Patientenzeitschrift_KLF_3_final

Visioness

Heft 3 | Winter/Frühjahr 2018/2019

RUNDUM

GESUND

Patientenzeitschrift der

Patientenzeitschrift der

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt

Kinderchirurgie: Ein

Arzt aus zwei Welten

Seite 6

Geriatrie: Schmerz ade -

mit der richgen Therapie

Seite 18

Pflege: Ich bin

wunschlos glücklich

Seite 24

Ausgezeichnete

Medizin

in Freudenstadt Seite 10


Editorial

Editorial

Liebe Paennnen und Paenten,

liebe Leserinnen und Leser,

Medizin auf höchstem Niveau in familiärer Atmosphäre: Dafür steht die Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH. Auszeichnungen, posive Rückmeldungen

von Paenten und eine enge Vernetzung mit anderen Ärzten der Region spiegeln

das große Engagement unserer Mitarbeiter wieder. Erst kürzlich sind zwei unserer

Chefärzte für ihr umfassendes Know-How vom Focus-Magazin Gesundheit prämiert

worden: Prof. Dr. Klaus Fellermann als Top Mediziner 2018 und Dr. Said Mahsood

Amin als empfohlener Neurochirurg der Region Freudenstadt. Dr. Amin erhielt außerdem

über die Bewertungsplaorm Jameda mit der Note 1,0 höchstes Lob von

seinen Paenten. Wofür die beiden Mediziner diese Lorbeeren bekamen, lesen Sie

im Beitrag „Ausgezeichnete Medizin in Freudenstadt“.

Lob erhält das Krankenhaus auch von der Ärztescha in Freudenstadt. Deren Vorsitzende

Dr. Dorothee Müller-Müll begrüßt die enge Verzahnung der Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH mit dem Universitätsklinikum Tübingen und vielen

niedergelassenen Haus- und Fachärzten aus dem Landkreis. Diese Vernetzung sei

auch laut Studien des Deutschen Krankenhausinstuts notwendig, um als Klinik nicht

von einer drohenden Schließung betroffen zu sein. Wie die Klinik sich darüber hinaus

für die Zukun rüstet, die wohnortnahe Versorgung weiterhin sicherstellt und einem

möglichen Ärztemangel vorbeugt, darüber berichten wir im Beitrag „Krankenhaus

Freudenstadt wappnet sich für die Zukun“.

Dass dieses Streben von Erfolg gekrönt ist, zeigt die Rückkehr eines Kinderchirurgen

von Kambodscha nach Baden-Würemberg. Seit rund einem Jahr kompleert

der Facharzt für Kinderchirurgie, Dr. Andrés Guglielme, das chirurgische Team um

Dr. Thorsten Maxeiner, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

im Krankenhaus Freudenstadt. Dank seiner Unterstützung werden in der Klinik

neuerdings regelmäßige Sprechstunden für junge Paenten ab 18 Monaten bis 17

Jahren angeboten. Der Chirurg, dem es schon immer wichg war, Menschen in Not

zu helfen, hat zuvor 12 Jahre in einem Entwicklungsland gearbeitet. Der Beitrag „Ein

Arzt aus zwei Welten“ schildert seine Erfahrungen aus Kambodscha und stellt die

Vorzüge der Kinderklinik in Freudenstadt heraus.

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser Landkreis

Freudenstadt gGmbH wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und viel Gesundheit.

Ihr

Ralf Heimbach

Geschäsführer Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

2 Rundum gesund


Inhalt

Inhalt

6

0

4

Krankenhaus Freudenstadt wappnet sich

für die Zukun .............................................................................. 4

Ein Arzt aus zwei Welten ............................................................... 6

Titelthema: Ausgezeichnete Medizin in Freudenstadt

Was hil bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen? ..... 10

Operaon oder konservave Behandlung ................................. 13

Entspannt durch die Schwangerscha ....................................... 16

Schmerz ade ̶ mit der richgen Therapie ................................ 18

Mit kleinem Eingriff Schlaganfall-Risiko senken ........................ 22

„Ich bin wunschlos glücklich“ .................................................... 24

Schnelle, kompetente Behandlung

für zufriedene Paenten ............................................................ 26

Bagatellfälle verstopfen Notaufnahmen .................................... 30

Klinikführer Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH .... 31

Impressum

Herausgeber:

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Postanschri:

Krankenhaus Freudenstadt, Öffentlichkeitsarbeit,

Karl-von-Hahn-Straße 120, 72250 Freudenstadt

Mail: cornelia.schreib@klf-net.de

Tel.: 07441 54-6143

Fax: 07441 54-2271

www.klf-web.de

Redakonsleitung:

Cornelia Schreib

Inhaltliches und grafisches Konzept,

Redakon und Realisierung:

Visioness GmbH, Heidelberg

Druck:

Drescher Full-Service Versand GmbH, Leonberg

Bildquellen:

Alle Fotos stammen aus den Einrichtungen der

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH,

wenn nicht anders angegeben.

Alle in diesem Magazin enthaltenen Empfehlungen

ersetzen nicht den ärztlichen Rat. Bie suchen Sie

bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Hausarzt

oder niedergelassenen Facharzt auf.

Rundum gesund 3


Ärztemangel, demografischer Wandel und wachsender

Kostendruck: Weil viele Kranken häuser gerade im

ländlichen Raum den Anforderungen nicht standhalten,

ist in einigen Regionen die wohnortnahe Versorgung in

Gefahr. Wie das Krankenhaus Freudenstadt sich

erfolgreich für die Zukun wappnet, einem

drohenden Ärztemangel vorbeugt und

Versorgungslücken schließt,

berichtet Dr. Dorothee

Müller-Müll, Vorsitzende

der Ärztescha in

Freudenstadt.

Ärztemangel mit enger Zusammenarbeit

begegnen

„In Zeiten des Ärztemangels ist eine intensive

Zusammenarbeit von niedergelassenen

Ärzten und Krankenhausärzten

notwendig“, findet Dr. Müller-Müll

und lobt in diesem Zusammenhang das

Engagement vieler Mediziner, ambulante

und staonäre Behandlungen im

Kreis Freudenstadt zu verbinden: „Die

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt

stehen im engen Kontakt mit dem

Universitätsklinikum Tübingen und

kooperieren mit vielen niedergelassenen

Haus- und Fachärzten aus dem

Landkreis. Dadurch besteht eine gute

Verzahnung zwischen staonärer und

ambulanter Versorgung.“

4 Rundum gesund


Neurochirurgie

Krankenhaus Freudenstadt

wappnet sich

für die

Zukun

Kinderheilkunde, Neurologie, Psychiatrie/Psychosomasche

Medizin und Radiologie möglich“, berichtet Dr. Müller-Müll.

Ebenfalls angeschlossen ist eine Gesundheits- und

Krankenpflegeschule. Darüber hinaus haben das Ärztenetz

Kreis Freudenstadt e. V., die Ärztescha Freudenstadt und

das Krankenhaus Freudenstadt beispielsweise den Verband

„Weiterbildung Facharzt für Allgemeinmedizin“ gegründet.

Bereits eine 2014 veröffentlichte

Studie des Deutschen Krankenhausinstuts

(DKI) prognoszierte, dass die

Zahl der ländlichen Krankenhäuser bis zum Jahr 2020

deutlich sinken könnte. Um als Klinik nicht von einer drohenden

Schließung betroffen zu sein, bedürfe es laut DKI

einer starken Vernetzung mit anderen Krankenhäusern, niedergelassenen

Ärzten und weiteren Kooperaonspartnern.

Wichg sei es außerdem, neue Fachkräe für den Landkreis

zu gewinnen.

Neue Fachkräe für den Landkreis

Diese Vorgaben sind im Landkreis Freudenstadt bereits erfüllt.

„Als akademisches Lehrkrankenhaus sichern die Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt die Grundversorgung

des Landkreises in enger Kooperaon mit der Universität

Tübingen. Die Weiterbildung der Ärznnen und Ärzte ist

in den Bereichen Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie,

„Die ambulante Weiterbildung kann nach persönlichen

Wünschen in den kooperierenden Praxen durchgeführt

werden“, erklärt die Vorsitzende der Ärztescha in Freudenstadt

das Prozedere. Geboten würden dabei familienfreundliche

Arbeitsbedingungen, überdurchschniliche Verdienstmöglichkeiten

sowie eine strukturierte Fortbildung. Die

klinische Ausbildung erfolgt im Krankenhaus Freudenstadt

mit individuell abgesmmten Weiterbildungsmöglichkeiten.

Um arakve regionale Strukturen zu schaffen, mit denen

ländliche Krankenhäuser gern um Fachkräe werben,

bietet der Kreis finanzielle Unterstützung von Famulaturen,

Spendien und eine enge Vernetzung im ambulanten und

staonären Bereich, auch mit Universitäten.

Kontakt

Kreisärztescha Freudenstadt

Dr. Dorothee Müller-Müll

Vorsitzende

Hartranstr. 2

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 83350

Mail: dr.mueller-muell@t-online.de

Dr. Dorothee

Müller-Müll

Foto: Privat

Rundum gesund 5


Kinderchirurgie

Diese Dankbarkeit in

seinem Gesicht und dieses

Lächeln werde ich

nie vergessen

Ein Arzt

Von Kambodscha nach Freudenstadt:

Seit rund einem Jahr ergänzt Dr. Andrés

Guglielme als Facharzt für Kinderchirurgie

das Team um Dr. Thorsten Maxeiner,

Chefarzt der Klinik für Allgemein-,

Viszeral- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus

Freudenstadt. Eltern kleiner

Paenten erspart der Kinderchirurg mit

seiner Unterstützung im Schwarzwald

weite Fahrtwege. Außerdem bietet er

regelmäßig Sprechstunden für junge

Paenten ab 18 Monaten an. Der Kinderchirurg,

der zuvor 12 Jahre in einem

Entwicklungsland gearbeitet hae,

nahm damit einen Wechsel zwischen

zwei Welten vor, die

unterschiedlicher nicht

sein könnten.

6 Rundum gesund


Kinderchirurgie

aus

zwei Welten

An den Wänden im Foyer hängen bunte, von Kindern

selbstgemalte Bilder, im Regal stehen Kinderbücher und

Spiele. Dr. Guglielme hockt auf Augenhöhe seines kleinen

Paenten am Kinderbe. In der Hand hält er ein Otoskop,

das er dem Sprössling zeigt und einfühlsam erklärt, dass er

damit gleich die Pupillen des Jungen untersuchen wird. Der

hört gebannt zu, schenkt dem Mann im weißen Kiel mit

dem sympathischen Gesichtsausdruck für den Moment seine

ungeteilte Aufmerksamkeit.

Kranken Kindern wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern –

dieses Anliegen hat oberste Prämisse für Dr. Guglielme.

„Chefarzt Dr. Thorsten Maxeiner und mir war es ein wich-

ges Anliegen, heimatnah eine qualitav wertvolle kinderchirurgische

Sprechstunde anbieten zu können“, so Dr.

Guglielme. Sie dient dazu, in einer Anamnese und Untersuchung

die Erkrankung des Kindes zu erfassen, Eltern

über die weitere Behandlung aufzuklären und bei Bedarf

gleich einen OP-Termin zu vereinbaren. Angeboten wird die

Sprechstunde in der Chirurgischen Ambulanz jeden ersten

und drien Donnerstag im Monat.

Die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin mit eigens auf

Kinder ausgerichteter Noallambulanz, in der Paenten

vor und nach der Operaon behandelt werden, bietet eine

umfassende medizinische Versorgung für Kinder und Jugendliche

jeden Alters: angefangen bei der Versorgung von

Frühgeborenen bis hin zu 17-Jährigen. Untersucht und behandelt

werden nahezu alle Krankheiten aus dem Bereich

der Kinderheilkunde. Spezielle Schwerpunkte bestehen

im Bereich von Anfallskrankheiten, Allergien, Lungenheilkunde

und Infekonskrankheiten.Im Muer-Kind-Zentrum

mit Schwerpunkt Perinatologie werden auf der eigens

dafür eingerichteten Intensivstaon Frühgeborene ab 32

Schwangerschaswochen sowie kranke Neugeborene versorgt.

Eltern können auch bei einer staonären Behandlung

rund um die Uhr an der Seite ihres Kindes bleiben.

Rundum gesund 7


Kinderchirurgie

„Das erfahrene Ärzte-Team in Freudenstadt

ist bestens auf nahezu alle

Erkrankungen vorbereitet“, versichert

Dr. Guglielme. Stoßen die Kinderchirurgen

in Freudenstadt doch mal

Ich (...) freue mich, dass unsere

Arbeit einen posiven Effekt auf die

kinderchirurgische Versorgung im

Landkreis Freudenstadt hat

an ihre Grenzen, beispielsweise, weil

das Kind unter einem komplexeren

Krankheitsbild leidet oder eine komplexe

Operaon nög ist, wird es in

die nahe liegende Universitätsklinik

Tübingen verlegt. Noalleingriffe, wie

zum Beispiel Blinddarmoperaonen,

Operaonen bei Knochenbrüchen

oder eingeklemmten Leistenhernien,

können aber mit der notwendigen Experse

auch in Freudenstadt durchgeführt

werden.

Bestens vorbereitet für

kinderchirurgische Eingriffe

Kein Kind liegt gern im Krankenhaus.

Zu ambulanten Operaonen kommen

die jungen Paenten daher bereits

früh morgens und dürfen in aller Regel

am frühen Nachmiag desselben Tages

wieder nach Hause. „Die Nachbehandlung

erfolgt über den Kinderarzt,

kann aber auch bei uns in der Sprechstunde

stainden, wenn eine spezielle

Verlaufskontrolle erforderlich ist“,

so Dr. Guglielme.

Der Kinderchirurg hat sich bereits in

jungen Jahren für die Medizin entschieden,

weil er Menschen in Not helfen

wollte. „Schon während meiner Studien-

und Weiterbildungszeit in Tübingen

hae ich den Wunsch im Herzen,

als Arzt in einem Entwicklungsland zu

arbeiten“, erzählt Dr. Guglielme, der

sich diesen Wunsch später erfüllte. So

verbrachten er, seine Frau Dorothea

und die zwei gemeinsamen Kinder 12

Jahre in Kambodscha.

Viele Erfahrungen aus der Zeit von

2005 bis 2017 bleiben ihm in Erinnerung.

So beispielsweise ein siebenjähriger

Junge aus Kambodscha, der unter

einer schweren, wiederkehrenden

Haunfekon li. Seine Eltern suchten

Hilfe bei unzähligen Ärzten. Das Kind

wurde in mehreren großen kambo-

8 Rundum gesund


Kinderchirurgie

dschanischen Krankenhäusern behandelt,

bis es – zu diesem Zeitpunkt

bereits stark verängsgt – ins Mercy

Medical Center zu Dr. Guglielme

kam. Der kleine Junge hae Hauransplantaonen

hinter sich und konnte

nicht mehr laufen. Schreien und Weinen

füllten das Krankenzimmer in dem

kleinen Krankenhaus in Phnom Penh,

der Hauptstadt Kambodschas.

Von der kleinen Klinik zum

Krankenhaus

Geschichten wie diese sind Alltag für

viele Familien in dem von Armut geprägten

Entwicklungsland. Dr. Guglielme

und seine Kollegen behandelten

Menschen, die sich ärztliche Hilfe

sonst nicht häen leisten können.

Eine Krankenversicherung gibt es

nicht. Kein einfacher Job, denn sehr

Das erfahrene Ärzte-Team

in Freudenstadt ist

bestens auf nahezu alle

Erkrankungen vorbereitet

o fehlten dringend notwendige Medikamente

sowie Therapie- und Operaonsmöglichkeiten.

„Erschwerend

kam hinzu, dass die Fachausbildung

der Ärzte in Kambodscha sehr schlecht

war“, erzählt Dr. Guglielme.

Die Ausbildung kambodschanischer

Ärzte war daher neben der Versorgung

von Paenten ein weiterer

Punkt, an dem der Mediziner ansetzte:

„Zusammen mit meinen Kollegen

haben wir ein dreijähriges Weiterbildungsprogramm

in Allgemeinmedizin

angeboten.“ Seine Hauptaufgabe war

es, die jungen Ärzte in die Chirurgie

einzuführen. Unter seiner Leitung

wurde das Mercy Medical Center,

anfangs eine kleine ambulante Polyklinik,

später zu einem kleinen Krankenhaus,

das die Paentenversorgung

pre- und postoperav möglich

machte. „So konnten wir chirurgische

Eingriffe in Narkose durchführen und

erste bauchchirurgische Operaonen

vornehmen“, erklärt Dr. Guglielme.

Kompliziertere Fälle verwiesen er und

seine Kollegen an die besser ausgestaeten

Krankenhäuser in der Nähe.

Wenn den Paenten die Miel für die

Behandlung fehlten, leistete das Team

selbst finanzielle Unterstützung. Eine

sehr lehrreiche Erfahrung, findet der

Chirurg heute und schließt nicht aus,

irgendwann wieder zurückzukehren.

Für den Moment ist Dr. Guglielme

aber im Krankenhaus in Freudenstadt

absolut zufrieden und weiß vor allem

auch die technische und räumliche

Ausstaung zu schätzen. „Ich arbeite

hier sehr gerne mit meinen Kollegen

und freue mich, dass unsere Arbeit

einen posiven Effekt auf die kinderchirurgische

Versorgung im Landkreis

Freudenstadt hat“, so der Arzt. Nicht

nur der Fall des kleinen kambodschanischen

Jungen wird ihm aber dauerha

in Erinnerung bleiben. Dr. Guglielme

und seine Kollegen konnten bei

dem 7-Jährigen Jungen einen angeborenen

Immundefekt feststellen.

Der Grund für seine wiederkehrende

Haunfekon war eine einfach zu behandelnde

Krätze, die übersehen worden

war. Der Junge entwickelte sich

großarg und konnte bald wieder laufen.

Ein ganz besonderer Moment für

Dr. Guglielme: „Diese Dankbarkeit

in seinem Gesicht und dieses Lächeln

werde ich nie vergessen.“

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Allgemein-, Viszeralund

Gefäßchirurgie

Dr. Thorsten Maxeiner

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 542385

Mail: chirurgie@klf-net.de

Dr. Andrés Guglielme

Facharzt für Kinderchirurgie

Tel.: 07441 542337

Mail: kinderklinik@klf-net.de

Dr. Thorsten

Maxeiner

Dr. Andrés

Guglielme

Rundum gesund 9


Für ihr umfassendes

medizinisches Know-

How sind zwei Mediziner

des Krankenhauses

Freudenstadt vom

Focus-Magazin

Gesundheit ausgezeichnet

worden.

Prof. Dr. Klaus

Fellermann als Top

Mediziner 2018.

Dr. Said Mahsood

Amin als empfohlener

Neurochirurg der

Region Freudenstadt.

Was hil

Da

EMPFEHLUNG

2018

NEUROCHIRURG

LANDKREIS

FREUDENSTADT

FOCUS–ARZTSUCHE.DE

Für sein Engagement im Bereich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

ist Prof. Dr. Klaus Fellermann zum wiederholten Mal in Folge als

Focus Mediziner ausgezeichnet worden. Der Gastroenterologe ist im weiteren

Umkreis der einzige, der auf diesem Gebiet spezialisiert ist. Die errungenen

Lorbeeren möchte er bestmöglich zum Paentenwohl einsetzen.

10 Rundum gesund


Gastroenterologie

„Die Auszeichnung Focus Mediziner

habe ich dafür erhalten, dass ich in

diesem Bereich wissenschalich täg

war und bin, sowohl im Bereich der

Grundlagenforschung und klinischen

Prüfung neuer Medikamente als auch

im Rahmen der klinischen Versorgung

von Paenten mit chronisch entzündlichen

Darmerkrankungen“, sagt Prof.

Dr. Fellermann, Chefarzt der Medizinischen

Klinik I – Innere Medizin

im Krankenhaus Freudenstadt. Der

Magen-Darm-Spezialist war neben

Gemeinsam mit niedergelassenen

Kollegen aus der Region möchte der

Experte jetzt ein Netzwerk auauen,

mithilfe dessen Paenten mit wiederkehrendem

oder anhaltendem

Durchfall noch besser behandelt werden

können als bisher. Nach Diagnose

und Ersteinstellung sollten Betroffene

mindestens einmal im Jahr einen Gastroenterologen

aufsuchen und sich

gegebenenfalls untersuchen lassen,

um die Therapie zu überprüfen beziehungsweise

zu hinterfragen. „Das kann

ich nicht allein leisten. Dafür brauchen

wir ein Netzwerk“, appelliert der Mediziner

an Gastroenterologen und andere

Fachgruppen aus der Region, die

Paenten mit chronisch entzündlichen

Darmerkrankungen betreuen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

äußern sich durch starken

Durchfall, können mit Blut im Stuhlgang

einhergehen und Bauchschmerzen,

Fieber, Gelenkbeschwerden, Hautprobleme,

Appetlosigkeit, Müdigkeit

und Schwäche hervorrufen. Die Ursache

ist trotz aller wissenschalicher

Bemühungen bislang ungeklärt.

Entzündung bakteriellen oder viralen

Ursprungs handelt.“ Allerdings sei

etwa bei jedem Zehnten schwierig abzugrenzen,

um welche der chronisch

entzündlichen Darmerkrankungen es

sich handelt. Manche leiden unter einer

Mischform, bei einigen ändert sich

das Krankheitsbild im Verlauf der Zeit.

Dank einer umfassenden Diagnose,

die auf dem Beschwerdebild des Paenten,

der klinischen Untersuchung,

Endoskopie, Histologie und Bildgebung

fußt, ist in den allermeisten Fällen aber

bei

chronisch

entzündlichen

rmerkrankungen?

anderen spezialisierten Kollegen an

der Erstellung von Versorgungspfaden,

unter anderem der aktuell geltenden

naonalen Leitlinie zur Behandlung

chronisch entzündlicher Darmerkrankungen,

beteiligt.

Neben einer geneschen Veranlagung

werden Umwelteinflüsse als herausragende

Triebfedern einer solchen

Erkrankung angesehen, vor allem das

bakterielle Milieu des Darms („Mikrobiom“).

Die Erkrankung verläu häufig

schubförmig, kann aber auch chronisch

aureten. Phasen des Wohlbefindens

stehen Erkrankungsschüben

gegenüber. Ärzte unterscheiden vor allem

zwischen den beiden Krankheiten

Morbus Crohn und Colis ulcerosa. Im

Weiteren gehört auch die mikroskopische

Kolis dazu.

Ob eine chronisch entzündliche Darmerkrankung

vorliegt, ist Prof. Dr. Fellermann

zufolge relav eindeug erkennbar:

„Spätestens wenn der Paent

nach einem Vierteljahr mit anhaltenden

Beschwerden wiederkommt, ist es

sehr wahrscheinlich, dass es sich nicht

um eine kurzfrisge Magen-Darm-

eine klare Einordnung und damit auch

zielführende Therapie möglich.

Die Therapie erfolgt häufig durch Medikamente,

die auf die Art der Erkrankung,

den Ort der Entzündung und die

Schwere abgesmmt sind und in Tableenform,

als Spritze oder Infusion

verabreicht werden. O zum Einsatz

kommen 5-Aminosalicylate wie Mesalazin

für die milde Form oder Budesonid,

das lokal wirksam ist. Bei schwereren

Fällen bleibt meist nur Corson,

das aber vor allem bei Anwendung

über einen längeren Zeitraum erhebliche

Nebenwirkungen mit sich bringt.

Zeigen konservave Methoden keine

oder nicht die gewünschte Wirkung, ist

in manchen Situaonen auch eine Operaon

möglich. Das Ärzte-Team der Inneren

Medizin um Prof. Dr. Fellermann

smmt sich dazu regelmäßig interdisziplinär

mit Chirurgen der Klinik ab.

Rundum gesund 11


Gastroenterologie

Die Erfolgsaussichten auf eine Besserung der Beschwerden

sind in den vergangenen Jahren enorm gesegen. Ist in

den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts, als es noch kein

Corson zur Behandlung gab, noch jeder Drie an einem

schweren Krankheitsschub einer Colis gestorben, liegt die

langfrisge Sterblichkeit heute bei weniger als einem Prozent.

Auch die operaven Möglichkeiten sind inzwischen

deutlich besser als noch vor einigen Jahrzehnten. „Zwar ist

streng genommen immer noch keine Heilung möglich“, sagt

Prof. Dr. Fellermann, „wir können die Symptome aber so

weit zurückdrängen, dass diese den Paenten nicht mehr

beeinträchgen und er ungehindert am sozialen Leben teilnehmen

und in der Arbeitswelt bestehen kann“. Oberstes

Ziel ist eine klinische Remission, also eine Beschwerdefreiheit

der Paenten. Ist die gegeben, gilt der Betroffene laut

Weltgesundheitsorganisaon

WHO als

gesund, egal, was auf

medizinischen Geräten

noch zu sehen ist.

häufig habe er erlebt, dass Paenten mit chronisch entzündlichen

Darmerkrankungen sagen, es gehe ihnen gut, die

Medikamente auf eigene Faust weglassen und drei Monate

später mit einem Schub wieder vorstellig werden. „Eine gute

Paentenberatung ist die halbe Miete“, ist der Professor für

Innere Medizin daher überzeugt und pocht deshalb auf das

anvisierte Ärzte-Netzwerk.

Werden regelmäßige Kontrollen und die empfohlene Therapie

eingehalten, lasse es sich auch mit chronisch entzündlichen

Darmerkrankungen gut leben. Eine spezielle, aus

ärztlicher Sicht zu empfehlende Diät gibt es laut Prof. Dr.

Fellermann nicht. „Betroffene Paenten stellen am besten

selbst fest, was sie vertragen und was nicht. Das kann individuell

sehr unterschiedlich sein und bedarf manchmal der

Kooperaon eines Ernährungstherapeuten.“

Allerdings warnt der

Gastroenterologe

auch: „Setzt der Paent

die Medikamente

in der Ruhephase

der Erkrankung ohne

Rücksprache ab, werden

die Beschwerden

nicht selten wiederkommen.“

Schon

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Medizinische Klinik I – Innere Medizin

Prof. Dr. Klaus Fellermann

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 542389

Mail: medizinischeklinik1@klf-net.de

Prof. Dr. Klaus

Fellermann

Das sagt die

Fachgesellscha:

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen rücken immer

mehr in den gesellschalichen Fokus, auch dank der Aufklärungsarbeit

der Deutschen Morbus Crohn / Colis ulcerosa

Vereinigung (DCCV). Sie zählt unter dem Vorsitz von

Thomas Leyhe zu den größten in Deutschland und wird von

Betroffenen organisiert.

Engagement

von Betroffenen für Betroffene

Welche Beratungsangebote können Sie Betroffenen Erkrankten

und ihren Angehörigen durch Ihr weites Kompetenznetz

bieten?

Thomas Leyhe:

Innerhalb der DCCV gibt es ein vielfälges, freiwilliges Engagement

von Betroffenen für Betroffene. In den Landesverbänden

stehen engagierte Betroffene vor Ort für Informaonen

und zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Sie beraten aus

ihrer eigenen Erfahrung heraus über den Umgang und das Leben

mit einer CED. Neben Landesverbänden und regionalen

Strukturen exiseren Arbeitskreise zu besmmten Themen

und für Betroffene mit speziellen Krankheitsausprägungen,

sowie für Menschen in besonderen Lebenssituaonen. Die

freiwillig Engagierten organisieren Treffen, Paentenseminare

und -fortbildungen.

Inwieweit haben sich Aulärung und Therapie der Krankheit

in den vergangenen Jahren entwickelt ?

Thomas Leyhe:

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben in

den vergangenen Jahren durch Internet, soziale Medien und

die Aulärungsarbeit der DCCV mehr Aufmerksamkeit erfahren.

Obwohl die Ursache der Erkrankung noch nicht

gefunden wurde, wird hier intensiver denn je geforscht.

Es sind zahlreiche Medikamente auf dem

Markt und in der Pipeline, die den Betroffenen im

Schub bei schweren Entzündungen oder auch bei der Remissionsverlängerung

helfen sollen. Die DCCV bemüht sich weiterhin,

den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und nutzt

dafür alle Möglichkeiten, dieses Angebot noch auszuweiten.

Kontakt

Deutsche Morbus Crohn/Colis ulcerosa

Vereinigung e. V. (DCCV e. V.)

Bundesgeschässtelle

Thomas Leyhe

Vorsitzender

Inselstr. 1

10179 Berlin

Tel.: 030 20003920

Mail: tleyhe@dccv.de

Thomas Leyhe

Foto: DCCV e.V.

12 Rundum gesund


Neurochirurgie

Operation oder

konservative

Behandlung?

Größte Anerkennung von Paenten

und Experten: Dr. Said Mahsood

Amin, Ärztlicher Leiter des

Medizinischen Versorgungszentrums

im Krankenhaus Freudenstadt,

ist vom Gesundheitsmagazin

Fokus als empfohlener Arzt

der Region Freudenstadt 2018

ausgezeichnet worden. Auch auf

der Bewertungsplaorm Jameda

erhält der Neurochirurg durchweg

die Note 1,0. Er ist Spezialist vor

allem im Bereich der Wirbelsäule

und erhält regelmäßig größte

Komplimente von Paenten, die

er von anhaltenden Rücken- und

Beinschmerzen befreit hat.

Rundum gesund 13


Neurochirurgie

„Bester Arzt, den ich je kennengelernt habe“

„Ich habe schon einige Ärzte gehabt, aber mit großem Abstand

ist Dr. Amin der beste Arzt, den ich je kennengelernt

habe“, schreibt ein Mann, der sich nach einer Operaon

an der Wirbelsäule wieder schmerzfrei bewegen kann, auf

dem Bewertungsportal Jameda. Ein weiterer, der ein Jahr

lang wegen massiver Rückenprobleme von verschiedenen

Fachärzten untersucht worden war, pflichtet ihm bei: „Nach

ca. 20 Korsonspritzen, Akupunktur usw. war keine Verbesserung

in Sicht. Erst nachdem Dr. Amin die MRT-Bilder

genauer angeschaut hae, erkannte er, dass der Nerv im

Spinalkanal keinen Platz hae. Ich wurde sofort operiert,

die Schmerzen waren wie weggefegt.“

„Ich fühle mich sehr geehrt und bin

stolz darauf, weil ich weiß, dass so eine

Auszeichnung nicht viele bekommen“,

freut sich Dr. Amin über die posiven

Rückmeldungen. „Für mich ist das das

Ergebnis meiner innigen Beziehung zu

einem Beruf, den ich von Herzen gern

ausübe.“ Spezialisiert ist Dr. Amin im

Bereich Wirbelsäulenchirurgie, in dem er sich regelmäßig

für seine Paenten weiterbildet. Dazu gehören neben der

Therapie von Bandscheibenvorfällen beispielsweise die Diagnose

und Behandlung der Wirbelkanalstenose, ein Leiden,

das die sogenannte Schaufensterkrankheit auslöst.

Wirbelkanalstenose: Ausstrahlungsschmerz bis in die Beine

Bei einer Wirbelkanalstenose, auch Wirbelkanalenge genannt,

sind Nerven und Rückenmark zum Beispiel durch

Wirbelgelenke und Bänder der Wirbelsäule eingeengt. Das

äußert sich durch Ausstrahlungsschmerzen bis in die Beine.

Auch Schwäche und Kontrollverlust in den Gliedmaßen bereits

nach kurzem Gehen sowie kribbelnde Beine sind gängige

Anzeichen. „Weil die Krankheit schleichend kommt“, so

Dr. Amin, „führen viele sie aufs Alter zurück. Dabei lässt sich

eine Wirbelkanalenge gut operav behandeln“.

gung zu sehen“, freut sich der Neurochirurg, dass er seinem

Paenten helfen kann. In einem kurzen operaven Eingriff

enernte Dr. Amin störende Wucherungen zwischen Dornen,

Wirbeln und Bändern und schae damit mehr Platz

für die vorher eingeklemmten Nerven.

Bilder an sich sagen noch nicht viel aus

„Nach der Operaon war der Schmerz weg“, beru sich Dr.

Amin auf das Feedback seines zuvor leidgeplagten Paenten.

Bereits am ersten Tag nach dem Eingriff konnte der

66-Jährige aufstehen und laufen. Inzwischen scha er trotz

Übergewicht schmerzfrei deutlich längere Strecken ohne

sich beugen zu müssen. „Manche fühlen sich nach der Operaon,

als wären sie neugeboren, die Taubheitsgefühle in

den Beinen sind weg“, so der Neurochirurg.

Allerdings sagt er auch, dass eine Operaon nicht jedem

hil. Es gebe auch Wirbelkanalengen, die ohne Beschwerden

einhergingen und nicht operiert werden müssten. Die

Entscheidung zu konservaver Therapie oder Operaon

sollte Ihre unbedingt Fachklinik ein vor Neurochirurg Ort – im Dialog mit dem Pa-

enten selbst – treffen. „Bilder an sich sagen noch nicht

viel Krankenhaus aus“, meint Dr. Freudenstadt Amin. Daraus lasse sich beispielsweise

nicht Medizinische ablesen, wann Klinik der I – Betroffene Innere Medizin Schmerzen Dr. hat Wilhelm und wie

sie sich Prof. äußern. Dr. Klaus Erst Fellermann die genaue Befragung des Dengler Paenten in

Kombinaon Chefarzt mit einer Analyse der Bilder macht eine

Beurteilung Karl-von-Hahn-Straße und Entscheidung 120 möglich

72250 Freudenstadt

Eine Tel.: Akribie, 07441 die 54 sich 2389 auszahlt: Die

Kompetenz Mail: des medizinischeklinik@klf-net.de

bestägen unter

Neurochirurgen

anderem auf der Bewertungsplattform

Jameda viele Pa-

enten.

Zwei bis drei Jahre unter der Krankheit gelien hat auch

Jürgen Brandt*. Der 66-Jährige klagte über Kreuzschmerzen,

schwere, taube Beine und konnte kaum mehr als ein

paar Minuten stehen oder gehen. Sehr bald musste er sich

setzen oder zumindest für eine Weile den Oberkörper nach

vorn beugen. Dann immerhin ließen die Beschwerden kurzzeig

nach. „Das ist typisch für eine Wirbelkanalenge“, hat

Dr. Amin schnell den richgen Verdacht. Mehrere Ärzte hatte

Jürgen Brandt bereits konsulert, ohne einen Grund für

seine Schmerzen zu finden.

„Nicht mal auf einem Myelographie-CT (ein spezielles CT

zur Darstellung des Rückenmarkkanals, Anm. d. Red.) waren

Auffälligkeiten zu erkennen, die die Schmerzen erklärt

häen“, wundert sich zunächst auch Dr. Amin. Allerdings:

Alle Aufnahmen bisher waren im Liegen, also im Ruhezustand

des Paenten aufgenommen worden. Der mit 5000

bis 6000 Operaonen im Bereich der Wirbelsäule erfahrene

Mediziner nimmt deshalb eine Spezialuntersuchung im

Stehen und Beugen vor, die seinen Verdacht bestägen soll.

Er liegt richg: „Mit der Spezialuntersuchung war die Veren-

14 Rundum gesund

* Name von der Redakon geändert


Das sagt die Fachgesellscha:

Für Dr. Amin sind diese Lobeshymnen und die Focus-Auszeichnung

als empfohlener Arzt der Region eine wertvolle

Bestägung seiner Arbeit und ein Grund, sich noch mehr

ins Zeug zu legen. „Zufriedene Paenten spornen mich an,

mich weiter so zu bemühen“, sagt der Wirbelsäulenspezialist.

Immer mehr Krankschreibungen sind auf Rückenschmerzen zurückzuführen.

Prof. Dr. Andreas Veihelmann, Präsident der Deutschen

Gesellscha für Wirbelsäulentherapie, sinniert über Ursachen und

hält praksche Alltagspps für Büroangestellte bereit.

Rückenschmerzen:

Zwischen Bewegungsmangel

und Stress

Dr. Said-Mahsood

Amin

Ihre Fachklinik vor Ort

MVZ Freudenstadt GmbH

Dr. Said-Mahsood Amin

Ärztlicher Leiter

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 546030

Mail: mvz-info@klf-net.de

Warum sind Rückenschmerzen ein

häufiger Grund für Krankschreibungen?

Prof. Dr. Andreas Veihelmann:

Zum einen ist Bewegungsmangel einer

der Gründe, warum chronische

Rückenschmerzen zunehmen. Zum

anderen hängen Rückenschmerzen

mit der Arbeitsverdichtung in Arbeitsstäen

zusammen. Sitzende

Tägkeiten und Stress sind Faktoren,

die Schmerzen verstärken. Dabei

müssen Rückenschmerzen nicht

zwangsläufig eine chronische Erkrankung

als Ursache haben.

Wie werden Rückenschmerzen bestenfalls

behandelt?

Prof. Dr. Andreas Veihelmann:

Die Wirbelsäulentherapie ist ein Feld,

das von der Krankengymnask bis

hin zur offenen Versteifungsoperaon

reicht. Zunächst sollten Paenten

konservav behandelt werden, beispielsweise

mit Krankengymnask,

Physiotherapie, manueller Therapie.

Erst danach sollte über invasive Therapien

nachgedacht werden.

Die DWGT plädiert bei chronischen

Schmerzen für einen interdisziplinären

Ansatz. Warum?

Prof. Dr. Andreas Veihelmann:

Häufig reicht es bei chronischen

Rückenschmerzpaenten nicht aus,

wenn der Orthopäde nur Krankengymnask

und Schmerzmiel aufschreibt.

Oder der Orthopäde oder

Neurochirurg Spritzen gibt und operiert.

Oder der Reha-Mediziner 3

Wochen eine Rehabilitaon macht.

Wir wissen, dass das Ergebnis bei

einer interdisziplinären Zusammenarbeit

am besten ist. Dies wird als

mulmodale Schmerztherapie bezeichnet

und hil bei dem sogenannten

„Chronischen unspezifischen

Rückenschmerz“ am besten. Der

unspezifische Rückenschmerz bezeichnet

einen Schmerz ohne nachweisbare

konkrete Ursache. Der Spezifische

Rückenschmerz hingegen hat

eine konkrete Ursache, wie beispielsweise

einen Bandscheibenvorfall,

und darf operiert werden, wenn die

konservave Therapie versagt oder

Ausfallerscheinungen bestehen.

Welche Tipps können Sie beispielsweise

Büroangestellten geben, die

einer überwiegend sitzenden Tägkeit

nachgehen?

Prof. Dr. Andreas Veihelmann:

Büroangestellten empfehlen wir,

dass sie alle 20 Minuten aufstehen.

Hilfreich wäre zusätzlich die Möglichkeit,

an einem Stehpult zu arbeiten.

Wichg ist auch die Veränderung

des Sitzens oder der Haltung beim

Arbeiten. Man sollte nicht nur sitzen

oder nicht nur stehen, der häufige

Stellungswechsel ist der beste Tipp.

Ideal ist, wenn ein Betriebliches

Gesundheitsmanagement besteht,

wie beispielsweise Yoga oder Pilates

nach der Miagspause für die Mitarbeiter.

Dies gehört zu den effekvsten

Methoden die Bewegung in den

Arbeitsalltag einzubauen.

Prof. Dr. Andreas

Veihelmann

Kontakt

Deutsche Gesellscha für

Wirbelsäulentherapie e. V. (DGWT)

Prof. Dr. Andreas Veihelmann

Präsident

Milerer Bauernwaldweg 76

70195 Stugart

Tel.: 0711 6586673

Mail: info@dgwt-ev.de

Foto: DGWT e.V.

Rundum gesund 15


Geburtshilfe

Foto: Privat

ntspannt

durch die Schwangerscha

Pränataldiagnosk im Krankenhaus

Freudenstadt: mit Bluest Risiko für Down-

Syndrom frühzeig ausschließen

Mit einer zunächst traurigen Erfahrung lernt Ann-Katrin

Bronner die Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Krankenhauses

Freudenstadt kennen: Ihre erste Schwangerscha

missglückt, die Gebärmuer muss ausgeschabt werden.

„Obwohl es kein angenehmer Anlass war, habe ich mich

dort sehr wohl und aufgehoben gefühlt“, sagt Ann-Katrin

Bronner. Kurze Zeit später ist die 32-Jährige erneut beim

Leitenden Oberarzt Andreas Kuznik in der Klinik – diesmal

voller Vorfreude.

„Drei Monate nach der Ausschabung war ich wieder

schwanger. Herr Kuznik hat sich mit uns gefreut“, erinnert

sich die junge Frau und ist fasziniert vom guten Gedächtnis

des Mediziners: „Er erinnert sich an Einzelfälle, die zum Teil

Jahre zurückliegen.“ Weil das Gesamtpaket für sie smmte,

ließ sie sich von der Vorsorge über die Geburt bis zum Wochenbe

im Krankenhaus Freudenstadt betreuen. Wichg

war ihr dabei nach der traurigen Vorerfahrung vor allem,

zu wissen, dass es ihrem Sprössling gut geht. Dafür hat die

fürsorgende Muer in spe lieber die eine oder andere Untersuchung

mehr als von den Krankenkassen empfohlen

durchführen lassen.

Die Geburtshilfe im Krankenhaus Freudenstadt bietet alle

gängigen Vorsorgeuntersuchungen für werdende Müer

an. Dazu gehören die üblichen und von der Krankenkasse

finanzierten Ultraschalluntersuchungen, Roune-Blutuntersuchungen

sowie regelmäßige gynäkologische Untersuchungen.

Darüber hinaus sind eine Reihe diagnosscher

Maßnahmen möglich, die über die von der Krankenkasse

16 Rundum gesund


Geburtshilfe

bezahlten Leistungen hinausgehen. So kann zum Beispiel

bei Fruchtwasseruntersuchungen und einer sogenannten

Chorionbiopsie durch einen Sch in die Bauchdecke der

Frau Fruchtwasser bzw. Gewebe der späteren Plazenta entnommen

werden. Diese invasive Untersuchungsmethode

soll Aufschluss über das Risiko genescher Anomalien, wie

eines Down-Syndroms, geben.

„Ob weiterführende, nicht von der Krankenkasse

finanzierte Untersuchungen

notwendig sind, ist Geschmacksache“,

findet der leitende Oberarzt

Andreas Kuznik. Würden Auffälligkeiten

festgestellt, sei das keine

Indikaon für eine Abtreibung.

Vielmehr gehe es darum, Eltern

darauf vorzubereiten, dass sie

möglicherweise mit einem kranken

Kind konfronert werden. Oder

– bestenfalls – sie mit unauffälligen Ergebnissen

zu beruhigen, damit sie nicht

die nächsten 30 Wochen ziern müssen.

Weil invasive Untersuchungsmethoden wie die Fruchtwasseruntersuchung

und die Chorionbiopsie minimal auch

das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen, ist inzwischen ein

DNA-Bluest eine empfehlenswerte Alternave. Die Untersuchung

ist bereits ab der 8./9. Schwangerschaswoche

möglich, also früher als die Chorionbiopsie (10.-13. SSW)

und soll ebenfalls Aufschluss über ein mögliches Down-

Syndrom-Risiko des Ungeborenen geben. Der sogenannte

Harmony-Test erfolgt, anders als die Chorionbiopsie, per

Blutuntersuchung der Muer. Weil dazu kein Sch in die

Bauchdecke nög ist, birgt die Untersuchung kein erhöhtes

Fehlgeburt-Risiko. Krankenkassen prüfen derzeit, ob sie die

Leistung künig übernehmen. Bislang müssen werdende

Eltern die Kosten selbst tragen.

Geld, das Ann-Katrin Bronner gern inveserte. Nach der

vorherigen Fehlgeburt hae sie das Bedürfnis, sich immer

wieder die gesunde Entwicklung ihres Kindes bestägen

zu lassen. „Beispielsweise beim Ultraschall hae ich eine

höhere Taktung als üblich. Damit habe ich mich sicherer

gefühlt“, sagt Ann-Katrin Bronner – und seß damit im

Krankenhaus Freudenstadt stets auf großes Einfühlungsvermögen

und Verständnis für Ihre Sorgen. „Wir können

Anomalien auch mit einer guten Pränataldiagnosk nicht

verhindern. Aber möglicherweise tragen wir

dazu bei, dass die Muer die nächsten Wochen

der Schwangerscha beruhigt ist

und nicht bangen muss“, sagt Andreas

Kuznik.

Diese familiäre Betreuung und

die verständlichen Gespräche

mit den Gynäkologen, die aus

Sicht der jungen Muer „eine

sehr angenehme Art zu erklären“

haben, schätzte Ann-Katrin

Bronner besonders. Außerdem

überzeugten sie die gute Zusammenarbeit

zwischen Hebammen und

Ärzten und die Sicherheit, kinderärztliche

Betreuung und Geburtshilfe unter einem

Dach zu wissen. „Es war sehr angenehm. Ich habe mich

nie fremd gefühlt. Das Gesamtpaket hat einfach gesmmt

– nah und vertraut“, sagt Ann-Katrin Bronner, die im Nachhinein

auf „eine unkomplizierte Schwangerscha und Geburt“

zurückblickt.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Andreas Kuznik

Leitender Oberarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 542381

Mail: frauenklinik@klf-net.de

Andreas

Kuznik

Regel- und Zusatzleisungen

Von der Krankenkasse finanzierte Pränataldiagnosk:

• Roune-Blutuntersuchungen

• Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen

• 3 Ultraschall-Untersuchungen

(9.-12. SSW, 19.-22. SSW und 29.-33. SSW)

• HIV-Test; freiwillig

• Test auf Schwangerschasdiabetes

• Chorionbiopsie (10.-13. SSW)

• Fruchtwasseruntersuchung/Amniozentese

(üblicherweise 14.-16. SSW)

• Sonografisches Pränatalscreening,

erweiterte Pränataldiagnosk (20.-22. SSW)

Zusatzleistungen der Pränataldiagnosk:

• Toxoplasmose-Test; bei engem Kontakt zu Katzen

zahlt die Krankenkasse den Test

• Ersrimester-Screening mit Nackentransparenzmessung

und Blutuntersuchung der Muer

auf Eiweiß- und Hormonwerte (11.-13. SSW)

• Harmony-Test (ab 8./9. SSW); Blutuntersuchung,

ersetzt die von der Krankenkasse bezahlte

invasive Chorionbiopsie

Rundum gesund 17


Geriatrische Rehabilitaon

Schmerz ade ̶

mit der

richgen

Therapie

18 Rundum gesund


Geriatrische Rehabilitaon

Die Mulmodale Schmerztherapie

vereint verschiedene

Therapieformen in einem

ganzheitlichen Ansatz und

berücksichgt nicht nur

körperliche Faktoren

Etwa drei Millionen Menschen in

Deutschland leiden unter chronischen

Schmerzen, viele über Jahre

hinweg. Das muss nicht sein. In der

Geriatrischen Reha in Horb hat sich

das Team um Chefarzt Dr. Markus

Klotz erweitert und damit auch

auf die Behandlung von Schmerzpatienten

spezialisiert. Dank Dr.

Hermann Schwarz, Orthopäde und

Schmerztherapeut, wird in Horb

seit Neuestem eine Multimodale

Schmerztherapie angeboten.

Ob Physio- und Ergotherapie, Kälte- und Wärmeapplikaon,

tradionelle chinesische Medizin oder Entspannungstechniken

– die Mulmodale Schmerztherapie in Horb verbindet

all diese Therapieeinheiten. „Paenten profieren zwar

unterschiedlich von den verschiedenen Komponenten, der

Erfolg ergibt sich dennoch aus dem Zusammenspiel der diversen

Therapiemöglichkeiten“, so Dr. Klotz, „Dr. Schwarz

zieht mit seiner Experse in Horb mit ein und stellt uns seine

Erkenntnisse zur Verfügung.“ Neu eingeführt im Rahmen der

Mulmodalen Schmerztherapie wurde auch die Chinesische

Medizin durch die Ärzn Siriporn Bösche, Spezialisn für Naturheilkunde

und Akupunktur.

Besondere Herausforderungen der Schmerztherapie

In Deutschland leiden etwa 13 Millionen Menschen an chronischen

Schmerzen – die Wahrscheinlichkeit, davon betroffen

zu sein, steigt mit zunehmendem Alter. Mit dem Älterwerden

gehen eine Reihe körperlicher Veränderungen einher, die Einfluss

auf das Schmerzempfinden haben. Beispielweise verändert

sich der Bewegungsapparat: Wirbelsäule, Gelenke und

Muskulatur unterliegen Abbauvorgängen. Ebenfalls Schmerzen

auslösen können typische Alterserkrankungen wie Osteoporose

sowie Frakturen, beispielsweise nach Stürzen. Zudem

altert das Nervensystem und wird somit anfälliger. Im Gegensatz

zu akuten Schmerzen, welche maximal 12 Wochen andauern,

helfen bei chronischen Schmerzen keine einseigen

Therapien mehr.

Rundum gesund 19


Geriatrische Rehabilitaon

Dr. Schwarz

im Beratungsgespräch

mit

einer Paenn

Eine nebenwirkungsarme Alternave

„Außerdem sind ältere und hochbetagte

Paenten o bereits chronisch

krank und wurden im Verlauf ihrer Vorgeschichte

mit vielen Medikamenten

behandelt“, fügt Dr. Klotz hinzu, „die

Therapie muss auf lange Sicht an die

bestehenden Medikaonen angepasst

werden, damit die Paenten diese möglichst

gut vertragen.“ Speziell bei älteren

Paenten können Nebenwirkungen wie

Verstopfung, Appetlosigkeit, Sehstörungen

oder Verwirrtheit aureten, da

die Verstoffwechselung nicht mehr so

gut funkoniert. „Deshalb sind wir froh,

im Rahmen der Mulmodalen Schmerztherapie

auch nicht-medikamentöse

Verfahren wie die Chinesische Medizin

anbieten zu können“, so Dr. Klotz. Beispielsweise

wird bei Quigong, einer bei

den Paenten in Horb beliebten Therapieform,

bestehend aus Bewegungsübungen

und Mediaon, ebenfalls

Selbst heilungsprozesse akviert.

„Die Mulmodale Schmerztherapie

vereint verschiedene Therapieformen

in einem ganzheitlichen Ansatz und

berücksichgt nicht nur körperliche

Faktoren, sondern auch psychische und

soziale Aspekte“, so Dr. Klotz. Die enge

Verbindung zwischen geriatrischem

Schwerpunkt in Freudenstadt und der

Klinik für geriatrische Rehabilitaon in

Foto: Adobe Stock

1. Physiotherapeusche Übungen

Mit Gleichgewichts- und Kraübungen,

die sich leicht in den Alltag integrieren

lassen, sollen Koordinaon, Leistungsfähigkeit

und Kra der betroffenen

Personen verbessert und Schmerzen

gelindert werden.

2. Chinesische Klangschalen-Massage

Im Rahmen der Mulmodalen

Schmerztherapie wird in der Geriatrischen

Reha in Horb auch Chinesische

Medizin angeboten. Eine Klangschalen-

Massage oder Quigong beispielsweise

akvieren Selbstheilungsprozesse.

3. Wärmetherapie

Auszeit genießen: Wohltuende Massagen,

heiße Rollen oder Moorpackungen

sorgen für eine bessere Durchblutung

und tragen dazu bei, Verspannungen

zu lösen und blockierte Gelenke zu

befreien.

20 Rundum gesund


Geriatrische Rehabilitaon

Die „5 Esslinger“

1. Einbeinstand:

Balance auf einem

Bein

2. Dehnung:

Rumpfneigung

zur Seite

3. Wippen & Hüpfen:

Rückkehr des

Frühlings

4. Kra:

Beine & Rumpf

stärken

5. Kra:

Arme & Rumpf

stärken

Das Körpergewicht wird

bei dieser Übung auf ein

Bein verlagert, während

sich das andere Bein

vom Boden abhebt. Diese

Übung kann anfangs

auch mit Festhalten

durchgeführt werden.

Der Einbeinstand sollte

mit zunehmender Balance

bis zu zehn Sekunden

gehalten werden.

Danach Wechsel auf das

andere Bein.

Die Füße stehen hübreit.

Sie beugen sich

langsam seitwärts, sodass

die Hand am Oberschenkel

entlanggleitet.

Etwa acht Sekunden

halten und zur anderen

Seite wechseln.

Sie stehen aufrecht,

die Füße schulterbreit

auseinander und lassen

sich mehrmals locker

und gleichmäßig in die

Knie fallen. Ideal sind

164 Wiederholungen,

auf die Sie sich nach

und nach langsam

steigern können und

sollten.

Langsames Hinsetzen

und Aufstehen (je 4

Sekunden) aus einem

Stuhl mit der Standardhöhe

45 cm. Wenn

möglich sollte diese

Übung ohne Armeinsatz

durchgeführt werden.

Anfangs 5x, dann auf

10x steigern.

Liegestütz schräg gegen

eine Wand:

Die Fußspitzen stehen

rutschfest auf dem

Boden. Sie lehnen sich

schräg vorwärts gegen

eine Wand und beugen

und strecken die Arme

langsam.

5 einfache Übungen die sich leicht in den Alltag integrieren lassen

Horb ermöglicht es, dass Paenten beispielsweise

nach einem Sturz mit Knochenbrüchen

unmielbar in der Reha in

Horb weiter behandelt werden können.

Zuhause wird das Training fortgesetzt

Dort steht Dr. Schwarz Paenten als

Orthopäde und Schmerztherapeut zur

Verfügung. Nach einem umfassenden

Beratungsgespräch wird der Paent

nicht nur von dem Schmerztherapeuten

und Orthopäden betreut, auch ein Physiotherapeut

sowie ein Psychologe wird

in die Behandlung einbezogen. Neben

Physio- und Gesprächstherapie lernen

Paenten in der geriatrischen Reha in

Horb Übungen kennen, die zu Hause

weitergeführt werden können. Sie werden

individuell auf den Schmerzgeplagten

zugeschnien, je nachdem, unter

welchen Problemen der Betroffene leidet.

Für Paenten, die ihre Beweglichkeit

verbessern möchten, eignen sich die

sogenannten fünf Esslinger. Dieses Programm

sieht fünf verschiedene, einfache

Bewegungen vor, die sich leicht in den

Alltag integrieren lassen. „Sie trainieren

die Koordinaon, Leistungsfähigkeit und

Kra“, so Dr. Klotz. Angemessene Bewegung,

kombiniert mit der richgen

Medikaon und anderen Therapieanwendungen,

kann Schmerzen nicht nur

lindern, sondern auch verhindern, dass

der Schmerz chronisch wird.

Ihre Fachklinik vor Ort

Klinik für Geriatrische

Rehabilitaon Horb am Neckar

Dr. Markus Klotz

Chefarzt

Burgstall 9

72160 Horb

Tel.: 07451 940

Mail: info.geriatrische.reha@klf-net.de

Dr. Markus

Klotz

Rundum gesund 21


Psychiatrie

Vorhofflimmern oder Loch im Herzen:

Mit kleinem Eingriff

Schlaganfall-Risiko

Wenn von Operationen am Herzen gesprochen

wird, denken viele Patienten an große, risikoreiche

Eingriffe. „Das muss nicht sein“, nimmt

Prof. Dr. Florian Bea, Chefarzt der Abteilung

für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie

und Intensivmedizin, die Angst. Beschwerden

bei Vorhofflimmern oder einem kleinen Loch

im Herzen können mit einem Routineeingriff

schnell behoben werden. Damit beugen Betroffene

auch einem möglichen Schlaganfall vor.

Herzklopfen, Herzrasen, Atemnot: Viele Menschen leiden zum

Teil über Jahre hinweg unter unregelmäßigen, plötzlich auretenden

Symptomen von Herzrhythmusstörungen. „Das Vorhofflimmern

ist eine gefährliche Herzrhythmusstörung“, sagt

Prof. Dr. Bea. Der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin,

Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin warnt, dass riskante

Folgen möglich sind. „So kann es zu einer Gerinnselbildung

im Vorhof kommen. Wird dieses geronnene Blut ins Gehirn

geschwemmt, löst es dort möglicherweise einen Schlaganfall

aus“. Um das zu vermeiden, rät der Chefarzt bei besmmten

Paenten zu einer unkomplizierten Operaon: Mit einem sogenannten

Occluder, einer Art „Stöpsel“, wird der Teil des Vorhofs,

in dem sich 98% der Blutgerinnsel bilden, verschlossen.

Vorhofohr dauerha verschließen

Durch eine Punkon der Vene in der rechten Leiste führen die

erfahrenen Mediziner einen Katheter über ins rechte Herz. Es

folgt eine Punkon der Scheidewand im Bereich der rechten

Herzvorkammer. Von dort gelangt man in das sogenannte linke

Vorhofohr, Prof. Bea erklärt: „Dort können wir den Occluder

setzen und das Vorhofohr dauerha verschließen.“ Während

des Eingriffs wird miels Röntgen und Ultraschall über die

Speiseröhre der Ablauf sowie der Sitz des Occluders kontrolliert.

Nach einer Stunde ist der schonende Eingriff beendet,

nach ca. 2 Tagen darf der Paent wieder nach Hause. Drei Monate

braucht der Occluder, um einzuwachsen. „Danach folgt

eine Nachkontrolle, bei der es erfreulicherweise sehr selten

vorkommt, dass ein Occluder nicht richg sitzt“, so Prof. Bea.

Neben der

Implantation

eines Vorhofohroccluders

ist eine

gängige Behandlungsmöglichkeit

die medikamentöse

Therapie mit

Gerinnungshemmern, Medikamenten

zur Blutverdünnung.

Sie sollen verhindern, dass sich

Blutgerinnsel bilden. Allerdings

machen sie den Paenten künstlich

zum Bluter. Das ist besonders bei

älteren Paenten problemasch, die

ohnehin eine höhere Blutungsneigung

haben. „Leider kann es zu unerwünschten

und zum Teil gefährlichen Blutungen kommen“,

so der Kardiologe, „die Blutungen können

von harmlosem Nasenbluten bis zu gefährlichen

Magen- oder Gehirnblutungen reichen.“

Ist es zu einer Blutung gekommen oder bestehen

andere Kontraindikaonen gegenüber der Blutverdünnung,

kommt der Okkluder zum Einsatz.

Jeder Vierte hat ein Loch im Herzen

Nicht nur im Falle von Vorhofflimmern werden Occluder

eingesetzt. Das Verfahren kann auch bei einem Loch im

22 Rundum gesund


Das sagt die Fachgesellscha:

senken

„Effekve Ergebnisse

bei der Schlaganfallprävenon“

Linkes Vorhofohr mit

LAA-Occluder

Prof. Dr. Thomas Deneke von der Deutschen

Gesellscha für Kardiologie erklärt

im Interview, wann ein Vorhofverschluss

die bessere Wahl ist.

Linker Vorhof

Inwiefern erhöht Vorhofflimmern das

Schlaganfallrisiko?

Prof. Dr. Thomas Deneke:

Als Folge des Vorhofflimmerns fließt das

Blut unregelmäßig durch das Herz. Auf

diese Weisen können sich Blutgerinnsel bilden,

die möglicherweise einen Schlaganfall

verursachen.

Rechter Vorhof

Katheter

Herzen einen möglichen Schlaganfall

verhindern. „Jeder Mensch hat vor

seiner Geburt ein kleines Loch im Herzen“,

sagt Prof. Dr. Bea. „Es befindet

sich zwischen dem rechten und linken

Vorhof des Herzens und gewährleistet

einen reibungslosen Blutkreislauf im

Muerleib.“ Normalerweise schließt

sich das Loch nach der Geburt wieder.

Bei jedem Vierten ist das laut Deutscher

Gesellscha für Kardiologie aber

nicht der Fall. Gelangt ein Blutgerinnsel

durch das Loch hindurch, kann es bis in

das Gehirn geschwemmt werden und

ein Schlaganfall kann die Folge sein. Ein

kurzer Eingriff soll das verhindern.

der Paent kann das Krankenhaus am

nächsten Tag verlassen. „Dieses Jahr

wurden bahnbrechende Studien veröffentlicht,

die sich posiv für den

Nutzen dieses Verfahrens mithilfe von

Occludern aussprechen“, freut sich der

Kardiologe. Das Verfahren, das seit 10

Jahren am Krankenhaus Freudenstadt

prakziert werde, erfahre damit einen

hohen Stellenwert in der

Behandlung von Paenten

mithilfe von Occludern.

Prof. Dr.

Florian Bea

Was passiert bei einem Vorhofverschluss

und wann ist so ein Eingriff nög?

Prof. Dr. Thomas Deneke:

Heute kann der häufigste Entstehungsort

dieser Gerinnsel, das Vorhofohr, mit unterschiedlichen

„Schirmchenverschlüssen“

oder „Nahtverschlüssen“ nachhalg versperrt

werden. Studien zeigen, dass hiermit

sehr gute und effekve Ergebnisse bei

der Schlaganfallprävenon erzielt werden.

Aktuell ist das Verfahren im Wesentlichen

Paenten vorbehalten, die zwar aufgrund

ihres Vorhofflimmerns ein hohes Schlaganfallrisiko

haben, die aber gerinnungshemmende

Medikamente nicht (mehr)

einnehmen können. Meist liegt der Grund

dafür in Komplikaonen durch Blutungen,

manchmal liegt auch eine Unverträglichkeit

vor. Diesen Paenten können wir durch die

Vorhofohrverschlüsse als Alternave zur

Gerinnungshemmung zu einer sehr guten

Schlaganfallprophylaxe

verhelfen.

Prof. Dr.

Thomas Deneke

„Wir müssen das Loch mit dem Katheter

finden und ein Verschlusssystem

implaneren“, erläutert Prof. Bea das

Verfahren. Dieses System besteht aus

2 Scheiben, die über einen kurzen Mittelsteg

miteinander verbunden sind.

„Jeweils eine Scheibe“, so der Professor

weiter, „wird auf einer Seite des Loches

platziert. So wird die Öffnung verschlossen“.

Der Eingriff dauert 15 Minuten und

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Medizinische Klinik II – Kardiologie,

Angiologie, Intensivmedizin

Prof. Dr. Florian Bea

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 546011

Mail: catrin.heusch@klf-net.de

Kontakt

Deutsche Gesellscha für Kardiologie

- Herz- und Kreislaufforschung e. V.

Prof. Dr. Thomas Deneke

Sprecher der Arbeitsgruppe

Rhythmologie

Grafenberger Allee 100

40237 Düsseldorf

Tel.: 0211 60069243

Mail: presse@dgk.org

Foto: Herz- und Gefäßklinik Bad Neustadt

Rundum gesund 23


Pflege

Aus dem OP sind sie nicht wegzudenken:

Operaonstechnische Assistenten

(OTA) übernehmen wich-

ge Aufgaben für den reibungslosen

Ablauf von Eingriffen. Warum dazu

mehr gehört, als das bloße Anreichen

von Instrumenten, berichtet

Maximilian Kurasov. Er befindet sich

im ersten von insgesamt drei Ausbildungsjahren.

Ich bin

wunschlos

glücklich

24 Rundum gesund


Pflege

Wann entstand bei Ihnen der Wunsch, im medizinischen

Bereich zu arbeiten?

Maximilian Kurasov:

Als ich noch ein Kind war, wollte ich bereits Arzt werden

und habe Schulprakka in der Notaufnahme gemacht. Ich

wusste, dass ich unbedingt in den OP möchte. Woher der

Wunsch kam, weiß ich nicht genau. Das war einfach schon

immer so. Deshalb kam mir die Ausbildungsmöglichkeit

zum Operaonstechnischen Assistenten sehr gelegen.

Wie verläu Ihr typischer Arbeitstag?

Maximilian Kurasov:

Mein Arbeitstag beginnt immer um 7.30 Uhr im Aufenthaltsraum.

Dort sitze ich mit weiteren Mitarbeitern der

Staon zusammen und gemeinsam wird der Tagesablauf

besprochen. Nach der Besprechung geht es weiter in den

Operaons-Saal, den ich für den anstehenden Eingriff vorbereite.

Ich schalte das Licht und den Computer ein, bereite

eventuell Geräte vor, wie zum Beispiel das Röntgengerät,

und hole die benögten Einmal-Materialen.

Danach wird

der Paent von den Anästhesisten

auf dem Operaonssch

in den Saal geschoben und wir

bereiten ihn für die OP vor.

Ich überprüfe, ob alles für die

Operaon bereit ist. Je nachdem,

ob der OTA Springer oder

Instrumenerender ist, übernimmt er verschiedene Aufgaben

während der Operaon. Wenn der Eingriff vorbei ist,

baue ich alles wieder ab und richte den Raum für die nächste

Operaon.

Welche Aufgaben übernimmt der Springer, welche der Instrumenerende?

Maximilian Kurasov:

Die Arbeit des Instrumenerenden ist vielen aus dem Fernsehen

bekannt. Sie gibt das klassische Bild des OP-Assistenten

wieder: Er steht steril mit den Operateuren am Tisch und

reicht die Instrumente an. Auch der Springer befindet sich

im Operaonssaal. Er öffnet Einmal-Materialen, damit der

Instrumenerende diese entnehmen und anreichen kann,

und holt gegebenenfalls Materialien, die fehlen. Während der

Operaon dokumenert er den Operaons-Ablauf. Eine weitere

Aufgabe ist die Versorgung von entnommenen Proben

und Abstrichen, beispielsweise Gewebeproben. Beide Bereiche

sind sehr vielseig und wichg.

Was reizt Sie an der Arbeit als Operaonstechnischer Assistent?

Maximilian Kurasov:

Primär, dass ich Menschen helfen kann. Der OP bietet auch

ein sehr spannendes Arbeitsumfeld: Ein direkter Blick auf das

OP-Feld ermöglicht, die Anatomie des Menschen zu sehen.

Das ist ein sehr großes Interessenfeld von mir. Bereits nachdem

ich das erste Mal im OP-Saal war, war ich komple fasziniert

und sehr erstaunt von allem, was ich dort gesehen habe.

Welche Fähigkeiten sollte jemand mitbringen, der sich

zum OTA ausbilden lassen möchte?

Maximilian Kurasov:

Ein OTA muss Blut sehen können, widerstandsfähig sein

und ein dickes Fell haben, denn im OP kann es auch lauter

werden. Es ist sehr wichg, gut im Team arbeiten zu können.

Außerdem muss eine gewisse Selbstständigkeit während

der drei Jahre gewonnen werden, der OTA sollte sich

mit der Zeit ein gewisses Fachwissen aneignen. Interesse

und Spaß an der Anatomie sowie der Wunsch, Menschen

helfen zu wollen, sind ebenfalls sehr wichg.

Erinnern Sie sich an einen Moment in ihrer Ausbildung, der

Sie besonders gerührt hat?

Maximilian Kurasov:

Einmal sollte eine Paenn einen gynäkologischen Eingriff

bekommen. Sie hat vor Angst angefangen zu weinen, bevor

sie in den OP kam. Ich habe sie beruhigt und gefragt, ob sie

sich besser fühlen würde, wenn ich bis zur Narkose bei ihr

bleibe. Wenn ich einem Paenten

so helfen kann, sind das schöne

Momente, über die ich mich sehr

freue.

Wie zufrieden sind Sie bisher mit

Ihrer Ausbildung am Krankenhaus

Freudenstadt?

Maximilian Kurasov:

Ich bin sehr zufrieden. Besser kann es gar nicht laufen, das

Team ist toll. Es gibt niemanden, mit dem ich mich nicht gut

verstehe. Mit den anderen Mitarbeitern zu arbeiten, macht

mir großen Spaß. Das Fachwissen, das die OP-Schwestern

und Pfleger haben, ist enorm. Ich lerne hier in Freudenstadt

sehr viel. Es gibt zurzeit drei Praxisleiter, an die die Auszubildenden

sich immer wenden können, wenn sie etwas genauer

wissen wollen, Probleme aureten oder sie etwas bedrückt.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukun?

Maximilian Kurasov:

Ich wünsche mir, dass alles so bleibt, wie es jetzt gerade

ist. Ich bin wunschlos glücklich. Um ein weites Spektrum

an Fachbereichen kennenzulernen, findet die Ausbildung in

verschiedenen Krankenhäusern sta. Im nächsten Lehrjahr

bin ich leider nicht mehr in Freudenstadt. Ich hoffe, dass

alles genauso gut läu wie hier. Ich kann die Ausbildung zu

100 Prozent jedem, der sich für Anatomie, Medizin und den

OP interessiert, weiterempfehlen.

Kontakt

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Renate Merkl

Pflegedirektorin

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 546325

Mail: pflegedirekon@klf-net.de

Renate

Merkl

Rundum gesund 25


Notaufnahme

Schnelle, kompetente

Behandlung

für zufriedene Paenten

Großzügiges Wartezimmer,

modern ausgestaete Behandlungsräume,

transparenter Informaonsfluss:

Das Krankenhaus Freudenstadt hat

seine Notaufnahme von Grund auf

opmiert und sich damit nicht

nur räumlich für die steigende

Anzahl von Paenten gerüstet.

„Wir haben einen größeren und angenehmeren

Wartebereich, die Arbeitsabläufe

verbessert und alle zehn

Behandlungsräume auf den gleichen,

modernen Stand gebracht“, freut sich

Dr. Thomas Breidenbach, Chefarzt der

Notaufnahme im Krankenhaus Freudenstadt

und richtet seinen Dank an

seine Vorgesetzten: „Vater des Gedankens

war auch unser kaufmännischer

Direktor, Mahias Meier, der sich für

die Umstrukturierung stark gemacht

hat. Sowohl für Geschäsführer Ralf

Heimbach als auch für Mahias Meier,

der als kaufmännischer Direktor Teil

der Geschäsleitung ist, stehen eine

funkonierende Notaufnahme und

damit das Wohl der Paenten ganz

oben auf der Agenda.“

Die Abläufe in der Ambulanz basieren

auf dem Manchester Triage System

(MTS), das Paenten über eine Ersteinschätzung

in fünf Gruppen nach

Behandlungsdringlichkeit unterteilt:

Die Skala reicht von „sofort“ (rot) bei

Lebensgefahr über „sehr dringend“

(orange), beispielsweise bei starken

Schmerzen bis hin zu „nicht dringend“

(blau). Über zwei Monitore werden

Wartende über ihre aktuelle Posion

und die damit verbundene Wartezeit

informiert. Ist eine ärztliche Konsulta-

on überfällig, können zuvor als blau

oder grün markierte Paenten beispielsweise

in die Kategorie orange

wechseln und rutschen damit in der

Dringlichkeit nach oben.

26 Rundum gesund


Notaufnahme

Paenten haben o

keine vernünige Alternave

zur Notaufnahme

Jederzeit Verstärkung aus der Klinik

abruar

Sollten Ärzte der Notaufnahme das

Pensum mal nicht schaffen, beispielsweise

weil Reungssanitäter mehrere

Noälle gleichzeig bringen oder die

Notaufnahme stärkeren Zulauf hat

als üblich, sind in kürzester Zeit Kollegen

aus dem staonären Bereich des

Krankenhauses zur Unterstützung in

der Ambulanz. „Auf den Monitoren

im Wartebereich sehen Paenten –

selbstverständlich anonymisiert – jederzeit,

wo sie stehen und warum sie

warten müssen. Das verbessert die

Smmung in der Notaufnahme erheblich,

sowohl bei den Paenten als auch

beim Personal.“ Ebenfalls sehr wichg

ist Dr. Breidenbach, dass in der Ambulanz

im Krankenhaus Freudenstadt kein

Paent unfreundlich behandelt wird.

Dank der mit dem MTS einhergehenden

Digitalisierung wurden auch Abläufe

beschleunigt. „In der Ambulanz

wird kein Papier mehr produziert. Wir

müssen nicht mehr nach Befunden

suchen und dank der elektronischen

Paentenakte sind wichge Daten

über das Intranet von allen beteiligten

Ärzten einsehbar“, sagt Dr. Breidenbach.

So geht nichts verloren und läs-

Einteilung von

Noällen nach

dem Manchester

Triage System

(MTS)

Gruppe

1

2

3

4

5

ge Doppeluntersuchungen werden

vermieden. Hilfreich ist dem Leitenden

Mediziner zufolge auch, dass die

Räume wegen ihrer einheitlichen Ausstaung

beliebig unter den einzelnen

Fachabteilungen Allgemeinchirurgie,

Unfallchirurgie und Innere Medizin

austauschbar sind. Damit könne wesentlich

flexibler auf Noälle reagiert

werden.

Bezeichnung

Sofort

Sehr Dringend

Dringend

Normal

Nicht dringend

Maximale Wartezeit

0 Minuten

10 Minuten

30 Minuten

90 Minuten

120 Minuten

Rundum gesund 27


Notaufnahme

„Paenten haben o keine vernünige

Alternave zur Notaufnahme“

Die Umstrukturierung der Notaufnahme

war für den Kardiologen eine

notwendige Konsequenz aus den aktuellen

Gegebenheiten. Nicht nur in

Freudenstadt, sondern im gesamten

Bundesgebiet sind Notaufnahmen

überlaufen. Besonders zu den Schließzeiten

niedergelassener Allgemeinmediziner

füllen sich die Ambulanzen.

Paenten, die mit scheinbar harmlosen

Erkrankungen wie Schnupfen oder

einem Magen-Darm-Infekt in die Notaufnahme

kämen, könne man keinen

Vorwurf machen, so Dr. Breidenbach.

„Sie haben o keine vernünige Alternave

zur Notaufnahme“.

Leichte Symptome

z. B. Halsschmerzen, Schnupfen,

grippaler Infekt,

leichte Bauchschmerzen etc.

Anlaufstellen:

1. Hausarzt aufsuchen

Noall-Wegweiser

2. Ärztlichen Bereitschasdienst

der KVBW anrufen unter der

116 117

(außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten)

oder:

Noallpraxis Freudenstadt

Krankenhaus Freudenstadt

Öffnungszeiten:

Sa, So und feiertags: 09:00 bis 21:00 Uhr

3. Kinder Noallpraxis Freudenstadt

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt

unter der

01805 192 921 60

Öffnungszeiten:

Sa, So und feiertags: 09:00 bis 15:00 Uhr

Außerhalb der Öffnungszeiten des ärztlichen

Bereitschasdienstes können Sie sich

in Noällen an die Zentrale Notaufnahme

wenden.

Schwere, bedrohliche Symptome

z. B. starke Brustschmerzen, schwere Atemnot,

Schlaganfallsymptome, Knochenbrüche,

stärkste Bauchschmerzen, Bewusstlosigkeit etc.

Anlaufstelle:

Zentrale Notaufnahme

Die Zentrale Notaufnahme steht in

Freudenstadt 24 Stunden am Tag für

Noälle bereit. In akuten Noällen

erreichen Sie den Reungsdienst unter der

112

Bei der Meldung eines Noalls sollten Sie

unbedingt die folgenden fünf „W-Fragen“

beachten:

Wo ist der Noall passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Paenten oder Verletzte?

Welche Probleme oder Verletzungen?

Warten auf Rückfragen

Damit nimmt der Mediziner die Bundespolik

und Krankenkassen in die

Pflicht: „Die ambulante hausärztliche

Versorgung in der Bundesrepublik wackelt.“

Niedergelassene Ärzte, die pensioniert

werden, fänden häufig keinen

Nachfolger, Praxen seien überlastet

und Mediziner müssten am Ende des

Quartals Paenten zum Nulltarif behandeln

oder abweisen.

Erster Schrie zur Lösung des Problems

wären für ihn gesetzliche

Veränderungen, die bereits bei der

hausärztlichen Versorgung ansetzen,

beispielsweise durch ein arakveres

Abrechnungssystem, längere

Öffnungszeiten der Facharzt- und Allgemeinmedizinerpraxen

und erst im

nächsten Schri umfassenden Änderungen

in den Notaufnahmen, die das

Krankenhaus Freudenstadt mit seinen

Umbaumaßnahmen und der Einführung

des Triage-Systems bereits umgesetzt

hat.

Dr. Thomas

Breidenbach

Ihre Fachklinik vor Ort:

Zentrale Notaufnahme

Dr. Thomas Breidenbach

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 546474

Mail: info@klf-net.de

28 Rundum gesund


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Rundum gesund 29


Das sagt die Fachgesellscha:

Bagatellfälle verstopfen

Notaufnahmen

Ambulanz, Besuch beim Hausarzt

oder doch in die Portalpraxis? Über

die richgen Anlaufstellen im Krankheitsfall

berichtet Dr. Roland Stahl,

Pressesprecher der Kassenärztlichen

Bundesvereinigung.

In den Notaufnahmen werden die Paenten mit den

schwersten Verletzungen zuerst behandelt. Paenten, die

keine Noälle sind, müssen also unter Umständen länger

warten. Welche Alternaven gibt es für diese Paenten in

Krankenhäusern?

Dr. Roland Stahl:

An immer mehr Krankenhäusern gibt es sogenannte Portalpraxen.

Das sind in der Regel Einrichtungen der Kassenärztlichen

Vereinigungen, in denen Paenten behandelt werden,

die kein wirklicher Noall sind und eigentlich direkt in

den Praxen der niedergelassenen Ärzte oder – außerhalb

der Sprechstundenzeiten – vom ärztlichen Bereitschasdienst

behandelt werden müssten. Es ist leider häufig so,

dass Notaufnahmen durch sogenannte Bagatellfälle – etwa

ein eingewachsener Zehennagel – unnög verstop werden.

Hier bieten Portalpraxen eine gute Entlastung.

Was leistet der ärztliche Bereitschasdienst?

Dr. Roland Stahl:

Der ärztliche Bereitschasdienst bietet medizinische Hilfe

in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen. Dazu

können Hilfesuchende in ganz Deutschland die kostenfreie

Rufnummer 116 117 wählen. Oder direkt in eine der bundesweit

über 600 Bereitschasdienstpraxen gehen. Wir

wollen Bereitschasdienstpraxen als Portal an Krankenhäusern

weiter ausbauen und – wenn es sich als sinnvoll

erweist – diese rund um die Uhr öffnen, also auch während

der regulären Praxisöffnungszeiten. Unter www.116117.de

findet man eine Übersicht der Standorte und alle weiteren

Infos zum ärztlichen Bereitschasdienst.

Wie können Paenten und Paennnen schnell feststellen,

ob sie in die Notaufnahme oder zum niedergelassenen

Arzt gehen sollten?

Dr. Roland Stahl:

Von einem Noall spricht man, wenn es lebensbedrohlich

wird oder werden könnte. Dann sollten Paenten möglichst

schnell in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Bei Verdacht

auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zum

Beispiel sollte sofort der Reungsdienst unter 112 gerufen

werden. Gleiches gilt, wenn ein Mensch bewusstlos ist, er

eine erhebliche Bewusstseinstrübung hat oder wenn er unter

schwerer Atemnot leidet. Echte Noälle sind auch starke,

nicht sllbare Blutungen, Unfälle mit Verdacht auf starke

Verletzungen, Vergiungen und schwere Verbrennungen.

Den ärztlichen Bereitschasdienst der niedergelassenen

Ärzte, den man außerhalb der Sprechstundenzeiten

deutschlandweit unter der Rufnummer 116 117 erreicht,

sollten Paenten in den Fällen wählen, in denen sie sonst

in die Praxis gehen würden: Das kann zum Beispiel eine Erkältung

mit Fieber höher als 39 °C sein oder eine kleinere

Schniverletzung, bei der ein Pflaster nicht mehr ausreicht.

Wenn Paenten sich zwar krank fühlen, aber keine direkte

ärztliche Hilfe benögen, empfiehlt es sich, am nächsten

Werktag zum niedergelassenen Haus- oder Facharzt zu gehen.

Paenten, die sich unsicher sind, können

die 116 117 anrufen.

Kontakt

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Dr. Roland Stahl

Pressesprecher

Herbert-Lewin-Platz 2

10623 Berlin

Tel.: 030 40050

Mail: info@kbv.de

Dr. Roland

Stahl

Foto: lopataaxens.de

30 Rundum gesund


Klinikführer

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Krankenhaus Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-0

Fax: 07441 54-2271

E-Mail: info@klf-net.de

www.klf-net.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Gunter Kaißling

Anästhesie und Intensivmedizin

Dr. Thorsten Maxeiner

Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Dr. Benjamin König

Unfall-/ Orthopädische Chirurgie

Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. Gerald Hellstern

Kinder- und Jugendmedizin

Prof. Dr. Klaus Fellermann

Medizinische Klinik I – Innere Medizin

Prof. Dr. Florian Bea

Medizinische Klinik II – Kardiologie,

Angiologie, Intensivmedizin

Dr. Wilhelm Dengler

Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomak

Dr. Marn Hillitzer, Dr. Stephan Stolpe

Radiologie und Nuklearmedizin

Dr. Gerald Hellstern

Sozialpädiatrisches Zentrum

Prof. Dr. Florian Bea, Dr. Thorsten Maxeiner,

Dr. Stephan Stolpe

Gefäßzentrum

Dr. Hermann Schwarz

Gunter Kaißling

Mulmodale Schmerztherapie

Medizinisches Versorgungszentrum

Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6030

Fax: 07441 54-2740

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Said-Mahsood Amin

Leiter MVZ Freudenstadt

Medizinisches Versorgungszentrum

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel.: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Maria-Regine Kaufmann

Leiterin MVZ Horb

Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel.: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

E-Mail: info.geriatrische.reha@klf-net.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Dr. Markus Klotz

Innere Medizin/Geriatrie

Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

und MVZ in Horb a. N.

Belegabteilungen

Belegarzt Dr. Jürgen Stolper

Belegarzt Michael Ehrmann

Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

Dr. Carsten Schulte

Zahn-, Mund-, Kieferchirurgie

Kooperaonsärzte

Dr. Ulrich Schneider

Dermatologie

Dr. Ralf Ramsperger

Orthopädie und Unfallchirurgie

Rundum gesund 31


Ihr Weg zu uns

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt

gGmbH

B 462

Krankenhaus

Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-0

Fax: 07441 54-2271

Mail: info@klf-net.de

Murgtalstraße

Wildbader Straße

Marktplatz

B 28

B 28

B 294

Klinik für Geriatrische

Rehabilitaon

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

Altheimer Straße

Klinik für

Geriatrische Rehabilitaon

Horb am Neckar

B 32

Isenburger Straße

B 14

Neckar

Mühlener Straße

Wildbader Straße

Noall

Die Zentrale Notaufnahme steht in Freudenstadt 24 Stunden

am Tag für medizinische Noälle bereit.

In akuten, lebensbedrohlichen Noällen erreichen Sie die

integrierte Leitstelle des Reungsdienst unter der

112

Bei der Meldung eines Noalls sollten Sie unbedingt die

folgenden fünf „W“ beachten:

Wo ist der Noall passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Paenten oder Verletzte?

Welche Probleme oder Verletzungen?

Warten auf Rückfragen

In dringenden Fällen sowie bei Arbeits-, Sport- und Schulunfällen

steht Ihnen rund um die Uhr die

Noall-Ambulanz in Freudenstadt zur Verfügung.

Diese ist über die

07441 54-6474

zu erreichen.

In weniger dringenden Fällen wenden Sie sich an den

ärztlichen Bereitschasdienst der KVBW unter der

116 117

(außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten)

www.klf-web.de

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