kein Bademeister.“ Dem

Vernehmen nach lehnt Knieriem

weiter das Bad im Tierpark-Wirtschaftshof

ab, dadieser gerade samt

Verwaltungsgebäude saniert wurde.

Demnächst soll dort die Tierpark-

Leitung einziehen.

www.berliner-kurier.de

Der von hier

Badespaß im Tierpark. Die Bäder-Betriebe sind von dem Plan begeistert.

ZB/BÜTTNER


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 15 *

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Brandenburg

Wieder viele

Regionalzüge

ausgefallen

Personalmangel macht

der Bahn zu schaffen

VonPeter Neumann

Mit der Bahn ins Grüne: eine

gute Idee! Doch auch am vergangenen

Wochenende wurden

Fahrgäste in Berlin und Brandenburg

erneut mit Zugausfällen konfrontiert

–weil nicht genug Lokführer

verfügbar waren. Das bedeutet

nicht nur, dass Reisende länger unterwegs

waren. Die Fahrten waren

auch unbequemer, weil die verbleibenden

Züge voller als sonst waren.

Erneut war derVerstärkerzug Berlin–Prenzlau

betroffen, der den kurz

darauf folgenden Regionalexpress

nach Stralsund entlasten soll. Der

Ausflugszug in Richtung Fläming

(Berlin–Borkheide) fuhr ebenfalls an

beiden Wochenendtagen nicht.

Fast schon zur Regel ist es geworden,

dass auf der Regionalbahnlinie

RB55 zwischen Hennigsdorf, Velten

und Kremmen am Wochenende alle

Züge ausfallen. So war es auch am

22. und 23. Juni –sowie am Freitag.

„Offenbar fehlt es auch an Busfahrern,denn

die Busse des Schienenersatzverkehrs

fuhren am Sonntag nur

alle zwei Stunden“, sagte der Berliner

Stefan Kohte, der Ausfälle dieser

Artprotokolliert. Damit nicht genug:

Im Osten Brandenburgs, auf der Linie

RB11 zwischen Frankfurt (Oder)

und Cottbus,wurde der Fahrplan am

Sonntag starkausgedünnt.

Erneut traf es auch den Interregio-Express

(IRE) zwischen Berlin,

Salzwedel und Hamburg. Zwar wurden

nicht wie schon mehrmals in

diesem Jahr alle Fahrten gestrichen,

doch zumindest eine Hin- und

Rückfahrt wurde am Sonnabend

storniert. Bei diesem Zug sind die

Folgen für die Fahrgäste besonders

gravierend, wie der Bahnexperte

Kai-UweThiessenhusen berichtete.

Für den IRE gibt die DB spezielle

Fahrkarten aus, die in keiner anderen

Zuggattung gelten. „Reisende,

die damit unterwegs sind, brauchen

selbst im Regionalexpress ein neues

Ticket. Ichtrafinder Altmarkauf erboste

Reisende, die ihr IRE-Ticket

lange zuvor gebucht hatten, dann

Stunden länger unterwegs waren

und obendrein draufzahlen mussten.

Das einzige, was Reisende machen

können, ist, ihr IRE-Ticket

beim Service-Center-Fahrgastrechte

einzureichen“, so Thiessenhusen.

Berichten zufolge lohnt sich das

auch für Alternativtickets.

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 10 -11-12 -21-30-49

Superzahl: 3

Spiel 77: 2342792

Landeslotterie Super 6: 754164

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

7=10Euro

44 =25Euro

384 =100 Euro

7136 =1000 Euro

70 004 =10000 Euro

836 455 =100 000 Euro

679 230 =100 000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10 000 Euro auf die Nummer 2933 810.

ARD-Fernsehlotterie:

5482 160 gewinnt ein Mini Cooper Cabrio

1666 926 gewinnt einen Mini Cooper

9833 574 gewinnt Reise nach Warnemünde

1945 710 gewinnt eine Kreuzfahrt

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

8922 435 gewinnt 1000 000 Euro

762 532 gewinnt 100 000 Euro

71 900 gewinnt 10 000 Euro

8959 gewinnt 1000 Euro

75 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Strausberger Handelszentrum in Flammen

In der Nacht zum Sonntag hat ein schwerer Brand das Handelszentrum,

die größte Shopping-Mall Strausbergs (Märkisch-Oderland), in Teilen

zerstört. Ein Großaufgebot der Feuerwehr war mit 170 Leuten und 45

Löschfahrzeugen im Einsatz. Die Flammen loderten meterhoch und

dunkle Rauchsäulen stiegen auf. Sie waren noch aus vielen Kilometern

Entfernung zu sehen. Am Morgen war das Feuer nach Polizeiangaben

unter Kontrolle.Möglicherweise sei das Gebäude,das mehr als 60 Läden

Ein bisschen Schweden in der Uckermark

Elche werden in Brandenburg immer öfter gesichtet. Im Kleptower Wildgehege kann man ihnen ganz nah kommen

VonJeanette Bederke, Kleptow

Thomas Golz zuckelt im offenen

Wagen über das 40

Hektar große Gelände seines

Wildgeheges im

Schenkenberger Ortsteil Kleptow in

der Uckermark. „Juri, Jette“, ruft er

mehrfach mit lauter Stimme durch

die weitläufigen Gehege. Und tatsächlich

nähertsich kurzdarauf ein

ein Jahr altes Elchmädchen gemächlichen

Schrittes. Doch statt

zum Wagen steuert eslieber einen

Wassergraben an, um zu baden. Anders

als der gleichaltrige Juri, der

mit unverhohlener Neugier die

Menschen im Auto beschnuppert

und sich streicheln lässt.

Mitder Flasche aufgezogen

„Die beiden haben wir mit der Flasche

aufgezogen, deshalb haben die

keine Scheu“, erklärtGolz, während

er mit dem jungen Elchbullen

schmust. Der 52-jährige Landwirt

kennt sich aus mit der weltweit

größten Hirschart. Er züchtet sie

seit Jahren. „Ich bin ein Schwedenfan,

wärenach derWende gerndorthin

gezogen, aber meine Frau

spielte nicht mit. Also musste ich

Schweden zu uns holen“, erzählt er.

Zunächst hatte er eine Wildfleischproduktion

mit einer Dammwildherde

aufbauen wollen. Später

holte er Rentiere dazu. Zudem spezialisierte

Golz sich auf Tiertransporte.

Dann kamen die Elche. Vor 16

Jahren hatten belgische Interessenten

ein Pärchen bei Freunden von

Golz in Lappland bestellt. „Die Auftraggeber

konnten letztlich nicht

zahlen, also blieben die Tiere bei

mir“ erinnertsich der Uckermärker,

Badespaß in Brandenburg: Thomas Golz und der Elchbulle Fabian.

der zwei Jahrespäter zwei Elch-Waisenkinder

aus dem Rostocker Zoo

mit der Flasche aufzog. Er begann

zu züchten und ließ die Wildfleischproduktion

sein. „Die rentiert sich

nur bei Massentierhaltung und das

wollte ich nicht.“ 120 Tiere leben in

seiner Elch- und Rentierfarm, daneben

auch amerikanische Wapitis

und Bisons sowie europäisches Rotwild.

Der52-Jährige züchtet und beliefertTierparks,Zoos

sowieWildgehege

in ganz Europa und übernimmt

für diese auch Transporte,

wie er erzählt.

3000 Besucher jährlich

„Golz ist tatsächlich ein Fachmann

in Sachen Elchzucht. Er macht das

mit Herz und seine Elche sind den

Umgang mit Menschen gewöhnt“,

bestätigt Imke Heyter, Chefin des

DPA/PATRICK PLEUL

Wildparkes Schorfheide (Barnim).

Auch bei ihr leben Elche in weiträumigen

Gehegen. Die bekommen

Besucher allerdings nur mit etwas

Glück zu sehen, meist in gehörigem

Abstand, versteckt hinter Bäumen

oder Gebüsch. In Kleptow bei Thomas

Golz hingegen dürfen Gäste

der Elch- und Rentierfarmganz nah

ran an die imposanten Tiere, zumindest

drei Monate im Jahr.

„Wir sind ein Landwirtschaftsbetrieb

und kein Zoo“, stellt Golz

klar.Bisons vermehrten sich „quasi

von allein“, die Zucht bei Elchen

und Rentieren sei indes nicht so

einfach. Zuchtbücher müssen geführt,

Tierenach strengen Kriterien

ausgewählt werden, um Inzuchten

zu vermeiden.

Rund 3000 Besucher kommen

jedes Jahr zwischen Juni und An-

DPA/CHRISTOPHER HARMS

und Geschäfte beherbergt, einsturzgefährdet, sagte eine PolizeisprecherinamSonntagmorgen.

Nach ersten Ermittlungen war ein Reifenstapel

in einer Autowerkstatt gegen 20.30 Uhr inFlammen aufgegangen. Danach

habe sich der Brand rasch auf das angrenzende Einkaufszentrum

ausgebreitet. EinElektronik- sowie ein Drogeriemarkt und zwei weitere

Geschäfte brannten vollständig aus. Esentstand ein Millionenschaden.

Untersuchungen durch Kriminaltechniker haben begonnen.

fang September zur Elch- und Rentierfarm

nach Kleptow. Nicht alle

sieben Elche der Herde sind so zutraulich

wie Jette und Juri. Der sieben

Jahre alte Zuchtbulle Fabian

hält sich lieber im Hintergrund.

Rund 800 Kilogramm bringt das

Tier auf die Waage und macht auch

mit seinem gewaltigen Schaufelgeweih

mächtig Eindruck. Golz

würde es begrüßen, wenn die einst

in Deutschland ausgerottete Tierart

hier wieder heimisch würde.

Doch der Elch-Fan bleibt realistisch.

„Die sanften Riesen haben

durch die dichte Besiedlung und

die vielen Straßen bei uns kaum

eine Chance.“

Zu Besuch aus Polen

Tatsächlich wurden in Brandenburg

in den vergangenen fünf Jahren immer

mehr Elche gesehen. Allein in

diesem Jahr seien schon vier gesehen

worden, sagt Kornelia Dobiás,

Leiterin der Forschungsstelle Wildökologie

im Landesbetrieb Forst.

„Das liegt wahrscheinlich daran,

dass mehr Tiere aus Polen zu uns

wandern und dass jeder gesichtete

Elch ein großes Medienecho erzeugt“,

sagt die Wissenschaftlerin.

Nach ihren Angaben leben Elche

wieder in der Mark. Esgebe bisher

aber keinen Nachweis, dass die imposanten

TiereinBrandenburgeine

eigene Population aufgebaut hätten

oder sich vermehren würden. „Wir

gehen davon aus, dass drei bis fünf

Tieredurchs Land streifen, sich hier

eine gewisse Zeit aufhalten und

dann weiterwandern“, sagt Kornelia

Dobiás. Nach Angaben der Forschungsstelle

starben seit 2012 drei

Elche bei Unfällen auf Brandenburger

Straßen. (dpa)

NACHRICHTEN

Polizei ahndet Raserei

auf Gewässern

Beieinem Großeinsatz auf Gewässernrund

um Potsdam hat die Polizeifast

70 Fahrzeuge kontrolliert,

darunter neun Jetskis und zwei Jet-

Surfboards –das sind motorisierte

Surfboards.Bei der Aktion vonFreitag

bis Sonnabend seien 28 Ordnungswidrigkeiten

geahndet worden,

teilte die Polizeidirektion West

am Sonntag mit. Je nach den örtlichen

Gegebenheiten dürfen Wasserfahrzeuge

mit 12 bis 25 Stundenkilometernunterwegs

sein. Einige der

Kontrollierten seien doppelt so

schnell gefahren, teilte die Polizei

mit. In zehn Fällen wurde ein Bußgeldverfahren

eingeleitet. Meist sei

die zulässige Geschwindigkeit erheblich

überschritten worden. (dpa)

Nirgendwo brennt der Wald

häufiger als in der Mark

In deutschen Wäldernhat es im extremenWetterjahr

2018 einem Medienbericht

zufolge mehr als 1700 Mal

gebrannt. Dassind viermal so viele

Waldbrände als im Vorjahr (gut 400).

DieZahlen gehen aus einer Antwort

der Bundesregierung auf eine Kleine

Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die

der Rheinischen Post vorliegt. Die

mit Abstand meisten Waldbrände

verzeichnete Brandenburgmit gut

500. DieBrandenburger Forstleute

stellen sich angesichts des in den

nächsten Tagen erwarteten tropischen

Wetters auf eine angespannte

Lage ein.„Sorgen bereitet uns die aus

Osten heranziehende heiße Luft und

die aus dem Süden erwartete heiße

Luft“, sagte der Brandenburger

Waldbrandschutzbeauftragte Raimund

Engel am Sonntag auf Anfrage.Dareiche

schon ein Funke aus,

um einen Brand zu entfachen. (dpa)

Verbrannte Bäume in einem Waldstück

bei Treuenbrietzen

DPA/RALF HIRSCHBERGER

Mehrere tödliche

Verkehrsunfälle

AufBrandenburgs Straßen sind am

Wochenende zwei Menschen gestorben:

Aufder A10 kam am frühen

Sonnabend ein Wagen aus noch ungeklärter

Ursache nahe des Dreiecks

Spreeau (Landkreis Dahme-Spreewald)

vonder Fahrbahn ab,fuhr in

die Böschung und überschlug sich.

EinMann kam dabei ums Leben. In

der Nacht zu Sonntag starb ein Zweiradfahrer

bei einem Unfall in Kyritz

(Ostprignitz-Ruppin). Der24-Jährige

sei mit seinem Cross-Motorrad

aus der Kurvegetragen worden und

gegen einen Baum geprallt, so die

Polizei. Ein67-jähriger Motorradfahreraus

Brandenburgkam am Sonntag

bei einem Unfall östlich von

Schwerin ums Leben. (dpa)

260 000 Euro für Projekte

zur Kriminalitätsprävention

Für Projekte zur Vorbeugung von

Kriminalität oder politischem Extremismus

hat das Innenministerium

im vergangenen Jahr 260 000 Euro

bereitgestellt. Am besten sei es,

wenn Straftaten und Bedrohungen

im Vorfeld durch Aufklärung vermieden

werden könnten, so Karl-Heinz

Schröter (SPD), Vorsitzender des

Landespräventionsrates und Innenminister,amSonntag.

Mitder Förderung

könne das im Jahr 2000 gegründete

Gremium flexibel auf neue Entwicklungen

reagieren. (dpa)


16 * Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Lokalsport

Anreiz gesucht

Wienachhaltig ist die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankreich eigentlich für Fußballerinnen und ihre Funktionäre? Ein Streifzug durch Berlin

VonChristian Kattner

Nein, berauschende Fußballfeste

waren die ersten

WM-Spiele der deutschen

Frauen-Fußballnationalmannschaft

nicht. Die

knappen 1:0-Siege gegen Spanien

und Südkorea? Eher Ergebnisfußball.

Sogar das deutliche 4:0 gegen

Südafrika darfnicht darüber hinweg

täuschen, dass es sich dabei eher um

die Erfüllung einer Pflichtaufgabe

handelte.Sorichtig begeisternkonnten

die deutschen Fußballerinnen

mit der Vorrunde in Frankreich also

nicht. Bestenfalls zufriedenstellend

war der erste Platz in der Gruppe B,

das 3:0 im Achtelfinale gegen Nigeria

bedeutete: alles im Soll.

Auch die Fußballtrainer aus Berlin

hat die bisherige Fußball-Weltmeisterschaft

nicht gerade zu Freudentänzen

in ihren Wohnzimmern

animiert. Roman Rießler ist nur ehrlich,

wenn er sagt, dass er die deutschen

Spiele eher so nebenbei hat

laufen lassen. Dieanderen Spiele trafen

auch nicht unbedingt seinen Geschmack.

Gut, der Fußball der Spanierinnen

gegen Deutschland habe

ihm gefallen, technisch habe das gut

ausgesehen. Aber ansonsten: „Ich

sehe ein Leistungsgefälle der Mannschaften.

Teilweise ist es nicht so

schön anzuschauen. Ich frage mich,

was sich die Fifa dabei überlegt, so

viele Mannschaften spielen zu lassen“,

sagt der Trainer der Fußballerinnen

des FC Viktoria Berlin.

Viele Systeme, viele Wechsel

Sechs Gruppen mit jeweils vier

Mannschaften sorgen dafür, dass

kleinereFußball-Nationen wie Thailand,

Neuseeland oder Jamaika dabei

sein dürfen. Dass sie im aufgeblähten

Modus, indem sogar Tabellendritte

das Achtelfinale erreichen,

nur der Bauschaum waren, um Lücken

zu füllen, haben die Ergebnisse

gezeigt. Allein dieses Trio trat die

Heimreise mit null Punkten und in

der Summe 3:37 Toren an. Ihr jeweiliger

Triumph: Zumindest ein eigenes

TorindreiVorrundenspielen. Es

gab aber auch schon in der Vorrunde

die Duelle der stärkeren Nationen –

Deutschland gegen Spanien oder die

Niederlande gegen Kanada.

Auffällig dabei: „Ich habe gesehen,

dass es taktisch flexibler wirkt.

Es werden viele Systeme gespielt und

in den Spielen auch viel gewechselt“,

sagt Falko Grothe. Genau das versucht

der Trainer den Spielerinnen

des 1. FC Union Berlin zu vermitteln.

Dass sie bei einem solchen Turnier

am Fernseher sehen, dass man damit

erfolgreich sein kann,„kann man

es auch als Ermutigung für die Spielerinnen

nehmen“, sagt er.

Die Spielerinnen des 1. FC Union jubeln, doch den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpassten sie im vergangenen Spieljahr knapp.

Aber was kann ansonsten von so

einer Fußball-Weltmeisterschaft

hängen bleiben? Immerhin hatten

die deutschen Spielerinnen ja auch

eine Diskussion rund um die Prämienregelung

angestoßen, mehrere

Image-Clips flimmerten bereits im

Vorfeld durch das deutsche Fernsehprogramm

und die sozialen Netzwerke.

Dieses kurze Fenster des öffentlichen

Interesses, mit vielen

Stunden Liveübertragungen bei den

Öffentlich-Rechtlichen, die überproportional

vielen Texte im Vergleich

zum Rest des Jahres. Kann das neue

Mädchen und Frauen für den Fußball

begeistern?

Immerhin, einen leichten Anstieg

der Mannschaftszahlen hatte es bei

den Frauen im vergangenen Jahr laut

den offiziellen Zahlen des Deutschen

Fußballbundes (DFB) gegeben,

auch wenn die Zahl der Mädchenteams

im Vergleich zum Jahr

2017 gesunken waren. In Berlin hingegen

gab es einen durchweg positiven

Trend: Von110 auf 117 war die

Zahl der Frauenteams gestiegen,

auch bei den Mädchen bis 16 Jahre

wurden aus 131 immerhin 136

Mannschaften. IhrAnteil am großen

Fußballkuchen ist damit allerdings

weiterhin verhältnismäßig klein. Gerade

einmal 3,6 Prozent aller Mitglieder

im Berliner Fußballverband sind

Mädchen im Alter bis 16 Jahren,

ebenfalls nur 7,9 Prozent aller Mitglieder

im Jahr 2018 waren Frauen.

Nur etwas mehr als ein Zehntel aller

Fußballer sind also weiblich, bundesweit

sind es auch lediglich 15,6

Prozent.

Dass die laufende Fußball-Weltmeisterschaft

daran etwas ändern

wird, ist sehr optimistisch gedacht.

Nach der Endrunde 2011 in

Deutschland habe es mal einen kleinen

Boom gegeben, erzählt Falko

„Ich frage mich, was sich die Fifa dabei

überlegt, so viele Mannschaften

spielen zu lassen.“

Roman Rießler, Trainer der Frauenmannschaft des FC Viktoria Berlin,

sieht ein zu großes Leistungsgefälle bei der WM in Frankreich

Grothe, „aber sobald das nächste

große Turnier der Herren kommt, ist

der Boom schnell wieder weg.“ Erst

recht, wenn, wie aktuell, parallel die

Europameisterschaft der U21-Juniorenteams

stattfindet und das deutsche

Team die Zuschauer mit sehr

guten Ergebnissen begeistert.

IMAGO IMAGES/MATTHIAS KOCH

Es braucht andere Ansätze, Förderprogramme

für den Nachwuchs.

Gerade einmal ein Programm mit

dem Namen „Nicht ohne meine Mädels“

wird vom DFB organisiert. Bei

genauerem Hinsehen entpuppt es

sich allerdings als Vereinsbörse, wo

Mädchen lediglich nach Vereinen in

ihrer Nähe suchen können. Konkreter

und praxisbezogener wird da

schon der Berliner Fußballverband.

Derhat das Projekt „Alle kicken mit“

ins Leben gerufen, geht damit an

Grundschulen. Seit 2012 hilft der

Verband an Grundschulen, wenn es

darum geht Schul-AGs aufzubauen

und zu betreuen.

Perspektivisch möchte der Verband

das Projekt auch an Kitas anbieten.

Momentan gibt es in ganz

Berlin 72 Arbeitsgemeinschaften, die

über das Projekt laufen, bis zum

Ende des Jahres möchte Projektleiter

Martin Meyer die Zahl 80 knacken

und hat sich selbst ein ehrgeiziges

Ziel gesetzt: „Bevor wir nicht dreistellig

sind, werde ich das Projekt

nichtverlassen.“ Neben den AGsfinden

in Zusammenarbeit mit den

Schulen undVereinen auch regelmäßig

Feriencamps und Turniere statt.

Aus diesen AGs sollen die Spielerinnen

denWegindieVereine finden. In

diesem Jahr bereits mit den ersten

Erfolgen. „Wir können sagen, dass

durchschnittlich elf Mädchen in den

AGssind und drei bis vier einem Verein

beitreten“, so Meyer, „wir haben

da auch noch Ausbaupotenzial.“

Auch der 1. FC Union unterstützt

dieses Projekt. Denn: „Der Nachwuchs

ist unser großer Trumpf“, sagt

Falko Grothe. In den letzten zehn

Jahren hat der Trainer des Regionalliga-Frauenteams

einen generellen

Wandel ausgemacht. „Es gibt nicht

mehr nur diese reinen Frauenvereine,

esbraucht einen starken Gesamtverein“,

sagt er. Den Nachwuchsspielerinnen

wolle man in Köpenick

die besten Förderungsbedingungen

bieten, sie zusätzlich für die

Auswahlmannschaften anbieten

und dann irgendwann mit ihnen in

der 2. Bundesliga spielen. Auch

wenn das Frauenteam den Aufstieg

dorthin vor wenigen Wochen in der

Relegation verpasst hat, konnte die

U17 den Sprung die Bundesliga

schaffen. Dasmache den Verein, neben

dem Aufstieg der Männer in die

Bundesliga, noch interessanter für

Spielerinnen. Das Konzept scheint

aufzugehen. 15 von 25Spielerinnen

des aktuellen Frauenkaders kommen

aus der eigenen Jugend.

Malein Ligaspiel im Fernsehen

„Daschaueich natürlich positiv neidisch

zu Union“, sagt Roman Rießler.

Bei Viktoria ist er nicht nur Trainer

der Frauenmannschaft, sondern

auch Beauftragter für Frauen- und

Mädchenfußball im Verein. Union

sei gerade im Bereich des Nachwuchses

weit voraus.UmAnreizefür

Mädchen zu schaffen, braucht es

aber aus seiner Sicht mehr, als nur

eine Fußballweltmeisterschaft. „Sicherlich

tendiertdie Entlohnung der

Frauen in Berlin gegen null. Das ist

aber auch bei anderen Sportarten in

Berlin so“, sagt Rießler, „das ist diskussionswürdig,

aber es wird sich

bestimmt nicht viel ändern.“ Ausseiner

Sicht sollte viel häufiger mal ein

Spiel im Fernsehen laufen. „Vielleicht

pro Woche mal ein Bundesligaspiel

live oder ein Champions-

League-Spiel, damit auch ein Interesse

entsteht.“ Schließlich ist ja

selbst er, der sich mit Frauenfußball

beschäftigt, auch nur schwer vonder

laufenden WM zu begeistern.

Christian Kattner

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Sport

Auf den

Spuren von

Uwe Krupp

Moritz Seider wird von den

Detroit Red Wings gedraftet

VonMax Ohlert

Eigentlich wäre jede Erstrundenwahl

bei der NHL-Draft, der Talenteziehung

der nordamerikanischen

Eishockey-Liga, die am vergangenen

Wochenende in Vancouver

stattfand, ein riesiger Erfolg für

Moritz Seider gewesen. Unter den 31

Erstrunden-Picks sahen die meisten

Experten ihn bestenfalls an 22. Stelle,

auf welche die Los Angeles Kings Zugriffsrecht

hatte. Eine Prognose, die

irgendwie naheliegend war. Der

Champion von 2012 und 2014

suchte nach einem talentierten Verteidiger,

zudem unterhalten die

Kings, deren Co-Trainer der frühere

deutsche Nationaltrainer Marco

Sturm ist, dank der Kooperation mit

den Eisbären Berlin enge Kontakte

nach Deutschland. Seider wiederum

galt im Schatten der Schweden Philip

Broberg, Victor Söderström, des

FinnenVille Heinola sowie des Kanadiers

Bowen Byram nicht unbedingt

als begehrtestes Defensiv-Talent des

Jahrgangs.

„Mir fehlen die Worte“

Umso ungläubiger reagierten die

Eishockey-Experten und der junge

Verteidiger selbst, als sein Name in

der Nacht von Freitag auf Sonnabend

plötzlich an sechster Stelle

ausgerufen wurde. Von den Detroit

Red Wings, einem der traditionsreichsten

Teams der NHL. „Ich war

total fassungslos. Mein ganzer Körper

hat gezittert. Es ist so surreal. Mir

fehlen noch immer die Worte“, erklärte

der 18-Jährige sichtlich mitgenommen.

Weitaus gefasster kommentierte

Eishockey-Legende Steve Yzerman,

heute General Manager der Red

Wings,die frühe Wahl des deutschen

Nationalspielers: „Ich weiß, unsere

Das Ende einer Reise

Albakann dem FC Bayern nichtwiderstehen, der BBL-Titelgeht nach einem Basketball-Krimi nach München

VonChristian Kattner,München

Wie laut gut 200 Fans in

einer mit 6500 Zuschauern

ausverkauften

Halle sein können?

Sehr laut, wenn es für ihre Mannschaft

besonders gut läuft. Undnicht

minder, wenn ihre Mannschaft in

der NotUnterstützung braucht. Kurz

nach 20 Uhr war von den mit nach

München gereisten Anhängern von

Alba Berlin allerdings nichts mehr zu

hören. Ihr Team hatte sich gerade

mit 88:93 nach Verlängerung gegen

den FC Bayern geschlagen geben

müssen. Mehr noch: Durchdie dritte

Niederlage im dritten Finalspiel

mussten sie und die Mannschaft zuschauen,

wie die Münchner mit ausreichend

Bier den Gewinn der Deutsche

Meisterschaft feiernkonnten.

Alba Berlin hatte sich bis zum

Ende gegen die Niederlage gewehrt,

aber „es reicht nicht, nur eine Halbzeit

oder 30 Minuten gut zu spielen.

So gewinnt man solche Spiele einfach

nicht. Man muss 40 Minuten

gut spielen“, sagte Franz Wagner.

Hinter dem Alba-Youngster nahmen

die Münchner gerade die Meistertrophäe

entgegen, überwiegend positive

Emotionen schwappten durch

die Halle.

Bayern hat den besseren Start

Zwei Stunden vor Spielbeginn sah

das noch ganz anders aus.Während

aus der Halle die Nationalhymne in

einer klassischeren Variante als noch

am Mittwoch beim Spiel in Berlin zu

hören war, ging es beim Eisstockschießen

im anliegenden Park emotional

zur Sache. Imbenachbarten

Biergarten hatten es sich dagegen

die ersten Basketballfans gemütlich

gemacht, friedlich saßen die Anhänger

mit ihren roten und gelben Bekleidungen

nebeneinander, genehmigten

sich bei angenehmen Außentemperaturen

das eine oder andere

kühle Aufwärmgetränk. In

Spielform gebracht, verteilten sich

die Alba-Fans in ihrem Block rund

um eine elektronische Werbetafel.

Wassie von ihren Plätzen zu Beginn

zu sehen bekamen, sorgte für

keine weiteren Hitzewallungen in

der schwülwarmen Halle.Anders als

in den beiden vorherigen Finalspielen

hatten diesmal die Bayern den

besseren Start erwischt. Intensive

Verteidigung gestattete den Berlinern

keine einfachen Würfe. Und in

der Offensive schafften es die

Meisterspringer:Nemanja Dangubic (l.) und Danilo Barthel feiern. GETTY IMAGES/A. HASSENSSTEIN

„„Ich bin sehr enttäuscht,

das tut sehr weh.

Wir haben es immer in den Finals

nicht geschafft,

die Coolness zu behalten.“

Niels Giffey gibt als Kapitän von Albas Basketballern

einen Einblick in sein Innenleben

Münchner bei drei ihrer ersten vier

erfolgreichen Angriffe völlig frei am

Korb abzuschließen. Die Berliner

Verteidigung ließ die Tür für die großen

Spieler der Münchner dreimal

zu weit offen und wurde dafür bestraft.

Die Bayern lagen mit 8:3 in

Führung, wollten erst gar keinen

Zweifel daran aufkommen lassen,

dass sie in eigener Halle den Meistertitel

holen.

Mit zunehmender Spieldauer

sollte sich das aber ändern. Joshiko

Saibou, der in Spiel zwei gar nicht im

Kader stand, erzielte die ersten fünf

Berliner Punkte, Rokas Giedraitis

ließ die nächsten fünf folgen, die eingewechselten

Johannes Thiemann

und Tim Schneider schließlich hatten

mit ihren Zählern Anteil daran,

dass die Berliner beim 17:15 erstmals

in Führung lagen (8.). Waszudiesem

Zeitpunkt noch niemand ahnen

konnte: Dieser Vorsprung sollte

nicht nur ausgebaut, sondern auch

sehr lange verteidigt werden.

Zu Ballverlusten gezwungen

Alba strahlte trotz des 0:2-Rückstands

in der Finalserie eine beeindruckende

Ruhe aus.ImAngriff gingen

im ersten Viertel acht der zwölf

Würfe rein, allein vier waren Dreier.

Mit erhöhter Intensität wurden die

Bayern zu Ballverlusten oder schwierigen

Würfen gezwungen. Zudem

brachten die Berliner die Münchner

mit ihrer aggressiven und schnellen

Spielweise in Foulprobleme. Mit einer

22:15-Führung ging es in die

erste Viertelpause, zur Halbzeit

führte Alba immer noch mit 46:32.

Und als es noch mit einem 62:51-

Vorsprung in den Schlussabschnitt

ging, waren alle,die es mit Alba hielten,

lautstarkzuhören.

Wie aber Franz Wagner eingangs

erwähnte, reicht das gegen die Bayern

eben nicht. Mit einem 11:2-Lauf

zu Beginn des letzten Viertels waren

sie wieder dran. Alba leistete sich nun

Ballverluste, vergab Freiwürfe und

geriet 89 Sekunden vor dem offiziellen

Ende erstmals in Rückstand. In

die Verlängerung konnte sich das

Team noch retten, war dort amEnde

aber chancenlos. „Wir müssen lernen,

in solchen Situationen weniger

Fehler zu machen“, sagte Landry

Nnoko,„am Ende waren sie besser als

wir.“ Während die Bayern-Spieler mit

ihren Fans feierten, hatten sich die

Alba-Fans und -Spieler bereits aus der

Halle verabschiedet. Für sie gab es

nichts zu feiern.Wieder einmal.

Landung am

Tempelhofer

Feld

Malaika Mihambo springt

bei „Berlin fliegt“ zum Sieg

Obsie zufrieden war? Nun, Malaika

Mihambo hatte den Weitsprung-Wettbewerb

gewonnen und

dabei Olympiasiegerin Brittney

Reese aus den USA bezwungen, das

deutsche Team auf dem Tempelhofer

Feld zum Sieg beim Vierländerkampf

„Berlin fliegt!“ geführt, aber

zufrieden, war sie das?„Nein, eigentlich

nicht“, sagte die neue Hoffnungsträgerin

der deutschen Leichtathletik

in Berlin. Die Siegerweite

von 6,89 Metern sind nicht ihr Maßstab.Nicht

mehr,muss man sagen.

„Meine Form ist gut momentan,

jeder Wettkampf könnte einen Sieben-Meter-Sprung

in sich bergen“,

erläuterte sie.„Jetzt ist der Bann gebrochen,

da fällt es gar nicht mehr so

schwer“, sagte die 25-Jährige über

die Sieben-Meter-Marke.

Anfang Juni beim Diamond-

League-Meeting in Rom hatte Mihambo

in Rom diese Weite geknackt

–7,07 Meter bedeuteten Jahresweltbestleistung.

Damit ist die Heidelbergerin

von der LG Kurpfalz in der

Weltspitze angekommen, aber sie

fühlt sich noch lange nicht an der

Grenze ihrer Möglichkeiten. „So

schnell wie sie laufen wenige an.

Noch weniger können das Tempo

beim Absprung so mitnehmen“,

sagte Trainer Ralf Weber über sie.

„Das hat viel mit dem Kopf zu tun,

dass man die mentale Blockade lösen

kann“, meint Mihambo.

Meditation in Indien

Nach dem Sieg bei den Leichtathletik-Europameisterschaften

im Vorjahr

in Berlin war die junge Frau erst

einmal mit dem Rucksack durch Indien

gezogen, um Erfahrungen außerhalb

des Sports zu sammeln.

„Zehn Stunden Meditation standen

am Tagauf dem Programm“, berichtete

Mihambo: „Das stärkt den Geist,

man ist fokussiert und lernt sich danach

besser kennen. Man kann alle

Eindrücke auch im Sportumsetzen.“

Moritz Seider streift das rote Trikot der

Detroit Red Wings über.

DPA

Fans wissen nicht viel über ihn, aber

ich denke, sie werden positiv überrascht

sein.“ In der vergangenen

Meistersaison der Adler Mannheim

hatte Seider, die meiste Zeit des

Spieljahres noch minderjährig, satte

29 Spiele absolviert, den ganz großen

Durchbruch dann bei der Weltmeisterschaft

in der Slowakei im Mai gefeiert,

wo er als jüngster deutscher

Nationalspieler klar der beste Verteidiger

seines Teams war.Eswar dieser

Leistungssprung, der den Youngster

für die Red Wings interessant

machte,für deren Farmteam er nach

der Draft zunächst einmal auflaufen

wird. Somit ist Seider hinter Leon

Draisaitl (Dritter 2014) der an zweithöchster

Stelle gedraftete Deutsche

in der Geschichte.

In Detroit trifft er auf ein Team im

Umbruch. Hinter dem 22-jährigen

Frontmann Dylan Larkin versuchen

die RedWings mit Spielern wie Filip

Zadina, 20, oder Evgeni Svechnikov,

22, an die Zeit um die Jahrtausendwende

anzuknüpfen, als das Team

das Maßaller Dinge war.Damals lief

auch der frühere Eisbären-Trainer

UweKrupp für Detroit alsVerteidiger

auf. In dessen Fußstapfen kann Moritz

Seider künftig treten. Aber erst,

nachdem er seinen Schulabschluss

gemacht hat. Der steht bei dem

Teenager nämlich noch aus.

In feinster Gesellschaft

Die Los Angeles Lakers rüsten auf –und setzen offensichtlich dabei weiterhin auf den Berliner Moritz Wagner

VonSebastian Moll

Sorichtig entspannen kann sich

Moritz Wagner in diesen Sommerferien

wohl nicht. Und das liegt

nicht alleine daran, dass der aus Berlin

stammende Power Forward der

Los Angeles Lakers sich zeitig und

gewissenhaft auf seine zweite Saison

in der besten Basketball-Liga der

Welt vorbereitet. Es ist gewiss für ihn

nicht einfach, still zu sitzen, während

in Konferenzsälen über seine

Zukunft entschieden wird, ohne

dass er darauf Einfluss hat.

Immerhin ist die erste große Vorentscheidung

darüber, ob Wagner

seine Wohnung am Manhattan

Beach von Los Angeles behalten

kann, früh und zu seinemWohlgefallen

getroffen worden. Noch während

die Toronto Raptors gegen die Golden

State Warriors um den Titel

spielten, haben die Lakers den erwarteten

großen Deal abgeschlossen,

der sie für die kommende Saison

in eine Favoritenrolle katapultierensoll.

Dabei landete Wagner nicht,

wie für einen jungen Spieler zu befürchten

war, als Verschiebemasse

auf dem Verhandlungstisch. Nach

dem gegenwärtigen Stand der Dinge

chen an. Genau genommen bis zum

6. Juli, jenem Tag, an dem laut Liga-

Regularien die Rochade rechtskräftig

wird, mit deren Hilfe Anthony Davis

von New Orleans nach Hollywood

gebracht wird. Bisdahin können sich

die Lakers,die für Davis kräftig ihren

Kader ausmisten mussten, auf dem

Markt nach weiteren Verstärkungen

umsehen. Um wirklich

eine Aufstellung zusammen

zu bekommen, die für

einen Angriff auf die Meisterschaft

Flexibilität und

Tiefe aufweist, müssen die

Lakers gewiss noch mal

IMAGO IMAGES/CAMERA 4

einkaufen gehen.

Die Crux dabei ist, dass

Bestens gelaunt: LA nach dem teuren Kauf

Moritz Wagner vonDavis nicht mehr allzu

viel Geld auf dem Konto

hat. Bis zum Salary Cap –der Gehaltsobergrenze

der NBA –bleiben

den Lakers nur rund 23 Millionen

Dollar. Umeinen dritten Star zu holen

ist das ein etwas knappes Budget.

Deshalb wird nun gemunkelt,

dass die Lakers drei weitere Spieler

zum Verkauf anbieten, darunter Moritz

Wagner und der andere Deutsche

im Team, Isaac Bonga. Somit

würde ausreichend Geld in die Scha-

bleibtWagner in Los Angeles und das

in feinster Gesellschaft. Die Lakers

haben in ihren Neuaufbau-Bemühungen

von den New Orleans Pelicans

den Ausnahmekönner Anthony

Davis erworben. Dafür wurden drei

junge Spieler aufgegeben: Brandon

Ingraham, LonzoBall und Josh Hart.

VonWagner,der sich besonders zum

Ende der abgelaufenen

Spielzeit in LA überaus

nützlich machte, mochte

man sich vorerst nicht

trennen.

So könnte man meinen,

dass der Berliner einer

goldenen Zukunft entgegensieht.

Nach gegenwärtigem

Stand der Dinge

würde er ab kommendem

Herbst mit Davis und Le-

Bron James auf dem Parkett stehen –

einem Duo, das beinahe unbesiegbar

erscheint. James’ Referenzen als

der verdienstvolle aktive Basketballspieler

sind unbestreitbar.Davis war

in seiner noch relativ jungen Karriere

bereits sechsmal All Star und wurde

2017 sogar zum wertvollsten Spieler

bei der All Star Partie gewählt.

Doch die Ungewissheit hält für

Moritz Wagner noch ein paar Wotulle

fließen, um Spieler des Kalibers

vonKyrie Irving oder Kawhi Leonard

nach LA zu holen.

EinHoffnungsschimmer fürWagner

ist allerdings,dass Profis wie Leonard

oder Irving dazu bereit sein

könnten, sich mit einem bescheidenen

Gehalt zufrieden zu geben, nur

um Teil eines Superteams um Le-

Bron James und Anthony Davis zu

sein. Oder, dass die Lakers eine andere

Strategie wählen und, wie der

Kommentator des Spartensenders

ESPN, Stephen Smith, meinte,einen

Wegohne dritten Ausnahmespieler

suchen. Toronto, so Smith, habe

schließlich die Meisterschaft auch

mit nur einem einzigen Superstar

und einer ansonsten ausgeglichenen

Mannschaft gewonnen.

Doch für den jungen Wagner wären

imGrunde keine dieser Varianten

wirklich schlecht. Fest steht, dass

er mit einer sehr soliden ersten Saison

bewiesen hat, dass er in der NBA

bestehen kann und einen ordentlichen

Marktwert hat. Und vielleicht

ist es ja für seine Entwicklung sogar

besser,nicht gleich in seiner zweiten

Saison in einem Team zu stehen, von

dem alle eine Meisterschaft erwarten.

So aufregend das auch wäre.

Gute Erfahrungen mit Berlin: Weitspringerin

Malaika Mihambo DPA/ANDREAS GORA

In Berlin trug Mihambo am Sonnabend

zum Länderkampfsieg der

deutschen Mannschaft (24 Punkte)

vor Großbritannien (23), den USA

(15) und China (12) bei. Es war der

sechste Sieg der Gastgeber bei der

neunten Auflage des Wettbewerbs.

„Ich habe mit Berlin sehr gute Erfahrungen“,

sagte sie. Auch der Leverkusener

Stabhochspringer Torben

Blech steuerte mit gemeisterten 5,53

Metern volle acht Punkte zum Gesamtsieg

bei. „Es ist einiges möglich“,

sagte Mihambo zu den Aussichten

für 2019. Erst seit Märzist sie

voll im Training, da sei einiges „noch

gar nicht ausgereizt“. Bei den nationalen

Leichtathletik-Meisterschaften

amWochenende des 3./4. August

wieder in Berlin will sie auch über

100 Meter an den Startgehen.

Bei „Berlin fliegt“ verbesserte

über diese Distanz die EM-Halbfinalistin

Lisa-Marie Kwayie von der SG

Neukölln ihre Bestzeit auf 11,28 Sekunden.

Derdeutsche Meister Kevin

Kranz lief 10,29 Sekunden. Die

schnellsten Zeiten des Tages legten

bei den Frauen die Chinesin Mangi

Ge (11,17) und bei den Männernder

Brite Harry Aikines-Aryeetey (10,11)

hin. (dpa)


18 ** Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Sport

NACHRICHTEN

Flick wird Co-Trainer beim

FC Bayern

FUSSBALL. Hansi Flick wirdneuer

Co-Trainer vonNiko Kovac beim FC

Bayern München. Derlangjährige

Assistent vonBundestrainer Joachim

Löw erhält beim deutschen

Meister einen Zweijahresvertrag.

Federer holt zehnten Titel

in Halle/Westfalen

TENNIS. Roger Federer,37, hat zum

zehnten Malimwestfälischen Halle

gewonnen und einen weiteren Rekordaufgestellt.

DerSchweizer gewann

am Sonntag das Endspiel gegen

David Goffin aus Belgien 7:6

(7:2), 6:1. Beikeinem anderen Turnier

hat der Rekord-Grand-Slam-

Champion so viele Titel geholt wie

bei der mit 2,2 Millionen Euro dotierten

Rasenveranstaltung.

Deutschland-Achter gewinnt

Weltcup in Posen

RUDERN.Der Deutschland-Achter

hat sich beim Weltcup in Posen mit

einer halben Bootslänge Vorsprung

auf Olympiasieger Großbritannien

durchgesetzt. Kanada wurde Dritter.

Damit bleibt das deutsche Paradeboot

mit dem Berliner Steuermann

Martin Sauer seit Rio 2016 in Finalrennen

ungeschlagen.

Deutsche Wasserballer in

Potsdam auf Rang drei

WASSERBALL. Italiens Nationalmannschaft

hat das Vier-Nationen-

Turnier „Potsdam International“ gewonnen.

DieAzzurrigewannen ihre

Partien gegen Montenegro(8:5),

Deutschland (10:12) und Griechenland

(17:9). Diedeutsche Auswahl

verlor die finale Partie am Sonntag

gegen Montenegromit 13:15 und

wurde Dritter hinter Montenegro.

ZAHLEN

Fußball

Frauen, WM in Frankreich, Achtelfinale

Deutschland -Nigeria 3:0

Norwegen Australien

4:1 n.E

England -Kamerun 3:0

Frankreich -Brasilien

Spanien -USA Mo., 18.00

Schweden -Kanada Mo., 21.00

Italien -China Di., 18.00

Niederlande -Japan Di., 21.00

Männer U21-EM

Gruppe A

1. Spanien 3 8:4 6

2. Italien 3 6:3 6

3. Polen 3 4:7 6

4. Belgien 3 4:8 0

Gruppe B

Deutschland -Österreich 1:1

Dänemark -Serbien 2:0

1. Deutschland 3 10: 3 7

2. Dänemark 3 6: 4 6

3. Österreich 3 4: 4 4

4. Serbien 3 1:10 0

Gruppe C

Frankreich -Rumänien Di., 21.00

Kroatien -England Di., 21.00

1. Rumänien 2 8:3 6

2. Frankreich 2 3:1 6

3. England 2 3:6 0

4. Kroatien 2 2:5 0

Tennis

WTA-Turnier in Birmingham

Finale: Ashleigh Barty (Australien/2) -Julia Görges(Bad

Oldesloe/8) 6:3, 7:5

ATP-Turnier in Palma

Halbfinale: Belinda Bencic (Schweiz/3) -Angelique

Kerber (Kiel/1) 2:6, 7:6 (7:2), 6:4; Sofia Kenin

(USA/7) -Anastasija Sevastova (Lettland/2)

6:4, 4:6, 6:2

Finale: Belinda Bencic (Schweiz/3) -Sofia Kenin

(USA/7)

ATP-Turnier in Halle

Finale: Roger Federer (Schweiz/1) -David Goffin

(Belgien) 7:6 (7:2), 6:1

Ein Veto aus den Alpen

Mailand oder Stockholm? Die Vergabe von Olympia 2026 zeigt, wie heikel die Lage der Winterspiele ist

VonChristian Schwager

Andreas Möller war am Wochenende

nicht in Lausanne,das

ist verbürgt. Der

tiefgründige Satz des einstigen

Fußballprofis ist ja auch nur im

deutschsprachigen Raum überliefert.

Dort musste er jetzt aber umso

öfter in Abwandlung herhalten:

„Mailand oder Madrid, Hauptsache

Italien“ wurde in manchen Medien

zu„Mailand oder Stockholm, Hauptsache

Olympia.“ An diesem Montag

vergibt das Internationale Olympischen

Komitee (IOC) in Lausanne

die Winterspiele 2026, doch ganz so

witzig, wie sich das mancher Schlagzeilenfabrikant

vorstellt, ist die Angelegenheit

nicht.

Sie ist allerdings auch nicht ganz

so staatstragend, wie es Präsident

Thomas Bach zur Feier des 125-jährigen

Bestehens und der neuen Zentrale

seines IOC formulierte: „Die

friedvolle Welt, die wir uns laut John

Lennon vorstellen sollen, ist das,wofür

wir arbeiten.“ John Lennon war

in Lausanne anwesend, in Gestalt

seines Songs „Imagine“.

Bisher stellte sich die unterrichtete

Öffentlichkeit vor, dass es bei

Olympischen Spielen und derenVergabe

zu einem nicht unbeträchtlichen

Teil um beträchtliche Summen

Geld gehe. Pyeongchang zum Beispiel,

Ausrichter der Winterspiele im

vorigen Jahr, vermeldete einen Gewinn

von knapp 48 Millionen Euro.

DerErtragwirdgemeinhin zwischen

IOC und Gastgeber geteilt.

Eine Agenda und ihr Zweck

Auf dem Spielplatz: Thomas Bach beim IOC-Jubiläum in Lausanne.

Mailand: Mit 1,3 Millionen Einwohnernist

die Kapitale der Lombardei Italiens zweitgrößte

Stadt. Die Fußballklubs AC Mailand

und Inter Mailand sind sportlich das Aushängeschild.

Armani Mailand ist in der Basketball-Euroleague

gesetzt. Der Radklassiker

Mailand-San Remo ist weltberühmt. Der Giro

d’Italia endet traditionell in Mailand.

SPORTLICHE KANDIDATEN

DPA/BOTT

Stockholm: Schwedens Hauptstadt ist

Schwedens größte Stadt. Die Gemeinde hat

1,4 Millionen Einwohner.ImWintersportbekannt

ist die Eishockey-Abteilung vonDjurgardens

IF (16 schwedische Meistertitel). Im

Fußball ist der Klub ebenfalls Rekordmeister

(11). Bekannte Sportstätten sind das Olympiastadion

und die Globen Arena.

Ohne Konkurrenz

Dieser Überschuss sei dadurch erzielt

worden, erklären die Verantwortlichen

in Pyeongchang, dass sie

Kürzungen vorgenommen hätten.

Ganz im Sinne der sogenannten

Agenda 2020, mit der das IOC Kosten

für die Bewerbung und die Spiele an

sich senken will. Denn die Situation

der Winterspiele ist kritisch.

Für 2018 wurden gerade einmal

drei Bewerber aufgetrieben: Annecy,

München, Pyeongchang. Für 2022

konkurrierten Peking und Almaty.

Und nun, für die Winterspiele 2026

bleiben: Mailand in Kooperation mit

dem rund 400 Kilometer entfernten

Cortina d’Ampezzo, Gastgeber 1956.

UndStockholm. „Wir sind zufrieden,

dass beide Kandidaten der Agenda

2020 folgen“, sagte Bach der Deutschen

Presse-Agentur zufolge.

Beide Städte verfügen bereits

über 80 Prozent der erforderlichen

Sportanlagen. Beide kommen mit einem

relativ kleinen Budget von gut

1,3 Milliarden Euro aus. Zwei Drittel

davon werden durch Sponsoren und

Beiträge des IOC aufgefangen, Kartenverkauf

und Merchandising bringen

zusätzliche Einnahmen.

Vor zehn Tagen allerdings hatte

das IOC die Stockholmer schriftlich

daran erinnern müssen, staatliche

Garantien abzugeben. Wasdiese Gedächtnisstütze

für die Kandidatenkür

bedeutet, wird sich zeigen. Mailand

oder Stockholm, Hauptsache

Italien? Das könnte sein, einerseits.

Andererseits führte die chronische

Kandidatenknappheit schon bei den

Sommerspielen 2024 dazu, dass die

verbliebenen Bewerber Paris und

Los Angeles gleichermaßen berücksichtigt

wurden, Los Angeles nur

eben für Olympia 2028.

Verhaltenes Interesse

Winterspiele sind noch schwieriger

zu vermarkten. Die Begeisterung in

Pyeongchang etwa war überschaubar.

102 Wettbewerbe in 15 Disziplinen,

verteilt auf sieben Sportarten –

ein solches, gut zweiwöchiges Programm

verlangt schon ein gewisses

Grundinteresse am Wintersport. Der

Besuch von93Nationen mit zusammen

knapp 3000 Teilnehmern wiederum

stellt die Städte vor finanzielle

Herausforderungen. Zwar sorgt

die Agenda 2020 mutmaßlich dafür,

dass Ausgaben wie 2014 in Sotschi in

Höhe von 33Milliarden Euro nicht

mehr anfallen, dennoch ist die Skepsis

groß.

Die Tiroler lehnten eine Bewerbung

für 2026 in einer Volksbefragung

ab. Auch die Kombination

Graz/Schladming fiel bei der Bevölkerung

durch. Neben den Österreichern

hat ein weiteres Alpenvölkchen

trotz Tradition im Wintersport

keine Lust auf Winterspiele vor der

eigenen Tür. Die Kantone Graubünden

undWallis scheiterten mit ihrem

olympischen Ansinnen an den Bürgern.

Zuletzt beugte sich dann Calgarydem

Unwillen seiner Bewohner.

Trotz oder wegen der Erfahrungen

von 1988? Das Klima wandelt

sich, meteorologisch und damit gesellschaftlich.

In Peking 2022 wird

mit Schneekanonen auf Pisten geschossen,

die Akzeptanz für Olympia

dürfte das kaum erhöhen.

Greta Thunberg kommt übrigens

aus dem aktuellen Kandidatenland

Schweden. Dievon ihr initiierte Umwelt-Bewegung

heißt „Fridays for

Future“. Die Jubiläumsfeier des IOC

– mit John Lennon, ohne Andreas

Möller –fand am Sonntag statt.

Lewis Hamilton dominiert mit Mercedes auch den Grand Prix von Frankreich, Sebastian Vettel enttäuscht erneut

Sebastian Vettel hat bei der imposanten

Frankreich-Show von Lewis

Hamilton den nächsten Tiefschlag

einstecken müssen. Wenige

Tage nach seiner Hochzeit verpasste

der Ferrari-Pilot am Sonntag in Le

Castellet die Champagner-Party auf

dem Podium als Fünfter deutlich

und fällt in der Formel-1-WM immer

weiter zurück. Titelverteidiger Hamilton

holte sich mit einer brillanten

Fahrtseinen sechsten Sieg im achten

Saisonrennen. Der Finne Valtteri

Bottas stellte als Zweiter den sechsten

Doppelerfolg für Mercedes in

diesem Jahr sicher, wirkt im WM-

Rennen mit Hamilton aber inzwischen

auch chancenlos.

Durch seinen furiosen Start-Ziel-

Sieg hat der britische Champion nun

187 Punkte auf dem Konto, 36mehr

als Bottas.Vettel liegt als WM-Dritter

schon 76 Zähler zurück. Vor dem

Hessen kamen auf dem Circuit Paul

Ricard sein Teamkollege Charles

Leclerc als Dritter und MaxVerstappen

im RedBull ins Ziel.

In Le Castellet zerschlugen sich

die Hoffnungen von Ferrari auf eine

Attacke gegen die übermächtigen

Lewis Hamilton gewinnt den Großen Preis von Frankreich in Le Castellet.

Mercedes schon früh. Dersouveräne

Polesetter Hamilton erwischte den

besten Start und zog vor Bottas bereits

in den ersten beiden Runden

mehr als eine Sekunde davon. Vettel

war nach Problemen in der Qualifikation

am Sonnabend nur vomsiebten

Rang in den Grand Prix gegangen.

Der Hesse tat sich hinter den

beiden überraschend starken Mc-

Laren schwer. Inder fünften Runde

DPA

ließ er dann erst Lando Norris und

zwei Umläufe später auch dessen

Stallrivalen Carlos Sainz hinter sich.

Anstatt sich mit Hamilton, der

schon 2018 auf dem Kurs in der Nähe

der Mittelmeerküste siegte, an der

Spitze zuduellieren, musste er sich

als Fünfter mühsam an den RedBull

des Niederländers Max Verstappen

herankämpfen. Hamilton fuhr derweil

an der Spitze einsam die

schnellsten Rundenzeiten. Einmal

mehr fuhr der 34-Jährige völlig unbeeindruckt

in seiner eigenen Liga.

Dahinter kam Leclerc im zweiten

Ferrari nicht näher an die Mercedes

heran, hielt aber zumindest Verstappen

weiter auf Abstand.

Nächste Chance in Österreich

Und Vettel? Auch nach dem recht

späten Boxenstopp von Medium-

Reifen auf die härtere Mischung in

der 26. von 53Runden kam er nicht

anVerstappen vorbei –und verlor sogar

weiter Zeit auf den 21-Jährigen.

In einem spannungsarmen Rennen

bei sommerlichen Temperaturen

von 27 Grad war das Podium für

Vettel so außer Reichweite. Immerhin

sicherte er sich zum Ende auf frischen

Reifen noch hauchdünn den

Zusatzpunkt für die schnellste

Runde des Rennens.

Die nächste Chance, sich im einseitigen

Titelkampf mit den Silberpfeilen

zurückzumelden, bietet sich

Vettels Scuderia bereits in der kommenden

Woche.Amnächsten Sonntag

geht es in Österreich wieder um

einen Grand-Prix-Sieg. (dpa)

Die

ersten

Schritte

Erfolge bei der Heim-EM

beflügeln deutsche Fechter

Der Triumph der deutschen Säbelfechter

war Balsam für eine

gesamte Sportart. Gold in einem dramatischen

Finale zum Abschluss der

Heim-Europameisterschaften in

Düsseldorf – live übertragen im

Fernsehen: BessereWerbung konnte

sich der zuletzt so gebeutelte Deutsche

Fechter-Bund (DFeB) gar nicht

wünschen. Dazu mit vier EM-Medaillen

eine insgesamt ordentliche

Ausbeute,nach vielen Rückschlägen

dürfen die deutschen Fechter ein

Jahr vorOlympia in Tokio wieder ein

bisschen positiver nach vorne

schauen.

„Die ersten Schritte sind getan

und die Ausgangsposition für Tokio

deutlich besser, als sie es vor Rio

war“, sagte DFeB-Präsidentin Claudia

Bokel. Von anderen Nationen

habe sie zudem gehört, „Deutschland

ist wieder da im Fechten“. Ein

ähnliches Szenario wie in Rio, als es

erstmals nach 36 Jahren keine Olympiamedaille

gab, kann sich der Verband

auch kaum noch mal leisten.

Die großen Hoffnungsträger sind

die deutschen Säbelfechter. Max

Hartung, Benedikt Wagner, Matyas

Szabo und Björn Hübner-Fehrer

machten mit ihrer Aufholjagd zu

Gold einen großen Schritt nach Tokio.

Wenige Stunden nach dem Triumph

standen sie im Aktuellen

Sportstudio des ZDF Rede und Antwort.

Weitere positive Schlagzeilen

für das deutsche Fechten.

Für Hartung, inzwischen das Gesicht

der Sportart, war es nach

BronzeimEinzel das zweite Edelmetall

der Titelkämpfe. „Das war einer

der besten Momente in meiner

Fechtkarriere“, sagte der Dormagener.„Wenn

wir jetzt noch eine klasse

WM fechten, dann sieht es mit der

Quali sehr gut aus“, sagte sein Teamkollege

Wagner.Bei der WM in Budapest

(15. bis 23. Juli) zählt die erreichte

Punktzahl zweieinhalbfach.

Feiernden Säbel-Titel: B. Wagner,M.Szabo

und M. Hartung (v.l.) DPA/MARIUS BECKER

Entsprechend wichtig ist es auch

für die anderen Teams des DFeB,

sich bei der WM möglichst weit vorn

zu positionieren. Gute Chancen auf

eine Teilnahme in Tokio hat auch das

Team im Frauen-Florett. Das Quartett

um die 19 Jahre alte Hoffnungsträgerin

Leonie Ebert verpasste bei

der Heim-EM mit Platz vier knapp

den Bronzerang. Auch Alexandra

Ndolo, EM-Dritte im Degen-Einzel,

glaubt fest an die Qualifikation mit

Mannschaft. „Es ist noch nichts verloren“,

sagte sie.Hoffen dürfen auch

weiterhin nach EM-Silber die Florett-Männer

um Peking-Olympiasieger

Benjamin Kleibrink. Doch in allen

Waffen gilt: Aussetzer bei der WM

oder den weiteren Qualiturnieren

könnten böse Folgen haben.

Denn der Wegzurück in die Weltspitze

sei noch „lang und zäh“. Um

den Anschluss zu schaffen, sei ein

langfristiger Aufbau einer starken

Mannschaft nötig, sagte Bokel. So

waren es in Düsseldorfeinmal mehr

die etablierten Athleten, die die großen

Erfolge brachten. „Deshalb

brauchen wir diesen Zehn-Jahres-

Plan. Um die Jüngeren heranzuziehen

und dass sie noch von den Erfahrungen

der Älteren profitieren

können“, sagte Bokel. (sid)


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 19 *

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Sport

„Wir wollen diesen Wahnsinn nicht mitmachen“

Peter Meyer,Wirtschaftsratsboss des BFC Dynamo, über Klubs, die fahrlässig wirtschaften, das Stadtbezirksderby gegen Lichtenberg und Probleme mit der Heimspielstätte

Heute um 10 Uhr fällt

beim BFC Dynamo der

Startschuss für die neue

Spielzeit in der Regionalliga

Nordost. Vor dem Auftakt

stellte sich Peter Meyer, der Wirtschaftsratsboss

der Dynamos, den

Fragen der Berliner Zeitung.

Herr Meyer, nicht wenige haben den

BFC als Abstiegskandidaten Nr. 1

ausgemacht.

Das ist natürlich auch schon bis

zu uns durchgedrungen, stört uns

aber nicht. Natürlich sieht das durch

die vielen neuen und jungen Spieler

gewöhnungsbedürftig aus. Aber wir

haben bewusst diesen großen

Schnitt gemacht. Wir wollen in der

Zukunft mit einem jungen Team etwas

aufbauen und vor allem wieder

Spaß an der Mannschaft haben. In

allen Vertragsgesprächen haben ich

gespürt, dass die jungen Spieler etwas

aus ihrem Talent machen wollen.

Das wollen wir gezielt in den

nächsten Jahren entwickeln und fördern.

MitGeduld und Glück profitierenamEnde

beide Seiten davon. Die

Vergangenheit hat ja gezeigt, dass

leider viele gestandene Spieler einfach

keinen Ehrgeiz für höhere Ziele

mehr haben und mit der Regionalliga

einfach zufrieden sind.

Die Gefahr ist dennoch da, dass Dynamo

das verliert, was man sich in

den letzten fünf Jahren aufgebaut hat.

Ja,wir wissen, dass nicht alles von

heute auf morgen klappen kann,

dass dieser Umbruch mindestens

ein halbes Jahr Zeit braucht, bis alles

ineinander greift.Wirwerden die nötige

Geduld aufbringen, alle im Verein

werden in Ruhe arbeiten können,

ohne dass wir in Panik verfallen.

IstdieWahl vonChristian Benbennek

auch diesem Konzept geschuldet?

Der Abgang von Mathias

Maucksch hat uns unerwartet getroffen.

Das Konzept des neuen Trainers

deckte sich mit unseren Vorstellungen.

Wir wollten bewusst einen Trainer,der

keinen großen Bezug zur Regionalliga

Nordost hat, der denVerein

einfach mal von außen wahrnimmt

und seine Ideen zu Veränderungen

der Strukturen und Abläufe einbringt.

Mit Christian Benbennek haben wir

jemanden, der mit jungen Leuten im

Leistungsbereich super arbeiten

kann, diese besser machen kann.

Aber der Umbruch ist doch nicht nur

der Vernunft geschuldet. Dynamo

musste auch finanziell abspecken?

Ja, das stimmt natürlich, wir werden

den Etat deutlich reduzieren.

Zurück ins Sportforum nach Hohenschönhausen, wenn es nach Peter Meyer geht, aber nur bis der Jahnsportparkrenoviertist.

Aber das Wichtigste ist, die Saison

der ersten Mannschaft ist abgesichert.

Wir wollen diesen Wahnsinn,

der schon zur Normalität geworden

ist, nicht mitmachen.

Sieklingen wütend.

Viele Vereine leben über ihren

Möglichkeiten und geben Geld aus,

was sie nicht haben. Am Ende wird

dann die Insolvenz beantragt, maximal

neun Punkte abgezogen und

weiter geht es.Erst durch eine Änderung

im Lizenzierungsverfahren und

strengere Regeln bei Insolvenz wird

sich das ändern. Bis dahin werden

viele weiter alles auf eine Karte setzen.

Das ist nicht unser Weg, wir geben

nur das aus,was wir einnehmen.

ZUR PERSON

Der starkeMann: Peter Meyer, 51, stieg nach langen Jahren des reinen Fandaseins 2004

erstmals als Brustsponsor beim BFC Dynamo ein, den er als 12-Jähriger 1980 erstmals spielen

gesehen hatte. An der Seite seines Freundes und Geschäftspartners NorbertUhlig,65,

dem amtierenden BFC-Präsidenten, ist er seit 2007 so etwas wie der Macher beim Traditionsklub,führte

ihn aus den Niederungen der Verbandsligazurück in die vierte Liga. Meyerist als

Chef des Wirtschaftsrates der vielleicht wichtigste Sponsor des Regionalligisten.

IMAGO IMAGES/WELLS

Vorrang hat immer ein gesunderVerein,

den es auch noch in vielen Jahrengibt,

das steht dabei über allem!

Ihnen fehlt noch ein Brustsponsor.

Das Ende der zehnjährigen Zusammenarbeit

mit unserem langjährigen

Partner bedeutet für uns eine

Lücke in Höhe von250 000 Euro.Aber

uns geht es nicht ums Geld allein. Wir

schnüren ein riesiges Paket nach

Wunsch und stellen unsere Brust als

Werbefläche zur Verfügung, wenn die

Rahmenbedingungen stimmen. Soziales

Engagement ist uns sehr willkommen.

Gerade bei der Finanzierung

der angestrebten Umstellungen

im Nachwuchs sowie bei unserem

Kindergartenprojekt. Mit über 800

Kindernund Jugendlichen im Klub ist

das nur mit Mitgliedsbeiträgen allein

nicht zu stemmen.

DieLiga ist ja inzwischen fast zu einer

Berlin-Brandenburg-Spielklasse geworden

mit dem Abstieg von Cottbus

und dem Aufstieg vonLichtenberg 47.

Ich freue mich auf beide Spiele.

Ein Derby imStadtbezirk hat seinen

eigenen Reiz und die Spiele gegen

Energie sind für unsere Fans immer

interessant. Dazu kommen viele

kurze Fahrten zu den Spielen. Leider

gibt es in Berlin nicht ein Format wie

die Sendung Sport imOsten beim

MDR. Beimittlerweile zehnVereinen

aus Berlin und Brandenburg müsste

das medial besser begleitet werden,

beispielsweise durch Livestreams.

Die Regionalliga hat eindeutig zu

wenig Präsenz in der Öffentlichkeit.

Aber das Interesse an Dynamo selber

ist in der letzten Saison deutlich zurückgegangen.

Ja, die letzte Saison hat uns und

den Fans den Spaß am Fußball genommen,

was auch den lustlosen

Auftritten der Mannschaft geschuldet

war. Der BFC hat viele Sympathisanten

in der Stadt, was bei den letzten

DFB-Pokalspielen deutlich sichtbar

war. Mit Bautzen, Meuselwitz oder

Auerbach kannst du keinen hinter

dem Ofen vorlocken, dass geht nur

mit Gegnern wie Rostock, Braunschweig,

1860 München oder Magdeburg,

eine Liga höher.Aber im Verein

spürtman eine Euphorie,als ob jeder

auf einen Neuanfang gewartet hat.

Wir werden unseren Nachwenderekord

anDauerkarten deutlich übertreffen

und erstmals über 500 Dauerkarten

vor der Saison verkaufen. Das

ist für uns ein Signal und eine Bestätigung

der Fans,dass viele den Wegdes

Umbruchs mit uns gehen wollen. Das

macht mich stolz und dankbar.

Welche Probleme erwarten Sie durch

den Neubau des Jahnsportparks?

Wirsind in sehr guten Gesprächen

mit dem Berliner Senat und den zuständigen

Verantwortlichen, weil der

Umzug ins Sportforum die einzige

sinnvolle Alternativefür den BFC darstellt.

Leider sieht es der Leiter des

Sportforums nicht so, was die Sache

nicht einfacher macht. Wir merken

jedoch in den Sitzungen mit dem Senat,

dass man uns nicht alleine lässt.

Für die Dauer des Neubaus ziehen

wir ins Sportforum und kehren mit

der geplanten Stadioneröffnung wieder

in den Jahnsportparkzurück.

DasGespräch führte

Mathias Bunkus.

Eine ziemlich gute Kopie

Der ägyptische Trézéguet schießt sein Team beim Africa Cup zum Auftakterfolg

Eine ziemlich solide Partie

Deutschlands U21-Fußballer stehen nach dem 1:1 gegen Österreich im EM-Halbfinale

Immer wieder nahm Mohamed Salah

am Sonnabendabend beim Eröffnungsspiel

des Afrika Cups in

Kairo über die rechte Angriffsseite

der Ägypter Anlauf. So wie er es auch

im Trikot des FC Liverpool in der Premier

League oder eben der Champions

League macht. Mit kurzen

Dribbelschritten, in hohem Tempo,

bis sich irgendwann geradezu

zwangsläufig die Chance zum Abschluss

eröffnet. Doch an diesem

Sonnabendabend kam beim 27-Jährigen

immer etwas dazwischen, um

sich nach einer für ihn typischen Offensivaktion

als Torschützefeiernzu

lassen. Ein Bein eines simbabwischen

Gegenspielers oder eben die

Hand des simbabwischen Torhüters.

So nahm sich ein anderer die Freiheit,

beim 1:0 der Pharaonen als Siegtorschütze

inErscheinung zu treten,

nämlich ein gewisser Mahmoud Ahmed

Ibrahim Hassan, der den Künstlernamen

Trézéguet auf dem Rücken

trägt. In der 41. Minute nutzte der 24-

Jährige,der bei Kasimpasa Istanbul in

der türkischen Süper Lig sein Geld

verdient, seinen Teamkollegen Ayman

Ashraf als Doppelpassbande,

drang entschlossen in den Strafraum

ein, ließ mit einer Körpertäuschung

noch einen simbabwischen Abwehrspieler

aussteigen, bevor er mit einem

platzierten Schlenzer halbhoch ins

lange Toreck traf.

Chance auf den Ballon d’Or

Dass die Gastgeber bei der zähen

Auseinandersetzung mit den Warriors

nicht unbedingt ihr ganzes Potenzial

ausschöpften, war auch dem

umjubelten Helden des Abends bewusst:„Das

wichtigste war heute,die

drei Punkte mitzunehmen, weil wir

unbedingt den Gruppensieg wollen“,

erklärte Trézéguet und ergänzte

beinahe entschuldigend: „Das Spiel

heute war wirklich schwer. Aber wir

werden in den nächsten Partien stärker

auftreten.“

Schon als Jugendlicher hatte ihm

sein damaliger Trainer den Spitznamen

Trézéguet verpasst. Weil Mahmoud

Ahmed Ibrahim Hassan ihn

offensichtlich an Weltklassestürmer

David Trézéguet erinnerte. Und in

der Tat: Was die Bewegungsabläufe

anbelangt, erinnert der Ägypter tatsächlich

ein klein wenig an den großen

Franzosen, der von 2000 bis

2010 bei 245 Einsätzen für Juventus

Turin 138 Tore erzielte, seinen größten

Erfolg aber bereits im Jahr 1998

mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft

feierndurfte.

Es hat sich jedenfalls schon zum

Auftakt des Turniers gezeigt, dass für

die favorisierten Ägypter der Heimvorteil

offensichtlich auch eine

große Herausforderung darstellt.

Das gilt im Besonderen für Salah,

dessen Auftritte von extrem hohen

Erwartungen begleitet werden. Und

es kommt für ihn ja noch ein nicht

ganz unbedeutender Aspekt dazu:

Führt ersein Nationalteam tatsächlich

zum Titel, hat er ziemlich gute

Chancen auf den Ballon d’Or, also

auf die Auszeichnung als bester Spieler

des Jahres. Dakann ein fleißiger

Zuarbeiter wie Mahmoud Ahmed Ibrahim

Hassan, genannt Trézéguet,

nicht schaden. (BLZ)

VonTobias Schächter,Udine

Stefan Kuntz hegt große Sympathien

für Österreich, der gebürtige

Neunkirchner wurde in Wien eingeschult,

sein Vater Günter spielte damals

zwei Jahre als Profi bei Austria

Wien. Gestern Abend in Udine hielt

sich die Sympathie des Trainers der

deutschen U21-Auswahl für das

Nachbarland aber in Grenzen: Und

nach dem 1:1 (1:1) zum Vorrundenabschluss

der EM gegen Österreich

durfte Kuntz auch jubeln. Nach leichten

Siegen gegen Dänemark(3:1) und

Serbien (6:1) reichte das Remis zum

Gruppensieg und dem Einzug ins

Halbfinale.Und: Durchdas Erreichen

der Runde der letzten Vier nimmt

eine Auswahl des DFB im nächsten

Jahr in Japan an den Olympischen

Spielen teil.

Diedeutsche Elfging nach schwachem

Beginn überraschend in Führung.

Luca Walschmidt traf aus dem

Stand mit einem Schuss aus 25 Metern

inden Winkel (14.). DasTraumtor

des Freiburgers, sein fünftes im

dritten Spiel. Doch Waldschmidts

Streich blieb die einzige gefährliche

Aktion der Deutschen in der ersten

Halbzeit, die Österreicher ließen sie

durch frühes Stören im Spielaufbau

nicht zur Entfaltung kommen.

Im Mittelpunkt des Spiels stand

Torwart Alexander Nübel: Der Schalker

verursachte in der 34. Minute einen

Elfmeter, als er beim Abfangen

einer Freistoßflanke zwar den Ball

fing, aber mit dem Knie Österreichs

Stürmer Sasa Kalajdzic am Kopf traf –

Kevin Danso verwandelte zum 1:1-

Ausgleich (24.). Acht Minuten später

rettete Nübel mit einer Weltklasseparade

nach einem Kopfball vonKalajdzic

aus fünf Metern. In der Nachspielzeit

der ersten Hälfte hatte Nübel

Glück: Er verschätzte sich bei einer

Flanke, aber die Kugel sprang nach

dem Kopfball von Kalajdzic vom

Pfosten des Toreszurück ins Feld.

Auch in der zweiten Hälfte änderte

sich das Spiel nicht, Österreich nervte

den Favoriten mit aggressiven Spiel –

und Nübel stand weiter im Mittelpunkt:

Nach einem Fehler von Kapitän

Jonathan Tahparierte er glänzend

einen Schuss von Hussein Balic aus

14 Metern (57.). Kuntz versuchte das

Spiel seiner Elf mit einem Doppelwechsel

zu beleben: Für die diesmal

schwachen Florian Neuhaus und

Marco Richter kamen der Schalker

Suat Serdar und der Hoffenheimer

Nadiem Amiri (56.). Und besonders

Amirisorgte mit zwei Schüssen für offensive

Aktionen (65., 76.). Die guten

Österreicher sind mit vier Punkten

ausgeschieden.

Der Modus dieses Turniers mit

drei Gruppen mit je vier Teams sieht

vor, dass nur die Gruppenersten und

der beste Gruppenzweite weiterkommen.

DieDeutschen gingen mit dem

Gruppensieg komplizierten Rechenaufgaben

aus dem Weg. Deutschland

trifft im Halbfinale am Donnerstag

entweder in Bologna oder Reggio

Emilia auf Gastgeber Italien –oder

Frankreich oder Rumänien, die sich

am Montag noch ein Duell um den

Gruppensieg in der Gruppe Cliefern;

mit einem Remis wären beide weiter

–und Italien draußen.


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 – S eite 20 *

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Sport

Frauen-WM

Glanzlichter

waren gestern

Frank Hellmann

zieht für die DFB-Elf eine

positiveZwischenbilanz.

Esgehört zuden Eigenarten der

Frauen-WM, dass für den Fortschritt

des deutschen Fußballs gerade

Silvia Neid und Martina Voss-

Tecklenburg völlig unabhängig voneinander

durch Frankreich touren.

Zwei starke Charaktere, die dem

Deutschen Fußball-Bund (DFB) dienen.

Die langjährige Bundestrainerin

spürt als Leiterin der Scouting-

Abteilung Frauen und Mädchen den

Trends nach, die andere arbeitet

daran, das Nationalteam wieder zu

einem Trendsetter zu machen. Insofern

interessant, was Neid in einem

Zwischenfazit über die achte WM-

Auflage veröffentlicht hat.

Die55-Jährige,anden bisherigen

WM-Titeln 2003 und 2007 als Assistenz-

und Cheftrainerin beteiligt, beobachtet

„faszinierende Entwicklungen“

im Frauenfußball. Viele Teams,

deutlich mehr als noch vor vier Jahren

in Kanada, würden mit einem

guten Spielaufbau, einer guten

Raumaufteilung und hohen Ballsicherheit

beeindrucken. Aber: Ab

dem Achtelfinale werdeesindiesem

Jahr zunehmend auf die Effektivität

ankommen. Das ist ungefähr dieselbe

Erkenntnis, die bei den letzten

Männer-Turnieren entstand. 2016 in

Frankreich setzte Portugal dem Pragmatismus

genauso die Krone auf wie

2018 in Russland die Franzosen.

Kein Anlass zu Übermut

Insofern folgen die deutschen Fußballerinnen

offenbar einer geschlechterübergreifenden

Vorgabe: Glanzlichter

waren gestern. Die DFB-

Frauen haben sich bei dem dichter

gewordenen Leistungsniveau sehr

hartnäckig eine fast einmalige

Chance erarbeitet, denn sie befinden

sich in der vermeintlich leichteren

Hälfte desTurniertableaus.Gastgeber

Frankreich,Weltmeister USA oder der

Weltranglistendritte England eliminieren

sich vordem Finale in Lyon in

zwei Wochen noch gegenseitig. Härtester

Widersacher für Deutschland

wäre bis dahin Europameister Niederlande.

Trotzdem besteht zu Übermut

kein Anlass: Das Viertelfinale gegen

Kanada oder Schweden wird zum

Lackmustest, weil es dann um die für

den Frauenfußball immens wichtige

Olympia-Qualifikation geht. Nur die

besten drei europäischen Teams sind

bei den Spielen 2020 in Tokio dabei.

DieBasis haben Trainerin und Spielerinnen

gelegt. Selbst wenn es bei

Passqualität oder Kreativität auch gegen

den geschlauchten und durch

den Ausfall seiner besten Spielerin

geschwächten Afrikameister Nigeria

nochVerbesserungsbedarfgab,sobeeindruckte

die Disziplin, mit der die

Rückwärtsbewegung verinnerlicht

ist; die Flexibilität, mit der Systeme

und Positionen getauscht werden.

Übrigens der größte Vorzug, den

das deutsche Nationalteam im Vergleich

zur WM 2015 aufweist. Und

was Voss-Tecklenburgvielleicht besser

macht als Neid. Deren von prägenden

Figuren wie Nadine Angerer,

Annike Krahn oder Celia Sasic geführtes

Team stieß an seine Grenzen,

als auf kanadischem Kunstrasen ein

Plan Bgefragt war,den die damalige

Fußballlehrerin bis dahin fast nie aus

der Schublade ziehen musste. Ihre

Nachfolgerin ist da weiter. Notgedrungen.

Denn ohne Dzsenifer Marozsan

eine makellose Bilanz aufzuweisen,

wo doch bei dieser WM alles

auf sie ausgerichtet war, ist die bislang

beste Leistung, die das deutsche

Kollektiv unter seinem Leitmotiv

„Allezmaximal“ erbracht hat.

Knopf im Ohr? Plan BimKopf: Die deutsche Kapitänin Alexandra Popp feiertmit den Teamkolleginnen ihr Torgegen Nigeria.

Plötzlich wieder en vogue

Unter Einsatz der beschworenen deutschen Tugenden spielen Deutschlands Frauen eine überzeugende WM

VonFrank Hellmann, Grenoble

Daumen hoch: Da hat sich Martina Voss-Tecklenburg nicht geschnitten.

„Wir haben uns von Spiel

zu Spiel weiterentwickelt. Ich würde sagen,

die Offensive ist bei 80Prozent,

die Defensive bei 100 Prozent.“

Torhüterin Almuth Schult weist darauf hin, dass ihrem deutschen Team

immer noch ein wenig die Balance fehlt

Um sich vom faszinierenden

Panorama der französischen

Alpen einen

ersten Überblick zu verschaffen,

bietet sich in Grenoble die

Gondelfahrtauf die Bastille an. Auch

das deutsche Frauen-Nationalteam

hat kürzlich diesen touristischen Abstecher

unternommen, wobei ein

schöner Schnappschuss von Martina

Voss-Tecklenburg entstand: die

Bundestrainerin mit ausgebreiteten

Armen vor der Bergkulisse. Ein passendes

Motiv:Mit dem 3:0 gegen Nigeria

im Achtelfinale von Grenoble

bieten sich auf einmal prächtige Perspektiven

für ihreFußballerinnen.

Anders als die Männer in Russland

leisten sich die Frauen in Frankreich

kein WM-Versagen, sondern

setzen ein Statement, dass die oft beschworenen

deutschen Tugenden

gerade wieder en vogue sind. Eine

vorzügliche Torhüterin und aufmerksame

Abwehr,starke Standards

und enorme Willenskraft sind die

Trümpfe dieser Mannschaft, die das

vor jedem Spiel ausgerufene Motto

„Allezmaximal“ umsetzt.

„Wir haben in jedem Spiel das

rausgeholt, um das Spiel zu gewinnen.

Diese Mannschaft hat einen

unheimlichen Charakter,auch wenn

wir noch nicht so glanzvoll Fußball

spielen. Aber ich habe immer gesagt:

Wir sind in einem Prozess“, bilanzierte

Voss-Tecklenburg. Erst für den

Sonntagabend war die Weiterreise

vom Flughafen Lyon nach Rennes

angesetzt, wo die deutsche Delegation

nun in das geschätzte Golfresort

in Bruz zurückkehrt. Dort begann

die WM-Reise. „Ich bin sehr froh,

dass wir einmal durchatmen, einen

Tagmal komplett freimachen können

und dass wir auch gezielt darauf

schauen können, was wir im Viertelfinale

leisten müssen.“

Die 51-Jährige kündigte an, dann

wieder auf Dzsenifer Marozsan zu

setzen. Ihrkam in der bisherigen Bewertung

die Bedeutung der mit einem

Bruch der Mittelzehe ausgefallenen

Spielmacherin offenbar deutlich

zu kurz: „Uns fehlt eine der besten

Fußballerinnen der Welt. Teilweise

wirdnoch hinterfragt, warum wir dies

oder das nicht richtig machen. Im

Viertelfinale wird sie wieder auflaufen.“

Selbst äußerte sich die 27-Jährige

zwar etwas zurückhalten, aber

der Notfallplan hatte schon einen

Einsatz gegen Nigeria vorgesehen.

„Wir hätten sie eingewechselt, wenn

wir sie gebraucht hätten“, bestätigte

Voss-Tecklenburg. Das Viertelfinale

gegen Kanada oder Schweden werde

ein Duell auf Augenhöhe sein, glaubt

die Trainerin. „Ich bin gespannt auf

Montag, beide Gegner haben gute

physische Eigenschaften und erfahrene

Spielerinnen.“

IMAGO IMAGES

DieFußballlehrerin hat bisher vieles

richtig gemacht: Diekurze Vorbereitung

hat verhindert, dass sich der

Anflug vonLagerkoller ausbreitet, die

Zusammensetzung des Kaders

stimmt. Dienachaußen in den sozialen

Netzwerken ausgestellte Harmonie

wird nach innen mit Leben gefüllt.

Die Führungsqualitäten der lebenserfahrenen

Chefin helfen: Die

Frohnatur vomNiederrhein dient als

der zentrale Ruhepol der Mission,

den deutschen Frauenfußballzurück

in dieWeltspitzezu bringen.

So wächst der Optimismus auf

dieser Tour de France gerade mit jeder

Etappe. Selbst die kritische Almuth

Schult schien nach dem sachlich

gehaltenen Auftritt im Stade des

Alpes gnädig gestimmt zu sein: „Wir

DPA/GOLLNOW

haben uns von Spiel zu Spiel weiterentwickelt“,

meinte die Torhüterin,

die sich artig in der Mixed Zone hinsetzte,umKapitänin

AlexandraPopp

ausreden zu lassen, ehe sie ihre Einschätzungen

vortrug. „Ich würde sagen,

die Offensive ist bei 80 Prozent,

die Defensive bei 100 Prozent.“ Das

immer noch bisweilen fehlerhafte

Aufbauspiel aus der Innenverteidigung

kann der Charakterkopf damit

aber nicht gemeint haben.

Textnachricht vonder Kanzlerin

Dass das im Umbruch befindliche

Ensemble„fußballerisch was drauflegen

kann“ (Assistenztrainerin Britta

Carlson) ist unbestritten, aber so

lange Popp vorne als Mittelstürmern

wieder ein wichtiges Torköpft, um

dann hinten auf der Doppel-Sechs zu

schuften, sind solche Mängel zweitrangig.

Die Anführerin vereinte mit

vielen Extrakilometern inihrem 100.

Länderspiel die aktuellen Vorzügeeiner

Auswahl, die sich durch die Tore

von Popp (20.), Sara Däbritz

(27./Foulelfmeter) und Lea Schüller

(82.) belohnte.Dass zweimal die japanische

Schiedsrichterin Yoshimi Yamashita

den Videobeweis zugunsten

des deutschen Teams auslegte,

schmälerte die Freude nicht. „Wir haben

auch nicht immer gewusst, wieso

weshalb warum. Aber 3:0 gegen den

Afrikameister: Was will man mehr?

Einperfekter Tag“, sagte Popp.

Die Spielführerin war auch diejenige,

die bei der Rückkehr ins Kurstädtchen

Uriage-les-Bains ihre Mitstreiterinnen

mit den gängigen Mallorca-Hits

beschallte. Die ausgelassene

Stimmung schwappte sogar bis

zur Bundeskanzlerin. BundestrainerinVoss-Tecklenburg

nutzte die Wartezeit

bis zur Pressekonferenz im

Stade des Alpes nämlich, um auf eine

Textnachricht von Angela Merkel zu

antworten, „die sich sofortnach dem

Spiel gemeldet hat, sie hat direkt gratuliert,

sie freut sich mit dieser Mannschaft“.

Als die Trainerin die Nachricht

den Spielerinnen mitteilte, sei

dieKanzlerin„gefeiert“ worden.

Problem mit

dem Mann

im Ohr

Der Videobeweis ist das

Aufreger-Thema der WM

Der Videobeweis ist bei der

Frauen-WM bis dato der große

Aufreger. In den Achtelfinals

Deutschland gegen Nigeria, Norwegen

gegen Australien und England

gegen Kamerun brauchten die

Schiedsrichterinnen gleich mehrmals

mehrminütige Unterbrechungen,

um in Absprache mit denVideoassistenten

zu einer endgültigen

Entscheidung zu kommen. Bundestrainerin

Martin Voss-Tecklenburg,

die mit ihrem Team bei der Überprüfung

von zwei spielentscheidenden

Situationen im Glück war, forderte:

„Vielleicht kommen wir in einen

Prozess, bei dem alles ein bisschen

schneller geht –die Kommunikation

und die Entscheidung.“ Das größte

Problem bleibt aber der Mangel an

Transparenz.

Das war auch in der Partie zwischen

Norwegen und Australien (4:1

im Elfmeterschießen) zu beobachten.

Die deutsche Schiedsrichterin

Riem Hussein aus Bad Harzburg

stand gegen Ende der ersten Hälfte

minutenlang vor dem Bildschirm an

der Seitenlinie,imOhr hatte sie ihren

Video-Assistenten Felix Zwayer. Der

Berliner wiederum wurde im Video-

Raum vonKatrin Rafalski (Besse) und

Sascha Stegemann (Niederkassel)

unterstützt. Bei der Schiedsrichter-

Konferenz drehte sich alles um die

Frage,obdie norwegischeVerteidigerin

Maria Thorisdottir den Ball mit

dem Oberarm oder der Schulter im

eigenen Strafraum geklärthatte.Eine

Antwortdaraufwar wohl schwierig zu

finden – obwohl Hussein zunächst

auf Strafstoß entschieden hatte.

Eingebranntes Kind

Doch Zwayer intervenierte. Der 38-

Jährige ist ein gebranntes Kind.

Schließlich stand er gemeinsam mit

dem Münchner Unparteiischen Felix

Brych bei der Männer-WM im

vergangenen Jahr im Mittelpunkt eines

handfesten Skandals.Der damalige

serbische Trainer Mladen Krstajic

wollte die deutschen Referees

nach der Vorrunden-Niederlage gegen

die Schweiz (1:2) an das Kriegsverbrecher-Tribunal

nach Den Haag

„ausliefern“.

Auch im Achtelfinale zwischen

England und Kamerun(3:0) lief nicht

alles glatt. DieKamerunerinnen hatten

sich nach dem 0:2 kurzzeitig geweigert,

das Spiel fortzusetzen. Die

chinesische Schiedsrichterin Liang

Qin hatte zunächst auf Abseits entschieden,

der deutsche Videoassistent

Bastian Dankert(Rostock) korrigierte

die Entscheidung allerdings

und gab das Tor. Die Stimmung

kippte weiter, als der Anschlusstreffer

durch AjaraNchout (48.) nach Videobeweis

zurückgenommen wurde

– die vermeintliche Torschützin

brach daraufhin in Tränen aus.

Immerhin hatte der Weltverband

(Fifa) schon als Zwischenfazit nach

der Vorrunde eingeräumt, dass nicht

alles rund gelaufen sei. (dpa)

Enormunter Druck: Schiedsrichterin

Riem Hussein.

GETTY IMAGES/HEATHCOTE


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Harry Nutt über das

Kultur-Symposium

des Goethe-Instituts

Seite 22

„Ein Museumsdirektor hat das Recht, sich kontrovers zu äußern.“

Die Soziologin Eva Illouz über Peter Schäfers Rücktritt Seite 23

Auf Reisen

Unter dem

Käfig, Geliebte

Susanne Lenz

über ihre Erfahrung mit

Übersetzungsprogrammen

Eswar im Jahr 1996, als es dem

Schachroboter Deep Blue als

erstem Computer der Welt gelang,

einen amtierenden Schachweltmeister,

nämlich Garri Kasparow, zu

schlagen. Auch bei der Revanche

1997 behielt Deep Blue die Oberhand.

Der Sieg der Maschine gegen

einen Menschen erregte Aufsehen.

Es war allen klar,dass hier etwas Außerordentliches

geschehen war.

Viele empfanden es auch als beängstigend.

Deep Blue war ein Vorläufer der

Technologie, die man heute als

Künstliche Intelligenz bezeichnet.

Sie ist seitdem in Bereiche vorgedrungen,

die man sich damals kaum

hätte vorstellen können. DerBereich

der Sprachübersetzung ist einer von

ihnen, sicher nicht der spektakulärste,aber

in der anbrechenden Ferienzeit

durchaus vonNutzen.

Wir jedenfalls machten kürzlich

eine Reise nach Stettin. Wir waren

auf Greta-Thunberg-Weise mit Bahn

und Fahrrädern unterwegs. Den

Schlüssel für unsereFerienwohnung

sollten wir kurz nach unser Ankunft

von einer gewissen Marta entgegennehmen.

Leider hatten wir

nicht mit dem berüchtigten Fahrrad-Chaos

bei der Deutschen

Bahn gerechnet, über das mein

Kollege Peter Neumann vergangene

Woche berichtete, und strandeten

zunächst in Angermünde. Unsere

Räder hatten nicht mehr in den Zug

gepasst, in den wir dort umsteigen

mussten. Der nächste fuhr erst zwei

Stunden später.

Wir schlugen die Zeit im Angermünder

Tierpark tot, in dem immerhin

alle sechs Kamelarten der

Welt anzutreffen sind sowie putzige

Katta-Lemuren. Und wir verständigten

Marta, die alsbald zurückschrieb,

wir könnten uns dann „unter

dem Käfig“ treffen. Merkwürdig.

Später war sie dann aber einfach in

der Ferienwohnung. Unsere Begegnung

war kurz, sie sprach kein Wort

Deutsch oder Englisch. Doch erst,

als sie mich später in ihrer Antwort-

SMS auf meine Frage nach dem Verbleib

der Spülmaschinentabs „Geliebte“

nannte,ahnten wir,dass hier

ein Übersetzungsprogramm im

Spiel sein musste: „Geliebte, ich

habe vergessen dafür zu sorgen.“ –

Wassoll man dazu sagen? „Gar kein

Problem“, schrieb ich zurück. Am

Tag der Abreise schickte sie dann

noch eine Nachricht: „Ich hoffe der

Aufenthalt war erfolgreich.“ Nun ja.

Aber weiter wünschte sie uns: „Eine

weite Straße und sichere Heimkehr.

Küsse.“ Ach, Marta.

VonKIinSchach gehalten: Garri Kasparow

verliertgegen Deep Blue.

DPA

„Hei, hei, heirate mich“: der Rammstein-Sänger Till Lindemann.

Am Lagerfeuer der Flammenwerfer

Die Metal-Band Rammstein ist zum Generationenprojekt geworden. Ins Olympiastadion kamen auch Familien

VonPetraKohse

Ein schwarzes Rammstein-

Shirt war Pflicht am Samstagabend

im Olympiastadion.

Und der Look war

nicht nur echt mit Undercut und

Springerstiefeln, sondern auch Birkenstocks

und sogar Ballerinas wurden

kombiniert, Hauptsache der

Oberkörper bewies, dass man

wusste, was auf einen zukommt. Sei

es mit der Aufschrift „Manche führen/Manche

folgen“, eine Zeile aus

dem „Rammlied“ von2009, oder mit

„Du /Ich /Wir /Ihr“ aus dem aktuellen

Stück „Deutschland“ –ganze Familien

hatten sich dem Anlass entsprechend

eingekleidet und posierten

einschließlich Großeltern vor

dem Olympischen Tor.

Rammstein, die Metal-Musiker

aus Berlin, martialisch auftretende

Feuerwerker, die Überwältigungsästhetik

betreiben, mit faschistischen

Zeichen spielen und sich gerade

noch rechtzeitig doch immer noch

widersprechen, sind ein Allgenerationenprojekt

geworden. Liegt es am

Weltruhm, den sie für Deutschland

einfahren, an der Performance, der

provokanten Zweideutigkeit oder an

der Musik?

Zehn Jahre mussten die Fans auf

ein neues Album warten, und dann

wurde im Märzzunächst erst ein Videoschnipsel

zu „Deutschland“ veröffentlicht

(der,indem vier der sechs

Musiker als KZ-Häftlinge am Galgenstrick

posieren), danach das

ganze Video, das mit heulenden

Wölfen und einer schwarzenGermania

nichts an Zitatpop auslässt,

schließlich Mitte Mai das Album

selbst, das mit Rekordverkäufen startete.

Und jetzt die Tour mit 30Konzerten

in 16 Ländern.

VorBerlin kamen schon Gelsenkirchen,

Barcelona, Bern, München,

Dresden, Rostock und Kopenhagen

dran. Aber jetzt Berlin und hier das

Olympiastadion, dessen faschistische

Ästhetik das i-Tüpfelchen auf

dem Ganzen ist, vielleicht auch der

eine Tropfen zu viel, aber Rammstein

tun, was Rammstein immer

machen: sie legen noch eins drauf.

Schon während sich das am

Ende etwa 70 000 Personen fassende

Stadion füllt, läuft mehrere

Stunden lang Rammstein vom

Band, und als Vorgruppe haben sie

sich für das französische Klavierduo

Jatekok entschieden: zwei Pianistinnen,

die vierhändig auf zwei Klavieren

auf einer Insel imInnenbereich

ein für Klavier bearbeitetes

Best of vonRammstein spielen. „Du

hast“ etwa, wozu sie auch singen

(„Du ast misch ...“) und natürlich

„Seemann“. Die eigene Klassizität

wird dadurch inszeniert, man stellt

klar, dass es auch einen höherkulturellen

Anspruch gibt, und tatsächlich

sind teils romantische, teils fast jazzige

Stücke zu hören, die–ohne Ohrenbetäubung

durch Bass und

Drums–die Sehnsucht freilegen, die

hinter dem Martialischen steckt, den

gemeinsamen Kern, dass in jedem

von uns doch ein Verkannter steckt,

einer, der sich am Abend gerne den

Rücken kraulen lässt, egal, wie tätowiert

die Arme sind. Und wie hoch

die Schnürstiefel.

Die des Sängers Till Lindemann

gehen fast bis zum Knie. Sind es

überhaupt Schnürstiefel? Etwas irgendwie

Güldenes trägt er unterhalb

seiner Kniehosen, über dem

ein bodenlanger Mantel wallt. Man

sieht nicht wirklich viel in einem

Olympiastadion, die seitlichen Videowände

sind aus,damit die ganze

Konzentration auf der Bühne liegt,

auf der die Show noch bei Tageslicht

startet –das kurznach der Mittsommerwende

auch lange bleibt.

Eine Art Feuerklops macht den

Anfang, Rauchsäulen steigen aus

dem Bühnenaufbau (unter anderem

in Form eines riesigen Gitarrenhalses

und zwei Zielfernrohren) und

den zwei Turmgerüsten im Stadion,

als sei hier soeben ein Flugzeug abgeschossen

worden. Der Keyborder

Christian Lorenz alias Flake in einem

goldenen Ganzkörperanzug mit Kapuze

betritt sein Laufband, auf dem

er den Abend über auch im Stehen in

Die 70000 haben diesen Abend fest in der

Hand. Sie wissen, was sie wollen

–nämlich Triebabfuhr durch eine Art von

Trance –und als Lindemann schließlich

auf einer funkensprühenden Kanone

reitet, ist der Jubel riesengroß.

DPA/CHRISTOPH SÖDER

Bewegung bleibt, Bassist Oliver Riedel,

Schlagzeuger Christoph Schneider,Gitarrist

RichardKruspe und Till

Lindemann treten auf und starten

mit „Was ich liebe“: „Was ich liebe,

das wird verderben, was ich liebe,

das muss auch sterben.“

Immer wieder bringen das Paradoxe

und die Selbstbestrafung, die in

Rammsteins Texten liegen, einen

Selbsthass zum Ausdruck, der dem

Rhythmus (Deutsche Härte!) zusätzliche

Dringlichkeit gibt. Denn man

kann zu Rammstein ja nicht tanzen.

Man wiegt sich oder stampft, aber

kommt dabei nicht vomFleck.

Auch im zweiten Stück, das gleich

das politisch programmatisch gemeinte

„Links 2-3-4“ ist, und zu dem

sich von den Türmen rote Rammstein-Fahnen

stoßartig entrollen, als

sei man direkt auf einem Reichsparteitag

der NSDAP, recken sich die

Arme der 70 000 nach oben wie auf

einem historischen Foto –und pulsieren

aber,diese Arme,sie pulsieren

(mit Ausnahme derjenigen, die ein

Smartphone halten). Es ist kein „Sieg

heil“, sondern –imVerlauf des Konzerts,

ein „Hei, hei, heirate mich“:

stets der Anlauf auf das Unsägliche

und die rhythmisch harte, textlich

aber sanfte Landung im, ja, wie soll

man es umschreiben, Biedermeier ja

fast. Zwar brennt ein Kinderwagen

zu den Textzeilen: „Und dann reiß’

ich der Puppe den Kopf ab“, aber am

Ende heißt es„Es geht mir nicht gut“.

Böse Jungs auf der Suchenach Liebe.

Undsie finden sie hier.Die 70 000

sind textlich voll auf der Höhe und

stören sich nicht daran, dass Lindemann

kaum etwas sagt, sondern etwas

steifhüftig im tiefen Sitz immer

wieder auf die Luft über seinem Knie

einhämmert oder ihnen stumm das

Mikrofon hinhält. Sie haben diesen

Abend fest in der Hand, wissen, was

sie wollen (nämlich Triebabfuhr

durch eine Art von Trance), und als

es endlich dunkel ist und sich zu den

wiederkehrenden Flammenstößen

aus stets den gleichen Düsen eine

Lichtshow (mit viel Grün) gesellt −

und Lindemann irgendwann sogar

auf einer Art Kanone reitet, die Funken

ins Publikum sprüht, was wirkt,

als halte er sich eine Schampusflasche

vorden Schritt, nur in groß −ist

der Jubel unermesslich.

Etwas angeschafft wirkt zwischendrin

der kleine Ausflug der

Mannschaft ins Publikum hinein

und auf die Bühne mit den Klavieren,

wo alle„Seemann“ singen, quasi

konzertant, von Jatekok begleitet,

und dann der Rückweg auf

Schlauchbooten, die von der Menge

getragen werden, nur Lindemann

geht zu Fuß. Eine schöne Idee eigentlich,

aber irgendwie routiniert

abgearbeitet, als gäbe es einen Zeitplan

einzuhalten.

Auch vor dem Olympiastadion,

wo das Konzert fast ebenso gut zu

hören und auch etwas vomFeuer zu

sehen waren, siedelten Hunderte

und filmten sich beim Mitrucken.

„Das ist doch verboten, dass eine

einzige Band so viele gute Stücke haben

kann“, schrie ein junger Mann

ekstatisch bei der letzten Zugabe

„Ich will“ (ja, da war ich schon auf

dem Wegzur U-Bahn), und ein älterer,

vielleicht sein Vater, hielt ihm

eine Flasche hin: „Komm, trink was.“

NACHRICHTEN

Oberammergauer Passion

mit starkenFrauen

Frauen in kirchlichen Positionen

und als wichtige Wegbegleiterinnen

vonJesus Christus: DasThema spielt

auch bei der weltberühmten Passion

vonOberammergau eine wichtige

Rolle.Zwar könne er sich auf der traditionsreichen

Passionsbühne nicht

vorstellen, die Apostelrollen weiblich

zu besetzen, sagte Spielleiter

Christian Stückl, dennoch will er

beim Passionsspiel im nächsten Jahr

die Frauen um Jesus nah am Messias

zeigen –und als starke Verkünderinnen

der Botschaft. Für die nächste

Passion haben sich mehr Frauen beworben

denn je.Erstmals ist über die

Hälfte der Darsteller (51 Prozent)

weiblich. Allerdings gibt es nur drei

Hauptrollenfür Frauen: Neben Mariaund

MariaMagdalena ist das die

Veronika als biblische Legendengestalt.

Die42. Oberammergauer Passionsspiele

finden vom16. Maibis 4.

Oktober 2020 statt. (dpa)

Rolling Stones: Verspäteter

Tourauftakt mit fittem Jagger

Miteinem fitten und tanzenden

Mick Jagger (75) haben die Rolling

Stones den Auftakt ihrer US-Tour gefeiert.

Diebritischen Rocker spielten

am Freitagabend (Ortszeit) in Chicago

20 ihrer größten Hits,darunter

„Satisfaction“, „Angie“ und „Honky

Tonk Woman“. Videos im Netz zeigen,

wie Jagger wie eh und je über die

Bühne tänzelt. DieBriten hatten

Ende MärzihreKonzerte in den USA

und Kanada zunächst abgesagt und

die Tour verschoben. Grund war ein

Krankenhausaufenthalt vonFrontmann

Jagger.US-Medien hatten berichtet,

er habe sich in einem Krankenhaus

in NewYorkeine neue Herzklappe

einsetzen lassen. Wenige Wochen

später postete Jagger bereits

ein erstes Tanzvideo aus dem Studio.

Später sprach er davon, dass er sich

gut fühle und viel probe. (dpa)

Störtebeker-Festspiele auf

Rügen eröffnet

Schon zur Eröffnung der Störtebeker-

Festspiele kamen 8000 Zuschauer.

DPA

DieStörtebeker-Festspiele in Ralswiek

auf Rügen sind eröffnet: Aufder

Naturbühne kämpft das Piratenduo

Klaus Störtebeker und Goedeke Michels

in dem neuen Stück „Schwur

der Gerechten“ für Freiheit und Gerechtigkeit.

Mehr als 8000 Besucher

kamen am Sonnabend zur Premiere.

In den Hauptrollen sind Alexander

Koll als Störtebeker und Alexander

Hanfland als Michels zu sehen. 150

Schauspieler und Statisten, 30

Pferde,ein Esel, ein Adler und vier

Schiffe auf dem Jasmunder Bodden

gehören zu dem Spektakel, außerdem

Böller,Rauch und Flammen.

Regie führte MarcoBahr.Der Schlagersänger

Wolfgang Lipperttritt als

Balladensänger auf. (dpa)


22 Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Feuilleton

Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft

Das Goethe-Institut fragte beim diesjährigen Kultur-Symposium in Weimar nach Autonomie und Orientierung

VonHarry Nutt

WennesanKlarheit und

Überblick mangelt,

helfen vielleicht Affen

weiter. Sodurfte man

den Vortrag des Leipziger Schimpansen-Forschers

Roman Wittig verstehen,

der im Rahmen des dreitägigen

Kultursymposiums des Goethe-Instituts

in Weimar einen Eindruck davon

vermittelte, wie Schimpansen die

Welt sehen. Das darf man sich nicht

tierisch einfach vorstellen.

Wittig, der an der Elfenbeinküste

das Tai-Schimpansen-Forschungsprojekt

leitet, führte vielmehr ein in

eine komplexe Primatengesellschaft,

in der Gemeinschaften gebildet,

aber auch wieder aufgelöst werden.

Kooperationen und strategische

Partnerschaften, wohin man

schaut. Außerdem verstehen sich

Schimpansen auf die Kunst der Fellpflege,

die nicht nur der Körperhygiene

dient, sondern ganz entschieden

zum sozialen Wohlempfinden

beiträgt. Freundschaften werden

vertieft und bestätigt, und als wichtiges

Instrument sozialer Interaktion

verweist sie auf den die Gattung stabilisierenden

Zusammenhang von

Freundschaft und Gesundheit. Fellpflege

verschafft Weltvertrauen.

Kommunikation und Fremdheit

Im Kontext derWeimarer Tagung unter

dem Titel„Die Route wirdneu berechnet“,

zu der das Goethe-Institut

rund 70 Referenten und über 300

Teilnehmer aus zahlreichen Ländern

eingeladen hatte, stellte das Affenbeispiel

eine Art Erweiterung des

Blickfelds dar. Wer nach Orientierung

sucht, sollte Abschweifung und

Assoziation nicht scheuen. Und so

ging es unmittelbar nach der Affenexkursion

auf einem Schriftsteller-

Panel um die Rolle vonVerlorenheit

als Ausgangspunkt und Topos der Literatur.Wer

vollends mit sich im Reinen

ist, für den stellt Schreiben eine

Möglichkeit, aber keinen inneren

Drang dar. Für den israelischen

Schriftsteller Assaf Gavron geht es

indes auch darum, eine stets mitschwingende

Angst vor der Leere zu

füllen, so gern ersie in Form einer

Landschaft oder eines Strandes auch

genießen mag. Die chinesische

Schriftstellerin Jjngfang Hao hat

stets die anderen im Blick, denen sie

ihreWelt erklären will, und für die in

Simbabwe geborene und in Südafrika

aufgewachsene Schriftstellerin

Panashe Chigumadzi stellt sich

die Orientierungsfrage gleich mehrfach.

Obwohl ihre Muttersprache

das lokale Shona war,schreibt sie auf

Englisch. Die Fremdheitserfahrung

„Die Route wird neu berechnet“, so betitelte das Goethe-Institut sein Weimarer Kultur-Symposium

ist so gesehen impliziter Bestandteil

der kommunikativen Mitteilung.

Autonomie, Orientierung, Regression

und digitale Ökonomie lauteten

die übergeordneten Arbeitsbegriffe

der Tagung, und die vielfältige

Zusammensetzung der Podien verwies

nicht zuletzt darauf, dass Orientierungsarbeit

auch in der Bereitschaft

zum Perspektivwechsel besteht.

Das Netzwerk des Goethe-Instituts

bietet dazu beste

Voraussetzungen. Es ist immer wieder

beeindruckend, wie die Mittlerorganisation

es versteht, vielsprachige,multi-ethnische,interdisziplinär

arbeitende und oft auch sehr

junge Intellektuelle zusammenzuführen.

Das Treffen in Weimar

konnte man denn auch als Plädoyer

verstehen, nicht immer auf dieselben

Experten zurückzugreifen.

Das Tagungsmotto „Die Route

wird neu berechnet“ erlaubte mindestens

zwei Sichtweisen, die danach

verlangten, miteinander abgeglichen

zu werden. Nichts scheint

angesichts einer allgemeinen Desorientierung

in Politik, Wirtschaft

und Lebenswelt derzeit dringlicher

als der Wunsch nach Neuausrichtung.

Gleichzeitig wächst das Unbehagen,

längst ein Spielball vielfältiger

Neuberechnungen zu sein, in der

der Einzelne kaum mehr ist als eine

Nichts scheint angesichts der Desorientierung

in Politik, Wirtschaft und Lebenswelt dringlicher

als der Wunsch nach Neuausrichtung.

Gleichzeitig wächst das Unbehagen, Spielball

von Neuberechnungen zu sein, in denen der

Einzelne nur eine vermessene Größe ist.

vermessene Größe. Unter der Herrschaft

der Algorithmen wird alles

permanent neu berechnet, und das

Bedürfnis nach gesellschaftlicher

Kontrolle erweist sich dabei als eine

längst abgeschriebene Illusion.

Auf erschütternde Weise wurde

dies deutlich in den Vorträgen und

Diskussionen über sogenannte Killerroboter,

die als autonome Waffen

die Vorstellungswelt des Science Fiction

vor geraumer Zeit verlassen haben.

Ausgestattet mit digitaler Gesichtserkennung

können menschliche

Ziele mühelos ausfindig gemacht

werden, und von den schlimmsten

Befürchtungen gegenüber der Drohnentechnologie

werden die Killerroboter

noch dadurch übertroffen, dass

sie keiner Menschen mehr bedürfen,

die abdrücken.

Vonder Öffentlichkeit weitgehend

unbemerkt, verweigert die große

IMAGO

Weltpolitik eine klare Entscheidung,

Waffensysteme dieser Art zuächten

und zu verbieten. Der Rechtswissenschaftler

Thompson Chengeta verwies

auf die Schwierigkeit, die neuen

Waffensysteme dem gültigen Kriegsrecht

zu unterwerfen. Die Privatisierung

des Krieges ist erschreckende

Realität, und Russland, die USA, Australien

und Israel bilden dabei eine

unheimliche Koalition der Blockierer.

Noel Sharkey, der britische Informatiker

und Professor für Künstliche

Intelligenz, forderte ausdrücklich

Deutschland auf, sich an die Spitze

einer internationalen Verbotsinitiative

zusetzen. An der Einsicht des

deutschen Außenamtes mangele es

nicht. Aber da ein Verbot nicht als

realistisch angesehen werde, habe

Deutschland sich auf die Verhandlung

ethischer Rahmenrichtlinien

beschränkt. Laut Sharkey und dem

australischen Wissenschaftsautor

Toby Walsh eine fatale Sicht der

Dinge.Esbleibe nicht mehr viel Zeit.

Die Rolle der Zeit bei den Fragen

jeglicher Neuorientierung war auch

das Thema der beiden Stars der Weimarer

Tagung, die sich auf sympathische

Weise einfügten in das abwechslungsreiche

Programm. Der

indische Schriftsteller und Journalist

Pankaj Mishra kam noch einmal auf

die kritische Rezeption seines Bestsellers

„Das Zeitalter des Zorns“ zurück,

in dem er die weltweit zu einer

politischen Kraft sich formierenden

Hassgefühle als mentale Kompensation

jener deutete,die im Prozess der

Modernisierung zu spät gekommenen

sind und ausgegrenzt wurden.

Wir wachen, so Mishra, allmählich

auf aus einer falsch verstandenen

Aufklärung. Die Demokratie werde

nicht gleich sterben, aber erstmals

hätten die Menschen den Glauben

an eine bessereZukunft aufgegeben.

Eine Zukunft ohne Fakten

Eine prinzipielle Zukunftslosigkeit

markierte auch der amerikanische

Historiker Timothy Snyder in einem

zeittheoretischen Exkurs, dem er

Nachdruck allein dadurch verlieh,

dass er ihn rasend schnell vortrug.

Der Demokratie, soseine Pointe, sei

nach 1989 auf spektakuläre Weise

der Raum abhandengekommen, der

Aufenthalt in der digitalen Welt forciere

eine radikale Gegenwärtigkeit,

in der es nahezu unmöglich werde,

eine Welt zu bewahren, in der Fakten

zählen. Und während es den liberalen

Demokratien an überzeugenden

Zukunftsideen ermangele, machten

die populistischen Bewegungen gar

keinen Hehl daraus, die Zukunft zu

verweigern. Auch Donald Trump beabsichtige

nicht unbedingt, eine

Mauer an der Grenze zuMexiko zu

bauen. Es genüge ihm, vom Bau einer

Mauer zu sprechen. Was alle

rechtspopulistischen Gruppierungen

eint, sei eine Art Ewigkeitsversprechen,

das seine Energie durch

Beschwörung des Nationalismus aus

der Vergangenheit bezieht.

Düstere Aussichten. Dem wollte

die griechische Politikwissenschaftlerin

Daphne Halikiopoulou bereits

in der Eröffnungsveranstaltung

nicht zustimmen. Sie beklagte eine

historische Vergesslichkeit gegenüber

den Phänomenen des europäischen

Rechtspopulismus. Was derzeit

wie eine plötzliche und in der

Form noch nie dagewesene Bedrohung

der Demokratie erscheint, hat

eine Geschichte, die man erzählen

und analysieren kann.

Die Route wird neu berechnet. In

der Weimarer Innenstadt für sie indes

häufig über den Frauenplan, als

sei eine derartige Verortung des

Weiblichen bereits ein wichtiger Teil

künftiger Navigation.

Dieser Beitrag wurde unterstützt durch eine

Einladung des Goethe-Instituts.

Mal kurz an die Nordsee

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Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 23 *

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Feuilleton

Mit

furchtloser

Penetranz

Andris Nelsons dirigierte die

Berliner Philharmoniker

VonPeter Uehling

Esgab Zeiten, in denen die Musik

Alexander Skrjabins als visionär

fortschrittlich und die von Dmitri

Schostakowitsch als hoffnungslos

rückständig galt. Das Konzert der

Berliner Philharmoniker am Donnerstag

präsentierte die Musik der

Komponisten genau andersherum:

In seinem frühen Klavierkonzertvon

1896 zeigt sich Skrjabin als vollkommen

im eigenen Nabelgewinde verschraubter

Chopin-Epigone; komplizierteste

Thematik wird kompliziert

verziert, nichts bleibt im Gedächtnis

außer blasser Schwermut.

Im langsamen Satz wird die Musik

ganz schlicht – und man möchte

gerne annehmen, dass diese liebevolle

Sanftheit der Kern von Skrjabins

Wesen sei. Doch wenn sich das

Finale temperamentvoll gibt, immer

wieder über seine eigenen Verstrickungen

stolpert, wirkt dieses Wesen

vonPrätention bedroht.

Dem Solisten und scheidenden

Artist in Residence, Daniil Trifonov,

ist die Wiederbesichtigung dieses

Werks zudanken; die Philharmoniker

haben es vor109 Jahren zum ersten

und letzten Mal gespielt, boten

aber unter der Leitung von Andris

Nelsons alle klangliche Empathie

auf, um die Partitur zum Klingen zu

bringen. Der Klavierpart wirkt auch

in Trifonovs sorgfältig-versponnener

Interpretation meist substanzarm.

Potenz und Präzision

Schostakowitschs Elfte Symphonie

nach der Pause ist ein Beispiel für die

„Kunst, ohne Einfälle zu komponieren“.

Mit diesen Worten versuchte

Hugo Wolf die Vierte von Brahms

niederzumachen, als wäre nicht gerade

das Komponieren ohne Einfälle

ein Triumph der Fantasie. Schostakowitsch

nutzte Revolutionslieder

und ansonsten einige wenige Motive;

die Konstruktion tritt, zuweilen

furchtlos penetrant, in den Vordergrund.

Hört man den zweiten Satz,

so scheint er eine 20-minütige Steigerung

von Null-Material zu sein,

und das Steigerungsziel ist zugleich

der schlagzeuggeprägte Moment

höchster programmatischer Drastik:

Das Massaker der Zarentruppen an

der russischen Arbeiterschaft im Januar

1905.

Der aus Riga stammende Dirigent Andris

Nelsons.

IMAGO

Nelsons dirigiert das außerordentlich.

Mit ungeheurer piano-Intensität

zeichnen die Streicher im

ersten Satz ihreinfünf Oktaven projizierte

Zweistimmigkeit –der Satz

kann sich ziehen, hier bleibt er in jeder

Fortschreitung spannend. Dann

beeindruckt die enorme Präzision

der Streicher in den Wirbeln des

zweiten Satzes, präzise, weil ihre

Kurven immer wieder neu ansetzen

und verlöschen und dennoch den gigantischen

Verlauf und seine Steigerungswellen

bestimmen. Bewundernswert

die von den Bratschen

entwickelte melodische Kraft im

Adagio. Nelsons findet immer den

besonderen, sprechenden Klang, bewahrt

ihm dennoch die grafische

Härte,die das Stück verlangt.

Ich bedaure Peter Schäfers Rücktritt

Die israelische Soziologin Eva Illouz über den BDS-Beschluss, der von den eigentlichen Antisemiten ablenke

Die israelische Soziologin

Eva Illouz gehört zuden

240 jüdischen und israelischen

Intellektuellen,

die in einer Petition kritisieren, dass

der Deutsche Bundestag die Israel-

Boykott- Bewegung BDS („Boycott,

Divestment, Sanctions“) pauschal

als antisemitisch bezeichnet. Als die

Presseabteilung des Jüdischen Museums

Berlin einen taz-Artikel über

die israelische Petition auf Twitter als

„must read“ empfahl, brach ein

Sturm der Entrüstung los. Peter

Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums,

trat zurück, aber die Diskussion,

ob BDS antisemitisch ist oder

nicht, beginnt nun erst recht, nicht

nur in Deutschland, sondernauch in

Israel. Eva Illouz hat die Fragen per

E-Mail beantwortet.

Frau Illouz, was ging Ihnen durch

den Kopf, als Sie hörten, dass Peter

Schäfers Unterstützung für IhrePetition

ihn zum Rücktritt gezwungen

hat?

Ich bedauere Peter Schäfers

Rücktritt sehr.Ein Museumsdirektor

hat das Recht, sich kontrovers zu äußern,

zumal der Tweet BDS ja nicht

unterstützt und nicht von Antisemitismus

freispricht. Schäfer ist ein

großer Gelehrter des Judentums und

eine wichtige moralische Stimme.

Als Direktor des Jüdischen Museums

kennt er sich mit dem Thema aus,es

war seine Pflicht, sich an der Debatte

zu beteiligen. Außerdem dachte ich,

dass dies ein weiterer Beweis dafür

ist, wie die israelische Politik die Diskussionen

in der gesamten jüdischen

Welt bestimmt und wie diesen

Diskussionen die immer gleiche

Tautologie im Weg steht: Man darf

Kritik an Israel nur äußern, wenn

man nicht im Verdacht steht, Antisemit

zu sein; aber äußert man Kritik

an Israel, steht man von vornherein

unter Antisemitismus-Verdacht. Damit

ist die Diskussion beendet, bevor

sie überhaupt begonnen hat. Es ist

ungefähr so, als würde man mir unterstellen,

sexistisch zu sein, nur weil

ich die Frage aufwerfe, wie man sexuelle

Belästigung definieren sollte.

VonSabine Fuchs

Spricht Rudolf Horn über Innendesign

und Architektur, gerät er

ins Schwärmen. Sein Redefluss ist

kaum zu stoppen, seine Augen

leuchten. AuchVorträge hält er noch.

Dabei wird Horn, einer der bekanntesten

Möbeldesigner der DDR und

Vater der Hellerauer Möbelserie

MDW (Montagemöbel Deutsche

Werkstätten) am Montag 90 Jahrealt.

„Für mich als Student war er eine

prägende Persönlichkeit, auch wenn

mir das später erst richtig bewusst

wurde“, sagt sein ehemaliger Schüler

„Es warSchäfersPflicht, sich an der Debatte zu beteiligen“, sagt Eva Illouz.

ZUR PERSON

Leben: EvaIllouz wurde 1961 in Marokkogeboren, sie zog im Alter vonzehn Jahren mit ihrer

Familie nach Frankreich und später,als Studentin, in die USA. Sie studierte Soziologie, Kommunikationswissenschaft

und Literaturwissenschaft in Paris, Jerusalem und Pennsylvania.

Derzeit lehrtsie im Rahmen der Niklas-Luhmann-Gastprofessur in Bielefeld.

Laufbahn: EvaIllouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität vonJerusalem.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Soziologie der Emotionen, der Konsumgesellschaft

und der Medienkultur.Sie veröffentlichte bisher zwölf Bücher.

Funktioniert und spart Platz

Der DDR-Möbeldesigner Rudolf Horn wird 90

Professor Achim Hack, der heute Dekan

der Fakultät Gestaltung an der

Hochschule Wismar ist. „Erst kürzlich

hat er uns besucht.“ Es sei natürlich

um Möbeldesign gegangen.

„Für wen machst du das?“ −Das

habe ihn sein erster Zeichenlehrer

kurznach dem Zweiten Weltkrieg im

sächsischen Waldheim gefragt, erinnert

sich Horn. Dieser Satz habe ihn

ein Leben lang geprägt. Auch bei der

Entwicklung des MDW-Programms

sei dies seine Leitidee gewesen.

„Nach dem Krieg war Wohnraum

knapp, da mussten platzsparende

und funktionierende Inneneinrich-

IMAGO

tungen her, indenen viel untergebracht

werden konnte“, sagt Horn.

Außerdem sollten die Nutzer ihre

Möbel individuell gestalten können.

Nicht fertige Möbel verließen das

Werk, sondern Bauteile, die jeder

nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen

konnte.

„Vor allem bei jungen Leuten war

MDW sehr beliebt“, erinnert sich

Horn. Doch für die Serie, die besonders

für Plattenbauwohnungen ins

Leben gerufen worden war,kam 1991

nach etwa einem Vierteljahrhundert

das Aus. „MDW erging es damals wie

vielen DDR-Produkten nach der

In der Petition fordern Sie die deutsche

Regierung auf,die Bundestagsresolution,

in der BDS als antisemitisch

bezeichnet wird, nicht zu verabschieden.

Wasspricht dagegen?

Ich selbst unterstütze BDS nicht,

obwohl ich die Forderung nach einem

Ende der Besatzung Palästinas

voll und ganz unterstütze. BDS gibt

mir oft ein ungutes Gefühl, in der Art

und Weise, wie Israel dämonisiert

und isoliert wird. Ich habe die Mitglieder

des Bundestages aufgefordert,

diesen Antrag aus zwei Gründen

nicht zu unterschreiben. Erstens:

Der Beschluss reduziert den

Begriff des Antisemitismus auf politische

Zwecke und lenkt damit von

echten Antisemiten ab. Wenn man

zu oft „Hilfe! EinWolf!“ schreit, wird

die Warnung überhört und der Vorwurf

des Antisemitismus weniger

glaubwürdig. Das ist für mich Verrat

an der Geschichte der Juden. Zweitens

unterdrückt der Beschluss Stimmen,

die gehört werden müssen.

Man lässt Israel Antisemitismus als

Ausrede benutzen, um vonder Besatzung

abzulenken. Das ist für mich

„Judenwäsche“ –die Juden und ihre

Geschichte werden benutzt, den Interessen

eines Staates und der extremen

Rechten in Israel zu dienen.

Ist BDS nicht aber in der Tatantisemitisch,

wenn die Aktivisten nicht

nur die Besatzung kritisieren, sondern

Israel als Staat in Frage stellen?

Aufjeden Fall. Aber ich denke,wir

sollten zwischen dem Antisemitismus,der

eine bewusste Ideologie ist,

die Juden hasst, und der verwirrten

Ideologie vonMenschen unterscheiden,

die im Namen der Menschenrechte

nicht zwischen Israel und den

besetzten Gebieten unterscheiden

können. Die Linke ist sehr verwirrt.

Es gibt Menschen, die der Shoa-Verleugnung

nahe stehen, und welche,

die glauben, dass der Antizionismus

eine moderneVerteidigung der Menschenrechte

ist. Man kann sie in

schlechtmeinende und wohlmeinende

Linke unterscheiden. Die

schlechtmeinenden greifen auf antisemitische

Vorurteile zurück und

ignorieren, dass auch die Palästinenser

viele Möglichkeiten, den Konflikt

zu lösen, nicht genutzt haben. Die

Grenze zeigt sich an diesem Punkt:

Geht es um Kritik an der Besatzung

oder geht es um dieVerweigerung des

Existenzrechts Israels, wenn beispielsweise

zum Boykott des Eurovision

Song Contest in TelAviv aufgerufen

wird. Trotzdem sollte uns die

Angst vor Antisemitismus und der

Kampf dagegen nicht vergessen lassen,

dass Israel strukturell immer

mehr auf der Ausgrenzung, Diskriminierung

und Inbesitznahme eines

ganzenVolkes basiert.

Antisemitismus wird oft mit Antizionismus

vermischt.Wiekann man das

eine vomanderen unterscheiden?

Ich halte Antizionismus für inakzeptabel.

DieJuden haben Anspruch

auf einen Staat. Antizionismus kann

auch eine Kritik an der spezifischen

rechtlichen Zusammensetzung Israels

sein, durch die den Juden ein

Vorteil gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen

verschafft wird. Auch

das nennt sich Antizionismus, aber

hier geht es eher um eine Kritik an

der Art, wie die jüdische Vorherrschaft

im Staatsrecht verankertist.

Ist ein Museum der richtige Ort für

politische Diskussionen?

Natürlich. Ein Museum ist ein

Ort, an dem durch Geschichte den

Lebenden geholfen wird, über die

Gegenwart nachzudenken. Ohne

Politik ist ein Zusammenleben, bestimmt

durch Moral und Werte,

nicht möglich. Wie wollen wir an einem

konkreten Ort mit einer bestimmten

Geschichte leben? Das ist

die Frage, die ein Museum für jüdische

Geschichte stellen kann und

stellen sollte.

DasGespräch führte Anja Reich.

Wende. Sie wollte keiner mehr haben“,

sagt der gelernte Tischler.

30 Jahrelang lehrte der Möbeldesigner

als Professor an der Kunsthochschule

auf der Burg Giebichenstein.

In seiner Leipziger Wohnung

stehen immer noch die Möbel, die er

selbst in den 50er Jahren entworfen

hat. „Warum soll ich sie austauschen,

wenn sie noch funktionieren?“,

fragt der Designer, der deutlich

jünger aussieht. Täglich treibe er

Sport. Auch geistig hält er sich fit,

schreibt Beiträge für Bücher und

Aufsätze und zeichnet. „Ein Urenkel

ist auch schon da.“ (dpa)

Entdeckt

in einer

Berliner Kneipe

Barkeeper Daniel Heitzler

liest in Klagenfurt

VonGerd Roth

Von Daniel Heitzler sind keine

Texte zu finden. Nichts in einer

Buchhandlung, kein Essay in irgendeiner

Zeitschrift. Nicht mal dem

übervollen Internet sind Zeilen des

jungen Berliners zu entlocken. Dennoch

wird der 22-Jährige vom kommenden

Mittwoch an beim renommierten

Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb

in Klagenfurt gegen 13

Schriftstellerinnen und Schriftsteller

aus dem deutschsprachigen Raum

antreten. Literatur steht dann fünf

Tage lang im Mittelpunkt. Heitzler

hat bis heute nicht einen einzigen

Satz veröffentlicht.

Er lebt erst seit einem halben Jahr

in Berlin. Geboren ist er im pfälzischen

Germersheim, aufgewachsen

in einem „Dörfchen bei Karlsruhe“,

drei Jahre lang versuchte er, inMagdeburg

Journalismus zu studieren.

Das Interesse an Literatur ist seit der

Kindheit da, beeinflusst auch vom

Onkel in Mexiko, mit dem sich der

Neffe in Deutschland viel austauscht.

Die Entdeckung des unbekannten

Autors geht um drei Ecken. Es beginnt

mit einem Barbesuch. EinBerlinerVerleger

war auf der Suche nach

seinem Praktikanten, einem Bekannten

von Heitzler. Beide arbeiteten

damals in der Kreuzberger

Kneipe.„Ich wusste, dass er Verleger

ist, hab ihn angesprochen, und er hat

sich gleich am nächsten Taggemeldet“,

erzählt der Ex-Barmann. Es

habe ihn Überwindung gekostet,

„den Text überhaupt jemandem zu

schicken“.

Hat noch keine Zeile veröffentlicht: Daniel

Heitzler darf in Klagenfurtantreten. DPA

Der Verleger ist so angetan, dass

er Teile davon einem Bekannten am

Telefon vorliest, der in der Redaktion

des Literaturkritikers Hubert Winkels

beim Deutschlandfunk arbeitet.

Damit wären wir beim Bachmann-

Preis.Winkels ist einer der Einladenden

für den Wettbewerb −und dringend

auf der Suche nach einem Autor

für Klagenfurt. DieGeschichte erzählt

Winkels selbst auch so.

Zunächst gibt es in den Gesprächen

nur subtile Andeutungen. „Bis

das Wort Bachmann-Preis überhaupt

fiel, hat es noch Wochen gedauert“,

erinnert sich Heitzler. Das

hätte dem jungen Autoren auch

nichts gesagt. „Klar kannte ich Ingeborg

Bachmann, aber nicht den

Wettbewerb.“ (dpa)

TOP 10

Sonnabend, 22.Juni

1 FBDeutschl.-Niger. ZDF 6,48 40 %

2 heute ZDF 5,67 36 %

3 Tagesschau ARD 4,57 22 %

4 Ferienhaus auf Ten. ARD 3,70 16 %

5 heute journal ZDF 3,52 15 %

6 FBNorw.-Austral. ZDF 3,37 16 %

7 Dr. Klein ZDF 2,66 13 %

8 Sophie kocht ARD 2,45 11 %

9 heuteXpress ZDF 2,30 20 %

10 Big Game Sat.1 1,74 8%

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Passagier 23

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Mörder undMörderinnen

TAK–Theater Aufbau Kreuzberg (& 50 56 70 00)

20.00: Readingbetween faces

Theaterforum Kreuzberg (& 70 07 17 10)

20.00: Gift. Eine Ehegeschichte (Gastspiel Studio

Tambour). Anm. erf.

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: MGV Walhalla zum Seidlwirt

BKA (& 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Distel (& 204 47 04)

20.00: Weltretten für Anfänger

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Körpersprache! –Braucht kein Mensch? Und

ob! (Stefan Verra)

KLASSIK

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

18.45: Einführung im Rang-Foyerrechts (Chor und

Orchester der Deutschen Oper Berlin)

19.30: Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin,

Solisten: Florian Sempey, Nicolas Testé, Philippe

Talbot, AndrewHarris u. a., Ltg.YvesAbel, Ambroise

Thomas: „Hamlet“, Oper in fünf Akten, konzertant

Hochschule fürMusik Hanns Eisler (& 203 09

21 01)

13.00 Studiosaal: Vortragsnachmittag Gesangklasse

Prof. Anna Korondi

19.00 Studiosaal: Vortragsabend Gesangklasse Prof.

Dr.Michail Lanskoi

Hochschule für Musik Hanns Eisler im Neuen

Marstall (& 203 09 21 01)

19.00 Galakutschen-Saal I: Vortragsabend Violinklasse

Prof. Stephan Picard

19.00 Krönungskutschen-Saal: Vortragsabend

Harfenklasse Prof. Maria Graf

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

20.00 Probebühne2:Sophie Heinrich, Evan Rynes

(Violine), Anton Loginov(Viola), Johannes Lamotke

(Horn) u. a., Kammerkonzert6:Ein musikalischer

Spaß!, Werkevon Mozart, Schostakowitsch und

Hindemith

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

19.00: Antonii Baryshevskyi (Klavier) und Taras

Yanytskiy (Bandura), Werkevon Johann Sebastian

Bach, César Franck, Astor Piazzolla, Frédéric Chopin,

Walentyn Sylvestrowund RobertSchumann

Staatsoper Unterden Linden (& 20 35 45 55)

20.00 Apollosaal: Musikerinnen und Musiker der

Staatskapelle Berlin, KammerkonzertX,Werkevon

Sergej Prokofjew, Jörg Widmann, Ernest Bloch,

Johannes Brahms

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: The 12 Tenors, Millennium, Hommageandie

Welthits des letzten Jahrtausends –klassische Arien,

Pop-Hymnen, Rock-Klassiker

KINDER

Alte Dorfschule Rudow (& 66 06 83 10)

10.00: KinderFerienprogramm: Filzen mit Prisca,

Workshop. Anm. erf.

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

10.00: FEZitty –Die Hauptstadt der Kinder (ab 6bis

14 J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Heimat Berlin, Projektschau und Aktionsraum

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

Labyrinth Kindermuseum (& 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel –Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

10.00: Ahoi, Papieraten!, KreativeSommerferien im

Labyrinth Kindermuseum

me Collectors Room Berlin (Auguststr.68)

12.00: Art&Kids, Offenes Kinderprogramm

Reinbeckhallen (& 20 39 31 11)

10.00 Druckwerkstatt: Plakatieren verboten –Plakatdruck

zwischen Kunstund Politik, Workshop (ab 8bis

14 J.). Anm. erf.

W. M. Blumenthal Akademie (Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz

1)

10.00 Werkstatt: Arche Noah ArtLab /Radioplay,

Ferienworkshop. Anm.unter Tel. 50 59 07 71 oder

info@jugend-im-museum.de (ab 9bis 12 J.)

LITERATUR/VORTRAG

LiteraturhausBerlin (& 88 72 86 -0)

19.30: John Glückstadt, vonUlf Miehe, mit Joachim

vonVietinghoff undHorst Kløver

21.00: Wortservierung: Die Angst vordem schwarzen

Planeten –Warum ich nicht länger mit Weissen über

Hautfarbe spreche,von Reni Eddo-Lodgemit Richard

Burger

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

19.30: Offene Lesebühne Pankow:sonoch nie

FÜHRUNG

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

14.00: Kurator*innenführung: Lotte Laserstein. Von

Angesicht zu Angesicht.

Bärentouren (& 46 06 37 88)

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain –

Geschichts- und Biologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute, Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,

Hochstr.. Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit der Romantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmann überdie Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm. erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-BerlinerSagen und

Anekdoten: Romantiktour zwischenHackeschem

Markt und Klosterviertel, Treff: Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(Nähe

U-Bhf. Klosterstraße). Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí –Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

10.00: Demokratie-Labor,Führungen für Schulklassen

und Gruppen. Anm. erf.

12.00: Highlighttour:German HistoryinImages and

Artifacts, in engl. Spr.

14.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

Treff: Ausstellungshalle

15.00: Deutsche Geschichte im Blick, Treff: Zeughaus

15.00: Demokratie-Labor,Treff: Ausstellungshalle

Meyers Stadtgänge (& 442 32 31)

14.00: Brennpunkt Babylon. Kämpfe, Kino, Kräche.

Morde. VomJahrhundertortRosa-Luxemburg-Platz

zum Soho, Bernd S. Meyer, Treff: Eing.Volksbühne

Schloss Charlottenburg (& 32 09 14 40)

15.30: Prunkvolle Säle undprivate Kammern. Das

Alte Schloss Sophie Charlottes und FriedrichsI., Treff:

Gruppenkasse im Ehrenhof; Führung für blinde und

sehbehinderte Besucher

Secret Tours Berlin (& /82 09 67 51)

12.00: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen (ab

Potsdamer Platz), Secret Tours Berlin, Treff: Potsdamer

Pl. 3(vordem Hotel „Ritz-Carlton“) .Anm. erf.

Mode und Politik

Fragen des Stils

sind Fragen

der Moral

Die bei all ihren TV-Auftritten

gut gekleidete und

mit ausgewählten Ohrringen

geschmückte Linken-Politikerin

Sahra Wagenknecht wird

mit dem Modemacher Wolfgang

Joop ins Gespräch gebracht.

Es moderiertdie Soziologin

und TV-Journalistin Luc

Jochimsen, und der Eintritt ist

frei. In den sozialen Medien

wurde schon gespöttelt, als

diese Veranstaltung angekündigt

wurde: Nach #Aufstehen −

der im Sande verlaufenen Bewegung

Wagenknechts −

komme nun nicht #Hinlegen,

sondern #Anziehen mit Wolfgang

Joop und später dann

#Frühstücken mit TV-Koch

Steffen Henssler. Dabei ist

Mode nicht nur ein ästhetisches,sondernein

wirtschaftliches

und soziales Thema.

SahraWagenknecht ist doppelt

kompetent, wenn es um das Ineinander

von Stil- und Moralfragen

geht. Ulrich Seidler

ModetrifftPolitik −Sahra Wagenknecht

undWolfgang Joop im Gespräch. 19 Uhr,

BabylonMitte, Eintritt frei

Unterwegs zu Brecht findet sich manches, das aufzuheben sich lohnt.

Zu den wenigen Dingen, die

bei der jahrzehntelangen

Brecht-Exegese keine oder

allenfalls eine untergeordnete

Rolle spielten, gehört der

Mundgeruch des Dichters. Aber

schließlich konnte auch dieser körperliche

Makel nicht verborgen bleiben.

In diversen Interviews zu der

zweiteiligen Brecht-Dokumentation

von Heinrich Breloer wies der

Schauspieler Burkhard Klaußner,

der darin den alten Brecht spielte,

ausdrücklich auf das Unbehagen

auslösende Empfinden von Menschen

hin, die Brecht zu nahe kamen.

Für Klaußner war es allerdings

kein Indiz für mangelnde Körperpflege,

sondern das äußerlich vernehmbare

Merkmal eines Menschen,

der nicht gesund ist. Brecht

war 58, als er starb.Und doch wirkt er

auf Fotos,die ihn als arbeitsversessenen

und durchaus zugewandten Regisseur

zeigen, als sei er sehr viel älter.

Kann einer, dessen Liebes- und

Geschlechtsleben hinreichend erforscht

und immer wieder auch mit

dem künstlerischen Schaffen abgeglichen

worden ist, einige Zeit später

schon wieder ein Vergessener sein?

Diese Frage legt der Veranstaltungstitel

„Brecht–einAutor ohne Gegenwart?“

nahe, der aber wohl gewählt

worden ist, um energischen Widerspruch

hervorzurufen.

Brecht war einmal der meistgespielte

Autor an deutschsprachigen

Bühnen, und wer der vorpreschenden

politischen Dringlichkeit seiner

Stücke nur wenig abzugewinnen

vermochte, rang sich doch meist zu

einer Wertschätzung der Gedichte

der „Hauspostille“ als bedeutende

zeitgenössische Lyrik durch. In

jüngster Zeit schien es geboten, sich

noch einmal die „Flüchtlingsgespräche“

vorzunehmen, um sich der

über die Zeit hinausweisenden Gegenwartund

Weitsicht des Autors zu

vergewissern.

Es mag schon sein, dass Max

Frisch ein wenig recht hatte mit seiner

Bemerkung über die durchschlagende

Wirkungslosigkeit eines Klassikers.Unterwegs

zu Brecht aber findet

sich manches, das aufzuheben

sich lohnt. Ganz in diesem Sinne hat

Erdmut Wizisla, seit 1993 Leiter des

Berliner Brecht-Archivs, seine Beschäftigung

mit dem Dichter aufge-

Harry Nutt

lässt sich Zeitgeschichte am liebsten anhand

vonBiographien erzählen. Wieberühmt

oder unbekannt deren Protagonisten

sind, spielt dabei keine Rolle.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Tolkien 14.45;

Rocketman 17.15; Egon Schiele –Tod und Mädchen

20.15

Cinema Paris (& 881 31 19) Zwischen den Zeilen

15.30, 20.30; Zwischen den Zeilen –Doubles vies

(OmU) 18.00

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) Der Klavierspieler

vom Gare duNord 15.30,18.00,20.30

Delphi LUX (& 322 93 10 40) Rocketman (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Burning 14.00, 17.10,

20.20; Ramen Shop –Ramen Teh (OmU) 14.00;

The Dead Don’t Die (OF) 16.00, 18.30, 21.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

15.10, 17.50, 20.30; Inna de Yard –The Soul of

Jamaica (OmU) 14.50, 17.00, 19.10, 21.20; Magie

der Wildpferde 14.30; Yoga: Die Kraft des Lebens

16.40; O Beautiful Night 18.40, 20.50; Sunset

14.00,17.00,20.00

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Britt-Marie war hier

18.00; Eine moralische Entscheidung –Bedoone

tarikh, bedoone emza (OmU) 20.00; All My Loving

–Eine Geschichte vondreiGeschwistern17.45; The

Dead Don’t Die (OmU) 20.15

KantKino (& 319 98 66) TKKG–Jede Legendehat

ihren Anfang 15.45; Jussi Adler-Olsen: Verachtung

17.50, 20.30; Rocketman 15.00, 17.40, 20.20;

Edie –Für Träume ist es nie zuspät 15.15; Roads

17.30, 19.45; Britt-Marie war hier 15.40, 17.50;

Nur eine Frau 16.15, 20.00; The Dead Don’t Die

18.20, 20.40

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) Aladdin 14.00;

Premiere: Traumfabrik 19.30; Drei Schritte zu Dir

12.15,15.00; Premiere:Traumfabrik 19.30; Men in

Black: 13.00; Rocketman 15.40; Premiere: Traumfabrik

19.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.45; 3D: Aladdin 15.30; Premiere: Traumfabrik

19.30; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

13.00; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich 15.20; Premiere: Traumfabrik 19.30;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

12.45; X-Men: Dark Phoenix 15.30; Premiere:

Traumfabrik 19.30; Avengers: Endgame 11.30; Der

Fall Collini 15.15; Premiere:Traumfabrik 19.30

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Under the

Tree –Undir trenu (OmU) 11.00; Blown Away –Music,

Miles and Magic (OmU) 12.30; Berlin Bouncer

(OmenglU) 14.30; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 16.00;Yoga: Die Kraft des Lebens –

Debout (OmU) 17.45; Free Solo (OmU) 19.15; Nur

eine Frau (DFmenglU) 21.00; Der Goldene Handschuh

(DFmenglU) 22.30; Once Again –Eine Liebe

in Mumbai (OmU) 11.00; Klasse Deutsch (DFmenglU)

12.45; Ray &Liz (OmU) 14.15; Edie –Für

Träume ist es nie zu spät 16.15; Eine moralische

Entscheidung 18.00; Rocketman (OmU) 19.45;

Diamantino (OmU) 21.45; The Hole in the Ground

(OmU) 23.15; Das Ende der Wahrheit (DFmenglU)

11.00; Green Book –Eine besondere Freundschaft

(OmU) 12.45; Ramen Shop –Ramen Teh

(OmU) 15.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

16.30;Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit –At

Eternity’s Gate (OmU) 18.15; Burning 20.15; Border

–Gräns (OmU) 22.45

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Ein Gauner &Gentleman –The Old

Man &the Gun (OmU) 18.00; Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit –At Eternity’s Gate (OmU)

20.00; Wir –Us(OmU) 22.15; Kleine Germanen

16.00; Push – Für das Grundrecht auf Wohnen

(OmU) 17.45; Esta todo bien –Alles ist gut (OmU)

19.30; Bildbuch –Lelivre d’image (OmU) 21.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 3D: X-Men: Dark

Phoenix 13.45, 20.15; Monsieur Claude II13.45;

Avengers: Endgame 13.45; Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 14.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 14.00, 17.00,

20.00; Aladdin 14.15, 16.15; IMAX 3D: Men in

Black: 14.30, 17.15; Godzilla 2 – King of the

Monsters 14.30, 19.15; Rocketman 14.45, 17.15,

20.10; Drei Schritte zu Dir 14.45, 17.30, 20.10;

TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang 15.00,

17.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 15.00;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.15; Bailey:

Ein Hund kehrt zurück 15.15,17.50; Men in Black:

16.30, 19.30; 3D: Godzilla 2–King of the Monsters

16.30; Rocketman (OF) 17.20; John Wick: Kapitel

III17.20, 20.00; Jussi Adler-Olsen: Verachtung

17.30, 20.15; X-Men: Dark Phoenix 17.40; Brightburn:

SonofDarkness 17.50, 20.15; IMAX3D: Men

in Black: (OF)20.00;OBeautiful Night20.20; Long

Shot –Unwahrscheinlich,abernicht unmöglich (OF)

20.20; Sneak Preview 20.30

Zukunft (& 01 76/57 86 10 79) Free Solo (OmU)

18.00; Der Goldene Handschuh (OmenglU) 20.00;

Antiporno –Antiporuno (OmU) 22.10; Kim hat einen

Penis 18.00; Eine moralische Entscheidung

–Bedoone tarikh, bedoone emza (OmU) 19.50;

Under the Tree –Undir trenu (OmU) 21.50

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Avengers: Endgame

13.30; MeninBlack:13.40,17.15;Rocketman

13.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.00;

Drei Schritte zuDir 14.10, 17.00, 19.50; TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 14.15; Aladdin

14.15, 17.00, 19.30; X-Men: Dark Phoenix 16.30;

Godzilla 2–King ofthe Monsters 16.45; Long Shot

–Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich 16.50,

20.00; Brightburn: Son ofDarkness 17.30, 20.15;

John Wick: Kapitel III 19.45; 3D: Men inBlack:

20.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.10

Kino Kiste (& 998 7481) Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft 13.00; Das Familienfoto 14.45;

Die kleinen Hexenjäger 16.35; Rocketman 18.10;

Gundermann 20.15

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 41 09) 3D: Aladdin

11.50; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

12.00, 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.10, 15.10; Aladdin 12.15, 14.40, 17.00,

19.45;Willkommen im Wunder Park 12.20; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.20; Bailey: Ein

Hund kehrt zurück 12.30, 14.40,17.30; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 12.30; RoyalCorgi:

Der Liebling der Queen 12.40, 14.50; Rocketman

14.30, 16.50; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 14.30, 17.15, 19.50; 3D: Men in

Black: 14.45; Drei Schritte zuDir 15.00, 17.40,

20.20; Avengers: Endgame 16.40, 19.40; Men in

Black: 17.10, 20.00; X-Men: Dark Phoenix 17.20,

20.15; Brightburn: Son ofDarkness 17.40, 20.10;

Godzilla 2–King of the Monsters 19.30; John Wick:

Kapitel III 19.50

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) The Dead Don’t Die

(OmU) 17.30, 20.00, 22.20; Inna de Yard –The

Soul ofJamaica (OmU) 17.30, 19.30, 21.40

fsk am Oranienplatz (& 614 2464) Burning –Beoning

(OmU) 17.45, 20.30; Zwischen den Zeilen

–Doubles vies (OmU) 18.00; Eine moralische Entscheidung

–Bedoone tarikh,bedoone emza (OmU)

20.15

Moviemento (& 692 47 85) Inna de Yard –The

Soul of Jamaica (OmU) 13.45; Sunset –Napszallta

(OmU) 16.00; Frauen bildet Banden –Eine Spurensuche

zur Geschichten der Roten Zora 19.00;

Rocketman (OmU) 21.45; Die Winzlinge: Abenteuer

in der Karibik10.45; Roads (OmenglU) 13.00; Eine

moralische Entscheidung –Bedoone tarikh, bedoone

emza (OmU) 15.15, 20.00; HighLife (OmU)

17.30, 22.15; Rocketman (OmU) 11.15; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 14.00; Checker

Tobi und das Geheimnis unseres Planeten 16.15;

Ramen Shop –Ramen Teh (OmU) 18.15; Inna de

Yard –The Soul ofJamaica (OmU) 20.15; Climax

(OmU) 22.30

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Der Sommer

mit Mama –Que horas ela volta (OmU) 20.30

Sputnik (& 694 11 47) Von Bienen und Blumen

(OmenglU) 17.00; Push –Für das Grundrecht auf

Wohnen (OmU) 18.45; Rocketman (OmU) 20.15;

Burning –Beoning (DF)22.15;Edie –Für Träumeist

es nie zu spät 17.00; AllMyLoving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern (OmenglU) 18.45; Greta

(OmU) 22.45; Happy Lamento (OmU) 21.15; Fuck

Fame –Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie

(OmenglU) 23.00

Yorck (& 78 91 32 40) DerKlavierspielervom Gare

du Nord 15.50, 18.15; Rocketman 20.40; New

Yorck TKKG–Jede Legende hat ihrenAnfang 15.45;

The Dead Don’t Die 17.50, 20.10

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 95 90) TKKG–Jede Legende

hat ihren Anfang 10.00, 12.45, 15.00; Rocca

verändert die Welt 10.00, 12.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 13.00, 15.15; Mister Link:

Ein fellig verrücktes Abenteuer10.00,12.15; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 10.00, 12.15;

Aladdin 14.15, 17.00, 20.00; Drei Schritte zu Dir

14.30, 17.00, 19.45; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45; Rocketman 17.15, 20.00; Men in Black:

17.30, 20.15; Der Fall Collini 17.30; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 20.15

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Wenn du König

wärst 13.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 13.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 13.00, 20.30; Der Klavierspieler

vom Gare duNord 15.40; Britt-Marie war

hier 15.45;The Sun is also aStar 18.00;Mirai: Das

Mädchen aus der Zukunft 18.00; Der Junge muss

an die frische Luft 18.00; Zwischen den Zeilen

20.15; 3D: Godzilla 2–King of the Monsters 20.15

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.30, 16.45;

Willkommen im Wunder Park 11.45; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 11.45, 14.15; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 11.45; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 12.00, 14.15; Aladdin 12.00,

14.00, 17.00; Men inBlack: 14.00, 17.00, 20.00;

Long Shot –Unwahrscheinlich, abernicht unmöglich

14.00, 17.00, 20.00; Drei Schritte zu Dir 14.00,

17.00, 20.00; Avengers: Endgame 15.15; Rocketman

16.45; Brightburn: Son of Darkness 17.15,

20.00; Godzilla 2–King of the Monsters 19.45;

John Wick: Kapitel III 19.50; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 20.00; 3D:Aladdin 20.00

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Eine moralische Entscheidung

19.00; All My Loving –Eine Geschichte von

drei Geschwistern (OmenglU) 21.00; Der illegale

Film (OmU) 18.00; NureineFrau(OmenglU) 19.45;

Los perros (OmU) 21.45

Babylon (& 242 59 69) New York –New York:

Frances Ha(OmU) 17.00; NewYork –New York: The

Purple Rose of Cairo (OF) 18.15; IndoGerman Film:

Kabir Singh (OmenglU) 19.00;New York –New York:

So wie wir waren –The Way WeWere (OF) 20.00;

New York –New York: Die Warriors –The Warriors

(OF) 22.15; New York –New York: Shortbus (OmU)

22.15

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73)

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.45;

Rocketman (OmU) 15.45, 18.30, 21.15; Der Klavierspieler

vom Gare duNord –Au bout des doigts

(OmU) 10.45,13.00,15.15, 17.30, 20.00; Border

–Gräns (OmU) 22.30

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 11.00; After

Passion 11.00; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

11.20; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 11.20, 14.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.30;

Drei Schritte zuDir 11.30, 14.20, 17.15, 20.10,

23.15; Der Fall Collini 11.40; Aladdin 11.40,

13.40,16.40; Men inBlack: 12.00, 14.45;TKKG –

Jede Legende hat ihrenAnfang 13.20; X-Men: Dark

Phoenix 13.40; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 14.00, 16.30, 19.30, 22.40; Rocketman

14.40, 20.20; Avengers: Endgame 15.50;

3D: Godzilla2–King of the Monsters 16.45, 22.50;

3D: X-Men: Dark Phoenix 17.00, 20.00, 23.00;

John Wick: Kapitel III 17.10, 19.45, 23.00; 3D:

Men in Black: 17.30, 20.15, 22.30; Brightburn:

Son of Darkness 17.40, 20.00, 23.15; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 19.40; 3D: Aladdin 19.50;

3D: Avengers: Endgame 22.15; Ma –Sie sieht alles

23.15

Hackesche Höfe (& 283 4603) Ramen Shop –

Ramen Teh(OmU) 14.00; InnadeYard –The Soul of

Jamaica (OmU) 16.00; Sunset –Napszallta (OmU)

18.15; Capernaum –Stadt der Hoffnung (OmU)

21.15; Berlin Babylon (Omdt+englU) 14.00; Nur

eine Frau (OmU) 16.00; O Beautiful Night (DFmenglU)

18.15, 20.15, 22.15; Britt-Marie war hier

–Britt-Marie var här (OmU) 15.15; The Dead Don’t

Die (OmU) 17.30,19.45,22.00; Peter Lindbergh –

Women’s Stories (OmU) 14.00; All My Loving –Eine

Geschichte von drei Geschwistern 16.30; Zwischen

den Zeilen –Doubles vies (OmU) 19.00; Inna de

Yard –The Soul of Jamaica (OmU) 21.15; Roads

(OmU) 14.00; Burning –Beoning (OmU) 19.15;

High Life (OmU) 22.15

International (& 24 75 60 11)The DeadDon’tDie

(OmU) 16.30, 19.00; Siegessäule und Teddy präs.

MonGay:Weare thr3e –Somos tr3s (OmU) 22.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

X-Men: Dark Phoenix 12.00, 14.25, 17.00; Willkommen

im WunderPark 12.00; TKKG–Jede Legende

hat ihrenAnfang 12.00, 14.30; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 12.00;PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.50, 17.25; Men in Black: 12.00,

14.00, 16.50, 19.45; Drei Schritte zuDir 12.00,

14.00,16.50,19.40; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 12.00; Aladdin 12.00, 14.10, 17.05,

19.55; Godzilla 2–King of the Monsters 14.00,

17.10; Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer

14.45; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich 14.45, 17.00, 20.05; Drei Schritte zu

Dir –Five Feet Apart (OF) 17.05; Brightburn: Son

of Darkness 17.45, 20.15; John Wick: Kapitel III

19.45; Sneak Preview (OF) 20.00; Sneak Preview

20.00; Hollywoodtürke 20.10

IL KINO (& 91 70 29 19) Roads 10.30; Zwischen

den Zeilen –Doubles vies (OmU) 12.15, 17.00;

Burning –Beoning (OmU) 14.20; War ofArt (OmU)

19.00; Sunset –Napszallta (OmU) 21.00

Neues Off (& 62 70 95 50) The Dead Don’t Die

(OF) 17.00, 19.30, 22.00

Passage (& 68 23 70 18) The Dead Don’t Die

(OmU) 15.45, 18.15, 20.45; Rocketman (OmU)

15.45,18.15, 20.45; Nur eine Frau 17.45, 20.00

Rollberg (& 62 70 46 45) OBeautiful Night (DFmenglU)

16.50, 20.00, 21.40; Jussi Adler-Olsen:

Verachtung – Journal 64 (OmU) 17.20, 19.00,

22.10; Tolkien (OmU) 17.15, 19.45; High Life

(OmU) 22.15;Burning –Beoning (OmenglU) 18.15,

21.30; Men in Black: (OF) 17.45; Burning –Beoning

(OmU) 20.20

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

14.05, 17.00, 19.55; Men in Black: 14.10;

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 14.25;Aladdin

14.30, 16.45, 19.45; Godzilla 2–King ofthe

Monsters 14.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

fasst, um dem allseits Bekannten,

Verehrten und oft auch Verschmähten

unbekannte Seiten abzugewinnen.

Auf sehr unterhaltsame Weise

hat er es in dem bereits 2009 veröffentlichen

Band „Begegnungen mit

Brecht“ dargestellt, der gewiss auch

eine wichtige Gesprächsgrundlage

für den aktuellen Brecht-Abend sein

wird.

Während die Brecht-Rezeption

schwankenden Konjunkturen ausgesetzt

war und ist, kann man den

Musiker Oskar Wilgelmowitsch

Böhme tatsächlich als einen vonder

Geschichte vergessenen Künstler

bezeichnen. Er ist 65 Jahre alt, als er

sich einesMorgens im Juli des Jahres

1935 gezwungenermaßen aus seinem

geliebten Sankt Petersburgaufmacht,

umüber Moskau in das 1500

Kilometer in Richtung Ural liegende

Orenburgzugelangen. Er ist auf dem

WegindieVerbannung.„Böhme,Oskar

Wilgelmowitsch ist wegen der

Beteiligung an einer konterrevolutionären

Organisation für die Zeit

von drei Jahren nach Orenburg zu

schicken“, heißt es in einem Schreiben,

das er mit sich führt wie ein

Kainsmal. Böhme, 1870 in der Nähe

Der Dichter

und sein Mundgeruch

Das Literaturforum im Brecht-Haus widmet

sich seinem Namensgeber,überden man fast alles weiß, und

entreißt einen Musiker dem Vergessen

LESUNGEN

Brecht –ein Autor ohne Gegenwart?

Di, 25. Juni, 19 Uhr

Christian Neef: Der Trompeter von

Sankt Petersburg Do, 27. Juni, 20 Uhr

Beide Veranstaltungen im

Literaturforum im Brecht-Haus,

Causseestraße 125

IMAGO

von Dresden geboren, hatte in Leipzig

und HamburgMusik studiertund

war bereits im Alter von19Jahrenein

gefeierter Cornetist. Nach einem Engagement

an der Königlichen Oper

von Budapest wagt er den großen

Sprung in Russlands Musikhauptstadt

Sankt Petersburg, wo er zunächst

als Musiklehrer und Chorleiter

arbeitet und anschließend eine

beachtliche Karriereals angesehener

Musiker feiert.

Der späte Wegindie Verbannung

ist der schmerzlich erlittene Tiefpunkteines

Menschen, der einer von

50 000 Deutschen war, die in Sankt

Petersburg Auskommen und Ansehen

gefunden hatten, im Verlauf der

Revolution aber der Schleifung der

alten Eliten durch die Bolschewiken

zum Opferfielen.

Christian Neef erzähltBöhmes Lebensgeschichte

als Teil eines weitgehend

unterschlagenen Kapitels über

die Deutschen in der russischen Kulturmetropole.

„Der Trompeter von

Sankt Petersburg“handelt vomGlanz

und Untergangder Deutschen an der

Newa und erinnertineiner Zeit nationaler

Abschottung an die kulturelle

Offenheit früherer Jahrhunderte.

Vortrag

Himmel

und Hölle

im Islam

Der Glaube an das Paradies

und die Furcht vor der

Hölle sind grundlegende Aspekte

des islamischen Glaubens.

Sie speisen sich aus den

Schilderungen dieser beiden

jenseitigen Orte im Koran,

aber auch den Hadithen, wie

die vom Propheten Mohammed

überlieferten Aussagen

heißen. DerinBerlingeborene

Religionswissenschaftler

Christian R. Lange, seit 2011

Professor für Islamische und

Arabische Studien an der Universität

Utrecht, hat bereits ein

Buch dazu veröffentlicht („Paradise

and Hell in Islamic Traditions“,

Cambridge University

Press, 2015). In seinemVortrag

an der Katholischen Akademie

wird sich Lange auf das

Höllenfeuer konzentrieren. Es

geht dem Wissenschaftler dabei

nicht nur um theologische

Aspekte,sondernauch um Philosophie,Architektur

und Rituelles.

Susanne Lenz

Paradieshoffnungund Höllenfurcht

19 Uhr,Katholische Akademie, HannoverscheStr.5,Tel.:

2830950

Stadt im Ohr (& 20 07 88 41)

11.00: Zwischen Schlange und Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge,Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durchBerlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im CafeSibylle,

Karl-Marx-Allee 72

KONZERT

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Johannes Thoma Berlin Quartett

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.Jazz: Niklas Mascher aka Niklas on

Sax, Nino Ruggieri (g)

Schlot (& 448 21 60)

21.00: MarcDoffey(sax), Morten Duun Aarup (g),

ChristianMüller (b), Tobias Backhaus (dr)

SO36 (& 61 40 13 06)

20.30: Agnostic Front

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Nice One invites Dys.funktion, Sir Pitch-a-lot,

Neonboyhimself!

KitKat/Sage-Club (Köpenicker Str.76)

23.00: Electric Monday, Karina, Freedom B, Ricardo

Rodriguez

Matrix (& 293 69 9- 90)

22.00: Scandal!, Krs.Age

Monster Ronson’sIchiban Karaoke (& 89 75 13 27)

18.00: Multisexual Boxhopping

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

21.00: StrangeTunes on Monday!

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 Globus: House of Waxx, Federico Molinari,

Ernesto Ferreyra, Aleexe

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00: Salsa, Flori, Wilbert, Naudy

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Montagsswing,MondaySwing Night DJ Team

MUSEEN

Anti-Kriegs-Museum (& 45 49 01 10)

16.00: Die Revolution –Rätedemokraten gegen

Gewalt und Krieg 1919-2019, tgl. 16-20 Uhr

BerlinischeGalerie (& 78 90 26 00)

10.00: Kunst in Berlin 1880–1980

10.00: Fazit, realities:united

10.00: Gartenparade, Atelier le balto

10.00: Stadtrand Berlin, André Kirchner

10.00: Lotte Laserstein.Von Angesicht zu Angesicht

10.00: Gesichter der Zwanziger Jahre,

Mi-Mo 10-18 Uhr

Botanisches Museum (& 83 85 01 00)

9.00: Geliebt, gegossen, vergessen: Die Zimmerpflanzen

der Deutschen, tgl. 9-19 Uhr

Brücke-Museum (& 831 20 29)

11.00: Flucht in die Bilder? Die Künstler der Brücke

im Nationalsozialismus, Mi-Mo 11-17 Uhr

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.00: Dalí –Die Ausstellung am Potsdamer Platz,

tgl. 12-20 Uhr

DDR MuseumBerlin (& 847 12 37 31)

10.00: Geschichte zum Anfassen, tgl. 10-20, Sa

10-22 Uhr

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

10.00: Deutsche Geschichte in Bildernund

Zeugnissen

10.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

tgl. 10-18 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (& 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadtder Spione, tgl. 10-20 Uhr

Georg Kolbe Museum (& 304 21 44)

10.00: Lynn Chadwick –Biester der Zeit,

tgl. 10-18 Uhr

Jüdisches Museum (& 25 99 33 00)

12.00 Museumsgarten: Ganzfeld „Aural“, James

Turrell, tgl. 12-18 Uhr

10.00: res.o.nant, Mischa Kuball

10.00: Awie Jüdisch. In 22 Buchstaben durch die

Gegenwart

10.00: DAGESH-Kunstpreis: Open, Closed,Open, Liat

Grayver,Yair Kira, Amir Shpilman

10.00: This Place, WendyEwald, Martin Kollar,

Josef Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress u. a.,

tgl. 10-20 Uhr

Keramik-MuseumBerlin (& 321 23 22)

13.00: 100. Ausstellung des KMB –ein Rückblick,

13.00: Till Sudeck (1926-2014)

13.00: Max Roesler,Fr-Mo 13-17 Uhr

KW Institute for ContemporaryArt (& 24 34 59 -0)

11.00: speed, Heike-Karin Föll, Mi-Mo 11-19, Do

11-21 Uhr

Käthe-Kollwitz-Museum (& 882 52 10)

11.00: Mehr als ein Leben. Dauerausstellung des

Käthe-Kollwitz-MuseumsBerlin, Käthe Kollwitz, tgl.

11-18 Uhr

MuseumBlindenwerkstatt Otto Weidt

(& 28 59 94 07) 10.00: Blindes Vertrauen –versteckt

am Hackeschen Markt 1941-1943

10.00: „... und immer wieder bewundernwir Eure

mit aufopfernder Liebe prima gepackten Pakete“, tgl.

10-20 Uhr

Museumfür Film und Fernsehen (& 300 90 30)

10.00: 120 Jahre Deutsche Filmgeschichte und

Fernsehgeschichte in West und Ost

10.00: Kino derModerne. Film in der Weimarer

Republik, Mi-Mo/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Neues Museum (& 266 42 42 42)

10.00: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung,

tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

10.00: Museum für Vor- und Frühgeschichte mit

Objekten der Antikensammlung,tgl./Feiert. 10-18,

Do 10-20 Uhr

10.00: Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit

10.00: Schätze aus dem Rhein –Der Barbarenschatz

vonNeupotz

10.00: Die Krone vonKertsch. Schätze aus Europas

Frühzeit

10.00: Cinderella, Sindbad &Sinuhe, tgl./Feiert.

10-18, Do 10-20 Uhr

Pergamonmuseum (& 266 42 42 42)

10.00: Transkulturelle Beziehungen, globale Biografien

–islamische Kunst

10.00: Antikensammlung

10.00: Museum für Islamische Kunst (Steinfassade

vonMschatta)

10.00: Vorderasiatisches Museum (Ischtar-Tor)

10.00, 10.00 Museum für Islamische Kunst: Traum

und Trauma. Wiedereröffnung der Teppichsäle

10.00: Elefantengeschichten, tgl./Feiert. 10-18, Do

10-20 Uhr

Pergamonmuseum. Das Panorama

(Am Kupfergraben 2) 10.00: Pergamon. Meisterwerke

der antiken Metropole und 360°-Panorama von

Yadegar Asisi, tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Ramones MuseumBerlin (& 75 52 88 90)

10.00: Ausstellung zur US-Punkrockband „The

Ramones“,tgl. 10-22 Uhr

Schwules Museum (& 69 59 90 50)

14.00: Der nackte männliche Körper im Fokus,

Krzysztof Jung

14.00: Tapetenwechsel 2.04

14.00: My Dearest Sweet Love:Christopher Isherwood

&Don Bachardy

14.00: Karol Radziszewski: Queer Archives Institute,

Mi-Mo 14-18, Do 14-20, Sa 14-19 Uhr

KINO

14.45; Rocketman 16.50; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 17.10; 3D: Men in Black: 17.30, 20.15;

Brightburn: Son of Darkness 17.40, 20.05; X-Men:

Dark Phoenix 19.40; Sneak Preview 20.15

Wolf (& 921 039333) Mo &Friese unterwegs

(Auf zu neuen Abenteuern) 12.00, 16.00; Liebesfilm

(OmenglU) 12.10; Burning –Beoning (OmU)

13.00, 21.00; HighLife(OmU) 14.10, 21.10;Mirai:

Das Mädchen aus der Zukunft 16.20; Diamantino

(OmU) 17.00; „Mir ist esegal, wenn wir als Barbaren

indie Geschichte eingehen“ (OmenglU) 18.30;

OBeautiful Night (OmU) 19.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 15.45; Der Klavierspieler

vom Gare duNord 17.50, 20.15; Tolkien

15.15, 20.30; Rocketman 17.50

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 16.00; Rocketman

(OmU) 18.10, 20.50; Sneak Preview 22.00; The

Dead Don’t Die 16.00, 20.30; Inna de Yard –The

Soul of Jamaica (OmU) 18.20; Yoga: Die Kraft des

Lebens 15.00; Burning 17.00, 20.15; Rocketman

17.15;OBeautifulNight19.50, 22.20; Der Klavierspieler

vom Gare du Nord 15.20, 17.40, 20.00

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

Britt-Marie war hier – Britt-Marie var här (OmU)

13.45, 19.00; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

14.00,16.30; Der Klavierspieler vom Gare du

Nord –Au bout des doigts (OmU) 14.00, 19.45;

Nur eine Frau 14.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.15, 17.15; Aladdin (OmU) 14.20, 16.30,

22.30; All My Loving –Eine Geschichte von drei

Geschwistern 14.30; The Dead Don’t Die (OmU)

15.00, 17.40, 23.00; Der Fall Collini 16.10; Eine

moralische Entscheidung –Bedoone tarikh, bedoone

emza (OmU) 16.30; Rocketman (OmU) 16.50,

19.45,22.40; Tolkien (OmU) 17.20, 20.15, 22.45;

Zwischen den Zeilen –Doubles vies (OmU) 19.00;

Burning – Beoning (OmU) 19.00, 22.15; Sneak

Preview 20.00; Sunset –Napszallta (OmU) 21.30;

Jussi Adler-Olsen: Verachtung –Journal 64(OmU)

21.30; High Life (OmU) 22.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Push –Für das

Grundrecht auf Wohnen (OmU) 17.45; Paranoia

Godard (Musikvideopremiere und Konzert) 19.30;

Berlinized –Sexy an Eis (OmU) 20.30; Happy Lamento

(OF) 22.15

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Long

Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

14.15, 17.05, 20.00, 23.00; Godzilla 2–King of

the Monsters 14.15; Drei Schritte zu Dir 14.15,

17.05, 19.55, 22.55; Aladdin 14.15, 17.05; Men

in Black: 14.20, 17.10, 20.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.25; TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 14.35; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45; Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.55;

Avengers: Endgame 15.00; X-Men: Dark Phoenix

16.50, 19.45; The Dead Don’t Die 17.10; Rocketman

17.10, 20.00; Jussi Adler-Olsen: Verachtung

17.10, 19.55, 22.50; Brightburn: Son of Darkness

17.20, 20.00, 22.40; John Wick: Kapitel III 19.40,

22.55; 3D: Aladdin 19.50; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich (OF)20.00; 3D: X-

Men: Dark Phoenix 22.40; 3D: Men in Black: 22.50;

3D: Godzilla 2–King ofthe Monsters 22.50; Tal

der Skorpione: Breakdown Forrest –Reise in den

Abgrund 22.55

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) Aladdin

11.00, 13.55, 16.30; Drachenzähmen leicht gemacht

3: Die geheime Welt 11.05; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.10, 13.55; Dumbo 11.15;

Drei Schritte zuDir 11.15, 14.15, 17.15, 20.15;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.25; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 11.40; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 11.45, 14.10;

Avengers: Endgame 12.15; Bailey: Ein Hund kehrt

zurück 13.40; 3D: Godzilla 2–King of the Monsters

13.45, 19.45; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 14.00, 17.00, 20.10; Men

in Black: 14.20; Glam Girls: Hinreißend verdorben

16.20; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

16.45; Rocketman 16.55; Brightburn: Son of Darkness

16.55, 19.40; X-Men: Dark Phoenix 17.10;

3D: Men in Black: 17.15, 20.15; 3D: Avengers:

Endgame 19.05; John Wick: Kapitel III 19.30; 3D:

Aladdin 19.55; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Monsieur Claude II 15.30, 18.00; Britt-Marie war

hier 20.30

Cosima (& 85 07 58 02) Der Fall Collini 18.00;

Das Ende der Wahrheit 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) The Dead Don’tDie (OmU)

15.30, 18.00, 20.30

Urania-Filmbühne (& 218 90 91) Fair Traders

19.00

Xenon (& 78 00 15 30)PeterLindbergh –Women’s

Stories (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) X-Men:

Dark Phoenix 10.00, 17.15; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 10.00, 12.05, 14.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.15, 14.50;

Aladdin 10.00,13.40,16.50,20.00;Men in Black:

10.30, 14.10, 16.40, 19.40; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 12.30; Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 12.40; Drei Schritte zu Dir

14.30, 17.30, 20.15; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.00, 20.00; Sneak

Preview 20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 6081) Portugal

–Der Wanderfilm 16.00; Sunset Over Hollywood

(OmU) 18.15; Edie –Für Träume ist es nie

zu spät 20.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 0711) Rocketman 14.00,

17.00, 20.00

Thalia Movie Magic (& 774 3440) Willkommen

im Wunder Park 13.00; RoyalCorgi: DerLiebling der

Queen 13.00; Aladdin 13.00,15.00, 17.45, 20.30;

TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 13.30; Godzilla

2 – King of the Monsters 15.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.45; Drei Schritte zu Dir

15.45, 18.00,20.30;Men in Black:18.00;Das Familienfoto

18.15; X-Men: Dark Phoenix 20.30; 3D:

Men inBlack: 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Filmspotting: Leben

in Wittstock (m. Gast) 19.00; Ogawa: Sanrizuka

ni ikiru –The Wages of Resistance: Narita Stories

(OmenglU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

Men inBlack: 12.30,13.40; Aladdin 12.30, 13.40,

19.45; TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang

12.50, 13.50; Godzilla 2–King ofthe Monsters

12.50, 16.20; Tolkien 13.00, 16.50, 20.00, 23.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.00, 20.10,

23.00; X-Men: Dark Phoenix 13.10; Long Shot –

Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich 13.10,

16.30, 19.45, 23.00; Der Klavierspieler vom Gare

du Nord 13.10, 16.20, 19.10; Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 13.20; Zwischen den Zeilen

13.30, 16.50; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

13.30; Drei Schritte zuDir 13.30, 16.10, 22.45;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 13.40, 19.50;

Dumbo 13.50;Bailey: Ein Hund kehrtzurück14.00;

3D: Men in Black: 15.50,19.00,22.20; JohnWick:

KapitelIII 16.00, 19.30,22.50; Avengers: Endgame

16.00, 22.00; After Passion 16.15; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.20; 3D: Godzilla 2 –

King of the Monsters 16.20, 19.20, 22.40; 3D:

Aladdin 16.20, 23.00; Rocketman 16.30, 19.40;

Nur eine Frau 16.40; Hollywoodtürke 16.40; 3D:

X-Men: Dark Phoenix 16.50, 19.30, 23.10; Jussi

Adler-Olsen: Verachtung 16.50, 19.30, 22.45;

Brightburn: Son of Darkness 17.10, 20.00, 22.50;

Monsieur Claude II 19.20; The Dead Don’t Die

19.45; Der Fall Collini 19.50; 3D: Avengers: Endgame

19.50; Ma –Sie sieht alles 20.00, 22.50;

Escape Room 22.10; The Silence 22.30; Wir 22.50;

Im Netz der Versuchung 22.50; Friedhof der Kuscheltiere

22.50

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 0200)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu – Pokemon Detective

Pikachu (OF) 13.30; Drei Schritte zuDir –

Five Feet Apart (OF) 13.30, 16.20, 20.00; 3D: Godzilla

2–King ofthe Monsters (OF) 13.40, 19.20;

Aladdin (OF) 13.40, 16.40; Long Shot – Unwahrscheinlich,aber

nicht unmöglich (OF) 14.00, 17.00,

20.15; Avengers: Endgame (OF) 14.00; Men in

Black: (OF) 14.30; Rocketman (OF) 16.10, 20.00;

3D: X-Men: Dark Phoenix (OF) 17.00, 19.50; 3D:

Men in Black: (OF) 17.20; The Dead Don’t Die (OF)

17.30; Brightburn: Son ofDarkness (OF) 18.00;

John Wick:Kapitel III –John Wick:Chapter 3–Parabellum

(OF) 19.10; 3D: Aladdin (OF) 20.10; Tolkien

(OF) 20.30

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D: Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.20; 3D: X-

Men: Dark Phoenix (OF) 12.40, 16.45; 3D: Pandas

15.30; 3D: Men inBlack: (OF) 19.40

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Burning –Beoning

(OmU) 18.00; Boyz nthe Hood –Jungs im

Viertel (OF) 20.45

TREPTOW

Astra (& 636 16 50) Urfin: Der Zauberer von Oz

10.00, 12.00; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

10.00, 12.00, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 12.30, 15.00; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer 10.00; Aladdin 10.00,

12.30, 14.00, 17.00, 20.00; Rocketman 12.15;

Men in Black: 15.00, 17.30; Drei Schritte zu Dir

15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Godzilla 2–King of

the Monsters 17.00; X-Men: Dark Phoenix 17.30;

3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00, 22.30; 3D: Men in

Black: 20.00, 22.30; John Wick: Kapitel III 20.00,

22.30; Ma –Sie sieht alles 22.30

Casablanca (& 677 5752) Alfons Zitterbacke –

Das Chaos ist zurück 14.00; Rocketman 16.00;

Lampenfieber 18.30; Edie –Für Träume ist es nie

zu spät 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.25;

Drachenzähmen leicht gemacht3:Die geheime Welt

11.30; Aladdin 11.30, 14.00, 16.45; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 11.35; TKKG –Jede

Legende hat ihren Anfang 11.40, 14.00; Ostwind

4–Aris Ankunft 11.45; Avengers: Endgame 11.45,

15.45; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.50;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.00;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

14.00, 17.10, 20.05; X-Men: Dark Phoenix 14.10,

17.00; Men in Black: 14.15; Drei Schritte zu Dir

14.25, 17.00, 20.05; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45; Brightburn: Son of Darkness 16.45, 19.35;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.10; 3D:

Men in Black: 17.15, 20.00; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 17.30; 3D: Aladdin 19.30; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 19.40; John Wick: Kapitel

III 19.45; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00; Rocketman

20.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 0311) X-Men:

Dark Phoenix 12.00, 20.10; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 12.00, 14.30; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 12.00, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.50, 17.40; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.00; Men in

Black: 12.00, 14.10,17.00; Bailey: Ein Hund kehrt

zurück 12.00; Aladdin 14.00, 17.00, 19.50; Drei

Schritte zu Dir 14.15, 17.00, 19.50; Drei Schritte

zu Dir –Five Feet Apart (OF) 14.50; Hollywoodtürke

16.40; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich 17.00, 20.00; Brightburn: Son of Darkness

17.20, 19.50; Sneak Preview 20.00; Sneak

Preview (OF) 20.10

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 4001) Happy Lamento

(OmU) 18.00; Ultranova (OmU) 20.00; The Hole in

the Ground (OmU) 22.00

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Der Klavierspieler

vom Gare duNord 12.30, 15.00, 17.30, 20.00;

TKKG 11.15, 13.30, 15.45; Monsieur Claude II

18.00; Rocketman 20.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Roads 15.30;

Zwischen den Zeilen 18.00; The Dead Don’t Die

20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) TKKG –Jede Legende

hatihren Anfang13.00; Edie–Für Träume ist

es nie zu spät 15.30; Rocketman 17.45; Nur eine

Frau 20.30

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Macht das alles einen Sinn?

–Und wenn ja –warum dauert es so lange? 18.00;

Mackie Messer –Brechts Dreigroschenfilm 20.30

Capitol (& 831 64 17)Der Klavierspieler vomGare

du Nord 15.45,20.30; Britt-Marie war hier 18.15

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Hasenheide (& 283 46 03) Capernaum

–Stadt der Hoffnung (OmU) 21.45

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (& 35 12 24 49)

Durch dieWand –The DawnWall (OmU) 22.00

Freiluftkino Kreuzberg Dogman (OmU) 21.45

Freiluftkino Rehberge Der verlorene Sohn –Boy

Erased (OmU) 21.45

Open Air Kino Mitte (& 28 59 99 73) Mid90s

(OmU) 21.45

Pompeji –FLK am Ostkreuz (& 01 76/56709298)

Gundermann 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Der Goldene

Handschuh 21.45

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(& 89 37 14 31) Christo –Walking on Water 21.45

POTSDAM

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) Gestorben

wird morgen –Gestorben wird morgen (OmU)

14.00; TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang

14.15, 16.30; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 14.15; All MyLoving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern 14.15; Rocketman (OmU)

15.45, 21.00; Eine moralische Entscheidung –

Bedoone tarikh, bedoone emza (OmU) 16.30; O

BeautifulNight16.45, 21.00; Tolkien (OmU) 18.30,

21.00; Ramen Shop –Ramen Teh (OmU) 18.45;

Der Klavierspieler vom Gare du Nord –Aubout des

doigts (OmU) 18.45; Britt-Marie war hier –Britt-

Marie var här (OmU) 19.00; Inna de Yard –The Soul

of Jamaica (OmU) 21.15

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 72 33)

Aladdin 13.45, 16.45; TKKG –Jede Legende hat ihren

Anfang 14.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 14.00, 17.00, 20.00; X-Men:

Dark Phoenix 14.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.15; Men inBlack: 14.15, 16.45, 19.50;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.15; Avengers:

Endgame 15.30; 3D: X-Men: Dark Phoenix 17.00,

19.45;Rocketman 17.00; 3D: PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 17.10; Brightburn: Son of Darkness

17.15, 20.15; John Wick: Kapitel III 19.30; 3D:

Godzilla 2–King ofthe Monsters 19.45; 3D: Aladdin

20.00;The Dead Don’t Die 20.15


26 Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019

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Spreewild

Klartext

Victim Blaming:

Brauchen wir nicht

VonAnastasia Barner, 20Jahre

Nachdem in meinem Gymnasium

Nacktfotos von einer Mitschülerin

die Runde gemacht hatten,

kam sie einige Wochen nicht in

die Schule und musste zur Therapie.

Diese Fotos sahen um die 500Schüler.

Bella Thorne, eine Schauspielerinaus

den USA, zeigte ihreNacktfotos

öffentlich bei Twitter, für ihre

6,8 MillionenFollower sichtbar.

Die21-Jährige

postete die „nudes“

nicht, um

ihren Körper

oder ihreNippelpiercings

zu präsentieren,

sondern

um einem

Hacker zuvorzukommen,

der sie

Anastasia will nicht,

dass wir Opfer zu

Schuldigen machen.

PRIVAT

mit ebendiesen

Fotos erpresst

hatte.

Für ihreWorte

„F*** dich und die Macht, die du

über mich zu haben glaubst“ wird

sie von vielen Twitter- und Instagramnutzern

gefeiert. Erpressung

mit gestohlenen Nacktfotos –vielen

jungen Frauen in Hollywood ist dieses

Schicksal bereitswiderfahren.

Umso verwunderlicher ist die Reaktion

von Whoopi Goldberg, die

vorihrer Schauspielkarriereihr Geld

mit Telefonsex verdiente. In ihrer

Talkshow sagte sie: „Wenn du berühmt

bist – mir egal, wie alt du

bist –, machst du einfach keine

Nacktfotos von dir“ und „Wenn du

nichtweißt,dassdas [Hackerangriffe,die

Red.]2019 ein Problem ist,tut

es mir leid“. Daraufhin postete Bella

auf Instagram mehrere Clips, indenen

sie weinend darüber spricht,

dassdiese Aussage das Letzte istund

sie sich aufgrund dessenschämt.

Kein gutes Signal

Schämen sollte sich allerdings

Whoopi Goldberg! Sie hat recht, wir

leben im Jahr 2019. Doch das heißt

für mich, dass wir Frauen nicht dafür

kritisieren sollten, stolz auf ihren

Körper zu sein(und auch Nacktfotos

von ihm zu machen). Das ist keine

Rechtfertigung dafür,diese privaten

Fotos zu klauen und jemanden damit

zu erpressen. Und wenn eine

angesehene, weltbekannte Schauspielerin

das Opfer zur Schuldigen

erklärt, ist das kein gutes Signal an

die kommendeGeneration.

MELDUNG

Videowettbewerb: Wie man

in Krisen helfen kann

Wieviel Wahrheit in dem Motto

„Ein Gespräch kann Leben retten“

steckt, weiß die Online-Beratungsstelle

[U25], die sichumjunge

Menschen in Krisen und Suizidgefahr

kümmert. Nunhat sie einen

Videowettbewerb mit ebendiesem

Motto gestartet. Teilnehmen können

alle zwischen15und 25 Jahren,

die bis zum 10. August einselbst

erstelltes Video einschicken, das

zeigt, wie man anderen Menschen

helfen kann. Denn egal, ob über

kleine Gesten, Gespräche oder einfach

nur ein Lächeln: Jeder kann

bei (suizidalen) Krisen helfen! Die

zehn besten Videos werden auf dem

neuen YouTube-Kanal der Organisation

erscheinen undmit einem

Überraschungspaket belohnt. SW

Von Janine Kusatz, 19 Jahre

Es ist ein naserümpfender

Spruch einer älteren Dame

in der Bahn, eine rassistische

Aussage bei der Familienfeier

oder eine Stammtischparole

in der Bar. Jeder wurde schon

einmal in irgendeiner Form Zeuge

einer diskriminierenden Aussage.

Bleibt die Frage: Wiehandelt man in

einer solchen Situation? Kontern

oder doch lieber ignorieren? Onur

Özgen ist 27 und eigentlich Jura-

Student. Seit 2017 arbeitet er bei

„Gegen Vergessen –Für Demokratie

e. V.“und führtArgumentationstrainings

für Jugendliche in Schulen

und anderen Institutionen durch,

um ihnen zu zeigen, wie sie mit

rechten Parolen umgehen können.

Worum geht es in eurem Training?

Letztendlichgeht es nicht direkt

darum, „Waffen“ gegen rechte Parolen

zu bekommen. Man bekommt

keine Argumente an die Hand, mit

denen mandagegenschießen kann.

Es ist viel tiefgründiger: Man lernt,

wie man eine demokratische Gesprächskultur

aufbaut, indem man

mit dem Gegenüber spricht, auf die

Gefühle und Bedürfnisse des anderen

eingeht und Probleme auf einer

kommunikativen Ebene löst. Jeder

Mensch hat Vorurteile –wir Trainer

sind davon auch nicht frei. Wir vermitteln

diese Erkenntnis und schaffen

Sensibilität dafür.

Also ist Aufklärung ein wichtiger

Teil?

Ja, wir versuchen zu erörtern,

wie Vorurteile überhaupt entstehen.

Überlegen, was sehe ich in einer

Person, was schreibe ich ihr zu,

und klären dann, warum wir das

tun. Wenn ein Mann zum Beispiel

sagt, alle Frauen sind schwach und

Männer sind stark, will er sich abgrenzen,

braucht Sicherheit, will

sich aufwerten und die andere

Gruppe abwerten, um seine Macht

zu erhalten.

Wie spricht oder argumentiert man

mit Menschen, die rechte Parolen

äußern?

„Jeder Mensch hat Vorurteile“

Onur Özgen ist Coach und erklärt, wie man im Gespräch auf rechte Parolen reagieren kann

Von Catharina Bernal, 15 Jahre

Onur Özgen will, dass wir als Gesellschaft im Gespräch bleiben.

Es ist nicht immer möglich zu

argumentieren und man kann nicht

mit jedem gleich sprechen. Es gibt

natürlich auch Situationen, in denen

man merkt, dass eine Person

gerade zu viel ist, mit manchen

Menschen kann man nicht diskutieren.

Dann hilft es eben nur noch,

die Situation zu verlassen, da es

nicht „die eine“ Lösung gibt. Eine

unserer ersten Regeln ist natürlich

Safety First, also die eigene Sicherheit

geht vor.

Was wären denn konkrete Handlungsstrategien?

Kürzlich verkündete Greta Thunberg

auf der Klimademonstration

in Wien, sie wolle nach dem

Abschluss der neunten Klasse im

Sommer ein Jahr lang die Schule

aussetzen. Grund dafür sei, dass sie

sich voll und ganz dem Kampf für

den Klimaschutz widmen wolle und

das nicht mit der Schule unter einen

Hutbringen könne.

Da ihre Schulpflicht nach der

neunten Klasse erfüllt sei, bestehe

kein Grund zur Annahme, sie würde

„schwänzen“ oder „die Schule

abbrechen“, wie einige Medien behaupteten.

Der Plan sei lediglich,

ein Jahr auszusetzen. Im kommenden

Jahr werde sie dann auf ein

Gymnasium wechseln, um dort

ihre Schullaufbahn wieder aufzunehmen.

Nun stellt sich vielen die Frage,

was sie für das nächste Jahr geplant

hat, wenn sie nicht zur Schule geht.

Im September wird sie zum Klimagipfel

der Vereinten Nationen nach

New York gehen und im Dezember

an der Weltklimakonferenz in Santiago

de Chile teilnehmen. Außerdem

wird sie weiterhin zu den Klimaschutz-Demonstrationen

gehen

und die Länder im Kampf gegen den

Klimawandel unterstützen.

RONNY BITTNER

Dem Gegenüber aktiv zuhören,

ihn versuchen zu verstehen. Wenn

jemand etwas sagt, offene Nachfragen

stellen und eine gemeinsame

Diskussionsebene finden. Da gilt es

dann, für sich selbst einzuschätzen,

in welcher Ebene befinde ich mich

gerade: Ist eseine hitzige Diskussion?

Ist die Person aggressiv? Dann

ist es natürlich wichtig, selbstbewusst

aufzutreten. Wenn eine

rassistische Aussage fällt, nicht sofort

zu verurteilen und die Person

an den Pranger zu stellen, sondern

mitder Person eine Diskussion aufbauen,

dem Gegenüber zeigen, dass

Die Schule muss warten

man an einem Gespräch interessiert

ist. Nicht zustimmen, aber der

Person das Gefühl geben, dass man

zugehört und verstanden hat. Im

Anschluss das Problem präzisieren

und dabei bleiben, nicht zulassen,

dass Parolen ständig gewechselt

werden. Mangeht auf eine kommunikativeEbene

und es folgt eine Ich-

Botschaft: „Ich habe verstanden,

dass …“ Generell gilt es auch zu klären,

in welchem Raum wir uns befinden:

Sind wir im Bus oder in der

Schule, bei der Familie? Überlegen,

traut man sich das überhaupt?

Und was, wenn man es sich nicht

traut?

Im Grunde hat man im Zweifelsfall

vier Optionen: Schweigen,

die Polizei alarmieren, wenn es zu

gefährlich ist, andere Leute ansprechen

oder mit der betroffenen Person

über etwas anderes sprechen,

damit sie diese Sprüche nicht ertragen

muss.

Wie lange dauert es, diese Strategien

zu erlernen?

Jede Person ist anders in ihrem

Standpunkt, mit ihrem Wissen und

der Motivation. Das Training zielt

darauf ab,die Personen zu sensibilisieren

und zu befähigen, sich mit

sich selbst und diesen Fragen zu beschäftigen.

Das ist Learning by

Doing, man hört es im Training,

lernt die Strategien und dann ist es

Ausprobieren. Die Strategie kann

auch sein, dass man die Situation

verlässt. Das ist jedem selbst überlassen.

Wie kamst du dazu, diese Argumentationstechniken

zu lernen?

Ich finde es einfach generell

wichtig, in einer multikulturellen

Gesellschaft miteinander im Gespräch

zu bleiben –und das auch

mit Menschen, die eine andereMeinung

vertreten. Mir war es schon

immer wichtig, dasswir uns als pluralistische

Gesellschaft versuchen,

gegenseitig zu verstehen, und uns

nicht spalten. Ich möchte eine aufgeschlossene

Gesellschaft, und das

ist auch das, wozu der Verein mit

dem Training beiträgt.

Greta Thunberg will für ein Jahr den Unterricht aussetzen, um sich auf den Klimaschutz zu konzentrieren

Greta Thunberg kann beim Klimaschutz jetzt richtig mit anpacken. PICTURE ALLIANCE/ HERBERT PFARRHOFER

Natürlich wirdsie selbst nicht mit

dem Flugzeug verreisen, sondern

nach umweltfreundlicheren Alternativen

Ausschau halten. Für die

Reise in die USA ist das allerdings

nicht ganz einfach, da beispielsweise

Schiffe auch für einen relativ hohen

CO₂-Ausstoß verantwortlich sind.

Dennoch: Immer mehr Menschen

verzichten auf das Reisen

mit dem Flugzeug, es ist die Rede

vom sogenannten Greta-Effekt. Der

Trend wirdinternational immer beliebter,

die Menschen machen sich

bewusst, wie viele Emissionen sie

verursachen, und versuchen, diese

zu reduzieren. Auch einige große

Unternehmen verbieten ihren Mitarbeitern

mittlerweile das Reisen

in der Luft. So werden beispielsweise

Dienstreisen nicht mehr mit

Flugzeugen getätigt, sondern mit

anderen, klimaschonenden Transportmitteln.

Laut Thunberg ist 2020 das entscheidende

Jahr.„Im Jahr 2020 müssen

wir die Emissionskurve steil

nach unten gewendet haben, wenn

wir eine Chance haben wollen, unter

1,5 bis 2Grad Erderwärmung zu

bleiben“, sagte die 16-Jährige beim

Weltwirtschaftsforum in Davos. Daher

sei es ihr auch so wichtig, sich

auch im kommenden Jahr weiterhin

auf den Klimaschutz zu fokussieren.

„Man muss die

Fahne handeln

können“

Lena und Marvin über ihr

außergewöhnliches Hobby

Von Lena und Marvin, 16 Jahre

Eine Fahne schwingen kann doch

jeder. –Diese Aussage bekommen

wir oft zu hören, wenn wir von

unserem Hobby erzählen. Seit fast

drei Jahren sind wir schon Mitglieder

beim BerlinerFahnenschwinger

e. V. Darauf aufmerksam geworden

sind wir bei unserem alljährlichen

„Schollenfest“ und wollten es dann

auch mal unbedingt ausprobieren.

Unser Training findet einmal die

Woche in einer Turnhalle statt und

dauert circa zwei Stunden. Mitmachen

kann bei uns jeder ab einem

Alter von etwa 13 Jahren, da man

kräftig genug sein muss,umdie Fahne

handeln zu können.

Gut für die Muckis: Fahnenschwinger brauchen

keine Hantelbank. BERLINER FAHNENSCHWINGER

Vorallem jetzt in der Sommerzeit

haben wir viele Auftritte in verschiedenen

Städten. So waren wir bereits

beim Lübecker Volksfestumzug, bei

dem Schützenausmarsch in Hannoverund

dem Bremer Freimarktsumzug

dabei. Das Schönste daran ist

füruns,gemeinsam in einer Gruppe

zu sein und zusammen verschiedene

Choreografien auszuüben.

Unsere Freunde fanden es zunächst

ziemlich ungewöhnlich. Das

liegt wohl daran, dass viele überhaupt

nicht wissen, wie schwer es

ist, solch eine Fahne überhaupt zu

schwingen. Diekann nämlich einige

Kilo auf die Waage bringen. Vorallem

bei Wind ist esdann besonders

schwer. Außerdem ist dieses Hobby

vor allem in Großstädten doch eher

seltenund etwas Besonderes.

Protokoll: Annalena Schwobe,

20 Jahre

Leseprobe

TomLimes –„Voll verkackt ist halb

gewonnen“

Julian, Liza, Tariq und Max sind

Rekordhalter im Sitzenbleiben und

haben schon viele Lehrer in den

Wahnsinn getrieben. In einem gemeinsamen

Projekt wollen sie nun

zeigen, warum sie von Anfang an

keine Chance in der Schule hatten.

Wasdabei rauskommt, ist ein ernstes,wütendes,aber

auch leicht hoffnungslos

wirkendes Video. Doch

dabei finden sie heraus, dass auch

sie noch Träume haben, für die es

sich vielleicht auch lohnt zu kämpfen.

Annalena Schwobe, 20 Jahre

Fazit Ein lustiger Roman über ein Thema,

das zum Nachdenken anregt.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Das Projekt „Spreewild“

im Internet unter:

Die Beiträge dieser Seite werden von

Jugendlichen geschrieben.

KONTAKT

Berliner Zeitung

Jugendredaktion

Telefon: 030/695 66 50

blz-jugendredaktion@berliner-zeitung.de

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Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 27 *

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG)Sturm der Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-

Buffet 13.00 (für HG)ZDF-Mittagsmagazin 14.00

(für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote Rosen

15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für HG) Sturm

der Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für

HG) Die Tierärzte –Retter mit Herz 17.00 (für HG)

Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant 17.40 Fußball:

Weltmeisterschaft der Frauen. Achtelfinale:

Spanien –USA.Moderation: ClausLufen.Expertin:Nia

Künzer.Kommentar:Bernd Schmelzer

AusReims (F) 20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 Fußball: Weltmeisterschaft der

Frauen Achtelfinale: Schweden –Kanada

Moderation: Claus Lufen

Expertin: Nia Künzer

Kommentar: Stephanie Baczyk

Aus Paris (F)

22.50 Hart aber fair

Talk

Moderation: Frank Plasberg

23.50 (für HG) Der Mann hinter Porsche –

Adolf Rosenberger

Dokumentation

0.35 Tagesschau

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG)

Gute Zeiten,schlechte Zeiten 9.00 Unter uns.

Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was zählt. Soap

10.00 Der Blaulicht-Report 11.00 Der Blaulicht-Report

12.00 Punkt 12 14.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal. Mod.: Sükrü Pehlivan

16.00 Meine Geschichte –Mein Leben

17.00 Freundinnen –Jetzt erst recht. Unterhaltungsserie

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin. Moderation: Nazan

Eckes 18.30 Exclusiv –Das Star-Magazin. Moderation:

Frauke Ludowig 18.45 aktuell 19.05

(für HG) Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Bauer sucht Frau International

In fünf Folgen begleitet Inka Bause die

eingeladenen Frauen auf ihrer Reise zu

den einsamen, deutschsprachigen

Landwirten nach Kanada, Chile, Australien,

Südafrika, Namibia und Costa Rica.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 Spiegel TV Mietendeckel, Vorkaufsrecht

und Enteignung -sokönnte der Staat

in den Immobilien-Markt eingreifen

0.00 Nachtjournal

0.30 Die Alltagskämpfer –ÜberLeben in

Deutschland Reportagereihe

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

15.15 (für HG)Wer weiß denn sowas? 16.00

(für HG) MDR um vier 17.45 (für HG) Aktuell

18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für HG) Sandmann

19.00 (für HG) MDR Regional 19.30

(für HG)Aktuell 19.50 (für HG) Mach dich ran!

20.15 (für HG) Die rbb-Reporter 20.45 (für

HG) Fakt ist! 21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für

HG) Wolfsland –Tief im Wald. TV-Kriminalfilm,

D2016 23.35 (für HG) Coming out. Beziehungsgeschichte,

DDR/D 1989 1.25 Princess.

Drama, D2017 1.40 MDR Kultur –Filmmagazin

1.55 (für HG) Die rbb-Reporter

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Querbeet 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Liebe geht durch den Magen 21.00

(für HG) Bayern erleben 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 (für HG) Lebenslinien

22.45 (für HG) Kir Royal 23.50 Vereinsheim

Schwabing 0.35 (für HG) Dahoam is Dahoam

1.05 (für HG) Wir inBayern 4.35 Space Night

Vox

12.00 Shopping Queen 13.00 Zwischen Tüll

und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen

16.00 Makel? Los! 17.00 Zwischen Tüll und

Tränen 18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 (für HG) Kitchen Impossible. Tim Mälzer

vs. Hans Neuner 23.40 Goodbye Deutschland!

Die Auswanderer. David und Julie, Mallorca

0.40 nachrichten 1.00 (für HG) Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Mörderische Gene

Super RTL

15.00 Dragons –Die Reiter von Berk 15.25

Bugs Bunny &LooneyTunes 15.50 Hotel

Transsilvanien –Die Serie 16.15 Zak Storm –

Super Pirat 16.45 King Julien 17.15 What's

New Scooby-Doo? 17.40 Inspector Gadget

18.10 ALVINNN!!! und die Chipmunks 18.40

Woozle Goozle 19.10 Bugs Bunny &Looney

Tunes 19.40 Angelo! 20.15 On the Case –Unter

Mordverdacht 21.10 On the Case –Unter

Mordverdacht 22.10 On the Case –Unter

Mordverdacht 23.05 On the Case –Unter

Mordverdacht

Sport1

15.15 Europaspiele. u.a. 3x3 Basketball

16.00 Bundesliga aktuell 16.15 Europaspiele.

u.a. Finals 3x3 Basketball und Judo 18.00

Bundesliga aktuell. Die tägliche News-Sendung

für Fußballfans. inkl.Highlights European

Games, Tag418.15 Europaspiele. u.a. 3x3

Basketball 20.55 Fußball: U21-Europameisterschaft.

Konferenz, Vorrunde, Gr.C:Kroatien –

England und Frankreich –Rumänien 23.00

Motorsport –Porsche GT Magazin 23.30 Motorsport:

Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. La Paloma

11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Ausgebremst

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für

HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Die Spitze der

Feder 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SOKO 5113. Das irische Mädchen

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG)

Kunden in der Warteschleife

20.15 (für HG) Der gute Bulle

TV-Thriller,D2017

Mit Armin Rohde, Edin Hasanovic, Nele

Kiper,Axel Prahl, Johann von Bülow u.a.

Regie: Lars Becker

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Miami Vice

Actionthriller,USA/D/PAR/UR 2006

Mit ColinFarrell, Jamie Foxx, Gong Li u.a.

0.15 heute+

0.30 (für HG) Fernes Land

Drama, D2011

1.55 (für HG) Bares für Rares

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Christian

Wackert, Marlene Lufen 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Endlich Feierabend! Moderation:

Annett Möller,Daniel Boschmann 19.00

Genial daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Ich bin dann mal weg

Komödie, D2015

Mit Devid Striesow, Martina Gedeck,

Karoline Schuch,Katharina Thalbach,

Annette Frier,Herwig Andres u.a.

Regie: Julia von Heinz

22.05 Frau Müller muss weg

Komödie, D2015

Mit Gabriela Maria Schmeide, Anke

Engelke, Justus von Dohnányi u.a.

23.50 Ich bin dann mal weg

Komödie, D2015

Mit Devid Striesow, Martina Gedeck u.a.

14.05 Erlebnisreisen 14.15 (für HG) In aller

Freundschaft 15.00 (für HG) In aller Freundschaft

15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier und

heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15

(für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Rentnercops 21.00 (für

HG) Rentnercops 21.45 (für HG) Aktuell 22.10

(für HG) Urlaub auf dem Bauernhof? 22.40

(für HG) Westart 23.20 (für HG) Dr.Ludger

Stratmann Solo –Kunstfehler 0.50 (für HG)

Rentnercops 1.35 (für HG) Rentnercops

NDR

16.55 (für HG) aktuell 17.10 (für HG) Seehund,

Puma &Co. 18.00 Ländermagazine

18.15 (für HG) Die Nordreportage 18.45 (für

HG) DAS! 19.30 Ländermagazine 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Markt 21.00

(für HG) Die Tricks mit Superfood und Vitaminen

21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für HG) Wie

viele Dinge brauchen wir wirklich? 22.45 (für

HG) Kulturjournal 23.15 (für HG) Music of the

Heart. Drama, USA 1999 1.15 (für HG) Die

Tricks mit Superfood und Vitaminen 2.00 Sass:

So isst der Norden

Kabel eins

6.40 The Mentalist 7.35 Blue Bloods –Crime

Scene NewYork 8.30 Blue Bloods –Crime

Scene NewYork 9.25 Navy CIS: L.A. 10.20

Navy CIS 11.10 Without aTrace 12.05 Numb3rs

13.05 Castle 14.00 The Mentalist 14.55

Navy CIS: L.A. 15.50 News 16.00 Navy CIS

16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein

Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 18.55

Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum

20.15 Cowboys &Aliens. Actionfilm, USA

2011 22.40 Conan. Abenteuerfilm, USA 2011

0.45 Cowboys &Aliens. Actionfilm, USA 2011

RTL 2

10.00 Frauentausch 12.00 Die Geissens –

Eine schrecklich glamouröse Familie! 13.00

Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 14.00 Die Wollnys –Eine schrecklich

große Familie! 15.00 Hilf mir! Jung,pleite,

verzweifelt ... 16.05 Krass Abschlussklasse

17.00 News 17.10 Krass Schule –Die jungen

Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag

&Nacht 20.15 Promis auf Hartz IV22.15

Naked Attraction –Dating hautnah 23.15 exklusiv

–Die Reportage 0.05 exklusiv –Die Reportage

1.05 exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

13.25 Snooker:World Main Tour 16.30 Radsport:

Slowenien-Rundfahrt 17.30 Radsport:

Route d'Occitanie 18.00 Olympische Spiele.

Home of the Olympics 18.30 Springreiten:

Global Champions League 19.00 Eurosport

News 19.10 Snooker:World Main Tour. World

Cup: 1. Tagdes Mannschaftsturniers 20.30

Radsport: Slowenien-Rundfahrt 21.30 Radsport:

Route d'Occitanie 22.35 Snooker: World

Main Tour 23.45 Formel E: FIA-Meisterschaft

0.30 Radsport: Slowenien-Rundfahrt

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SAT.1, 20.15 UHR KOMÖDIE

Ich bin dann mal weg

Wenn der Wegdas Ziel ist: Nach einem Zusammenbruch wird dem Komiker

Hape Kerkeling (Devid Striesow)dringende Ruhe verordnet.Dochlange

kann der quirlige Entertainer seine Füße nichtstillhalten, und so beschließter,

den JakobsweginRichtungSantiagodeCompostela zu laufen. Fürden Comedian

wird der steinige Wegzueiner Reisezusichselbst, aber er trifft auch interessanteMenschen

wieStella (MartinaGedeck), die ihn ein Stückauf seinem Weg

begleiten. Mitseinem Reisebericht „Ich bindannmal weg“löste Hape Kerkeling

aufdem alten spanischen Pilgerpfad einen regelrechten Boomaus,dasich plötzlich

tausende Leserinnen und Leserebenfalls selbstfinden wollten. Ein Filmteam

passte noch dazwischen:Regisseurin Juliavon Heinz verfilmte den Bestseller

in Absprache mitHapeKerkelingzugroßenTeilen an Originalschauplätzen.

(Dtl./2015)

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ZDF, 20.15 UHR TV-THRILLER

Der gute Bulle

Sosieht er ausder gute Bulle: innerlich

Berliner Zeitung zerrissen und im Dauerclinch mit dem

Klassik gedruckt Alkohol. lesen Nunwurde FredoSchulz (Armin

Die wichtigsten Themen der StadtRohde) und auswegenGewaltanwendungwährend

der Welt frei Haus genießen plus exklusive eines Verhörs vomDienstsuspendiert. Dabeiist

er sich sicher,dassder Verdächtige,

Angebote nur für Abonnenten sichern!

RolandBischoff,zweijunge Mädchen auf

MDR WDR dem Gewissen hat. Während Schulz sei-

Arte

+ monatlichkündbar

nen Frust im Alkohol ertränkt, wird Bischoff

wieder auffreien Fußgelassen. Dann verschwindet

jedoch ein weiteres Mädchen

JETZT BESTELLENund UNDSchulz ANGEBOT istsich SICHERN: sicher,das Bischoff auch

Bestellnr.: diesmal dahinter steckt. Unbeirrt vondessen

72984/1

Alibi

beginntder berliner-zeitung.de/flexabo

suspendierte Beamte, auf

Ihnensteht eingesetzliches Widerrufsrecht zu. Informationen

eigene

finden

Faustzuermitteln.

Sieunterwww.berliner-zeitung.de/widerruf

Berliner Verlag GmbH, AlteJakobstraße 105, 10969 Berlin

(Dtl./2017)

Foto: ZDF

ZDF, 20.15 UHR TV-THRILLER

Der gute Bulle

Ein Papierschirmchen lockt die Aufmerksamkeitvon FredoSchulz,als ihn die

Hauptkommissare Milan Filipovic und Lola Karras an der Nordsee aufsuchen.

Eine Siebenjährigeist verschwunden. Ashley Bols ist bereits das dritte vermisste

Mädchen. NORMALVARIANTE Die beiden anderen -mittel konnte Schulz nichtretten. Siewurden bis

NORMALVARIANTE –MITTEL

heute nichtgefunden, aber Schulz weiß einfach,dasssie totsind. Er weiß auch,

werder Täter ist:Roland Bischoff.Bischoff istkeinnormaler Sexualstraftäter,

sondern ein verklemmter,hochkrimineller,besitzergreifender

3 4

Psychopath.Er

hat Schulz damals nurdreckig insGesichtgelacht, als dieser ihn nach den beiden

Mädchen fragte,von denen es als einzige Spur ein buntes Eisbecher-Papier-

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8.00 Brandenburg aktuell /Abendschau 8.30

Brandenburg aktuell /Abendschau 9.00 In

aller Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft –

Die jungen Ärzte 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin Dr. Mertens

13.00 rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00

Lecker aufs Land –Die Hofmeisterschaft (1/4)

14.45 Einfach genial 15.10 Landschleicher

15.15 Sommer unter der Zugspitze 16.00

rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00

rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen &Co.

17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Pfarrer Braun

Heiliger Birnbaum

TV-Kriminalfilm, D2008. Mit Ottfried

Fischer,Hansi Jochmann, Antonio Wannek

u.a.Regie: Wolfgang F. Henschel

21.45 rbb24

22.00 Tatort Todauf derWalz

TV-Kriminalfilm, D2005

Mit Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl u.a.

23.30 Polizeiruf 110 Mit List und Tücke

TV-Kriminalfilm, DDR 1986

0.40 Alles Klara

Der letzte Stempel. Krimiserie

ProSieben

7.50 Last Man Standing 8.45 The Middle 9.40

Fresh off the Boat 10.30 Mike &Molly 10.55

How IMet Your Mother 11.45 2Broke Girls.

Hoffnung für Caroline/Der perfekte Sturm. Comedyserie

12.35 Mom 13.00 Twoand aHalf

Men. Vergiss Fernando/Teddy ist unser Daddy/

Ziege bleibt Ziege. Comedyserie 14.20 The

Middle. Die Urlaubstage/Das geliehene Buch.

Comedyserie 15.15 The Big Bang Theory. Die

Leuchtfisch-Idee/Die andere Seite der Krawatte/Das

Mittelerde-Paradigma/Das Vorspeisen-

Dilemma. Comedyserie 17.00 taff 18.00 Newstime

18.10 Die Simpsons. Whiskey Business/Der

fabelhafte Faker Boy.Zeichentrickserie

19.05 Galileo

20.15 The Big Bang Theory Die Date-

Variable /Händchen halten, bitte!

21.15 Mom

Schmerz lass nach! Comedyserie

21.45 The Big Bang Theory

Ein blondes Äffchen. Comedyserie

22.15 The Big Bang Theory Armer Astronaut /

Holographisch erregt. Comedyserie

23.10 The Orville

Urtriebe. Sci-Fi-Serie

0.10 The Big Bang Theory

Die Date-Variable /Händchen halten,

bitte! Comedyserie

14.05 (für HG) Das Mädchen aus der Cherry

Bar. Krimikomödie, USA 1966 15.50 (für HG)

Israel –Magisches Land am Jordan 16.45

X:enius 17.10 Magische Orte in aller Welt

17.40 Oman, Saudi-Arabien, Katar 18.35 (für

HG) Naturparadiese mit Zukunft 19.20 Arte

Journal 19.40 Re: 20.15 Violette Nozière. Kriminalfilm,

F/CDN 1978 22.15 Feuer und Flamme

für unsere Fabrik! Dokumentarfilm, F2019

23.55 Teatro de Guerra. Dokumentarfilm, E

2018 1.15 Hissène Habré –Die Tragödie des

Tschad. Dokumentarfilm, F/SEN/TC 2015

3Sat

14.05 ZDF-History 14.50 ZDF-History 15.35

ZDF-History 16.20 Die Deutschen 17.00 (für

HG) Die Deutschen 17.45 (für HG) Die Deutschen

18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Dolomiten –Sagenhaftes Juwel

der Alpen 21.00 Der Tagliamento –König der

Alpenflüsse 21.50 Traumziel genießerisches

Piemont 22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 (für HG)

Das letzte halbe Jahr. Dokumentarfilm,D2016

23.40 Ab 18! 0.25 (für HG) Mein stiller

Freund 0.55 10vor10

Phoenix

9.00 phoenix vor ort 9.30 Anne Will 10.30

phoenix plus 12.00 phoenix vor ort 12.45

phoenix plus 14.00 phoenix vor ort 14.45

phoenix plus 16.00 Markus Lanz –Deutschland!

16.45 Dokumentation 17.30 phoenix

der tag 18.00 Die Macht der Clans 18.30 (für

HG) Planet Sand 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Planet Sand 21.45 (für HG)

heute-journal 22.15 unter den linden 23.00

phoenix der tag 0.00 unter den linden 0.45

Planet Sand 2.15 Geheimnisvolle Orte 3.00

Wie der Kudamm nach Karl-Marx-Stadt kam

Kika

12.55 (für HG) Das Green Team 13.20 (für

HG) Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O –Plötzlich

Meerjungfrau 15.45 Sherlock Yack –Der Zoodetektiv

16.25 (für HG) Mirette ermittelt

16.50 Hexe Lilli 17.35 Die Abenteuer des jungen

Marco Polo –Reise nach Madagaskar

18.00 (für HG) Mascha und der Bär 18.15 (für

HG) Sam 18.35 Beccas Bande –Mit Mut wird

alles gut! 18.50 Sandmann 19.00 (für HG)

Lassie 19.25 (für HG) Wissen macht Ah!

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

Dmax

14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer,ein Ziel

15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von

Texas 16.15 Highway Cops 16.45 Highway

Cops 17.15 Fast 'N' Loud 18.15 Fast 'N' Loud

19.15 A8 –Abenteuer Autobahn 20.15 Der

Geiger –Boss of Big Blocks 21.15 Trans Am –

Zwei Brüder mit Drive 22.15 Pick-up-Battle

USA 23.15 Mexicanicos –Die Schrauber von

Guadalajara 0.15 Mexicanicos –Die Schrauber

von Guadalajara 1.10 Trans Am –Zwei

Brüder mit Drive

5.00 Tagesschau 5.02 hessenschau 5.30 Morgenmagazin

9.00 Tagesschau-Nachrichten 9.15

45 Min 10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15

Alles Wissen 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Gute Gene –schlechte Gene

20.00 Tagesschau 20.15 Anne Will. 21.17 Extra

21.30 Westpol 22.00 Tagesthemen 22.07 Markt

22.52 Extra 23.00 Tagesthemen 23.07 DieTagesschau

vor20Jahren 23.25 dienordstory. Dicke

Pötte an der Kaje –Bremerhaven 0.25 Europamagazin

0.55 Extra 1.00 Tagesschau 1.10 Westpol

1.40 Tagesschau 1.50 Abendschau 2.20 Sachsen-Anhalt

Heute 2.50 Extra

ONE

9.15 Quarks 10.00 Dawson'sCreek 10.40

Dawson's Creek 11.25 Lindenstraße 11.55 Sturm

derLiebe 12.40 Sturmder Liebe 13.30 Um Himmels

Willen 14.20 Utta Danella: Mitdir die Sterne

sehen. TV-Liebesdrama, D2008 15.50 Dawson's

Creek 16.35 Dawson's Creek 17.20 Lindenstraße

17.50 Die Kanzlei 18.40 Sturmder Liebe 19.25

Sturmder Liebe 20.15 TheImitationGame–Ein

streng geheimes Leben. Biografie, USA/GB 2014

22.00 CarolinKebekus: PussyTerror TV 22.45 The

HeartGuy 23.30 The HeartGuy 0.15 Nord bei

Nordwest. Estonia. TV-Kriminalfilm, D2016 1.45

Lindenstraße 2.15 TheHeart Guy 3.00 TheHeart

Guy 3.45 Die Kanzlei 4.35 Lindenstraße

ZDF NEO

5.40 (für HG) Inspector Barnaby. Blick in den

Schrecken. TV-Kriminalfilm, GB 2005 7.15 Heldt

7.55 Topfgeldjäger 8.50 Lafer! Lichter! Lecker!

9.35 Bares für Rares 10.25 Bares fürRares

11.20 kaputtund ... zugenäht! 12.05 Die Rettungsflieger

13.35 Monk 14.55 Heldt 15.40 Die

Rettungsflieger 17.05 Monk 18.30 Bares für Rares

19.20 Baresfür Rares 20.15 (für HG)InspectorBarnaby.

Erbenodersterben? TV-Kriminalfilm,

GB 2005 21.50 (für HG)InspectorBarnaby. Blick

in denSchrecken.TV-Kriminalfilm, GB 2005 23.25

(für HG) InspectorBanks. Die Wege des Bösen. TV-

Kriminalfilm,GB2014 0.55 Spooks–Im Visier

des MI5 1.45 Callin'Mr. Brain

ZDF INFO

7.15 One Strange Rock –Unsere Erde 8.45 Die

Entstehung der Erde 9.30 Steine, Felsen, Meteoriten

–Chronistender Erdgeschichte 10.15 Die

Erde–UnruhigerPlanet 11.00 RisikoFelsstürze –

Wenn Bergebröckeln 11.45 One Strange Rock –

UnsereErde 12.30 LeschsKosmos 13.30 Herrenmenschen

fürden Kaiser 14.15 Geheimnisse der

Weimarer Republik 16.30 Weltenbrand 18.45 (für

HG) Kaisersturz. TV-Dokudrama, D2018 20.15

„Verrat!” –Das Ende derHabsburgerimErsten

Weltkrieg 21.00 Geheimnissedes Kaiserreichs

23.15 Krieg der Bunker –Westwall gegen Maginot-

Linie 0.00 ZDF-History 0.45 heute-journal 1.15 (für

HG) Superbauten

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Virtuos und variantenreich –Neueste

Aufnahmen mit Blockflötenmusik.,

ca. 56 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Die Sopranistin Ljuba Welitsch.

Als „Jahrhundert-Salome” ist sie in die

Interpretationsgeschichte dieser Oper von Richard

Strauss eingegangen. Die Verbindung

von Stimmschönheit,erotischer Ausstrahlung

und psychologischem Rollenverständnis war

einmalig.Sie galt in den 40er und 50er Jahren

des letzten Jahrhunderts als die Femme fatale

schlechthin. In einer Reihe von Filmen war

Ljuba Welitsch auch als Komikerin zu erleben.,

ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musikfest Erzgebirge 2018 Mit Bernd Heyder

Biber: Rosenkranz-Sonaten, 1. Der freudenreiche

Rosenkranz, 2. Der schmerzhafte Rosenkranz,

3. Der glorreiche Rosenkranz, 4.

Passagalia (Mayumi Hirasaki, Violine; Christine

Schornsheim, Orgel und Cembalo; Michael

Freimuth,Laute und Theorbe) Heinrich Ignaz

Franz Biber: Rosenkranz-Sonaten, 1. Der freudenreiche

Rosenkranz, 2. Der schmerzhafte

Rosenkranz, 3. Der glorreiche Rosenkranz, 4.

Passagalia (Mayumi Hirasaki, Violine; Christine

Schornsheim, Orgel und Cembalo; Michael

Freimuth, Laute und Theorbe), ca. 105 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (24/34). Es

liest Iris Berben, ca. 30 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Das krumme Haus” Kriminalhörspiel nach

Agatha Christie. Mit Alexander Radszun,Axel

Wandtke, Effi Rabsilber,Wolfgang Pregler,Jens

Wawrczeck, Meike Droste, Ursula Werner,Nico

Holonics,Birte Schnöink, Tina Engel, Sebastian

Blomberg,Judith Engel, Cristin König, Bernd

Moss. Regie: Irene Schuck, ca.60Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (24/34),

ca. 31 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Alexia Gardner.Mit Susanne Papawassiliu,

ca. 30 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

In Concert 13. Jazzdor Strasbourg-Berlin. Moderation:

Matthias Wegner,ca. 87 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik „Der kritische Weg ist allein noch

offen”. Theodor W. Adorno und die Neue Musik.

Von Florian Neuner,ca. 55 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

Kevin Kostner (64) zerstörtsoganz

nebenbei unsereschönsten Illusionen.

Aufdem Promi-Portal Entertainment

Weekly erzählte der US-

Schauspieler jetzt vonden Dreharbeiten

zu dem rührseligkeitsoptimierten

Thriller „The Bodyguard“

(1992) und erwähnt dabei die weltberühmte,auch

auf den Filmplakaten

zu besichtigende Szene,inder er

Whitney Houston (1963-2012) durch

den Regen und in Sicherheit trägt:

„Das war tatsächlich gar nicht Whitney.Sie

war bereits heimgegangen

und es war ihr Double,das ihren

Kopf in meine Schulter vergraben

hat.“ Keine regenumtosten, dampfenden

Leidenschaften …

Der Bodyguard, der nicht Whitney

durch den Regen trug. WARNER BROS.

Toto Wolff (47) möchte,dass aus seinem

Sohn Jack (2) mal etwas Ordentliches

wird, weshalb ihn der Formel-

1-Teamchef vonMercedes vomMotorsportfernhalten

möchte.Gegenüber

der Bild am Sonntag sagte der

Österreicher:„Ichwürde mir wünschen,

dass er kein Rennfahrer wird.

Weil es gefährlich ist.“ Dasverstehen

wir,gleichwohl müssen Elternauch

mit gutem Beispiel vorangehen. Das

könnte,vom kerosininhalierenden

Papa mal abgesehen, schwierig werden:

DieMutter vomkleinen Jack ist

die schottischen Rennfahrerin Susie

Wolff (36) –na, merkt ihr was?

Barack Obama (57) löst einen Paparazzi-

und in der Folge dann auch einen

Polizei-Großalarmaus: AmWochenende

besuchte der ehemalige

US-Präsident mit seiner Familie die

Familie George und Amal Clooney in

deren Ferienvilla am Comer See. Die

Carabinieriinder italienischen Gemeinde

Laglio schirmte die Top-Promis

ab und leistete offenbar ganzeArbeit.

Bislang erreichte uns kein einziges

Foto. (schl/mit dpa)

TIERE

Scamp the Tramp ist ein liebenswertes

Geschöpf. DPA/NOAH BERGER

Nur widerwillig kommen wir hiermit

unserer Chronistenpflicht nach und

vermelden, dass amWochenende im

kalifornischen Städtchen Petaluma

der„hässlichste Hund derWelt“ gewählt

wurde: der Mischling Scamp

the Tramp –ersetzte sich gegen 18

Mitbewerber durch.WasanScamp

the Champ,wie der einstmalige Straßenhund

jetzt vonseiner stolzen BesitzerinYvonne

Morones genannt

wird, hässlich sein soll, bleibt uns allerdings

schleierhaft. ZumMitschreiben:

DieÜbertragung ästhetischer

Werturteile vonder menschlichen auf

die tierische Sphärezum Zwecke der

allgemeinen Belustigung ist dummdreiste

Überheblichkeit! Diekleine

Tierkastenredaktion am Limit!! (schl.)

„Um Gottes Willen, bloß nicht!“

Nein, die Schauspielerin Charlize Theron möchte nicht in die Politik. Aber einmischen will sie sich schon

Schon 25 Jahreist es her,dass

Charlize Theron, die zuvor

als Model gearbeitet und unter

anderem kurz in

Deutschland gelebt hatte, sich einen

One-Way-Flug nach Los Angeles

kaufte,umsich als Schauspielerin zu

versuchen. Heute gehört sie zu den

größten Stars in Hollywood. Ganz zu

schweigen davon, dass die 43-jährige

Südafrikanerin, Mutter zweier Adoptivkinder,

auch als Produzentin erfolgreich

ist und u.a. für die Netflix-

Serie „Mindhunter“ verantwortlich

zeichnet. Auch bei ihrem neuen Film,

der Komödie „Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich“

(im Kino) zog sie zusätzlich zur

Hauptrolle hinter der Kameradie Fäden.

Wir trafen sie in Beverly Hills

zum Interview.

Ms Theron, Siespielen in „Long Shot“

eine Politikerin, die Präsidentin der

USA werden will. Ist Amerika bereit

für eine Präsidentin?

Wir sind da leider ziemlich spät

dran. Im Rest der Welt gab es zum

Glück schon viele Regierungschefinnen.

Wasdie Situation hier noch ein

wenig trostloser macht.

Könnten Sie selbst sich vorstellen, eines

Tages ein politisches Amt zubekleiden?

Um Gottes Willen, bloß nicht! Ich

bin unbedingt eine Anhängerin von

Frauen in der Politik, die Veränderungen

anstoßen und Regeln neu

definieren. Aber ich selbst habe

nicht das Bedürfnis, eine von ihnen

zu sein. Und vermutlich auch nicht

das Talent dazu.

Immerhin sind Siemit Ihrer Stiftung,

dem CharlizeTheron Africa Outreach

Project, und Ihrem ehrenamtlichen

Engagement aber durchaus politisch

tätig, oder?

Sicherlich gibt es da Berührungspunkte

zur Politik. Ichwill Gutes tun,

etwas bewirken und helfen. Aber

mein Kampf gegen Aids in Afrika ist

etwas vollkommen anderes, als ein

ganzes Land zu regieren.

Haben Sie Angst vor der Zukunft,

wenn Sie auf Klima- und Umweltprobleme

blicken?

Puh …Angst ist nicht das Wort,

das ich benutzen würde. Natürlich

blicke ich mit Sorgeauf die Entwicklung

unseres Planeten, aber ich male

auch nicht den Teufel an der Wand.

Dennoch versteht es sich beispielweise

von selbst, dass mein Siebenjähriger

mit Themen wie Mülltrennung

und Recycling vertraut ist.

Charlize Theron: Bei jedem Job wieder Schiss, gefeuertzuwerden.

ZUR PERSON

MAGO-IMAGES/JAVIER ROJAS

Leben: Charlize Theron wurde 1975 in der südafrikanischen Stadt Benoni geboren. Ihr Vater

hat französische, ihre Mutter deutsche Wurzeln. Als Charlize Theron 15 ist, erschießt ihre Mutter

den alkoholkranken Vater in Notwehr.

Werk: Für den Film „Monster“ gewann sie den Oscar.Mit Blockbusternwie „Hancock“, „Mad

Max: FuryRoad“ oder „Fast &Furious 8“ feierte sie kommerzielle Welterfolge, für „Young Adult“

und „Tully“ wurde sie vonder Kritik bejubelt.

Killerwale im Lkw

Wo Sie gerade Ihren Sohn erwähnen:

Empfinden Sie als zweifache Mutter

sich als Paradebeispiel dafür,wie man

Kinder und eine erfolgreiche Karriere

unter einen Hutbekommen kann?

Nicht weniger als andereberufstätige

Mütter auch. Ganz im Ernst, ich

mache meine Sache genauso gut

oder schlecht wie andere Mütter

auch. Wasmich immer sehr beruhigt:

Zu wissen, dass ich nicht die einzige

bin, die eine gute Mutter sein, aber

trotzdem ihre Unabhängigkeit als

Frau mit Karriere bewahren möchte,

ist ein gewisser Trost, wenn ich mal

wieder an mir zweifele.

Eigentlich wirken Sie wie eine Frau,

für die Zweifel ein Fremdwortist.

Ach, ich bitte Sie! Auch nach weit

über 20 Jahren in diesem Job habe

ich bei jedem Jobwieder Schiss,dass

es schiefgehen könnte und ich gefeuert

werde! Allerdings ist das gar

nicht zwingend ein schlimmes Gefühl.

Im Gegenteil bin ich eher beruhigt,

dass mein Beruf immer noch

eine Herausforderung ist.

Würden Siesagen, dass für Frauen in

der Filmbranche die Glasdecke endlich

durchbrochen ist und wir auf

dem Weg zu echter Gleichberechtigung

sind?

Das ist noch ein langer Weg,

fürchte ich. Gucken Sie sich nur die

Oscar-Nominierungen in diesem

Jahr an: Wieder war keine einzige

Frau in der Regie-Kategorie nominiert.

Es ist wirklich unfassbar.

Ihre Produktionsfirma Denver &Delilah

Productions haben Sie bereits

Anfang der 2000er gegründet. Wie ist

CharlizeTheron als Boss?

Daswichtigste für mich als Chefin

ist die Tatsache, dass die meisten

meiner Mitarbeiter schon seit bald

20 Jahren mit dabei sind. Und dass

für mich –und die Firma –nichts

wichtiger ist, als dass alle wirklich

gerne arbeiten. Ich habe die Erfahrung

gemacht, dass Hierarchien und

die Frage,wer der Boss ist, zweitrangig

sind, wenn alle ihren Job lieben.

Deswegen stelle ich auch keine

strengen Regeln auf. Mir ist wirklich

egal, wann jemand im Büro auftaucht

oder ob jemand lieber vonzuhause

aus arbeitet. Oder auch vom

anderen Ende der Welt. Wichtiger

sind Engagement und eine gute Atmosphäre

–und in dieser Hinsicht

habe ich mit meinen Mitarbeitern

wirklich Glück.

DasGespräch führte

Patrick Heidmann.

Acht Jungwale sind in der russischen Pazifikregion auf dem Landweg in die Freiheit. Eine strapaziöse Reise

VonStefan Scholl

Gerade würden zwei Orcas und

sechs Beluga-Wale zu den

Schantarski-Inseln im Japanischen

Meer transportiert, verkündete die

TV-Moderatorin vomSteg des Walgeheges

in der Bucht Srednaja, dort

werdeman sie freilassen. „Das ist natürlich

eine Weltsensation.“ Jedenfalls

waren die Jungwale eine der Attraktionen

bei Wladimir Putins alljährlicher

Fernsehshow „Direkter

Draht“. Der Staatssender Perwy Kanal

zeigte exklusiv, wie ein Kran mit

Wasser gefüllte Transportwannen für

dieWale in Lkw-Container hievte.

Für eine 1800-Kilometer-Reise,

bei denen den Meeressäugern einiges

zugemutet wird: Umladung auf

einen Frachtkahn in Chabarowsk,

erneute Verladung auf Lkw in Nikolajewsk

am Amur und dann Fahrt

nach Innokentijewka am Japanischen

Meer, wo sie ausgewildert

werden sollen. „Für die Tiere ist das

großer Stress“, erklärte

der Ozeanologe

Wjatscheslaw Bisikow

der TV-Nation, „sie

werden aus dem Wasser

gehoben, in eine

enge Wanne gesteckt.

Deshalb werden die

Trainer, die sie kennen,

bei ihnen sein.“

Seit Monaten diskutiert

die russische

Öffentlichkeit das Schicksal von 102

Walen, die in der Bucht Srednaja bei

Nachodka in mehreren tennisplatzkleinen

Schwimmbecken ihres

Schicksals harren. Ökologen schlugen

Alarm, weil dieTiereindem„Wal-

Großer Stress für die Wale:

der Transport

Gefängnis“ illegal an ausländische

Aquarien verkauft werden sollten.

„Verständlich, woher die Probleme

kommen“, kommentierte Wladimir

Putin persönlich. „Allein

die Orcas kosten

100 Millionen Dollar.

Deshalb gibt es viele –

in Anführungszeichen

–Interessenten.“ Und

AP/ALYONA STEPANOVA

Vizepremier Alexei

Gordejew erklärte, die

Regierung werdekünftig

den Fang von Meeressäugetieren

zu Kultur-undVergnügungszwecken

verbieten.

„Ein ernsthafter und langerwarteter

Schritt“, kommentiert der Walexperte

GrigoriZidulko auf dem Portal

vonGreenpeace Russland. „Russland

war viele Jahreder einzige Lieferant

von Orcas und Belugas für die

globale Unterhaltungsindustrie“. Zidulko

gehört zum internationalen

Team des bekannten Tierschützers

Jean-Michel Cousteau –eshatte die

russische Seite beim Umgang mit

den gefangenen Walen beraten. Zur

Vorbereitung wurden die Wale seit

Juni nicht mehr dressiert und nicht

mehr per Hand mit toten Fischen gefüttert,

um sie vonden Menschen zu

entwöhnen. Ob diese Entwöhnungszeit

lange genug war?

Mittlerweile erreichten die Lastwagen

Chabarowsk, wo die Meeressäuger

auf eine Frachtbarke verladen

wurden. Dabei hörte ein Reporter

des Portals todaykhv.ru Lautsignale

zweier Belugas, die an klägliches

Stöhnen erinnert hätten. Richtig

wohl scheinen sich die Wale in ihren

Containernnicht zu fühlen.

NACHRICHTEN

Donald Trump dementiert

Vergewaltigungsvorwürfe

US-Präsident Donald Trump hat

Vorwürfe zurückgewiesen, er habe

vor23Jahren eine Frau in einer Umkleidekabine

des NewYorker Luxus-

Kaufhauses BergdorfGoodman vergewaltigt.

„Ich habe diese Person in

meinem Leben nie getroffen“, heißt

es in einer Erklärung Trumps,die am

Freitag vomWeißen Haus verbreitet

wurde.„Sieversucht ein neues Buch

zu verkaufen –das sollte auf ihreMotivation

hinweisen. Es sollte in der

Abteilung Fiktion verkauft werden.“

DieAutorin E. Jean Carroll erhob in

einem Beitrag für das „New York Magazine“

schwereVorwürfe gegen

Trump und schilderte das angebliche

Geschehen detailreich. (dpa)

Gitarren für 12,5 Millionen

Dollar versteigert

DerFrontmann der Rockband Pink

Floyd, David Gilmour (73), hat seine

Gitarrensammlung für einen guten

Zweck versteigert–und damit Rekordpreise

erzielt. Insgesamt seien

bei der Auktion von126 Gitarren in

der Nacht zum Freitag 21,5 Millionen

Dollar (etwa 19 Millionen Euro)zusammengekommen,

teilte das Auktionshaus

Christie’s mit. Dassei Rekord–noch

nie sei eine Sammlung

vonMusikinstrumenten für so viel

Geld versteigertworden. (dpa)

Feuerwehr rettet mit zehn

Mann ein Entenküken

Schweres Gerät für ein winziges Entlein:

Die Feuerwehr Iserlohn gibt alles. DPA

Schweres Gerät für ein Küken: Miteinem

Teleskoplader,einer Artausfahrbarem

Gabelstapler,hat die Feuerwehr

im sauerländischen Iserlohn

am Samstag eine kleine Ente aus einem

Gullyschacht befreit. DasKüken

war nach Angaben der Feuerwehr

durch den Gullydeckel gefallen.

DieAbdeckung ließ sich aber

nicht anheben, da sie verkantet war.

DieFeuerwehr,die mit zehn Mann

und mehrerenWagen angerückt war,

nutzte schließlich den Teleskoplader

„Manitou“, um den Deckel anzuheben

und das Tier zu befreien. Dann

sei das Küken wieder zu seiner besorgten

Mutter gebracht worden, so

die Feuerwehr. (dpa)

Norwegische Insel will

zeitfreie Zone werden

Eine nordnorwegische Insel will die

auf ihr geltende Zeit abschaffen.Weil

Sommarøy in den Sommermonaten

vonder Mitternachtssonne gesegnet

sei und die Sonne damit knapp 70

Tage lang nicht untergehe,bemühe

sich die Insel darum, offiziell als

erste zeitfreie Zone der Erde anerkannt

zu werden, sagte Kjell Ove

Hveding vonder entsprechenden Initiativeauf

Sommarøy.Weil es immer

hell sei, müsse man gar nicht so genau

wissen, wie spät es gerade sei.

Hveding räumt ein, dass es sich um

eine durchaus verrückte Idee handele.Diese

habe aber einen ernsten

Hintergrund: „Wir haben mehr und

mehr darüber diskutiert, wie unsere

Uhruns Zeit nimmt, anstatt sie uns

zu schenken“, sagt er. (dpa)