Berliner Zeitung 24.06.2019

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Berliner Zeitung · N ummer 143 · M ontag, 24. Juni 2019 15 *

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Brandenburg

Wieder viele

Regionalzüge

ausgefallen

Personalmangel macht

der Bahn zu schaffen

VonPeter Neumann

Mit der Bahn ins Grüne: eine

gute Idee! Doch auch am vergangenen

Wochenende wurden

Fahrgäste in Berlin und Brandenburg

erneut mit Zugausfällen konfrontiert

–weil nicht genug Lokführer

verfügbar waren. Das bedeutet

nicht nur, dass Reisende länger unterwegs

waren. Die Fahrten waren

auch unbequemer, weil die verbleibenden

Züge voller als sonst waren.

Erneut war derVerstärkerzug Berlin–Prenzlau

betroffen, der den kurz

darauf folgenden Regionalexpress

nach Stralsund entlasten soll. Der

Ausflugszug in Richtung Fläming

(Berlin–Borkheide) fuhr ebenfalls an

beiden Wochenendtagen nicht.

Fast schon zur Regel ist es geworden,

dass auf der Regionalbahnlinie

RB55 zwischen Hennigsdorf, Velten

und Kremmen am Wochenende alle

Züge ausfallen. So war es auch am

22. und 23. Juni –sowie am Freitag.

„Offenbar fehlt es auch an Busfahrern,denn

die Busse des Schienenersatzverkehrs

fuhren am Sonntag nur

alle zwei Stunden“, sagte der Berliner

Stefan Kohte, der Ausfälle dieser

Artprotokolliert. Damit nicht genug:

Im Osten Brandenburgs, auf der Linie

RB11 zwischen Frankfurt (Oder)

und Cottbus,wurde der Fahrplan am

Sonntag starkausgedünnt.

Erneut traf es auch den Interregio-Express

(IRE) zwischen Berlin,

Salzwedel und Hamburg. Zwar wurden

nicht wie schon mehrmals in

diesem Jahr alle Fahrten gestrichen,

doch zumindest eine Hin- und

Rückfahrt wurde am Sonnabend

storniert. Bei diesem Zug sind die

Folgen für die Fahrgäste besonders

gravierend, wie der Bahnexperte

Kai-UweThiessenhusen berichtete.

Für den IRE gibt die DB spezielle

Fahrkarten aus, die in keiner anderen

Zuggattung gelten. „Reisende,

die damit unterwegs sind, brauchen

selbst im Regionalexpress ein neues

Ticket. Ichtrafinder Altmarkauf erboste

Reisende, die ihr IRE-Ticket

lange zuvor gebucht hatten, dann

Stunden länger unterwegs waren

und obendrein draufzahlen mussten.

Das einzige, was Reisende machen

können, ist, ihr IRE-Ticket

beim Service-Center-Fahrgastrechte

einzureichen“, so Thiessenhusen.

Berichten zufolge lohnt sich das

auch für Alternativtickets.

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 10 -11-12 -21-30-49

Superzahl: 3

Spiel 77: 2342792

Landeslotterie Super 6: 754164

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

7=10Euro

44 =25Euro

384 =100 Euro

7136 =1000 Euro

70 004 =10000 Euro

836 455 =100 000 Euro

679 230 =100 000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10 000 Euro auf die Nummer 2933 810.

ARD-Fernsehlotterie:

5482 160 gewinnt ein Mini Cooper Cabrio

1666 926 gewinnt einen Mini Cooper

9833 574 gewinnt Reise nach Warnemünde

1945 710 gewinnt eine Kreuzfahrt

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

8922 435 gewinnt 1000 000 Euro

762 532 gewinnt 100 000 Euro

71 900 gewinnt 10 000 Euro

8959 gewinnt 1000 Euro

75 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Strausberger Handelszentrum in Flammen

In der Nacht zum Sonntag hat ein schwerer Brand das Handelszentrum,

die größte Shopping-Mall Strausbergs (Märkisch-Oderland), in Teilen

zerstört. Ein Großaufgebot der Feuerwehr war mit 170 Leuten und 45

Löschfahrzeugen im Einsatz. Die Flammen loderten meterhoch und

dunkle Rauchsäulen stiegen auf. Sie waren noch aus vielen Kilometern

Entfernung zu sehen. Am Morgen war das Feuer nach Polizeiangaben

unter Kontrolle.Möglicherweise sei das Gebäude,das mehr als 60 Läden

Ein bisschen Schweden in der Uckermark

Elche werden in Brandenburg immer öfter gesichtet. Im Kleptower Wildgehege kann man ihnen ganz nah kommen

VonJeanette Bederke, Kleptow

Thomas Golz zuckelt im offenen

Wagen über das 40

Hektar große Gelände seines

Wildgeheges im

Schenkenberger Ortsteil Kleptow in

der Uckermark. „Juri, Jette“, ruft er

mehrfach mit lauter Stimme durch

die weitläufigen Gehege. Und tatsächlich

nähertsich kurzdarauf ein

ein Jahr altes Elchmädchen gemächlichen

Schrittes. Doch statt

zum Wagen steuert eslieber einen

Wassergraben an, um zu baden. Anders

als der gleichaltrige Juri, der

mit unverhohlener Neugier die

Menschen im Auto beschnuppert

und sich streicheln lässt.

Mitder Flasche aufgezogen

„Die beiden haben wir mit der Flasche

aufgezogen, deshalb haben die

keine Scheu“, erklärtGolz, während

er mit dem jungen Elchbullen

schmust. Der 52-jährige Landwirt

kennt sich aus mit der weltweit

größten Hirschart. Er züchtet sie

seit Jahren. „Ich bin ein Schwedenfan,

wärenach derWende gerndorthin

gezogen, aber meine Frau

spielte nicht mit. Also musste ich

Schweden zu uns holen“, erzählt er.

Zunächst hatte er eine Wildfleischproduktion

mit einer Dammwildherde

aufbauen wollen. Später

holte er Rentiere dazu. Zudem spezialisierte

Golz sich auf Tiertransporte.

Dann kamen die Elche. Vor 16

Jahren hatten belgische Interessenten

ein Pärchen bei Freunden von

Golz in Lappland bestellt. „Die Auftraggeber

konnten letztlich nicht

zahlen, also blieben die Tiere bei

mir“ erinnertsich der Uckermärker,

Badespaß in Brandenburg: Thomas Golz und der Elchbulle Fabian.

der zwei Jahrespäter zwei Elch-Waisenkinder

aus dem Rostocker Zoo

mit der Flasche aufzog. Er begann

zu züchten und ließ die Wildfleischproduktion

sein. „Die rentiert sich

nur bei Massentierhaltung und das

wollte ich nicht.“ 120 Tiere leben in

seiner Elch- und Rentierfarm, daneben

auch amerikanische Wapitis

und Bisons sowie europäisches Rotwild.

Der52-Jährige züchtet und beliefertTierparks,Zoos

sowieWildgehege

in ganz Europa und übernimmt

für diese auch Transporte,

wie er erzählt.

3000 Besucher jährlich

„Golz ist tatsächlich ein Fachmann

in Sachen Elchzucht. Er macht das

mit Herz und seine Elche sind den

Umgang mit Menschen gewöhnt“,

bestätigt Imke Heyter, Chefin des

DPA/PATRICK PLEUL

Wildparkes Schorfheide (Barnim).

Auch bei ihr leben Elche in weiträumigen

Gehegen. Die bekommen

Besucher allerdings nur mit etwas

Glück zu sehen, meist in gehörigem

Abstand, versteckt hinter Bäumen

oder Gebüsch. In Kleptow bei Thomas

Golz hingegen dürfen Gäste

der Elch- und Rentierfarmganz nah

ran an die imposanten Tiere, zumindest

drei Monate im Jahr.

„Wir sind ein Landwirtschaftsbetrieb

und kein Zoo“, stellt Golz

klar.Bisons vermehrten sich „quasi

von allein“, die Zucht bei Elchen

und Rentieren sei indes nicht so

einfach. Zuchtbücher müssen geführt,

Tierenach strengen Kriterien

ausgewählt werden, um Inzuchten

zu vermeiden.

Rund 3000 Besucher kommen

jedes Jahr zwischen Juni und An-

DPA/CHRISTOPHER HARMS

und Geschäfte beherbergt, einsturzgefährdet, sagte eine PolizeisprecherinamSonntagmorgen.

Nach ersten Ermittlungen war ein Reifenstapel

in einer Autowerkstatt gegen 20.30 Uhr inFlammen aufgegangen. Danach

habe sich der Brand rasch auf das angrenzende Einkaufszentrum

ausgebreitet. EinElektronik- sowie ein Drogeriemarkt und zwei weitere

Geschäfte brannten vollständig aus. Esentstand ein Millionenschaden.

Untersuchungen durch Kriminaltechniker haben begonnen.

fang September zur Elch- und Rentierfarm

nach Kleptow. Nicht alle

sieben Elche der Herde sind so zutraulich

wie Jette und Juri. Der sieben

Jahre alte Zuchtbulle Fabian

hält sich lieber im Hintergrund.

Rund 800 Kilogramm bringt das

Tier auf die Waage und macht auch

mit seinem gewaltigen Schaufelgeweih

mächtig Eindruck. Golz

würde es begrüßen, wenn die einst

in Deutschland ausgerottete Tierart

hier wieder heimisch würde.

Doch der Elch-Fan bleibt realistisch.

„Die sanften Riesen haben

durch die dichte Besiedlung und

die vielen Straßen bei uns kaum

eine Chance.“

Zu Besuch aus Polen

Tatsächlich wurden in Brandenburg

in den vergangenen fünf Jahren immer

mehr Elche gesehen. Allein in

diesem Jahr seien schon vier gesehen

worden, sagt Kornelia Dobiás,

Leiterin der Forschungsstelle Wildökologie

im Landesbetrieb Forst.

„Das liegt wahrscheinlich daran,

dass mehr Tiere aus Polen zu uns

wandern und dass jeder gesichtete

Elch ein großes Medienecho erzeugt“,

sagt die Wissenschaftlerin.

Nach ihren Angaben leben Elche

wieder in der Mark. Esgebe bisher

aber keinen Nachweis, dass die imposanten

TiereinBrandenburgeine

eigene Population aufgebaut hätten

oder sich vermehren würden. „Wir

gehen davon aus, dass drei bis fünf

Tieredurchs Land streifen, sich hier

eine gewisse Zeit aufhalten und

dann weiterwandern“, sagt Kornelia

Dobiás. Nach Angaben der Forschungsstelle

starben seit 2012 drei

Elche bei Unfällen auf Brandenburger

Straßen. (dpa)

NACHRICHTEN

Polizei ahndet Raserei

auf Gewässern

Beieinem Großeinsatz auf Gewässernrund

um Potsdam hat die Polizeifast

70 Fahrzeuge kontrolliert,

darunter neun Jetskis und zwei Jet-

Surfboards –das sind motorisierte

Surfboards.Bei der Aktion vonFreitag

bis Sonnabend seien 28 Ordnungswidrigkeiten

geahndet worden,

teilte die Polizeidirektion West

am Sonntag mit. Je nach den örtlichen

Gegebenheiten dürfen Wasserfahrzeuge

mit 12 bis 25 Stundenkilometernunterwegs

sein. Einige der

Kontrollierten seien doppelt so

schnell gefahren, teilte die Polizei

mit. In zehn Fällen wurde ein Bußgeldverfahren

eingeleitet. Meist sei

die zulässige Geschwindigkeit erheblich

überschritten worden. (dpa)

Nirgendwo brennt der Wald

häufiger als in der Mark

In deutschen Wäldernhat es im extremenWetterjahr

2018 einem Medienbericht

zufolge mehr als 1700 Mal

gebrannt. Dassind viermal so viele

Waldbrände als im Vorjahr (gut 400).

DieZahlen gehen aus einer Antwort

der Bundesregierung auf eine Kleine

Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die

der Rheinischen Post vorliegt. Die

mit Abstand meisten Waldbrände

verzeichnete Brandenburgmit gut

500. DieBrandenburger Forstleute

stellen sich angesichts des in den

nächsten Tagen erwarteten tropischen

Wetters auf eine angespannte

Lage ein.„Sorgen bereitet uns die aus

Osten heranziehende heiße Luft und

die aus dem Süden erwartete heiße

Luft“, sagte der Brandenburger

Waldbrandschutzbeauftragte Raimund

Engel am Sonntag auf Anfrage.Dareiche

schon ein Funke aus,

um einen Brand zu entfachen. (dpa)

Verbrannte Bäume in einem Waldstück

bei Treuenbrietzen

DPA/RALF HIRSCHBERGER

Mehrere tödliche

Verkehrsunfälle

AufBrandenburgs Straßen sind am

Wochenende zwei Menschen gestorben:

Aufder A10 kam am frühen

Sonnabend ein Wagen aus noch ungeklärter

Ursache nahe des Dreiecks

Spreeau (Landkreis Dahme-Spreewald)

vonder Fahrbahn ab,fuhr in

die Böschung und überschlug sich.

EinMann kam dabei ums Leben. In

der Nacht zu Sonntag starb ein Zweiradfahrer

bei einem Unfall in Kyritz

(Ostprignitz-Ruppin). Der24-Jährige

sei mit seinem Cross-Motorrad

aus der Kurvegetragen worden und

gegen einen Baum geprallt, so die

Polizei. Ein67-jähriger Motorradfahreraus

Brandenburgkam am Sonntag

bei einem Unfall östlich von

Schwerin ums Leben. (dpa)

260 000 Euro für Projekte

zur Kriminalitätsprävention

Für Projekte zur Vorbeugung von

Kriminalität oder politischem Extremismus

hat das Innenministerium

im vergangenen Jahr 260 000 Euro

bereitgestellt. Am besten sei es,

wenn Straftaten und Bedrohungen

im Vorfeld durch Aufklärung vermieden

werden könnten, so Karl-Heinz

Schröter (SPD), Vorsitzender des

Landespräventionsrates und Innenminister,amSonntag.

Mitder Förderung

könne das im Jahr 2000 gegründete

Gremium flexibel auf neue Entwicklungen

reagieren. (dpa)

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