ACS Automobilclub - Ausgabe 03/2019

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Motorsport

Zum ersten Mal auf der Rennstrecke: Daniel Mauerhofer im Dallara World Series.

Der Rennwagen Lagonda V12 Special

blieb ein Unikat. 1952 wurde er zu einem

engen Zweisitzer umgebaut und in den folgenden

Jahrzehnten mehrfach mit grossem

Aufwand restauriert. So auch vor zwei

Jahren durch den heutigen Besitzer Holger

Lange, der am Lagonda eine umfassende

Revision vornahm inklusive Überarbeitung

des Motors, unter anderem mit dem

Einbau einer neuen Amal Vergaseranlage

und angepasster Benzinzufuhr. Heute leistet

der 4,7 Liter V12 Motor über 300 PS. Das

ist doch einiges mehr als die V12 Motoren

mit 175 PS in den seinerzeitigen Lagonda

Luxuswagen. Geschaltet wird über ein

synchronisiertes 4-Gang-Getriebe von Alvis.

Und ebenso einmalig: Der Lagonda V12

Special besitzt eine Strassenzulassung.

Flachbauende Amal Vergaser-Batterie – ein

Schmaus für Aug und Ohr.

«Servo» war früher ein grosses Lenkrad.

«Der Lagonda fährt sich erstaunlich

leicht und bei Bedarf sehr schnell. Hier im

Slalom wie am Berg ist das bullige Drehmoment

von grossem Vorteil», beschreibt

Holger Lange seine Fahreindrücke. «Es ist

ein sehr authentisches Fahren, ohne Servolenkung

oder andere Fahrunterstützungen.

Das macht Spass – und hält fit.»

3.0 Liter V6 Motor mit 410 PS im Dallara T02.

PREMIERE 3: EIN DALLARA

ZUM GEBURTSTAG

40 Jahre Rennsport, inklusive 10 Jahre

Präsident der Ecurie Basilisk, dem ältesten

Automobilrennsportclub der Schweiz,

prägen die Karriere von Daniel Mauerhofer.

Zu seinem 60. Geburtstag hat er sich

ein aussergewöhnliches Geschenk gegönnt

in Form eines Dallara World Series. Dieser

Rennwagen wurde 2002 gebaut und von

verschiedenen Piloten im In- und Ausland

erfolgreich eingesetzt.

Der nur 565 kg wiegende Dallara besitzt

ein Chassis aus Carbon und Kevlar.

Für kräftigen Vortrieb sorgt ein 3 Liter V6

Motor von Nissan mit 410 PS und einem

Drehmoment von 505 Nm in Verbindung

mit einem sequentiellen 6-Gang-Getriebe

von Ricardo. Die Dallara World Series by

Nissan galt in den Jahren 2002 bis 2004

als ideales Sprungbrett für die Formel 1.

So fuhren alle drei Gesamtsieger Ricardo

Zonta, Franck Montagny und Heikki Kovalainen

anschliessend in der Formel 1 – der

Königsklasse des Rennsports.

«Einen leistungsstarken Monoposto zu

fahren war stets ein Jugendtraum von mir.

Umso grösser war meine Freude, hier in

Frauenfeld erstmals als Funktionstest mit

dem Dallara starten zu können», erzählt

Daniel Mauerhofer. «Doch leider schlug die

Defekthexe zu. War der zweite Trainingslauf

okay und hat Spass gemacht, versagte

im ersten Rennlauf die Elektronik, was

mich zur Rennaufgabe zwang.»

PREMIERE 4: SCHNELL

UND FASZINIEREND

Die 20. Ausgabe der Auto-Renntage

Frauenfeld bot einmal mehr faszinierenden

Motorsport und zahlreiche Premieren;

allerdings nicht beim Tagessieger. Wie

in den letzten vier Jahren siegte wiederum

der schnelle Philip Egli aus Rombach auf

seinem Dallara F393 vor dem Herisauer

Lukas Eugster auf einem potenten Ligier

JS53 Evo 2, der mit diesem zweisitzigen

Rennwagen ebenfalls erstmals in Frauenfeld

an den Start ging.

Text Christoph Bleile /

Bilder Christoph Bleile, Ruedi Menzi

Info

Alle Infos über die 20. Auto-Renntage

Frauenfeld auf www.acs-thurgau.ch

NR. 03/2019

AUTO

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