The Red Bulletin Juli 2019

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DEUTSCHLAND

JULI 2019, € 2,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

EMILIA

SCHÜLE

Die Schauspielerin

über die

wichtigsten

Entscheidungen

ihrer Karriere

DIE

SANDPLATZ-

HELDEN

Ein Spezial zur FIVB

Beach Volleyball WM

Hamburg 2019

SO WIRST DU

SPIELEND REICH!

E-Sport-Weltstar Ninja

verrät sein Erfolgsrezept –

fürs Zocken und

fürs Leben

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Einen Stammbaum kann man zeichnen.

Oder meißeln.

Form folgt Performance. Das neue Cayenne Coupé.

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E D I T O R I A L

MICHAEL MULLER (COVER NINJA), RUUSD BAAN (COVER ZARCO), DAVID CLERIHEW

VOR DER WM

DAVID CLERIHEW

David Beckham, Nejmar

Jr: Sportgrößen sind die

Spezialität des Londoner

Fotografen. Für uns lichtete

er Anders Mol und

Christian Sørum ab –

Favoriten der Beachvolleyball-WM

in Hamburg.

Das Spezial: ab Seite 70

VOR DER KAMERA

EMILIA SCHÜLE

Fotograf Robert Wunsch

(„GQ“, „Esquire“) und der

Filmstar verstanden sich

auf Anhieb. Kein Wunder,

fotografiert Schüle in

ihrer Freizeit doch selbst

gern. In der Story erzählt

sie von Lebensentscheidungen.

Ab Seite 46

WILLKOMMEN

GLOBAL

PLAYER

Wäre die weltweite Gaming-Community

ein eigenes Volk, sein König

hieße Richard Tyler Blevins. Besser

bekannt unter dem Namen

Ninja, zockt der 28-jährige

US-Amerikaner Tag für Tag

für seine 13 Millionen Follower

auf Twitch und über 20 Millionen

auf YouTube. Welches Geheimnis

steckt hinter seiner

Popularität? Und wie bleibt er

auch unter Druck seitens sogenannter

Trolle stets ruhig?

Ab Seite 40 gibt der Superstar

des Gaming Antworten.

Ruhe und Gelassenheit in

hektischen Zeiten zu finden

ist auch eine der Stärken

von Hol ly wood- Größe Keanu Reeves.

Sein zwischen asiatischer Philosophie und

amerikanischen Pferdestärken angesiedeltes

Erfolgsrezept findest du auf Seite 36.

Viel Spaß mit der neuen Ausgabe

von The Red Bulletin!

Die Redaktion

SATZ DES MONATS

„Nur Gelerntes

zu kopieren bringt

mir keine Siege.“

MotoGP-Star Johann Zarco über seine

Pisten-Philosophie. Ab Seite 62

VOR DER LANDUNG

NINJA

Hände auf, jetzt gibt es was:

Mitten im Covershooting

wurde Ninja mit seiner eigenen

„special edition“-Red Bull-

Dose über rascht. Stilecht

überbracht von einer Drohne.

Das Porträt des Gamers:

ab Seite 40

THE RED BULLETIN 3


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DAS WASSER MIT STERN.


INHALT

The Red Bulletin

Juli 2019

COVERSTORY

40 KÖNIG DER GAMER

Wenn Ninja zockt, schauen

zig Millionen Fans auf Twitch

und YouTube zu. Wir haben den

Gaming-Weltstar besucht und

ihm sein Erfolgsrezept entlockt.

KLETTERN

22 IN DER STADT AUS STEIN

Wie man Träume verwirklicht:

Kilian Fischhuber und seine

Expedition nach Sibirien.

SCHICKSAL

34 ZURÜCK IM LEBEN

Vom Koma auf die Bühne:

das unglaubliche Comeback

von Star-DJ Paul van Dyk

KINO

46 DIE FREIHEITSKÄMPFERIN

Schauspielerin Emilia Schüle

verrät, wie sie Karriere macht,

ohne sich dabei zu verbiegen.

5-MINUTEN-COACH

54 FUTTER FÜR DIE NERVEN

Wakeboard-Profi Dominik

Gührs erklärt, wie du unter

extremem Druck cool bleibst.

UHRENTEST

56 WIR SCHALTEN

EINEN GANG HÖHER

Outdoor-Spezialist Benny Karl

prüft sieben Luxus-Uhren unter

Extrembedingungen am Bike.

HOLLYWOOD

36 DER ACTIONSTAR ALS

ERHOLUNGSKÜNSTLER

Wie Schauspieler Keanu Reeves

die Balance zwischen Kugelhagel

und ruhiger Kugel meistert.

MUSIK

38 HIT-LIEFERANTIN

Tayla Parx schreibt 200 Songs

im Jahr. Ihr Geheimnis: Einzigartiges

entsteht im Einfachen.

8 GALLERY

14 ZAHLEN, BITTE!

16 KOLUMNE

18 FUNDSTÜCK

20 LIFE HACKS

52 INNOVATOR

MOTOGP

62 EIN MANN HEBT AB

Motorrad-Star Johann Zarco

erklärt, wie du gewinnst, indem

du deinem Körper vertraust.

BEACHVOLLEYBALL

70 ALLES, WAS DU ZUR WM

WISSEN MUSST

18 Fakten über den Outdoor-

Sport und das Event in Hamburg,

die du nie wieder vergisst.

96 IMPRESSUM

98 PERFEKTER ABGANG

46

SICH TREU BLEIBEN Filmstar Emilia Schüle

erklärt, für welche Prinzipien sie einsteht.

COREY RICH/RED BULL CONTENT POOL, ROBERT WUNSCH,

KONSTANTIN REYER, DAVID CLERIHEW

6 THE RED BULLETIN


„ Musik kann

ganz sicher

bei der

Heilung

helfen.“

STAR-DJ PAUL VAN DYK

erzählt, wie ihm nach einem

schweren Bühnensturz das

Comeback gelang. Seite 34

56

IN FORM BLEIBEN Mit Benny Karl am Downhill-Trail.

Das Ziel: Uhren an ihr Limit bringen

70

22

OBEN BLEIBEN

Wie Kilian Fischhuber

in Sibirien eine Stadt

aus Stein fand und sie

als Erster erklomm

AM BALL BLEIBEN Tricks der Beach-Volleyball-

WM- Favoriten Anders Mol und Christian Sørum

guide

DEIN PROGRAMM

80 REISEN

Abschalten wie nie:

mit dem Segelboot am

Salomonen-Archipel

84 EVENTS

Vom Red Bull Roller

Coaster bis zum

Gleitschirm-Battle:

die Events des Monats

86 GAMING

Wie das Spiel „Apex

Legends“ unseren

Teamgeist stärkt

88 ENTERTAINMENT

Red Bull TV-Highlights,

live und on demand

90 GEAR

Outdoor-Produkte

für Mikro-Abenteuer

THE RED BULLETIN 7


GALLERY

Tokio, Japan

DISCO FEVER

Der Herr an den Turntables ist Soul-Bruder

Dâm-Funk – Sänger, Produzent und DJ.

Eine Groove-Maschine. Hier lehrt er die Kids

beim Red Bull Music Festival in Tokio, was

Disco Fever in den späten Seventies (auch)

bedeutete: nämlich Rollschuhfahren bis

zum Gehtnichtmehr, befeuert von superben

Beats – ah, ha, ha, ha, stayin’ alive!

@damfunk

8 THE RED BULLETIN


YUSUKE KASHIWAZAKI/RED BULL CONTENT POOL

THE RED BULLETIN 9


GALLERY

Moab, Utah, USA

ZEITENSPRUNG

Ein Ollie kurz vor Sonnenuntergang – der

Kana dier Ryan Decenzo zieht seine Bahnen

nahe der US-Kleinstadt Moab in Utah. Wer

sich erst an das raue Terrain aus dem Jura

gewöhnt hat, genießt jeden Augenblick.

Launiger Kommentar: „Es hat bloß 50 Millionen

Jahre gedauert, bis die Wüste für uns

Skateboarder bereit war.“ @redbullskate

JONATHAN MEHRING/RED BULL CONTENT POOL

10 THE RED BULLETIN


THE RED BULLETIN 11


GALLERY

AKASHA RABUT

12 THE RED BULLETIN


New Orleans,

Louisiana, USA

RAUCHZEICHEN

Wenn bei einem gepflegten Burnout rosa

Rauch aufsteigt, weißt du: Hier geben

die Caramel Curves Gas. Was die 13 erfolgreichen

Businessfrauen vereint, sind ihre

Liebe zum Biken sowie ihr Sendungs- und

Selbstbewusstsein: „Wir heißen Caramel,

weil wir so smooth wie Karamell sind, und

Curves, weil wir die Kurven besser als die

Burschen nehmen.“ Das Ziel: eine Welt mit

mehr Farbe – ermöglicht durch die spezielle

Gummimischung der Reifen.

@caramelcurvesmc

THE RED BULLETIN 13


Z A H L E N , B I T T E !

Sprachen

CIAO AMI!

¿CÓMO ESTÁS?

Urlaub schon gebucht? Zur Einstimmung auf die nächste Reise hier zwölf Zahlen aus

der Welt der Sprachen: Wie viele gibt es? Und warum verdanken wir sie Gottes Zorn?

Und wer hat nun wirklich die meisten Wörter für Schnee?

6500

Sprachen gibt es heute weltweit.

4.500.000

Menschen arbeiteten am Turmbau

zu Babel. Gott sah das himmelhohe

Gebäude als Affront, weswegen Er

die „Ursprache verwirrte“, sodass

„keiner des anderen Sprache verstehe“.

515

verschiedene einheimische

Sprachen werden in Nigeria gesprochen,

nirgendwo gibt es mehr.

421

Wörter gibt es im schottischen

Gälisch für Schnee.

32

Sprachen spricht der

griechische Übersetzer Ioannis

Ikonomou nahezu perfekt. 1

Sprache beherrscht der

derzeitige Präsident der USA

– seine Frau hingegen fünf.

125

Mal hat der indische Sänger

Ghazal Srinivas das Lied

„Golden Dreams of Gandhiji“ aufgenommen:

in 125 verschiedenen

Sprachen. Weltrekord!

895

Sprachen sind bereits ausgestorben,

3200 vom Aussterben bedroht.

50

Wörter kennen die Berliner

Hip-Hopper K.I.Z laut Eigenangabe

für Kokain: „Ich habe 50 Wörter

für Schnee, wie Eskimos.“

33

Buchstaben zählen die längsten

im Duden angeführten Wörter:

„Arbeiterunfallversicherungsgesetz“ und

„Bundesausbildungsförderungsgesetz“.

918.000.000

Menschen (11,9 Prozent der Weltbevölkerung)

haben Mandarin

als Muttersprache, gefolgt von

Spanisch (5,9 %), Englisch (4,9 %)

und Hindi (4,4 %).

1.750.000.000

Menschen sprechen Englisch – zumindest rudimentär.

GETTY IMAGES CLAUDIA MEITERT

14 THE RED BULLETIN


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BITTE DIE WELT NICHT UM EIN ABENTEUER. FINDE ES.

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KOLUMNE

Thilo Mischke

BEGEGNUNGEN

Ich habe ein schlechtes Gewissen, als ich mit einem

unverhältnismäßig großen Wagen durch den Stadtteil

Skid Row in Los Angeles fahre. Ein Viertel nahe

Downtown, über mehrere Straßenblöcke hin geballte

Armut. Zwei Minuten entfernt von ökologisch korrektem

Cappuccino für sechs Dollar. Von Dachterrassen, die

nachts im blauen Licht der Pools leuchten, sieht man das

Schachbrett der Armut. Straßen, die

einem Ghetto gleichen, Zelte reihen

sich aneinander. Keine Kanalisation,

keine Duschen, dafür viele kranke

Menschen. Kranke Seelen, die Heroin

spritzen, bis ihre Körper zerstört sind.

Hier lebt Cricket. Ich fahre mit

dem Auto durch die Straßen, weil

ich nach Menschen suche, die mir

erzählen, wie sie arm wurden und

arm blieben in einer Stadt, in der

alles möglich ist außer versagen.

Cricket wird mir davon erzählen,

wird mir erzählen, dass er hier gelernt

hat, worum es im Leben geht.

Dass es nicht darum geht, in feinen

Häusern zu leben und einen Zweitwagen

zu haben. „Wer nichts verlieren

kann, der hat keine Angst

mehr“, wird er sagen, und es wird

ein Satz sein, über den ich noch

lange nachdenken werde.

Er ist 200 Tage im Jahr unterwegs,

Jetlag ist bei Korrespondent und

Reisereporter Thilo Mischke (TV-

Dokureihe „Uncovered“) ein Dauerzustand.

Auf seinen Expedi tionen

trifft der 38-jährige Berliner immer

wieder Menschen, die ihn faszinieren.

Dieses Mal: Cricket, ein

Obdachloser in L. A., der ihn das

Glück mit neuen Augen sehen lässt.

Ich parke den Wagen, der auch vom

Präsidenten der USA auf Dienstreisen

genutzt werden könnte, auf einem kleinen Parkplatz

außerhalb der Skid Row.

Zwischen der Fünften Straße und der Gladys Avenue

steht Cricket und spült den Asphalt ab.

„Hier ist mein Laden“, sagt er. Dreht sich um, zeigt auf

alte Pullover, die mit Bügeln an den Zaun geheftet sind,

auf einer Decke davor vergilbte „National Geographic“-

Ausgaben und Filzstifte. Crickets Laden, Frauen kommen

vorbei, andere Männer, deren Bärte zeigen, dass sie

schon lange auf der Straße leben. Sie kaufen Stifte, alte

„National Geographics“ und schmutzige Pullover. „Aber

wofür?“, will ich wissen. „Für ein bisschen Normalität“,

„Das Leben hier macht

dich zuversichtlich“,

sagt Cricket. Wenn du

nichts hast, dann

bleibst du bescheiden.

sagt Cricket. „Wir leben in den USA, hier geht es ums

Kaufen und Besitzen. Für die meisten auch nur um das

Gefühl, genau das tun zu können.“

Er spricht mit mir, als würden wir uns kennen, erst jetzt

stellen wir uns vor. Cricket trägt kein T-Shirt, seine Haut

ist vernarbt, ein Muster, das sich über seinen Oberkörper

zieht. Seine Brustwarzen sind verschwunden. Ich will

wissen, wo sie hin sind. Und da erzählt er mir vom Diebstahl

alter Kupferleitungen in Abrisshäusern. „Aber da

war noch Strom drauf“, sagt er. Und erzählt, wie er fast

verbrannt wäre, wie er gerettet wurde und er danach ein

anderer Mensch wurde.

„Kein Crack mehr, keine Drogen, keinen Alkohol,

sondern einen Plan haben“, sagt er mir. Und beeindruckt

mich damit. Cricket lebt seit über 25 Jahren in der Skid

Row, das Leben, es gibt hier keine Visionen von einem

besseren Leben. Nur von einem besseren Nachmittag.

Die Ziele hier sind nicht abgezahlte

Eigenheime und Fernreisen, sondern

ein Paar Socken und etwas

zu essen.

„Das Leben hier macht dich

zuversichtlich“, sagt er. Wenn du

nichts hast, dann bleibst du bescheiden.

„Ich will es nicht verklären“,

sagt er. „Das Leben hier

ist beschissen, es ist gefährlich,

und du stirbst früher.“

Ein Mann im Stuhl passt auf, ich

frage Cricket, wie ich seinen Nachmittag

schön machen kann. „Mit

einem Keks-Milchshake“, sagt er.

Ich be sorge ihm sein Getränk, und

er lädt mich in sein Zelt ein.

Es ist dunkel, eine junge Mexikanerin.

„Nicht, was du denkst!“, sagt

er wie ertappt, und dann erzählt er,

dass er hilft, dass sie Hilfe braucht.

Sie redet wirr, sie hat Angst vor

Männern, ihr ist wohl Schlimmes

widerfahren. „So funktioniert die

Welt, die monatliche Einkommen kennt, nicht“, sage ich.

Und er nickt, er weiß das. Hier, in der Skid Row, passt

man aufeinander auf. Hier beschützen die Schwachen

die Schwächsten.

„Brauchst du noch was?“, frage ich. „Vielleicht einen

Milchshake für sie?“, er zeigt auf die junge Frau. „Damit

auch ihr Nachmittag schön wird.“ Als ich mich verabschiede,

in den riesenhaften Wagen steige, denke ich

darüber nach. Darüber, dass ein Milchshake den Tag

rettet, und darüber, wie vielschichtig die Bedingungen

sind, damit ich glücklich sein kann. Ich beginne, mich

nicht nur für das Auto zu schämen, in dem ich sitze.

MICHEL TERHORST BLAGOVESTA BAKARDJIEVA THILO MISCHKE

16 THE RED BULLETIN


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Frank Sinatras

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Ein kleines Buch, das eine Ahnung von der großen Welt birgt.

Frank Sinatra hat hier die Telefonnummern von Musikern,

Entertainern, Schauspielern und Politikern notiert, Frauen

finden sich darin kaum. Die Handschrift scheint nachdrücklich,

jeder Name ist rot unterstrichen. Unter dem Buchstaben „K“

entdecken wir Tänzer Gene Kelly und den legendären US-

Außenminister Henry Kissinger, unter „M“ den Gitarristen

Tony Mottola, und unter „N“ steht Nixon, Zusatz: Pres. –

natürlich ist der damalige US-Präsident gemeint.

HENRY LEUTWYLER, SHARLAND/THE LIFE IMAGES COLLECTION/GETTY IMAGES

18 THE RED BULLETIN


Foto: R. Schedl

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braunes Obst und harte Avocados? Hier vier Tricks für einen noch besseren Start in den Tag.

POCHIERTES EI

Aus dem Beutel gepellt

Ein Ei ohne Schale zu kochen, kurz: es zu pochieren, gilt als

hohe Frühstückskunst. Hier der ultimative Tipp für Hobbyköche:

Mit einer Tasse und Frischhaltefolie geht’s ganz leicht.

AVOCADO-TOAST

Guter Griff

Weich und doch nicht matschig: Greif

im Supermarkt zur richtigen Avocado.

Zieh den Stielansatz heraus:

Ist das Fruchtfleisch

darunter gelbbraun,

ist die Avocado reif.

1

Eine kleine Tasse mit Frischhaltefolie

auskleiden, sodass die Folie

etwa fünf Zentimeter übersteht. Die

Folie mit Butter oder Öl bepinseln

und das Ei in die Tasse geben.

Butter

FRUCHTSALAT

Kraft durch Saft

Obst mit Zitronensaft beträufeln,

um die Braunfärbung zu verhindern.

100 °C

4–6 Min.

2

3

Beutel mit einem

Löffel aus dem

Wasser fischen,

unter dem Knoten

aufschneiden und

das Ei auf dem

Teller platzieren.

Verschließe die Folie mit einem

Knoten und lege den Plastikbeutel

behutsam in einen Topf mit kochendem

Wasser. Lass ihn 4–6 Minuten

garen, je nach Präferenz.

KNUSPRIGER SPECK

Bacon, bitte!

So wird der Speck richtig kross –

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Speck auf einen Teller mit Serviette geben. Für

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20 THE RED BULLETIN


Die bizarren Granitsäulen

des Ulachan-

Sis-Kamms in Sibirien

wurden erst vor wenigen

Jahren entdeckt.

22


COREY RICH/RED BULL CONTENT POOL

Der Klettergarten

am Ende der Welt

Als erster Kletterer in Sibiriens „Stadt aus Stein“:

Wie sich KILIAN FISCHHUBER seinen Lebenstraum erfüllte.

Und wie wir seine Erfolgsformel aus Biss und

Gelassenheit kopieren können.

Text ALEX LISETZ


Am Indigirka-Ufer

Nachdem ein Boot sie so nahe wie

möglich an ihr Kletter-Zielgebiet gebracht

hatte, schlugen sich Galina

Terentewa, Kilian Fischhuber, Robert

Leitner und Sergei Karpuchin (von

links) zum Ulachan-Sis-Kamm durch.

Drei Tage lang, zu Fuß.

ELIAS HOLZKNECHT/RED BULL CONTENT POOL

24


Ulachan-Sis

Russland

Klettern in der

Mitter nachtssonne

Kilian um drei Uhr morgens in einer

Verschneidung des „Solstice“ (der

„Sonnenwende“), eines der besonders

gut kletterbaren Felsen der

„Stadt aus Stein“: „Eine Supertour,

selbst im Vergleich zu klassischen

Klettergebieten.“

COREY RICH/RED BULL CONTENT POOL

27


„Man darf nicht

zu fixiert sein.

Sonst schaut

man nicht mehr

rechts und links.“

Kilian Fischhuber (am Bild mit

versteinertem Mammutkiefer)

über den richtigen Mix aus

Ehrgeiz und Spaßhaben


COREY RICH/RED BULL CONTENT POOL, ELIAS HOLZKNECHT/RED BULL CONTENT POOL

Ulachan-Sis, die „Stadt aus Stein“,

ist kein Hit auf TripAdvisor.

Die Infrastruktur ist ausbaufähig

(Anreise von der nächsten Ansiedlung:

ein Tag Bootsfahrt, drei

Tagesmärsche zu Fuß). Das Klima ist gewöhnungsbedürftig

(minus 60 Grad im

Winter, Minusgrade in Sommernächten).

Und die Gastgeber? Verschlagene Blutsauger.

(Im Sommer brütet der leicht antauende

Permafrostboden Millionen von

Stechmücken aus.)

Kein Wunder, dass es erst eine Handvoll

Menschen hierher verschlagen hat,

seit die Stadt vor ein paar Jahren von dem

russischen Geologen Sergei Karpuchin

entdeckt und getauft wurde. Dabei ist

Ulachan-Sis eigentlich gar keine Stadt.

Die bizarren, wie Wolkenkratzer aus

der Landschaft emporragenden Granitformationen

sind natürlichen Ursprungs.

Ein Resultat der extremen Wetterbedingungen

an diesem menschenleeren

Fleck Nordostsibiriens.

Hier kommt Kilian Fischhuber ins

Spiel. 35 Jahre alt, in Waidhofen an der

Ybbs geboren, wohnhaft in Innsbruck,

fünffacher Boulder-Gesamtweltcupsieger.

Weitere Kennzeichen: bergverrückt, fernwehkrank

und mit kompletter Ignoranz

gegenüber positiven TripAdvisor-Bewertungen

ausgestattet. Als ihm ein Freund

im Internet Fotos der Granitpfeiler von

Ulachan-Sis zeigte, bekam er sie nicht

mehr aus dem Kopf. „Hier“, dachte er,

„müsste einer raufklettern.“ Und dann

gleich der nächste Gedanke: „Warum

eigentlich nicht ich?“

THE RED BULLETIN: Herr Fischhuber,

wie verwirklicht man Träume?

KILIAN FISCHHUBER: Puh. Ich glaube,

die meisten würden sagen, man braucht

dafür Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Ausdauer.

Und zu 90 Prozent stimmt das auch. Aber

ich bin draufgekommen, dass die restlichen

10 Prozent auch wichtig sind: Man

darf nicht zu fixiert sein. Sonst schaut

man nicht mehr rechts und links. Dann

wird man engstirnig, und aus dem Traum

wird ein innerer Zwang.

Und so wird man fünffacher Gesamtweltcupsieger

im Bouldern?

Vielleicht hätte ich noch mehr erreichen

können, wenn ich verbissener gewesen

wäre. Aber ich habe nie von Titeln geträumt.

Ich möchte ja keine Erfolge abhaken,

sondern Erinnerungen sammeln.

Darum bin ich an schönen Tagen lieber

auf den Fels gegangen, als in der Halle für

den nächsten Wettkampf zu trainieren.

Und darum hat es mich jetzt nach Sibirien

gezogen. Klar, in Südfrankreich könnte

Unberührte Landschaft: vom Indigirka-Fluss (ganz oben) über sibirischen

Permafrost-Boden zur einzigartigen Felslandschaft Ulachan-Sis

„Klar, in Südfrankreich könnte man

schwierigere Routen klettern.

Aber die kennen wir halt alle schon.“

man schwierigere Routen klettern als

dort. Aber die kennen wir halt alle schon.

Wie entstand der Traum von der

„Stadt aus Stein“?

Aus Zufall. Ein Freund eines Freundes sah

in der „Siberian Times“ einen Artikel über

ihre Entdeckung. Daneben war ein Foto

von diesen genialen Granitpfeilern mitten

im Nirgendwo, von denen bis vor ein paar

Jahren keiner wusste. Die Entdecker

sahen darin ein bizarres Naturwunder.

Ich ein unerschlossenes Kletterparadies.

Der Kitzel, unentdecktes Land zu

betreten …

… fasziniert mich, klar. Ich habe meinen

Stefan Zweig gelesen, die Geschichten

von Amundsen, Jules Verne.

Aber es heißt doch, dass es auf der

Erde keine weißen Flecken mehr gibt.

Überall war schon irgendwer.

Stimmt schon, aber man kann seine

Träume ja anpassen. Ja, vielleicht war

in den letzten 5000 Jahren schon einmal

ein durchziehender Hirte in Ulachan-Sis.

Aber vor mir ist bestimmt keiner auf diese

Felsen geklettert. Wenn man den Blickwinkel

ein bisschen verändert, wartet auf

dieser Welt noch viel Neuland.

Welche Hürden standen im Weg, bevor

Sie zum Klettern kamen?

Die Schwierigkeiten begannen schon zu

Hause bei der Vorbereitung. Weil ich kein

Russisch spreche, konnte ich mit Sergei

Karpuchin, dem einzigen Menschen mit

Ortskenntnis, nur von Google übersetzte

THE RED BULLETIN 29


Lieferpizza?

Fehlanzeige

Weitab von der nächsten menschlichen

Siedlung ist Selbstversorgung

angesagt. Dank Kletterkollegin

Galina (der Zweiten von links) gibt’s

trotzdem köstlichen Borschtsch.

Ganz rechts: der einheimische Führer

und Geologe Sergei Karpuchin

30


ELIAS HOLZKNECHT/RED BULL CONTENT POOL


„Ich sah den

Felsen im

Internet. Und

dachte, hier

müsste einer

raufklettern.“

Kilian Fischhuber über den

Granitpfeiler „Gagarin“


COREY RICH/RED BULL CONTENT POOL, ELIAS HOLZKNECHT/RED BULL CONTENT POOL

Mails austauschen. Nach eineinhalb

Jahren Planung mussten wir alle Flüge

stornieren, weil der Fluss dort zugefroren

war, man aber nur mit dem Boot hinkommt.

Eine Woche vor dem Start sprang

mein russischer Kletterpartner ab, der

vor Ort übersetzen sollte.

Doch Sie ließen nicht locker …

Ja, die russische Kletterin Galina Terentewa

sprang ein und erwies sich als großar

tiger Ersatz. Also flogen wir im Juni 2018

mit einem Kamerateam nach Moskau.

Von der nötigen Lässigkeit, die Sie

vorher erwähnt haben, war jetzt wohl

nicht mehr viel übrig?

Zuerst habe ich ja versucht, alles gelassen

zu sehen. Habe mir eingeredet: Wenn die

Expedition zustande kommt, ist’s gut,

wenn nicht, hat’s halt nicht sein sollen.

Aber dann habe ich den Tunnelblick bekommen.

Vor allem, als die Schwierigkeiten

in Russland immer größer wurden.

Welche Schwierigkeiten?

Vom letzten Flugplatz mussten wir mit

dem Boot stromabwärts über den Fluss

Indigirka. Doch das Benzin war gepanscht,

darum fielen auf den 200 Kilometern

immer wieder die Motoren aus, und wir

mussten uns stundenlang treiben lassen.

Dann kam der Fußmarsch, drei Tage mit

Gummistiefeln durch den Schlamm. Der

war zehn Zentimeter dick, darunter Dauerfrostboden.

Und dann die große Enttäuschung,

als wir den ersten Felsen in

natura sahen: alles brüchig, unkletterbar.

„So weit von der Zivilisation entfernt

wäre schon ein verstauchter Knöchel

ein Riesenproblem gewesen.“

Sibirien-Lifestyle: Die Familie des Bootsmanns veranstaltete vor der Abfahrt

eine glücksbringende Zeremonie (oben). Unten: Spaß im ewigen Schnee

Und dann?

Totaler Frust bei mir, beim Führer, beim

Kamerateam, bei allen.

Der Traum war geplatzt?

Nein, ich habe mich erinnert, worin mein

Traum besteht: Ich bin hier, weil ich ein

unvergessliches Erlebnis an einem einzigartigen

Ort suche. Nicht, weil ich neue

Kletterrekorde aufstellen will. Also sind

wir weitergegangen, die Türme erstrecken

sich ja über mehrere Tagesmärsche.

Und von da an ging es aufwärts?

Genau. Nach eineinhalb Tagen kamen wir

zu einem Granitpfeiler mit einem genialen

Kamin. Da konnte man gut klettern, und

wir haben richtig lässige Aufnahmen gemacht.

Was für eine Erleichterung! Auf

einmal habe ich die Dinge wieder lockerer

sehen können. Und prompt platzte der

Knoten: Jetzt entdeckten wir immer mehr

geeignete Felsen. Und ich bekam wieder

diese Lust wie damals mit dreizehn, als

man einen Felsen oder einen Baum sah

und einfach nur Lust hatte, bis rauf an

die Spitze zu klettern. Als man noch nicht

über Schwierigkeitsgrade nachdachte.

Apropos Schwierigkeitsgrade …?

Die waren nichts Besonderes. Aber

Spaziergang war es keiner. Manchmal

war das Gestein von den Temperaturschwankungen

brüchig, und man konnte

sich auf keinen einzigen Griff verlassen.

Mal waren die Wände spiegelglatt, vom

Wind abgeschliffen. Dazu kam die totale

Entlegenheit: So weit von der Zivilisation

entfernt wäre schon ein verstauchter

Knöchel ein Riesenproblem gewesen.

Das allerschönste Erlebnis?

Der „Gagarin“, genau jener Felsen, den

ich als allerersten auf dem Foto im Internet

gesehen hatte. Unten fast ohne Griffe,

höher ganz bröslig, aber ein echtes Monument.

Oben am höchsten Punkt habe ich

Demut und Dankbarkeit gefühlt, dass ich

das erleben darf. Klingt kitschig, ich weiß.

Das Blöde an erfüllten Träumen:

Man kann nicht mehr weiter von ihnen

träumen. Was jetzt?

Klar kann man das. Gerade dann, wenn es

einem nicht ums Abhaken einer Leistung

gegangen ist, sondern um das Gesamterlebnis.

Die Erinnerung an Sibirien kann

mir keiner mehr wegnehmen, auch wenn

ich wahrscheinlich nie wieder zurück an

diesen Ort kommen werde. Unbezahlbar.

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THE RED BULLETIN 33


Blick nach vorn:

In der Reha motivierte

Paul van Dyk die

Aussicht auf einen

Auftritt in Las Vegas.


HEROES

auf. Musik kann vielleicht

nicht heilen, aber ganz sicher

bei der Heilung helfen.

Paul van Dyk

„ WER ZU MIR

INS ZIMMER KAM,

MUSSTE LÄCHELN“

Nach einem Bühnen-Sturz lag der Star-DJ mehrere

Tage im Koma. Hier verrät er, wie ihn die Liebe seiner

Frau und die Leidenschaft zur Musik retteten.

Noch im Krankenhaus kam

das Angebot, bei einem Festival

in Las Vegas aufzutreten.

Half es dir, ein konkretes

Ziel vor Augen zu haben?

Es half, mich bei der Reha

selbst zu fordern, dafür zu

kämpfen, wieder auf der

Bühne zu stehen. Das ist ja

kein Hobby für mich. Das ist

mein Beruf, den ich liebe und

mit dem ich Geld verdiene.

Wie war es, wieder auf der

Bühne zu stehen?

Für mich ist Musik die Sprache,

in der ich mich ausdrücke.

Der erste Song, den ich

gespielt habe, war „We Are

Alive“. Meine Fans wussten

um die Bedeutung. Sagen wir

mal so: Da gab es viele feuchte

Augen. Meine inklusive.

CHRISTOPH KÖSTLIN NICLAS SEYDACK

THE RED BULLETIN:

Nach deinem Unfall im

Februar 2016 lautete

die erste Diagnose: Rollstuhl,

womöglich Amnesie.

Pflegefall. Was ist deine erste

Erinnerung?

PAUL VAN DYK: In meinem

Kopf existieren keine komplexen

Erinnerungen, weder

an den Unfall noch an die

ersten Wochen im Krankenhaus,

lediglich ein paar Bewusstseinsfetzen.

Meine Frau

Margarita sang mir oft unser

Lieblingslied vor: „Somebody“

von Depeche Mode. An der

Wand hingen ein Trikot und

ein Schal von Borussia Dortmund.

Es sah aus wie ein

Fanzimmer! Das war enorm

wichtig, wie mir später auch

die Ärzte bestätigt haben.

„Das Gehirn braucht

Anknüpfungspunkte,

damit man nicht

vergisst, wer man ist.“

Das Gehirn braucht diese Anknüpfungspunkte,

damit man

nicht vergisst, wer man ist.

Deine Frau hat versucht,

ein positives Setting für dich

herzustellen …

Ja, in einem weißen Zimmer

liegen, das nach Desinfektionsmitteln

riecht, mit all den

Schläuchen und Geräten,

die wild piepsen … Da wären

meine Gedanken vermutlich

in eine fatale Richtung abgedriftet.

Margarita hat versucht,

alles wegzudrücken,

was man mit Kranksein verbinden

könnte. Als ich dann

häufiger wach war, hat sie

eine eiserne Regel eingeführt:

Wer zu mir ins Zimmer kam,

musste lächeln. Ich glaube,

das war essenziell für meinen

Heilungsprozess.

Dein aktuelles Album heißt

„Music Rescues Me“. Hat

Musik heilende Kräfte?

Musik beeinflusst Stimmungen.

Wenn Margarita mir etwa

The Smiths vorgespielt hat –

eine Band, mit der ich wirklich

viel Schönes verbinde –,

brach das gewisse Barrieren

Hat sich deine Musik seit

dem Unfall verändert?

Meine künstlerische Inspiration

ist das Leben selbst. Mit

dem Unfall hat sich meine

Wahrnehmung verändert.

Heute bedeutet mir schon ein

Spaziergang unendlich viel.

Ich habe das Gefühl, seit dem

Unfall musikalisch konsequenter

geworden zu sein. Früher

habe ich vielleicht darauf gehört,

was Musikmanager mir

geraten haben. Heute verbiege

ich mich nicht mehr.

paulvandyk.com

200 SEITEN MUT

In diesem Buch erfährst du, was

Paul van Dyk das Leben rettete.

Als Paul van Dyk im Krankenhaus

lag, suchte seine

Frau Margarita im Internet

zum Trost nach Menschen,

die Vergleichbares durchmachen.

Doch bei ähnlich

schweren Fällen fand sie

nur Niederschmetterndes.

In ihrem Buch erzählen Paul und Marga rita,

wie sie den Unfall und seine Folgen erlebt

haben, und wollen damit auch anderen

Betroffenen Mut machen.

„Im Leben bleiben“, Benevento, 20 Euro

THE RED BULLETIN 35


HEROES

Keanu Reeves

DER RUHIGE

IM STURM

Wenn Keanu Reeves eine

Action-Rolle übernimmt, fliegen

die Kugeln meist tödlich tief.

Nach Drehschluss schiebt

der Hollywoodstar allerdings

lieber eine ruhige Kugel.

THE RED BULLETIN: Der

Slogan deines aktuellen

Films „John Wick:

Kapitel 3 – Parabellum“ lautet

„Wenn du Frieden willst,

bereite dich auf Krieg vor“.

Da du vermutlich keinen

Krieg vorbereitest – wie

findest du deinen Frieden?

KEANU REEVES: Im Alltäglichen.

Ich weiß, das klingt

schrecklich banal, aber am

stärksten empfinde ich inneren

Frieden tatsächlich in ganz

normalen Momenten. Wenn

ich mir einfach denke, alles ist

okay: für mich, meine Welt und

die Menschen, die ich liebe.

Wie sehen solche Momente

aus?

Komplett unterschiedlich,

das ist ja das Schöne daran.

Du musst nur imstande sein,

sie zu erkennen und auch

wirklich auszukosten. Für

mich persönlich gibt es außerdem

einen ganz speziellen

Ort, an dem ich Ruhe und

Gelassenheit im wahrsten

Sinne des Wortes erfahre: der

Sattel meines Motorrads. Es

gibt keinen besseren Pause-

Knopf, als durch eine schöne

Landschaft zu cruisen.

Innerer Friede ist auch

eine Frage der physischen

Entspannung. Wie schaffst

du es, dich nach zahllosen

Kampfszenen und Verfolgungsjagden

zu erholen?

Ganz einfach: Ich steige in

ein Eisbad, danach heißes

Wasser und dann wieder ab

ins Eis. Abschließend hole ich

mir eine gute Mütze Schlaf

und bin wieder bereit für die

Kämpfe des nächsten Tages.

Diese Technik habe ich beim

Dreh zur „Matrix“-Trilogie

kennengelernt.

Apropos Kampf: „Matrix“

ist fast zwanzig Jahre her.

Du bist jetzt 54, knirschen

da nicht

schon mal

die Gelenke

bei

den Action-

Szenen?

Klar, in meinem

Alter

kann ich

nicht mehr so hoch springen

oder so schnell laufen. Aber

ich bringe dafür die Erfahrung

mit und bewege mich deshalb

effizienter. Außerdem habe

ich in puncto Alter eine sehr

pragmatische Ansicht – es ist

ein biologisches Phänomen.

Als ich fünfzig wurde, erlebte

ich das als einen natürlichen

Vorgang, der mein Bewusstsein,

meine Hormone und

meinen Körper beeinflusst.

In einem gewissen Sinn war

das also so etwas wie eine

Erwachsenenpubertät.

In deinen Filmen – allen

voran „Little Buddha“ –

beschäftigst du dich immer

wieder mit asiatischer

Philosophie. Hat das auf

dein Leben abgefärbt?

Auf jeden Fall. Ich mag die

Vorstellung der Harmonie

zwischen dem inneren Selbst

„Mein liebster

Rückzugsort?

Der Sattel meines

Motorrads!“

und der Außenwelt. Diesen

Dialog zwischen beiden Welten

findest du in der gesamten

asiatischen Philosophie.

Dich mal in eine Berghöhle

zurückziehen und meditieren,

bis du den Grund

allen Seins verstanden hast:

Ist das eine attraktive Vorstellung

für dich?

Yeah.

Ernsthaft?

Okay, wahrscheinlich nicht.

Als ich „Little Buddha“ drehte,

habe ich schon das Verlangen

verspürt, so etwas zu machen.

Aber jetzt ist meine persönliche

Höhle eher

meine Couch.

Und welche

Lebensphilosophie

entwickelst

du auf

deiner Couch?

Ich weiß gar

nicht, ob ich überhaupt eine

Lebensphilosophie habe.

Höchstens vielleicht diese:

„Gib einfach dein Bestes.“

„John Wick: Kapitel 3 – Parabellum“

läuft ab 23. Mai in den Kinos.

DER STURM

VOR DER RUHE

So trainiert Keanu Reeves

für seine Rolle als John Wick

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Vier Monate lang. Vier, fünf Stunden

täglich. Bis zu sieben Tage die Woche.

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stärken und stabilisieren bei deutlich

verminderter Verletzungsgefahr.

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Sambo – und nicht zu vergessen:

taktisches und Waffentraining.

DOUG INGLISH/TRUNK ARCHIVE RÜDIGER STURM

36 THE RED BULLETIN


Keanu Reeves, 54,

geht privat bewusst

vom Gas: Der Actionstar

entspannt beim

Cruisen mit dem Bike.


HEROES

THE RED BULLETIN: Ist es

nicht ein undankbarer Job,

wenn andere die Lorbeeren

für deine Arbeit ernten?

TAYLA PARX: Ach was, ich

schreibe viele Songs, und

nicht alle passen zu mir.

Angeblich mehr als 200

jedes Jahr – stimmt das?

Ja, in mir ist so viel Musik, ich

muss sie einfach rauslassen.

„Jetzt schaffe ich

Einzigartiges

für mich selbst.“

Was inspiriert dich?

Die Geschichten anderer

Menschen. Alle Storys, die

nicht meiner Gedankenwelt

entsprungen sind, verdanke

ich Gesprächen mit anderen

Menschen – plus ein bisschen

persönlicher Fantasie.

Tayla Parx

„ DU BIST

WERTVOLL“

Wenn Stars wie Christina Aguilera

oder Ariana Grande einen Top-Ten-Hit

brauchen, rufen sie Tayla Parx an.

Weil die 25-Jährige aus Dallas genau

weiß, dass aus einfachen Gesprächen

Einzigartiges entstehen kann.

Jung, selbstbewusst,

zielstrebig: Tayla Parx

weiß, wo es langgeht.

Allein im Vorjahr hatte

Tayla Parx vier Top-Ten-

Hits in den US-Charts,

darunter Ariana Grandes Nummer

eins „Thank U, Next“. Die

25-Jährige, die mit Hollywoodstar

John Travolta bereits 2007

im Filmmusical „Hairspray“

als Little Inez vor der Kamera

stand, hat gerade ein neues

Album veröffentlicht. Titel:

„We Need to Talk“. Und genau

das haben wir auch getan. Wir

haben uns mit der gebürtigen

Texanerin Taylor Monet Parks

(so ihr bürgerlicher Name)

über Erfolg, Einzigartigkeit

und Ehrfurcht unterhalten.

Was hat dich dazu bewogen,

eigene Songs aufzunehmen?

Wir leben in einer Zeit, in der

die Menschen nach Einzigartigem

suchen. Ich habe

zuerst versucht, etwas Besonderes

für andere Künstler

zu schaffen. Jetzt schaffe ich

Einzig artiges für mich selbst.

Keine Angst, in Ehrfurcht

zu erstarren, wenn du mit

Künstlern arbeitest, die du

bewunderst?

Nein, dir muss klar sein, dass

du deshalb hier bist – um jemandem

eine neue Sicht zu

eröffnen. Und dass dich genau

das wertvoll macht.

Mutig. Wie schaffst du das?

Ich bin eine junge schwarze

Frau. Das heißt, dass meine

Chancen von vornherein nicht

die besten sind. Also muss

ich dreimal so hart arbeiten

wie andere. Und ich muss an

mich glauben. Denn wenn

ich es nicht tu, wer sollte es

sonst tun?

Hörtipp: Tayla Parx’ Debütalbum

„We Need to Talk“; taylaparx.com

MADELEINE DALLA FLORIAN OBKIRCHER

38 THE RED BULLETIN


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SPIELEND

REICH

Richard Tyler Blevins, 28, besser bekannt unter

seinem Kampfnamen NINJA, ist mit Computerspielen reich

und berühmt geworden. Nun arbeitet der „Fortnite“-Champ

daran, diesen Ruhm außerhalb der Digitalwelt zu etablieren.

Und dabei nicht abzuheben.

Text SCOTT JOHNSON

Fotos MICHAEL MULLER

40


Er hat einen Job,

von dem viele träumen:

Richard Tyler Blevins

spielt „Fortnite“ und

verdient damit rund

eine Million Dollar –

pro Monat.


Derzeit folgen 13 Millionen

Menschen Ninja auf

Instagram und Twitch.


Der Star von nebenan:

Richard Tyler Blevins

mit Ehefrau und

Managerin Jessica

und weiteren Familienmitgliedern

am Set

der TV-Show „Celebrity

Family Feud“

Richard Tyler Blevins hat gerade richtig viel Spaß.

Der berühmteste Gamer der Welt steht hinter einem

Pult auf einer Bühne in Hollywood, grelles Scheinwerferlicht

im Gesicht, und grinst von einem Ohr

zum anderen. Er ist Gast in der TV-Show „Celebrity

Family Feud“, in Europa als „Familienduell“ bekannt.

Der Moderator, Comedian Steve Harvey, stellt dem

Publikum den schlaksigen, blassen Jungen mit den

blaugrünen Haaren vor – nur für den Fall, dass

irgendjemand noch nicht weiß, wer der Mann ist,

der hinter dem Online-Kampfnamen Ninja steckt:

„Er verdient jedes Monat eine Million Dollar, weil

er sich beim Computerspielen streamt.“

Die Details seiner Geschichte sind mindestens

so beeindruckend: Blevins, ein College-Abbrecher

aus dem US-Bundesstaat Illinois, hat in den letzten

zwei Jahren aus seinem außergewöhnlichen Gaming-

Talent und einer interessanten Persönlichkeit ein

enorm profitables Unternehmen gemacht: Seit Ende

Juli 2017 der Multiplayer-Shooter „Fortnite“ auf den

Markt kam und binnen kürzester Zeit Millionen Fans

gewann, mischt Ninja die Szene auf. Derzeit folgen

dem „Fortnite“-Champ 13 Millionen Menschen auf

Instagram und der Streaming-Plattform Twitch und

weitere 20 Millionen auf YouTube.

Die noch größere Leistung des seit kurzem 28-Jährigen

besteht aber darin, dass er es als einziger Gamer

geschafft hat, auch außerhalb der digitalen Blase ein

Star zu werden. Er spielt Games mit dem kanadischen

Rapper-King Drake und plaudert charmant mit Talkshow-Queen

Ellen DeGeneres. Er ist wohl so etwas

wie ein Vorreiter der digitalen Welt, das Gesicht der

Gaming-Szene.

Doch das Gewinnen ist

Blevins mindestens so wichtig

wie der Spaß: Zum Beispiel

will er jetzt, im TV-Duell,

seinen Freund besiegen, den

Footballer JuJu Smith-Schuster

von den Pittsburgh Steelers –

was ihm dann auch gelingt.

Als die Kameras dann abgeschaltet

sind, nähert sich

schüchtern der vielleicht siebenjährige

Sohn des Stage Managers,

um sein Idol zu treffen.

Er bekommt ein Autogramm,

dann klatschen sich die beiden

mit High-Five ab. Es wirkt, als hätte Blevins Freude

an den Verpflichtungen, die sein „verrücktes neues

Leben“, wie er es nennt, mit sich bringt. Er will ein

Star von nebenan sein, authentisch und greifbar.

Dieses „verrückte neue Leben“ in den Griff

zu bekommen ist eine knifflige Aufgabe.

„Bis jetzt ging’s immer drunter und drüber“,

sagt Ehefrau und Managerin Jessica Blevins. Am Tag

nach dem Auftritt bei „Celebrity Family Feud“ sitzen

wir mit ihr auf einer Couch in einem Büro in Santa

Monica. Nebenan absolviert Ninja ein aufwendiges

Fotoshooting. „Wir erklären uns immer gegenseitig,

dass wir weiterhin ganz bescheiden auf dem Boden

bleiben werden“, sagt sie. „Wir sind noch immer

jedes Mal aufgeregt, wenn jemand ein Foto machen

möchte.“ Sie schaut hinüber ins Fotostudio, wo ihr

Mann in einem engen weißen Anzug und glänzenden

Lackschuhen vor der Kamera herumblödelt.

Blevins ist ein unglaublich begabter Gamer. Doch

damit allein wäre er nie so weit gekommen. Das Paar

hat sich eine Strategie überlegt, ihn in der breiten

Öffentlichkeit als Star aufzubauen. „Ich wusste immer,

dass mehr in ihm steckt als nur ein Gamer“, sagt

Jessica. „Er ist echt lustig, hat schon früher ständig

Leute parodiert. Aber man rechnet einfach nicht

damit, dass irgendwann die Chance kommt, diese

Talente wirklich zu zeigen.“

Und wie sie kam.

Seit eineinhalb Jahren muss das Paar sein Leben

komplett danach ausrichten. Vor ein paar Monaten

stellten die beiden zum Beispiel einen Koch ein, der

regelmäßig bei ihnen daheim vorbeikommt, um

für rund 450 Euro vier- bis fünfgängige Menüs zu

zaubern – es ist etwa die Summe, die Blevins auch

im Restaurant ausgeben würde. Nur mit dem Unterschied,

dass dort die unvermeidlichen Fans und

Schulterklopfer Schlange stünden, was manchmal

ein bisschen anstrengend ist.

Vor kurzem bekam auch Jessicas Mama Darcy

einen Job im Team: Sie ist jetzt die persönliche Assistentin

ihrer Tochter. Davor hatte sie ein Jahrzehnt

lang als Arzthelferin im örtlichen Krankenhaus gearbeitet.

Als Blevins der Durchbruch gelang, opferte

sie zunächst alle ihre Urlaubstage, um den Kindern

zu helfen – sie kümmerte sich um die beiden Hunde,

den Haushalt und half Jessica, wenn ihr die Arbeit

wieder einmal über den Kopf wuchs. Dafür wollte

THE RED BULLETIN 43


sich Jessica revanchieren, schließlich ist Mama auch

ihre „beste Freundin“. „Sie bekam eine Gehaltserhöhung

und freie Zeiteinteilung“, sagt Jessica und

lächelt. „Jetzt haben wir eine Unterstützung, auf

die wir uns hundertprozentig verlassen können.“

Kurz liebäugelten Tyler und Jessica auch

damit, nach Los Angeles umzuziehen. Oder

dort zumindest ein Zweithaus zu kaufen.

Doch je mehr sie darüber nachdachten, desto weniger

Lust hatten sie darauf. Sie sind Familienmenschen,

und kein Mitglied ihrer beiden Familien lebt so weit

von Illinois entfernt.

Viel versäumt hätten sie selbst im aufregenden

Nachtleben der Glitzerwelt Hollywoods ohnehin

nicht: Nach einem langen Streaming-Tag ist meist

nicht mehr drin als ein bisschen kuscheln und Serien

schauen. Streamen als Hauptberuf geht nämlich

deutlicher an die Substanz, als man glauben würde.

Ninja soll nicht nur Gamern

ein Begriff sein, sondern

jedem Menschen – eine Art

Tiger Woods des E-Sports.

Vor allem wenn, wie inzwischen üblich, Online-Trolle

jede Menge Psychoterror veranstalten, um dem berühmten

Ninja ein Bein zu stellen. Die lauern dann

auf jeden winzigen Fehler und setzen dafür Avatare

mit rassistischen oder beleidigenden Namen ein, um

ihn aus dem Konzept zu bringen. „Ich kriege die volle

Breitseite ab, weil ich den ganzen Tag live bin“, sagt

Tyler. „Im Grunde versuchen die Leute die ganze Zeit,

mir Fallen zu stellen. Sie wollen mich dazu bringen,

etwas zu sagen oder zu tun, was mir schaden kann –

und das acht bis zehn Stunden am Tag.“

In letzter Zeit hört er öfter die Kritik, beim Spielen

wie auf Autopilot zu sein. „Das ist natürlich Unsinn“,

sagt Blevins, „ich bin hundertprozentig bei der Sache.

Ich konzentriere mich gleichzeitig aufs Streamen und

auf eine gute Show, auf clevere Spielführung und

darauf, keinen Unsinn zu schreiben.“ Für 2018 hatte

er sich vorgenommen, im Gegensatz zu vielen anderen

YouTubern kein einziges Entschuldigungsvideo

posten zu müssen. Das ist ihm gelungen.

Kein Wunder, wenn Richard Tyler Blevins am

Abend geschlaucht ist. Sein größtes Freizeitvergnügen

ist eine bei Amazon bestellte Popcorn-Maschine, die

nun im Dauerbetrieb ist. Parallel dazu läuft Netflix in

Endlosschleife: Gerade ist Blevins mit „The Punisher“

fertig geworden, nun freut er sich auf die neue „Stranger

Things“-Staffel. Ebenfalls hoch im Kurs: „Schräge

Dokus“ wie die True-Crime-Produktion „Abducted in

Plain Sight“. „Oh, und natürlich ‚Breaking Bad‘ und

‚Prison Break‘“, sagt Jessica, „die Klassiker eben.“

„Alles, wo etwas kaputtgeht“, fügt eine Assistentin,

die gerade an unserer Couch vorbei geschneit ist,

lachend hinzu.

Jetzt werfen alle wieder einen Blick hinüber

zu Tyler, dessen grünlich blauer Schopf über dem

schneeweißen Anzug wie eine Menthol-Explosion

aussieht. „Seine natürliche Haarfarbe ist hellbraun“,

verrät uns Jessica. „Aber die habe ich seit unserer

Hochzeit nicht mehr zu sehen bekommen. Ich hatte

darauf bestanden, dass er bei der Hochzeit seine

natürliche Haarfarbe trägt.“

Das war am 12. August 2017. Das Paar heiratete

vor rund 90 Gästen im „Lehmann Mansion“ in Lake

Villa, Illinois. „Eine Traumhochzeit“, schwärmt Jessica

noch heute. „Das war, kurz bevor unser Leben komplett

durch die Decke ging.“

Sie gaben sich das Ja-Wort

bei perfektem Wetter unter

einer schönen Laube und legten

danach einen legendären

Hochzeitstanz aufs Parkett.

Jessica, die als Kind Ballett,

R&B und Jazzdance praktiziert

hatte, machte sogar im Hochzeitskleid

den „Wurm“, eine

kühne Breakdance-Figur: „Ich

sagte mir, dass mich dieses

Szene aus „Fortnite“,

Ninjas zweiter Heimat

und mit 250 Millionen

registrierten Spielern

eines der beliebtesten

Games der Welt

44 THE RED BULLETIN


Tyler an seinem

Arbeitsplatz im

Keller. Er ist bis zu

zehn Stunden pro

Tag online. Das geht

an die Substanz.

Kleid nicht aufhalten wird. Wir bringen bei jeder

Hochzeitsfeier Stimmung rein, auch bei jenen unserer

Geschwister im letzten Jahr.“

Zeit mit der Familie ist sonst eher Mangelware.

„Die längste Pause, die ich beim Streamen je gemacht

habe, war erst unlängst“, sagt Tyler – da hat er sich

ganze 14 Tage Auszeit genehmigt. Dass das zweifellos

einige Twitch-Abonnements und einen Haufen an

Werbeeinnahmen gekostet hat, hätte ihm vor einiger

Zeit noch mehr Kopfzerbrechen bereitet. Jetzt fand

er die Pause einfach notwendig. „Man bekommt den

Kopf frei“, sagt er. „Die Familie ist wichtig, Zeit abseits

des Streamings genauso. Man muss sich manchmal

auch einfach nur zurücklehnen und entspannen

können. Um ehrlich zu sein, sollte ich noch viel mehr

Pausen einlegen.“

Nur fürs Protokoll: Tyler Blevins behauptet nicht,

seinem Alter Ego Ninja – laut Wikipedia ein Kämpfer

aus dem vorindustriellen Japan, der als Spion, Saboteur

oder Meuchelmörder eingesetzt wurde – ähnlich

zu sein.

Nur so viel: Er glaubt an Gott, beschränkt seinen

Glauben aber auf das Praktische: „Ich bin für Dinge

wie Moral, Karma, Nächstenliebe.“ Er verbringt die

meiste Zeit vor einem Bildschirm im Keller und

schlägt sich dabei mit anonymen Unbekannten herum.

Und er ist ein behütetes Kind aus dem Mittleren

BITTE NINJA ZUM TANZ!

So kannst du ein Duell gegen den E-Sport-Star gewinnen

– inklusive Reise zum Lollapalooza Festival in Chicago.

Genau dieses Erlebnis wartet auf die Sieger des Gewinnspiels „Deine Chance auf ein

Match mit Ninja“. Dafür aktivierst du Ninja als Animation auf deinem Smartphone und

fotografierst ihn beim Tanzen. Jetzt nur noch bis zum 30. Juni 2019 das Bild hochladen,

und du nimmst am Gewinnspiel teil. Die drei Sieger reisen mit Begleitung zum Lollapalooza

Festival in Chicago, erhalten Zugang zur Red Bull Energy Station und treten dort

gegen Ninja an. Weitere Chancen auf Gewinne gibt es über Codes auf der Red Bull Limited

Edition Design-Dose mit Ninja. Alle Infos findest du unter: redbull.com/winwithninja

Sein Ziel für 2018 war es,

kein Entschuldigungs -

video posten zu müssen.

Das ist ihm gelungen.

Westen der USA, das vom Anblick von Temaki ehrlich

überwältigt ist („Das sieht aus wie eine Eistüte …

aus Sushi!“).

Auch Jessica musste in ihre Rolle als Ninjas

Managerin erst hineinwachsen. So brauchte

sie lange, um ein gutes Team von Anwälten

zu finden, die Tyler nun bei komplizierten Verträgen,

Sponsorings und Star-Auftritten unterstützen. „Die

Videospielwelt ist eine Riesensache“, sagt sie, „und

wir brauchten jemanden, der in meinem Mann einen

Star in der Größenordnung von Basketball-Größe

Kobe Bryant sieht.“

Für die „Celebrity Family Feud“ etwa musste sie

vorab eine sechsseitige Vereinbarung unterschreiben.

„Keine große Sache für die meisten Leute“, sagt sie,

„aber ich nehme mir die Zeit, so etwas genau zu

lesen.“ Es gab prompt „ein Problem mit der Schleichwerbung

in der Sendung“. Änderungswünsche, beschied

man ihr daraufhin, seien nicht üblich. „Worauf

ich sagte: ‚Es ist mir egal, ob ihr das schon mal gemacht

habt oder nicht. Wenn ihr Tyler vor der Kamera

haben wollt, müssen die Sprüche raus.‘“ Fazit: Die

Produzenten gaben klein bei.

Blevins überlässt es seiner Frau, die Zügel straff

zu halten. „Sie war schon früher taff, aber jetzt ist sie

knallhart“, erzählt er. „Darüber streiten wir manchmal,

weil ich finde, dass man es auch ein bisschen

lockerer angehen könnte. Und jedes Mal passiert dann

genau das, was sie befürchtet hat – oder eben nicht,

weil sie es verhindert hat. Und ich wechsle von ‚Lass

es doch mal gut sein‘ zu ‚Oh Scheiße, du hattest mal

wieder recht‘.“

Jessica macht ihre Sache offensichtlich gut. Sobald

Ninja ankündigt, dass er gleich streamen wird, sind

binnen zehn Minuten 10.000 Follower online, binnen

einer Stunde ein Vielfaches davon, erzählt einer aus

dem Team. „Wir könnten pro Tag dreimal das Staples

Center (eine 21.000 Zuschauer fassende Mehrzweckhalle

in L. A., Anm.) füllen“, sagt er. Zusammen macht

das mehrere Millionen Views auf YouTube. Oder anders

ausgedrückt: eine Stange Geld.

Jessica und Tyler sprechen neuerdings regelmäßig

über die langfristigen Ziele der Marke Ninja und

wähnen sich auf dem richtigen Weg. „Ninja soll nicht

nur Gamern ein Begriff sein, sondern jedem Durchschnittsmenschen“,

fasst Jessica die Stoßrichtung

zusammen, „bekannt wie Tiger Woods, den jeder

auf der Straße erkennen würde, auch wenn er überhaupt

nichts mit Golf am Hut hat.“

Schau Ninja beim Gamen zu: twitch.tv/ninja

THE RED BULLETIN 45


Sei

so

frei!

Sie ist Deutschlands

Schauspielstar der Stunde,

kämpft für die Anliegen

der Frauen und glaubt

an die ewige Liebe:

EMILIA SCHÜLE, 26,

gelingt eine Bilderbuchkarriere,

ohne sich

zu verbiegen.

Wir wollten wissen, wie

sie für ihre Über zeugungen

einsteht, und stellten sie

elf Mal vor die Wahl:

entweder oder.

Protokoll DOMINIK SCHÜTTE

Fotos ROBERT WUNSCH

46


MIT HAUT

UND HAAR

Nach dem Abi

ver zichtete Emilia

Schüle aufs Studium

und stürzte sich

zur Gänze in die

Schauspielerei.


„Das finde ich blöd

und eitel an Instagram:

Man sieht immer nur

die Leute selbst.“

Schüle liebt Instagram für

neue Perspektiven, weniger

für Selbstdarstellung.


Russland oder Deutschland?

Blagoweschtschensk. Sag das dreimal

ganz schnell hintereinander. So heißt

mein Geburtsort im Südosten Russlands.

Bis vor kurzem kannte ich ihn

nur aus Erzählungen. Meine Eltern

haben Russland verlassen, als ich

noch ein Baby war. Weil meine Mutter

eine spirituelle Frau ist, besuchten wir

einmal eine Schamanin. Die machte

eine dramatische Show – es ging um

Fruchtbarkeit –, und irgendwann gab

sie mir einen Stein und sagte, ich solle

ihn zu meinem Geburtsort bringen.

Also reisten meine Schwester und ich

vor zwei Jahren erstmals nach Blagoweschtschensk.

Nächstes Jahr werde

ich wieder nach Russland fahren

und einen Sprachkurs machen, mein

Russisch ist so lala. Das sagt wohl

auch alles: Meine Heimat ist Berlin.

Abi oder arbeiten?

Ich habe sehr früh mit dem Tanzen

begonnen und bin zu einer Agentur

gekommen. Castings habe ich als

Spiel empfunden, aber daraus wurde

schnell Ernst. Rasch kamen die erste

Hauptrolle und der erste Kinofilm:

„Freche Mädchen“. Erst später begriff

ich: Holla, es gibt ja noch eine ganz

andere Art von Film. Ernsthaftes Kino.

Für Erwachsene. Da habe ich gespürt,

wo ich hinmöchte: von der Teenie-

Darstellerin zur ernstzunehmenden

jungen Schauspielerin. Trotzdem

war es aber nie eine Option, das Abi

sausen zu lassen. Mein Vater ist

Psychologe, meine Mutter Internistin.

Da gehört eine gute Schulbildung

zum Leben einfach dazu.

Studieren oder

durchstarten?

Dass ich nicht studiert,

sondern nach der Schule

weitergearbeitet habe, war

für meine Eltern schwer

zu akzeptieren. Ich wollte

einfach mal nur ein Leben

führen statt zwei. Die jugendliche

Leichtigkeit nachholen,

die ich verpasst hatte. Ich

hatte nie Ferien, nur Schule

oder Dreh. Nix tun, es ist

Sommer, der Tag liegt vor dir

– dieses Gefühl kannte ich

bis dahin nicht.

BLICK FÜR ANDERE

Dreht Schüle keine

Filme, unterstützt sie

immer wieder soziale

Projekte – etwa Initiativen

für Flüchtlinge.

Kunst oder Kommerz?

Mein damaliger Freund Jannis Niewöhner

hat mir viele Filme gezeigt,

gerade aus den 90er-Jahren, einer

„goldenen“ Ära des deutschen Kinos:

„Absolute Giganten“, „Knockin’ on

Heaven’s Door“, „Bandits“. Da habe ich

gemerkt: Deutscher Film kann richtig

was. Zum Glück durfte ich bald Filme

drehen, die mich glücklich machten

und die nicht mehr so sehr Kommerz

waren wie in meiner Anfangszeit. Hier

muss ich mich bei Oskar Roehler bedanken,

der mich als Heroinsüchtige

in „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“

besetzte – zu einer Zeit, als ich noch

nicht im Fokus stand. Ich habe erst

kürzlich an Oskar denken müssen, als

Hannelore Elsner starb. Sie verdankte

Roehler ihren zweiten Frühling durch

ihre Rolle in „Die Unberührbare“. Zu

der Zeit hatte sie ewig keinen Kinofilm

mehr gedreht. Diesen Mut fordere

ich von Regisseuren: Experimentiert

mehr bei weiblichen Rollen!

Fernsehen

oder Kino?

Spätestens seit „Breaking

Bad“ oder „Sopranos“ sind

TV-Serien eine eigene Kunstform.

Da bin ich für beides

offen. Das liegt auch an der

tollen Zeit, die ich in den vergangenen

Jahren erleben

durfte: Ich drehte einerseits

„Ku’damm 56“ fürs Fernsehen,

andererseits den Kinofilm

„Jugend ohne Gott“. Ich

konnte also viel ausprobieren

und durch die Epochen reisen.

„Charité“ spielte im Jahr 1890,

„Mordkommission Berlin 1“

in den Zwanzigern. Mein

neuer Film „Traumfabrik“

spielt 1961 während des

Mauerbaus. Bald habe ich

alle Jahre durch, oder?

THE RED BULLETIN 49


Hollywood oder

Babelsberg?

„Traumfabrik“, mein neuer

Film, ist eine Liebeserklärung

an das Kino und das Studio

Babelsberg. Wenn mir jemand

als Kind erzählt hätte, dass

ich mal mit dem Deutschen

Fernsehballett und ein paar

Elefanten tanzen würde,

hätte ich ihn für verrückt

erklärt. Ich war beim Casting

für einen anderen Film, als

der Produzent Tom Zickler

sagte: „Ich schreibe dir eine

Rolle auf den Leib.“ – „Jaja,

genau, mach mal“, sagte ich.

Aber dann kam der Anruf.

Gegen Anrufe aus Hollywood

habe ich natürlich auch

nichts. Aktuell drehe ich

international „Treadstone“,

eine Serie aus dem Jason-

Bourne-Universum, und ich

spiele eine KGB-Agentin. Das

ist schon auch mega, klar.

#metoo oder alles übertrieben?

Ich hatte Glück. Ich habe am Set noch

nie Belästigung erlebt, allerdings habe

ich zwei, drei wenig charmante Statements

von Regisseuren abbekommen.

Dass über Körperteile gesprochen

wurde oder ein Satz fiel wie „Zeig

doch mehr, sieht super aus!“ – dagegen

würde ich mich heute massiver

zur Wehr setzen. Kein Sexist darf sich

noch sicher fühlen! Was mich auch

umtreibt: Wir Frauen sind derart beschränkt

in der Auswahl der Rollen.

Etwa 70 Prozent aller Drehbücher

haben Männer in den Hauptrollen.

Es gibt ja den sogenannten Bechdel-

Test, der mit drei Fragen Stereotypisierungen

aufdeckt: Gibt es in dem

Film mindestens zwei Frauenrollen?

Sprechen diese Frauen miteinander?

Und unterhalten sie sich über etwas

anderes als einen Mann? 80 Prozent

aller Filme fallen hier durch. Wenn ich

darüber nachdenke, wie viele Rollen

ich gespielt habe, die sich über Männer

definierten, dann erschrecke ich.

Schauspielerin

oder Influencerin?

Ich liebe Instagram und gewähre

dort kleine Einblicke

in mein Leben. Ich glaube,

man spürt meinen Hang zum

Romantischen. Aber mir ist

wichtig, dass man dabei die

Welt aus meinen Augen sieht

und nicht mich. Das finde ich

nämlich eitel und blöd an

Instagram: Man sieht immer

nur die Leute selbst, das ist

doch uninteressant. Der

Blick von innen auf die Umgebung

ist doch viel spannender.

Als Influencerin bin

ich wohl ungeeignet.

Ewige Liebe oder

kurzfristiger Spaß?

Wir leben in einer Tinder-Gesellschaft

der Lebensabschnittsgefährten und

One-Night-Stands. Nichts für mich,

ich glaube an die ewige Liebe – weil

ich an sie glauben will. Ich finde es ja

schon bei Musikstreaming schwierig,

den eigenen Geschmack einem Algorithmus

anzuvertrauen – aber bei der

Liebe? Klar, man erhöht die Reichweite,

und vielen Menschen eröffnet es

bestimmt Möglichkeiten, die sie sonst

nicht hätten. Ich persönlich stelle mir

aber gerade vor, wie man den eigenen

Kindern die Frage beantwortet, wo

sich die Eltern kennengelernt haben:

„Och, in so ’ner Sexdating-App.“

Kinder oder

Karriere?

Momentan fühle ich mich

selbst noch wie ein Kind,

mein Leben hat eine hohe

Geschwindigkeit. Aber sollte

ich irgendwann Mutter werden,

wird sich sowieso alles

ändern. Ich weiß jedenfalls,

dass ich nicht den Moment

verpassen will – wie viele andere

Menschen aus der Filmbranche.

Irgendwann ist es

zu spät. Meine Mama hat mir

kürzlich versichert: „Ich bin

da. Ich werde babysitten!“

Engagement oder ein Star sein?

Ich habe lange nachgedacht, ob ich

mich an der „Fridays for Future“-

Bewegung beteiligen soll, sagte mir

aber dann: Dafür fliegst du zu häufig

– auch, weil ich mich für Plan International

engagiere, die sich für Mädchen

auf der ganzen Welt einsetzen.

Auf die Philippinen kommt man nun

mal nicht mit dem Zug. Damit ist man

aber nicht die richtige Sprecherin für

Klimafragen. Wobei mich genau das

an der deutschen Debattenkultur

nervt: Anstatt Engagement zu loben,

wird schnell auf einer anderen Ebene

kritisiert. Ich denke auch viel über die

Vergesslichkeit und die Kaltherzigkeit

der Menschen nach. Als Notre-Dame

brannte, wurden über Nacht hunderte

Millionen Euro gespendet, während

im Mittelmeer Menschen ertrinken.

Brecht schrieb: „Das Gedächtnis der

Menschheit für erduldete Leiden ist

erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe

für kommende Leiden ist fast

noch geringer.“ Wenn wir alt sind,

habe ich gelesen, wird es keine Vögel

mehr geben. Wir werden im Garten

sitzen, und es wird still sein. Dann

haben wir Zeit zum Nachdenken.

Styling CHANTAL DRYWA-WUNSCH

Make-up & Hair PHILIPP VERHEYEN

Top: UNIQLO, Rock: NOISY MAY,

Kette: ROSEFIELD, Ring: BULGARI

DIE RÜBERMACHER

In Emilia Schüles neuem Film

sprengt die Liebe Mauern.

Sommer 1961: In den DEFA-Studios

in Potsdam-Babelsberg lernen sich

der Ex-NVA-Soldat Emil (Dennis Mojen)

und die französische Tänzerin

Milou (Emilia Schüle) kennen. Doch

dann trennt sie der Bau der Berliner

Mauer. Emil fasst einen tollkühnen

Plan, um seine Liebe wiederzu sehen.

Highlight neben der wunderbaren

Emilia Schüle: Heiner Lauterbach als

grimmiger Studioboss mit einem Gesicht

wie aus Granit. „Traumfabrik“

mit Emilia Schüle, Dennis Mojen, Heiner

Lauterbach. Regie: Martin Schreier.

Ab 4. Juli im Kino.

50 THE RED BULLETIN


„Kein Sexist

darf sich noch

sicher fühlen.“

Auch nach der #meetoo-

Kampagne bezieht Schüle

weiterhin klar Stellung.


INNOVATOR

START-UPS,

PIONIERE UND

GENIALE

ERFINDUNGEN

E-Motorrad

Die Göttliche

Ein Blitz ohne Donner: Mit dem

E-Superbike Zeus bringt die

US-Firma Curtiss Motorcycles

das aktuell schnellste Serienmotorrad

auf die Straße.

Batmobil trifft Blade

Runner. Mit seinem auf

Hochglanz polierten

Aluminiumgehäuse, tiefschwarzen

Vollkarbonrädern,

Touchpad-Cockpit und LED-

Beleuchtung würde man das

Zeus Café-Bike eher am Set

eines Hollywoodfilms erwarten

als auf der Quail Motorcycle

Gathering Show. Dort

wurde die Elektromaschine

2018 erstmals präsentiert und

räumte gleich den Preis für

das innovativste Motorrad ab.

Denn nicht nur das Design

der Zeus ist einzigartig,

sondern auch ihre Performance.

Betrieben von einer

14,4-kWh-Lithium-Ionen-

Batterie, die sich unter der

Sitzbank versteckt, beschleunigt

das 190 PS starke Bike

auf 450 km/h – und ist somit

das schnellste Serienmotorrad

der Welt.

Entwickelt wurde Zeus

vom US-Start-up Curtiss

Motor cycles, dessen Name

eine Hommage an den einst

52 THE RED BULLETIN


„Nachhaltiges

Motorradfahren

darf nicht zu

Kompromissen in

der Leidenschaft

führen.“

190 PS, 450 km/h,

futuristisches Design:

Curtiss Zeus, ein Biker-

Traum um 53.500 Euro

„schnellsten Mann der Welt“

ist: Glenn Curtiss stellte 1906

mit seiner V8-Twin-Maschine

den Bike-Speedrekord von

219,4 km/h auf und hielt diesen

bis 1930. „Wir haben die

letzten Jahre daran gearbeitet,

Curtiss’ V-Twin- Erfindung zu

perfektionieren“, so Curtiss-

CEO Matt Chambers.

Das E-Superbike kann

für 2020 in zwei Designausführungen

vorbestellt werden.

Der Preis: 60.000 US-Dollar.

curtissmotorcycles.com

IN ALLER

KÜRZE

HANDY-

UPGRADE

FÜR BIKER

Diese Apps

machen Motorradfahren

sicherer

und sozialer.

AUTOMATISCHER

LEBENSRETTER

BikerSOS erkennt die

Erschütterung eines

Unfalls und gibt einen

Notruf an Einsatzkräfte

und ausgewählte Kontakte

ab. Zusätzliche

Features: Live-Tracking

und Tour-Statistik.

bikersos.com

BRINGT GLEICH-

GESINNTE ZUSAMMEN

Vernetze dich mit Fahrerinnen

und Fahrern,

entdecke neue Routen

und tracke zurückgelegte

Strecken. In der

Pro-Version sind zudem

O≠line-Karten und 3D-

Touraufzeichnungen

zum Sharen inkludiert.

riserapp.com

Mehr Inspiration für

Zukunftsmacher gibt es

im aktuellen INNOVATOR.

Infos und Abo unter:

redbulletininnovator.com

CURTISS, MPUMELELO MACU/RED BULL CONTENT POOL LEA WIESER

Smarter Gehstock

Blindes Vertrauen

Social Entrepreneur Nkululeko Tunzi will Blinden

dabei helfen, sicher durchs Leben zu navigieren.

Mit einem wortwörtlich wegweisenden Gadget.

Als Nkululeko Tunzi

eine blinde ältere

Dame dabei beobachtete,

wie sie trotz

Blindenhund mit dem Überqueren

einer Kreuzung zu

kämpfen hatte, fasste der

Südafrikaner aus Soweto

einen Entschluss: Er würde

ein Gerät entwickeln, mit

dem Blinde sicher durch den

Straßenverkehr kommen.

Seine Lösung: der Bula

Tsela (übersetzt: „einen Weg

öffnen“), ein Gehstock-Aufsatz

mit Rollen, der mittels

Abstands-, Temperatur- und

Feuchtigkeitssensoren sowie

GPS-System und Kamera

potenzielle Gefahren erkennen

kann. Findet Bula Tsela

den sicheren Weg durch den

Auto- und Personenverkehr,

teilt er diesen der sehbehinderten

Person via Bluetooth

auf ihr Hörgerät mit. Dank

künstlicher Intelligenz lernt

der smarte Navigator Meter

für Meter, seine Umgebung

besser zu verstehen und zu

interpretieren.

Den ersten Prototypen

baute Tunzi bereits 2016.

„Ich nannte ihn Robotgator,

und er sah eher nach einem

Spielzeug aus; außerdem

war er zu klobig, um herumgetragen

zu werden“, erklärt

der 24-Jährige. Mithilfe

von Red Bull Basement,

einem Programm für Social

Entrepreneure, konnte der

gelernte Informatiker seine

Erfindung weiterentwickeln

und verkleinern.

Nun wird daran gefeilt,

die Sehhilfe für einen größeren

Teil der Blinden finanzierbar

zu machen: „Da das

Gerät technologisch sehr

anspruchsvoll ist, ist die

größte Herausforderung, es

so günstig zu produzieren,

das es sich auch tatsächlich

alle leisten können.“

redbull.com/basement

Ein technischer Blindgänger im besten Sinn: Nkululeko Tunzi und

der erste Prototyp seines „Bula Tsela“

THE RED BULLETIN 53


5-MINUTEN-COACH

00:00

01:59

Befolge diesen

Leitspruch

aus Bayern

Ich werde oft gefragt, wie ich als Profisportler

vor wichtigen Wettkämpfen

mit dem Erwartungsdruck umgehe.

Ich glaube, das liegt daran, dass ich für

meine Nervenstärke bekannt bin. Ich

mag den Druck einfach. Er gehört zu

meinem Beruf. Ich werde ja auch ständig

bewertet. Bei meiner Disziplin – Wakeboard-Cable

– werden wir Athleten

von einem Lift durch ein Gewässer mit

Hindernissen gezogen, auf denen wir

Tricks zeigen. Eine Fachjury vergibt

dann Punkte für die Ausführung. Mir

gibt diese Wettkampfsituation Extrapower.

Je mehr Leute zusehen, desto

besser. Ich glaube, diese Stärke ruht auf

zwei Säulen. Erstens: Erfahrung. Ich

habe in den vergangenen 17 Jahren an

mehr als 200 Contests teilgenommen.

Selbst schwierige mentale Situationen

ver lieren da ihren Schrecken. Zweitens:

die Einstellung zu Niederlagen. Viele

Menschen haben Angst vorm Versagen,

weil sie eigentlich Angst davor haben,

was andere Leute dann über sie denken.

00:18

MEHR

FOKUS IN

BERUF UND

SPORT

Futter für

die Nerven

Der Münchner Dominik Gührs ist zweifacher Weltund

dreifacher Europameister im Wakeboarden –

weil er vor Wettkämpfen seine Selbstzweifel erfolgreich

ausschaltet. Vier Empfehlungen, wie du in entscheidenden

Momenten (auch im Job) einen kühlen Kopf bewahrst.

Ich weiß, das ist schwierig: Aber wenn

man es schafft, diese Haltung zu ändern,

ist das ungeheuer befreiend. Wenn ich

an einer Aufgabe scheitere, sage ich mir

einfach auf gut Bayerisch: „Jå mei! Beim

nächsten Mal klappt es dann besser.“

Wenn du nervös

wirst: Rede wie

ein Wasserfall

Es ist schon tausendmal gesagt worden,

aber es stimmt eben: Gute Vorbereitung

verleiht dir mehr Selbstvertrauen. Egal

ob ich für meine Abschlussprüfung

lerne, ein Meeting ordentlich vorbereite

oder für die Wakeboard-WM trainiere.

Denn vor dem Start kann ich dann zu

mir sagen: „Du hast bis hierhin alles

richtig gemacht. Sei stolz. Bereits das

ist eine Leistung.“ Trotzdem versuche

ich zusätzlich, in den letzten Minuten

vor dem Wettkampf Anspannung und

Zweifel aus meinem Kopf zu verbannen.

Dafür habe ich mir über die Jahre einige

Tricks zurechtgelegt. Jonglieren zum

Beispiel. Ein großartiges Hilfsmittel,

um den Kopf freizubekommen. Beim

Jonglieren hast du keine Zeit für andere

Gedanken oder Zweifel. Du musst dabei

völlig im Moment leben, sonst fallen

alle Bälle zu Boden. Da es wahrscheinlich

recht komisch aussieht, wenn

Menschen im Büro vor wichtigen Besprechungen

plötzlich zu jonglieren

anfangen, hilft im Notfall, viel zu reden.

Dazu braucht man kein Equipment.

Du bist nervös? Quatsch deine Kollegen

zu! Mache ich auch, wenn ich keine

Bälle dabeihabe. Dann rede ich wie ein

Wasserfall, mit allen, die gerade neben

mir stehen – und bin so perfekt abgelenkt.

Kurz vor dem Start ziehe ich mich

dann aber zurück, gehe nochmal in mich

und fokussiere mich ganz auf den Lauf.

Zu viele E-Mails?

Flüchte aus

deinem Büro!

Sich auf seine Stärken fokussieren und

den Kopf freibekommen ist nicht nur

vor Wettkämpfen ein Thema, sondern

auch im Alltag. Zum Beispiel, wenn du

von E-Mails, WhatsApp und Papierkram

völlig überfordert bist. Man soll an

tausend Sachen zugleich arbeiten. Wir

alle kennen solche Tage. Wenn ich mal

zwei Stunden E-Mails machen muss,

klappt das nur, wenn ich mich vorher

ausge powert habe. Ich gebe zu, ich bin

da ein Spezialfall. Ich hatte schon in der

Schule Probleme, über einen längeren

Zeitraum still zu sitzen und zu lernen.

Meine Lösung damals: Ich ging runter

in den Garten und habe einen Fußball

gegen die Wand gekickt, während ich

in meinem Buch las. Sport hilft mir auch

heute noch ausgezeichnet dabei, mich

zu konzentrieren. Und ich rede nicht

von Spitzensport oder harten Workouts.

KONSTANTIN REYER, DDB-PHOTOGRAPHY.COM ANDREAS ROTTENSCHLAGER

01:58

03:37

54 THE RED BULLETIN


03:38

Nach einer halben Stunde Bewegung

habe ich mehr mentale Energie für alle

Aufgaben. Es genügt schon, spazieren

zu gehen und den Kreislauf ein wenig in

Schwung zu bringen. Es genügt schon,

einfach mal eine halbe Stunde aus dem

Büro zu flüchten, raus an die frische

Luft, um nachher besser zu performen.

Ja, man muss sich dazu zwingen. Aber

dieser Aufwand lohnt sich immer.

04:13

Mach das Beste

aus schlechten

Tagen

Dominik Gührs, 29, Motivationsprofi:

„Ich werde dauernd bewertet.“

Spritztour

durch Thailand

Ein schwimmender Markt, eine Seilwinde,

ein Wakeboard: Mit diesen Zu taten setzte

Dominik Gührs ein einzig artiges Action-

Video um. Auf dem Kanal des Floating

Markets in Amphawa sprang er etwa

über mit Blumen beladene Holzboote.

Vorher erkundete er für eine dreiteilige

Web-Serie Bangkok – mit einer Foodbloggerin,

einem Street-Art-Künstler

und anderen Insidern. Action-Clip und

Web-Serie auf: youtube.com/redbull

Natürlich bin auch ich schon spektakulär

gescheitert. Beispiel: die WM vor

fünf Jahren auf den Philippinen. Jeder

erwartete meinen Sieg. Training und

Qualifikation liefen top. Alles war für

die Siegesfeier vorbereitet. Aus Deutschland

war extra ein Filmteam nach Asien

gereist, um eine Dokumentation über

mich zu drehen. Dann kam das Finale,

und ich stürzte – gleich zweimal. Zwei

Mal! Völlig untypisch für mich. Nun gibt

es zwei Sichtweisen, um mit schlechten

Tagen umzugehen. Pessimisten sagen:

„Du bist unfähig und kannst es einfach

nicht.“ Optimisten sagen: „Du weißt, was

du kannst, aber heute hattest du einfach

Pech.“ Ich war wütend nach der Nieder -

lage. Aber irgendwann siegte dann

wieder mein Leitspruch: „Jå mei! Beim

nächsten Mal klappt es dann besser.“

Und überhaupt finde ich: Wenn du nie

scheiterst, sollte dir das eher zu denken

geben. Vielleicht könntest du viel mehr

erreichen, gehst aber nicht nah genug

an deine Grenzen.

05:00

THE RED BULLETIN 55


U H R E N S P E C I A L

ZEITFAHREN

Wenn sich dein Leben durch gewonnene Zeit definiert,

hast du auch eine besondere Beziehung zu Uhren.

Wir bringen Snowboard-Weltmeister BENJAMIN KARL

ein paar besonders schöne Exemplare mit

und gehen mit ihm mountainbiken.

Text WERNER JESSNER

Fotos KONSTANTIN REYER

DER

RED BULLETIN

UHREN-

HÄRTETEST

in Kooperation mit dem

„UHREN-MAGAZIN“

56


VERSUCHSANORDNUNG

Outdoor-Profi Benjamin Karl,

ein Mountainbike, sieben Premium-

Uhren. Location: Lienz, Osttirol.


U H R E N S P E C I A L

Zehn Sekunden. Zehn Sekunden, schätzt

Benjamin Karl, haben bislang den Unterschied

ausge macht. Ein paar Hundertstel

hier, ein paar Zehntel da, die er in den

wichtigen Rennen seines Lebens in

Summe schneller war als die Konkurrenten.

Diese zehn Sekunden haben ihn in

den letzten 15 Jahren zum mehrfachen

Snowboard-Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger

gemacht, außerdem

zum zweifachen Medaillengewinner bei

Olympischen Spielen.

Was bedeuten dir diese zehn Sekunden,

wofür verwendest du sie, fragen wir

den 1,85 Meter großen Modellathleten

bei einer Pause an einem idyllischen See

in seiner Wahlheimat im Osttiroler Lienz.

Er schaut versonnen in die Gegend,

denkt kurz nach und sagt dann: „Diese

zehn Sekunden sind weit mehr wert

als nur der gemessene Wert. Die Augenblicke,

die ich früher im Ziel bin als meine

Gegner, schenken mir Lebensqualität.

Zeitvorsprung bedeutet in meinem Sport

Erfolg, Geld, ein besseres Leben – und die

Summe dessen schenkt mir noch mehr

Zeit. Wenn ich mich als Weltcupsieger am

Flughafen nicht in die Schlange stellen

muss, sondern in die viel kürzere Priority

Lane darf, zum Beispiel. Zeit zu finden

wird niemals langweilig.“

Wir hatten einen kühnen Plan gefasst:

Benny ist ja ein fantastischer Mountainbiker,

mit allen Wassern gewaschen und

im Sommer quasi im Sattel zu Hause. Zeig

uns doch die Strecke des Red Bull Dolomitenmann,

haben wir gesagt, und wir

bringen dir ein paar schöne, edle Sportuhren

mit, mit denen du dich belohnen

könntest, wenn du eines Tages die aktive

Karriere als Snowboarder an den Nagel

hängst. Benny, seit einem Jahr Vater nicht

nur einer, sondern zweier Töchter, war

SCHNELLER DA

Benny Karl fährt

sommers Mountainbike

und Rennrad auf

hohem Niveau.

58


„UND WENN

ES NUR UM

HUNDERTSTEL

GEHT: ZEIT

ZU FINDEN

WIRD NIE

LANGWEILIG.“

einverstanden, mit einer Ausnahme: „Dass

ich bald aufhöre, das könnt ihr streichen.

Als nächstes Ziel kommen einmal die

Olympischen Spiele 2022 in Peking, aber

ich möchte mindestens fahren, bis ich

40 Jahre alt bin.“ Das wäre dann im Jahr

2025, und es ist kein Wunder, dass Benny

so gut im Saft steht, wie er es eben tut.

Seine Off-Season dauert gerade einmal

drei Wochen, im Sommer trainiert er unfassbare

20 bis 25 Wochenstunden, und

besonders genießt er jene am Bike.

„Die Gegend is ja wirklich a Traum“,

grinst er unter dem Helm, „jede Menge

Wegerl, und weil es bei uns immer gleich

auf den Berg raufgeht, kommst du den

Höhenmetern gar nicht aus.“

Womit belohnst du dich?

„Mit der Abfahrt.“

Nein, im Leben.

„Freizeit ist mir wichtig. Zeit mit der

Familie.“

Weil du so viel Zeit totschlagen musst

zwischendurch?

„Nein, im Gegenteil. Einen Langstreckenflug

kann ich total genießen.

Zehn Stunden, in denen keiner etwas

von mir will. In denen ich unerreichbar

bin und nur für mich sein kann.“

Materielle Dinge?

„Klar habe ich gern schöne Dinge.

Ich mag Autos. Meinen Audi RS4 liebe ich.

Ein Lamborghini Huracán wäre die ultimative

Selbstbelohnung. Und für Uhren

bin ich auch anfällig.“

Offensichtlich. Das Glitzern in den

Augen beim ersten Blick in unsere Schatzkiste

war kaum zu übersehen, und Benny

legt die Garmin MARQ Expedition seines

Sponsors – eine alleskönnende Smartwatch,

die sich elegant gibt – ab und greift

nach und nach zu unseren mechanischen

Zeitmessern mit sportlichem Touch.

Als Erstes nimmt er die TAG Heuer

Carrera Calibre Heuer 01 aus der Schatulle,

die teuerste und komplexeste Uhr

im Feld: „Die ist schon sehr spektakulär.“

Ihm gefällt, dass man die Technik im

Inneren sieht, auch die große, maskuline

Form. Der Automatik-Chronograph ist

eine Hommage an das Autorennen der

Carrera Panamericana in Mexiko, aber

ob sie mit ihrer dicken Krone und den

beiden zusätzlichen Drückern auch am

3 UHREN ZWISCHEN

SUPERSCHLAU

UND UNIVERSELL

1 ORIS: ELEGANT

„Für mich die eleganteste Uhr

im Feld, auch gut ablesbar.

Kannst du direkt zum Anzug tragen

– sofern du den Dreck vom Biken

vorher abwischst.“

Oris Big Crown ProPilot Timer GMT; € 2 400,–

oris.ch

1

2

3

2 GARMIN: SMART

„Ich bin parteiisch, da es die Uhr

meines Sponsors ist, daher nur so

viel: Garmin hat sich in den letzten

Jahren extrem viele Gedanken

gemacht, wie man Smartwatches

verbessern kann. Ersetzt einen

vollwertigen Bike-Computer.“

Garmin MARQ Expedition; € 1 750,–

garmin.com

3 CERTINA: TOUGH

„Ich mag schwarze Gehäuse, das

wirkt jugendlich. In Verbindung

mit dem grünen Band prädestiniert

für den Einsatz in der Natur.

Ablesbarkeit: am besten!“

Certina DS Action GMT Powermatic 80; € 945,–

certina.com

THE RED BULLETIN 59


U H R E N S P E C I A L

BENNY KARL

VERBRINGT

DEN SOMMER

IM SATTEL.

SEINE

BELOHNUNG?

„DIE ABFAHRT.“

Mountainbike bequem zu tragen ist?

Benny fürchtet blaue Flecken am Handgelenk,

genau wie bei den Modellen

von Oris und Sinn.

Die Sinn EZM 9 ist das vielleicht robusteste

Modell im Test, mit einem kratzfesten

Gehäuse aus hochfestem Titan und

einer integrierten Trockenkapsel aus Kupfersulfat,

die Luftfeuchtigkeit im Gehäuse

aufnimmt. Zwar dräuen Regenwolken,

aber noch scheint das Wetter zu halten,

und überhaupt ist die Uhr bis 200 Meter

Wassertiefe dicht. Wir sind damit für

heute jedenfalls auf der sicheren Seite.

Benny legt die Maurice Lacroix

Aikon Venturer an: „Hat was

von Rolex, finde ich. Ideal

für Menschen, denen das ikonische

Design gefällt, aber nicht

der Premium-Preis.“ Mit

2190 Euro liegt die Maurice Lacroix tatsächlich

noch im Budget für ganz besondere

Selbstbelohnungen, die ohne aufgelöste

Lebensver sicherung auskommen.

Das gilt in gleichem Maße für die

nächste Uhr, nämlich für die Mühle

ProMare Go, die Benny zuerst beinahe

links liegen gelassen hätte: „Die wirkt

am Handgelenk völlig anders als auf dem

Tisch. Liegt geschmeidig an, wie aus einem

Guss.“ Don’t judge a book by its cover, das

gilt auch für die Certina DS Action GMT

Powermatic 80. Sie ist die günstigste Uhr

im Testfeld, hat als einzige ein zusätzliches

24-Stunden-Display und schreit mit ihrem

Military-Look richtiggehend nach hartem

Einsatz: „Da bricht dir nicht gleich das

Herz, wenn du damit stürzt.“

Ähnliches gilt für die Oris Big Crown

ProPilot mit ihrem Stoffband, die sich

Benny wegen ihrer Eleganz auch gut fürs

Rennrad vorstellen kann. Er mag vor

allem den kleinen Sekundenzeiger auf

neun Uhr: „Durch das aufgeräumte Zifferblatt

ist diese Uhr im Gelände sehr einfach

ablesbar. Sehr praktisch.“

„Weißt du was“, sagt er ein paar Trail-

Kilometer später, als wir wieder Pause

machen, „ich war früher ein furchtbar

unpünktlicher Mensch.“

Echt jetzt?

„Ja, so auf die Viertel- oder halbe

Stunde pünktlich.“

4 UHREN ZWISCHEN

ELEGANT UND AUFFÄLLIG

1 MÜHLE: ZEITLOS

„Auf den ersten Blick noch unscheinbar,

gewinnt sie am Hand gelenk

gewaltig. Wertig, sportlich und

dennoch irgendwie klassisch.“

Mühle ProMare Go; € 1 890,–

muehle-glashuette.de

3

2 MAURICE LACROIX: IKONISCH

„Das Kautschukband ist perfekt für

den Sport. Die Uhr wirkt sehr robust

und steckt vermutlich auch grobe

Stürze weg. Würde ich dennoch eher

im Alltag als zum Sport tragen.“

Maurice Lacroix Aikon Venturer; € 2 190,–

mauricelacroix.com

1

2

4

3 SINN: ROBUST

„Wirkt schlicht, ist aber wegen ihrer

Größe präsent am Handgelenk.

Dank Titangehäuse fühlt sie sich am

Handgelenk leichter an als gedacht.“

Sinn EZM 9 TESTAF; ab € 2 990,–

sinn.de

4 TAG HEUER: SPEKTAKULÄR

„Optisch die sportlichste und bulligste.

Schaut cool aus, fürs Mountain biken

allerdings zu massiv, da sie am Handgelenk

scheuert. Sonst: sehr lässig.“

Tag Heuer Carrera Calibre Heuer 01; € 4 950,–

tagheuer.com

60 THE RED BULLETIN


Und heute nicht mehr?

„Nein. Das hat mir mein Schwiegervater

ausgetrieben.“

Ah, Werner Grissmann. Ski-Abfahrtslegende

und Erfinder des Red Bull Dolomitenmann.

Ein Mann von so mächtiger

Gestalt, dass man sich gar nicht vorstellen

mag, in seiner Gegenwart unpünktlich

zu sein.

„Er sagt immer: Die Zeit hat kein Depperter

erfunden. Sie macht das menschliche

Zusammenleben einfacher, und das

stimmt wirklich. Zeit hält unser Sozialleben

zusammen. Heute bin ich maximal

zehn Minuten zu spät dran – oder ich bin

ohnehin pünktlich.“

Dass gute Uhren Pünktlichkeit erleichtern

würden, verneint Karl: „Du

schaust vielleicht öfter drauf, weil sie

dir gefällt, aber Pünktlichkeit ist eine

innere Einstellung.“

Wir landen also doch wieder bei der

mechanischen Armbanduhr als ultimativer

Belohnung: „Ein Porsche 911, eine

schöne mechanische Uhr: Das sind so

Meilensteine im Leben eines Mannes.

Als ich zum ersten Mal Weltmeister geworden

bin, wollte ich mir eine besondere

Armbanduhr gönnen. Das Modell, das

mir wirklich, wirklich gefallen hat, hätte

aber 25.000 Euro gekostet. Weil ich damals

das Haus umgebaut habe, habe ich

das Geld dann doch in ein paar Zementsäcke

investiert.“

Jetzt, da dieser Ballast von ihm abgefallen

ist, kann man davon ausgehen,

dass ihm unsere Uhren eine Anregung für

künftige Selbstbelohnung sein werden.

An Gelegenheiten sollte es nicht mangeln.

Next Stop: Snowboard-WM 2021 in

Zhangjiakou, China.

KARL KANN’S

„Wo soll ich fahren?

Hier?“ Das motorische

Talent wird auf dem

Trail offensichtlich.

„DA BRICHT

DIR NICHT

GLEICH DAS

HERZ, WENN

DU DAMIT

STÜRZT.“

DAS URTEIL

DER PROFI-TESTER

The Red Bulletin kooperierte bei diesem

Test mit den Profis des deutschen

„UHREN-MAGAZIN“. Hier das Urteil

der stellvertretenden Chefredakteurin

Martina Richter.

Unabhängig vom Mountainbiken stellen

sich in diesem Test sieben robuste

Sportuhren vor, die allesamt für Outdoor-Aktivitäten

geeignet sind. Das zeigen

sie allein schon mit ihren durchweg stabilen

Gangwerten, denen auch Erschütterungen

beim Biken nichts anhaben konnten.

Im Schnitt laufen alle stabil, auch wenn die

Sinn Spezialuhr ein bisschen nach- und die

Mühle ein bisschen vorgeht.

Bei der Mühle Pro Mare Go kann ich das

Urteil von Benjamin Karl nur unterstützen:

Die Uhr hat eine optimale Größe und dabei

ein stabiles und bis 30 bar druckfestes Gehäuse,

eine geschützte Krone, eine vielseitig

einsetzbare Drehlünette und ist bestens

ablesbar.

Letzteres gilt auch für die Spezialuhr Sinn

EZM 9 TESTAF, die zudem mit Technologien

glänzt, die sie zu einem professionellen

Gerät machen, z. B. Oberflächenhärtung,

Trockenhaltetechnik und Temperaturresistenz.

Für den kleineren Geldbeutel kommt

die Certina DS Action GMT Powermatic 80

infrage, die mit einem modernen Uhrwerk

und coolem Outfit aufwartet.

Wer es etwas edler mag, greift zur Oris Big

Crown ProPilot Timer GMT, muss aber die

Größe von Gehäuse und Krone in Kauf nehmen,

was den einen oder anderen gelegentlich

stören könnte. Auch die Maurice Lacroix

Aikon Venturer hat alles, was eine Sportuhr

braucht: ein bis 30 bar druckfestes Gehäuse,

eine funktionale Drehlünette und ein hochwertiges

Kautschukband inklusive funktionalem

Bandschnellwechselsystem.

Die TAG Heuer Carrera Heuer 01 ist die

einzige Uhr mit Stoppfunktion in diesem Testfeld.

Ihr durchbrochenes Zifferblatt muss

man nicht nur mögen, sondern man muss

auch mit dem Kompromiss leben, dass dadurch

die Ablesbarkeit beeinträchtigt ist. Wen

das nicht stört, der ist auf jeden Fall mit einer

ausdrucksstarken Sportuhr unterwegs, die

trotz ihrer Opulenz gut am Handgelenk sitzt.

THE RED BULLETIN 61


„Wir sind keine

Draufgänger“

Wer mit 300 Stundenkilometern

30 Zentimeter am Hinterrad eines

Kontrahenten klebt, ist entweder

komplett irre – oder er will einfach

nur überholen. Wir haben MotoGP-

Pilot JOHANN ZARCO besucht und

dabei zwei Dinge gelernt: Klischees

über Motorradrennfahrer kann man

getrost vergessen, und gesundes

Essen gibt’s im Tupperware.

Text PIERRE-HENRI CAMY

Fotos RUUD BAAN

62


Schnell, aber nicht vorschnell:

Der 28-jährige Franzose

Johann Zarco ist im Motorsport

ein Star. Zweimal war er

Welt meister in der Moto2-

Klasse, 2018 belegte er den

sechsten Platz in der MotoGP.


Viel Lärm, hektisches Treiben, dazwischen

wild gestikulierende Ordnungshüter und

Fotografen in Lauerstellung. Spannung

liegt in der Luft. Ein Motorradfahrer mit

einem auffallenden Rennhelm taucht auf.

Eine Atmosphäre wie bei einem Grand

Prix … Bloß dass wir uns nicht am Rande

einer Rennstrecke befinden, sondern mitten

in Paris, im 7. Arrondissement, nur

wenige Schritte vom Invalidendom entfernt.

Dort haben sich eben erst wieder

die „Gilets jaunes“, die Gelbwesten, zum

Protest versammelt, wie inzwischen fast

jeden Samstag.

Der Motorradfahrer bleibt inmitten

dieser chaotischen Szenerie erstaunlich

gelassen. Kein Wunder, er ist ein Profi,

einer der Besten der Welt – Johann Zarco.

Die Maschine, auf der er heute fährt, ist

aber nicht seine KTM-RC16, die es auf

über 300 km/h bringt. Heute lässt sich

Zarco mit dem Motorradtaxi chauffieren.

Der Helm aber ist sein eigener, ein Shark,

und darauf abgebildet: die aufgehende

Sonne, das KTM-Wappen und der rote

Stier. Ein Gelbwesten-Demonstrant dreht

sich irritiert um. Was macht denn dieser

Typ mit so einem Helm hier?

Die simple Antwort: Johann Zarco

folgt unserer Einladung. Und es ist ein

im wahrsten Wortsinne eingesprungenes

Treffen. Zwischen einem Termin mit der

Nachrichtenagentur AFP und einem Interview

beim TV-Sender Canal+ nimmt

er sich zwei Stunden Zeit für ein Fotoshooting.

Jemand hatte die verrückte

Idee, dass Zarco uns zwischen den beiden

Terminen im Studio besucht, um uns

seinen legendären Rückwärtssalto zu

zeigen, mit dem er seine Siege feiert.

Zarco gefiel diese schräge Idee offenbar,

denn im Studio demonstriert er uns dann

nicht einen Salto, sondern gleich zehn.

Der Franzose, der zweimal die Moto2-

WM gewann und in der MotoGP-Klasse

im vergangenen Jahr den sechsten Platz

belegte, ist eben kein gewöhnlicher Typ.

Kein typischer Motorradprofi, wie man

ihn sich vorstellt – Motto: „Ich geb Gas,

also bin ich“. Nein, Zarco ist anders.

Ein paar Tage nach unserem Shooting

treffen wir ihn nochmals, diesmal in wunderschöner

Umgebung in Südfrankreich,

in seinem ebenso schlicht wie stil sicher

eingerichteten Haus in Avignon. Spätestens

jetzt sind wir überzeugt: Johann

Zarco mag zwar den für Motorrad-Weltmeister-Ehren

notwendigen Tunnelblick

perfekt beherrschen, aber dieser junge

Mann besitzt auch die Fähigkeit, sehr weit

über seinen Tellerrand hinauszublicken.

THE RED BULLETIN: Wenn man dich

hier so entspannt auf deiner Terrasse

sitzen sieht, könnte man fast vergessen,

dass man sich mit einem MotoGP-Star

unterhält. Wie schnell bist du auf dem

Motorrad?

JOHANN ZARCO: Mein persönlicher Rekord

liegt bei 346 km/h.

Es gibt nur sehr wenige Menschen,

die diese Geschwindigkeit mit einem

Motorrad erreichen.

Für mich ist sie normal (lacht).

Ehrlich gesagt: Als wir für das Fotoshooting

in Paris die Rückwärtssaltos

vorgeschlagen haben, dachten wir, dass

du bestimmt ablehnst – ein gewisses

Verletzungsrisiko ist ja schon dabei.

Und der Termin war kurz vor dem Start

in die erste Saison nach deinem Wechsel

zum Red Bull KTM Team.

Der Rückwärtssalto ist ein Sprung, den

ich sehr gerne mache, und ich weiß, dass

ich ihn beherrsche. Natürlich ist auch

ein bisschen Show dabei. Ich bin schon

häufig gefragt worden, ob ich keine Angst

habe, mich dabei zu verletzen. Aber wenn

„Am Ende ist sicher

nicht der Salto

gefährlich, sondern

das Tempo auf

der Rennstrecke.“

GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL

64 THE RED BULLETIN


Speed Dating: Johann Zarco

bei den Vorsaisontests in

Doha, Katar. Stundenlanges

Ab stimmen ist nötig, um die

Harmonie zwischen Fahrer und

Motorrad zu perfektionieren.

THE RED BULLETIN 65


ich ein Rennen gewinne, in dem ich über

300 km/h gefahren bin, ist es am Ende

sicher nicht der Salto, der gefährlich ist.

Mir geht’s dabei vielmehr darum, mich

nicht gehemmt fühlen zu müssen – denn

das führt nur dazu, dass man sich plötzlich

nichts mehr traut.

Denkst du dabei auch an deinen Sport?

Nein, ich denke nicht, dass im Sport …

(Er überlegt einen Moment.) Also, wenn

du im Leben weiterkommen willst, musst

du zunehmend Verantwortung übernehmen,

dich aber gleichzeitig gegen

alle Eventualitäten absichern. Folglich

wagt man nichts mehr, weil der Preis

zu hoch ist. Man hat Angst, alles zu verlieren.

Man fragt sich, was wäre, wenn

dieses oder jenes passiert … Ich finde,

das hemmt das natürliche Verhalten

des Menschen auf dramatische Weise.

„Ich darf

nicht darüber

nachdenken, ob

ich überholen

will. Ich muss es

einfach tun.“

Das beste Motorradtaxi

von Paris: Jean-Luc

mit Sozius Zarco

Du handelst also instinktiv?

Wenn man darüber nachdenkt, etwas zu

tun, ist es meist schon zu spät. Das habe

ich in meinem Beruf gelernt: Man muss

in Bewegung bleiben, immer agieren.

Wenn ich ein Rennen fahre und jemanden

überholen will, dann darf ich nicht darüber

nachdenken, ob ich überholen will.

Ich muss es einfach tun. Andernfalls verschwende

ich wertvolle Sekundenbruchteile.

Es ist besser, zu handeln, selbst wenn

man falsch handelt. Denn so verinnerlicht

man das Geschehene und lernt daraus.

Bist du außerhalb der Rennstrecke

auch so dynamisch?

Wenn ich versuche, diese Wettkampfphilosophie

auf mein alltägliches Leben

zu übertragen, dann ist das Ergebnis:

Ich will im Hier und Jetzt leben. Das ist

natürlich sehr viel leichter gesagt als

getan, aber wenn man es schafft, das umzusetzen,

ist das wirklich sehr wertvoll.

Und man muss seinem Körper voll und

ganz vertrauen. Unser Körper ist ein

unglaub liches Wunderwerk, genau wie

unser Gehirn. Und wenn man beiden

vertraut, dann … (Er hält kurz inne.)

Warum lernt ein Kind ab der Geburt

bis zu seinem zwölften Lebensjahr so

schnell? Weil es noch nicht gezwungen

ist, so viel nachzudenken. Erst in der

Jugend beginnt man, über alles nachzudenken,

handelt nicht mehr so instinktiv.

Lässt die sehr technisch-rationale

Denkweise des Motorsports überhaupt

genug Raum für Instinkte?

Ja, das ist kein Widerspruch für mich.

Alles in meiner aktuellen Entwicklung

muss zielgerichtet sein, in ein Ideal übergehen

– ein leistungsstarkes Motorrad,

ein Motorrad, das gewinnen kann, ein

Fahrer, der für einen Sieg zu allem bereit

ist. Nur so lässt sich ein gutes Ergebnis erzielen.

Aber nicht nur das Resultat ist von

Bedeutung, auch der Weg, der zu diesem

Ziel führt, ist entscheidend. Das habe ich

verinnerlicht, um das Motorradfahren

weiterentwickeln zu können. Das braucht

Planung genauso wie Instinkt.

Klingt sehr vernünftig.

Auch wenn wir über 300 km/h fahren,

sind wir keine Draufgänger. Draufgänger

halten das nicht lange durch.

Gibt es solche Typen trotzdem noch

in der MotoGP?

Dieses Niveau erreichen solche Fahrer

nicht. Man findet sie noch unter den

Moto2-Piloten, aber auch dort kaum,

denn hohe Geschwindigkeit bedeutet,

dass man umfassende Kontrolle braucht.

Wenn man über 300 Stundenkilometer

fährt, einen Bremsweg von 150 Metern

hat und nicht weiß, was zu tun ist, dann

macht man das nur ein einziges Mal.

In einem Interview wurdest du mal

nach deinen größten Vorbildern

gefragt. Wenig überraschend hast du

erst MotoGP-Legende Valentino Rossi

genannt – aber auch Paul McCartney.

Inwiefern kann dich denn ein Musiker

inspirieren?

Man spürt einfach, dass er stark instinktiv

handelt, gefühlsorientiert. Er ist ein sehr

ruhiger und reflektierter Mensch, ein

großartiger Musiker – Musik ist auch Mathematik,

Reflexion und ein Lernprozess.

Aber mehr noch geht es darum, seiner

Intuition freien Lauf zu lassen. Mit den

Beatles hat McCartney eine verrückte Zeit

durchlebt, dieses instinktive Lebensgefühl

der Hippiezeit, mit Peace and Love: „Vielleicht

wird es in fünf Jahren erneut einen

Krieg geben, also genießen wir das Hier

und Jetzt.“ Diese Einstellung hat er sich

bis heute bewahrt, ohne viel Aufhebens

darum zu machen. Er hat nie den Eindruck

vermittelt, abgehoben zu sein. Das

imponiert mir.

66 THE RED BULLETIN


„Sowohl in der

Musik als auch

auf dem Motorrad

muss man

in der Lage sein,

sein Naturell

zu verändern.“

Der Salto rückwärts, Zarcos

Marken zeichen: Normalerweise

zeigt er ihn nur nach einem

Sieg, aber für uns hat er gleich

zehn gemacht. Ehrlich.

Motoren machen zwar mächtig Sound,

aber mit Sicherheit keinen Song. Gibt

es zwischen deiner Liebe zur Musik

und deiner Motorrad-Karriere einen

Zusammenhang?

Ich denke schon. Da ich keine Noten lesen

kann, muss ich ein Stück auf dem Klavier

oder der Gitarre auswendig spielen. Wenn

man auswendig spielt, ist es nicht mehr

das Gehirn, das die Arbeit leistet, sondern

der Körper selbst ruft die Erinnerung ab.

Trotzdem muss ich vorwegnehmen,

welche Akkorde aufeinanderfolgen. Es

braucht weniger als eine Sekunde der

Vorwegnahme, um den nächsten Akkord

spielen zu können. Auf dem Motorrad ist

diese Vorwegnahme genauso erforderlich

– vor der Kurve, dem nächsten Handgriff,

dem Bremsen im richtigen Moment …

Also ja, so gesehen ist das wie in der

Musik. Wenn ich Gitarre spiele, gibt es

ein paar Griffe, die ich absolut nicht hinbekomme.

Meine Finger wollen einfach

nicht. Das muss man sich dann erarbeiten

– und dazu wiederum muss man sein

Naturell verändern.

Und diese Einstellung lässt sich auch

auf die Rennstrecke tragen?

Genau. Man muss immer offen bleiben.

Nur das zu kopieren, was ich schon

weiß, wird mir keinen Sieg einbringen.

Ich muss meine Komfortzone verlassen,

Neues lernen. Wenn du immer bei dem

bleibst, was du schon kannst, schaffst du

es vielleicht unter die Top Ten. Um aber

zu den Top Three zu gehören, wirst du

immer weiter an dir arbeiten müssen.

Wann bist du eigentlich das erste Mal

auf einem Motorrad gesessen?

Ich muss neun Jahre alt gewesen sein,

damals wohnte ich in Antibes (an der

THE RED BULLETIN 67


„Nur das zu

kopieren, was ich

schon weiß, wird

mir keinen Sieg

einbringen.“


französischen Riviera; Anm.). Nicht weit

von dort gab es eine Kartbahn, wo ich

kurz auf einem kleinen Motorrad fahren

durfte. Ich habe meinen Vater gebeten,

wieder mit mir hinzufahren und wieder.

Der Typ, dem die Strecke gehörte, hat zu

meinem Vater gesagt: „Man sieht, dass

Ihr Sohn das schon öfter gemacht hat!“

Mein Vater hat ihm geantwortet, dass wir

erst zum dritten Mal dort waren. Da hat

der Mann uns geraten, zum Motorradclub

in Cagnes-sur-Mer zu fahren, wo auch

Kinder fahren durften. Ich war total begeistert.

So hat sich das Ganze entwickelt.

War dein Vater ein Motorrad-Fan?

Überhaupt nicht! Mein Vater war Chiropraktiker.

Maschinen waren nicht sein

Ding. Keiner aus der Familie hatte etwas

mit Maschinen zu tun. Diese Welt war

ihm ein wenig … suspekt (lacht).

Warum suspekt?

Es war schwierig, in dieser Welt jemanden

zu finden, der ehrlich ist. Er hat sich oft

gefragt, was wir da eigentlich sollten,

aber er hat mich weiter unterstützt.

Schließlich haben wir Laurent Fellon

kennengelernt, jenen Mann, der mich

bis letztes Jahr begleitet hat. In Laurent

hatte mein Vater jemanden gefunden,

der kompetent und ehrlich war. Bis dahin

war es nichts als ein Wettkampf unter

den Eltern, ausgetragen über ihre Kinder.

Wenn man sie gefragt hat, ob man ein

44er- oder ein 45er-Kettenrad brauchte,

bekam man keine Antwort. „Mein Sohn

wird schneller sein als deiner“, war eher

Gesprächsthema. Selbst in diesen Kinderklassen

haben sie sich gegenseitig das

Leben schwer gemacht.

Stimmt es eigentlich, dass sich deine

Tante um deine Ernährung kümmert?

Ja. Ich möchte mich gerne gesünder ernähren,

aber ich habe keine Zeit, mir ausgewogene

Gerichte zuzubereiten. Meine

Tante und mein Onkel leben derzeit fast

nebenan – da haben wir beschlossen,

dass ich sie dafür einspannen könnte.

Meine Tante stellt mir alles in Tupperware-

Dosen bereit. Wenn ich vom Training

komme, muss ich es nur aufwärmen.

Ach ja, ich muss jetzt meine Tupperware

noch abholen. Möchten Sie mitkommen?

Instagram: @johannzarco

GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL , SANDRO ZANGRANDO/RED BULL CONTENT POOL

Knietief: MotoGP-Star Marc

Márquez auf dem Sachsenring

Hier steigt das verrückteste

MotoGP-Rennen der Saison

Überholmanöver im Sturzflug und Fans in Ekstase:

Von 5. bis 7. Juli findet am Sachsenring der HJC Helmets

Grand Prix von Deutschland statt. Darum solltest du

auf jeden Fall dabei sein – vor Ort oder mit ServusTV.

3 DINGE, DIE DU NUR AM

SACHSENRING ERLEBST

Als Fahrer zählte ALEX

HOFMANN zur Spitze der

MotoGP, heute ist er Experte

bei ServusTV. Uns verrät

er, was das Rennen in Sachsen

so einzigartig macht:

1. FANS MIT PORTFOLIO

„Woanders halten dir die Fans Autogrammkarten

hin. Am Sachsenring präsentieren

sie dir Collagen mit Fotos aus

deiner Karriere, die du selbst noch nicht

kennst. Und schon beim ersten Training,

wenn anderswo noch grillen auf dem

Campingplatz angesagt ist, sind die

Tribünen voll. Die Menschen hier leben

den Motorradsport, das spürst du.“

2. STRECKE MIT DREHWURM

„Als seinerzeitiges Fahrsicherheitszentrum

wurde das Gelände nah am Ort

gebaut. Beim Umbau zur Rennstrecke

waren deshalb Kompromisse nötig. Für

die Fahrer bedeuten sie Herausforderungen,

den Zuschauern garantieren sie

spektakuläre Action: Wie im Sturzflug

rast du hier krasse Gefälle hinunter und

direkt auf enge Kurven zu. Ein Abschnitt

ist so konstruiert, dass du eine halbe

Minute lang nur Linkskurven fährst. Eine

irre Belastung für Körper und Kopf.“

3. ASPHALT MIT SPEZIALMISCHUNG

„Der Untergrund hier ist der Wahnsinn –

vor allem bei Nässe. Das Wasser scheint

in Rekordzeit abzufließen, was den

Fahrern selbst bei Dauerregen extreme

Schräglagen bei erstaunlich geringer

Rutschgefahr ermöglicht.“

ACTION AM BILDSCHIRM

Für alle, die nicht vor Ort sein können,

zeigt ServusTV alle Qualifyings und

Rennen der Moto3, Moto2 und MotoGP

des HJC Helmets Grand Prix von Deutschland

live im Free-TV. Zehn Stunden

Live-Kompetenz – mit Moderatorin Eve

Scheer, den Kommentatoren Christian

Brugger und Alex Hofmann sowie den

Experten Stefan Bradl

und Gustl Auinger.

servusmotogp.com

ACTION AM RING

Fast ebenso spektakulär wie die Rennen

ist am Sachsenring das Angebot neben

der Piste. Bestes Beispiel: der Red Bull

Rennzirkus. Im großen Zelt können Fans

u. a. Boliden aus MotoGP, Formel 1 und

der NASCAR-Serie bestaunen, Stars wie

Marc Márquez schreiben Autogramme,

und Athleten wie die Drift Brothers und

Freestyle-Trial-Biker Adrian Guggemos

zeigen ihr Können. Abends geben dann

Top-DJs auf der Red Bull Music Stage

auf dem Ankerberg Vollgas. redbull.com

Selfie ist der Mann: Superstar Marc Márquez

(re.) schaut im Red Bull Rennzirkus vorbei.

THE RED BULLETIN 69


18

FAKTEN

ÜBER BEACH-

VOLLEYBALL,

DIE DU NIE

WIEDER

VERGISST

Sonne, Action, jede Menge Party:

Im Sommer steigen die FIVB Beach

Volleyball Weltmeisterschaften Hamburg

2019. Hier kommt ein Guide über den

spektakulären Outdoor-Sport, der dich

auf der Stelle zum Experten macht.

Text MARC BAUMANN

Fotos DAVID CLERIHEW

Bonus: Die zwei WM-

Favoriten aus Norwegen

erklären einige ihrer Tricks.


MACHT AUS

DEM NORDEN

Unter ihrem Teamnamen

„Beachvolleyball Vikings“

sorgen die Norweger Anders

Mol (li.) und Christian Sørum

aktuell an der Welt spitze

für Furore.

71


1Am Anfang war

der Basketball

Volleyball – also die Mutter

des Beachvolleyballs – wurde

ursprünglich mit Basketbällen

gespielt. Weil die Bälle aber zu

hart waren, ließ man die äußere

Lederschicht weg und spielte nur

mit dem Kern. Weil sich der wiederum

als zu weich entpuppte,

wurde die Firma Spalding gebeten,

für die junge Sportart eigene Bälle

anzufertigen. Der erste richtige

Volleyball entstand 1895.

2

Mit dem Sand kannst du

keine Burgen bauen

Sand ist eine Wissenschaft für

sich. Beim Beachvolleyball darf er

nicht zu hell sein, sonst blendet er

die Fernsehkameras – er darf aber

auch nicht zu dunkel sein, sonst

sieht er schmutzig aus. Der Feinkornanteil

ist wichtig für die Abtrittfestigkeit,

also den Absprung,

gleichzeitig muss aber auch der

Grobkornanteil stimmen, sonst

ist der Sand zu dicht – und unbespiel

bar. Je tiefer man in den

Sand einsinkt, desto mehr entscheiden

Technik und Taktik über

den Sieg. „Jeder kann gewinnen,

wenn der Sand nicht tief ist“, hat

der brasilianische Beachvolleyball-Profi

Pedro Solberg mal gesagt.

„Jeder springt dann hoch

und schmettert hart.“ Sein Lieblingssand?

Liegt – Überraschung!

– an Rios Copacabana. Übrigens:

mit professionellem Beachvolleyball-Sand

kann man keine Sandburgen

bauen. Die Körner kleben

nicht genug aneinander.

3

Beachvolleyball ist

ein Krisengewinner

Die Weltwirtschaftskrise der

1930er-Jahre machte den Sport

in den USA erst richtig populär –

schlicht weil er günstig war. Während

des Zweiten Weltkriegs spielten

GIs auf offizielle Anweisung

Beachvolleyball zur Ablenkung –

deutsche, italienische und japanische

Soldaten übernahmen den

Sport und brachten ihn in ihre

Heimatländer.

4Beachvolleyball lockt

die Massen

Bei den Olympischen Spielen in

Brasilien 2016 war Beachvolleyball

noch vor Fußball oder dem

100-Meter-Finale der Sport mit

den meisten Fernsehzuschauern.

5Funktionäre geben

ihr letztes Hemd

Österreichs international erfolgreicher

Beachvolleyball-Veranstalter

Hannes Jagerhofer wettete,

er würde nackt um den Wiener

Stephansdom laufen, wenn je ein

österreichisches Beach volley ball-

Team das Halb finale bei einem

Grand-Slam- Turnier erreichen

würde. Vor zehn Jahren schafften

es Barbara Hansel und Sara Montagnolli

unter die letzten vier. Jagerhofer

beglich seine Wettschuld

(im Juli 2010, um zwei Uhr früh).

6

Die Spieler haben

die besten Spitznamen

US-Profi Phil Dalhausser wird

The Thin Beast“ genannt, der

Deutsche David Klemperer war

The Rabbit“, der Brasilianer

Alison Cerutti wird liebevoll „O

Mamute“ (das Mammut) gerufen.

Das bei der WM in Hamburg als

Nummer 1 gesetzte Männer-Duo

Anders Mol und Christian Sørum

(siehe die Fotos) nennt sich

„Beachvolleyball Vikings“.

72


7

Erfolg liegt in der Familie

Anders’ Bruder Hendrik Mol geht

in Hamburg auch an den Start.

Hendriks Partner ist sein Cousin

Mathias Berntsen, der früher just

mit Anders Mol ein Duo bildete.

Die Eltern der Mols, Merita und

Kåre, sind einstige Beachvolleyball-Spieler

und heutige -Trainer.

Die übrigen drei Geschwister

spielen natürlich ebenfalls.

8

In Hamburg steht das größte

Stadion der WM-Geschichte

13.000 Personen fasst das zur

Red Bull Beach Arena umgerüstete

Tennisstadion am Rothenbaum.

Bei Regen lässt sich das Dach

schließen, Open-Air-Indoor-

Beachvolleyball, sozusagen.

„Im Flug

musst du

alles um

dich herum

vergessen.“

Hebt Christian Sørum

zum Dive ab, denkt er nur

an eines: Der Ball muss

in der Luft bleiben.


9

Beachvolleyball hat

die besten Fachbegriffe

Ein einhändiger Block heißt Kong,

weil man dabei Schmetterbälle

abwehrt wie der legendäre Filmaffe

King Kong auf dem Empire

State Building die Flugzeuge.

Andere Schläge heißen Cobra

Shot (Ball mit den Fingerspitzen

der gestreckten Hand spielen),

Tomahawk (Bälle mit geschlossenen

Fingern abwehren), Chicken

Wing (gebeugter Ober- und Unterarm

oder Ellbogen als Spiel fläche)

oder Gator Dig (von Alligator,

hart geschlagene Bälle mit Handinnenflächen

abwehren).

„Kommt der Ball

mit Tempo 100 auf

dich zu, musst du

ganz deinem Körper

vertrauen.“

Hart geschlagene Bälle nimmt

Christian Sørum mit Arm oder Ellbogen

an (Chicken-Wing-Technik).

10

Die Beatles waren

keine Beachboys

Die Beatles haben sich in den

1960er-Jahren in San Diego in

Kalifornien in Beachvolleyball

versucht – mit mäßigem Erfolg.

11

Jeder Spieler muss

32 Quadrat meter abdecken.

Hallenspieler nur etwas mehr

als 13 Quadratmeter.

12

Ein Beachvolleyball ist

um 1 Zentimeter größer …

… als ein Hallenvolleyball, hat

aber um 0,1 bar weniger Druck.


13

Ein Spieler springt im Schnitt

400-mal pro Spiel

Versuch das beim nächsten Urlaub

auf Mallorca mal nachzumachen.

14

Sand saugt Energie

Auf Sand Sport zu machen kostet

um rund 30 Prozent mehr Kraft

als Sport auf festem Untergrund.

15

Verlierer müssen zum Grill

Was heißt denn „One – two –

barbecue“, bitte? Klingt lecker,

bedeutet aber nur: Ein Beachvolley

ball-Team verliert nicht nur

das erste Spiel, sondern auch direkt

noch das zweite – und fliegt

damit auf kürzestem Weg raus. Ab

zum Grill. Typischerweise kommt

dieser Modus in Nord amerika

zum Einsatz (bei der WM nicht).

„Ein guter Sprung

braucht guten Grip.“

Für bestmögliche Beschleunigung aus dem Sand

balanciert Anders Mol erst seine Füße aus.

75


Matchbälle

in Serie

Die Techniker Beach Tour 2019 Sie ist in vollem Gange:

Europas größte nationale Beach-Volleyballserie! Machen

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Matches auf Top-Niveau erleben – kostenlos. Die Techniker

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Informationen: tk.de/beach-volleyball

Und hier schlägt die Tour auf:

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02.08. bis 04.08.19 auf Fehmarn

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16.08. bis 18.08.19 in Kühlungsborn

Die Deutschen Beach-Volleyball Meisterschaften

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Designed für

alle, die viel

unterwegs

sind

Freunde Hamburgs: Bereits 2018 gewannen Mol (li.) und Sørum hier das Finale der World Tour.

16. Auf die geheimen

Fingerzeige kommt es an.

Die wichtigsten Kommandos

erfolgen stumm, per Fingerzeig,

hinter dem Rücken. Ein Finger

gestreckt heißt, der gegnerische

Angreifer wird longline geblockt,

zwei Finger gestreckt bedeuten,

der gegnerische Angreifer wird

diagonal geblockt – um nur mal

zwei einfache Zeichen zu erklären.

Zu den zahlreichen offiziellen

Kommandos hat jedes Team

noch eigene, individuelle Geheim-

Fingerzeige.

17. Alternative: Schnee

Sollte es im Juli in Hamburg sehr

heiß werden, stell dir einfach

Schnee-Volleyball vor. Das gibt

es wirklich, Turniere finden etwa

in St. Anton am Arlberg statt.

18. Tim Mälzer blockt

den Hunger

Der Starkoch übernimmt die

WM-Verpflegung, seine Cateringfirma

bereitet täglich hunderte

Mahlzeiten zu: für Sportler,

VIP-Gäste, Medienvertreter und

das Organisationsteam.

ERLEBE DIE SANDPLATZ-HELDEN LIVE!

In Hamburg spielt die Beachvolleyball-Elite um den WM-Titel.

HENNING ANGERER/BEACH MAJORS

DAS TURNIER. 96 Teams, rund

100.000 Zuschauer, eine Million US-

Dollar Preisgeld: Bei den FIVB Beach

Volleyball Weltmeisterschaften

Hamburg presented by comdirect &

ALDI Nord geht es ums Ganze. Vom

28. Juni bis zum 7. Juli kämpfen die

Teams in der Red Bull Beach Arena

im Stadion am Rothenbaum um den

Sieg, der auch die Qualifikation für

Olympia 2020 in Tokio bedeutet. Mit

etwas Glück siehst du die Action zwei

Stunden von exklusiven Best Seats

von Red Bull aus. Einfach vor Ort am

täglichen Gewinnspiel teilnehmen.

UND SONST? Am Finalwochenende

(6./7. Juli) tritt die Urban-Dance-

Crew Flying Steps auf, und Motorbike-Stunt

rider Aras zeigt seine

spek taku lären Tricks. Im Beach

Village bietet eine ORGANICS by Red

Bull Area Erfrischung – inklusive

Pool. Der Eintritt für das gesamte

Event ist frei. hamburg2019.com

Heimat der WM 2019: die Red Bull Beach Arena

Thule Revolve-Kollektion

Reisen Sie unkompliziert und kommen

Sie stilvoll an Ihrem nächsten Ziel an.

Die Thule Revolve-Kollektion ist ein

zuverlässiger, einfach zu handhaben

der Reisebegleiter mit unerreichter

Haltbarkeit.

THE RED BULLETIN 77


guide

Dein Programm

REISEN

Mit Destination Red Bull

und Ex-Ultrarunner

Christian Schiester ins

1000-Insel-Paradies

SEITE 80

HARALD TAUDERER/RED BULL CONTENT POOL

EVENTS

Vom Filmfest bis zur

Skateboard-Challenge:

die Termine des Monats

SEITE 84

GAMING

Wie uns das Spiel „Apex

Legends“ zu besseren

Teamplayern macht.

SEITE 86

GEAR

Action zwischendurch:

deine Ausrüstung für

„Mikro-Abenteuer“

SEITE 90

THE RED BULLETIN 79


Reisen

Auf dem Ozean daheim: An Bord der „El Toro“ erkunden Christian Schiesters Gäste die Inselwelt der Salomonen.

SALOMONEN-ARCHIPEL

EINE JACHT

FÜR 1000 INSELN

Bei Destination Red Bull kannst du Weltklasse-Athleten als

Reiseführer buchen. Hier erzählt Ex-Ultrarunner Christian

Schiester, wie du auf seinem Schiff lernst abzuschalten.

In meinem Leben als Extrem-

Läufer habe ich 160.000 Kilometer

hinter mich gebracht.

Seit 2016 umrunde ich als Kapitän

meines 18 Meter langen Segelboots

„El Toro“ die Welt. Wellen

statt Blasen, die Nase im Wind,

vor mir das Unbekannte. Volle

sieben Jahre will ich mir für den

Törn meines Lebens Zeit nehmen.

Nach einer Karriere, während der

mein Fokus immer nach vorn gerichtet

war, möchte ich die Natur

nun möglichst umfassend, mit

allen Sinnen und sehr bewusst

erleben, segelnd am Schiff und

Deine Reisebegleiter: Christian Schiester mit Freundin Daniela

80 THE RED BULLETIN


guide

Reise-Info

IM NAMEN DES KÖNIGS

Warum die Geschichte der Salomonen weit

länger als 500 Jahre zurückreicht und wie die

halbe Welt versuchte, die Inseln zu erobern.

Salomonen

Buala

Gizo

Laufpause: der frühere Weltklasseläufer Schiester während eines Insel-Stopps

Die Inselgruppe liegt

südöstlich von Neuguinea

im Pazifik.

Zum Archipel zählen

rund tausend Inseln.

Tulagi

Honiara

Auki

Kirakira

JUERGEN SKARWAN, HARALD TAUDERER/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES WERNER JESSNER

Reise-Geheimtipp: Die Salomonen liegen abseits aller Touristen-Pfade.

laufend an Land. Versteckte Plätze

entdecken, weitab von den Massen.

In andere Kulturen eintauchen,

verstehen, was uns Menschen verbindet,

was uns unterscheidet.

Die Fragilität des Planeten begreifen.

Mahlzeiten nicht nur

selbst zubereiten, sondern auch

selbst an Bord ziehen: Thunfische,

Kalmare, Wahoos.

Immer an meiner Seite dabei,

durch dick und dünn, durch Flaute

und Sturm, am Paradiesstrand

und in der Bilge: meine Freundin

Daniela, die ursprünglich genau

wie ich eine ausgewiesene Landratte

war. Doch das Meer mit seiner

Schönheit und Vielfalt hat uns

zwei Binnensteirer sehr schnell

zu seinen Verehrern gemacht.

„Wir wollen die

Natur möglichst umfassend

mit allen

Sinnen genießen.“

Selbst wenn ich immer sage,

dass Segeln und Laufen nichts

gemein haben: Das Alleinsein,

die Zeit zum Nachdenken, das

langsame Annähern an ein Ziel,

aber auch die Idee des traveling

light verbinden beides sehr wohl.

Wenn du allein durch die Sahara

rennst, beschränkst du dein Gepäck

ebenso auf das Notwendigste

wie auf See. Es braucht kein Insta-

WISSENSWERTES

URSPRUNG

Die größte Inselgruppe der Südsee wurde 1568 von einem

spanischen Seefahrer entdeckt, der sie nach König

Salomon benannte. Besiedelt sind sie freilich schon

deutlich länger, nämlich seit über 30.000 Jahren.

GESCHICHTE

Nach ihrer Entdeckung gaben sich Menschenhändler,

christliche Missionare, britische, deutsche, japanische

und amerikanische Eroberer den Anker in die Hand,

bevor das Land erst 1976 unabhängig wurde.

GEAR

Drei Dinge, die für Christian an Bord unentbehrlich sind:

ALPHA-TAURI-T-SHIRT

Die innovative Taurex-Technologie

führt körpereigene

Energie mittels Ferninfrarotstrahlen

an den Körper

zurück. Das fördert den

Blutkreislauf und erhöht

die Sauerstoffaufnahme.

alphatauri.com

SPECT-SONNENBRILLE

Unentbehrlich bei täglichem

Sonnenschein.

Ich trage Modelle aus der

Red Bull Spect Collection.

specteyewear.com

JABRA-KOPFHÖRER

Stehe ich am Ruder, nehme

ich ein klassisches Modell

zum Musikhören, beim Laufen

die In-Ear-Kopfhörer.

jabra.com

THE RED BULLETIN 81


Reisen

guide

DESTINATION RED BULL

DEINE ABENTEUER

MIT TOP-ATHLETEN

Mit ehemaligen MotoGP-Profis auf

exklusiven Privatstrecken trainieren

oder Klippenspringen von einem

Weltmeister lernen? Diese (und noch mehr)

Reisen warten auf dich.

LESOTHO

MIT ALFIE COX

Südafrikas Enduro-Legende erkundet mit dir eine

Woche lang die schönsten Motorrad tracks entlang

der Route der legendären Rallye Roof of Africa.

Skipper in Aktion: Christian Schiester justiert die Segelstellung mithilfe der Winsch.

AZOREN

MIT ORLANDO DUQUE

Mit dem Red Bull Cliff-Diving-Champion schnorcheln,

schwimmen, Wale beobachten und im Workshop

Klippenspringen lernen (aus variablen Höhen).

MUMBAI

MIT DEN RED BULL BC ONE-STARS

Triff die weltbesten B-Boys beim Red Bull BC One World

Final, lerne ihre Moves in eigenen Trainings-Sessions

und tauch ein in Mumbais faszinierendes Nachtleben.

BARCELONA

MIT SETE GIBERNAU UND DANI PEDROSA

Ein professionelles Motorradtraining auf der

exklusiven Privat rennstrecke von Sete Gibernau

plus VIP-Paket für den Gran Premi de Catalunya.

gram und kein Facebook, um zu

spüren, dass du am Leben bist.

Auf unserem Trip umrunden

wir die Welt von West nach Ost,

also gegen die vorherrschende

Windrichtung. Dauert zwar länger,

aber diese Zeit nehmen wir uns.

Und es ist segeltechnisch die

größere Herausforderung. Das

geht nur, wenn du autark und

dar auf vorbereitet bist, auch einmal

2500 Seemeilen (4630 Kilometer),

also rund zwei Monate

lang, keine Menschenseele zu

Gesicht zu bekommen.

Kürzlich lagen wir vor Komodo,

jener Insel im Osten Indonesiens,

auf der die berühmten Warane

leben – große Echsen, denen

die Evolution seit Urzeiten nichts

anhaben konnte. Danach führt

uns unsere Route weiter Richtung

Australien, mit einem Zwischenstopp

auf den Salomonen.

Destination Red Bull bietet die

Gelegenheit, ausgesuchte Abenteuer

mit Athleten zu er leben.

Wie die Woche an Bord mit Daniela

und mir auf den Salomonen

werden wird, entscheiden Wellengang

und Wetter. Es könnten (fast

zu) traumhafte Tage werden, reduziert

auf das Notwendigste. Salzwasser.

Windkraft. Sonnenschein.

Eine Badehose. Ein T-Shirt. Ein

Badetuch. Und Zeit. Viel Zeit.

Während es in der Vergangenheit

auf einzelnen Etappen durchaus

extrem zugegangen ist und

ich im Kampf gegen Wind und

Wellen öfter mehr als 24 Stunden

am Stück allein am Steuerrad

verbracht habe, versprechen die

rund tausend Salomonen-Inseln

im September – das ist der Termin

für unsere Gäste – deutlich entspanntere

Bedingungen. Paradiesisch,

möchte ich meinen. Der

Passatwind sorgt während der

Trockenzeit auf der Südsee-Inselgruppe

für gutes Segelwetter und

geringe Luftfeuchtigkeit im ansonsten

schwülen Klima.

Wenn wir abends an Land gehen

und an einem seit Monaten

unberührten Strand ein Lagerfeuer

entzünden, um unseren frisch

gefangenen Fisch zu grillen, wird

sich jedem erschließen, warum

die Salomonen schlicht „die glücklichen

Inseln“ genannt werden.

christian-schiester.com

Noch mehr Reisen, Infos und Buchungen unter:

destination.redbull.com oder +43/664/88 11 07 06

HARALD TAUDERER/RED BULL CONTENT POOL

82 THE RED BULLETIN


Die Powerbeats Pro* mit dem einzigartigen Apple H1 Kopfhörer-Chip sind dafür gemacht, dein Workout zu

revolutionieren. Komplett ohne Kabel gibt es nichts mehr, das dich aufhält. So hast du immer deine Musik dabei,

die dich pusht. Natürlich ist der Sound dabei das Wichtigste, wie wir von erfolgreichen Athleten gelernt haben.

Die Powerbeats Pro überzeugen mit einem kraftvollen, ausbalancierten Klang und einem völlig neuen Design, das

dir puren Sound, bestechende Klarheit und eine optimierte Dynamik liefert. Und weil ein großartiger Sound mit

einem großartigen Sitz beginnt, wurden die In-Ear Kopfhörer so gestaltet, das sie ergonomischen Komfort und den

bestmöglichen Klang verbinden.

Dank des verstärkten Designs, der Schweiß- und Wasserbeständigkeit und der individuell einstellbaren, sicher sitzenden

Ohrbügel unterstützen dich diese leichten In-Ear Kopfhörer bei deinen härtesten Workouts. Und mit bis zu 9 Stunden

Batterielaufzeit kannst du trainieren und Kraft tanken, ohne dir Gedanken über das Aufladen machen zu müssen.

*Powerbeats Pro in Schwarz können ab Mai vorbestellt werden. Elfenbein, Moos und Navy sind ab Sommer erhältlich.

Änderungen bezüglich der Verfügbarkeit von Farben vorbehalten.


Events

bis 23. Juni

Subkultur geht

an die Luft

27

Juni bis 6. Juli

Ganz München

wird Kino

Zehn Tage lang steht Bayerns

Hauptstadt wieder ganz im

Zeichen des Films – an zahlreichen

Locations erleben

Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme

ihre Premiere. Seit dem

Start im Jahr 1983 gab es

übrigens mehr als 6400 Erstaufführungen.

Erwartet werden

an die 80.000 Besucher.

diverse Locations, München;

filmfest-muenchen.de

21 29

Nach der Premiere im Vorjahr geht das

BLEND-Festival in Runde zwei – größer,

internationaler und mit viel Musik unter

freiem Himmel. Möglich macht das die

neue Location: Im Güneş Theater kann

auch open air gefeiert werden. Mit

dabei: Masta Ace & Marco Polo, Haze,

OG Keemo, Dexter u. v. m. Plus: Für das

Festival wird sogar ein eigener Skate-

Park errichtet. Güneş Theater, Frankfurt

am Main; blendfestival.de

Juni

Muse lassen es

in Köln krachen

Matt Bellamy gilt dank einem

Stimmumfang von fast vier

Oktaven als Ausnahmesänger,

seine Band Muse steht für

explosive Live-Shows mit satter

Hit-Dichte – allein ihr aktuelles

Album „Drones“ schaffte es

in 21 Ländern auf Platz 1 der

Charts. Ihre Welttournee führt

Muse ins RheinEnergieSTADION

– Spektakel garantiert!

RheinEnergieSTADION, Köln;

muse.mu

5

bis 7. Juli

Die „Counter-Strike“-

Helden schlagen zurück

Im Vorjahr schrammten die Gamer von Team BIG

aus Berlin knapp an der großen Sensation vorbei –

als krasse Außenseiter mussten sie sich erst im

Finale den Favoriten aus Dänemark geschlagen

geben. Kein Wunder, dass der Auftritt bei der

ESL One in Köln mit Spannung erwartet wird. Für

Nicht-Gamer: Dabei treten 16 Teams im Shooter-

Game „Counter-Strike: Global Offensive“ gegeneinander

an. Es geht um 300.000 Dollar Preisgeld.

Lanxess Arena, Köln; esl-one.com

ab

16

Juni

ALPEN-RACE:

HART WIE NIE

Ein spektakulärer Wettkampf

wird noch aufregender: Die 2019er-

Route von Red Bull X-Alps führt

32 Paragleiter von Salzburg über

1138 Kilometer nach Monaco und

dabei durch sechs Länder – ein

Deutschland-Stopp in Aschau am

Chiemsee inklusive. Über mehrere

Tage kämpfen sich die Athleten laufend

und kletternd zu den besten

Absprungpunkten empor, um dort

ihre Gleitschirme zu öffnen. Dank

Tracking-System kannst du jeden

Teilnehmer online live verfolgen.

Start am Mozartplatz, Salzburg;

redbullxalps.com

FELIX WOELK/RED BULL CONTENT POOL, PHILIPP NEUBAUER/RED BULL CONTENT POOL,

FLO HAGENA/RED BULL CONTENT POOL

84 THE RED BULLETIN


guide

28

bis 30. Juni

Achterbahn für Überflieger

Ein knapp 300 Meter langer Kurs im Stil einer Achterbahn, der

selbst den besten Skateboardern alles abverlangt: Bei Red Bull

Roller Coaster müssen sie Tempo, Technik und Kreativität beweisen

– Jake Ilardi (Bild) brillierte bei der Premiere im Vorjahr.

Kann der US-Amerikaner seinen Titel verteidigen? Die nächsten

spektakulären Sprünge sind auf jeden Fall garantiert.

Olympiapark, München; munich-mash.com

THE RED BULLETIN 85


Gaming

guide

Aller guten Dinge sind 3: Bloodhound, Wraith, Gibraltar von „AL“

TEAMTAKTIK

GEMEINSAM

STARK

Wieso uns Teamwork weiter bringt als Egoismus.

Und was wir im Battle-Royale-Game

„Apex Legends“ darüber lernen können.

Der Starke ist am mächtigsten allein? Unsinn.

Seit jeher sind wir Menschen zum Überleben

aufeinander angewiesen – so wie im Online-

Shooter „Apex Legends“ („AL“). Eine Million Gamer

hatte den Superhit schon acht Stunden nach seiner

un angekündigten Veröffentlichung gespielt, 50 Millionen

binnen eines Monats.

Die geniale Idee: Ein schnelles und einfaches Kommunikationssystem

stärkt den Teamfaktor, indem es

wichtige Infos an alle Verbündeten „pingt“. Verbale

Kommunikation ist unnötig, und man muss auch

nicht mehr erraten, warum das Team-Mitglied ohne

Mikro gerade in die Todeszone des Feindes stürmt.

Statt dessen setzt ein Klick auf die Ping-Taste Wegpunkte

oder markiert Objekte im Spiel, ein Doppelklick

zeigt feindliche Positionen an. Bei gedrückter

Taste erscheint ein Menü mit weiteren Ping-Aktionen.

„In den effektivsten Teams sind die Mitglieder voneinander

abhängig, haben aber volles Vertrauen ineinander“,

sagt Leadership-Experte Jo Owen. Für uns

analysiert er, was wir aus den Mechanismen hinter

„Apex Legends“ für das echte Leben ableiten können.

VERTRAUEN AUFBAUEN

Bei „AL“ besteht dein Team aus Wildfremden.

Wie baut man da Vertrauen

auf? Aus dem Berufs- oder Privatleben

kennen wir zwei Wege: den

Austausch über gemeinsam erlebte

Erfahrungen oder die durch kompetentes

Handeln gewonnene Glaubwürdigkeit.

Das Ping-System konzentriert

sich auf Punkt 2, indem es

dein Team über jeden deiner Schritte

am Laufenden hält (inklusive WC-

Pausen). Punkt 1 bleibt außen vor:

„Dass du mit deinen Teamkollegen

nicht reden, texten oder sie gar

sehen musst, ist genial“, sagt Owen.

„Es ist egal, ob du blaue Haut und

zwei Köpfe hast, solange du pingen

und schießen kannst.“

KLARHEIT SCHAFFEN

Ein typischer Satz bei Multiplayer-

Shootern mit Mikro: „Vorsicht, da

ist ein Feind bei diesem Baum.“

Die typische Antwort: „Äh, welcher

Baum?“ „Ein effektives Team braucht

klare Kommunikation“, sagt Owen.

„‚AL‘ ist dank der Pings ein Musterbeispiel

für permanenten, präzisen

Austausch. Im Alltag hört man oft:

Kannst du den Bericht in Ordnung

bringen? Und denkt: Welchen Bericht?

Und was heißt ‚in Ordnung

bringen‘? Lass dein Team nicht raten,

was du meinst. Drück dich von vornherein

klar und exakt aus.“

FÜHRUNG ÜBERNEHMEN

„AL“ wählt nach dem Zufallsprinzip

einen „Jumpmaster“ aus. Er legt den

Landepunkt fest und gibt per Ping

die Ziele seiner Einheit vor – deren

Einverständnis vorausgesetzt. „Wer

führen will, muss sich seine Position

verdienen“, sagt Owen. Im Job gehen

viele davon aus, dass sie ihre Position

bereits zur Führungskraft macht.

„Unsinn. Was zählt, ist, was du tust

und wie du es tust. Im Game ist das

genauso: Verhältst du dich nicht wie

ein Leader, bist du nach 30 Sekunden

keiner mehr.“

Ungemütlich: die apokalyptische „AL“-Welt

EXPERTE

IM PORTRÄT

JO

OWEN

Team-Forscher

Als Unternehmer und

Autor hat Owen acht

gemeinnützige Organisationen

mit einem Jahresgesamtumsatz

von mehr

als 115 Millionen Euro gegründet,

hält Vorträge

über Führung und Teamwork

und hat mit indigenen

Völkern gelebt.

Sein neuestes Buch

„Myths of Leadership“ ist

über Amazon erhältlich.

„Apex Legends“ gibt’s für

PC, PS4 und Xbox One.

LOYALITÄT BELOHNEN

„Im Arbeitsleben tolerieren Führungskräfte

Inkompetenz länger als

Illoyalität“, erklärt Owen. Laut ihm

entsteht Loyalität durch die Erkenntnis,

in einer Gruppe besser dran zu

sein als alleine. Ein Hauptgrund für

den Erfolg von „AL“: Anders als bei

anderen Team-Shootern ist man hier

als einsamer Wolf auf verlorenem

Posten. „‚Apex Legends‘ erinnert

mich an die Kriegsführung indigener

Stämme, die ich erforscht habe.

Dort habe ich gelernt, was Menschen

hundertprozentig loyal macht: das

Wissen, außerhalb des Stammes

nicht überleben zu können.“

ROLLEN DEFINIEREN

„Ein schlagkräftiges Team braucht

nicht nur Vertrauen und Abhängigkeit,

sondern auch die richtige Rollenverteilung“,

sagt Owen. „Gehe ich

gern Risiken ein (z. B. als Verkäufer),

oder bleibe ich lieber auf der sicheren

Seite (z. B. als Buchhalter)?“

Die Charaktere in „Apex Legends“

fallen in die Standard-Videospiel-

Muster Defensive, Offensive und

Support – und müssen passend besetzt

sein. „Der Arzt in deinem Team

sollte nicht vorauslaufen und als Erster

Feindkontakt haben“, sagt Owen.

„Jedes Team-Mitglied ist in der Rolle

am wertvollsten, die zu ihm passt.“

ELECTRONIC ARTS MATT RAY

86 THE RED BULLETIN


Mit der digitalen F.A.Z. haben Sie

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Entertainment

guide

RAKETEN

AUF

RÄ D E R N

Das Duell um den wichtigsten

Enduro-Titel, halsbrecherischer

Skater-Wahnsinn

und Amerikas härteste

MX-Serie: drei der vielen

Red Bull TV-Highlights

im nächsten Monat.

SO SIEHST DU

RED BULL TV

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Red Bull TV ist deine globale

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Alltäglichen, empfangbar

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der Welt. Geh auf redbull.tv,

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dich via Smart-TV.

Alle Infos: redbull.tv

11

Dieses Mal auf

Titelkurs: der Ire

Greg Callaghan

Juni PREMIERE

ON TRACK MIT

GREG CALLAGHAN

Zuletzt begleitete die legendäre Red Bull-TV-Serie „On Track“

den Aufstieg des US-Mountainbikers Curtis Keene. Jetzt ist

Greg Callaghan an der Reihe, der erste Ire, der die Enduro World

Series gewinnen könnte. Gezeigt wird hautnah, wie der 27-Jährige

hinter den Kulissen mit dem permanenten Auf und Ab am Weg

zu seinem möglicherweise größten Erfolg umgeht.

29

Juni LIVE

RED BULL ROLLER

COASTER MUNICH MASH

Wer Red Bull Roller Coaster gewinnen will, muss

Transition-Skateboarden genauso gut draufhaben

wie Street-Tricks. Auf die Skater wartet ein Downhill-

Slopestyle-Kurs mitten im Münchner Olympiapark.

12

Juli PREMIERE

MX NATION

SEASON 5

Hinter den Kulissen der Lucas Oil Pro Motocross

Championship: Die sechsteilige Serie stellt die besten

Fahrer vor und beleuchtet ihren stressigen und gefährlichen

Alltag zwischen Training und Rennstrecke.

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88 THE RED BULLETIN


Die Schönheit

der Natur entdecken

Jahresabo

6 Ausgaben +

2 Spezialausgaben

für nur *

Darauf können Sie sich in jeder Ausgabe freuen:

BERGPORTRÄT

In jeder Ausgabe wird ein Berg oder

eine Bergregion ausführlich vorgestellt:

Geschichte und Geschichten, Menschen

und Typen, Hütten und Touren.

REGIONEN

Wanderungen und Porträts

von Hütten in den schönsten Alpenregionen

– mit Tipps und Infos.

SPORT

Bouldern, Skitourengehen

oder Mountainbiken – wenn mehr

Adrenalin gefragt ist.

MENSCHEN

Was Profis mitnehmen – sowie

Interviews und Essays für einen

anderen Blick auf die Berge.

LEBEN

Rezepte für die Tour, funktionale

Outdoor-Mode – und was wir sonst

noch an Ausrüstung empfehlen.

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TIPP 1: Einfach packen

„Trinkflasche, Stativ, Taschenmesser,

Sonnenbrille – all das

muss schnell greifbar sein.“

HANWAG FERRATA II

GIB DIR DEN GRIP

Der Ferrata II dämpft jeden

deiner Schritte – dank einer

PU-Zwischensohle. In trauter

Zweisamkeit mit einer robusten

Thermoplastik-Umhüllung

macht dich dieser Schuh

auch auf hartem Terrain

zu Bruder Leichtfuß.

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RAUSRÜSTUNG

Mach’s einfach! „Mikro-Abenteurer“ Christo Foerster gibt

sieben Tipps für aufregende Naturerlebnisse. Und wir packen dir

das perfekte Outdoor-Equipment dazu.

Text WOLFGANG WIESER

PRIMUS LITE+

SCHRUMPF DEINE KÜCHE

Klein und genial: Gaskartusche (100 Gramm)

und Brenner werden vor dem Einsatz platzsparend

im harteloxierten Alu-Topf verpackt.

Gemeinsam wiegen sie tragbare 390 Gramm.

Plus: Kocher und Brenner lassen sich per

patentierter Verriegelung stabil verbinden.

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THE NORTH FACE

THERMOBALL HOODIE

LASS DICH NICHT

KALT ERWISCHEN

Er ist leicht, einfach zu verstauen und

bewahrt dich vor allen Wetterattacken.

Der Thermoball-Hoodie vereint eine extrem

leichte Isolierung mit einer neuen „Flaschenhalssteppung“.

¤ 230; thenorthface.com

ALPINA LYRON VL

GENIESSE DIE AUSSICHT

Wenn du diese Brille trägst, bewahrst du

in allen Situationen den Durchblick. Denn die

Gläser reagieren auf das Licht – je sonniger,

desto dunkler. Besonders angenehm: Die

kalt formbaren Nasenflügel passt du mit

ein bisschen Fingerspitzengefühl selbst an.

¤ 59,95; alpina-sports.com

BARTSCH

TIPP 2: Warm essen

„Der US-Bergsteiger

Conrad Anker hat

mich auf Couscous eingeschworen.

Wenn du

draußen warm essen

willst, gibt es kaum was

Praktischeres. Für Couscous

muss das Wasser

nicht einmal kochen.

Heiß drübergießen,

kurz warten, fertig.“

APEX WALL

BACKPACK

HALT DIR DEN

RÜCKEN FREI

Du siehst die 18 Schlitze?

Diese 3D-Kanäle lassen die

Luft am Rücken zirkulieren.

Der Effekt: Du schwitzt weniger

und musst dich nicht vor

einer Unterkühlung fürchten.

In zwei Größen (32 bzw. 38 l).

¤ 150 bzw. ¤ 160; salewa.com

Der Apex Wall

Backpack liegt

angenehm an,

hält viel aus –

und ist nicht

zu übersehen.

THE RED BULLETIN 91


TIPP 3: Auf Schuhe achten

„Nach zwei Tagen in den Bergen

musste ich ganz dringend einen

Zug erreichen. Mit dicken Alpinschuhen

wäre mir das nie gelungen.

Mit den Hybridschuhen

schaffte ich es im Spurt.“

DYNAFIT ALPINE PRO

GEH WEITER

Der Schuh für Langläufer:

Wenn du dir für die Eroberung

deiner Umgebung gerne Zeit

nimmst, trag diesen Schuh.

Dank der doppelt verdichteten

Mittelsohle, der verstärkten

Ferse und einer schützenden

Carbonplatte zwischen Mittelund

Außensohle wird der Weg

zum Ziel. ¤ 165; dynafit.com

BURTON PORTAL LITE

LERNE DEN REGEN LIEBEN

Diese Jacke beweist (wieder einmal),

dass es kein schlechtes Wetter gibt …

Sie hält dich warm, sie hält dich trocken.

Und sie lässt dich dank Slim-Fit-Passform

auch noch gut aussehen. Fast möchte

man meinen: Es muss Regen geben.

¤ 110; burton.com

TIPP 4: Im Zelt schlafen

„Ich schlafe am liebsten ganz draußen, auf der Isooder

in der Hängematte. Aber dort, wo auch andere

übernachten, bietet ein Zelt angenehme Privatsphäre.

Leicht und unkompliziert muss es halt sein.“

FJÄLLRÄVEN ABISKO

TRAIL TIGHTS

LASS DIE LUFT DURCH

Diese Trekking-Tights sind ideal für heiße

Tage. An der Taille, im Schritt und an der

Rückseite der Oberschenkel sorgt leichteres

Gewebe für zusätzliche Belüftung. Fühlt

sich richtig gut an. ¤ 159,95; fjallraven.de

Ideales Solo-Duo:

Schlafsack und

Ein-Mann-Zelt

JACK WOLFSKIN EXOLIGHT I

BLEIB AUCH MAL ALLEIN

Für ein, zwei Tage solo? Eine feine Gelegenheit,

den Unterschied zwischen Einsamkeit

und Alleinsein zu erfahren – zum Beispiel in

diesem Ein-Mann-Zelt: 215 Zentimeter lang,

60 Zentimeter breit, 100 Zentimeter hoch.

Ideal in Kombination mit einem Schlafsack

mit Schlängel-Zipp. ¤ 339,95 (Zelt),

¤ 199,95 (Schlafsack); jack-wolfskin.com

MARCEL PABST

92 THE RED BULLETIN


THULE CAPSTONE

VERSCHAFF DIR

SCHNELLEN ZUGRIFF

Im Testcenter von Thule

schaffte dieser Rucksack

eine (simulierte) Wanderung

um die Welt. Er ist nicht nur

extrem robust, sondern auch

extrem vielseitig – weil er dir

Zugang von oben und unten,

von links und rechts bietet.

¤ 149,95 (für das 40-Liter-

Modell); thule.com

TIPP 5: Nie ohne Sonnenbrille

„Zwei Sonnenbrillen mussten beim

Paddeln untergehen, ehe ich mich für eine

leichte mit Schwimmern an der Kordel entschied.

Ich bin kein großer Sonnenbrillen-

Fan, aber auf dem Wasser, im Schnee und

in der Höhe sind sie unabdingbar.“


TIPP 6: Aufs Handy verzichten

„Wie ich es hasse, ständig das Smartphone rauszuholen,

wenn ich bloß die Route checken will. Mit einer GPS-Uhr genügt

ein schneller Blick. Minimale Ablenkung, maximale Funktion.”

SUUNTO 9 BARO

VERTRAU DEM UHRINSTINKT

Eine Uhr, die dir sagt, wo’s langgeht.

Die dir zeigt, wie es um dein Training steht,

die deinen Puls permanent kontrolliert

und schnell zu deinem besten Freund wird.

Denn sie ist immer für dich da: Zieht etwa

ein Sturm auf, warnt dich die Uhr rechtzeitig.

¤ 599; suunto.com

Die Gummisohle

verleiht deinen

Füßen festen Grip.

ICEBREAKER TECH LITE

SS CREWE RAVENCAMP

SETZ AUF DEN RICHTIGEN MIX

Das Beste aus Natur und Technik: Natürliche

Merinofasern umschmiegen einen Nylonkern.

Dieses Shirt trocknet extrem schnell,

weist Gerüche ab und sitzt perfekt. Und:

Der Originalprint von Damon Watters macht

dich extra flügge. ¤ 75,95; icebreaker.com

VIBRAM FIVEFINGERS V-TREK

SPÜR DEN UNTERGRUND

Fast so angenehm wie Barfußgehen, aber

mit deutlich besserem Schutz. Eine flexible

4- Millimeter-Außensohle aus Gummi sorgt

für den richtigen Grip – egal bei welchen

Wetterbedingungen. Und eine PU-Zwischensohle

lässt dich wie auf Wolken gehen.

¤ 129,90; vibram-fivefingers.de

LEDLENSER MH11

ERHELLE DIE NACHT

Diese Lampe leuchtet ganz so,

wie du es willst. Per App kannst

du ihr neue Funktionen zuordnen

und sie deinen Bedürfnissen

entsprechend konfigurieren.

Im Powermodus erhellst

du auch die dunkelste Nacht:

750 Lumen sorgen für eine

Leucht-Reichweite von bis

zu 300 Metern.

¤ 149,90; ledlenser.com

TIPP 7: Für Licht sorgen

„Sobald ich im Dunkeln meine Stirnlampe

ausknipse, fühle ich mich unsichtbar. Als

wäre ich Teil des Waldes. Es knackst und

raschelt ständig irgendwo, aber für mich

ist das wie Meeresrauschen. Wenn sich

dann doch ein größeres Tier zu nähern

scheint, geht das Ding ruckzuck an.“

CHRISTO FOERSTER

hat die „Mikro-Abenteuer“

entdeckt. Sein

gleichnamiges Erfolgsbuch

gibt es als Neuauflage.

„Raus und

machen“ ist sein aktuelles

Werk. Was ein

Mikro-Abenteuer ausmacht?

Es dauert 8 bis

72 Stunden, Auto und

Flugzeug sind verpönt,

geschlafen wird im Freien. PS: Seinen Vornamen

verdankt der Autor der Begeisterung

seiner Eltern für Verpackungskünstler Christo.

94 THE RED BULLETIN


JAHRESABO

getredbulletin.com

€ 25,90

BEYOND THE ORDINARY

Erhältlich am Kiosk, im Abo, als E-Paper, auf theredbulletin.com oder als Beilage in einer Teilauflage von:

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IMPRESSUM

THE RED

BULLETIN

WELTWEIT

Aktuell

erscheint

The Red Bulletin

in sieben Ländern.

In der Coverstory

der mexikanischen

Ausgabe feiern wir

das 20-Jahr-Jubiläum

von Nortec, einem

Electro-Musikstil, der

1999 von Tijuana aus

die Welt eroberte.

Mehr Storys abseits des

Alltäglichen gibt’s auf:

redbulletin.com

Chefredakteur

Alexander Macheck

Stv. Chefredakteure

Waltraud Hable, Andreas Rottenschlager

Creative Director

Erik Turek

Art Directors

Kasimir Reimann (stv. CD),

Miles English, Tara Thompson

Head of Photography

Fritz Schuster

Deputy Head of Photography

Marion Batty

Photo Director

Rudi Übelhör

Chefin vom Dienst

Marion Lukas-Wildmann

Managing Editor

Ulrich Corazza

Freie Mitarbeiter Jakob Hübner, Werner Jessner,

Alex Lisetz, Nina Treml, Stefan Wagner

Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina

de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz

Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas,

Eva Kerschbaum, Tahira Mirza

Global Head of Media Sales

Gerhard Riedler

Head of Asset Sales

Alfred Vrej Minassian

International Sales Coordinator

Stefanie Krallinger

Head of Commercial & Publishing Management

Stefan Ebner

Publishing Management

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Melissa Stutz, Mia Wienerberger

B2B Communication

Katrin Siegl, Christoph Rietner

Head of Creative

Markus Kietreiber

Creative Solutions Eva Locker (Ltg.),

Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart

Commercial Design

Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch,

Simone Fischer, Martina Maier

Anzeigendisposition

Manuela Brandstätter, Monika Spitaler

Herstellung

Veronika Felder

Produktion

Walter O. Sádaba, Friedrich Indich,

Sabine Wessig

Lithografie

Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis,

Nenad Isailović, Josef Mühlbacher

Office Management

Yvonne Tremmel (Ltg.), Alexander Peham

MIT-Experte Michael Thaler

Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus

Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb),

Victoria Schwärzler, Yoldaş Yarar (Abo)

Verlagsanschrift

Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien

Telefon +43 1 90221-0

Fax +43 1 90221-28809

Web redbulletin.com

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THE RED BULLETIN

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siehe entsprechenden Eintrag

bei Deutschland

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Lektorat

siehe entsprechenden Eintrag

bei Deutschland

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ISSN 2308-586X

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96 THE RED BULLETIN


ALL

ELSE

FADES

SUUNTO 5

Flow-Zustand, Spitzenleistung, Läuferhoch: All

diese Begriffe beschreiben die Erfahrungen

von Athleten, Künstlern, Musikern oder

Kreativen ganz in ihrem Element zu sein. Sicher

hast du dieses Gefühl selbst schon erlebt: Die

Zeit steht still, du gehst komplett in deiner

Tätigkeit auf, mit gefühlter Mühelosigkeit

lieferst du Spitzenleistungen. Jede Bewegung

sitzt, alles andere verblasst.

Bei der Entwicklung der neuen Suunto 5 stand

dieser Gedanke Pate. Alles konzentriert sich

auf das erfüllende Erlebnis beim Sport – ohne

sich unnötige Gedanken machen zu müssen.

Die GPS-Uhr hält mit, solange du sie brauchst:

mit intelligenten Batteriemodi und langer

Batterielaufzeit von bis zu 40 Stunden. Sie

lernt Trainingsmuster des Benutzers, sendet

Ladeerinnerungen lange vor der nächsten

Trainingsstunde.

Mit 80 personalisierbaren Sportmodi liefert

sie Statistiken für deine relevante Sportarten,

zeichnet dein Fitnessniveau auf und

personalisiert die Trainingsanleitung auf Basis

der Fortschritte und Ziele. Die Suunto 5 hilft

den optimalen Trainingsrhythmus zu finden,

ermahnt zur Erholung oder motiviert zum

Training.

Robuste Edelstahllünetten und vier kompakte

Designvarianten – All Black, White, Burgundy

Copper und Graphite Copper – geben ihr einen

eleganten und gleichzeitig persönlichen Look.

Mehr erfahren unter suunto.com/suunto5

Finland – Est. 1936


Perfekter Abgang

Blaues Wunder

Der kanadische Abenteurer Will Gadd, 52, hat als Erster die gefrorenen Niagarafälle bezwungen,

aber in einer Gletschermühle (gigantische Löcher, die durch abfließendes Schmelzwasser

entstehen) war selbst er noch nie. Das Ziel seiner Expedition ins Innere des grönländischen

Eisschilds: zu dokumentieren, wie sich die Klimaerwärmung auf das Gletscherschmelzen auswirkt.

Die nächste

Ausgabe des

RED BULLETIN

erscheint am

9. Juli 2019.

CHRISTIAN PONDELLA/RED BULL CONTENT POOL DAVID MAYER

98 THE RED BULLETIN


NATÜRLICH ERFRISCHEND – KEINE ENERGY DRINKS

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