Berliner Zeitung 26.06.2019

BerlinerVerlagGmbH

Berliner SPD gegen Thilo Sarrazin: Der dritte Versuch eines Rauswurfs – Berlin Seite 9

Risse!

Afrika

zerbricht

Seite 28

22°/34°

Es bleibt fast wolkenlos

Wetter Seite 2

Bilanz: Wasdie Regierung

geschafft hat

Hauptstadt Seite 6

www.berliner-zeitung.de

Die Palästinenser und

der Friedensplan

Seite 3

Mittwoch, 26. Juni 2019 Nr.145 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Dresdner Fußballheld:

Jörg Stübner,1966–2019

Sport Seite 19

Für den

Vorsitz

bereit

VonChristian Burmeister

Gesine Schwan, 76, bringt sich offen

als neue SPD-Vorsitzende

ins Gespräch. Am liebsten würde die

ehemalige Kandidatin für das Amt

der Bundespräsidentin wohl als gemischtes

Doppel mit Juso-Chef Kevin

Kühnert (29) die Geschicke der

SPD lenken.

Die Sozialdemokratin ist grundsätzlich

zu einer Kandidatur bereit:

„Wenn die Bitte

an mich herangetragen

würde

und wenn die

auch eine erhebliche

Unterstützung

hätte“,

würde sie einen

Gesine Schwan

leidet an der

Lageihrer SPD.

SPD

solchen Schritt

wagen, sagte sie

im Deutschlandfunk.

Noch sei es

nicht so weit,

dass sie sich aktiv bewerben wolle.

Die Vorstellung aber, dass die SPD

wochenlang ohne Bewerber dastehe,sei

für sie„peinlich und bedrückend“.

Tatsächlich hatten mehrere

prominente SPD-Größen wie Olaf

Scholz oder Hubertus Heil bereits

abgewinkt.

Denkbar ist für die Vorsitzende

der SPD-Grundwertekommission

eine Doppelspitze mit dem 47 Jahre

jüngeren Juso-Vorsitzenden Kühnert.

„Ich habe ihn immer als fair

und nachdenklich-argumentativ erlebt.

Dasist eine wichtige Voraussetzung,

wenn man kooperieren will“,

so Schwan. Allerdings: Noch hat die

Politikwissenschaftlerin den 29-Jährigen

gar nicht gefragt, ob der sich

diese Konstellation vorstellen

könnte. Schwan selbst glaubt nicht

daran, dass Kühnertantreten will. Er

habe mit seinen 29 Jahren ja noch

viel Zeit, so ihr Argument. Der Juso-

Chef selbst hält sich bisher bedeckt.

Aber Schwan würde wohl auch

ohne den jüngsten SPD-Hoffnungsträger

antreten. Dessen wohl größte

Stärke reklamiertsie auch für sich:„Ich

traue mir zu, zu verstehen, was die

jungen Menschen wollen und auch sie

für die SPD anzusprechen“, sagte sie

dem SWR. Junge Leute hätten nicht

von vornherein etwas gegen ältere

Menschen, sondernnur gegen die,die

nicht wirklich konsequent seien.

In den Himmel wachsen Schwans

Ambitionen trotz allem Tatendrang

dann aber doch nicht. Dem Spiegel

versicherte sie kürzlich:„Ich will nicht

Kanzlerkandidatin werden.“ Mancher

in der SPD wirdesmit Erleichterung

zur Kenntnis genommen haben.

Kommentar Seite 8

Senat will Mietspiegel für Gewerbe

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop fordert Regeln und Milieuschutz für Unternehmen und Handel

VonGabriela Keller

Angesichts massiver Mietsteigerungen

setzt sich

Wirtschaftssenatorin Ramona

Pop(Grüne) für eine

stärkere Regulierung des Gewerbeimmobilienmarktes

ein. Einen Mietendeckel,

wie ihn der Senat beiWohnungen

plant, soll es zwar nicht geben,

teilte die Senatsverwaltung für

Wirtschaft der Berliner Zeitung mit.

Stattdessen plädiert Pop für einen

Gewerbemietspiegel, der Obergrenzendefinieren

soll. Außerdem will sie

den Milieuschutz auf den Bereich Gewerbe

ausdehnen. Beides gibt es bisher

nur für Wohnungen; der Gewerbemietmarkt

ist weitgehend unreguliert.

Die Beschlussvorlage, die der

Berliner Zeitung vorliegt, will Pop

demnächst in die Wirtschaftsministerkonferenz

einbringen.

Bereits Ende 2018 holte sich Berlin

mit einer entsprechenden Bundesrats-Initiative

eine Abfuhr: Die

Bundesregierung sah damals „keinen

ausreichenden Grund für eine

bundesweite Änderung des Gewerbemietrechts.“

Nunversucht Popeserneut. „Der

Bund lässt Berlin mit der zunehmenden

Verdrängung von Kitas, Handwerksbetrieben

und kleinen Unternehmen

aus der Innenstadt allein“,

sagte sie.„Wir haben Vorschläge gemacht,

wie wir zu einem gerechteren

Gewerbemietrecht kommen. Die

Bundesregierung muss handeln.“

Erst gesternhatte die Berliner Zeitung

in einer Recherche mit dem

Handelsblatt aufgezeigt, wie der

Konzern Aroundtown Gewerbeimmobilien

im Wert von über von 14

Milliarden Euro auf ein Geflecht aus

Hunderten Firmen und zypriotischen

Anwaltskanzleien übertragen

„Im Bereich Büro brennt es.

Und estrifft –wie immer –die Schwächsten.“

Christoph Meyer, Gewerbeimmobilien-Experte und Handelsberater

hat. Aroundtown rechnet dieses Jahr

mit Mieterträgen von 703 Millionen

Euro netto: DasMarktpotenzial sieht

der Konzernbei 935 Millionen.

Gerade Mieten für Büros sind in

Berlin förmlich explodiert: Laut Sta-

tistischem Bundesamt lagen die

Quadratmeterpreise 2009 bei 10,76

Euro,heute sind es 21,70 Euro.

Der Gewerbeimmobilien-Experte

Christoph Meyer kennt inzwischen

Preise von bis zu 40 Euro; der

Platz sei knapp, sagt er:„Im Bereich

Bürobrennt es wirklich. Undestrifft

–wie immer bei der Gentrifizierung –

die Schwächsten.“ Viele Unternehmen

könnten nicht mehr mithalten,

vorallem Hilfsorganisationen hätten

Probleme,noch Räume zu finden.

In der

Hitze

der Stadt

Ist das noch Wetter oder

schon der Klimawandel?

Heute soll es der heißeste

Junitag seit Beginn der

Wetteraufzeichnung werden.

Tagesthema Seite 2, Berlin Seite 10

Auch der Linke-Mietrechtsexperte

und Bundestagsabgeordnete

Pascal Meiser sieht Handlungsbedarf.

Der Gewerbemarkt wurde „viel

zu lange kaum wahrgenommen“,

sagt er.Die Preise in seinem Heimatbezirk

Kreuzberg könne zum Teil

„kein Buchladen und kein Späti

mehr bezahlen“. In der Folge breite

sich „touristische Monokultur“ aus.

Selbst bei der FDP stellt man sich

die Frage, wie man den Markt unter

Kontrolle bringen kann. Seine Fraktion

suche „intelligente Antworten“,

sagt der Berliner Abgeordnete und

Stadtplanungspolitiker Stefan Förster:„DasGrundproblem

ist bei Häusern

imS-Bahn-Ring: Wenn Vermieter

die Miete in den oberen Etagen

nicht anheben können, machen sie

es bei dem Laden im Erdgeschoss.“

So habe die Regulierung desWohnungsmarkts

den Druck noch verschärft.

Auch Förster kennt Fälle aus

seinem Wahlkreis, woGewerbemieten

plötzlich verdoppelt wurden. „Es

sind mehr als Einzelfälle“, sagt er.

„Darauf müssen wir reagieren.“

GETTY/SEAN GALLUP

Stölzl soll

Jüdischem

Museum helfen

Kulturmanager wird eine

Art Streitschlichter

VonHarry Nutt

Bis zum Antritt einer neuen Spitze

im Jüdischen Museum Berlin

soll der Kulturmanager, Historiker

und frühere Landesvorsitzende der

Berliner CDU, Christoph Stölzl, als

Vertrauensperson für den Stiftungsrat

des Hauses an der Lindenstraße

agieren.

Der 75-Jährige werde ehrenamtlich

und ohne Arbeitsvertrag wirken,

sagte die Vorsitzende des Stiftungsrats,

Kulturstaatsministerin Monika

Grütters (CDU), am Dienstag. „Mit

Christoph Stölzl haben wir einen erfahrenen

Museums- und Ausstellungsmacher

gewinnen können, der

in historischen und politischen Fragen

höchst versiert ist. Als inspirierender

Intellektueller und erfahrener,

gut vernetzter Kommunikator

ist er in der Lage, das Jüdische Museum

Berlin in den kommenden Monaten

zu beraten und in ruhigere

Fahrwasser zu führen.“

Um die inhaltliche Ausrichtung

des Berliner Jüdischen Museums

war zuletzt ein heftiger Streit entbrannt,

in dessen Verlauf der Direktor

des Hauses, der angesehene Judaist

Peter Schäfer,Mitte Juni seinen

Rücktritt angeboten hatte, der

schließlich auch vonKulturstaatsministerin

Grütters angenommen

wurde.

Da Schäfers Vertrag lediglich

noch bis zum August 2020 lief, war

bereits eine Findungskommission

damit beauftragt worden, weltweit

nach einer geeigneten Führungsperson

Ausschau zu halten. Beim Streit

um das Jüdische Museum geht es vor

allem um die inhaltliche Autonomie

und Unabhängigkeit des Hauses,

die, soKulturstaatsministerin Grütters,nicht

verhandelbar sei.

Feuilleton Seite 21

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2* Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Tagesthema

Klimawandel

Rekordjahr 2016: +0,94 °C

Es könnte der heißeste Tagineinem Juni werden. Man kann

das einfach so genießen. Aber die bange Frage, ob es häufiger

Extremwetter gibt, lässt sich nicht mehr verdrängen

DerSommer verliert die Unschuld

+0,4

+0,6

+0,8 °C

1990: +0,34 °C

2017: +0,84 °C

2010: +0,70 °C

2018:

+0,79 °C

VonJan Sternberg

+0,2

1944: +0,29 °C

Die globale Temperatur

Abweichung von der Durchschnittstemperatur

des 20. Jahrhunderts in °C, Stand Januar 2019

Durchschnittstemperatur

13,9 °C

–0,2

–0,4

1908: –0,44 °C

Die fünf

wärmsten

Jahre

2016 2015 2017 2014 2010

1880 1900 1920 1940 1960 1980 2000 2010 ’18

+0,94

°C

+0,90

°C +0,84

°C +0,74

°C

+0,70

°C

BLZ/GALANTY; QUELLE: NOAA, AFP

Morgens, halb zehn am

Wannsee, die Temperaturen

nähern sich

der 30-Grad-Marke.

Die Sonne brennt auf den Vorplatz

des Strandbades. Das „europaweit

größte Binnensee-Bad“ nennen es

die Berliner Bäder-Betriebe. Die

Sommerferien kommen langsam auf

Betriebstemperatur, ein Treck von

Familien zieht vom S-Bahnhof her

durch den Wald, sie schleppen

schwer an Strandtaschen, beginnen

zu schwitzen.

Die erste Reihe Strandkörbe ist

schon kurz nach Badöffnung besetzt,

überall pustet und pumpt jemand

an Schwimmringen und riesigen

Plastik-Einhörnern herum,

dann sinken alle erschöpft nieder.Es

wird die bisher heißeste Woche dieses

Jahres, aber nicht nur das: Es ist

der heißeste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen.

Dieser Mittwoch

könnte sogar der heißeste Tag im

Juni überhaupt werden. WerFerien

hat und einen See vor der Tür, kann

sich glücklich schätzen. Eigentlich.

Aber so einfach ist es nicht mehr

mit dem Wetter. Der Sommer hat

seine Unschuld verloren. Die Sonne

wird nicht mehr nur mit Badehosen

und Sonnenbrillen verbunden, sonderneben

auch mit dem Klimawandel,

dem veränderten Golfstrom, der

Zunahme von Extremwetter. Und

der bangen Frage: Wird das nun immer

schlimmer?

WerWetterberichte studiert oder

die Erklärungsversuche in den Medien,

der staunt, wie oft der Sommer

erklärtwird. Gerade machte ein Foto

des Kopenhagener Klimaforschers

Steffen M. Olsen vom Dänischen

Meteorologischen Institut die

Runde. Es zeigt, wie Hunde einen

Schlitten an einem außergewöhnlich

warmen TaginGrönland über

das Meereseis ziehen. Statt des Eises

ist jedoch nur noch knöchelhohes

Schmelzwasser zu sehen. Es ist ein

verstörendes Foto. Es passt zum

Klima –imdoppelten Sinne.

Kann man einfach den Tag im

Strandkorb verdämmern, den Wellen

des Wannsees zuschauen und

sich freuen, dass zumindest noch

eine leichte Brise weht?

Eine neue Bürgerpflicht entsteht

Marianne und Ruth finden, man

kann. Zwei alte Freundinnen aus

Steglitz, sie waren mit den Ersten da

und haben sich den Strandkorb direkt

am Betonsteg gesichert. Hier

wird esspäter Trubel geben, wenn

der Sprungturmaufmacht, aber Marianne

und Ruth haben die Ruhe

weg. „Ich mag den Sommer und die

Hitze“, sagt Marianne, die sich ein

Tuch um den Kopf gebunden hat

und mit ihren grauen Haaren und

Ohrringen aussieht wie die Piratenkapitänin

vomWannsee.„In ein paar

Tagen ist schon wieder alles vorbei,

ruckzuck ist es Herbst und dann

kommen wieder die langen, dunklen

Nächte.Ich genieße das heute.“

Allerdings machen sich die Freundinnen

auch ihreGedanken. Um das

Wetter und um das Klima, das ja gewissermaßen

die Summe aller Wetterereignisse

ist. DerKlimawandel sei

zu spüren. „Ich nehme im Supermarkt

keine Plastiktüten mehr für

mein Gemüse“, sagt Ruth. „Ich auch

nicht“, stimmt Marianne ein. „Und

ich esse schon lange kein Fleisch

mehr“, fährtRuth fort.„Ich schon, das

wär mir nichts“, widerspricht Marianne.

„Aber ich fahre meistens Rad

und nur ganz selten Auto.“

Etwas für das Klima zu tun, ist bei

vielen jungen Menschen zur Bürger-

Temperaturabweichungen

in Berlin-Brandenburg von der mittleren Temperatur für Juli in Kelvin

4

2

0

–2

–4

Referenzzeitraum 1961 -1990

1890 1920 1950 1980 2010

„Das Klimathema wird nicht mehr weggehen

aus der Gesellschaft.“

pflicht geworden, spätestens seit vor

einem halben Jahr die Jugendlichen

anfingen, freitags auf die Straße zu gehen,

mit handgemalten Pappschildern

von schmelzenden Polkappen

und traurigen Eisbären und vor der

Klimakatastrophe warnten, weil es

sonst keiner mehr tat. DasWetter gilt

vielen als eine Art immer wiederkehrendes

Alarmsignal, mit dem die

Menschen daran erinnert werden,

dass er sich tatsächlich zuträgt, der

menschengemachte Klimawandel.

Es geht um Schuld und Ursachen,

um Wahrheiten und Folgen. Und

letztlich auch um politische Macht.

Es gibt nicht wenige Politstrategen,

die den Jahrhundertsommer 2018

mitverantwortlich machen für die

Umfragerekorde der Grünen. Der

Sommer wirkt ähnlich wie einige

Mojib Latif, Klimaforscher

BLZ/GALANTY; QUELLE: DWD

Jahre zuvor der Eisbär auf der

schwimmenden Scholle. Nur sind

wir viel näher dran.

Berlin-Mitte, Pariser Platz, zwölf

Uhrmittags,33Grad. Es scheint kein

bisschen Schatten zu geben. Touristen

schieben sich über das glühende

Pflaster am Brandenburger Tor,

schwitzende Bauarbeiter bauen eine

Bühne für eine Klimakundgebung

der IG Metall auf. „Fairwandel“ heißt

das Schlagwort, „sozial, ökologisch

und demokratisch“. DieMetaller fordern

ein „Durchstarten bei der Mobilitäts-

und Energiewende“, „Zukunft

der Beschäftigung am Industriestandort

Deutschland“ und „Sicherheit

am Arbeitsmarkt“. Ist das

ein Abwehrkampf der energieintensiven

Branchen oder der Beweis,

dass nun alle Akteure das Klima-

thema nach ganz vorne rücken? Für

Mojib Latif ist es eher Letzteres.„Das

Klimathema wirdnicht mehr weggehen

aus der Gesellschaft“, sagt der

Kieler Klima-Professor. „Alle haben

den Schuss jetzt gehört, der durch

Fridays for Futureabgefeuertwurde.

Die Politik muss endlich handeln,

alle gesellschaftlichen Akteure müssen

jetzt handeln –auch die Gewerkschaften.“

Latif steht im Foyer des Frank-

Gehry-Gebäudes am Pariser Platz

und schwitzt kein bisschen. Er ist mit

Zug und U-Bahn gefahren. „Es ist

doch widersinnig, in einer Stadt wie

Berlin Auto zu fahren, das bringt nur

Nachteile.“ Gleich soll er einen Vortrag

auf einem Symposium zum 80.

Geburtstag des Umweltwissenschaftlers

Ernst Ulrich von Weizsäcker

halten.

Was sagt Latif zu Marianne und

Ruth amWannsee –oder zu Anja und

ihrem Sohn im Strandkorb nebenan,

die das Auto stehen ließen und sich

mit Radund S-Bahn zum Strandbad

bewegt haben –zuall den verunsicherten

Durchschnittsdeutschen,

die sich fragen, ob das genug ist, was

sie tun –und ob es wirklich einen

Unterschied macht? „Man kann das

Klima nicht an- und ausknipsen“,

hat Marianne am Morgen noch gesagt

und sich im Strandkorb zurückgelehnt.

„Wir haben als Deutschland

einen Vertrag unterschrieben, das

PariserKlimaabkommen“, sagt Latif.

„Wir haben uns verpflichtet –und

natürlich muss jetzt jeder etwas tun.

Aber das geht nicht nur mit Verboten.

Wirbrauchen auch Anreize.“

Tiergarten, nachmittags, 33Grad.

Unter den Eichen ist es schattig und

kühl. Und deshalb würde Michael

von der Tann niemals fordern, dass

die Bevölkerung aus Brandschutzgründen

aus den Wäldern verbannt

wird, wie es ein Liberaler tat. „Die

Leute wollen sich in unserenWäldern

erholen, und wenn wir sie schließen

würden, ginge das nach hinten los“,

sagt das Präsidiumsmitglied des Verbands

der Waldeigentümer. Auch er

spricht über das Klima. „Die Bevölkerung

muss sensibilisiert sein für die

Risiken bei der extremen Trockenheit.

Jeder muss wissen, dass im Wäldernnicht

gegrillt und nicht geraucht

und kein Feuer gemacht werden

darf.“ Vonder Tanns Wälder sind in

Hessen, über Jahrzehnte hatte er

keine Feuer im Wald, jetzt binnen eines

halben Jahres gleich zwei. „Das

verunsicherteinen schon“, sagt er.

Die Küstentanne kommt

Aber es ist auch die Trockenheit, die

ihn zu dem Schluss kommen lässt:

„Der Klimawandel ist in den Wäldernangekommen.

Undwir erleben

gerade eine Jahrhundertkatastrophe.“

Bäume vertrocknen, sterben

ab –oder sind so geschwächt, dass

sie sich nicht mehr gegen Schädlinge

wehren können. 110 000 Hektar sind

betroffen. Der Holzmarkt ist zusammengebrochen.

Die Waldeigentümerfordernnun

500 Millionen Euro

weitere Dürrehilfen –und weniger

Regulierung bei widerstandsfähigen

Baumsorten. Douglasie, Küstentanne,Amerikanische

Eiche,sie werden

jetzt Einzug halten. Ein Waldstück

wieder aufzuforsten, ist eine

Entscheidung für Generationen.

Und wer weiß, was in Generationen

hierzulande als extremes Wetter gilt?

JanSternberg fände

20 Grad und etwas Wolken

auch mal wieder okay.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute machen die Höchsttemperaturen bei 32bis 36 Grad halt. Dazu stören

kaum Wolken den Sonnenschein. Der Wind weht schwach bis mäßig

aus westlichen Richtungen. In der Nacht ziehen nur selten dünne Wolken

vorüber. Dabei fallen die Temperaturen auf Wertevon 12 bis 9Grad.

Biowetter: Auf das Wohlbefinden

wirkt sich die Hitze belastend aus.

Die Hitze bringt verbreitet einen unruhigen

Schlaf. Man ist oft schlapp

und müde. Rheumatiker liegen

ebenfalls imNachteil.

Pollenflug: Der Flug von Linden-,

Sauerampfer-, Brennnessel-, Spitzwegerich-

und Gräserpollen ist

mäßig bis stark. Zusätzlich fliegen

örtlich Roggen- und Beifußpollen.

Gefühlte Temperatur: maximal 37Grad.

Wind: schwach aus West.

Wittenberge

16°/34°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

19°/34° 22°/34°

Luckenwalde

21°/34°

Cottbus

19°/36°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

heiter wolkig sonnig

13°/24° 13°/24° 16°/29°

Prenzlau

17°/32°

Frankfurt

(Oder)

19°/35°

Brütend heiße Saharaluft hat sich über Westeuropa und Mitteleuropa ausgebreitet.

Zwischen einem kräftigen Hoch südlich von Island und einem Hoch über Osteuropa

sinkt der Luftdruck über dem Baltikum. Damit setzt sich kühlere Luft

über die Nordsee südwärts in Richtung nördliches Mitteleuropa in Bewegung.

Schauer und Gewitter gibt es am ehesten in Schwarzmeernähe.

Sylt

13°/23°

Hannover

13°/28°

Köln

21°/32°

Saarbrücken

21°/34°

Konstanz

20°/34°

Hamburg

16°/26°

Erfurt

19°/32°

Frankfurt/Main

23°/37°

Stuttgart

21°/34°

Rügen

15°/30°

Rostock

16°/28°

Magdeburg

19°/31°

Nürnberg

21°/35°

München

19°/36°

Dresden

21°/35°

Deutschland: Heute scheint von

einem zeitweise ungetrübten und

strahlend blauen Himmel fast überall

die Sonne. Ihre Höchstwerte erreichen

die Temperaturen mit 23 bis

37 Grad. Die niedrigsten Wertesind

bei 21bis 9Grad anzutreffen. Der

Wind weht schwach, inBöen mäßig

aus West. Morgen ist es überwiegend

heiter bis wolkig, und die

Höchsttemperaturen pendeln sich

bei 17bis 33 Grad ein. Der Wind

weht schwach bis mäßig aus Nordwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 19°-22°

Nordsee: 18°-21°

Mittelmeer: 21°-31°

Ost-Atlantik: 15°-20°

Mondphasen: 02.07. 09.07. 16.07. 25.07.

Sonnenaufgang: 04:44 Uhr Sonnenuntergang: 21:34 Uhr Mondaufgang: 01:42 Uhr Monduntergang: 14:07 Uhr

Lissabon

27°

Las Palmas

23°

Madrid

37°

Reykjavik

13°

Dublin

18°

London

20°

Paris

31°

Bordeaux

35°

Palma

35°

Algier

39°

Nizza

29°

Trondheim

15°

Oslo

23°

Stockholm

22°

Kopenhagen

25°

Berlin

34°

Mailand

35°

Tunis

32°

Rom

34°

Warschau

32°

Wien

33° Budapest

34°

Palermo

29°

Kiruna

15°

Oulu

17°

Dubrovnik

32°

Athen

32°

St. Petersburg

17°

Wilna

28°

Kiew

29°

Odessa

29°

Varna

29°

Istanbul

32°

Iraklio

29°

Archangelsk

19°

Moskau

21°

Ankara

29°

Antalya

36°

Acapulco 34° wolkig

Bali 32° sonnig

Bangkok 32° Gewitter

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 13° wolkig

Casablanca 26° heiter

Chicago 29° heiter

Dakar 30° sonnig

Dubai 41° sonnig

Hongkong 35° heiter

Jerusalem 36° sonnig

Johannesburg 15° wolkig

Kairo 41° sonnig

Kapstadt 19° sonnig

Los Angeles 19° wolkig

Manila 33° Gewitter

Miami 35° Gewitter

Nairobi 24° Schauer

Neu Delhi 44° sonnig

New York 31° heiter

Peking 37° wolkig

Perth 22° Schauer

Phuket 33° wolkig

Rio de Janeiro 31° sonnig

San Francisco 20° heiter

Santo Domingo 31° Gewitter

Seychellen 27° heiter

Singapur 33° wolkig

Sydney 17° wolkig

Tokio 31° wolkig

Toronto 27° Gewitter


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 3

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Seite 3

Die Hamas holt ihre Gäste direkt

von der Grenze ab. Vorne fährt

ein Polizeiwagen, hinten ein offener

Jeep mit MännerninTarnanzügen

und mit Maschinengewehren im

Anschlag, in der Mitte ein großer,grüner Bus

mit zwei Dutzend Auslandskorrespondenten

an Bord.Das sind die Gäste.

Sie sind aus TelAviv, Jerusalem und Ramallah

angereist, um Ismail Hanija, den Hamas-Chef,

im Gazastreifen zu interviewen.

Um elf Uhr soll die Pressekonferenz beginnen,

das ist nicht mehr zu schaffen. Die

Grenzkontrollen haben ewig gedauert, Gaza-

Stadt ist verstopft. Das Polizeiauto schaltet

die Sirenen ein, der Bus hupt. Eselskarren,

Mopedfahrer, Fußgänger flüchten an den

Straßenrand. EinMann mit einer Liste in der

Hand stellt sich den Korrespondenten als

Mitarbeiter des Informationsministeriums

vor und zählt durch. Immer wieder.Wie auf

einer Klassenfahrt, bei der niemand verloren

gehen darf.

Die Hamas gibt nicht oft Interviews. Sie

schießt Raketen Richtung Israel, baut Tunnel

und ruft ihre Bevölkerung zum Marsch der

Rückkehr auf, um ihre Ziele durchzusetzen.

Die Foreign Press Association, ein Verbund

von Auslandskorrespondenten, hat um den

Termin gebeten. DerZeitpunkt ist Zufall. Der

erste Termin war für März geplant, im März

bahnten sich Unruhen zwischen Israel und

Gaza an, Anfang Maiflogen Raketen, danach

wurde eine Waffenruhe vereinbart. Die hält,

auch jetzt noch, Ende Juni.

Und sokommt es, dass die Korrespondenten-Delegation

kurzvor dem Beginn des

Workshops in Bahrain eintrifft, bei dem es

mal wieder um nichts Geringeres als die Zukunft

des Nahen Ostens geht. DerWorkshop

wurde von Jared Kushner, Donald Trumps

Schwiegersohn, einberufen, um den ersten,

wirtschaftlichen Teil eines Friedensplanes zu

besprechen, den Trump bereits im Wahlkampf

angekündigt hatte. Als „Jahrhundertplan“,

was sonst. Der zweite, politische Teil,

soll im November folgen.

Den Palästinensern ist das egal. Für sie

hatte sich der Plan in dem Moment erledigt,

als Trump die US-Botschaft verlegte und Jerusalem

als Hauptstadt Israels anerkannte.

In Gaza stürmten an jenem TagTausende Palästinenser

die Grenze, viele starben. Die

Proteste gehen weiter,bis heute,die Zahl der

Toten liegt bei 300. DiePalästinenserführung

lehnt jegliche Zusammenarbeit mit Trump

ab. Amerika ist der Feind, Israels Verbündeter,und

der Pressetermin in Gaza für die Hamas

nichts weiter als eine gute Gelegenheit,

sich der Weltöffentlichkeit zu präsentieren,

eine Mischung aus Propagandaschulung,

Politkonferenz und Kindergeburtstag.

Wie ein König in seinem Palast

DieHamas hat das Al-Mashtal gebucht, einziges

Fünf-Sterne-Hotel im Gazastreifen, eröffnet

2011, geplant 2005, bevor die Hamas

die Wahlen gewann und Israel die Grenzen

dichtmachte,ein achtstöckiger Luxusbau direkt

am Meer,meist steht er leer.Der Bushält

direkt davor,die Türen öffnen sich. „Let’s go,

comrads!“, ruft der Mann mit der Liste.Vorwärts,

Kameraden! In der Lobby sitzen weitereMänner

mit Namenslisten, die in Plastik

eingeschweißte Namensschilder verteilen.

Später, amEnde der Veranstaltung, werden

dieselben Männer Goodie Bags mit Hamas-

Geschenken ausgeben.

Der Raum, in dem die Pressekonferenz

stattfindet, ist mit Tischtüchernund Blumen

geschmückt. Es gibt Kekse, Kaffee, Fruchtsäfte.

Ander Seite stehen Bodyguards mit

finsteren Mienen und verschränkten Armen.

Handys müssen abgegeben werden, Mitschnitte

sind nur zum Anfang erlaubt. Der

Redner lässt auf sich warten.

Ismail Hanija, 56 Jahre alt, verheiratet, 13

Kinder, ist der politische Führer der Hamas.

Ein studierter Literaturwissenschaftler, der

immer noch im selben Flüchtlingslager

wohnt, in dem er aufgewachsen ist und im

Vergleich zu anderen Hamas-Führern als

„moderat“ gilt, was immer das heißen mag.

Als er endlich kommt und die vielen wartenden

Journalisten sieht, lächelt er geschmeichelt,

setzt sich, betet zu Allah, zieht sein

Hemd glatt und beginnt. Die Israelis seien

Kriegsverbrecher,die seit über 70 Jahren das

Land der Palästinenser besetzten, gegen internationale

Resolutionen verstießen, illegale

Siedlungen bauten und mit scharfer

Munition auf Menschen schössen. Israel ist

für ihn kein jüdischer Staat, sonderndie Heimat

aller sieben Millionen Palästinenser

weltweit, der Marsch der Rückkehr eine

„friedliche Demonstration“, die Hamas eine

nationale Befreiungsbewegung.

Hanija spricht Arabisch und sehr schnell,

die Übersetzung ist trotzdem gut zu verstehen,

weil er sich ständig wiederholt: das

Rückkehrrecht der Palästinenser, die Weigerung,

Israel als Staat anzuerkennen, die Beteuerung,

gegen Juden nichts zu haben, nur

gegen Israelis, „die sich an nichts halten“.

Vorwärts,

Kameraden

Eine palästinensische Flagge wird im Januar dieses Jahres von Demonstranten geschwenkt.

DPA/ASHRAF AMRA, IMAGO IMAGES/ZUMA PRESS, AFP

Über die Zukunft des Nahen Ostens wird auf Einladung der USA gerade in

Bahrain geredet. Die Palästinenserführer sind nicht dabei.

Sie werben lieber daheim für ihre Sache

Wie ein König in seinem Palast sitzt Hanija

vor den Journalisten, verteilt Lob für „meine

Brüder“ in Ägypten, in Katar und bei denVereinten

Nationen und Tadel für die BDS-Bundestagsresolution.

Kushners Friedensplan

und die Bahrain-Konferenz erwähnt er nebenbei,

als weiteren „Türöffner für permanente

Besatzung“. Später sagt er noch auf

eine Frage hin, er werdenicht akzeptieren,

dass ein arabischer Staat so eine

Konferenz abhält. Er habe sehr

gute persönliche Beziehungen

zum König von Bahrain. Außerdem

werde esProteste geben,

„überall dort, wo Palästinenser

leben“.

Es klingt ein wenig, als wäre

VonAnja Reich, Gaza-Stadt und Ramallah

Mahmud Abbas,

Palästinenserpräsident,

83 Jahre alt

ihm das gerade erst eingefallen.

Dass man etwas gegen die Konferenz

tun kann, dass es eine

gute Gelegenheit ist, die Welt

auf seine Seite zu bringen, gegen

Israel und seine amerikanischen Verbündeten.

71 Jahre sind seit der Gründung

Israels, dem Nahost-Krieg und der Flucht

und Vertreibung der Palästinenser vergangen,

und noch immer geht es um nichts Geringeres

als die Frage,wem das Land gehört,

um das seit Hunderten vonJahren gestritten

wird.

Ismail Hanija weiß in diesem Moment

noch nichts vonden 50 Milliarden Dollar,die

der Kushner-Plan an Aufbauhilfe verspricht,

nichts von der direkten Straße und Zugverbindung

von Gaza-Stadt nach Ramallah, die

gebaut, und den Tausenden Jobs,

die geschaffen werden sollen.

Aber seine Position

ist klar: „Wir werden

kein Geld akzeptieren,

das an politische

Bedingungen

geknüpft sind“, ruft

er,„egal, wie viel es

sind.“

So ähnlich formuliert

es Mahmud

Abbas, Hanijas

Rivale im Westjordanland

ein paar Tage später. Die Palästinenserführer

sind verfeindet, seit Hanija

2006 die Wahlen gewann und ein paar Monate

später Abbas mit Macht aus dem Präsidentenpalast

in Ramallah vertreiben wollte.

Ismail Hanija, politischer

Führer der Hamas,

56 Jahre alt

Seitdem regiertder eine das Westjordanland,

der andereden Gazastreifen. Voranderthalb

Jahren sah es fast so aus, als würden sie sich

einigen und das palästinensische Volk wieder

eine einheitliche Regierung bekommen.

Doch die Verhandlungen platzten, Wahlen

gab es seit 13 Jahren nicht mehr. Abbas’ Zustimmungswerte

in der Bevölkerung bewegen

sich im einstelligen Bereich, in Gaza

gingen vor ein paar Wochen Menschen

auf die Straße, umgegen

ihre Regierung zu protestieren.

Lediglich in ihrer Ablehnung gegen

Donald Trump und seinen

Friedensplan sind sich die Palästinenserführer

einig.

„Wir sind nicht die Sklaven

Amerikas“, ruft Mahmud Abbas

vonder Bühne seines Präsidentenpalastes

herunter. Es ist

Sonntagabend, die Journalisten

sind diesmal in Fahrgemeinschaften

angereist, ohne Bus und Eskorte.

Abbas’ Wachleute tragen Anzüge und sprechen

Englisch.Vordem Saal, in dem die Pressekonferenz

stattfindet, wird eine Sicherheitsschranke

aus Plastik auseinandergeklappt.

Im Saal hängen Bilder vonArafat, Abbas

und dem Felsendom von Jerusalem,

riesengroß. Aufdem Vorplatz steht ein Krankenwagen

bereit. Mahmud Abbas ist 83 Jahre

alt, vor einem Jahr ging das Gerücht um, er

stirbt. Aber er ist zäh, bereist weiter die Welt

und betritt nun fast pünktlich auf die Minute

durch eine Seitentür den Saal, ein kleiner

Mann mit kurzen weißen Haaren und wachem

Blick. Die einheimischen Journalisten

stehen auf. Dieausländischen zögern.

Aufstehen? Für den Präsidenten? Das hat

nicht mal die Hamas verlangt. Der Moment

ist schnell vorbei, ein Gebet, dann legt Abbas

los.Erkommt schneller zur Sacheals Hanija,

erzählt, wie er sich im Jahr 2017 viermal mit

Donald Trump traf, wie sie über den Friedensplan

redeten, wie Trump ihm die Zwei-

Staaten-Lösung zusicherte. Alles war gut.

Aber dann, seine Stimme wird lauter, kurz

nach dem letzten Treffen, habe der amerikanische

Präsident seinem Schwiegersohn Jared

Kushner die Arbeit am Plan überlassen

und Trump den Umzug der Botschaft nach

Jerusalem verkündet. Kushner hat es vermasselt,

so klingt es.Seitdem ist nichts mehr

gut. Abbas brach sämtliche Gespräche ab,

das ist der Stand bis heute. Den Kushner-

Plan liest er nicht, nach Bahrain fährt er

nicht. „Es gibt nichts zu besprechen“, sagt er.

LeereVersprechen

Mahmud Abbas hat zusammen mit Jitzchak

Rabin 1993 seine Unterschrift unter den

Oslo-Friedensvertrag gesetzt, in dem sich Israel

und Palästina das erste Mal gegenseitig

offiziell anerkannten. Er kennt die Zeit, in der

es Hoffnung gab,Hoffnungauf politische Lösungen

und keine leeren Versprechen auf

Milliarden, vondenen niemand weiß, woher

sie kommen sollen und an welche politischen

Bedingungen sie geknüpft sind. Nicht

einmal taucht in Kushners Friedens-Plan die

israelische Besatzung auf, kein Wort von einer

Zwei-Staaten-Lösung und denVerträgen,

die immer noch gültig sind. Abbas beschwörtsie

in seiner Rede,als würde das helfen

–Madrid, Oslo,Genf, 1991, 1993, 2003. Er

ruft: „34-mal hat sich meine Delegation mit

den Amerikanern getroffen!“ –„Was sollen

wir machen, als kleiner Staat, als arme Menschen!“

–„Ohne die Russen, die Briten und

die Deutschen werden wir nicht an den Verhandlungstisch

zurückkehren.“ Und: „Erst

müssen sie den Staat anerkennen, dann können

sie sagen, wir geben das und das.“ Dabei

rudert er mit den Armen, stößt in seiner Rage

mit der Hand gegen das Mikrofon. Seine Berater

sitzen wachsam daneben.

Abbaswirkt mit seiner eckigen Goldbrille

und dem kleinen Oberlippenbart eher wie

ein Beamter, nicht wie ein Befreiungskämpfer.Aberwennersich

aufregt, sagt er mitunter

Sachen, für die er sich später entschuldigen

muss. Seine letzte antisemitische Bemerkung

stammt aus dem Jahr 2018. Vor

dem Palästinensischen Nationalrat sagte er,

der Holocaust sei nicht durch Antisemitismus

ausgelöst worden, sondern durch das

„soziale Verhalten“ der Judenselbst.Die Empörung

war groß, und vielleicht ist das der

Grund, warum der Palästinenserpräsident

sich so ungern interviewen lässt und es hier

in Ramallah außer einer Teilnehmer-, auch

eine Frageliste gibt. Wer etwas von Abbas

wissen will,musste vorher einen Antrag stellen

und wirdvon seinem Berater aufgerufen.

Fünf Fragen, fünf schnelle Antworten, dann

ist Schluss. Abbas bedankt sich und stemmt

sich aus seinem Stuhl, da ruft ein Journalist:

„Mister President, haben Sie den Kushner-

Report gelesen? Wassagen Siedazu?“

DerJournaliststeht nichtauf derListe,die

Berater schieben Abbas weiter, der aber

bleibt stehen, sieht den Journalisten an und

sagt: „Ich denke, Sie sollten das für mich lesen

und mir Ihre Meinung dazu sagen.“

Dann geht er, ein alter enttäuschter Mann,

derdie Aufgabe,für sein Volk zu kämpfen, an

einen Journalisten weitergibt, so könnte

man es interpretieren. Es sind seine letzten

Worte zuBahrain, zu Trump, zum Friedensplan.

Am Montagabend, alsinRamallah Tausende

Menschen auf die Straße gehen, um

dagegen zu demonstrieren, lässt er sich nicht

blicken, am Dienstag, als die Konferenz beginnt,

schweigt er.

Nurdie Hamasgibtnicht auf. In derNacht

zu Dienstag landen E-Mails in den Postfächern

der Korrespondenten. Betreff: Special

Invitation. Überschrift: Sondereinladung zu

einem bedeutendem Event. Bei dem Event,

stellt sich heraus, handelt es sich um eine

Bahrain-Gegenkonferenz, eilig einberufen.

Sie trägt denTitel„Zusammen für Befreiung

und Rückkehr“. Beginn ist Dienstag, 19 Uhr,

„Jerusalem Time“. Die Rednerliste ist lang.

Als Erster sprichtHamas-Chef IsmailHanija.

Anja Reich hat die Goodie Bag der

Hamas erst zu Hause ausgepackt. Darin

war eine kleine Palästinenserfahne.


4* Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Koalition ändert

Staatsangehörigkeitsrecht

DieKoalition hat sich auf eine Änderung

des Staatsangehörigkeitsrechts

verständigt, teilte die SPD-Vizefraktionschefin

EvaHögl mit. Menschen

mit doppelter Staatsangehörigkeit

kann demnach künftig die deutsche

Staatsangehörigkeit entzogen werden,

wenn sie Mitglied in einer Terrorvereinigung

sind. DieIdentität

müsse vorher zweifelsfrei festgestellt

werden. Erwartet wird, dass Antragsteller

sich in deutsche Lebensverhältnisse

einordnen; damit ist das

Verbot der Mehrehe gemeint. (mdc.)

Kiewsetzt Mitarbeit im

Europarat aus

Bundesaußenminister Heiko Maas

begrüßt die Entscheidung der ParlamentarischenVersammlung

des Europarats,Russland

sein Stimmrecht

zurückzugeben.„Russland gehörtin

den Europarat –mit allen Rechten

und Pflichten“, erklärte der SPD-Politiker

am Dienstag. DieSanktion war

2014 nach der russischen Annexion

der Krim verhängt worden. Als Reaktion

auf Russlands Rückkehr hat die

ukrainische Delegation eine Aussetzung

ihrer Arbeit angedroht. (dpa)

Verdächtige Wahlkampfhilfe:

AfD-Zentrale durchsucht

DieAfD-Parteizentrale in Nordrhein-Westfalen

ist wegen des Verdachts

der illegalen Wahlkampfhilfe

vonErmittlerndurchsucht worden.

Dashat die Essener Staatsanwaltschaft

am Dienstag bestätigt. DieBehörde

führtein Verfahren wegen einer

Wahlkampf-Plakataktion zugunsten

des AfD-Politikers Guido

Reil. Er war im Maiins Europaparlament

gewählt worden. (dpa)

Spahn möchte Organspende

im Unterricht behandeln

Im Zuge der Werbekampagne für

mehr Organspenden möchte Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn

(CDU) das Thema auch in die Schulen

bringen. Einunter Federführung

der Deutschen Stiftung Organtransplantation

entstandener Plan sieht

vor, das Thema in die Lehrpläne aufzunehmen.

„Daeine Entscheidung

gegen die Organspende mit der Vollendung

des 14. Lebensjahres und die

Entscheidung für die Organspende

im Alter von16Jahren getroffen werden

kann, ist es sinnvoll, bereits in

der Schule mit der Aufklärungsarbeit

zu beginnen“, zitiertdie Rheinische

Post aus dem Plan. (dpa)

Nach dem Tod gespendete

Organe 2018

Niere

Leber

Lunge

338

Herz

295

Bauchspeicheldrüse

91

Dünndarm

3

779

US-Behörden verlegen

Minderjährige aus Lager

1607

BLZ/GALANTY; QUELLE: DSO, DPA

Nach der Aufdeckung besorgniserregender

Zustände in einem US-

Grenzlager für Migrantenkinder ist

ein Großteil der Minderjährigen verlegt

worden. Laut NewYorkTimes

lebten Hunderte Kinder überWochen

in dem Lager in Clint nahe El Paso in

Texas.Eine Anwaltsgruppe hatte sich

per Gerichtsbeschluss Zugang verschafft.

DieAnwälte sagten, Kinder

hätten sich dortumandereKleinkinder

kümmernmüssen. Es mangelte

an Seife und Zahnbürsten. Kinder

hätten über Hunger geklagt. (dpa)

„Politik ist doch keine Vorabendserie“

Der Bundesfinanzminister über den SPD-Neustart, Ernsthaftigkeit beim Regieren und den Fall Walter Lübcke

Olaf Scholz kommt gerade

aus der Vorstandssitzung

der SPD, bei der der Weg

zu einer neuen Parteiführung

festgelegt wurde. Der Bundesfinanzminister

wirkt entspannt. Sein

Büro imMinisterium in der Berliner

Wilhelmstraße ist schlicht möbliert

und penibel aufgeräumt. Nur auf

dem Schreibtisch stapeln sich einige

Akten. Obwohl es heiß ist, legt der Vizekanzler

Sakko und Schlips auch

beim Interview nicht ab.

Herr Minister, die SPD will mit einer

Doppelspitze indie Zukunft ziehen.

Überdeckt das nicht nur die inhaltlichen

Schwächen Ihrer Partei?

Nein. Mit der Entscheidung für

eine Doppelspitze ziehen wir eine

klareKonsequenz aus den schlechten

Wahlergebnissen. Künftig können

wir noch präsenter sein, mehr Bürgerinnen

und Bürger erreichen und daraus

auch neue Kraft schöpfen.

Bedeutet Doppelspitze „doppelt hält

besser“ oder nur geteiltes Leid?

Wenn Siemir nur diese beiden Alternativen

lassen, dann würde ich

mich für das Erste entscheiden. Tatsächlich

geht es aber darum, dass

sich die neue Führung intensiv um

die weitere Entwicklung der Partei

kümmern muss. Das erfordert den

ganzen Mann und die ganze Frau.

Diedrei, die das jetzt vorübergehend

übernommen haben, zeigen, wie

sinnvoll es ist, diese Aufgabe auf

mehrereSchulternzuverteilen.

Sieselbst haben gesagt, Ihr Amtals Finanzminister

lasse es zeitlich nicht

zu, den SPD-Vorsitz zu übernehmen.

Ändert sich durch die Doppelspitze

etwas an dieser Einschätzung?

Ich bleibe bei meiner Haltung.

Auch für zwei Vorsitzende ist es eine

sehr anspruchsvolle Aufgabe,die SPD

wieder nach vorn zu bringen. Ichbin

aber fest davon überzeugt, dass in

dem nun eingeschlagenen Wegeine

großartige Chance für die SPD liegt.

DieAusgangslage sind allerdings nur

zwölf Prozent in Umfragen.

Dasist ein Fakt, da hilft kein Jammern.

Ergebnisse wie das der Europawahl

sind schlimm, aber sie lassen

sich auch korrigieren. Das zeigt ein

Blick in die Nachbarländer. Mit

Wahlergebnissen vonknapp über 20

Prozent kann man in den heutigen

Verhältnissen manchmal sogar den

Regierungschef stellen. Das zeigt

sich in Finnland oder Dänemark, wo

die Sozialdemokratie ähnliche

Schwächeperioden hatte.

Sie haben im Januar deutlich gemacht,

dass Siesich eine Kanzlerkandidatur

zutrauen. Gilt das unabhängig

vonder neuen Parteispitze?

Ach, ich habe mich deshalb zu

Jahresbeginn dazu geäußert, um auf

alle folgenden Journalistenfragen sagen

zu könne,ich habe dazu am Anfang

des Jahres alles gesagt.

Unddas heißt nun konkret?

Es ist dazu gesagt, was zu sagen

ist. Ichfinde im Übrigen, wir müssen

wegvon dem Entertainment-Teil der

Politik.

Wasmeinen Siedamit?

Ich finde solche Fragen ermüdend.

Politik ist doch keine Vorabendserie,

sondern esgeht um etwas

Ernstes,esgeht, wenn ich es pathetisch

sagen darf, um die Zukunft

unseres Landes. Wenn sich Interviews

aber nur noch um Personalfragen

drehen, werden sie der Sache

nicht gerecht.

In weiten Teilen der SPD gibt es die

Erwartung, dass die Partei die große

Koalition verlässt. Entspricht das IhremAnspruch

an Ernsthaftigkeit?

Im Koalitionsvertrag mit der

Union haben wir klugerweise miteinander

vereinbart, zur Halbzeit

eine Bestandsaufnahme zu machen,

wie es um die Umsetzung desVertrages

bestellt ist. Im Herbst werden wir

bewerten, wo wir stehen, was umge-

ZUR PERSON

IMAGO IMAGES

Olaf Scholz, 61, wurde in Osnabrück geboren. Er studierte in Hamburg Rechtswissenschaft

und ist Anwalt für Arbeitsrecht. Als Gymnasiast trat er in die SPD ein. Er war Juso-Vize, Generalsekretär

und kommissarischer Vorsitzender und ist derzeit stellvertretender Parteichef.

In Hamburg war Scholz ab 2001 Innensenator,von 2011 bis 2018 Erster Bürgermeister.

2007 wurde er Bundesminister für Arbeit und Soziales, 2018 Finanzminister und Vizekanzler.

Verheiratet ist Scholz mit Britta Ernst (SPD), Bildungsministerin in Brandenburg.

setzt ist und was wir für die Zukunft

vorhaben. All das tun wir mit großer

Ernsthaftigkeit. Ich kann nur jedem

empfehlen, das auch entsprechend

ernst zu nehmen. Unabhängig davon

ist für mich eines klar: Nach der

nächsten Wahl wird eskeine weitere

große Koalition geben.

Sie haben Dänemark erwähnt. Kann

die SPD etwas vonder dänischen Sozialdemokratie

lernen?

Mancher mag das glauben. Aber

ich kann mit Sprüchen, die SPD

müsse sozialpolitisch mehr links und

innenpolitisch mehr rechts sein, gar

nichts anfangen. Abschottung und

Ausgrenzung kann nicht unserePolitik

sein, wir schüren keine Ressentiments.

Ich setze auf Pragmatismus.

Das bedeutet natürlich, die Polizei

besser auszustatten oder den Zoll zu

verstärken, um die Schwarzarbeit zu

bekämpfen. Es bedeutet aber auch einen

vernünftigen und humanitären

Umgang mit Flucht und Migration.

Undesbedeutet, dass wir auf gezielte

Einwanderung setzen, um den BedarfanFachkräften

zu decken.

Welche Bedeutung hat das Klimaschutzgesetz

bei der Bewertung der

Frage, ob die SPD in der Regierung

bleibt?

Die Klimafrage ist von zentraler

Bedeutung für diese Entscheidung.

Gelingt es der Koalition, die richtige

Antwort zugeben auf diese Herausforderung?

Eine CO 2 -Bepreisung

wäre ein marktwirtschaftliches Element

einer solchen Antwort. Zugleich

müssen wir aber dafür sorgen, dass

diejenigen mit normalen oder geringen

Einkommen, die oft keine

Chance haben auszuweichen, wirtschaftlich

nicht darunter leiden. Die

Zeit der großen Reden ist vorbei, jetzt

geht es um konkrete Taten.

CSU-Chef Markus Söder hat gefordert,

den Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen.Wäredas

eine konkrete Tat?

Ich verstehe diesen Vorschlag

nicht. Im Frühjahr haben wir einen

ganz breiten gesellschaftlichen

Kompromiss erzielt, da haben Umweltverbände,

Gewerkschaften,

Wirtschaft und Politik gemeinsam

einen Ausstiegspfad bis spätestens

2038 vereinbart. Dieses Datum ist

realistisch, es gibt allen Beteiligten

Planungssicherheit. Der Wert dieser

Einigung kann nicht hoch genug eingeschätzt

werden.

Bei der Grundsteuer brauchen Sie

nach der Einigung in der Koalition

eine Verfassungsänderung. Dafür

brauchen Sie die Opposition. Wann

suchen Siedas Gespräch?

Bei unseren Verhandlungen mit

den Ländern saßen FDP, Grüne und

die Partei Die Linke mit am Tisch,

weil sie ja in unterschiedlichen Landesregierungen

vertreten sind. Jeder

teilt die Einschätzung, dass wir die

Grundsteuer brauchen, um sicherzustellen,

dass Städte und Gemeinden

ordentlich finanziert sind, um

Kindergärten, Spielplätze und Straßen

zu bauen, Büchereien und Bürgerämter

zu unterhalten. Deshalb

bin ich sehr zuversichtlich, dass die

Reform wie vom Bundesverfassungsgericht

gefordertEnde des JahresimGesetzblatt

steht.

Zum Fall Lübcke: Finden Sie auch,

dass Politiker wie Erika Steinbach

mitverantwortlich sind für den Tod

vonWalter Lübcke?

Der Mord ist furchtbar und eine

Zäsur für unser Land. Ichfinde es befremdlich,

dass vergleichsweise wenig

über diese Tatgesprochen wird.

Es ist merkwürdig still in Deutschland,

ähnlich wie seinerzeit, als der

Terror des NSU aufgedeckt worden

ist. Morde durch Rechtsterrorismus

stellen eine neue Qualität dar. Ich

wünsche mir,dass wir hier als Demokraten

alle zusammenhalten. Kein

Demokrat sollte so reden, dass Gewalt

in seinenWorten mitschwingt.

DasGespräch führten Gordon

Repinski und Timot Szent-Ivanyi.

Sanierung der

„Gorch Fock“

geht weiter

Das Segelschulschiff soll bis

Herbst 2020 seetauglich sein

VonDaniela Vates

ImVerteidigungsministerium malt

sich mancher schon die Bilder aus:

Die „Gorch Fock“, der imposante

Dreimaster der Bundeswehr, läuft

2020 als Star auf der Kieler Woche

ein, der traditionellen Segelregatta

an der Ostsee: der Rumpf frisch lackiert,

die Segel fleckenlos.

Dasentspricht nicht ganz der offiziellen

Planung des Ministeriums.

Aber eine Grundentscheidung ist gefallen.

„Unser Segelschulschiff wird

weitergebaut“, verkündete das Ministerium

am Dienstag nach jahrelanger

Renovierung, einer Kostenexplosion

vonzehn auf 135 Millionen Euro und

monatelanger Unsicherheit. „Bis

Herbst 2020 soll die ‚Gorch Fock‘ im

Rahmen der vereinbarten Kostenvorgaben

fertiggestellt sein.“

Bisherige Kosten: 70 Millionen Euro

Vergangene Woche war das Schiff

erstmals testweise zu Wasser gelassen

worden, die sogenannte Ausdockung.

Unabhängige Experten der

Germanischen Lloyd hätten die Reparaturarbeiten

kontrolliert, das Ministerium

habe den neuen Kostenplan

des Hauptauftragnehmers Elsflether

Werft überprüft, hieß es im

Ministerium. Die weitere Sanierung

werdealle 14 Tage überprüft.

Bislang hat die Bundeswehr für

die Instandsetzung rund 70 Millionen

Euro gezahlt. Die gravierende

Kostensteigerung war vom Ministerium

über Jahre durchgewinkt worden.

Erst im Dezember letzten Jahres

erfolgte ein Zahlungsstopp, nachdem

ein Korruptionsverdacht aufgekommen

war,andem auch ein Bundeswehr-Mitarbeiter

beteiligt war.

Wieder Wasser untermKiel: die „Gorch

Fock“ am Freitag in Bremerhaven. AFP

DieOpposition kritisierte vonder

Leyens Entscheidung und verknüpfte

ihr politisches Schicksal mit

der Einhaltung des Kostenrahmens.

Das Problem „Gorch Fock“ sei nun

„zum Problem von Ursula von der

Leyen geworden“, sagte Grünen-Sicherheitsexperte

Tobias Lindner der

Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). „Es ist weder geklärt,

ob der Kostenrahmen eingehalten

werden kann, noch wie dies

bewerkstelligt werden könnte.“ Das

Ministerium müsse sich den Kostenrahmen

vonder Werftvertraglich garantieren

lassen. Die vom Ministerium

geltend gemachte erfolgreiche

Ausdockung des Schiffs sei im Übrigen

„kein Anlass zum Jubel oder zur

Entwarnung: Man kann erwarten,

dass ein Rumpf dicht ist, wenn dafür

70 Millionen Euro gezahlt wurden.“

Der Linken-Verteidigungsexperte

Matthias Höhn sagte, mit der Sanierung

werde Geld in einem „ziemlich

sinnlosen Projekt“ verschwendet.

„Historische Verbundenheit kann

kein Grund sein, Millionen in einen

alten Segler zu investieren.“

Die Elsflether Werft, die als Folge

des Skandals Insolvenz angemeldet

hat, bleibt bei der „Gorch Fock“ wohl

weiter im Spiel. Ihre bisherigen Vorstände

sind abgesetzt. Die Staatsanwaltschaft

ermittelt. Offenbar wurden

systematisch überhöhte Rechnungen

gestellt. Die Elsflether Werft

und Subunternehmer wie die Bredo-

Werft streiten noch um ausstehende

Zahlungen. DieBredo-Werft hatte zuletzt

versucht, die „Gorch Fock“ als

Pfand zu beanspruchen. Nun hat sie

den Sanierungsauftrag verloren.


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 5

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Politik

Trümmerteile in Sichtweite eines Kindergartens

Nach dem Absturz von zwei Eurofightern in Mecklenburg-Vorpommern wird über Übungstiefflüge in Urlaubsgebieten debattiert

Der Absturz von zwei Eurofightern

in Mecklenburg-Vorpommern

mit

einem Toten hat eine Debatte

über die Übungsflüge der Bundeswehr

ausgelöst. Politiker von

Grünen und Linkspartei forderten

eine Überprüfung oder gar Stopp der

Tiefflüge in der Urlaubsregion. Der

verteidigungspolitische Sprecher

der Linkspartei im Bundestag, Tobias

Pflüger, forderte eine sofortige

„Einstellung von allen Tiefstflügen

von Bundeswehr-Kampffliegern“.

Der Unfall zeige, „wie leichtsinnig

die Bundeswehrführung mit unser

aller Leben umgeht“. Auch der Bürgermeister

vonWaren an der Müritz,

Norbert Möller (SPD) plädierte für

einen Verzicht: „Viele Touristen haben

keinVerständnis dafür,dass ausgerechnet

rings um die Müritz solche

Tiefflüge geübt werden.“ Es

müsse geprüft werden, in welchen

Regionen und in welchem Ausmaß

Eurofighter fliegen dürfen, und inwiefernman

die Flüge über Urlaubsregionen

einschränken könne, sagte

die Landesvorsitzende der Grünen

in Mecklenburg-Vorpommern,

Claudia Schulz, am Dienstag. Dies

sei nötig, weil „Emissionen, Lärm

und auch die Gefahren für die Bevölkerung

nicht unerheblich sind“.

Tobias Lindner, sicherheitspolitischer

Sprecher der Grünen-Fraktion

im Bundestag, warnte dagegen voreiner

Debatte über eine Einschränkung

des Übungsbetriebs: „Wenn man

Flugzeuge hat, muss man damit auch

üben. Die Zahl der Übungsflüge ist

aus Kostengründen ohnehin bereits

reduziertworden“, sagte er der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Ein Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr mit einem Schutzanzug sichertein

Trümmerteil eines Eurofightersauf einem Feld bei Nossentiner Hütte.

DPA

Deutschland). DerBericht des Generals

Flugsicherheit über die Unglücksursache

sollte abgewartet werden.

Auch Henning Otte (CDU) verteidigte

die Luftkampfübungen. „Die

Bundeswehr muss dort üben, wo sie

im Bedarfsfall auch verteidigt“, sagte

der Verteidigungspolitiker der Unionsfraktion

im Deutschlandfunk.

Beim Absturz der beiden Kampfjets

am Montag waren Wrackteile

auch in Sichtweite eines Kindergartens

der Ortschaft Nossentiner Hütte

eingeschlagen. Dabei seien weder

Personen noch Gebäude zu Schaden

gekommen, sagte eine Polizeisprecherin.

Beim Löschen vonWrackteilen

wurden zwei Feuerwehrleute

verletzt, weil sie möglicherweise giftigen

Rauch einatmeten.

Die Eurofighter waren etwa 20

Minuten nach dem Aufsteigen zusammengestoßen

und abgestürzt.

Siewaren zusammen mit einem dritten

Jet auf einem Übungsflug, bei

dem sie einen Luftkampf simulierten.

Bei dem getöteten Piloten handelte

es sich nach Angaben der Luftwaffe

um einen 27 Jahre alten Oberleutnant.

Er verfügte über 400 Stunden

Flugerfahrung und war

ausgebildeter Kampfpilot. Dem

überlebenden Piloten gehe es „den

Umständen entsprechend gut“. Er

schwebe nicht in Lebensgefahr. Der

Oberstleutnant sei ein „erfahrener

Eurofighter-Pilot und Fluglehrer“

und habe mehr als 3700 Flugstunden

absolviert. Beide Eurofighter gehörten

zum Taktischen Luftwaffengeschwader

73 „Steinhoff“.

Zugewiesene Flugkorridore

In dieser Woche starten vondortvoraussichtlich

keine Jets mehr,wie ein

Sprecher sagte. Dadie Unglücksursache

unklar sei, werde der Flugbetrieb

ausgesetzt. Normalerweise

starten die Eurofighter etwa 20 Mal

pro Tag, hieß es. Das Gebiet könne

jeden Tagwechseln, da es von der

Flugsicherung zugewiesen werde.

Manchmal werde über der Seenplatte

geflogen, manchmal über Niedersachsen,

Schleswig-Holstein

oder Brandenburg. (vat., AFP,dpa)

Anklage gegen

„Revolution

Chemnitz“

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Anzeige

Rechte Terrorgruppe soll

Aufstand geplant haben

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe

hat Anklage gegen acht

Mitglieder der mutmaßlich rechtsterroristischen

Gruppe „Revolution

Chemnitz“ erhoben. Den Männern

im Alter von 21bis 31 Jahren werde

vorgeworfen, sich im September vergangenen

Jahres zusammengeschlossen

zu haben, um Anschläge

zu begehen, heißt es in einer Mitteilung

des Generalbundesanwalts. Sie

sollen auch einen bürgerkriegsartigen

Aufstand in Berlin geplant haben,

berichtete der Rechercheverbund.

Grundlage für die Anklage sei

die Auswertung von Chat-Protokollen

auf den Handys der Beschuldigten.

Der Generalbundesanwalt ermittelt

seit geraumer Zeit gegen die

Gruppierung. Die acht Männer sitzeninUntersuchungshaft.

EinGroßteil

von ihnen zählt den bisherigen

Ermittlungen zufolge zu den führenden

Köpfen der Hooligan-, Skinhead-

und Neonazi-Szene im Raum

Chemnitz.

Journalistenpreis der deutschen Zeitungen

Julius Betschka&Martin Nejezchleba

BerlinerMorgenpost

REPORTAGE LOKAL

Sebastian Dalkowski

Rheinische Post

DIE NOMINIERTEN 2019

Maris Hubschmid

Der Tagesspiegel

Dr.Gregor Peter Schmitz

Augsburger Allgemeine

MEINUNG LOKAL

Hannes Soltau

Der Tagesspiegel

Bestellliste für Waffen

Unter der Führung von Christian K.

hätten sich die Männer Mitte September

2018 in einer verschlüsselten

Chat-Gruppe „Planung zur Revolution“

zusammengefunden. In der

Gruppe seien auch Hitlerbilder gepostet

worden.

Zurgeplanten Aktion am 3. Oktober

2018 habe Christian K. in die

Gruppe geschrieben, es müsse „nur

so aussehen, als hätten die Parasiten

angefangen!“ In einer Vernehmung

habe einer der Angeklagten eingeräumt,

mit der Aktion hätten „Gesetze

außer Kraft gesetzt werden“

sollen. In Berlin, zitiert die Bundesanwaltschaft

aus dem Chat, sollte

„so etwas wie ein Bürgerkrieg, ein

Aufstand entstehen“ mit der Folge,

„dass sich die Polizei auf unsereSeite

stellt, gegen die Linken.“ Nach Überzeugung

der Ermittler sollten der Aktion

langfristig weitere Gewaltakte

folgen. Ziel der Gruppe seien der

Sturzder Regierung und der Zusammenbruch

der demokratischen Ordnung

gewesen.

Wie konkret die Planung für den

3. Oktober vorangeschritten war, ist

den Ermittlern nicht bekannt. Aber

die Gruppe war nach Erkenntnissen

des Generalbundesanwalts „dabei,

sich Schusswaffen zu besorgen“. Die

Mitglieder hätten bereits eine Bestellliste

angefertigt und damit begonnen,

Geld zu sammeln, als sie

festgenommen wurden. Bei Hausdurchsuchungen

seien allerdings

keine Schusswaffen gefunden worden.

(dpa/BLZ)

Marius Buhl

SZ Magazin

Peter Dausend

Die Zeit

REPORTAGE ÜBERREGIONAL

Tina Kaiser

Welt am Sonntag

Anna Hunger

Kontext: Online

Christoph Cadenbach

SZ Magazin

THEMA DES JAHRES: WELT IMUMBRUCH –DEMOKRATIE IN GEFAHR?

Andrian Kreye

Süddeutsche Zeitung

Sie haben journalistische Glanzstücke geliefert–brillant in Sprache, Stil und Form,Zeugnisse einer demokratischen und

gesellschaftspolitischen Verantwortung. Sie stehen damit in der Tradition vonTheodor Wolff(1868 –1943), dem einstigen

Chefredakteur des legendären »Berliner Tageblatts«. Die Preisträger werden heuteinBerlin gewählt.

Die Zeitungen in Deutschland

MEINUNG ÜBERREGIONAL

Fabienne Hurst

Die Zeit

Daniel Schulz

taz –die tageszeitung

LEBENSWERK

Michael Jürgs

Kuratorium für den Theodor-Wolff-Preis ·Markgrafenstraße 15 ·10969 Berlin ·Telefon: 030-726298-212 ·Telefax: 030-726298-217 ·www.theodor-wolff-preis.de


6 Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Hauptstadt

Gesundheit

19. Deutscher Bundestag

Justiz und Verbraucherschutz

Verabschiedete Gesetze

6

in Planung

10

AfD

91 Sitze

709

Abgeordnete

Die Linke

69 Sitze

Verabschiedete Gesetze

in Planung

27

33

Das Gesundheitsministerium hat auf die Anfrageder

Berliner Zeitung am schnellsten geantwortet.

Das passt zurArbeitsgeschwindigkeit

vonMinister Jens Spahn (CDU). In der laufenden

Legislaturperiode hat sein Haus mehrere wichtigeGesetzte vorgelegt,

unter anderem zur Vergabe vonArztterminen, zur Regelung

vonTransplantationen und Organspende sowie das Gesetz

zur Stärkung des Pflegepersonals, das eine bessere Personalausstattung

an Kliniken sichernsoll.

Verabschiedete Gesetze

1

in Planung

3

Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung

hat sich bei der Vorlagevon Gesetzentwürfen

eher zurückgehalten, was Ministerin

Anja Karliczek (CDU) bisweilen vorgeworfen

wurde. Immerhin wurde unter anderem das Bundesausbildungsförderungsgesetz

geändert, das mehr Studenten mit

BAföG versorgen soll. Es wird demnächst in Kraft treten.

Familie und Frauen

FDP

80 Sitze

fraktionslos

CDU/CSU

246 Sitze

Fraktionslose

4 Sitze

Bündnis 90/Die Grünen

67 Sitze

Abwesenheiten der Fraktionen

1. bis 105. Sitzung der 19.Legislaturperiode des Deutschen Bundestages

SPD

152 Sitze

Linke SPD AfD Grüne FDP CDU/CSU

14,52% 7,49% 5,65% 5,18% 5,03% 4,86% 3,62%

Verschnaufpause

20 Seiten mit Tabellen umfasst die Bilanz, die

das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz

schickte. Mit das wichtigste Gesetz, für

das das Haus die Federführung hatte, ist das Gesetz

zur Einführung einer Musterfeststellungsklage, mit der Verbraucherschutzverbände

die Möglichkeit haben, zugunsten

vonVerbrauchernvor Gericht zu ziehen. Amtsinhaberin Katarina

Barley(SPD) wechselte inzwischen nach Brüssel.

Verabschiedete Gesetze

in Planung

4

Ernährung und Landwirtschaft

12

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin

Julia Klöckner (CDU) hat ihr Amt mit dem

Hinweis angetreten, sie sei kein verlängerter

Armdes Bauernverbandes. Besonders unangenehm

wurde sie aber nicht für die Lobby. Besondere Initiativen

in Richtung naturverträgliche Landwirtschaft sind nicht bekannt,

auch bei der Kennzeichnungspflicht vonZucker und Fett

auf Lebensmitteln setzt sie lieber auf Freiwilligkeit der Industrie

als auf feste Grenzwerte.

Finanzen

Verabschiedete Gesetze

4

in Planung

7

Zum Beginn der Parlamentsferien haben wir um eine

Zwischenbilanz aus den Ministerien gebeten

Verabschiedete Gesetze

in Planung

18

20

Auch Familienministerin Franziska Giffey(SPD)

hat bereits gut vorgelegt, vorallem bei der

kreativen Auswahl vonNamen für ihre Vorhaben.

Das Gute-Kita-Gesetz ist im Januar in Kraft

getreten, das Starke-Familien-Gesetz soll ab Juli gelten.

Geplant sind außerdem die Weiterentwicklung des Kinderund

Jugendmedienschutzes, eine Reformder Adoptionsvermittlung

und eine Elterngeldreform.

Verabschiedete Gesetze

4

in Planung

9

Umwelt und Naturschutz

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat in

ihrem Haus die größten Baustellen, weil Klimaund

Umweltschutz derzeit eines der meistdiskutierten

politischen Themen ist. So soll bis

Ende des Jahres ein Klimaschutzgesetz verabschiedet

werden. Außerdem sind weitere Aktionsprogramme für Insektenschutz

und zur Luftreinhaltung in Planung.Wichtiges Etappenziel

war die Verständigung auf den Kohleausstieg für das

Jahr 2038.

VonChristine Dankbar und Isabella Galanty (Grafiken)

In dieser Woche tagt der Bundestag

zum letzten Malvor der

Sommerpause. Gut möglich,

dass es die große Koalition bis

zur nächsten Sitzung im September

noch weiter auseinandergetrieben

hat. Viele politische Beobachter

rechnen ja mit einem baldigen Ende.

Grund genug also,eine Zwischenbilanz

der Regierungsarbeit zu ziehen.

Die Berliner Zeitung hat bei allen

Ministerien angefragt, welche

Gesetzgebungsvorhaben sie bereits

umgesetzt haben und welche sich

noch in der Planung befinden. Die

Antworten fallen sehr unterschiedlich

aus,was nicht am unterschiedlichen

Fleiß der Beteiligten liegt, sondern

anden Geschäftsfeldern. So ist

die Erarbeitung von Gesetzen im

Auswärtigen Amt von eher untergeordneter

Natur, während das Justizministerium

gewissermaßen an allen

Gesetzen mitwirkt, weil es die der

anderen Häuser juristisch überprüft.

Untätig geblieben ist kein Ministerium.

Dennoch kann man sagen,

dass die Ernüchterung über die Ergebnisse

der meisten Ressorts überwiegt.

Aus dem Forschungsministerium

kamen wenige Impulse, das

Umweltministerium kündigt vor allem

viele Aktionsprogramme an, die

Landwirtschaftsministerin will Verbesserungen

vor allem im Einvernehmen

mit jenen erreichen, die sie

eigentlich nicht umsetzen wollen.

Die Abgeordneten wiederum

zeigten durchaus Standvermögen,

ihreFehlzeitenimParlament hielten

sich im Rahmen. Jetztsind jedenfalls

erst einmal Ferien.Vielleichtbeginnt

direkt danach schon wieder der

nächste Wahlkampf.

Spannend waren die letztenWochen für Finanzminister

Olaf Scholz (SPD). Er muss vordem

Jahreswechsel nocheineReformder Grundsteuer

durchs Parlament bringen und war deshalb

dringend auf einen Koalitionskompromiss angewiesen.

Wichtigfür dieBürgerwar das Familienentlastungsgesetz mit

Anhebung des Kindergeldes um 10 Euro pro Monat. Wichtige

Planung: Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für 90

Prozent der Steuerzahler.

Arbeit und Soziales

Verabschiedete Gesetze 10

in Planung

16

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) darf für

sich in Anspruch nehmen, mit seinen Plänen

den größtenKoalitionskrach initiiertzuhaben:

Die Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung ist

so wie er sie plant, nicht vorgesehengewesen. Ob sie

kommt, ist also noch unklar.Das Ministerium hatte großen Anteil

am Starke-Familien-Gesetz und hat eine Reihe vonkleineren

Verbesserungen für Arbeitnehmer/innen initiiert.

Verteidigung

Auswärtiges Amt

Verkehr und Digitales

Inneres, Bauen und Heimat

Verabschiedete Gesetze

1

in Planung

2

Verabschiedete Gesetze

3

in Planung

3

Verabschiedete Gesetze

keine Angaben

in Planung

keine Angaben

Verabschiedete Gesetze

in Planung

12

16

Verteidigungsministerin Ursula vonder Leyen

(CDU) hatte vorallem Scherereien mit der Kritik

an den externen Beraternihres Ministeriums

und dem Ärger um die Sanierung des Segelschulschiffs

„Gorch Fock“. Verabschiedet wurde ein

Gesetz, das die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr

verstärken soll. Geplant sind außerdem Neuregelungen bei der

Entschädigung vonSoldatinnen und Soldaten.

Die außenpolitische Arbeit der Bundesregierung

lässt sich nicht an den Gesetzesinitiativendes

Auswärtigen Amtes messen, sondern

eher an der Reisediplomatie des Ministers Heiko

Maas (SPD). Dennoch gabesauch aus diesem Haus interessante

Gesetzesinitiativen, so etwa das Brexit-Übergangsgesetz

sowie den Gesetzentwurf zum Vertrag vom22. Januar 2019,

mit dem die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration

verbessertwerden soll.

Das Bundesverkehrsministerium hatte in der

vergangenen Woche ein bisschen Stress mit

der Pkw-Maut, die ja nun doch nicht kommt.

So reichte es nur für eine Liste, in der diverse Förderprogramme,

etwa für „umweltfreundliche Lkw“ aufgelistet

werden und auf weitere große Erfolgevon Minister Andreas

Scheuer (CSU) hingewiesen wird: „Wir bringen ab sofortdas

Turbo-Internet in alle Klassenzimmer.“

Als der CSU-Politiker Horst Seehofer das Innenministerium

übernahm, hat er sich auch noch

die Zuständigkeiten für Bauen und Heimat

übertragen lassen. Ausdiesen beiden Bereichen

kamen wenigImpulse. Dafür hat Seehofer mit der Änderung

des Asylgesetzes und dem Gesetz zur Fachkräfteeinwanderung

tagelang die Diskussion dominiert. So wird es wohl

auch sein,wenn demnächst das Gesetz zur Vereinfachung von

Asylverfahren ansteht.

PLATZ DER REPUBLIK

Lasershow für

die Demokratie

Holger Schmale

über Geschichtsunterricht untermSternenhimmel

Das Berliner Parlamentsviertel ist

nicht gerade eine Partyzone.

Aber seit dieser Woche ist abends bei

gutem Wetter,soab22Uhr,wenn die

Sonne untergegangen ist, plötzlich

doch einiges los zwischen Reichstagsgebäude

und Marie-Elisabeth-

Lüders-Haus auf der anderen Seite

der Spree. Lasereffekte zucken über

die Fassaden, dazu tönt „Tage wie

diese“ vonden Toten Hosen in einem

satten Sound über das Wasser. Dann

verwandelt sich das Lüders-Haus in

eine riesige Lichtspielbühne und oft

verfolgen Hunderte Menschen gebannt

eine Film- Licht- und Ton-Installation.

Seit einigen Jahren schon

veranstaltet der Bundestag in den

Sommermonaten diese Abendunterhaltung,

die historische und politische

Information in einer höchst attraktiven,

multimedialen Inszenierung

bietet. Die halbstündige Installation

trägt den Titel„Dem deutschen

Volke —Eine parlamentarische Spurensuche.

Vom Reichstag zum Bundestag“

und zeigt die Geschichte des

Parlamentarismus in Deutschland

und die des Reichstagsgebäudes sozusagen

am Originalschauplatz.

DieZuschauer sitzen auf den Stufen

am Reichstagsufer und erleben

wichtigeWegmarken und emotionale

Höhepunkte deutscher Parlamentsgeschichte

– vom Kaiserreich Ende

des 19. Jahrhunderts über die revolutionär

beginnende Weimarer Zeit, die

finsteren Jahrevon Nazi-Diktatur und

Unterdrückung der Demokratie, die

Teilung Deutschlands und die Blockade

Berlins bis zum Mauerfall und

der Wiedervereinigung. Die Hauptrolle

spielt dabei stets das Reichstagsgebäude

im Rücken der Zuschauer –

wie es errichtet, zerstört, instand gesetzt,

verhüllt und umgebaut wurde,

bis schließlich 1999 dort wieder das

Herz der deutschen Demokratie zu

schlagen begann.

Die Präsentation vermag es, die

zeitgeschichtlichen Informationen

in ein emotionales Erlebnis einzubetten.

Insgesamt werden fünf Projektionsflächen

bespielt, die größte

in Form einesriesigen runden Gucklochs

von 300 Quadratmetern, die

kleinste hat immer noch 21 Quadratmeter.

Zusätzlich werfen Laserprojektoren

weitereMotiveauf verschiedene

Gebäudeteile; Scheinwerfer

und die Toninstallation schaffen

eine eindrucksvolle Stimmung an

der Spree, deren Wasser das Geschehen

vielfältig reflektiert. EineVorführung

dauert30Minuten und wirdjeden

Abend zweimal hintereinander

gezeigt. Der Film hat englische Untertitel,

aber mithilfe einer App können

ausländische Touristen den Text

auf dem Smartphone in zehn Sprachen

verfolgen. Zur heiteren Atmosphäre

an den jetzt so besonders

lauen Abenden trägt der freie und

unkontrollierte Zugang mitten im

Parlamentsviertel bei, eine schöne

Berliner Besonderheit unter den großen

Hauptstädten.

In der letzten Sitzungswoche vor

der Sommerpause hat der Bundestag

noch einiges zu tun. Am Donnerstag

absolviert ersozusagen ein Parallelprogramm

zur Installation draußen.

DieTagesordnung reicht fast bishalb

zwei Uhr früh am Freitagmorgen.

Aber es istgut möglich, dass Themen

wie die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung

dann doch nicht mehr

debattiert werden und die Abgeordneten

einfach mal schauen, was sich

da vorihrer Türsoabspielt.


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

▼ 12228,44 (–0,38 %)

26.3.19

25.6.19

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

▲ 65,09 (+0,48 %)

26.3.19

25.6.19

Euro in US-Dollar

▼ 1,1388 (–0,05 %)

Osram verkauft

Leuchtengeschäft

DerLichtkonzernOsram verkauft

sein traditionelles Beleuchtungsgeschäft

an den Münchner Finanzinvestor

SternStewartCapital. Die

schwächelnde Sparte,die unter dem

Namen Siteco firmiert, sitzt im oberbayerischen

Traunreut und stellt im

Wesentlichen Beleuchtung für Straßen,

Büros und Fabriken her.Einen

Kaufpreis für den Bereich, der im

vergangenen Geschäftsjahr mit

rund 900 Mitarbeiterneinen Umsatz

vonmehrals 200 Millionen Euro erwirtschaftete,nannte

das Unternehmen

nicht. Osramproduziertmittlerweile

hauptsächlich LED-Beleuchtung

für Autos und optische

Halbleiter. (dpa)

26.3.19

Stand der Daten: 25.06.2019 (21:51 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Quelle

25.6.19

Nissan lehnt Fusion

mit Renault ab

Gewinner

aus DAXund MDAX vom25.06.zum Vortag

1&1 Drillisch 29,44 +2,29 WWWWW

Osram Licht NA 28,00 +1,97 WWWWW

Airbus 125,16 +1,56 WWWW

GrenkeNA 90,70 +1,45 WWWW

Bechtle 98,65 +1,39 WWWW

Infineon NA 15,07 +1,39 WWWW

Verlierer

ausDAX und MDAXvom 25.06. zumVortag

MorphoSys 87,00 WWWWWWWWWWW –5,33

ProSiebenSat.1 13,48 WWWWWWWWWW –5,01

Dialog Semic.NA 32,43 WWWWWWW –3,14

Software 29,82 WWWWWWW –3,12

Evotec 24,08 WWWWW –2,11

Siltronic NA 58,46 WWWWW –2,11

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 25.06. ±% z. 24.06.

Euro Stoxx 50(EU) –0,32

3537/2909 3444,36

CAC 40(FR) – 0,13

5601/4556 5514,57

S&P UK(UK) +0,08

1569/1323 1502,43

RTS (RU) – 0,45

1393/1033 1380,87

IBEX (ES) –0,36

9972/8286 9159,80

Dow Jones (US) –0,69

26952/21713 26543,73

Bovespa (BR) –0,60

102617/70134101452,88

Nikkei (JP) – 0,43

24448/18949 21193,81

Hang Seng (HK) –1,19

30280/24541 28147,46

Stx Singap. 20 (SG) –0,04

1635/1350 1593,00

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,89 2,89 2,89

PSD Bank Nürnberg

psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

Targobank

targobank.de 3,10 3,10 3,10

Commerzbank

069/98660966 3,74 4,98 4,74

Postbank

postbank.de 3,79 3,79 3,79

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,79 3,79 3,79

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 3,49 3,69 3,69

Sparda-Bank Berlin

sparda-b.de 4,95 5,95 6,25

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 4,49 4,49 3,39

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 4,21 4,30 4,38

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

Ladestation fürE-Autos in der Innenstadtvon München.

Mehr Ladestationen für mehr E-Autos

Mit einemMasterplan soll jetzt die Infrastruktur der künftigenElektromobilität geschaffen werden

Von Frank-Thomas Wenzel

Ein Masterplan zum Ausbau

der Ladeinfrastruktur soll

nun erarbeitet werden, um

die Elektromobilität voranzubringen

–darauf haben sich Bundesregierung,

Autobauer und Gewerkschaften

beim jüngsten Autogipfel

geeinigt.

Welche Interessen verfolgen Autobauer

und Bundesregierung bei ihrem

Engagement für die Elektromobilität?

Die Bundesregierung will die Klimaziele

für 2030 erreichen, die auch

eine Reduzierung der CO 2 -Emissionen

des Verkehrssektors um gut

40 Prozent bedeuten würden. Ansonsten

werden Strafzahlungen an

die EU fällig. Selbigesdroht auch den

Autobauern, die in den nächsten Jahren

den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer

Neuwagenflotten massiv drücken

müssen. Das kann nur mit E-Autos

erreicht werden, die als Fahrzeuge

mit null Emissionen bewertet werden.

Warumkommen nun Ladestationen in

den Fokus?

Die Autobauer haben angekündigt,

ihre Portfolios mit Elektroautos

in den nächsten Jahren massiv auszubauen.

Um die Fahrzeuge auch absetzenzukönnen,mussnachAnsicht

der Autolobby VDA die Ladeinfrastruktur

schnell ausgebaut werden,

damit sie „sichtbar, flächendeckend

und komfortabel verfügbar“ ist–niemand

kauft ein E-Auto,wenn unklar

Von Erich Reimann

Rein elektrisch: Bis zum

Jahr 2023 will BMW mehr

als zwölf rein elektrische

Autos ohne Verbrennungsmotor

anbieten. Das kündigte

Vorstandschef Harald KrügerinMünchen

an. Kurzfristiges

Ziel ist es, bis Jahresende

die Gesamtzahl der

verkauften Fahrzeugemit

vollelektrischem oder Hybridantrieb

auf über eine halbe

Million zu erhöhen.

ist, wo und wie der Akku geladen

wird. Aktuell haben Fahrzeuge, die

Stromtankstellen ansteuern – reinrassige

E-Mobile und Plug-in-Hybride

–, einen Marktanteil vongut 2Prozent

an den Neuzulassungen. Das

muss massiv gesteigertwerden.

Parfüm, Schnaps, Handys

Im Einzelhandel wurden 2018 Waren im Wert von 3,75 Milliarden Euro gestohlen

EIN DUTZEND E-AUTOS VON BMW

Produktionsorte: In diesem

Jahr soll in Großbritannien

die Produktion des Elektro-

Mini starten, 2020 soll im

chinesischen Shenyang der

vollelektrische BMW iX3 serienmäßig

vomBand laufen.

„Bis 2021 werden wir den

Absatz elektrifizierter Fahrzeugegegenüber

2019 bereits

verdoppeln“, erklärte

Konzernchef Krüger am

Dienstag.

Absatzanteil: Bisher machen

Elektro- und Hybridautos

nur einen kleinen Teil

des Absatzes aus: 2018 verkaufte

der Konzernweltweit

knapp 2,5 Millionen Autos,

darunter waren auch

140 000 Fahrzeugemit

Elektro- und Hybridmotor.Innerhalb

der nächsten zwei

Jahre will BMW zudem fünf

vollelektrische Serienfahrzeugeanbieten.

Wie starkmuss die Ladeinfrastruktur

dafür ausgebaut werden?

DieExperten der vonder Bundesregierung

eingesetzten „Nationalen

Plattform Zukunft der Mobilität“

(NPM) gehen davon aus, dass jährlich

bis zu 22000 neue öffentliche

und 325000 private Ladepunkte am

Wohnortund am Arbeitsplatzentstehen

müssen, um einen wachsenden

Bedarfnach Stromtankstellen zu decken,

der den Klimazielen entsprechen

würde. Deshalb haben unter

anderem die NPM und die Denkfabrik

Agora Verkehrswende schon vor

Monaten Sofortprogramme für

einen Ausbau der Ladeinfrastruktur

gefordert.

dem Verkaufstag entsteht dem deutschen

Einzelhandel ein Schaden in

Höhe von fast 7,7 Millionen Euro

durch Kundendiebstahl“, heißt es in

der am Dienstag veröffentlichten

Studie.Das ergebe fast 2,4Milliarden

Euro im Jahr. Hinzu kamen 2018

Diebstähle vonMitarbeiternimWert

vonschätzungsweise einer Milliarde

Euro. Warenschwund im Volumen

vonweiteren 350 Millionen Euro soll

auf das Konto von Lieferanten und

Servicekräften gehen.

Eine immer größereRolle spielen

beim Ladendiebstahl gewerbsmäßig

organisierte Banden. Wertmäßig sei

mittlerweile rund ein Viertel aller Delikte

Bandendiebstählen und der organisierten

Kriminalität zuzurechnen,

schreiben die Autoren. Schwere

Ladendiebstähle haben in den vergangenen

zwölf Jahren laut Kriminalstatistik

um mehr als das Zweieinhalbfache

zugenommen, während

die Zahl der angezeigten einfachen

Ladendiebstähle seit Jahren sinkt.

Indes sei die Aussagekraft dieser

Zahlen wegen der hohen Dunkelziffer

von98Prozent eingeschränkt, betonten

die Kölner Handelsexperten.

Nach Hochrechnungen des EHI bleiben

jährlich fast 24 Millionen Ladendiebstähle

unentdeckt.

Bei Bandendiebstählen werden

der Studie zufolge bei einem einzigen

Raubzug in der Regel WarenimWert

von 1000 bis 2000 Euro entwendet.

Dabei gebe es oft eine genaue Aufga-

FOTO: RALPH PETERS/IMAGO IMAGES

Warum wurde nicht schon längst gehandelt,

wenn die Angelegenheit so

dringend ist?

Es wurde gehandelt, aber unkoordiniert.

Laut NPM gibt es rund 16000

öffentliche Ladepunkte, Tausende

private kommen hinzu. Verkehrsminister

Andreas Scheuer (CSU) hat bereits

angekündigt, eine Milliarde

Euro zur Förderung des privaten Ladens

zur Verfügung zu stellen. Allerdingssind

viele der Stromtankstellen

derzeit bei weitem nicht ausgelastet.

Deren Betreiber zahlen also drauf.

Zahlreiche Stadtwerke sind extrem

vorsichtig geworden, wenn es ums

Aufstellen neuer Ladesäulen geht.

Welche Rolle werden öffentliche

Stromtankstellen spielen?

Da gehtesumeineanspruchsvolle

Aufgabe.Vor allem in Städten werden

öffentliche Ladepunkte benötigt,

weil Autofahrer oft keinen eigenen

Stellplatz haben. Darüber hinaus

müssen E-Autofahrer auch unterwegs

tanken können.

Wie dicht muss dann das deutsche Ladenetz

sein und wie wird künftig geladen?

Das hängt von der technischen

Entwicklung ab. Deutlich zu erkennenist,dassdieBatterienderE-Autos

immer leistungsfähiger werden.

Schon in wenigen Jahren werden

Reichweiten möglich sein, die mit

denen vonVerbrennernvergleichbar

sind. Dasbedeutet, dass der Autofahrer

einmal oder zweimal pro Woche

elektrische Energie tanken muss.Das

könnte an Schnellladesäulen der

Tankstellen geschehen. Klar ist, früher

oder später wird ein Markt für

Fahrstromentstehen. EinfacheLadesäulen,

wie sie heute vielfach an Parkstreifen

in den Städten stehen, würden

dann nicht mehr gebraucht.

UnterStadtwerke-Managerngehtdie

Angst vor Fehlinvestitionen um. Genau

deshalb tut sich so wenig beim

Ausbau derLadeinfrastruktur.

Egal ob Rasierklingen, Parfüm

oder Designerjeans: „Im Handel

wird nach wie vor gestohlen, was

nicht niet- und nagelfest ist“, klagt

Frank Horst, Sicherheitsexperte des

Kölner Handelsforschungsinstituts

EHI. Allein 2018 summierten sich dadurch

die Verluste im Einzelhandel

laut EHI auf rund 3,75 Milliarden

Euro – eine Steigerung von rund

7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dazu zählten Einbußen durch diebische

Kunden, Langfinger unter den

eigenen Mitarbeitern sowie Gauner

bei Lieferanten oder Servicekräften.

DerLöwenanteil entfiel dabei auf

Diebstähle durch Kunden. „An jebenverteilung

zwischen den beteiligten

Bandenmitgliedern: etwa das

Verkaufspersonal zu beobachten

und abzulenken, das Diebesgut in

„Depots“ zusammenzustellen oder

Fluchtwege zu sichern. Fast zwei

Drittel der ermittelten Tatverdächtigen

sind laut Polizeistatistik männlich.

Der Ausländeranteil sei überdurchschnittlich

hoch, berichtete

das EHI. „Generell gilt: Wassich gut

verkauft, wird auch oft geklaut“,

heißt es in der Studie.ImLebensmittelhandel

sind Spirituosen die Renner

im Diebstahl-Ranking, in Drogeriemärkten

Parfüms. ImElektronikhandel

lassen die Kunden gern

Smartphones und Speicherkarten

mitgehen. (dpa)

Derjapanische Renault-Partner Nissan

lehnt eine Fusion mit dem französischen

Autobauer weiterhin ab.

Eine Integration mit Renault sei

„keine gute“ Idee,sagte Nissan-Chef

Hiroto Saikawa. Falls nötig wolle

man die Struktur der gegenseitigen

Kapitalverflechtung auf den Prüfstand

stellen, um sie angesichts der

harten Konkurrenz stabiler zu machen.

In Kreisen des japanischen

Autokonzerns kursiertdie Ansicht,

dass die gegenwärtige Kapitalstruktur

unausgewogen ist. Renault hält

43 Prozent an Nissan, während die

Japaner nur 15 Prozent der Anteile

an Renault halten und kein Stimmrecht

haben. (dpa)

Zahl der Schornsteinfeger

wird sinken

Bei derArbeit: EinSchornsteinfegerauf

dem Dach.

FOTO: KLAUS-D. GABBERT/DPA

DieEnergiewende ist nach Ansicht

des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks

keine Bedrohung

für die Zunft. „Die Energiewende

kommt ja nicht vonheute auf

morgen“, sagte Präsident Oswald

Wilhelm. Im Laufe der nächsten 30

Jahrewerde die Zahl der Schornsteinfeger

in Deutschland um 10 bis

15 Prozent sinken. „Wir haben Zehntausende

Energieberater ausgebildet.“

Siewürden vorallem sanierungswilligen

Hausbesitzernhelfen

und ihnen etwa bei Förderanträgen

unter die Arme greifen, erklärte er.

„Wir haben 32 Millionen Heizungsanlagen

und Einzelfeuerstätten, die

wir betreuen“, erklärte er. (dpa)

TV-Hersteller Loewe

stellt Betrieb ein

DerFernsehgerätehersteller Loewe

ist pleite und will zum Wochenende

kurzfristig den Betrieb komplett

einstellen. Demoberfränkischen

Traditionsunternehmen ist das Geld

ausgegangen, wie aus einer am

Dienstag veröffentlichten Mitteilung

der Geschäftsführung hervorging.

Demnach waren die Gläubiger

nicht gewillt, ein weiteres Darlehen

zu geben. „Wir sind zum Schutz

unserer Gläubiger verpflichtet, den

Geschäftsbetrieb voraussichtlich

zum 1. Juli 2019 vorläufig ruhend zu

stellen“, erklärte Geschäftsführer

Ralf Vogt am Dienstag. DieGeschäftsführung

hofft dennoch auf

einen Investor. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Meinung

Angst vor dem Ehrenamt

ZITAT

Nachhilfe von

Professorin Schwan

Matthias Koch

fragt sich, wernoch bereit ist,

öffentlich Engagement zu zeigen.

„GroKo muss große

Antworten geben und

keine kleinen –sonst

wär’s ’ne KleinKo.“

Gesine Schwan würde den Posten

übernehmen, den derzeit keiner haben

will, den SPD-Vorsitz. Das verdient

Beifall, schon für die Haltung. Eine 76-

Jährige frühere Hochschulpräsidentin

gibt mal eben Nachhilfe im Fach Demokratie:

Wenn sich für ein frei werdendes

Amt keiner meldet, muss man vielleicht

auch selbst mal den Finger heben –statt

damit nur auf anderezuzeigen.

Zuallererst erteilt Schwan ihrer eigenen

Partei eine Lektion, der SPD. Sie fände es

„peinlich und bedrückend“, sagt Schwan,

wenn die SPD wochenlang ohne eine Person

dastünde,die denVorsitz übernehmen

will. Tatsächlich sind die Krisenmanager

der Partei um Generalsekretär Lars Klingbeil

vor lauter Taktiererei inzwischen auf

einen staatspolitisch falschen Kurs geraten.

Wieso beeilt sich eine stolzedemokratische

Partei wie die SPD nicht, noch vor

den Wahlen in Brandenburg, Sachsen und

Thüringen Ersatz für Andrea Nahles zu finden?

Dominiertallen Ernstes der Gedanke,

es sei besser, die neue Parteispitze erst

nach den Wahlen aufzustellen –damit sie

an deren Ergebnis nicht auch noch Schuld

hat? Dieses resignative Denken schadet

der SPD und auch der Demokratie insgesamt.

Denn es trägt zur leisen, gefährlichen

Ermattung der politischen Mitte in

Deutschland bei.

Schon auf kommunaler Ebene geht es

los. Wer ist noch bereit, sich auch nur in

den Stadtrat wählen zu lassen? DieEinteilung

in„wir hier unten“ und„die da oben“

beginnt schon mit Blick auf die Rathäuser.

Verantwortungsträger aller Art werden

wie nie zuvor überhäuft mit Hohn, Häme

und Hass –und oft auch auf kriminelle Art

bedroht. Immer häufiger steigern sich

Kritiker von Kommunalpolitikern ineine

ungeahnte,zügellose Aggression. „An den

Galgen“ wünschten Wutbürger etwa den

Kann seines

Lebens nicht mehr

sicher sein, wer in

Deutschland zu

Besonnenheit aufruft?

Magdeburger Oberbürgermeister; der

SPD-Mann hatte Bäume fällen lassen für

den Straßenbahnbau. Der Freiburger OB,

parteilos, musste erleben, dass Rechtsradikale

dazu aufriefen, ihn selbst zu töten

und seine Frau zu vergewaltigen. Er hatte

nach der Mordtat eines Asylbewerbers

Besonnenheit angemahnt –und war deswegen

von Extremisten prompt zum

Volksfeind erklärtworden.

Kann seines Lebens nicht mehr sicher

sein, wer inDeutschland zu Besonnenheit

aufruft? Ein Rechtsstaat, der diesen

Eindruck zuließe, wäre verloren. Deshalb

wird esZeit für ein paar Nachrüstungen.

Wereinen Menschen bedroht, macht sich

strafbar. Gegen jene, die ihre Drohungen

digital übermitteln, kann das oft nicht

durchgesetzt werden. Nutzer von Facebook

und Twitter sollten daher, wenn sie

anonym bleiben wollen, mindestens verpflichtet

werden, ihreIdentität gegenüber

dem Plattformbetreiber nachzuweisen.

Stellen sich in der derzeitigen Situation

die Besten überhaupt noch zur Verfügung

für die Politik? Auch bei Union und Grünen

gibt es eine Dunkelziffer vonVerängstigten.

Oft wirken Angehörige bremsend

auf jene ein, die zu öffentlichem Engagement

bereit wären: Bitte tu uns und unsererFamilie

das nicht an. Als Erste weichen

die Sensiblen, die Einfühlsamen zurück,

die man in der Politik eigentlich besonders

gut gebrauchen könnte.

Gesine Schwan ist angstfrei, gerade

wegen ihrer 76 Jahre. „Gruftis an die

Macht“, höhnte einer auf Twitter. Ob

Schwan nicht sogar älter sei als die SPD,

ätzte ein anderer. Sie ignoriert das Geschwätz

anonymer Missgünstiger –und

bietet mit dieser wunderbar altmodischen

Attitüde eineWegweisung, die auch

Jüngeren helfen könnte.

Der Masterplan

Berlin wirdsich im Bundesrat gegen

Horst Seehofers Abschiebegesetz

stemmen. Das ist folgerichtig für

den rot-rot-grünen Senat, der sich

für seine Willkommenskultur feiert und

Flüchtlinge nur abschieben will, wenn es unbedingt

notwendig ist. Juristisch umstritten

und aus Sicht des Senats unakzeptabel sind

die Pläne des Bundesinnenministers,die unter

anderem vorsehen, Minderjährige in Abschiebehaft

in Gefängnisse zu stecken.

Doch die Aussichten auf Erfolg für den

BerlinerVorstoß stehen schlecht. Mehr noch:

Ausgerechnet das verhasste Gesetz wirdeine

zentrale Streitfrage des Berliner Senats vorerst

rechtlich klären, weil der sich nicht

selbst darum kümmerte: Die Frage, obPolizisten

Flüchtlingsheime ohne Durchsuchungsbeschluss

betreten dürfen, um Abschiebungen

durchzuführen.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke)

hatte darüber einen Streit angezettelt. Voreinigen

Wochen informierte sie Heimbetreiber,dass

sie nach jüngsten Berliner Gerichtsurteilen

durchaus das Recht haben, die Polizeiohne

Beschluss vorverschlossenenTüren

stehen zu lassen. Eine Empfehlung entgegen

der bisher üblichen Praxis.Von der Opposition

und vielen Medien wurde sie dafür als

linke Gesinnungstäterin kritisiert. Es wurde

behauptet, dass sich Breitenbach damit geltendem

Recht widersetze.

Doch das ist falsch. Breitenbachs Stil war

vielleicht kritikwürdig, plump und schadete

dem Ansehen des Senats, weil der Streit sofort

öffentlich wurde. Aber die Senatorin

bohrt den Finger lediglich unnachgiebig in

eine Wunde, die seit Jahren in Berlin offenliegt.

Eine Rechtsunsicherheit bei einem extrem

sensiblen Thema, auf die Experten immer

wieder hingewiesen haben. Und die

Inden letzten Monaten und Jahren habe

ich häufig das Wort rechtes Gedankengut

gehört, kann mir aber bis heute nicht vorstellen,

was das sein soll: Gedankengut. Es

scheint auch mehr rechtes als linkes oder

konservatives Gedankengut zu geben, jedenfalls

wird darüber nicht so oft geredet.

Wenn man seine Suchmaschine auf sie ansetzt,

kommen nur Treffer im suboptimalen

Bereich heraus,während rechtes Gedankengut

prominent vertreten ist.

Schon für das Wort „Gedankengut“ hat

Wikipedia nicht einmal eine Eintragung,

weshalb ich mir zwischendurch vorgestellt

habe, dass es wie Schüttgut oder Leergut

oder Stückgut in großen Lagerhallen am

Rande von Städten gestapelt oder aufbewahrt

und mit der Post oder einer Spedition

ausgeliefert wird. Vielleicht ist es auch vielfältiger,

als man denkt und man kann es im

Internet bestellen, bei Amazon, mit Zusatzleistungen,

die man genauso dazu wählen

kann wie man es bei der Buchung von Flugreisen

macht: das Erika-Steinbach-Gedankengut-Paket

für den ergrautenVertriebenen

mit Schlesien-Erweiterung und Sitzfreiheit

oder das irre Paranoia-Paket für die Generation

Uwe, garantiert widerspruchsfrei und

terroraffin.

Tatsächlich handelt es sich bei „Gedankengut“

um ein Doppelwort, in Fachkreisen

Kompositum genannt, Mehrzahl Komposita.

Meistens erschließen sich die Komposita

auf den ersten Blick, manchmal aber stiften

sie Verwirrung, was bei Gedankengut de-

Abschiebung von Flüchtlingen

Berlins

Versäumnis

Annika Leister

findet das Vorgehen des Senats gegendie Neuregelung im

Bund scheinheilig.Denn die Stadt hat ein eigenes Problem.

nicht nur dieser Senat fahrlässig verpasst

hat, zu schließen.

Denn fast alle Bundesländer haben die

Rechte und Pflichten der Landespolizei bei

Abschiebungen in einem Gesetz mit dem

monströs-bürokratischen Namen Verwaltungsvollstreckungsgesetz

genau festgelegt.

Berlin aber hat keine eigene Landesfassung

geschaffen, sondern verweist lediglich auf

eine Fassung des Bundes –inder wiederum

das Betreten vonFlüchtlingsheimen nicht explizit

geregelt wird. Dieverwirrende Folge: Es

gibt Gerichtsurteile,die Breitenbach recht geben.

Es gibt andere, die Innensenator Geisels

(SPD) Praxis gutheißen, ohne Beschluss vorzugehen.

Nach Einschätzung von Verfassungsrechtlernsind

beide Positionen legitim.

KOLUMNE

Überlegungen

zum rechten

Gedankengut

Volker Heise

Filmemacher und Autor

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Vermutlich dachte sich Geisel, dass das ja

nun keiner wissen muss. Essieht ja auch

schlecht aus, wenn die Menschen erfahren,

dass der Senat seit Jahren auf rechtlich wackeliger

Basis aus Flüchtlingsheimen abschiebt.

Zahlen dazu, wie oft das passiert, erhebt

die Senatsverwaltung gar nicht erst.

Also ließ Geisel es so aussehen, als sei das

Recht klar auf seiner Seite.Und er schimpfte

über Breitenbachs „Widerstand“, wenn

Rechtspopulisten und Konservative „Abschieben!“

verlangten.

Dabei hätte man es positiv sehen können:

Die Balance zwischen den Ressorts funktioniert

im rot-rot-grünen Senat. Der allzu

pragmatisch und aus Sicht der Polizei agierende

Innensenator wurde gestoppt vonder

Sozialsenatorin, die die Rechte der Flüchtlinge

im Fokushat. Es wäredie Chance gewesen,

das Thema von beiden Seiten zu beleuchten,

des Senats oberste Pflicht zu erfüllen

und eine eigene, rot-rot-grüne Position

zu finden, die Polizisten, Heimbetreibern

und Flüchtlingen endlich Rechtssicherheit

gibt.

Stattdessen soll jetzt ausgerechnet Horst

Seehofers Abschiebegesetz helfen, aus dem

aus jeder Zeile der Geist der CSU spricht –

und das die Berliner SPD, Grüne und Linke

eigentlich vonGrund auf ablehnen. DasGesetz

räumt Polizisten das Recht ein, Wohnungen

zu betreten, auch wenn sie nur vermuten,

dass sich dort Abschiebekandidaten

aufhalten. Wird es am Freitag verabschiedet,

ist der Streit damit für Geisel wie Justizsenator

Behrendt (Grüne) geklärt, Breitenbach

wirdsich fügen müssen.

Berlins ohnehin aussichtsloser Protest

gegen Seehofers Gesetz verkommt vor diesem

Hintergrund zu scheinheiliger Symbolpolitik.

finitiv der Fall ist. Denn hier werden zwei

Hauptwörter –der Gedanke, das Gut –zusammengesetzt,

die nicht zusammenpassen:

Wie kann ein Gedanke ein Gut sein? Es

gibt zwar den Begriff des freien Gutes, wozu

eigentlich Luft und Wasser gehören, aber

auch die werden gerade marktwirtschaftlich

verarbeitet. Dergroße Rest zählt zu den wirtschaftlichen

Gütern, man muss sie erwerben,

weil sie selten oder teuer sind, einem jedenfalls

nicht gehören –und wem gehören

schon die Gedanken, vorallem die rechten?

An dieser Stelle kommt ein Begriff ins

Spiel, der noch viel verwirrender ist als Gedankengut:

das geistige Eigentum. Dazu

zählen Kunstwerke und technische Erfindungen,

die jenen gehören, die es erschaffen

oder erdacht haben. Wo das Eigentum anfängt

oder aufhört, ist höchst umstritten.

Sofort stellt sich in diesem Zusammenhang

auch die Frage, wer ein Patent anmelden

könnte auf rechtes Gedankengut: Adolf

Hitler? Benito Mussolini? Undmüssten dann

nicht alle,die das ganzePaket oder nur Teile

davon abonniert haben, Nutzungsgebühren

zahlen? Aber an wen? Rechtsnachfolger von

Hitler ist die Bundesrepublik Deutschland,

aber die hat das Erbe ausgeschlagen, sich

praktisch davon entgiftet, was ja auch der

ehemalige Bundespräsident Gauck mit dem

rechtenGedankengut machen will.

Aber ich frage mich, wie das gehen soll:

Nazis auf Entzug? Haben sie eine Nadel im

Arm? Oder ein Hakenkreuz? Nein: Rechtes

Gedankengut ist einfach ein sperriger und in

die Irre führender Begriff, auch wenn nicht

ganz klar ist, wie irreerist.

Weil wir aber im Jahr der frohen Kolumne

sind, muss eine Klärung herbei. Sie findet

sich im Video-Spiel Pokemon, wo man Spielfiguren

einsammeln und den Gegner besiegen

muss. Dort ist das Gedankengut ein

Spielzug und gehört zur Funktion Attacke,

TypPsycho. Er existiert seit drei Generationen.

Markus Söder,

nach einer CSU-Vorstandssitzung

in München

mit Blick auf die große Koalition

in Berlin und Herausforderungen

wie den Klimaschutz.

AUSLESE

Werrettet

die SPD?

Die SPD sucht eine neue Parteiführung.

Es wird erstmals in der Geschichte

der Partei eine Doppelspitze

werden. Vieles andereist noch unklar.Die

tageszeitung hält die Doppelspitze für

eine gute Idee.„Entscheidend ist aber etwas

ganz anderes: dass nun jemand Vorsitzender

wird, der die SPD aus der Großen

Koalition herausführt“, kommentiert

das Blatt und hat dafür auch schon eine

Lösung: „Dieser jemand heißt Kevin Kühnert.“

Denn: „Die Demokratie braucht

keine SPD-Spitze, die das Siechtum betreut.

Sonderneine,die etwas wagt.“

Die Süddeutsche Zeitung ist skeptischer:„Die

Partei sollte sich von der Einführung

einer Doppelspitze nicht zu viel

versprechen“, schreibt Stefan Braun. Erst

einmal müsse sie Antworten darauf finden,

was sie künftig sein wolle und was

nicht mehr. „Und die bekommt sie nicht

mit Doppelspitzen, die in alle Richtungen

gleichzeitig blinken.“

Das Straubinger Tagblatt hat einen weiteren

Hinweis zur Doppelspitze. So sollte

sich die Partei „nicht auf Biegen und Brechen

ein Duo aus Frau und Mann verordnen“,

schreibt der Kommentator.„Denn ...

nicht jede Doppelspitzearbeitet so harmonisch

zusammen wie Annalena Baerbock

und RobertHabeck vonden Grünen. Und

die SPD demontiert imZweifel auch ein

Führungsteam.“ „Die Partei braucht aber

einen richtigen Neustart“, befindet die

Rheinische Post. „Oder ihre Zeit läuft tatsächlich

ab.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 – S eite 9 **

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Berlin

Berliner wollen

das Nashorn

retten

Seite 17

Arme Mäuse: Tierschützer bekommen mehr Rechte Seite 11

Rote Zone: In Brandenburg brennt der Wald Seite 16

Stadtbild

Auf den Hund

gekommen

Torsten Landsberg

wittertverzweifelte

Vierbeiner.

Rein augenscheinlich ist die Zahl

der Hunde in der Innenstadt in

letzter Zeit exponentiell gestiegen.

Überall kommen sie schnüffelnd um

die Ecken gelaufen, viele total neugierig

und verspielt, weil sehr jung,

einige gar noch Welpen, deren tapsige

Pfoten zum ersten Mal das raue

Großstadtpflaster betreten. So, so

süß. Je niedlicher der Hund und entsprechend

ausgeprägter der eigene

Knuddelreflex, desto mehr steigt allerdings

auch die Verwunderung

über ein wiederkehrendes Bild.

Viele Frauchen und Herrchen beschäftigen

sich beim Gassigehen weniger

mit ihremVierbeiner als mit ihrem

Handy. Ist ihnen der eigene

Hund nach anfänglicher Freude

schon uninteressant geworden, Gewohnheit

schlägt Knuddelreflex?

Wie sie ihre Haustiere sohinter sich

her schleifen oder ruckartig zurückziehen,

sobald die eine interessante

Fährte aufgenommen haben, wirkt

das Auslauf-Ritual (wenn man davon

bei einer Runde um den Block

sprechen kann) wie eine lästige

Pflicht. Der Mensch neigt dazu, etwas

haben zu wollen, es aber nicht

mehr wertzuschätzen, sobald der

Wunsch erfüllt ist. Da macht er auch

bei Lebewesen keine Ausnahme.

Umso betrüblicher sind solche

Szenen, weil manche dieser Hunde

nach dem morgendlichen Rundgang

sowieso ein einsames Dasein fristen

werden, mindestens den Arbeitstag

ihrer Besitzer lang. Einige scheinen

sich der drohenden Langeweile

schon während der Morgenrunde bewusst

zu sein, so traurig schauen sie

drein, vomBeagle-Welpen bis zur alten,

anmutigen Hundedame. Ist ein

Hund der Gegenwart nicht mehr des

Menschen bester Freund, sondern

nur ein weiteres Accessoire, dessen

Anschaffung –genau wie das neue

Smartphone –kurzzeitig eine Leere

füllt, dem Leben letztlich aber doch

nicht den erwünschten Sinn gibt?

Dass die Hundebesitzer ihr

Handy nicht wenigstens eine Viertelstunde

in der Tasche lassen, ist

übrigens nicht allein ein moralisches

Dilemma. Studien zeigen,

dass die Handysucht der Zweibeiner

ihre Begleiter am anderen

Ende der Leine depressiv machen

kann: Die Hunde suchen vergeblich

die Blicke und Anweisungen

ihrer Rudelführer. Sogar von

Hunde-ADHS ist die Rede. Wenn

wir es in ein paar Jahren in Berlin

also mit Psychohunden zu tun bekommen,

ist es letztlich wie mit

den Hundehaufen: Schuld sind

nicht die Hunde, sondern ihre

Menschen.

Einer,der sagt, wasist? Ein Rassist? Ein Sozialdemokrat? Thilo Sarrazin

Die SPD versucht es erneut.

Zum dritten Mal

unternimmt die Partei

denVersuch, Thilo Sarrazin

loszuwerden. Am heutigen Mittwoch

befindet eine Schiedskommission

in seinem Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf

darüber, ob

der ehemalige Finanzsenator und

spätereBuchautor in der Partei bleiben

darf. DerFall ist ein Exempel für

die Gewichtung des Rechts des Einzelnen

auf freie Meinungsäußerung

gegen das Recht einer Organisation,

sich gegen schädigendes Verhalten

zu wehren.

Binnen drei Wochen

Bereits voriges Jahr hat eine hochkarätig

besetzte Kommission um die

zweifache SPD-Bundespräsidentschaftskandidatin

Gesine Schwan

Sarrazins jüngstes islamkritisches

Buch („Feindliche Übernahme. Wie

der Islam den Fortschritt behindert

und die Gesellschaft bedroht“) geprüft.

Tenor:Sarrazin Thesen propagiereThesen,„die

mit den Grundsätzen

der SPD unvereinbar sind und

der Partei schweren Schaden zufügen“.

Also erklärte Generalsekretär

Lars Klingbeil: „Unser Ziel ist es,Sarrazin

aus der SPD auszuschließen.“

Nach Lage der Dinge darfder Parteivorstand

zumindest nicht von einem

schnellen Erfolg ausgehen. Vor

anderthalb Monaten wurde bekannt,

dass die Kreisschiedskommission

von Charlottenburg-Wilmersdorfdie

Begründung der Parteispitze

für zu dünn hielt. Inzwischen

hat der Vorstand ergänzend vorgetragen,

heißt es aus der Kommission.

Ob diese Gründe nun ausreichen,

Der Fall Edathy:

Als der Bundestagsabgeordnete

Sebastian EdathyAnfang

2014 wegendes Besitzes

kinderpornografischen

Materials ins Visier der

Staatsanwaltschaft gerät, ist

seine Karriere beendet. Die

SPD will ihn rauswerfen. Am

Ende muss Edathyseine Mitgliedsrechte

für fünf Jahre

ruhen lassen.

wird sich zeigen. Am Mittwoch soll

es allerdings noch keinen Schiedsspruch

geben. Akzeptiert eine Seite

den Spruch nicht, ist die Landesschiedskommission

die nächste Instanz,

danach folgte abschließend

die Bundesschiedskommission.

Der Weg kann also lang werden,

und Sarrazin hat schon zwei Versuche

überstanden, ihn rauszuwerfen.

Denersten gab es 2009 –als Reaktion

auf einen Artikel der Zeitschrift

Lettre International. Darin wurde

der zuvor als giftiger und oft auch

herablassender Sparsenator in Klaus

Wowereits Senat aufgefallene Sarrazin

mit den Worten zitiert: „Die Türken

erobernDeutschland durch eine

höhere Geburtenrate. Ich muss niemanden

anerkennen, der vom Staat

lebt, diesen Staat ablehnt, für die

Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig

sorgt und ständig neue

DREI SPD-VERSUCHE

Der Fall Clement:

Als der Stromlobbyist und

frühere Bundeswirtschaftsminister

Wolfgang Clement

2008 vorder Wahl der atomund

kohlekritischen Andrea

Ypsilanti aus Hessen warnt,

forderndie Jusos seinen

Rauswurf. Doch Clement

wird vonder Schiedskommission

nur gerügt. Dennoch

tritt er tags darauf aus.

SPD will

Sarrazin erneut

loswerden

Der Fall Funke:

Karl-Heinz Funkeist von

1998 bis 2001 Landwirtschaftsminister,später

wechselt er zum Oldenburgisch-Osfriesischen

Wasserverband.

Bei Kommunalwahlen

2011 tritt er im ostfriesischen

Varel für eine von

ihmgegründeten Wählergemeinschaft

an. Das führt

zum SPD-Ausschluss.

kleine Kopftuchmädchen produziert.

Das gilt für 70 Prozent der türkischen

und 90 Prozent der arabischen

Bevölkerung in Berlin.“

Das war starker rassistischer Tobak.

Unter anderem der Kreisverband

Spandau –schon damals unter

Vorsitz des palästinensisch-stämmigen

jetzigen Fraktionschefs im Abgeordnetenhaus,Raed

Saleh, –forderte

Sarrazins Rauswurf. Und scheiterte.

Die Partei müsse „solche provokanten

Äußerungen aushalten“, beschied

die Kommission.

Antrag Nummer 2 folgte zwei

Jahre später. Sarrazin war zwischenzeitlich

unter die Buchschreiber gegangen

und hatte mit „Deutschland

schafft sich ab“ einen Bestseller gelandet.

Seine Thesen verstießen gegen

die Grundsätze der Partei, argumentierte

die damalige Generalsekretärin

Andrea Nahles. Nachdem

Darf der umstrittene Ex-Senator

und Bestsellerautor in der Partei

bleiben? Heute entscheidet eine

Schiedskommission

VonElmar Schütze

Sarrazin zugesichert hatte, sich

künftig an die Grundsätzezuhalten,

zogdie Partei den Antrag zurück.

Tatsächlich hat Sarrazin stets beteuert,

sehr wohl Sozialdemokrat zu

sein. Ob nun aus innerer Überzeugung

oder aus dem Kalkül heraus,

dadurch verkauften sich seine Bücher

noch besser,sei dahingestellt.

Jedenfalls kann es mehrere

Gründe für einen Ausschluss geben,

aufgelistet in den komplexen

Schiedsordnungen aller Parteien.

Genannt wird etwa der Verstoß gegen

Statuten oder Grundsätze.

Schärfste Waffe

Allen aber ist gemein, dass die Hürden

für einen Ausschluss außerordentlich

hoch sind. Allein die SPD

hat sich in den vergangenen Jahren

mehrfach am Rauswurf missliebiger

Mitglieder versucht (siehe Kasten) –

aus unterschiedlichen Gründen und

mit unterschiedlichem Erfolg.

Nils Diederich ist profilierter Kenner

von Parteiausschlussverfahren.

Der Berliner Politologe und frühere

Bundestagsabgeordnete saß Anfang

der 2000er-Jahreinder Schiedskommission

der SPD. Ersei richtig, dass

„der Ausschluss als schärfste Waffe“

nur nach strengen Maßstäben erfolgen

dürfe. Der 85-Jährige argumentiert

dabei politisch-historisch: „Die

SPD ist eben keine leninistische Partei,

in der die Parteiführung bestimmt,

welche Richtung richtigist.“

Berlin stimmt gegen Seehofers Abschiebegesetz

Der Protest bleibt aussichtslos. Justizsenator Behrendt sieht koalitionsinternen Streit damit als geklärt an

DPA/HERBERT NEUBAUER

Elmar Schütze

hält Ausschließeritis für

den falschen Weg.

NACHRICHTEN

Jubiläumsfeier zum 50.

Bestehen des Fernsehturms

DerFernsehturmwird50Jahrealt.

ZumJubiläum am 3. Oktober soll es

ein Fest geben. Vonder DDR-Staatsführung

am 3. Oktober 1969 als Sinnbild

des aufstrebenden Staates eröffnet,

sei der Turm heute ein Symbol

für das wiedervereinigte Deutschland

mitten in der Hauptstadt, teilten

die Deutsche FunkturmGmbH

als Eigentümerin sowie die TV-Turm

Alexanderplatz Gastronomiegesellschaft

mit. (dpa)

Asylbewerber wohl ohne

konkreten Anschlagsplan

Nach der Drohung eines abgelehnten

Asylbewerbers,sich in Berlin in

die Luft zu sprengen, haben die Ermittler

keine Hinweise auf Anschlagspläne

gefunden. Beieiner

Durchsuchung der Wohnung des

33-Jährigen im Kreis Osnabrück

wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft

weder Waffen noch

Sprengstoff oder anderes Bombenzubehör

entdeckt. „Zuvor hatte er

konkrete Anschlagspläne geäußert,

in der Wohnung wurden aber keine

entsprechenden Materialien gefunden“,

sagte Sprecher AlexanderRetemeyer

am Dienstag. (dpa)

„Volkslehrer“ ficht Urteil

zu seiner Entlassung an

Derjuristische Streit um einen selbst

ernannten „Volkslehrer“ geht in eine

neue Runde.Der Pädagoge habe Berufung

gegen ein Urteil des Berliner

Arbeitsgerichts eingelegt, das seine

Entlassung als rechtens eingestuft

hatte,teilte eine Sprecherin am

Dienstag mit und bestätigte damit

einen Bericht des Tagesspiegels.Somit

kommt der Fall nun in die zweite

Instanz. (dpa)

Leichenfund nach Brand:

Mordkommission ermittelt

Nach dem Brand einer Lagerhalle in

Friedrichshagen am Dienstagmorgen

hat die Feuerwehr eine Person

tot aufgefunden. Ob es sich um einen

Mann oder eine Frau handelt, ist

noch nicht geklärt. DieLeiche

konnte nach dem Feuer noch nicht

in der abgebrannten und ungesicherten

Halle geborgen werden. Die

Polizei hat vier Personen zwischen

22 und 47 Jahren am Tatortvorläufig

festgenommen. Ebenfalls tatverdächtig

sei ein 37-Jähriger,der sich

am Brandortaufgehalten habe,heißt

es bei der Polizei. Eine Mordkommission

hat die Ermittlungen übernommen.

Sievernimmt die Tatverdächtigen.

Dieabgebrannte Halle

stand leer,Menschen ohne Wohnung

nutzen das Gelände aber als

Unterschlupf. (tc.)

Das Handy ist interessanter als der Hund,

so scheint es zumindest. IMAGO STOCK&PEOPLE

Am Freitag steht die finale Entscheidung

an, der Berliner Senat

hat sich jetzt auf eine Haltung geeinigt:

Berlin wird sich gegen Horst

Seehofers (CSU) sogenanntes Geordnete-Rückkehr-Gesetz

stemmen

und sich im Bundesrat dafür aussprechen,

den Vermittlungsausschuss

anzurufen. Dashabe man am

Dienstag in der Senatssitzung einstimmig

beschlossen, sagte Justizsenator

Dirk Behrendt (Grüne). Behrendt

gab sich hoffnungsvoll: Er

glaube, dass es Chancen auf eine

Mehrheit im Bundesrat gebe. Im

Rechts- und Sozialausschuss hätten

sich schließlich überraschend auch

CDU- und SPD-Abgeordnete der

Forderung nach dem Vermittlungsausschuss

angeschlossen.

Dieser Einschätzung widersprechen

allerdings alle Experten. Das

Geordnete-Rückkehr-Gesetz wurde

von Union und SPD erarbeitet und

mit ihren Stimmen im Bundestag

durchgebracht, auch die Mehrheiten

im Bundesrat liegen klar auf ihrer

Seite. Berlin wird imBundesrat vermutlich

als einziges Bundesland für

eine Überarbeitung des Gesetzes

stimmen. Damit wird der umstrittene

Entwurf, der massiveVerschärfungen

in der Asylpolitik vorsieht, in

Kraft treten.

Trotz aller Kritik am Gesetz ist für

Behrendt dann auch ein senatsinternes

Streitthema geklärt: Innensenator

Andreas Geisel (SPD) und Sozialsenatorin

Elke Breitenbach

(Linke) sind sich uneins, obPolizisten

bei Abschiebungen Flüchtlingsheime

ohne richterlichen Beschluss

betreten dürfen. Das neue Bundesgesetz,

so sieht es Geisel, klärt den

Konflikt – indem es Polizisten das

Betreten vonWohnungen erlaubt, in

denen Abschiebekandidaten vermutet

werden. Dieser Einschätzung

stimmte am Dienstag auch Behrendt

zu: Wenn das Gesetz den Bundesrat

passiere, „dann dürfte das den Streit

beenden“, sagte er. (ann.)

Polizei am Unglücksort: Bei Löscharbeiten

wurde eine Leiche entdeckt. KLAUS OBERST


10 * Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Berlin

Hochsommer

Heute wird es heiß. Die einen freuen sich über das

Bilderbuchwetter, andere leiden darunter.

Wie die Stadt sich rüstet

Stadt im Fieber:Für Kinder an der Plansche ist dieser heiße Sommer eine Freude, für andere eine Qual.

IMAGO IIMAGES

Berlin organisiert die Hitzehilfe

Für Obdachlose können die hohen Temperaturen lebensgefährlich sein. Erstmals planen Organisationen langfristige Lösungen

VonStefan Strauß

ImWinter bietet die Stadt den

Obdachlosen sichereNotunterkünfte

zum Übernachten.

Kältehilfe heißt dieses Angebot,

bis zu 1200 warme Plätzestehen

in Berliner Einrichtungen zur

Verfügung. Doch welche Angebote

bietet die Stadt Menschen auf der

Straße, wenn es so heiß ist wie in

diesen Tagen? „Wir haben bisher

keine strategische Lösung“, sagt

JörgRichertvon der Karuna Sozialgenossenschaft,

die Menschen auf

der Straße hilft, vorallem bedürftigen

Jugendlichen. „Aber wir müssen

uns auch im Sommer nachhaltiger

um Obdachlose kümmern.“

Undsowirdesimkommenden

Sommer in Abstimmung mit der

Senatssozialverwaltung erstmals

organisierte Angebote der Hitzehilfe

für Obdachlose geben. Ab

Mai2020 werden etwa 40 Sozialarbeiter,meist

sind es ehemalige Obdachlose,mit

Lastenrädernzuden

Treffpunkten der Obdachlosen

fahren und ihnen dortTrinkwasser

anbieten. Finanziert werden soll

das Projekt aus dem Programm

„Solidarisches Grundeinkommen“.

Mit den Berliner Wasserbetrieben

wirdzudem verhandelt, an

zentralen Orten der Stadt Wasserzapfsäulen

aufzustellen. Dortkönnen

Obdachlose Trinkflaschen füllen.

Und am Ostbahnhof wird

demnächst ein Duschcontainer

für obdachlose Menschen öffnen.

An heißen Tagen gäbe es dort eine

angenehme Abkühlung für sie.

Doch solange es in der Stadt

noch keine organisierte Hilfe im

Hochsommer gibt, bitten Hilfsorganisationen

und Sozialarbeiter

die Bewohner der Stadt vorallem

an diesen Tagen mit Temperaturen

ab 30 Grad Celsius um

Hilfe. „Für Menschen auf der

Straße kann diese Hitze lebensbedrohlich

sein“, sagt Richert.

Deshalb sollten Menschen auf

ihren Wegen durch die Stadt eine

Baden: Alle Freibäder sind

offen, die Bäderbetriebe

öffnen zusätzlich (bis 12.

Juli) die Schwimmhalle am

Sachsendamm: montags

8.45 bis 14.15 Uhr,dienstags

bis freitags 6.30 bis

14.15 Uhr.

HOTSPOTS

Trinken: Das Bezirksamt

Friedrichshain-Kreuzberg

hat dafür eine interaktive

Karte erstellt, darin stehen

erfrischende Orte im Bezirk:

Trinkbrunnen, Planschen,

Spielplätze mit

Wasserpumpen.

Warten: Das Tierheim Berlin

schränkt die Abgabe

vonTieren wegender großen

Hitze ein. Das teilte

der Trägerverein mit. Wer

ein Tier adoptieren

möchte, solle vorab beim

Tierheim anrufen.

Ein Schlafplatz auf der Straße: So leben Tausende Menschen in Berlin.

IMAGO IMAGES

oder zwei Flaschen Wasser mitnehmen

und an Obdachlose verschenken.

Gebraucht werden

auch Mützen als Schutz gegen die

Sonne und Sonnencreme. „Obdachlose

haben nicht so viele

Möglichkeiten, sich abzukühlen“,

sagt Richert.

Viele Menschen, die auf der

Straße leben, trinken viel Alkohol,

etliche sind alkoholabhängig.

Wenn sie bei dieser Hitze jedoch

nicht genügend Wasser zu

sich nehmen und in der prallen

Sonne sitzen, besteht die Gefahr,

dass wegen des Wassermangels

der Kreislauf zusammenbricht

und es zu Hautverbrennungen

kommt. Hilfsorganisationen bitten

Passanten, bei diesem Wetter

nicht an Obdachlosen vorbeizugehen,

sondern sie anzusprechen,

wenn sie in der Sonne

sitzen und unter der Hitze leiden.

„Wenn es diesen Menschen

nicht gut geht, sollte man den

Notarzt rufen“, sagt Wilhelm Na-

dolny. Leiter der Bahnhofsmission

am Zoo. Dort sind die Mitarbeiter

der Berliner Stadtmission

in diesen Tagen vor allem

damit beschäftigt, die vielen Bedürftigen,

die vor der Tür auf die

nächste Mahlzeit und Kleiderspenden

warten, vor den gefährlichen

Folgen der Hitzezuschützen.

„Wir bieten den Obdachlosen

immer wieder Trinkwasser

an“, sagt Wilhelm Nadolny. Am

Eingang der Bahnhofsmission

steht eine Wasserzapfsäule. „Sie

wird im Moment sehr viel genutzt“,

sagt Nadolny. Bei Rundgängen

um den Bahnhof Zoo

bringen die Sozialarbeiter immer

wieder Obdachlose an

schattige Orte, wenn sie lange in

der Sonne sitzen. „Manche Menschen

macht diese Hitze träge,

andere aggressiv“, sagt Nadolny.

„Doch wir sagen ihnen immer

wieder: Ihr müsst bei dieser Hitze

mehr Wasser trinken! Denn diese

Hitzegefährdet euer Leben!“

Mehlwurm-Eis und Schlauch-Duschen

Die meisten Tiere in Zoo und Tierpark kommen mit der Hitze gut klar.Dennoch gibt es kleine Erfrischungen

VonFlorian Thalmann

Es dürfte wohl kaum Berliner

geben, die unter den hohen

Temperaturen vomDienstag nicht

ächzten. Und die Wärme belastet

nicht nur Menschen, sondern

auch Tiere–zum Beispiel jene,die

in Zoound Tierparkleben.

„Grundsätzlich kommen viele

unserer Tiere aus Regionen, in denen

ähnliche Temperaturen herrschen.

Siewurden aber nicht dort,

sondern inverschiedenen Zoos in

Europa geboren, deshalb sind sie

nicht so an die Hitze gewöhnt wie

ihre Artgenossen in freier Wildbahn“,

sagt Zoo-Kurator Tobias

Rahde .„Darumversuchen wir,bei

einigen Tieren etwas gegenzusteuern.“

Auch wenn es im Zoo reichlich

Bäume gibt, die den Bewohnern

– und natürlich den Besuchern–kühlen

Schatten spenden.

Während der heißen Tage stehen

nun täglich Erfrischungen auf

dem Programm. Beispiel Erdmännchen:

Für die kleinen Zoo-

Bewohner mixen die Tierpfleger

Fleisch, Gemüse und Mehlwürmer,

übergießen sie in einem

Schälchen mit Wasser und frieren

sie ein –soentsteht ein Eisblock,

gespickt mit dem Lieblings-Futter

der Tiere. „Daran können Sie eine

halbe Stunde schlecken“, sagt

Rahde. Inder Theorie. Denn nur

zögerlich trauen sich die Erdmännchen

beim ersten Versuch

an das Eis, sie verkriechen sich zunächst

lieber in den Tunneln der

Anlage. Kein Wunder: „Dort herrschen

kühle 18 Grad“ sagt Rahde.

„Und die Tierehalten sich, wie wir

Für die Elefanten im Zoo gibt es derzeit täglich eine Dusche.

SABINE GUDATH

Menschen auch, lieber im Schatten

auf.“ Doch die Neuigkeiten

der Erfrischung sprechen sich

herum: Kaum hat ein Erdmännchen

geschleckt, tummeln sich

alle um die kühlen Blöcke.Das Eis

sei in jedem Fall besser als kühle

Getränke. Rahde: „Wenn wir den

Tieren einfach kaltes Wasser hinstellen,

trinken sie das sofort

weg“, sagt Rahde. „Und das geht

auf den Magen –wie bei uns Menschen.“

Einpaar Ecken weiter gibt es für

die Elefanten eine andere Art der

Erfrischung: Hier zücken die Tierpfleger

direkt den Gartenschlauch,

spritzen die Dickhäuter mitWasser

ab.Man merkt sofort, wie nötig die

Abkühlung ist: Weit öffnen Pang

Pha, Carla und Anchali ihre Münder,

trinken aus dem Schlauch –

rund 100 Liter Wasser brauchen

Elefanten bei normalem Wetter

proTag. Sielassen sich abduschen

– und schnappen den Pflegern

kurzdarauf die Wasserspritzeweg.

Selbst ist der Elefant!

„An den heißen Tagen bekommen

sie jeden Tageine Dusche“,

sagt Rahde. „Aber sie wissen sich

auch selbst sehr gut zu helfen. Sie

wälzen sich in ihrer Lehmkuhle,

bedecken sich mit Schlamm –das

wirkt wie eine natürliche Sonnencreme.“

Und die wird auch heute

nötig sein: Die Temperaturen sollen

auf bis zu 39 Grad klettern. Nur

in der Nacht kühlt die Luft auf bis

zu 17 Grad ab. Der kälteste Ort im

Zoo ist übrigens das Pinguinhaus:

Dortleben Kaiser-und Königspinguine

das ganzeJahr über bei etwa

neun Grad.


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 11 *

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Berlin

Mehr Rechte für Tierschützer

Der Senat einigt sich auf ein neues Gesetz. Die Industrie- und Handelskammer befürchtet dadurch Wettbewerbsnachteile und Blockaden im Forschungsbereich

VonMelanie Reinsch

Berlins Tiere sollen besser

geschützt werden – zumindest

die, die ohnehin

schon ein tristes Dasein

fristen. Auf Vorlage von Dirk Behrendt

(Grüne), Senator für Justiz,

Verbraucherschutz und Antidiskriminierung,

hat sich der Senat am

Dienstag auf einen Gesetzesentwurf

geeinigt, der anerkannten Tierschutzorganisationen

das Recht einräumen

soll, Tierschutzrechte gerichtlich

überprüfen zu lassen.

„Tiere können nicht selbst Klage erheben.

Für Tierschutzorganisationen

fehlt aber bisher die Möglichkeit,

stellvertretend für Tiere rechtswidriges

Handeln oder Unterlassen

seitens der Behörden des Landes anzugreifen“,

so Behrendt.

Damit können Tierschützer eine

Verbandsklage einreichen, also eine

Klage, die nicht zum Ziel hat, die eigenen

Rechte durchzusetzen, sondern

die der Allgemeinheit. Im Umwelt-

und Naturschutzrecht oder im

Verbraucherrecht ist das längst ein

unverzichtbares Instrument.

Bundesländer wie Bremen, Nordrhein-Westfalen

oder Hamburg haben

das Recht schon für den Tierschutz

ausgeweitet. In weiteren Ländernwirdesdiskutiert.

In Berlin gab es 2017 insgesamt

222 000 Tierversuche –ein Rückgang

um elf Prozent zum Jahr zuvor.Inder

Hauptstadt ist das Landesamt für

Arme Maus: In Berliner Laboren wurden 2017 knapp 188 000 Mäuse als Versuchstiere verwandt .

Gesundheit und Soziales (Lageso)

für die Genehmigung vonTierversuchen

zuständig. Grundlage für sämtliche

Versuche an Tieren ist das Tierschutzgesetz,

das besagt, dass Tierversuche

nur dann durchgeführt

werden dürfen, wenn sie unerlässlich

und ethisch vertretbar sind.

Bundesweit wurden nach Auskunft

des Bundesministeriums für

Ernährung und Landwirtschaft

(Bmel) 2,8 Millionen Tierversuche in

Mäuse: 187 883 Mäuse

und 24 226 Ratten wurden

2017 in Berlin bei Tierversuchen

eingesetzt. Nagetiere

bilden die größte Gruppe.

TIERVERSUCHE

Javaneraffen: Zwei der

109 Affen wurden zu wissenschaftlichen

Zwecken getötet.

Auch 101 Hunde (2016:

372) wurden eingesetzt.

Belastung: Bei knapp

43 Prozent der Tiere war die

Belastung gering.Mittlere

oder schwere Belastung gab

es bei 24 bzw.2,6 Prozent.

IMAGO STOCK&PEOPLE

ganz Deutschland unternommen.

Ein Schwerpunkt bei der Erforschung

vonErkrankungen vonMenschen

und Tieren lag auf dem Bereich

der Krebserkrankungen des

Menschen. Hauptsächlich würden

Mäuse für Tierversuche genutzt,

sagte Behrendt. „Dass in Berlin auch

109 Affen von Tierversuchen betroffen

sind, bedrückt mich am meisten,

weil die Primaten den Menschen so

sehr ähneln“, sagte der Senator.

Steffen Krach (SPD), Staatssekretär

für Wissenschaft und Forschung,

erklärte, dass man mit dem Gesetz

den Tierschutz stärke, ohne die medizinische

Forschung in Berlin zum

Erliegen zu bringen. „Niemand

wünscht sich Tierversuche, aber wir

können etwa in der Krebsforschung

oder in der Erforschung von Herz-

Kreislauf-Erkrankungen, der Todesursache

Nummer eins, leider noch

nicht darauf verzichten“, betonte er.

Kritik gab es vonHenrik Vagt, Geschäftsführer

Wirtschaft &Politik der

Industrie- und Handelskammer

(IHK) Berlin. Er erklärte,dass die Klagerechte

von Tierschutzorganisationen

aus Forschungs- und Unternehmenssicht

in die falsche Richtung

führten. „Medizinisch relevante Entwicklungen

für den Menschen könnten

über Jahre hinaus durch Rechtsunsicherheit

blockiertwerden, ohne

den bereits hohen Schutz von Versuchstieren

zu verbessern“, sagte

Vagt. Auf Berlin kämen mit dem Gesetz

potenziell Wettbewerbsnachteile,

Abwanderungen, Berufungsprobleme

und ausfallende Kooperationspartner

im Forschungsbereich

zu. „Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortkönnte

erheblich geschwächt

werden“, sagte er.

Melanie Reinsch

fordertgenaues Abwägen

zwischen Recht und Zweck.

WasinPillen

und Pulver steckt

Konsumenten sollen ihre Drogen testen lassen können

300 kleine Baumeister ...

VonGisela Gross

Konsumenten sollen Partydrogen

auf ihreReinheit und Dosierung

testen lassen können: DasVorhaben

der rot-rot-grünen Koalition, eine offizielle

Drogen-Check-Stelle einzurichten,

hat weitere Hürden genommen.

„Wir haben auch für 2020/2021

Mittel im neuen Doppelhaushalt für

das Projekt eingestellt, so dass das

Projekt an den Start gehen kann“,

teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung

für Gesundheit mit. Ein angesichts

der komplexen Rechtslage

angefordertes Gutachten sei zu dem

Schluss gekommen, dass das Berliner

Konzept für das sogenannte

Drug-Checking legal sei und Projektmitarbeiter

sich nicht strafbar machten,

erklärte die Sprecherin weiter.

Die Senatsverwaltungen für Inneres

sowie für Justiz würden die Einschätzung

teilen, damit seien auch Polizei

und Staatsanwaltschaft abgedeckt.

Ein Starttermin für das Testangebot

steht bisher nicht fest. „Um eine

zügige Umsetzung zu realisieren, befinden

wir uns jetzt in den letzten

Detailabstimmungen mit den relevanten

Stellen“, erklärte die Sprecherin.

Offizieller Projektbeginn war

im vergangenen November,für 2018

und 2019 wurden insgesamt

150 000 Euro bereitgestellt. Details

aus dem Konzept sind bisher nicht

bekannt, erarbeitet wurde es von

drei freien Trägern der Berliner

Suchthilfe.

Im Koalitionsvertrag hatte Rot-

Rot-Grün angekündigt, Maßnahmen

zur „Verminderung der Begleitrisiken

von Drogenkonsum“ stärken

zu wollen –unter anderem mit Drug-

Checking. Solche Risiken können

neben einer Gesundheitsschädigung

durch Wirkstoffe – etwa von

Cannabis,Kokain und Ecstasy –auch

Verunreinigungen, das Strecken der

Stoffe oder eine zu hohe Konzentration

sein.

In der Schweiz bietet etwa das

Drogeninformationszentrum (DIZ)

der Stadt Zürich Termine an, an denen

Drogen zur Analyse abgegeben

werden können. Das Ergebnis kann

man später erfragen. Warnungen

werden auch im Internet veröffentlicht.

Der Versuch eines Vereins, im

Berlin der 90er-Jahre solche Untersuchungen

anzubieten, scheiterte

an Konflikten mit der Justiz.

Befürworter versprechen sich von

Drug-Checking neben öffentlichen

Warnungen vor gefährlichen Pillen

auch einen besseren Zugang zu Konsumenten

zu Aufklärungszwecken.

Politiker der Opposition hatten zum

Startscharfe Kritik an dem Vorhaben

geübt: Dadurch entstehe nur ein zusätzlicher

Konsumanreiz. Ein Sprecher

der FDP-Fraktion sprach voneinem

„Förderprogramm für kriminelle

Clans und deren Dealer“. (dpa)

…erleben dieses Jahr ihren schönsten Ferientag auf der größtenKinder-Mitmach-Baustelle

Berlins. Mauern, Dachdecken,

Malern, Fliesenlegen, Baggerfahren und viel, viel mehr.

Zu unserem 100. Geburtstag haben wir viele Überraschungen

vorbereitet.

Am 3. Juli, 10–17Uhr,WATERKANT Berlin

Schwielowseestraße 29,13599 Berlin-Spandau

Für Kinder von4bis 12 Jahren. DieTeilnahme ist kostenfrei.

Schnell anmelden unter Fon: 03039031560oder per

E-Mail: kleine-baumeister@gewobag.de.

Wir freuen uns auf viele kleine Baumeister!

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Kontrolle ist besser:Drogentest im Labor

IMAGO IMAGES


12 * Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Berlin

Feiern und reden

MONIKA GRÜTTERS

konnte nicht anders und musste in

ihrer Funktion als Kulturstaatsministerin

die Gastgeber beim Produzentenfest

am Dienstagabend im

Garten vom Tipi am Kanzleramt in

ihrer kleinen Rede an ein großes

Problem erinnern: „Die Fördertöpfe

sind so voll, wie die Kinokassen in

den vergangenen Jahren leer waren.“

Da muss sich was ändern, wobei sie

betonte,dass sie nicht vorhabe,den

Füllstand der Fördertöpfe zu verändern.

Der Regierende Bürgermeister

Michael Müller hatte sich erst für

später am Abend angekündigt, was

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop

das Rederecht für ein Grußwort einbrachte.

Inder Filmbranche spricht

man gerade von Vollbeschäftigung,

bestimmte Fachleute sind schon

kaum noch zu finden: „Das Wort

Fachkräftemangel ist verdammt unsexy,

trifft aber alle. Damöchten wir

etwas tun.“

SYLVESTER GROTH

kann zu Beginn eines solchen Festes

noch nicht sagen, wie lange es ihn

dort halten wird: „Das kommt sehr

auf die Qualität der Getränke und

der Gespräche an.“ Er mag das Produzentenfest:

„Es ist eine der seltenen

Gelegenheiten, mit Produzenten

ins Gespräch zu kommen, mit

denen ja sonst die Agentur verhandelt.“

Ob ihm so eine Fete schon mal

eine Rolle eingebracht ist, kann er

nicht genau sagen:„Ich weiß ja nicht,

ob meine reine Anwesenheit jemanden

inspiriert hat, mich mal wieder

zu besetzen.“ Über Langeweile kann

er sich nicht beklagen. „Im August

Schauspielerin Iris Berben wird zum Produzentenfest

erwartet. CHRISTIAN SCHULZ

wird die dritte und letzte Staffel der

Deutschland-Serie gedreht, die

,Deutschland 89’ heißen soll.“ Er freut

sich schon darauf, die Reise mit seiner

Figur, dem Stasi-Generalmajor

Schweppenstette,fortzusetzen.

Den kompletten April hat Groth in

Madrid verbracht. Werihn jetzt nach

Ausgehtipps und Restaurants befragt,

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Produzentenfest mit viel Prominenz

aus Filmwirtschaft und Politik

im Tipi am Kanzleramt

Produzent Nico Hofmann durfte sich wie

ein Gastgeber fühlen.

CHRISTIAN SCHULZ

der erfährtstattdessen etwas über die

konzentrierte Arbeit eines Schauspielers.

Inden Netflix-Studios in Spaniens

Hauptstadt stand Groth in einer

Hauptrolle des internationalen Projekts

„Criminal“ von 7bis 17 Uhr vor

der Kamera: „Überstunden gab es

dort nicht. Ganz prinzipiell nicht.“

Den Abend verbrachte er beim Ler-

Sylvester Groth kann sich über Langeweile

nicht beklagen.

CHRISTIAN SCHULZ

Schauspieler Jonathan Berlin will den Klimanotstand

ausrufen lassen. CHRISTIAN SCHULZ

nen des Textes für den nächsten Tag

in seinem Hotelzimmer.Dadie komplette

Serie in einem Verhörraum

spielt, gab es viel Text. „Ich bin dann

auch jeden Morgen um 4Uhr aufgestanden,

um den Text für den Tag

noch mal durchzugehen.“ Mit „Criminal“

versucht Netflix ab Herbst

eine internationale Serie zuetablieren,

bei der die Drehbücher, Schauspieler

und Regisseurefür je drei Folgen

aus einem anderen Land kommen:

Spanien, Deutschland, Frankreich

und Großbritannien.

WINFRIED GLATZEDER

freute sich, den Kollegen im Produzentenfestgewimmel

zu treffen:„Seit

dem 21. Juni sind wir gemeinsam in

der neuen Staffel von ,Dark’ auf

Netflix zusehen. Ich werde ab Freitag

für die dritte Staffel vor der Kamera

stehen.“ Glatzeder gibt zu,

dass er mit dem Streamingdienst

nichts anfangen konnte, bevor das

Angebot kam. „Und dann habe ich

festgestellt, dass mein neuer Fernseher

das sogar schon integriert

hat.“ Er freut sich besonders für

seine Frau: „Sie wurde promt süchtig

nach Netflix, das für sie ein vollwertiger

Ersatz für mich ist, wenn

ich endlich wieder auf Theatertournee

bin. Nur wenn im Haus

was kaputt geht, fehle ich ihr wegen

meiner handwerklichen Fähigkeiten.“

JONATHAN BERLIN

schaute im Laufe des Produzentenfestes

öfter als sonst auf sein

Taschentelefon. Das lag daran,

dass seine erste selbst auf den Weg

gebrachte Petition an den Deutschen

Bundestag seit einigen

Stunden online sichtbar war und

er jetzt jeden Unterstützer für sein

Anliegen braucht. Dem Schauspieler

geht es um die Ausrufung

eines Klimanotstandes innerhalb

von drei Monaten. „In den wenigen

Stunden, seit es auf der Bundestagsseite

als Petition 94 357

online ist, haben sich schon mehr

als 1300 Unterstützer eingetragen.“

Ebenfalls unter den Gästen

des Festes: die Schauspieler Heike

Makatsch und Trystan Pütter, Sabin

Tambrea, Sonja Gerhardt und

Iris Berben, die Produzenten Nico

Hofmann und Christoph Müller.

Berlin im Herzen.

Und auf dem Handy

SO SCHREIBT MAN BERLIN.

app-berliner-zeitung.de


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 13 *

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Berlin

Mieterhöhungen gestoppt

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land setzt die geplanten Steigerungen für dieses Jahr nicht mehr um. Der Neubau geht weiter voran

VonUlrich Paul

Eigentlich hätte die landeseigene

Wohnungsbaugesellschaft

Stadt und Land in

diesem Jahr für 3500 bis

3800 Wohnungen die Miete erhöhen

können. Doch die Pläne werden

nach dem Beschluss des Senats zum

Mietendeckel nicht weiter verfolgt.

„Wir werden keine Mieterhöhungen

mehr versenden“, sagte Stadt-und

Land-Geschäftsführer Ingo Malter

am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz

seines Unternehmens.

Für die Mieter bedeutet dies,dass

ihnen damit aufwendige Rückforderungen

von höheren Mietzahlungen

erspart bleiben. Denn noch gibt es

das Gesetz zum Mietendeckel nicht.

Es soll erst im Herbst erarbeitet werden

und zum Januar 2020 in Kraft

treten – dann jedoch rückwirkend

zum 18. Juni 2019 greifen, zu dem

Tag, als der Senat die Eckpunkte des

Mietendeckels beschloss.

Unter dem Durchschnitt

Die 15 größten Bauprojekte von Stadt und Land in Berlin

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

Buckower Felder (Neukölln)

Alt-Biesdorf 21/Stawesdamm/Weißenhöher Str.

(Hellersdorf)

Ortolfstr. 50-58 (Treptow)

Johannes-Tobei-Str. (Treptow)

Mittenwalder Str. 2-12 (Hellersdorf)

Louis-Lewin-Str. (Hellersdorf)

Gärten der Welt (Marzahn)

L.-Lewin-Str. 99-105/Albert-Kuntz-Str.(Hellersdorf)

Bruno-Bürgel-Weg 23-37, 39 (Treptow)

Fürstenwalder Allee 462, 470, 472 (Köpenick)

Mittenwalder Str. 1-3/Zossener Str. 147 (Hellersdorf)

Schkeuditzer Str. 28-40 (Hellersdorf)

Tannhäuser Str. 97-104 (Lichtenberg)

Kienbergstr. 21 (Marzahn)

Kienitzer Str. 26/Parkhaus (Neukölln)

Vermieter dürfen zurzeit also noch

die Miete nach altem Recht erhöhen.

Kommt das neue Gesetz, haben die

Mieter aber einen Rückforderungsanspruch

für die zu viel gezahlte

Miete.Die Stadt und Land sorgt nun

dafür,dass zumindest ihren Mietern

dieses Hinund Hererspartbleibt.

Welche Folgen der Mietendeckel

auf die Investitionskraft der Wohnungsunternehmen

hat, ist noch offen.

Malter sagte, alle landeseigenen

Unternehmen befänden sich zurzeit

im „intensiven Dialog“ mit dem Senat,

um zu ermitteln, welche Auswirkungen

der Mietendeckel habe. Im

Moment wisse niemand, was tatsächlich

Gesetzeskraft erlangen

werde. Deswegen könne er keine

konkreten Angaben zu den Folgen

machen. Wenn es zum Mietendeckel

komme und dadurch Erlöse gemindert

würden, müssten sich die Unternehmen

aber Gedanken machen,

wie dies kompensiertwerden könne,

sagte Malter. Dagebe es viele Ansätze,

vielleicht ja auch neue Fördermöglichkeiten

für die Unternehmen.

DieStadt und Land besitzt zurzeit

rund 47 000 Wohnungen in Berlin,

165 (2018)

147 (2016)

142 (2017)

101 (2017)

216(2017)

215 (2017)

310 (2020)

308 (2017)

287 (2015)

284(2018)

284 (2015)

406 (2017)

393 (2019)

515 (2017)

die meisten davon befinden sich im

Süden und im Osten der Stadt. Die

Miete im Unternehmen stieg im vergangenen

Jahr im Schnitt von 5,78

Euro auf sechs Euro je Quadratmeter,ohne

Betriebskosten. Damit liegt

die Stadt und Land noch unter den

Mieten aller sechs landeseigenen

Wohnungsunternehmen vondurchschnittlich

6,09 Euro je Quadratmeter

sowie unter dem Mietspiegel-

Durchschnitt von 6,72 Euro je Quadratmeter.

Beim Abschluss neuer

Verträge nahm die Stadt und Land

im vergangenen Jahr durchschnittlich

bereits 7,35 Euro je Quadratmeter.

Hier machen sich mittlerweile

die etwas höheren Mieten im Neubau

bemerkbar. Die Stadt und Land

liegt aber auch beim Abschluss

neuer Verträge unter dem Schnitt aller

sechs landeseigenen Unternehmen

in Höhe von 7,62 Euro je Quadratmeter

–und deutlich unter den

Angebotsmieten am freien Markt

von 10,32 Euro je Quadratmeter.

Trotz moderater Mieten und dem

Ankauf und Neubau von Wohnungen

hat die Stadt und Land im vergangenen

Jahr einen Gewinn von

Anzahl der Wohnungen, in Klammern Baubeginn

15

1

13

713 (2021)

11 12

14 7 5

6

8

2

9

3 4

10

BLZ/GALANTY; QUELLE: STADT UND LAND

41 Millionen Euro erzielt. DasUnternehmen

zeigt damit, dass sich ein

soziales Preisgefüge und wirtschaftlicher

Erfolg nicht ausschließen.

Die Einnahmen fließen wieder in

Investitionen. Biszum Jahr 2026 will

die Stadt und Land die Zahl derWohnungen

auf 55 500 erhöhen –durch

Ankauf und Neubau. Sechs Häuser

mit 122 Wohnungen hat die Stadt

und Land bisher über die Ausübung

des bezirklichen Vorkaufsrechts in

Milieuschutzgebieten erworben.

Über 60 Objekte seien geprüft worden,

sagte Malter.Bei vielen Häusern

hätten sich die Erwerber verpflichtet,

die Ziele des Milieuschutzes einzuhalten

und die Ausübung des Vorkaufsrechts

damit abgewendet. Bei

einer kleineren Zahl von Häusern

habe die Stadt und Land den Ankauf

abgelehnt, weil dies auch mit Zuschüssen

aus der Landeskasse wirtschaftlich

nicht vertretbar gewesen

wäre. Zu den spektakulärsten Zukäufen

außerhalb der Milieuschutzgebiete

gehörte der Erwerb des Kosmosviertels

mit rund 1800Wohnungen.

Schritt für Schritt soll das Viertel

nun saniertwerden.

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DieStadt und Land treibt zudem den

Neubau voran. In der Neuköllner

Briesestraße/Kienitzer Straße etwa

entstehen 101 neueWohnungen, darunter

77 Ein- bis Vierzimmerwohnungen,

17 Atelierwohnungen sowie

sieben Wohnungen mit zusätzlichen

Gemeinschaftsflächen für Wohngemeinschaften.

Die Wohnungen sollen

im Dezember 2019 fertig sein, darunter

30 Sozialwohnungen. Sie werden

wie bei den anderen Neubauprojekten

zu Mieten von 6,50 Euro je

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Bettina Tietjen liest aus „Tietjen auf Tour" und spricht mit Jörg Thadeusz am29. August im Pfefferberg Theater.

Bettina Tietjen steht auf Camping. Direkt, bodenständig, einfach. Bereits als Jugendliche hat sie gern den Schlafsack

ausgerollt und schwört bis heute auf die Freiheit unterm Sternenhimmel –von der Ostsee bis zum Mittelmeer.

Hauptsache, der Wind ruckelt schön am Wohnmobil, morgens blubbert die bordeigene Espressomaschine und beim

Abwasch erzählen wildfremde Mitcamper aus ihrem Leben. Bettina Tietjens Camping-Geschichten handeln von

Menschen, von Landschaften und von skurrilen Erlebnissen zwischen Klohäuschen und Traumstränden.

Humorvoll. Kurzweilig. Selbstironisch. Kommen Sie mit auf die Reise.

Bettina Tietjen empfängt prominente Gäste inihrer Freitagabend-Talkshow, seit 2015 zusammen mit Alexander Bommes

(„Tietjen und Bommes“). Seit 2008 moderiert sie die Radiosendung »Tietjen talkt« bei NDR 2. Ihr Buch „Unter Tränen gelacht“

über die Demenzerkrankung ihres Vaters war über 30 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Donnerstag 29.08.2019 |Einlass: 19.30 Uhr |Beginn: 20.00 Uhr

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Das Angebot gilt nur solange der Vorrat reicht. Eine Barauszahlung der Gewinneoderdie Abgabe eines Ersatzgewinnesist nicht vorgesehen. DerRechtsweg istausgeschlossen. Mitarbeiter vonDuMont undderen Angehörige sindvon der Teilnahme

ausgeschlossen. Mit Ihrer Teilnahme amGewinnspielstimmen Sie zu, dass wirdem Veranstalter/Partner Ihre Datenzum Zweckder Gewinnübermittlungzur Verfügungstellen.Die Gewinner werden perE-Mailund/oder postalisch benachrichtigt.

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Ihnenstehtein gesetzliches Widerrufsrecht zu. Alle Informationen über dieses Recht und die

Widerrufsbelehrung finden Sie unter www.berliner-zeitung.de/widerruf

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Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 15

· ·

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Mo–Fr10–16 Uhr

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Wegen der großen Zahl der Zuschriften

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Auch Besucher genießen

im Tierparkdie Ruhe

Berlin: „Lichtenberg forciertPläne für

Spaßbad im Tierpark“ von Norbert

Koch-Klaucke

(24. Juni)

EinSpaßbad ist leider auch mit einer

lauten Geräuschkulisse verbunden.

Ich glaube kaum, dass Tonja unter

solchen Bedingungen Nachwuchs

großziehen möchte. Auch Besucher

genießen im Tierpark die Ruhe. Der

Lärm vom Wasserspielplatz ist an

manchen Tagen schon schwer zu ertragen

und reicht völlig aus. Lasst

den Tieren auch einen Bereich und

sucht für die lauten Menschen einen

anderen Ort.

Ursi Luft, per E-Mail

Werhat sich denn das ausgedacht?

Ich war froh, als der Plan abgelehnt

wurde.Nun wieder dieser Vorschlag.

Denkt man auch mal an die Tiere,

wenn da Tausende von Leuten im

Bad rumtoben und die Kinder kreischen?

Findet man keine andereFläche,umein

solches Badzubauen?

Monika Stellmach, per E-Mail

Zwei neue, gänzlich

unbekannte Gesichter

Facebook: „Für neuen Parteivorsitz:

SPD will eine Doppelspitze ermöglichen“

(25. Juni)

Vielleicht mal zwei neue, gänzlich

unbekannte Gesichter.Dazu müsste

aber die obere Etage erstmal geschlossen

den Platz frei machen. Solange

man da keinen Aufbruch

merkt, ist eine Erneuerung lediglich

Makulatur.

Toni Cento

Die Berliner diskutieren über ein Kopftuchverbot an Schulen

Kopftuch: eine erschreckende Entwicklung

Die Verantwortung für die Zukunft ernst nehmen

Politik: „Sturmauf die Kohle“ von Wilfried

Meisen

(24. Juni)

Siemachen große Versprechungen,

was Klimaschutz, Familie und Soziales

angeht. Jeder spricht von Umwelt,

Katastrophe. Jeder wird aufgerufen,

seinen Teil beizutragen. Jedoch

muss ich leider feststellen, dass

ein entscheidender Teil einfach

ignoriert wird. Keiner denkt realistisch

an die Bürger, die eben nicht

sechs- bis achttausend Euro in Monat

verdienen, sondern nur –wenn

überhaupt –1800 bis 2600 Euro am

Monatsende nach Hause bringen.

Davon müssen Miete, Strom, Telefon,

sämtliche Nebenkosten bezahlt

und ganz nebenbei auch die Kinder

ernährt werden. Dann gibt es Menschen,

die zur Kosteneinsparung auf

dem Land leben und auf Autos angewiesen

sind.

Stefano Ivone, per E-Mail

DieJugend fordertlediglich völlig zu

Recht, dass seit Jahrzehnten erkannte

Notwendigkeiten endlich in

ganz konkretes praktisches Handeln

umgesetzt werden: So beispielsweise

Titel: „Jeder zweite Berliner für ein Kopftuchverbot“ von Martin Klesmann

(21. Juni)

In der Grundschule meiner Tochter am Stadtrand sehe ich schon Mädchen

in der ersten Klasse das Kopftuch tragen, eine erschreckende Entwicklung.

Zur Erinnerung: Die Haare der Frau sind überall zu bedecken,

denn sie sind für den strenggläubigen Moslem ein sexueller Reiz.

Wie passt das zu einem Mädchen im Grundschulalter? Außerdem haben

Männer, egal welchen Glaubens, niemals das Recht, Frauen, mit

oder ohne Kopftuch, respektlos oder sexistisch zu behandeln. Mitnichten

wirddurch das Verbot etwas auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen.

Ganz im Gegenteil! Waswäreesfür eine Erleichterung, sagen

zu können: „Liebe Eltern, die Schulregel heißt: kein Kopftuch.“ Auch

aus gesundheitlicher Sicht bei Temperaturen wie diesen.

Sarita Paege, Berlin-Spandau

die jetzt wieder heiß diskutierte

CO2-Abgabe. Natürlich kann die

Wissenschaft den Kipppunkt des Klimas

nicht exakt bestimmen; aber

mit der Physik, und um diese geht es,

gibt es keine Kompromisse.DerYou-

Tuber Rezo und anderehuldigen daher

keinem „Jugendwahn“, sondern

sie nehmen die Verantwortung für

ihre Zukunft ernst. Die vernachlässigt

die etablierte Politik sträflich.

Stephan Wohanka, Berlin

Wenn die Klimaveränderung kommt

oder auch nur vielleicht, möchte ich

DPA

auf meinem Sterbebett in 30 oder 40

Jahren ungernmeinen Enkeln erklären:

„Es hätte sein können, dass alles

nicht so schlimm gekommen wäre.“

Ichbin sicher,dass ich nicht der einzige

Ü60er bin, der so denkt. Wer

jetzt nur an sich denkt, seine Wähler,

seine Bequemlichkeit, hat es nicht

besser verdient, als noch lange vor

dem ökologischen Kollaps vor die

Hunde zu gehen.Waswäre, wenn wir

nicht in Gegensätzen denken, sondern

eine große Koalition der Überlebenswilligen

bilden würden?

Martin Schwender,per E-Mail

Ein Schuss Gedanken

sozialdemokratischer Art

Thema: „Die Gute-Führung-Frage“ von

Andreas Niesmann und Elmar Schütze

(21. Juni)

Endlich kommen die Frauen in den

Mittelpunkt, die die SPD gut führen

können, Frau Dreyer, Frau Schwesig

und Frau Giffey.Die Berliner SPD tut

gut daran, Frau Giffey zu unterstützen.

Auch ihr von Herrn Buschkowsky

erlernter Stil würde der SPD

gut bekommen und ein Schuss

neuer (alter) Gedanken sozialdemokratischer

ArtálaKevin Kühnert.

Erik Hinke, Rüdnitz

Grundsteuer:Regierung

trifft keine Entscheidung

Wirtschaft: „Bundesregierung beschließt

Reformder Grundsteuer“

(22. Juni)

Bei diesem Beschluss wurde wieder

einmal klar, dass unsere Regierung

keine Entscheidung trifft. Die Verantwortung

wird den Ländern übertragen.

Nach dem Berliner Mietendeckel

fragt man sich, ob die zukünftige

Politik unseres Landes nur noch

auf Länderebene stattfindet. Interessant

wird jetzt allerdings, wie der

Berliner Senat reagiert. Da man seit

kurzem umbezahlbare Mieten besorgt

ist, müsste man davon ausgehen,

dass das Ansteigen der „zweiten

Miete“ auch verhindert werden soll,

die Grundsteuer in Zukunft also eher

sinkt. Oder gilt die Sorgeder Politiker

nur, wenn es um das Geld anderer

geht? Frank Hoffmann, per E-Mail

Der ÖPNV verschlechtert

sich schon seit Jahren

Facebook: „TXL und M48 werden kürzer,TXL

fährtnicht mehr zum Alex:

Warumdie BVGwichtige Berliner Buslinien

schrumpft“ von Peter Neumann

(25. Juni)

Hätte man damit nicht warten können,

bis die neue U-Bahn-Linie vom

Brandenburger Torbis zum Alexanderplatz

fährt? DerTXL war/ist auch

eine meist bessere Verbindung zwischen

Alexanderplatz und Parlamentsviertel

als der verstopfte und

noch viel unzuverlässigere100er!

Alexander Pieske

DerÖPNV verschlechtertsich schon

seit Jahren, egal unter welcher Partei.

Darumbin ich fast nur noch Radfahrerin.

Da weiß ich, dass ich an meinem

Ziel ankomme und vor allem

wann. Dagmar Jedrisko

Wenn es nach des Deutschen Wählerwillen

geht, fährt man bald nur

noch Rad.

Thomas Oestreich

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16 * Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Berlin/Brandenburg

POLIZEIREPORT

Kind liegt nach Badeunfall im Koma

Eindreijähriger Junge,der am Sonntag

bei einem Badeunfall am Glienicker

Seeunter Wasser geriet, liegt

jetzt im Koma. DasKind war nach

derzeitigem Ermittlungsstand aus

einem Schwimmring gerutscht.

MehrereZeugen hatten den Jungen

aus dem Wasser gezogen und die

Feuerwehr alarmiert. (tc.)

Straßenbahn verletzt Frau schwer.

Eine 71 Jahrealte Frau ist in Mitte

voneiner Tram erfasst worden und

hat dabei schwereVerletzungen erlitten.

Siewar am späten Montagabend

auf der Mollstraße unterwegs

und schob ihr Radbei Rotzunächst

über einen Fußgängerüberweg,

sagte eine Sprecherin der Polizei. Als

sie die Mittelinsel erreichte und über

die Straßenbahngleise laufen wollte,

wurde sie dann vonder Tram erfasst.

Siezog sich schwereVerletzungen zu

und musste in ein Krankenhaus gebracht

werden. DerTramfahrer erlitt

einen Schock und wurde ambulant

behandelt.

Verwirrter greift Polizisten an

Einvermutlich verwirrter Mann hat

am Montag in Friedenau für einen

Polizeieinsatz gesorgt und sechs Einsatzkräfte

leicht verletzt. EinZeuge

hatte gegen 19.20 Uhrdie Polizei verständigt,

weil ein unbekleideter

Mann in der Eschenstraße ein Kellerfenster

eingeschlagen hatte und

durch dieses in ein Maleratelier kletterte.Als

die Einsatzkräfte den Mann

wenig später festnehmen wollten,

bedrohte er die Polizisten mit einem

Messer.Ein Beamter gab daraufhin

einen Schuss ab,der den Mann aber

nicht traf. Letztlich wurde er mit einem

Taser überwältigt und in eine

Psychiatrie gebracht.

Kassiererin in Biesdorf überfallen

EinUnbekannter hat in Biesdorfeinen

Discounter überfallen und eine

unbekannte Geldsumme erbeutet.

DerRäuber bedrohte am Montagabend

die Kassiererin des Geschäfts

in der WulkowerStraße mit einem

Messer und forderte Geld, sagte eine

Polizeisprecherin. Anschließend

griff er selbst in die Kassenlade und

flüchtete mit seiner Beute.Die Mitarbeiterin

blieb unverletzt.

Vermisste tot aufgefunden.

Eine seit zwei Monaten vermisste

32-jährige Frau aus einer Asylbewerberunterkunft

im südbrandenburgischen

Hohenleipisch (Elbe-Elster)

ist tot. Rechtsmediziner haben gefundene

menschliche Überreste

mittels DNA-Analyse als Knochen

der jungen Frau identifiziert, berichtete

die Polizei. Zahlreiche Polizisten

hatten tagelang etwa 32 Hektar

Waldgebiet sowie unwegsames Gelände

mit Bunkeranlagen um die

Asylunterkunft abgesucht. (tc.)

Feuer in der roten Zone

Der Waldbrand in der Lieberoser Heide breitet sich aus. Hubschrauber löschen aus der Luft

Es brennt allerorten: In der

Lieberoser Heide (Dahme-

Spreewald), einem einstigen

Truppenübungsplatz,

hat sich der am Montag ausgebrochene

Waldbrand ausgebreitet. Bis

er gelöscht ist, könne es Tage dauern,

erklärte die Polizei. Auch an weiteren

Orten Brandenburgs loderten am

Dienstag Flammen.

In der Nacht zu Dienstag hatte

sich das Feuer in der Lieberoser

Heide auf eine Fläche von rund

100 Hektar ausgedehnt. Der Brandgeruch

war sogar in Berlin wahrzunehmen,

im Umkreis von20Kilometernumdas

Feuer herum sollten Bewohner

Türen und Fenster geschlossen

halten. „Die Lage ist angespannt,

aber momentan müssen wir keine

Evakuierung und keine Straßensperrung

ins Auge fassen“, sagte ein Sprecher

am Dienstag. Am Montagabend

war die Großgefahrenlage ausgerufen

worden.

Munition im Boden

Ein Hubschrauber der Bundeswehr wirft Löschwasser über dem Feuer auf dem ehemaligen

Truppenübungsplatz in Südbrandenburg ab.

DPA/PATRICK PLEUL

Waldboden in Flammen: Im

Berliner Grunewald ist am

Dienstag zwischen Saubucht

und Hüttenweg ein Feuer

ausgebrochen. Etwa 16

Hektar standen in Flammen.

WALDBRAND AUCH IN BERLIN

Feuerwehr im Einsatz:

Die Feuerwehr war am Nachmittag

mit 80 Kräften vorOrt.

Das Löschwasser musste

über langeStrecken herantransportiertwerden.

Löschen dauert: Löschhubschrauber

sind nicht nötig

gewesen. Die Löscharbeiten

sollten bis in die Nacht andauern.

Menschen waren

nicht in Gefahr.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Waldbrandschutzbeauftragte

des Landes

Brandenburg, Raimund Engel, noch

von einer Brandfläche von mehr als

70 Hektar gesprochen. Dabei handele

es sich um richtigen Wald, überwiegend

aus Kiefern. Nach Engels

Angaben brannte es in der munitionsverseuchten

„roten Zone“. Dort

kann das Feuer fast nur aus der Luft

bekämpft werden, weil sich im Boden

möglicherweise noch Munition

befindet. Die Feuerwehr kann sich

nur auf kampfmittelbefreiten Wegen

bewegen, um nicht in Gefahr zu geraten.

Zwei Hubschrauber der Bundespolizei

sollten die Löscharbeiten der

rund 120 Feuerwehrleute am Dienstag

unterstützen. Am Montag war

bereits ein Super Puma genannter

Hubschrauber französischer Bauart

im Einsatz, er warfbinnen fünf Stunden

80-mal mit seinem Wasserbehälter

Wasser auf die Flammen –insgesamt

144 000 Liter. Der Super

Puma sollte am Dienstag von einem

Transport-Helikopter H155 verstärkt

werden. Das Technische Hilfswerk

pumpte Löschwasser aus einem

nahe liegenden See.

Am Nachmittag wurde Brandenburgs

Innenstaatssekretärin Katrin

Lange in Lieberose erwartet, sie

wollte sich über das Ausmaß des

Waldbrands informieren und sich einen

Überblick über die Brandbekämpfung

verschaffen.

Im Laufe des Dienstags sollten die

Feuerwehren aus den Landkreisen

Dahme-Spreewald und Spree-Neiße

sowie aus Cottbus von anderen

Brandbekämpfern abgelöst werden.

Am Mittwoch ist geplant, dass Feuerwehrleute

aus dem Kreis Oberspreewald-Lausitz

zum Einsatz kommen.

In der Lieberoser Heide nördlich von

Cottbus hatte es bereits im Juli 2018

auf einer Fläche von 400 Hektar gebrannt,

Anfang Juni 2019 dann erneut

auf 1000 Quadratmetern.

Am Montagabend war zudem

auch in Jüterbog ein Feuer aus,nach

Angaben von Engel jedoch auf zunächst

nur kleiner Fläche. Die brandenburgischen

Feuerwehren mussten

außerdem an der Autobahn A13

sowie unter anderem nahe Saspow

bei Cottbus und Plessa (Landkreis

Elbe-Elster) kleinereWaldbrände bekämpfen.

Derzeit gilt nach Angaben des

Umweltministeriums in den Landkreisen

Potsdam-Mittelmark, Barnim,

Havelland sowie Spree-Neiße

und Cottbus schon die höchste

Waldbrandwarnstufe fünf. Engel

rechnet damit, dass in den kommenden

Tagen landesweit Stufe fünf gelten

wird.

Wind macht Sorgen

Diese Stufe bedeutet, dass die Forstbehörde

den Wald für Fußgänger

und Fahrzeuge sperren kann. In

Brandenburgist das besonders notwendig,

weil die Wälder hier häufiger

in Brand geraten als in anderen

Bundesländern. Seit Jahresanfang

wurden 220 Waldbrände im Land

registriert. 885 Hektar waren betroffen.

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten

bereitet vor allem

der immer wieder aufkommende

Wind Sorgen. Schon ein

Funke reiche wegen der Trockenheit

aus,umeinen Brand zu entfachen.

Am Dienstag sollten die Temperaturen

auf über 31 Grad steigen, im

Norden Brandenburgs möglicherweise

auf 36 Grad. Am Mittwoch

werden Temperaturen um 34 bis

39 Grad erwartet. Vorallem in Südbrandenburg

soll es sehr heiß werden.

Niederschläge seien nicht zu erwarten,

teilte der Deutsche Wetterdienst

mit.

DieFeuer haben die Debatte darüber

neu angefacht, ob Brandenburg

Löschflugzeuge anschaffen soll. Das

hatte zuletzt der CDU-Fraktionsvorsitzende

im Landtag, Ingo Senftleben,

gefordert. Innenminister Karl-

Heinz Schröter (SPD) hatte die Forderung

wie berichtet unter anderem

mit dem Argument abgelehnt, dass

Brandenburgs Seen zu klein seien,

als dass die Flugzeuge im Tiefflug

Wasser fassen könnten. Hubschrauber

seien besser geeignet, weil sie

Wasser zielgenau abwerfen könnten.

Auch die Finanzen spielten eine

Rolle in der Diskussion: Zwar könne

die EU sich an der Beschaffung von

Flugzeugen maßgeblich beteiligen,

aber nicht an der Begleichung der

laufenden Kosten. (dpa, gl.)

Gurken-Ernte

beginnt

verspätet

Gemüse wird im Spreewald

auf 560 Hektar angebaut

Mit der Spreewaldgurke kann

fast jeder etwas anfangen. Verarbeitet

ist sie in vielen Supermärkten

zu finden. DieErnte des bekannten

Gemüses begann am Dienstag

offiziell auf dem Spreewaldhof Niewitz

(Dahme-Spreewald). Allerdings

starte die Gurkensaison etwa eine

Woche später als geplant, teilte Andreas

Traube vom Spreewaldverein

mit. Gewitter,die mit Starkregen und

Hagel niedergingen, hätten auf einigen

Gurkenfeldern Schäden verursacht.

Das hatte laut Traube zur

Folge, dass Nachpflanzungen notwendig

wurden.

BisMitte Maihätten die Pflanzenbestände

deutliche Verzögerungen

in der Entwicklung aufgewiesen, erklärte

der Geschäftsführer des Spreewaldhofes

Niewitz, Heinz-Georg

Embach. Der dann folgende Witterungsumschwung

bewirkte eine zügige

Entwicklung der Bestände.„Die

derzeitige Wetterlage ist Gurkenwetter“,

sagte Embach. Auf seinem Gemüsehof

werden auf knapp

32 Hektar Fläche Gurken angebaut.

DieBetriebe im Spreewald bauen

in diesem Jahr auf rund 560 Hektar

Ackerfläche die berühmten Gurken

an. Der Spreewaldverein erwartet

insgesamt eine Ernte von 30000 bis

32 000 Tonnen Gurken.

Allein in der Knösels Gemüse-Erzeugung

GmbH in Kasel-Golzig

(Dahme-Spreewald) werden Gurken

auf einer Fläche von69Hektar angebaut.

Geschäftsführer Christoph

Knösels erwartet eine Ernte vonetwa

5500 Tonnen Gurken. 250 Erntehelfer

sind in seinem Betrieb im Einsatz.

Aufdem Gurkenhof Frehn in Schöneiche

(Dahme-Spreewald) werden

auf 65 Hektar Gurken und auf einem

kleinen Teil Biogurken angebaut. Geschäftsführer

Heinz-Peter Frehn

rechnet mit etwa 3000 Tonnen Gurken.

(dpa)

Alles Gurke oder was? Im Spreewald hat

die Ernte begonnen.

DPA/PLEUL

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Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 17

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Wissenschaft

Najin und Fatu sind die beiden letzten Nördlichen Breitmaulnashörner.Sie leben im im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Die Weibchen sind unfruchtbar.Dennoch soll es gelingen, ihre Unterartzuretten. Dazu entwickeln Forscher verschiedene Methoden.

JAN STEJSKAL/IZW

Nashorn soll aus einem Stück Haut entstehen

Mit ganz neuartigen Methoden wollen Forscher eine vom Aussterben bedrohte Tierart retten. In Berlin ist dazu der offizielle Startschuss gefallen

VonKerstin Viering

Najin und Fatu sind in Kenia

echte Stars. Sie werben

nicht nur für den Besuch

des Wildtierreservats

Ol Pejeta, in dem sie leben. Auf

der Berliner Tourismus-Messe ITB

traten sie im Märzauf Plakaten sogar

als Repräsentantinnen des ganzen

Landes auf. Ihre Prominenz verdanken

die beiden Schwergewichte allerdings

einer fatalen Entwicklung. Wilderer

haben ihre frei lebende Verwandtschaft

in den letzten Jahrzehnten

komplett ausgerottet. Die beiden

Weibchen sind wohl die letzten Vertreter

des Nördlichen Breitmaulnashorns,die

es auf derWelt noch gibt. Es

scheint nur eine Frage der Zeit zu

sein, bis diese Unterart der Savannen-Riesen

endgültig Geschichte ist.

Sperma in Kühltruhen

Damit aber will sich ein internationales

Team vonReproduktionsexperten

und Stammzellforschernnicht abfinden.

Am Dienstag fiel in Berlin der offizielle

Startschuss für ein Projekt namens

BioRescue, in dem Wissenschaftler

aus Deutschland, Italien,

Tschechien, Japan und den USA das

Nördliche Breitmaulnashorn doch

noch zu retten versuchen. Das Bundesforschungsministerium

stellt dafür

rund vier Millionen Euro zur Verfügung.

„Wir sind optimistisch, dass

wir damit den Untergang dieser charismatischen

Tiere verhindern können“,

sagt Projektleiter Thomas Hildebrandt

vomBerliner Leibniz-Institut

für Zoo- und Wildtierforschung

(IZW). Dazu müssen er und seine

Kollegen allerdings tief in die Trickkiste

der Reproduktions- und

Stammzelltechnologie greifen. Zwar

lagert in den Kühltruhen des IZW

noch tiefgefrorenes Sperma mehrerer

verstorbener Nashornbullen. Doch

Fatu und Najin sind inzwischen unfruchtbar,

sodass es mit einer Besamung

allein nicht getan ist. Deshalb

wollen Thomas Hildebrandt und sein

Team den beiden Weibchen Eizellen

entnehmen, diese im Reagenzglas

mit dem eingefrorenen Sperma befruchten

und die so entstandenen

Embryonen dann vonWeibchen des

eng verwandten und nicht akut vom

Aussterben bedrohten Südlichen

Breitmaulnashorns austragen lassen.

Sicherheitshalber haben die Forscher

das auch erst einmal mit den

Eizellen des Südlichen Breitmaulnashorns

ausprobiert. So wissen die

Reproduktionsexperten vomIZW inzwischen

nicht nur, wie man die

winzigen Eizellen unbeschadet aus

den Eierstöcken herausholt und

konserviert. Ihren Kollegen vom

Avantea-Labor im italienischen Cremona

ist es 2018 auch zum ersten

Mal gelungen, solche Eizellen mit

dem Gefrier-Sperma vonNördlichen

Breitmaulnashörnern zubefruchten

und zu Embryonen heranwachsen

zu lassen. Im nächsten Schritt geht

es darum, einen solchen Embryo erfolgreich

in die Leihmutter einzupflanzen.

„Dazu muss man das nicht

einmal ein Zehntelmillimeter große

Gebilde mit einem ganz feinen Katheter

über den Darm des Tieres in

die Gebärmutter einführen“, sagt

Hildebrandt. Im Mai haben er und

sein Team das bei einem jungen

Weibchen namens Hope versucht,

das im Zoo der polnischen Stadt

Chorzow lebt. Tatsächlich begann

der Embryo im Uterus des Tieres zu

wachsen und sich weiterzuentwickeln.

„Das ist schon ein großer Erfolg“,

sagt Hildebrandt. Ob Hope

weiterhin trächtig ist, wirdsich allerdings

erst beim nächsten medizinischen

Check im September herausstellen.

Der IZW-Experte vermutet aber,

dass es diesmal noch nicht geklappt

hat. Denn der Embryo wirkte bei der

letzten Untersuchung verdächtig

klein. „Das könnte daran liegen, dass

er sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut

eingenistet hat.“ Verwunderlich

wäre das nicht. Selbst

CHRONOLOGE EINES NIEDERGANGS

1908: Der Naturforscher Richard Lydekker beschreibt das Nördliche BreitmaulnashornCeratotherium

simum cottoni. Sein Verbreitungsgebiet reicht vonKongound Uganda bis in den

Tschad und Sudan.

1960: In freier Wildbahn leben noch etwa 2000 Tiere.

1981: Die Zahl ist durch Wilderei auf weniger als 350 geschrumpft.

1984: Die letzten 15 Tiere leben im Garamba-Nationalpark im Kongo. Zwar steigt die Zahl

bald wieder auf 31 an, ein Bürgerkrieg führtdann aber zu einem weiteren Rückgang.

2008: Das Nördliche Breitmaulnashornist in freier Wildbahn ausgestorben.

2009: Vier Tiere werden aus einem tschechischen Zoo in das Ol-Pejeta-Schutzgebiet in Kenia

gebracht.

2018: Der letzte Bulle Sudan stirbt. Damit leben nur noch zwei unfruchtbare Weibchen.

beim Menschen, wo es viel mehr Erfahrung

mit dem Transfer von Embryonen

gibt, liegt die durchschnittliche

Erfolgsrate nur bei 20 Prozent.

Falls Hope also nicht trächtig ist,

werden die IZW-Mitarbeiter ihr bei

der nächsten Untersuchung neue Eizellen

entnehmen und einen weiterenVersuch

starten. Es gibt auch noch

anderepotenzielle Leihmütter,die im

Rahmen von BioRescue Nachwuchs

bekommen könnten. So lebt im Zoo

von Schwerin ein junges Weibchen,

das panische Angst vor männlichen

Artgenossen hat und lieber aus seinem

Gehege auszubrechen versucht,

als sich mit einem zu paaren. Eine

künstliche Befruchtung seiner Eizellen

aber hat bereits einen sehr vielversprechenden

Embryo geliefert, den

die Forscher dem Tier in den nächsten

Wochen einpflanzen wollen. Was

bisher fehlt, sind allerdings Eizellen

vonNajin und Fatu, aus denen ein reines

Nördliches Breitmaulnashorn

hervorgehen könnte. Umdie zu gewinnen,

brauchen die Forscher Genehmigungen

der kenianischen Behörden,

vondenen noch nicht alle erteilt

sind. Dabei drängt die Zeit. Denn

die 30-jährige Najin kommt in ein Alter,indem

sich die Qualität der Eizellen

verschlechtert. „Wenn wir noch

länger warten, können wir vielleicht

gar nichts mehr damit anfangen“, befürchtet

Thomas Hildebrandt.

Auch wenn die künstliche Befruchtung

und der Embryotransfer

optimal laufen, wird das für die Rettung

des Nördlichen Breitmaulnashorns

allerdings nicht ausreichen.

Denn das eingefrorene Sperma

stammt von nur vier Bullen und die

beiden überlebenden Weibchen sind

Mutter und Tochter. Eine ausreichend

große genetische Vielfalt wird

sich auf diesem Wegalso nicht zurückgewinnen

lassen. „Deshalb verfolgen

wir noch einen zweiten, futuristischeren

Ansatz, um das Überleben

der Unterart insgesamt zu ermöglichen“,

sagt Sebastian Diecke

vomMax-Delbrück-Centrum für Molekulare

Medizin (MDC) in Berlin. So

lagern in den Kühltruhen des IZW

und des Zoos von San Diego noch

Hautproben von weiteren Nördlichen

Breitmaulnashörnern. Und für

Stammzellexperten wie Sebastian Diecke

sollte es zumindest theoretisch

möglich sein, aus einem Stück Haut

wieder ein lebendes Nashornzumachen

–auch wenn dazu noch viel Forschungsarbeit

nötig ist. Den ersten

Schritt haben Micha Drukker und

seine Kollegen vom Helmholtz-Zentrum

München schon geschafft. Aus

Bindegewebszellen der Nashornkuh

Nabire haben sie sogenannte pluripotente

Stammzellen gewonnen, die

sich zu sämtlichen anderen Zelltypen

weiterentwickeln können.

Eizellen aus Stammzellen

Ausdiesen Alleskönnernsollen Eizellen

entstehen. „Diese Arbeit liegt nun

voruns und ist für diese Tierartvölliges

Neuland“, sagt Sebastian Diecke.

Bei Mäusezellen ist Katsuhiko

Hayashi von der Kyushu-Universität

in Japan eine solche Umwandlung allerdings

schon gelungen. Nun arbeitet

der Japaner mit Sebastian Diecke

und seinen Kollegen an einem ähnlichen

Erfolg beim Nashorn. „Wir sind

alle hochmotiviert“, sagt der MDC-

Forscher.„Mir persönlich wäre esallerdings

am liebsten, wenn es nie wieder

so weit kommen muss,dass unser

Ansatz angewendet wird.“

Thomas Hildebrandt sieht das genauso.

Zwar könnten einzelne Komponenten

des Rettungsplans durchaus

auch anderen bedrohten Arten

zugute kommen. Etwa den weniger

als hundert Sumatra-Nashörnern,

die noch durch die Wälder Südostasiens

streifen. Allerdings sei der

Hightech-Ansatz so aufwendig und

teuer, dass man damit nur wenige

Arten retten könne. Der Schwerpunkt

des Artenschutzes müsse daher

auch künftig auf klassischen

Maßnahmen wie der Bekämpfung

der Wilderei und der Erhaltung von

Lebensräumenliegen.

Jeder Fünfte hat wenig Gemeinschaftssinn

Studie über soziale Einstellungen von Großstadtkids zeigt bedenkliche Tendenzen zur Abwertung anderer Gruppen und Schwächerer

Wie sozial sind Kinder und Jugendliche

in Deutschlands

Städten eingestellt? Um das herauszufinden,

haben Wissenschaftler der

Universität Bielefeld etwa tausend

Großstadtkids und ihreElterninBerlin,

Köln und Leipzig befragt. Ein

Fünftel der Kinder und ein Drittel

der Teenager zeigt demnach wenig

Gemeinschaftssinn, wie es in der

Untersuchung heißt, die am Dienstag

in Berlin vorgestellt wurde.Vor allem

Jungen sind betroffen.

Im Mittelpunkt standen Einschätzungen

aus den Bereichen Empathie,

Solidarität, Gleichgültigkeit

und Abwertung. Geschulte Interviewergaben

Aussagen vor, denen Kinder

und Jugendliche zustimmen

konnten –oder auch nicht. Sielauteten

zum Beispiel: „Es macht mich

traurig, wenn es anderen Kindern

schlecht geht“, „Wenn ein anderes

Kind Probleme in der Schule hat, ist

es meistens selber schuld“, „Man

kann Deutschen eher vertrauen als

Ausländern“ oder „Hartz-IV-Empfänger

sind deshalb arm, weil sie

nicht arbeiten wollen“. Für Studienautor

Holger Ziegler ergeben die vier

abgefragten Felder in der Summe einen

Hinweis auf Gemeinschaftssinn,

den er als moralischen Kitt der Gesellschaft

sieht. Laut der Studie, die

im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung

entstand, ist die große

Mehrheit (70 bis 80 Prozent) der befragten

6- bis 11-jährigen Kinder und

12- bis 16-jährigen Jugendlichen sozial

eingestellt. Mädchen zeigten

sich dabei doppelt so häufig empathisch

und solidarisch wie Jungen.

Immerhin jedem vierten Jungen

im Kindes- und Jugendalter waren

Probleme anderer Menschen egal.

Im Vergleich zeigte sich nur jedes

achte Mädchen so gleichgültig. Für

Studienautor Holger Ziegler sind die

Ergebnisse nur für deutsche Großstädte

als repräsentativ zu werten.

Besondere Sorgen machen Ziegler

Tendenzen, andereGruppen und

Schwächereabzuwerten. Dazu neigt

laut Studie mehr als ein Drittel der

Jungen (36 Prozent) und ein gutes

Fünftel der Mädchen (22 Prozent).

„Ob diese Abwertung zunimmt oder

abnimmt, können wir nicht sagen,

weil es zu wenig Vergleichsdaten

gibt“, sagt Ziegler. Ihn bewegt etwas

anderes. „Die Abwertung von Ausländern,

Arbeitslosen, Schwulen,

Behinderten oder Obdachlosen ist

auch dortverbreitet, wo wir sie nicht

unbedingt vermuten: bei einem guten

Fünftel der liberal-urbanen Mittelschicht“,

berichtet er. „Und das

schwappt sehr stabil von Eltern auf

Kinder über. Besonders auf die

Jungs.“ Da sich ohnehin nur Mittelschichts-Familien

bereit erklärten,

für die Studie zu Hause Fragen zu beantworten,

könnte dieses Bild sogar

noch zu rosa gefärbt sein, schätzt der

Wissenschaftler.

Jugendforscher Klaus Hurrelmann,

Mitautor der Shell-Jugendstudien,

überraschen oder sorgen

die neuen Ergebnisse nicht. „Die

Shell-Studien zeigen regelmäßig,

dass es eine 80-zu-20-Trennung in

der Gesellschaft gibt“, sagt er.Das sei

auch vergleichbar mit Jugend-Daten

anderer Länder.„Aber bei Erwachsenen

in Deutschland haben in den

vergangenen 20 Jahren Belege für

weniger Gemeinschaftssinn zugenommen,

weil sie ihr soziales Sicherheitsgefühl

beeinträchtigt sehen“,

ergänzt er. (dpa)


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Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 19 **

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Sport

Tempomacher

aus der

Ajax-Schule

Sheraldo Becker soll künftig

für den 1. FC Union flitzen

VonMathias Bunkus

Der Name geisterte seit Wochen

schon durch die Gazetten.

Doch jetzt scheint es richtig ernst zu

werden. Die niederländische Zeitung

De Telegraaf meldete in ihrem

Newsticker, dass Sheraldo Becker

ADO Den Haag verlässt und zum 1.

FC Union wechselt.

Union hält sich bekanntermaßen

bei solchen Vorgängen bedeckt. Der

24-jährige Flügelflitzer surinamesischer

Abstammung, der auch zentral

in der Spitze agieren kann, kommt

vornehmlich über rechts. Seine

Zweitposition wäre eher Linksaußen.

In Den Haag absolvierte er in

der abgelaufenen Saison 33 Spiele,

erzielte dabei sieben Tore und

glänzte mit zehn Vorlagen.

Insgesamt kommt der 1,80 große

Rechtsfuß, der aus der großen Ajax-

Amsterdam-Schule stammt, auf 120

Spiele in der niederländischen Eliteklasse

für Den Haag und Zwolle (19

Tore/26 Assists). BeiUnion soll der in

Holland geborene Angreifer laut De

Telegraaf einen Vierjahresvertrag

unterschrieben haben.

Diese Zeitung erreichte Unions

Manager Oliver Ruhnert in Italien

bei der U21-EM. Mit den Namen

Sheraldo Becker konfrontiert, wollte

er das zunächst nicht bestätigen.

„Der Name wird jaseit zwei, oder

drei Wochen schon immer wieder

mit uns in Verbindung gebracht. Am

Ende des Tages werde ich das aber

nicht kommentieren, solange nicht

alles geklärtist“, blieb der 46-Jährige

gewohnt defensiv.

Derzeit ist Ruhnert bei der Nachwuchs-EM

unterwegs.Vor allem die

ausländischen Kicker sind für ihn da

von Interesse. „Die deutschen Spie-

Wuselt offenbar künftig an der Wuhle:

Sheraldo Becker

IMAGO IMAGES

ler können wir doch nicht bezahlen“,

gab er entwaffnend ehrlich zu.

Becker schnupperte in den Playoffs

zur Europa League internationale

Luft. Und erist ablösefrei, weil

sein Vertragbei ADO ausläuft. Union

hat ja in Anthony Ujah (2 Mio.), Robert

Andrich (1,5 Mio) und Marcus

Ingvartsen (1,7 Mio) schon reichlich

Geld auf den Tisch gelegt. Eine Verpflichtung

ohne große Nebenkosten

wäredaher begrüßenswert.

Becker wäre nach Florian Flecket

(TSV Hartberg) der zweite Rechtsaußen,

der diesen Sommer an die

Wuhle kommt. Da auch Akaki Gogia

und Suleiman Abdullahi vornehmlich

um die Postion wetteifern,

scheint dort ein Hauen und Stechen

programmiert. Auch Marcel Hartel,

der mit Hannover 96inVerbindung

gebracht wird, hat sich dort schon

versucht.

Becker wäre Neuverpflichtung

Nummer sieben. Er gilt als temporeicher

Spieler, was für die kommende

Saison in der Bundesliga vonVorteil

wäre, da Union sein Heil im Umschaltspiel

und Kontern suchen

muss. Für Becker wäre die Bundesliga

eine Chance,sich auf höherklassigem

Niveau zu präsentieren, nachdem

er bei Ajax Amsterdam nach der

Juniorenlaufbahn keine echte Verwendung

fand.

VonAndreas Baingo

Eigentlich ist sie legendär,

diese DDR-Nationalmannschaft,

die am 12. September

1990 in Brüssel ihr letztes

Länderspiel bestreitet. Dabei ist

sie nicht mehr als ein Häuflein von

14 Aufrechten, denn mehr Spieler

bekommt Trainer EduardGeyer zum

Abschied nicht mehr zusammen.

Matthias Sammer ist dabei, der kommende

Weltstar, der die beiden Tore

zum 2:0-Sieg erzielt, auch Dariusz

Wosz, der später unter anderem im

Trikot vonHertha BSC glänzt.

Platini ohne Chance

Ein stiller Held

Die Dresdner Fußballlegende Jörg Stübner stirbt im Alter von 53 Jahren

Jörg Stübner wurde mit Dynamo Dresden 1990 DDR-Meister.

Der eigentliche Star aber ist Jörg

Stübner, einer aus der einzigartigen

Dresdener Dynamo-Schule,der sein

47. Länderspiel bestreitet und damit

allein fast so viele Einsätze hat wie

der Rest der Mannschaft zusammen.

„Rasenmäher“ nennen sie ihn oder

„Staubsauger“, weil er zwar nur 174

Zentimeter Körpergröße mitbringt,

mit seiner Pferdelunge aber jeden an

die Leine legt. Selbst der große Franzose

Michel Platini sieht in einem

Länderspiel gegen „Stübs“ keine

Sonne. „Der hat sich beizeiten zurückgezogen“,

sagte Stübner danach,

„da war es gegen andere

schwerer.“

Doch richtig schwer war nichts

für den Mittelfeld-Malocher, für den

Dauerläufer,der als 17-Jähriger erstmals

in Dynamos erster Mannschaft

spielt und als 19-Jähriger 1984 an der

Seite von Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner,Ralf

Minge und Matthias Döschner,

drei weiteren Dynamo-Idolen,

in der Nationalelf debütiert. Stübner

gehört als Stammspieler 1989 zu jener

Dresdner Mannschaft, die die

zehnjährige Titelherrschaft des BFC

Dynamo beendet, ins Halbfinale des

Uefa-Pokals stürmt und dabei den

AS Rommit Rudi Völler ausschaltet.

Ein Held ist er. Ein stiller zwar,

aber einer, den nichts abschrecken

kann, weil er es als körperlicher David

mit jedem Goliath aufzunehmen

vermag. Zweimal wird er mit den

Schwarz-Gelben Meister, dreimal

Pokalsieger. Ihm, so scheint es, stehen

die Türen nach der Wende meilenweit

offen. Nach einem Mannschaftsspieler

seiner Extraklasse

lechzen sie auch in der Bundesliga.

Dieser Traum ist schnell vorbei.

Nie hat Stübner gelernt, mit Freiheiten

umzugehen. Das reglementierte

Leben in der Kinder- und Jugendsportschule,die

Struktur,die ihm der

Sportgab –mit dem Mauerfall ist alles

weg. Nur fünf Bundesligaspiele

darf erfür die Dynamos noch bestreiten,

dann ist diese Ära vorbei.

Immer tiefer rutscht der einstige

Teenieschwarm, der sich nicht einmal

mehr traut, ein Mädchen auch

IMAGO IMAGES/DEHLI NEWS

nur anzusprechen, ab und unter.Selten

wird erimStadion von den Fans

gesehen, die ihm regelrecht zu Füßen

lagen. 2003 nur, beim Abschiedsspiel

für Ulf Kirsten, 33 000

sind gekommen, läuft Stübner auf

Und die Glocken läuten

und erzielt für „Ulfs Dream Team“

ein Tor. Es ist sein letztes.

„Ich war am Boden“, gesteht er,

„ich habe dieWende nicht verkraftet,

sie war für mich eine emotionale Katastrophe.“

Angebote von Hertha

BSC und von Austria Wien hat er

nicht weiter verfolgt, dafür weit unter

seinen Möglichkeiten unterklassig

gespielt. Mitspieler von einst haben

zu helfen versucht, Eduard Geyerholte

ihn zu Sachsen Leipzig, ein

weiterer Versuch startete in Neubrandenburg,

doch „Stübs“ blieb

nirgendwo lange. Einige Jahre lebte

er vonErsparnissen, danach vonSozialhilfe.„HartzIV,

Regelsatz, 11 Euro

am Tag“, nannte er einst sein Einkommen

und trotzdem ein festes

Ziel: „Ich muss versuchen, zu einem

geregelten Tagesablauf zu kommen.“

Nachbarnbedroht

Dazu ist es selten gekommen. Zu

schwer sind die Erkrankungen, die

den einst vorEnergie geradezu strotzenden

Stübner zu Boden reißen.

Ein„klassisches Burn-out-Syndrom“

habe er,hat er einst gesagt und dabei

eingeräumt,„zu gewissen Zeiten den

Weg des geringsten Widerstandes

mit Alkohol und Medikamenten“ gegangen

zu sein. Emotionalen Hochs

folgen abgründige Tiefs, einen versuchten

Suizid spielt er als „versehentliche

Überdosierung mit Medikamenten“

herab. In seiner Wohnung

macht er Radau, bedroht

Nachbarn mit einer Schreckschusspistole

und wirdverurteilt. Doch die

35 Tagessätze, die er zahlen soll,

bringt er nicht auf. Dabei sind es lediglich

350 Euro plus Prozesskosten.

Damit er nicht 35 Tage in Haft muss,

hilft Wolf-Rüdiger Ziegenbalg, von

1990 bis 1992 Dynamo-Präsident.

Auch zuletzt haben sich die Dynamos

um „Stübs“ gekümmert, ihm

die Hand ausgestreckt, um im Verein

mitzuarbeiten und Halt zu finden.

Ab und anhat er wieder Heimspiele

besucht, der Wegschien nach oben

zu gehen, Schritt für Schritt zwar nur,

aber nach Jahrzehnten des Falls ein

ganz zarter Neubeginn. Eine neue

Wohnung haben sie ihm zudem besorgt,

in Dresden-Prohlis.

Dort nun ist Jörg Stübner am

Montag im Alter von 53Jahren gestorben.

Andreas Baingo

erlebte Stübner beim 2:0 der

DDR 1985 gegenFrankreich.

Italien feiert die Vergabeder Winterspiele 2026 nach Mailand und Cortina d’Ampezzo als Erfolg einer ungewohnten Einigkeit

VonRegina Kerner,Rom

Mailands Bürgermeister Giuseppe

Sala war zusammen mit

der italienischen Delegation in Lausanne

minutenlang vor Freude

schreiend auf und ab gehüpft.„Bellissimo“

fand er die Entscheidung des

Internationalen Olympischen Komitees

(IOC), seiner Stadt zusammen

mit Cortina d’Ampezzoden Zuschlag

für die Winterspiele 2026 zu geben.

Die Begeisterung darüber, dass Italien

20 Jahre nach den Winterspielen

in Turin erneut Olympia-Gastgeber

wird, ist nicht nur in den beiden Austragungsorten

groß. In Mailand feierten

am Montagabend Hunderte inmitten

der imposanten Hochhaus-

Kulisse der Piazza Gae Aulenti, Symbol

einer neuen Dynamik in der

Modestadt. In Cortina d’Ampezzo,

das 1956 schon einmal Winterspiele

austrug, läuteten die Kirchenglocken.

Auch Italiens Medien und Politiker

jubeln.„DasWunder vonMailand“ titelte

die Zeitung La Repubblica am

Dienstag. Das Berlusconi-Blatt Libero

nannte den Zuschlag eine „Fackel

der Hoffnung“ für das verschuldete

Krisenland. Der Erfolg sei möglich

geworden, weil sich die zerstrittene

Politik endlich mal einig

gewesen sei und gemeinsam mit der

Bevölkerung die Bewerbung unterstützt

habe,soder Tenor.

„Ein ganzes Land hat

vereint und geschlossen

gearbeitet mit dem Ehrgeiz,

der Welt ein denkwürdiges

sportliches Ereignis zu bieten“,

sagte Premier Giuseppe

Conte.SeinVizeMatteo

Salvini, Chef der rechtsnationalen

Lega, sprach

von einem Sieg für alle Italiener.„WirwerdenderWelt

unsere Exzellenz und unsere Fähigkeiten

beweisen.“ Die Spiele würden

seinem Land mindestens fünf Milliarden

Euro Wertschöpfung, 20 000 zusätzliche

Arbeitsplätzeund viele neue

Straßen und Sportanlagen bringen.

Italien droht derzeit wegen seiner

Schulden ein EU-Strafverfahren.

Den Ausschlag bei der IOC-Wahl

gab die mit 83 Prozent außerordentlich

hohe Zustimmung der italienischen

Bevölkerung, wie IOC-Präsident

Thomas Bach bestätigte. Im

konkurrierenden Schweden waren es

nur 55 Prozent. Giovanni Malagó,

Präsident des Nationalen Olympischen

Komitees Italiens (Coni) betonte,essei

wohl nicht nur in seinem

Land, sondern weltweit

einmalig, dass es von keiner

Seite der Gesellschaft

Kritik an der Bewerbung

gegeben habe.

Die Einigkeit ist eher

neu. Die von der Fünf-

GETTY IMAGES

Sterne-Bewegung regierte

Hauptstadt Rom hatte ihre

Bürgermeister

Giuseppe Sala

Bewerbung um die Sommerspiele

2024 vordreiJahren

unter Verweis auf die

hohen Kosten zurückgezogen. Und

die ebenfalls Fünf-Sterne-regierte

ehemalige Olympia-Stadt Turinhatte

eine gemeinsame Bewerbung mit

Mailand und Cortina abgelehnt.

Deren Konzept für die Winterspiele

vom 6. bis 22. Februar 2026

setzt auf die Kombination aus renommiertem

Dolomiten-Skigebiet und

moderner Metropole. Mailand hat

2015 mit Erfolg die Weltausstellung

Expo auf die Beine gestellt. Es sei eine

der besten Städte derWelt,mit Tradi-

tion, Mode, Schönheit, gutem Essen

und Geschichte, warb Coni-Chef

Malagó. Vorallem aber sind 90 Prozent

der olympischen Sportstätten

bereits vorhandenund dieSpiele sollen

entsprechend kostengünstig werden.

Das Budget liegt bei knapp 1,4

Milliarden Euro. Drei Viertel werden

vom IOC beigesteuert, der Rest von

den beteiligten Regionen Lombardei,

Venetien, Trentino-Südtirol.

Cortina gehört zum Skigebiet Dolomiti

Superski mit 1200 Kilometern

Piste.Hiersollen die alpinen Rennen

ausgetragen werden, ebenso in Bormio.

In Livigno werden Snowboarder

antreten, im Fleimstal Langläufer

und Skispringer, in Mailand Eiskunstläufer

und Eishockey-Teams. Die Eröffnungszeremonie

ist im Mailänder

San-Siro-Stadion geplant, der AbschlussimAmphitheater

vonVerona.

Mailands Bürgermeister verspricht

zudem Nachhaltigkeit und geringe

Umweltauswirkungen. Kritiker verweisen

aber darauf, dass es nicht gerade

umweltschonend sei, wenn Athleten

und Zuschauer 400 Kilometer

zwischen Mailand und den alpinen

Skigebieten zurücklegen müssen.

NACHRICHTEN

Union bindet Jugendspieler

Dehl und Opfermann

FUSSBALL. Bundesliga-Aufsteiger

1. FC Union stattet die Talente Laurenz

Dehl, 17, und Maurice Opfermann,

19, mit Profiverträgen bis

2021 aus.Das teilte der Bundesliga-

Debütant am Dienstag mit. Mittelfeldspieler

Dehl durchlief sämtliche

Jugendmannschaften der Eisernen

und spielte zuletzt für die U19-

Mannschaft. Opfermann kam 2016

in das U17-Team und wurde später

in der U19 im defensiven Mittelfeld

zur Stammkraft.„AlsVerein legen wir

großen Wert darauf, unseren Nachwuchsspielerndie

Möglichkeit zu

geben, sich zu beweisen“, sagte OliverRuhnert,

Geschäftsführer Profifußball

des 1. FC Union.

Reneses unterzieht sich

zwei Augenoperationen

BASKETBALL. Trainer Aito Garcia

Reneses,72, vonVizemeister Alba

Berlin muss in Kürze an den Augen

operiertwerden. Erst links,dann

rechts.Erst nach den Eingriffen will

der Spanier entscheiden, ob und wie

es mit ihm in Berlin weitergeht.

Lotto Soudal nominiert

Roger Kluge für die Tour

RADSPORT. Bahn-Weltmeister Roger

Kluge wirdnach 2010 und 2014

zum dritten Malbei einer Tour de

France an den Startgehen. Dasteilte

der 33 Jahrealte Radprofi, der in Berlin

lebt, am Dienstag mit. Beider am

6. Juli in Brüssel beginnenden 106.

Frankreich-Rundfahrtsoll Kluge für

seinen belgischen Rennstall Lotto

Soudal bei den Sprintankünften ein

Helfer für Caleb Ewan sein.

Williams-Rennstall entlässt

Technik-Chef Lowe

FORMEL1. Williams hat sich offiziell

vonTechnik-Direktor Paddy Lowe

getrennt. Der57-Jährige verlässt den

englischen Traditionsrennstall und

tritt auch mit sofortiger Wirkung aus

dem Vorstand zurück. Lowe hatte es

zu verantworten, dass das Auto des

Rennstalls nicht rechtzeitig zu Beginn

der Testfahrten fertig wurde.

SpVgg Unterhaching strebt

an die Börse

FUSSBALL. DerfrühereBundesligist

SpVgg Unterhaching geht als zweiter

deutscher Fußball-Klub an die

Börse.19Jahrenach Borussia Dortmund

werden die Oberbayernim

Juli Aktien an der Münchner Börse

ausgeben. Dasbestätigte Präsident

Manfred Schwabl am Dienstag. Der

Drittligist möchte mit dem Börsengang

den Schuldenkreislauf durchbrechen

und innerhalb der nächsten

drei Jahreindie 2. Liga aufsteigen.

ZAHLEN

Fußball

Frauen, WM in Frankreich

Achtelfinale:

Deutschland -Nigeria 3:0

Norwegen Australien

4:1 n.E

England -Kamerun 3:0

Frankreich -Brasilien 2:1 n. V.

Spanien -USA 1:2

Schweden -Kanada 1:0

Italien -China 2:0

Niederlande -Japan 2:1

Viertelfinale:

Norwegen -England Do., 21.00

Frankreich -USA Fr., 21.00

Italien -Niederlande Sa., 15.00

Deutschland -Schweden Sa., 18.30

Männer U21-EM

Halbfinale:

Deutschland -Rumänien Do., 18.00

Spanien -Frankreich Do., 21.00


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 – S eite 20 *

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Sport

Das schwedische Trauma: Auch im Endspiel der Olympischen Spiele in Rio jubeln mal wieder die deutschen Fußballerinnen.

IMAGO IMAGES/BILDBYRAN

Unser liebster Gegner

Warum die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale gegen Schweden nicht nur psychologisch, sondern auch physiologisch im Vorteil ist

VonFrank Hellmann, Rennes

Ausreichend Schlaf bei einer

Fußball-Weltmeisterschaft

zu bekommen, ist

für die meisten Protagonisten

nahezu unmöglich. Zu anstrengend

die Reisen, zu vollgepackt

der Tagesplan, zu ausufernd

die Reizüberflutung. Auch Martina

Voss-Tecklenburg bildet da gerade

keine Ausnahme. Nur: „Die Bundestrainerin

schläft generell nicht

gut, wenn sie nicht zu Hause ist.“

Zudem arbeite sie meist 14, 16

Stunden, „hochkonzentriert“, wie

sie sagt, „und wenn ich so vieles im

Kopf habe, kann ich das nicht in

einer halben Stunde wegschieben.“

Umso wichtiger, dass sich auch

die Führungskraft der deutschen

Fußballerinnen am Dienstag mal

eine Auszeit gönnte, selbst wenn

der freie Tagdoch wieder nur ein

halber war: Morgens gab die Trainerin

eine Pressekonferenz und

Interviews auf der Hotelterrasse

zum bevorstehenden Viertelfinale

Deutschland gegen Schweden

(Sonnabend 18.30 Uhr/ ARD), ehe

sich die 51-Jährige einen Ausflug

nach Saint-Malo gönnte. Ihre

Spielerinnen sollten in dieser Zeit,

riet sie grinsend, „ihren Kulturbeutel

mit allen Dingen auffüllen,

die man einkaufen muss, wenn

man drei Wochen unterwegs ist“.

Abends hatte die Chefin der Delegation

einen gemeinsamen Besuch

beim Achtelfinale Niederlande

gegen Japan verordnet, damit

alle die Atmosphäre imRoazhon

Park erleben. Aus anderer

Perspektive. In der Heimstätte des

französischen Pokalsiegers Stade

Rennes steigt am Sonnabend dann

ja auch der ewige Klassiker des

Frauenfußballs. Deutsche und

Schweden ziehen sich an wie zwei

gigantische Magnete mit ihren gegensätzlichen

Polen.

Bei der EM 2013 schied Schweden

als Gastgeber in einem dramatischen

Halbfinale in Göteborg

noch unglücklich aus (0:1), um bei

der WM 2015 im kanadischen Ottawa

im Achtelfinale chancenlos

zu sein (1:4). Bei den Olympischen

Spielen 2016 setzte es in Rio erst

im Finale eine Niederlage (1:2),

ehe es bei der EM 2017 in Breda in

den Niederlanden in der Vorrunde

keinen Sieger gab (0:0). Aber: Die

letzte deutsche Turnier-Niederlage

reicht bis zur WM 1995 zurück

(2:3). Die Trainerin erinnerte sich

aus ihrer aktiven Zeit noch an das

verlorene Spiel um den dritten

Platz bei der WM 1991 (0:4): „Eine

„Meine Spielerinnen sollen ihren Kulturbeutel

mit allen Dingen auffüllen, die man einkaufen

muss, wenn man drei Wochen unterwegs ist.“

Martina Voss-Tecklenburg hat als Bundestrainerin wertvolle Tipps, wie Deutschlands

Fußballerinnen den freien Tagsinnvoll nutzen.

schlechte Erfahrung, da habe ich

mich an der Schulter verletzt.“

Was nichts gegen die fast traumatischen

Erfahrungen der Skandinavierinnen

ist, von denen das

beim VfL Wolfsburg bereits verabschiedete

Abwehrass Nilla Fischer

sagte: „Ich würde gern Weltmeister,

ohne gegen Deutschland gespielt

zu haben.“ Aber das geht offenbar

nicht.

Die deutsche Seite würde ihren

Job schlecht machen, wenn sie

sich auf das Gesetz der Serie ver-

ließe. „Ich glaube nicht, dass das

irgendeinen Faktor hat. Wir müssen

alle mit der Drucksituation

umgehen“, versicherte Voss-Tecklenburg.

Sie weiß, dass an dieser

Partie die wichtige Qualifikation für

die Olympischen Spiele 2020 hängt,

um den von ihr beschriebenen

„Prozess“ der Erneuerung und Entwicklung

fortschreiben zu können.

Persönlichen Druck empfindet die

gebürtige Duisburgerin deshalb

nicht, weil: „Ich vertraue dieser

Mannschaft, die ein enormer Charakter,

Leidenschaft und Wille

kennzeichnet.“ Eines könne sie versprechen:

„Man wird ihr nicht den

Vorwurf machen können, nicht an

die Grenzen zu gehen.“

Etwas vorsichtiger äußerte sich

die ansonsten viel Zuversicht ausstrahlende

Überzeugungstäterin,

was die Rückkehr von Dzsenifer

Marozsan angeht, die am Mittwoch

bei einer „Spielsimulation“

(Voss-Tecklenburg) teilnehmen

soll. Eventuell werde sich erst am

Sonnabend entscheiden, ob „es

von Beginn an die Option mit ihr

gibt, oder ob wir die Option vielleicht

erst im Laufe des Spiels ziehen

wollen“. Denn: „Der Zeh ist

und bleibt gebrochen.“ Die 27-

Jährige selbst hatte sich ähnlich

geäußert. Vielleicht reicht es auch,

das Schreckgespenst Marozsan in

der Hinterhand zu haben: Die

Spielmacherin erzielte 2016 und

2013 die entscheidenden Tore.

Diedeutschen Frauen sind aber

nicht nur psychologisch, sondern

auch physiologisch im Vorteil:

Zum einen ist ihre Vorbereitungszeit

zwei Tage länger,zum anderen

weilen sie in jener Region, die bisher

von der Hitzewelle in Frankreich

verschont geblieben ist. Die

Voraussetzungen könnten also

besser kaum sein. Allein das Erreichen

der Finalwoche in Lyon

würde dann vielleicht jenen nachhaltigen

Effekt erzeugen, den sich

Voss-Tecklenburg für den Frauenfußball

so sehnlichst wünscht.

„Das wird aber davon abhängen,

wie weit wir kommen.“

Im Land der Überprofessionalisierten

Die U21 trifft im EM-Halbfinale auf Rumänien, trotz des Erfolgs strengt Meikel Schönweitz als Cheftrainer der U-Mannschaften beim DFB aber ein Umdenken in der Nachwuchsarbeit an

VonTobias Schächter,Fagagna

AmDonnerstag trifft die Auswahl

von Trainer Stefan Kuntz im

Halbfinale der U21-EM in Bologna

auf Rumänien, das nach Siegen gegen

Kroaten und Engländer sowie einem

Remis gegen Frankreich überraschend

den Einzug unter die besten

Vier schaffte.Der Erfolg der Osteuropäer,

die zum ersten Mal seit 21 Jahren

wieder an einer U21-EM teilnehmen,

ist eng mit der Spielerlegende

Gheorghe Hagi verbunden. Hagi

führt seit einigen Jahren den

Schwarzmeerklub FC Viiturol Constanta

als Besitzer, Präsident und

Trainer mit dem Anspruch, „junge

Rumänen für eine große Karriereauszubilden“.

In der U21-Auswahl stehen

sechs Spieler aus Constanta, darunter

Ianis, der Sohn von Hagi, der

wie seinVater die Nummer 10 trägt.

Rumänien, sagt Meikel Schönweitz,

sei ein unangenehmer Gegner,

den die deutsche Elf auf keinen

Fall unterschätzen dürfe. Nach Stationen

als Nachwuchstrainer beim

FSV Mainz 05 und beimVerband füllt

Schönweitz seit Januar das neu geschaffene

Amt „Cheftrainer U-

Mannschaften“ beim DFB aus. An

diesem Dienstag sitzt er entspannt

in einem Sessel des Trainingsquartiers

der U21 im norditalienischen

Fagagna, der Blick in die nahen Alpen

ist so klar wie die Sätze des 39

Jahre alten DFB-Vordenkers in Sachen

Nachwuchsausbildung.

Vorzwei Tagen hatte Oliver Bierhoff,

der DFB-Direktor Nationalmannschaften

und Akademie, nach

dem letzten Gruppenspiel der Deutschen

gegen Österreich (1:1) in Udine

erklärt: „Wir müssen im Fußball

schon eine kleine Richtungsänderung

machen. Wirhaben vielleicht zu

viele gleichförmige Spieler und Trainer

hervorgebracht. Wir werden

daran arbeiten, mehr Kreativität und

Individualität zuzulassen, wir gehen

sehr systematisch vorund so ist dann

auch die Spielweise.“ Schönweitz erklärt,

was genau damit gemeint ist.

Die Umstrukturierung des deutschen

Fußballs nach der Jahrtausendwende

mit dem Errichten von

Nachwuchsleistungszentren

in den Profivereinen

und den DFB-Stützpunkten

sei eine„super Idee“ gewesen,

sagt Schönweitz:

„Doch mittlerweile sind wir

ein wenig überprofessionalisiert.“

Nach dem Weltmeistertitel

2014 habe man

verpasst, das System

grundlegend zu hinterfragen,

findet der diplomierte

Sportwissenschaftler. Die Debatte

um die Ausbildungsdefizite bei deutschen

Nachwuchsspielerntobt schon

länger. ImVerband ist keine Revolution

geplant wie vor fast 20 Jahren,

aber einige starke inhaltliche Refor-

DFB-Trainer

Meikel Schönweitz

men. Nicht mehr das System dürfe

fortan im Mittelpunkt stehen, fordert

Schönweitz, sondernder Spieler.

In den der U21 nachrangigen Jahrgängen

ab dem Geburtsjahr 2000 fehlen

die Toptalente, Gleichaltrige aus

England, Frankreich oder Spanien

sind den hiesigen Kickern

in der Spitze in Sachen

Kreativität, Spielwitz und

DPA/KILLIG

Beweglichkeit überlegen.

Um dem „Anspruch Weltklasse“

(Schönweitz) aber

weiter gerecht zu werden,

setzt der DFB beispielsweise

im Kinderfußball

künftig darauf, Spiele zwischen

Dreierteams auszutragen.

So sollen Dribbelkunst,

Durchsetzungsvermögen und

Mut zur Entscheidung besser gefördertwerden

als bisher im Spiel Sieben

gegen Sieben. Doch das ist nur eine

von vielen Ebenen, auf denen Änderungen

nötig sind.

Schon früh werden Jugendliche zu

Fußballprofis, die mit dem Druck leben

müssen, ihr großes Ziel Bundesligaprofi

oder Nationalspieler nicht erreichen

zu können. DieEinflüsse verschiedener

Akteure –Eltern, Vereinsund

Auswahltrainer,Lehrer,Berater –

konkurrieren mitunter. Schönweitz

fragt: „Wie kriegen wir Freiraum für

Spieler, damit diese sich auch als

Mensch entwickeln können?“ Dies ist

im Hochleistungssport ein schwieriger

Spagat, den Vereine,Verband und

privates Umfeld nur gemeinsam

meisternkönnen.

Auch in der Trainerausbildung

müsse man nachjustieren, sagt

Schönweitz, der selbst keine höherklassige

Spielerlaufbahn absolviert

hat, aber mit Größen wie Stefan Effenberg

und Mehmet Scholl, der vor

zwei Jahren mit markigenWorten die

Ausbildungsdebatte befeuerte,seine

Trainerausbildung machte. „Wir

müssen Ex-Profis und die sogenannten

Laptop-Trainer in Teams kombinieren,

weil beide voneinander profitieren“,

sagt Schönweitz.

Beim DFB werden die Trainerteams

gerade neu zusammengestellt,

jede Nationalmannschaft wird

künftig von einem Cheftrainer und

zwei Co-Trainerngeleitet –dem „Typ

Erfahrung“, dem „Typ Innovation“

und dem „Typ Altersspezialist“. Das

aktuelle U21-Trainerteam mit dem

ehemaligen Nationalspieler Stefan

Kuntz sowie Daniel Niedzkowski

und Antonio di Salvo arbeite so seit

zwei Jahren vorbildlich.

Die U21 will in Italien unter der

Anleitung vonKuntz den zweiten Titel

in Serie gewinnen. Dabei muss

die Auswahl des größten nationalen

Sportverbandes der Welt am Donnerstag

aber erst einmal das kleine

Rumänien besiegen, das unter der

Federführung vonHagi in Constanta

am Schwarzen Meer einen ganz eigenen

Ausbildungsweg geht.


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Vordem 60. Bundesvorlesewettbewerb

erinnertsich der erste

Sieger. Seite23

„Man sollte die kulturellen Szenen nicht gegeneinander ausspielen.“

Pascal Johannsen vom Designmuseum Direktorenhaus zum Stellenwert des Designs und der Zukunft der Alten Münze Seite 22

Gedenktag

Unsere

Wartelisten

Arno Widmann

zur mangelnden Unterstützung

vonFolteropfern

Heute ist, seit die Vereinten Nationen

1997 den 26. Juni dazu

erklärten, der„Internationale Tagzur

Unterstützung der Folteropfer“. Laut

der UN-Antifolterkonvention ist

jede Handlung Folter, bei der Träger

staatlicher Gewalt einer Person „vorsätzlich

starke körperliche oder geistig-seelische

Schmerzenoder Leiden

zufügen, zufügen lassen oder dulden,

um beispielsweise eine Aussage

zu erpressen, um einzuschüchtern

oder zu bestrafen“.

Als ich gestern die Website des

„Behandlungszentrums für Folteropfer“

in Ulm aufrief, stand dort:

„Hinweis – Leider können wir auf

Grund von Überlastung derzeit

keine neuen Anmeldungen mehr

aufnehmen. Wir bitten um ihr Verständnis.“

Bei Refugio Thüringen

lese ich: „Bitte beachten Sie: Zurzeit

befinden sich über 350 Personen auf

unserer Warteliste, sodass wir in der

Regel Wartezeiten zwischen sechs

Monaten und einem Jahr haben. Wir

bitten um Ihre Geduld.“

Die meisten Einrichtungen für

Folteropfer möchten zuerst ein telefonisches

Gespräch mit dem Klienten

führen, um zu hören, was sie machen

können. Daserscheint mir sehr

vernünftig, bis ich mir die einfache

Frage stelle, inwelcher Sprache das

Gespräch denn geführtwerden soll.

Wir lesen, dass jeder dritte nach

Deutschland gelangte Flüchtling eigentlich

auf psychologische Hilfe angewiesen

sei. Wir unterscheiden penibel

zwischen Wirtschaftsflüchtlingen

und politischen Flüchtlingen.

Oft gehen aber beide Begründungen

ineinander über.Viele,die als „Gastarbeiter“

kamen, kamen auch auf

der Flucht vor politischer Verfolgung.

Wer zum Beispiel kurdische

Freunde hat, muss davon ausgehen,

dass sie oder ihreAngehörigen gefoltertwurden.

Es wirdviel gegen Gedenktage gehöhnt,

aber ohne den für die Folteropfer

hätte ich mir nicht die für die

Betroffenen fatale und für uns beschämende

Verfassung der Betreuungsinstitutionen

klargemacht.

Ein Mann für alle Fälle

Christoph Stölzl soll als Vertrauensperson die WogenimStreit um das Jüdische Museum glätten

VonHarry Nutt

Nach dem Rücktritt Peter

Schäfers vonder Leitung

des Berliner Jüdischen

Museums reißen die

Auseinandersetzungen um die bedeutende

Einrichtung in der Kreuzberger

Lindenstraße nicht ab. Zuletzt

verging kein Tag, an dem nicht

weitere Solidaritätsadressen namhafter

Experten an den angesehenen

Judaisten Schäfer gerichtet wurden,

der seinen Posten nach heftigen

Kontroversen um die Rolle des Museums

Mitte Juni schließlich zur Disposition

stellte.

Ohne Arbeitsvertrag

Kulturstaatsministerin Monika

Grütters (CDU) hat als Vorsitzende

des Stiftungsrats des Jüdischen Museums

nun einen Vorschlag gemacht,

mit dem sie hofft, die Wogen

ein wenig glätten zu können. Bis

zum Antritt einer neuen Führungsspitze,

nach der eine eigens berufene

Findungskommission bis zum kommenden

Frühjahr in der ganzen Welt

Ausschau hält, soll der erfahrene

Museums-Mann, Kulturjournalist,

Historiker und frühere CDU-Politiker

Christoph Stölzl als Vertrauensperson

für den gerade neu zusammengesetzten

Stiftungsrat des Jüdischen

Museums agieren. Der75-Jährige

werde ehrenamtlich und ohne

Arbeitsvertrag wirken, sagte Grütters

am Dienstag in den neuen Räumen

ihrer Pressestelle im Kollhoff-Turm

am Potsdamer Platz. Im selben

Atemzug formulierte sie jedoch ein

überaus anspruchsvolles Anforderungsprofil

für die bevorstehende

Vermittlungsmission: „Er wird der

Stiftung in allen Fragen zur Seite stehen

und seine persönliche Integrität

nutzen, um die inhaltliche Unabhängigkeit

und die Weiterentwicklung

des Jüdischen Museums Berlin

zu sichern.“

Christoph Stölzl gilt als Tausendsassa

der Berliner Kulturpolitik. Bereits

1987 berief ihn die Bundesregierung

unter Helmut Kohl zum Generaldirektor

des neu gegründeten

Deutschen Historischen Museums

(DHM) in Berlin, ein Amt, das Stölzl

zwölf Jahre lang ausübte. Der Autor

zahlreicher Bücher war später Feuilletonchef

der Tageszeitung Die Welt

und übernahm 2002 für zwei Jahre

Christoph Stölzl soll den Streit um das Jüdische Museum befrieden.

DPA

den Landesvorsitz der Berliner CDU,

obwohl er zuvor der FDP angehört

hatte. Seit 2010 ist Stölzl Präsident

der Hochschule für Musik Franz

Liszt Weimar.

Grütters glaubt, in ihm einen versierten

Kommunikator mit Führungsqualitäten

gefunden zu haben,

der das Jüdische Museum in einer

schwierigen Übergangsphase stabilisieren

kann. Seit Schäfers Rücktritt

wird das Haus interimistisch von

Martin Michaelis geleitet, dem geschäftsführenden

Direktor seit 2014,

und erst im Januar hatte Léontine

Meijer-van Mensch die Programmleitung

des Jüdischen Museums abgegeben;

auch auf weiteren Positionen

stehen Personalwechsel an.

Darüber hinaus aber ist in den

letzten Monaten mehr als deutlich

geworden, dass das Jüdische Museum

keine kulturpolitische Einrichtung

unter vielen ist, sondern eine,

die vielen Einflüssen ausgesetzt ist.

Mit der Suche nach einer neuen Direktion

stellt sich ganz entschieden

die Frage nach gestalterischer Autonomie.

DasMaß ist voll

Bereits vorMonaten hatte die israelische

Regierung massive Vorwürfe

gegen die Ausstellung „Welcome to

Jerusalem“ erhoben. Es werde inihr

eine einseitige muslimisch-palästinensische

Sicht auf die Stadt vertreten,

hatte sich Staatschef Benjamin

Netanjahu höchstpersönlich beklagt,

und Josef Schuster, der Vorsitzende

des Zentralrats der Juden,

hatte nach der Affäre umeine Twitter-Botschaft

der inzwischen gekündigten

Pressesprecherin des Museums,

inder diese sich nicht genügend

von der anti-jüdischen Boykottbewegung

BDS distanzierthatte,

kurz und knapp konstatiert: „Das

Maßist voll.“

„Die Autonomie und Unabhängigkeit

des Jüdischen Museums sind

für mich nicht verhandelbar“, betonte

Kulturstaatsministerin Monika

Grütters am Dienstag. Zugleich verwies

sie auf die besondere Rolle des

Hauses. Von einem Jüdischen Museum

werdenatürlich immer erwartet,

dass gerade auch Juden sich in

dessen Ausstellungen undVeranstaltungen

wiedererkennen. „Gleichzeitig

ist wichtig, dass durch das Jüdische

Museum Berlin auch die nichtjüdische

Welt mehr über das Judentum

erfährt. Es soll ein Ort des

Dialogs sein, der Meinungsvielfalt,

aber auch der Überraschung und

des Widerspruchs.“

An Widersprüchen hat es zuletzt

nicht gemangelt, und Christoph

Stölzl ist nun aufgerufen, sie zu moderieren.

Er ist mit allen kulturpolitischen

Wassern der alten Bundesrepublik

gewaschen, und er wird beweisen

müssen, ob dies als Rüstzeug

genügt, um in den neuen weltpolitischen

Konfliktzonen zu bestehen.

NACHRICHTEN

Bundespräsident ehrtden

Regisseur Volker Schlöndorff

DerRegisseur Volker Schlöndorff ist

mit dem Großen Verdienstkreuz der

Bundesrepublik ausgezeichnet worden.

Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier ehrte den 80-Jährigen am

Dienstag im Schloss Bellevue in Berlin.

Es gehe ihm in seiner Arbeit „um

Treue und Verrat, um Geborgenheit

und Verlassenheit, um Trauer,Sehnsucht

und die wenigen Momente des

Glücks“, sagte Steinmeier.Schlöndorff

zählt zu den bedeutendsten

deutschen Regisseuren. Für „Die

Blechtrommel“ gewann er die Goldene

Palme vonCannes und den Oscar.

Er habe nie etwas gemacht, um

Verdienste zu erringen, sagte

Schlöndorff in Berlin, sondernweil

es ihm Spaß gemacht habe. (dpa)

Kirsten Haß steigt bei der

Bundeskulturstiftung auf

DieGermanistin Kirsten Haß(56)

wirdneue Verwaltungsdirektorin der

Bundeskulturstiftung. Sielöst Alexander

Fahrenholtz ab,der aus Altersgründen

ausscheidet. Dashabe

der Stiftungsrat unter Vorsitz von

Kulturstaatsministerin Monika Grütters

(CDU) beschlossen, teilte die

Stiftung am Dienstag mit. Haß, derzeit

Leiterin der Abteilung Förderung

und Programme der Stiftung,

wirdzusammen mit der künstlerischen

Direktorin Hortensia Völckers

ab 2020 den Stiftungsvorstand bilden.

DieStiftung mit Sitz in Halle mit

einem Jahresetat von35Millionen

Euro fördertinternationale und interdisziplinäreKulturprojekte.

(dpa)

Oper Leipzig wird ab 2022

von Tobias Wolff geleitet

DerDramaturgTobias Wolff soll ab

der Spielzeit 2022/2023 Intendant der

Oper Leipzig und Nachfolger vonUlf

Schirmer werden. Derzeit ist er Geschäftsführender

Intendant der Internationalen

Händel-Festspiele Göttingen.

Es werdeein Mann„mit künstlerischem

und wirtschaftlichemWeitblick,

internationalem Renommee

und starken Ideenfür die Öffnung des

Programms zu einer sich entwickelnden

Metropolregion“ gewonnen, so

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke

am Dienstag. (dpa)

UNTERM

Strich

Fontane der Woche

Alles bleibt

unvollkommen

VonPetraKohse

Theodor Fontane muss ein glücklicher

Mensch gewesen sein. Manstellt ihn sich

freundlich und immerzu reflektierend vor.

Und – zumindest als Theaterkritiker – als

Mann mit einer Aufgabe. Einer nicht zu bewältigenden

Aufgabe natürlich: den Theaterabend

ganz zu beschreiben und dann

auch noch ALLES aufzuschreiben, was er

darüber denkt. Als Fortsetzungsartikel, wenn

es sein musste! Dass das ging. Dass er sich

dazu berufen fühlte.Dass das gelesen wurde.

DieLeser hatten Geduld damals.Der Schreiber

hatte keine. „Alles bleibt unvollkommen“,

klagte er einmal, als er wieder einmal

wenige Stunden nach Ende der Vorstellung

eine Nachtkritik abliefernmusste.Wobei ein

Dienstmädchen bereitstand, seinen Text

noch in die Redaktion der Vossischen Zeitung

zu bringen, und auch der ganze Haushalt

sicher den Atem anhielt, während er

schrieb, und er natürlich wusste, dass er am

nächsten Tagineinem weiteren Text noch

einmal in Ruhe ansetzen konnte. Dennoch

der Versuch, das Ganzezufassen.

DasGANZE.Gibtesdas heute noch? Eher

ist ja doch das Fragment in Mode. Und das

Wort „vollkommen“ markiert inzwischen

meist seine eigene Leerstelle.Wenn jemand

sagt: „Ich bin vollkommen deiner Meinung“,

ist unmittelbar ein „aber“ zu erwarten. Oder:

„vollkommen richtig, aber ...“. Nach der mittelalterlichen

Vollkommenheit Gottes (das

BARBARA WREDE

Wort hat sich aus dem Mittelhochdeutschen

erhalten: volkomen), in der von Anfang an

alles enthalten war, über die zu erreichende

Vollkommenheit einer Sache,die dann nicht

zu hinterfragen und nicht zu verbessernwar

(„Ach könnt’ ich doch zum Augenblicke sagen

...“), herrscht jetzt Übereinkunft über die

vollkommene Unvollkommenheit – eine

Leere, in die immerzu, vonallen und alles hineingefüllt

werden kann, ohne dass sie je zur

Neige ginge bzw. zur Fülle würde, zur Überfülle,

also dass jemand sagen würde, jetzt ist

es gut, alles ist gesagt, dieser Chat wird jetzt

geschlossen und gerahmt.

Jawohl, das Internet. Inbild des potenziell

Unendlichen also maximalst Unvollkommenen,

Erz-Unvollkommenen würde der

Künstler Jonathan Meese sagen, und dass

das Unvollkommene Kunst sei und dass die

herrschen solle. Und so ist es ja auch schon.

Es gibt keine Geschichte mehr, sondern nur

Lesarten von Ereignissen, keine Argumente,

sondern Performances, keine Erkenntnis,

sondernKommentar und Kritik (jede Menge

Kritik). ZurVorstellung vonVollkommenheit

aber gehört die Demut. Die Demut entweder,

wahrzunehmen, dass es Dinge gibt, die

jenseits der Kommentierung stehen oder

dass ein Beitrag kein Selbstzweck ist, sondernzuetwas

Höherem führt.

Fontane schwamm als Theaterkritiker

wie ein FischimTeich seiner Urteile.Glaubte

er anVollkommenheit?Vielleicht hielt er sich

zumindest für jemanden, der in der Lage

wäre, sie zu erkennen. Also muss er ein

glücklicher Mensch gewesen sein. Er galt als

Experte, man orientierte sich an ihm. Das

galt für Friedrich Luft auch noch. Er berichtete,wie

nach der Uraufführung von„Warten

auf Godot“ jemand zu ihm gesagt habe: „Na,

das werden Sieuns morgen aber ganz genau

erklären müssen!“ Was ihn stolz machte.

Heutzutage hält sich jeder selbst für einen

Experten. Und ist es womöglich auch. Experte

der eigenen, zersplitterten Weltsicht,

Experte des Unvollkommenen, das sich aber

oft nicht erkennt. Alles bleibt eben unvollkommen.

Sogar das Unvollkommene.


Wandertheater laden ein auf die Freiluftbühne (Seite 9)

22 Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Feuilleton

„Es gibt keine harte Grenze zwischen Kunst und Design“

Pascal Johanssen, Leiter des Direktorenhauses, über das internationale Ansehen des Designs, die Alte Münze und eine Chance, die Berlin verspielen könnte

Mitte Juni in der Alten

Münze. Die Abschlussdiskussion

zum Beteiligungsverfahren

zur Zukunft des Geländes.

Alle freuen sich, dass man es geschaffthat,

in so kurzerZeit ein Konzept

vorzulegen. Alle? EinMann aus

dem Hintergrund hebt die Hand

und sagt mit freundlicher Stimme,

dass er nicht glaube, dass das Ergebnis

die Interessen aller Beteiligten

repräsentiere. Ersei für das Direktorenhaus

amVerfahren beteiligt

gewesen, für das Designmuseum,

das bereits in der Alten

Münze residiert, und sehe die Belange

der sogenannten Kreativen

weder im Prozess noch im Ergebnis

berücksichtigt.

In der Tatsieht der Beschlussdes

Abgeordnetenhauses zwar eine

Nutzungfür Kultur und Kreativwirtschaft

vor. Aber etwas später

machte der bei dem Termin anwesende

Kultursenator Lederer auf

eine zweite Intervention aus dieser

Richtung hin ganz deutlich, dass es

zwischen freier Kunst und kreativem

Gewerbe einen Unterschied

gebe und sein Geld vorallem Ersterergewidmet

sei.

Anruf von Pascal Johanssen vom

Direktorenhaus einige Tage später.

Er will erläutern, warum auch der

Bereich Design einer Kulturverwaltung

am Herzen liegensollte.

Also,Herr Johanssen, warum sollte es

in der politischen Behandlung von

Design und freier Kunst Ihrer Ansicht

nach keinen Unterschied geben?

Pascal Johanssen:ImDirektorenhaus

haben wir es mit Designern,

Künstlern und Kunsthandwerkern

zu tun. Und ich weiß aus erster

Hand, dass Designer schon seit einiger

Zeit ebenso experimentell arbeiten

wie Künstler.Denken SieanUrsula

Wagner, Sarah Pschorn oder

Elisa Strozyk. Gestalter und Gestalterinnen

machen heutzutage Ausstellungen,gestaltenauch

zweckfrei

und greifen in Social-Design-Projekten

Themen wie Nachhaltigkeit

auf. Das ist eine durchaus gesellschaftspolitisch

relevante Arbeit.

Diese Leute kommen in der schnellen

Vermarktungsmaschine nicht

unter und brauchen auch Orte. Die

wirtschaftliche Situation einer Person

ist mit der Zuweisung entweder

in den Design- oder den Kunstbereich

nicht gleich miterzählt. Ich

kenne sehr reiche Künstlerund prekär

arbeitende Designer.Esist auch

eine deutsche Besonderheit, dass

die Grenze zwischen ihnen sohart

gezogen wird. In Frankreich, England

und vor allem Holland gibt es

diese Unterscheidung nicht. Da

wird Design ganz anders gefördert.

In Berlin und Deutschland überhaupt

gibt es da große Berührungsängste.

Für wen sprechen Sieda?

Ich spreche vor allem für den

Meisterrat. Das ist eine im letzten

Jahr gegründete Organisation, die

aus einem Netzwerk von Manufakturen

und Designern, Kunsthandwerkernund

Hochschulen entstanden

ist, das sichinden vergangenen

zehn Jahren aufgebaut hat. Bei den

bundesweit jetzt schon fast 2000

Mitgliedern sind sowohl die Kunsthandwerker

und Gestalter dabei,

die aktuell im Direktorenhaus gezeigt

werden, als auch kleinere und

größere Manufakturen. Wir binden

Manufakturen, produzierende Designer

und Kunsthandwerker zusammen.

Wiegenau knüpfen Sieanden historischen

Meisterrat des Bauhauses

an?

Die Verbindung von Kunst und

Handwerkinder Bauhaus-Idee wird

heute gern als die Initialzündung

für das moderne Industriedesign

gesehen. Daswar aberzueiner Zeit,

als es diese Industrie so noch gar

nicht gab. Der Ursprung geht ja auf

den Werkbund zurück und dessen

Verbindung von künstlerischem

Handwerkund der Beurteilung dessen,was

jenseits des Luxusbegriffes

Qualität ausmacht. Das ist etwas,

das wir überdie Jahrevergessen haben.

Kunsthandwerk wird in

Deutschland inzwischen als Kunstgewerbe

verniedlicht. In Frankreich

gibt es einen Staatssekretär, der die

Métier d’Arts politisch vertritt. Und

hier geht Design in einem Zwischenbereich

zwischen Kultur und

Kreativwirtschaft auf. Wobei zu

Letzterer auch die Gaming Industrie,

die Software-Leute und andere

zählen, die mit unseren Diskussionen

gar nichts zu tun haben.

Sie sind ja bereits Zwischennutzer

der Alten Münze und waren an den

Workshops zur Zukunft des Areals

beteiligt. Washat Siedaran so unzufrieden

gemacht?

Wirhaben hier ja schon eine längereVorgeschichte.Wir

sind der einzige

rein kulturelle Mieter, mit einem

eigenen Programm. Und im

Jahr 2011 haben wir bereits ein Konzeptverfahren

gewonnen. Damals

traten 15 verschiedene Konzepte

gegeneinander an, und wir bekamen

vomSteuerungsausschuss Liegenschaftsfonds

den Zuschlag und

einen Kaufantrag für die Immobilie.

Pascal Johanssen im Direktorenhaus, früher Direktionssitz der Alten Münze

ZUR PERSON

PHILIPP HAAS

Pascal Johanssen,1973 in Berlin geboren, ist Kurator für zeitgenössische angewandte Kunst.

Seit 2010 leitet er gemeinsam mit Katja Kleiss das Direktorenhaus in Berlin, das für eine Verbindung

vonDesign, Handwerk und Kunst steht. Seit 2018 ist er Vorsitzender des German

Craft Council (Meisterrat). Soeben veröffentlichte er das Buch: „Handmade in Germany. Manufactory4.0“,

Arnoldsche Verlag,2019.

Alte Münze:Unter www.berlin.de/alte-muenze findet man eine Dokumentation des Beteiligungsverfahrens

und das zur weiteren Bearbeitung vorgeschlagene Konzept.

Da hatten wir natürlich Investoren.

Dazu kam es dann nicht, und ich

bin heute auch froh, dass die Alte

Münze inzwischen in Landesbesitz

ist. Uns ging esdamals nur darum,

dass der Ort kulturell bespielt wird.

Ich will nur sagen, dass unser Konzept

des Designforums in einer früheren

Zeit politisch ausgewählt

wurde.Jetzt gibt es einenneuen Kultursenator

und eine neue Linie.

Aber ist das ein Grund, dass dieses

Konzept jetzt nicht einmal mehr zur

Diskussion gestellt wird? Beider Abschlussdiskussion

wurde es nicht

erwähnt!

Wie sieht Ihr Konzept für das Gelände

der Alten Münzeaus?

Wir haben ein monothematisches

Konzept. Wir glauben, dass

eine thematische Eingrenzung der

Wahrnehmung hilft. Das kann natürlich

auch Musik sein. Hauptsache,eswirdeine

erkennbareStrahlkraft

entwickelt.Der Platz ist ja letztlich

nicht allzu groß. Auch 11 000

Quadratmeter schrumpfen schnell,

wennman Raum für Konzerte,Ausstellungen

oder Wechselbespielungen

mit einplant. Wie viel Quadratmeter

wirklich nutzbar sind, muss

sich sowieso noch zeigen. Wereinmal

in den Kellerräumen war, der

bekommt große Zweifel, ob das

wirklich mit zweistelligen Millionenbeträgen

zusanieren ist. Daher

gibt es auch in unseremKonzept einen

Erweiterungsbau und darüber

hinaus haben wir darüber nachgedacht,

auf die Prägehalle noch eine

Etage draufzusetzen. Statt in die

Keller würden wir in eine schöne

Aussicht investieren. Ansonsten

ähnlich wie jetzt eine Mischung

zwischen Produktion und Ausstellung.

Werkstätten im künstlerischen,

kunsthandwerklichen und

Designbereich. Wir würden auch

Social Design und Social Start-ups

mit einbeziehen, die an nachhaltigen

Zukunftsprojekten arbeiten.

Kunsthandwerk also nicht verstanden

als der Lederfrickler,der nur Taschen

macht, sondern als Innovation,

die auch Leute aus dem Bereich

der angewandten Künste berücksichtigt.

Ein Kreativquartier,

das nicht per se ganzeGewerke ausgrenzt.

Glauben Sie nicht, dass Sie auch im

jetzigen Konzept Ihren Platz finden

könnten?

Durchaus. Wenn man abstrakte

Begrifflichkeiten zugrunde legt, wie

„Produktionshalle“ beispielsweise,

dann können auch wir die füllen.

Ichkritisiere nur, wiedieserDiskurs

geführt wird. Ein Workshopverfah-

ren, das in so kurzerZeit Ergebnisse

vorlegen soll, treibt die Leute geradezu

in Verteilungskämpfe. Das Direktorenhaus

ist ein Museum. Aber

auf einmal ist man in der bösen

Schublade der Wirtschaft. Ich

denke, man sollte die kulturellen

Szenen nicht gegeneinander ausspielen.

Zumal in einer Stadt, die

sich mit dem Titel Unesco City of

Design schmückt!

Wie würden Sie Berlin als Designstadt

im internationalen Vergleich

einordnen?

In Berlin haben wir einen unglaublichen

Pool an Akteuren. Da

reden wir nicht über 300, sondern

über 1500 Leute,die zum Teil international

gesehen werden und wirklich

gute Sachen machen. Das wird

in der politischen Öffentlichkeit

aber nicht anerkannt. DasDesign ist

hier heimatlos. Wenn jemand aus

London vom Royal College of Art

kommt und in Berlin zeitgenössisches

Design angucken will oder

Craft –esgibt in London ja die London

Craft Week, das ist eine der hippesten

Veranstaltungen dort –,wo

schickt man ihn hin? InsStilwerk? Es

gibt solche Orte hier nicht. Barcelona,

Mailand, Amsterdam, London,

Parisoder sogar Wien sind uns

da zehn Jahre voraus. Sowohl was

Förderstrukturen betrifft, was Verständnis

betrifft, als auch, was experimentelle

Biotope betrifft. Wir

machen ja diese „Handmade in

Germany World Tour“, das ist eine

Tourneeausstellung vondeutschen

Manufakturen, und wir waren in

China, in Russland, in Amerika.

Und wir haben gesehen, wie scharf

die Leute darauf sind, denn Handarbeit

gibt es nicht mehr überall. In

Deutschland bestehen noch zehn

Porzellanmanufakturen von Rang

und Namen, in England keine

mehr außer Wedgewood. Und in

Frankreich arbeitet gerade alles auf

die Luxusindustrie hin. Aber bei uns

ist das keine Luxusbranche. Das

sind mittelständisch geprägte Unternehmen.

Haben SieHoffnung, mit dem Direktorenhaus

da bleiben zu können, wo

Siesind?

Davon gehen wir ganz fest aus.

Denn wir sind der längste und erste

Mieter hier, wir haben den Trakt ja

überhaupt erst ins Gespräch gebracht.

Und wenn eine rein kulturelle

Organisation durch anderekulturelle

Nutzer verdrängt werden

sollte, fänden wir das schon relativ

befremdlich.

DasGespräch führte PetraKohse

ANZEIGEN–SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Spie plan

BERLINER

BÜHNEN

STAATSOPER BERLIN

Wahrer Klassiker

J U N I 2 0 1 9

B

ettina Jahnke, Intendantin des Hans

Otto Theaters, inszenierte dieses rasante

Spektakel. Es spielt mit Versatzstücken

aus Shakespeares Königsdramen

und Komödien. – London, Mitte des

16. Jahrunderts. Die junge Elisabeth I. regiert

in England und die Schauspieltruppe um

HANS OTTO THEATER

ANZEIGEN–SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Spie plan

BERLINER BÜHNEN

Keine Angst vor Shakespeare

Erstmalig aufder neuen Sommerbühne am Tiefen See –

Peter Jordans rasante Shakespeare-Komödie „The Queen‘s Men“

Shaunessy Williams hat mächtig Ärger.Imgan-

ganflussreicher

Patron wie die Queen persönlich

zen Land stehen die Schauspieltruppen mitkönnte

Rettung bringen. Als diese sich inkogeinander

im Wettstreit und buhlen mehr oder

nito als Clown unter die Schauspieler mischt,

weniger erfolgreich umdie Gunst des Publi-

um dem Volk nahe zusein und ihre Macht zu

kums.Shaunessy Williams (Moritz von Treuen-

festigen, beginnt eine gewagte Mission ... auf

fels)fehlt fehlt das Geld, und zu allem Überfluss hat

der Sommerbühne am Tiefen Seemit Blick auf

er auch noch eine Schreibblockade. Ein ein-

das Schloss Babelsberg. (Seiten 05 und10)

ST. MARIENKIRCHE BERNAU

Es lebe die Alte Musik

J U L I / A U G U S T 2 0 1 9

T

TANZ IM AUGUST

Inspirierende Tanzerlebnisse

Im Hebbel am Ufer und weiteren Orten wird Berlin für vier Wochen wieder zur Tanzhauptstadt.

Zu dem Festival für zeitgenössischen Tanz kommen Gruppen und Choreografen aus aller Welt

E

anz im August ist Berlins internationales

Festival für zeitgenössischen

Tanz, das mit der gesamten Bandbreite

des Tanzes an vielen Spielorten

in der ganzen Stadt aufwartet. Die Zahlen

und Namen sprechen für sich: Mit insgesamt

sieben Uraufführungen und 18 Deutschlandpremierenpräsentieren

in rund 70 Vorstellungen

an elf Veranstaltungsorten bis zum 31. Au-

einer der einflussreichsten Choreografinnen

Werkschau RE-Perspective von Deborah Hay,

gust mehr als 160 Künstlerinnen und Künstler des postmodernen Tanzes. Der 100. Geburtstag

von Merce Cunningham wird inder Volks-

aus 15 Ländern insgesamt 31 Produktioneninternationaler

Stars und Newcomer sowieChoreografinnen

und Choreografen aus der Berliter

Salamon, Jérôme Bel und die Wahlberlinebühne

gefeiert, Uraufführungen bringen Eszner

Szene. Im Mittelpunkt steht die große rinVivianne Sobottke mit. (Seite 11)

DIE BÜHNEN-BEILAGE

Für die Monate Juli und August

am Freitag,28. Juni

Der Spielplan

Termine ∙ Highlights ∙ Hintergrund-Infos für Sie kompakt zusammengestellt.

„Rigoletto“ –Verdiskompromissloses

Meisterwerk ist dieletzte Premiereder

Staatsopernsaison2018/2019 (Seite 05)

Mit dem Festival Alter Musik feiert die

500 Jahre alteKirche St. Marien ein

klingendes Jubiläum (Seite 9)

SCHLOSSPARK THEATER

Verhängnisvolle Nacht

Werhat den Mord begangen? –Der Wahrheit auf der

Spur im Crimi-Comic-Stil (Seite 15)

DEUTSCHES THEATER

Abbild der Gegenwart

Zehntägiges Festival mit zehn zeitgenössischen Texten

und drei Uraufführungen (Seite 08)

KOMISCHE OPER BERLIN

Die Liebe zum Greifen nah

Mit Candide, einer Fußball-Operette und Jewgeni

Onegingehtesauf die Suche nach dem Glück (Seite 2)

UFAFABRIK

Fantastisches Geschehen

Echse &Co, Etta Scollo &Bandund das Ton&Kirsche

NATUR-PARK SCHÖNEBERG

Tragisch und irrwitzig

„Maß für Maß“ –die Shakespeare

Company eröffnetdie Freiluftsaison

mit einer burlesken Komödie (Seite 04)

HANS OTTO THEATER

Im achten Leben dann

Zum Spielzeitauftakt inszeniert

Konstanze Lauterbach eine

aufwühlende Familiensaga (Seite 12)


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 23

· ·

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Feuilleton

Immer der

Feuerwehr

hinterher

„Wenn Fliegen träumen“

von Katharina Wackernagel

VonTorsten Wahl

Mit vierzig wollte es Katharina

Wackernagel unbedingt zum

ersten Mal getan haben –nach Dutzenden

Arbeiten vor der Kamera

endlich einmal als Regisseurin hinter

der Kamera zustehen. Und zwar

bei einem Film, der mit Raum, Zeit,

Logik und den Sehgewohnheiten

spielen sollte, also alles ganz anders

als sonst. Die Schauspielerin, seit

2008 als Kommissarin in den „Stralsund“-Krimis

des ZDF zu sehen und

zuletzt als Aenne Burda inder ARD

zu großer Form aufgelaufen, hat es

knapp geschafft. Die Idee zu „Wenn

Fliegen träumen“ war allerdings entstanden,

als sie Mitte zwanzig war.

Das Drehbuch stammt von ihrem

Bruder, dem Filmemacher Jonas

Grosch, mit dem Katharina Wackernagel

schon bei drei Filmen zusammengearbeitet

hat. Nachdem sich

weder TV-Sender noch Fördergremien

für das Projekt erwärmen

konnten, produzierte das Geschwisterpaar

den Film kurzerhand mit eigenen

Mitteln. „Wenn Fliegen träumen“

verfügt also über ein knappes

Budget, verspricht dafür aber völlige

künstlerische Freiheit.

Das Personal ist betont skurril angelegt.

Im Zentrum stehen zwei

Frauen: Hannah (Nina Weniger) ist

blond, zierlich und hellhäutig, Naja

(Thelma Buabeng) kräftig und dunkelhäutig.

Der Clou: Sie sollen Halbschwestern

sein. Ihr verstorbener Vater

hat ihnen zwei Dinge vermacht:

Einklappriges Feuerwehrauto und ein

einsames Ferienhaus in Norwegen.

Hannah nimmt das Auto und Naja das

Haus und schon rumpeln die ungleichen

Schwesterngen Norden.

Ihnen folgt ein Tross vonFiguren,

die ebenso seltsam sind, zum Beispiel

eine Nymphomanin (Tina

Amon Amonsen), die kein Interesse

an Männern zeigt, und ein überambitionierter

Filmregisseur (Zoltan

Paul). Die Motive der Verfolger wirken

leider so bemüht wie vieles im

Film: Naja war ihreTherapeutin und

hat sich vorder Reise nicht bei ihnen

abgemeldet. Auch die Regisseurin

Schwestern: Naja (Thelma Buabeng,l.)

und Hannah (Nina Weniger) RÉSISTEFILM

Wackernagel schwingt sich in der

Rolle einer barschen Anästhesistin

schließlich auf ein Motorrad und

macht sich nach Norwegen auf.

Diese allzu verspielte Tour führt

zwar zu einigen putzigen Momenten,

so gerät die überdrehte Reisegesellschaft

mit der Polizei aneinander.

Doch der Trip bekommt keinen

wirklichen Drive, bleibt im Grunde

ein launiger Ausflug, zu dem das Geschwisterpaar

Wackernagel-Grosch

Schauspieler-Freunde und Verwandte

eingeladen hat. So bekommt

auch die Mutter Sabine Wackernagel

einen Kurzauftritt –die alljährlichen

Urlaube der Familie in einem norwegischen

Sommerhaus hatten ihre

Kinder schließlich zu diesem Film

inspiriert. Doch der Spaß der Macher

will sich auf den Zuschauer nicht so

recht übertragen. Das ernste Grundthema,

Hannah leidet an einer lebensbedrohlichen

Krankheit, geht

unterwegs unter,verschafft dem Film

aber immerhin ein starkes Finale.

Wenn Fliegenträumen Deutschland 2017. Regie:

Katharina Wackernagel; Buch:Jonas Grosch;

Darsteller: NinaWeniger, Thelma Buabeng, Johannes

Klaussner,Robert Glatzeder,Tina Amon

Amonsen u. a.,80Minuten, Farbe. FSK: frei

Radau und Exotismus

Ambroise Thomas’ „Hamlet“ wird mit einer strahlenden Ophelia an der Deutschen Oper konzertant aufgeführt

VonClemens Haustein

Sein oder Nichtsein ist hier keine

Frage mehr, sondern ein Mysterium.

„Was für ein Geheimnis!“ singt

Hamlet, nachdem er die drei berühmtesten

Worte Shakespeares in

den Mund genommen hat. Das melancholisch

Lavierende dieser Szene

wirdkonkret, Hamlet erscheint staunend

vordem Werden und Vergehen

des Lebens, nichts von der ironisch

bitteren Distanz, wie sie im Original

zu spüren ist. In der Oper fährt man

bekanntlich sicherer, wenn der Pinsel

breit ist und die Dinge klar geregelt

sind. „Unmöglich, es schlechter

zu machen“, urteilte Giuseppe Verdi

über das Libretto vonAmbroise Thomas’

„Hamlet“-Oper. Gedichtet haben

es Michel Carré und Jules Barbier,

die beiden schnitten auch den

„Faust“ für die Opernbühne zurecht,

vertont hat ihn Charles Gounod.

Das Libretto an der Vorlage zu

messen, ist nicht der beste Weg, um

mit der Oper von Ambroise Thomas

froh zu werden. Besser nimmt man

sie als eigenes Stück, das alles nur

Opern-Taugliche aus dem Original

enthält: viel Liebesschmerz, heftige

Rachegefühle und immer mal wieder

eine Massenszene, bei der ein

Chor auftreten kann. Die konzertante

Aufführung am Montagabend

Vorlesen macht glücklich

Seit 60 Jahren treten Kinder in den Wettstreit, wer am besten Literatur zum Klingen bringt

VonCornelia Geißler

Tom strich mit dem Pinsel

kunstvoll hin und her, trat

einen Schritt zurück, um

die Wirkung zu prüfen,

fügte an der einen oder anderen

Stelle einen Tupfer hinzu und begutachtete

die Wirkung erneut.“ Die

Rede ist von Tom Sawyer, Held des

gleichnamigen Romans von Mark

Twain, hier in deutscher Übersetzung

von Andreas Nohl. Sätze wie

diese haben dem pensionierten Berliner

Lehrer Bodo Sengebusch einst

Glück gebracht. Es stecken Spannung

und Humor darin, wenn der

Junge, von seiner Tante Polly zum

Zaunstreichen verdonnert, am Morgen

noch von Armut gebeutelt, am

späten Nachmittag dann im Überfluss

schwimmt. Vorsechzig Jahren

hatte Bodo Sengebusch diesen Abschnitt

aus „Tom Sawyer“ gewählt,

als er im Goethehaus zu Frankfurt

am Main zum ersten Bundesvorlesewettbewerb

antrat und gewann.

Seither werdeer„alle zehn Jahreeinmal

ausgebuddelt“, wie er flapsig am

Telefon sagt. Er ist so etwas wie ein

Vorlesebotschafter. Tatsächlich gehört

ein Gespräch mit ihm vor den

Kameras des RBB dazu, wenn heute

in Berlin das 60. Finale im Vorlesewettbewerb

des Börsenvereins des

deutschen Buchhandels ausgetragen

wird.

Sengebusch legtWert darauf, dass

nicht das Finale das wichtigste an diesem

Wettbewerb sei. Natürlich freue

es ein Kind, so weit gekommen zu

sein. Er selbst begegnete damals sogar

Erich Kästner, einem Schriftsteller,

von dem er jedes Kinderbuch

kannte. Die eigentliche Bedeutung

liege in der ersten Runde. „Es ist so

wichtig, dass Lehrer und Schulleiter

dafür sorgen, dass die Kinder Lust haben,

einen selbst gewählten Text vor

anderen zu lesen. Dann herrscht an

der Schule ein Klima, das Kinder vielleicht

auch neugierig darauf macht,

was die Bibliothek bietet, dann fördert

der Wettbewerb etwas, was sie

für ihr ganzes Leben brauchen.“

An die 600 000 Schüler aus knapp

25 000 6. Klassen beteiligen sich pro

Jahr. Die rund 7000 Schulsieger gehen

weiter zu Kreis-, Bezirks- und

Landesentscheiden. 2018 gewann

Victoria Schaay aus Nordrhein-

Westfalen mit einem lebhaften, dia-

Wasinden Büchernsteckt, erschließt sich dem, der lesen kann.

Diana Damrau, hier nicht als Ophelia fotografiert.

in der Deutschen Oper zeigte ein

Werk, das es gut meint mit dem Publikum

(abgesehen einmal von der

Länge), das Radau ebenso liefertwie

überraschende Exotismen: Sogar ein

Saxofon-Solo gibt es in dem 1868 uraufgeführten

Stück. Als Hamlet mit

dem Geist seines Vaters spricht,

kommt das Instrument in einer aparten

Mischung mit dem Englischhorn

erstmals hörbar zum Einsatz. Eingroßes

Solo-Rezitativ schließlich bebildert

Hamlets Entschluss zum gespielten

Wahnsinn. Der damals

neue,charakterlich noch unbesetzte

Klang des Instruments wird zum

Sound der seelischen Halbwelt.

GETTY, PRIVAT

„Es ist so wichtig, dass Lehrer und Schulleiter

dafür sorgen, dass Kinder Lust haben, einen

selbst gewählten Text vor anderen zu lesen.“

Bodo Sengebusch, Sieger des ersten bundesweiten Vorlesewettbewerbs 1959

JÜRGEN FRANK

Allerdings nur für die des Mannes.

Imvierten Akt, der allein Ophelia

vorbehalten ist, ihrem Wahnsinn,

zu dem sie sich von Hamlet hat anstecken

lassen und der sie ins Wasser

führt, da schweigt das Saxofon. Dafür

spielt umso süßer und melancholischer

die Klarinette und Ophelia

irrlichtert inwahnwitzigen Koloraturen.

DieSopranistin Diana Damrau

singt das fabelhaft: mit weiter

Spanne vom exaltierten Ausbruch

bis hin zum kaum hörbaren Murmel-Gesang.

Kokett ist ihre Ophelia,

und doch muss man sie in ihrem

Ausgeliefertsein an die Gefühle unbedingt

ernst nehmen. Florian Sem-

logreichen Ausschnitt aus Grit Poppes

Kinderroman „Joki und die

Wölfe“. Der 2017er-Sieger Jarik Foth

aus Schleswig-Holstein brachte mit

Simon Packhams „Stumme Helden

lügen nicht“ einen eher traurigen

Stoff mit gut gesetzten Pausen und

angeschwärztem Humor auf der

Bühne. Das kann man auf Youtube

nachschauen.

In der Statistik zum Wettbewerb

ist errechnet, wie viele 6. Klassen sich

pro Bundesland beteiligen. Hessen

führtdie Liste mit 67 Prozent an, gefolgt

vonBremen, dem Saarland und

Rheinland-Pfalz. Mehr als die Hälfte

(58 Prozent) der Berliner Schulen

machen mit, in Baden-Württemberg

sind es nur 38 Prozent. Es könnten

überall noch mehr sein. Es liegt auch

auf diesem Feld am Engagement

einzelner Lehrer und Schulleiter,Begeisterung

weiterzutragen –und sich

zusätzliche Arbeit aufzuhalsen.

Lesen gehört eher nicht zu den

liebsten Freizeitbeschäftigungen

Heranwachsender. Bodo Sengebusch,

der bis vorzehn Jahren Mathematik

und Physik an einem Gymnasium

in Tempelhof-Schöneberg unterrichtete,erzählt,

dass er sich dreimal

erlaubt habe, zum Jahresende

seine Schüler anonym Fragebögen

zum Lesen ausfüllen zu lassen.

Schon vor 30Jahren sei es ernüchternd

gewesen. Die Mehrheit der

Jungen habe keine Bücher besessen.

Nur wer ohne Mühe sinnentnehmend

lesen kann, ist in der Lage,den

Text laut so vorzutragen, dass er klingt

und im Zuhörer etwas auslöst. Die

Iglu-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung)

ergab

2016, dass in Deutschland jedes

fünfte Kind ohne ausreichende Lesekompetenz

in die weiterführende

Schule wechselt. Bildungsforscher

hatten daraufhin gefordert, in den

Familien das Bewusstsein für das

Vorlesen und die Sprachförderung

im Vorschulalter zu stärken. Das gehörtzuden

Aufgaben, denen sich die

Stiftung Lesen widmet, nicht nur am

Vorlesetag im November. Die

Schriftstellerin Kirsten Boie animierten

die Iglu-Ergebnisse Deutschlands

zu einer Unterschriftensammlung

für mehr Leseförderung in den

Grundschulen („Hamburger Erklärung“).

DieBundesbildungsministerin

nahm sie entgegen, ein Programm

dazu folgte bisher nicht.

pey,Bariton, als Hamlet muss solche

Vielschichtigkeit nicht zeigen. Anders

als bei Shakespeare ist er in der

Oper seiner Identitätsfragen entledigt,

hier ist er vorallem Rächer und

mehr oder weniger glücklicher Liebhaber.

Sempey stellt das mit entschiedener

stimmlicher Präsenz dar

und in einem Zauselauftritt, als sei er

soeben einem Gemälde von Rembrandt

entstiegen: langes, offenes

Haar senkt sich auf ein wamsartiges

Kostüm. Nicolas Testé ist ein Claudius,

dem man von Beginn an den

Mord an seinem Bruder zutraut, die

Mezzosopranistin Eve-Maud Hubeaux

ist eine Gertrude, deren Mütterlichkeit

sich selbstverständlich

mit berechnender Härte mischt. Philippe

Talbot gibt mit charmant abschattiertem

Tenor einen Laertes,

dem die Sympathien sicher sind.

Zusammengehalten wird alles

vonYvesAbel am Pult des Orchesters

der Deutschen Oper, straff und gut

gelaunt führt erdurch den Abend,

den Chor animiert er zu gewohnt

mächtigem Gesang. DerErfolg beim

Publikum ist groß, der miesepetrige

Verdi („Armer Shakespeare, wie haben

sie dir das Fell gegerbt!“) interessierthier

keinen.

Weitere Vorstellungen: Do, 27., und Sa, 29.6.,

jeweils 19 Uhr, KartenunterTelefon: 34 38 43 43

NACHRICHTEN

Regionalzeitungen sind

wichtiges Bindeglied

Für knapp zwei Drittel der Deutschen

gehörteszuihrem Alltag, sich

regelmäßig über das Geschehen vor

Ortauf dem Laufenden zu halten.

Dasergab eine Studie,die die Zeitungsmarktforschung

Gesellschaft

(ZMG) im Auftrag des Bundesverbands

Deutscher Zeitungsverleger

(BDZV)durchgeführthat und die am

Dienstag veröffentlich wurde.61

Prozent der Befragten nutzen die regionalen

Tageszeitungen gedruckt

oder digital, um sich über die Ereignisse

daheim oder in ihrer näheren

Umgebung zu informieren. DieZeitungen

rangieren damit sogar vor

persönlichen Gesprächen (49 Prozent)

und anderen Internetangeboten

(53 Prozent). Regionalzeitungen

erfüllen, so der BDZV,eine wichtige

Aufgabe als gesellschaftliches Bindeglied.

(BLZ)

Leipziger Preis für

kritische Journalisten

DerLeipziger Preis für die Freiheit

und Zukunft der Medien 2019 geht

an den österreichischen TV-Moderator

Armin Wolf sowie die deutschen

Journalisten Arndt Ginzel und Gerald

Gerber.Damit setzt die Jury „ein

deutliches Zeichen für die Pressefreiheit

und ein freies,unbedrohtes und

unbeschadetes Arbeiten“ vonJournalisten,

wie die Medienstiftung der

Sparkasse Leipzig am Dienstag mitteilte.Die

mit 30000 Euro dotierte

Auszeichnung wirdam8.Oktober in

Leipzig verliehen.Wolf sei durch sein

aufklärerisches Nachfragen ein wichtiger

Protagonist der Meinungsfreiheit

in den Medien seines Landes,so

die Jury.Der TV-Journalist Ginzel und

der Kameramann Gerber hatten ihre

voneinem Demonstranten ausgelöste

Kontrolle durch die Polizei am

Rande einer Pegida-Demonstration

in Dresden publik gemacht. (dpa)

Brigitte-Ableger für

umweltbewusste Frauen

DieFrauenzeitschrift Brigitte bekommt

im Herbst einen neuen Ableger

zum Thema Nachhaltigkeit. Das

Magazin richtet sich an Frauen ab 25

Jahren, die sich für gesellschaftliche,

zeitgeistige und vorallem umweltpolitische

Themen interessieren, wie

Gruner +Jahr am Dienstag in Hamburgmitteilte.Das

Themenspektrum

reichevon Fair Fashion und Naturkosmetik

über plastikfreies Einkaufen

bis zu nachhaltigem Kochen.

DerTitel stehe noch nicht fest. Es soll

zweimal im Jahr in einer Auflage von

120000 Exemplaren erscheinen und

5,90 Euro kosten. (dpa)

Bachmann-Wettbewerb

live im Fernsehen

DerSender 3sat berichtet livevom

Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis

im österreichischen Klagenfurt.

Dortbeginnen am Mittwoch

die 43. Tage der deutschsprachigen

Literatur.Lesungen und Diskussionen

sendet 3sat Donnerstag

bis Sonnabend, jeweils ab 10 Uhr, in

voller Länge. (dpa)

TOP 10

Montag,24. Juni

1 Tagesschau ARD 4,71 20 %

2 Der gute Bulle ZDF 4,08 16 %

3 Fußball-WM ARD 3,62 15 %

4 heute-journal ZDF 3,46 13 %

5 Bauer sucht Frau RTL 3,31 13 %

6 Tagesthemen ARD 3,20 12 %

7 Fußball-WM ARD 2,91 16 %

8 heute ZDF 2,79 15 %

9 Sportschau, Studio ARD 2,73 11 %

10 SOKO5113 ZDF 2,62 17 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Romeo und Julia (Staatsballett Berlin)

Dock 11 (& 448 12 22)

19.00: Soundance 2019: Againagain (Biliana Vouchtkova,Michael

Thieke&Walkey Litó, Gretchen Blegen)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00 Heckmannhöfe: Der Beziehungscoach

Globe Berlin Prolog-Bühne (& 54 90 51 92)

19.30: Romeo &Julia (Globe Ensemble Berlin)

HAU2(&25 90 04 27)

12.00: The Present Is Not Enough –Performing

Queer Histories and Futures: Black Privilege(Mamela

Nyamza)

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: Komische Oper Festival: M–Eine Stadtsucht

einen Mörder

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88)

16.00: Alles was Sie wollen

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00 Studio: istdie welt auch noch so schön

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Spatzund Engel–Die Geschichte der Freundschaft

zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich

Schaubühne (& 89 00 23)

20.00: Ja heißt ja und …(Carolin Emcke)

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Mörder und Mörderinnen

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: Der kleine Drache Naseweis: Sommer,Sonne

und Schokoladeneis (Toll und Kirschen)

Shakespeare CompanyBerlin (& 21 75 30 35)

20.00: Maß für Maß!

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

19.30: Rigoletto

Theater an der Museumsinsel (Monbijoustr.3)

18.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

Theater Thikwa (& 61 20 26 20)

20.00: Extremities

ufaFabrik (& 75 50 30)

20.30 Sommerbühne: OverSeas

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Spreeperlen. Eine Berlin-Revue

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Mad Office /BüroAbsurd (TrygveWakenshaw

&Barnie Duncan)

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Der Mörder ist immer der Gärtner

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(& 017 95 34 66 96)

20.00: Dit kannsteunter Ulk verbuchen

BKA (& 202 20 07)

20.00: Schöner Denken (Marcus Jeroch)

Bürgertreff Lichterfelde (& 790 4- 24 61)

16.00 Bürgersaal: Mein kleines Vis-à-Vis (Die Wilden

Witwer)

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (& 204 47 04)

20.00: Weltretten für Anfänger

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

20.30: Simply The Best –Das Tina Turner Musical

(Dorothea „Coco“ Fletcher)

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: NonSens(Michael Sens &Gäste)

Ratibortheater (& 618 61 99)

20.30: Gurkeoder Banane (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Marco Tschirpke(Mod.)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

18.30: The Band –Das Musical

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Let’sTwist Again! –Rockabilly Hits &Acrobatics

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Gelogene Wahrheiten (Wühlmäuse-Ensemble)

KLASSIK

Berliner Dom (& 20 26 91 36)

20.00: Laurens de Man –Orgel Konzertexamen, UdK

Berlin, Werkevon Reger,Liszt u. a.

Dreieinigkeitskirche Buckow (& 661 48 92)

18.30: Orgel-Vesper,frei

Gethsemanekirche (& 44 71 55 68)

18.30: Feierabendkultur –30Minuten Orgelmusik

Hochschule für Musik Hanns Eisler

(& 203 09 21 01)

19.00 Studiosaal: Vortragsabend Liedklasse Prof.

Wolfram Rieger

Hochschule fürMusik Hanns Eisler im Neuen

Marstall (& 203 09 21 01)

19.00 Galakutschen-Saal I: Vortragsabend Gitarrenklasse

Prof. Eugenia Kanthou

19.00 Galakutschen-Saal II:Vortragsabend Flötenklasse

Prof. Benoît Fromanger

19.00 Krönungskutschen-Saal:Vortragsabend

Klavierklasse Prof. Konrad Maria Engel, Prof. Gabriele

Kupfernagel

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (& 218 50 23)

19.30: Baltimore Symphonic Band, Ltg.Christopher

Wolfe, Werkevon Leonard Bernstein, John Williams u.

a. –Benefizkonzert

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

14.00 (Kl. Saal): Espresso-Konzert

Luisenkirche Charlottenburg (Gierkepl. 4)

21.30: Or Solomon und Jack Day, Improvisierte Musik

am Klavier

Museum Charlottenburg-Wilmersdorf (& 90 29

24 -1 08)

18.00: Gideon Seidenberg (Horn), YaoYao Brandenburg

(Klavier), Kostbarkeiten der Romantik, Werkevon

Frédéric Chopin, RobertSchumann u. a. Komponisten

des 19. Jahrhunderts

Musikinstrumenten-Museum (& 25 48 11 78)

15.30: Jour fixe –Musik am Nachmittag

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Baltic Sea Philharmonic, Ltg.Kristjan Järvi,

Mick Pedaja (Singer-Songwriter), Mari Samuelsen

(Violine), Einojuhani Rautavaara: Cantus arcticus;

Kristjan Järvi: Aurora für Violine und Orchester;

Arvo Pärt: Fratres für Violine, Streichorchester und

Schlaginstrumente; Peteris Vasks: „Lonely Angel“

für Violine und Streichorchester:Max Richter:Dona

Nobis Pacem; Igor Strawinsky: „L’Oiseau de feu –Der

Feuervogel“

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

19.30: 4. Rising Stars Grand Prix 2019 –International

Music Competition Berlin –Preisträgerkonzert

Schloss Charlottenburg –Große Orangerie (& 25

81 03 50)

20.00: Berliner Residenz Orchester,Königliche

Schlosskonzerte, Werkevon Mozart, Haydn &Salieri,

mitMenü

KINDER

Alte Dorfschule Rudow (& 66 06 83 10)

10.00: KinderFerienprogramm: Filzen mit Prisca,

Workshop. Anm. erf.

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

15.00: Offenes Atelier (ab 6J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

10.00: FEZitty –Die Hauptstadt der Kinder (ab 6bis

14 J.)

Figurentheater Grashüpfer (& 536 95 15 0/ 52)

10.00, 16.00: DasRübchen und andere Geschichten,

PuppentheaterParthier,Figurentheater (ab 3J.)

Pop

Musik

für

heiße Tage

Die beste Musik für 40 Grad

im Schatten kommt an

diesem Tagwomöglich aus dem

Heimathafen. Das klingt zumindest

nach Erfrischung und

ein bisschen Wind. Auf jeden

Fall wirdman beim Besuch der

Band of Horses physiologisch

nicht überfordert. Man muss

weder headbangen, hüpfen

noch tanzen, die kontemplative

Musik der 2004 in Seattle

als Soloprojekt ihres Sängers

und Gitarristen Ben Bridwell

gegründeten Gruppe verlangt

nach keinerlei Bewegung. Vor

drei Jahren ist ihr bis dato letztes

Album erschienen, mit

dem sie ihren Claim auf dem

Feld der countryfizierten Popmusik

lässig behauptet. Und

über ihnen kreisen die Eagles.

Es ist jetzt eigentlich auch egal

wann sie wieder neue Songs

veröffentlichen und ob überhaupt.

Mit der LP „Acoustic at

the Ryman“ sind sie seit 2014

sowieso schon auf dem Olymp

zu Hause. Frank Junghänel

Band of Horses 21 Uhr, Heimathafen

Neukölln, Karl-Marx-Straße 141

Tony KushnersPulitzer-dekoriertes Drama „Angels in America“ als Oper im Theater der UdK

Am Sonntag ist Schluss. Die

Berliner Konzertsäle und

Opernhäuser müssen

grundgereinigt werden

undschließen ihrePforten. Bisdahin

ist jedoch noch richtig was los: Orchester

aus der Ferne kommen vorbei

und säen Urlaubsvorfreude.

Heute langweilt zwar noch das Baltic

Sea Orchestra unter Leitung von

Kristian Järvi mit der Musik frommer

Schnarchnasen wie Arvo Pärt oder

Peteris Vasks. Aber schon amDonnerstag

ist das Kölner Gürzenich-Orchester

zu Gast, das seit ein paar Jahrenvon

François-Xavier Roth,einem

der neugierigsten und vielseitigsten

Dirigenten unserer Zeit, wieder auf

Vordermann gebracht wird.Das Programm

ist passend zum Wetter recht

luftig mit Stücken aus Operettendes

gebürtigen Kölners Jacques Offenbach

und der Ersten Symphonie von

Robert Schumann, die sich dem sogenannten

„Frühling“ widmet; Ältere

werden sich vielleicht erinnern,

dass es früher zwischen Kälte und

Hitze noch eine Übergangs-Jahreszeit

dieses Namens gab. Als damals

die Tage länger wurden und die

Sonne nach dem Winter wieder zu

Peter Uehling

will Musik hören und keineInterpreten.

Im Berliner Musikleben sucht er nach

Veranstaltungen, die musikalische

Erfahrungen bieten könnten –neuartige,

begeisternde, interessante oder

herzerwärmende. Ob sie sich

tatsächlich einstellen, ist allerdings eine

Fragedes Glücks.

scheinen begann, bekam man nicht

ansatzlos 30 Grad übergebraten,

sondernfühlte sich im Gegenteil heiter,

leicht und frei –davon handelt

diese wunderbare, viel zu selten gespielte

Symphonie.

Das San Francisco Symphony

Youth Orchestra, geleitet von dem

jungen deutschen Dirigenten Christian

Reif, spielt eine andere Frühlings-Symphonie:

die Erste vonGustav

Mahler, deren Naturburschen-

Optimismus sich alsbald dramatisch

verdüstert und nach einem grotesken

Trauermarsch in einen apokalyptisches

Finale mündet, das sich

jedoch triumphal wendet. Daneben

gibt es Tschaikowskys in der Schweiz

entstandenes Violinkonzert.

Bringen uns die Gäste Reminiszenzen

an historische Jahreszeiten

unserer Breiten, so nimmt uns das

Deutsche Symphonie-Orchester mit

auf die Grand Tour des materiell

sorglosesten aller Komponisten mit:

Felix Mendelssohns Vierte istder Reflex

einer Italienreise, inspiriert von

pulsierenden Frohsinn bis zur Ekstase

einer Tarantella, zwischendurch

gebrochen von deutscher Wandergemütlichkeit

im goldenen Licht der

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Tolkien 15.00,

20.30; Rocketman 17.30

Cinema Paris (& 881 31 19) Zwischen den Zeilen

15.30, 20.30; Zwischen den Zeilen – Doubles vies

(OmU) 18.00

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) Der Klavierspieler

vom Gare du Nord 15.30,18.00, 20.30

Delphi LUX (& 322 93 10 40) Rocketman (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Burning 14.00, 17.10,

20.20; QueerFilmNacht: Before Stonewall (OmU)

21.00; Ramen Shop –Ramen Teh (OmU) 14.00;

The Dead Don’t Die (OF) 16.00, 18.30; All My

Loving – Eine Geschichte von drei Geschwistern

15.10, 17.50, 20.30; Inna de Yard –The Soul of

Jamaica (OmU) 14.50, 17.00, 19.10, 21.20; Magie

der Wildpferde 14.30; Yoga: Die Kraft des Lebens

16.40; O Beautiful Night 18.40, 20.50; Sunset

14.00,17.00,20.00

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Britt-Marie war hier

18.00; Eine moralische Entscheidung 20.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

17.45;The Dead Don’t Die (OmU) 20.15

Kant Kino (& 319 98 66) TKKG 15.45; Jussi

Adler-Olsen: Verachtung 17.50, 20.30; Rocketman

15.00, 17.40, 20.20; Edie –Für Träume ist es nie

zu spät 15.15;Roads 17.30,19.45;Britt-Marie war

hier15.40,17.50;Nur eine Frau 16.15, 20.00; The

Dead Don’t Die 18.20,20.40

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) Aladdin 11.20,

14.10; 3D: Men in Black: 17.10; Rocketman

20.00; John Wick: Kapitel III 23.00; Drei Schritte

zu Dir 12.00, 14.30, 17.00, 19.30, 22.00; Men in

Black:12.10, 15.00; Rocketman 17.40; 3D: Men in

Black: 20.30; Ma –Sie sieht alles 23.15; Pikachu

11.45, 14.15; 3D: Aladdin 16.45, 19.45, 22.45;

TKKG 12.30, 14.50; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.15, 20.10; 3D: X-Men:

DarkPhoenix23.10;Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 12.30, 15.00, 22.50; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 17.50; X-Men: Dark

Phoenix 20.10; X-Men: Dark Phoenix 11.30; Avengers:

Endgame 14.10; Der Fall Collini 18.00; John

Wick: Kapitel III 20.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Burning –Beoning

(OmenglU) 11.00; La casa lobo –Das Wolfshaus

(OmU) 13.30; Pettersson und Findus: Findus

zieht um 14.45; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 16.00; Fuck Fame –Die Geschichte von

Elektropop-Ikone Uffie (OmU) 17.45; Free Solo

(OmU) 19.15; Nur eine Frau (DFmenglU) 21.00;

Der Goldene Handschuh (DFmenglU) 22.30; Once

Again –Eine Liebe in Mumbai (OmU) 11.00; Under

the Tree –Undir trenu (OmU) 12.45; Christo –Walking

on Water (OmU) 14.15; Edie –Für Träume ist

es nie zu spät (OmU) 16.15; Eine moralische Entscheidung

–Bedoone tarikh, bedoone emza (OmU)

18.00; Rocketman (OmU) 19.45; Dave Made a

Maze (OmU) 21.45; The Wild Boys –Les garcons

sauvages (OmU) 23.15; Macht das alles einen

Sinn? –Und wenn ja –warum dauert essolange?

(DFmenglU) 11.00; Sunset –Napszallta (OmU)

12.45; Yoga: Die Kraft des Lebens –Debout (OmU)

15.00; Pikachu 16.30; Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit –AtEternity’s Gate (OmU) 18.15; Burning

–Beoning (OmU) 20.15; Border 22.45

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Nur eine Frau 18.00; Roads (OmU)

20.00; Das Ende der Wahrheit 22.00; Kleine Germanen

16.00; Push –Für das Grundrecht auf Wohnen

(OmU) 17.45; Esta todo bien –Alles ist gut

(OmU) 19.30;War of Art (OmU) 21.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 3D: X-Men: Dark

Phoenix 13.45, 20.15; Monsieur Claude II 13.45;

Avengers: Endgame 13.45; Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 14.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 14.00, 17.00,

20.15; Aladdin 14.15, 16.15; IMAX 3D: Men in

Black: 14.30, 17.15; Drei Schritte zu Dir 14.30,

17.15, 20.00; Rocketman 14.45, 17.15, 20.30;

TKKG 15.00, 17.40; Godzilla 2–King ofthe Monsters

15.00, 19.15; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 15.15; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 15.15,

17.50; Pikachu 15.30; MeninBlack:16.30,19.30;

3D: Godzilla 2–King ofthe Monsters 16.30; Rocketman

(OF) 17.30; John Wick: Kapitel III 17.30,

20.30; Brightburn: Son of Darkness 17.50, 20.45;

X-Men: Dark Phoenix 18.15; Jussi Adler-Olsen: Verachtung

18.15, 21.00; 3D: Aladdin 19.45; What

We Left Behind: Looking Back at Deep Space Nine

(OmU) 20.00; IMAX 3D: Men in Black: (OF) 20.00;

O Beautiful Night 20.50; Long Shot – Unwahrscheinlich,aber

nicht unmöglich (OF) 20.50

Zukunft (& 01 76/57 861079) All My Loving –

Eine Geschichte von drei Geschwistern 18.00; Der

Fall Collini 20.15; Lords of Chaos (OmU) 22.35;

Kim hat einen Penis 18.00; Eine moralische Entscheidung

–Bedoone tarikh, bedoone emza (OmU)

19.50; Lord of the Toys21.50

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Avengers: Endgame

13.30; MeninBlack:13.40,17.15;Rocketman

13.45; Pikachu 14.00; Drei Schritte zuDir 14.10,

17.00, 19.50; TKKG 14.15; Aladdin 14.15, 17.00,

19.30; X-Men: Dark Phoenix 16.30; Godzilla 2–

King of the Monsters 16.45; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 16.50, 20.00;

Brightburn: Son ofDarkness 17.30, 20.15; John

Wick: Kapitel III 19.45; 3D: Men in Black: 20.00;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.10

Kino Kiste (& 998 74 81) Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft 13.00; Nur eine Frau 14.45; Die

kleinen Hexenjäger 16.30; Das Familienfoto 18.10;

Rocketman 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 41 09) 3D: Aladdin

11.50; TKKG 12.00, 14.20; Pikachu 12.10, 15.10;

Aladdin 12.15, 14.20, 17.00; Willkommen imWunder

Park 12.20; 3D: Pikachu 12.20; Bailey: Ein

Hund kehrt zurück 12.30,14.40, 17.30;Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 12.30; RoyalCorgi:

Der Liebling der Queen 12.40, 14.50; Long Shot

–Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich 14.30,

17.15, 19.50; 3D: Men in Black: 14.45; Drei

Schritte zu Dir 15.00, 17.40, 20.20; Seniorenkino:

Docteur Knock –Ein Arzt mit gewissen Nebenwirkungen

15.00; Avengers: Endgame 16.40, 19.40;

Rocketman 16.50; Men in Black: 17.10, 20.00; X-

Men: Dark Phoenix 17.20, 20.15; Brightburn: Son

of Darkness 17.40, 20.10; Godzilla 2–King of the

Monsters 19.30; John Wick: Kapitel III 19.50; What

We Left Behind: Looking Back at Deep Space Nine

20.00

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) The Dead Don’t Die

(OmU) 17.30, 20.00, 22.20; Inna de Yard –The

Soul ofJamaica (OmU) 17.30, 19.30, 21.40

fsk am Oranienplatz (& 614 2464) Burning –Beoning

(OmU) 17.45, 20.30; Zwischen den Zeilen

–Doubles vies (OmU) 18.00; Eine moralische Entscheidung

–Bedoone tarikh,bedoone emza (OmU)

20.15

Moviemento (& 692 47 85) Inna de Yard –The

Soul of Jamaica (OmU) 14.15, 19.30; Sunset –

Napszallta (OmU) 16.30; Roads (OmenglU) 21.45;

Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten

10.00; Roads (OmenglU) 13.00; Eine moralische

Entscheidung – Bedoone tarikh, bedoone emza

(OmU) 15.15, 20.00; High Life (OmU) 17.30;

Cold War: Der Breitengrad der Liebe –Zimna wojna

(OmenglU) 22.15; Die Abenteuer von Tim und

Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 10.00; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.45; Checker

Tobi und das Geheimnis unseres Planeten 16.00;

Blown Away–Music, Milesand Magic (OmU) 18.00;

Rocketman (OmU) 20.45

Sputnik (& 694 11 47) Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen (OmU) 16.30;All My Loving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern (OmenglU) 18.00;

Rocketman (OmU)20.00; Greta(OmU) 22.15; Edie

–Für Träume ist esnie zu spät (OmU) 16.30; Kim

hat einen Penis (OmenglU) 18.15; Burning –Beoning

(OmU) 21.45; Kinobar TheArtist &The Pervert

(OmU) 22.00

Yorck (& 78 91 32 40) Der Klavierspieler vom

Gare duNord 15.50, 18.15; Rocketman 20.40;

New Yorck TKKG 15.45; The Dead Don’t Die 17.50,

20.10

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 95 90) TKKG 10.00,

12.45, 15.00; Rocca verändert die Welt 10.00,

12.30; Pikachu 10.00, 13.00, 15.15; Mister Link:

Ein fellig verrücktes Abenteuer 10.00, 12.15; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 10.00, 12.15;

Aladdin 14.15, 17.00, 20.00; Drei Schritte zuDir

14.30,17.00, 19.45; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45; Rocketman 17.15, 20.00; Men inBlack:

17.30, 20.15;3D: Godzilla 2–King of the Monsters

17.30; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.15

Union (& 65 01 31 4) Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 10.00, 15.15, 20.30;

Zwischen den Zeilen 10.15; Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 10.30; The Sun isalso aStar

13.00, 17.45; Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft

13.00; Der Klavierspieler vom Gare du Nord 13.00,

20.30; Britt-Marie war hier 15.15; Wenn du König

wärst 15.20; Der Junge muss an die frische Luft

18.00; 3D: Godzilla 2–King of the Monsters 20.00

MARZAHN

UCI Eastgate (& 93 03 02 60) Pikachu 11.30,

14.30, 16.45; Willkommen imWunder Park 11.45;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.45, 14.15;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 11.45; TKKG

12.00, 14.15; Aladdin 12.00, 14.00, 17.00; Men

in Black: 14.00,17.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 14.00, 17.00, 20.00;

Drei Schritte zu Dir 14.00, 17.00,20.00; Avengers:

Endgame 15.15; Rocketman 16.45; Brightburn:

Son of Darkness 17.15, 20.00; Godzilla 2–King

of theMonsters 19.45; John Wick:Kapitel III19.50;

3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00; 3D: Men inBlack:

20.00; 3D: Aladdin 20.00

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Macht das alles einen

Sinn? –Und wenn ja –warum dauert es so lange?

(OmenglU) 18.45; All MyLoving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern 20.45; Der Stein zum Leben

18.00; Liebesfilm (OmenglU) 19.45; Fuck Fame –

Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie (OmenglU)

21.30

Babylon (& 242 59 69) KinderWagenKino: Monsieur

Claude II 11.00; KinderWagenKino: Monsieur

Claude II–Qu’est-ce qu’on aencore fait auBon

Dieu? (OmU) 11.05; NewYork –New York: Manhattan

(OmU) 17.30; Van Gogh: An der Schwelle zur

Ewigkeit –AtEternity’sGate(OmU) 17.30; NewYork

–New York: Blue in the Face (OmU) 18.15; New

York –New York: Taxi Driver (OmU) 19.30; NewYork

–New York: Catch Me If You Can (OmU) 19.45; New

York –New York: Frühstück bei Tiffany –Breakfast at

Tiffany’s (OmU) 20.00; New York –New York: American

Psycho (OmU) 21.45; New York –New York:

Cruising (OmU) 22.15;New York –New York: Heaven

Knows What (OmU) 22.30

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.00; Rocketman

(OmU) 15.00, 20.30; Techne –Deutsch-Brasilianischer

Kulturaustausch: Überraschungsprogramm

(OmenglU) 18.00; Der kleine Maulwurf

(1963-1975) 10.15; Der Klavierspieler vom Gare

du Nord –Aubout des doigts (OmU) 11.30,13.45,

16.00, 18.30, 21.00

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 11.00; After

Passion 11.00; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

11.20; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 11.20, 14.00;

Pikachu 11.30, 14.30; Drei Schritte zuDir 11.30,

14.20, 17.15,20.10,23.15;Der Fall Collini 11.40;

Aladdin 11.40, 13.40, 16.40; Men in Black: 12.00,

14.45; TKKG 13.20; X-Men: Dark Phoenix 13.40;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nichtunmöglich

14.00, 16.30, 19.30, 22.40; Rocketman 14.40,

20.20; Avengers: Endgame 15.50; 3D: Godzilla 2

–King of the Monsters 16.45, 22.50; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 17.00, 20.00, 23.00; John Wick:

Kapitel III 17.10, 19.45, 23.00; 3D: Men inBlack:

17.30, 20.15, 22.30; Brightburn: Son of Darkness

17.40, 20.00, 23.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

19.40; 3D: Aladdin 19.50; 3D: Avengers:

Endgame 22.15; Ma –Sie sieht alles 23.15

Hackesche Höfe (& 283 4603) Ramen Shop –

Ramen Teh(OmU)14.00; Inna de Yard –The Soul of

Jamaica (OmU) 16.00; Sunset –Napszallta (OmU)

18.15; Shoplifters: Familienbande –Manbiki kazoku

(OmU) 21.15; Berlin Babylon (Omdt+englU)

14.00; Nur eine Frau (OmU) 16.00; OBeautiful

Night (DFmenglU) 18.15, 20.15, 22.15; Britt-Marie

war hier –Britt-Marie var här (OmU) 15.15; The

Dead Don’t Die (OmU) 17.30, 19.45, 22.00; Peter

Lindbergh –Women’s Stories (OmU) 14.00; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

16.30; Zwischen den Zeilen –Doubles vies (OmU)

19.00; OBeautiful Night (DFmenglU; m. Gespräch)

21.15; Roads (OmU) 14.00; Burning – Beoning

(OmU) 19.15; High Life (OmU) 22.15

International (& 24 75 60 11) TheDead Don’tDie

(OmU) 16.30, 19.00, 21.30

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Aus dem Fernseharchiv:

Abgefahren 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

Aladdin 10.00, 12.00, 14.10, 17.05, 19.55; X-

Men: Dark Phoenix 12.00, 14.00, 17.00, 20.10;

Willkommen imWunder Park 12.00; TKKG 12.00,

14.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.00;

Pikachu 12.00,14.50, 17.25; Men in Black: 12.00,

14.00, 16.50, 19.45; Drei Schritte zu Dir 12.00,

14.00,16.50, 19.40; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 12.00; Mister Link:Ein fellig verrücktes

Abenteuer 14.45; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 14.45,17.00, 20.05; Monsieur

Claude II15.00; Drei Schritte zu Dir –Five Feet

Apart (OF) 17.05; Godzilla 2–King ofthe Monsters

17.15; Brightburn: Son of Darkness 17.45, 20.15;

WhatWeLeft Behind: Looking Back atDeep Space

Nine (OmU) 20.00; Hollywoodtürke 20.10; X-Men:

Dark Phoenix (OF) 20.15

IL KINO (& 91 70 29 19) Sunset –Napszallta

(OmU) 10.30, 21.45; Burning –Beoning (OmU)

13.15; War of Art (OmU) 16.00; Zwischen den Zeilen

–Doubles vies (OmU) 18.00; Shorts Attack –

Ruf der Wildnis (OmU) 20.00

Neues Off (& 62 70 95 50) The Dead Don’t Die

(OF) 17.00, 19.30, 22.00

Passage (& 68 23 70 18) The Dead Don’t Die

(OmU) 15.45, 18.15, 20.45; Rocketman (OmU)

15.45,18.15, 20.45; Nur eine Frau 17.45, 20.00

Rollberg (& 62 70 46 45) OBeautiful Night (DFmenglU)

16.50, 20.00, 21.40; Jussi Adler-Olsen:

Verachtung – Journal 64 (OmU) 17.20, 19.00,

22.10; Tolkien (OmU) 17.15, 19.45; High Life

(OmU) 22.15;Burning –Beoning (OmenglU) 18.15,

21.30; Men in Black: (OF) 17.45; Burning –Beoning

(OmU) 20.20


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

JACINTHA NOLTE

Unsere Heimat

ist nicht hier

KLASSIK

Baltic Sea Orchestra 26.6., 20 Uhr,

Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Str.1

Angels in America 27. bis 30.6.,

19.30 Uhr,UNI.T –Theater der UdK,

Fasanenstr.1b

Gürzenich-Orchester 27.6., 20 Uhr,

Philharmonie

DSO 28.6., 20 Uhr,Philharmonie

Orchester der Deutschen Oper 28.6.,

20 Uhr,Deutsche Oper,Bismarckstr.35

Orchester aus der Ferne

verbreiten Frühlingsgefühle,

Berliner Orchester Urlaubsstimmung –

und eine Oper führt ins Herz

der Finsternis

Hörner.Kent Nagano stellt Mendelssohns

realer Italienreise Franz Schuberts

musikalische Italienreise gegenüber:

Angestachelt vom Wiener

Rossini-Taumel schrieb Schubert

zwei „Ouvertüren im italienischen

Stil“, von denen die in C-Dur erklingt.

Berlioz, der materiell niemals

sorglos war,reiste als Rom-Preis-Gewinner,

also als Stipendiat nach Italien;

seine Ouvertüre „Le Carnaval

romain“ jedoch ist ein Ausschnitt

aus seiner Oper „Benvenuto Cellini“.

Sie eröffnet das letzte Symphoniekonzert

des Orchesters der Deutschen

Oper unter Leitung von

Stéphane Denève. Am Ende steht

Antonìn Dvoraks Achte Symphonie,

die zuweilen die „Englische“ genannt

wird –aber das hat nichts mit

ihrem Tonfall zu tun, wie es etwa bei

der ursprünglich vorgesehenen Dritten

von Mendelssohn ist, die man

die „Schottische“ nennt. Dvoraks

Achte wurde lediglich in England viel

gespielt und gedruckt, ansonsten ist

sie so böhmisch wie das meiste aus

seiner Hand. Dazwischen singt Annika

Schlicht aus dem Ensemble des

Hauses Wagners „Wesendonck-Lieder“,

die vom Fort-Wollen handeln,

aber nicht aus Fernweh, sondern

weil nach romantischer Sitte die eigene

Umgebung falsch zu sein

scheint: „Unsre Heimat ist nicht

hier“ heißt es im dichterisch erstaunlichen

Lied „Im Treibhaus“, in

dem sich das lyrische Ich mit einer

aus der Ferne verbrachten Pflanze

vergleicht.

Die Oper, die die UdK amEnde

des Semesters zeigt, führtnun gar ins

Herz der Finsternis: ins schwule,

Aids-verstörte New York der frühen

80er-Jahre, in die brutale Weltanschauung

Reagan-Ära. Tony Kushners

Pulitzer-dekoriertes Sieben-

Stunden-Drama„Angels in America“

zeigt Schwule, Schwulenfeinde und

Schwule, die gegen ihr Schwulsein

kämpfen –und die Engel, die ihnen

zur Seite stehen. Das 1992 uraufgeführte

Stück wurde 2003 von Mike

Nichols als Mehrteiler mit Meryl

Streep und Al Pacino verfilmt und

ein Jahr später von Peter Eötvös zu

einer zweistündigen, klassischen

Gesangs-Oper geformt, die noch nie

in Berlin aufgeführt wurde. Eine

Reise mit Repertoirewert–Urlauballerdings

stellt man sich anders vor…

Rock

Eric

is

here

Woher genau der Song

„House of The Rising

Sun“ stammt, ist noch immer

eine beliebte Streitfrage für

Genrepuristen. Ganz sicher

aber ist, dass die von den Animals

im Jahr 1964 aufgenommene

Version die Vorlage war,

an der sich seit Jahrzehnten

ganze Heerscharen von Gitarrenschülern

abgearbeitet haben.

Aber was sind die Akkorde

gegen jene Stimme, die

Eric Burdon diesem Song über

Willensschwäche mit hohen

Ewigkeitswerten verliehen

hat? Die Zeitschrift Rolling

Stone listet Burdon auf Platz 57

der besten Sänger aller Zeiten,

aber echte Fans sind natürlich

der Meinung, dass er den

56 Leuten vor ihm in nichts

nachsteht. Burdons Karriere

verlief durchaus schwankend,

in den letzten Jahren war es

um den inzwischen 78-Jährigen

eher ruhig. Aber der Blues

hat nie aufgehört, ihn zu bewegen.

HarryNutt

EricBurdon &The Animals

20 Uhr,Tempodrom,Möckernstraße 10

Freilichtbühne an der Zitadelle (& 333 40 22)

15.30: 15. Sommer-Familientheater-Reihe: Pippi

Langstrumpf –wie alles begann ..., Berliner Kinder-

Theater (ab 4bis 9J.)

Freizeitforum Marzahn (& 542 70 91)

10.00: 13. Kinder-Hof-Sommer:NoPos Schatzkiste,

Musiktheater Nobel-Popel (ab 3J.)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

17.00 Heckmannhöfe: Der Froschkönig,(ab 4J.)

Gartenarbeitsschule Ilse Demme (& 51 65 48 58)

10.30: Anton macht Urlaub (Anton est en vacance),

Theater Jaro, Puppen- und Schauspiel (ab 3bis 11 J.)

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reichinder Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Puppentheater Felicio (& 44 67 35 30)

10.00, 16.30: Peter und der Wolf (ab 4J.)

Reinbeckhallen (& 20 39 31 11)

10.00 Druckwerkstatt: Plakatieren verboten –Plakatdruck

zwischen Kunst und Politik, Workshop (ab 8bis

14 J.). Anm. erf.

Theater an derMuseumsinsel (Monbijoustr.3)

16.00: Puppenspiel desDr. Faustus, Ein Faust für

Kinder

Theater an derParkaue (& 55 77 52 52)

10.00: Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse,(ab

7bis 11 J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

12.00: Mit Raketen zu Planeten

14.00: Raumschiff Erde

LITERATUR/VORTRAG

AHA Berlin e. V. (& 89 62 79 48)

20.00: Slam des Westens on the Run, Mod.: Volker

Surmann

Gottfried-Benn-Bibliothek (& 902 99 54 58)

19.00 Bibliotheksgarten: Julia Mann, die Mutter von

Heinrich und Thomas Mann, mit Dagmar vonGersdorff,

Mod.: Frau Fisch und Norman Gebhardt

Literaturforum im Brecht-Haus (& 282 20 03)

20.00: Gott wohnt im Wedding,Regina Scheer,

Kerstin Hensel im Gespräch mit der Autorin

FÜHRUNG

AlliiertenMuseum (& 818 19 90)

15.00 Cafeteria,Nicholson-Gedenkbibliothek:

Innenansichten des Kalten Krieges

Britzer Garten (& 700 90 60)

11.00: Natur für Senioren: Libellen, Dr.Friedrich-Karl

Schembecker,Treff: Eingang Mohriner Allee

Bärentouren (& 46 06 37 88)

14.00: Das Berliner Schloss und seine Peripherie:

Schlossführung über Geschichte, Ausgrabung und

Wiederaufbau, Treff: Granitschale, Lustgarten.Anm.

erf.

16.00: Architektursprache und Geomantie: Historische

Bauten als Brückeindie Vergangenheit und ihre

Wirkung aufuns, Treff: Reiterstandbild „Friedrich der

Große“, Unter d. Linden. Anm. erf.

20.00: „Ghostwalk“ Berlin auf dem Geisterpfad:

Mystikführung zu Parapsychologie, Gespensternund

Spukerscheinungen, Treff: Kl. Springbrunnen, Oranienburger

/EckeMonbijoustr.. Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

15.00: DeutscheGeschichte im Blick, Treff: Zeughaus

15.00: Demokratie-Labor,Treff: Ausstellungshalle

15.00: Multaka: Treffpunkt Museum (Führung auf

Deutsch, Arabisch und Englisch), Treff: Zeughaus

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

16.00: Mantegna undBellini. Meister der Renaissance,

Treff: Information. Anm. erf.

Hamburger Bahnhof/Museum für Gegenwart

Berlin (& 39 78 34 11)

12.00, 16.00: Kunst und Politik, Treff: Foyer

StattReisen Berlin (& 455 30 28)

18.00: Nicht-Berlin. Eine Weltreise durch das

Botschaftsviertel, Treff: Nordische Botschaften,

Eingang,Rauchstraße 1(Bus 100, 200, 106, 187).

Preise: 11,- €/erm. 8,- €

KONZERT

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Blackmore’sNight

Badenscher Hof Jazzclub (& 861 00 80)

21.00: MikeRussell’sFunky Soul Kitchen,special

guest: Katarina Holmberg (voc), Blue Wednesday

Show

Haus der Sinne (& 44 04 91 55)

20.30: Stimmfisch

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

21.00: Band Of Horses

Insel-Berlin (& 80 96 18 50)

18.00 Sommergarten: Novine, Thom Artway, Moorea

Masa &The Mood, Insel Sessions

Jazz-Institut Berlin (& 31 85 13 55)

19.00 Georg-Neumann-Saal: What We Do –Semesterabschlusskonzert

Junction Bar (& 694 66 02)

21.00: VintageRattle

Kleine Weltlaterne (& 892 65 85)

21.00: Otto Hamborgs Viertakter

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: PowerTrip

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.Jazz: AnaRocha (voc), Filipe Duarte (g)

Panda (& 44 31 95 57)

20.00: The Alliteration

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: ElfPower,Twitching in Time Tour 2019

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstream Session–Rock &Pop

Tempodrom (& 69 53 38 85)

20.00: Eric Burdon &The Animals

Werkhalle Wiesenburg (Wiesenstr.55)

19.00: Sumi-e Sound Painting: Günter Heinz

(Trombone, Flauto Traverso, Zurna) &HaruhikoOkabe

(Tenor Saxophone, Hichiriki)

Werkstatt der Kulturen (& 609 77 00)

13.00: All Female Jazz Band,She’sGot Jazz

13.00: Little Big Band, Legenden des Jazz –Tribute

to Miles Davis

Wild At Heart (& 611 70 10)

21.00: The Auch, Wild Wednesday

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

21.00: Rag Doll

CLUB

Matrix (& 293 69 9- 90)

22.00: Ladies first, Krs.Age, DK

Maze (& 55 51 84 54)

20.00: Oh, excusez-moi! Rudies don’t cry!, Selekta

Bebek, Solomillo, Isa Rude

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.00: Exhale, Minco, Prismode &Solvane, Freedom

B, Swaytone

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59: Tresor NewFaces, O.Utlier,TevorHanda, hosted

by Refracted

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00: Clärchen swingt,Evan&Friends

Insomnia (Alt-Tempelhof 17-19)

20.00: TangoVicioso

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

19.30: El Ocaso –TangoArgentino

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Argentinischer Tango, Michael Rühl &

friends

KINO

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

14.05, 17.00, 19.55; Men in Black: 14.10;

TKKG 14.25; Aladdin14.30,16.45, 19.45; Godzilla

2–King of theMonsters 14.40; Pikachu 14.45;Rocketman

16.50; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.10;3D: MeninBlack:17.30, 20.15; Brightburn:

Son of Darkness 17.40, 20.05; John Wick: Kapitel

III 19.30; 3D: X-Men: Dark Phoenix 19.40

Wolf (& 921 03 93 33)Mo&Frieseunterwegs (Auf

zu neuen Abenteuern) 12.00,16.00; TheWild Boys

(OmU) 12.00; Burning (OmU) 13.00, 21.00; High

Life (OmU) 14.10, 19.00; Mirai: Das Mädchen aus

der Zukunft 16.20; Liebesfilm (OmenglU) 17.00;

Von Bienen und Blumen (OmenglU) 19.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) TKKG

15.45; Der Klavierspieler vom Gare du Nord 17.50,

20.15; Tolkien 15.15,20.30; Rocketman 17.50

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) TKKG

16.00; Rocketman (OmU) 18.10, 20.50; The Dead

Don’t Die 16.00, 20.30; Inna de Yard –The Soul of

Jamaica (OmU) 18.20; Yoga: Die Kraft des Lebens

15.00; Burning 17.00, 20.15; Rocketman 16.15;

OBeautiful Night 18.50, 21.00; Der Klavierspieler

vom Gare duNord 15.20, 17.40, 20.00

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

Britt-Marie war hier – Britt-Marie var här (OmU)

13.45, 19.00; TKKG 14.00,16.30; Der Klavierspieler

vom Gare duNord –Au bout des doigts (OmU)

14.00, 19.45; Nur eine Frau 14.10; Pikachu 14.15,

17.15; Aladdin (OmU) 14.20, 16.30, 19.30; All

My Loving –Eine Geschichte von drei Geschwistern

14.30; The Dead Don’t Die (OmU) 15.00, 17.40,

20.20, 23.00; Der Fall Collini 16.10; Eine moralische

Entscheidung – Bedoone tarikh, bedoone

emza (OmU) 16.30; Rocketman (OmU) 16.50,

19.45,22.40; Tolkien (OmU) 17.20, 20.00, 22.45;

Zwischen den Zeilen (OmU) 19.00; Burning (OmU)

19.00, 22.15; Sunset (OmU) 21.30; Jussi Adler-

Olsen: Verachtung –Journal 64 (OmU) 21.30; High

Life (OmU) 22.15; Van Gogh: An der Schwelle zur

Ewigkeit –At Eternity’s Gate (OmU) 22.30

Krokodil (& 44 04 92 98) Der Funktionär 19.00;

Sunset –Napszallta (OmU) 20.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Push –Für das

Grundrecht auf Wohnen (OmU) 17.00; Happy Lamento

(OF) 18.30; Stephan Settele – Into the

Snowland (OmenglU) 20.00; Kim hat einen Penis

(OmenglU) 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Long

Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

14.15, 17.05, 20.00, 23.00; Godzilla 2–King of

the Monsters 14.15; Drei Schritte zuDir 14.15,

17.05, 19.55, 22.55; Aladdin 14.15, 17.05; Men

in Black: 14.20, 17.10, 20.00; Pikachu 14.25;

TKKG 14.35; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.45;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 14.55; Avengers:

Endgame 15.00; X-Men: Dark Phoenix 16.50; The

Dead Don’t Die 17.10, 19.50; Rocketman 17.10;

Jussi Adler-Olsen:Verachtung 17.10, 19.55,22.50;

Brightburn: Son of Darkness 17.20, 20.00, 22.40;

John Wick: Kapitel III 19.40, 22.55; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 19.45, 22.40; 3D: Aladdin 19.50;

What We Left Behind: Looking Back at Deep Space

Nine (OmU) 20.00; 3D: Men in Black: 22.50; 3D:

Godzilla 2–King of the Monsters 22.50; Tal der

Skorpione: Breakdown Forrest –Reise in den Abgrund

22.55

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) Aladdin

11.00, 13.55, 16.30; Drachenzähmen leicht gemacht

3: Die geheime Welt 11.05; Pikachu 11.10,

13.55; Dumbo 11.15; Drei Schritte zuDir 11.15,

14.15, 17.15, 20.15; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 11.25; Mister Link: Ein fellig verrücktesAbenteuer

11.40; TKKG 11.45,14.10;Avengers: Endgame

12.15; Bailey: Ein Hund kehrtzurück 13.40; 3D:

Godzilla 2–King of the Monsters 13.45, 19.45;

Long Shot –Unwahrscheinlich, abernichtunmöglich

14.00, 17.00, 20.10; Men in Black: 14.20; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 16.20; 3D: Pikachu

16.45; Rocketman 16.55; Brightburn: Son of Darkness

16.55, 19.40; X-Men: Dark Phoenix 17.10;

3D: Men in Black: 17.15, 20.15; 3D: Avengers:

Endgame 19.05; John Wick: Kapitel III 19.30; 3D:

Aladdin 19.55; 3D: X-Men: Dark Phoenix 20.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Monsieur Claude II 15.30, 18.00; Britt-Marie war

hier 20.30

Cosima (& 85 07 58 02) Der Fall Collini 18.00;

Das Ende der Wahrheit 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) The Dead Don’tDie (OmU)

15.30, 18.00, 20.30

Urania-Filmbühne (& 218 90 91) Sunset Over

Hollywood (OmU) 19.00

Xenon (& 78 00 15 30) Peter Lindbergh –Women’s

Stories (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) X-Men:

Dark Phoenix 10.00, 17.15; TKKG 10.00, 12.05,

14.10; Pikachu 10.00, 12.15, 14.45; Aladdin

10.00, 13.40, 17.20; Men in Black: 10.30, 16.40,

19.40; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.30;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.40;

Drei Schritte zu Dir 14.30, 17.15, 20.15; Monsieur

Claude II 15.00; Long Shot – Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.00, 20.00; What WeLeft

Behind: Looking Back at Deep Space Nine (OmU)

20.00; John Wick: Kapitel III 20.00

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81) Van

Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 16.00; Sunset

Over Hollywood (OmU) 18.15; Edie – Für Träume ist

es nie zu spät 20.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Rocketman 14.00,

17.00,20.00

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Willkommen

im Wunder Park 10.00; TKKG 10.00,12.15, 14.00;

Pikachu 10.00, 16.00; Dumbo 10.00; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 12.00, 14.00; Drei Schritte

zu Dir 12.00, 15.45, 18.00, 20.30; Aladdin 12.00,

15.00,17.45, 20.30; Godzilla2–Kingofthe Monsters

15.00; X-Men: Dark Phoenix 18.00; Men in

Black: 18.00; 3D: Men inBlack: 20.30; JohnWick:

Kapitel III 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Carlos Reygadas: Stellet

Licht (OmU) 20.00; Arthur and Corinne Cantrill:

Kurzfilmprogramm 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 806969)

Men in Black: 12.30, 13.40; Aladdin 12.30, 13.40,

19.40; Godzilla 2–King ofthe Monsters 12.35,

16.10; TKKG 12.50, 13.50; Tolkien 13.00, 16.50,

20.00, 23.00; Pikachu 13.00, 20.10, 23.00; X-

Men: Dark Phoenix 13.10; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 13.10, 16.30,

19.45,23.00; Der Klavierspieler vom Gare duNord

13.10, 16.20, 19.10; Zwischen den Zeilen 13.20,

16.50; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

13.20; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.30;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 13.40, 19.50;

Dumbo 13.50; Drei Schritte zu Dir 14.00, 16.10,

22.40; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.00; 3D:

Men inBlack: 16.00,19.10, 22.20; John Wick: Kapitel

III 16.00, 19.30, 22.50; Avengers: Endgame

16.00, 20.15, 22.00; 3D: Aladdin 16.10, 23.00;

3D: Pikachu 16.20; Nur eine Frau 16.20; 3D: Godzilla

2–King of the Monsters 16.20, 19.20, 22.40;

Rocketman 16.30, 19.40;AfterPassion 16.30;Hollywoodtürke

16.40; Jussi Adler-Olsen: Verachtung

16.50, 19.30, 22.40; 3D: X-Men: Dark Phoenix

17.10, 19.30, 23.00; Brightburn: Son of Darkness

17.10, 20.00, 22.50; Monsieur Claude II19.20;

The Dead Don’t Die 19.40; Der Fall Collini 19.50;

Ma – Sie sieht alles 20.00, 22.50; 3D: Avengers:

Endgame 20.20; Escape Room 22.10; The Silence

22.30; Wir 22.50; Friedhof der Kuscheltiere 22.50

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 0200)

Pikachu –Pokemon Detective Pikachu (OF) 13.30;

Drei Schritte zu Dir – Five Feet Apart (OF) 13.30,

16.20, 19.30; X-Men: Dark Phoenix (OF) 13.35;

3D: Godzilla 2–King of the Monsters (OF) 13.40,

22.30; Aladdin (OF) 13.40, 16.50; Long Shot

– Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (OF)

14.00, 16.30, 20.00, 23.00; Avengers: Endgame

(OF) 14.00; Men in Black: (OF) 14.30; Rocketman

(OF) 16.10, 20.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix

(OF) 17.00, 20.00, 22.20; 3D: Men inBlack: (OF)

17.20, 19.20, 22.50; Brightburn: Son ofDarkness

(OF) 18.00, 23.15; John Wick: Kapitel III –John

Wick: Chapter 3–Parabellum (OF) 19.10, 22.55;

3D: Aladdin (OF) 20.10, 22.30; Tolkien (OF) 20.30;

The Dead Don’t Die (OF) 23.10

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D: Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.20; 3D: Men

in Black: (OF) 12.40, 16.45; 3D: Buckelwale: Giganten

der Meere 15.30; 3D: Godzilla 2–King of

the Monsters (OF) 19.40; 3D: X-Men: Dark Phoenix

(OF) 23.00

Filmrauschpalast (& 394 4344) Burning –Beoning

(OmU) 18.00; Boyz nthe Hood –Jungs im

Viertel (OF) 20.45

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Urfin: Der Zauberer von Oz

10.00, 12.00; TKKG 10.00, 12.00, 14.30; Pikachu

10.00, 12.30,15.00; Mister Link: Ein fellig verrücktesAbenteuer

10.00;Aladdin10.00,12.30, 14.00,

17.00, 20.00; Rocketman 12.15; Men inBlack:

15.00, 17.30; Drei Schritte zu Dir 15.00, 17.30,

20.00, 22.30; Godzilla 2–King ofthe Monsters

17.00; X-Men: Dark Phoenix 17.30; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 20.00, 22.30; 3D: Men in Black:

20.00, 22.30; John Wick: Kapitel III 20.00, 22.30;

Ma –Sie sieht alles 22.30

Casablanca (& 677 57 52) Rocca verändert die

Welt 14.00; Stan &Ollie 16.15; Der Flohmarkt von

Madame Claire 18.30; All MyLoving –Eine Geschichte

von drei Geschwistern 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 0200)

Pikachu 11.30, 14.25; Drachenzähmen leicht gemacht

3: Die geheime Welt 11.30; Aladdin 11.30,

14.00, 16.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist

zurück 11.35; TKKG 11.40, 14.00; Ostwind 4–Aris

Ankunft 11.45; Avengers: Endgame 11.45, 15.45;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.50; Mister

Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.00; Long

Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

14.00, 17.10, 20.05; X-Men: Dark Phoenix 14.10,

17.00; Men in Black: 14.15; Drei Schritte zu Dir

14.25,17.00, 20.05; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

14.45; Brightburn: Son of Darkness 16.45, 19.35;

3D: Pikachu 17.10; 3D: Men in Black: 17.15,

20.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.30;

3D: Aladdin 19.30; 3D: Godzilla 2–King of the

Monsters 19.40; John Wick: Kapitel III 19.45; 3D:

X-Men: Dark Phoenix 20.00; Rocketman 20.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) X-Men:

Dark Phoenix 12.00, 20.10; TKKG 12.00, 14.30;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.00, 14.30;

Pikachu 12.00, 17.40; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 12.00; Men in Black: 12.00,

14.10,17.00,20.00; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

12.00; Drei Schritte zu Dir 14.15, 17.00, 19.50;

Aladdin 14.20, 17.20, 20.15; Drei Schritte zuDir

–Five Feet Apart (OF) 14.50; Monsieur Claude II

15.00;Hollywoodtürke16.40;Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.00, 20.00;

Brightburn: Son of Darkness 17.20, 19.50; What

We Left Behind: Looking Back atDeep Space Nine

(OmU) 20.00

City Kino Wedding (& 01 77/270 19 76) All My

Loving – Eine Geschichte von drei Geschwistern

19.00; Berlin Bouncer 21.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 4001) Happy Lamento

(OmU) 18.00; Eldorado (OmU) 20.00; The Hole in

the Ground (OmU) 22.00

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Der Klavierspieler

vom Gare duNord 12.30, 15.00, 17.30, 20.00;

TKKG 11.15, 13.30, 15.45; Monsieur Claude II

18.00; Rocketman 20.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Roads 15.30;

Zwischen den Zeilen 18.00; The Dead Don’t Die

20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) TKKG 13.00; Der

altedeutsche Film:Der Seniorchef15.45;Yoga: Die

Kraft des Lebens –Debout (OmU) 18.00; Nur eine

Frau 20.30

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Macht das alles einen Sinn?

–Und wenn ja –warum dauert es so lange? 18.00;

Mackie Messer –Brechts Dreigroschenfilm 20.30

Capitol (& 831 64 17)Der Klavierspieler vomGare

du Nord 15.45,20.30; Britt-Marie war hier 18.15

FREILUFTKINOS

Weißensee (& 24 72 78 01) Have ANice Day –

Hao ji le (OmU) 21.45

Hasenheide (& 283 46 03) Shoplifters (OmU)

21.45

Kreuzberg Border –Gräns (OmU) 21.45

Rehberge Der Fall Collini 21.45

Schlosspark Biesdorf (& 998 7481) Nur eine Frau

21.30

Pompeji am Ostkreuz (& 01 76/56 70 92 98)

Draufsicht Global –Bamenda XBerlin 21.45

Friedrichshain Die Goldfische 21.45

Sommerkino Kulturforum (& 89 37 14 31) Preview:

Ein Becken voller Männer 21.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12)

Send mere Slik –Schickt mehr Süßes 10.00; 25

km/h 17.00; Border –Gräns (OmU) 19.00

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) TKKG

10.00, 15.00, 16.30; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 10.00; Willkommen im Wunder Park 10.30;

Unheimlich perfekte Freunde 10.30; Gestorben

wird morgen (OmU) 14.00; Preview:Ein Becken voller

Männer 14.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 14.15; Rocketman 15.45, 21.00; Eine

moralische Entscheidung 16.30; Der Klavierspieler

vom Gare duNord 17.15; Tolkien 18.30, 21.00; O

Beautiful Night 18.45; OBeautiful Night (m. Gast)

18.45; Britt-Marie war hier 18.45; „Mir ist es egal,

wenn wir als Barbaren indie Geschichte eingehen“

19.30; Inna deYard (OmU) 21.15

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 72 33)

Pikachu 11.00,14.15; MeninBlack: 11.00, 14.15,

16.45, 19.50; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 11.00,14.00, 17.00,20.00; Aladdin

11.00, 13.45, 16.45; Willkommen imWunder

Park 11.10; Avengers: Endgame 11.10, 15.30;

TKKG 11.20, 14.00; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 11.20; X-Men: Dark Phoenix 14.15, 20.10;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.15; 3D: X-Men:

Dark Phoenix 17.00; Rocketman 17.00; 3D: Pikachu

17.10; Brightburn: Son of Darkness 17.15,

20.15; 3D: Godzilla 219.45; What We Left Behind:

Looking Back at Deep Space Nine (OmU) 20.00;

3D: Aladdin 20.00; The Dead Don’t Die 20.15


26 * Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019

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Netzwerk

NACHRICHTEN

Experte warntvor der

Facebook-Währung

WERKSTATT

Keine Chance

für die

Datenspione

VonDaniel Dangelmaier

Spätestens seit den Enthüllungen

über das Prism-Überwachungsprogramm

sollte uns Usernklar sein,

dass es mit der PrivatsphäreimNetz

nicht weit her ist. Aber Nutzer haben

Möglichkeiten, die eigene Online-

Kommunikation vorneugierigen Blicken

der Geheimdienste und Hackernzuschützen.

Siemüssen lediglich

sich selbst oder die Informationen,

die sie durch das Internet

schicken, maskieren.

Um ein Datenpaket für Dritte unlesbar

und somit unbrauchbar zu

machen, genügt schon ein kleines

Verschlüsselungs- oder Archivierungsprogramm.

Anwendungen wie

TrueCrypt (truecrypt.org) und Win-

RAR (winrar.de) legen Files in einen

Container ab, der Inhalte erst nach

Eingabe des Passworts wieder freigibt.

Auf diese Weise lassen sich Daten

sicher versenden, denn selbst

wenn sie abgefangen werden, können

sie nicht einfach eingesehen werden.

Zusätzlich zu Dateien und Ordnern

können User mit dem Kryptografie-Werkzeugpaket

Gpg4win

(gpg4win.de) auf Windows-PCs und

mit den GPGTools (gpgtools.org) für

Mac-Rechner auch E-Mails sicher

verschicken. Ihre Installationsroutinen

enthalten Applikationen zum

Verschlüsseln und Signieren der getippten

Nachrichten sowie ihrer Anhänge.

Im offenen Thunderbird-

Mailprogramm erledigt das auf

Wunsch die Erweiterung Enigmail

(enigmail.net).

Wer Privates in einem Online-

Speicher wie Dropbox, Google Drive

oder OneDrive ablegt, kann die Verschlüsselung

mithilfe vonBoxcryptor

(boxcryptor.com) automatisieren.

Die Software chiffriert selbstständig

jede Datei, bevor sie sie in die Cloud

lädt. Den Umweg über Boxcryptor

brauchen Kunden des Schweizer Anbieters

Tresorit nicht zu gehen: Der

Storage-Dienst verschließt Informationen

über einen Desktop-Client direkt

auf dem Rechner und gibt sie erst

wieder nach autorisierten Downloads

frei. Privatanwendernbietet das

Unternehmen mit dem „Basic Plan“

(tresorit.com/pricing/basic) einen

kostenloses Account mit drei GB

Speicherplatz an.

User,die ihreAktivitäten im Internet

gänzlich verschleiern möchten,

müssen ihre IP-Adresse verbergen.

Generell ausschalten lässt sie sich

nicht, weil sie als Postanschrift fungiert,

die die Kommunikation im

Webermöglicht. Anonymisierungssoftware

kann Datenspione jedoch

auf eine falsche Fährte locken: Statt

den Browser direkt mit einer Webseite

zu verbinden, schaltet sie nämlich

ein ganzes Netzwerk von Knotenrechnern

dazwischen. Dadurch

ist nicht mehr nachzuverfolgen, woher

die Zugriffsanfrage ursprünglich

kam.

Der freie Tor-Browser (torproject.org)

etwa verbindet den User

mit einem eigenen Netzwerkund generiertfür

jede Anfrage eine zufällige

Datenroute, die sich alle rund zehn

Minuten ändert. Bei JonDo (anonym-surfen.de)

verschwinden Benutzer

in einer sogenannten Mix-

Kaskade, bestehend aus einer Vielzahl

registrierter Server.

Daniel Dangelmaier

schreibt seit 17 Jahren

über Digitales.

Gesten verstehen: Das ist die Zukunft der Sprachassistenten.

Online-Hilfe bei Depression

Stiftung Warentest vergleicht mehrere Internet-Angebote. Ungeeignet sind sie aber für schwere psychische Leiden

Der Leidensdruck psychisch

Kranker ist meist groß –doch

bis ein Therapieplatz frei wird, vergeht

oft viel Zeit. In solchen Fällen

können Online-Angebote eine große

Hilfe sein. Bei ihnen handelt es sich

nicht nur um Spielerei, erklärt die

Stiftung Warentest, die acht Programme

zur Depressionsbehandlung

getestet hat.

Vier davon sind nach Einschätzung

der Experten gut konzipiert,

wissenschaftlich fundiert, nachweislich

wirksam und damit aus Sicht der

Stiftung „empfehlenswert“.

Drei Programme haben Schwächen

Weitere drei haben zwar kleine

Schwächen, sind aber trotzdem

noch „eingeschränkt empfehlenswert“,

urteilt die Stiftung in ihrer aktuellen

Zeitschrift „test“ (Ausgabe

7/2019).

Sehen und hören

Viele setzen schon auf Sprachassistenten wie Alexa. Die Geräte könnten bald Gesten verstehen

VonAdrian Lobe

Die Welt hört auf Alexa,

Siri, Cortana und Google.

Laut einer aktuellen

Studie der Consumer

Technology Association (CTA) besitzenmittlerweile

31 Prozent aller US-

Haushalte einen Smartspeaker wie

Amazon Echo oder Google Home.

Mit der Sprachsteuerung Alexa sind

zahlreiche Geräte kompatibel: von

der Mikrowelle über die Badewanne

bis hin zur Gardinensteuerung und

der Toilette.

Hilfe in der Küche

Zwar hat der laufend mithörende

Netzwerklautsprecher sehr gute Ohren.

So kann das KI-System aus der

Stimme als sensiblem biometrischem

Merkmal zahlreiche Informationen

extrahieren, etwa ob der Sprecher

krank oder gut gelaunt ist. Augen

haben Smartspeaker aber noch

nicht: Sie sehen nicht, welche Gegenstände

im Raum sind und wie der

Sprecher gestikuliert. Das könnte

sich bald ändern.

Wissenschaftler der Carnegie

Mellon University haben ein System

entwickelt, mit dem es möglich sein

soll, Gesten und Objekte im Raum zu

erkennen. In einem Versuch wurden

verschiedene internetfähige Geräte

mit sogenannten Lidar-Sensoren

ausgestattet, einer dem Radar ähnlichen

Methode zur optischen Abstands-

und Geschwindigkeitsmessung.

Das Verfahren funktioniert

grob gesagt so: Die Laser sendet einen

Laserstrahl aus, der von einem

Der Anfang: Die Forschung

begann in den 1960er-Jahren,

verlief damals allerdings

weitgehend erfolglos: Die

vonprivaten Firmen entwickelten

Systeme ermöglichten

unter Laborbedingungen

die Erkennung voneinigen

Dutzend Einzelwörtern.

Objekt –etwa einer Tischkante –reflektiert

wird. Aus der Zeit, die vergeht,

bis das Lichtsignal an den Sensor

zurückgeworfen wird, errechnet

die Software den Abstand und die

Koordinaten des Oberflächenpunkts.

DieForscher programmierten für

Amazon Alexa eine Koch-App.Wenn

die Appden nächsten Schritt des Rezepts

diktiert, zum Beispiel „12

Gramm Nüsse in den Teig unterrühren“,

scannen die Sensoren nicht nur

das Küchengerät (den Rührer oder

Mixer), sondern auch die Bewegungen

des Anwenders –das KI-System

kann dann, wenn der Arbeitsschritt

erledigt ist, zum nächsten Punkt

übergehen. Theorie und Praxis gehen

Hand in Hand.

Für das Konkurrenzprodukt Google

Home entwickelten die Forscher

eine Musik-Player-Demo, bei der

sich die Musik über Berührungen auf

In Notfällen sollen sich Betroffene lieber telefonisch Hilfe suchen.

Die vier empfohlenen Angebote

sind Deprexis 24, Depression Akut

und Depression Prävention von

Get.Onsowie das kostenlose,weitgehend

anonyme Moodgym. Bei den

anderen Angeboten werden für

Selbstzahler, deren Krankenkasse

SPRACHERKENNUNG

Erste Erfolge: 1984 stellte

IBM ein erstes Spracherkennungssystem

vor, das etwa

5000 englische Einzelwörter

erkennen konnte. Das

System brauchte für einen

Erkennungsvorgang jedoch

mehrere Minuten Rechenzeit

auf einem Großrechner.

Heute: Inzwischen wird in

vielen Haushalten der

Spracherkennung vertraut.

Amazons Smartspeaker

Echo, der seit Oktober 2016

auch in Deutschland erhältlich

ist, zeigte erstmals, welcheMöglichkeit

die Technik

bietet.

PHOTOALTO/MATTHIEU SPOHN

nicht für die Online-Therapie zahlt,

bis zu 360 Euro fällig.

Wie die Online-Therapie genau

funktioniert, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Deshalb kann es auch

sinnvoll sein, mehr als ein Programm

auszuprobieren.

dem Tisch steuern lässt. Wenn der

Nutzer auf den Tisch tippt, pausiert

die Musik oder beginnt erneut.

Durch leichtes Streifen nach oben

oder unten lässt sich die Lautstärke

regulieren. Der Tisch wird zum

Touchpad, jeder beliebige Punkt zur

Play-Taste. Die Lidar-Technik ist sogar

in der Lage, imNahbereich von

unter drei Meternspezifische Gesten

des Nutzers wie etwa eine Faust oder

ein mit zwei Händen geformtes Herz

zu erkennen. Dadurch, dass dem

Smartspeaker ein künstliches Auge

implantiert würde, müsste man

nicht mehr „Stopp!“ oder „Wie

bitte?“ rufen, sondern einfach die

Hand heben. Der Hausherr würde

im SmartHome wie ein Kaiser regieren–und

die digitalen Diener befehligen,

indem er einfach den Daumen

hebt oder senkt. Solche Features mögen

auf den ersten Blick attraktiv erscheinen.

Doch sie bergen erhebliche

Risiken für die Privatsphäre.

Zwar ist die Reichweite der Sensoren

auf wenige Meter begrenzt. Die

Technik könnte aber sensible Raumdaten

in Privatwohnungen erheben

(zum Beispiel, wo jemand seine Möbel

im Zimmer zu stehen hat) und

verdächtige Gegenstände wie etwa

Messer oder Schusswaffen detektieren.

„Habe ich das verdient?“

Amazon hat vor einiger Zeit eine

vernetzte Kamera namens Echo

Look auf den Markt gebracht, mit

der der Netzwerklautsprecher Echo

mit Quasi-Sehfähigkeit ausgestattet

wurde. Der Kunde kann per

Sprachbefehl („Alexa, mach ein

Foto von mir“) Fotos zweier verschiedener

Outfits machen, die

von einem Computer über die sogenannte

Style-Check-Funktion

bewertet werden. Datenschützer

befürchten, dass Amazon noch viel

mehr aus den Ganzkörperfotos seiner

Kunden ablesen kann, etwa ob

die Person schwanger, übergewichtig

oder depressiv ist. Die

Frage dahinter:Was kann die Technik

alles sehen?

In einem dystopischen Szenario

wäredenkbar,dass das Lidar-System

Waffen erkennt und dies der Polizei

mitteilt, auch wenn es sich vielleicht

nur um Spielzeug handelt. Das Leben

in der Überwachungsgesellschaft

hat zwei Seiten: Virtuelle Assistenten

wie Siri und Alexa stehen

rund um die Uhr zur Verfügung, der

Nutzer aber auch permanent unter

Beobachtung.

In der Regel gibt es unterschiedliche

Module, die Betroffene mehrmals

pro Woche bearbeiten sollen.

Darunter sind Fragebögen zum Ankreuzen

oder Ausfüllen, Anleitungen

für Übungen oder interaktive Elemente

wie Videos.

Die Grenzen

GETTY

Die Online-Therapeuten haben allerdings

ihre Grenzen: Für schwere

Fälle sind sie in der Regel nicht geeignet.

In Notfällen sollten sich Betroffene

lieber telefonisch Hilfe suchen –

über den Notruf 112 oder die Telefonseelsorge

(Tel.: 0800/111 0111).

Auch die Diagnose ist eher ein Fall

für ein Gespräch mit einem Therapeuten

außerhalb der Online-Welt.

Termine für entsprechende Erstgespräche

vermitteln die Terminservicestellen

der KassenärztlichenVereinigungen.

(dpa)

Facebooks Libra-Projekt für eine eigene

Digitalwährung stößt bei Experten

auf Kritik. Eine Facebook-

Währung „könnte sehr,sehr weitreichende

Folgen haben“, sagte der

Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende,GerhardSchick,

dem

Nachrichtenmagazin Spiegel am

Dienstag. „Denn die Dominanz von

Facebook würde sich in eine enorme

Dominanz am Finanzmarkt ausweiten.“

Dassei wegen der Machtgegenüber

den Verbrauchernund Bürgernproblematisch,

aber auch weil

dann ein IT-Konzernmöglicherweise

systemisch relevant für den Finanzmarkt

werde. (AFP)

MyanmarsRegierung sperrt

Teile des Internets

DieRegierung in Myanmar hat in

Teilen der Unruheprovinzen imWesten

des Landes das Internet gesperrt.

Mitder Blockade sollten möglicherweise

gezielt Informationen über

schwereMenschenrechtsverletzungen

unterdrückt werden, erklärte die

UN-Sonderbeauftragte Yanghee Lee

am Dienstag. Lee forderte die sofortige

Aufhebung der Sperrefür insgesamt

acht Gemeinden. (AFP)

Googles Alphabet plant

Hightech-Viertel in Toronto

Bei Alphabet begehrt: Blick auf den Hafen

von Toronto.

IMAGO IMAGES

EinAbleger der Google-Holding Alphabet

will ein Hightech-Stadtviertel

am Rande vonToronto schaffen. Sidewalk

Labs stellte die Pläne für das

knapp fünf Hektar große Areal an der

Ostseite des Hafens am Montag vor.

DieEntwicklung des Prototyps soll

rund 2,6 Milliarden Euro kosten.Unter

anderem sollen Müll sammelnde

Roboter,vorbestellbareParkplätze

oder Gehwegheizung gegen Eisund

Schnee den Stadtteilzueinem Muster

für den Entwurfkünftigen urbanen

Lebens machen. (AFP)

Sparkassen wollen Apple Pay

noch dieses Jahr einführen

DerBezahldienst Apple Paykönnte

bald auch für Sparkassen-Kunden in

Deutschland nutzbar werden. Ein

Sprecher des Deutschen Sparkassenund

Giroverbandes (DSGV)verwies

am Dienstag auf Nachfrage auf„sehr

positiveGespräche mit Apple“. Ziel

sei, den Kunden der öffentlich-rechtlichen

Institute„noch in diesem Jahr“

Apple Payanzubieten. (dpa)

Sicherheitsfirma warnt

vor Hackerangriff

BeiAngriffen auf Mobilfunk-Betreiber

weltweit könnten Hacker laut einer

US-israelischen Sicherheitsfirma

im vergangenen Jahr sensible

Daten vonHunderten Millionen

Kunden erbeutet haben. DasSicherheitsunternehmen

Cybereason verdächtigt

eine regierungsnahe

Gruppe aus China, in den vergangenen

Jahren mit ausgeklügelten Phishing-Attacken

die Netzwerke von

mindestens zehn AnbieterninEuropa,

Asien, Afrika und Nahost infiltriertzuhaben,

wie aus einem am

Dienstag veröffentlichten Bericht

hervorgeht. Ob ein deutscher Betreiber

darunter ist, wurde zunächst

nicht bekannt. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) LivenachNeun 9.55

(für HG)Sturm der Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

12.00 (für HG)Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-

Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00

(für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote Rosen

15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für HG) Sturm

der Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für

HG) Die Tierärzte –Retter mit Herz 17.00 (für HG)

Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant 18.00 (für

HG) Gefragt –Gejagt 18.50 (für HG) Watzmann

ermittelt. Der Fischer vomKönigssee 19.45 (für

HG) Wissen voracht–Werkstatt 19.55 (für HG)

Börse voracht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Bornholmer Straße –Die

unglaubliche, aber wahre Geschichte

von Harald Schäfer TV-Drama, D’14

Mit Charly Hübner,Milan Peschel u.a.

21.45 (für HG) Plusminus

Das Wirtschaftsmagazin

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 Lügde: Die Kinder,die keiner schützte

23.30 (für HG) Das System Milch

Dokumentarfilm, D2017

1.20 (für HG) Bornholmer Straße –Die

unglaubliche, aber wahre Geschichte

von Harald Schäfer TV-Drama, D’14

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Susanna Ohlen, Jan Hahn 8.30 (für HG) Gute

Zeiten,schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter

uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12 14.00

Die Superhändler –4Räume,1Deal 15.00

Gerichtsreport Deutschland 16.00 Meine Geschichte

–Mein Leben. Verliebtes Brautpaar

verhält sich seltsam 17.00 Freundinnen –Jetzt

erst recht. Unterhaltungsserie 17.30 Unter

uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin

18.30 Exclusiv –Das Star-Magazin 18.45 aktuell

19.05 (für HG) Alles was zählt. Soap

19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Die 25...

spektakulärsten Momente –Schwein

gehabt oder Dumm gelaufen

Moderation: Sonja Zietlow

Papst Franziskus traut ein Paar /Ferienhaus

geklaut /Super Scheunenfund

22.15 sternTV

Google hört mit:Wie der US-Konzern

Gespräche argloser Smartphone-User

aufzeichnet /Umweltsünde Einwegpfand?

Warum ein Getränkehändler auf

die Barrikaden geht

0.00 Nachtjournal

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Modezeitschrift Bus. Jetzt der entdecken Welt bekommt. auf: Schnell Arte

14.00 (für HG) um zwei 15.15 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 16.00 (für HG) um vier

17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG)

MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG)Tierisch, tierisch 20.15 MDR extra

20.45 (für HG) Exakt 21.15 Gesunde Betriebe

–krankes Land? 21.45 (für HG) Echt

22.15 (für HG) Aktuell 22.35 (für HG) Tatort.

Auf dem Kriegspfad. TV-Kriminalfilm, D1999

0.00 (für HG) Olaf macht Mut 0.45 (für HG)

Mein Sohn Helen. TV-Drama, D2015

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Stationen 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Jetzt red i21.00 (für HG) Kontrovers

21.45 (für HG) Rundschau Magazin 22.00 (für

HG) Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten?

22.45 (für HG) Die Welt ist noch zuretten?!

Dokumentarfilm,FIN/D/RUS/LIT/N 2017 0.25

kinokino 0.40 Väter und Töchter

Vox

14.00 MeinKind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 Makel?

Los! 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First

Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das perfekte

Dinner 20.00 Prominent! 20.15 (für HG) Das

Wichtigste im Leben 21.10 (für HG) Das Wichtigste

im Leben 22.00 (für HG)Gone 22.55 (für HG)

Law&Order:Special Victims Unit 23.50 nachrichten

0.10 (für HG) MedicalDetectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Mord ohne Motiv

1.05 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Russisch Roulette

Super RTL

15.25 Bugs Bunny &LooneyTunes 15.50 Hotel

Transsilvanien –Die Serie 16.15 Zak

Storm –Super Pirat 16.45 King Julien 17.15

What's New Scooby-Doo? 17.40 Inspector

Gadget 18.10 ALVINNN!!! und die Chipmunks

18.40 Woozle Goozle und die Weltentdecker

19.10 Bugs Bunny &LooneyTunes 19.40 Angelo!

20.15 (für HG) Dr.House 21.10 (für HG)

Dr.House 22.00 (für HG) Dr. House 22.50 Die

Kinderklinik –Familien zwischen Bangen und

Hoffen 23.20 Die Kinderklinik –Familien zwischen

Bangen und Hoffen 23.50 Comedy total

Sport1

15.15 Europaspiele. u.a. Finals Tischtennis,

Schießen und Bogenschießen 16.00 Bundesliga

aktuell 16.15 Europaspiele. u.a. Finals

Tischtennis und Leichtathletik 18.00 Bundesliga

aktuell 18.15 Europaspiele. u.a. Finals

Tischtennis und Leichtathletik 21.00 Bundesliga

aktuell. Die tägliche News-Sendung für Fußballfans.

inkl. Highlights European Games, Tag

6 21.30 Timbersports: Champions Trophy

22.30 Fußball: U21-Europameisterschaft.

Highlights Vorrunde 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Helen 11.15

(für HG) SOKO Stuttgart. Mädelsabend 12.00

heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-

Mittagsmagazin 14.00 heute –inDeutschland

14.15 Die Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute

Xpress 15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00

(für HG) heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die

Rosenheim-Cops. Der Fall Stockl 17.00 (für

HG) heute 17.10 (für HG) hallo deutschland

17.45 (für HG) Leute heute 18.00 (für HG)

SOKO Wismar. Der letzte Zeuge 19.00 (für HG)

heute 19.25 (für HG) Die Spezialisten –ImNamen

der Opfer. Born in the DDR

20.15 (für HG) DieToten von Salzburg –

Mordwasser TV-Kriminalfilm,A/D ’19

Mit FlorianTeichtmeister,Michael Fitz,

Fanny Krausz, Erwin Steinhauer u.a.

Regie: Erhard Riedlsperger

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG)Vollgas oder Scheitern –

Auto-Deutschland unter Druck

Dokumentation

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Mein Dresden –Die zerrissene Stadt

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Marlene

Lufen, Jochen Schropp 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Endlich Feierabend! Moderation:

Annett Möller,Daniel Boschmann 19.00

Genial daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Der Teufel trägt Prada

Komödie,USA/F 2006

Mit MerylStreep, Anne Hathaway, Emily

Blunt,StanleyTucci, Simon Baker,

Adrian Grenier,Rich Sommer u.a.

Regie: David Frankel

22.30 akte 20.19 Spezial

Teeniemamas –plötzlich Verantwortung!

23.30 SAT.1 Reportage Kassensturz –

Shoppingqueen vs. Schnäppchenjäger

0.30 SAT.1 Reportage Dauereinsatz an der

Grenze –Unterwegs mit der

Bundespolizei. Reportagereihe

14.15 (für HG) In aller Freundschaft 15.00

(für HG) In aller Freundschaft 15.45 (für HG)

Aktuell 16.05 Hier und heute 18.00 (für HG)

aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Markt 21.00 (für HG) Der beste Deal 21.45

(für HG) Aktuell 22.10 (für HG) Bayer –die

Fusion und die Folgen 22.55 (für HG) Akte D

23.40 (für HG) Menschen hautnah 0.25 (für

HG) Bergtour in den Tod 1.10 (für HG) Menschen

hautnah 2.00 Lokalzeit aus Köln

NDR

16.55 (für HG) aktuell 17.10 (für HG) Seehund,

Puma &Co. 18.00 Ländermagazine

18.15 (für HG) Wie geht das? 18.45 (für HG)

DAS! 19.30 Ländermagazine 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Expeditionen ins

Tierreich 21.00 (für HG) Expeditionen ins Tierreich

21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für HG)

Großstadtrevier. Chefsache 22.50 (für HG)

Neues aus Büttenwarder. Erlentrillich 23.20

(für HG) Zapp 23.50 (für HG) 7Tage ... 0.20

Hafenpolizei. Der Steward 0.45 (für HG) Visite

1.45 (für HG) Weltbilder

Kabel eins

7.35 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

8.35 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

9.25 Navy CIS: L.A. 10.15 Navy CIS 11.10

Without aTrace 12.05 Numb3rs 13.00 Castle

14.00 The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir

kümmern uns drum 20.15 Men of Honor. Drama,

USA 2000 22.50 Outbreak –Lautlose Killer.

Katastrophenfilm, USA 1995 1.15 Watch

Me –das Kinomagazin

RTL 2

14.00 Die Wollnys –Eine schrecklich große Familie!

15.00 Hilf mir! Jung,pleite, verzweifelt ...

16.05 Krass Abschlussklasse 17.00 News 17.10

KrassSchule –Die jungen Lehrer –Wie alles begann

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &

Nacht 20.15 Teenie-Mütter –Wenn Kinder Kinder

kriegen 21.15 Teenie-Mütter –Wenn Kinder Kinder

kriegen 22.15 DieBabystation –Jeden Tag

ein kleines Wunder 23.15 Autopsie –Mysteriöse

Todesfälle 0.20 Die Forensiker –ProfisamTatort

1.10 Die Forensiker –ProfisamTatort 1.55 Autopsie

–MysteriöseTodesfälle

Eurosport 1

18.30 Tourenwagen: Weltcup 19.00 Snooker:

World Main Tour. World Cup: 3. Tagdes Mannschaftsturniers

20.30 Eurosport News 20.35

Volleyball: European Golden League 20.45

Radsport: Halle-Ingooigem. Eintagesrennen in

Flandern 22.05 Tourenwagen: Weltcup 22.30

Snooker:World Main Tour 23.30 Eurosport

News 23.35 Volleyball: European Golden

League 23.45 Radsport: Halle-Ingooigem 0.15

Formel E: FIA-Meisterschaft 1.15 Volleyball:

European Golden League der Damen

ZDF, 20.15 UHR TV-KRIMINALFILM

Die Toten von Salzburg –Mordwasser

Hofrat Seywald(ErwinSteinhauer) fährtnachBad Gastein, um hier höchstpersönlich

einenMordfall zu lösen. Sein Einsatzist nichtganz uneigennützig,

denn der Ortist weltweit als Kurort bekannt, und in den Gasteiner Heilstollen

erhofft sichSeywald Linderungvon seinem Rheuma. Auch Major Palfinger

und seine Kollegin Russmeyersind an dem Fall dran und stehenerstmal vordem

Problem,dassder Todeszeitpunktdes Opfers nicht festzustellen ist. DerGrund:

Die Leiche wurde in einem Schachtder heißen Quellen BadGaststeins gefunden

und dortregelrechtgekocht.Immerhin die Identitätdes Totenlässt sich noch

feststellen: Es handelt sich um GregorTorbeck, den Sohn eines unbeliebten Baulöwenund

Investors. Bald wird den Ermittlern klar,dassder Mörder ein zweites

Malzuschlagen wird.Vierter Teil der humorigen Krimireihe.

(Österr./Dtl./2019)

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SAT.1, 20.15 UHR KOMÖDIE

Der Teufel trägt Prada

©Fotolia 33222871 Grischa Georgiew

Busreisen

NORMALVARIANTE -mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

2

6 1

7 8 3

8 1

7 9 6

5 4 9

3 9 5 4

5 1

8 7

MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

2 7 8

Foto: ZDF

Mleserreisen@berliner-zeitung.de

it einem abgeschlossenen Studium

in der Tasche träumt die jungeAndy

(AnneHathaway) davoneinen Jobbei einer

renommierten NewYorkerZeitungzuergattern.

IhrTraum scheintwahr zu werden,

als sieden Assistenten-Posten beiMiranda

Priestly,

Bequem

der Herausgeberin

Reisen mit

der wichtigsten

dem

muss

www.berliner-zeitung.de/

Andy jedoch feststellen, dassesihr Job

nicht halb so glamourösist wiegedacht. Die

Komödie leserreisen vonDavid Frankel basiertauf dem

gleichnamigenRoman vonLaurenWeisberger,

die darin freimütigüber ihre Zeit als Assistentin

der „Vogue“-Chefredakteurin Anna

Wintourplauderte.

SUDOKU

4 8 5

5 2

7 9

4 8 6

9

6

1

LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

030 –23 27 66 33

Berliner Zeitung Leserreisen leserreisen_berliner_zeitung

(USA/Frk./2006)

Foto: Sat.1

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 25.6.2019

2019

MITTEL mittel

9 2 1 3 8 6 4 7 5

7 3 6 2 5 4 1 8 9

5 4 8 9 7 1 6 3 2

2 5 3 6 4 8 9 1 7

1 7 9 5 3 2 8 6 4

6 8 4 7 1 9 5 2 3

3 9 7 1 6 5 2 4 8

4 1 5 8 2 3 7 9 6

8 6 2 4 9 7 3 5 1

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM

25.6.2019

25. 6. 2019

SCHWER schwer

7 5 8 1 6 9 3 4 2

9 6 3 2 4 8 1 5 7

4 1 2 3 5 7 9 8 6

5 3 6 9 8 4 7 2 1

8 2 9 7 1 3 5 6 4

1 7 4 6 2 5 8 9 3

6 9 7 8 3 2 4 1 5

2 8 5 4 7 1 6 3 9

3 4 1 5 9 6 2 7 8

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45 In

aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 TierärztinDr. Mertens

13.00 rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00

Lecker aufs Land –Die Hofmeisterschaft 14.45

Hier und heute 15.15 Geheimnisvolles Venezuela

16.00 rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas?

17.00 rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen &

Co. 17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das

Ländermagazin 18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Die Ernährungs-Docs

Iss Dich gesund!

21.00 Hirschhausens Check-up

Hirschhausen will wissen: Was

bedeutet es, alt zuwerden?

21.45 rbb24

22.00 Sonnenaufgang 4.45 Uhr –Die

Brandenburger Frühaufsteher

22.45 Naturparadies Deutschland

Die Südheide: Wälder,Wiesen, weites Land

23.30 Der Kotzbrocken

TV-Tragikomödie, D2015

1.00 Die Ernährungs-Docs

ProSieben

5.20 Mom 5.40 Twoand aHalf Men 6.50 The

Big Bang Theory 8.35 The Middle 9.30 Fresh

off the Boat 10.25 Mike &Molly 10.50 How I

Met Your Mother 11.40 2Broke Girls. The Stalking

Dead/Handwerker und Notfälle. Comedyserie

12.35 Mom. Helfersyndrom. Comedyserie

13.00 Twoand aHalf Men. Die üblichen

Nebenwirkungen/Richterin des Jahres/Die

Schale des Anstoßes.Comedyserie 14.20 The

Middle. Die Windspiele/Der Optimist. Comedyserie

15.10 The Big Bang Theory. Das Jerusalem-Projekt/Superbowl

für Physiker/Die Zeitmaschine/Sheldon

2.0. Comedyserie 17.00

taff 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons

19.05 Galileo

20.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Überdosis. Krankenhausserie

Mit Ellen Pompeo,Justin Chambers,

Kevin McKidd u.a.

21.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Aprils großer Tag. Krankenhausserie

22.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Umbrüche. Krankenhausserie

23.15 Lucifer

Der bessere Pierce. Krimiserie

0.10 Two and aHalf Men

Hier kommt der Weihnachtsmann

Comedyserie

15.55 (für HG) Extreme derTiefsee: EisigeAbgründe

16.50 X:enius 17.20 Magische Orte in

aller Welt 17.45 Belle France 18.30 (für HG)

Naturparadiese mit Zukunft 19.20 Arte Journal

19.40 Re: 20.10 Anderswo in Europa 20.15

Jenseits des Limits 21.25 Augenblicke: Gesichter

einer Reise. Dokumentarfilm, F2017

23.00 (für HG) Gaza –Leben an der Grenze.

Dokumentarfilm,IRL/PLE 2019 0.25 Stimmen

ohne Grenzen –Die Musik der Roma. Dokumentarfilm,

F2017 1.50 Arme Millionäre. Komödie,I1959

3.20 Die großen Mythen

3Sat

14.05 Die Donau –Reise in ein unbekanntes

Europa.Von der Quelle bis nach Linz /Von Linz

bis nach Bratislava /Von Bratislava nach

Mohács /VonVukovar bis ans Eiserne Tor/

Vom Eisernen Torbis nach Russe /Urs Gredig

entdeckt das Donaudelta 18.20 Unsere wilde

Schweiz 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Frauen am Berg. Dokumentarfilm, CH

2019 21.05 Frauenstreik 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 (für HG) Blutgletscher. Horrorfilm, A

2013 23.55 (für HG) Weltreisen 0.25 10vor10

Phoenix

10.30 phoenix plus. Republik im Umbruch –

Parteien unter Druck 11.00 phoenix plus. Merkel

–Eine Bilanz 12.00 phoenix vor ort 12.30

phoenix plus 12.45 phoenix vor ort 13.00

Bundestag live. Live 16.30 Staatsfeinde in

Uniform 17.30 phoenix der tag 18.30 Planet

Sand 19.15 Terra X20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Inselträume 21.15 (für HG)

Plastik in jeder Welle 21.45 (für HG) heutejournal

22.15 (für HG) phoenix runde 23.00

phoenix der tag 0.00 phoenix runde 0.45 Inselträume

1.45 Plastik in jederWelle

Kika

12.30 The Garfield Show 12.55 (für HG) Das

Green Team 13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für

HG) Die Pfefferkörner 14.10 Schloss Einstein

15.00 H2O –Plötzlich Meerjungfrau 15.45

Sherlock Yack –Der Zoodetektiv 16.25 Mirette

ermittelt 16.50 Hexe Lilli 17.35 Die Abenteuer

des jungen Marco Polo –Reise nach Madagaskar

18.00 (für HG) Mascha und der Bär 18.15

(für HG) Sam 18.35 Beccas Bande –Mit Mut

wird alles gut! 18.50 Sandmann 19.00 (für

HG) Lassie 19.25 (für HG) Wissen macht Ah!

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

Dmax

14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer,ein Ziel

15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von

Texas 16.15 Highway Cops 16.45 Highway

Cops 17.15 Fast 'N' Loud 19.15 A8 –Abenteuer

Autobahn 20.15 Auction Hunters –Zwei

Asse machen Kasse 21.15 Hardcore Pawn:

Das härteste Pfandhaus Detroits 22.15 Vintage

Tech Hunters –Technik mit Kultfaktor!

22.45 Slobby's World –Verrückte Retro-Welt

23.15 Bad Buddies –Echte Schadenfreu(n)de

23.45 Bad Buddies –Echte Schadenfreu(n)de

5.02 hessenschau 5.30 Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Menschen hautnah

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 betrifft

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15

Markt 20.00 Tagesschau 20.15 ReportMünchen

20.45 Panorama 3 21.17 Fakt ist! 22.15 Markt

23.00 Tagesthemen 23.30 Kontrovers 0.15 Abitur

untermHalbmond –150 Jahre Deutsche Schule in

Istanbul 1.00 Nachtmagazin 1.20 extra 3Spezial

1.50 Länder–Menschen –Abenteuer 2.05 Die

Tagesschau vor20Jahren 2.20 Sachsen-Anhalt

Heute 2.50 Extra 3.02 AktuelleStunde 3.47 Extra

4.02 Brandenburgaktuell 4.30 buten un binnen

ONE

7.20 Ein Sommer aufSylt. TV-Komödie, D2010

8.50 Alfredissimo! 9.20 Brisant 10.00 Dawson's

Creek 10.40 Dawson'sCreek 11.25 Lindenstraße

11.55 Sturmder Liebe 12.40 Sturmder Liebe

13.30 Um HimmelsWillen 14.20 Hochzeit in Rom.

TV-Romantikkomödie,D/I 2017 15.50 Dawson's

Creek 16.35 Dawson'sCreek 17.20 Lindenstraße

17.50 Die Kanzlei 18.40 Sturmder Liebe 19.25

Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies Poirot.Elefantenvergessennicht.

TV-Kriminalfilm, GB 2013

21.45 Agatha Christie 22.35 Elle. Drama, F/D/B

2016 0.40 AgathaChristies Poirot(1)Elefanten

vergessen nicht. TV-Kriminalfilm,GB2013 2.10

Agatha Christie 3.00 Elle. Drama, F/D/B 2016

ZDF NEO

5.25 Frag den Lesch 5.40 Terra X 6.25 Terra X

7.10 TerraX7.55 Topfgeldjäger 8.45 Lafer! Lichter!

Lecker! 9.30 Bares fürRares 10.25 Bares für

Rares 11.15 kaputt und... zugenäht! 12.00 Die

Rettungsflieger 13.30 Monk 14.50 Heldt 15.35

Die Rettungsflieger 17.05 Monk 18.30 Baresfür

Rares 19.20 Bares fürRares 20.15 (fürHG) Wilsberg.

Todauf Rezept. TV-Kriminalfilm, D2006

21.45 (für HG)Ein starkesTeam. Zahn um Zahn.

TV-Kriminalfilm, D2005 23.10 U-Boat –Infeindlicher

Hand. Kriegsdrama, USA 2004 0.40 (für HG)

Wilsberg. Todauf Rezept. TV-Kriminalfilm,D2006

2.10 TerraX2.55 TerraX3.40 TerraX4.25 Frag

den Lesch 4.40 TerraX

ZDF INFO

14.40 (für HG)ZDF.reportage 16.15 Achtung Polizei!

–Willkür,Pannen, Personalnot 17.00 (für HG)

Armes reiches Deutschland 18.00 Plattgemacht –

Wenn ein Stadtteil verschwindet 18.45 Hochbetrieb

im Leihhaus –Letzter Ausweg fürVerzweifelte

19.30 (für HG)ArmeStadt,reiche Stadt 20.15 (für

HG) Dasverdient Deutschland 21.00 Armes reichesMünchen

–Die dunkleSeiteder Bayernmetropole

21.40 In der Schuldenfalle 22.25 Wo die

Armut wohnt 23.10 (für HG)Wie gerecht ist

Deutschland? 23.55 (für HG)Genug zumLeben? –

HartzIVauf dem Prüfstand 0.35 heute-journal

1.05 Starbucks ungefiltert–Die bittere Wahrheit

hinter demErfolg. Dokumentarfilm,F2017

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Faschingsfeen im Herbstmanöver

–die schräge Welt des jungen Emmerich

Kálmán. Mit Matthias Käther,ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Mahler: Sinfonie Nr.6a-Moll (Deutsches

Sinfonie-Orchester Berlin, ca. 87 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Die Neue Musik und

das Bauhaus. Die Form- und Gestaltungslehre

„Das bildnerische Denken“ des Malers Paul

Klee war für zahlreiche Komponisten wie eine

Kompositionslehre. ,ca. 56 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Spielweisen Auswärtsspiel –Konzerte aus Europa.

Mit Klaus Gehrke, ca. 45 Minuten

HÖRSPIEL

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Anselm Oelze liest aus seinem Debütroman

„Wallace” (2/2), ca. 30 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Miss June Ruby” ,ca. 60 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (26/34),

ca. 31 Minuten

MAGAZIN

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Länderzeit Ob Extremwetter oder Cyberangriffe.

Wie gerüstet sind wir für den Katastrophenfall?

Mit Petra Ensminger,ca. 80 Minuten

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Einfach nur kess! Der Berliner

Reporter Egon Jakobsohn alias Jameson.Von

Ansgar Hocke, ca. 26 Minuten

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Der verbotene Regenbogen. Anders

lieben in Russland., ca. 56 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Paula Morelenbaum., ca. 30 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik spezial „Come again” –Liebeslieder

aus dem elisabethanischen England. An

der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert entwickelte

sich das Lautenlied in England zu einer

regelrechten Modegattung.Zahlreiche Sammlungen

erschienen im Druck, prall gefüllt mit

kunstvoll vertonter Poesie., ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett, Comedy &schräge Lieder.Salzburger

Stier 2019. Die österreichische

Preisträgerin Lisa Eckhart, ca. 55 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Klangwerkstatt Berlin, ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 145 · M ittwoch, 26. Juni 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Markus Frädrich (38) klärtuns dankenswerterweise

über den Unterschied

vonprofan und sakral auf. So

erklärte der Sprecher des Kölner

Doms am Dienstag, fürderhin Tücher

an all jene Männer und Frauen austeilen

zu wollen, die zu leicht bekleidet

oder gar halb nackt das Gotteshaus

betreten:„Das Bedecken von

Schulternund Bauch ist eine kleine,

aber feine Geste,mit der deutlich

wird, dass man den profanen Raum

verlässt und einen sakralen Raum betritt.“Wirverstehen:

DerUnterschied

zwischen demWeltlichen und dem

Heiligen wirddurch ein Tuch markiert.

DasTuch wiederum symbolisierteinen

religiös begründeten Anspruch

auf eine sittliche Kleiderordnung.

Nun, diese„kleine,aber feine

Geste“ erinnertuns in ihrer Begründungsarchitektur

ganz entfernt an so

manche Debatte um ein anderes

Tuch –nämlich das Kopftuch.

Er predigt den

Alkohol.

IMAGO-IMAGES/NANCY KASZERMAN

Ryan Reynolds

(42) wirbt ganz

unverfroren und

also unchristlich

für den Genuss

vonAlkohol. Der

als moralbefreiter

Superheld

Deadpol bekannt

gewordene

Schauspieler ist

seit 2018 Eigentümer der Spirituosenmarke

Aviation Ginund hat sie auf

dem Amazon-Bewertungsportal mit

fünf Sternen höchstbewertet –nur

der Form halber warnte der Mann

auch noch davor,zuviel vondem

Zeug zu trinken. Sündige Zeiten!

Pamela Anderson (51) muss erfahren,

in einer ganz und gar verderbten

Welt zu leben. DieUS-Schauspielerinlässt

uns per Instagram wissen,

sie habe sich nach zwei Jahren von

dem französischen Fußballstar Adil

Rami getrennt, weil der „ein Lügner“

sei und „ein Doppelleben“ mit einer

anderen Frau geführthabe.„Mir

wurde die ,große Liebe‘ vorgegaukelt.

Ichbin am Boden zerstört. Ich

verlasse Frankreich sofort“, kündigt

die zürnende Anderson an, die mit

Rami in der Hafenstadt Marseille gelebt

hatte. (schl./mit dpa, AFP)

TIERE

Labradordame Frida mit Schutzbrille

und Pfotenschützern. AFP/R. SCHEMIDT

Wir nehmen Abschied: AchFrida, du

warst unsereLichtblick in der dunklen

Katastrophennacht. DieBilder,

auf denen du mit Schutzbrille und

PfotenschützernimSeptember 2017

in denTrümmerneiner eingestürzten

Grundschule in Mexiko-Stadt nach

Überlebenden suchtest –sie gingen

um dieWelt und erreichten auch uns.

Ja,dein Bellen wärmte unsereHerzen

und gab Hoffnung. Im Laufe deiner

Karriereals Suchhündin der Marine

hast du zwölf Menschen das Leben

gerettet. Aber nun, liebe Frida, gehst

du nach zehn Dienstjahren in den

Ruhestand.Wiewir hören, wurde dir

zum Abschied ein Kauspielzeug geschenkt.Wassollen

wir da noch sagen?

Möge da immer eine liebende

Hand sein, die dich streichelt. (schl.)

Im Süden Kenias: Die spektakulären Erdrisse vom März des letzten Jahres sollen nun doch nicht die Folge schwerer Regenfälle sein.

In 50 Millionen Jahren

Afrika bricht auseinander.Ein Erdriss in Kenia soll den Beweis für eine kolossale Kontinentaldrift liefern

VonJohannes Dieterich

Die Meldung kam nicht

nur für Afrika-Korrespondenten

als ein

Schock. Afrika bricht

auseinander,wollen Wissenschaftler

herausgefunden haben. Der Kontinent

wirdinzweiTeile zerlegt. Dasist

allerdings nicht politisch gemeint.

Vielmehr wirdder Erdteil geologisch

in zwei Teile zerrissen: von Norden

nach Süden über fast 4000 Kilometer

Länge wie ein riesiger Holzblock in

zwei Blöcke gespalten.

Keine Bodenerosion

Den endgültigen Beweis dafür soll

den Geologen ein tiefer, kilometerlanger

Erdriss geliefert haben, der

sich bereits seit einiger Zeit durch den

Südwesten Kenias zieht und vondem

einige Forscher zuerst meinten, dass

er durch Erosion infolge schwerer Regenfällen

entstanden sei. In der Tat

zeigte der Spalt nur wenig Ähnlichkeit

mit jenen Erdwerwerfungen, die üblicherweise

durch tektonische Bewegungen

verursacht werden; auch

wurden keine größeren Erdbeben registriert.

Doch warum sich die Erde

ausgerechnet hier auftat, wussten

diese Experten nicht zu erklären. Alles

nur Zufall?

Für Lucía Pérez Díaz, Seismologin

an der Universität von Oxford, steht

fest: DasPhänomen ist Teil einer tektonischen

Bewegung, die eine „somalische

Erdkrustenplatte“ allmählich

von einer „nubischen“ trennt.

Wer Afrika kennt und Satellitenbilder

vom Osten des Erdteils gesehen

hat, dem können die Grabenbrüche

nicht entgangen sein, die sich von

Äthiopien bis nach Südafrika erstre-

AFRIKA

cken: Verwerfungen, in der sich mit

dem Albert-, Edward-, Kivu-, Tanganyika-

und Malawi-See die schönsten,

längsten und zum Teil tiefsten

Gewässer dieser Welt befinden.

Diese paradiesischen Süßwasserreservoire

könnten dereinst von salzigem

Meerwasser überflutet sein.

Dass die nubische und somalische

Platte auseinandertriften, ist zwei riesigen

unterirdischen Schornsteinen

zu verdanken –von Geologen „Diapire“

genannt –, in denen heißes Material

aus dem Erdinnern aufsteigt,

das unter dem Erdmantel regelrechte

Blasen bildet. Die heißen Magma-

Blasen tragen zur Verdünnung der

Erdkruste bei und sorgen für gelegentliche

Vulkanausbrüche, denen

wir so malerische Erderhebungen wie

den Kilimandscharo, den Mount

Meru und Mount Kenia verdanken.

Auf Satellitenbildern sind auch die

BLZ/GALANTY

Kenia

beiden Dome über den Diapiren

deutlich zu sehen: Dereine sorgte für

das äthiopische Hochland mit dem

Vulkansee Erta Ale an seinem nördlichen

Rand, der anderefür das kenianische,

tansanische und ruandische

Hochland mit dem Viktoriasee in seiner

Mitte.

Geologen wissen schon heute,

wie der Kontinent schließlich auseinanderbrechen

wird: In einer S-förmigen

Linie von Dschibuti am Golf

von Aden bis zum südafrikanischen

Swasiland. Irgendwann wirdsich der

Graben mit Meerwasser füllen: Dann

heißt es für zahllose Äthiopier, Kenianer,

Tansanier und Mosambikaner

vonihren NachbarnAbschied zu

nehmen. WasamEnde herauskommen

wird, ist am Beispiel Afrikas und

Lateinamerikas abzulesen: Die beiden

Kontinente waren einst vereint,

was an der identischen Küstenlinie

Adel verpflichtet

der beiden Erdteile unschwer abzulesen

ist. Heute liegt die angolanische

Hauptstadt Luanda von ihrem

einstigen Zwilling Rio de Janeiroacht

Flugstunden weit entfernt.

Gelassen bleiben

Die Erde stehe eben niemals still,

weiß Seismologin Díaz: Dieverschiedenen

tektonischen Platten unseres

Globus bewegen sich ständig aufeinander

zu oder voneinander weg –

oder brechen sogar auseinander, wie

im ostafrikanischen Fall. Das wissen

die Geologen natürlich schon lange:

Im Unterschied zu den Politikern, die

sich um die fundamentale Beschaffenheit

unserer Lebensgrundlage offensichtlich

nicht scheren. Jedenfalls

scheint die Afrikanische Union (AU)

der Zerfall ihrer Basis kaltzulassen:

Am AU-Sitz in Addis Abeba beschäftigt

sich kein einziges Gremium mit

der alarmierenden Entwicklung.

Mancher Politiker des Kontinents ist

vielleicht sogar erleichtert, dass sich

etwa das Problem der Ausbreitung

des somalischen Extremismus irgendwann

von selbst lösen wird:

Dann muss nur noch die neue Küstenlinie

gesichertwerden.

Doch Spaß beiseite: Bis essoweit

ist, werden noch ein paar Tage vergehen.

Gegenwärtig bewegt sich der

neue ostafrikanische Erdteil höchstens

um jährlich fünf Zentimeter

vom Mutterkontinent weg. Bis endlich

das Meerwasser in den Graben

fließt, werden nach Schätzungen

von Experten viele Millionen Jahre

vergehen. Trotzdem zeigt sich ein

Kenianer auf Twitter bereits enthusiastisch:

„Nur noch 50 Millionen

Jahre“, meldet Kim Nelson: „Ich

kann es kaum erwarten.“

Der königliche Finanzbericht wurde veröffentlicht: Die britischen Royals kosten den Steuerzahler 67 Millionen Pfund

Der Umbau des FrogmoreCottage

für die Bedürfnisse der Familie

von Prinz Harry hat 2,4 Millionen

Pfund (2,7 Millionen Euro) gekostet.

Dasgeht aus dem am Dienstag veröffentlichten

Jahresabschluss des britischen

Königshauses hervor. Harry

(34) und seine Frau Meghan (37) waren

vor der Geburt ihres Sohnes Archie

am 6. Maiinihr neues Heim auf

dem Gelände von Windsor Castle

westlich vonLondon gezogen.

Das zwischenzeitlich in fünf einzelne

Wohnungen aufgeteilte Landhaus

aus dem Jahr 1801 war während

der sechsmonatigen Renovierung in

ein Wohnhaus für die Familie des Enkels

von Königin Elizabeth II. (93)

umgewandelt worden. An der Immobilie

sei„einige Jahre“ nichts gemacht

worden, sagte der königliche Buchhalter

Michael Stevens.Die überholte

Ausstattung des Cottage sei ersetzt

worden, um „die langfristige Zukunft

der Immobilie zu garantieren“.

Jetzt soll das Haus über einen

Mutter-Baby-Yoga-Raum sowie eine

luxuriöse Küche verfügen. Kosten

verursachte auch, dass alte viktorianischen

Dielen ausgetauscht werden

mussten, wie die britische Nachrichtenagentur

PA berichtete. Allerdings

sollen Harry und Meghan die gesamte

Einrichtung und alle Installationen

privat bezahlt haben.

Aus dem Jahresabschluss des Finanzjahres

2018/2019 geht hervor,

dass das Königshaus in diesem Zeitraum

insgesamt 67 Millionen Pfund

ausgegeben hat. Allein 23,2 Millionen

Pfund davon waren Lohnentgelte für

463 Vollzeitangestellte. 2,3 Millionen

AFP/SIMON MAINA

Pfund wurden für offizielle Bewirtung

und Haushaltsführung veranschlagt,

davon 1,7 Millionen Pfund für dieVersorgung

vonrund 160000 Gästen. Die

Rechnung für Wein und Spirituosen

betrug 400000 Pfund. Die königliche

Familie nahm während des im April

endenden Finanzjahres an 3200 offiziellen

Terminen in Großbritannien

und der Welt teil.

Der Staatsbesuch von US-Präsident

Donald Trump wird erst im

nächsten Jahresabschluss auftauchen.

(AFP,dpa)

Trump wehrtsich gegen

Vergewaltigungsvorwurf

US-Präsident Donald Trump hat den

Vergewaltigungsvorwurfeiner Journalistin

erneut zurückgewiesen. „Ich

werdeesmit großem Respekt sagen:

Erstens,sie ist nicht mein Typ“, sagte

Trump der Politik-Website The Hill

über die Kolumnistin E. Jean Carroll.

„Zweitens,esist nie passiert. Es ist nie

passiert, okay?“ Carroll würde „total

lügen“. Dieheute 75-Jährige wirft

Trump vor, sie vorüber zwei Jahrzehnten

in der Umkleidekabine eines

NewYorker Kaufhauses vergewaltigt

zu haben. Carroll bekräftigte ihreVorwürfe

am Montag im US-Nachrichtensender

CNN. „Es war ein Kampf“,

sagte sie.Trump reagierenun auf ihrenVorwurfgenau

so,wie er auf frühereVorwürfe

anderer Frauen reagierthabe:

„Erleugnet es.Erdreht es

um. Er greift an.

Underdroht.“ (AFP)

Französisches Lokal ist

weltbestes Restaurant

EinLokal in der südostfranzösischen

Kleinstadt Menton ist zum besten

Restaurant der Welt gewählt worden.

Das„Mirazur“ mit seinem argentinischen

Chefkoch MauroColagreco

(42) wurde am Dienstag in Singapur

als Spitzenreiter einer Liste der 50

weltbesten Restaurants gekürt. Auf

Platz zwei wurde das „Noma“ in Kopenhagen

gewählt, Rang drei belegt

das spanische Restaurant „Asador Etxebarri“.

Das„Mirazur“ nah der italienischen

Grenzehatte im Januar

seinen dritten Michelin-Sternerhalten.

DasLokal serviertGerichte mit

Zutaten aus Colagrecos Garten sowie

Fisch und Meeresfrüchten. (AFP)

Prinz von Preußen verliert

Prozess um Burg Rheinfels

Herrlich pittoreskes Anwesen mit toller

Aussicht: Burg Rheinfels. DPA/THOMAS FREY

DerChef des Hauses Hohenzollern,

GeorgFriedrich Prinz vonPreußen,

hat den Prozess um die vonihm beanspruchte

Burg Rheinfels verloren.

„Die Klage wirdabgewiesen“, sagte

der Vorsitzende Richter Christian

Stumm am Dienstag im Landgericht

Koblenz. DerPrinz hatte das Land

Rheinland-Pfalz, die Stadt St.Goar

und das Burghotel verklagt. DieBurg

Rheinfels war seit dem 19. JahrhundertimBesitz

des Hauses Hohenzollern.

1924 wurde die Stadt St.Goar Eigentümerin,

mit der Auflage,das Gemäuer

nicht zu verkaufen. (dpa)

Wladimir Klitschkovon

brennender Jacht gerettet

DerfrühereBoxweltmeister Wladimir

Klitschko und seine Familie sind vor

der Baleareninsel Mallorca voneiner

brennenden Jacht gerettet worden.

„Keine Sorge: Unsallen geht es gut!“,

schrieb der 43-Jährige auf Twitter.

Klitschko sei zusammen mit Freunden

und Familie „in einer größeren

Gruppe“ im Mittelmeer unterwegs

gewesen, als das Boot Feuer fing,

sagte eine Sprecherin desWahl-Hamburgers

am Dienstag. Diemallorquinische

Feuerwehr habe die Flammen

unter Kontrolle gebracht. Ersten Erkenntnissen

zufolge entstand das

Feuer im Maschinenraum –der

Grund sei bislang unklar. (dpa)

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