ACS Automobilclub - Ausgabe 03/2019

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IN KÜRZE

TOM’S KOLUMMNE

DANKBAR FÜR DIE

CHALLENGE 2018

D

er

zweite Platz in Qatar, dann der

Sturz in Argentinien, dem der

langersehnte Sieg in Texas folgte

– mein Saisonstart in die Moto2-WM-Saison

war hinsichtlich der Resultate

ein Auf und Ab, wie es im Buche steht

und somit sinnbildlich für so manchen Verlauf

einer Sportler-Karriere. Es ist nicht

einfach, mit diesen Emotionen umzugehen

und sie nicht nur zu kontrollieren, sondern

sie auch noch bestmöglich positiv zu sehen

und zu nutzen.

Denn oft scheint es als wäre es das Beste, nach negativen Erfahrungen einfach

nach vorne zu blicken. Zu vergessen, was passiert ist und sich stattdessen

auf das Bevorstehende zu freuen. Doch obwohl der berühmte Satz

«Ein Wochenende zum Vergessen, wir fokussieren uns auf das nächste Rennen»

so schnell gesagt ist, steckt eigentlich nicht viel Wahrheit darin. Jedenfalls

nicht für mich. Natürlich kämpft man intuitiv dagegen an, sich mit

den negativen Erlebnissen der Rennweekends bewusst und intensiv auseinanderzusetzen.

Nicht, weil man sich bewusst davor verschliessen möchte,

aber in solchen Momenten fehlt der Sinn darin, sich scheinbar noch tiefer in

die Negativspirale zu stürzen.

Ich bin da nicht anders: Nach einem Tief oder schlechten Resultaten möchte

ich mich auf die Zukunft fokussieren, darauf, es beim nächsten Mal besser

zu machen. Doch um sich zu verbessern, muss man erst verstehen, was

zuvor schief gelaufen ist. Dazu muss man zurückschauen, die negativen

Momente nochmal erleben, sich damit auseinandersetzen. Genau dabei ist

mir mein Mental Coach Jörg Wetzel eine enorm grosse Hilfe. Er hat mich

bereits früher begleitet und ist nun seit Ende 2018 wieder an meiner Seite.

Dank seiner Unterstützung habe ich gelernt, aus jeder Situation das Beste

zu gewinnen, auch wenn sie auf den ersten Blick noch so negativ zu sein

scheint. Diese Arbeitsweise ist wahrscheinlich für so manchen Sportler der

Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg.

Die MotoGP-Saison 2018? Ja, das war die Masterclass des positiven Denkens.

Und im Nachhinein bin ich für diese Challenge dankbar, denn wenn

ich etwas aus dieser Saison mitnehmen konnte, ist es die mentale Stärke.

Ihr Tom Lüthi

ACS-Botschafter

DEM ÄRGER

HINTERM STEUER

HERR WERDEN

Es ist ungesund, ein echter Gute-Laune-Killer

– und es sieht auch noch ziemlich

unerfreulich aus: Wer sich am Steuer masslos

über andere Verkehrsteilnehmer aufregt,

schadet sich selbst am meisten und

vergrössert das Unfallrisiko deutlich. Deswegen

ist es sinnvoll, auch in ärgerlichen

Situationen Ruhe zu bewahren. Aber wie?

Selbstreflexion ist der erste Schritt

zur Besserung. Entspricht eigentlich die eigene

Fahrweise der Strassenverkehrsordnung

in Sachen ständige Vorsicht und gegenseitige

Rücksicht? «Dieser Grundsatz

gilt natürlich auch dann, wenn der Vordermann

gegen die Verkehrsregeln verstösst»,

sagen die ACS-Experten. Schliesslich habe

jeder mal einen schlechten Tag. «Grosszügig

über die Fehler von anderen hinwegzusehen,

beweist Charakter.»

Selbst auf eine offenkundige Provokation

sollte man nicht eingehen: «Augenkontakt

und Gesten vermeiden, Abstand

halten, den Vortritt lassen, niemanden

zum Bremsen, Beschleunigen oder Ausweichen

nötigen», empfiehlt der Experte.

«Aggression ist ansteckend. Aber jeder

kann frei entscheiden, ob er die Kette fortsetzen

oder unterbrechen will.»

In einer experimentellen Studie lernten

durch ihre aggressive Fahrweise aufgefallene

Verkehrsteilnehmer, sich mit

Atemübungen zu entspannen und Ärgernisse

aus einem anderen Blickwinkel zu

betrachten. Nach acht Sitzungen ärgerten

sie sich seltener und weniger heftig. Der Effekt

hielt auch ein Jahr später noch an.

Die Experten raten: Nach Frust- und

Ärger-Situationen eine kleine Pause zu machen,

durchzuatmen und sich zu bewegen,

um Stress abzubauen. «Und sich darauf besinnen,

was am wichtigsten ist: gesund am

Ziel anzukommen.»

Texte mid/rhu

18 AUTO NR. 03/2019

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