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Visioness

Heft 4 | Sommer/Herbst 2019

RUNDUM

GESUND

Patientenzeitschrift

Patientenzeitschrift

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Diabetes:

Mit Pfeil und Diabetes-

Pumpe zu Olympia

Seite 16

Medizin im Portrait:

Im Krankenhaus spielt

alles zusammen

Seite 24

Medikamente oder OP:

Häufiges Sodbrennen

gezielt behandeln

Seite 26

Brustzentrum:

moderne Medizin in familiärer Atmosphäre

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt

gGmbH


Editorial

Editorial

Liebe Paennnen und Paenten,

liebe Leserinnen und Leser,

für Ihr Wohlbefinden und eine bestmögliche Behandlung setzen wir im Klinikum

Freudenstadt zunehmend auf fachübergreifende Medizin, sta auf strikt getrennte

Fachbereiche. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn Spezialisten aus mehreren

Bereichen bei Diagnose und Therapie zusammenarbeiten, werden Paenten

umfassend versorgt, ohne von einem Facharzt zum anderen laufen zu müssen.

Das ermöglicht eine Rundumversorgung, in der die Zweitmeinung inbegriffen ist.

Das Ergebnis dieser engeren Verzahnung ist die bestmögliche Therapie für den

Paenten.

Etabliert hat sich dieser Ansatz in unserem zerfizierten Brustzentrum. Mediziner

unterschiedlicher Spezialisierung aus Freudenstadt arbeiten hier eng mit dem

Universitätsklinikum Tübingen zusammen. Damit ermöglichen sie eine medizinische

Behandlung aus einem Guss: vom Erstgespräch über die Operaon und

Chemotherapie bis hin zu Nachsorge oder Palliavmedizin. Welche Akonen das

Brustzentrum in Freudenstadt besonders machen und warum Frauen sich sogar bei

der Chemotherapie den Umständen entsprechend wohlfühlen, lesen Sie im Beitrag

„Brustzentrum im Klinikum Freudenstadt bietet moderne Medizin in familiärer

Atmosphäre“.

Neu gegründet ist unser Refluxzentrum. Unter der Leitung von Privatdozent Dr.

René Hennig, neuer Chefarzt der Viszeralchirurgie, und Prof. Dr. Fellermann,

Gastroenterologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik I, werden Paenten mit

krankhaem Sodbrennen aus konservaver und chirurgischer Perspekve beraten

und betreut. Die Mediziner entscheiden gemeinsam mit dem Betroffenen, welches

Vorgehen den größten Erfolg verspricht. Wie eine Therapie im Refluxzentrum Freudenstadt

aussehen kann, erfahren Sie im Beitrag „Medikamente oder OP? Häufiges

Sodbrennen gezielt behandeln“.

Die Bildung weiterer Zentren für eine umfassende interdisziplinäre Therapie setzen

wir im Neubau weiter fort, der im Jahr 2021 bezogen werden soll. Welche Zentren

konkret geplant sind, lesen Sie im Bericht „Klinik-Neubau verspricht bessere

Behandlungsstrukturen“.

Im Namen aller Mitarbeiter des Klinikums Freudenstadt wünsche ich Ihnen und

Ihrer Familie alles Gute und beste Gesundheit.

Ihr

Ralf Heimbach

Geschäsführer Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

2 Rundum gesund


Inhalt

Inhalt

Chaos der Hormone: Neue endokrinologische Sprechstunde

im Krankenhaus Freudenstadt hil bei hormonellem

Ungleichgewicht ........................................................................ 4

Titelthema:

Brustzentrum im Klinikum Freudenstadt bietet

moderne Medizin in familiärer Atmosphäre .............................. 6

Nach Brust-OP: Rhythmische Einreibungen wecken

Hoffnung und neue Lebenskräe .............................................. 10

6

0

Lichtblick am Ende des Tunnels: Interview mit

Heide Wagner-Aescht, Leiterin Schmeerlinggruppe ............... 12

Neuer Fachbereich und personelle Verstärkung

im MVZ Freudenstadt ............................................................... 14

Mit Pfeil und Diabetes-Pumpe zu Olympia .............................. 16

Klinik-Neubau verspricht bessere Behandlungsstrukturen .... 21

Einzelzimmer, Komfort-Be und Flachbildfernseher

Klinikum Freudenstadt bietet neue Wahlleistungsstaon .......... 22

Serie Medizin im Portrait: „Im Krankenhaus spielt alles

zusammen“ – Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten .. 24

Medikamente oder OP? Häufiges Sodbrennen gezielt behandeln

Neues Refluxzentrum im Klinikum Freudenstadt ...................... 26

4

16

„Das Klinikum Freudenstadt ist sehr gut aufgestellt“

Interview mit dem neuen Chefarzt der Allgemein-, Viszeralund

Gefäßchirurgie, PD Dr. René Hennig ................................... 28

Klinikführer ............................................................................... 31

Impressum

Herausgeber:

Redakonsleitung:

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH Cornelia Schreib

Postanschri:

Inhaltliches und grafisches Konzept,

Krankenhaus Freudenstadt, Öffentlichkeitsarbeit, Redakon und Realisierung:

Karl-von-Hahn-Straße 120, 72250 Freudenstadt Visioness GmbH, Heidelberg

E-Mail: cornelia.schreib@klf-net.de

Druck:

Tel.: 07441 54-6143

Drescher Full-Service Versand GmbH, Leonberg

Fax: 07441 54-2271

Bildquellen:

Internet: www.klf-web.de

Alle Fotos stammen aus den Einrichtungen der Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH, wenn nicht anders angegeben.

24 26

Alle in diesem Magazin

enthaltenen Empfehlungen

ersetzen nicht den ärztlichen

Rat. Bie suchen Sie bei

gesundheitlichen Beschwerden

Ihren Hausarzt oder niedergelassenen

Facharzt auf.

Rundum gesund 3


Endokrinologie

Hirnanhangdrüse (Hypophyse)

Zirbeldrüse (Epiphyse)

Schilddrüse

Thymusdrüse

Bauchspeicheldrüse

Nebenniere

Endokrine

Drüsen

Hoden

Eierstock

Chaos der

Angstzustände, Hitzewallungen,

Schlafstörungen: Ein Ungleichgewicht

des Hormonhaushalts ist nicht nur

unangenehm, sondern kann auch zu

schwerwiegenden Erkrankungen führen.

Diesen widmet sich Dr. Markus Klotz.

Der Facharzt für Innere Medizin hat eine

Sprechstunde nach Freudenstadt gebracht,

die sonst nur in Großstädten zu finden ist.

4 Rundum gesund


Endokrinologie

Die Endokrinologie befasst sich mit

Hormonen und hormonell bedingten Allergien, Herz-Kreislauf-Beschwerden

Erkrankungen. Hormone sind biochemische

Botenstoffe, die im Körper wichge

Aufgaben übernehmen: Sie übermieln

Informaonen und regulieren bedeutsame

Vorgänge im Körper, unter anderem

den Stoffwechsel, die Sexualität und

Fortpflanzung und den Blutdruck. Gebildet

werden Hormone von unterschiedlichen

Drüsen wie beispielsweise der Hirnanhangdrüse,

der Thymusdrüse und

der Schilddrüse (siehe Schaubild links).

oder Smmungsschwankungen.

„Ich beginne mit einer Anamnese und

prüfe, ob die vermutete Krankheit tatsächlich

hormonellen Ursprungs ist“,

erläutert Dr. Klotz. Darauf folgen eine

körperliche Untersuchung mit Blutentnahme

und eine Ultraschalluntersuchung.

Aufgrund der Ergebnisse kann

Dr. Klotz einen Therapievorschlag machen

sowie den Paenten an Kollegen

überweisen. Je nach Befund behandelt

er die Paenten selbst. „In der Sprech-

Hormone

Kinder mit Wachstumsstörungen, Jugendliche

mit Pubertätsstörungen,

Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch

oder Senioren mit Osteoporose – endokrinologische

Erkrankungen betreffen

alle Altersgruppen und Geschlechter.

„Deshalb ist Endokrinologie ein

Schnipunkach“, so Dr. Klotz, „und

ich bin quasi die Schnistelle.“ Der Mediziner

führte die endokrinologische

Sprechstunde bereits 15 Jahre lang an

einem anderen Standort und bringt seine

Erfahrung nun in Freudenstadt ein.

Invasive Eingriffe während der

Sprechstunde möglich

Hormonelle Störungen können verschiedene

Organe oder die Knochen

betreffen und in seltenen Fällen zu

Tumoren führen. „Zum einen gehören

die großen Volkskrankheiten, wie die

Osteoporose und Schilddrüsenkrankheiten

zu dem Fachgebiet“, erklärt Dr.

Klotz, „zum anderen gibt es seltene

Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse,

der Nebennieren oder auch der Geschlechtsdrüsen.“

Hormonerkrankungen

werden in der Regel mit Hilfe von

konservaven Therapien, also medikamentös,

behandelt. In seltenen Fällen

führt Dr. Klotz invasive Eingriffe direkt

in der Sprechstunde durch: „Ich entnehme

zum Beispiel ultraschallgesteuert

Gewebe aus der Schilddrüse oder

dem Lymphknoten.“

Verbesserung der Lebensqualität

Grund für den Arztbesuch sind häufig

Gewichtszunahme, Hautprobleme,

stunde geht es um Symptomkontrolle,

Prognoseverbesserung und letztendlich

um die Verbesserung der Lebensqualität“,

fasst der Mediziner zusammen.

Enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen

Fachärzten

„Niemand wird mit seiner Diagnose

alleingelassen“, verspricht Dr. Klotz,

„ich habe Ansprechpartner in der

Umgebung, beispielsweise Chirurgen,

die auch anspruchsvolle Operaonen

durchführen können“. Die Versorgung

von Diabetes, auch Teil der endokrinologischen

Erkrankungen, wird durch

niedergelassene Diabetologen abgedeckt.

Montag, Miwoch und Freitag

von 8:30 Uhr bis 11:30 Uhr können Pa-

enten die Sprechstunde im Klinikum

Freudenstadt in Anspruch nehmen.

Dr. Markus

Klotz

Ihre Fachklinik vor Ort

Klinikum Freudenstadt

Medizinische Klinik I

Dr. Markus Klotz

Facharzt für Innere Medizin

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2690

E-Mail: info@klf-net.de

Das sagt die Fachgesellschaft:

Hormonelle Erkrankungen:

Die Suche nach der

Nadel im Heuhaufen

Der Paent hat anhaltende Beschwerden, eine Ursache

ist aber nicht zu erkennen. Warum das gerade

bei hormonell bedingten Erkrankungen manchmal

so ist, erläutert Prof. Dr. Mahias Weber, Pressesprecher

der Deutschen Gesellscha für Endokrinologie.

Wie viele Menschen leiden schätzungsweise an hormonellen

Erkrankungen? Gibt es besmmte Personengruppen,

die besonders betroffen sind?

Prof. Dr. Mahias Weber: Eine allgemeine Zahl von

Erkrankten lässt sich nicht festlegen, da hormonelle

Erkrankungen sehr vielfälg und unterschiedlich sind:

Auf der einen Seite gibt es die Volkskrankheiten, wie

Bluthochdruck, Osteoporose oder auch Diabetes, die

hormonell bedingt sein können, andererseits aber

auch viele seltene und unbekannte Erkrankungen.

Auch besmmte Risikogruppen für hormonelle Erkrankungen

sind nicht pauschal festzumachen.

Warum ist die Diagnose von Hormonerkrankungen

in vielen Fällen schwierig?

Prof. Dr. Mahias Weber: Untersuchungen können

bei hormonellen Störungen sehr kompliziert sein. Das

liegt zum einen daran, dass bei der Anamnese der Pa-

ent im gesamten Kontext betrachtet werden muss.

Außerdem schwanken Hormone, sodass ein aussagekräiges

Ergebnis o nicht durch eine einzelne Laboruntersuchung

erzielt werden kann.

Sie veranstalten jedes Jahr im September die Deutsche

Hormonwoche. Was ist das Ziel dieser Veranstaltung?

Prof. Dr. Mahias Weber: Die Deutsche Hormonwoche

soll ein Bewusstsein für die zentrale Rolle der

Hormone schaffen und für hormonell bedingte Erkrankungen

sensibilisieren. Sie bietet Paenten eine

Plaorm, um sich bei Experten umfassend zu informieren.

Außerdem finden in ihrem Rahmen Tagungen

zum fachlichen Austausch von Medizinern sta.

Prof. Dr. Mahias Weber

Kontakt

Deutsche Gesellscha für Endokrinologie

Prof. Dr. Mahias Weber

Pressesprecher

Hopfengartenweg 19

90518 Altdorf

Tel.: 09187 97 424-11

E-Mail: dge@endokrinologie.net

Bild: Deutsche Gesellscha für

Endokrinologie

Rundum gesund 5


Frauenheilkunde

Brustzen

Aus dem Chemotherapie-Raum im Klinikum Freudenstadt ist leises

Smmengewirr, gelegentlich unterbrochen von herzhaem Lachen zu

hören. Fünf Frauen mit Brustkrebs sitzen im Halbkreis zusammen

und tragen ihr Schicksal gemeinsam – und wie es scheint mit einer

gewissen Leichgkeit. „Ich häe nie gedacht, dass ich gern

hierherkommen würde“, sagt Marianne Finkbeiner, die seit

November regelmäßig zur Chemotherapie im Klinikum Freudenstadt

ist und sich gleichermaßen überrascht wie erfreut

über die gesellige, ungezwungene Atmosphäre zeigt.

6 Rundum gesund


trum

Frauenheilkunde

im Klinikum

Freudenstadt bietet

moderne Medizin in

familiärer Atmosphäre

Die Diagnose Mammakarzinom ist ein herber

Schlag für Betroffene und deren Angehörige und

engste Vertraute. Neben der Angst vor einer

ungewissen Zukun beginnt ein Marathon aus

Untersuchungen, Chemotherapie und organisatorischen

Herausforderungen, insbesondere,

wenn kleine Kinder zu versorgen

sind. Mit einer liebevollen

Betreuung, prakschen Tipps,

Angeboten für Kinder und Medizin

auf höchstem Niveau gibt

das Klinikum Freudenstadt alles,

um die Krankheit für Frauen mit

Brustkrebs und deren Familien so

erträglich wie möglich zu machen.

Versorgung aus einer Hand: vom

Erstgespräch bis zur Nachsorge

In der eigenständigen Außenstelle

des Universitätsklinikums Tübingen,

dem zerfizierten Brustzentrum Tübingen

im Klinikum Freudenstadt,

bekommen Paenten aus der Region

wohnortnah eine umfassende medizinische

Versorgung aus einer Hand:

vom Erstgespräch über die OP und

Chemotherapie bis hin zur Nachsorge

oder Palliavmedizin.

„Wir arbeiten eng mit dem Universitätsklinikum

Tübingen zusammen und können damit Behandlungen

auf höchstem Niveau anbieten“, sagt Dr.

Jürgen Schulze-Tollert, Chefarzt der Frauenheilkunde

und Geburtshilfe im Klinikum Freudenstadt.

Einmal in der Woche werden die aktuellen

Fälle mit den Kollegen aus Tübingen besprochen

und gemeinsam über die bestmögliche und leitlinienorienerte

Therapie wie Operaon, Chemotherapie

oder Hormontherapie beraten. Auch

weiterführende Untersuchungen und Therapien

sind direkt vor Ort möglich.

Rundum gesund 7


Frauenheilkunde

Uns ist der persönliche

Kontakt und eine familiäre

Atmosphäre wichg.

Brusterhaltende Operaon bei maximaler

Sicherheit

Dabei verbinden die erfahrenen Ärzte

notwendige operave Eingriffe

mit besonderem Blick auf die körperliche

Integrität der Frau. „In den

1980er-Jahren war nur die Frage nach

Brustenernung oder nicht. Heute

können wir viel differenzierter vorgehen“,

so Dr. Schulze-Tollert. An erster

Stelle steht für ihn und sein Team

selbstredend die Sicherheit, also die

Gesundheit der Frauen. Allerdings

wird im zweiten Schri auch an kosmesche

Möglichkeiten gedacht. Das

Moo lautet: „So viel Brustgewebe

wie nög, so wenig wie möglich zu

enernen.“ Ist es doch nög, die gesamte

Brust abzunehmen, kann mit

plassch-ästhescher Chirurgie bei

Bedarf auch ein Wiederauau der

Brust vorgenommen werden.

Zudem liegen Ärzten und Mitarbeitern

des Brustzentrums vor allem eine familiäre

Atmosphäre und das seelische

Wohl der Paennnen am Herzen.

Während vielerorts Pflegekräe aufgrund

der zunehmenden Leistungsverdichtung

am Rande ihrer Belastbarkeit

stehen, schätzt Dr. Schulze-Tollert

sein starkes Team aus Ärzten und

Pflegekräen, die auf Bedürfnisse der

Betroffenen eingehen und sich Zeit für

Gespräche nehmen. „Das wissen unsere

Paennnen zu schätzen“, freut

sich der Mediziner.

Das Schicksal gemeinsam tragen:

Chemotherapie in gemütlicher Runde,

sta isoliert in Reih und Glied

Die Seele der Tagesklinik ist für viele

das pflegerische Team unter der Leitung

von Silke Schaefer-Hess. Die onkologische

Fachkrankenschwester mit

der Zusatzqualifikaon Palliavcare

betreut mit ihrem Team Paennnen

während ihres Aufenthalts und zwischen

den Behandlungen. Sie informiert

über Nebenwirkungen, Laborergebnisse

und ist Ansprechpartnerin

während der Chemotherapie. „Frauen

können sich auch zwischendurch jederzeit

melden, wenn sie beispielsweise

Ergebnisse erfragen möchten“, sagt

die Krankenschwester und betont:

„Uns ist der persönliche Kontakt und

8 Rundum gesund


Frauenheilkunde

Silke Schaefer-Hess leitet

das pflegerische Team der

Tagesklinik und legt großen

Wert auf das Wohlbefinden

der Paennnen.

mit Musik und Unterhaltung. So gab

es eine Modenschau von Paennnen

für Paennnen mit Mieder- und

Bademode, die die Narben und Rückstände

der OP opmal kaschieren,

Ernährungsworkshops sowie Kosme-

kkurse, die helfen, die sichtbaren

Nebenwirkungen der Chemotherapie

zu verdecken. Teil des Ganzen und engagiert

bei Planung und Mitgestaltung

sind Paenten, ehemalige Paenten,

Angehörige, Ärzte, aber auch Selbsthilfegruppen-

und Hospizverantwortliche.

Medizinische Experten halten

Fachreferate und Paenten können in

ungezwungener Atmosphäre Fragen

stellen, die sie bisher noch nicht losgeworden

sind.

gen, wenn die Muer sich in einer

palliaven Situaon befindet“, sagt

Silke Schaefer-Hess. Auch nach einem

möglichen Tod der Muer werden die

Kinder weiter betreut.

Dieses Gesamtpaket zieht Frauen auch

weit über die Landkreisgrenzen hinaus

zu einer Therapie in den Schwarzwald.

„Könnte ich bie etwas zu trinken bekommen?“,

fragt eine Paenn, bevor

sie sich wieder in ihren Roman vere.

Eine andere bläert in einer Frauenzeitschri,

zwei weitere plaudern miteinander.

Kurze Zeit später bekommen

die Damen frisch aufgebrühten Tee

und kleine Obst-Snacks gereicht. „Ich

bin zufrieden hier. Alle sind sehr ne

eine familiäre Atmosphäre wichg.“

Deshalb seien auch die Sitzmöbel im

Chemotherapie-Raum so angeordnet,

dass vier oder fünf Frauen in neer

Runde zusammensitzen, sich miteinander

unterhalten und ihr Schicksal

gemeinsam tragen können, ansta

durch Liegen in Reih und Glied, getrennt

durch Vorhänge voneinander

abgeschoet und isoliert zu sein.

Fachvorträge, Modenschau, Schmink-

pps: Paentennachmiag bietet

Austausch und nützliche Ratschläge

Außerdem bescht die Klinik durch ein

einzigarges und umfassendes Rahmenprogramm.

Einmal im Jahr organisiert

Silke Schaefer-Hess beispielsweise

einen großen Paentennachmiag

Weitere Akonen

sind das regelmäßig

staindende MAM-

MA-Café, der Luzia-

Tag, an dem in einem

Gedenkgottesdienst

an alle erinnert wird,

die im zurückliegenden

Jahr im Krankenhaus

verstorben sind. Unter dem Mantel

des 2009 gestarteten Heart Pillow

Projekts nähen Schüler, Mitglieder von

Selbsthilfegruppen oder andere Gruppen

für Paennnen des Brustzentrums

in Freudenstadt Stoerzen, die

Trost spenden sollen und dabei auch

einen prakschen Nutzen haben: In

die Achselhöhle geklemmt helfen sie,

ein Lymphödem zu verhindern.

Schmeerlinggruppe der Sung

Eigen-Sinn begleitet Kinder betroffener

Müer

Kinder erkrankter Müer werden von

der Schmeerlinggruppe der Sung

Eigen-Sinn, die gemeinsam mit dem

Brustzentrum in Freudenstadt ins

Leben gerufen wurde, an die Hand

genommen und durch die schwere

Zeit begleitet. Es werden gemeinsame

Schwimmbadbesuche organisiert,

Spiele angeboten und handwerkliche

Tägkeiten ausgeführt. „Kinder können

dort mit geschultem Fachpersonal

über ihre Probleme und Sorgen

sprechen und werden auch aufgefan-

Für den Umstand ist es wirklich

schön, hierherzukommen.

Das häe ich nie geglaubt.

und freundlich“, findet Buasri Stolz.

Schmerzen spüre sie dabei nicht: „Die

Chemotherapie tut nicht weh. Ich bin

nur hinterher etwas müde.“ Auch Leidensgenossin

Marianne Finkbeiner

sagt: „Ich kann das Brustzentrum in

Freudenstadt gut empfehlen.“ Sie ist

seit November vergangenen Jahres in

chemotherapeuscher Behandlung im

Schwarzwald und stellt selbst etwas

erstaunt fest: „Für den Umstand ist

es wirklich schön, hierherzukommen.

Das häe ich nie geglaubt.“

Ihre Fachkliniken vor Ort

Klinikum Freudenstadt

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2381

E-Mail: frauenklinik@klf-net.de

Dr. Jürgen

Schulze-Tollert

Rundum gesund 9


Nach Brust-OP:

Rhythmische

Einreibungen

wecken Hoffnung und

neue

Lebenskräe

Der Schmerz hat nicht mehr

sie im Griff, sondern sie

haben den Schmerz im Griff

Anspannungen lösen, Trauer verarbeiten und neue Hoffnung

entwickeln: Neben Operaonen, Chemotherapie

und liebevoller Betreuung bietet das Brustzentrum im

Klinikum Freudenstadt Frauen mit Mammakarzinom

auch eine ganz ungewöhnliche Art der Krankheitsbewälgung.

Mit sogenannten Rhythmischen Einreibungen

nach Wegman und Hauschka werden durch sane

Streichbewegungen neue Lebenskräe geweckt. Bei

vielen werden dadurch nicht nur große Emoonen bewälgt,

sondern auch Schmerzen und Nebenwirkungen

der Chemotherapie verringert. Wie das funkoniert,

berichtet Tanja Schnaars, Krankenschwester und Therapeun

für Rhythmische Einreibungen im Klinikum Freudenstadt.

10 Rundum gesund


Frauenheilkunde

Was bewirken Rhythmische Einreibungen?

Tanja Schnaars: Bei großer Belastung

oder Stress kann das Gleichgewicht im

Körper kippen und Krankheit entstehen.

Rhythmische Einreibungen helfen mit

einer ganzheitlichen Körpertherapie,

das Gleichgewicht zurückzugewinnen.

Wie unterscheiden sich Rhythmische

Einreibungen von anderen Massage-

Techniken?

Tanja Schnaars: Der große Unterschied

zu Massagen ist, dass Rhythmische

Einreibungen eine druckfreie Berührungsqualität

haben. Ich übe keinen

Druck auf die Muskulatur aus, sondern

reibe den Körper oder beanspruchte

Körperstellen mit hochwergen Ölen

ein und wecke mit den rhythmisch gestalteten,

fließenden Streichbewegungen

neue Lebenskra.

Was passiert dabei?

Tanja Schnaars: Im ersten Schri geht

es darum etwas zu lösen. Das können

Anspannungen sein, die Schlafstörungen

verursachen, Emoonen nach einer

Geburt, Trauer nach Organverlust.

O schlafen Paenten nach der ersten

Behandlung in der Nachruhe schon

völlig entspannt ein, weil sie zur Ruhe

und bei sich ankommen. Im nächsten

Schri geht es darum, wieder eins zu

sein. „Bei Ihnen habe ich das Gefühl,

Sie meinen mich“, höre ich o. Gerade

Frauen, denen wegen eines Mammakarzinoms

Brustgewebe entnommen

wurde, staunen darüber, dass sie sich

noch so schön, so ganz, so heil fühlen

können. Sie entspannen trotz chronischer

Schmerzen. Auch die Nebenwirkungen

der Chemotherapie werden

schwächer.

Wie geht es Frauen nach der Therapie

bei Ihnen?

Tanja Schnaars: Der Schmerz hat nicht

mehr sie im Griff, sondern sie haben

den Schmerz im Griff und sind in der

Lage, sich wieder selbst zu pflegen.

Dazu gehört auch, dass sie die Narbe

anschauen und anfassen können und

neue Hoffnung entwickeln. Viele kommen

noch Jahre später zu mir, weil Ihnen

die Rhythmischen Einreibungen so

gutgetan haben.

Sind Rhythmische Einreibungen ausschließlich

etwas für Frauen mit

Brustkrebs?

Tanja Schnaars: Die Therapie ist

grundsätzlich für jeden zugänglich

und bei uns seit Ende 2017 auch nach

außen geöffnet. Frauen, die auf der

gynäkologischen Staon sind, im Wochenbe

liegen oder im Brustzentrum

behandelt werden, bieten wir die

Rhythmischen Einreibungen als eine

die Behandlung erweiternde Therapie

an. Ambulante Paenten des Brustzentrums

und Menschen von außen können

mit einer an der Krankenhauskasse

erhältlichen Behandlungskarte oder

einem Gutschein auf uns zukommen.

Tanja

Schnaars

Kontakt

Klinikum Freudenstadt

Rhythmische Einreibungen

Tanja Schnaars

Krankenschwester und Therapeun

für Rhythmische Einreibungen

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6141

Diagnose Mammakarzinom:

Zertifiziertes Brustzentrum:

Im Jahr erhalten bundesweit 69.000 Betroffene

die Diagnose „Mammakarzinom“, rund 18.000

sterben jährlich daran. Laut Deutscher Krebsgesellscha

ist Brustkrebs damit die häufigste

Krebserkrankung bei Frauen – und das nicht nur

in Deutschland. Allerdings ist die Heilungsrate

im vergangenen Jahrzehnt deutlich gesegen.

Grund sind eine verbesserte Früherkennung,

neue Therapiekonzepte – sowohl operav als

auch strahlentherapeusch und medikamentös

– sowie eine interdisziplinäre Betreuung in zer-

fizierten Zentren.

Das Universitäts-Brustzentrum Tübingen im Klinikum

Freudenstadt ist eine Außenstelle der

Universitätsklinik Tübingen und von der Deutschen

Krebsgesellscha und der Deutschen Gesellscha

für Senologie zerfiziertes Brustzentrum.

Spezialisten für Diagnosk, Prävenon,

Therapie und Erforschung von Brusterkrankungen

arbeiten dort nach strengen Kriterien der

beiden Fachgesellschaen.

Rundum gesund 11


Frauenheilkunde

In der Schmeerlinggruppe

finden die Kinder

einen sicheren Ort

Lichtblick

am Ende des Tunnels

Interview mit Heide Wagner-Aescht,

Leiterin Schmeerlinggruppe der Kinder- und Jugendwerksta Eigen-Sinn

Diagnose Brustkrebs. Alle Beteiligten

müssen funkonieren – eine Ausnahmesituaon,

vor allem für Kinder. Doch

woher soll die Kra kommen, wenn

die Welt aus den Fugen gerät? Die aus

Spenden finanzierte Schmeerlinggruppe

der Kinder- und Jugendwerksta

Eigen-Sinn bietet Unterstützung.

Wann und zu welchem Zweck wurde

die Gruppe gegründet?

Heide Wagner-Aescht: Die Gruppe besteht

seit 2014. Dr. Jürgen Schulze-Tollert,

Chefarzt der Frauenheilkunde und

Geburtshilfe im Klinikum Freudenstadt,

Oberärzn Dr. Yvonne Fauster

sowie Krankenschwester Silke Schaefer-Hess

haben sich Gedanken darüber

gemacht, was mit den Kindern der an

Brustkrebs erkrankten Müer passiert.

Um ihnen in ihrer Trauer zu helfen, haben

die drei den Gründer der Kinderwerksta

Eigen-Sinn angesprochen. In

der Schmeerlingsgruppe finden die

Kinder einen sicheren Ort.

Was passiert in der Gruppe?

Heide Wagner-Aescht: Wir unternehmen

viel mit den Kindern. Gehen zum

Beispiel raus in die Natur, spielen, machen

ein Picknick oder auch mal einen

Ausflug, zum Beispiel zur Wassertretanlage.

Bildkarten, Bilderbücher,

Fantasiereisen und Schwörter wie

Hoffnung, Sicherheit, Geborgenheit

sollen Raum geben, anzukommen, an

sich und die eigene Stärke zu glauben

und trotz Trauer und Trauma wieder

einen Sinn im Leben zu finden. In ihrer

Trauer wollen sich viele Kinder gar

nicht mehr spüren. Deshalb bauen sie

eine Mauer um sich herum auf. Wir

12 Rundum gesund


Frauenheilkunde

Das sagt die Fachgesellschaft:

Zerfizierte Brustkrebszentren:

Hohe Maßstäbe für Qualität

Qualifizierte Experten, die eng im

Team zusammenarbeiten und eine

Behandlung, die sich am aktuellen

Stand des medizinischen Wissens

orienert: Die Deutsche Krebsgesellscha

zerfiziert Brustkrebszentren

und möchte damit die Therapie von

Mammakarzinomen signifikant verbessern.

Dr. Katrin Mugele, Pressesprecherin

der Deutschen Krebsgesellscha,

spricht über ein Modell,

das Paenten Sicherheit und Orien-

erung bei der Suche nach einem geeigneten

Krankenhaus gibt.

Die deutsche Krebsgesellscha setzt

sich für ein spezielles Modell der

Krebsversorgung ein. Was beinhaltet

dieses Modell?

Dr. Katrin Mugele: Seit 2003 zeichnet

die DKG Einrichtungen mit besonders

hoher Behandlungsqualität als zerfizierte

Zentren aus. Bei diesen handelt

es sich um Netzwerke aus staonären

und ambulanten Versorgungsmöglichkeiten,

die auch Einrichtungen außerhalb

des Krankenhauses miteinbeziehen.

Ziel dieses Zerfizierungsmodells

ist es, den Qualitätsstandard in der

Krebsversorgung zu gewährleisten

und zu erhöhen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt

werden, um als Brustkrebszentrum

zerfiziert zu werden?

Dr. Katrin Mugele: Voraussetzung ist

die enge Zusammenarbeit aller an

der Behandlung eines Krebspaenten

beteiligten Fachrichtungen, unter

anderem in Tumorkonferenzen. Die

zusätzlichen Qualitätsanforderungen

für eine Zerfizierung basieren auf

der aktuell geltenden onkologischen

Leitlinie. So ist sichergestellt, dass

der neueste Stand des medizinischen

Wissens in die Therapie einfließt.

Außerdem müssen die Zentren die

Experse und die erforderlichen personellen

und technischen Ressourcen

für die Behandlung von Krebspaenten

nachweisen. Die Erfüllung dieser

Voraussetzungen wird nach erfolgter

Zerfizierung in jährlichen Qualitätskontrollen

belegt.

Was sind die Vorteile von zerfizierten

Brustkrebszentren gegenüber anderen

Einrichtungen mit ähnlichem

Leistungsspektrum?

Dr. Katrin Mugele: Die enge Vernetzung

verschiedener Fachrichtungen

hat signifikante und messbare Vorteile

für die Paenten: Wissenschaliche

Untersuchungen deuten darauf hin,

dass Brustkrebspaennnen, die an

DKG-zerfizierten Zentren behandelt

werden, eine verbesserte Prognose

aufweisen als solche, die in anderen

Behandlungseinrichtungen betreut

werden. Somit trägt das Zerfizierungssystem

der DKG zu einer Verbesserung

der Versorgungsqualität für

Krebserkrankte in Deutschland bei.

Dr. Katrin

Mugele

Kontakt

Deutsche Krebsgesellscha

Dr. Katrin Mugele

Pressereferenn

Kuno-Fischer-Str. 8

14057 Berlin

Tel.: 030 322 932-960

E-Mail: mugele@krebsgesellscha.de

Bild: Privat

versuchen in solchen Situaonen nicht

aufzugeben, sondern dran zu bleiben.

Die Schmeerlinggruppe ist ein sicherer

Ort, ein sicherer Hafen, an dem die

Kinder wieder lernen, dass es gut ist,

Gefühle nicht zu verdrängen. Hier sind

Menschen, die mit ihnen spielen, ihnen

zuhören und sie so schätzen, wie

sie sind – mit ihrem Kummer, ihrem

Schmerz und ihrer Trauer.

Wie wichg ist der Austausch mit anderen

Kindern?

Heide Wagner-Aescht: Vielen hil dieser

soziale Austausch, das gemeinsame

Aushalten, Ertragen und Durchhalten.

Die Kinder wissen, dass sie nicht

allein sind. Es gibt andere Kinder und

Jugendliche, denen es ähnlich geht.

Für viele ist das ein Lichtblick am Ende

des Tunnels, durch den wir mit ihnen

gemeinsam gehen.

Gab es für Sie dabei einen ganz besonderen

Moment?

Heide Wagner-Aescht: Jeder Moment

ist besonders. Besonders bewegend

sind die Momente, in denen eine Ruhe

und eine Echtheit in die Gruppe kommen.

Berührend ist auch, wenn Kinder

erzählen, dass sie wieder Hoffnung gefasst

haben und stolz auf sich sind.

Heide

Wagner-Aescht

Kontakt

Kinder-und Jugendwerksta

EIGEN-SINN: Schmeerlinggruppe

Heide Wagner-Aescht

Gruppenleiterin

Wölperwiesenweg 1

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 95-1292

E-Mail: info@kiwe-eigensinn.de

Bild: Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt

Rundum gesund 13


MVZ Freudenstadt

Richard Küchler ist

neuer Internist im

MVZ Freudenstadt

Neuer

Fachbereich

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Freudenstadt baut

sein Leistungsspektrum aus. Neben der Kardiologie und der Neurochirurgie

werden Paenten dort künig auch im Bereich der Inneren

Medizin behandelt. Internist Richard Küchler bietet seit Dezember vergangenen

Jahres vor allem endoskopische Leistungen an. Darüber hinaus

ist Dr. Birte von Meißner seit Anfang 2019 neue Ansprechpartnerin

für kardiologische Fragen.

Bronchis, Rheuma, Probleme im Magen-Darm-Trakt oder

dringende Hausbesuche: Ab sofort werden im MVZ im Klinikum

Freudenstadt als drier Schwerpunkt auch Erkrankungen

der inneren Organe behandelt. Richard Küchler betreut

Paenten derzeit in der Zweigpraxis in der Lauterbadstraße

und ab Juli 2019 an fünf Tagen in der Woche im MVZ Freudenstadt.

Spezialisiert hat der Internist sich auf endoskopische

Leistungen. „Dazu gehören die Magenspiegelung,

die Darmspiegelung mit Polyp-Enernung und die Darmkrebsvorsorge“,

konkresiert der Mediziner. Hier besteht

eine enge Zusammenarbeit mit der gastroenterologischen

Abteilung des Klinikums unter Leitung von Prof. Dr. Klaus

Fellermann. Außerdem werden Ultraschalluntersuchungen

der Bauchorgane, Check-up-Untersuchungen und Belastungs-EKG

durchgeführt.

Einen weiteren personellen Wechsel gibt es im Fachbereich

Kardiologie: Dr. Birte von Meißner übernimmt mit 20 Stunden

in der Woche die Posion von Dr. Gabriel Bernea, der

sich neuen beruflichen Herausforderungen stellt. Schwerpunkte

der Fachärzn für Kardiologie sind die transthorakale

und transösophageale Echokardiographie sowie

14 Rundum gesund


MVZ Freudenstadt

Dr. Birte von Meißner

behandelt Paenten

sowohl im MVZ als

auch in der Chest Pain

Unit der Klinik.

Damit können wir

eine opmale Verzahnung

zwischen Krankenhaus

und ambulantem Bereich

ermöglichen

und personelle

Verstärkung

im MVZ Freudenstadt

Schrimacher-ICD/CRT-Systeme. Miwochs bis freitags

behandelt Dr. von Meißner Paenten im MVZ, den restlichen

Teil ihrer Arbeitszeit unterstützt die Oberärzn wie

gewohnt die Chest Pain Unit (CPU) der Klinik. „Damit können

wir eine opmale Verzahnung zwischen Krankenhaus

und ambulantem Bereich ermöglichen“, freut die Ärzn

sich über ihre Doppelfunkon. Paenten, die staonär akut

behandelt werden mussten, können so auch nach der Entlassung

aus der Klinik weiter von ihr betreut werden. Neben

Dr. von Meißner sind nach wie vor Dr. Jacqueline Hörig,

Fachärzn für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie,

sowie Dr. Andrzej Kuzniar, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie,

Angiologie und Noallmedizin, Ansprechpartner

bei kardiologischen Fragen und Erkrankungen.

Drier Schwerpunkt im MVZ Freudenstadt bleibt die mehrfach

ausgezeichnete Neurochirurgie unter Leitung von Dr.

Said Mahsood Amin und Dr. David Eum. Die Ärzte kümmern

sich um Wirbelsäulenerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle,

Wirbelkanalenge oder Instabilität der Wirbelsäule mit

Wirbelgleiten. Dabei werden zunächst konservave Maßnahmen

wie Physiotherapie, Schmerzmiel und Wärme-

behandlung ausgeschöp. Versagen

diese Miel, beispielsweise aufgrund

größerer Bandscheibenvorfälle oder

einer Wirbelkanalenge, beratschlagen

die behandelnden Ärzte auf Basis einer gründlichen

Diagnose gemeinsam mit dem Paenten über eine mögliche

Operaon. Seit einigen Monaten werden auch spezielle

Schmerztherapieverfahren wie CT-gesteuerte Nervenwurzel-Infiltraonen

und Faceengelenk-Infiltraonen

durchgeführt. Neu ist zudem, dass die Neurochirurgen

Nerven-Engpässe am Handgelenk und Ellenbogen, das sogenannte

Karpaltunnelsyndrom und das Ulnaris-Rinnensyndrom,

operav behandeln.

Kontakt

MVZ Freudenstadt

Dr. Said-Mahsood Amin

Ärztlicher Leiter

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6030

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Said-Mahsood

Amin

Rundum gesund 15


Diabetes

Mit

Die Sehne des Bogens spannt

sich, der goldene Pfeil sirrt

durch die Luft und trifft auf

die Zielscheibe.

Die Schützin greift in ihren

Seitenköcher und schießt

erneut. Dann tritt sie zurück

und greift sich an die Seite.

Nicht der Köcher ist diesmal

das Ziel ihrer Hände, sondern

ein kleines schwarzes Gerät,

das sie aus ihrem Hosenbund

zieht. Einem Blick auf dessen

Bildschirm folgt ein Biss in

einen Müsliriegel, dann geht

Jenny Bleibel erneut an die

Schusslinie.

16 Rundum gesund


Pfeil und

Ein Einzelfall ist Jenny Bleibel nicht. In

der Diabetes-Ambulanz des Klinikums

Freudenstadt werden knapp 30 jun-

Diabetes-

Diabetes

Pumpe

zu Olympia

Sport und Diabetes

schließen sich nicht aus

Die 16-Jährige ist zweifache Deutsche

Jugendmeisterin im Bogenschießen

– und seit 14 Jahren Diabekerin. Seit

sie 12 Jahre alt ist, wird sie im Klinikum

Freudenstadt betreut und erhält dort

neben einer umfassenden Therapie

und engmaschigen Kontrollen auch

Tipps, wie sie beides gut miteinander

vereinen kann.

Diabetes ist kein Hindernis

„Sport und Diabetes schließen sich

nicht aus“, sagt Oberärzn Dr. Jasmin

Brühler, die sich auf Diabetes bei Kindern

und Jugendlichen spezialisiert hat.

„Bewegung ist sogar ausdrücklich erwünscht“,

betont die Kinderärzn und

erklärt: „Wenn Menschen Sport treiben,

brauchen sie weniger Insulin. Das

gilt für gesunde Menschen genauso wie

für Diabeker“. Voraussetzung dafür ist

die Integraon des Sports in die Tagesplanung

– vor allem im Fall von Spitzenathleten.

Wer seinen Körper gut kennt,

kann die Medikaon so steuern, dass

der Körper zum richgen Zeitpunkt

maximal leistungsfähig ist. Nur mit op-

malen Werten sind Spitzenleistungen

möglich, sodass Insulingabe und Ernährung

exakt auf den Trainings- und Wekampfplan

abgesmmt werden müssen.

Dann ist Diabetes kein Hindernis.

Diese Steuerung ist Jenny Bleibel milerweile

in Fleisch und Blut übergegangen.

Die Bogenschützin smmt all

ihre Akvitäten exakt mit Medikamenten

und bewusster Ernährung ab, um

Schwankungen im Blutzucker zu vermeiden.

Denn gerät er außer Kontrolle,

drohen schwere Folgen wie Organschäden,

Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

„Vor dem Training messe ich meinen

Blutzucker. Ideal ist für mich ein Wert

zwischen 120 und 140. Ist er zu niedrig

– beispielsweise bei 75 – esse ich noch

etwas, meist einen Müsliriegel oder

eine Banane. Ist er über 140 spritze ich

Insulin nach“, erklärt sie.

Rundum gesund 17


Diabetes

Die Krankheit sollte ins

Leben integriert werden, nicht

das Leben besmmen

ge Paenten behandelt. Circa 30.000

Kinder und Jugendliche in Deutschland

leiden an Diabetes Typ 1. Im Volksmund

ist diese Stoffwechselstörung auch als

„Zuckerkrankheit“ bekannt. Doch der

Begriff schürt falsche Vorstellungen,

denn mit übermäßig zuckerhalger Ernährung

hat die Krankheit nichts zu tun:

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung.

Dabei grei das Immunsystem

der erkrankten Kinder die Zellen

in der Bauchspeicheldrüse an, die für

die Produkon des blutzuckerregulierenden

Hormons Insulin verantwortlich

sind, und zerstört diese.

Symptome richg erkennen und zuordnen

„Für viele Eltern ist es ein herber Schlag,

wenn ihr Kind die Diagnose erhält,

manche sind erst sechs Monate alt.

Die Einstellung auf die Krankheit erfordert

großen Organisaonsaufwand

und stellt die Familien erst einmal vor

viele Fragen und Probleme. Auch gesellschalich

gesehen sind die Betroffenen

aufgrund der Diagnose leider häufig benachteiligt“,

bedauert die Kinder- und

Jugendärzn, beruhigt jedoch: „Diabetes

ist zwar nicht heil- aber gut therapierbar.

Wenn man die Regeln befolgt,

lässt sich trotz der Erkrankung ein normales

Leben führen“ – oder ein außergewöhnliches

als Spitzensportler, so wie

bei Jenny Bleibel.

Elementar dafür ist der Zeitpunkt der

Diagnose: „Je früher sie gestellt wird,

desto besser die Langzeitprognose“,

erklärt Dr. Brühler. Frühzeig erfolgen

kann sie jedoch nur, wenn die Symptome

einer Diabetesmanifestaon erkannt

und richg zugeordnet werden.

„Wenn ein Kind stark an Gewicht verliert,

auffällig mehr trinkt als sonst, häufiger

auf die Toilee geht oder ins Be

nässt, obwohl es bereits trocken gewesen

ist, kann das auf eine Diabetesmanifestaon

hindeuten“, beschreibt Dr.

Brühler erste Symptome. Im weiteren

Verlauf fühlten sich betroffene Kinder

schlapp und müde und würden über

Bauchschmerzen klagen.

Besteht der Verdacht auf Diabetes, wird

in der Kinderklinik des Klinikums Freudenstadt

eine Kombinaon verschiedener

Tests durchgeführt, beginnend mit

einem Blutzuckertest. Ist dieser Wert

erhöht, deutet das auf Diabetes hin. Um

die Diagnose abzusichern, wird das Blut

der Kinder auf Ankörper untersucht

und ein Nachweis der körpereigenen

Insulinakvität erstellt. In jedem Fall

wird zügig gehandelt: „Wir nehmen die

Erkrankten und ihre Familien staonär

auf und führen eine zehntägige Schulung

durch, in der Pfleger, Ärzte und

Diabetesberater notwendiges Wissen

zum Umgang mit der Krankheit vermitteln.

Damit wollen wir die Familien fit

machen für ihren Alltag und ihnen die

erste herausfordernde Zeit nach der

Diagnose erleichtern“, so Dr. Brühler.

18 Rundum gesund


Diabetes

Das sagt die Fachgesellschaft:

Schulprojekte und gemeinsame Ausflüge:

Stark im Umgang mit Diabetes

Diabetes ist eine Krankheit, die viel

mehr erfordert, als regelmäßig Medikamente

zu nehmen. Der gesamte Alltag

muss auf die Erkrankung abgesmmt

werden und stellt vor allem Familien

mit betroffenen Kindern vor Herausforderungen.

Dabei hil der Verein Diabe-

ker Baden-Würemberg. Heike Steck,

Leiterin des Ressorts Jugend/Familie,

erklärt wie.

Was sind Aufgaben und Ziele der „Diabeker

Baden-Würemberg“?

Heike Steck: Wir vertreten die Interessen

der Diabekerinnen und Diabeker

in Polik, Gesundheitswirtscha und Gesellscha

mit dem Ziel, die Lebenswelten

der Betroffenen in allen Bereichen zu opmieren

und die Selbsthilfe zu stärken. Die

akven Mitglieder verstehen sich als Erfahrungs-Experten,

setzen sich ehrenamtlich

für die Verbandsziele ein und stehen

mug zu ihrer chronischen Erkrankung.

Die Diagnose Diabetes ist für viele Familien

ein Schock. Wie machen Sie Betroffenen

Mut?

Heike Steck: Die Diabeker Baden-Württemberg

stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Eltern bieten wir eine Plaorm zum

Austausch. Dabei profieren alle gegenseig

von ihren Erfahrungen. Die Kids untereinander

spüren „ich bin nicht allein“

und schöpfen Kra aus gemeinsamen

Akvitäten. Auch die Geschwisterkinder

kommen bei uns nicht zu kurz.

Welche Hilfen bietet „Diabeker Baden-Würemberg“?

Heike Steck: Wenn das Kind in die Schule

oder in den Kindergarten geht, kommen

omals die ersten Hürden. Mit unserem

Projekt „Diaschulisch“ sind wir zur

Stelle und helfen unkompliziert vor Ort

in den Kindergärten und Schulen. Dort

führen wir Schulungen durch, nehmen

damit den Erziehern und Lehrern Ängste

und können so akv das Kind beim

Diabetesmanagement unterstützen. Die

Betroffenen selbst unterstützen wir mit

Selbsthilfegruppen und gemeinsamen

Akvitäten wie Fußball- und Segelcamps,

Ausflügen in den Hochseilgarten oder

Ähnliches. Damit bringen wir die Kinder

zusammen und stärken sie im Umgang

mit ihrer Erkrankung.

Kontakt

DBW Diabeker

Baden-Würemberg e. V.

Heike Steck

Ressortleitung Jugend/Familie

Karlstraße 49a

76133 Karlsruhe

Tel.: 0721 6807864-0

E-Mail: info@diabeker-bw.de

Heike Steck

Bild: Privat

Dr. Jasmin Bühler

demonstriert

einen Insulin-Pen

am „DiabeTiger“

Verschiedene Therapiemethoden ermöglichen

eine hohe Lebensqualität

Um für jedes Kind mit Diabetes die individuell

passende Therapiemethode zu

finden, grei das Diabetesteam der Kinderklink

auf diverse Methoden zurück.

Die Spanne reicht von üblichen Pens

über Insulinpumpen bis hin zu neuargen

Sensoren am Körper, die den Zucker

messen.

Die Kombinaon aus Pumpe und Sensor

nutzt auch Jenny Bleibel aus gutem

Grund. „Ein Wekampf dauert mindestens

sechs Stunden“, erklärt die Bogenschützin.

Während dieser Zeit muss sie

die Konzentraon und damit auch den

Blutzucker ununterbrochen hochhalten.

„Das geht am besten mit der Insulinpumpe“,

erklärt die Bogenschützin,

„außerdem warnt mich der Mechanismus,

wenn meine Zuckerwerte in gefährlichen

Bereichen sind“.

Bei der Bewälgung solcher, auch individueller

Herausforderungen wird in

Freudenstadt niemand allein gelassen.

Rundum gesund 19


Diabetes

Bei Verdacht auf Diabetes

wird als erstes ein Blutzuckertest

vorgenommen.

Die Kinder werden regelmäßig betreut, bei Zweifeln und Fragen

stehen die Spezialisten der Diabetes-Ambulanz jederzeit

zur Verfügung. Das Therapieprinzip ist dabei stets das gleiche:

Der Blutzuckerspiegel muss ein Leben lang überwacht und

durch Insulinverabreichungen reguliert werden. Außerdem

sollten eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebenssl

mit viel Bewegung gepflegt werden.

Und wer weiß: Vielleicht

wäre ich ohne Diabetes

niemals so gut geworden.

Was Jenny Bleibels Leben stadessen besmmt, sind ihre Ziele

und Träume. Im Sommer findet in Madrid die Jugend-Weltmeisterscha

im Bogenschießen sta – ein Event, bei dem

sie mehr als nur dabei sein möchte: „Das Treppchen wäre

schon schön. Wenn alles passt, ist das auch möglich“, wagt

sie eine vorsichge Prognose. Gefragt nach ihren langfrisgen

Zielen beginnen Jennys Augen zu leuchten: „Ich möchte zu

den Olympischen Spielen 2024 und 2028, das ist mein ganz

großes Ziel.“ Auf diesem Weg wird die Nachwuchsathlen

auch weiterhin von ihrer Insulinpumpe und dem Diabetes-Team

begleitet. Diabetes ist für sie dabei kein Hindernis.

„Ich kenne es nicht anders, als immer auf meinen Körper zu

achten. Und wer weiß: Vielleicht wäre ich ohne Diabetes niemals

so gut geworden.“

Träume leben mit Diabetes – das geht

Das erfordert Ehrgeiz, Verantwortungsbewusstsein und Disziplin

oder mit anderen Worten: Qualitäten, die herausragende

Leistungen überhaupt erst ermöglichen – ob mit Diabetes

oder ohne. Jenny Bleibel hat ihre Therapiemethode an ihr

Leben angepasst: Während ihre Trainingspartner Pause machen,

prü sie ihren Blutzucker. Wenn die anderen schon wieder

den Bogen spannen, reguliert sie noch schnell die Werte

mit Insulingaben oder kleinen Snacks. Hält sie sich an diese

Abläufe, ist die Erkrankung keine Barriere oder in den Worten

ihrer Ärzn: „Die Krankheit sollte ins Leben integriert werden,

nicht das Leben besmmen.“

Ihre Fachklinik vor Ort

Klinikum Freudenstadt

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Dr. Jasmin Brühler

Oberärzn

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2337

E-Mail: kinderklinik@klf-net.de

Dr. Jasmin

Brühler

20 Rundum gesund


Neubau

Und was bringt der Teilneubau für die

Paenten? „Bessere Behandlungsstrukturen,

eine engere Verzahnung

und die Bildung von fachübergreifenden

Zentren. So soll es beispielsweise

eine zentrale Aufnahmediagnosk auf

Facharztniveau geben sowie ein interdisziplinäres

Aufnahmemanagement.

Als Zentren sind ein mulmodales

Schmerzzentrum, ein Darmzentrum,

Bauchzentrum, Traumazentrum sowie

ein Zentrum für Altersmedizin

geplant“, erläutert Ralf Heimbach.

„Damit stärken wir automasch die

interdisziplinäre Zusammenarbeit von

Ärzten und Pflegepersonal und damit

eine ganzheitliche Behandlung jedes

einzelnen.“

Praksch und modern:

Klinik-Neubau verspricht bessere

Behandlungsstrukturen

In Kürze beginnt auf der freistehenden Wiese neben dem Krankenhaus Freudenstadt

der Neubau für ein modernes Klinikum.

Künig werden im Erdgeschoss die

Notaufnahme und Behandlungsräume

untergebracht sein, im ersten Obergeschoss

OP, Kreißsäle und die Kinderklinik,

im zweiten und drien OG Been

für staonäre Paenten der einzelnen

Fachkliniken. Ein großer Innenhof und

eine moderne Caféteria laden zum Verweilen

ein. Die Psychiatrie schließt mit

zwei Etagen in einem extra Gebäude

an. Der Umzug aus dem alten ins neue

Gebäude ist für Ende 2021 geplant.

„Unser Krankenhaus ist über 40 Jahre

alt und entspricht nicht mehr den heu-

gen medizinischen Anforderungen“,

begründet Geschäsführer Ralf Heimbach

die auf knapp unter 90 Millionen

Euro geschätzten Invesonen. „Ein

modernes Krankenhaus ist ein wichger

Standortvorteil für unseren Landkreis“,

ergänzt Landrat Dr. Klaus Michael

Rückert.

Kreistag und Aufsichtsrat haben sich

diese Entscheidung nicht leicht gemacht:

Bereits im Jahr 2013 wurden die

ersten Gutachten erstellt und verschiedene

Varianten geprü. Der nun zur

Realisierung vorgesehene Teilneubau

hat sich als langfrisg günsgste und

betriebsfreundlichste Alternave erwiesen

und wurde deshalb vom Kreistag

in seiner Grundsatzentscheidung

im Juli 2016 auf den Weg gebracht. Mit

dem Baubeschluss, der am 4. Februar

2019 einsmmig gefasst wurde, hat der

Kreistag eine wegweisende Entscheidung

für eine langfrisge hochwerge

Krankenhausversorgung für Bürger, Unternehmen

und Gäste getroffen.

„Ich bin dem Kreistag sehr dankbar für

diese muge Entscheidung. Sie stellt

immerhin die größte Einzelinveson

seit Bestehen des Landkreises dar“,

so Landrat Dr. Klaus Michael Rückert.

„Darüber hinaus bin ich dem Land Baden-Würemberg

und hier vor allem

dem Sozial- und Integraonsminister

Manne Lucha sehr zu Dank verpflichtet,

da er den Teilneubau mit einem

Förderbetrag in Höhe von 54 Millionen

Euro unterstützen wird.

Diese überdurchschnilich hohe Förderung

stellt ein Bekenntnis des Landes

zur Bedeutung dieses Bauvorhabens

für die Menschen im Nordschwarzwald

dar. Ohne die tatkräige Unterstützung

des Landes in diesem Umfang könnte

der Landkreis Freudenstadt diese Inveson

nicht stemmen!“

Dr. Klaus Michael

Rückert

Kontakt

Landratsamt Freudenstadt

Dr. Klaus Michael Rückert

Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender

der KLF gGmbH

Ralf Heimbach

Kontakt

Klinikum Freudenstadt

Ralf Heimbach

Geschäsführer

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2376

E-Mail: info@klf-net.de

Bild: Landratsamt

Freudenstadt

Rundum gesund 21


Einzelzimmer,

Komfort-Be,

und

Flachbildfernseher

mit Zusatzprogrammen

An der Wand hängt ein Bademantel, auf dem Bett liegen frische

Handtücher und ein kleines Waschtäschchen mit den wichtigsten

Bad-Utensilien: Duschzeug, Shampoo, Bodylotion. Was nach einem

gemütlichen Hotelzimmer klingt, ist die Wahlleistungsstation im

Klinikum Freudenstadt. Mit größeren Räumen, Einzelbelegung der

Zimmer, modernen Fernsehgeräten und zusätzlichen Serviceleistungen

offeriert die Klinik Patienten seit März 2019 auf der Wahlleistungsstation

eine extra Portion Komfort. Das Ziel: Maximales

Wohlbefinden trotz Krankheit und eine entspannte Genesung.

„Es gibt Paenten mit leichteren Erkrankungen

und geplanten Eingriffen,

die auch beim Krankenhausaufenthalt

Wert auf ein besseres Ambiente legen“,

sagt Klinik-Geschäsführer Ralf Heimbach.

„Das haben wir in der Vergangenheit

nicht bieten können“, so Heimbach

weiter, „aber jetzt eingerichtet“.

Im 4. Stock der Klinik können Paenten

sich in Einzelzimmern mit gehobener

Ausstaung voll und ganz auf

das Gesundwerden konzentrieren.

Jedes Zimmer ist mit einem elektrisch

verstellbaren Komfort-Be, einem

modernen Flachbildfernseher mit Zu-

22 Rundum gesund


Wahlleistungsstaon

Klinikum Freudenstadt bietet

auf neuer Wahlleistungsstaon

gehobenes Ambiente und

zusätzlichen Komfort

satzprogrammen und einem abschließbaren

Kleiderschrank mit viel Stauraum

ausgestaet. Im Bad steht ein Föhn zur

Verfügung, der Waschsch unter dem

großflächigen Spiegel ist auch mit dem

Rollstuhl unterfahrbar. Im Aufenthaltsraum

werden nicht nur Heißgetränke

aus dem neuen Kaffeevollautomaten,

sondern auch jeden Nachmiag ein

Kuchenbuffet und täglich frisches Obst

zur Selbstbedienung angeboten.

Für den KLF-Geschäsführer dient die

Wahlleistungsstaon als eine Art Probelauf

mit Übungscharakter. Auch im

Neubau ist eine ähnliche Abteilung mit

deutlich mehr als 20 Been geplant.

Erkenntnisse, die innerhalb der nächsten

drei Jahre gewonnen werden, können

für die Gestaltung im Neubau mitberücksichgt

werden.

Der zusätzliche Service und Komfort

kann auf Wunsch und gegen Aufpreis

von jedem Paenten hinzugebucht

werden, soweit aus medizinischer

Sicht nichts gegen eine Unterbringung

auf der Staon spricht. Für einige Privat-

oder Zusatzversicherte werden

die anfallenden Kosten von der Kasse

übernommen.

Dr. Karl Hanselmann

Kontakt

Klinikum Freudenstadt

Dr. Karl Hanselmann

Leiter Bereich Medizin-Management

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6437

E-Mail: karl.hanselmann@klf-net.de

Rundum gesund 23


Medizin im Portrait

Ob Verbandswechsel, Sprechstundenhilfe,

Fäden ziehen oder

OP-Vorbereitung: Der Aufgabenbereich

Medizinischer Fachangestellten

(MFA) ist breit.

Genau das findet die 20-jährige

Lisa Ruoff an ihrer Ausbildung

besonders spannend und lobt

die Krankenhäuser Landkreis

Freudenstadt gGmbH als Arbeitgeber

in höchsten Tönen.

In unserer Serie „Medizin im Porträt“

stellen wir in jeder Ausgabe von „Rundum

gesund“ einen Mitarbeiter der Klinik

Freudenstadt vor.

Im Krankenhaus

spielt alles

zusammen

Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten:

Lisa Ruoff schätzt die Abwechslung,

das hilfsbereite Team und

den engen Kontakt zu Paenten

24 Rundum gesund


Medizin im Portrait

Besonders toll ist es,

wenn wir posive Rückmeldungen

von Paenten bekommen

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Ausbildung?

Lisa Ruoff: Es ist noch besser, als ich es mir vorgestellt

habe. Ich lerne jeden Tag etwas Neues und das gefällt mir

wahnsinnig gut. Ich habe mich bewusst für eine Ausbildung

in einem Krankenhaus entschieden, um verschiedene Fachrichtungen

kennenlernen zu können. Im Krankenhaus bin

ich in der Mie von allem, hier spielt alles zusammen bei

maximaler Abwechslung. Besonders toll ist es, wenn wir

posive Rückmeldungen von Paenten bekommen; wenn

ich sehe, dass sich jemand freut und dankbar ist, hier bei

uns zu sein.

Wann wussten Sie, dass Sie im medizinischen bzw.

sozialen Bereich arbeiten möchten?

Lisa Ruoff: Das war mir schon sehr früh

klar: Ich war auf einem ernährungswissenschalichen

Gymnasium,

auf dem wir unter anderem

auch medizinische Themen

behandelt haben. Irgendwann

bin ich auf den Ausbildungsberuf

der Medizinischen

Fachangestellten

gestoßen und habe eine

Ausbildungs-Anzeige auf

der Website der Klinik

Freudenstadt gesehen. Ich

war für einen Hospitaonstag

dort, der mir sehr gut gefallen

hat. Am Ende des Tages wusste

ich, dass der Beruf der Richge für

mich ist und habe natürlich geho,

dass ich für die Ausbildung genommen

werde.

Was haben Sie an diesem Hospitaonstag gemacht und

was hat Ihnen daran gefallen?

Lisa Ruoff: Der Hospitaonstag war eine Art Probearbeiten.

So konnte ich sehen, welche meine Aufgabenbereiche und

Tägkeiten sein würden. Ich habe verschiedene Ärzte kennengelernt

und das gesamte Team hat mir vieles erklärt.

Sogar mit in die Sprechstunde dure ich. Ich wurde sofort

richg mit einbezogen und dure viel machen, gleich am

Anfang. Mich hat es gereizt, verschiedene Paenten zu treffen,

ihre Geschichten zu erfahren, ihnen helfen zu können

und sie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten.

Was sind Aufgaben während Ihrer Ausbildung?

Lisa Ruoff: Das ist ganz unterschiedlich und das ist auch

das, was mir sehr gefällt. Als Medizinische Fachangestellte

regeln wir die Anmeldungen, bereiten Sprechstunden vor

oder nehmen dem Paenten Blut ab. Am meisten Spaß

macht mir die Assistenz des Arztes in der Sprechstunde. Ich

bereite die Behandlung vor, helfe bei der Wundversorgung,

wechsle Verbände, lege Schienen an, messe Blutdruck und

assisere, wenn Fäden gezogen werden. Dadurch habe ich

engen Paentenkontakt und kann ständig etwas dazulernen,

da ich jederzeit den Arzt oder die Ärzn sowie eine

meiner Kolleginnen fragen kann. Im OP dure ich auch

schon mal zuschauen.

Wie ist die Ausbildung organisiert?

Lisa Ruoff: Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre und

richtet sich nach dem Ausbildungsrahmenplan für Medizinische

Fachangestellte. Es besteht die Möglichkeit,

auf zweieinhalb oder zwei Jahre zu verkürzen.

Parallel zur prakschen Arbeit besuche

ich zweimal in der Woche die Berufsschule.

Ich würde die Ausbildung

jedem weiterempfehlen.

Niemand braucht Angst zu

haben, dass er etwas nicht

kann. Hier im Klinikum

Freudenstadt lernen Auszubildende

alles, was für

die Ausbildung wichg ist.

Was machen Sie am liebsten,

wenn Sie nicht arbeiten?

Lisa Ruoff: Meine Familie hat eigene

Pferde, seit ich klein bin. Mit

elf Jahren habe ich Kutsche fahren

gelernt. Das mache ich auch heute noch

gern, am liebsten verbunden mit einer Tour über

Feldwege und Wälder im Schwarzwald. Ich mag die Region,

weil man viel draußen sein und etwas unternehmen kann.

Im Sommer bin ich auch gern am Mummelsee, dann aber

ohne Kutsche.

Bild: Privat

Sabine Blecher-Störzer

Kontakt

Klinikum Freudenstadt

Sabine Blecher-Störzer

Organisatorische Leitung

Chefarztambulanzen Chirurgische Klinik

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2340

E-Mail: sabine.blecher-störzer@klf-net.de

Rundum gesund 25


Medikamente

oder OP?

Häufiges

Sodbrennen

gezielt behandeln

Neues Refluxzentrum im Klinikum

Freudenstadt hil Betroffenen

Der berühmte Kloß im Hals oder brennendes Aufstoßen

nach dem Essen: Für Menschen mit anhaltendem

Sodbrennen gibt es im Klinikum Freudenstadt seit März

2019 doppelte Hilfe. Privatdozent Dr. René Hennig, neuer

Chefarzt der Viszeralchirurgie, und Prof. Dr. Fellermann,

Gastroenterologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik I,

haben gemeinsam ein neues Refluxzentrum aufgebaut.

Die dort angebotene Diagnosk und Therapie soll Betroffenen

das Leben erheblich erleichtern.

„Nicht jeder, der Sodbrennen hat, leidet auch unter einer

Refluxkrankheit“, grenzt Dr. Hennig gelegentliches saures

Aufstoßen, also Sodbrennen, von der unangenehmen,

chronischen Erkrankung ab. Um beides voneinander zu unterscheiden

sei im ersten Schri eine gründliche Diagnose

wichg. Liegt eine Refluxkrankheit vor, beraten Ärzte der

Gastroenterologie und der Viszeralchirurgie gemeinsam

über mögliche Therapieansätze. Behandelt werden kann

sowohl konservav mit Medikamenten als auch operav

mit minimal-invasiver Chirurgie.

26 Rundum gesund


Refluxzentrum

Durch die neuen diagnosschen

Möglichkeiten können wir

gezielt die richge Therapie auf

den Weg bringen

Sodbrennen tri jeden drien Deutschen

Jeder drie Mensch in Deutschland klagt über Sodbrennen.

Solange die Beschwerden gelegentlich und überwiegend

nach dem Essen aureten, besteht in der Regel kein Anlass

zur Sorge. O hil es, auf Magen und Speiseröhre reizende

Lebensmiel wie Kaffee, Alkohol und kohlensäurehalge

Getränke zu verzichten und lieber öer kleine Mahlzeiten

zu sich zu nehmen sta große Poronen zu verspeisen.

Besonders unangenehm wird es jedoch, wenn sich die

Pforte zwischen Magen und Speiseröhre auch unabhängig

von den Mahlzeiten öffnet und immer wieder Magensäure

aufsteigt. Schluckbeschwerden, ein Engegefühl hinter dem

Brustbein oder Lunot können die Folge sein.

Goldstandard im Bereich der konservaven Therapie bei einer

Refluxkrankheit sind laut Prof. Dr. Fellermann Protonenpumpen-Hemmer:

Medikamente, die die Säureprodukon

des Magens mindern. Der Magensa wird dadurch weniger

aggressiv, Verletzungen der Magenwand können darunter

heilen. „Mit Protonenpumpen-Hemmern ist die Krankheit

gut behandelbar“, sagt der Gastroenterologe. Allerdings

wirkt das Miel

nicht bei jedem. Und:

Protonenpumpen-

Hemmer sollten vor

allem dauerha nicht

in Eigenregie genommen

werden. Unkontrollierte,

eigenmäch-

ge Einnahme dieser

Säureblocker kann zu

unangenehmen Nebenwirkungen

führen.

Gründliche Diagnose

klärt die Ursachen von

Sodbrennen

Tri mithilfe der Medikamente

innerhalb

weniger Wochen keine

Besserung ein, wird

erneut gründlich nach

den Ursachen gesucht

und auch ein chirurgischer

Eingriff in Betracht

gezogen. Dabei

wird die Speiseröhre

auf Entzündungen und

Verengungen überprü, der Säuregehalt gemessen sowie

der Druck in der Speiseröhre kontrolliert. Das lässt Rückschlüsse

auf die Funkon des Schließmuskels zwischen

Speiseröhre und Magen zu. Die Untersuchungen sind ambulant

möglich. „Durch die neuen diagnosschen Möglichkeiten

können wir gezielt die richge Therapie auf den Weg

bringen“, preist Prof. Dr. Fellermann den medizin-technischen

Fortschri. Das war vor einigen Jahren in derarger

Präzision noch nicht möglich.

Operaon für ein Driel der Paenten ratsam

Ob und welche Therapie sinnvoll ist, das wird für jeden

Paenten einzeln abgewogen. „Für einen Großteil der Betroffenen

reicht eine medikamentöse Therapie vollkommen

aus“, sagt Viszeralchirurg Dr. Hennig. „Ein Driel der

Reflux-Paenten“, so der Mediziner weiter, „reagiert aber

nicht darauf“. Ihnen kann der auf minimal-invasive Eingriffe

spezialisierte Chirurg mit individuell abgesmmten Opera-

onen helfen. Der bei nahezu allen Paenten vorhandene

Zwerchfellbruch wird zunächst durch Nähte repariert. Dann

kann das Einsetzen eines Magnetbandes (LINX-System®)

den unteren Schließmuskel

der Speiseröhre

unterstützen und Reflux

vermeiden. Alternav

erfolgt die Bildung einer

Magenmanschee um

den unteren Schließmuskel

(Fundoplikao),

um das Aufsteigen der

Magensäure zu verhindern.

Eine weitere Möglichkeit

besteht darin,

durch Auau eines

elektrischen Feldes am

unteren Schließmuskel

durch in die Speiseröhrenwand

implanerte

Elektroden (EndoSm®)

diesen zu kräigen.

Welches Verfahren geeignet

ist, bespricht Dr.

Hennig mit jedem Pa-

enten individuell und

berücksichgt dabei vor

allem die eigenen Wünsche

des Betroffenen.

Rundum gesund 27


Refluxzentrum

Warum haben Sie sich entschieden,

nach Freudenstadt zu kommen?

Dr. René Hennig: Ausschlaggebend

für mich war, dass das Krankenhaus

sehr gut aufgestellt ist und über alle

wichgen Fachdisziplinen verfügt. Der

Gastroenterologe Prof. Dr. Fellermann

genießt einen ausgezeichneten Ruf

und ist für mich in der Zusammenarbeit

der wichgste Partner. Darüber

hinaus gibt es weitere exzellente

Chefärzte, mit denen gemeinsam man

hochwerge Medizin für die Paenten

anbieten kann. Auch meine Frau und

meine drei Kinder haben sich von Anfang

an in Freudenstadt wohlgefühlt.

Das war ebenfalls ein wichges Entscheidungskriterium.

Freudenstadt ist

eine tolle Stadt mit einer tollen Umgebung.

Deshalb ist die gesamte Familie

auch bereits hierher umgezogen.

Auf welche Gebiete haben Sie sich besonders

spezialisiert?

Das Klinikum Freudenstadt ist

sehr gut

aufgestellt

Dr. René Hennig, Privatdozent an

der Universität Heidelberg, ist seit

Januar neuer Chefarzt der Allgemein-,

Viszeral- und Gefäßchirurgie

im Krankenhaus Freudenstadt. Der

Teamplayer ist kürzlich mit seiner

Familie in den Schwarzwald gezogen

und freut sich auf berufliche

Veränderungen, exzellente Kollegen

und die schon liebgewonnene

Stadt. „Wir fühlen uns sehr wohl in

Freudenstadt“, sagt er und setzt im

OP auf modernste Technik, minimalinvasive

Chirurgie für möglichst

kleine Narben und Teamarbeit. Im

Interview spricht er über seine Spezialgebiete,

neue Gerätschaen und

ein fast schon vergessenes Hobby.

Dr. René Hennig: Meine Schwerpunkte

liegen in der onkologischen Chirurgie

und da vor allem auf dem Gebiet

der minimalinvasiven Chirurgie. Außerdem

habe ich mich auf ganzheitliche

Operaonen bei Darmkrebs

inklusive möglicher Metastasen zum

Beispiel in der Lunge, der Leber und

des Bauchfells spezialisiert. Ein weiterer

Fokus liegt in den Bereichen Reflux

sowie Hernien und Sportlerleisten.

Was bisher noch keinen großen Stellenwert

hae, wovon Paenten in Zukun

aber profieren werden, ist die

3-D-Laparoskopie. Damit ist exakteres,

sichereres und schnelleres Operieren

möglich als mit der bisherigen 2-D-

Opk. Die 3-D-Laparoskopie, mit der

ich bisher in Stugart gearbeitet habe,

möchte ich auch in Freudenstadt etablieren.

Im Rahmen der Teststellungen

operieren wir bereits jetzt in der

3-D-Technologie. Ich rechne damit,

dass wir in Freudenstadt spätestens

ab Sommer dieses Jahres ein eigenes

3-D-System haben werden.

28 Rundum gesund


Sodbrennen:

Das sollten Sie vermeiden

Hausmittel gegen Sodbrennen

Was wird sich mit dem Chefarztwechsel

noch verändern?

Dr. René Hennig: Die größten Unterschiede

werden sein, dass wir insgesamt

mehr minimal-invasiv operieren

und in der Onkologie alle operaven

Therapien anbieten können. Ziel ist

der rasche Auau eines zerfizierten

Darmkrebszentrums im Klinikum

Freudenstadt. Prof. Dr. Fellermann

und ich möchten auch den Bereich

der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

wie Morbus Crohn und

Colis Ulcerosa erweitern. Prof. Dr.

Fellermann genießt auf diesem Gebiet

einen exzellenten Ruf. Greifen konservave

Maßnahmen nicht mehr, kann

er Paenten zu mir in die Chirurgie

schicken. Auch dafür braucht es eine

spezielle Experse und Erfahrung, die

wir anbieten können.

Was machen Sie, wenn Sie nicht im OP-

Saal stehen und Paenten versorgen?

Dr. René Hennig: Ich habe drei Kinder

im Alter von zwei, neun und elf Jahren.

Insofern verbringe ich die wenige Freizeit,

die ich mir nehme, am liebsten

mit meiner Familie. Bis 2002 habe ich

noch an Wekämpfen im Turniertanz

teilgenommen. Das habe ich für den

Spagat zwischen Familie und meiner

universitären Lauahn aufgegeben.

Vielleicht kann ich mein altes Hobby in

Freudenstadt wieder aufleben lassen.

PD Dr.

René Hennig

Ihre Fachklinik vor Ort:

Klinikum Freudenstadt

Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

PD Dr. René Hennig

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2385

E-Mail: chirurgie@klf-net.de

• große, fereiche Mahlzeiten

• späte Mahlzeiten

• liegende Posion nach dem

Essen

• Genussmiel (Alkohol,

Kaffee etc.)

• Nikon

• kohlensäurehalge Getränke

• Fruchtsäe

Das sagt die Fachgesellschaft

Wenn saures Aufstoßen und Brennen

in der Brust zum Dauer- Begleiter werden,

kann das auf eine Erkrankung hindeuten.

Prof. Dr. Chrisan Trautmann,

Sprecher der Deutschen Gesellscha

für Gastroenterorologie, Verdauungsund

Stoffwechselkrankheiten, weiß,

was Betroffenen, die häufig unter

Sodbrennen leiden, helfen kann.

Was ist der Unterschied zwischen dem

Sodbrennen, das Menschen als unangenehmes

Gefühl nach Mahlzeiten

kennen, und der Refluxkrankheit?

Prof. Dr. Chrisan Trautwein: Sodbrennen

ist ein Symptom, die Refluxkrankheit

hingegen ist eine Erkrankung.

Sodbrennen, also das brennende

Gefühl hinter dem Brustbein, haben

viele Menschen von Zeit zu Zeit nach

reichhalgem und feem Essen. Erst

wenn Sodbrennen schwerwiegend und

häufig auri, zum Beispiel mehrmals

wöchentlich, oder wenn die Schleimhaut

der Speiseröhre sich verändert,

spricht man von einer Refluxkrankheit.

Was kann ein Betroffener selbst tun,

um die Linderung seiner Beschwerden

zu unterstützen?

Prof. Dr. Chrisan Trautwein: Körperliche

Akvität und vor allem die Gewichtsabnahme

bei Übergewicht sind

wichg, um den Druck im Bauchraum

zu verringern. Bei der Ernährung gilt:

Kleine Poronen und nicht zu reichhal-

ge oder fee Speisen sind von Vorteil

– gerade abends sollte nicht zu üppig

• Kaugummi kauen

• viel slles Wasser trinken

• in Wasser aufgelöstes Natron

zu sich nehmen

(wenig und nicht zu o)

Refluxkrankheit:

Wenn Sodbrennen zum Dauerzustand wird

gegessen werden. Empfehlenswert

ist außerdem, mit erhöhtem Oberkörper

zu schlafen, da flaches Liegen den

Rückfluss der Magensäure begünsgt.

Bei akutem Sodbrennen können Medikamente

(Säureblocker) helfen, sogenannten

Protonenpumpen-Hemmer.

Diese sollten aber nur nach ärztlicher

Absprache und nicht dauerha eingenommen

werden.

Was ist der Vorteil eines Refluxzentrums

gegenüber anderen Einrichtungen

mit ähnlichem Schwerpunkt?

Prof. Dr. Chrisan Trautwein: Der Vorteil

eines Zentrums liegt darin, dass hier

Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen

bei der Diagnose und Behandlung

der Krankheit zusammenarbeiten.

Zudem haben diese Spezialisten viel

Erfahrung mit der Erkrankung, da sie

sehr häufig Paenten mit diesem Erkrankungsbild

behandeln.

Professor Dr.

Chrisan Trautwein

Kontakt:

Deutsche Gesellscha für Gastroenterorologie,

Verdauungs- und

Stoffwechselkrankheiten

Prof. Dr. Chrisan Trautwein

Mediensprecher

Olivaer Platz 7

10707 Berlin

Tel.: 030 319831-5000

E-Mail: info@dgvs.de

Bild: DGVS

Rundum gesund 29


Vertrauen

ist einfach.

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Wir sind für Sie da.

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30 Rundum gesund

Wenn’s um Geld geht

s Kreissparkasse

Freudenstadt


Klinikführer

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Krankenhaus Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-0

Fax: 07441 54-2271

E-Mail: info@klf-net.de

www.klf-net.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Gunter Kaißling

Anästhesie und Intensivmedizin

PD Dr. René Hennig

Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Dr. Benjamin König

Unfall-/ Orthopädische Chirurgie

Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. Gerald Hellstern

Kinder- und Jugendmedizin

Prof. Dr. Klaus Fellermann

Medizinische Klinik I – Innere Medizin

Prof. Dr. Florian Bea

Medizinische Klinik II – Kardiologie,

Angiologie, Intensivmedizin

Dr. Wilhelm Dengler

Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomak

Dr. Marn Hillitzer, Dr. Stephan Stolpe

Radiologie und Nuklearmedizin

Zentren

Dr. Gerald Hellstern

Sozialpädiatrisches Zentrum

Prof. Dr. Florian Bea,

Dr. Stephan Stolpe

Gefäßzentrum

Dr. Hermann Schwarz

Gunter Kaißling

Mulmodale Schmerztherapie

Prof. Dr. Klaus Fellermann

PD Dr. René Hennig

Refluxzentrum

Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Brustzentrum

Belegabteilungen

Belegarzt Dr. Jürgen Stolper

Belegarzt Michael Ehrmann

Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

Dr. Carsten Schulte

Zahn-, Mund-, Kieferchirurgie

Kooperaonsärzte

Dr. Ulrich Schneider

Dermatologie

Dr. Ralf Ramsperger

Orthopädie und Unfallchirurgie

Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel.: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

E-Mail: info.geriatrische.reha@klf-net.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Dr. Markus Klotz

Innere Medizin/Geriatrie

Medizinisches Versorgungszentrum

Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6030

Fax: 07441 54-2740

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Said-Mahsood Amin

Leiter MVZ Freudenstadt

Medizinisches Versorgungszentrum

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel.: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Maria-Regine Kaufmann

Leiterin MVZ Horb

Klinikum Freudenstadt

Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

und MVZ in Horb a. N.

Rundum gesund 31


Noall-Wegweiser

Leichte Symptome

z. B. Halsschmerzen, Schnupfen,

grippaler Infekt, leichte Bauchschmerzen etc.

Schwere, bedrohliche Symptome

z. B. starke Brustschmerzen, schwere Atemnot,

Schlaganfallsymptome, Knochenbrüche, stärkste

Bauchschmerzen, Bewusstlosigkeit etc.

Anlaufstellen:

1. Hausarzt aufsuchen

2. Ärztlichen Bereitschasdienst der KVBW anrufen unter der

116 117 (außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten) oder:

Noallpraxis Freudenstadt

Klinikum Freudenstadt

Öffnungszeiten: Sa, So und feiertags: 09:00 bis 21:00 Uhr

3. Kinder Noallpraxis Freudenstadt

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt unter der

01805 192 921 60

Öffnungszeiten: Sa, So und feiertags: 09:00 bis 15:00 Uhr

Außerhalb der Öffnungszeiten des ärztlichen Bereitschasdienstes

können Sie sich in Noällen an die Zentrale Notaufnahme wenden.

Anlaufstelle: Zentrale Notaufnahme

Die Zentrale Notaufnahme steht in Freudenstadt 24 Stunden

am Tag für Noälle bereit. In akuten Noällen erreichen Sie

den Reungsdienst unter der

112

Bei der Meldung eines Noalls sollten Sie unbedingt die folgenden

fünf „W-Fragen“ beachten:

Wo ist der Noall passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Paenten oder Verletzte?

Welche Probleme oder Verletzungen?

Warten auf Rückfragen

Ihr Weg zu uns

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt

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Wildbader Straße

B 462

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Neckar

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Klinikum

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Tel.: 07441 54-0

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Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

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Tel.: 07451 94-0

Tel.: 07451 94-1251

E-Mail: info.geriatrische.reha@klf-net.de

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