2019/26 - Bauplaner

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SMART HOME

Fortsetzung von Seite 7

Sensoren richtungsabhängig die

Helligkeit. Zusätzlich stellt sie

die absolute Luftfeuchte, die gefühlte

Temperatur und die thermische

Behaglichkeit fest. Die

gemessenen Daten werden in

Form von Telegrammen an die

KNX-Zentrale im Keller gesendet,

um unter anderem die

Raumtemperatur einzustellen

und bei Dämmerung die Außenund

Wegbeleuchtung einzuschalten.

Zudem berechnet die

Wetterstation jederzeit den aktuellen

Sonnenstand, woraufhin

die Jalousien von selbst herunterfahren

und sowohl in der

Höhe als auch in der Lamellenposition

optimal ausgerichtet

werden. Sollte es anfangen zu

winden oder zu stürmen, wird

die Beschattung in eine sichere

Position gebracht. Und soll mithilfe

des Regensensorwerts zu

einem späteren Zeitpunkt noch

die Gartenbewässerung gesteuert

werden, ist dies ebenfalls

Mark Horsch im Technikraum seines Hauses.

Was nicht

ist, kann ja

noch werden.

Bauherr Mark Horsch

auf die Frage nach einer

Sprachsteuerung

Auf dem Steuerpanel an der Wand sind - direkt neben dem traumhaften Blick über das Donautal - aktuelle

Messwerte und Steuerdaten des Smart Home zu sehen.

Fotos: Marc Hörger

kein Problem. Das zusätzliche

Modul wird einfach als weiterer

Teilnehmer mit dem Hutschienen-PC

im Schaltschrank gekoppelt

und schon kann die Bewässerungssteuerung

auf die

Daten zugreifen.

Dieses kleine Praxis-Szenario

lässt sich laut KNX-Experte

Heinle beliebig erweitern:

„Wenn wir einen einfachen, herkömmlich

installierten Schalter

an der Wand betrachten, fährt

dieser zum Beispiel eine Jalousie

nach oben oder unten –

nicht mehr und nicht weniger.

Ein KNX-Taster hingegen schaltet

irgendetwas. Das kann heute

eine Jalousie sein, morgen

eine Leuchte oder eine ganze

Leuchtengruppe, übermorgen

der elektrische Türöffner oder,

nachdem der Nachwuchs älter

geworden ist, alle Stereoanlagen

in den Kinderzimmern.“ Diese

Flexibilität ist es auch, die Bauherr

Mark Horsch an seinem

Smart Home am meisten liebt.

Denn zum Ändern der Funktionen

muss er keinen Schraubenzieher

in die Hand nehmen, sondern

sich lediglich an seinen

Laptop setzen und die gewünschten

Einstellungen vornehmen.

Learning by doing

Als Schalterlösung hat er sich

für volldigitale MeTa- Taster aus

gefrästem Aluminium entschieden,

über die bis zu 32 Tastenfunktionen

pro Schalter realisierbar

sind. Jede Wippe ist vierfach

beziehungsweise achtfach

belegbar. Gleichzeitig fungieren

die Schalter als Temperaturund

Luftfeuchtesensoren, um

das Raumklima ideal steuern zu

können – Änderungen können

dank integrierten Rückmeldeund

Bediensymbolen direkt eingegeben

werden. Das Program-

mieren seines intelligenten Zuhauses

hat sich Mark Hosch unter

Anleitung von Stefan Heinle

nach und nach selbst angeeignet.

„Wie bei vielen meiner

Kunden habe ich auch den

Horschs bis zum Einzug zunächst

eine Basisprogrammierung

aufgesetzt, damit alle

Grundfunktionalitäten gegeben

waren“, erklärt Heinle. Die eigentliche

Automatisierung und

Logik werde dann erst Stück für

Stück implementiert, da sich im

Alltag erst zeigen müsse, was

Sinn mache. Dies kann auch Architekt

Andreas Beerbalk aus

seiner Erfahrung heraus bestätigen.

„Ein Smart Home kann

nur dann erfolgreich und effizient

umgesetzt werden, wenn

alle Beteiligten mitziehen und

am bestmöglichen Ergebnis interessiert

sind“, so Beerbalk.

Dies gelte vom Planer über den

Elektriker bis hin zum Bauherren.

„Kombiniert man wie bei

Familie Horsch die moderne

Technik dann noch mit nachhaltigen

Baustoffen wie schwerem

Kalksandstein als Mauerwerk

und höchster Energieeffizienz

dank Multiporplatten als Dämmung,

ist man im Massivbau extrem

innovativ unterwegs“,

schwärmt der Architekt – das

Ergebnis spreche für sich, auch

wenn aktuell noch keine Sprachsteuerung

im Haus verbaut sei.

„Was nicht ist, kann aber ja noch

werden“, ergänzt Hausherr

Mark Horsch schmunzelnd. Den

Platz dafür habe er jedenfalls

schon vorgesehen.

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